J. phone attion: 31469. .ebaftion: 26797. Postschedamt: 57544. Juferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 9. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Dienstag 20. August 1929. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich... Kč 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig. 48.96.192.Rüdftellung von Manutripten erfolgt nur bei Einfendung der Retourmarten. Erscheint mit Ausnahme Des Montag täglich irih. Nr. 194. Das Fest der sudetendeutschen Arbeiter. Heerschau der deutschen Sozialdemokratie. Wir haben alle gewußt, daß es in Karls- sehen, daß wir starke Arme haben, daß das Su- Ort eine wuchtige Massendemonstration zu- Görlitz voran; hierauf erscheinen die hunbad schön werden wird und haben uns derauf detendeutschtum ein fampffähiges Proletariat ſtandezubringen. Wir deutschen Sozialdemokra- dert Genossen, die das Rote Wien bei gefreut: was wir aber erlebt haben, das hat alle hat und daß wir eine sich ihrer Pflichten besten haben dagegen durch unsere Karlsbader unserer Feier repräsentieren. In die Rufe unsere Erwartungen weit übertroffen und wir wußte, ihre Aufgaben erkennende sozialistische Manifestation, durch die aus der Geschichte nicht Freundschaft" und Frei Heil!" mischt sich wie find zurückgekehrt um ein tiefes Erleben Partei sind. Wir können es daher allen unseren auszulöschenden Tage vom 16., 17. und 18. Wien!" Nach einigen weiteren ausländischen derholt die Akklamation Hoch das Rote reicher, reicher um eine der schönsten Erinne- Genossen fagen: Unsere Partei hat durch den August 1929 dem deutschen Proletariat ein Gruppen, die sich aus Sachsen und Bayern rangen, die wir nun mitnehmen in unser fer- Karlsbader Reichsarbeitertag im Auslande und erhöhtes Selbstbewußtsein und rekrutieren, erscheint im geschlossenem Zuge die neres Leben. insbesondere im sozialistischen Aus einen erstarkten sozialistischen Es gab in Karlsbad beim Reichsarbeiter I ande an Anschen gewonnen. Union der Geschäftsreisenden, Glauben gegeben. tag nicht nur ein paar schöne Augenblicke, die Aber auch die politischen Wirkungen der Die Folgen werden nicht ausbleiben und die den Karlsbader Arbeitertag mitbegeht und uns hoch erhoben haben über den Alltag, die Karlsbader Seerschau im Inlande werden an uns liegt es nun, die Folgen zu ziehen. Un- durch ihren Aufmarsch im Zuge der Arbeiter ihr drei Tage waren so wundervoll, daß sie für nicht ausbleiben. Die ganze Deffentlichkeit hat sere Vertrauensmänner, welche den Reichsarbei- proletarisches Klassenbewußtsein dokumentiert, jeden, der dabei war, ein ununterbrochenes es gesehen, daß wir eine fühn mit Erfolg vor- tertag vorbereitet und die große Arbeit, für die In ihrer bunten Turnertracht und in Zivil Glücksgefühl gewesen sind. Die Künstleri-wärtsstrebende Partei sind, daß wir Vertrauen ihnen der heiße Dank der Partei gebüht, geleischen Veranstaltungen, die schon am und Liebe im judetendeutschen Proletariat ge- ftet haben, werden nun in ancestrengter Tätig starke Delegation der tschechischen Bruderpartei Freitag begonnen haben, haben in jedem die nießen und daß uns die Jugend gehört. Die feit versuchen müssen, für unsere Sache neue an der Kolonnade vorüber. Schon wird der riesige Ueberzeugung gefestigt, daß wir eine große deutsche Sozialdemokratie und niemand an Streiter zu gewinnen, um die Einheit des Fahnen- und Wimpelwald der Kulturbewegung sind und wie weit die einst derer als sie ist die Führerin und Sprecherin Proletariats in den Reihen der SozialdemoJugendlichen aller Güter geistiger Kultur entbehrende Ar- des arbeitenden deutschen Voffes in der Tiche fratie zur Wirklichkeit zu machen. Das Fest ist beiterklasse heute ist. Welch herrliches Erleben choslowakei. Man denke nur, wie fläglich der vorüber, nun geht es an die Arbeit, Genossen! Bänder mit den Barolen des Sozialistischen Jusichtbar, die zahlreiche Standarten und breite war doch dieser Parteitag! Wie stolz sind Rote Tag" vom 6. Juli 1928 und der Anti- In unserem Lager ist die Begeisterung, unser gendverbandes tragen. Besonders antimilita mir, daß unsere auswärtigen Freunde so schöne friegstag" am 1. August 1929 verfracht sind ist die Straft, unser die Jugend, unser das Beste, ristische Parolen fallen auf. Die Jugend Worte der Anerkennung für die harte Arbeit und wie da die Kommunisten bei aller bom was im judetendeutschen Proletariat lebt, unfer trägt die Aufschriften„ Nie wieder Strieg"," Mehr fanden, die wir in den zehn Jahren geleistet bastischen Reklame, die sie monatelang in Verist auch die bessere Zukunft, die wir für unser Jugendschuß" eine große Tafel„ Der Krieg forhaben! Wie aufgewühlt und ergriffen waren fammlungen und in ihrer Presse getrieben ha Volk und die ganze Menschlichkeit erstreiten derte 12 Millionen Tote", Wissen ist Macht", wir von den Worten unieres Parteivorsißen ben, nicht imftande waren, auch mir in einen werden! den, dem nach seinem Referate spontan zuges jubelt wurde und nach dessen anfeuernden, tief erregenden Worten vielen Delegierten die Trä nen in den Augen standen! Welche Freude löste in uns am Samstag abends der Fadelzug aus, an dem tausende junger Burschen und Mädchen teilnahmen! Wo ist die Bewegung, wo die Partei, die solches vermag, die einen ** Karlsbader Aufmarsch der sudetendeutschen Arbeiterbataillone. folchen Idealismus in den Herzen der Jungen Ein herrlicher Festzug der Partei, geführt von Radfahrern, Roter wärtsschreiten, daß unsere Sache im ſiegreichen Wehr, Sängern, Turngenoffen und Jugendlichen.- Defilierung vor entzünden kann. Da sahen wir, daß wir vor0 den auswärtigen den auswärtigen Gästen und dem Parteivorstand entlang der Mühlbrunntolonnade. Zehntausende Arbeiter im Zuge, Zehntausende im Spalier. Begeisterte Kundgebung. Seit acht Uhr früh versammelten sich die ge- 1 Der Anmarsch. Roten Wehr den zählende Abordnung des Deutschen Arbeiterfängerbundes Volksfinggemarschiert nun eine die große Standarte ,, Wir geloben Treue der Partei" und wieder die Parole Weg mit dem Militarismus, baut Schulen". Daneben tauchen Standarten auf: 54.000 Rronen pro Minute für den Militarismus“,„ Mehr Freizeit für die Jugend". Besonders fallen zwei modern stilisierte Blakate auf„ icht ins Volt" und Wissen ist Macht". In der Gruppe der Jugend ruft auch eine Standarte die Arbeiter auf. die Weltsprache Ido" zu lernen, hier auch hat symbolisch der Festwagen des Arbeiter- Abstinentenbundes Raut gefunden, der mit Riefenlettern in die Massen ruft„ Arbeiter, mach Dich frei von der Trinfsklaverei!" Heraus mit dem Gemeindebestimmungsrecht!" Die zahlreiche Beteili gung der Jugend, die glänzende Stimmung unter den Jungen und Mädeln, die hier im Fest zug der Partei die Generation der Zukunft vertreten, beweisen, daß in unserer Partei unerschöpfliche Lebenskraft wohnt. Der zweite Fest wagen ist der des jungen Verbandes der Arbeiter Fürsorge, cin herrlicher Wagen, der in flammendem Rot ein riesiges Herz, das Sinnbild und Abzeichen der Arbeiterfürforge trägt. Damit schließen die hauptsächlichsten der meinde Aussig eine stattliche Gruppe, die wegen ihrer bewundernswerten Leistung am Vormarsch der Kreise. Die Fest wagen sind je nach abend Gegenstand herzlicher Kundgebungen war. ihrer Bedeutung, nach dem Sitz der Gewerkschaft, deren Symbol sie sind, und der genossenschaftlichen Wie nicht anders zu erwarten war, hatte der Betriebe, die sie repräsentieren, den einzelnen Arbeiter Turn- und Sportverband Parteitreisen zugeteilt worden. Vordringen begriffen ist, und daß die zu funft unseres Volkes in unseren Sänden ist! Was sind denn das Häuflein schimpfender, streitender kommunistischer Jugendorganisationen gegen diesen Massentritt der sudetendeutschen Jugend, die wir für den Sozialismus gewonnen haben und die schon schlossenen Züge der Kreisdelegationen und der in strammer Disziplin. heute eine disziplinierte, begeisterte Armee des besonderen Abteilungen des Festzuges in der Nähe Ein grandioser Anblick war es, als mit ihren proletarischen Befreiungskampfes ist. Trocken der Egerbrücke und des Parteihauses. Den Arran herrlichen Vereinsfahnen, die in einer besonderen find Euere Thesen, Kommunisten, leer laufen geuren des Zuges war die gewaltige Aufgabe ge- Gruppe getragen wurden, die große nach TausenEuere Mühlen, dieweil wir eine lebendige, ta- ftellt, auf engem Raume Zehntausende so bereit- Gruppe getragen wurden, die große nach Tausentenfrohe, bildungshungrige, tapfere Jugend ha- zustellen, daß der gewaltige festzug ohne Reibung ben; das alles haben wir in der von tausenden und Unterbrechung zur festgesetzten Stunde beginFadeln hell erleuchteten Nacht in Karlsbad nen konnte. Der Ümsicht und regen Organisation anmarschierte. Unter den Sängern und Sängerin Fadeln hell erleuchteten Nacht in Karlsbad unserer Ordner gelang es, den Feſtzug programmnen bildete wiederum die Botsing: Sonderdelegationen ab und es beginnt der Aufempfunden. gemäß aufzustellen und in Bewegung zu setzen. Noch gewaltiger war aber der Umzug am Sonntag. Da war nicht nur unsere herrliche Jugend, da waren die tausenden unserer Gegen zehn Uhr tauchte die Spitze der prächtigen Turner und Turnerinnen, unsere Marschkolonne in flingendem Spiel und von roten Radfahrer, Sänger, Naturfreunde, Kinder- Falten überdacht am rechten Ufer der Tepl in der freunde, Roten Falten, unsere Gewerkschaften Nähe des Sturhauses auf und erreichte punkt zehn eine riesige Vertreterschaft entsendet. Unter den und Genossenschafter und der unübersehbare Uhr am linken Flußufer die Mühlbrunn- 60 Fahnen der Organisation zogen unter den auswärtigen Delegationen und unse- Trommler den hellen und lauten Festeston herz- deutschen Sprachgebietes nach Karlsbad gecilt schaft! Freundschaft!" so scholl uns der proletares Parteivorstandes Aufstellung genom erfrischend versinnbildlichten, die prachtvollen Gerische Gruß entgegen von den Tausenden, die men hatten. stalten gestählter Turner, die gesundheitstrogenden waren, unsere Genossen aus Spalier standen und freudigen Herzens beob Unter dem ungeheueren Jubel der im Spalier Arbeiter- Turnerinnen vorbei," hinter ihnen im achteten, wie da die große sozialdemokratische stehenden Menschen und unter ununterbrochenen leuchtenden Rot cine Abordnung unserer Die Schlesier haben ihre Fahnen mitgebracht und Armee vorüberzoç. Keinen Sozialisten wird es Freundschaftsrufen, die sich während der ganzen Schwimmer und Schwimmerinnen werden besonders herzlich begrüßt. Aber nicht min im Festzug oder unter den Zuschauern gegeben Dauer des Vorbeimarsches immer und immer und in ihrer bunten Dreß Arbeiterfußbalder freundschaftlich gestaltet fich der Austausch der haben, der nicht stolz darauf war, mit zu der wieder neu entzündeten, senkten sich die ersten er. Immer wieder wurden während dieses VorGemeinschaft zu gehören, deren Bataillone fe- Fahnen zum Gruße. Der Zug wurde ſten Trittes daherzogen, Freude im Gesicht und von 1500 Arbeiterradfahrern eröffnet die Entschlossenheit im Herzen, allen Feinden unter denen, festlich geschmückt, folgende Gruppen zum Troß den Kapitalismus zu bezwingen und besonders auffielen: Chodau, Eger, Falkenau, mitzubauen an der neuen, besseren Welt des Graslit Fischern, Altrohlau, Aich, Unterlomnih, mit ihrem Hauptleiter, Genossen Dr. Grusch fa; Sozialismus! Sobau und andere. Schmude Radlerinnen und in die Samariter fonnten allerdings nicht in voller Es ist gar kein Zweifel, daß die Tage einigen Gruppen auch Stinder, die auf kleinen Zahl am Festzuge teilnehmen, da fie feit Tagen bon Karlsbad weithin ihre Wirkung erstrecken Rädern mitfuhren, erhöhten den Eindruck des schon auf dem Festplatz, in der Stadt und an allen wichtigen Punkten zur ersten Hilfe bereit standen werden. Denn es ist mit elementarer Deutlich schönen Bildes. und in zahlreichen Fällen Hilfe brachten. Stürmisch begrüßt tauchen nun Die Züge aus den Kreisen. Zug unserer Parteiorganisationen." Freund- tolonnade, längs deren die Vertreter der Klängen ihrer Kapellen; deren Pfeifer und schieren jene, die ganz vom anderen Ende des Hinter der Fahrergruppe schritt der Hauptausschuß beimarsches Freundschafts" und Frei Heil!" Rufe gewechselt. Auf die Sportflubs folgt noch eine Gruppe Arbeitersamariter, die ausländischen Delegationen feit zu Tage getreten, daß hier eine Straft ist, die sich aus dem politischen eben des Landes nicht ausschalten des Reichsarbeitertages, geführt von Genossen lassen wird. Unsere ausländischen Gäste. Tau b. Hinter dem Ausschuß marschierten, mit im Festzuge auf. Es marschiert eine nieder die Vertreter unserer Bruderparteien haben ce vielen Fahnen, tausend Mann unserer schlesische Gruppe mit der Fahne von Schlesien und Mähren. Grüße beim Vorbeimarsch der Sendboten aus den mährischen Kreisen, die dem Gen. Dr. Czech immer wieder persönlich Freundschaftsgrüße entbieten. Dem Fahnenzug der mährischen Arbeiter folgt mit ihren Fahnen die stattliche Gruppe des Prezburger Kreises. Hinter ihr der Kreis Trautenau, zahlreich vertreten und sodann in einem überaus starken Bataillon der südwestböhmische Kreis nach einzelnen Bezirken( Mies, Staab, Pilsen, Tuschkau. Tachau, Plan, Ronsperg und Marienbad) geordnet. Diese Abteilung des Festzuges führt auch den auffallenden Wagen des Bundes der Kleinen Landwirte" mit sich, ein lebensfrohes Bild ländlicher Arbeiter, die mit Dienstag, 20. 1929. guſt Cette 2. einem volkstümlichen Festtanz die Blicke der Zu-[ vertreten. Ein herrlicher Wagen wird von der Zahlen für die Größe anserer GenossenschaftsbeB t Um viertel zwölf schließt der orbeima. sch 54° chauer auf sich leuken. Hinter diesem Wagen„ Graphia", dem Druckereiunternehmen des vegung. 12.000 Mitglider, 38.8 Millionen Um- des Festzuges an der Mühlbrunnt, onnade, kna schreitet als sichtbares Zeichen der Ausdehnung Karlsbader Freises beigestellt, zwei Wagen brin- faz im letzten Jahre, 9 Verteilungsstellen weist vor der Zeit, da die Spitze des Festzuges von der der Partei eine mächtige Delegation der Klein- gen Grasliper Instrumentenmacher dieser große Konsumverein auf. Angeschlossen ist jubelnden Arbeitermassen am Festplatz begrüßt bauern, in ihrer Mitte fährt ein Landvolk- und deren herrliche Erzeuguiffe. Dem Bezirke Neu- noch der Wagen der Ge Nährmittel- wird. Die Delegierten der ausländischen Bruderwagen mit dem Bilde des Bauernbefreiers der hat sich die Gecfabrit Bärringen an- werte Neratowi B. Mit zahlreichen Fahnen, parteien sind voll Bewunderung und beglückwün Hans Kudlich. Der landwirtschaftlich geschlossen, in schmucker Uniform erscheinen aus hunderte Arbeiter umfassend, scheint der Bezirt fchen spontan unsere Parteiführer zu der großar Verband hat auch einen prächtigen Wagen bei dem Erzgebirge einige Bolzenschübenver- Faltenau und als letzter im Zuge der Bezirk tigen Leistung dieses Festes und des Massenaufgestellt, der mit seinen Sicheln und Rechen ein seine. Die mächtigen Konsumgenossen- Starlsbad selbst. Die große Lokalorganisation Fi- marsches. Der Vorbeimarsch des Festzuges, der so wie originelles Bild bietet. Hinter diesem Wagen fährt schaften Westböhmens zeigen auf einem Wagen schern, die heute 1500 Mitglieder umfaßt, hat jener des Fabritarbeiterverbandes die Entwicklung ihrer Fleischereibetriebe. Nach der einen eigenen Wagen beigestellt, der das Wachs- alle Veranstaltungen des Reichsarbeitertages vom mit einem großen Zuderhut als Symbol der Ar- Bezirksorganisation Elbogen fährt der Wagen tum der Organisation veranschaulicht. Mit dem herrlichsten Wetter begünstigt war, dau beiter der chemischen Fabriken. des„ Volkswille", des großen proletarischen Bezirk Sarlsbad fahren die letzten Genossenschafts- erte fünf Siertelstunden. Nach vorsich Hier ist es, wo die Spitze des großen Pilger Tagblatts Westböhmen, auf. Der Wagen Konjum wagen, dann folgen mit mächtigen Delegationen gen Schäßungen haben an ihm 30.000 Menschen teilgenommen. zuges aus dem Kreise Aussig auftaucht, ge- verein Chodau- Graslih nennt charakteristische die einzelnen Lokalorganisation des Bezirkes. führt von einer Lokomotive mit dem Wahlspruch der Eisenbahner,„ Auf freier Bahn der neuen Zeit entgegen".( Selles Lachen ertönt bei den ironischen Zwischenrufen och Najman!") Die internationale Kundgebung. Dem Reichenberger Kreis voran wird Ein großes Meeting auf der Festwiese. voll bewußt und die befähigt sind, diesen prole. tarischen Boden gegen alle Anstürme der Real. tion zu verteidigen Fahnenübergabe an Genoffen Dr. Czech. der Wagen der Union der Textilarbeiter geführt, der in zahlreichen statistischen Reden der auswärtigen Delegierten. Angaben Auskunft über Größe und Leistung des Verbandes gibt. Der Reichenberger Streis hat eine Um die Mittagsstunde erreicht die Spitze standhalten wird in allen Rämpfen und Gefahren. I zahlreiche Delegation entfendet, stürmische Heiter des ungeheueren Buges, dessen letzte Reihen und unser Herzenswunsch ist es, daß diese Fahne keit und starken Beifall finden die Aufschriften der noch an der Egerbrücke stehen und der sich im boranleuchten möge einer sieghaften Sozialdemo Reichenberger Standarten. Man lieft:„ Wir brin- gewaltigen Bogen durch das rote Fischern nach fratie in diesem Staate, daß sie einmal, von dieser und sich auch als vollwertige Kampftruppen in die gen die richtige Linie" oder„ Hakenkreuz und Meierhöfen zicht, die Tore des Festplates, auf über einem freien, glüdlichen Bolf!( Starker Beinternationale ſozialiſtiſche Armee einz fieghaften Sozialdemokratie getragen, wehen möge Sowjetstern haben einander zum Freffen gern" dem schon 10 bis 15.000 Menschen versammelt fall.) Ein schöner Wagen der Glasheimarbeidem ter im fergebirge repräsentiert dieses alte Par- sind und von dessen ragenden Fahnenmasten teigebiet, aus dem so viele wadere Stämpfer ge- die roten Banner die begeiſterten Teilnehmer befestigt an der neuen Fahne ein Band und erklärt: bas die westböhmischen Genoſſen geſtiftet haben, an kommen sind. Er trägt die Aufschriften„ Glaubt grüßen. Langsam nur füllt sich das Stadion Genosse Senator Löw Und nun die Krönung dieser Manifestation. Die Uebergabe des Banners, ihr daran, daß man uns verdrängen kann?"" Was mit den anmarschierenden Arbeitern und Arschloffen, anläßlich der Entfaltung des Reichs- vor uns. Wir entbieten ihm unseren Gruß und hat uns verraten?, die Kommunistischen Taten" beiterinnen. Es dauert länger als eine Stunde, banners, das vom Kreis Karlsbad geschaffen auch ein Wald von Bannern senft sich, um ihm zu Der große nordböhmische Kreis Bodenbach bis die letzten Züge einlangen und auf dem wurde, ein Fahnenband zu spenden, das ein huldigen. ist nach feinen einzelnen Bezirken gegliedert, voran Festplatz alle Genossen versammelt sind. Vor Motto unseres verstorbenen Führers Oswald Genossen! Mitten unter diesen Bannern ist der Bezirk Bodenbach, dann eine Gruppe der Be- einer Tribüne, die an der Längsseite des Fest- hillebrand tragen soll, das Wort, das er hier zirke Haida, Leipa, Leitmerit, besonders zahlreich beiterschaft glänzen. bat die Bolalorganisation Dauba den Reichsarbei- plages errichtet ist, steht eine turmartige Red- in Karlsbad geprägt hat:„ Der Wille zur eines, das bereits im Jahre 1871 entrollt wurde. tertag befchickt. Dann folgen die Bezirke Rum- nerfangel, von der aus die Worte der inter- asse ist der Wille zur Einheit." Das hier das Banner des Jahres 1929. In diesen beiwird, so lange die Fahne besteht, unser Wahlspruch den Bannern versinnbildlicht sich die Geschichte unseburg, Warnsdorf, Schludenau mit ihren Fahnen nationalen Vertreter mittels Lautsprecher über sein, unter dem wir den Kampf führen wollen. So res Proletariats. Sie rüdt langsam ins patriarcha und nun drei große Wagen des Gec- den großen Raum des Festplates verbreitet rot wie die Fahne, so flammend soll unser Kampfes- lische Alter auf, aber ist, wie die heutige RundLagerhauses in Bodenbach, der Teigwaren werden. Auf der Rednertribüne erscheint nun wille für Partei und Arbeiterschaft sein, so golden gebung zeigt, von unbändiger Lebensfraft, von unund Mühlenbetriebe in Serbis und der Beklei- Genosse Paul und fündigt den Beginn des wie die Lettern, soll die Trene der Karlsbader Ar- auslöschlicher Frische. dungswerte der Gec in Böhmisch- Ramni. internationalen Meetings an, das mit der feier Genossen! Die Partei nimmt das BanDie Wagen tragen Modelle der Gec- Betriebe, die lichen Uebergabe eines Parteibanners durch Gleichzeitig habe ich mir erlaubt, als Einzelner ner in Obhut und übergibt es ihrem ein anschauliches Bild der großen Leistungen der den Genossen De Witte an Genossen Dr. einen Fahnennagel zu stiften als treuer Untertan stärksten, dem west böhmischen Batail. genossenschaftlichen Eigenproduktion geben. Es der Partei und ich bedauere, daß ich die Zeit nicht ton, das auf roter Erde seinen Kampf führt und folgt der Kreis Teplit, der seiner Tradition 3e ch beginnen soll. Das Banner der Partei, eine herrlich aus zurüddrehen kann, um mit neuer Jugendkraft unter unser Stolz ist, zur Betreuung. Das westböhmische Das Banner der Partei, eine herrlich aus dem und Ehre gemacht und einige hundert Delegierte zum Reichsarbeitertag entfandt hat. Die Delegation gestattete, goldgestickte Fahne aus roter Seide Banner kämpfen zu können!"( Begeisterter Proletariat wird das Banner in Ehren halten um so mehr lieben, als es unsere große sozialistische gliedert sich nach den Bezirken Teplit, Dur, Bilin, wird auf die Rednertribüne getragen. Unter Hierauf übergibt im Namen des Kreises Idee symbolisiert, und vor allem jenem großen GeBrür, Oberleutensdorf und Komotau. Sier ein gespannter Aufmerksamkeit der vielen Behntau- Trauten au danken dient, die aus dem Karlsbader Boden er Wagen der Bäckerei Selbsthilfe" Romotau, hin- jende Arbeiter übergibt im Namen der westwachsen sind und in dem Beschluß des Karlsbader ter ihm die Abordnung des Bezirkes Saaz. Mitten böhmischen Arbeiterschaft Barteitages vom Proletarierfongreß ihren leben. im Festzug erscheint nun das 3eitungsauto digen Ausdrud fanden, in den Gedanken der Eini. des„ Sozialdemokrat", in dem die Festgung und Sammlung dieses Prole. nummer des Blattes verschleißt wird. tariats, der engsten Kampfgemeinschaft der Arbeiterschaft aller Nationen dieses Landes. Diesen Gedanken hat eliger turz vor seinem Tode auf diesem Boden aufgepflanzt. Dieser Gedanke soll feine Berkörperung in diesem Banner erhalten, das in dem Ringen um die Verwirklichung des Sozialismus sein Führerzeichen, sein weithin sichtbares Genoffe De Witte: dem Parteivorsißenden das Banner und führt Beifall.) Genoffe Krejči ein Fahnenband und spricht: ,, Als Gelöbnis der Treue zur Partei, Gruß zum Reichsarbeitertag, im Gedenken Wilhelm Kiese wetter übergebe ich Fahnenband des Kreiſes Trautenau". Für den Kreis Bodenbach überreicht Genoffe Rögler als an das Band mit den Worten: ,, Namens der nach Tausenden zählenden so- Flammenfanal sein soll. zialdemokratischen Arbeiter und Arbeiterinnen aus Genossen! Laßt uns das Banner in Ehren dem Aussiger, Bodenbacher und Warnsdorfer Ge- halten. Wir wollen es allen unseren großen Kämpfen biet übergebe ich das Fahnenband mit dem Gelöb- vorantragen, und, wenn die Stunde des Sieges genis, mit unserer ganzen Kraft und Energie fortan lommen sein wird, stolz und triumphierend in den für die Sache des internationalen Proletariats zu Lüften flattern zu laffen. fämpfen". Der Böhmerwaldkreis Budweis aus: he führt den Wagen der Holzarbeiter mit Lieber Genosse Dr. Czech! Die westböhmische fich, auf dem lebende Bilder das Auge des Zu- Arbeiterschaft dankt herzlichst dem Parteivorstand schauers erfreuen. Auch dieses arme Proletarier- und allen Kreisvertretern für den Beschluß, Karlsgebiet, das noch dazu erst kürzlich durch die gewal- bad zur Stätte des Zehnjahrjubiläums der Partei tigen Unwetter so schwer geschädigt worden ist, zu bestimmen. Die Kreisorganisation Karlsbad hat das hat eine stattliche Delegation zum Feste der Par- beschlossen, zur Erinnerung an diese wunderbare tei entsandt. Wieder folgen GecWagen und Jubiläumsfeier eine Fahne zu stiften, die sie Ihnen, Awar einer, auf dem die Angestellten der Gee Genosse Dr. Czech, als dem Repräsentanten unserer fleine genossenschaftliche Werbetafeln tragen. Ein Partei, übergibt. Die westböhmische Arbeiterschaft zweiter trägt die Aufschriften Des Volles Wohl darf von sich sagen, daß sie ein treues, in allen ist unser Ziel" und ein weiterer symbolisiert die Stürmen bewährtes Glied der Partei ist. Seit mehr zahlreichen Warenhäuser der Großeinkaufsgesell- als sechs Dezennien hat der Gedanke des Sozialisschaft. Eine Gruppe Mieser Bergarbeiter mus hier in Westböhmen Wurzel geschlagen, Wurin der historischen Bergknappentracht verbindet zeln, stark und tief verankert. Reine Gewalt, an Wir stehen unter dem mächtigen Eindruck dieses diesen Teil des Zuges mit dent folgenden, der den der es wirklich niemals in der Geschichte der westAufzug des mächtigen Karlsbader böhmischen Arbeiterbewegung gefehlt hat, keine Aufmarsches. Nie zuvor hat ihn die sudetendeutsche reifes bringt. Ein Wagen der Natur- Tüde, feine Lift und kein noch so verruchtes Buben Arbeiterschaft auf ihrem Boden in solcher Größe und freunde erscheint mit der Aufschrift ,,, Mit Herzstück von anderer Seite haben es jemals vermocht, Bracht zu sehen bekommen. Genossen, unsere Herzen und Hand über Berg und Land", ein Wagen die Reihen der westböhmischen Arbeiter zu lichten. Schlagen höher. Die Manifestation hat uns auf das Lagerhaus Karlsbad der Gec und hierauf die Be- Niemandem ist es gelungen und niemandem wird tiefste ergriffen und uns alle aufgewühlt. Ein ganz zirkszüge von Raaden, Podersam, Weipert, Joa- cs je gelingen, die sozialistische Burg Westböhmens besonders befeligendes Gefühl ist es uns, daß unsere chimsthal, ein. Joachimsthaler Bergar- abzubauen.( Beifall.) ausländischen Genossen in dieser Stunde beiter sind in der Snappentracht und mit ihrer Wir wollen in diesem Augenblick, da wir der in unserer Mitte weilen. Mögen sie, wenn sie heimeigenen Musikkapelle ausgerückt, mit besonderen Partei diese Fahne übermitteln, zugleich das Gefehren, ihren Genossen sagen, Musittapellen erscheinen natürlich auch die Erz- löbnis ablegen, daß wir so treu und unermüdlich, gebirgsbezirke Graslih und Wildstein, in großen wie die vor uns marschiert sind, weitermarschieren. Delegationen sind Eger und Asch und Königswart Wir übermitteln der Partei eine Jugend, die 1 Genosse Dr. Czech: Und nun, Freunde und Genossen! Mit dem Dichter rufe ich Euch zn: Hebt die Banner in den Wind! Schreitet, Brüder, Schwestern, Kind, Daß die Gegner fragen, Wer die großen Massen sind, Die so fest und eins gesinnt Ihren Willen tragen. Nach der Uebergabe und Nebernahme der Fahne leisteten die Jugendlichen, vers treten durch ihre Prager Gruppe, der Pars tei im Sprechchor einen Fahneneid. In den Refrain„ Wir schwören Dir Treue für alle Zeiten" stimmen die Anwesenden mit erhobener Schwurhand daß hier auf diesem Kleinen Fledchen Erde Hunderttausende von Proletariern leben und wirken, die sich ihrer internationalen Aufgabe wie für alle anderen künstlerischen Unterneh Hier war es auch, wo Kapellmeister Franz bara Reißner vom Aussiger Stadttheater, mungen) in der Programmschrift vor allem die eigenen, trefflichen Musikereigenschaften_am Die beiden philharmonischen die Genoffen 3 an etichet und Dr. besten entfalten konnte: dazu gehören vor allem larmüller- Gablong und Prof. Ehm. durch Frau Bondy Letner- Prag, Herr Friz Konzerte Franzel- ausgezeichnet vorgesorgt war, mit rhythmische Straffheit, energische Zeichengebung, Brag, insgesamt von feltener Homogenität im fichtlichem und steigendem Interesse und verriet, Gewissenhaftigkeit im Aufbau, Steigerungsfähig Buſammentlang, musikalisch sicher und flangschön. des Reichsarbeitertages. noch ehe Schiller- Beethovens Ode an die feit und insgesamt: ein imponierender fünſtle Un Material und Technik zeigten sich die EckReichsarbeitertag und Kunst – darüber wäre Freude" ſich aufschwang, ſeine, durch edelſte Be- rischer Eruſt, absoluter Respekt vor dem Willen stimmen weit überlegen und insbesondere der Be- rischer ausführlich zu schreiben. Die Veranstalter der geisterung ausgelöſte, echteste und reinste Freude. des Schöpfers- Eigenschaften, um derentwillen Baffist erwies schon im Solo seine ganz außergroßen Arbeitertage und das heißt: die deutsche Die Aussiger Volkssinggemeinde, man den Mangel einer faszinierenden, mitreißenSozialdemokratie in diesem Staate, hat bewiesen, das Karls baber Kurorchester, der Auf den Dirigierpersönlichkeit ertragen kann, die frei- ordentliche( übrigens ja bekannte) Eignung. daß ihr gerade auf fulturellem, fünstlerischem figer Chordirigent Franz und das Solo ich letzte Tiefen auszuschöpfen, dynamischen Alles in allem: eine vortreffliche Reproduk Gebiete das best Erreichbare für die Massen gut quartett haben sich gleichermaßen um die Nuancen mehr gerecht zu werden, die Geisterhaf- tion, die uns mit Dank und Stolz erfüllt. genug ist. Wiedergabe des gigantischen Werkes verdient ge- tigkeit und den Grimm des ersten Satzes, den Hier sollen aus dem Gesamtbericht über die macht und es geziemt uns, von dieser Stelle aus überirdischen Gesang des Andante sinnfälliger Künstlerische Seite dieser Starlsbader Augusttage, ihnen allen den Dank aller auszusprechen, die herauszuarbeiten verstünde. Was an diesem junRandbemerkung: Zu hohen fünstlerischen der noch zu erstatten wäre, jene zwei Abende des Erlebnisses teilhaftig wurden und überhaupt gen, am Anfang seiner Entwicklung stehenden herausgegriffen werden, die ausschließlich der aller, die fich des herrlichen Gesamtverlaufes Dirigenten noch zu partiturgebunden und aka Festen pflegen Ausübende und Publikum mit symphonischen Musit gewidmet waren und die unserer Festtage freuen. Wir, die wir es sei demisch ist, ersett er durch Stilgefühl für die klas- Recht auch in Festtleidung zu erscheinen. Unervor allem charakteristisch genug- im Zeichen offen einbekannt vor Monaten doch ein wenig fische Note, wie dies ganz besonders im Scherzo trägliche Siße auf der von hunderten Sängern, Beethoven's standen. davor bangten, daß sich unsere Aussiger Sänger ausgezeichnet zum Ausdruck kam. Dazu kommt, Sängerinnen und Musikern überfüllten Bühne Daß am ersten dieser ersten dieser beiden Abende genossen an diese große Aufgabe wagten, müssen daß er ja zum ersten Mal vor diesem Orchester gab jenen Erstgenannten den Mut, statt im Beethovens Neunte aufgeführt wurde, war und wollen nun um so rudhaltloser feststellen, stand und es dennoch lückenlos an seinen Stab schwarzen Rod im tadellosen weißen Hemd mit herrlichste Krönung einer nach Geist, Gefühl und daß ihnen das Wagnis glänzend gelungen ist. Die dunkler Masche die Freude zu besingen. Ein un Tendenz bewußt revolutionären Veranstaltung. Chöre saßen absolut sicher, die Stimmen sind Allerdings handelt es sich hier um ein fünft- gewohnter, aber durchaus ästhetischer Anblick, der, Und daß den vokalen Teil dieser Aufführung durchaus ausgeglichen und überraschten durch eine lerisch hochwertiges Orchester vorbild- wir versichern es allen Zweifelnden, der Würde Arbeiter aus eigener Straft bestritten, war bei Dilettanten sonst ganz ungewöhnliche muſilicher Schulung, Disziplin und Tradition, dessen des Wertes und der Veranstaltung durchaus nicht unter hundert anderen Beweisen, die am Reichs- talische Technit; Reinheit der Intonierung, aus- einzelne Gruppen( vor allem Geiger und Brat- Abbruch tat. Wie es denn überhaupt erfreulich arbeitertag für den stupenden Fortschritt unserer gezeichnete Disziplin, die Unterordnung jeder schisten, Blech- und Holzbläser) hierzulande nir- ist, daß man sich bei uns nur an jene über Stulturbewegung geliefert wurde, der überzeu- Gruppe und jedes einzelnen unter dem Gesamt- gendwo übertroffen sind. Nur im Dynamischen nommenen Formen hält, die sinn- und zweckgendste, weil für unsere Bewegung neueste. tunstverke, Wortdeutlichkeit und Ausdrudstraft ließ der orchestrale Teil manchen Wunsch offenmäßig geblieben sind. Aber: ohne Kragen, im Das mufitliebende Publikum des Arbeiter sind die nicht hoch genug anzuschlagenden Vorzüge hierin fehlt es am notwendigen Wechsel, pianiffimi Sporthend und in Sporthosen sollte man doch tages wußte diesen Beweis zu würdigen, füllte dieses proletarischen Botalförpers. Ihm vor sind nicht die starke" Seite dieses Klangtörpers. nicht ins philharmonische Konzert gehen! Dies den Schützenhaussaal fast bis aufs lepte Blät- allem ist die erhebende Wirkung zu danken, die an einige junge Freunde, die sich durchaus nicht In das Quartett teilten sich die Damen Bar- schämen müssen, belehrt zu werden, daß man chen, folgte dem Wert, für dessen Verständnis( so der vierte Saz der Symphonie auslöfte.. band. * Dienstag, 20. August 1929. ein. Nachher fangen Arbeiterfänger das, Ried von der Fahne purpurrot". Die Fahne der Partei in purpurnem Rot, goldgeschmückt enthält auf der Vorderseite das Zeichen der Partei mit der Inschrift anjeren G ** Genosse Stelling Räumungstermine noch immer ungewiß. Briands bisherige Borschläge für Deutschland nicht annehmbar. wwwwwwwwww Seite 3. bak 75 Prozent der Arbeiter für uns stimmten. ( Beifall.) Heute glüht die Begeisterung nur in den Herzen der ungarischen Arbeiter, aber die Stunde wind tommen, da wir Euch die Hände reichen, da unsere Begeisterung durchbrechen und siegreich Haag, 19. August.( Eigenbericht.) Heute nach-| immer so weit, daß sie von Deutschland nicht an- triumphieren wird!" Zur Zehnjabrieler der deutschen sozial- tags fand die bereits angefiindigte Unter- genommen werden können. Fedenko redung zwischen dem deutschen Reichsaußenminidemokratischen Arbeiterpartei in der fter Dr. Stresemann und dem französischen denen die zahlenmäßige Höhe der von den vier beiter, welche einen so schweren Kampf um die Die Besprechungen der Sachverständigen. überbringt Brubergrüße der ukrainischen ArIschemhoslowakischen Republik gewidmet Ministerpräsidenten Briand statt. Gegenstand dem Reidsarbeiterlag von der Kreis- g per belegten Gebiete mine für die äut geſtändnisse festgesetzt werden soll, scheint dagegen und Fascisten wollen uns beweisen, daß die Demoder Beratungen waren die Termine für die Räu Gläubigerstaaten an England zu machenden Zu Demokratie zu fämpfen haben. Die Kommunisten Obwohl über den organisation Karlsbad. Inhalt der Aussprache bisher offiziell noch nichts Inhalt der Aussprache bisher offiziell noch nichts zu einem positiven Ergebnis zu kommen. fratie für die Arbeitermassen schädlich sei. Aber Die Rückseite des Banners enthält belaunt geworden ist, wird doch inoffiziell mitge- Frankreich bemüht sich, von England die Zufiche- die ukrainischen Arbeiter haben in zehnjähriger teilt, daß Briand bisher noch nicht einen für rung zu erhalten, daß es grundsätzlich den Young bolschewistischer Offupation gelernt, die demokratiplan annehnten werde. Man nimmt an, daß achsche Staatss schätzen gelernt. In ganz Osteuropa ,, Freundschaft“. Deutschland annehmbaren Räumungstermin ge- einer solchen Zusicherung die politischen Verhand- wird jetzt die demokratische Idee populär. Bon nannt hat. Um 4 Uhr nachmittags begannen dann die lungen in schnellevem Tempo fortgeführt werden diesem herrlichen Arbeitertag aus mögen unsere Beratungen der französischen, belgischen, engli fönnen. Die japanische Telegation bemüht sich Grüße hinausgehen ip alle Länber ohne Demokratie, prach namens der sozialistischen Arbeiter- schen und deutschen Delegation. Nach 5 Uhr ießt, zwischen England und Frankreich zu ver- in jene 2änder, die bald mit Ihnen den endgültigen internationale und der Sozialdemokratischen waren auch diese Besprechungen zu Ende. Der mitteln, Vorläufig ist es allerdings noch zu feiner Sieg bes demokratischen Sozialismus feiern mögen. Bartei Deutschlands. borläufige Eindruck ist der, daß sie noch keine direkten Aussprache zwischen Briand und Sno- Es lebe die bölferbefreiende sozialistische Arbeiterinternationale, nieber mit der Diktatur und Ver. „ Wir alle", sagte er, stehen unter dem gewal- Ergebnisse gebracht haben. Anscheinend lie- woden gekommen. gen Eindrud des gestrigen Jubiläumsparteitages, gen die Schwierigkeiten in der Hauptsache bei Im ganzen hat man den Eindruck, daß die gewaltigung.( Beifall.) ber mir zeitlebens in Erinnerung bleiben wird, weil Briand, der zu große Rücksichten auf die militäri Lage nicht so pessimistisch zu betrachten Genoffe Klein dort die Geschlossenheit der deutschen Schen Sachverständigen zu nehmen scheint. Diese sei, mie dies von jentem Teil der Bresse geschehen( tschechisch beginnend, deutsch fortfahrend): Die BerArbeiterbewegung dieses Landes, ihr ernster sind zwar in ihren technischen Forderungen schon ist, die am liebsten die ganze Konferenz scheitern treter der tschechischen Sozialdemokratie Rampfeswille deutlich und überwältigend in Erschei- stark zurückgedrängt worden, aber sie gehen noch sehen möchte. teilen mit Euch die Freude über den herrlichen nung getreten ist. Der schöne Fackelzug, der heutige Awwwwwwwwwwwwwwwww wwwwww.rfolg der heutigen Feier, die nicht nur eine geimposante Festzug, das alles vereinigt fich an einem 35.000 haben und moralisch völlig zersetzt sind. Wir[ Eurem Feste teilzunehmen. Wir Wiener sind ja eine Manifestation dafür ist, daß auch der frante waltige politische Demonstration, sondern auch ungeheuerem Erlebnis für jeden Zeilstellen aber als die größte Partei Frankreichs eine etwas verwöhnt, wir haben schon viele mächtige Arbeiter in dieser Stadt, die bisher nur ein nehmer. Aus den leuchtenden Augen dieser präch stärkere Macht dar als die Zahlen anzubeuten schei- und schöne Demonstrationen erlebt. Aber wer heute Seilort für die begüterten Bourgeois war, ein tigen Jugend, die an uns vorübermarschierte, aus nen. Diese Macht stellen wir heute vor allem in den Euren Aufmarsch gesehen, wer dieses Fest mit Recht auf Genesung hat. Die Tage von Karlsbad den leuchtenden Augen der alten Arbeitsmänner Dienst des Kampfes um den Frieden. Wir waren gemacht hat, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, bedeuten für die deutsche Bruderpartei einen wichund Arbeitsfrauen sprach das stolze Bewußtsein, für gegen die Ruhrbesetzung, wir fämpfen für die Be- Saß auch hinter Eurer Partei die Masse steht, daß tigen Martstein. Der durch die Teilnahme der Ber: die Lelyre des Sozialismus zu kämpfen. Der Gruß freiung des Rheinlandes und wir sind weit entfernt 3hr Euch trop der schwierigen Verhältnisse, unter treter der einzelnen sozialistischen Parteien des AusFreundschaft", der den Delegierten der aus- davon, uns von den Diplomaten in einen gefährdenen Ihr fämpft, uns zur Seite stellen könnt mit ländischen Parteien immer wieder gespendet wurde, lichen Optimismus wiegen zu lassen. Wir wissen, dieser Leistung. Das ist ja tein Wunder, hatten In diesem Augenblid ist dieses Fest landes eine noch tiefere Bedentung bekommen hat. es war kein bloßes Lippenbekenntnis, er tam aus baß nur die Sozialdemokratie die Partei des Frie- wir doch denselben Lehrmeister, unseren großen auch das Fest der tschechischen Genosbem Herzen! Stolz könnt ihr auf die letzten dens ist und daß nur der Sozialismus den Frieden Viktor Adler, kommen wir doch vom selben Tage, auf die prächtige Manifestation sein, die der garantieren kann. Man kann nicht im Innern Ursprung her und im alten Oesterreich war oft und tschechischen Gewerkschaften dieses Landes fen. Vor vier Jahren haben seinerzeit die deutschen beste Beweis dafür ist, daß wir vorwärts schreiten, reaktionär regieren und nach außen sich demo- neben Wien auch Brünn oder Reichenberg ein just in Karlsbad ihre Zusammenarbeit und ihr daß wir allen Feinden zum Trotz vorwärts mar fratisch geben.( Zwischenrufe: Sehr richtig! Benes!) Zentrum der Bewegung. Zu dem ungeheuren Busammengehen beschlossen. Mag es auch noch verschieren. Doch die Fortschritte, die wir machen, fie Wir müssen die Demokratie überall durchsetzen. Es Aufstieg Eurer Bewegung, der sich in die- ichiedene Einzelfragen zu bereinigen geben, die find lein Geschenk des Himmels, tein Zufall, jie find lebe die sozialistische Internationale. Freundschaft!" sem Feste fundgibt, beglüdwünschen wir wirtschaftliche Not, der Ansturm der die Früchte der in schweren und guten Euch herzlichst. Wir werden den Wiener Ge- Realtion wird uns noch fester zusam Rämpfen errungenen Einigteit. UeberGenoffe Oudegeeft, nossen berichten, welch mächtigen Eindruck der all geht es vorwärts, in England, in Dänemark, in der Vertreter Hollands, übersetzt zuerst die Rede Reichsarbeitertag auf uns machte." menschmieden und zusammenhämmern: Deutschland, in Desterreich. Mit der Partei wachsen des Genossen Riviere aus dem Französischen ins Eine wichtige Etappe in der Geschichte des proleauch die mannigfaltigen sozialistischen Kultur Dentsche und gibt dann selbst seiner Freude Aus- Heimwehrgefahr und gibt der Ueberzeugung Aus- ist der denkwürdige Smichower Rongreß und Genosse Pölzer beschäftigt sich dann mit der tarischen Zusammenschlusses in der Tschechoslowakei organisationen, deren Nährmutter die Partei brud, baß er an dieser riesigen Demonstration der brud, daß die Sozialdemokratie auch diese Gefahr ich fann im Namen der tschechischen Sozialdemo it. Wir in Deutschland verfolgen eure schweren Kraft der deutschen Arbeiterklasse in der Tschecho überwinden werde:„ Wir fürchten uns nicht, wir fratie erklären, daß wir im Geiste dieser Beschlüsse Rämpfe mit großem Interesse und Anteilnahme im Slowakei teilnehmen fonnte. Die riesige Entwvidlung verstehen zu kämpfen und zu siegen, wir werden arbeiten und sie mit Ihnen durchführen wollen. Bewußtsein der internationalen Solidarität des jagt er, auf allen Gebieten, nicht zuleht auf dem auch jagt er, auf allen Gebieten, nicht zuletzt auf dem auch über die Heimwehren siegen! Wir versichern die Arbeiter dieses Landes, daß wir Proletariats, im Bewußtsein dessen, daß eure Rämpfe der Runft und des Sports, in ihrer Arbeiter Freundschaft!"( Langanhaltender, begeisterter Bei- ehrlich gewillt sind, die Internationale die unseren und unsere Kämpfe die eueren find. bewegung, deren vorzügliche Organisation, haben fall.) Seid weiter bereit, dem Sozialismus euer Leben zu mich mächtig ergriffen. Die ausländischen widmen, für die hohe, gewaltige Idee der Mensch Genoffen danken Shnen für das, was Sie sie überbrachte die Grüße der polnischen organiGenoffe Czapinsch heitsbefreiung alle Kräfte einzusehen. Dann muß haben sehen lassen. Ich bin, was die Fragen ber sierten Arbeiterschaft, der die schwierigen Berhält uns der Endsieg gewiß sein!( Lebhafter überbrachte die Grüße der polnischen organifünftigen Entwidlung der Politik anlangt, optimi- ſierten sche Arbeiterschaft steht in schweren Kämpfen mit ftischer als Genoffe Riviere. Wenn ich hier und nisse unseres Landes wohl bekannt sind. Die polni. anderwärts den Zuwachs der Jugendorganisation, ben antidemokratischen Strömungen, die ihr alle vermittelt die Grüße der polnischen Sozial. wenn ich – mit Ausnahme der lateinischen Länder politischen und sozialen Errungenschaften rauben demokraten der Tschechoslowakei urd -die Entwicklung unserer Frauenbewegung sehe, die Entwicklung unserer Frauenbewegung sehe, wollen. Wir verfolgen mit Bewunderung der polnischen Jugend. Die polnischen Ar dann glaube ich sagen zu können, es fommt nie Ich überbringe Euch wie gestern auf dem wieder Krieg.( Beifall.) Europas Antlig hat Eure Zähigkeit im Rampfe, Eure vorbildliche Treue beiter Oftschlesiens haben schon im alten Desterreich zum Sozialismus und geloben, daß auch wir in mit der deutschen und tschechischen Arbeiterschaft Parteitag die Grüße der franzöſiſchen ſozialistischen sich gewaltig verändert und auch diejenigen Macht- unserem Lande unsere sozialistische Pflicht bis zum unter dem Banner der Sozialdemokratie gekämpft. Bartei. Ich habe mit größter Bewunderung den haber, die heute noch mit dem Kriegsgedanken letzten Augenblick erfüllen wollen.( Lebhafter Bel. Auch wir haben nach dem Zerfall Desterreichs eine Berlauf Eures Festes verfolgt, denn wir in Frant- spielen, stoßen nicht nur auf den Widerstand dec eigene Partei organisiert, welche der Sozialistischen reich sind solche Demonstrationen nicht gewohnt und Mehrheit der Bevölkerung, sondern auch auf fachhaben nie Feste dieser Form erlebt. Während man liche, materielle Widerstände. Die Arbeiter. Arbeiterinternationale und der Internationale diefes Staates, gegründet auf dem Smichower Konsonst bei großen Beranstaltungen von Stunde zu lasse aber ist so erstarkt, daß wir den greß, angehört. Wir werden auch unter den jetzigen Stunde stärker ermüdet, steigt hier meine Begeifte- Krieg and politisch verhindern kön Berhältnissen gemeinsam mit Ihnen fämpfen, insrung von einer Etappe des Festes zur andern. Kon- nen.( Beifall.) Ich lehre heute in meine Heimat besondere gegen die jetzige bürgerliche Roalitions. greß, Fadelzug, Festzug haben mich mit Begeisterung zurüd, aber ich bleibe im Geifte bei Ihnen und regierung, so lange, bis die Arbeiterklasse den Sieg erfüllt und ich bin glücklich, daß ich den französischen gemeinsamen Geistes wollen wir alle den Frieden babontragen wird. In diesem Sinne beglückwünsche Genossen von dieser Rundgebung berichten darf. organifieren. Gehen wir alle ans Wert, es lebe ich Sie zu Ihrem heutigen Arbeitertage und zu Ich bedauere nur, daß die französische sozialistische der Frieden, es lebe die internationale Arbeiter Ihrem herrlichen Feste! Freundschaft! Partei, weil bei uns die Gewerkschaften ihre Auto- Maffe!( Großer Beifall) nomie streng wahren und die Partei allein steht, Genoffe Dietl: nicht instande ist, so mächtige Veranstaltungen zu begehen. Dazu kommen auch bei uns die schweren als Vertreter des roten Wien lebhaft begrüßt, Schäden der Spaltung. Die dritte Internationale führt aus: hat in Tours 140.000 Mitglieder und den ganzen„ Ich überöringe Euch die Grüße des roten großen Parteiapparat übernommen; wir mußten Wien, die Grüße von 420.000 organisierten Mänvon vorn anfangen, aber wir haben heute wieder nern und Frauen unserer Partei. Hundert Genossen 110.000 mitglieber, während die Kommunnisten nur und Genossinnen sind aus Wien gekommen, um an Arbeiterversicherungswahlen erlebten es die Gegner, Achtung vor der Kunst und ihren Meistern auch| Beethovens großem, revolutionärem symphoni- slottes Temperament und ihre hübsche, wenn auch äußerlich zum Ausdrud bringen möge. Beifall.) Der Vertreter der sozialistischen Partei Frankreichs, Genoffe Reviere führt in französischer Sprache aus: = schem Werf. Genoe Pölzer, 2. Goldschmidt. ,, Die Fledermaus", fall.) spricht Für die sozialdemokratische Partei Ungarns Genoffe Payer: hier aufzurichten und die gemeinsame Arbeit großen wirtschaftlichen und politischen Probleme zu mit den Klaffengenossen der anderen Nationen, die lösen.( Stürmischer Beifall.) aroßen wirtschaftlichen und politischen Probleme zu Genoffe Johann Kowoll Mit großer Freude sehen wir, die wir Eure Bewegung seit langem verfolgen, in diesem Feste das Resultat Eurer Arbeit und einen großen jicht baren Erfolg. Alle unsere Erwartungen wurden übertroffen. Es war so schön, daß wir stolz darauf sind, dieses Fest gesehen zu haben. Wir haben in Ungarn feit zehn Jahren feine Demonstration gebabt, aber wir haben die roten Fahnen Es würde von der großen Masse der Arbeiter aufbewahrt, weil wir wissen, daß wie wohl nicht begriffen werden, wenn wir Genossen. fie eines Tages wieder auf die Straße schafter nicht auch zu den Gratulanten der Partei ragen werden. Man hat uns in Ungarn so gehören würden. An der Dreieinigkeit der Beweeft schon totgesagt, aber die Arbeiter sind der gung, Partei, Gewerkschaft und Genossenschaft, ist Internationale treu geblieben und bei den letzten jedem Teil in dem großen Kampfe eine besondere Aufgabe zugewiesen, die Lage der Arbeiterklaffe zu bessern und den Sozialismus zu verwirklichen. Uns fällt die Aufgabe zu, den Haushalt zu organisieren und zu rationalisieren. Vor uns steht der gemeinsame Feind, der Kapitalismus. In seiner Organifation fennt er keinen Nationalismus und keine Konfession, er fennt nur das Streben nach Macht, die er rüdsichtslos gebraucht. In dem Plänkerkrieg, den wir von drei Seiten gegen die Bastionen führen, um sie sturmreif zu machen, organisieren die Genossenschaften die Verteilung der Güter an die Verbraucher. Sie treffen den Kapitalismus an feiner verwundbarsten Stelle und Brofit, sondern nach Planwirtschaft streben. Die gemeinwirtschaftliche Trußburgen, die nicht sch Genossenschaften gehen noch weiter, fie organisieren nicht ganz ausreichende Stimme viel Leben auf die Bühne brachte, G. Müller- Morelli, die die Rolle der Rosalinde inne hatte, spielte sie mit Takt und Zurückhaltung, war aber durch eine Indisposition gegen Ende der Auführung sehr behindert. Nicht ganz fonnte uns der Einstein des Herrn Baum befriedigen, denn diese Rolle setzt stimmlich wie auch schauspielerisch weit mehr voraus, als der Durchschnitt unserer heutigen Operettenrollen. mer eine sehr gute Stimme hat. Auch die übrigen Hugo Wieser als Alfred bewies, daß er noch im Rollen waren sonst gut befest und verdienen ein Gesamtlob, besonders Rudolf Carl als Frosch. Die Dreigrofchensper. R. 2. Der zweite Abend stand unter der Leitung des Karlsbader Generalmusikdirektors Ro= bert Manzer, der schon tags vorher die Aufführung der Neunten mit einer über aller Stritit stehenden Wiedergabe der Beethovenschen eine der Festvorstellungen am Reichsarbeitertag. III. Leonoren- Ouvertüre cingeleitet„ Die Fledermaus" als destaufführung im Rah hatte und hier durch musterhafte Stabführung, men des Reichsarbeitertages, die flassische Operette, bersichtlichen Aufbau und grandiose Steigerung geboren aus dem Geiste alter Wiener Bürgerlich Orchester und Publikum begeistert mitriß. Am zweiten Abend begann Manzer mit einem traft einer neuen aufstrebenden kulturhungerigen Atlasse! traft- keit, vor Arbeitern, vor Bertretern einer anderen, boll- strahlenden Meistersinger"-Bot- Wie groß ist doch der Gegensatz der Lebensauffassung, spiel, dem er dann Mozarts Es- Dur den Güterverkehr in ihren Großeinkaufsstellen, und Beethovens C- Moll- Symphonie wie anders die Gefühlswelt! Und doch gab es etwas, suchen durch ihre Internationale den direkten folgen ließ. In allen Werken zeigte sich der Diri was den Kontakt zwischen Kunstwerk und Publikum, Güteraustausch im Weltverkehr herzustellen und gent als souveräner Beherrscher der Partituren; Arbeiterpublikum, herstellte; die Musit, diese Fülle eine Lebensdauer des Kapitalismus zudurchtrennen. allerdings prädestinieren ihn Temperament und der Melodit, dieses Mitreißende des Rhythmus! Das Theater var mit Ausnahme der teuersten Vereint mit der sozialdemokratischen Handgelenk mehr zur schiveren symphonischen Als Abschluß dieser drei vergangenen Festtage Arbeiterpartei und gemeinsam mit Musil; Mozart gerät ihm zu wenig durchsichtig, Mähe bicht besetzt, junge Mädels und alte Frauen, subtil und heiter. Die Streicher, die bei Wagner Eltern hatten ihre Kinder mitgebracht, Jugendliche zu dienen, war die„ Dreigroschenoper" besonders den Gewerkschaften wollen wir den durch ein metallenes Brio brillierten, die Bläser, belebten durch ihre farbigen Kittel die Reihen. geeignet. Die zumeist aus Teilnehmern des Reichs Kampf führen. Treue um Treue! So wie die bei Beethoven in gewaltigem Chor Schicksal Schon die Ouverture nimmt gefangen, der packende arbeitertages bestehenden Besucher hatten ebensoviel wir uns zur Partei bekennen, so verlangen wir von tündeten, wirkten vor Mozarts göttlicher Duse hythmus läßt einen nicht los, der reiche Schatz der Verständnis für die aktuellen Anachronismen des den Arbeitern, daß sie die Genossenschaften, die zu scharf und did. Nichtsdestoweniger war auch Melodien der Operette wird hier zum erstenma! Textes wie für den berauschenden Rhythmus der Steimzellen des Sozialismus, unterstützen. Der der zweite Abend ein starkes musikalisches Erleb- angebentet. Die Aufführung felbft stand allerdings Musik. Die Freude des Publikums an der närri heutige Festtag, die unermeßlichen Scharev nis und die Stritik am Orchester, dessen außer nicht auf besonders fünstlerischer Höhe, man merkte schen Weisheit des Bühnengeschehens übertrug sich unseren Feftzug umjubelten, die Begeisterung die ordentliche Gesamtqualität sicht genug hervor nur allzuoft die Flüchtigkeit der Einstudierung, die auf die Schauspieler. Fran Rösler als Fully unsere Herzen schneller schlagen läßt, sie geben uns gehoben werden kann, ist wohl auch durch den sich besonders bei den Chorszenen bemerkbar machte. war eine blutvolle Räuberbraut. die jede ihrer die Gewißheit, daß der Sozialismus die Welt erHinweis auf die vermutliche Tatsache übergroßer Die musikalische Zeitung hatte Ferd. Sollid inne, Balladen mit ganzer und mannhafter Seele jaag. obern wird! Anstrengung zu mildern. Bedauerlich, daß dieses dem es besonders gelang, die Ouverture geichloffen Herr Schüß, stimmgewaltig als Chorführer, wir seite Konzert schwach besucht war, aber dies zum Vortrag zu bringen. Er war bemüht, die auch als Herr der Unterwelt von höllischer Beredtwiederum erklärlich durch die enorme geistige und dynamischen Gegensätze flar herauszuarbeiten und famkeit. Der Eindruck dieſes merkwürdigen Stüdes lörperliche Inanspruchnahme aller Teilnehmer ihm ist auch die Geschlossenheit der Aufführung zu war wie stets gewaltig. Diesmal aber fand die des Reichsarbeitertages, der aber jedenfalls tei- verdanken. Von den Personen sei vor allem die in eherne Musik gegossene Moral der drei grannen schöneren Ausklang finden tonnte als in Adele Olly Betttus hervorgehoben, die durch ihr diosen Aktschlüsse tönende Resonanz. C. S. Damit war die Rundgebung, bei der die Tausende, ohne Ermüdung zu zeigen, ausharrten, zu Ende. Unterdessen trafen schon die Turner ihre Borbereitungen für den großen Aufmarsch zu den Freiübungen der Turner und Turnerinnen. Bette 4. Der Kinderfestzug. der stolz einherschreitenden Arbeitermaffen fäumten, einfach mitgerissen wurden. Die im Zug gingen und die draußen standen, verschmolzen förmlich zu Dienstag, 20. August 1929. ,, Die Internationale". Fahnen und Wimpel bilden eine breite Straße War das eine Freude und Begeisterung auf alle Straßen des unteren Stadtteiles bis weit einer Masse und nicht wenige der Zuschauer, die vom Stadiontor bis zu den Säulensymbolen, unter den Kleinen, als sie Sonntag morgens nach Drahowit aufgestellten Gäste verschmolzen, für die Arbeiterbewegung fein Interesse haben, Fanfaren schmettern ein Motiv aus der Juter, durch die starkbelebten Straßen zu ihrem Aufwäre noch gigantischer, noch überwältigender ge- viele Kurgäste aus fernen Ländern, denen sich ein nationale". Im Tor erscheint die rote Fahne ber stellungsplatz marschierten oder führen, immer worden, wenn auch die Zehntausende, die lange vor ungewohntes Schauspiel bot, fie wurden mitgeriffer: Internationale, gefolgt von internationalen Arbe wieder von erwachſenen Freunden stürmisch be- Eintreffen des Festzuges schon die Tribünen und und Freundschaft"," Freundschaft" riefen sie den tergruppen. Unter den Klängen des Liedes schreitet grüßt. Turnerfinder in schmudem Dreß, blumen alle Singelegenheiten füllten, daran teilgenommen ungen und den Alten zu, die zunächst nur für einen diese Gruppe durch die Fahnenstrake, wobei ich bie Erscheinen der Fahne zu erheben. Nech während der geschmückte Zöglinge der Kinderfreunde und hätten. Dann freilich wäre das Band, das von Tag aus der Stadt der Bourgeoisie eine Stadt der Fahnen zum Gruße neigen. Alles hat sich beint ersten Strophe des Liedes ertönen militärische Sig. Rote Falten in ihrer fleidsamen Tracht famen Weierhöfen bis zur Mühlbrunnkolonade reichte, Arbeiter machten. nale. Aus dem Tor jagen Reiter, Symbole des von allen Seiten herbei, um in der Gartenzeile noch länger geworden. Die Auffahrt der Arbeiterradfahrer. Krieges, zur Gruppe des alten Staates. Truppen Aufstellung zu nehmen. Die ersten, prächtig dekorierten Es ging alles wie am Schnürchen. Dank den In früher Morgenstunde schon tamen aus allen mit Gasmasken eilen in Schwarmlinien zum lapiWagen mit Kindern fahren an. Das Durch tommen gestaltet sich immer schwieriger, denn ausgezeichneten Vorbereitungen, die in vielen Sit. Richtungen vereinsweise unsere Arbeiterrabler mit taliſtiſchen Aufbau. Giftgas wird ausgeblasen. die Straßen sind von Menschen erfüllt, jeder will zungen, Besprechungen und Berechnungen getroffen ihren prächtig dekorierten und reich mit Blumen imperialistische Rapital zieht seine Hilfskräfte it sich einen guten Platz sichern, um ja alles sehen wurden es wurde die Länge der Aufstellungs- geschmüdten Rädern in die Stadt gefahren. Keine Sammen. Die zweite Strophe der Suternationale zu können, und immer wieder werden die Ord- ſtraßen und der Festzugsstraßen vorher genau er- Opfer und feine Kosten haben die Genossen und ertönt. Die Masse der sozialistischen Arbeiter seyt ner gefragt: kommen denn die Kinder auch hier rechnet, fügten die einzelnen Teile des Zuges sich Genossinnen gescheut, um ihrem Zug ein in den sich in breiter, tiefgegliederter Front, geführt von vorbei? Endlich ist auch der leyte Wagen an wie ein Räderwerk ineinander. Es gab lein Stoden, Rahmen des gesamten Festzuges und des Festtages der Fahne der Internationale, in Bewegung. in seinem Platz, die Musikkapelle an der Spitze des kein Zerreißen. Mit Rücksicht auf die engen Straßen passendes Bild zu geben. Es ist ihnen restlos ge- aufhaltsam schreitet die rote Front vorwärts, lie Buges stimmt einen flotten Marsch an, punkt und auf die zu erwartende Länge des Zuges mußte lungen. Ihre Auffahrt war ein glänzender Auftakt zertrümmert den kapitalistischen Staat und befreit 9 Ühr wird das Signal zum Abmarsch gegeben. eine Teilung vorgenommen werden. Es mußte der für den großen Hauptfestzug. Auf dem Dr. Becher- die geknechteten Brüder. Das Moustrum Kapital Leuchtenden Auges, der harrenden Maffe immer Sug der Kinderfreunde vorausgeschickt werden, dem play hatten die Radfahrer Aufstellung genommen. fällt in fich zusammen. wieder zujubelnd, marschieren die Kleinen dahin. die Reihen der weit über tausend Radfahrer folgten. Um balb 10 Uhr bewegte sich der schier endlose„ Wir sind jung, die Welt ist offen." " Freundschaft"," Freundschaft" tönt es hin und Und erst als diese Gruppen das Aufstellungsgebiet Zug durch die Sprudelstraße dem Hauptfestzug entzurüd, einzeln und im Wassenspre ch chor verlassen hatten, entwickelte sich der eigentliche große gegen. Bei der Stadthausbrücke wendeten die Radler von den Wagen herab. Die im Spalier über Sug. Schlag halb 10 Uhr setzte die Musil der um, einen Gegenzug bildend, und in flotter Fahrt beiter in einem Streise Aufstellung. Jugendliche wältigt die Freude, die Begeisterung ist echt und Graslißer ein. In die Maffen fam Bewegung und ging es nun über den Markt an der Mühlbrunn- laufen zum Eingangstor, durch das zwei geschmückte tief. Es ist auch ein erhebendes und beglückendes dann entrollte sich vor dem Zuschauer durch ein- folonnade vorbei, durch die Gartenzeile, Sauptstraße große Lastautos in das Stadion fahren. In den Gefühl, zu wiffen: diese Arbeiterkinder gehören einhalb Stunden ein Bild, das jedem, der es ge- und durch Fischern, zum Festplats in Meierhöfen. Wagen befinden sich die ganz Kleinen. Von Tur zu uns, unserer Klasse, unserer Idee, die wird sehen, unvergeßlich bleiben wird, ein Bild von fol. Das dichte Spalier begrüßte unsere waderen nern umschwärmt, setzt sich der Zug in Bewegung. feine fapitalistisch- reaktionäre Erziehung mehr cher Größe, von solcher Wucht, daß sich niemand Arbeiterradfahrer, von denen weit über tausend Das Kinderfreundelied ertönt. Auf dem Play ent unserem Zdeal abspenstig machen fönnen. dem Eindruck des Schauspiels entziehen kann, das gezählt wurden, immer wieder auf das herzlichste, widelt sich ein Festreigen. Darum ist auch die Begrüßung, die den Kindern die Männer und Frauen und Kinder, die den Weg ihnen so Freude und Solidarität bekundend. beim Vorbeimarsch immer wieder zuteil wird, so herzlich und stürmisch. Voran im Zug marschierten die Turnerfinder, denen sich die 3öglinge der Kinderfreunde, soweit fie nicht auf den Wagen Platz gefunden hatten, anschließen. Dann tamen, Kampflieder singend, die Roten Falten mit ihren Fahnen und Wimpeln, schließlich die Festwagen der Kinder, deren jeder Bewunderung erregte und stürmisch afflamiert wurde. Jeder der Wagen war in seiner Art ein kleines Meisterwerf. Von einem Wagen erscholl es im Sprechchor: Wir Arbeiterkinder am Reichsarbeitertag Auf dem Festplay. den. Nach beendeter Aufbauarbeit nehmen die Ar,, Lieb der Arbeit." Fabrifsjirenen ertlingen. Ein Teil der Arbet. ter springt auf und begibt sich zum Stadiontore. Serein fährt ein Aufbau, bestehend aus einem gro Ben Globus, der aus roten Wendekreisen und roten Meridianen besteht und den Arbeitergruppen ver. Freiübungen der Zurner und Turnerinnen, Schülerturnen und Festspiel. schiedener Berufe begleiten. Der Acquator wird Nach der internationalen Rundgebung, die Gruppen ab, die sich mit Frei Heil" bereit mtel von einem Zaburad gebildet, dessen Zähne in vier Zahnräder greifen, welche den obersten Teil von sich über die programmatisch vorgesehene Zeit hinaus ausdehnte, beginnen die sportlichen Ber Zu den Klängen der Musik, die der Laut vier roten Säulen bilden. Am Fuße der Säulen anstaltungen auf dem riesigen Festplatz die Auf sprecher allen vernehmbar macht( leider versagte befindet sich ein Band, das die Aufschrift trägt: „ Die Arbeit, sic bewegt, die Arbeit, sie erhält die merksamkeit der Zehntausende Teilnehmer auf das technische Wunder beim Festspiel, wo man Welt." Die Arbeitermassen geleiten den Globus sich zu ziehen, die im riesigen Raume des Fest seiner am meisten bedurft hätte), führen die playzes, auf den Tribünen und außerhalb der Turner ihre Freiübungen vor, die durch die in die Mitte des Festplages, während die erste die Rennbahn versammelt sind. Um dreiviertel 4 gleichartige Massenbewegung, durch die Strophe des Liedes der Arbeit ertönt, und stellen Uhr nachmittags erfolgte nach dem Sprechchor Eleganz und Präzision der Durchführung und sich um den Globus. Das Lied der Arbeit ertönt der Jugendlichen der Aufmarsch der Turner und nicht zulest, weil die Sonne mitspielt und aus immer mächtiger. Im Takte dazu hört man Ar Turnerinnen im Stadion. Die Wolken, die dem Goldbraun der Körper, dem Weiß der Tri- beitsgeräusch, das sich dem hehren Rhythmus des während der Mittagsstunde drohend den Him tots und den tiefen Schatten der leichtabgewand- iedes der Arbeit unterordnet. Die verschieden gefleideten Gruppen bilden verschiedenfarbige, fot mel überzogen, sind verschwunden, strahlende ten Seite ein glänzendes Bild schafft, begei- zentrische Kreise umt den Globus. zentrische Streise umt den Globus. Bei der letzten Sonne liegt über dem Rasen und auf der herriterten Beifall finden. Strophe heben alle die Hände und grüßen das lichen Szene, deren weiterer Hintergrund die Symbol. Das Festspiel endet mit einer gewaltigen, Jawohl, die Kinder sollen im Geist der grüne Doniher Berglehne bildet, ergibt der Auf mitreißenden Glorifizierung der Arbeit. Völferversöhnung und Liebe zu allen Nationen marsch der vielen hundert Sportler ein herrliches erzogen werden, sie sollen wissen, daß Kräfte am Bild. Wert sind, die zu neuen Striegen drängen, die In Gruppen verteilt, werden die Fahnen schweres Unheil zur Folge haben müssen, die den der Turnvereine im Zuge mitgetragen. Die ſelbſt in ihrem geben bedrohen. Die Kinder wehenden roten Fahnen, das bunte Bild der Rindern die Väter rauben, ihre Wütter und jie braunen Körper in den weißen Trikots, die Wonen teinen Strieg und wir Erwachsenen müſ- Zuschauermenge ergeben ein Bild, von dem man jen sie davor bewahren. Das ist die Maynung, nur wünscht, ein Maler fönnte es in all seiner die wir in der Freude und dem Jubel über den Licht und Farbenpracht festhalten. glanzvollen Aufmarsch unserer Stleinsten nicht verklingen lassen dürfen. grüßen die Kinder der ganzen Welt! Sie finden die begeisterte Zustimmung der schauenden Waffen. Ergriffen las man die Auf schriften der Standarten, die von den Kindern mitgeführt wurden:„ Allen Kindern dieser Erde unseren Gruß!", dann„ Wir Arbeiterfinder fic ben alle Nationen!"," wer wagt es, unsere Väter zu rauben?" wollen Sonntagfrühe vor dem Feltzug. Schon zeitig früh wurde es am Sonntag lebendig. Lastautos, mit Fahnen, Blumen und Reisig geschmidt, rollten von allen Seiten in die Nähe der Aufstellungspläße, hunderte Menschen Besonders schön wirkt dann der Gegenzug der Turner und Turnerinnen, bei dem sich die ichwarzweißen Kolonnen der Turnerinnen zwi schen die weißen Turner schieben. In dramatischer Steigerung, mitgeriffen Die rhythmischen Freiübungen der Turac von der Idee, haben die Taufende das Spiel vollendet. Aber von Bild zu Bild steigert eichtes Flügelschlagen anmutet, das tänzerische sende, die dem Spiel als Zuschauer beiwohnen. rinnen, das Wippen der Arme, das wie ein sich auch die begeisterte Teilnahme der Zehntaus Springen, die Farbenkompoſitioneu, die wie ein Am liebsten möchten sie mitspielen und immer Schachbrett schwarz und weiß das weite Feld wieder reißt es sic empor vom Rajen, immer wie erfüllt, erregen das Entzücken der Zuschauer. der rufen sie, applaudieren sie, stimmen sie in In vollster Disziplin vollzieht sich der Auf- Es folgt eine reigenartige Uebung und dann die Lieder ein. marsch zu den Freiübungen, mit denen zuerst nach der Parade der 25 Fahnen der Turner die ganz weiß gekleideten Turner beginnen. Nach der Aufmarsch zum Kinderturnen, das der Fahnenparade schreitet der Vorturner die ebenso schön wie das der Erwachsenen verläuft. Das Festspiel. a Aber es wird ein volles Gelingen. Rote Trommler und Fanfarenbläser verve der Mahnung an die Arbeiter, sich des Altohol- ten den Platz. Der Prolog, gesprochen von genusses zu enthalten. Ihrer Propaganda kann sich Walter Taub, verkündet Sinn und Geist des niemand entziehen. Breite weiße Streifen, über die Spiels. Nun fann es beginnen. Straße gespannt, rufen: Mutter, für Deines Kindes Wohl, meide Alkohol!" Neue Musikkfänge, die Die Marseillaise. Deutscher Sozialistenmarsch. Der Zusammenbruch des Molochs Kapitalismus wird mit lautem Jubel quittiert, die Schlacht zwischen Kapital und Arbeit kämpft im Geiste jeder mit, das Vorstürmen der Jugend begeistert auch die Alten und der Schlußchor wird zur Stundgebung zehntausender Arbeiter, die das herrliche Bild dieses Festspiels ewig bewahren werden. Karlsbad im Lichterglanz und Fadelichein. Um fünf Uhr verkünden Raketenschüsse den sangetrieben. Die herrschende Klaſſe nimmt ihre Beginn des Wassenfestspiels. Schon sammeln alten Lebensgewohnheiten wieder auf, wieder um sich im Raume hinter den zwei großen roten schwärmen Girls und Jazzbandneger im Siegestan lamen zu Fuß, die Massen aber mit der Bahn Türmen, die den Festplat nach Osten abstef- mel das kapitaliſtiſche Symbol." Dusit spielt die Ein Sonderzug brachte die Neudeker, die sich ken, die Scharen der Mitspielenden in ihren alte österreichische Boltshymne, vermengt mit in langen Reihen über die Egerbrüde bewegten, farbenfreudigen Kostümen. Gespannt erwarten Jazzmelodien. Vier Galgen werden aufgerichtet. ihnen folgte bald darauf ein Zug aus dem oberen Erzgebirge, wieder viele hundert Menschen. Neuer- Zehntausende Zuschauer das Spiel, nicht ohne lich Mujit, die Falkenauer fommen, auch ein impo- Bangen blicken die Darsteller und Regisseure der Die märchenhafte Schönheit der Stadt Karls Aufführung entgegen, denn es war keine leinierend langer zug, in dem vor allem eine mächtige nigteit, mit 3000 Darstellern in den verschieden Die zurückgewichenen Arbeitermassen lammelt bad erstrahlte Samstag abend, bewundert von Bergarbeiterfahne auffällt. Inmer größere Mensten Orten zu proben, ohne sie einmal zusam ich. Die roten Agitatoren marschieren zur Mitte vielen tausend Arbeitern und Arbeiterinnen, in schenmaffen durchfluten die Gaffen, Scharen von mennehmen zu können. Nur eine wirkliche der ersten Stadionhälfte und treiben ihre Fahnen Fest beleuchtung. Hunderte Lichter erJugendlichen mit ihren Wimpeln, ſächſiſche Schwim- Probe hat es gegeben, nun muß sich erweisen, in die Erde. Das Orcheſter ſpielt die Melodie des glänzten beim Kurhaus, in den Kolonnaden, beim mer in der praktischeſten Kleidung, die sich für ob der Einzelne in den Geist des Spiels, dessen Liedes:„ Taft, Taft, auf Taft habt acht."- Durch Sprudel, auf der Alten und Neuen Wiese, bei warme Semmertage denken läßt, im Schwimm- Autor unser Wiener Genosse Theodor Slain das Stadiontor marschieren Acbeiter und Arbei- den Drei reuzen", dem Hirschensprung, furz anzug. Samariter begeben sich auf ihre Standterinnen, die sich zu drei großen Gruppen formie alle Herrlichkeiten ihrer einzigartigen Stadt, die ren: sie symbolisieren die drei Säntien der profeta bis zu diesem Tage den sogenannten Obersten pläne, eigene Autos stehen ihnen zur Verfügung, ist, eingedrungen ist. rote Fallen ziehen singend über den weiten Platz, rischen Bewegung; Partei, Gewerkschaft und Genos Behntausend" Alleinbesitz war. Wer hätte vor senschaft. Unter den Klängen des„ Sozialistenmar- zwanzig Jahren gedacht, daß Karlsbad FestAbstinenten verteilen in Massen Flugblätter mit ſches" marschieren sie in die Mitte des mit den beleuchtung anlegen würde zu Ehren von ProFahnen abgegrenzten Raumes, wo drei Säulensym- leten! bole aufgerichtet werden. Die Arbeiter haben sich Um 10 Uhr abends erlosch die Festbeleuch in Organisationen zusammengeschloffen. tung und ein gan; anderer Lichterglanz erfüllte uniformierte Rapelle der Joachimsthaler Bergleute Arbeiter, Arbeiterinnen und Arbeiterkinder..Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!" die Stadt, in deren Straßen sich tausende Arbeiier und Arbeiterinnen erwartungsvoll schon führt die Bergleute und Tabakarbeiterinnen aus ziehen mit gebeugten Rücken einen pyramidenartiFahnenträger, von Genossen und Genossinnen Stunden angesammelt hatten: Die junge der Radiumstadt und die Heimarbeiter aus dem gen Aufbau in das Stadion: Das Kapita!. Auf begleitet, stellen sich am Rande der ersten Stadion- Garde des Proletariat 3" marschierte Erzgebirge zu ihren Aufstellungsorten, die ersten scher auf Pferden umschwärmen die frouende Masse. hälfte auf. Während der ersten Strophe des Lie- adein schwingend, ihre herrlichen KampfFestivagen werden aufgeteilt, sie gehören den Kinder- Bon Zeit zu Zeit fallen erschöpfte Frauen und des werden die Fahnen entfaltet, so daß sie in gan- fieder singend, durch das Spalier jubelnder Men freunden, sehr hübsche Wagen übrigens, die mit Kinder zu Boden. Um den Aufbau tanzen Revuezer Breite sichtbar werden. Bei der zweiten Strophe schen. Tosende Freundschaftsrufe allüberall. Blumen und Bändern und singenden und lachenden girls und Jazzbandneger. Es folgen die vier Haupt- stellen sich die Fahnenträger sternförmig zum Auf- Karlsbad, die Stadt der Weltbourgeois, war erund winkenden Kindern geschmückt waren. Auch die süßen des Klassenstaates: Militarismus, Büro- ban auf. Veci der dritten Strophe öffnen sich die füllt von der roten Masse. Der Fackelzug, an dem Ferienheimfinder in Edersgrün und Brunnersdorf fratismus, Klerifalismus und Klaſſenjuſtiz. Die Fahnenreihen, während die Begleiter zum Aufbau sich neben tausenden Jugendlichen auch zahlreiche wollten dabei sein. Blühende Erika schmückte die Ausbeutung steigt, Aufschreie erschöpfter Arbeiter marschieren. Bei der vierten Strophe beginnen die ältere Genossen beteiligten, bewegte sich von Dra Autos. Dann kommen die Organisationen des sind das Zeichen für die Masse, die Arbeit einzuſtel Fahnenträger im Rhythmus des Liedes zu schven howit über Karlsbad nach Fischern. Bei der Karlsbader zirkes. Ein vielgestaltiges, immer( len. De fünf Arbeiter in zehn Gruppen werfen ihre Egerbrüde in Karlsbad batten sich die Genossen bunter werdendes Bild entwickelt sich, Falten kom- Arbeitskleider fort und stehen in roter Tracht da. gen. Suleht schließen sie sich als vierte Säule Kulturorganisationen des Parteivorstandes und die auslän dem Aufbau an. men, Turner, Wanderer, Jugendliche in kleidsamer Einer schwingt sich auf die Rücken von vier kame dischen Gäste versammelt, denen von der vor. Kluft, in rot, in braun, in blau, und als es acht raden und entfaltet die rote Fahne der Empörung. ,.Wann wir schreiten!" übermarschierenden Jugend fortgesetzt begeisterte Uhr wurde, da waren die Straßen schon eingesäumt Unter Vorantragen der roten Fahne greift die Ovationen dargebracht wurden, die von der tiefen mit vielen tausenden Zuschauern, von denen sehr Masse die Symbole des Kapitalismus an. Die ersten Der Sprecher ruft die Jugend zum Kampfe auf, Graebenheit der Jugend für die internationale viele das Reichsarbeitertagsabzeichen trugen, viele, Tatte der Marseillaise ertönen. Soldaten werden als begeisterte Zustimmung antwortet ihm. Von allen Arbeiterbewegung beredtes Zeugnis ablegten. die sonst immer in unseren Zügen mitmarschieren, Hilfstruppen des bedrohten kapitalistischen Symbols Seiten strömt die Jugend auf den Platz und Nicht nur die nach vielen Zehntausenden zählende die aber diesmal das Schauspiel des Aufmarsches herangezogen. Unter den Klängen des Liedes nimmt vor dem Stadiontor Aufstellung. Unter den Menschenmenge, auch die vielen ausländischen zehntausender festlich gestimmter Arbeiter und fämpft die Wasse gegen die Stüken des alten Klas Klängen des Liedes, flankiert von den roten Agita- Gäste waren ergriffen von der herrlichen ManiArbeiterinnnen genießen wollten. Wären sie alle, senstaates, ist anfangs siegreich, unterliegt dann aber toren, setzen sich die Reihen in Bewegung. Die festation der sozialistischen Jugend, die einen die zu uns gehörten, die das Abzeichen trugen, mit- ter Uebermacht. Ein Teil der Arbeiter wird abge Jugend hat sich in die proletarische Kamvfarmee prächtigen Auftakt für den Reichsarbeitertog marschiert, der Festzua. zu dem sich die Massen der drängt, die anderen Arbeiter werden zu neuer Froncinacaliebert. --bildete. Dienstag, 20. August 1929. Glückwunsch von Karl Kautsky. Beite 5. Our Genofen Bart Routale, New River Seipels Heimwehren morden Arbeiter. Sochschule für Demokratie. Eine belehrende Artikelreihe des„ Národni Osvobození". Bon Karl Kautsky, dem Lehrer zehntausender Arbeiter, ist folgendes Telegramm eingetroffen: Herzlichen Gruß und Glückwunsch Heimtüdischer Ueberfall auf eine fozialdemokratische Bersammlung in tum Reichsarbeitertag meiner Heimat. Weile im Geifte bei Euch, beglückt durch Eure Fortschritte." St. Lorenzen in Steiermart. Mehrere Lote, 55 Berlehte. Das Legionärblatt Národní Osvobození", Bon der Auslandsvertretung der russischen dem doch die Blamage von Hidasnémeti noch in Sozialdemokratie kam folgendes Telegramm: ist es in St. Laurenzen in Steiermark zu Hauptplaß bietet ein Bild des Schredens und den 1. Auguſt einige peinliche Erinnerungen Wien, 19. Auguft( Eigenbericht). Gestern und Revolvern auf dem Plaß einbrachen. Der allen Knochen liegen müßte und das auch an Shrem Jubiläumskongreß und Reichsarbeiter einem Ueberfall der Heimwehren auf Sozial- der Verwüstung. An den Mauern der Häuser bewahren sollte, ging am 13. ds. frischen Mutes tag wünschen wir vollen Erfolg und senden demokraten und dadurch zu blutigen Zusammen- sieht man Gewehreinschüsse, Fensterscheiben und neuerlich zur Offensive gegen die deutsche Sozia brüderliche Grüße! Abramowitsch." stößen gekommen. In dem Ort hatten die So- Firmentafeln sind zerschossen. Auf dem Boden aldemokratie und unsere Presse über. Ein Herr zialdemokraten eine zehnjährige Gründungsfeier liegt ein wüftes Gerümpel von Steinen, Patro- R., der sich mittlerweile als ein S. Ripka schon vor langer Zeit einberufen, worauf dann nenhülsen und zerbrochenen Geräten. Ueberall vorgestellt hat, hielt uns ein Privatiffimum Große öffentliche Manifestation die Heimwehren eine Trußfundgebung ebenfalls sieht man auch Blutlachen. über den Tutaprozeß. Am 15. ds. ſcht der Reisenden und Vertreter. Heimwehren, wie es schien, auf Zureden der veranstalten wollten. Samstag haben nun die er, nun mit voller Unterschrift, seinen Lehrgang für höhere Politik fort, indem er unsere Stel Freitag fand im Kurhaus als Abschluß der Behörden, ihre Anmeldung zurückgezogen. Man Reichstagung der Union der Reisenden und Ver- glaubte infolgedessen, daß die sozialdemokratische unter die dreimal geeichte demokratische Supe lung zu Snowden und der Haager Konferenz reter eine sehr start besuchte Manifestations- undgebung durchaus friedlich verlaufen werde. will sich uns gegenüber mindestens dreimal bla versammlung statt. Abgeordneter Genosse wehren aber nur ein Schwindelmanöver, um nimmt. Man sieht, das Národní Osvobození" In Wirklichkeit war das Vorgehen der Heimmiert haben und setzt, der Sicherheit halber, die Stellung des Handlungsreisenden im öffent- unternehmen zu können. Das geht schon daraus Klein behandelte in einem längeren Referat den Ueberfall auf die Sozialdemokraten leichter ten, geht aus den Umständen ganz klar hervor. iegt gleich auf zwei Pferde. lichen Leben, die wirtschaftlichen Aufgaben der Reisenden, die Existenzgefahren durch verschie hervor, daß bereits dene Rationalisierungsmethoden und alle sonsti gen Forderungen der Reisenden, welche nur durch die Organisation durchgesetzt werden fönnen. am Vormittag gedruckte Flugzettel verteilt wurden, in denen erklärt wird, daß die Heimwehren das ganze Mürztal bescht hätten, und wehren das ganze Mürztal beſekt hätten, und die Frauen aufgefordert werden, ihre Männer nicht zur sozialdemokratischen Kundgebung gehen zu lassen, da es zu einer schweren Abrechnung kommen werde. Genosse Adler- Brünn gab der Solidarität der mährisch- schlesischen Reisenden mit allen anderen Reisenden und mit dem gesamten Proletariat Ausdruck. Er behandelte die Stellung der Union zur Internationale der Angestellten und wies nach, daß die Richtlinien, die vor 25 In der Tat haben die Heimwehren, während die Angestellten für die Zusammenfassung derselben machungen mit den Behörden, keinerlei besons Jahren bei Gründung der Internationale der Sozialdemokraten, im Vertrauen auf die Abaufgestellt wurden, von der Union vollends dere Maßnahmen getroffen hatten, den Festplak, eingehalten und zu der heutigen Söhe gebracht auf dem die sozialdemokratische Kundgebung statt haben. Genosse Brody überbrachte in flowati- finden sollte, vorher besetzt. Auf die Nach scher und ungarischer Sprache die Grüße der richt davon, wurden auf Anordnung der Bezirksfreigewerkschaftlichen Reisenden der Slowakei hauptmannschaft Bruck die Züge der sozialdemo und Karpathorußlands, welche willens sind, mit fratischen Teilnehmer in Brüd zurückgehalten. allen Angestellten der historischen Länder wei- Es war ein ganz offenkundiges Parteinch= terhin den Weg der Union zu gehen und alles men für die Heimwehren. Die Folge für die Durchsetzung der Forderungen der davon war, daß nur ein Teil der sozialdemokratis Reisenden zu unternehmen. Die Referate fanden schen Teilnehmer nach St. Lorenzen tam. Da nun stürmischen Beifall, nicht minder die Schluß der Festplaß von der Heimwehr besetzt war, hiclausführungen der Vorsitzenden Genossen ten die Sozialdemokraten ihre Versammlung auf Bloch- Karlsbad und Dasil- Prag. dem Hauptplatz ab, wo der Landtagsabgeordnete Wallisch eine Rede hielt. Während dieser Abschluß der Reichskonferenz. Versammlung famen unter Führung des zwei Am Samstag wurde die Debatte über die ten Bundesstabsleiters der Heimwehren die Referate des Vortages beendet, worauf eine Heimwehrleute heran und verlangten von der Reihe von Anträgen organisatorischer Art wie Gendarmerie, daß sie die Versammlung ver auch ein Antrag auf Schaffung eines Kurhauses biete. Sie stellten ein ultimatum von zehn ( tunlichst in Starlsbad) angenommen wurde. Die Minuten und che noch diese zehn Minuten verNeuwahl der Reichsleitung ergab die Wieder- strichen waren,-was zeigte, daß es sich ihnen wahl des langjährigen Obmannes Pacofity auch hiebei nur um einen Schwindel gehandelt und der meisten der bisherigen Funktionäre. hat, unternahmen sie einen Besondere Aufmerksamkeiten fanden die Begrüßungsworte des Vertreters der österreichischen Bruderorganisation Genossen Bundesrat KleinWien. Die arbeitsreiche und erhebende Ston- Sie durchbrachen den Schuhbundfordon und es ferenz wurde mit einem feurigen Aufruf des tam nun zu einer förmlichen Schlacht. Die Genossen Pacoffty zu neuer Arbeit im Interesse Heimwehren hatten aus einem großen Waffender Reisenden und im Dienste des gesamten depot in einem benachbarten Örte Waffen Proletariats unter Absingung der Internatio- unter ihre Anhänger ausgegeben und auch ein nale geschlossen. Ueberfall auf die sozialdemokratische Versammlung. Maschinengewehr in Stellung gebracht. Dieses feuerte zunächst vom Waldrande, verjagte aber offenbar und wurde dann auf den Hauptplaẞ gebracht, wo es neuerlich feuerte. Ebenso wurden vom Kirchturm herab auf die Sozialdemokraten zahlreiche Schüsse abgegeben. Bom Pfarrhof aus... nach St. Lorenzen entsendet. Unter der BevölDie Landesregierung hat sofort Gendarmen ferung der ganzen Obersteiermark herrscht ungeUeberfall planmäßng vorbereitet hatheure Aufregung. Daß die Heimwehren den Hinter dem Pfarrhof befindet sich ein Bauern deutsche Presse, die Bohemia" voran- und Was den Tukaprozeß betrifft, so habe die gehöft, in dem sich die Heimwehren sammelten. Dort wurden Gewehre und Revolver geladen, dann gleich wir- die Berichte so aufgezäumt, worauf sich die Heimwehren in drei Gruppen teil- daß alles Belastende abgeschwächt, alles Ent tent. Eine Abteilung marschierte auf der Straße lastende verstärkt hervortrete. Selbst wenn dem um den Pfarrhof herum, die zweite Abwäre die Geschichte dieses Prozesses wird teilung versteckte sich links an der Straße, um ja einmal in den Protokollen ohne Beschönigung den Abmarsch der Arbeiter aufzuhalten. Eine 3u lesen sein würde die deutsche Presse hier dritte Abteilung drang in den Pfarrhof und den tschechische Presse, und vor allem die um das nur ein schwaches Gegengewicht gegen die Pfarrgarten ein und benüßte die Mauer des Mauer des Gartens als Schüßendedung. Die sozialdemo- Legionärblatt, schaffen, die vom ersten Tage an kratischen Arbeiter wurden also buchstäblich in die Berichte mit einer, nach manchen Erfahrun griffen gleichzeitig von der Straße und vom Breffe tat ein übriges; sie sprach vom ersten eine Feuerfalle gedrängt. Die Heimwehren gen, die man bei dieser Presse hatte, noch immer erstaunlichen Kühnheit färbte. Diese Pfarrhof aus an. Daß die Heimwehren mit Tag an Tufa schuldig und gab Werturteile ab, Presse der Absicht zu schießen nach St. Lorenzen ge die im Laufe des Verfahrens überhaupt unzukommen waren, geht auch aus den zahlreichen Rufen hervor, die sie beim Einzug ausstiegen: Heute wird Soziblut fließen, heute machen wir ein großes Gulasch, heute schlagen wir euch die Knochen ein. Scheibenschießen auf Arbeiter. lässig sind. Aber was taten wir denn, um Tula zu „ helfen“? Wir drudten Zeugenaussagen und furze Berichte ab, die keineswegs ein einseitiges Bild geben, sondern die politische Atmosphäre der Slowakei durchleuchten sollen. Daß der Projeß, und was er bringt, den Patrioten nicht immer angenehm ist, glauben wir gern, aber Die Heimwehreen haben sogar gegen die Gerichte müssen ja wissen, warum die zwei flüchtende Frauen geschossen. Ein Dußend ausländischen Journausten diesen ProArbeiter, der sich auf einen Baum geflüchtet seß vorführen. Wir haben den Belansky nicht hatte, wurde heruntergeschossen. Einen als Zeugen empfohlen oder geführt, wir haben unbeteiligten Motorradfahrer, der aus Wien mit Hanzalik, Schwarz, Tomanet, Juriga, Kulam, ſching ein Heimwehrmann mit dem Spaten bis nichts zu tun, wir stehen dem Fall Weráz vom Rad herunter und zertrümmerte es. Auf objektiv gegenüber. Wir können den Ausgang dem Bahnhof riffen die Heimwehrler einen Lofo- dieses Prozesses ruhig abwarten, wie immer die motivführer von der Lokomotive herunter und Richter sprechen, für uns steht kein Brestige wollten ihn erschlagen. Nur dem Eingreifen des auf dem Spiel. Das mag für das„ Národní Vorstandes und einiger Eisenbahner ist es zu Osvobozeni", das eben einen ganz bestimmten er wurde, it is zu Dabobození, das eben einen, ganz bestimmten danken, daß er gerettet wurde. Die Zahl der Ausgang politisch braucht, peinlich sein und in Opfer ist noch nicht genau festgestellt. Vom der Nervosität fällt es uns an. Das sei ihm Schußbund sind zwei Berjanen getötet, unbenommen. Wir werden uns jest während von denen der eine sofort durch einen Lun- dieses Prozesses über eine Frage, die für uns genschuß tot am Blake blieb, während der vorher geklärt war, nämlich die rein philogischzweite heute morgens im Spital feinen schweren thnologische Streitfrage, ob es Tschechoslowaken Verlegungen erlegen ist. Im Spital liegen 55 gibt oder Tschechen und Slowaten, nicht mit Personen, die meisten fchiver verleht. Von ihnen dem Herrn Ripka streiten, der ja auch weiß, gehören elf dem Schußbund an, während die daß wir eine tschechoslowakische Staatssprache, übrigen zum größeren Teil von der Seimwehr, aber sonderbarerweise Schulen mit tschechischer zum Teil unbeteiligte Personen sind. Der sozial- und Schulen mit slowakischer Unterrichtssprache demokratische Landesrat Reger wurde durch haben! einen Hieb mit einem Gummifnüttel verleßt. Erregung in den Wiener Betrieben. Die Arbeiter- Samariter. Wenn er aber mit der Demokratie Das gewaltige Massenfest stellte an die Arfommt, obwohl er noch im Schatten des Pen beiter- Samariter die denkbar größten Anforde drets steht, den er zum ersten August züdte, rungen. Wenn 50- bis 60.000 Menschen reisen, Als die Nachricht von St. Lorenzen hente können wir ihm nur wieder sagen, daß wir an wenn er uns auf Horthy- Ungarn verweist, dann marschieren, turnen, den Strapazen und der früh in den Wiener Betrieben bekannt wurde, dem guten alten Brauch festhalten, die ReHiße ausgesetzt, aus ihrer gewohnten Lebens Als die Heimwehren zu schießen begannen, be bemächtigte sich der Arbeiter außerordentliche attion im eigenen Lande zu be weise gerissen sind, dann geht es ohne eine Un mächtigte sich der versammelten Arbeiter eine Erregung. In den meisten Wiener großen Mefämpfen. So wenig wir mit Horthy gegen glückfälle nicht ab. Die Größe des Festplatzes allein schon schuf ein Problem für die Sama- furchtbare Panit. Frauen und Kinder stoben tallbetrieben wurde die Arbeit eingestellt. Den udržal kämpfen möchten, so wenig wollen wir lang es jedoch, die Arbeiterschaft dazu zu brins Da gehen eben unsere Auffassungen auseinan war Vertrauensmännern und den Betriebsräten Bethlen streiten. gen, daß sie die Arbeit wieder aufnehme und der; wäre es nicht so, dann wären wir ja keine die Beschliffe der für heute abends einberufenen Sozialisten oder aber das„ Národní Osvobo riter. Sie löften es, indem sie ihren Hauptposten möglich, aus dem Gedränge zu entlommen. Die auf den Radioturm stellten, von wo aus er den Arbeiter rissen Latten aus einem Zann, holten ganzen Festplatz überblicken und die Meldungen teine und wehrten sich schließlich selbst mit 9e entgegennehmen konnte. Ieitete er sie weiter und die Träger mit der volvern gegen die eindringenden Heimwehren, fozialdemokratischen Vertrauensmännereni" wäre gar ein demokratisches Blatt. leitete er sie weiter und die Träger mit der die mit Bajonetten, Spaten, Gummifnütteln konferenz abwarte. Bahre waren meist in zwei Minuten bei dem Hilfebedürftigen angelangt. Vor Beginn des Festspiels häuften sich die Heinen Ohnmachten, aber mit bewunderungswerter Eile wurden die Samariter auch den gesteigerten Anforderungen gerecht. Abwehrvorbereitungen der Sozialdemokratie. dann wird die Arbeiterklassc teinen Augenblid zögern, sich zur Verteidigung aller Mittel zu bedienen, die sie für notwendig hält. Was uns Herr Ripka dann gar über Snowden erzählt, mit dem er natürlich nicht einverstanden ist, hat ein Fibelniveau, auf dem man sich nicht auseinanderseßen fann, weil es eben an dem ABC happert, und von dem aus einen der Vorwurf provinzieller" und„ agitatorischer" Politik nicht verletzt. Der Horizont des Národní Osvobození" endet bei Ploschkowitz und Chlumetz und wir empfehlen dem Blatt nur, mit dem Restgut an politischer Weisheit, das ihm zur Verfügung steht, haushälterischer umzugehen! Wien, 19. August.( Eigenbericht.) Heute Geistes. Sollte aber der Seimwehrfacfismus Am Festplatz selbst hatten sie für die erste abends hielten die Vertrauensmänner der Wie feinen törichten Butschdrohungen eine Tat folgen Silfe ein 3 elt aufgeschlagen, dicht neben dem ner Sozialdemokratic cine Stonferenz ab, die lassen, Festplay war in der Schule von Meierhöfen ein einen sehr erregten Verlauf nahm. Dr. Bauer regelrechtes Lazarett mit einer Männer- referierte über die Vorfälle in Obersteiermart und einer Frauenabteilung mit einem Aerzte- und die politische Lage. Es wurde zum Schluß zimmer mit eigener Schwester eingerichtet. Die einstimmig eine Resolution angenommen, Sauptleitung des Sanitätsdienstes hatte Genosse in der festgestellt wird, daß die Führer der Aber Herr Ripka hat noch ein ArguDr. Gruschka inne, ihm assistierte Dr. Bloch, Heimwehren neuerdings eine furchtbare ment! Er nennt uns den kleinen Moam Festplatz leistete Genosse Dr. Epstein Blutschuld auf sich geladen haben. Es wird ritz aus der Tschechoslowakei". Das ( Aussig) zahlreichen Genossen die erste Hilfe. gegen die schwächliche Haltung der verantwort- aktionen Unverantwortlicher, sondern in der Das tut nicht gut. Stellen Sie sich vor, daß Das Manifest schließt: Nicht in Einzel- sollten Sie nicht schreiben, lieber Herr Ripka! Zahlreiche Aerzte( auch Nichtgenossen) und lichen Behörden protestiert, die nicht wagten, massenattion des gesamten Proletariats Wir. Snowden, oder Briand oder sonst wer von die Karlsbader Rettungsgesellschaft hatten sich den Heimwehren bei ihren Gefegwidrigkeiten und in der Stärke des republikanischen Schutz- den Diplomaten, die nicht perfekt tschechisch in liebenswürdiger Weise in den Dienst der entgegenzutreten. Dann heißt es weiter: Seit Samariterarbeiten gestellt und unterstützten Jahr und Tag wurde von den Vertretern der Wiener Arbeiterschaft die geeigneten Mittel des um sich ein wenig politisch zu bilden. Wenn die erblickten die Vertrauensmänner der sprechen, im Haag das„ Nár. Osvobození" liest, unsere Genossen bei der schwierigen Arbeit. Es organisierten Arbeiterschaft darauf hingewiesen, Abwehrkampfes. Die Arbeiterschaft wird aufge- Stollegen des Benes dann plötzlich lesen: gab auch ernstere Fälle: Beinbruch, Blutsturz, daß die unverantwortliche und gewissenlose rufen, die Abwehr mit aller Kraft vorzubereiten Blinddarmentzündung. Sie wurden rechtzeitig Butschheße der Heimwehren unser Land immer und sich in dieser Abwehr durch nichts einschüchs in das Krankenhaus eingeliefert. näher an den Rand des Bürgerkrieges bringt. Die reibungslose Abwicklung des Samariter- Vor einem solchen Unglüd, das nicht allein über tern zu lassen. werkes bewies, daß die Organisation der Ar- die Arbeiterschaft, sondern über alle Klassen des beiterfamariter größten Aufgaben gewachsen und Staates ein beispielloses Elend bringen müßte, eine der wichtigsten Selbsthilfeorganisationen wurde vergeblich gewarnt. Nun ist es so weit der Arbeiterklasse ist. gekommen, daß die organisierte Arbeiterschaft genötigt ist, Um die Arbeitslosenversicherung in Deutschland. Berlin, 19. August.( Tsch. P. B.) Das Reichs P.-B.) von ihrem Selbstschuß Gebrauch fabinett stimmte in seiner heutigen Sizung einem vom Reichsarbeitsminister vorgelegten zu machen, Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Gewenn es nicht einer Handvoll Abenteurern gefeßes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen Traget bei jeber Gelegenheit Euer lingen soll, das Land dem Untergang zuzutrei- versicherung zu. Der Entwurf wird sofort dem Parteiabzeichen! ben. Die organisierte Arbeiterschaft, in tiefftem Reichsrat und dem sozialpolitischen Ausschuß des Herzen friedlich gesinnt, wünscht keine andere Reichstages als Grundlage für weitere BeratuaAuseinandersehung, als die mit den Waffen des aen zugeben. Genoffen! Malý Moric z Československa und wenn sie nur das und doch nicht den umgebenden Tert verstehen, was meinen Sie wohl, Herr Ripka, an wen die Herren da denken werden?! An uns doch sicher nicht. Teilweise Mobilmachung in China? " Paris, 19. August. Wie der Korrespondent des Petit Parisien" in Schanghai berichtet, hat Marschall Schangkjühliang angekündigt, er treffe Maßnahmen zur Verteidigung der Grenze und habe die Mobilisierung weiterer 100.000 Mann angeordnet. Beite 6. Berfchleuderte Millionen. Reichsarbeitertag- Sport. Endspiel um die Bundesmeisterschaft im Fußball. Dienstag, 20. August 1929. Tagesneuigkeiten. Schicksal einer Fahne. Unter den hunderten Fahnen, die im FestSamstag nachmittags begannen im Rahmen| Rennplates eilten fast alle zum großen Mitteldes Reichsarbeitertages die ersten sportlichen Ver- feld, um noch ein Pläßchen zu erhaschen, um trotz anstaltungen unserer Arbeiterturner. Am großen Hitze und Gedränge und Geschiebe stehend in der zug getragen wurden, fiel eine besonders auf, Feſtplay in Meierhöfen Turnspiele, am Fischer Sonnenglut den Freiübungen der Turner bewunder jeder ansah, daß sie mindestens einent Fischer- Sonnenglut dernd zuzusehen. Nach den neuzeitlich aufgebau- Fufziger am Buckel" hat. Diese Fahne, die die ner Sportplatz das ten Turnübungen der Männer folgten die Tur- Brünner Genossen mit sich führten, hat ein nerinnen, leicht und bewegt, ohne Feffel und merkwürdiges Schicksal, über das uns unser Starrheit, nach ihnen die Kleinen und Meleinsten. Parteivorsitzender Genosse Dr. Czech Auskunft Trommelnder Beifall ertönte beim Abmarsch. gab: Die Fahne stammt aus dem Jahre 1871. Soch hoben die Fahnenträger ihre Fahnen, stolz verbrachte aber ihre ersten Kindheitsjahre hin und erhobenen Hauptes folgten die Turner. ter Schloß und Riegel. Sie wurde nämlich so. fort, vor nunmehr 58 Jahren, von der Brünner Raffball. Polizei beschlagnahmt und bis zum Jahre 1876 von dieser löblichen Behörde zurückgehal Jugend Bech bach gegen Chodau 6: 5. ten. In diesem Jahre gab man sie unseren Ge - Ober- Rothau gegen Altsatt tomb. nossen wieder frei, allerdings aber nur unter 2: 2.- aselbach gegen Settenz II 7: 2. der sonderbaren Bedingung, daß sie ihre blut Seroch wit gegen Altiatt! 2: 4. rote Fahne lassen müsse. Und so blieb denn rochwitz Aussig gegen Chemnitz- Gablonz 1: 1. unseren Brünner Genossen nichts anderes Ober- Rothau gegen Settenz 2: 3. übrig, als die Fahne, wenn sie sie wieder tragen Chemniß gegen Aussia 1: 1( 1: 1). Ein wollten, chemisch puzen" zu lassen, was die Ge Spiel fast gleichwertiger Gegner. Chemnitz hat offin Bayer, die Frau jenes Vorsitzenden am ein schnelles Lauf- und Zuspiel und ist in beiden Hainfelder Kongveß, persönlich besorgte. Salbzeiten leicht überlegen. Die Tore waren unhaltbar. Unter dem Titel„ Der Lugus schlech= Ter Straßen" schreibt Dr. Jaroslav Krato chvil in der Hospodařská Politika" einen fritischen Artikel. Der Verfasser berechnet, daß gestützt auf in Deutschland und der Schweiz vorgenom mene Vergleichs- Experimente bezüglich der Betriebskosten auf guten und schlechten Straßen unsere schlechten Straßen folgende jährlichen Mehrausgaben bei den rund 100.000 Motorfahrzeugen in der Republik verursachen: Höhere Amortisation infolge stärkerer Beanspruchung der er o chwitz gegen Neufatti 7: 0( Salbzeit Fahrzeuge 150 mill., Mehrverbrauch an Benzin 4: 0). Zum Endlampf um die diesjährige Fuß125 Mill., Mehrverbrauch an Del 30 mill., ballmeisterschaft stellten sich Neufattl gegen Kroch Mehrverbrauch an Reifen 71 Mill. Kč, zujam wit. Das Spiel selbst verlief ruhig, so wie es men also jährliche Mehrausgaben 376 Mill. Kč. sich für den Arbeitersport geziemt. Krochwit Das heißt also, daß unser Automobilismus in stellte eine ausgezeichnete Elf und führt durch das folge der schlechten Straßen jährlich fast 400 ganze Spiel. Neufattl hingegen konnte sich zu Millionen nuplos vergeuden muß, feiner einheitlichen Leiſtung aufraffen. Lediglich die sonst erspart werden könnten. Siebei ist zu der Tormann und die Verteidigung zeigten ein bemerken, daß der Großteil dieser Summe ins Können, das der Spelhöhe der Krochwißer gleich Ausland geht, namentlich soweit es sich um fam. Krochwitz zeigte in allen feinen Teilen ein Benzin, Del und Reifen handelt. Mit wachsen vorbildliches Spiel, das Innentrio durch seine der Motorisierung wächst auch diese Verlustpost. flache und genaue Kombination ständig belagern Nun kommen noch die enormen Verluste bezw. fonnte. Die Tore fielen in der 3., 4., 16., 34., 52., entgangenen Gewinne dazu, die durch die schlech- 75. und 85 Minute. Genosse Repat als ten Straßen anderweitig verursacht werden, 3. Schiedsrichter umsichtig und objektiv, 800 31 B. durch die Hemmung der Motorisierung und schauer, die sich eben so sportlich benahmen wie entstehenden volkswirtschaftlichen die Spieler, was dem Arbeitersport zur besonSchäden, durch die Behinderung des Fremden- deren Ehre gereicht. verkehrs usw. Die Folgen dieser unhaltbaren Verhältnisse bezahlt in letzter Zinie auch die Arbeiterklasse in Form erhöhter Tarife im Autobusverkehr, vermehrter Warenkoſten udgl. mehr. Wann die Staßen bei uns endlich in Ordnung kommen und vollswirtschaftlich auf der Höhe find, weiß der liebe Himmel, Minister Dr. Spina sicher nicht. Raffball. Krochwitz gegen Oberrothau 4:10. Sonntag, 18. August. Die alte Fahne ist aber deswegen um nichts weniger leuchtend geblieben. Stolz ragte sie ant Sonntag neben der neuen Parteifahne auf, Reichenberger Fußballer in Karlsbad. Symbol der Anfänge vor sechs Jahrzehnten. Reichenberg gegen Meierhöfen 0: 2( 0: 0). Ein 35 Jahre Nova Doba". Am Sonntag Oberrothau führt bereits nach einigen Minuten prächtiges Spiel zwei gut disziplinierte Mann- waren es 35 Jahre, da das Blatt der tschechischen 3: 0, Krochwit kann aufholen, das Spiel aber sammenspiel- insbesondere Reichenberg hatte noch Nova Doba" erscheint, ein Blatt, das sich große schaften. Es fehlt zwar beiderseits das rechte Zu- Sozialdemokraten des Pilsner Gebietes, die nicht mehr gewinnen. Oberrothau gut im Fang- eine sehr uneingespielte Mannschaft- dagegen Verdienste darum erworben hat, daß die iſche und Freispiel. Jugend Neu- Rohlau gegen Jtlichsten Bälle" hält. Sein Spiel wurde von den die stärkste Partei ist. In Pilsen wurde der einen ausgezeichneten Tormann, welcher die unmög- chische Sozialdemokvatie in dem dortigen Gebiete gend Ober- Rothau 2: 3, Ober- Rothau fann bis zur Halbzeit mit 1: 0 führen und das zahlreichen Zuschauern sehr oft mit starkem Beifall Gedenktag durch einen Umzug gefeiert, an dem belohnt. Doch nicht nur dem Torwächter, sondern Tausende von Menschen teilnahmen. Spiel wegen seiner förperlichen Ueberlegenheit der gesamten Reichenberger Elf gebührt der Dank. auch gewinnen. Es soll uns nur freuen, wenn unsere Arbeiterfußballer im Reichenberger Gebiete sich weiterhin gut entwideln. Der Zuta- Prozeß. Bratislava, 19. August.( Tsch. P.-B.) Die bierte Woche des Prozesses gegen Dr. Tuka und Genossen begann heute um halb 9 Uhr mit dem Sonntag nachmittags wurden die Turn- und Verhöre des Kanonikus Dr. J. Buday, Vize- Fußballspiele fortgesetzt. Unter lebhafter Anteilpräsidenten des Abgeordnetenhauses der Natio- nahme einer großen Zahl von Sportfreunden nalversammlung. Er teilte mit, Tuka sei von der kämpften in stets kameradschaftlicher Weise die flowatischen Volkspartei damit betraut worden, dann unter dem Beifall fast aller Besucher des Mannschaften miteinander. Um 3 Uhr zogen das Ausland über die Forderung nach einer Reichsarbeitertages die Turner, Turnerinnen Autonomie der Slowakei zu informieren und und Kinder zu den Freiübungen auf. Im gleichen weiters damit, eine französische Zeitung in Wien straffen Rhythmus wogten tausende Beine über herauszugeben. Ueber diese seine Tätigkeit er den grünen Rasen. Aus allen Teilen des riesigen stattete er der Partei, namentlich dem Vorsitzenden, Abg. Hlinka, Bericht. Auch auf dem eucharistischen Kongreß in Paris sprach Dr. Tufa im schaffung selbst beantragt. Einen Geheimfond Auftrage der Partei und betonte dort die Indi- habe Dr. Tuka nicht besessen. Dr. Tuta habe vidualität des slowakischen Volkes. Im weiteren in der Partei ebensoviel Einfluß besessen wie Teile seiner Aussage reagiert Dr. Luday auf die ieder andere Abgeordnete. Es habe nur der UnAussage des Abgeordneten Dr. To- terschied bestanden, daß Tuka stets ausgeführt manet bezüglich der Wegschaffung des schriftli- habe, womit er beauftragt wurde. Prof. Dr. chen Materials nach Wien, sowie auf die Aus- Tula sei ein aufrichtiger und überzeugter Sloſage des Abg. Dr. Juriga, bezüglich der von Tuka wale gewesen, habe stets aus ganzer Seele von im Auftrage der slowakischen Volkspartei ausge- flowakischen Angelegenheiten gesprochen und gearbeiten Vorschläge, betreffend die Autonomie wünscht, daß sie geregelt würden. Die angebliche Der Glowater. Dr. Sufa har lediglich ein revolutionäre Tätigkeit Dr. Tukas bezeichnet der hin zu verstehen, daß das Versprechen erfüllt 3euge als ein Märchen. Der Morb von Ratboř: Die Persönlichkeit des Opfers festgestellt. In der Ermordeten von Ratboř wurde mit Sicherheit die 51jähr, Bäuerin 3 eman entdeckt. Ein Zahnarzt, der bei der neuerlichen Obduktion anwesend war, erkannte in Ein anderes Spiel unserer Auswahlmann- dent künstlichen Gebiß, das auf dem Bauernhof schaften A gegen B. Mannschaft A 2: 1. Auf der Zemans gefunden wurde, mit Sicherheit das neuerliche Umstellung erfahren, das nächste Probe- die Aerzte, die die erste Obduktion durchgeführt Grund dieses Spiels wird die A- Mannschaft eine Gebiz der Ermordeten. Unerklärlich ist es, wieso spiel findet in Faltenau gegen die Mannschaft des haben, in der Toten ein 18jähriges Mädchen, das R. statt. Nach diesem Spiel dürfte man sich erst noch nie geboren hat, zu erkennen glaubten, wo ein flares Spiel über die richtige Spielstärke unserer doch die Ermordete über fünfzig Jahre alt und Streisvertretung" machen können. Mutter eines erwachsenen Sohnes sei. Unter Mordverdacht wurden der Gatte der Toten, der oder doch sofort erkennt, bespiteln zu lassen. 66jährige Karl Zeman, ihr 24jähriger Sohn Man weiß ja, daß die Polizei jebe Versammlung Josef Beman und der auf dem Hofe bedienstete und jede politische Stundgebung beschnüffeln läßt, 19jährige Rutscher Josef Subrt verhaftet. Šubrt oder das ist wohl noch nicht dagewesen, daß man, beschuldigt seinen Dienstgeber, des Gattenmordes wenn mehr als drei Sozialdemokraten eine Bahn- und schildert die Ermordung, von der angeblich fahrt unternehmen, ihnen gleich zwei Detektivs alle Hausbewohner Kenntnis gehabt haben außer zugefellt! Herr Dr. Krčmar, der Brünner der Schwiegertochter der Ermordeten, der Gattin Schober kann stolz auf dieses Heldenstück sein! des Josef Beman, in einer Weise, die mit dem Ergebnis der Obduktion übereinstimmt. Der beschuldigte Start Zeman leugnet alles und benimmt Karl Spinneraussperrung in England zu Ende. London, 19. August.( Reuter.) In den Baumwollspinnereien in den Bezirken Lancashice, Oldham und Bolton wurde heute die Arbeit wieder aufgenommen. Zusammenbruch eines deutschen Berficherungskonzerns. überhaupt während der sehr ruhig. Er bezeichnet Subrt als unverbesserlichen Lügner und Berleumder. Berhaftung dess Maria- Ratschiger Mörders. Der geistestranke Mörder Adolf Braun aus Maria- Ratschitz bei Brür, der seinen Vater mit dem Beil erschlagen und seine Mutter und Schwester schwer verletzt hatte, wurde in einem Wäldchen verhaftet. Er hatte sich mit seinem Hunde tage lang in der Umgebung herumgetrieben und sich nur von Obst und Gurken genährt. Bei seiner Verhaftung war Braun völlig unbefleidet. Er blieb vollkommen ruhig und gab auch die Mordin tat ohne weiteres zu. Schwerer Unglücksfall. In Freistadt bei Te bescheidener Vollstreder bes ihm von der Partei resp. dem Vorstande derselben auferlegten Aufgaben. In den ,, Weltrevolution" in Komotau. Außenausschuß des Abgeordnetenhauses tam Dr. Komotau, 19. Auguſt.( Tsch. P.-B.) In Tuka nur als Ersatzmann für den Abgeordneten Komotau hatten die Kommunisten für gestern Onderča. Er hielt dort eine Rede gegen die als Gegendemonstration gegen den ReichsarbeiAltion des Lord Rothermere. Zur Aussage des Abgeordneten Dr. Juriga erklärt Dr. Budah, tertag der deutschen Sozialdemokraten in Karlsbaß die bekannte Versammlung in Brable keinen bad die Abhaltung eines Roten- Kreis- Tref demonstrativen Charakter hatte. Bezüglich der fens" angesagt, das aber von der Behörde ver- Berlin, 19. August.( Eigenbericht.) Vor Rodobrana, deren Tätigkeit der Zeuge ebenso auf- boten war. Trotzdem versuchten die Kommu- einigen Tagen wurde bekannt, daß die Frank merksam verfolgt hat, wie jene des Dr. Tuka im nisten wiederholt, an verschiedenen Stellen der furter Allgemeine Versicherungs- A. G., eines der Auslande, erklärt der Zeuge auf Grund einer größten deutschen Versicherungskonzerne, von Mitgliedern der Rodobrana erhaltenen In- Stadt Versammlungen abzuhalten, Bahlungsschwierigkeiten geraten ist. Die Gesellformation- daß als ihre Aufgabe der Schuß in doch wurden sämtliche Versuche von dem starken schaft ist zahlungsunfähig; an den Börsen schen benützten heute trop dem Verbote der Bersammlungen, weiter auch die nationale Er- GendarmeriePolizeiaufgebot erstickt. ist der Aktienkurs bis auf ein Bruchteil des bis- Selempnermeister Franz Kocian mit zwei Silfs ziehung unter der Parole Die Slowakei den Heute gegen Mittag wollte ein Zug von 400 herigen Wertes heruntergestürzt. Die Verluste arbeitern und zwei Lehrlingen am Gerüst des Slowaken" gedacht war. Diese Parole war da- Kommunisten gegen die innere Stadt ziehen, betragen wahrscheinlich 20 Millionen Mark, das Neubaues des Wasserturmes den Aufzug, der find 80 Prozent des 25 Millionen betragenden lediglich für den Transport des Baumaterials werden sollte, daß, sobald fich fähige Slowaken wurde aber von der Polizei zerstreut. Bei den Aktienkapitales. Dieses wird als verloren an- bestimmt ist. Unter der Last der fünf Personen finden, die Tschechen den Staatsdienst verlassen Zusammenstößen mit der Gendarmerie wurden gesehen. werden. Schließlich sagt Dr. Buday über die neun Personen verhaftet und dem Dieser Zusammenbruch ist der schwerste, der von 25 Metern ab und blieben bewußtlos liegen. riß das Seil, alle fünf stürzten aus einer Höhe Verhandlungen der Volkspartei aus, welcher Gericht übergeben. Nachmittag flauten die feit dem Zusammenbruch des Stinneskonzerns Ein Arbeiter starb während des Transportes ins Belansky das Memorandum gegen Dr. Tuka und Demonstrationsversuche der Kommunisten abzu verzeichnen war. Seine Tragweite ist deshalb strankenhaus, die vier übrigen wurden sehr über die Pläne des Pfarrers Brišta vorgelegt und in der Stadt trat wieder vollständige Ruhe sicherungsgeschäft ist, das im allgemeinen und besonders groß, weil es gerade das Berhatte. Bei der Entscheidung über den Eintritt schwer verletzt. der slowakischen Volkspartei in die ein. wegen der Reichsaufsicht für besonders sicher Ostrau, den 18. August wird gemeldet: Geſtern Tödlicher Arbeiterunfall. Aus MährischRegierung, war Dr. Tuka für densel gehalten wurde. Die Divektoren der Frankfurter ben, dagegen waren nur die Abgeordneten To- Ordnung bei Mayr- Harting. Die Staats- Allgemeinen haben mit den Prämiengeldern un- nachmittags fiel der Arbeiter Franz Pajcht, der | manet und Dr. Juriga. anwaltschaft Prag sendet uns folgende Berichti- zulässige Geschäfte gemacht, teilweise offen- bei dem Neubau des Koksofens in der Fran gung: In der Nummer 191 der Zeitschrift" So- bar auch, um sich persönlich dabei zu bereichern. Bensgrube" in Oderfurt beschäftigt war, aus einer zialdemokrat" vom 16. August 1929 wurde unter Seit Jahren schon besteht eine Reihe von Tochter- Höhe von etwa 35 Metern vom Gerüst herab ber obigen Ueberschrift ein Artikel veröffentlicht, gesellschaften, die sich mit der Absaßfinanzierung und war sofort tot. Der Arzt konnte nurmehr in dem berichtet wurde, daß ein Passant in der für Automobile, Nähmaschinen, Schreibmaschinen den Tod durch innere Verlegungen und VerbluPreßburg, 19. August. Im Tuka- Prozeß Nähe des Justizministeriums wichtige Akten usw. befaßten. Alle diese großen Finanzierungs- tung feststellen. Der Vorfall wird untersucht. wurde heute der Probst Medvecky, der ehe- mit der laufenden Jahreszahl, Begnadigungsgeschäfte wurden mit den Prämieneinnahmen Schwere Flugzeuglatastrophe in Polen. Bei malige Generalsekretär der slowakischen Volks- fachen, wie der Fall Lepeška, gefunden haben will und mit Bankkrediten gemacht. Pofen ereignete sich eine schwere Flugzeugkata partei, einvernommen. Er erklärt, die meisten und daß Kinder in der Nähe mit Atien ge= Das Reichsaufsichtsamt für Privatverſtrophe. Ein Militärflugzeug stürzte während Teilnehmer der Deklarationsversammlung von spielt hätten, die sie beim Ofen" gefunden hatten. ſicherungen trifft in dieser Sache eine sehr eines uebungsfluges ab und geriet in Brand. St. Martin vom 30. Oktober 1918 seien noch St. Martin vom 30. Oftober 1918 seien noch Diese Nachricht entspricht aber nicht vollkommen schwere Verantwortung. Es scheint seine Auf- Die Piloten, ein Fliegerleutnant und ein FliegerDie Piloten, ein Fliegerleutnant und ein Fliegeram gleichen Tag wieder weggefahren. Alle übri- den Tatsachen. Es handelte sich nämlich weder sichtspflicht auf das schwerste verletzt zu haben. unteroffizier, fanden hiebei den Tod. gen Verhandlungen der späteren Zeit hätten um wichtige Aften mit Geschäftszahl, noch um Mord und Selbstmord in Schumburg. Aus bloß rein privaten Charakter gehabt; offi- Begnadigungssachen, sondern bloß um AufzeichGablonz wird gemeldet: Montag früh er ziell habe der slowakische Nationalrat nur am nungen und Vormerkungen des Referenten, Der Bormarsch der Ruffen. schien der Kohlenarbeiter Josef Tratal nach 30. Oftober getagt. Eine Geheimklausel sei welche auf Stonzeptpapier mit Bleistift geschrieben Paris, 19. August. Savas meldet aus Beting: bem Betrieb der Mauthner- Werke A.-G. in einem breiwöchigen Strankenurlaub wieder in waren und dem bestehenden Verbot zuwider in Sier eingetroffene Nachrichten bestätigen, daß eine Schumburg. Raum hatte Tratal das Maschinen Der Abgeordnete Sivák, der verantwort- die Aschengrube geworfen wurden. Sowjetruppe, unterstützt von Artillerie, verschie haus betreten, als gellende Silferufe zu ber liche Redakteur des Slovak" und Stellvertreter, Polizeispiel überall! Ein Genosse schreibt dene Punkte der Eisenbahn, 40 Kilometer von nehmen waren. Die in der Nähe Arbeitenden des Chefredakteurs, fagte aus, während der vier- uns: Als wir am Brünner Bahnhof den Mandſchuli, besetzt hat. Die Nanting- Regierung stürzten in die Maschinenhalle und fanden dort jährigen Zusammenarbeit mit Dr. Tula habe Bug besteigen wollten, der uns zum Reichs hat der Regierung von Mukden die Entsendung den Heizer Otto Swarowsky, gleichfalls aus Tutas Tätigkeit bei ihm nicht den gering- arbeiter tag nach Karlsbad führen sollte, be- einer Verstärkungsarmee angeboten, aber die Schumburg, tödlich verletzt auf dem Boden liegen. sten Verdacht rege werden lassen, daß er merkten wir zwei Detektive, die unserm Umgebung Tschangsuliangs wünscht nicht, daß Der sofort herbeigerufene Arzt ließ Swarowsty fo Spionage treibe oder gegen den Staat arbeite. Tun eifrig zuschauten. Man fragt sich vergebens, Truppen der Zentralregierung in die Wand- wie Tratal, der sich einen Kopfschuß beigebracht Der Zeuge habe Dr. Tufa aus der Partei was es für einen Sinn haben soll, arbeitende schurei fommen. Die Japaner sollen die Auf- batte, in das Spital überführen. Die Verlegungen tafje 10.000 K zur Besorgung der Geheim- Menschen, die zu einem Arbeiterfest fahren, durch fassung teilen. lausel von St. Martin gegeben und deren Be- Geheime", die jeder Mensch in Brünn kennt Entlastende Aussagen des Volksparteilers Sival. nicht beschlossen worden. " beiber find schwer. Swarowsky hat zwei Bauch schüsse. Das Motiv der Tat wird untersucht. Dienstag, 20. August 1929. Wer darf ungestraft Alkohol trinken? Auf bemt internationalen Kongreß der Prohibitions Antiprohibitionsliga, Prof. Dr. Julius Sto= gegner hielt der Präsident der tschechoslowakischen laja, einen Vortrag über die Wirkungen des Alkohols auf den Organismus. Aus den ausDer Siegeszug des„ Zeppelin“. Nach 100 Stunden in Zotio gelandet. Voraussichtlich dürfte das Luftschiff Don nerstag nach Los Angeles starten. trodnetem Tintenfisch und Sako gereicht. Der Rom Tokio bereit. mit Celte 7. Ausgebeutete! Die bürgerliche Preffe febt im Solde Curer Ausbeuter 3n die Hand des Arbeiters das Arbeiterblatt. Mit ihnen konnte ich allerdings nicht mit Tokio, 19. Auguft. Das Luftschiff Graf| schwader befand sich auch das Flugzeug ,, Europa", zugsweise gebrachten Ausführungen Prof. Sto- Zeppelin" landete nach mehrstündigem Kreuzen mit dem im Vorjahr Hühnefeld von Europa Hajas geht hervor, daß Altohol als Zerfallspro- über der Stadt um 7 Uhr 27 Minuten abends nach Tokio flog. duft der Milchsäure im menschlichen Organismus( 11 Uhr 27 Minuten mitteleuropäischer Zeit). felbst entsteht, aber unter hinreichendem Zustrom Das Luftschiff wurde bei seinem Erscheinen von frischer Luft rasch zur Oxydation fommit, über der alten Hauptstadt des Oftens von Tauso daß die Bildung schädlicher Produkte, wie Ace- senden bejubelt und begrüßt. Es war fast genau taldehyd, Essigsäure, Harnsäure usw., verhindert 100 Stunden von dem Augenblick feines Auf- pelin" war um 7 Uhr 7 nachmittags örtlicher Beit sein. Tokio, 19. August. Das Luftschiff Graf Sep- Automobilstraßen mit dieser Einrichtung verschen wird. Für Schwerarbeiter, Forst- und Feldarbei- stiegs an in der Luft. Die Bevölkerung der unter Mithilfe der 500 von der japanischen Kriegster, die bei starker förperlicher Bewegung alto Stadt füllte die Straßen und schaute voller Be marine bereitgestellten Matrofen sicher in der Luft über den Fest a bend( Sonntagsnummer) ist unter Druckfehlerberichtigung. In dem Feuilleton holische Getränke genießen, werden diese durch geisterung nach dem Luftriesen aus. Nachdem schiffhalle untergebracht. Nach Erledigung der Zoll- anderem richtigzustellen: In der neunten Beile des Die rasche Oxydation zu einer Energiequelle, die das Luftschiff über der Stadt gekreuzt hatte, formalitäten, die nur kurze Zeit in Anspruch nahm, britten Spältchens soll es erzeugen"( nicht„ erdent Störper die notwendige Temperatur von drehte es und flog nach dem Lufthafen Kasumi verließen die 20 Passagiere, die sämtlich wohlauf regen") heißen; Genosse Walter Taub ist ein aus37 Grad erhält. Menschen hingegen, die in ge- gaura, wo es landete. fchloffenen Räumen bei schlechter Luft ihre ArTolio, 19. Auguft. Associated Preß be- wobei jeder einzelne von der Volksmenge mit stür- und las unter anderem Heinesche Boesie"( nicht und in bester Stimmung waren, die große Balle, gezeichneter"( und nicht ausgesprochener") Sprecher beit verrichten, fönnen den in Form von Bier, richtet aus Tokio, daß die Begeisterungsszenen, mischer Herzlichkeit begrüßt wurde. Noch auf dem Bein oder besonders Schnaps und Liför genosse- die sich bei der Ankunft des„ Graf Zeppelin" ab Gelände des „ Prosa"). nen Alkohol nicht genug schnell zur Oxydation spielten, wohl lange unvergessen bleiben. Gelände des Lufthafens fand dann der formelle Als bringen und dadurch wirken die entstehenden das Heulen der Schiffsfirenen und Fabrils Talarabe Glüdwünsche austauschten. Auch während Kleine Reise in der Lombardei. Empfang statt, bei dem Dr. Edener und Admiral Säuren torisch, d. h. giftig auf den Organismus. pfeifen die Ankunft des Luftschiffes ankündigten, der Feier machte sich die Begeisterung der riesigen Besonders in unseren Großstädten, wo viel eilte ein jeder von der Arbeit weg auf einen er Menge in immer neuen Ausbrüchen Luft und nedig zu Fuß bis nach Verona zu gelangen. Die J. B. Es war wirklich nicht leicht, von BeSchwefelsäure sich entwickelt, geht die Minerali- höhten Plaß, um das Luftschiff beobachten zu wiederholt wurden die von Polizei und Militär Ueberfahrt bis Mestre ging ja noch und auch nach ſation des Alkohols ſehr ſchlecht von ſtatten. Be- tönnen. Das Luftschiff flog in Begleitung von ia sonders schädlich auf die Oxydation des Alkohols vier japanischen Flugzeugen in großen Kreisen durchbrochen, die die Passagiere in der Nähe sehen Straßenbahn und sie war nicht besonders teuer. gezogenen Absperrungen von begeisterten Zuschauern Padua war es nicht allzu schwer. Da geht eine im menschlichen Körper wirken Nitotin und und in so geringer Höhe über das Innere der wollten. Bei der Begrüßungsfeier wurde den Padua ist recht hübsch, der Garagenbesizer war Roffein, ebenso starter Fleischgenuß. Stadt dahin, daß die Gondeln und der Schiffs Da die meiſten Alkoholtrinker denselben in rau- name deutlich zu erkennen waren. Das Luft- Gästen aus Uebersee ein leichter Imbik nach japani- es nicht minder, der mir fünfzig Centesimi gab, chigen, schlecht gelüfteten Lokalen zu sich nehmen, schiff flog dann nach Yokohama weiter, um cher Art, beſtehend aus getrockneten Staſtanien, ge- da ich bei ihm Arbeit haben wollte. Luftscher tagsüber ihre Arbeit teils in Fabriksräumen oder 25 Minuten später zurückzukehren. Ueber den mandant des Flughafens veranstaltete für die Offi- der Bahn bis Vicenza gelangen. Die Straßen ftidigen Büros verrichten, außerdem meist starke Flugplaß Rasumigaura lag eine von der Hiße Raucher, Fleischeffer und Kaffeetrinker find, so hervorgerufene Dunftigkeit, die die Sicht einiger ziere und Mannschaften des Luftschiffes ein Diner, find dort für Fußgänger recht übel, besonders der bleiben nur nichtrauchende Vegeta maßen beeinträchtigte. Schließlich tauchte das dem Geisha- Tänze eine besondere japanische Note Staub ist eine arge Plage. Die ärgste freilich der rier, die im Freien schwere Arbeit Luftschiff über den Feldern auf und wurde von gaben. Für die Passagiere ſtand ein Sonderzug nach Umstand, daß man sie viele Kilometer gradaus berrichten, übrig, denen der Alkoholgenuß nicht den Mannschaften mit brausenden Rufen be vor sich sicht eine trotz blauen Himmels trübe schadet. Deren dürfte es aber nicht allzu viele grüßt. Eine Marinekapelle stimmte die deutsche Die Gesamtflugstrede von Friedrichshafen bis Perspektive. Der nächste Leiterwagen, der da gebent. Gertrud Frant I. Nationalhymne an und gleichzeitig dröhnten die zum Flugplatz Rasumigaura mit Ausschluß des lam, war also nicht unwillkommen, besonders Attentat auf ein Erholungsheim. Sonntag Motoren eines weiteren Flugzeuggeschwaders, Schleifenflugs über Tokio und Yokohama wird da der Lenker auf Anfrage das Mitfahren nicht morgens gegen 4 Uhr erfolgten vor dem Ham- das sich zur Begrüßung erhob. Bei diesem Ge- 12.384 Rilometer angegeben. verweigerte. Es rumpelt heftig, aber schließlich burger Erholungsheim Uhlenbusch" bei Han- www war man doch am Ziel. Bei einem Bauernhof. stebt in der Lüneburger Nordheide sechs kanonen- eigenartiges Warnungssystem für unbewachte Ein 15jähriger Muttermörder. In Bag: Maistolben, die berghoch auf dem Hofe lagen. Fröhliche Menschen saßen da und„ rebelten" artige Explosionen, die das Heim in Bulber- Bahnübergänge bei Nacht vorgeführt. In der dad wurde ein 15jähriger Stabe zu zehn Jah- Gin Helfer wurde begrüßt. Er rebelte mit und dampf einhüllten. Der etwa 80 Infassen be Nähe des Bahndammes ist eine photoelektrische ren 3wangsarbeit verurteilt, weil er aus be- freute sich des frugalen Abendessens. Freilich mächtigte sich eine Panit. Wie der Montag" 3elle aufgestellt. Wenn darauf das Licht der leidigter Familienehre seine Mutter erstochen übersah er leider, daß die Tochter des Hauses berichtet, wurde festgestellt, daß rings um das Autoscheinwerfer fällt, so wird ein Grammophon batte. Er glaubte seinen Namen beschmutzt, weil große Augen machte und allerlei zu fordern Saus Sprengkörper gelegt und zur Explosion gebracht worden waren. Die Täter flüchteten, motor und ein Verstärker eingeschaltet, so daß seine Mutter in Beziehungen zu anderen Män- chien. Die Strafe blieb nicht aus. Der Bak ivurde konfisziert und der Inhaber im Ruhstall wie beobachtet wurde, nach den Explosionen in aus dem Lautsprecher dem herannahenden Auto nern gestanden hatte. den nahe gelegenen Wald. Die Hamburger ein Warnungssignal entgegenschallt. Die Anlage Der vergessene Sarg. Die Berliner untergebracht. Gemütlich war es da nicht, denn Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf. Es wird mit Hilfe eines Zeitschalters nach drei Mi- Kriminalpolizei hatte, wie wir schon kurz meldeten, die ganze Nacht plätscherten schwere Ladungen wurden noch einige Sprengkörper gefunden, flei- nuten automatisch ausgeschaltet. gen einen eigenartigen Vorfall, der sich in einem herunter, die nicht angenehm rochen und auch ne würfelartige Packungen, die mit Bindfaden Weiße Pocken in Holland. Die seit einigen Beerdigungsinstitut des Berliner Nordens zuge- den gesündesten Schlaf empfindlich störten. Doch umwidelt und mit einem Zündstock versehen Wochen in Rotterdam aufgetretenen weißen tragen hatte, zu untersuchen: Vor 14 Jahren dauert auch solche Tortur nicht ewig, um 5 Uhr waren. Ginige brennende Sprengförper waren Boden haben in den letzten Tagen in Niederland starb an den Folgen eines Verkehrsunfalles in wurde es bereits hell. Der Paß wurde nicht ohne durch offenstehende Fenster in das Haus ge- eine weitere Ausbreitung erfahren. In Rotterdam Berlin der 21 Jahre alte türkische Student bösen Blick, den der unschuldige Jüngling nach schleudert worden, sind aber durch den Luftzug wurden vom Donnerstag zum Freitag mehrere Sarkis Scepdiam. Die Leiche sollte zur der treuen Helferschaft von gestern nicht verstand, gelöscht worden. Sachschaden ist nicht entstanden. neue Strankheitsfälle festgestellt. Im Haag, in Beerdigung nach Konstantinopel überführt wer- zurückgegeben; das an sich obligate Frühstüd Die Explosionen wurden bis zu einer Entfer- Amersfort und in Delft tamen ebenfalls den. Infolge der Striegswirren wurde der blieb aus. nung von 15 Kilometern gehört. Es fand sich früh in Verona, wohin wieder Erkrankungen an weißen Boden vor. In Rotter Transport von Tag zu Tag verschoben. Das Be dam wurde die Schußimpfung aller Hafenarbei- erdigungsinstitut sah sich schließlich gezwungen, ein mildtätiger Stutscher die Reise ermöglichte. Steinlatvinen auf der Arlbergstraße. Nach Nach ter angeordnet. den Toten einzubalsamieren, einzusargen und im Auf der Piazza d'Erba stand, an den Brunnen einer Mitteilung des österreichischen Bundes straßendienstes sind in der Nacht auf Sonntag Der verdächtige Sched. Vor den Gerichten in eller stehen zu lassen. Auch nach dem Kriege gelehnt, ein deutscher Tippelbruder und fragte auf der Arlbergstraße zwischen Innsbrud und Oslo schwebt gegenwärtig ein Prozeß, dessen ließen die Angehörigen des Toten aus Kon halb höhnisch, halb mitleidig, ob ich auch nischt St. Anton am Arlberg 44 Whiren nieder- Eigenartigkeit nicht leicht zu überbieten sein dürfte. tantinopel nichts von sich hören. Das gefressen habe. Die Frage war schwer zu ver gegangen, die die Straße schwer gefährdeten und Ein sehr eleganter Herr hatte in einem der ersten Beerdigungsinstitut hoffte immer noch, daß der neinen und so zogen wir zu zweit in einigen zum Teil auch verlegten, so daß der Verkehr an Autogeschäfte in Oslo einen feudalen Sechsfiger Transport der Leiche nach der Türkei schließlich Dörfern herum, dabei zehn Centesimi und einen einigen Stellen gesperrt werden mußte. Die mit Innensteuerung gelauft, den Wagen sofort ermöglicht werden könne. Erst jetzt, nach vierzehn großen Topf Minestra erfechtend. Sie war schr Arlbergstraße zwischen Langen und St. Anton mit einem auf 15.000 kronen lautenden Bar Jahren, ging der Inhaber des Institutes zur gut, nur für meine Begriffe zu reichlich. Der ist sehr schiver vermurt, so daß sie voraussicht- sched bezahlt und war in dem Wagen davonge- Polizei und legte den Fall dar. Man glaubte Sollege fraß auch den Rest. In einem Obstgarlich bis Donnerstag für jeden Verkehr gesperrt fahren. Eine halbe Stunde später bot der neuge zuerst an eine Mystifikation, nahm sogar an, daßten besorgten wir das Dessert und teilten das bleiben muß. Durch das Unwetter am Sams- badene Autobefizer den Wagen einem anderen Sartis Seepdiam das Opfer eines Verbrechens Abends schlief es sich herrlich im Nachtasyl. tag trat, wie der„ Tiroler Anzeiger" meldet, der Autogeschäft für den Spottpreis von 5000 kronen geworden sei. Eine Untersuchung ergab jedoch. Es foſtet drei Nächte nichts und in der vierten Sundsbach bei Inzing wieder aus seinem Bette zum Verkauf an. Dem Besizer des Autogeschäftes daß kein Verbrechen vorlag. Die Behörden und überschwemmte die vor kurzem von früheren erschien das Angebot im höchsten Grade verdäch führten über diesen Fall einen monatelangen wirst Du hinausgeschmissen. Früh gab's einen verdächführten Murausbrüchen heimgesuchten Felder neuer- tig, weil er sofort erkannte, daß der Wagen noch Schriftwechsel mit Konstantinopel und schwarzen Kaffee" um fünf Centesimi, der un dings mit einer großen Menge von Gestein. Der fabrikneu war. Auf seine eingehenden Fragen hin Angora, bis in diesen Tagen endlich die rest- ter Brüdern nicht einmal die Hälfte wert war. In Brescia gab es damals noch ein ordentAusbruch war so heftig und für das Dorf so genannte der Autobesißer unbedenklich die Firma, lose Aufklärung erfolgt ist. Der Sarg wurde fahrvoll, daß von auswärts Hilfe herbeigeholt in der er den Wagen erstanden hatte, und machte auf dem Friedhof in Marzahn vorläufig bei- liches Gewerkschaftshaus und in ihm Quartier werden mußte. Wie die Innsbruder Nach- auch lein Sehr daraus, daß der Stauf erst vor einer gesetzt. Der Leicherbestatter hätte auch die und Abendessen, so man organisiert war. Jenes richten" aus Imst melden, hat ein Hagelschlag fnappen halben Stunde getätigt worden war. Der Beerdigung auf eigene Faust vornehmen können. ging an und auch dieses, nur fand sich in dem Samstag abends in der dortigen Gegend großen Geschäftsinhaber erkundigte sich daraufhin tele- Er scheute jedoch die Kosten und erklärte, er fredenzten Fläschchen Wein ein toter Schwabe. Der nebenan sitzende Italiener trant ungeschent Schaden angerichtet. Die Obsternte wurde zum phonisch bei seinem Kollegen. Dieser geriet in habe für den Toten schon genug ausgegeben. den Reſt, da er jah, daß ich ihn nicht möchte, größten Teile vernichtet. höchste Aufregung und vermutete, daß der Fremde Sarg und Arbeit seien ihm bisher nicht bezahlt Von Brescia war man bald in Mailand und ihm einen gefälschten Scheck ausgehändigt hätte. worden. Jetzt hat das Wohlfahrtsamt der Stadt ein deutscher Zeitungsverkäufer nahm sich des Im Wartefaal vom Bliz getötet. Während Er benachrichtigte die Polizei und ließ den Auto Berlin die Kosten übernommen. rudjadbewehrten Wanderes an, ihn in's" Casa eines Gewitters schlug ein Blis in das Bahn fäufer verhaften. Dieser Vorfall ereignete fi Neuer Autohilfsdienst.„ ASA" ist die abge- del Popolo" weisend. Dort wurde eine Lire Unhofsgebäude in se lasow( Polen) ein. Drei an einem Sonnabend nachmittag. Da die Bani türzte Bezeichnung einer neuen Einrichtung, welche terſtüßung verabreicht und Quartier gab es Personen, die im Wartesaal auf die Ankunft auf die der Scheck ausgestellt worden war, bereits dieser Tage in Deutschland in Verkehr gebracht überdies. Eine Tante hatte ganze elf Lire geschickt, eines Zuges warteten, wurden getötet. Zahlreiche geschlossen war, so mußte der Fremde, dessen Aus- wurde und einen wichtigen Bestandteil zur Förde der österreichische Unterstüßungsverein rüdte andere erlitten schwere Brandwunden. weispapiere auf den Namen John Berger rung der Entwicklung des Automobilismus darstellt. auch mit einer Lire heraus und für zwei Wochen Leuchtturm für Flugzeuge. In der Nähe von lauteten, den ganzen Sonntag in Untersuchungs Die Autohilfe G. m. b. S." so lautet die volle war da ein neuer Kapitalist entstanden. Locrona am Rap Finisterre beginnt man jetzt haft verbringen. Am Montag wurde einwandfrei Bezeichnung des Unternehmens- richtete auf der Das Königreich war schöner als heute. Es mit dem Bau eines großen Leuchtturmes, der zur festgestellt, daß Herr Berger, ein Osloer Groß- Straße Berlin- Leipzig eine besondere Telephon- war 1912. Orientierung von Ozeanfliegern dienen soll. faufmann, über ein Bankguthaben von mehr als linie ein, die speziell Automobilisten zur Meldung 50.000 Kronen verfügte. Der Scheck war demnach von Pannen und Unfällen, zur Herbeirufung von Scheckschwindlerin. In Paris wurde eine weder gefälscht noch ungedeckt. Die Polizei und Silfe usw. dienen soll. In einer Entfernung von Südamerikanerin verhaftet, die zahlreiche Ge- der Erstatter der Anzeige entschuldigten sich bei ie 4 Kilometer sind, soweit nicht in den an der schäfte um große Summen gebracht hat. Ihre dem Verhafteten, Herr Berger begnügte sich zwar Straße liegenden Gemeinden die Möglichkeit einer Einkäufe bezahlte sie mit einem ungededten mit der Entschuldigung der Behörde, verlangte telephonischen Verbindung geboten wird, ungefähr Scheck. Am nächsten Morgen, wenn der Scheck jedoch von dem Autohändler 20.000 kronen Scha- 3 Meter hohe weiße Maste aufgestellt, auf welchen zum Inkasso gegangen war, brachte sie die Ware denersatz für Ehrenbeleidigung und Geschäftsschä- in angemessener Höhe ein verschlossenes Schränkchen zurück und ließ sich den Betrag des Preises in digung. Im letzten Augenblick tauchte nun aber mit einem Telephonapparat untergebracht ist. Jeder bar auszahlen, In einem großen Pariser Waren- der geistige Urheber der ganzen Affäre auf, um Automobilist erhält gegen eine Jahresgebühr von haus wurde sie bei diesem Manöver gefaßt. seinerseits Schadenersatz von Herrn Berger zu 15 Mart( 120 Kč) einen Schlüssel, der zu allen Ein Geistlicher als Mörder. In Tarent verlangen. Dieser geistige Urheber heißt en- diesen Schränkchen vaßt. Der Maſt iſt mit einent Bufferbauſen: 20.00 Ranintermufit, 21.00 Marceli Salser left ( Italien) stellte sich ein Dorfgeistlicher der Polizei der sted und ist einer der volkstümlichsten auffallenden, in die Augen springenden Schild mit aus milhelm 2000 Stuttgart: 19.15 Uebelannte Boeten auf und gab an, er hätte den Professor für fremde Novelliſten Norwegens. Vor zwei Jahren hatte einem grün- roten Kreuz versehen. Die Telephonetipicle:„ Die meiſterfinger von Nürnberg". Oper von Study. Sprachen Antonio Torro nady einem Streit Hendersted in einer Kopenhagener Zeitschrift leitung mündet in der nächsten Silfsstation, wo ein Wagner. Hamburg: 20.00 Das junge New York.- Langen über Geldangelegenheiten in einen eine fleine Erzählung veröffentlicht, die den Titel ununterbrochener( auch Nacht-) Dienſt eingerichtet bers: 10.40-20.00 Aus dem Arbeitsgebiete bez modernen Sta tiftit, 20.00-20.55 Abendmusi!. Rönigsberg: 20.05 Heitere Fluß gestoßen. Der verdächtige Shed trug. Herr Ber- ist. Von hier können die notwendige Hilfe, Aerzte, bendunterhaltung. Frankfurt: 13.30 Reportage von der Aus. ger hat den Inhalt dieser Erzählung wortwörtlich Mettungswagen usw. herbeigerufen werden. Außerstellung:„ Der Mensch und der Sport", 18.50 Neuzeitliche TechLebendig verbrannt. Bei Clermont in die Tat umgesetzt und möchte durch diesen dem richtete die Gesellschaft an Stellen, wo es weit 18.16 Eine Stunde auf dem Flughof Aspern, 19.00 Mit Bither nit", 19.45 Artuelle Naturwissenschaft". 20.00 Stonzert. Wien: Ferrand in Südfrankreich stießen zwei Streich 5000 Stronen verdienen, während der und breit keine Aerzte gibt, ein besonderes Lager und Dubellad, 20.05 Bunter Abend, 21.05 Dumor im Liebe". Autos zusammen. Ein Wagen überschlug sich Schriftsteller, von dem die Idee ursprünglich her von Verbandszeug ein. Die Geſellſchaft, die von Bürich: 20.00 Zigeunerweiſen von Anton Dvoraf, 20,50 Sla und fing Feuer. Die beiden Insassen, die zwi rührt, insgesamt 60 Stronen Abbrudshonorar für Beuten, 20.30-22.40 Sbmphoniekonzert, Von fahrenden schen den Trümmern festgeteilt waren, konnten feine literarische Arbeit erhalten hat. Man darf nicht gerettet werden und verbrannten." dem Ausgang dieses gewiß einzigartigen Plagiat Ein eigenartiges Warnungssignal. In prozesses sicherlich mit gespanntem Intereffe entMelbourne( Australien) wurde ein gegensehen. " " Geld. Bom Rundfunt. Mittwoch. Brag: 11.30 Schallplattenmusik, 12.20-13.15( Sendung nach Brünn und Preßburg) Konzert, 16.30-17.30( Sendung nach Brünn) Konzert, 17.40 Deutsche Breffenachrichten, 17.45 Deutſche Sendung: Arbeitervortrag: Redakteur Josef Hofbauer, Brag-Denach Brünn und Mähr. Oftrau und Breßburg). Stonzert bet tichechischen Philharmonic, Breßburg: 11.30 Schallplattenmusit, 18.15-13.45 Deutsche Preffenachrichten, 16.00-17.30 Konzert, Konzert. richt vom Reichsarbeitertag in Rarlsbad", 19.00-22.15( Sendung 18.05-19.00 Ronzert. Ronzerte. -London: 18.45 Englische Lieber, 20.45 Baris: 20.35 Ronzert.- Brüffel: 20.15 und 21.00 Berlin: 21.00 Symphonischer Jazz. Rönigs der Schulbant, -20.30 Münchener bische Tänze. Bern: 20.00 bis Basel: 20.30-22.30 Symphoniefonsert. Stom: 21.00-23.10 Ronzert. Mailand: 22.10-24.00 Ronzert. Reapel: 21.02 Populäres Konzert. Oslo: 19.80 Reichswehr- und dem Reichspostministerium unterstützt wird, beabsichtigt, heuer noch acht weitere nach Berlin mündende Straßen in einer Gesamtlänge von 12.000 Rilometer mit dieser Einrichtung zu versehen. Nach fünf Jahren sollen die wichtigsten Rongert. Ropenhagen: 19.30 Stonzert, 22.15 lavierkonzert. Ronzert, 20.30 Orchesterkonsert mit Soliften. Agram: 20.35 Rattowig: 20.30 Ronzert. Ronsertabend. 3 TOT Roßlau: 20.00 Beite& Bolfswirtschaft und Sozialpolitit. Der deutsche Gewerkschaftsbund in der Zschechoslowakei im Jahre 1928. Maschinenbau im Altertum. im Altertum. Bon Phönig. Wir modernen Menschen sind leicht geneigt, mit I findern noch nicht vergönnt, für bie antile Rultur, einem gewiſſen Bothmut auf bas, bag to negat, in der ber Sllave die Maschine hinreichend erfette, nes Treiben vorweggenommen hätte. Der Bedeu tung und dem Wesen nach wäre das durchaus möglich gewesen. Rtesi bios war hier der Mann am Wert: er schuf Automaten. Eine dreifache Nummer der Gewerkschaft- berabzubliden in dem Stolz auf unsere Errungen ein Maschinenwesen zu schaffen, daß unser moder lichen Rundschau" enthält den Bericht des Deutschaften, die uns aber bald nicht mehr so außerschen Gewerkschaftsbundes in der Tschechoslowakei ordentlich erscheinen, wenn wir uns in das Leben für das Jahr 1928. Danach waren dem Bund 23 der Alten und ihrer Kultur vertiefen. Da ist es der Verbände angefchloffen, denen in 1526 Ortsgrup Marburger Universitätsprofessor Theobor Birt, pen 136.537 männliche und 54.629 weibliche, zu der mit seinen Werken über das klassische Altertum fammen 200,383 Mitglieder angehörten. Davon auch den weniger Gebildeten zeigt, wie weit man waren in Böhmen 157.156, in Mähren 27.271, schon damals war. Sein Werk über Alegander den Schon unsere Uhv ist ein Automat, bie Spannung in Schlesien 15.850 Mitglieder. Die Gesamtein- Großen und das Weltgriechentum enthält Nachrich- der Feder bewegt sie. Mit Hilfe der Automaten reinahmen der Verbände betrugen 28,129.973.20 K, ten über Maschinenbau der Griechen, die interessiefen wir auf Gleisen oder ohne sie mit Hilfe des die Gesamtausgaben 24,660.817.17 K, das Ver- ren werden. Dampfers oder der Elektrizität. Schon testbios hat mögen der Verbände( wobei von fünf Verbänden Da ist zunächst die Belagerung von für seine Zwede den Dampf, den Luftdruck, den leine Angaben vorliegen) betrug 24,871.554 K. Rhodus zu erwähnen. Die stolze Festung hing fünstlich hergestellten, luftleeren Raum, das VaAn Arbeitslosenunterstüßung gaben die Gewerk- uneinnehmbar über dem Meer am Felsen. Am Genum in den Rolben und Resseln seiner Maschinen schaften aus eigenen Mitteln 3,225.423.15 K her, wozu noch an Staatsbeitrag 4,418.110.49 K ta men, was zusammen 7,643.533.64 K ausmacht. Die Gesamtzahl der Lohnbewegungen im Jahre 1928 betrug 50, die Zahl der daran Beteiligten 14.247, die Zahl der abgeschlossenen Verträge betrug 1312, die daran Beteiligten 218.128. Mittellungen aus dem Bublifum. Das Beste für Ihre Augen efert Optiker Deutsch, Prag, 1332 Palais Koruna. Kleine Chronit. Erziehung der Straße. Von Pud. Ich steige aus der Straßenbahn. Eine besser angezogene Dame, die zu Haus sicher wettert, wenn ihr Mann oder ihr Kind oder gar ihr Dienstmädchen Papier ins Zimmer wirft, läßt beim Aussteigen ihre Karte auf das Trottoir fallen. Ein junger Mann tut das gleiche. Darum find in unserer Stadt, besonders an den Haltestellen, die Steige und Fahrbahnen überreich mit Papierfezen bedeckt. Sicherlich ein Bild, das keiner Stadt zur Zierde gereicht. Unser männliches Geschlecht raucht mit Vorliebe Zigaretten. Bald nach der obigen Szene sehe ich einen ebenfalls gut angezogenen Herrn, wie er eine leere Zigarettenschachtel mitten auf die Straße wirft. Ich sage mir: Die Straße ist für uns alle da! Sie dient dem Verkehr! Warum lassen wir uns diese, gelinde gesagt, mangelnde Rücksicht auf die anderen Mitmenschen so unwidersprochen gefallen? Noch rücksichtsloser sind viele Mitmenschen in der Zeit, da das Obst reichlich zu haben ist. In der Kirschzeit spucken viele Mitmenschen die Kerne auf das Pflaster, in der Zeit der Apfelsinen und Bananen werfen sie die Schalen aufs Trottoir und denken bei dieser mangelnden Rüdsichtnahme sicher nicht daran, daß ein anderer Mitmensch auf dem Kern oder der Schale ausgleiten und sich sogar ernstlich verlegen fann. Vor allem gefährlich sind solche Obstschalen für alte Frauen. Ich will die Menschen, die so handeln, nicht ohne weiteres als rücksichtslos bezeichnen. Sagen wir freundlicher: gedankenlos! Denn würden sie nachdenken, so würden sie eben weder Papier, noch weniger Kerne und Obstschalen auf die Straße werfen. Da aber ein Artikel in der Zeitung allein Brattische Böllerverſtändigung. stade hämmerten Alexanders Techniker, 3000 Arbeiter arbeiteten am Bau der Sturmmaschinen, von den ersten Ingenieuren, die man fannte, geleitet. Demetrius entwarf für sie die Aufgaben und beste ihre Phantasie: Geschütze, Sturmböde, Schilddächer. Es galt, alles ins noch nie Dagewesene zu vergröhern. Besonders wird uns der Bau bes beweglichen Turms geschildert, den man Feftungsbrecher nannte, ein bierediger Solzbau in vier Etagen, über 41 Meter hoch mit Treppen, jede Seite 20 Meter breit, drei Seiten geschlossen, die vierte offen, aber mit verschließbaren Fenstern. In jedem Stod werk standen Geschüße, unten das schwerste Raliber, oben die leichteren, dazu die nötigen Artilleriften, eine Fülle von Personal. Der Bau stand auf Rädern, jedes Rad ungefähr zwei Meter hoch. Sollte dieser Festungsbrecher allerdings weitere Streden über Land bewegt werden, so bauerte das eine Ewigkeit. In zwei Monaten fam er auf feinen Rädern nur ein Drittel Kilometer( 2 Stadien) weit voran. Hier mag auch der Wagen geschildert werden, auf den der benupt. Er bewies sie durch Experiment und nugte sie aus. Davin liegt seine wissenschaftliche Bedeutung. Seron aber war in den technischen Leistungen sein Fortseter. Dienstag, 20. August 1929. VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.S.I. ten bei mir genügt, um nie mehr eine Straßen. bahnkarte auf die Straße zu werfen. Ich bin fest überzeugt, daß bei meinen Weitmenschen es auch nur einer ganz kurzen Zeit bedarf, um sich ein für allemal diese gedankenlose Unfitte abzuge wöhnen. Da hören wir denn von allerlei netten Sachen: von Siphons, die für Druckwerke dienen, von der ich irgendwo gelesen, daß in München im ersten Begierfanne mit hohlem Henkel, die so eingerichtet Jahr nach der polizeilichen Verordnung über war, daß man aus ihr nach Belieben dem einen 30.000 Mart( 240.000 Stronen) Strafe bezahlt Wein, dem anderen Wasser, dem dritten Wein mit wurde. Wieviel Papierkörbe könnten für diesen Waffer gemischt einschenken fonnte, ferner zu ma- Betrag angeschafft werden! gischer Wirkung beim Gottesdkenst Weihwasser Einige in Wien gewonnene Erfahrungen hat. autontaten in den Tempeln; oder eine Trompete. die in den Tempeln zur rechten Zeit von selber bläst. Alles das blieb im Grund nur geniale Spielerei ohne praktische Folgen. Wertvoller waren schon der sich selbst regulierende Badeofen. die Feuersprite im Dienste des Löschwesens, die Wasseruhr mit dem beweglichen Zeiger, der Taxameter, der schon damals die Länge der Wagenfahrt von selbst angab, endlich die Wasserorgel, deren Pfeifen, wenn man die Tasten rührte, von selber tönten. Sie wurde gern in Konzerten vorgeführt. Aber auch das Marionettentheater fei nicht vergessen, ein Bühnenkasten, in dem bewegliche ampf, ob im Sturm auf dem Meer. Es wird uns Alexandersuppen ganze Dramen abspielten, ob im Waffen genau beschrieben. Eine solche Marionette großen Stils war auch die sitzende, hochgewachsene Frauenfigur, bie in der großartinen Prozession, die Ptolemäus Philadelphus zu Ehren des Dionys veranstaltete, auf einem Wagen daherfuhr, sich mechanisch von ihrem Sit erhob und sich wieder niederfette. Sarkophag mit der Leiche Aleganders von Babylon nach Memphis gebracht wurde. Er war ein Gebäude auf Rädern nach Art unfever Möbeltransportwagen von etwa 4 Meter Breite und 5.5 Meter Länge, fein Schutzbach golden, der Plafond Mosait. Im Wagen stand der Sarg auf cinem goldenen Götterthron, einem weit ausgedehnten, vieredigen Aufbau, mit asiatischen Bod hirschföpfen verziert, die zwei Hände breite Ringe hielten, aus denen ein Kranzgewinde hing. Oben am Thron war ein Geläute angebracht, so daß man den Wagen schon von weitem hören konnte. An den Eden standen Siegesgöttinnen, das Dach wurde von einem Verystil goldener Säulen ionischen Stils getragen, die von allen vier Seiten durch goldenes Netwerk verbunden waren. Die Wagentür war von zwei goldenen Löwen flankiert. Auf dem Dach stand eine Viktoria, den goldenen Olivenkranz vorstrekfend. Alle diese Gegenstände waren so solide befestigt, daß sie, wenn der Wagen bolperte, nicht umfielen. Das Studium der Physik und ihrer Auswirfung, der Mechanik, war schon damals zu überraschenden Ergebnissen gelangt. Allein es war den Er nicht alle Menschen zur Besserung erzieht, muß man es eben so machen, wie es die Polizeiver waltungen in anderen Städten, so in Wien und München tun: Es muß eine Polizeiverordnung erlassen werden, nach der jeder Schutzmann einen Abreißblock bei sich führt und jeden Mann oder jede Frau, die Papier und Obstschalen aufs Trottoir werfen, sofort mit einer Geldstrafe belegt. Dann geht durch eine solche Erziehung zur Reinlichkeit der Straße es uns allen nach und nach in Fleisch und Blut über, daß es sich nicht gehört, die Straße zu verunreinigen. ordnet. Der Tag beginnt mit einer gemeinsamen Turnstunde. Es folgt Kultur- und Gesangs- bzw. Musikunterricht. Sechs Lehrer, drei deutsche und drei französische, teilen sich in die Fächer. | Aliniten im Altertum. Es ist verlockend, Birt noch weiter zu folgen und seine Ausführungen über den Stand z. B. der Medizin zu lesen, die damals schon den Wert ber Diagnofe, die Bedeutung des Fiebers kannte und der Schröpfföpfe und Katheter, ambulatorische Klinifen. Anatomie und Vivisektion nicht fremd waren. Aber das würde den Raum hier überschreiten. Wir empfinden nur bei solchen Rückblicken, wie bescheiden wir trotz aller Fortschritte auf allen Gebieten sein müssen, daß die Alten bereits viel weiter waren, als sich die meisten hente träumen lasfen, und daß unsere Fortschritte nur Schritte auf einem Wege sind, der längst vor uns begangen worgen ft. In Wien hat eine solche Verordnung bewirkt, daß man fein Stückchen Papier mehr auf den Straßen sieht. Papierkörbe sind reichlich an elektrischen Kandelabern, an Bäumen usw. angebracht, um Papier, leere Zigarettenschachteln usw. einwerfen zu können. Wichtig hierbei ist, daß diese Papierkörbe in hellen, von der Umgebung abste che nben Farben überstrichen sind und schon durch ihre Existenz, die dem Passanten sofort ins Auge fällt, diesen zur Ordnung erziehen helfen. Bei den wenigen Abfallförben, die es in Brünn gibt, ist das leider nicht der Fall. Unlängst habe eine friedliche Gruppe, für die nationale Probleme nicht mehr existieren. Hier gibt es nur Menschen! Urtomische Dinge erlebt man beim Versuch, Deutsch- französische Schülerfreundschaft. deutsche und französische Jungen auseinanderzu In einem idyllisch gelegenen verborgenen WinIn den Kulturstunden halten französische halten. Alle Rassentheorien versagen! Einen blautel am Rande eines Sees bei Birkenwerder hat Schüler ihren deutschen Kameraden Vorträge und äugigen blonden Burschen frage ich:„ Sie sind doch die Stadt Berlin ein Landschulheim als Ferien- umgekehrt. In freien Diskussionen wird über die Deutscher?" Humorvoll gibt er mir die Antwort: schule für zweiunddreißig deutsche und zweiund Eigenart der Völker gesprochen. Alle sind erstaunt, sch bien nischt deutsch, isch bien aus Lille!" Bum dreißig französische Schüler eingerichtet. Zum ersten wenn man etwa feststellen muß, daß die deutschen Ueberfluß trägt er auch noch den klassischen franMal wird auf diese Weise von einer Behörde der Sauerkrautfresser" gar keine sind, sondern die Französischen Namen Rousseau und ist der Sohn eines sozialistischen Stadtrates. praktische Weg der Völkerverständigung beschritten. zosen vielmehr choucroute" tonsumieren. Als die Franzosen famen, war ihnen der„ sport Während bisher private Vereinigungen die An- Das Essen ist selbstverständlich eins der großen de nudité", der Sport, in der Badehose den ganzen näherung der beiden Völker durch Austausch von Probleme. Jeder, der im Ausland war, wird wissen, Tag herumzulaufen und das nackte Duschen vor den deutschen und französischen Jungen, die in Familien daß die Anpassung an die Nahrung das schwierigste Kameraden etwas Neues, vielleicht sogar Barbariuntergebracht wurden, vorbereiteten, wird jetzt durch Kapitel darstellt. Es ist durchaus verständlich, wenn sches. Aber heute, nach vier Wochen... Die franSonst bin ich kein Freund von polizeilichen Anordnungen, aber in diesem Falle verspreche ich mir gute Erziehung im Interesse der Reinhaltung unserer Straßen. Ueberfall auf einen Geldtransport. Amt Freitag nachmittag wurde in der Nähe der Grube Geldtransport, der vom Grubenförster, einem bei Mechernich im mittleren Rheinland ein Sicherheitsbeamten der Grube und zwei Angestellten geleitet wurde, plötzlich von vier mastier, ten Räubern beschossen. Der Sicherheitsbeamte wurde sofort getötet und der Grubenförster jo schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf stavb. Die beiden Angestellten haben sich unverletzt retten fönnen. Die Räuber sind mit einer Beute von annähernb 10.000 Mart auf Fahrrädern in der Richtung nach der Ahr zu geflüchtet. Literatur. Deutschland, Deutschland über alles!" Text von Kurt Tucholsky. Bilder von John Heari field.( 240 Seiten fart. Mt. 3.20, geb. Wir. 5.-). Das neue Buch Tucholskys„ Deutschland, Deutsch. land über alles", soeben im Neuen Deutschen Ver. lag( Berlin W. 8) erschienen, verfeinert die Methode, das wahre Gesicht der deutschen herrschenden Klasse zu zeigen, es nennt sich ein Bilderbuch und enthäit 200 Photographien, die der bekannte Photomonteur John Heartfield ausgesucht und kombiniert hat, aber diese 200 Photos sind umrahmt von einem erläu ternden Text, von einem Blendfeuerwerk ohneglei chen, das Tucholsky losprasseln läßt. Diese Verbin dung von Photo und Text, die Tucholsky ehemals selbst gefordert hatte, ist hier zum ersten Male glän zend und überraschend durchgeführt, ist wirkungsvoll und dank der großen stilistischen Kunst, dem Reich tum von Einfällen, dem nic versagenden Wis des radikalen Schriftstellers eine meisterhafte Leistung. Man kennt den oft grausamen bitteren Humor, mit dem John Heartfield in seinen Photomontagen die Lebensführung, die politischen Maßnahmen, das Denken und Fühlen der Kapitalisten enthüllt. Was Tucholsky ergänzend mitbringt, ist jener sprühende Wih, jene gewandte und boshafte Art, den Gegner durch Satire zu entwaffnen und lächerlich zu machen. Es ist nicht nur eine Wanderung durch die Hinterhäuser und Paläste, durch die Fabriken und Städte, durch die Gefängnisse und Luxuslokale, durch Arbeiterviertel und Werkstätten, die beide Kämpfer mit offenen, lugen Augen unternehmen, sie schildern nicht nur den alles beherrschenden Be trieb, die Paraden und Feste, die Gerichtssäle, den Stlamaut in Theatern und Kinos, sondern sie halten zum ersten Mal das Gesicht der herrschenden Klasse seit George Grosz wieder fest. Ein Kampfbuch vo ler Schwung, voller Ironie und Angriffslust. Die Schläge, die hier ausgeteilt werden, sißen, und man chem gehen hoffentlich die Augen auf, wenn er dies Buch liest und betrachtet. die neue Form der Schulgemeinschaft die Verſtändi die franzöſiſchen Jungen ſich beklagen:" Wir bezöſiſchen Sungen laufen nur noch in furger auf Genoſſen, leset und verbreitet die gungsarbeit auf eine breite Basis gestellt. fommen zu wenig Fleisch, kein Weißbrot, feinen hose und sind ebenso sonnenverbrannt wie ihre deutWein, aber zu viel Kartoffel!" Frankreich, das als schen Kameraden, denen sie das Fußballspiel betreiches Agrarland jedem Arbeiter die Möglichkeit bringen. Arbeiterpreſſe. Konnten bisher nur Söhne bemittelter Eltern ausgetauscht werden, so besteht nun auch die Möglichkeit für weniger von Schicksal Begünstigte, das gibt, für verhältnismäßig wenig Geld sich täglich 3m Gesang beherrschen die Franzosen das Ausland fennen zu lernen. Der Austausch erfolgt sein Beefsteal, sein Weißbrot und seinen Liter Rot- Heim. Ihre Mißbilligung drücken sie recht laut tostenlos. In Deutschland hat die Stadt Berlin, wein zu leisten, bietet in dieser Beziehung keine aus. Die ganze Horde singt dann im Takt„ cons- Serausgeber: Dr. Ludwig Ged). in Frankreia) die Regierung die finanzielle Last Vergleichsmöglichkeit mit der industrialſierten deut- puez le...( folgt der Name dessen, der sich mißliebig Chefredakteur: Wilhelm Nießner. schen Republik, in der Startoffeln für die breite gemacht hat) Spult den Kerl an!", aber auch ihren Druck: Rota A.-G. für Zeitung und Buchdruck, og Berantwortlicher Redakteur: Dr Emil Strauß. Prog. Masse die Voltsnahrung darstellen. Dant und ihre Zuneigung singen sie heraus: c'est Für den Druch verantwortlich: Otto Holik, Prog Die deutschen Jungen sind naturgemäß mit der un chic...( folgt der Name dessen, der belobt wer. Die Bettungemartentrantatur wurde von der Boft- u. Telegraphen den soll) das ist ein schider Kerl!" Solidarität ist direktion mit Erles Rt. 187.451/ VII/ 27 Cat 14. Mo, 1924 bewislat dem Franzosen das höchste. Denúnzieren ist verhaßt. Wehe dem, der pett! übernommen. Man wird von einem eigenartigen Gefühl ergriffen, wenn man sieht, wie fameradschaftlich die Söhne jener äter, die sich nar 15 Jahren mit Handgranaten und Flammenwerfern bei Arras und vor Verdun gegenseitig das Lebenslicht ausbliesen, die Hände reichen. Verpflegung zufrieden, die ihnen als gut bürgerlich und ausreichend scheint. Das spricht aber nicht gegen ihre französischen Kameraden, sondern dafür, daß der Lebensstandard des deutschen Volkes Die französischen Gäste sind begeistert von Die besten Schüler wurden auf beiden Seiten wesentlich niedriger ist als der des französischen. ihrem Aufenthalt in Deutschland, um so mehr, als ansgesucht, so daß sich die Gemeinschaft bis hinunter Die Schulgemeinschaft hat nicht nur eine bunte mit ihnen nicht nur größere Ausflüge unterzu den Söhnen kleiner Angestellter und Arbeiter nationale Zusammensetzung, sondern sieht in ihren nommen, sondern sie auch zur Besichtigung großer rekrutiert. Jeder Franzose hat einen deutschen Reihen die Vertreter der entgegengesetztesten politi- Industriewerke eingeladen werden. Verschiedene Freund. Drei Deutsche und drei Franzosen bilden schen Anschauungen. Leser vom„ Lokalanzeiger" bis Schüler tragen sich mit der Absicht, mehrert eine Familie und essen an einem Tisch. Die Beiten zur Roten Fahne" einerseits und Leser der Action Semester auf deutschen Universitäten zu studieren. in den Schlafsälen sind nach Freundschaften" ge- Francaife" bis zur Humanité" andererseits bilden Rorbert Barach. Glasbläfer Tüchtige Glasinstrumentenbläser finden sofort Dauerstellung in Prag. Anträge an„ Osram". A. G., Prag VII.