Mr. S. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Roloneis. geile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bts 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tst an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Hernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteibeiträge ein: M Quikkung. Dienstag, den 10. Januar 1899. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. eingelöst werden wird, die den nordamerikanischen Kapitalisten 4 383 740 Dollars, der englische Import auf beinahe 2 Millionen Im Monat Dezember gingen bei dem Unterzeichneten folgende die Herrschaft über die Insel sichert. Die zum Strieg treibenden Dollars, der Export auf nicht ganz 61/4 Millionen. Ueber den Im Monat Dezember gingen bei dem Unterzeichneten folgende Interessentenkliquen haben von vornherein die völlige Annexion Außenhandel Spaniens mit der Kolonie im vorvorigen Jahre Augsburg. U. d. G. U. i. St. 20,-. Altenburg S. A., Ueber die Rechnung sein, wenn er, der inzwischen seinen Plantagen- fuhr von Spanien 8 261 911 Pesos, die Ausfuhr nach Spanien bezweckt. Dem Zuckertrust würde es ein dicker Strich durch liegen genaue Nachweise noch nicht vor, 1896 betrug die Einschuß v. Wahlkreis 100,-. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 1. Kreis 100,-( darunter Bierprozente Buchb. Hermann, besitz auf Kuba bedeutend erweitert hat, gezwungen werden 4595 345 Pesos. Beuthstr. 8, 3,70). 2. Streis 600,-( darunter vergnügte Sylvester- sollte, den auf Stuba gewonnenen Zucker zu verzollen und da- Außer diesen größeren Gebieten haben die Vereinigten nacht b. 28. 1,88, V. Schäffer u. Walker 6,-, O. M. 150,-). durch den erhofften Vortheil im Kampf gegen den europäischen Staaten von Nordamerika auch noch den Hawaii- Archipel im 3. Streis 200,- 4. Kreis Südost 1084,55( darunter Süd- West, Rübenzucker zu verlieren. Und gleich ihm haben die Juragua- abgelaufenen Jahre annektirt, der in Wirklichkeit schon seit Süd- Ost und Buchbindermännerchor 15,-, Bierprozente Schriftgießerei und Daiquiri- Kompagnie, die Besizerinnen der Eisenminen Langem unter der Herrschaft der amerikanischen Pflanzer stand. von Wöllmer 50,-, organisirte Goldschmiede, Bußtagspartie in der Provinz Santiago, sowie ferner die ameri- Die Machtstellung, welche die Union durch diese Er3,55. Bierprozente Ritter Straße Nr. 47, 8,- Hurrah, kanischen Antheilhaber der amerikanische Auktion bei S. 8,-). 6. Kreis Moabit 400, die nach neuen Abfazmärkten ausschauenden Großindustriellen langt hat, ist nicht ohne Rückwirkung auf die dortigen politifubanischen Bahnen Bahnen und werbungen im Stillen Ozean, speziell aber in Ostasien, er6. Kreis, Schönh. Vorstadt 600,-( barunter alter Parteigenoffe der Nordstaaten der Union ein Interesse daran, daß Kuba in schen Verhältnisse geblieben. England, das seit Jahren sich Buchholzerstraße 10,-. Gefundenes Wachslicht 1,15.) Gefundenes Wachslicht 1,15.) 6. Streis Wedding und Oranienb. Vorstadt 550,-. Berlin, div. Beiträge: das amerikanische Zollgebiet einbezogen wird. Auch den in seinem Widerstand gegen die ostasiatische AusdehnungsBigarrenladen Zorndorferstr. 4 2,- 2. u. H. B. 10,-. Sp., handeltreibenden Schichten der Insel selbst wäre mit einer politik Rußlands vereinzelt fühlte, hat die Gelegenheit zu AnBiseleur, 10,-. Dr. L. A. 50,-. Gesammelt durch H. Sch. völligen Vereinigung am meisten gedient, da sie in solchem näherungsversuchen an die Vereinigten Staaten benutzt, die. A. E. G., Brunnenstraße, 13,45. Zapezirerwerkstatt Lands- Fall an den hohen amerikanischen Zöllen theilnehmen und zu einem vorläufigen Freundschaftsverhältniß zwischen berger Allee 92, 50,-. Arbeiter von Schuster u. Bär 14,80. aller Wahrscheinlichkeit nach die Preise für Tabat, Kaffee, beiden verwandten Nationen geführt haben; jedoch Reft einer Fahnensammlung am Kreuzberg 18,75. Rothe Buchbinder, Num 2c. beträchtlich in die Höhe gehen würden. Jedenfalls ist in diesem Verhältniß England Grünstraße, 5,-. der ausschließlich B. S. 50, Bigarrenfabrik während A. B. 50,-. R. Schulz, Friedrichsfelderstr. 21, 7,30. Pohl 2, Wieder besteht zwischen den nordamerikanischen, wie auch zwischen Gebende, die Union sich in der Nolle gefundener Bruder 3,-. Amerikanische Auktion durch M. 5,50. den kubanischen Kapitalisten eine starke Strömung für einer spröden Schönen gefällt, welche die Liebkosungen Drucker W., Buchdruckerei Bading 1,- 2. M., Buchdrucker 9,40. die völlige Angliederung Kuba's an die Vereinigten ihres reichen Freundes halb gleichgiltig über fich Von Mitgl. der U..Dr. 4, F., überwiesenes Honorar 18. Staaten, und die jetzige geschäftsfluge republikanische Regierung ergehen läßt, vielleicht in der richtigen Erkenntniß, daß Arbeiter und Arbeiterinnen der Buchdruckerei v. M. B. 15,- Von den ist bereit, den Ansprüchen solcher einflußreichen Interessen- das zärtliche Gefühl des lieben Freundes schon erfalten wird, Mitgl. der Gewerkschaft der Buchdruder 2c." im Vorwärts" 15,- gruppen möglichst entgegenzukommen, wie sie erst jest wieder fobald im Konkurrenzkampf um den ostasiatischen Absahmarkt Bamberg, Jäcklein Rohrbach 5,-. Bromberg, Ueberschuß 30,- bei der Festsetzung der Ausgleichszölle gegen die europäischen die Interessengegensätze schärfer hervortreten. Bern 50, Braunschweig, durch H. G. 448,66. Bünde i. 23., b. Buckerprämien und bei dem neuen Zolltarif für Kuba, der Gr. und Genossen 10,60. Bremen 300,- Crimmitschau, acht zehnter fächs. Reichstags- Wahlkreis 300,-( darunter Sp. b. 23. 1, ben im Juli vorigen Jahres erlassenen abzulösen bestimmt 2. d. St. 1,50, 2. d. 3. 1,50, 3. in G. 1,-,. 9,11, Kons. Ver. 1,-,.. ist, bewiesen hat. Doppelt. b. G.-, 60). Erfenschlag, Ueberschuß der GemeinderathsWahl der Unansässigen 2,70. Falkenberg( Oberscht.) 10,-. Greiz, Wahltr. Reuß ä. 2. 50,-. Gießen, E. K. 10,-. Geestemünde, Grundsäge 1,80. Gleiwitz, von Genossen 10,-( darunter aus Rachowitz, Oberschl., 3,-). Hastedt b. Bremen, von Genossen 20, Hamburg, 2. Januar 1899 im„ Echo" quittirt 220,30. Johann georgenstadt, Weihnachtsgruß 11,05( darunter von den Vers. v. Mangoldsruh 1,05.) Luremburg, 2. 400.-. Magdeburg- Budau, 2 Genossen 10,-. München, Waldläufer 5,-. Marburg, ein Ein- Von diesen Summen entfallen ungefähr vier Fünftel auf samer 10, München- Au, von Genossen 50,-. Mannheim, von Zucker und ein Siebentel auf Tabat und Zigarren. Von Genossen 200,-. Neviges, d. d. Vertr. 30,-. Ottensen, durch Poulsen, Wichtigkeit ist auch der Eisenreichthum Kuba's; da das fubanische 18. Rate 10,-. Oschersleben-80. Oberlangenbielau, Arbeiter a. Eisen wegen seiner besonderen Qualitäten sich vorzüglich für d. Eulengeb. 100,- Offenburg i. B., v. alten Bohnenburger 4,- die Stahlproduktion eignet. Zwar betrug vor dem Aufstand Ronsdorf, d. d. Vertrauensmann 20,- Remscheid, von einem der Werth der Einfuhr in die Union nur 600 000 bis Metallarbeiter d. Domkiel 8,-. Stuttgart G. 11. 10,700 000 Dollars jährlichSaarabien, aus dem Königreich Stumm 10,-. Spremberg, die Hauptmasse ging nach von Genossen 50,-. Tichicherzig a. D., N. G. 3,-. Württem Pittsburg, Steelton, Sparrow's Point und Bethlehem auf rund 1231 Millionen Dollars, der Werth der Einfuhr da doch kann die Ausbeute leicht um ein Vielfaches erhöht werden, und thatsächlich hat sich denn auch noch kurz vor Schluß des Jahres ein New- Yorker Syndikat zur Ausdehnung des Minenbetriebes in der Provinz Santiago gebildet. " 1 " berg 50,-.. 9. 3. 2000,-. 3widau, 18. fächs. ReichstagsWahlkreis 300,-. In der Quittung in Nr. 288 des Vorwärts" über die Ein gänge im Monat November muß es nicht heißen Reinickendorf 6,-, sondern Reinickendorferstraße 6,-. Berlin, den 9. Januar 1899. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Katzbachstr. 9. Die neue Weltmacht. Daß Kuba wie Portorico in wirthschaftlicher Hinsicht ungemein werthvolle Erwerbungen sind, ist sicher. In den drei Jahren vor dem Beginn des Aufstandes( 1893-95) betrug die Einfuhr Kuba's nach den Vereinigten Staaten: 1893 78,7 Millionen Dollars, 1894= 75,6 1895 52,8 " Nicht minder günstig ist das Bild der inneren wirthschaftlichen Entwickelung der Vereinigten Staaten im abgelaufenen Jahr. Der Dingley- Tarif, der, welche Nachtheile er auch sonst haben mag, doch die industrielle Entfaltung ungemein gefördert hat, dann die sehr gute Getreideund Baumwollen- Ernte im vorvorigen und vorigen Jahr, dazu die schnelle und glückliche Beendigung des Krieges: alle diese Faktoren haben äußerst belebend auf die allgemeine Geschäftslage eingewirkt. Der Erfolg war ein weiteres Zurückgehen der Bryan'schen Silberbewegung, selbst in den Farmerdistrikten. Bei den Legislaturwahlen im Anfang November erlangten sowohl im Senat als im Repräsentantenhaus die Republikaner eine starke Majorität. Besonders auffallend ist die große Zunahme des Exports und der Rückgang der Einfuhr fremder Erzeugnisse im ver gangenen Jahr. Für das vom 1. Juli 1897 bis 30. Juni 1898 laufende Finanzjahr stellt sich der Werth der Ausfuhr gegen nur auf 616 Millionen. Zum Theil hängt zweifellos dieses Resultat mit den Einfuhr Erschwerungen des Dingley- Tarifs zuſammen, zum anderen Theil beruht es darauf, daß die amerikanische GroßDieser Einfuhr gegenüber belief sich die Ausfuhr der Ver- industrie selbst in solchen Branchen, die bei uns theilweise einigten Staaten nach Kuba 1893 auf 24,1, 1894 auf 20,1, noch halb handwerksmäßig betrieben werden, zur Massen1895 auf 12,8 Millionen Dollars, während der Export produktion übergeht. Am höchsten steht der Erfolg in der Spaniens sich in den betreffenden Jahren auf 24,6, 22,2 und Metallindustrie, speziell in der Stahl, Eisen-, Maschinen- und 26,2 Millionen Dollars stellte. Wird Kuba dem Zollgebiet Werkzeugfabrikation, ferner in der Textilindustrie, vorweg der der Union einverleibt, dann ist mit Sicherheit darauf zu Baumwollwaaren- Branche. Die zu großen Syndikaten verKeinem Land hat das vergangene Jahr solche politischen rechnen, daß der größte Theil dieses spanischen Exports, bundene amerikanische Eiſenindustrie macht der englischen nicht und wirthschaftlichen Erfolge gebracht, wie den Vereinigten der in der Hauptsache aus tatalonischen Textil nur in deren Absatzgebieten in Südamerika und Ostasien Staaten von Nordamerika. Der Krieg, den die amerikanische fabrikaten bestand, fast ganz auf die Union übergeht; Konkurrenz, sondern beginnt auch in Europa, ja in England Regierung nach erfolgloser Intervention zu Gunsten Stuba's denn die spanische Ausfuhr nach Kuba hat sich nur daselbst festen Fuß zu fassen. am 23. April an Spanien erklärte, nahm gleich von vorn durch auf der angegebenen Höhe gehalten, daß spanische Was die südamerikanischen Staaten anbelangt, so ist bisherein eine für die Union außerordentlich günstige Wendung, Waaren zollfrei eingingen. Ebenso wird aller Wahrscheinlichkeit her der Einfluß der nordamerikanischen Industrie und des indem es schon am 2. Mai dem amerikanischen Admiral Dewey nach auch ein bedeutender Theil des englischen und deutschen Yankee- Kapitals am wenisten in Brasilien zu verspüren, theils gelang, die spanisch- philippinische Flotte in der Bai von Manila Exports der letztere belief sich, foiveit er über Hamburg wohl wegen der traurigen Lage, in welcher sich das Land in zu vernichten. Diesem ersten Seefieg folgte weiter am 3. Juli die ging, 1893 auf 5,3 Millionen, 1896 auf 2,2 Millionen Mark Folge der inneren Wirren und der Eifersüchteleien zwischen Zerstörung des Cervera'schen Geschwaders, als dieses nach an die Union übergehen. den einzelnen Staaten befindet, theils weil hier das englische langen seltsamten Frrfahrten aus dem Hafen von Santiago Nicht so gut stehen die Aussichten auf den Philippinen. und das deutsche Kapital sich eine starke Position erobert hat. de Cuba, in welchem es die amerikanische Flotte eingeschlossen Vom kapitalistischen Standpunkte aus wäre es weit vortheil- Das in Banken, Eisenbahnen und privaten Unternehmungen anhielt, zu entkommen suchte. Damit war thatsächlich der Krieg hafter für die Union gewesen, wenn sie vorerst nicht das ganze gelegte deutsche Kapital in Brasilien wird auf über 600 Millionen zu Ungunsten Spaniens entschieden, das nach Verlust beider Gebiet der Philippinen beansprucht, sondern nur die an die Bai Mark berechnet, während das deutsche Kapital in Venezuela Flotten sich ohne Mittel sah, seinen auf Kuba und den Philippinen von Manila grenzenden Provinzen Luzon's und eine der auf etwa 200 Millionen, das in Merito auf 180 Millionen, befindlichen Truppen Verstärkungen und Nahrungsmittel zuzu wichtigsten Inseln der Visagas- Gruppe, vielleicht Cabu, in Besitz das in Chile auf knapp 100 Millionen veranschlagt wird. führen. Die weiteren Kämpfe der amerikanischen Landungstruppen genommen hätte, im Uebrigen aber den Eingeborenen eine Dagegen haben in Uruguay, in Argentinien, Chile und um Santiago hatten nur den Zweck, den Krieg, nach dessen Abschluß gewisse politische Autonomie unter amerikanischem Schutz und Columbia die Vereinigten Staaten sich die Waarenmärkte, die die amerikanische Geschäftswelt aus wirthschaftlichen Gründen unter günstigen Bedingungen für den amerikanischen Handel sie in den voraufgegangenen Jahren erobert haben, nicht blos berlangte, schneller zu beendigen. Am 7. August nahm denn eingeräumt hätte. In wenigen Jahren wäre in Folge der zu erhalten gewußt, sondern noch neue hinzugewonnen., auch die spanische Regierung die von den Vereinigten Staaten zwischen den Eingeborenen bestehenden Rassen- und Interessen- Borwiegend vollzieht sich hier das Vordringen der Union auf gestellten Friedensbedingungen an. Spanien verzichtete auf gegensätze doch höchst wahrscheinlich der ganze Archipel an die Kosten Endlands. Deutschlands Handel bleibt vorläufig ziemKuba, trat Portorico an die Union ab und erklärte sich bereit, Vereinigten Staaten gefallen. Indeß, die amerikanischen lich in seiner alten Stellung, kommt aber kaum vorwärts. die Entscheidung über die Besitzverhältnisse der Philippinen Weltmachtpolitiker verspürten keine Neigung für ein solches In Argentinien hat sich im Ganzen die Finanzlage etwas einer aus spanischen und nordamerikanischen Delegirten be- Abwarten; sie sind bereit, den erforderlichen Preis an Blut gebessert, das Goldagio ist bedeutend gefallen. Dahingegen stehenden Kommission zu überweisen. Die Verhandlungen diefer und Geld für die" Pazifirung" des Landes zu zahlen. hat sich Chile, das sich früher der besten Verwaltung unter Kommission endigten, wie bereits bekannt, schließlich damit, Es ist ja nicht ihr Blut, das sie auf dem„ Altar des Vater- allen füdamerikanischen Staaten erfreute, durch seine milidaß die amerikanische Regierung einfach die Philippinen für landes" zu opfern willig sind. Welche wirthschaftliche tärischen Rüstungen gegen Argentinien und seine Währungsamerikanischen Besiz erklärte und die spanischen Kommissäre Entwickelung die Kolonie in den nächsten Jahren nehmen wird, wirren immer tiefer in den Sumpf hineingearbeitet. Das gezwungen der Forderung zustimmten. läßt sich deshalb schwer voraussagen, und ebensowenig, wie spiegelt sich deutlich im Kurswerth des Peso wieder, der auf Die Die Vereinigten Staaten gelangten dadurch in den Besitz weit es den amerikanischen Exporteuren gelingen wird, den 12%, d, alfo um ca. 30 pCt. gefunten ist. eines Gebietes von über 423 000 Quadratkilometer, das in Handel, den Spanien bisher mit den Philippinen getrieben In Mittelamerika hat sich die Vereinigung der drei Zukunft nicht nur ein weites Absatzfeld für ihre Industrie hat, für sich einzufangen. Bis jetzt stand England obenan, fleinen Republiken Nicaragua, Salvador und Honduras zu und ein gutes Anlagegebiet für ihre Kapitalien zu werden darauf folgte Spanien, dann die Union; doch erreichte nur einem größeren Staatenbund, der„ Republica mayor", kaum verspricht, sondern ihnen auch einen höchst werthvollen Stütz- die Ausfuhr von dem Archipel nach den Vereinigten Staaten nach Inkrafttreten des Vertrages wieder aufgelöst. punkt bietet, für die Ausdehnung ihres politischen Einflusses eine relativ hohe Biffer. Der Import amerikanischer Erzeug- beiden ersten Staaten wie auch Costarica befinden sich und Handels in Mittelamerika und in Ostasien. Bisher ist nisse ist stets weit hinter dem deutschen Einfuhrhandel zurück auf dem besten Wege, das zu werden, was Honduras schon zwar noch über die Gestaltung der politischen Verhältnisse der geblieben. In den Jahren vor der Insurrektion 1895 und seit langem ist: eine von der Union aus geleitete auf Yanteeerworbenen Gebiete nichts entschieden; will die Union nicht 1896 betrug der letzte jährlich über 700 000 Dollars, der Kapital gegründete staatliche Aktiengesellschaft. Auch in Meriko wortbrüchig werden, muß sie zum wenigsten Kuba die Un- amerikanische nur 119 000 respettive 162 000 Dollars. bringt der nordamerikanische Handel stetig vor, gefördert durch abhängigkeit zugestehen; doch läßt sich heute schon sagen, Für 1897 stellte sich der Import amerikanischer den Ausbau des die Union mit Nord Meriko berbindenden daß, wenn überhaupt, das Versprechen nur in einer Form Waaren in den Archipel auf 94 597 Dollars, der Export auf Schienenneges, während sich gleichzeitig im Innern des Landes eine durch nordamenkanisches Kapital unterstützte einheimische Industrie zu entwickeln beginnt. Die stetige Ausbreitung des amerikanischen Handels an der Pazifikküste und in Ostasien haben, nachdem das Panamn kanal- Projekt so kläglich gescheitert ist, den Blick der betheiligten Handelskreise wieder auf das alte Projekt zurückgelenkt, einen den atlantischen mit dem stillen Ozean oerbindenden Schifffahrtskanal unter Benutzung des Nikaragua- Sees und des östlichen Laufs des San Juan- Flusses herzustellen. Die zur Vorprüfung niedergesetzte Kommission schätzt die Kosten für den Kanal auf 200 Mill. Dollars. Zur Zeit macht sich von Seiten der Interessenten einiger der größeren transkontinentalen Eisenbahngesellschaften, die eine Verminderung des Bahnfrachtverkehrs nach dem Westen befürchten, noch eine gewisse Gegenagitation gegen das Projekt bemerkbar, doch werden sie schwerlich dessen Durch- führung hintertreiben können. Der Kanal ist eine Nothwendigkeit, wenn die Union die neugeschaffene Lage richtig ausnützen will. Er würde dem industriellen Osten der Union eine billige Frachtverbindung nach dem Westen und den freien Zugang nach Ostasien und Ozeanien sichern und zugleich den.Vereinigten Staaten ermöglichen, im Kriegsfalle ihre in beiden Ozeanen stationirten Flotten schnell zu vereinen. Hat so das vergangene Jahr der Union Erfolge über Erfolge gebracht, so läßt sich doch andererseits nicht der- kennen, daß die ungemein rasche EntWickelung der Metall- und Textilindustrie bereits in einigen Artikeln mit einer Ueberproduktion droht, die jedenfalls die Neigung zu neuen Trustbildungen, die gegen Schluß des alten Jahres sich zeigte, im beginnenden neuen Jahr noch mehr verstärken wird. Zudem aber dürfte die Anglieoerung Kuba's und Portorico's mit ihrer durch die spanische Willkürherrschaft korrumpirten farbigen Bevölkerimg den korrupten Elementen des nord- amerikanischen Freistaats, die schon jetzt im öffentlichen Leben desselben eine so widerliche Rolle spielen, noch weiteren Spiel- räum schaffen, ganz abgesehen von den Gefahren, welche für ein republikanisches Staatswesen die Unterhaltung eines großen Söldnerheeres mit sich bringt. polikischr Mrbrrlichk. /Berlin, den 9. Januar. Vier Jahre Gefängnih. Ein selbst in der Aera der Majestätsbeleidigungs-Prozeffe ganz außerordentliches Urtheil ist von dem Magdeburger Landgericht gefällt worden. Der Redakteur August Müller von der„Volksstimme" ist wegen Majestätsbeleidigung und Beleidigung des Prinzen Eitel Fritz— unter Einrechnung einer früher schon gegen ihn verhängten Strafe von zehn Monaten— zu vier Jahren einen Monat Gefängniß der- urtheilt worden. Die Anklage richtet sich gegen eine kleine Erzählung des Blattes, in der eine Unterhaltung eines Pringen in Bagdad mit seinem Hofmeister und sodann mit dem Herrscher des Landes mitgetheilt wird. Das Gericht nahm an, daß die Erzählung deutsche Zustände behandelte und schwere Bcleidi- gungen enthalte. Der Angeklagte war in der Lage, mehrere Zeugen vor- zuführen, die aussagten, daß er am Tage des Erscheinens der betreffenden Nummer des Blattes nicht in der Redaktion an- wesend gewesen sei. Trotzdem hielt ihn damals das Gericht für verantwortlich. Es ist für uns kein Zweifel: Ein Unschuldiger ist verurtheilt worden. Aber wenn auch das Gericht ihn nach bester Ueber- zeugung für schuldig halten mochte, so ist das Maß der Strafe doch ein so ungeheuerliches, wie nian es selbst in der Stadt, wo der Klassenkampf zwischen Prole- tariat und Kapitalistenklasse so heftig tobt, nicht hätte für möglich halten sollen, wie man es selbst nicht hätte erwarten sollen von einem Gerichtspräsidenten, der, wie der Landgerichtsrath Fromme— der die Verhandlung leitete— wegen seiner gegen die Sozialdemokratie gerichteten Be- merkungen im offenen Gerichtssaale mehrfach von sozial- demokratischen Parteigenossen als Richter abgelehnt worden ist. Fast vier Jahre Gefängniß wegen einer Beleidigung des Kaisers und eines Prinzen. Durch das Magdeburger Urtheil ist bewiesen, daß die Reaktion in deutschen Landen bereits die höchsten Höhen zu erklettern verstanden hat. J Ein kleiner Johann Jaeoby möchte anscheinend der zweite Vizepräsident deS Reichstages, Herr Reinhart Schmidt, sein oder werden; denn er hat, wie ein ihm nahestehendes Blatt, die Elberfelder„Neuesten Nachrichten", verkündete, gegen eine Meinung des Kaisers eine allerdings äußerst maßvolle, beinahe gar nicht mehr oppositionell ausschauende Einwendung Auge in Auge zu äußern gewagt. Das envähnte Blatt erzählt nämlich nachträglich einige merkwürdige Einzelheiten über den bereits viel besprochenen Empfang des Reichstagspräsidiums beim Kaiser. Zunächst erscheint Herr v. Ballestrem in seiner ganzen militärischen, betnahe feenhaften Farbenpracht: „ES ist sonst üblich gewesen— und auf diese Kundgebung selbstbewußter Würde hat bisher noch kein ReichStagSpräsident der- zichtet—, daß die Borstellung deS Präsidiums durch einen hohen Hofbeamten erfolgt. Herr Graf Ballestrem aber schritt, ohne die Vorstellung als freier Bürger und Repräsentant einer souveränen Körperschaft abzuwarten, sofort, als er des Kaisers ansichtig wurde, auf diesen zu. schlug seine schweren Küiassicrstiescl dröhnend aneinander und meldete sichund dasübrigePräsidium in der m i l i t ä r i s ch e n F o r m. die sonst wohl üblich ist, weim ein im Dienstrang niedrig Stehender seinem Vorgesetzten einen Rappott erstattet mit dem Einleitungswort:„Ein Offizier und zwei Unteroffiziere zur Stelle." Nachdem dergestalt die Militärgewalt zu ihrem Recht gelangt ist, tritt nun zu wirksamem Gegensatz die Zivilgewalt in der Person des Freisinnigen Reinhart Schmidt auf: Der Kaiser hat sich dann, wie bekannt, über die Militär- vorläge geäußert. Er wies auf Rußland hin und bemertte bei Erwähnung der dortigen Heeresreformen, in wie ungleich günstigerer Sitnatton sich doch der Zar ihm gegenüber be- finde. Der Zar befehl» einfach und dann würde ohne Weiteres ausgeführt, was er im Interesse seines Landes für nützlich und nothwendig erachte; er aber könne das nicht, er müsse erst den Reichstag fragen, ob er auch ausführen dürfe, was er für Deutschlands Größe und Machtstellung für erforderlich halte. Da antwortete der freisinnige zweite Vize- Präsident, Herr Reinhart Schmidt, daß in Bezug auf die Opfer bereiffchaft für Heereszwecke die nationale Gesinnung bei allen Parteien des Reichstags die gleiche sei, keine Partei könne einen besonderen Vorzug hinsichtlich deS monarchischen Bewußtseins und ihrer dynastischen Anhänglichkeit in Anspruch nehmen; aber er erachte es für die Pflicht des Parlaments, gewissenhast zu prüfen, ob das Volk die geforderten Lasten auch tragen kann. Der Graf Ballestrem und Herr v. Frege sollen bei diesen Bettachtungen des Herrn Schmidt»sehr verdutzt darein gesehen" haben. Das begreifen wir. Denn Herr Schmidt hat offenbar ganz zusammenhanglos geantwortet, vielleicht in einem Anfall von Hoflampenfieber. Auf absoluttstische Be- trachtungen antwortet man doch nicht mit sdem schönen Aus- blick auf das unentwegt„monarchische Bewußtsein" und die volle und ganze„dynastische Anhänglichkeit" der freffinnigen Volkspartei! Aber Herr Reinhart Schmidt ist offenbar stolz darauf, daß er überhaupt in solcher Umgebung Worte schüchterner Einwendung gegen eine vom Kaiser gar nicht geäußerte Be- hauptung gefunden hat. Die Geschichte des Bürgerthums der letzten fünfzig Jahre zeichnet sich in dieser freisinnigen Heldenthat ab. Das epigrammatische Sprechen hat sich unser Bürgerthum gründlich abgewöhnt, und eigentlich ist das knappe Zusammenschlagen der Hacken und Waden wirk- samer als dieses feurige Bekennwiß geradsinnigen, austechten, niannesstolzen— Byzantinismus. Und der König absolut— wenn er unseren Willen thun, ist die Losung des Junkers. Der freisinnige Bürgersmann aber sagt höflich und uneigen- nützig: Der König absolut— namentlich, wenn er nicht unseren Willen thut. Er betheuert seine mon- archistische Gesinnung, wenn der Monarch die Vorzüge des Zarismus preist!... Auch von der P a l ä st i n a r e i s e hat der K a i s e r ge- gesprochen. Er theilte mit, daß ihm Klagen vorgetragen seien über Unduldsamkeiten von griechisch-katholischer Seite; mehrfache Vorstellungen bei dem französischen Generalkonsul seien ohne Erfolg geblieben. Da habe er dann gesagt, daß, wenn die römischen Katholiken wieder einmal Anlaß zu Be- schwerden hätten, sie diese auch dem deutschen Generalkonsul unterbreiten möchten; dieser sei von ihm angewiesen worden, über dergleichen Vorkomnmisse ihm direkt zu berichten und vorkommenden Falls würde er dann sofort nach Petersburg schreiben;„unter Kollege» er- ledigt sich so etwas besser." Was hieraus Reinhart Schmidt gesagt, das verschweigt die Geschichte._ Die ungarische Krise. Budapest, 8. Januar. Die Krise ist noch nicht entschieden und wenn man offiziösen Wiener Meldungen glauben dürste, stünde eine Lösung noch in weitem Felde. Aber man weiß was es bei uns heißt, die Stellung eines Kabinets sei unerschüttert und unerschütterlich. Jedermann erinnert sich noch, daß am Morgen des 28. November 185)7 B a d e n i offiziell das unerschütterliche Vertrauen des Kaisers besaß und am Nachmittag desselben Sonntags ein todter Mann war. Daß sowohl in Eis als in Trans die Minister gewöhnlich so lange gehalten werden, bis ihnen absolut kein Fehler und kein Verbrechen mehr zu begehen übrig bleibt, ist wahr, aber Herr Banffy ist eben bereits so weit und darum absolut reif. Am Wiener Hose wird man sich klar darüber werden müssen, daß Banffy nur gehalten werden kann auf Kosten des verfassungsmäßigen Leben? in Ungarn und was dort weit schwerer wiegt auf Kosten der Dynastie. Darum wird Banffy fallen, seine Tage sind gezählt; Habsburg hat ja noch immer nachgegeben, wenn auch immer zu spät. Was dann kommt ist unberechenbar. Daß der Ministerwechsel auch einen Systemwechsel, die Beseitigung der korrupten liberalen Herrschaft und eine gründliche demokratiiche Verfassungsreform be- deuten werde, wagen nur �Optimisten zu hoffen. Eine telegraphische Meldung deS„Bureau Herold" aus Budapest vom Montag besagt: Die hierher zurückgekehrten Minister beobachten über daS Er- gebniß der in Wien unter Vorsitz des Kaisers stattgefundenen Kon- ferenzcn das strengste Stillschweigen. Trotzdem gilt es als sicher, daß das Abgeordnetenhaus vertagt werden wird, um mit den Führern aller Parteien Verhandlungen wegen der parlamentarischen Erledigung des Ausgleichs anzubahnen. Das bedeutet: Der Hof ist bereit, den Banffy preiszugeben, wofern die ungarischen Oppositionsparteien eine Lösung der Ausgleichsfrage garantiren wollen.— Bcanrcpaire I. Ist der Retter da, nach dem das Militärsyndikat der Fälscher seit Monaten schmachtet? Jetzt, wo sie auf des Rasinnessers Schneide übel gebettet sind, kommt ihnen eine unerwartete Hilfe,— Hilfe aus dem Lager des Todfeindes, mitten aus dem K a s s a t i o n s h o f. Herr Q u e s n a y de Beaurepaire, einst der grimme Generalstaatsanwalt im Panama- Prozeß, jetzt Kammerpräsident des K a s s a t i o n s h o f s, hat an den Justizminister ein offenes Schreiben gerichtet, in dem er auseinandersetzt: Er habe als Chauvinist und ehemaliger Soldat schwer dar- unter gelitten, daß die Strafkammer des KassationS- Hofs sich gegen die Armee zu Gunsten von Berräthcr» ver- gaß. Es seien arge Unregelmäßigkeiten vorgekommen. Er habe die Untersuchung' verlangt, dieselbe sei jedoch niemals ernst gewesen. Der Präsident der Strafkammer des Kassations- Hofes Loew und der Berichterstatter Bard hätten ihn beschuldigt, daß er seinen Kollegen dennnzire. Er habe dem Justizminister eine neue Erklärung übersandt, jedoch keine Antwort erhalten. Dagegen sei die offiziöse Note verdffent« licht worden, welche eine Rechtfertigung Bard S enthielt. Darauf habe er seine Demission eingereicht. Er habe in der Dreyfus- Sache dieselben Manöver wahrgenommen, wie in der Panama- Affäre. Am Schlüsse der Erklärung sagt Beaurepaire, man werde jetzt endlich durch seine unerbittlichen Enthüllungen die Panamageschichte kennen lernen, deren Opfer er gc- Wesen sei. morgen werde er die Unrichttgkeit der offiziöwn Note über den Zwischenfall Bard-Picquart darlegen. Er werde, was auch immer geschehen möge, seine Sache gerecht vertheidigen und die Nichtigkeit des bevorstehenden Urthcils der Kriminalkammrr beweisen, er werde die Armee nnd deren Führer für die Unbilden rächen, welche sie schweigend er- trugen und er werde ebensowenig wie im Jahre 1870 vergessen, daß das Vaterland in Gefahr sei. Herr Beaurepaire wird die Henry und Esterhazy rächen. Er wird furchtbare Enthüllungen der Welt, die längst gegen Enthüllungen abgestumpft ist, darbieten. Ein alleraller- geheimstes Dossier ist bereits fix und ferttg, zur Anprobe bereit! Beaurepaire hatte den Untersuchungsrichter in Sachen Picquart's, Bard. fälschlich eines inkorrekten Verhaltens be- schuldigt. Es ward erwiesen, daß die Denunziation gänzlich unbegründet gewesen. Darum rächt nun Beawrepaire die Armee. Es scheint em Naturgesetz der aegenwärttaen französischen EntWickelung zu sein, daß jeder, der eines Vergehens über- führt ist, und wäre es auch nur eine kleine falsche Denunziatton, sich zum Rächer der Armee auswirft. Herr Beaurepaire fällt seinen Kollegen vom Kassattons- Hof in den Rücken, er protestirt gegen den Spruch, der noch gar nicht gefällt ist, er sucht den Weg der Gerechttgkeit durch Drohungen zu versperren. Wird ihn die Gasse erhören? Ist er der Mann der That, dessen die militansch- klerikal- monarchistische Sippe bedarf? Ist Beaurepaire reif, eine l hinter seinen Namen zu setzen, er der Ankläger der Panamisten von ehemals und jetzt ihr„Rächer"? In der Kammer ist bereits eine Jnterpellatton über den Fall Baurepaire angekündigt. Der Dreyfushandel ist um eine neue Sensatton bereichert. Und doch, wir glauben: die Wahrheit ist nicht nur auf dem Marsch, sie ist nahe am Ziel. Beaurepaire ist zu spät gekommen,—_ DaS Protokoll der Auarchisten-Konferenz— klagt die halb- amtliche„Politische Korrespondenz"— hat die Unterschrift des englischen Delegirten nicht erhalten! Entsetzlich! Aber die Engländer sind nun einmal praktische Leute, und ein praktischer Mann setzt seinen Namen nicht ans und unter Makulatur.— •« Aeutsches Weich. Sklavenhandel in Dentfch-Afrika? Der frühere Afrikareisende G. A. K r a u s e in Charlottenbnrg hat eine Petition an den R est ch s.t a g gerichtet, in der er be- hauptet, daß seit jeher und bis auf die jetzige Zeit trotz aller amtlichen Ableugnungen in Togo Sklavenhandel in großem Umfange betrieben werde. Der Petent, dem wir allerdings die Verantwortung für seine Behauptungen überlassen müssen, greift besonders den früheren Kommissar für Togo, jetzigen Gouverneur von Kamerun Jesko v. Puttkamer an, weil er wahrheitswidrig in amtlichen Berichten erklärt habe, es gebe in Togo keinen Sklavenhandel. Der Reichstag sei systematisch ge- täuscht worden. Herr Krause führt eine Reihe von Beweisen für seine Behauptungen an, die, wenn sie zutreffen, allerdings als sehr belastend angesehen werden müssen. Er ersucht schließlich den Reichstag, er möge die Regierung auffordern, ihre Pflicht gegenüber dem Sklavenhandel in Togo zu thun und ein Strafverfahren gegen Jesko v. Puttkamer wegen, falscher amtlicher Berichtigung und Be- günstigung des Sklavenhandels sowie gegen andere Kolonialbeamte, die mitschuldig seien, einzuleiten, oder aber gegen ihn, den Petenten wegen Beleidigung einzuschreiten. Es ist kein Zweifel, daß die Anklagen deS Herrn Krause im Reichstage zur Sprache kommen werden. Zcutrumö-Hoffinmgen. Die„Germania" findet die Nachricht sehr wahrscheinlich, daß der BundeSrath sich diesmal dem Antrage des Reichstages anschließen werde, den ß 2 deS Jesuiten-Gcsetzes sJnternirnng und Expatriirung) aufzuheben.— Wir haben nichts da- gegen. Das Zentrum ist überhaupt äußerst hoffnungsvoll und zuftieden. Selbst Herr Posadowsky, der Großinqnisitor. der uns Sozialisten gern auf seinem Zitaten-Scheiterhnufen schmoren läßt, scheint unseren Ulttanationalmontanen ein Ausbund von Wahrheit, Freiheit und Recht. Ging da neulich das aufregende Gerücht um, das Zenttum plane so eine Art Budgetverweigerung im Kleinen, indem es beantragen werde, das Gehalt des Staatssekretärs Posa» dowsky um 6000 M. zu kürzen. DaS demokratisch pfuschende Zentrumsblatt am Rhein, die„Kölnische Bolkszeitung". er- klärt die Nachricht für völlig erfunden und bemerkt dabei höchst bezeichnend, daß ein derarttger Antrag nur den Sinn einer Demonstratton haben könne.„Zu einem solchen Vor- stoß gegen den gegenwärtigen Staatssekretär deS Innern liegt zur Zeit nicht der mindeste Anlast vor." Angesichts dieser Aeußerungen einer Regierungsbegeisterung, die selbst an einem Posadowsly nicht das Mindeste auszusetzen hat, möchten wir fast dem Zentnim einen Kulturkampfminister wünschen. Die Jesuiten sollen uns willkommen sein, aber die Jesuiten als Regierungspartei— das ist zu viel des Guten l— Der viclbcklagte„Oberpräsidenten-Mangel" wurde kürzlich in einer offiziösen Korrespondenz der„Mnnchener Allgemeinen Ztg." mit der Bemerkung zu erklären gesucht, daß„das Matz der An- forderungen an jede derartige Stellung mit den Jahren ganz auyer- ordentlich gewachsen sei". Demgegenüber schreibt die„Frankfurter Zeitung":„Wir geben im Folgenden eine Zusammenstellung der gegenwärttgen preußischen Obcrpräsidenten: Ostpreußen: Westprenßen: Brandenburg: Pommern: Posen: Schlesien: Sachsen: Schleswig-Holstein: Hannover: Westfalen: Hessen-Nassau: Rheinprovinz: Graf v. Bismarck-Schönhausen v. Goßler v. Achenbach v. Puttkamer v. Wilamowitz-Möllendorff Fürst v. Hatzfeld-Trachenberg v. Boetticher v. Koellcr Graf zu Stolberg-Wernigerode Studt Graf v. Zedlitz-Trützschler Nasse AuS dieser Tabelle ersieht man auf einen Blick, auf welche Kreise man sich beim Aussuchen der Oberpräsidenten beschränkt. Mit Ansnahm« von zweien find sie sämmtlich Fürsten, Grafen und 8a« rone. Nun mag man die Fürsten, Grafen und Barone und sonstigen Adligen noch 10 hoch schätze», auf ein ganzes Prozent deS deutschen Volkes kann man sie sicher nicht schätzen. Wenn man in den übrigen 95) Prozent des deutschen Volkes suchen würde, so würde man ganz gewiß die tüchtigen Elemente finden, die man in jenem engen Kreis« so schmerzlich vermißt." Arbeiter als Assistenten im Bergbau. Aufsichtödieust? Wie gemeldet wird, hat sich die Regierung im verflossenen Sommer mit der Ausgestaltung des bergbaupolizeilichen Aus- sichtsdienstes beschäftigt, der die Sicherheit der Baue, des Lebens und der Gesundheit der Bergarbeiter zu überwachen hat. Mit dieser unmittelbaren Staatsaufsicht sind gegenwärtig 66 Bergrevierbeamte betraut; diesen gedachte die Gewerbeverwaltnng Revier- imterbeamte beizugeben, die im praktischen D i e n st e erprobt sind. Dem Vernehmen der„Nattonalliberalen Korrespondenz" nach sind in dein nächstjährigen Staatshaushalt- Etat 60 solcher Beamten st eilen znni ersten Mal ausgebracht. In England, Frankreich und Belgien sind längst Arbeiter zur Kontrolle für den Aufsichtsdienst im Bergbau herangezogen worden, und es ist dringend an der Zeit, daß man in Preußen endlich diesem Beispiel folge. Bermnthlich ist in der obigen Mitthcilnng von solchen Arbeiter-Assistenten die Rede. Zu wünschen ist nur, daß man den Bergleuten selb st daS Nccvt überträgt, die betreffenden Arbeiter- Assistenten zu wählen, weil die Arbeiter am besten wissen, welche ihrer Kollegen die nvlhige Erfahrtliig über die dem Bergmann drohenden Gefahren haben. Auch kommt es darauf an, wenn die Einrichtung wirksam sein soll, daß man die Zahl der Arbeiter- Assistenten nicht allzu niedrig hält.— Internationale Höflichkeit. Allgemein bemerkt wurde vor einigen Tagen ein Besuch, den der ftanzvsische Botschafter dem Kaiser in Potsdam machte. Am Sonntag stattete nun der Kaiser dem französischen Botschafter einen unerwarteten Gegenbesuch ab. Der Kaiser kam Nachmittags um 6 Uhr aus Potsdam hier an und begab sich vom Bahnhofe ans sofort in die französische Botschaft, wo er vierzig Minuten verblieb. Solche Höflichkeit im Verkehr zwischen der französischen und der deutschen Regierung resp. dem deutschen Kaiser ist bisher feit dem Kriege kaum dagewesen und ist für die Bewerthung der offiziellen Beziehungen beider Länder immerhin beachtenswerth. E Ausland. Die aus dem Bismarck- Mausoleum inspirirten Sam Beitrag ist auf höchstens 20 pet. Testerer Summen zu bemeffen; Iburg i. B. verbüßter Gefängnißhaft begnabigten ehemaligen Bremier burger Nachrichten" lesen dem Leipziger Verleger Grunow weitere Beiträge von den Interessenten bezw. Adjazenten sind nicht lieutenant v. Brüsewis, in ihren Mauern zu beherbergen. Unsere gründlich den Text, weil er die Busch'schen Bismard- Memoiren zu erfordern." deutsch herauszugeben beabsichtigt: ,, wiedergewonnenen Brüder" haben also reichlich Gelegenheit, die Es würden also alles in allem 36 Millionen für den Schuß Gerechtigkeit und Strenge, die gegenüber den Verfehlungen höherer Wenn Busch also in den 20 Jahren 1871-91 ein angebliches gegen die Ueberschwemmungsgefahr aufgewandt werden, während militärischer Vorgesetzter zur Anwendung kommen, in allernächster Tagebuch über den Fürsten Bismard geführt haben will, so muß von den Sachverständigen, wenn etwas wirklich Durchgreifendes ge- Nähe kennen zu lernen. dieses zum weitaus größten Theil mit Klatsch ausgefüllt worden schehen solle, mindestens 150 Millionen Mart als nöthig besein, den er in Wirthshäusern, Vorzimmern oder Dienerstuben zeichnet worden waren. Am Sonnabend Morgen, als die Mannschaften der 6. Komp. Freilich, wie können im Zeitalter des des Inf.- Regts. Nr. 171 in Bitsch die Kaserne verließen, blieb ein aufgesammelt hat. Naiv, um nicht mehr zu sagen, flingt es, Militarismus die Millionen für Kulturzwede aufgewendet Retrut auf seiner Stube zurück und brachte sich mit einem Rafirwenn in dem Grunow'schen Auffaz S. 7 gesagt ist, Busch's Ge- werden! dächtniß hätte ihn nur in Einzelheiten im Stich gelaffen, und messer, das er von einem Kameraden geborgt, einen tiefen Schnitt darauf käme es nicht an; denn es ist kaum begreiflich, daß einem Kriege zurückfanien, führten sie, bei dem Einmarsch in die mißhandelt und eingesperrt worden zu sein. Seine Verlegung ist Köller's Triumphang. Wenn die römischen Imperatoren aus in den als bei. Der junge Mann ist elternlos und gab an, richten" vom 13. Oftober v. J., die Busch mehrere hundert Haupt- und Weltstadt Nom die vornehmsten der Kriegsgefangenen glücklicherweise teine lebensgefährliche. grobe Fälschungen und Fehler nachwies, noch die Stirn mit und diese mußten den Ruhm des Siegers durch ihre Ketten verhaben kann, von Einzelheiten" zu sprechen. herrlichen. Allein, niemand muthete ihnen zu, daß sie sich für ihre Nach unseren früheren Auslaffungen zu der englischen Retten und ihre Knechtschaft bedanken sollten. lebelthat Busch's brauchen wir uns mit Herrn Grunow nicht Das junterliche Mittelalter machte in dieser Beziehung einen Auf den Philippinen weiter zu befassen. Erwähnenswerth dürfte nur noch sein, daß Fortschritt, es zwang den Besiegten, sich vor dem Sieger demüthig scheint es in Folge der Annegionspolitik der Vereinigten Staaten Fürst Bismarck die von Herrn Grunow verlegten„ Grenzboten" zu beugen und ihm Ehren zu erzeigen. Die Gefangenen zwang man, wirklich zum Blutvergießen kommen zu sollen. Der Tagalenführer schon vor mehreren Jahren zurückgeschickt und sich beren fernere für die Gefangenschaft sich zu bedanken; und so lange das Aguinaldo hat, wie aus Manila berichtet wird, als Antwort Zusendung verbeten hatte." patriarchalische Regiment dauerte in Oesterreich bis noch vor auf die Proklamation des Generals Otis ein Manifest erwenigen Jahren mußte der zu Stockprügeln Berurtheilte, nach- laffen, in welchem er dagegen Einspruch erhebt, daß General Otis dem er sein Benfum aufgezählt bekommen, sich für die gnädigen sich selbst als Militärgouverneur der Philippinen bezeichnet, und Prügel unterthänigst bedanken. erklärt, daß er niemals sich damit einverstanden erklärt habe, die Unser Köller, dessen Zukunftsstaat im grauesten Mittelalter Souveränetät der Amerikaner anzuerkennen. Aguinaldo sagt, in der liegt, will diese schöne Gitte wieder beleben. Gestern geißelte er die Broklamation, welche General Merritt vor der Kapitulation der heute zieht er durch Nordschleswig und läßt sich von den Gegeißelten daß die amerikanischen Truppen nur gekommen seien, um die Nordschleswiger mit den Skorpionen der Geisel- Ausweisungen und Spanier erlaffen habe, sei ausdrücklich und feierlich erklärt worden, als Triumphator huldigen. Filipinos zu befreien. Er protestire deshalb im Namen des Allmächtigen gegen das unberechtigte Eindringen der Amerikaner. Die Eingeborenen bereiten sich mit fieberhafter Thätigkeit zum Widerstand gegen die amerikanischen Truppen vor. In den Straßen werden Barrikaden erbaut, auch haben die Eingeborenen Maßregeln getroffen, die Stadt in Brand zu stecken, wenn es ihnen nicht gelingen sollte, dieselbe erfolgreich zu vertheidigen. Die in Flo Flo befindlichen Fremden haben sich an Bord der Kriegsschiffe Wenn die" Hamburger Nachrichten", statt sich aus dem Grabe Wenn die„ Hamburger Nachrichten", statt sich aus dem Grabe Beschimpfungen herauszuwählen, lieber in ihren eigenen früheren Jahrgängen blättern würden, so könnten sie daselbst eine überschwängliche Huldigung für den authentischen Interpreten Bismarc's, für Moriz Busch finden. Entweder haben sie also damals geschwindelt, oder aber sie können es jetzt nicht vertragen, daß Busch uns Bis oder aber sie können es jetzt nicht vertragen, daß Busch uns Bis: mard nadt zu zeigen wagt. Janchze, Byzanz! Die Neujahrsadresse des Berliner Magistrats an den Kaiser ist wieder in einem Stil abgefaßt, der selbst einem abgehärteten Lataien einen Ohnmachtsanfall verursachen fönnte. Der Magistratsstilist unserer oberbürgermeisterlosen Stadt schwelgt wie folgt in tropischer Stilblüthenpracht: " In den Beginn des zweiten Dezenniums Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät so reich gesegneten Herrscherlaufbahn fiel, wie ein leuchtender Strahl aus fernen anderen Welten, jener völkerbeglückende Gedanke, der, von dem Beherrscher des großen Nachbarreiches zuerst ausgesprochen, bei Eurer Majestät freundliches Entgegenkommen, in deutschen Landen freudigen Widerhall fand. Möchte es Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät voller Thatkraft im Vereine mit den befreundeten Herrschern der zivilisirten Nationen gelingen, den glückverheißenden Gedanken, soweit es die Sicherheit und Würde der Nation gestatten und menschliche Verhältnisse es zulassen, der Verwirklichung näher zu führen. Haben doch Enere Majestät im heiligen Lande, angesichts des Schmerzensweges des erhabenen Stifters der christlichen Religion, den Völkern, Nationen und Konfessionen, die bei heißer Verehrung der heiligen Stätten oft genug des Grundgedankens des Christenthums uneingebent geblieben find, die unverrückbaren Grundlagen desselben, Duldung und selbstlose Nächstenliebe an allen Menschen, in zündenden Worten und hoheitsvollen Thaten wieder und wieder vor Augen gestellt! In dem Disziplinarverfahren gegen den Postschaffner Wolf in Braunschweig, der vom Landgericht zu Hannover zur Strafbersetzung und Kürzung seines Gehalts um ein Achtel verurtheilt wurde, weil er mit Sozialdemokraten an einem Tische gefeffen hat, hat der als Staatsanwalt fungirende Oberlandesgerichtsrath Bach in Braunschweig jetzt Berufung gegen das erstinstanzliche Urtheil ein gelegt. Ob es ihm vielleicht doch noch zu milde erscheint, womit das müssen? Was fangen wir aber dann mit dem Oberlandesgerichts Gericht geglaubt hat, das„ Verbrechen" des Postschaffners Wolf fühnen zu Nath Bach selbst an, so fragt unser Braunschweiger Partei Organ, derman höre und schaudere nicht mit einem sozialdemos kratischen Redakteur ganze zwei Monate unter einem Dache gewohnt hat? 4 Aus Hadersleben wird unterm 8. b. M. telegraphirt: Heute Abend traf der Oberpräsident der Provinz SchleswigHolstein, Staatsminister a. D. v. Köller, hier ein. Auf dem BahnHofe wurde derselbe von dem Landrath Mauve, dem Bürgermeister Dr. Köster und dem Stadtverordneten- Vorsteher Johansen empfangen. Eine große Menschenmenge erwartete die Ankunft des Oberpräsidenten auf dem Bahnhofe und auf den dorthin führenden Straßen. Für morgen sind von der Be- begeben. bölkerung große Festlichkeiten geplant. Morgen werden wir jedenfalls von dem überschwänglichen Jubel hören, mit welchem die Nordschleswiger sich für die empfangenen Fußtritte bedanken. Dem Telegraph nach find die Nordschleswiger GeschwisterKinder jener treuen Wesen aus Aachen, die eine anflehten: Gieb uns einen Fußtritt, o Fremdling!" Nur mit dem Unterschied, daß sie sagen: Gieb uns einen Fußtritt, o öller! In Wirklichkeit aber ist der ganze Bericht und sind die ganzen Festlichkeiten Schwindel. Herr b. Köller hat sich einen Triumphzug bestellt, das ist Alles. und warum sollte Herr v. Köller sich das Vergnügen nicht gönnen? eute fadelroth, morgen todt. In den Bereinigten Staaten werden Stimmen gegen die Gewaltmaßregeln laut. So hielt Bryan, der legtunterlegene PräsidentschaftsKandidat, in Chicago eine Rede, in welcher er sich gegen die Expansionspolitik aussprach. Die Kanonenboote Princeton"," Yorktown" und" Bennington" Aber die Regierung selbst macht mobil gegen die Filipinos. haben Befehl erhalten, nach den Philippinen zn gehen. Die " Bennington" befindet sich bereits auf dem Wege dorthin und liegt zur Zeit in Honolulu. Außer den bereits zur Abfahrt nach den Philippinen bestimmten Regimentern hat nun ein viertes reguläres Infanterieregiment Ordre erhalten, sich dorthin zu begeben. Die Fahrt wird durch den Suez- Kanal erfolgen. Kampf um Prekreform in Oesterreich. Wien, 8. Januar. Das Gott schütze mich vor meinen Freunden", so muß die preußische Regierung wirklich ausrufen. Die Norddeutsche Allgemeine Beitung", bie Ausweisungspolitik vertheidigend, Heute und morgen finden in ganz Oesterreich große DemonstrationsGleichwohl ist Herr Kirschner immer noch nicht Oberbürger- leistet sich folgende Mittheilungen über die dänische Preise in versammlungen statt, die neuerlich eine Bewegung auf Aufhebung meister! Was werden wir noch an„ leuchtenden Strahlen" magistrat Nordschleswig: des Zeitungsstempels ins Leben rufen. Man schämt sich im licher Schriftstellerei- das leuchtend" wird hinzugefeßt, auf daß Die dänische Presse ist heute in Nordschleswig so weit ver- Auslande, von dieser schmachvollen Sache zu sprechen. In Oesterreich man nicht etwa an X- Strahlen denken möchte erleben, wenn die breitet, wie nie zuvor, und die Zahl ihrer Blätter ist noch immer muß jedes Blatt, das einmal wöchentlich oder häufiger erscheint, von Zeit des Hangens und Bangens in schwebender Pein nicht bald im Zunehmen begriffen. Sie ist erst ein Erezugniß der neueren jedem Exemplar, das die Presse verläßt, einen Kreuzer Stempelaufhört. Jedenfalls ist der Verfasser von dem Schicksal Kirschner's Zeit, denn vor einem halben Jahrhundert gab es gebühr entrichten. Was das heißt, fann am leichtesten flar gemacht start ergriffen, wenn wir auch einen Theil des Schwungs auf das noch gar teine Zeitung in dänischer Sprache in werden, wenn wir anführen, daß die Wiener Arbeiterzeitung" im Bemühen des Autors setzen, der gesammten Welt der Schulpflichtigen Nordschleswig. Bis zum Jahre 1838 waren hier mur deutsche abgelaufenen Jahre nicht weniger als 90 000 Gulden, also etwa zu zeigen, wie man Anno 1899 patriotische Aufsätze schreiben müsse. Zeitungen vorhanden. Damals tomte in Schleswig- Holstein, 135 000 Mart, an Stempel gezahlt hat. Der Stempel wird auch Wir haben allerdings den Eindrud, als ob der Kaiser in seiner hinauf bis zur Königsau, ein Gebildeter ein dänisches von den nichtverkauften, ja selbst von den tonfiszirten Exemplaren Antwort den Auffaz mit einigen kritischen rothen Kreuzen und Buch oder eine dänische8eitung lesen. Heute, reichlich erhoben, der Staat macht bei Konfistationen, die eine zweite Auflage Strichen versehen hat- ein Trost für die Kleinen, die kein Talent dreißig Jahre nach der Deutschwerdung des Landes besteht im nöthig machen, ein fettes Stempelgeschäft. Begreiflicherweise werben für deutsche Arbeiten haben, daß selbst ein Stadt- Schulrath vor nördlichen Theile unseres Reiches eine feindlich gefinnte Tages- arme und billige Blätter, vor allem die Arbeiterpresse, von dieser feinem höheren Richter nicht mit der besten Note besteht. Der preffe, der man eine hervorragende, für das Deutschthum schädliche Plage am schwersten getroffen, während sie für die kapitalistische Kaiser verbindet nämlich mit seinem Danke für die freundliche Bedeutung nicht absprechen taim." Breffe einen fräftigen Schuß für ihre Monopolstellung bedeutet. So Aufmerksamkeit" den Wunsch, daß die städtischen Behörden Berlins Also friher, felbst unter dänischer Herrschaft, gab es in Nord- tommt es, daß die bürgerlichen Blätter den geitungsstempel niemals stets erfolgreich bemüht sein mögen, das Gemeinwohl der Bürger- schleswig teine dänische Zeitung und verstanden die Gebildeten kein ernstlich bekämpften und höchst vereinzelt ehrenhalber oder vielmehr schaft ohne Rücksicht auf politische und ton- Dänisch. Welches jammervolle Zeugniß stellen nun die obigen Mit- schandenhalber ein Wort darüber verlieren. Die Sozialdemokraten feffionelle Gegensäge zu fördern und auf allen theilungen der preußischen Kultur aus und der preußischen Politit, müssen auch hier fast allein den Kampf führen, obwohl es sich gewiß Gebieten der städtischen Verwaltung ,, besonders auch in sozialer wenn in den 34 Jahren, feitdem das Land preußisch ist, die nicht um eine spezifisch sozialdemokratische Forderung handelt. Viels und wirthschaftlicher Beziehung, Mustergiftiges dänische Literatur ständig vordringt. Einen stärkeren Beweis für mehr sind alle Barteien darüber einig, daß es Zeit sei, diese Dunimzu schaffen".die Schlechtigkeit der preußischen Nationalitätspolitik konnte heit endlich Tos zu werden, und es giebt fast keine Fraktion des das Regierungsblatt füglich nicht vorbringen. Abgeordnetenhauses, sogar die Polen nicht ausgenommen, die Saalabtreibereien während der letzten Reichstagswahl waren nicht einen dahinzielenden Antrag eingebracht hätte. die Veranlassung zu einem Beleidigungsprozeß, der, wie uns be- Schönste ist, daß unser derzeitiger Finanzminister Dr. Sa izt richtet wird, am legten Sonnabend vor dem Landgericht in Weimar als demokratischer Jungczeche im Kampfe gegen die Preßschweinereien vor sich ging. Der Redakteur der freisinnigen Weimarer„ Neuesten stets in erster Linie gestanden ist, ja daß er auch als Minister bei Nachrichten", Dr. Kindler, wollte vor der Reichstagswahl in dem jeder Gelegenheit die dringende Nothwendigkeit den Stempel aufweimarischen Orte Schwerstedt eine Versammlung abhalten. Der zuheben anerkannt hat. Ja er hat mehr gethan, er brachte am vor dem Beginn der Bersammlung depeschirte der Wirth ab und zwar schwand, als das Parlament eine Woche später geschlossen wurde und Wirth hatte ihm auch den Saal fest zugesagt. Aber einige Stunden 1. Juni vorigen Jahres sogar eine Regierungsvorlage ein, die den Stempel ab 1. Januar 1899 beseitigen sollte. Die Vorlage berauf direkte Veranlassung des konservativen Rittmeisters v. Helldorf der Ehreumann Kaizl brachte sie im Herbst nicht mehr ein; es hatte auf Schwerstedt. Hieraus entstand der Beleidigungsprozeß. In der der Ehrenmann Kaizl brachte sie im Herbst nicht mehr ein; es hatte Verhandlung führte der Vertreter des Rittmeisters aus: Derselbe habe ich nur um ein demagogisches Regierungsmanöver gehandelt. Der den konservativen Kandidaten von und zu Egloffftein bewogen, eine Finanzminister schützt natürlich vor, er könne die lumpigen zwei Die Aachener Jahresversammlung des Volksvereins für von ihm in Schwerstedt beabsichtigte Versammlung nicht abzuhalten, Millionen Gulden, die der Stempel trägt, nicht entbehren, während das katholische Deutschland nahm einstimmig eine Resolution an, weil dadurch nur Unzufriedenheit erregt werde". alle Welt weiß, daß Ueberschüsse in Menge da sind, die freilich möglichst worin die Zentrumsfraktion ersucht wird, bei der bevorstehenden Ab- Als die Sozialdemokraten dann später gekommen seien, versteckt und für militärische Zwecke bereit gehalten werden. In Wirklich änderung des Alters- und Invaliditätsgefeßes insbesondere die babe der Rittmeister auch diese Versammlung unmöglich feit will die Regierung die Aufhebung des Zeitungsstempels, die sie Herabsetzung der Altersgrenze und die Einrichtung lokaler Renten- 8emacht, indem er den wirth beeinflußte, das wie sie selbst weiß, nicht lange mehr aufhalten kann, benüßen, um ſtellen und in Beziehung auf das in Aussicht gestellte Geses zum noch die Freifinnigen gekommen seien, habe er es mit biefen ebenso neue Zuckerverschleißsteuer schmackhafter zu machen, das heißt, fie versprochene Lokal zurüdzuziehen. Als schließlich auch damit gewiffe Erhöhungen der Verzehrungssteuern, insbesondere eine Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses Sicherstellung und Bervollkommnung der Koalitionsfreiheit gemacht, was er übrigens als fein Recht ansehe; fein ber beftglosen Boltstlassen zu stimmen, indem sie thut, als ob das will den Regierungsparteien erleichtern, für diese schwere Neubelastung herbeizuführen. Zugleich begrüßte die Versammlung die von berater habe auch stets so gehandelt! die Bedingung für die Breßreform wäre. Ueber diesem anmuthigen Zentrumsfraktion eingebrachten Anträge über die eingetragenen Be- Aus Elfak- Lothringen, 6. Januar.( Eig. Ber.) Der Aus- Spiel vergeht Jahr um Jahr und der Stempel bleibt aufrecht. rufsvereine und über die Errichtung von Arbeiterkammern.weisungsturs wird hierzulande unverwandt weitergesteuert. Selbstverständlich könnte das Parlament, das, wie gesagt, in Anarchistisches. Die Verhandlung gegen den Schriftsteller Durch Beschluß der kaiserlichen Bezirkspräsidien von Oberelsaß und dieser Sache einig ist, oder wenigstens feinen Widerspruch wagt, mit Landauer wegen Beleidigung des Polizeikommissars Gott Bothringen sind dieser Tage wieder vier fremde Staatsangehörige, einem fräftigen Schnitt diesen Zopf abschneiden. Trotz aller schalt, welche am 11. d. W. zur Verhandlung kommen sollte und zwei Italiener und je ein Franzose und Luxemburger, aus dem Ge- latenten und offenen Obstruktionsnöthen, wäre die Sache, über die bei der der Fall Ziethen eine Rolle spielen wird, ist wegen Er- biete des Reichslandes ausgewiesen worden. ja tein Wort mehr zu verlieren ist, in einer Viertelstunde zu trankung des Vorsitzenden der 3. Straffammer bekanntlich bis auf Die Leser des Vorwärts" erinnern sich jenes tragischen Vor- erledigen, wenn die Herren nur wollten. Dazu den Anstoß Weiteres vertagt worden. Wie wir nun erfahren, war für den falles in einer Kaserne zu Mülhausen, wobei ein Gefreiter der zu geben, sind die Massenmeetings bestimmt, die heute und felben Tag ein anderer Anarchistenprozeß, gewissermaßen als Vorspiel, 8. Kompagnie des 4. badischen Infanterie- Regiments Nr. 112, der morgen zusammentreten. Es ist bemerkenswerth, daß diesmal die ebenfalls angesezt. Als Angeklagter in demselben figurirt- Johann mit einer Anzahl Kameraden nächtlicherweile einen Refruten Anregung nicht eigentlich von der politischen Partei, sondern von Most. Hier ist Landauer als„ Interessent" geladen. Seit im Bette überfallen und zu mißhandeln versucht hatte, von dem An- der gewerkschaftlichen Organisation der Buchdruder fommt. Der ungefähr sechs Jahren erhält Landauer aus Amerita regelmäßig ein gegriffenen mittels eines bereitgehaltenen Schustermessers nieder Stempel ist ja nicht nur eine politische Feffel, sondern hemmt auch Exemplar von Most's" Freiheit" unter Kreuzband zugestellt. Der gestochen und derart verlegt wurde, daß der Tod sofort eintrat. die Entwickelung der Zeitungsindustrie, die in feinem Lande so tief Staatsanwalt hat neuerlich Interesse daran gefunden, zu ermitteln, Das Kriegsgericht hat in dieser Angelegenheit nunmehr 14 der besteht wie in Oesterreich. Ueberdies sind unsere Schriftfeger ganz auf welchem Wege diese Beitung in die Hände Landauer's gelangt, theiligten Soldaten mit 2 bis 4 Wochen Arrest bestraft. Gegen den ernstlich von der Einführung der Sehmaschine bedroht und der und hat daraufhin ein Verfahren eingeleitet, bei dem Landauer als unglücklichen Thäter selbst, der allem Anschein nach in berechtigter Stempel hindert, daß sie in der natürlichen Fortentwickelung ihrer Zeuge fungirt. Ein auffälliger Umstand ist es jedenfalls, daß zur Nothwehr gehandelt hat, ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Industrie Ersatz finden. Darum haben sie die Initiative zu diesem Berhandlung für diese Angelegenheit die gleiche Zeit angesezt wurde, Sämmtliche Offiziere und Unteroffiziere der betreffenden Kompagnie neuen Ansturm ergriffen, der mit den heutigen Versammlungen wo die Beleidigungsflage des Polizeikommissars Gottschalt gegen sind versezt worden. teineswegs sein Ende finden wird. Die sozialdemo Landauer ihre Erledigung finden sollte. Chronik der Majestätsbeleidigungs: Prozesse. Der Loh- kratische Arbeiterschaft muß auch hier die Kriegskosten für eine rein Zu den Schutzmaßregeln gegen die Hochwassergefahr be- gerber F. in Wolfenbüttel ist wegen Majestätsbeleidigung zur des schlappen und chauvinistisch vernebelten Bürgerthums ist nicht zu die thätige Mithilfe richtet die„ Schlesische Zeitung": Die vom schlesischen Provinzialogis ausgesprochen haben soll. Dazu bemerkt das„ Wolfenb. rechnen, im besten Fall auf seine Sympathie. Aber unsere Partei die gebracht, die er vor etwa ausschuß in der Sigung vom 7. d. M. zu Ende geführten ausschuß in der Sizung vom 7. d. M. zu Ende geführten Verhand- Kreisblatt": Es scheint sich im legteren Falle wieder um einen fühlt sich stark genug, den Stein allein ins Nollen zu bringen. lungen mit der Staatsregierung über die Maßregeln zur er jener erbärmlichen Rache atte zu handeln, auf welche die hütung der wiederkehr von Ueberschwemmungen in Schlesien haben zu dem Ergebniß geführt, daß derselbe fich für meisten Anzeigen wegen Majestätsbeleidigung zurückzuführen sind. das neuerdings aufgenommene eingeschränttere Programm der Verbesserung der Flußläufe entschieden hat. Es ist im wesentlichen Militärisches aus Elsaß- Lothringen. beschlossen worden, dem Provinziallandtag den Vorschlag zu unterbreiten: Die Strafhaft des Rittmeisters Grafen von StolbergFalls der Staat für die Arbeiten zur Verhütung der Hochwasser- Wernigerode, der, wie erinnerlich, im September v. J. den gefahr im Gebiet der linksseitigen Nebenflüsse der Oder einschließlich Sergeanten Scheinhardt erstochen hatte und deswegen mit zwei Prag, 8. Januar. Von den deutschen Gastwirthen Tetfchens, der in der Provinz Brandenburg gelegenen Strecken des Bobers Jahren Festung bestraft wurde, scheint eine sehr milde zu sein. An Bodenbachs und mehrerer anderer Orte des Elbthales mit überund der Laufiger Reiffe, sowie einschließlich der damit im Zusammen- einem Nachmittag der letzten Woche konnte man, wie unferem reichs- wiegend deutscher Bevölkerung ist beschlossen worden, kein Bier hange stehenden Verbesserungen an der mittleren Oder, soweit die- ländischen Partei- Organ von glaubwürdiger Seite mitgetheilt wird, mehr aus der zur Herrschaft Tetschen gehörigen Brauerei zu befelben nicht schiffbar sind, einen Betrag bis zur Höhe von den Grafen in Begleitung eines anderen Herrn in Straßburg den ziehen, und zwar wegen der antideutschen Haltung des Besitzers der 80 Millionen Mart( vertheilt auf einen Zeitraum von etwa zehn Nikolausring passiren sehen. Beide Herren waren in Bivil und Herrschaft Tetschen, des Ministerpräsidenten Grafen Thun. Auch Jahren) zur Verfügung stellt, erklärt sich die Provinz zu einem Beitrag anscheinend auf einem Spaziergang begriffen. Seit einigen Wochen mehrere Gastwirthe in Dresden haben über das Bier des Grafen für die innerhalb Schlesiens zu verwendenden Summen bereit. Dieser hat die Stadt Straßburg auch die Ehre, den nach kurzer, in Freis Thun den Boykott verhänat. Defterreich- Ungarn. Wien, 8. Januar. Der Reichsrath ist auf den 17. Januar einberufen worden. Die Situation wird beim Zusammentritt des Reichsraths genau verwirrt sein wie zur Zeit der Vertagung. so Die Liga der Vaterländischen veröffentlicht eine zweite Liste ihrer Mitglieder, welche 1500 Namen umfaßt. Darunter befinden sich Mitglieder der Akademie, Advokaten, Professoren und Gelehrte.Italien. Ein neuer Krieg in Erythräa scheint bevorzustehen. Das Arigsministerium trifft Vorbereitungen, unverzüglich 20 000 Mann nach Erythräa abschicken zu können, sobald der Gouverneur Verstärkungen fordern sollte. Weiter soll ein besonderer Kredit von 14 560 000 Lire für Einführung eines neuen Schnellfeuergeschützes von der Kammer gefordert werden. Spanien. Die Konservativen arbeiten eifrigst an dem Sturz der Liberalen. Silvela hielt am Sonnabend eine Programmrede, in welcher er die Haltung Sagasta's während des Krieges mit den Ver= einigten Staaten tadelte. Dem armen ausgepowerten Volke will der Ministerpräsident in spe durch„ neue indirekte Steuern" aufhelfen. Weiter verlangte er eine Reform des Wahlrechts".Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. neue 0 und Frankreich. mannsordnung. Referenten: Die Abgeordneten Th. Schwarz und zwölf Vereine sind mit der Sammlung von Geldmitteln und der Paris, 8. Januar. Die Blätter sagen in ihren Besprechungen 28. Megger. 3. Das Koalitionsrecht. Referent: Abgeordneter Projektirung von Heilstätten befaßt. Zur Aufnahme von Lungenkranken des englischen Blaubuchs über Madagaskar, England scheine ent- b. Elm. 4. Der Arbeitsnachweis der Seeleute, Ref. P. Müller, Vor- zu einem billigen Pflegesat stehen zur Zeit in Deutschland einschlossen zu sein, gegen Frankreich Krieg zu führen; dieses müsse zender der Hamburger Mitgliedschaften. 5. Der Gerichtsstand der schließlich einzelner Privatanstalten 20 Heilstätten bereit. Leider ist daher für seine Vertheidigung Vorbereitungen treffen. Seeleute, Ref. P. Hoffmann. 6. Die Arbeiterschutzgesetze, Referent die weit überwiegende Mehrzahl der hier vorhandenen Betten für Schmalfeld. 7. Das Verlangen der Schiffsleute nach einer reichs- männliche Kranke bestimmt, so daß sich immer dringlicher das Begesetzlichen Kontrolle des Schiffsbaues und der Schiffe, Ref. W. Müller. dürfniß nach Anstalten für Frauen herausstellt. Hervorragend mit8. Die Bemannung der Schiffe, Referent P. Miller. 9. Die Juter- gewirkt haben auf dem Gebiete der Heilstättenbewegung die nationalität der Seeleute, Ref. A. Störmer. Die Geschäftszeit wird invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalten, die bereits drei auf die Stunden von 8-12 und von 2--6 Uhr festgesetzt. eigene Anstalten in Betrieb und drei weitere in Bau haben, darunter die der Invaliditäts Versicherungsanstalt Berlin in Beelitz als Theil eines großartigen, über 6 Millionen Mark erfordernden Anstaltsprojekts die der Versicherungsanstalt für die Provinz Brandenburg bei Kottbus. Projektirt Achtung, Textilarbeiter! Seit dem 2. Januar befinden sich sind derartige Heilstätten von Versicherungsdie in der mechanis hen Stiderei beschäftigten Arbeiter der Firma anstalten, doch allgemein haben die Versicherungsanstalten, welche Guttfeld u. o., Berlin, Andreasstr. 32, im Ausstand. Die mit dem Bau eigener Heilstätten noch zurückhalten, durch leihweise Firma hat in den letzten Jahren fortgesetzt die Lohnverhältnisse ver- Hergabe billiger Kapitalien die Sache wirksam gefördert. Die Beischlechtert. Wiederholt ist es vorgekommen, daß den Arbeitern spiele, daß die Gemeinden direkt der Errichtung von Heilstätten nähervon dem vereinbarten Afford Abzüge von 4 bis 5 Mart ge- treten, haben sich vermehrt. macht wurden und der Fabrikant bediente sich dann des Dem Zentralfomitee sind die Vertreter von 45 Städten neu beliebten Hinweises, Sticker verdienen überhaupt nicht mehr wie beigetreten. Die Gesammtzahl der Mitglieder hat sich auf 466 18 M. die Woche, wenn es Ihnen nicht paßt, dann lassen Sie die erhöht. Der Vermögensbestand betrug am Schluß des Jahres 1898 Arbeit liegen. Aber die Arbeitslöhne waren im Allgemeinen immer rund 250 000 M., bisher find 224 500 M. an Zuschüssen für Heilnoch günstiger als gegenwärtig. Es gelang hier und da Löhne von stätten- Unternehmungen bewilligt worden und 70 000 m. Zuschüsse 22-24 M. pro Woche zu erzielen und damit waren die Arbeiter zufrieden. in Aussicht gestellt. Wie Rußland abrüstet. Aus Sebastopol wird den Im Dezember 1896 fam es in Folge der fortgesetzten Lohnreduktionen Nachdem über den Stand der Heilstätten- Bewegung in den " Times" von einem Korrespondenten, der zwei Monate das euro- zum Streik, der aber, da die Arbeiter nicht organisirt waren, ohne Erfolg einzelnen Provinzen berichtet worden war, wurde auf die wichtigpäische Rußland bereiſte, gemeldet, daß in den dortigen beigelegt werden mußte. Fortgesetzt wechselten von dieser Zeit an teit des Kongresses hingewiesen, der zu Pfingsten in Schiffswerften mit fieberhafter Gile gearbeitet werde, daß die Arbeitskräfte und nicht selten mußten die Arbeiter mit 10 bis Berlin abgehalten werden wird. Der Kongreß wird fünf Fragen die Zahl der im Oktober und November dem Heere und der Flotte 12 Mart Wochenlohn nach Hause gehen. Größere Aufträge werden behandeln, für jede derselben wird eine besondere Abtheilung mit eingereihten Mannschaften die der früheren Jahre weit übertreffe, an die Strafanstalt in Konig vergeben und die hiesigen Arbeiter zwei Vorsitzenden eingerichtet werden; als Vorsitzende sind bestimmt: daß ferner Verstärkungstruppen so schnell wie möglich nach dem fernen müssen sich mit fleineren Aufträgen begnügen, wodurch der für die Besprechung über die Ausbreitung der Tuberkulose: Osten gesandt und die Besazungen an der russisch- türkischen Kautasus- Verdienst weiter herabgedrückt wird. Nach dem neuen jezt Direktor Köhler vom Reichs- Gesundheitsamt und Geh. Rath grenze fürzlich vermehrt worden seien. eingeführten Lohntarif wird die Aenderung der Muster, Dr. Krieger- Straßburg; Ursachen der Tuberkulose: Geh. Rath sowie auch das Fadeneinziehen bei der Punktirmaschine Prof. Koch und Prof. L. Fränkel; Verhütung der Tuberkulose: nicht bezahlt. Im Dezember vorigen Jahres wurde ein Prof. Gerhardt und Generaloberarzt Dr. Schjerning; ärztliche Die europäischen Mächte in China. Der amerikanische Ge- neuer Artikel( Sport- Chemisetts) eingeführt. Die Arbeiter ver- Behandlung: Prof. v. Ziemßen- München und Prof. Schrötterfandte in Peting theilte dem Staatssekretär telegraphisch mit, daß langten für diesen Artikel 2,25 bis 2,50 M. pro Dugend. Gezahlt Wien; Heilstättenwesen: Präsident Gäbel und Geh. Nath infolge des von dem amerikanischen und dem britischen Gesandten wurden 1,30 bis 1,75 M. Bei einer 91/2 stündigen Arbeitszeit er- Dettweiler- Kronberg. erhobenen Einspruchs, die chinesische Regierung sich weigerte, der langten die Arbeiter einen Wochenverdienst von 16 bis Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die Frage: Wie Forderung Frankreichs auf eine Ausdehnung seiner Jurisdiktion in 18 M. Die Beschwerde wurde von dem Fabrikanten mit den stellen sich die Gemeinden zur Heimstättenfrage?" Der erste Schanghai nachzukommen. Worten zurückgewiesen:„ Er könne nicht mehr bezahlen; aber wenn Referent, Oberbürgermeister v. Borscht aus München, bezeichnete Die englische Presse begrüßt den Ausgang der Shanghai- An- die Arbeiter nicht mehr verdienen können, so würde er etwas zu es für die nächste Zukunft als eine der wichtigsten Aufgaben der gelegenheit mit Freude. Die" Times" fagen, wenn auch der Plan legen." Dafür wurden aber die Preise bei diesem Artikel, der schon Gemeinden, durch Errichtung von Heilstätten mit einzutreten in den Frankreichs gescheitert sei, deshalb hätten die übrigen Nationalitäten so schlecht bezahlt war, noch um 10 bis 30 Pfennige pro Dugend Kampf gegen die Lungenschwindsucht. Der Korreferent, Landrath mit ihrem Plane noch keinen Erfolg. Sie hoffen, daß Deutschland reduzirt. Bate aus Saarbrücken, verbreitete sich zum Schluß über die Stellung und Japan England in der Shanghai- Angelegenheit unterstützen der kleineren Stadt- und Landgemeinden, die sich in dieser Frage hauptsächlich auf die Kreise würden stützen müssen. werden. Rußland. Afien. Partei- Nachrichten. Eine Konferenz der Sozialdemokratie von Reuf ä. 2., die am 6. Januar in Greiz abgehalten wurde und die von 5-600 Parteigenossen besucht war, schloß mit allen gegen drei Stimmen den früheren Expedienten der Reußischen Volkszeitung", Schenderlein, aus der Partei aus. Er hatte die reußische Partei durch üble Nachrede geschädigt, ferner ist er im Gegensatz zu den Traditionen der Sozialdemokratie bei seiner legten Verurtheilung zu einer fünfmonatigen Gefängnißstrafe um gnadigung beim Fürsten eingekommen, die ihm auch gewährt wurde, nachdem er zirka drei Monate der Strafe verbüßt hatte. Be= Aus der Schweiz. Das neue Jahr läßt sich für die schweizerische Sozialdemokratie recht gut an. In Bern ist ein wichtiger Schritt zur Wiedervereinigung der seit Jahren in zwei Lagern gespaltenen Partei gethan. Die Vertreter beider Fraktionen im Stadtrathe und Genosse Müller im Gemeinderathe haben in gemeinsamer Sigung die Bildung einer Fraktion beschlossen und gleichzeitig den Vorstand unter Berücksichtigung der bisherigen beiden Lager gebildet. Die Fraktion zählt 26 Mitglieder. Möge nun die Einigung auch in allen anderen Buntten recht bald gelingen. tostenlos frei: " Im neuen Jahre wurde eine Lohntabelle ausgehängt, die zur Ueberraschung der Arbeiter eine Lohnreduzirung von 20-37 pet. enthielt. Gegen diese Zumuthung machten die Arbeiter einmüthig Front und legten sämmtlich( 11 Mann) die Arbeit nieder. Bei den hier geschilderten Zuständen wird gewiß kein Arbeiter das Verlangen spüren, in diesen Betrieb einzutreten, und bitten die Ausständigen, den Zuzug fernzuhalten. werden um Abdruck gebeten. Die Arbeiterblätter Die Einreichung der Mitgliederverzeichnisse der Gewerkschaften, der Zu- und Abgang der Mitglieder, scheint jetzt allgemein vom Berliner Polizeipräsidium verlangt zu werden. In letzter Zeit haben viele Verbände, die bisher solche Angaben nicht machten, dahingehende Aufforderungen erhalten. Deutsches Reich. Zum Ausstand der Krefelder Weber wird berichtet: Am Sonntag fand eine von nahezu 2000 Personen besuchte Versammlung statt. In derselben wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Arbeiter das Gewerbegericht als Einigungsamt bezüglich der schwebenden Lohnstreitigkeiten in der Sammetbranche vorschlagen. " Gegen die Großbazare und Waarenhäuser hielt der ultramontane Reichstags- Abgeordnete Roeren auf der Aachener Jahresversammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland einen Vortrag, worin er an Stelle der zur Einschränkung der Großbazare und Waarenhäuser vorgeschlagenen Kapital-, Reingewinn-, Personalund Filialsteuer eine Steuer empfahl, die im Verhältniß zum Imsak immer höher steigen müsse. Wenn Magazine wie Bon Marché und Louvre in Paris, die einen Umsatz von 200 Millionen erzielten, nur eine Umsatzsteuer von 2 Millionen bezahlten, so sei das eben nur 1 pet. und viel zu wenig. Wenn man sage, er wolle eine Erdrosselungssteuer für diese Waarenhäuser, so scheue er sich vor diesem Schlagworte nicht, wo es sich um die Erhaltung oder den Ruin des ganzen Mittel- und Kleingewerbes handele. Wenn passe, dann müsse dies geändert werden. diese Besteuerungsart nicht in unser gesetzliches Steuersystem hinein erdrosselt" sehen möchte, warum schlägt er nicht gleich ein Wenn Herr Roeren die Großbazare und Waarenhäuser aber Gesetz vor, wonach dieselben verboten sind? U. A. w. g. ,, Der Zimmerer", das Organ des Zentralverbandes der Das Leipziger Gewerbegericht hatte im Jahre 1898 einen Zimmerer, erscheint in diesem Jahre in vergrößertem Format. Seine Rüd gang der Klagen zu verzeichnen. Es wurden insgesammt Formatvergrößerung fällt so ziemlich zusammen mit dem dreißigsten 3235 Klagen eingebracht gegen 3621 im Jahre vorher, wozu noch Polizeiliches, Gerichtliches 11. f. w. Geburtstag der modernen Zimmererbewegung. Vom 28. bis 17 Klagen kommen, die im Jahre 1897 nicht erledigt worden waren. Anerkennenswerth unparteiisch zeigte sich das Schöffen30. Dezember 1868 tagte in Braunschweig der erste Zimmerer- als Kläger traten 495( 264) Unternehmer gegen Arbeiter, 2734( 3349) gericht in Strasburg in der Ilfermart gegen zwei Sozialdemo- tongreß, der als der Ausgangspunkt der modernen Zimmerer Arbeiter gegen Unternehmer und 6( 8) Arbeiter desselben Unterfraten. Die Parteigenossen Brüsch und Lahr sow hatten Straf- bewegung in Deutschland gelten kann. Es sollten jedoch erst nehmers gegen einander auf. Von den Klagen wurden 1736( 2827) mandate über je 10 M. erhalten, weil sie eine Polizeiverordnung, Jahre vergehen, bevor die Zimmererbewegung zu einem Breßorgan durch gerichtlichen Vergleich, die übrigen auf andere Weise erledigt. betreffend die äußere Heilighaltung der Sonn- und gelangte. Am 1. Auguſt 1874 erschien der" Pionier, Organ der 16 Klagen find auf das neue Jahr übernommen. Feiertage, durch Vertheilung des„ Märkischen Land- sozialistischen Gewerkschaften. Die Fachpresse der Zimmerer begeht Die Verminderung der Klagen ist wohl in erster Linie darauf boten übertreten haben sollten. Das Schöffengericht, deffen Gut- also in diesem Jahre den 25. Geburtstag. Die zweite Nummer des zurückzuführen, daß die Gewerkschaften, die unter der Gunst des im scheidung sie anriefen, sprach beide mit folgender Begründung Rathstammer Blattes war faum erschienen, als durch Beschluß der Allgemeinen leidlich guten Geschäftsganges jetzt fräftig gedeihen, dem des Berliner Stadtgerichts die vorläufige Unternehmerthum mit immer steigenderem Erfolge Respekt vor den Das Bertheilen von Druckschriften sei wohl eine Arbeit und sie Schließung des deutschen Zimmererbundes ausgesprochen wurde. Abmachungen über das Arbeitsverhältniß beizubringen wissen. sei auch öffentlich bemerkbar gewesen, Für die Folgezeit bildete das einzige nun der„ Pionier" aber dennoch nicht Bindemittel unter den Zimmerern. Die definitive Schließung des geeignet, die Feiertagsstimmung des Publikums zu beeinträchtigen. Deutschen Bimmererbundes erfolgte durch llrtheil vom 20. März 1876. Tehte Nachrichten und Depelchen. Wenn unter den fünf Zeugen der Lederfabrikant de Frenne auf Befragen des Amtsanwalts erklärt habe, er hätte sich durch das Ver- Bald darauf, am 19. und 20. August 1876 tagte ein Kongreß deutscher Hadersleben, 9. Januar.( W. T. B.) Zu Ehren des Obertheilen am Todtensonntag in der für den Gottesdienst bestimmten Bimmerer, der eine zentralistische Organisation zu gründen beschloß präsidenten v. Köller tragen die Stadt und die Schiffe im Hafen Beit verlegt gefühlt, so doch nur deshalb, weil ihm die Angeklagten tion wurde nach Hamburg verlegt. Bei Erlaß des Sozialistengesetzes garnisonirenden Bataillons der Vierundachtziger dem Oberpräsidenten und sie„ Deutsches Bimmerergewert" taufte. Der Siz der Organisa Flaggenschmud. Heute Vormittag brachte die Kapelle des hier als sozialdemokratische Schriftenvertheiler bekannt gewesen verfiel die Organisation der Auflösung und versuchte der„ Pionier" nun ein Ständchen. Hierauf empfing Herr v. Köller eine Deputation seien. Das gleiche Gefühl würde ihn nicht überkommen sein, wenn nochmals mit seiner alten Praxis, die Gewerkschaften zusammenzuhalten; dänischer Landleute des Kreiſes, welche um Einstellung der es andere Schriften, vielleicht kirchliche Sonntagsblätter gewesen wären. Beides wäre aber nach dem Geseze gleichfiel. Bis zum 19. August 1883 tritt nun die organisationslose Zeit tonte, daß es währte aber nicht lange, bis auch er diesem Gesetz zum Opfer Ausweisungen von Dänen bat. Der Oberpräsident bebedeutend. Die Angeklagten seien daher freizusprechen und die für die Gewerkschaft ein, der mit der Gründung des Zentral- Bevölkerung, sondern gegen die dänische Agitation richten, die Ausweisungen sich nicht gegen die dänische Kosten des Verfahrens der Staatstaffe aufzuerlegen. verbandes der Zimmerer ein Ende bereitet wurde. Die Zimmerer- die infolge des Treibens der dänischen Presse und der In der Buchhandlung der Magdeburger Volks: funst", die vom Verband als Fachorgan eingeführt wurde, ist dann Agitations- Versammlungen einen unerträglichen Grad(?!) stimme wurde Sonnabend früh auf Beschluß des Amtsgerichts die im Jahre 1889 vom" Bimmerer" abgelöst worden, der somit in erreicht habe. Sobald die dänische Partei diese Agitation einstellen Kladde, das Kassabuch und das Hauptbuch beschlagnahm t. diesem Jahre auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann. würde, würden auch die Ausweisungen aufhören; ohne diese Vor- Eingestellt wurde das Verfahren, das gegen den verant wortlichen Stebatteur des Hamburger Echos", Genoffen find Differenzen ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. In der mechanischen Schuhfabrik von Wieluner in Liegnig bedingung sei aber an ein Abweichen der Staatsregierung von dem betretenen Wege nicht zu denken. Gustav Wabersty, wegen Beleidigung des Premier- find Wien, 9. Januar.( B. H.) Zu dem Stand der Krisis in Lieutenants v. Oppeln Bronikowski in Bernburg von Ungarn meldet heute die Neue Freie Presse":„ Mancherlei der Hamburger Staatsanwaltschaft anhängig gemacht war. In Mailand mußte am Montag der Verkehr der elektrischen Anzeichen deuten darauf hin, daß in den Wiener Minister-In Frankfurt a. M. hat der Parteigenosse Fiebig einen Straßenbahnen eingestellt werden, da die Angestellten die Arbeit Konferenzen die Frage der Sicherung des Ausgleichs int auf 15 M. lautenden Strafbefehl erhalten, weil er zwei ver- niedergelegt hatten. Die Verhandlungen, die eingeleitet wurden, Vordergrund der Erörterungen gestanden hat. Es heißt, daß storbene Mitglieder des Sozialdemokratischen führten zu dem Ausgleich, daß einem Ausschuß, in dem die Angestellten man an maßgebender Stelle geneigt wäre, die Demiffion Vereins nicht rechtzeitig bei der Polizei abgemeldet hatte. Fiebig und die Gesellschaft ihre Vertreter haben, die Beilegung der Streitig- Banffy's in dem Falle fich vollziehen zu lassen, wenn die ungarische wird richterliche Entscheidung beantragen. teiten übertragen ist. Opposition sich bereit erklärt und dafür Garantien bietet, daß ste Französische Streits im November. Das Arbeitsamt verder sofortigen Beschlußfassung über den Ausgleich keine Hindernisse zeichnete 25 Streits mit 2972 Theilnehmern gegenüber 17 Streits bereiten wird. Es handelt sich dabei nicht um das Ausgleichsmit 1231 Theilnehmern im November 1897. Die durchschnittliche provisorium, sondern um den Ausgleich selbst, wie er dem ungariHamburg, 9. Januar 1899. Durch den Vorsitzenden der Agitationskommission der Seeleute Von den 25 Konflitten erstreckten sich nur 3 auf mehr als einen Zahl der November- Streits in den letzten fünf Jahren beträgt 24. schen Abgeordnetenhause vorliegt." Turin, 9. Januar.( B. H.) Einer Meldung der„ Gazetta del P. Hoffmann wird der zweite deutsche Seemanns- Kongreß im Betrieb. Die Hälfte der Streiks, 13, betraf die Textilindustrie, trotz popolo" zufolge find 30 Unteroffiziere des Eisenbahn- Regiments, prächtig geschmückten Saale des Etablissements Elbpavillon" eröffnet. des im allgemeinen andauernden schlechten Geschäftsganges in dieser welche dem Betriebe der Strede Turin- Torrepellice zugetheilt waren, Zu Vorfizenden werden gewählt offmann- Hamburg und Branche. Die Ursachen der Streits: in 11 Fällen Kampf um verhaftet worden, weil sie seit längerer Zeit große Diebstähle aus Schmalfeld- Bremerhaven, zu Schriftführern Kohle Bremen, Lohnerhöhung, in 3 Fällen Abwehr gegen Lohnherabsetzung, in den von der Bahn zu befördernden Waarensendungen ausgeführt Bill- Kiel und Wa a d- Flensburg. Delegirte find anwesend aus einem Falle Verspätung in der Lohnauszahlung, in 3 Fällen haben. Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Flensburg, Lübeck und Stettin. Stampf gegen Lohnabzüge, in Lohnabzüge, in je einem Falle Kampf um London, 9. Januar.( W. T. B.) Heute Nachmittag fand hier Bon der sozialdemokratischen Reichstags Fraktion sind die Ab- Verkürzung der Arbeitszeit und gegen die Verlängerung der eine sehr zahlreich besuchte Versammlung der Anti- Sugargeordneten W. Megger und Th. Schwarz zu den Verhandlungen selben u. a. m. Ausgang der Streits: Von den 21 im No- Bounty League" statt. Es wurde einstimmig ein Beschlußbelegirt. Die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands ist vember und 10 vorher begonnenen Streits endeten 4 mit einem antrag angenommen, in welchem die Regierung ersucht wird, unvers durch ihr Mitglied Sabath, der Verband der Hafenarbeiter durch den Erfolg, 14 mit einem Ausgleich und 13 mit einem Mißerfolg. züglich ein Abkommen mit den Zucker produzirenden Ländern abzu schließen, durch welches die Zuderausfuhrprämien abgeschafft werden. " Zweiter deutscher Seemanns- Kongreß. D " Ausland. Soziales. Manila, 9. Januar.( Meldung des„ Reuter'schen Bureaus".) Oberst Patter, welcher mit Depeschen von Jlo Jlo hier an gekommen ist, berichtet, die Lage berichtet, die Lage sei dort noch sei dort noch äußerst 2. Vorsitzenden Kellermann, die Schiffszimmerer durch W. Müller, die Maschinisten und Heizer Deutschlands durch Kirschnick- Berlin vertreten. Auf die Einladung der Agitationskommission sind ferner noch erschienen: der bekannte Sozialpolitiker Professor Tönnies, der Kapitän Klegin, Schreiber verschiedener Schriften über die Verhält- Das deutsche Zentralkomitee zur Errichtung von Heil- kritisch; die Aufständischen hätten Barrikaden in den nisse im Seemannsleben. Der Verband der Seemaschinisten stätten für Lungenkranke hielt gestern im Reichskanzler- Palais zu Straßen errichtet und sollen sogar, wie es heiße, eine Menge hat die Obermaschinisten Bajewski und Rumpf ent- Berlin seine dritte Generalversammlung ab. Diefelbe wurde vom Petroleum in viele Häuser geschafft geschafft haben, damit das sandt. Schließlich ist noch der Vorsitzende der deutschen Reichskanzler eröffnet. Dem Geschäftsbericht, den der Generalsekretär ganze Geschäftsviertel zerstört werde, sobald die Amerikaner Seemanns- Mission Pastor Jungklaussen der Einladung gefolgt. Stabsarzt Dr. Pannwig vorlegte, war zu entnehmen, daß sich das Feuer eröffnen sollten. Die Fremden flüchteten an Bord des Nicht gefolgt find der Einladung die Deputation für Handel und zur Zeit in Deutschland 33 Vereine mit der Schaffung von britischen Kreuzers Bonaveneure" und die Banten schafften ihre Schifffahrt in Hamburg, die Vereine Hamburger Rheder, der See- ungen Heilstätten beschäftigen. Acht dieser Vereine, dar: Bestände ebenfalls dorthin. Die Proklamation Mac Kinley's sei schiffer, der Seesteuerleute, der Stewards und eines Maschinisten- unter der Volksheilstätten- Verein vom Rothen Kreuz in Berlin, von den Filipinos mit Spott aufgenommen worden. bereins. Die Tagesordnung des Kongresses wird, wie folgt, fest haben eigene Anstalten in Betrieb. Den Bau derartiger Anstalten Schanghai, 9. Januar.( W. T. B.) Die Forderung einer Ergesezt: 1. Die Lage der Seeleute an Bord und an Land. Ref.: werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 1899 fertigstellen: zehn weiterung der hiesigen französischen Niederlassung ist vom A. Störmer, Borsigender des Verbandes der Seeleute. 2. Die See- Vereine, darunter der Berlin- Brandenburgische Heilstätten- Verein; französischen Gesandten in Beting zurüdgezogen worden. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 8. 16. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dieuſlag, 10. Januar 1899. 1898 in England. ( Schluß.) Tohales. " auf diesen, der in einiger Entfernung geblieben war, mit der Aufforderung zu, sich zu legitimiren. Der Angeredete zog darauf eine Marke aus der Tasche und steckte sie schnell wieder zu sich. Hiermit Die Arbeiterinnen werden darauf aufmerksam gemacht, daß erklärte sich Drogowski noch nicht befriedigt; er verlangte die Marke morgen, Mittwoch, in den Arminhallen eine große öffentliche Ver- genau zu sehen. Beide gingen nunmehr an eine Straßenlaterne 3. Der Sozialismus und die Arbeiterbewegung. sammlung stattfindet, in welcher Frau Lily Braun über" Die deutsche und der Fremde zog hier nochmals das Erkennungszeichen hervor. Die Arbeiterbewegung des Jahres 1898 hatte seit Januar die Frau am Ende des 19. Jahrhunderts" sprechen wird. Ferner wird als dies geschehen, sagte Drogowski zu dem Manne: Wissen Sie, Austragung des großen Kampfes im Maschinenbau- sich die Versammlung mit der Frage beschäftigen: Wie stellen wenn Sie wirklich Beamter sind, dann verlange ich, daß Sie Gewerbe zu verzeichnen. Wie fast alle größeren Kämpfe der sich die Berliner Arbeiterinnen zur Gründung mich arretiren". Als er diese Worte gesprochen, schlug er dem letzten Jahre endete er mit einem Kompromiß. Die Arbeiter zogen eines Arbeiterinnenvereins?" die Achtstunden- Forderung zurück und gaben in der Frage der Beamten so heftig auf die Schulter, daß dem Manne der Hut, voni Maschinenbesetzung nach. Die Unternehmer erkannten das Recht der Arbeiter Bildungsschule. Die zu heute Dienstag ange- Stopfe fiel. Im felben Augenblick zog auch der Kriminalschutzmann Gewerkschaft an, bei allen Tarifänderungen 2c. gehört zu werden, und fündigte Versammlung findet am Donnerstag, den 12. Januar, feinen Revolver aus der Tasche und feuerte ihn in zwei Schritt vereinbarten Bestimmungen mit ihr, wie in Zukunft diese Verhandlungen Abends 8 Uhr, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29, statt. Reichstags- Entfernung auf Drogowski ab. Dieser fant, in die rechte Brustseite geführt werden sollen. Es wird von der Gewerkschaft anerkannt, Abgeordneter Be bel wird Vortrag halten über„ Die handelsgetroffen, mit den Worten:" Ich bin geschossen, nehmt den Mann fest" nieder und verschied auf dem Transport zur daß der Unternehner- Verband bisher seine Versprechungen loyal politische Entwickelung Die Bibliothek ist zur Erde gehalten und vielfach Fabrikanten, die ihnen zuwider handeln Mittwoch, den 11. Januar, Abends von 8-9 Uhr in der Annen- Unfallstation. Bis dahin waren nur die beiden Begleiter des Drogowski, die ihn in eine Droschte packten, und eine unbekannte wollten, zum Nachgeben bewogen. Die Gewerkschaft hat sich von straße 16 geöffnet. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein den Verlusten, die der dreißig Wochen währende Kampf gekostet, Person, die sich später als ein Herr Max F. aus der Stromstraße 62 schnell erholt und in einer ganzen Anzahl Industriezentren Lohnauswies, unmittelbar Zeugen des Vorganges gewesen. In etiva erhöhungen von 5-10 pCt. durchgesetzt, wozu allerdings in erster Nieder- Barnim,„ Nord- End", verzeichnete Lokal der Wwe. Schonert Auf der Unfallstation stellte sich später der Kriminalbeamte in BeZur Lokalliste. Das in der Tezten Lokalliste unter Kreis zwanzig Schritt Entfernung befand sich ein uniformirter Schußmann. Reihe die Massenbestellungen für die Marine das Ihrige beigetragen gehört zu Stralau. haben. gleitung des Schuhmanns ein und sprach sein Bedauern über den Das zweitgrößte Ereigniß war der unglücklichen Verlauf des Vorfalles aus. Kohlenarbeiter Streit in Süd Wales, Der Vorstand. Die Untersuchung wird hoffentlich Aufklärung darüber bringen, welche Mittheilung die richtige ist. Militärisches. 11ns kommt ein Briefumschlag zu Gesicht, der vom 2. Berliner Bezirkskommando versendet worden ist und auf dem die eigenartige Aufschrift zu lesen ist: Die Reservist Dissident Gustav.... Berlin... besondere Angabe des Religionsverhältnisses des Reservisten ist, wie wir annehmen, nicht geschehen, um denselben irgendwie als einen Abtrünnigen an der Väter Glauben zu kompromittiren, sondern wahrscheinlich hat die betreffende Bezirkskommandostelle das Wort Diffident als Vorname oder als Berufsangabe angesehen. beschwerdeführend an das Polizeipräsidium gewandt, um eine Zurüc Ella Golk, deren Auftreten verboten worden ist, hat sich nahme des Verbotes zu erzielen. ,, Das letzte Jahr des Jahrhunderts" der am 11. April ausbrach und bis Mitte September danerte. Die begonnen hat. Es ist aber nicht das letzte, sondern das zweitlegte so wird fast in allen Zeitungen das Jahr genannt, welches vor 8 Tagen Ursache war die Kündigung des in Süd- Wales bestehenden gleitenden des Jahrhunderts, und daß der Irrthum entstehen konnte, erklärt sich Lohutarifs von Seiten der Arbeiter und die Forderung einer Lohn- nur aus dem, in unserem Zahlensystem begründeten Umstand, daß erhöhung von 10 pCt. nebst Anerkennung eines Mindestlohnes. Außer das letzte Jahr eines Jahrhunderts bereits den Namen des einer kleinen Lohnerhöhung schlugen die verbündeten Unternehmer folgenden Jahrhunderts trägt gerade wie die letzte Bahl der Behner alles ab, nur eine Anzahl außerhalb des Verbandes stehender Gruben schon 20, die letzte Zahl der Zwanziger schon 30 heißt und so fort. ließ die geforderte Erhöhung eintreten. Dies half den im Uebrigen Um den Irrthum bezüglich des angeblich letzten Jahrhunderts zu fehr schlecht organisirten Arbeitern den Kampf führen, verhinderte begreifen, braucht man nur das erste Jahr des folgenden aber nicht, daß fie ihn nach fünfmonatlichem hartnäckigen Wider Jahrhunderts zu nehmen. Wenn das gegenwärtige Jahr 1899 das stande aufgeben inußten. Eine Lohnerhöhung um 5 pet. Legte des neunzehnten Jahrhunderts wäre, müßte folgerichtig das und die bedingte Zusicherung eines Mindestlohnes auf Jahr 1900 das erste des zwanzigsten Jahrhunderts sein. Das vier Jahre ist alles was ste erzielten. Im Uebrigen ist es aber nicht, denn es giebt doch nicht zwei erste bleibt der Wandeltarif in Straft und außerdem haben Jahre des Jahrhunderts. Und daß 1901 das erste Jahr des fich die Arbeiter dazu verstehen müssen, auf die Fortdauer des bisher zwanzigsten Jahrhunderts ist, das weiß jeder, der das Einmaleins Zum Morde in der Tegeler Straße. Die Recherchen der üblichen monatlichen Extra- Feiertages zu verzichten( was übrigens kennt und aus ihm gelernt hat, daß jede Bahlenreihe von Zehnern, Kriminalpolizei haben durch die am Sonntag erfolgte Verhaftung ihrer Organisation nur vortheilhaft sein dürfte). Der Streit ver- Hunderten, Tausenden 2c. mit einer 1 anfängt. eines Arbeiters dazu geführt, den Eigenthümer der Kette, welche anlaßte die Regierung, Militär in das betroffene Gebiet zu schicken, Der Irrthum bezüglich des letzten Jahres eines Jahrhunderts die Diebe zum Herausreißen der Fenstertraillen benutzten und auf was von den Arbeitern als cine Insulte empfunden und nach einiger ist übrigens uralt; er hat schon vor 100, vor 200, 300 und dem Thatort zurückgelassen haben, zu ermitteln. Schon am Freitag Zeit auch wieder zurückgenommen wurde. Der Versuch des Arbeits- mehr Jahren eine Rolle gespielt. Und im Jahre 1800, voriger Woche wurde der Polizei Mittheilung gemacht, daß sich amtes, durch einen Abgesandten eine Vermittelung herbeizuführen, also zum Anfang unseres Jahrhunderts, hat er eine förm ein im äußersten Norden der Stadt wohnender Arbeiter, der begegnete der heftigsten Opposition der Unternehmer, die keinem liche Literatur erzeugt. Unsere Borfahren wollten mit Gewalt um feit geraumer Zeit beschäftigungslos sei, durch Aeußerungen über Dritten eine Einmischung zugestehen wollten, während die Ver- ein Jahr zu früh aus dem achtzehnten Jahrhundert heraus, das den Mord in einer Kneipe verdächtig gemacht habe. Es wurde treter der Arbeiter das Anerbieten des Arbeitsamts bereitwilligst an- ihnen außer auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft nicht durch die Polizei festgestellt, daß der Arbeiter ein schon oftmals nahmen. viel Gutes gebracht hatte, wohl aber sehr viel des Schlimmen und wegen Diebstahls bestrafter Mensch ist. Vorgestern Vormittag nun Während des Kampfes wurde von den ausständigen Arbeitern Unchrenvollen. bemerkte der Kriminalschutzmann L. in einem Lokal der Antonstraße beschlossen, eine wichtige Organisation zu bilden und sich dem den L., dessen man bisher nicht habhaft werden konnte und er großen Bergarbeiter- Berband von Großbritannien anzuschließen. In der Angelegenheit des Berlin: Stettiner Großschiff forderte ihn auf, mit nach der Revierwache zu kommen. Dort konnte Doch geht das Organisationswerk langsamer vorwärts als ursprüng- fahrts- Kanals veranstalten die Aeltesten der Kaufmannschaft zu er sein Alibi in der Mordnacht nicht nachweisen. Schließlich erlich gehofft wurde. Berlin, wie mitgetheilt wird, gegenwärtig eine eingehende statistische mittelte man, daß er zuletzt in der Koch'schen Faßfabrik in der Der Nationale Bergarbeiter Verband seinerseits Enquete über die Entwickelung der industriellen und landwirth Antonstraße beschäftigt gewesen war. Nunmehr begab sich der hat den guten Geschäftsgang ebenfalls ausgenutzt und eine Er- schaftlichen Betriebe innerhalb der letzten zehn Jahre in einem Beamte dorthin und entdeckte, daß an einem auf dem Hofe stehenden neuerung des fog. Rosebery- Vertrages mit den Unternehmern erzielt, Umkreise von 20 Kilometern um Berlin. Durch eine gerade Linie, Wagen die Hemmkette fehle. Diese fehlende Kette ist mun von der ihnen auf drei Jahre einen Mindestlohn sichert und zunächst auch welche Berlin vom Prenzlauer zum Halleschen Thore durchschneidet, den Eigenthümer als identisch mit der von der Polizei beschlageine kleine Lohnerhöhung brachte. Diese wird indeß von einem ist der Kreis, innerhalb dessen die statistischen Erhebungen vor- nahmten refognoszirt worden. Ob der verhaftete Arbeiter bei der großen Theil der Arbeiter für ungenügend erachtet, und so genommen werden, in eine östliche und eine westliche Hälfte ge- That betheiligt ist, fonnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden; man wird das neue Jahr in seinen ersten Wochen eine Konferenz auf schieden. Für jeden einzelnen der in Betracht kommenden in hofft aber, durch Zeugenvernehmungen, die für gestern im PolizeiGrund jenes Vertrages sehen, auf der die Forderung einer weiteren dustriellen und landwirthschaftlichen Zweige werden die statistischen Präsidium angesetzt waren, Näheres zu erfahren. Erhöhung um 10 pet. verhandelt werden soll. Von anderen Be- Daten in den Bureaus der Berufsgenossenschaften zusammengestellt. Werfführer Haseloff wurde vorgestern Nachmittag unter großer Bea Be- Daten wegungen sei ein Kampf der Möbelarbeiter in Schottland erwähnt, Die Tabelle wird nach ihrer Fertigstellung ein zuverlässiges Bild theiligung von Bekannten, Freunden und früheren Arbeitskollegen der zu einer verlängerten Aussperrung der Gewerkschaftsmitglieder davon geben, welcher Theil Berlins und seiner Umgebung, der öst- auf dem Neuen Nazarethkirchhof zur letzten Ruhe bestattet. Auf dem führte. Schottland war ferner längere Zeit der Schauplatz eines liche oder westliche, sich innerhalb der letzten zehn Jahre schneller Stirchhofe bemerkte man einige Berliner Kriminalbeamte und heftigen Boykotts der Geschäftsleute gegen die Arbeiter und intensiver in Bezug auf Industrie und Landwirthschaft Reinickendorfer Gendarmen, die scharf auf verdächtige Personen UmKonsumgenossenschaften, der mit einem vollständigen entwickelt hat. Zur Beurtheilung der Frage, ob die Ost- oder West- schau hielten. Verhaftungen erfolgten aber nicht. Siege der Letteren endete. linie des Kanals vorzuziehen sei, dürfte diese Statistit wesentlich Im Ganzen war das Jahr 1898 den englischen Arbeitern beitragen. günstig. Einzelne Geschäfte gingen zurück, aber in der Mehrzahl der Geschäftszweige war der Geschäftsgang gut. Nach der„ Labour Von einem Kriminalschuhmann wurde Sonntag früh Morgens " Gazette" vom Dezember betrafen die in den ersten elf Monaten der 23 Jahre alte, verheirathete Arbeiter Karl Drogowsky in des Jahres zur amtlichen Kenntniß gekommenen Lohnänderungen der Neuen Hochstraße erschossen. Der amtliche Polizeibericht besagt 930 000 Arbeiter und war der Durchschnitt 1 Schilling 63/4 Pence darüber Folgendes: wöchentlich Erhöhung der Arbeiter. Die entsprechenden Zahlen für 1897 waren 576 000 Arbeiter und 1 Schilling Erhöhung. Auch die meisten Organisationen wiesen einen guten Fortgang auf. Die Frage der Zusammenschließung der Gewertschaften in einen großen Föderativbund ist noch nicht zur Entscheidung gelangt, sondern soll auf einem Spezialfongreß, der am 24. Januar in Manchester zusammentritt, verhandelt werden. Die vorherrschende Stimmung ist gegen allzu heroische Beschlüsse. Aus-Der ermordete Ein Einbruchsdiebstahl ist Sonntag Abend in dem Bureau der Packetfahrt- Gesellschaft Rosenstr. 15 verübt worden. Die Diebe erschafften sich aus dem Keller Zugang in den Briefträgersaal, welcher mit den eigentlichen Bureauräumen in Verbindung steht. Hier erbrachen sie das Pult des Bureauvorstehers, aus welchem sie 600 M. in Baar stahlen. Sie haben anscheinend mit großer Hajt gearbeitet, da sie eine größere Geldsumme, die sich in demselben Schußmann Müller vor dem Hause Neue Hochstraße 54 von mehreren Hause ein fast ganz gleichartig ausgeführter Diebstahl, bei welchem Gestern früh 4 Uhr wurde der bei der Sittenpolizei stationirte Bult befand, liegen ließen. Vor etwa sechs Wochen ist in demselben Strolchen, welche lärmend die Neue Hochstraße entlang zogen und die Einbrecher ebenfalls nur baares Geld mitnahmen, verübt von dem sich durch Vorzeigung seiner Erkennungsmarte legitimi worden. renden Beamten mehrmals zur Ruhe verwiesen wurden, thätlich angegriffent. Mit den Straßensperrungen wird es immer reizender. Die Der Beamte erhielt einen Faust schlag gegen Bolizei giebt bekannt: Anläßlich der am 11. d. Mts. im hiesigen die rechte Kopfseite und zog hierauf den Revolver und schoß auf seine Angreifer. Angreifer. Hierbei wurde der Arbeiter ustgarten stattfindenden Parade des Kaiser Franz- Garde- Grenadierbildung und Vervollkommmmg der großen Industrieverbände wird Karl Drogowsky, Malplaquetstraße 17 wohnhaft, der zu den Regiments werden der Lustgarten, die Schloßfreiheit, die Schloß Vormittags ab Strolchen gehörte, in die rechte Brustseite getroffen und ver- und die Kaiser Wilhelm- Brücke etwa von 114 Uhr Vormittags ab starb auf dem Transport nach der Unfallstation in der Lindower- bis nach beendeter Barade für jeglichen Verkehr gesperrt. straße. Durch einen Sturz vom Kutschbock ist Montag Morgen der Weiterhin wird über den traurigen Vorfall gemeldet: Dro- 60 Jahre alte Droschkentutscher Georg Bricke aus der Drontheimer gowsky war wegen verschiedener Vergehen schon mehrfach bestraft Straße Nr. 3 schwer verunglückt. B. hatte eine Nachtfuhre nach und war seit Oktober arbeitslos. In der Nacht zum Sonntag be- Charlottenburg. Als er um 5 Uhr zurückkehrte, fuhr er am Branden suchte er mit mehreren Begleitern eine Anzahl Schankwirthschaften, burger Thor wahrscheinlich in Schlaftrunkenheit gegen einen Prellzuletzt in der Chauffeestraße. Gegen 4 Uhr Morgens ging er mit stein. Bei dem Anprall flog er vom Bock und blieb neben dem drei anderen Männern die Chauffeestraße entlang nach der Liesen- Pferde liegen. Ein Schutzmann des 3. Reviers brachte den Veranbetrifft, so können auch ihre Mitglieder im Ganzen mit Besstraße zu. Alle vier waren angetrumfen, fangen und johlten unglückten in ein Strantenhaus. Hier stellte sich heraus, daß er sich friedigung auf das Jahr zurückblicken. Es fing nicht sonderlich gut und machten großen Lärm. Der Kriminalschutzmann Müller am Kopfe schwer verletzt hat. als der nächste Schritt zum Ziel betrachtet. Die in den Mittelgraffchaften Englands aufgekommene Bewegung der Tarifverbände( Gewerbe- Allianzen), wo Unternehmer organisationen und Arbeiterorganisationen eine Art Gegenseitigkeitsvertrag schließen, mur Verbandsmitglieder zu beschäftigen bezw. nur bei solchen zu arbeiten, und ständige Lohnkomitees bilden, zeigte ebenfalls ein Wachsthum. Was die sozialistische Bewegung an, und im Sommer brachte eine Nachwahl in Reading, wo Genosse forderte sie auf, sich etwas ruhiger zu verhalten. Die Antwort war Quelch von der sozialdemokratischen Föderation kandidirte, eine eine Fluth von Schmähungen und unfläthigen Redensarten. Der Von der Staatsanwaltschaft ist die Leiche er Wittive Amalie große Enttäuschung. Dagegen fielen die Munizipalwahlen Beanite ging weiter und bog in die Liefenstraße ein. An der Ecke Boigt geb. Bockmann vom Weidenweg 33 beschlagnahmt worden. im November um so günstiger aus. Eine ganze Reihe von Sigen der Neuen Hochstraße holten die vier Männer, die mit Stöcken be- Die 75 Jahre alte Frau, die bei ihrem unverheiratheten Sohne wurden erobert und fast überall erhielten die Sozialisten beträcht- waffnet waren, ihn ein und rückten ihm auf dem Leib. Drogowsky wohnte, war seit dem letzten Sommer nervenleidend. Als der Sohn lichen Stimmenzuwachs, sodaß auch die Aussichten für die kommenden that sich besonders hervor. Müller machte seine Gegner wiederholt vorgestern Morgen von einem Ausgange heimkehrte, lag sie todt in Parlamentswahlen sich sehr verbessert haben. In Eleanor darauf aufmerksam, daß er Kriminalbeamter sei, und zeigte zum der Wohnung." Ein Arzt konnte die Todesursache nicht feststellen. Mary, Dr. Richard Pankhurst und W. G. Pearson Beweise dessen auch seine Erkennungsmarke. Drogowsky drang nun verlor der britische Sozialismus drei vortreffliche Kämpfer, die jeder erst recht auf ihn ein, beschimpfte und verhönte ihn. Dirnen und zu schlossen die Absendung von Petitionen an den Magistrat und die Die Berliner Gemeindebeamten( Bureau- Hilfsarbeiter) bes in seiner Sphäre Außergewöhnliches leisteten und an Üneigennügig hälter, die dazutamen, stachelten die Angetrunkenen noch weiter auf. Stadtverordneten- Versammlung, in denen um Auszahlung des feit und Hingebung kaum übertroffen werden konnten. Die Lage wurde für den Beamten, der sich allein einer ganzen Rotte Gehaltes in vierteljährlichen Raten pränumerando gebeten wird. Die Vereinigung der Sozialisten zu einer einzigen Partei- gegenüber befand, sehr ernst. Er zog feinen Revolver und Organisation ist noch nicht vollzogen. Aber eine starte Annäherung ließ seine Angreifer nicht darüber im Zweifel, was ihnen bevor- Das Polizeipräsidium theilt mit: In der Nacht vom 12. zum in der Auffassung und Taktik fann festgestellt werden, wozu u. A. stehe, wenn sie nicht Vernunft annähmen. Als statt dessen die Menge 13. oder vom 19. zum 20. November 1898 ist einent unbekannten gerade die Thatsache beigetragen hat, daß die Gemeinde, Schul- den Beamten thätlich angriff, feuerte Müller ab, und tödtlich in die Manne in der Köslinerstraße ein Portemonnaie mit über 1 Mart und Armenräthe fich als ein fruchtbares Feld sozialistischer Thätig Brust getroffen brach Drogowsky vor dem Hause Neue Hochstr. 54, Inhalt aus der Tasche gestohlen worden. Da der Dieb ermittelt teit erwiesen haben. In diesen Körperschaften arbeiten oft Sozialisten dicht an der Liesenstraße, zusammen. Uniformirte Beamte des worden ist, wird der Geschädigte ersucht, sich in den Vormittags beider Fraktionen harmonisch miteinander, wie sie auch bei den 82. Reviers tamen dazu. Während einige den Auflauf zerstreuten stunden im Polizeipräsidium, Zimmer 35, zu melden. Wahlen zu ihnen entweder sich das Feld theilten oder von Anfang und mehrere Personen festnahmen, brachten andere den Schwerveran gemeinsam fömpften. Daß Sozialist gegen Sozialist stand, ist wundeten nach der nächsten Unfallstation. Hilfe gab es indessen Restaurant, Münz str. 17, fand gestern Nacht statt, welches nicht Abermals ein Einbruchsdiebstahl im Friebös'schent nirgends in England vorgekommen. nicht mehr. Drogowsky war bereits todt. Die Leiche wurde nach der 7., wie fürzlich gemeldet, sondern der 14. innerhalb der letzten Was die nächsten Jahre für den Sozialismus in England dem Schauhause gebracht. bringen werden, hängt theils von der Entwickelung der industriellen Verhältnisse ab, die wieder bestimmt werden durch die Lage des immerhin nicht derart aufzufaffen, wie die Tödtungen von fliehenden letzten Freitag erfolglos versucht; vielleicht hatte dieser nur den Zweck, Wenn der Fall so liegt, wie gemeldet worden, so ist er ja zwei Jahre ist. Nachdem erst ein Einbruch am 4. d. M., über Sen wir seiner Zeit berichteten, stattfand, wurde ein solcher Weltmarkts und der Weltmarktskonkurrenz, theils von der Gestaltung Menschen durch Militärposten, Thaten, aus deren Anlaß in Betracht die von Herrn Friebös getroffenen Sicherheitsvorkehrungen auszu der Dinge in der liberalen Partei. Dauert der innere Hader fort, tommende Soldaten bekanntlich zu Gefreiten befördert worden sind. baldowern, zwecks Erleichterung des vorige Nacht geplanten Einbruchs. so liegt es auf der Hand, daß die sozialistische Bewegung in jeder Nach der Aussage einiger Augenzeugen soll sich der Vorfall Weise Vortheil von ihm ziehen muß. Wird er überbrückt, was das anders zugetragen haben, als hier mitgetheilt worden. Danach ist nachdem die von dem Garten aus nach dem Lokal führende Wahrscheinlichere ist, so ist zwar trotzdem auf einen Fortgang der die aus drei Personen bestehende Gesellschaft, in der Drogowski sich Speisen und Getränken, wovon sie auch mehreres mitnahmen. Thür erbrochen war, labten sich die Einbrecher an den vorgefundenen Abgabe von Kräften an die sozialistische Bewegung zu rechnen, aber befand, Morgens gegen 4 Uhr die Chausseestraße hinaufgegangen. Dann erbrachen sie die Geschäftskasse, wurden aber in ihren Erdas Zeitmaß wird natürlich ein langsameres sein. Viel kommt indeß Hier haben die Leute sich ein Vergnügen daraus gemacht, mit ihren wartungen getäuscht, da sie nur einige Mart Wechselgeld vorfanden. auch darauf an, in welcher Art der Zwist der Liberalen entschieden Stöcken heftig auf die Trottoirplatten zu schlagen. Ein Mann in wird, bezw. welche Richtung in dieser aus so verschiedenen Elementen Zivilkleidung verbot ihnen dies, indem er bemerkte, daß er Kriminal- Durch Studenten wurde am Sonnabend der 64 Jahre alte zusammengesetzten Partei die Oberhand behält. So tritt die beamter sei. Die Gesellschaft schritt weiter, bis Drogowski Zweifel Bauwächter Hadoke, der den großen Neubau auf dem Gelände der fozialistische Demokratie Englands mit gespannten Erwartungen in darüber äußerte, daß der Fremde wirklich Polizeibeamter sei. Er ehemaligen Artillerietaserne an der Ecke der Friedrich- und das Jahr 1899 ein. erklärte, daß er sich über den Fremden unterrichten wolle und schritt Hannoverschenstraße bewachte, vom Feuerto de errettet. Er worden war. Nach Unterschlagung von 3400. Mark flüchtete im September v. 38. der Kaffenbote eines Berliner Bankgeschäfts. Jest hat sich der Defraudant der Polizeibehörde in Altona gestellt, da er nach Veransgabung der erwähnten Summe vollständig mittellos ges Aus der Aera der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Die Nr. 3 des Pariser„ Figaro" vom 3. Januar ist wegen Beleidigung des Kaisers hier polizeilich beschlagnahmt worden. Die Ursache war eine dem New- Yorker Bunch" nachgebildete Illustration. " zur Eiferatte über ben Durst getrunken, fiel hin und zerschlug feine haben sich denn auch schon einige Leutchen zusammengefunden, um| lottenburg gelegenen Privatwohnung zu gewähren. Der An Laterne. Das brennende Petroleum ergoß sich über seine Kleider eine Petition an den Minister des Innern vorzubereiten, worin geklagte arbeitete während dieser Beit in einer Klempnerei amd entzündete sie. Der alte Mann lag hilflos da. Da tamen drei darum gebeten werden soll, daß man Nixdorf seine Gen in Hamburg, die beiden jüngsten Kinder waren dort in Studenten, kletterten über den Zaun und löschten mit ihren Kleidern barmerie laffen und sie höchstens verstärken möge. Wir wollen Pflege gegeben worden, während die Mutter das älteste, ein fünfdie Flammen aus. Vor dem Zanne hatte sich mittlerweile eine bemgegenüber nur darauf verweisen, daß mehrere Parteigenossen in jähriges Mädchen, mit sich genommen hatte. Am 12. Auguft fuhr große Menschenansammlung gebildet. Man brachte den Verbrannten Rirdorf vor einigen Jahren es für nothwendig hielten, eine der Angeklagte mit den beiden Kleinsten Kindern nach Berlin. Er nach der Klinik in der Ziegelstraße. Kommission zur Beobachtung der Gendarmerie zu bilden. wollte wieder ein Zusammenleben mit seiner Ehefrau herbeiführen. Im Zeichen des Verkehrs. Die deutsche Reichspost scheint Ehefrau ausfindig gemacht, es war bereits gegen 11 Uhr, als er Abends spät hatte er nach längerem Suchen den Aufenthalt seiner die Anstrengungen, welche ihr die Bewältigung des Neujahrs- Brief- die Klingel an der Wohnung des Fabrikanten Saalfeld zog, bei dem verkehrs auferlegt hat, noch immer nicht überwunden zu haben. Nur eine Ehefrau wohnte. Ein Dienstmädchen öffnete und rief dann die so ist es zu verstehen, daß eine am 6. d. M., Abends, beim Post- Frau Ewald herbei. Diese war sehr überrascht, als sie ihren Ehemann amt 50( Marburgerstraße) aufgegebene und nach Rigdorf adressirte mit den beiden Kindern vor sich fah. Der Angeklagte behauptete, Postkarte erst am Sonntag, den 8. d. M., früh, abgetragen worden daß seine Frau ihm mit den Worten entgegen getreten jei„ Was? ist. Nach Ausweis der aufgedruckten Stempel hat die Karte zur Du bist es? Die Kinder können hier bleiben, aber Du scheerst Dich zurücklegung des Weges von Poſtamt 50 nach Nigborf den Zeitraum wieder fort!" Als seine Frau bei dieser Erklärung beharrte, sei von vierzehn Stunden gebraucht. Trotz dieser großartigen Leistung ihm der Gedanke gekommen, бав er Grund ist die Karte noch weitere zwölf Stunden liegen geblieben, bevor sie Eine männliche Kindesleiche ist am Sonntag früh in dem dem Adressaten ausgeliefert wurde. Da die Karte eine wichtige messer gezogen, es geöffnet und damit einen Schlag gegen seine Frau sucht habe, in blinder Wuth habe er sein TaschenBuschwerk des Nollendorfplatzes aufgefunden worden. Das Kind Benachrichtigung in Sachen eines gerichtlichen Termins enthielt, ist scheint von der Mutter mit dem Kopfe gegen einen festen Gegenstand durch diese recht unliebsame Verzögerung dem Adressaten recht über geführt, die am Hals getroffen worden sei. Sie sei aufschreiend zusammengefunten, er habe die Flucht ergriffen. Am folgenden Tage habe er seine Ehefrau im Krankenhause aufgesucht. Er habe Was die Prozeffe die Stadtgemeinde kosten, geht aus sie um Verzeihung gebeten und sie habe ihm auch versprochen, keinen einer Mittheilung des Charlottenburger Wagistrats an Strafantrag zu stellen. Dies müsse von anderer Seite geschehen die Stadtverordneten hervor. Demnach sind allein im laufenden sein. Er bestreite entschieden, daß er Mordgedanken gehabt Rechnungsjahr an größeren Beträgen fast 3100 M. gezahlt worden, habe, als er seine Ehefrau aufsuchte, die That ſei ein im Ganzen bereits 4730 M. In Sachen mit Rottenbücher, Ausbruch hoher Erregung gewesen. Die Ehefrau des An= Ein größerer Brand entstand Montag früh 5 1hr in der den Hauptbetheiligten bei den Rieselfelder Prozessen, geflagten machte von dem ihr zustehenden Recht der ZeugnißMetallwaarenfabrik von E. Joseph, Ritter str. 26. Im Erdgeschoß Bohlwärter Schwarz, der die Stadtgemeinde auf Wiederanstellung Besuche geöffnet und die Frau Ewald gerufen hatte, bekundete, daß find allein 312 Mart zu zahlen gewesen. Der Prozeß mit verweigerung Gebrauch. Das Dienstmädchen, welches dem späten des Quergebäudes auf dem dritten Hofe befindet sich die umfang mit Erfolg verllagt hatte, hat 410 M. beansprucht. Die Klage des fie vom Zimmer aus die Worte des Angeklagten gehört habe: reiche Gießerei, während der erste Stock des linken Seitenflügels als Waarenlager und der zweite als Schleiferei diente. Das Feuer war im Hilfsarbeiters Grand auf Weiterbeschäftigung hat die Stadt 176 M. Marie, willst Du mun mitkommen?" Die Frau habe eine verWaarenlager und der zweite als Schleiferei diente. Das Feuer war im gekostet, der Prozeß Quistorp im Jahre 1898 allein 636 M. Von neinende Antwort gegeben und gleich darauf aufgeschrien und die Waarenlager jedenfalls durch Kurzschluß der elektrischen Leitung Waarenlager jedenfalls durch Kurzschluß der elektrischen Leitung den anderen Prozessen kosteten Lucke 255 M., Lodzig 70 M., Alten- Worte ausgestoßen:„ Nun ist es mit mir aus!" entstanden und verursachte eine große Berqualmung jämmtlicher Räume, wodurch die Löschungsarbeiten start beeinträchtigt wurden. borf 164 M., Stilter 860 M., Biegra u. Schmidt( die bekannte BauDer erste Stod brannte vollständig aus und ist der hierdurch ver- firma) 285 M., Schulz 121 M., Neumann 202 M. 2c. Der Magistrat ursachte Materialschaden sehr erheblich. Aber auch die darüberliegende beantragt deshalb, die für Gerichtskosten und Stempel vorgesehene Schleiferei wurde in Mitleidenschaft gezogen, doch tritt eine Störung Position von 4000 auf 6000 M. zu erhöhen, zumal da für die des Betriebes nicht ein, da andere Räume zur Einrichtung der außerdem noch schwebenden Prozesse noch erhebliche Beträge zu Schleiferei zur Verfügung stehen. zahlen find. geschleudert und dadurch getödtet worden zu sein. Vor den Augen seines Vaters hat sich am Sonntag der Apothekergehilfe Georg Düftler, der Sohn eines Gutsbesizers aus Langenbielau, vergiftet. Der junge Mann, der hier in einer Apotheke beschäftigt war, hatte über seine Verhältnisse hinaus gelebt und war dadurch in Schulden gerathen. Feuerbericht. Montag Nachmittag 4 Uhr brannte Samler. straße 52 eine Wohnung vollständig aus. Um dieselbe Zeit hatte Thurmstraße 25 die Balkenlage und Schaldede Feuer gefangen. Am Sonntag waren verschiedene Wohnungsbrände abzulöschen und awar Bilo w straße 85a, Urbanstraße 28, Botsdamer straße 108 und Schönebergerstraße 2. In allen Fällen konnte die Gefahr in furzer Zeit beseitigt werden. Ein Alarm nach Potsdamerstraße 36 war durch Ueberfahren eines Kindes von einem elektrischen Wagen verursacht. Bei Ankunft der Wehr war jedoch das schwer verlegte Kind bereits nach der Unfallstation gebracht. mitgespielt worden. Die Geschworenen verkündeten ihr Verdikt dahin, daß der Ans geklagte des versuchten Mordes wie des versuchten Todtschlags nichtfchuldig, dagegen der vorsäglichen Körperverlegung mittelft eines Messers schuldig sei. Mildernde Umstände wurden zugebilligt. Staatsanwalt Schäffer beantragte mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte seine Frau dicht an den Rand des Grabes gebracht und alles abgeleugnet habe, was ihm nicht bewiesen werden konnte, die höchste Strafe von Was Elektrizitätswerke einbringen. Der Bau des städtischen drei Jahren Gefängniß, stellte aber anheim, vier Monate auf die Elektrizitätswerkes in Charlottenburg soll schon im Laufe des Monats Untersuchungshaft anzurechnen. Der Vertheidiger bat um eine Februar in Angriff genommen werden, um das Werk rechtzeitig zum wesentlich mildere Strafe. Das Urtheil lautete auf ein Jahr 1. April 1900 dem Betrieb übergeben zu können. Die zur Vor- und sech 3 Monate Gefängniß. bereitung der Errichtung des Werkes eingesetzte gemischte Deputation hat am Sonnabend Abend in einer neuen Sizung endgiltig Die Thomas: Phosphatmehl. Angelegenheit des Bundes beschlossen, das Angebot der Frankfurter Elektrizitäts- Aktien der Landwirthe foll nochmals eine eingehende Brüfung durch das Gesellschaft vormals W. Lohmeyer u. Ko. zu empfehlen. Diese Gericht erfahren. Gestern stand vor dem hiesigen Schöffengericht hat sich verpflichtet, das Wert für den Preis von ca. 1 700 000 m. eine Privatflage der drei Vorstandsmitglieder des Bundes der Landherzustellen, während Siemens u. Halste 2 Millionen M. verlangen. wirthe gegen den Chefredakteur der„ Nationalgeitung" Herrn Die auswärtige Firma ist ferner bereit, für die Bacht des Werkes öbner zur Verhandlung an. Als die verschiedenen Zeitungen im ersten Jahre 7 pCt. des Herstellungswerthes, im folgenden Jahre Artikel über die Thomasmehl- Angelegenheit veröffentlicht und den Der Deutsche Thierschuh- Verein vertheilt schon seit vielen 8 pet., im dritten 9 pCt. und vom vierten bis 10. Jahre 10 pet. Bund der Landwirthe heftig angegriffen hatten, veröffentlichte dieser Jahren unentgeltlich an die Befizer von Zughunden Deden und zu entrichten. Vom 10. Jahre an soll das Werk von der Stadt selbst eine Erklärung, in welcher alle diese Angriffe als gänzlich unUnterlagen. Durch die außergewöhnlich lebhafte Nachfrage in den betrieben werden. Vorausgesetzt, daß das Werk in städtischer Ver- begründet bezeichnet wurden. Gleichzeitig wurde die angreifende letzten Tagen ist der Vorrath an diesen Stücken vollständig auf- waltung sich ebenso ergiebig erweist, wird demnach die Stadt Char- Bresse mit nicht sehr schmeichelhaften Worten charakterisirt. Die gebraucht. Der Verein wendet sich daher an alle thierfreundlichen lottenburg im im Laufe von wenig mehr als 10 Jahren National- 3tg." fand diese Erklärung sehr lahm und kritisirte sie in dem Menschen mit der Bitte, ihm alte Teppiche und Decken zu schenken, ohne sosten im Besize eines städtischen Glet- unter Anklage gestellten Artikel in scharfen Worten, indem sie ausführte, damit dieselben für die Zughunde Verwendung finden können. Auf trizitätswertes sein, das reichen Ertrag verspricht. Im daß nach dieser Erklärung feststehe, daß der Bund der Landwirthe eine diesbezügliche an das Depot des Vereins( Stadtbahnbogen 80) städtischen Etat für das nächste Rechnungsjahr sind bereits nach dem thatsächlich den skandalösen Vertrag mit der Phosphat- Gesellschaft eingesandte Notiz werden die Teppiche aus den Wohnungen ab Vorschlage des Magistrats 1 680 000 m. aus Anleihemitteln ein geschlossen habe, durch den die Abnehmer des Phosphatmehls„ gegeholt. gestellt worden. Die Vorlage wegen der Vergebung des Elektrizitäts- preflt" worden seien u. f. w. Der Vertreter der Privatkläger, iverkes dürfte die Stadtverordneten- Versammlung in ihrer über- Rechtsanwalt M. Hoffmann, bezeichnete alle diese Behaup= nächsten Sizung bereits beschäftigen. Wäre es am Ende aber tungen für gänzlich unwahr, während Rechtsanwalt Silbernicht gescheidter, daß die Stadt auch den von der Firma bestimmt stein in Vertretung des Justizraths Dr. Sello namens des erhofften Profit einzustecken suchte? Beklagten den Wahrheitsbeweis beantragte. Durch Zeugen Verunglückt ist in der neuen katholischen Kirche in Tempel Bundesmitgliedern die Lieferung von Thomasphosphat zu den bernehmung soll festgestellt werden, ob nicht die Bundesleitung den hof der mit der Bedienung der Heizungsanlage beauftragte Arbeiter. billigsten Waggonpreisen versprochen, anderseits aber mit den Infolge des heftigen Windes hatte der Rauch im Kamin keinen ge- Lieferanten einen Vertrag abgeschlossen habe, durch welchen der nügenden Abzug. Dieses scheint den Arbeiter veranlaßt zu haben, Bundestasse auf Kosten der Abnehmer ein Profit von 20 000 m. das Bentil des Abzugskanals für die Gase und den Rauch zu zugeflossen sei, daß ferner dieser Gewinn verschleiert worden sei öffnen, obwohl ihm dies untersagt worden war. Durch das Aus- und eine Schädigung der Abnehmer vorliege, da diese thatströmen der Gase wurde er betäubt, und da Niemand zur Stelle fächlich höhere Preise als bei der Deutschen Landwirthschaftwar, um ihn aus seiner gefährlichen Lage zu befreien, trat der Tod lichen Gesellschaft hätten zahlen müssen. Der Vertheidiger durch Erstickung ein. Am folgenden Morgen wurde er in sigender beantragte Stellung mit dem Ventil in der Hand todt aufgefunden. ferner, die Geschäftsbücher und Korrespondenzen des Bundes der Landwirthe, fo weit sie auf diese Angelegenheit Bezug haben, durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen, prinzipaliter aber dem Angeklagten den Schuß des§ 198 zuzubilligen event. auf Grund des§ 198( wechselseitige Beleidigung) auf Freisprechung zu erkennen. Da in der Verhandlung zur Sprache kam, daß eine ganz gleichartige Sache gegen den Chefredakteur Stephany schwebe, in welcher genau dieselben Beweisanträge gestellt worden sind, so beschloß der Gerichtshof, zunächst eine Verbindung der beiden Sachen herbeizuführen. Der Besucher des Berliner Aquariums kann sich nicht vorstellen, welchen Reichthum an Gethier verschiedener Art die einzelnen Becken bergen, und wird staunen, wenn er vernimmt, daß manche derselben hunderten von Lebewesen Wohnung bieten. So sind in das sogenannte Seepferdchen Becken fünfhundert Stück dieser durch Gestalt, Lebensweise und Fort pflanzung gleich merkwürdigen Büscheltiemer- Fische gesetzt worden, ohne daß man von einer Ueberfüllung etwas bemerken könnte, trozdem noch ihnen verwandte Seenadeln, ferner allerlei Seesterne, See- gel, Seewalzen 2c. in ungezählten Exemplaren dasselbe Bassin mit bevölkern. Ein eigenartiges Interesse erregen gerabe jetzt die zu den Panzerwangen zählenden Skorpionfische aus den nordischen Meeren, da ihre Fortpflanzung in die Wintermonate fällt und um diese Zeit bei den Männchen auf Kehle, Brust, Bauch und Bauch floffen außergewöhnlich prächtige Farben, Roth, Gelb, Blau, Grin und Braun, in die Erscheinung treten und auf diesem bunten Gemisch höchst charakteristische große runde milchweiße Flecken sich bemerkbar machen. fondere Vermehrung erfuhr die Gruppe der Knorpelfische, indem nicht nur junge Haifische geboren wurden, sondern auch aus dem Mittelmeer Haie verschiedener Spezies und außerdem Bitter- und echte Rochen in mehreren Arten ankamen. Die Einsetzung von Bezirksvorstehern mit äußerst wichtigen Verwaltungsbefugnissen plant der Magistrat von Schöneberg Die Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Naturkunde ver- und zivar soll die Institution bis spätestens am 1. April d. anstaltet am Mittwoch, den 11. Januar, Abends 8 Uhr, im errichtet sein. Eine Instruktion über die Pflichten und Befugnisse Bürgerfaale des Nathhauses einen öffentlichen Vortrag. Herr Dr. Maydorff der Bezirksvorsteher ist soeben fertiggestellt. Nach derselben werden spricht über:„ Thierische Lebensgenossenschaften"( mit Demonstrationen). Außer den zyklischen Vorträgen über Technische Chemie findet in diesem Monat noch am Sonnabend, den 28., eine Führung durch das Hygiene Museum durch Herrn Prof. Dr. Günther statt. Der Verein von Freunden der Treptow- Sternwarte hält Mitt woch, Abends 8 Uhr, feinen 11. Beobachtungsabend auf der Treptow- Sterns warte ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Gedenkworte über das Leben und Wirken von Prof. Dr. H. W. Vogel. 2. Vortrag mit zahlreichen Licht bildern von Direktor F. S. Archenhold:„ Das Aussehen und die Beschaffen heit der Nebelflecke." 3. Beobachtung des großen Orionnebels mit dem Riesenfernrohr. Für die Beobachtung werden diesmal numerirte Karten ausgegeben und die Mitglieder zur Beobachtung abgerufen, wodurch bas Warten auf der Plattform vermindert wird. Der Beitrag für den Verein beträgt pro Vierteljahr 2,50 M. und nimmt die Direktion der Treptow: Sternwarte noch Meldungen zu diesem Abend entgegen. Poliklinik. In der Ohren, Nasen-, Hals- linit, Karlstr. 32, findet die unentgeltliche Behandlung Ohrens, Nasen, Hals- Kranter munmehr wochentäglich von 9-11 Uhr Morgens statt wie bisher von 8 bis 9 Uhr statt. g Theater. Im Schiller Theater wird der Schwant„ Die Leibrente" von G. v. Mofer in folgender Besetzung der Hauptrollen in Szene gehen: Otto Körner: Julius Eyben, Jenny: Paula Levermann, Georg Hartwig: Gustav Olmar, Schmoll: Mar Behrendt, Krazer: Leopold Thurner, Frau Kalmus: Agnes Werner, Gertrud: Grete Meyer, Wilhelm Stödel: Albert Patry, Zippe: Alfred Schmasow. Die erste Aufführung ist morgen, Mittwoch. Aus den Nachbarorten. Charlottenburg. Mittwoch findet in„ Bismardshöhe", Wilmers dorferstraße 39, eine Bersanımlung für Männer und Frauen statt. Tagesordnung: Gründung eines Lokalorgans. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist ein zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Einberufer. die Bezirksvorsteher als Organe des Magistrats betrachtet und haben ihr Amt, das auf fechs Jahre verpflichtet, unentgeltlich zu verwalten. Sie sind gehalten, sich über alle 2otal und Personalverhältnisse ihres Bezirkes genan 811 orientiren, insbesondere berechtigte Wünsche der Bewohner des Amtsvergehens, zu welchem große Noth den Ausgangspunkt gebildet, Die elende Entlohnung der Postunterbeamten. Wegen Bezirks, sowie mit stände und Zuwiderhandlungen gegen stand gestern der Postschaffner Ludwig Müller vor der dritten bestehende Verordnungen dem Magiftrat anzuzeigen. Der Bezirks- Straflammer des Landgerichts I. vorsteher hat sich weiter über Anträge auf Ertheilung der Briefpostamt angestellt, sein Gehalt betrug anfangs 700 M., später Der Angeklagte war bei dem chant- und Gastwirthschafts Konzession, fowie zum 900 m. jährlich, wozu noch 240 W. Wohnungsgeldzuschuß traten. Da Kleinhandel mit Branntwein und Spirituosen auf An- er eine Frau und zwei Kinder zu ernähren hat und die kränkliche suchen der Behörde gutachtlich zu äußern. Ferner hat er die Ver Frau wiederholt ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen hatte, hältnisse der zuziehenden Personen in Bezug ihrer Erwerbsfähig o tam der Angeklagte in bittere Noth, er machte Schulden und Feit und ihrer Subsistenzmittel genau zu untersuchen und wurde von Gläubigern start bedrängt. Einige von ihnen hatten sich diejenigen Neuzugezogenen, welche nicht hinreichende Kräfte befizen, auch schon an seine vorgesetzte Behörde gewandt und er lebte, wie um sich und ihren Angehörigen nothdürftigen Lebensunterhalt zu er gestern versicherte, in der Besorgniß, fein Amt zu verlieren, wenn verschaffen, solchen auch weder aus eigenem Vermögen bestreiten er nicht für Deckung seiner Schulden sorgte. In dieser Gemüthsfönnen, noch von einem dazu Verpflichteten erhalten, sofort der verfassung will er auf die That verfallen sein, die ihn Armendirektion anzuzeigen. Auch die ihm von der Steuerdeputation auf die Anflagebant gebracht hat. Er hatte wiederholt freiertheilten Aufträge über Ermittelungen bezüglich der Einkommens, willig bei dem sogenannten" Grobsortiren" der eingegangenen Vermögens- und Wohnungsverhältnisse durch Er- Briefe mitgeholfen und diese Gelegenheit benutzt, um in mindestens fundigung bei glaubhaften Personen oder auf andere geeignete Weise sechs Fällen Soldaten- Briefe verschwinden zu lassen. Er hat diese auszuführen und darauf zu achten, daß alle im Bezirk wohnenden alsdann auf dem Abort geöffnet, sie ihres Inhalts, der zumeist aus steuerpflichtigen Personen zur Steuerzahlung herangezogen werden. Postmarken bestand, beraubt und die Briefe selbst vernichtet. In Besondere Aufmerksamkeit soll er der Einschulung schulpflichtiger einem derartigen Falle ist er bei der That abgefaßt worden und hat Kinder, der vorzeitigen Schulentziehung, sowie der gesez dann sein Vergehen reumüthig zugestanden. Der Gerichtshof verwidrigen Beschäftigung in Fabriten zuwenden. Der urtheilte ihn zu se chs Monaten Gefängniß. Bezirksvorsteher, dem ein Amtsstempel ausgehändigt wird, ist be rechtigt, auf grund persönlicher Feststellung den Bezirksbewohnern auf Verlangen Atteste über ihre bürgerlichen Verhältnisse aus: zustellen. Jeder Bürger ist verpflichtet, dem Bezirksvorsteher auf berechtigtes amtliches Verlangen Auskunft zu ertheilen und seinen Weisungen nachzukommen. Gerichts- Beifung. Singer verdächtigten Schneider Guthmann ist noch immer Die Vornnterfuchung gegen den des Mordes an der Bertha nicht zum Abschluß gebracht und es dürfte noch eine genicht zum Abschluß gebracht und es dürfte noch eine geraume Beit dauern, ehe fich das Schwurgericht mit der Angelegenheit beschäftigen fann. Neuerdings hat es der Untersuchungsrichter für nothwendig erachtet, sich nicht mit dem Gutachten der beiden bisher thätig gewesenen Schreibsachverständigen über die den G. berdächtigenden Briefe zu begnügen, sondern noch zwei weitere Guts achten, darunter das des Landgerichtssekretärs Drogolin vom Landgericht II einzuholen. Guthmann verbleibt übrigens feinem Bertheidiger Rechtsanwalt Dr. Schwindt gegenüber bei den Betheuerungen seiner Unschuld und soll noch immer der Ansicht sein, daß die Anklage überhaupt nicht erhoben wird. Rigdorf. Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Dienstag, Auf den Teichen und Tümpeln der Berliner Umgebung den 10. Jamar, Abends 81/2 Uhr, Generalversammlung im großen ist man schon fleißig bei der Eisernte. Jede noch so dünne Saale der Vereinsbrauerei, Hermannstr. 214/219. Bortrag des Eisschicht wird sofort zu bergen gesucht. Reichstags- Abgeordneten Rosenow über Bürgerthum und Arbeiter thum im Anfang einer neuen Zeit. Gäste haben Zutritt, neue Mitglieder werden aufgenommen. Mitglieder, welche noch mit ihren Beiträgen restiren, werden ersucht, ihre Angelegenheiten bis zur Versammlung oder in derselben zu regeln. Der Kassirer des Vereins, Gustav Müller, wohnt Kirchhofftr. 20, IV. In folgenden Zahl neue Tagung unter dem Vorsitze des Landgerichtsdirettors Meer- Weit über den Antrag des Staatsanwalts hinaus ging die zweite Das Schwurgericht des Landgerichts II begann gestern eine Wie man Arbeiter unter dem Zuchthauskurse verurtheilt. stellen sowie beim Kaffirer werden auch neue Mitglieder auf- scheim. Auf der Anklagebant erschien der Mechaniker Friz Ewald, Straftammer am Landgericht II in gestriger Sizung bei der Begenommen: 1.& öpfe, Rest., Karlsgartenstr. 1. 2. te zerau, genommen: 1. Röpke, Rest., Karlsgartenstr. 1. 2. Regerau, welcher beschuldigt war des versuchten Mordes an seiner urtheilung einer Nöthigung und eines Hausfriedensbruchs, welche Bigarrengesch., Hermannstr. 50. 8. Le in, Rest., Kaiser Friedrich Ehefrau. Die Verhandlung bot das übliche Bild einer unglüdlichen Delitte dem Bauarbeiter Gottlieb äring aus Schöneberg straße 236. 4. Thomas, Rest., Bergstr. 162. 5. Herrmann, Bigarrengesch., Kirchhofstr. 1. 6. Sy, Rest., Jägerstr. 69. Die Che, bevor es zu dem Drama kam, welches das gerichtliche Nachspiel zur Laft lagen. Der Angeklagte war mit dem Gärtner Breezink Bibliothet des Vereins befindet sich bei 2 ur bs, Lessingstr. 9. Die hatte. Ewald besaß früher eine bedeutende Klempnerei in Riel auf einem Neubau des Bauunternehmers Schulze in Schöneberg felbe ist täglich geöffnet. Die regelmäßigen Mitgliederversammlungen Er ergab sich dem Müßiggang, vernachlässigte sein Geschäft und wollte aber für diesen Lohn nicht weiter arbeiten, er wollte und wurde damals auch mit Arbeiten für die Marine betraut. als Sandlanger beschäftigt. Es gab 85 Pf. Stundenlohn, Häring finden Dienstags vor dem 15. jeben Monats statt. Näheres Annonce gerieth dadurch bald in Vermögensverfall. und Säulenanschlag. Der Vorstand. gerieth dadurch bald in Vermögensverfall. Seine Ehefrau hatte 40 Bf. haben. Er bewog den Preczink, mit ihm gemeinihn widerholt verlassen und mit ihren Kindern Aufnahme im elter- schaftliche Sache zu machen. Am 22. September suchten Aus Rigdorf wird berichtet: Unsere Gendarmerie hat es den lichen Hause gefunden. Zuletzt siedelte fie allein nach Berlin über, beide den Schulze auf, den sie vor dem Baubureau trafen wohlgesinnten" Bürgern Nigdorf's angethan. Es fränft die Guten wo fie in einer Fabrit mit der Anfertigung von Glühftrümpfen Be- und trugen demselben ihr Anliegen vor. Sie wurden damit absehr, daß der anfünftigen Stadt die kleine, aber außerordentlich schäftigung fand. Sie führte einen tadellosen Lebenswandel und gewiesen und legten mun sofort die Arbeit nieder. Gleichzeitig vers pflichtgetreue und tüchtige Beamtenschaar" verloren gehen soll. Da dies veranlaßte ihren Arbeitgeber, ihr Unterkunft in seiner in Char- langten sie Auszahlung ihres Lohnes. Schulze erklärte, Lohn gebe " ave pr es erst am Sonnabend, Säring folgte ihm aber in das Baubureau unter allen Umständen und zu jeder Bebingung Arbeit anzunehmen[ litten hatte. Der Stapitän bes englischen Dampfers Lord Louth und erklärte: Wir schlagen Alles kurz und klein, wenn wir nicht und aus Noth zu Lohnbrüdern zu werden. Der Einwand, Etive" meldet, daß er unterwegs bier Mann der Besazung des fofort unser Geld, kriegen!" Schulze forderte ihn wiederholt auf, daß die Einführung des Unterstützungswesens den lassenkampf englischen Dampfers Wooler" an Bord genommen habe. Man die Bude zu verlassen, Häring ging aber nicht, und als ihn der beeinträchtige, sei demnach hinfällig. Unter Hinweis auf das Bei- glaubt, daß die übrige Besagung des Wooler" umgekommen ist. Arbeitgeber hinauswerfen wollte, tam es zwischen beiden Männern spiel anderer Gewerkschaften, welche die Arbeitslosen- Unterstüßung Der Dampfer Marche", welcher aus Philadelphia in Antwerpen zum Ringen. Schulze mußte sich schließlich bequemen, den Lohn bereits haben, vertrat der Redner die Ansicht, daß die Einführung angekommen ist, hat unterwegs schwere Savarie erlitten, wobei vier auszuzahlen. Der Angeklagte fuchte sein Verhalten damit zu ent- derselben auch für den Metallarbeiter- Verband durchführbar und Mann der Besatzung schwer verwundet worden sind. fchuldigen, daß hinterher von den Bauunternehmern nüglich fei. Eine Vertrauensmänner- Sigung habe sich mit 300 Bon den verunglückten Alpentouristen. Der am Sustenpaß ftets sehr schlecht Geld zu kriegen sei und daß man gegen 12 Stimmen für Einführung der Arbeitslosen- Unterstüßung in der Schweiz verunglückte Dr. Mönnichs ist, wie die Münchener hinterher imnier so und so viel nußlose Wege machen müsse. Staats- ausgesprochen. Neuesten Nachrichten" melden, der neugewählte erste Schriftführer anwaltsrath Schulze beantragte 4 Wochen Gefängniß, der Gerichtshof Mohrice sprach sich in längerer Rede gegen das Unter der Sektion München des Deutschen und Desterreichischen aber erkannte wegen der Nöthigung auf zwei Monate und wegen des ftügungswesen aus. Die Mehrheit der Mitglieder- meinte Alpenvereins", Assistent der königlichen Meteorologischen 8entral Hausfriedensbruches auf 6 Wochen Gefängniß. Beide Strafen wurden er verhielten sich gegen dasselbe nicht nur paffiv, station in München, und hatte die Bergparthie mit zwei zu drei Monaten Gefängniß zusammengezogen. Dieser sondern sogar ablehnend. Dieser sondern sogar ablehnend. Die Einführung von Unterstützungen Freunden, dem Dr. Ehlert aus Straßburg und Leutnant Baron furchtbar hohen Strafe halte man gegenüber, daß vor einigen Tagen verwische die Prinzipien des Klassenkampfes. Das hätten v. Röberg von der Garnison Straßburg, unternommen. Legterer der Kaufmann Na uwed, der sein wehrloses Dienstmädchen die heutigen Befürworter der Arbeitslosen- Unterstüßung früher hatte jedoch die weitere Bergparthie aufgegeben und war nach Straßaus nichtigen Gründen jämmerlich geprügelt hatte, vom Land- auch gesagt. Man ziehe immer die englischen Gewerkschaften mit burg zurückgekehrt. gericht Il zu fage und schreibe dreißig Mart Geldstrafe verur ihrem ausgedehnten Unterstüßungswesen zum Vergleich heran Aus München wird vom Sonntag berichtet: Zum Gedächtniß theilt wurde. Die Arbeiter werden nicht verfehlen, in der Agitation für aber ganz mit Unrecht. Die Trades- Unions hätten auf Gabelsberger's veranstalteten heute auf dem füdlichen Friedihre Befreiung das ihnen durch die moderne Rechtsprechung zur fonfervativer Grundlage begonnen und sie entwickelten sich hofe am Grabe Gabelsberger's die Gabelsberger'schen StenographenVerfügung gestellte Material nach Kräften zu benutzen. jekt zum Sozialismus, während die deutschen Gewert Vereine eine würdige Gedächtnißfeier, zu welcher zahlreiche Ver schaften sich durch Einführung des Eine Spionin. Ein unangenehmes Borkommniß, welches Unterstützungswesens treter hiesiger und auswärtiger Vereine fich eingefunden hatten. bom fozialistischen Standpunkt entfernen. Den einem weiblichen Detektivbeamten begegnete, lag der Verband Nach einem vom Münchener Männergesang- Verein vorgetragenen Anklage wegen Freiheitsberaubung zu Grunde, die gestern der Buchdrucker dürfe man gar nicht als Beweis für die vorliegende Trauer Gesang legte Gymnasial Professor Nueß den ersten das Kellner Kuphal'sche Ehepaar vor die 3. Straffammer des Land- Angelegenheit heranziehen, denn derselbe sei nicht mehr in der Lage, Stranz im Namen des deutschen Stenographenbundes am Grabe gerichts I führte. Das 17jährige„ Fräulein" Frensch stand in den froß seines nach Millionen zählenden Vermögens, Klassenlämpfe zu nieder und feierte das Wert Gabelsberger's in längerer Rede. Diensten des Detektivinstituts" Greif", dessen Inhaber, der führen. Der Buchdrucker- Verband werde ja auch von seinen eigenen Unter den in großer Zahl aus ganz Deutschland an der Mitgliedern als nicht auf dem Boden des Klassenkampfes stehend frühere Striminalkommissar Grühmacher, ſich demnächst wegen betrachtet. Ein organisirter Buchdrucker habe dem Rebner gefagt: Grabstätte niedergelegten Kränzen befand sich eine Spende Verleitung zum Meineide zu verantworten haben wird. Ein bes bayerischen Bundes der stenographischen Schule StolzeHauptmann( 1) beauftragte das Institut, Nachforschungen über" Wollt Ihr Eure Organisation auf dasselbe Niveau herab- Schrey. Zum Schlusse sprach ein Nachkomme Gabelsberger's, Oberbrücken, auf dem der Verband der Buchdrucker steht, Das Borleben einer jungen Dame auzustellen, welche Ansprüche Leutnant a. D. Westermayer, im Namen der Angehörigen der gegen ihn geltend machte. Das Institut betraute Frl. Frensch mit dann führt das Unterſtüßungswesen ein". Der Redner schloß Familie Gabelsberger den Dank für die ehrenden Beweise treuer unter Beifall der Minorität mit der Aufforderung, die Einführung Anhänglichkeit aus. den Ermittelungen und diese wandte sich an die Ehefrau der Arbeitslosen Unterstützung abzulehnen. Unter lebhaftem Kuphal, bei der die betreffende Dame gewohnt hatte. Sie Widerspruch der Unterstügungsgegner wurde nun die Debatte ge- Ju München zerstörte ein Großfeuer am Sonntag früh führte sich bei ihr in unverfänglicher Art ein, besuchte mit schlossen und die Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung mit das Etabliſſement„ Orpheum" in der Nähe des Sendlinger Thores. ihr ein Vergnügungslokal und erfuhr dabei denn auch manches, Mit lebhaftem Beifall nahm die Der große Theatersaal, in welchem bis furz vor Ausbruch des vas fie zu verwerthen vermochte. Sie schied mit dem großer Mehrheit gebilligt. Versammlung das Resultat der Abstimmung der Frau Kuphal, daß sie ihren Besuch hierauf wurden einige von auf. Feuers ein Mastenfest stattgefunden hatte, sowie die sonstigen Versprechen von der Verwaltungsstelle Berlin Lotalitäten sind vollständig ausgebrannt; der Dachstuhl ist einam folgenden Vormittag wiederholen würde. Als dies geschah, fand Frl. F. nicht die freundliche Aufnahme wie Tags zuvor. Die beantragte Statuten Aenderungen ohne Debatte genehmigt. gestürzt. Der Feuerwehr gelang es, die Nachbarhäuser zu retten. näther In Billwärder bei Hamburg Frau Kuphal hatte inzwischen erfahren, daß die Besucherin im Gine längere Diskussion rief ein von Nät her begründeter Antrag Menschenleben sind nicht zu beklagen. Dienste des Greif" stand, fie ärgerte sich darüber, daß sie sich von hervor, wonach den Verwaltungsstellen im Statut das Recht ein wurde Sonnabend Abend das Hauptgebäude der Chemischen Fabrit ihr hatte aushorchen lassen und machte dem Frl. F. Vorwürfe, daß geräumt werden soll, zur Deckung außerordentlicher Ausgaben Extra- Billwärder vorm. Hell u. Sthamer durch Feuer zerstört. Werthfie sich nicht zu erkennen gegeben habe. Als Frl. F. sich entfernen beiträge neben den ordentlichen Verbandsbeiträgen zu erheben. volle Maschinen sind vernichtet. Der Schaden beträgt, der„ Hamwollte, versperrte Frau Kuphal ihr den Ausgang und hielt sie Durch diese Extrabeiträge sollen die bisher üblichen Sammlungen burgischen Börsenhalle" zufolge, etwa 400 000 m. Die übrigen fo lange in der Wohnung zurüd, bis ihr Ehemann sich angekleidet freiwilliger Beiträge abgeschafft werden. Die Versammlung stimmte Fabrikgebäude wurden nicht beschädigt; der Brand war gegen 12 ühr hatte. Dann mußte die Spionin mit diesem zur Wache gehen, um für den Antrag. Eine von Mohrice beantragte Statutenänderung, Nachts bewältigt. dort ihre Persönlichkeit feststellen zu lassen. Die Anklage findet die welche bezweckt, die Genehmigung von Ausständen in bestimmten Fällen Freiheitsberaubung in dem Festhalten in nicht vom Votum des Vorstandes abhängig zu machen, wurde nach der Kuphal'schen Wohnung. Die Beschuldigten behaupteten, daß die Zeugin längerer Debatte abgelehnt. Die Spezialdiskussion über die F. in Betreff der Zeit, während der sie in der Wohnung Einzelheiten der Arbeitslosen- Unterstützung soll in einer späteren habe warten müssen, arg übertreibe, und der Vertheidiger machte eine Reihe von Kandidaten für die Wahl der Delegirten zur General geltend, daß ein junges 17 jähriges Mädchen, das sich von einem Detektivinstitut aniverben lasse, über einen hohen Grad von Ver- bersammlung in Halle aufgestellt. Die Wahl selbst soll in der nächsten fchmigtheit verfügen müsse und deshalb keinen Anspruch auf vollen Versammlung vorgenommen werden. Glauben habe. Der Gerichtshof trat dieser Ansicht zwar nicht bei, kam aber doch zu einem freisprechenden Erkenntnisse. Der Ehemann Kuphal habe sich an dem Festhalten der Zeugin in seiner Wohnung überhaupt nicht betheiligt und seine Ehefrau sei freigesprochen worden, weil die Zeugin doch in der Verhandlung den Eindruck gemacht habe, als ob sie den Vorgang in übertriebener Weise schilderte. Derlammlungen. W V Schöneberg. Am Montag, den 2. Januar, fand bei Obst eine Generalversammlung des Arbeiter- Bildungsvereins statt. Nach dem in derselben gegebenen Kassenbericht betrugen die Einnahmen im letzten Quartal 357 M., die Ausgaben 272 M., mithin bleibt ein Kassenbestand von 85 M. Ferner gelangte ein Antrag des Vorstandes betr. Erweiterung der Bibliothek, der schon an anderer Stelle wiedergegeben wurde, zur Annahme. Die nächste Versammlung findet am 16. Januar statt. Verein selbständiger Fensterputer. Heute: Bersammlung bei Mehrwald, Alte Jakobstr. 54/55. Vermischkes. Aus Szegedin wird vom Montag berichtet: Durch einen furcht baren Schneesturmi wurde hier und in der Umgegend großer Schaden angerichtet Ein Boot, in welchem vier Bauern sich über die Theiß fegen ließen, schlug um, und sämmtliche Insassen ertranten. die Schiffe nicht in den Hafen einlaufen konnten; der Leuchtthurm In Port Said herrschte am Sonntag großes Unwetter, sodaß mit rothen Lichtern auf der westlichen Mole ist zerstört, ein englisches Fahrzeug ist in der Nähe des Hafens gescheitert und befindet sich in gefährlicher Lage. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8% Uhr abgehalten. P. K. 81. Sie thun am besten, wenn Sie das hiesige Bezirkskommando um Auskunft ersuchen. Dehmel. Erhalten Sie in der Buchhandlung Vorwärts, Beuthstr. 2, Sof Witterungsübersicht vom 9. Januar 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 760 Wetter 50 1Nebel Temp. n. 6. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrigtung Windstarte 2 Haparanda 761 Still 4 Petersburg 5 Cort Wetter Temp. n. C. 15° 6.= 4° R. bedeckt 20 Zur Generalversammlung des deutschen Metallarbeiter Verbandes, die Ostern in Halle stattfindet, nahm die Verwaltungsstelle Berlin in einer außerordentlichen Generalversammlung, die am Sonntag in der Brauerei Friedrichshain tagte, Stellung. Näther, der das einleitende Referat hatte, führte aus, daß der wichtigste Kampf für Ordnung, Religion und Sitte. Aus Met Gegenstand der in Halle zu verhandelnden Tagesordnung die Ein- meldet der Telegraph: Der„ Mezer Zeitung" zufolge fand Montag führung der Arbeitslosenunterstüßung sei. Nicht aus Mitleid mit Morgen hier ein Pistolenduell mit tödtlichem Ausgange zwischen Swinembe. 760 SSO 25lb. bed. den Arbeitslosen solle die Unterstüßung eingeführt werden, einem Offizier und dem Sohne des Großmüllers Tillement statt. Hamburg 761 SW sondern nur auf Grund der fühlen Erwägung, daß sie die Der Lettere ist gefallen. 762 NAM Organisation in die Lage ſege, ihre Aufgaben Verbesserung Eine ganze Reihe von Schiffsunfällen wird gemeldet. Der München 763 SO der Lohn- und Arbeitsverhältnisse mehr als bisher erfüllen zu in Antwerpen angekommene Kapitän des englischen Dampfers Wien 766 W Tönnen. Wenn man die Unterstützung einführe, so werde dem„ Meggie" erzählt, er habe in der Nähe des Rap Quessant einen ihm Wetter Prognose für Dienstag, den 10. Januar 1899. Wechseln in der Mitgliedschaft Einhalt gethan und die Mitglieder unbekannten Dampfer gesehen, der zu scheitern drohte. Vom Nachts etwas tälter, am Tage ziemlich warm, zeitweise heiter, vielfach an den Verband gefesselt, ferner würden auch die arbeitslosen englischen Dampfer fonnte nicht das Geringste gethan werden, um nebelig mit geringen Niederschlägen und schwachen füdlichen Windeit. Kollegen, wenn sie eine Unterstützung bekommen, nicht nöthig haben, den Schiffbrüchigen zu helfen, da der Meggie" selbst Havarie erBerliner Wetterbureau. Achtung! Sozialdemokratischer Achtung! Wahlverein für d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis ( Osten). Dienstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, bel Breuer, Grosse Frankfurterstrasse 117( Königsbank): Versammlung. Achtung! Berlin Wiesbaden 2 bebeckt 1 bedeckt-0 Aberdeen 2 wolfent- 2 Paris 1Nehel Maurer. 746 SSW 4wolfig 747 757 SO 25lb. bed. 2woltent 943 Achtung! Mittwoch, den 11. Januar cr., Abends 8 Uhr: Großze öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend bei Keller, Roppenstraße Nr. 29. Tages Ordnung: Tages- Ordnung: Genossenere 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genoffen brednung vom Streiffons 1808 88 or be Robisfemmtifion. Paul Singer über: ,, Die Vorlagen des Reichstages". 2. Diskussion. Revisoren und Beitragssammler. 3. Beschlußfaffung über die Herausgabe der Sammelfarten für dieses Jahr. 3. Verschiedenes.- Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Gäfte haben Zutritt. 242/2 Der Vorstand. 1. Abrechnung vom Streitfonds 1898 und Bericht der Lohukommission. 2. Wahl der Lohntommiffion, 4. Gewerkschaftliches. Die Lohnkommission. J. A.: H. Metzke. NB. Kollegen! In dieser Versammlung wird die gebruckte Abrechnung ausgegeben und ist es Pflicht jedes einzelnen Kollegen, pünktlich in der Versammlung zu erscheinen. 13/1 9. P. Sozialdemokratischer Wahlverein Verein der Berliner Buchdruder Deutscher Holzarbeiter- Verband. für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. General- Versammlung am Dienstag, den 10. Januar, Abends 8%, Uhr, im Kolberger Salon, Solbergerstraße 23. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, stafsenbericht und Bericht der Reviforen 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Emanuel Warm über: Die Gewerbe- Aufsicht im Deutschen Reiche. 3. Diskussion. 4. Wahl eines Komitee's zum Stiftungsfeste. Der Vorstand. 246/1 Verein d. Arbeiter n. Arbeiterinnen der Wäsche- u. Kravattenbranche Berlins und Umgegend. Dienstag, den 10. Jan., Ab. 8 1hr, b. Buske, Grenadierkr. 33: General- Versammlung. Tages Ordnung: und Schriftgießer. Morgen, Mittwoch: Vereins- Derlammlung. 35/1 Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, den 12. Januar 1899, Abends 8 Uhr, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29: Große Volksversammlung. ( Zahlstelle Berlin.) Achtung, Perlmutt- Arbeiter! Dienstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr: Derlammlung im Lokale des Herrn Fritz Wilke, A dreasstr. 26. Tages Ordnung: 1. Zur Lage der Perlmutt- Arbeiter. Referent: Dr. Sommerfeld. 2. Disfuffion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. SO., 76/7 Photographie Berein mit Saal zur Thell12 Visit 3,80 Wt. 6842* nahme am Maskenball. Offerten an 2 Kabinet gratis. H. Schnieber, Admiralstr. 21. 1/7 Kinder und Gruppen gleiche Preise. 12 Rabinet 6,80 m. 10 Pfd Kolli M. 5,50, SchönhauserTlustenkle Spitzer, 8, Probuzna, Galizien. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel über: Die E. Hering, Allee 146. handelspolitische Entwickelung. Entree 10 Pf. 8u zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Deffentliche Versammlung 4/4 1. Biertel: und Jahresbericht bes Borstandes. 2. Bericht ber Bibliothetare der Zementirer u. Berufsgenossen und des Arbeitsvermittlers. 3 Neuwahl des Vorstandes, des Bibliothekars, des Arbeitsvermittlers und der Revisoren. 4. Verschiedenes Der Vorstand. Einen zahlreichen Besuch erwartet Ausgabe der Billets zu unserem am 4. Februar cr. stattfindenden Erntefest in Karrdorf, jowie der Billets zur Urania- Vorstellung" Zur Aufführung gelangt:" Im Lande der Fjorde", eine Fahrt nach der Mitternachtssonne. Billets find bei Hergt, Landwehrstraße 1, sowie bei Stanowsky, Höchstestr. 48, zu haben. 251/1 B. Günzel, Lothringerstr. 52. Spezialität: Porträts sozialistischer Führer,* Lassalle, Mary 2c. in Cigarrensplzen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten, Bildern u. bgl., sowie jede Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Breisturant.) Berlins und Umgegend Aufgang Ecke Kastanien- Allee. OATENTE erwirkt und verwerthet F. W. Chrometzka Patent- Bureau Berlin N. 4, Chausseestr. 20. Magdeburger Sandstein- Rutscher für Töpfer billig Referent: Müllerstr. 155 bei Ruppert. am Mittwoch. den 11. Januar, Abends 72 Uhr, im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstrake 33. Tages Ordnung: 1. Warum müssen sich die Arbeiter organisiren Maurer Silberschmidt. 2. Disfuffion. Berufskollegen, erscheint vollzählig in dieser Versammlung. 131/2 Zähne 2 M. Der Einberufer. Arbeiter 66 a. d. Gewerbe od. Handelsst., welche genaue Kenntniß e. lohnenden Artikels 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahn- besit., gute Zukunft gesich. burch Mit ziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Theilzahl. wöchentl. 1 M. i theilung hierüber. Adreffen unt. R. 8. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. beförd. die Exp. d.„ Vorw.". Naturbutter, Bienenhonig 3,90. 32496 Reparaturen. Bahnzieh.1M., Blomben 1 M. 2c. E. Fuhrmann, Dentist, Schwedterstr. 245 a, Ede Kastanien- Allee. W. Pahr Zähne 1,50 M. 2 M., schmerzl. 6332* Arbeitsanzüge Brunnenſtr. 112. Mühlenstr. Nr. 8 nahe Schlesisch Bahnhof und Station Warschauerstr., sind vom 1. April 1899 ab freundl. Vorder- und Hofwohnungen von 1 und 2 Stuben nebst Küche, Korridor, Kloset u. Zu behör billig zu vermiethen. Näheres 510L* daselbst beim Verwalter. Schlafftelle, fep., zu vermiethen Ww. Ender, Höchstestr. 20. 106 56 Für den Jubalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 10. Januar. Opernhaus. Die Stumme von Portici. Anf. 71 Uhr. Schauspielhaus. Auf der Sonnen: seite. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 Uhr. Bekanntmachung Urania betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung der Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Die Urzeit des Menschen. Im Hörsaal: Dr. Nass: Die chemischen Urstoffe( Experimental- Chemie I). Invalidenstr. 57/62: Leffing. Mathias Gollinger. An Tägl. Sternwarte. fang 7 1hr. Berliner. Zaza. Anfang 72 Uhr. Residenz. Mamselle Tourbillon. Borher: Der Küchenjunge. fang 7 Uhr. n Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Metropol. Die fleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Anfang 72 Uhr. Schiller. Hannele's Himmelfahrt. Abu Seid. Anfang 8 Uhr. Westen. Fra Diabolo. Anfang 71/2 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 71 Uhr. Luisen. Ums liebe Geld. Anfang 8 Uhr. Thalia. Mein Leopold. Anfang 72 Uhr. Belle Alliance. Napoleon. Anfang 8 11hr. Oftend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. = Friedrich Wilhelmstädtisches. Onkel Toms Hütte oder: Stlavenleben in Amerika. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Verbotene Liebe. Anfang 8 Uhr. Parodie. Emma von Falkenstein. Die eingemauerte Nonne. Anfang 72 Uhr. Irania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg lich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Die Urzeit des Menschen". Passage- Panopticum. Von 6 Uhr ab: Théâtre variété. Um 8 Uhr Auftreten der Adrienne Gaston, einzigen Rivalin der Yvette Guilbert. Castan's Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Invalidenfirahe 57/62. Täglich Luisen- Theater abends vont 5-10 11hr: Stern: warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Vorstellung. Anfang 71/2 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. い Feen Palast. Spezialitäten Vor: stellung. # Passage Panoptifum. Speziali: täten- Borstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Dienstag 8 Uhr: Hanneles Himmelfahrt. Hierauf: Abu Seid. Mittwoch 8 Uhr: Bum 1. Male: Die Leibrente. Donnerstag 8 Uhr: Die Leibrente. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. V Gastspiel Emil Thomas Mein Leopold. Leopold. Original Boltsstück mit Gesang in 3 Atten( 6 Bildern) b. Adolph L'Arronge. Mufit v. R. Bial. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 15. Januar, Nachm. 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Preisen: Der Eva- Apfel. Metropol- Theater. Behrenstr. 54/57. Dir. Rich. Schultz. Bum 15. Male: Die kleinen Michu's. Operette in 3 Aften v. André Messager. Hierauf: Die Engelsjäger. Ballet in 14 Bildern von J. Regel und J. Bayer. Nachmittag fällt das Konzert aus. Anfang d. Abend- Vorstellung 72 Uhr. Morgen Mittwoch und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Atten und einem Vorspiel von Orbonneau und Sturges. Musik von Ed. Audran. Die Pausen finden nach dem zweiten und dritten Bilde statt. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, zu 34. Reichenbergerstraße 34. Novität! Abends 8 Uhr: Novität! Um's liebe Geld. Volksstück mit Gesang in vier Aften von Johannes Eißner. Musik von F. Krause.. Morgen und folgende Tage: Um's liebe Geld. Sonnabend, 14. Januar, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Die bezähmte Widerspenstige. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Wirkliches Wasser! Wirkliches Waffer! Bum 17. Male: Waschfrauen und Schneiderinnen( Näherinnen). Es ist zu unserer Kenntniß gelangt, daß für die im Haushalte beschäftigten Waschfrauen und Schneiderinnen( Näherinnen) Marken der Invaliditäts- und Altersversicherung nicht ordnungsmäßig verwendet werden. Bur Verwendung der Marken ist derjenige Arbeitgeber verpflichtet, bei welchem die betreffende Waschfrau bezw. Schneiderin zuerst in der Woche beschäftigt ist; ist die letztere nicht im Besize einer Quittungskarte, so hat der Arbeitgeber bei dem Polizeirevier die Ausstellung einer Karte zu veranlassen und in dieselbe die Marke ein: zukleben. Zur Verwendung gelangen in der Regel die 20 Pfennig- Marken der II. Lohnklasse. Wir richten an die Haushaltungsvorstände das dringendste Ersuchen, für die ordnungsmäßige Verwendung der Marken im Interesse der Arbeiterinnen Sorge zu tragen. Wir werden die Haushaltungen einer strengen laufenden Kontrolle über die Berwendung der Marken unterziehen und die Nichtbefolgung der gesetzlichen Vorschrift unnachsichtlich mit Ordnungsstrafen ahnden, sowie auch für nachträgliche Einziehung der Marken von den Arbeitgebern Sorge tragen. Berlin, den 3. Januar 1899. Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalt Berlin. Der Vorstand. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Neu! Täglich: Neu! Dr. Freund. Dr. Sträter. Neue freie Volksbühne. 43/ 6* Sonntag, den 15. Januar cr., Nachmittags präzise 2½ Uhr, im Ostend- Carl Weiss- Theater: Eine Sommerwohnung Baul Lange und Tora Parsberg. in Charlottenburg. Posse von A. Anno. Grosser Erfolg der vorzüglichen Grotesque- Duettisten Les soeurs Bonheur. Auf allgemeines Verlangen: Drama in 3 Aften von Björnstjerne Björnson. Regie: Cord Hachmann, Ober- Regisseur des Deutschen Theaters. Die Verloosung der Plätze beginnt 12 Uhr. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich zu sein. Soeben beginnt neuer Jahrgang:. IN- FREIEN STUNDEN BMLilien ILLUSTRIRTE- ROMAN BIBLIOTHEK 3 JAHRG Neuaufnahmen werden jederzeit durch die Bahlstellen, fowie HEFT 10 PFENNIC durch Unterzeichneten vorgenommen, jedoch bedarf es zum Besuche der Vor Zank- Teufelchen! ftellung einer vorherigen Anmeldefrist von drei Tagen. Liederspiel von R. Linderer. Musik von Kölle. Tägl. wechselndes Programm. Wochent. 7/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 30 Pf. Sonntags 40 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Avis: Der Kunstsalon Rivera, Potsdamerstr. 20, eröffnet eine Aus stellung des als Schilderer Berliner Voltslebens rühmlichst bekannten Malers Hans Balluschek und anderer namhafter Künstler. Für die Mitglieder Ser Neuen freien Volksbühne ist zu den Sonntagen ant 15., 22. und 29. Januar das Entrée auf 20 Pfg. ermäßigt. Mitgliedskarte legitimirt. 150/1 J. A.: Ad. Löhr, Kassirer, Ackerstr. 40. Oranien- Hallen E Oranienstr. 51. Am Moritzplatz. Am Moritzplatz. Inhaber: Hermann Scholze 6132* empfiehlt feine Säle den Vereinen zu Versammlungen und Festlichkeiten. Im unteren Saal täglich: Frei- Konzert. und Polsterwaaren. Großes Lager. Arbeit, äußerst billige A. Schulz, RCUS BUSCH Möbel Dienstag, den 10. Januar 1899, Abends 7/2 Uhr: 即 味 Elite- Abend. E PERSIEN. Besonders hervorzuheben: Ritt über die hundert Fuss hohe Burgmauer. Der Brandstifter höchft tom. Intermezzo. 100 Clowns, Sensationelles Ausstattungsstück mit Gesang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Otoutowsky. Musik von 2. Fall. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Im Tunnel von 7 Uhr an FreiKonzert. Anfang der Borst. 8 11hr. Brandstifter. Morgen und folgende Tage: Der Sonnabend: 6. Schüler- Vorstellung: Wilhelm Tell. Anfang 22 Uhr. Kleine Preise. Wohl nie hat eine Novität wie die des sensationellen Ausstattungsstückes" Der Brandstifter" so eingeschlagen und solchen Beifall hervor gerufen. Fast täglich lautet die Devise an der Kasse ausverkanft. Olympia- Theater Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Abends 8 Uhr: Zum 112. Male: Mene Tekel. Jeden Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag Nachmittag 32 Uhr: Dornröschen. Besonders hervorzuheben: Die Bonbon- Kanone. Halbe Preise. 1 Kind frei. Sonnabend, den 14. Januar: I. Gr. Masken- Ball. Gediegene Preise, empfiehlt Reichenbergerstr. 5. Auch Theilzahlung! Karol Weil's Seifenextrakt macht die Wäsche blendend weiss. Moabiter Gesellschaftshaus, Außerdem: 6 arab. Schimmelhengste, dressirt und vorgeführt vom Direktor Busch. Moderne Reiterspiele, geritten von 4 Damen. Bär u. Schildwache, männliche und weibliche, darunter die besten Parterreſpringer der Gesellschaft. Auftreten der Elite- Afrobatent Relampagos. Gigerl- Clown Alfred Daniels Ensemble- Szenen- Konzert als Professor der Magie. Clown Boganowski mit ſeinem Rirborfer. Morgen 71/2 Uhr: Persien. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Das erfolgreiche Januar- Programm. Neu! Um 82 Uhr: Neu! Endlich zu Zweien. Gesangsposse von Joh. Eißner. Lehmann: Richard Winkler. 1 Jm Spezialitätentheil besonders hervorzuheben: Fred Dewey. Gebr. Kieselly. Louise v. Dolffs. Gebr. Vero. Michaelainko- Gesellschaft, Ruff. Orig. Sünger u. Tänzer. Anfang 72, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. Apollo- Theater. Direktion E. Waldmann. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Carola Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert der Haustapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Grosse halben Breisen: Der Bettelstubent. Spezialitäten- Vorstellung Operette von Karl Millöcker. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Bum Schluß: Pepita vor Gericht. Ensemble von Meysel. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Num. Balkon 75 Pf. Balkon- Loge 1 M. Orch.- Loge 1,50. Fremden- Loge 2 M. Tagestasse von 11-1 Uhr. Reichshallen Restaurant. Mittags und Abends: Konzert. Mittwoch, 18. Januar: Benefiz für das Reichshallen- Orchester. unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das vollständig neue Januarprogramm. Anf. Wochent. 61/2 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Débriège Alexia und 15 auserlesene Entree Wochent. 10 Pf., Sonnt. 30 f Spezialitäten. Mähr's Theater Oranienstr. 24. Schnapphahn, Finke& Schraube Poffe mit Gesang und Tanz. Neu! Valori's Gesangsduett. Neu! Fuchs mit selbstverfaßt. Schlagern. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Avis! Donnerstag, 19. d. Mts.: Benefiz für Willy Harnisch. Anfang 72 Uhr. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Jeden Dienstag: Jeden Dienstag: Volks- Theater Norddeutsche Sänger. im Welt- Restaurant Dresdener Straße 97. Dir.: A. Kolig. Art. Leiter: A. Runge Täglich: Große Gala Spezialitäten: und Theater Vorstellung. Novität! Durch die Blume. Große Ausstattungs- Operette. Biegler, Wolf, Hohenberg etc. Entree 20 Pf., Vorzugsbillets 15 Pf. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Heute Dienstag, den 10. Januar: Unter Polizei- Aufficht. Gesangsp. Die Lieder des Musikanten. Rudi Saberto, phänomen. Jongleur. Rudinis, Zauberparodisten. Sonntags 6 Uhr. Ende 11 Uhr. Wochent. 8 Uhr. Anfang: Voltsstück mit Gesang in 5 Atten von Rudolf Kneisel. Vorstellung: aber Lanzkränzchen. Alt- Moabit 80-81. Jeden Sonntag u. Mittwoch: und Spezialitäten Vorstellung. Passe- partouts werden jetzt, für das ganze Jahr giltig, vergeben. Anfang: Wochentags 7 Uhr. Sonntags 5 Uhr. Entree 30 Bf. C. Peters. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Täglich: Hoffmann's Deutscher Porter Dessert- u. Malzkraftbier 1. Rang. Brauerei Burghalter, gegr. 1736, besond. für Blut arme, Brustkranke TOCHTER DES SUDENS Zu beziehen durch alle Colporteure und Spediteure. Unserm Sangeßbruder [ 65/2 August Zoschke ein dreimal donnerndes Hoch. Die Sangesbrüder d. Arbeiter- Gesangvereins Vorwärts I. Süd- Ost. Sozialdemokratischer Wallverein f. den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gastwirth Julius Brüss, Gleimstr. 17, am 8. d. Mets. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle der Friedensgemeinde( Nieder Schönhausen) aus statt. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Deutscher Bleichf., Holzarbeiter- Verband. Refonv.2c. d. leicht bekömml., nahrh träftigste Bier. Ist blutbild., desh. bess. Gesichtsf. u. Gewichtszunahm. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Stellmacher Julius Brüss überr. 14 Fl. drei, am Sonntag, den 8. d. M., verstorben 50 zehn W. erkt ist. Die Beerdigung findet am Mitt In Geb.( woch, Nachm. 3 Uhr, von der Leichen16) zum Selbstabz. wesentlich billiger. halle in Nieder- Schönhausen, Halle 9, Allein. Versandtft. für Berlin u. Prov. aus statt. Umt rege Betheiligung ersucht Porterfellerei Ringler, Berlin, 76/8 Die Ortsverwaltung. Brunnenstr. 152. Ferner gr. Lager Quartett Humoristen von echt engl. Porter und Pale- Aale Allgemeine Kranken- und Sterbe Anfang 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Zum Schluß: Das Versprechen hinterm Herd. Masken- Garderobe. Größte Auswahl. Billigte Preiſe. * Verein. Preisermäßigung. Nicht Flaschenzahl, Qual. entscheidet! Dr. med. Schaper, pratt. Homöopath. Arzt u. Spezialarzt f. Geschlechtsleiden, Frauenfrankheiten. Schöneberger Ufer 25. kaffe der deutschen Drechsler u. d. Berufsgen.( E. H. 86, Hamburg), Filiale B. Am 6. Januar verstarb unser Mitglied 26 Karl Heinrich. Die Beerdigung findet am Dienstag, von der Leichenhalle des AndreasHomöopath. Poliklinik: ben 10. Januar, Nachmittags 1½ Uhr, Montag, Mittwoch, Sonnabend 2b. 7-8. Stirchhofes in Wilhelmsberg statt. Dr. Simmel Friedrichstraße 114, 1.[ 590L* Der Vorstand. Moritzplatz, J. A.: A. Holefleisch, Bevollmächtigter. i.Hans v.Aschinger Statt jeder besonderen Meldung! 2 Treppen rechts. Am Freitag, Abends 10/2 Uhr, ents Spezialarzt Santu.Harnleiden. schlief nach furzent, aber schwerem 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Strantenlager unser lieber Vater, GroßFr. Panknin, arst f. Santu Darnleiben, schlief nach furzem, Oranienstraße Nr. 178 II. Adalbertstraße 91, Ecke Oranienstraße. Achtung![ 6172* Vereine. Die Sonntage der Winter: Saison sind an Vereine zu ver: geben. Frik Nagel, Feldschlößchen", Müllerstr. 142. Die Festsäle und der Garten werden vom 1. April 1899 wieder an Gewerkschaften, Gesang, Theater: und Vergnügungs Vereine unter foulanten Bedingungen zu Festlich: feiten vergeben. Rechtzeitige Meldungen erwartet Julius Wernau, Arbeitsmarkt. vater und Urgroßvater, der Schneider: meister Heinrich Hellwig. Die tieftrauernd. Hinterbliebenen Familien: Hellwig, Lippert, Quastenberg. Die Beerdigung findet heute Nach Philippus Apostelkirchhofes aus statt. Danksagung. Achtung, Holzarbeiter! mittag 3 uhr von der Leichenhalle des Fork, Kretzschmar& Co. Samen Barnimstr. 13, ( Magazin Jannowiz Brüde), haben sämmtliche Tischler wegen Diffe: renzen die Arbeit niedergelegt. 108 Zuzug fernhalten! Die Ortsverwaltung. Redakteur- Gesuch. Parteiblatt Thüringens sucht per 1. April zweiten Redakteur. Offerten unter J. S., mit Angabe bisheriger Thätigkeit und Gehaltsansprüchen, an die Erped. d. Bl. erbeten. 6789 6322*] Gastwirth, Schwedterstr. 23/24. Wäschestepperinnen, S ophastoffe auch Reffe sehr saubere Arbeiterinnen, bei hohem [ 126 Lohn verlangt Wittkopf, Neue Hochstr. 54. Stepperinnen in Nips, Damaft, Crêpe, und Handnäherinnen, nur tüchtige, Phantasie, Gobelin und verlangt bei hohem Lohn Plüsch spottbillig![ 6120 116] Klein, Brunnenstr. 192. Proben franko! Läuferstoffe Emil Lefèvre, Oriss 514 5% Nr. 158. Wäsche. Gebrüder Ruben, Poststr. 9. Plätterinnen 1/5 Im Namen der Hinterbliebenen sage ich hiermit allen Freunden und Bekannten, die meinem Neffen, deur Zimmererlehrling Carl Feige, die letzte Ehre erwiesen haben, ins besondere dem Gesangverein Vor wärts I SO.", fowie dem Polier und den Gesellen des Nathszimmermeisters W. Küster meinen aufrichtigsten Dank. Nichard Wustrow, Danksagung. 86 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Chef und dent Personal der Star Printinc Office für die zahlreiche Theilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich hiermit meinen herzlichsten Dant. Wwe. Franz. Krötsch, geb. Tille, nebst Sohn. Kranzbinderei n. Blumenhandlung von 5762* Robert Meyer, No. 2. Mariannenstr. No. 2. in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. Näherinnen, in und außer dem Widmungs- Kränze, Guirlanden, Balls Berlin S., Hause, verlangen sträußchen, Bouquets 2c. werden sehr Oranienstr. geschmackvoll und preiswerth geliefert. Die beleidigenden Aeußerungen gegen 166 Wäschesachen, verlangen ich hiermit zurüd. H. Albrecht's außer& Carl Seifrit, Swinemünderstr. 78. Bäckerei 136 * Mendel, Leipzigerstr. 82. Wir erflären Ernst Thieme für 36 Mamfells, a. verschnürte Kostüme, einen ehrenhaften Mann. Pfd. Brot 50 Pfg.eider ums Wamdblusen, Stickerel Frau Hartmann, Pantſtr. 12a, nehme notch, und Waste Fischbein de cart celerit. Wrangelstr.9. Krautstr.19. Saldensteinstr. 28. Laufiberstr. 2. vert. Freybrodt, Görlizerſtr. 69, II. F. und Frau Schmeißer. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.