Nr. 9. Abonnements Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- BettungsPreisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rofoneis zeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: ., Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Magdeburger Justiz. " Wegen Beleidigung des Kaisers und des Prinzen Eitel Frih wurde der Redakteur Müller von der Magdeburger Volksstimme" von der unter Vorsiz des Landgerichtsraths Fromme unter Ausschluß der Oeffentlichkeit tagenden Strafkammer ein schließlich noch zu verbüßender acht Wochen Gefängniß zu Vier Jahren einem Monat Gefängniß verurtheilt. Durch die Geschichte schreiten die unheimlichen Gestalten Mittwoch, den 11. Januar 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. zehn Monate einer noch zu verbüßenden Strafe ein- wirthschafts- Minister von Hammerstein. Hatte der gerechnet. Fast fünfzig Monate aus dem Dasein diplomatische Posadowsky die Agrarier mit einiger Zurückeines Menschen gestrichen für ein Wort! Ein Leben haltung gestreichelt, so streichelte er sie ohne Zurückhaltung. vielleicht für immer vernichtet wegen einer unüberlegten Man heißt nicht umsonst Hammerstein. publizistischen Handlung! Aus seiner Rede ist nur zu bemerken, daß er auch den Gewiß, wir vermögen nicht die That zu entschuldigen, unglücklichen Herrn Reichskanzler vor den agrarischen Wagen die zu dem Prozeß den äußeren Anlaß gegeben hat. Die spannte. Was der Alles verantworten muß. Fabel, die in dem Blatt erzählt wurde, war plump und Noch ein paar angebliche„ sachliche Bemerkungen" eines geschmacklos. Es ist zudem thöricht, derartiges zu erzählen, Regierungs- Geheimraths, und die Debatte wurde auf morgen selbst wenn es wahr wäre. Denn das Majestätsbeleidigungs- vertagt. verfahren läßt nicht den Wahrheitsbeweis zu; und das Bürger- Morgen wird unsererseits Sto II e das Wort ergreifen. thum hat noch nicht den Muth gefunden, diesen beispiellosen Rechtswiderspruch zu tilgen. Aber unser Bedauern über den Mißgriff unseres ParteiWahlrechts- Scherze. Groß ist der Haß gegen das Reichstags- Wahlrecht bet der Richter, die das Recht mißbrauchten, um Politik blattes verschwindet vor dem Unwillen über die Höhe den bürgerlichen Parteien. Da tauchen fast täglich neue und zu treiben. Mit einem Wort brachten sie ihre Feinde des Strafmaßes, das die auf Scheiterhaufen und unter's Henkerbeil. Ihr Spruch im angewendet hat, zumal einem Manne gegenüber, der, wie immer absonderlichere Vorschläge auf, wie man das VorNamen der heiligsten menschlichen Einrichtung, des Rechts, durch drei Zeugen erhärtet worden ist, nur durch ein Ver- dringen der Sozialdemokratie durch Wahlrechtsänderungen warf Schuldlose in den Kerker, ein Federstrich tilgte das sehen als verantwortlicher Redakteur genannt worden ist, matt machen könne. Auch der Scherz kommt dabei zum Leben unzähliger. Ihre Willfür war Gesez, ihre wilde während er die redaktionellen Geschäfte in Wirklichkeit nicht Rechte. Heute haben wir gleich zivei recht liebliche und Leidenschaft Tugend, ihre fanatische Beschränktheit Gerechtig- mehr besorgte. lustige Vorschläge zu verzeichnen. teit. Gegen den Dolch eines Meuchelmörders fonnte man sich Das Magdeburger Gericht schenkte dieser Versicherung Das Amtsblatt in Marburg, die Oberhessische Zeitung" schützen, dem Richter zu entrinnen war unmöglich, denn der keinen Glauben, und es verhängte eine Strafe, wie es selbst macht folgenden Vorschlag: fleine, verwilderte, böswillige Mensch erhielt die unüber in der gegenwärtigen Aera der Majestätsbeleidigungs- Prozesse windliche Macht durch eben das Recht, das er mißbrauchte, bisher unerhört ist. es panzerte ihn so undurchdringlich, daß selbst die Flüche der Freilich ist die Magdeburger Justiz nur auf dem Gemordeten und lebendig Begrabenen fraftlos zurückprallten, Wege fortgeschritten, auf dem sie seit Jahr und Tag betroffen und in den Schreckenskammern der Kultur hausen neben den wird. Die Magdeburger Justiz scheint den Beweis experimentell Verbrechern die politischen Richter, diese Mensch gewordenen führen zu wollen, daß es auch mittelst des gemeinen Folterwerkzeuge. Rechts möglich ist, die Sozialdemokraten zu bekämpfen. Vier Jahre ein Monat Gefängniß wegen einer journalistischen Unbesonnenheit! Die heutige Zeit gemahnt ernstlich an jene Aera der Majestätsbeleidigungsprozesse, die vor 20 Jahren durch die Attentatshege bedingt wurden. Damals verurtheilte an einem Tage, am 8. Juni 1878, die 7. Straffammer in Berlin sieben Personen wegen Majestätsbeleidigung zu 22 Jahren und 6 Monaten Gefängniß. Damals gelangte auch das äußerste Strafmaß 5 Jahre Gefängniß zweimal zur Anwendung. Es müßte zu der Reichstagswahl die Bestimmung getroffen werden, daß jeder Wahlberechtigte allerdings erst auch von Amts wegen benachrichtigt würde, daß er wahlberechtigt sei, daß aber nach dem Auszählungsergebniß des Wahltages vom Wahlfommissar a lle diejenigen Stimmen, die Wahlberechtigten des Wahlkreises angehören, die nicht gewählt haben, dem jenigen Kandidaten zu Gute gerechnet würden, dem von den im Kreise aufgestellten Wahlfandidaten der Wahlkommissar nach Meinung der Reichsregierung als der legteren geeignetst Scheinenden diese Stimme giebt." Regierungsparteien werden. Ihre Anhänger brauchen gar Wundervoller Vorschlag! Und wie bequem wird es für die nicht zur Wahl zu gehen, ihre Stimmen werden doch gezählt. Deutsche Wacht" aus einer im berüchtigten Bilderbogen- Verlag nicht zur Wahl zu gehen, ihre Stimmen werden doch gezählt. Aber noch drolliger ist der Vorschlag, den die antisemitische von Glöß in Dresden erschienenen Broschüre citirt und mit einer Ernsthaftigkeit behandelt, die um so ulfiger wirken muß, als die Partei der„ D. W." sich sonst stets als Hüterin der Volksrechte aufzuspielen beliebt. Das Blatt schreibt: 11 Diese Zeiten tiefsten Verfalls sind überwunden. Das Kein Tag vergeht fast, ohne daß wir von einer neuen MaßRecht ist humanisirt. Die Strafen sind gemildert, das pro- nahme des dortigen Gerichts gegen Parteigenossen hören. zessuale Verfahren dem Rechtzweck mehr angepaßt, und der Staatsanwälte und Landgerichtsräthe ringen um den Preis Richter, der das Urtheil spricht, giebt nicht zugleich das Gesetz, in diesem zähen Kampfe gegen eine berhaßte Partei. Ließ vor Verruchtheit einer diabolischen Großartigkeit nicht entbehrende in Untersuchungshaft gesperrten Preßsünder in Fesseln legen, auf Grund dessen er urtheilt. Der in seiner gewissenlosen Sahr und Tag der unvergessene Staatsanwalt Maizier einen Verbrecher als Richter ist nur noch ein Gegenstand der weil ihm ein Stückchen Wurst zugesteckt war, brachte es eine Geschichtsforscher und der Fabulanten historischer Romane. Magdeburger Kammer fertig, in einem MajestätsbeleidigungsAber wie ein Gespenst aus überwundenen Menschheits- Prozeß gesezwidrig die Aberkennung der Ehrenrechte zu beepochen geht noch immer der politische Richter unt, schließen, so darf heute das unter dem Vorsitzenden Fromme heut gewiß fein jenseits von Gut und Böse taumelnder Ueber- tagende Gericht die Anerkennung beanspruchen, daß ihr in der mensch mehr, sondern ein pflichttreuer Beamter, der von der Hochfluth der Majestätsbeleidigungs- Klagen das Höchste gebesten Absicht beseelt ist, dem Buchstaben des Gesetzes zu lungen ist. genügen, und der sich gleichwohl wider Willen von dem Jdeal einer schlackenfreien Rechtsprechung oft weit, sehr weit verliert. Sogar von der alten Vermischung der Rechtsprechung und Gesetzgebung ist, wenn auch in verhüllter Form, ein schlimmer Rest geBlieben. Das freie Ermessen in der Strafabschätzung mit ihren weiten Grenzen wirft in jedem Falle wie eine neue gesetz geberische Leistung. Und alle jene Fälle, in denen es sich nicht sowohl darum handelt, einen Angeklagten einer That zu überführen, sondern auf dem Wege der Interpretation nach zuweisen, daß die Handlung eines als Thäter bekannten Beschuldigten sich als ein Vergehen im Sinne des Wir sind nicht mehr weit entfernt von jenen Tagen und Gesetzes darstellt derartigen Prozesse, zu die Magdeburger Justiz scheint bereits das Ziel von damals denen die Preßprozesse sammt und sonders gehören, völlig erreicht zu haben. bergen in sich die Gefahr, daß der Richter sich als Gesetzgeber fühlt. Namentlich in Preßbeleidigungsklagen, in denen es nicht auf die Ueberführung eines häters, sondern einer That ankommt, in denen das durch keine sicheren objektiven Merkmale geleitete Urtheil die subjektive Auslegung die That erst zum Vergehen macht, scheint die Anwendung Der Reichstag trat heute an demselben Tage wie des Rechts nicht selten wie eine rechtliche Neu- die französische Kammer Neu- die französische Kammer zur ersten Sigung nach den schöpfung. Wo aber der Richter lediglich auf das Weihnachtsferien wieder zusammen. Gegen alles Herfommen Ungewisse persönlichen Ermessens angewiesen ist, da ist es waren die Abgeordneten sehr zahlreich eingetroffen, was sich beinahe nothwendig, daß Neigungen und Abneigungen, daraus erklärt, daß es einen Kampf für und wider die künftallgemeine Ueberzeugungen und besondere Rücksichten un- liche Fleischbertheuerung galt also einen Kampf bewußt das Urtheil leiten. um ungezählte Millionen, die unsere Junker unter dem Vor500 000 Stimmen sind ja eine ganz erfleckliche Zahl, Eine solche Rechtssprechung kann erst dann aufhören, wenn wand, für die Gesundheit des Volkes zu sorgen, aus dessen Geld- durch die den Konservativen und ihrem demagogischen Andas Strafgesez so gestaltet ist, daß Meinungen überhaupt beutel in den ihrigen hineinheren wollen. Und in Geldfachen hängsel, den Antisemiten, eine Anzahl Wahlkreise erhalten nicht unter seine Herrschaft fallen. Der politische Richter wird hört nicht blos die Gemüthlichkeit, da hört auch die werden könnte. Aber die Sozialdemokratie hat bereits über aussterben, wenn der politische Kampf der Anschauungen dem Bummelei auf. Auf der Tagesordnung war die bekannte 2 Millionen Stimmen, da werden auch die Soldatenstimmen auf Striminalrecht entzogen ist. Interpellation des Bundes der Landwirthe, bez. des Prä- die Dauer kein hinreichendes Gegenwicht bilden. Man thue Nur ein kleiner Theil der Rechtsprechungs Delikte, die fidenten dieses Bundes, Herrn v. Wangenheim hinsichtlich also ein Weiteres. Man gebe auch den Frauen das jeder Tag anschwemmt, steht unter der Kontrolle der Deffent- der Grenzsperre und der von der Regierung ermittelten That- Wahlrecht, aber natürlich soll nicht jede Frau selbstlichkeit. Das Meiste geht verloren, der Massenbetrieb der sachen und geplanten Maßregeln. ständig die Wahl ausüben, sondern in jeder Stadt berweht, alle Politische Uebersicht. Berlin, den 10. Januar. " In den skandinavischen Ländern besitzen auch die aktiven Offiziere aftives Stimmrecht. In Deutschland wünscht man nicht, daß die Armee Politik treibe, da für den Korpsgeist der Streit der Meinungen sein lebles haben könne. Aber die Gefahr der persönlichen Ereiferung läßt sich umgehen. Man lasse den Pla tommandanten nach Weisung des Generalkommandos oder des Oberpräsidiums die Stimmen aller orts. anwesenden Militärpersonen auf einem einzigen Bettel abgeben, nicht nur die Stimmen der Offiziere, sondern auch die der Mannschaften. Die Sozial demokratie fordert schon lange die Herabſegung der Altersgrenze auf das einundzwanzigste Jahr. Man entreiße ihr biese Forderung für das Heer. Einundzwanzigjährigen Zivilisten steht die Ausübung des Wahlrechtes sehr schlecht fan; denn sie befizen gewöhnlich noch nichts, was ihnen werth und theuer ist; fie treiben sich noch schaarenweise als Handwerksburschen, Kommis, Friseure, Schauspieser, Kutscher und Kellner ohne Haus und Herd im Lande herum; ansässigen Soldaten hingegen steht das Wahlrecht außerordentlich gut an, denn sie sind Glieder eines Verbandes, dessen Wohl und Ehre sie nach außen und innen zu vertheidigen fahneneidlich verpflichtet sind. Durch die Armee ist das Reich geschaffen, durch die Armee muß es erhalten werden. Der Kaiser hat oft genug das Volk ermahnt, sich gegen die Sozialdemokratie zu ermannen; aber ein„ Bolt" ermamit sich nie; zum Ermannen gehört vor allen Dingen ein Mann. Möchte dieser Mann am Ministertisch nicht fehlen! Er gewänne dem Kaiser mit einem Schlage 500 000 Stimmen, die im Kampfe gegen Sozialdemokraten, Polen, Dänen, Elsässer, Welfen und andere notorische Feinde der bestehenden Reichsbildung ein entscheidendes Wort hätten." heutigen Rechtspflege hat in sich die Gewähr, daß der Spür- Begründet ward die Interpellation durch Wangenheim. soll die Frau Bürgermeisterin oder Oberbürgermeisterin finn der Kritik nicht vermag, die Gesammtheit der in den Kein Redner, mit schlechtem Organ und eintöniger Stimme, und in jedem Dorf die Frau Gemeindevorsteherin für die Gerichtsfälen begangenen Jrrthümer und Verfehlungen nachzu- fichtlich bemüht, die Krallen einzuziehen, konnte der Herr Gesammtheit die Stimmen abgeben; und da die Frau wegen prüfen. Mit Ausnahme einiger großstädtischer Sensations- Präsident seine demagogische Kraft nicht entfalten. Er sprach der bekannten Familien- und Ehefeindlichkeit der Sozialdemoprozesse findet kaum irgend einmal eine gründliche Gemeinpläge, und was er an sogenannten Thatsachen und tratie Gegnerin dieser Partei ist, so find fämmtliche Stimmen Superrevision der Justiz durch die öffentliche Meinung Gründen vorbrachte, das haben wir alle schon hundertmal auf die der Sozialdemokratie feindliche staatserhaltende statt. Die flüchtigen Notizen werden mit dem Tage gehört und gelesen: es giebt keine Fleischnoth, und die Partei zu übertragen. Genügt auch das nicht, so würden hat wohl den unbestimmten Eindruck, deutsche Landwirthschaft kann, wenn sie genügend unterstützt auch die Stimmen der Schüler und Schülerinnen daß unsere Rechtszustände außerordentliche Mängel aufweisen, wird, Deutschland ausreichend mit Fleisch und Korn ver- durch die Schuldirektoren mit in die Wagschaale zu werfen sein. aber das ganze Material wird von uns nicht überschaut. sorgen. Auf diese Weise wird es doch endlich gelingen, der SozialGelänge es, nur für ein einziges Jahr eine Rechts- Herr von Posadowsky, dessen Titel noch länger demokratie den Garaus zu machen. enquete zu gewinnen, dergestalt, daß jeder Prozeß in dem sind als sein Bart und sein Name, streichelte die entlegensten Winkel des Reiches bis in alle Einzelheiten von Herren Landwirthe, jedoch mit einiger Zurückhaltung; einem sachverständigen Beobachter geprüft wird, wir bekämen er hütete sich vor jeder Festlegung seiner Ansichten, was ihm ein grelles Bild von unserer gegenwärtigen Rechtspraxis. umso leichter geworden sein mag, da er vermuthlich keine Aus Mailand schreibt man uns unterm 7. d. Mts.: Die ErWir haben gestern das Urtheil in dem Magde- festen Ansichten hat. Vom freihändlerischen Standpunkt aus bitterung über die Regierung wächst von Tag zu Tag; die Nach burger Majestätsbeleidigungs- Prozeß mit behandelte hierauf der Deutschfreisinnige Richter'scher Observanz richten aus dem Süden, wo die ungeraufstände wieder begetheilt, dessen Opfer unser Parteigenosse Müller, der ver- Fischbeck die Frage. Ihm folgte ein humoristischer Kaplan gonnen haben, werden mit fieberhafter Aufmerksamkeit verfolgt. Wie die Stimmung ist, das konnten die Behörden am vorigen antwortliche Redakteur der Volksstimme" geworden ist. Das aus Bayern Namens Gerstenberger, der als Lustig- Sonnabend sehen, als der Zug mit der Leiche des jungen Mucio Urtheil ist noch härter, als uns gestern mitgetheilt worden ist: macher ein entschiedenes Talent bewies. Nach dem Kaplan mussi, der beim Aufstand des vorigen Mai in Pavia von In die vier Jahre und einen Monat sind nur zwei, nicht und Bauernbündler aus Bayern der preußische Land- Soldaten erschossen wurde, hier ankam. Der Vater, ein Italienische Stimmungen. Abgeordneter, hatte die Beisetzung in Mailand gewünscht. Als der Sarg, geleitet von einer Abordnung von Studenten Zur Fleischnothfrage wird uns aus Dresden geschrieben: 1 über dem Beto des Fürsten von Schaumburg- Lippe anerkennen sollte, Der Fleischkonsum in der Stadt Dresden hat nach amtlichen sei geradezu undenkbar. der Universität Pavia, auf dem Bahnhof von Mailand Mittheilungen im Jahre 1897 gegen das vorhergehende Jahr ganz Nationalliberale Politik. Auf dem foeben abgehaltenen anfam, war der Platz vor dem Bahnhof schwarz von Menschen und erheblich, nämlich 1,83 kilogramm auf den Kopf der Bevölkerung pfälzischen nationalliberalen Parteitag theilte Reichstags- Abgeordneter mindestens 4000 Personen schlossen sich dem Zug an, der in feierlicher abgenommen. Daß diese Abnahme des Fleischkonsums fast Dr. Weinhardt mit, daß die nationalliberale Fraktion in wirth Stille die Straßen bis zum Kirchhof durchschnitt. Die Polizei, ausschließlich auf die Wirkung der hohen Schlachtviehpreise zurück- chaftlichen Fragen zu völliger Verständigung gelangt sei. welche ausdrücklich den Sonnabend für das Begräbniß festgefegt zuführen ist, und hauptsächlich die unbemittelten Einwohner betrifft, Der frühere Abgeordnete Dr. Bürklin warnte vor allzu raschem hatte, weil die Arbeiter an diesem Tag durch die Lohnzahlung in geht daraus hervor, daß der Rückgang des Verbrauchs von Fortschreiten in der Sozialpolitik. Bei Berathung der den Werkstätten und Fabriken festgehalten werden, war vollständig Schweinefleisch allein 1,13 kilogranim beträgt. Bei alledem Organisationsfrage sprachen fast alle Redner für eine Einigung topflos fie ließ die Menge gewähren. Ein Versuch des Ein- treten die sächsischen Agrarier, wie jüngst in der Versammlung des mit dem Bund der Landwirthe. greifens wäre auch sehr gefährlich gewefen. Die Luft ist voller Landeskulturrathes geschehen, für weitere Erhöhung der Viehpreise Elektrizität, und es giebt einen Born, der Rücksichten der Klugheit, ein. Wenn die Herren nur ihre Taschen füllen, andere Rüdsichten und der Fall Koge" ist damit erledigt so berichten die Beitungen. und sogar der Selbsterhaltung nicht kennt. Die Amnestie bewegung wächst in ganz Italien. Gestern haben sich hier Delegirte aller Barteien mit Ausnahme der Regierungs- Mameluken zur Organisation der Bewegung zusammengethan und die Gründung eines besonderen Organs Für die Amnestie"( ,, Pro amnistia") beschlossen. Dentsches Reich. " Herr v. Kote ist vom Kaiser wieder empfangen worden, tennen sie nicht. In welcher Weise übrigens die anhaltende Fleischtheuerung an Der Fall Koze mag erledigt sein, denn es mag sein, daß es Herrn der sächsisch- böhmischen Grenze wirkt, zeigen die Berichte aus den b. Noge gelungen ist, feine volle Unschuld an der Herstellung jener Grenzorten in der Laufig. Die dortige arme Bevölkerung dect Briefe schmusigsten Inhalts nachzuweisen, die vor Jahr und Tag ihren Bedarf an Schweinefleisch in den böhmischen Grenzorten, in der Hofgesellschaft turfirten. Wenn aber Koze unschuldig ist, wer weil dort das Pfund Schweinefleisch 52 Pfennig, in Sachsen ist denn dann der Schuldige? Und lebt etwa der Botenschreiber noch heute in der Hofgesellschaft? aber 70 Pfennig und mehr kostet. Ein großinduftieller Gentleman. Herr Bued hat in der And dem Regen in die Tranfe fcheinen die Mittelstands- D. Jnd.- 8tg." eine Berichtigung des Direttors der Berufsgenossenpolitiker mit ihrer Erdrosselungssteuer für Waarenschaft der chemischen Industrie Herrn Otto Wenzel so tattvoll beReinhart Schmidt vorm Königsthron. häuser zu kommen. In Beuthen ist, wie dieser Tage von uns Der zweite Bizepräsident des Reichstags, Herr Reinhart Schmidt, berichtet wurde, der Kommunalbehörde die ministerielle Bustimmung banbelt, daß der letztere Herr fich genöthigt sieht, folgendes zu giebt in den„ Elberfelder Neuesten Nachrichten" folgende Erklärung: zur Einführung einer Waarenhaussteuer zugegangen. Diese Waaren " Die jüngste Sonnabend- Nummer der„ Neuesten Nachrichten" steuer richtet sich hauptsächlich gegen die dort ansässige Firma Gebringt einen Bericht, in welchem auch mein Name genannt ist, brüder Barafch, die jährlich dadurch zu einer Steuer von ca. 10 000 m. über die Audienz des Reichstags-Präsidiums bei Sr. Majestät beranlagt werden dürfte. Der Confectionär" hat sich nun an diese dem Kaiser. Ich muß Werth darauf legen, in der Oeffentlichkeit Firma mit der Frage gewendet, was diese in dieser Angelegenheit festzustellen, daß ich zu dem Artikel in feinerlei Beziehungen stehe nunmehr zu thun gebente. Darauf ist folgende Antwort einund daß die in demselben gegebenen Schilderungen ebenso ungegangen: richtig und entstellt sind, wie die den Betheiligten, so auch mir in den Mund gelegten Aeußerungen. Ich kann über das Erscheinen des Artikels nur meinem tiefsten Bedauern Ausdruck geben." Herr Schmidt erklärt die Schilderungen des Elberfelder Blattes für unrichtig und entstellt, er bedauert das Erscheinen des Artikels. Aber warum fagt denn Herr Schmidt nicht, was in jenen recht netten und den Stempel der Wahrheit tragenden Schilderungen u richtig und entstellt gewesen sein soll? Hat der Kaiser nicht des Baren Kollegen unumschränkte Gebietermacht bei Militärvermehrungen für sich gewünscht? " " " Antwortlich Ihres Schreibens vom 7. Januar cr. bemerken wir Ihnen, daß wir bereits behufs Vergrößerung unseres Beuthener Etablissements Berbindungen angeknüpft haben; wir beabsichtigen, durch die Errichtung eines Waarenhauses, wie es in Schlesien noch nicht besteht und worin wir alles nur Erdenkliche führen werden, unseren Abja zu vergrößern, so daß wir den Ausfall unseres Verdienstes dadurch decken." = $ gegen erklären: Die an Herrn Bued gerichtete Aufforderung, wegen der bes leidigenden Ausdrücke entweder eine Ehrenerklärung oder die unter Männern von Erziehung in solchen Fällen übliche Genugthung zu geben, wurde von ihm abgelehnt. Herr Bued ist hiernach für mich aus der Reihe der gesellschaftlich in Be= tracht tommenden Personen ausgeschieden und wird, wo er sich öffentlich betreffen läßt, dementsprechend von mir behandelt werden." uns: Chronik der Majestätsbeleidigungs: Prozesse. Man schreibt Wegen einer Majestätsbeleidigung, angeblich bes gangen beim Anblick eines Kaiserbildes, über das eine Fliege kroch, wurde ein aus Oesterreich stammender Barbiergehilfe in Josefsdorf bei Kattowig verhaftet. " 1 Ausland. Verbrecher oder wahnsinnig? die Zu Ans Als Wir wissen nicht, ob die Firma ihre Absicht erreicht. Aber wenn sie sie erreicht, dann dürfte der Beuthener Mittelstand" von dem Zu der Anzeige wegen Majestätsbeleidigung gegen den Lohgeber Fischeder in Wolfenbüttel wird dem Streisblatt" mitErfolg seiner Waarenhaussteuer ja recht unbefriedigt bleiben. getheilt, daß gegen den Logiswirth oder die Logiswirthin des F. Für Köller und China bricht heute die„ Kreuz- Zeitung" eine fürzlich behördlich wegen Holzdiebstahls vorgegangen ist und daß Hat Herr Reinhart Schmidt dem Loblied auf den Absolutismus Lanze. Daß der„ Vorwärts" Preußen das europäische Reich der diese nun in der Vermuthung, F. habe den Holzdiebstahl angezeigt, nicht mit jo mattem Wort, nicht mit der Versicherung freifinniger Mitte genannt, schmerzt ihr patriotisches Herz; aber sie tröstet sich als Gegenzug Anzeige wegen Majestätsbeleidigung er Monarchentrene geantwortet? Wollte er nicht ein kleiner Jacoby", bald. Ist es denn ein Vorwurf, chinesisch zu sein, und braucht stattet haben. F. soll die Beleidigung im trunkenen Zustande aussondern ein großer sein? Oder hat er sich noch hoffähiger ein ehrliches Junkergemüth sich chinesischer Ausweisungspraktiken zu gesprochen haben. benommen, als das Elberfelder Blatt geschildert? Aus Nürnberg wird uns geschrieben: Die Untersuchung gegen Mit dem„ tiefsten Bedauern" müssen wir meinen, daß die lettere Stöller's sind eine Stuhmes that, auf die Deutschland stolz den Redakteur des„ Nürnberger Anzeiger" wegen Majestats. Möglichkeit uns die Wahrscheinlichkeit für sich zu haben scheint. fein muß. Denn auch der Erklärungs- Stil des Herrn zweiten Bizepräsidenten geschrittenen Länder für Absperrung Und sind denn nicht auch alle anderen fort beleidigung, die der Staatsanwalt in dem Abdruck des ArFremde? tikels Bubelmajestät“ aus der Zukunft" erblicken wollte, ist einist eine Musterleistung modern- freisinnigen Ersterbens vor merila, Frankreich und England belehrt die gestellt worden, Königsthronen". Kreuz Zeitung" uns find so chinesisch wie Deutschland. Amerika hat sich die Chinesen vom Sals gehalten, Frankreich eine Feindseligkeiten mit den Freundschaftsinfeln. Die Tonga- fchärfere Fremdenpolizei eingeführt, desgleichen England. Stimmt. oder Freundschaftsinseln in der Südsee östlich der Fidschi Gruppe Aber die Chinesen, die Amerika zu überschwennen drohten, find bilden ein kleines selbstständiges Königreich. Die Tonganen scheinen doch den Dänen nicht zu vergleichen und Amerika besteht ja Das ist die Frage, welche seit Jahrzehnten die gerichtliche an die deutsche Südsee- Plantagen- Gesellschaft einige Schulden nicht überhaupt durch die Einwanderung; und weder aus Frant- Medizin, die Psychiatrie und die Strafrechtskunde beschäftigt. Bon entrichtet zu haben und deshalb hat die deutsche Regierung mit reich noch aus England sind überhaupt Fremde ausgewiesen worden den rohen Nichtswissern der„ Kreuz- Zeitung" und anderen JunkerBeschlagnahme der größeren Jusel Wawau gedroht. Die Regierung mit Ausnahme einiger Baupers, die den englischen Armen- und Polizeiblättern wird jedesmal ein Halloh erhoben, wenn die des Tongakönigs Georg II. hat sich an England, Frankreich und die behörden aufgehalft werden sollten, und einiger Zeitungskorrespon- Sozialdemokratie bei absolut sinnlosen Verbrechen Bereinigten Staaten um Hilfe gewandt. denten und preußischen Polizeispione, die sich der politischen Polizei rechnungsfähigkeit des In Wahrheit des Thäters bezweifelte. Bielleicht ein kleiner Südsee- Konflikt gefällig? Unseren Welt- Frankreichs läftig" gemacht hatten. Solche Ausweisungen kommen entspringt dieser Zweifel nicht sozialdemokratischer politikern" tönnte das vielleicht passen. in Deutschland zehnmal so häufig als in Frankreich vor. schauung, sondern der modernen Wissenschaft. Von solchen Ausweisungen ist jedoch hier nicht die Rede; sondern Södel 1878 zum Tode verurtheilt wurde, regten sich in den Das deutsche Schlachtvieh- und Fleischbeschan- Geseh, deffen von barbarischen, der niedersten Auffassung des Nationalitätsprinzips höchften wissenschaftlichen Kreifen Zweifel an seiner zurechnungsEinzelheiten noch durchaus unbekannt find, foll nach der„ Stolnischen entspringenden Fremben Austreibungen, wie die aus fähigkeit, jedoch ohne Erfolg. Södel wurde hingerichtet, und als Being" in feinen grundlegenden Bestimmungen mancherlei Erleswig. Und diesen Ausweisungen hat lein anderer bann Birchow beantragte, ihm deffen Kopf zur Untersuchung des leichterungen für die Einfuhr amerikanischen Fleisches enthalten. An Staat ber Belt, außer China, bem Deutschen Reich Sirns zu übergeben, wurde das Gesuch abgelehnt. Das Hirn die Stelle der jetzt geltenden, vielgestaltigen partikularen Gefez- Aehnliches an die Seite zu segen. Die Kreuz- Beitung" der zwei Anarchisten Vaillant und Henry wurde frant be funden. Der Schädel Caserio's, der Carnot ermordete, wurde gebung soll ein einheitliches Reichsgefez treten. In dieser Beziehung hat also wieder einmal geflunkert. tommt namentlich in Betracht, daß durch die neuere Gesetzgebung Und da uns das Junterblatt gerade in die Hände gelaufen ist, zwar nicht ſezirt, aber er entsprach ganz genau dem Typus des Den gleichen Typus hat eine einmalige Untersuchung des aus dem Auslande eingehenden hier noch eine kleine Abrechnung. Vor einigen Tagen brachte die epileptischen Verbrechers. Fleisches vorgesehen wird, weitere Untersuchungen dann aber nicht Strenz- Beitung" einen von Gift und Univiffenheit strogenden Artikel uceni, der Mörder der Kaiserin von Oesterreich. mehr stattfinden sollen. Und jetzt haben wir noch ein neueres, eklatantes Beispiel. In Hierdurch wird den klagen, welche über das Stommunistische Manifest", der mit der bekannten von amerikanischer Seite über die bisher in Deutsch stereotypen Tirade schloß, die Sozialdemokratie verschleiere Frankreich wurde voriges Jahr ein Scheusal namens Va cher geLand vorgenommenen mehrfachen Untersuchungen des amerikas ihre Biele und habe nicht den Muth, ihr wahres Gesicht zu fangen, der mindestens ein Dußend Luftmorde unter den grenlichsten Umständen verübt hat. Daß der Mensch nicht normal fein fönne, nischen Fleisches erhoben worden sind, für die Zukunft jede zeigen. Unterlage entzogen. Sollte fich ergeben, was naheliegend erscheint, Das biedere Junkerblatt hatte vergessen, daß es Tags zuvor wurde sofort vermuthet. Es schienen indeß verschiedene Kriterien daß eine Abänderung der kaiserlichen Verordnung von 8. September ein sozialdemokratisches Wahlflugblatt abgedrudt hatte, von welchem der Geisteskrankheit zu fehlen und die französischen Gerichte nahmen 1891 in dem Sinne in Aussicht genommen werden könnte, daß für es mit einem Seitenblick auf den Staatsanwalt sagte, das nach langen Untersuchungen die Zurechnungsfähigkeit an und verdie Einfuhr von Schweinefleisch aus Amerifa fünftig feine Beugniffe Flugblatt habe in zynischer Weise die Ziele der Sozialbemo urtheilten Bacher zum Tode. Vor vier Tagen wurde derselbe in Bourg hingerichtet und eine oberflächliche Untersuchung im über die in den Vereinigten Staaten damit vorgenommene linter- tratie bloß und flargelegt. suchung beigebracht zu werden brauchen, fo würde dies ein für die Das ist die Moral des vornehmsten Organs der„ Edelsten" der dortigen Hospital ergab, wie versichert wurde, kein Anzeichen von annormaler Hirnbildung. Ein berühmter Frrenarzt, Dr. Toulouse, amerikanischen Fleischerporteure auch in petuniärer Beziehung sehr Nation- Moral mit doppeltem Boden. der in dem Prozeß für die Unzurechnungsfähigkeit Vacher's plädirt wichtiges Zugeständniß sein, da alsdann die jetzigen, den amerikanischen Köller's Triumphzng. Flaggenschmud. Illumination. Fefte hatte, beruhigte sich dabei nicht; er kaufte der Familie Bacher's Schlachthausbefizern recht theuer fommenden Untersuchungen des und Festreden in Hadersleben und anderswo. Und autos epha- beffen Kopf ab und untersuchte das Hirn mitrostopisch an 12 Stellen. Fleisches in den Vereinigten Staaten wegfallen könnten. Was Er Selbst hat gesprochen, Köller der Große! Wie jener römische Resultat? An allen 12 Stellen die Hirnmaterie schließlich das in Amerika in letzter Zeit viel erörterte, angeblich geplante Gesandte den Karthagern in der einen Falte seiner Toga den Krieg, trant! Dr. Toulouse hat präparirte Hirnausschnitte an die bedeutsche Verbot der Einfuhr von Wurst anlangt, gegen welches sich in der anderen den Frieden brachte so trug Köller der Große in rühmtesten Jrrenärzte der Welt gesandt. Sein Bericht läßt feinen die Chicagoer Schlachthausfirmen in heftigen Protesten gewendet der einen Rocktasche den Krieg und die Nuthe, in der anderen den gweifel, daß in Bourg nicht ein Berbrecher, sondern ein Geisteshaben, so ist ein solches in dem demnächst dem Bundestath vorzu- Frieden und das Buderbrot. tranter getöpft worden ist. legenden Gesetzentwurfe nach den Ergebniß sicherer Erkundigungen nicht vorgesehen. Allerdings ist geplant, in dem Gesetz dem Bundes- in Hadersleben vor seinen in Ehrfurcht erschauernden Unterthanen: in diesem Fall einen Mord begangen, und, weil in faltem rath unter mannigfachen Ermächtigungen auch die zu ertheilen, die „ Er sei gerade jetzt gern nach Hadersleben gekommen, um Blut und entschieden bei Burechnungsfähigkeit begangen, einen Mord, Einfuhr von Fleisch zu verbieten, dessen unschädlichkeit für die fich persönlich davon zu überzeugen, wie die Verhältnisse der Stadt weit abscheulicher als die Ermordung der Kaiserin von Oesterreich menschliche Gesundheit in zuverlässiger Weise bei der Einfuhr nicht lägen. Für die Weiterentwickelung der Stadt sei viel gethan, wofür durch einen Paralytiker. Und wäre Buccheni nach dem Wunsch der mehr festgestellt werden kann. er den Kollegien danke. Wenn zur Zeit strengere Maß Kreuz- Zeitung" geföpft worden, so wäre das ebenfalls ein regeln nöthig geworben feien, um Frieden schlimmerer Mord gewesen, als der von ihm verübte. Die zu schaffen, so hoffe er, daß dies nur vorübergehende Maß Unkenntniß des Gefeßes schüßt nicht vor Strafe, und die Unnahmen wären, die zum Frieden führen würden. Die Maßregeln fenntniß der Wissenschaft schüßt nicht vor Schuld. Die Krenz- 3tg." feien nicht gegen die ruhig im Lande lebenden Ausländer ge- und ihre Preßtimpane, die sich heiser schreien nach dem Blut richtet, sondern lediglich gegen die Leute, die durch erfinniger, dürfen sich deshalb nicht beschweren, wenn sie den die Presse, Vereine und Versammlungen die word gesellen beigezählt werden. Gemüther beunruhigten, das Vertrauen der In Bezug auf den Fall Vacher hat, nachdem Obiges geschrieben Bevölkerung zur Regierung untergrüben und war, unser italienischer Genosse Ferri, der eine der ersten wissenfeinen Frieden haben wollten. Das könne und schaftlichen Autoritäten auf diesem Gebiete ist, in einem von der werde die Regierung nicht dulden. Er hege die feste Petite Republique" veröffentlichten Aufsatz des Näheren dargelegt, Zuversicht, daß das Publikum sich lieber dem Wachsen daß bei Vacher sich alle wesentlichen Kriterien des und Gedeihen der eigenen Verhältnisse widmen werde, verbrecher Wahnsinns und der Hirn Paralyse bor als sich durch Hezereien verbittern lassen. Ich richte finden. an Sie und alle, die dies lesen", so schloß der Oberpräsident, ,, die Bitte: Weisen Sie alle an Sie herantretende Agitation energisch zurück, dann wird Friebe sein. Der Unterstügung der Regierung seien Sie versichert!" Die Agrarier, die angeblich das einzuführende Fleisch nur aus fanitären Gründen unter scharfe Kontrolle gestellt wissen wollen, geben ihre Unzufriedenheit denn auch mit den in Aussicht stehenden Gesetz Ausdruck; hatten sie doch erwartet, daß die Einfuhr durch rigorose Bestimmungen gehement werden sollte. Eine Bewegung gegen die Zuckerprämien tritt in England hervor. Am Montag Nachmittag fand in London eine sehr stark be. suchte Versammlung der Anti- Sugar- Bounty- League" statt. Alle Zucker produzirenden englischen Kolonien, Indien und Kanada waren vertreten. Die Redner tadelten die Unthätigkeit der Regierung in der Zuckerprämienfrage. Es wurde einstimmig ein Beschlußantrag angenommen, in welchem die Regierung ersucht wird, unverzüglich ein Abkomment mit Deutschland, Oesterreich Ungarn, Belgien und holland abzuschließen, durch welches die Zuckerausfuhrprämien abgeschafft werden und den Zuckerproduzenten Sicherheit auf den offenen britischen Märkten vor staatlich unterſtüßtem Wettbewerb garantirt wird. -Und also sprach Köller der Große auf dem Huldigungsfest " " Die bürgerliche Gesellschaft, oder sagen wir: der Staat hat also Desterreich- Ungarn. Die Unterhandlungen mit der ungarischen Opposition Die deutschen Zuckerfabriken und die mit ihnen verbündeten So die Rede. Man merke! Alle, die dies Iefen". Die sind nun im Gang. Die Regierung parlamentirt mit den Führern Agrarier haben von der Ausfuhrpräntien- Wirthschaft zu große Vor- Nede Nöller's war demnach schon gedruckt, wie eine Thronder liberalen Dissidenten. Auf Wunsch Banffy's, welcher sich darauf berief, daß er zu diesen Verhandlungen von der Krone autorifirt theile, als daß die ihnen wohlwollende Regierung ihnen die Ausfuhr- rede. Nun wissen es die Schleswiger: wer sich nicht muckst und Alles sei, holten die Führer der Dissidenten von den einzelnen Oppositionsvergütigungen so leicht entziehen würde. gut findet, was die Regierung thut, der wird des Zucker- parteien Vollmachten zur Führung der Verhandlungen ein. Die GeZu dem Besuch des Kaisers bei dem franzöfifchen brots der Köller'schen Gnade theilhaftig, wer aber sich muchst, rüchte von einer bevorstehenden Vertagung oder Auflösung des Botschafter in Berlin, Marquis de Noailles, telegraphirt man und es nicht in der Ordnung findet, daß Köller Dußende von Reichstages werden entschieden in Abrede gestellt. Die Bertagung der Bossischen Beitung" aus Paris: Menschen der Existenz beraubt, blos weil es im Lande Leute giebt, des Abgeordnetenhauses würde erst dann erfolgen, wenn Banffy die die an die Gottähnlichkeit Stöller's nicht glauben, der fliegt hin- Ueberzeugung gewonnen habe, daß die Verhandlungen zu keinem aus"- also hat es in seiner unergründlichen Weisheit verfügt Köller Ergebniß führen. der Größte. Kaiser Wilhelm's Besuch bei dem Botschafter Marquis de Noailles macht hier starten Eindruck und giebt zu hoffnungsvollen Deutungen Anlaß. Man behauptet, der Kaiser habe sich abfällig über die Hal tung der englischen Diplomatie gegen Frankreich geäußert, und glaubt fogar, ein deutsch französisches Einvernehmen wenigstens in China sei in absehbare Nähe gerückt. Auf ihre Richtigkeit sind diese Angaben schwer zu prüfen. Der famose Antrag ieber eristirt also definitiv nicht. Herr Lieber selbst läßt erklären, daß ihm von einem solchen Antrag nicht Das Geringste bekannt sei, und daß dafür entfernt fein Anlaß vorliege. Die Germania", die doch am meisten Anlaß gehabt hätte, fich genau zu informiren, erklärt die Thatsache, daß sie gleichfalls den Antrag gebracht hat, damit, sie habe ihn einem anderen Blatte entnommen, deffen Pflicht es nun sei, die Quelle der Mystifikation aufzuspüren. " Fort mit dem Zeitungsstempel!- das ist gegenwärtig der Ein Rechtsgutachten über den Bundesrathsbeschluß in Kampfesruf der österreichischen Sozialdemokraten. Die Versamm Sachen Lippe veröffentlicht in der Münchener Allgemeinen Beitung" lungen, welche am Sonntag im ganzen Lande stattgefunden, haben M. v. Seydel. Er findet, daß die Formulirung des Beschlusses einen glänzenden Verlauf genommen. Die Resolution, in der die strengen juristischen Anforderungen nicht genüge! „ dreifache Fessel" der Presse, das Verbot der Kolportage, " Der Beschluß ist aus dem Bestreben hervorgegangen, bie Konfistationswillkür, und der Zeitungsstempel, eine politische Schwierigkeit zu überwinden. Zu diesem Zwecke hat in schärffter Weise verurtheilt wird, fand überall begeisterte Anman eine Fassung des Beschlusses gewählt, bei welcher politische nahme. Wie wir die österreichische Arbeiterschaft temnen, wird sie über den juristischen Gesichtspunkten, nicht zum Bortheil für die nicht eher ruhen, bis sie ihr Ziel erreicht haben wird. Durchsichtigkeit des Gedankenganges, überwogen haben." Thatsächlich aber sei der Schaumburgische Anspruch mit dem Bundesrathsbeschluß endgiltig begraben. Denn daß ein fünftiger Spruch die Nichtigkeit Lippe'scher Landesgefeße gegen Italien. Italien scheint vorläufig von friegerischen Verwidelungen in Afrita verschont zu werden. Der König hat einen sehr freundschaft ebenfalls wolle. und ihm weit mehr Pflichten auferlegen, als Rechte einräumen; in weiterer Hinsicht, daß diese Ausbeutung von einer großen Anzahl von Personen in der rücksichtslosesten Weise unter oft thierischer Bes handlung, mit fogar nachfolgender schwerer Bestrafung, auch vielfach lichen Brief des Negus Menelit erhalten. Menelik erklärt in dem Nach Schluß der Plenarsizung werden die Abtheilungen tonftituirt Helben, nachdem er von dem Ministerrefidenten die Wünsche des und je drei Mitglieder für die acht Fachkommissionen gewählt. Sönigs, betreffend die Grenzabsteckung, erfahren habe, werde er Alles thun, was er vermöge, um den Wünschen des Königs nach- Bureaudirektor des Herrenhauses, Herrn Reißig, ausgearbeitet worden. thatsächlich ausgeführt wird; ist die Lage der Seeleute, speziell der Ein neues Handbuch für das Herrenhaus ist von dem zukommen, denn zum Wohle seines Volkes wünsche er Das Buch bringt in seinem ersten Theil die Verfassungsurkunden einen dauerhaften Frieden mit Italien, wie solchen der König des Reichstags und Preußens, sowie mehrere interessante geschichtliche niederen Chargen, als eine äußerst traurige und miserable zu bes Bei den Gerüchten von neuen friegerischen Berdie wickelungen soll es sich um Börsenmanöver gehandelt haben. Die Urkunden zum Abdruck; daran schließen sich die Geschäftsordnung Beachtung und Kontrolle. Sache der so schlecht gestellten und anderen widelungen soll es sich um Börsenmanöver gehandelt haben. Die des Herrenhauses und sodann der personelle Theil und Situations- Berufen gegenüber weit zurüdgefegten Seeleute ist es aber, auch offiziösen Blätter sagen, die Regierungsfreise hätten das bestimmte pläne über das jetzige Herrenhausgebäude. Beigefügt sind Ansichten felber dieser menschenunwürdigen Ausbeutung einen Damm Vertrauen, daß nichts den Frieden in Erythrea stören werde, und daß die jezigen Ereignisse die Verhandlungen erleichtern werden, des alten und des neuen Gebäudes, wie dieses sich nach der Fertig- entgegenzusetzen und selbst Hand anzulegen an die Ver welche die Besserung der wirthschaftlichen Lage und die Sicherheit stellung präsentiren soll. Erythrea's bezweden. Jeder Gedanke an die Sendung italienischer Truppen nach Afrika sei falsch. England. London, 9. Januar. Die Generalfommission der Ver einigung zu Gunsten der Abrüstung berieth heute über die Mittel zur Herbeiführung einer entsprechenden Bewegung in den Ländern des Festlandes und erwog die Frage der Massenbertheilung bezüglicher Schriften auf dem Kontinent. Die Führer der englischen Arbeiterpartei unterzeichneten einen Aufruf an die Arbeiterklasse zu Gunsten des Friedens. Die Bewegung macht andauernd große Fortschritte. In den hauptsächlichften Provinzstädten werden öffentliche Versammlungen organisirt, die sich mit der Frage beschäftigen sollen. Bulgarien. Der Mörder Stambulow's, ein gewiffer Salu, ist jetzt in Sofia, der Hauptstadt von Bulgarien, wieder aufgetaucht. Anstandshalber mußte er anfangs flüchten; mißverständlicher Weise von den Serben verhaftet, wurde er auf Befehl„ Väterchens" sofort in Freibeit gesezt und verzehrt jetzt in Frieden seine russische Benfion. Und die Protektoren dieses Mordbuben thun entrüstet über die Ermordung der Kaiserin von Oesterreich! Griechenland. Ein Hohenzollernprinz in Griechenland. Unter dieser Ueberschrift berichten Athener Blätter Folgendes: " befferung ihrer so tiefelenden Lage, und da ist es nicht die SeemannsMission, die als Heilmittel Beten und Fügen" verordnet, welche Partei- Machrichten. Beachtung verdient, sondern es ist der Seemanns- Verband, der es fich zur Aufgabe stellt, dem seemännischen Proletarier seine Polizeiliches, Gerichtliches u. 1. w. Menschenrechte zu erfämpfen, und dem daher beizutreten und für -Wegen Beleidigung des Bürgermeisters Reinhardt in den unermüdlich zu agitiren jedes einzelnen Schiffsmanns wahrlich Staßfurt wurde der Parteigenoffe Sarl Fritsche daselbst vom höchste Pflicht ist." Magdeburger Landgericht zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Bum 1. Puntt der Tagesordnung, Die SeemannsDie Anklage hatte noch auf Beleidigung des Magdeburger Land- Ordnung", ergreift als erster Referent Reichstags- Abgeordneter gerichts gelautet und für beide Vergehen zusammen hatte der Metzger Hamburg das Wort: Ich bin zwar kein Seemann, ich Staatsanwalt ein Jahr Gefängniß beantragt; das Gericht habe mich aber mit dieser Frage eingehend beschäftigt. Seit 1891 erkannte aber betreffs der Richterbeleidigung auf Freisprechung, da wird von der sozialdemokratischen Fraktion unausgesetzt darauf hinder Strafantrag ungiltig war. Die betreffenden. Magdeburger gewirkt, daß eine zeitgemäße Abänderung der Seemanns- Ordnung Richter, die beleidigt worden sein sollten, sind seit dem Jahre 1892 erfolge. Zwischen der Regierung und der Fraktion der Sozialsämmtlich an andere Gerichte verfezt, bilden also gar nicht mehr demokratie hat sich in dieser Angelegenheit ein Frage- und Antwort das Magdeburger Landgericht. spiel entwickelt. Eine technische Kommission ist zwar eingesetzt und -Aus Oberschlefien. Gegen den Polizei- Inspektor Bender der Nautische Verein um ein Gutachten angegangen worden, aber in Beuthen, sowie gegen den Polizei- Kommissar und mehrere weiter ist noch nichts erfolgt. Etwas wird ja geschehen und ist ja auch Polizei- Sergeanten dieser Stadt, in der sich jetzt die bekannte Lokal- schon geschehen; so erinnere ich daran, daß schon ein Predigtbuch für angelegenheit abspielt, find Strafanzeigen wegen Mißbrauchs der Seeleute herausgegeben worden ist.( Heiterkeit.) Die SeemannsAmtsgewalt, Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Bedrohung ein Ordnung muß umgehend abgeändert werden. Redner bespricht eingereicht worden. In der Sache gegen Bender wurden bereits gehend die der Abänderung bedürftigen Punkte der aus dem Jahre Bei der Untersuchung von Beugen vernommen; in der Sache gegen Polizei- Sergeant pellet 1872 stammenden Seemanns- Ordnung. wegen Beleidigung und Bedrohung( des Genossen Winter) hat der Schiffen, die sich im Auslande befinden, muß ganz anders verfahren Beuthener Oberbürgermeister dem Betheiligten mitgetheilt, daß er werden. Nach dem§ 47 der Seemanns- Ordnung ist der Konful Spellet„ Vorhaltungen gemacht" habe. mit der Untersuchung zu beauftragen. Nun wissen wir aber auch, daß in gent der betreffenden Rhederei ist. Fällen der Konsul zugleich der Untersuchung herausspringt, brauche ich nicht weiter auszuführen. Was ber einer solchen Dieser Baragraph muß in der Weise festgesetzt werden, daß auch Vertreter der betreffenden Schiffsmannschaften zur Untersuchung herangezogen werden. Festgesetzt muß werden die Höchstzahl der un befahrenen Leute. Des Weiteren muß die Mannschaft derartig zuſammengesetzt sein, daß jeder die Kommandos versteht. Auf einem Bremer Schiff bestand die Mannschaft aus solchen Leuten, die übers haupt kein Deutsch verstanden; nur wenige verstanden englisch. Welche Gefahr für die Sicherheit hierin liegt, weiß jeder von Ihnen. Ein weiterer Punkt betrifft die größere Sicherheit im Schifffahrtsbetriebe. Hier müssen strenge Vorschriften erlassen werden. Wenn das Schiff den Hafen verläßt, muß eine strenge Kontrolle erfolgen, so auf Seetüchtigkeit, Beladung, Güte des Proviants, Waffer u. f. w. Die Disziplinar- Gewalt der Schiffer muß von Grund aus reformirt werden. Redner streift hierauf das Kapitel - Das ,, Volksblatt für Anhalt" hatte im Jahre 1898 atvei gerichtliche Bestrafungen zu verzeichnen. In beiden Fällen handelte es sich um Beleidigungsprozesse. Das Urtheil lautete auf 1 Monat Gefängniß und 30 m. Geldstrafe. Zweiter deutscher Seemanns- Kongreß. Hamburg, 9. Januar 1899. vielen Die soldatischen Eigenschaften des 81/ 2jährigen zu fünftigen Kronprinzen Georg beginnen jetzt die Athener Garnisonen in merklicher Weise zu beunruhigen. Mit großem Geschick weiß es der fleine Prinz einzurichten, daß er bei seinen Spaziergängen und Ausfahrten bei den verschiedenen Wachtposten vorbeikonunt, deren Dienst in Athen bisher nicht gerade mit allzu großer Pünktlichkeit versehen wurde. Besonders die Wache am hinteren Eingang zum Schloßgarten pflegte diesen Dienst mehr als Erholungszeit zu benutzen. Dies aber ist jetzt durch den kleinen Anwärter auf die Kronprinzenwürde Bum 1. Punkt der Tagesordnung: Die Lage der Seeleute an gründlich geändert worden; denn Letzterer inspizirt täglich die ihm Bord und an Land, nimmt örmer das Wort: Der Schifffahrtsirgend erreichbaren Bosten und Wachstuben, und über jede von ihm betrieb hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Während bemerkte Unregelmäßigkeit erstattet er sofort. Anzeige. früher die Seeleute nur der Küstenbevölkerung entstammten, ist dies Mit großer Genauigkeit achtet er auch darauf, daß er bei jest ganz anders geworden. Die Landhaie- Heuerbaase- erlassen feinen Ausfahrten von den ihm begegnenden Offizieren vorschrifts- in den inländischen Blättern verführerische Anzeigen, auf welche viele mäßig gegrüßt wird. Dies hatte fürzlich ein in weiten Kreiſen junge Leute hineinfallen. Nach einer von Kapitän Klenke Bremen angesehener Artilleriehauptmann unterlassen, indem er in ein aufgestellten Statistit kommen auf 100 auf dem Lande tödtlich verGespräch mit einem Zivilisten vertieft, den fleinen Prinzen unglückte Arbeiter 375 Seeleute, welche auf See in Folge Selbstmorde auf deutschen Schiffen und die Ursachen derselben. unbeachtet vorüberfahren ließ. Sogleich mußte der Kutscher an- Unfalles umfommen. Dies ist ein Beweis, daß der See- Die jetzige Seemanns- Ordnung ist durch die technische Entwickelung halten, und der Prinz rief den Hauptmann an seinen Wagen heran. mannsberuf der gefahrvollste ist. Auf den Kommandobrücken schon längst überholt. Redner führt dies näher aus. Die freien Warum grüßen Sie mich nicht?" fragte er zornig.„ Entschuldigen der Schiffe stehen Leute, welche zum Theil nur durch Streberthum Vereinbarungen zwischen Rhedern und Schiffsleuten müssen unHoheit, ich hatte Sie nicht bemerkt", erwiderte der Offizier. Na, in die Höhe gekommen sind. Die Logis für die Seeleute sind schlecht, bedingt aufhören. Der Referent streift hierauf das Auheuerungsdann ist es gut", sagte der kleine Prinz und gab dem Kutscher das unrein und dienen auch als Aufbewahrungsräume für allerlei Ge- wefen und fordert die Sicherstellung des Koalitionsrechts für die SeeZeichen zum Weiterfahren. räthschaften. Redner verbreitet sich eingehend über die Kost und Teute. Des Weiteren fordert Redner die Einsetzung eines Ober- Seemannsderen Zuſammenſegung, sowie über die Beschaffenheit des Waffers. amtes, sowie von Seegerichten, eine andere Verwendung der Die Behörde muß sich um diese Angelegenheiten fümmern. Es giebt Strafgelder, und ersucht zum Schluß die Seeleute, fich fest zusammendoch ein Nahrungsmittel Gesez, das die Fälscher an den Kragen zuschließen und mit lauter Stimme ihre berechtigten Forderungen zu ninimt. Bei der Berechnung der Unfallrenten fommt die Kost mit erheben. Redner empfiehlt folgende Resolution: 60 Pf. in Anrechnung, so viel soll sie nach Angabe der Rheder Zum Konflikt der Vereinigten Staaten mit den Philippinen werth sein. Als die Seeleute höhere Löhne verlangten, bewird aus Washington gemeldet: Die Insel Guimaras werde wahr rechneten die Nheder die Kost mit 1 Mart bis 1,20 Mart scheinlich die Operationsbasis für den Angriff auf Jlo- Jlo bilden, pro Tag. Die Kontrolle über Logis und Kost nuß eine falls die Feindseligkeiten unvermeidlich werden sollten. Die Regie- andere bezw. erst geschaffen werden. Nach§ 81 der Seemannsrung der Vereinigten Staaten gebe indessen die Hoffnung auf fried- Ordnung soll die Arbeitszeit, wenn das Schiff im Hafen liegt, pro liche Lösung noch nicht auf. Tag 10 Stunden betragen. Aber auch dies wird nicht inne geIn den amerikanischen Regierungsfreisen ist man mit halten. Der Wachtdienst im Hafen, sagt man, sei feine Arbeit. der abenteuer und eroberungsluftigen Regierungspolitik keines- Wenn man in der Nachtruhe gestört wird, um 1-2 Stunden Wache wegs überall einverstanden. Beispielsweise hielt der Senator Hoar zu halten, dann heißt diese Arbeit„ Schiffsdienst". Diese Ueberarbeit im Senat eine Rede gegen die von den Vereinigten Staaten aus muß bezahlt und der Unfug Notharbeit" beseitigt werden. Nur die geübte Expansionspolitit. Er erklärte, die Regierung fei Vertreter der Arbeiter, die Sozialdemokraten, traten für unsere berfassungsmäßig nicht berechtigt, fremdes Gebiet zu erwerben oder Wünsche und Forderungen ein. Der Freifinnige Frese ist wohl für über einen fremden Volksstamm zu regieren, jedenfalls aber nicht, die Juteressen des Lloyds eingetreten, aber nicht für die der Seeohne daß das fremde Volt seine Zustimmung hierzu giebt. Er leute. Redner bespricht die Prosperität der großen Hamburger werde gegen die Ratifikation des Friedensvertrages stimmen. Die Dampferlinien und weist nach, daß eine Besserstellung der Seeleute Monroeboktrin würde hinfällig werden und jede Nation und jede erfolgen kann. In England erhalten die Matrosen 90 M. Heuer pro europäische Kombination würde das Recht haben, Landgebiet auf der Monat; außerdem wird für die Kost 40 M. angesetzt. westlichen Halbfugel an sich zu nehmen, wenn Amerika auf der anderen Halbkugel Landerwerbungen mache. Die Rede Hoar's rief einen tiefen Eindruck hervor. Bei einer anderen Gelegenheit sagte der Prinz stolz:„ Wenn mein Onkel einmal wieder nach Athen fommt, dann wird er sehen, daß wir es hier ebenso gut verstehen, wie in Berlin." Amerifa. New- York, 10. Januar. Wie aus Washington gemeldet wird, nahm der Senat gestern die Gesetzesvorlage an, der zufolge als Belohnung für die Vernichtung der spanischen Flotte 2 Mill. Dollars an die Offiziere und Mannschaften bertheilt werden sollen. werde. Parlamentarisches. Der§ 316 bedroht u. A. die Lokomotivführer, welche durch Vernachlässigung der ihnen obliegenden Pflichten einen Eisenbahn Transport in Gefahr setzen, mit Gefängniß bis zu einem Jahre und wenn der Tod eines Menschen dadurch verursacht worden ist, mit Gefängnißstrafe von einem Monat bis zu drei Jahren., 0 " In Erwägung, daß die in jüngster Zeit zu einer brennenden Frage gewordene Herbeiführung einer größeren Sicherheit im Schifffahrtsverkehr im engsten Zusammenhange mit der Frage einer Revision der durch die Entwickelung der Seeschifffahrt längst überholten Seemanns- Ordnung von 1872 steht, die Reichsregierung aber, frog wiederholter Versprechungen ihrerseits, es bisher nicht der Mühe werth gehalten hat, die allseitig als nothwendig anerkannte Abänderung dieses veralteten Gesetzes zum endlichen Abschluß zu bringen, beschließt der Kongreß, an die Regierung das Ersuchen zu richten, das Versäumte nachzuholen und dem Reichstage noch während der gegenwärtigen Tagung eine diesbezügliche Vorlage zu unterbreiten. Ferner beschließt der Kongreß: in Erwägung, daß von sämmtlichen im Reichstage vertretenen Parteien einzig und allein die Vertreter der Sozialdemokratie durch ihr Eintreten für die Anerkennung der Menschenwürde und der staatsbürgerlichen Rechte und Freiheiten sowie für den Schutz der Gesundheit und des Lebens der 44 000 auf der deutschen Handelsmarine thätigen Seeleute sich des vollen Vertrauens derselben würdig erwiesen haben, die sozialdemokratische Reichstags- Fraktion zu ersuchen, sich auch ferner der Seeleute auzunehmen und die Lösung der beregten Frage während der gegenwärtigen Tagung des Reichstages mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln anzustreben." Seemanns- Pastor Büttner aus Bremerhaven, der noch ere schienen ist, erhält auf seine Bitte das Wort. Meine Herren, ich fage Ihnen meinen verbindlichsten Dant, daß Sie mich hier sprechen laffen. Die Seemanns- Mission ist entstanden durch die Eigenart des Berufs der Seeleute. Der Seemann ist lange Zeit abgeschlossen von allen familiären und religiösen Einflüssen. Da hat die übrige Der Korreferent Reichstags- Abgeordneter Schwarz- Lübeck Menschheit, für die die Seeleute doch arbeiten, die Pflicht, ihnen führte aus: Am Anfang der 80er Jahre trat ein ganz neuer einen Ersatz zu schaffen. Die Seemanns- Mission hat dasselbe Recht, Schiffstyp in die Erscheinung: an Stelle des 800 Tons- Schiffes trat an die Seeleute heranzutreten, wie die Verbandsmitglieder mit ihrer das 1500 Tons- Schiff, was eine große Umwälzung in der Technik Ueberzeugung an die Seeleute herantreten, die sie nicht gerufen hervorrief. Früher blieb der Seemann lange Jahre unterwegs, haben. Lassen Sie, wie das von der Sozialdemokratie stets gesagt weshalb teine Organisation aufkommen konnte. Im Jahre 1892 Der Verein Berliner Lokomotivführer hat dem Bundesrath wird, die Religion Privatsache, intimste Privatsache sein. Und lassen haben wir im Reichstage eine Novelle zur Seemanns- Ordnung ein und dem Reichstage eine Petition zugehen lassen, in der die gefeß Sie uns auf unserem Wege fortschreiten, zumal wir Ihren Be- gereicht, welche jedoch nicht zur Verhandlung gelangte, da im gebenden Körperschaften ersucht werden, bei der bevorstehenden strebungen dabei garnicht in den Weg treten. Jahre 1893 der Reichstag aufgelöst wurde. Im Jahre 1896 wurde Revision des Strafgesetzbuches eine Abänderung des§ 816 dahin zu Kohle Bremen: Necht traurig find die Wasserverhältnisse auf ein neuer Entwurf eingereicht, aber auch dieser gelangte nicht zur bewirken, daß an Stelle der Gefängniß strafe in den Schiffen. Das Waffer, das die Bremer Hansalinie benutzt, ist Berathung. Wir stehen nun vor der Frage, ob der Entwurf noch leichteren Fällen der Gefährdung von Eisen- nach dem Gutachten eines Chemikers nur zu gebrauchen, wenn es mals eingereicht werden soll. Redner bespricht alsdann den bahn Transporten eine Geldstrafe zugelassen start filtrirt wird. Nautischen Vereinstag vom Jahre 1894, der ebenfalls die NothSchwarz- Lübeck: Man mag über die Seemannsheime wendigkeit der Abänderung der Seemanns- Ordnung betonte, aber aus denken, wie man will. Ich habe schon sehr gute Heime kennen anderen Gründen. Auch die eingesezte Technische Kommission hat gelernt, allerdings in England. Die Seemanns- Mission sollte sich einen Entwurf ausgearbeitet, so daß jetzt deren drei vorhanden sind. mehr an die Rheder wenden, als an die Mannschaft. Um bessere Wir werden die Regierungen bei der Etatberathung abermals Berhältnisse an Bord zu erzielen, muß man die Seeleute veranlassen, fragen, wie weit die Angelegenheit gediehen sei. Es handelt sich daß sie sich nicht alles gefallen lassen, was ihnen geboten wird. nun darum: wollen wir den Entwurf von 1896 wieder einbringen Welche Strafart eintreten soll- Gefängniß oder Geldstrafe Früher ließ man sich nicht so viel gefallen. Heute kommt das da- oder sollen wir die Fraktion beauftragen, eine Stommission zu wenn nicht der Tod einas Menschen, sondern fahrlässige Körperverlegung von, daß so viel unbefahrene Leute fahren. Die guten Seeleute wählen, welche unter Heranziehung von Fachleuten die drei Entdem angeklagten Beamten zur Last gelegt wird, darüber enthält der fahren bei anderen Nationen. würfe durchberathen und einen neuen Entwurf ausarbeiten soll? § 316 teine Bestimmung. Es wurde deshalb von den Lokomotiv Es ist ein Schreiben von dem Vorfizenden der See- Berufs- Diese Frage tann nur in Betracht kommen. führern mit großer Freude begrüßt, als der zweite Straffenat des genossenschaft, Rheder Laeisa, eingelaufen, in dem mitgetheilt In der Diskussion werden von mehreren Rednern weitere Uebel Reichsgerichts in seinem Urtheil vom 26. März 1895 in der Straf wird, daß es zeitlich nicht möglich gewesen sei, die Beschickung des stände in den Rechtsverhältnissen der Seeleute besprochen, vor allem sache gegen den Lokomotivführer Genice den Rechtssag aufstellte, Songresses zu beschließen. Für die Folge foll Vorsorge getroffen die Festsetzung einer Arbeitszeit verlangt und über die Höhe der daß die fahrlässige Gefährdung eines Eisenbahn Transports, werden, daß der Vorsitzende einer eventuellen Einladung folgen Strafgelder geklagt. wenn mit derselben fahrlässige Körperverlegung tonfurrirt, tann. Lill- Kiel: In Kiel sind in dem letzten Jahre 14 alte Metzger schlägt in seinem Schlußworte vor, die Stellung mit einer Geldstrafe geahndet werden dürfe. Seitdem Schiffe aufgekauft, von denen 6 Stüd verloren gegangen find. nahme der Regierung abzuivarten. Hierauf wurde die vom haben die Strafgerichtshöfe in solchen Fällen vielfach Derartige Beispiele wie der Untergang der Adele", können da nicht Referenten vorgeschlagene Resolution angenommen. auf Geldstrafe erkannt, während sie nach§ 316 gezwungen mehr wundern. waren, bei Gefährdung von Eisenbahn- Transporten, welche Es sprechen noch Kirschnick- Berlin, a ad- Flensburg, glüdlicherweise ohne Tödtung oder Verlegung eines Menschen Dillenberger- Hamburg, W. Müller- Hamburg, Schultz- Stettin, die burch Vernachlässigung der dem betreffenden Beamten obliegenden die Ausführungen des Referenten ergänzen. Eine recht interessante MitPflichten verliefen, auf Gefängnißstrafe zu erkennen. theilung machte Schulz Stettin. Die Kapitäne, führte er aus, Die vorjährigen Petitionen wurden dem Reichskanzler als brängen bei den Köchen förmlich darauf, miserables Effen zu liefern, Material für die Gesetzgebung überwiesen. Es wäre dringend zu und wenn es im Ausland nöthig sei, schlechten Proviant einzu wünschen, daß die verlangte Wenderung des Strafgesetzbuches recht kaufen. Wenn Schiffe von den Ostseehäfen nach Rußland fahren, so bald erfolgt, da der jetzige Zustand ein durchaus unhaltbarer ist. taufen die Kapitäne dort das billigste Fleisch ein, und zwar in so Ein Antrag der freifinnigen und süddeutschen Volkspartet großen Mengen, daß es nicht nur bis in den Heimathhafen, sondern ift im Reichstag eingegangen, der die Uebertragung der juristischen auch noch für neue Reisen nach Dänemark, Schweden und Norwegen Nechte auf die Berufsvereine verlangt. verwandt wird. Nach einem Schlußwort des Referenten findet folgende Resolution, vom Referenten eingebracht, einstimmige Annahme: Landtagseröffnung. Der Minister des Innern, Freiherr b. d. Rede, hat die amtliche Mittheilung erlassen, daß der Kaiser den preußischen Landtag am 16. d. M., 11 Uhr Vormittags, er öffnen wird. Die erste Sihung des Herrenhauses ist auf Montag, den 16. Januar, Mittags 1% Uhr, auberaumt. Auf der Tagesordnung steht neben der Konstituirung des Hauses die Wahl des Präsidiums. Der 2. Deutsche Seemanns- Kongreß erflärt: In Anbetracht der offen kundigen Thatsache, daß der Seemannsberuf in der GefahrenKlasse die erste Stelle einnimmt und demgegenüber sein Lohn als ein recht geringer bezeichnet werden muß; daß ferner die für den Seemann heute geltenden Gefeße seine schrautenlose Ausbeutung sowohl an Bord der Schiffe als auch an Land strupellos gestatten Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. treffend den Streit bei der Firma Nathan Guttfeld u. Ko., Andreas Berichtigung. In Nr. 8 des„ Vorwärts" vom 10. d. M., bea straße 32, Berlin, muß es heißen anstatt Mechanische Stickerei Mechanische Strideret. Deutsches Reich. Unter den Textilarbeitern in 2udenwalde droht eine Lohnbewegung auszubrechen. Es wird deshalb vor Zuzug gewarnt. Die Lohnbewegung der Krefelder Weber. Zur Ergänzung unseres Berichts über die Versammlung am Sonntag wird uns ges fchrieben: Die Versammlung war überaus start besucht und dürfte Strefeld eine derartige Kundgebung seit Langem nicht gesehen haben. Nach dem Referat des Genossen Dr. Quard, das mit lebhafter Zustimmung aufgenommen wurde, gelangte folgende Resolution zur Annahme: c) Die Versammelten verpflichten sich, für Annahme des ob Gerichts- Beifung. an Die von 12-1500 Krefelder Sammetwebern am 8. Januar in 1 Stüd, welches nur 39 Zentner wog, mit einer 100 Zentner halten| Thäter festgestellt werden konnte. Rechtsanwalt Leonh. Friedmann der Zentralhalle abgehaltene Versammlung beschließt: den Gießpfanne zu gießen; außerdem wäre die Pfanne derartig ver- legte daher das Hauptgewicht seiner Vertheidigung auf die Ent1. Es steht unwiderleglich fest, daß die neue, einseitig von den schlackt gewesen, daß es den Formern nicht möglich gewesen sei, den lastung des zweiten Angeklagten und bekämpfte im Uebrigen einige Fabrikanten unter dem Vorwand einer Extrabezahlung der Neben- Eintritt von Schlacke in das Gußstück zu verhindern. Die als Ver Punkte der Anklage aus rechtlichen Gesichtspunkten. Die Gearbeiten aufgestellte Lohuliste eine weitere Erniedrigung der Lohnsäge treter der Firma erschienenen Herren Georg Grunauer und schworenen erkannten nur Konrad Winkler für schuldig, worauf der um 10-15 pet. bringt. Formermeister Venus machten dem gegenüber geltend, daß die Gerichtshof diesen zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilte und 2., Die Lohnfäße sind aber schon in den letzten 10 Jahren wesent- Former unter solchen Umständen die Pflicht gehabt hätten, Johannes Winkler freisprach. lich gedrückt worden, so daß sie auch ohne die neue Lohnliste bereits den Guß zu verweigern und das Eisen zurückzuweisen. Der Chef Die lehte Stadtverordnetenwahl im Hamburger Stadtviertel um 20-30 pet. gegen damals gesunken waren. der Firma, Herr Georg Grunauer, erklärte in der Verhandlung hat eine Privatklage des Fabrikbefizers Otto Weigert gegen 3. Eine weitere Herabdrückung der Löhne durch die neue Lohr noch, daß ihm weniger daran liege, den Klägern die 64 M. Lohn den Klempnermeister Stadtv. Rast gezeitigt, die demnächst das liste kann deshalb von den Arbeitern um feinen Preis ertragen vorzuenthalten; ihm komme es hauptsächlich darauf an, im Intereffe hiesige Schöffengericht beschäftigen soll. Der Kläger beabsichtigte werden, zumal sie ohne jede Vereinbarung mit den Arbeitern und des Verbandes der Berliner Metallindustriellen einmal vom Gewerbe- für die Stadtverordneten- Versammlung zu kandidiren, es machte sich mit der Drohung der allgemeinen Aussperrung eingeführt gericht beurtheilen zu lassen, der Unternehmer ver- jedoch in der Wählerschaft eine Strömung gegen ihn geltend und werden soll. pflichtet wäre, für solchen Guß, der nachweislich ohne auch Herr Rast, der Vorsitzende des Hamburger Thor- Bezirks 4. Die Arbeiter schlagen folgenden Weg zur Verständigung vor: Schuld des Formers zu Ausschuß geworden sei, den vereins, agitirte gegen ihn. Vor 25 Jahren war Herr Weigert a) Die Unternehmer und Arbeiter rufen gemeinsam das Arbeitslohn zu zahlen. Aus diesem Grunde könne er sich auch Direktor der Hamburger Dampfziegelei, gegen deren GeschäftsGewerbegericht unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Dr. Mengel- nicht auf einen Vergleich mit den Formern einlassen, wie er anderer- praris der verflossene Redakteur Johannes Hollander in seiner berg als Einigungsamt an, wenn dasselbe Fachleute aus den feits auch nicht die Absicht habe, die Kläger wegen des Prozesses Augemeinen Börsenzeitung" eine Reihe angreifender Artikel vers Sammettebern als Beifizer zuzieht. zu maßregeln.( ie gnädig!) Das Gewerbegericht verurtheilte öffentlicht und diese zu einer Broschüre zusammengestellt hatte. b) So lange die Verhandlungen vor dem Einigungsamte die Firma, den Klägern die für den Ausschuß verlangten 64 M. zu Diese Broschüre, welche ihm während der Wahlagitation zufällig in' dauern, zahlen die Unternehmer die Löhne und alle Vergütigungen zahlen. die Hände gefallen war, hatte Herr Rast mehreren Vertrauens.: für Nebenarbeiten, welche bis zum 1. September 1898 gezahlt männern gezeigt, ohne zu wissen, daß Hollander seiner Zeit wegen wurden. Die Arbeiter nehmen die Arbeit überall wieder auf. der darin enthaltenen unbegründeten Beleidigungen des Herrn worden ist. Schiedsspruches des Einigungsamtes auf die Sammetweber mit Als ein Schlag gegen die Wahlagitation auf dem Lande Weigert zu empfindlichen Geldstrafen verurtheilt Durch diese Verbreitung der Broschüre fühlt sich Herr allen Kräften zu wirken und mit dem Verfahren vor dem Gewerbe- ist eine Entscheidung aufzufassen, die gestern das Kammergericht Weigert beleidigt, außerdem durch eine Zwischenbemerkung, die gericht den Konflikt nach Möglichkeit zu beendigen. gefällt hat. Der Regierungspräsident in Kassel hat am Am Dienstag traten 130 Weber der mechanischen Sammet- 31. Dezember 1896 für seinen Bezirk eine Polizeiverordnung erlassen, Herr Rast in einer Wählerversammlung auf eine Ausführung des weberei der Firma Mottau u. Leendert in den Ausstand ein, da die worin zum Zwede der Sicherstellung der äußeren Heilighaltung der Herrn Weigert gemacht hat. Er hat die Hilfe des Justizraths Adel 14tägige Kündigungsfrist abgelaufen ist. Auch die Weber anderer Sonn- und Feiertage bestimmt wird, daß das öffentliche Aus- und des Rechtsanwalts Dr. Werthauer bei Beschreitung des Klageweges in Anspruch genommen. Stadtv. Rast, der durch Fabriken werden voraussichtlich in den nächsten Tagen nach Ablauf tragen und Wertheilen von Flugschriften Rechtsanwalt Cassel vertheidigt wird, bestreitet die Absicht und ihrer Kündigungsfrist die Arbeit niederlegen. Sonn- und Festtagen verboten sei. Wegen Vergehens das Vorliegen einer Beleidigung und hält es für sein Recht und Der Konflikt über die Lohnabzüge der Firma Krahnen u. Gobbers gegen diese Bestimmung wurden vom Schöffengericht und später vom feine sittliche Pflicht, den Vertrauensmannskörper über den Ruf eines stand am Dienstag zur Entscheidung vor dem Gewerbegericht. Die Landgericht eine Anzahl Parteigenossen zu Geldstrafen verurtheilt, Kandidaten auf dem Laufenden zu halten. Firma hatte Abzüge verfügt, weil angeblich ihre Arbeiter fontraft- und zwar auf grund der Feststellung, daß sie an einem Sonntage, Vom Adlershofer Kriegsschauplah. Die dreißigste brüchig geworden sind. Die Streitfrage resultirt noch aus dem Streit wenn auch während der Wahlperiode, auf den Dorfstraßen der Stoffweber, und ist bei den Vereinbarungen die Entscheidung in Flugblätter offen in der Hand getragen hätten und Gerichtsverhandlung seit einem halben Jahre hatte Gastwirth dieser dem Gewerbegerichte übermittelt worden. Wie uns ein Privat- damit von Haus zu Haus gegangen seien. Die Angeklagten legten Lindenhayn in Grünau gestern vor dem Schöffengericht in telegramm meldet, wurde die Firma Krahnen u. Gobbers ver- Revision ein, in der ihr Vertreter Folgendes geltend machte. An Köpenick zu bestehen. Dem Amtsvorsteher v. Oppen war es aus urtheilt, die Abzüge zurück zu erstatten. Damit ist noch keine end- jenem Sonntage sei bereits die Wahl ausgeschrieben und der Wahl- den bekannten Gründen am 23. Oktober v. J. abermals eingefallen, giltige Entscheidung getroffen, da die Firma keinen Klageantrag zur tag bekannt gegeben gewesen; es komme hiernach der§ 43 der Ge- ein bei Lindenhayn abgehaltenes Vereinsvergnügen zu einem öffent Geltendmachung ihrer Forderung betreffend die Entschädigung für werbe- Ordnung zur Anwendung, die für die Beit der Wahlen, lichen zu stempeln. Selbstverständlich mußte auch diesmal Freis den Kontraktbruch stellte, sondern eigenmächtig sich an den Restlöhnen und soweit es sich um Wahlzwecke handele, die polizeilichen fprechung erfolgen. Wie viele Niederlagen mag sich der Amtsschablos hielt. Erfolgt der Antrag, so wird das Gewerbegericht Beschränkungen inhibire, die sonst der öffentlichen Druckschriften- vorsteher von Adlershof noch weiter holen wollen? nochmals in der Sache zu entscheiden haben. Verbreitung entgegenständen. Die angezogene Bestimmung der Gebühren für die Benutzung des Luftraums über der Polizeiverordnung über die Heilighaltung der Sonn- und Feiertage Straße. Die Gebührenordnung der Stadt Kottbus für die Benutzung stehe mit den reichsgesetzlichen Bestimmungen des§ 43 in Wider öffentlicher Straßen bestimmt, daß für einen über das übliche Maß spruch, sie sei deshalb ungiltig. Das Kammergericht erklärte hinausgehenden Gebrauch der öffentlichen Verkehrswege unter Umdie Regierungs- Polizeiverordnung vom 31. Dezember 1896 je do ch ständen Gebühren zu erheben sind. Auf Grund dieser für giltig und wies die Revisionen der Angeklagten als un- Bestimmung wurde der Kaufmann Wegner wegen eines Balkons, begründet zurück. Der Präsident führte aus: Die Verordnung eines Erters und einer Telephonanlage, die in dem Luftraum über werde rechtlich gestützt durch den§ 137 des Landes- Verwaltungs- der Straße hineinragen, zu Gebühren herangezogen. Auf seine gesetzes und durch das Gesetz vom 9. Mai 1892, welches den Klage hob jedoch der Bezirksausschuß die Verfügung des Kottbuser Regierungspräsidenten die Befugniß gebe, Polizeiverordnungen Magistrats wieder auf und erklärte die Auferlegung der Gebühr für Nach den übereinstimmenden Angaben der Angeklagten ist Franke über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertagen zu er- unzulässig. Das Ober- Verwaltungsgericht hat jetzt früher Mitglied des deutschen Maurerverbandes gewesen, dann aber laffen. Das in der Verordnung enthaltene Verbot stehe nicht in im gleichen Sinne entschieden. wegen Schädigung der Verbandsinteressen ausgeschlossen worden. Widerspruch mit der Reichs- Gewerbe- Ordnung. Der§ 43 entbinde Bezeichnend ist es auch, daß der nunmehr Beleidigte" früher ein nur für die Wahlzeit hinsichtlich der öffentlichen Verbreitung von fehr touragirter Streifheger" gewesen ist. Bei der letzten Lohn- Wahlflugblättern und Stimmzetteln von der gesetzlichen Verpflichtung, bewegung der hiesigen Maurer suchte er eine erfolgte Verständigung sich einen polizeilichen Erlaubnißschein zu besorgen. Aus der That( durch welche ein Streit vermieden wurde) zwischen Lohnkommission sache, daß man in der Wahlzeit zum öffentlichen Vertheilen Die Breßkosaten des Generalstabs flammern sich an den Zwischen. der Arbeiter und Unternehmer zu hintertreiben. Diese von Wahlfluglättern einer polizeilichen Erlaubniß nicht befall Quesnay de Beaurepaire, um den Saffationshof zu verdächtigen. Vorgänge führten in einer Reſtauration zu Differenzen zwischen dürfe, folge aber noch nicht, daß ein Verbot, an Sonn- Aus den Berichten des Präsidenten des Kaſſationshofes, Mazeau, Franke und den Angeklagten. Die Anklage behauptet mun, daß und Festtagen Flugblätter öffentlich auszutragen und zu Franke durch Horter hätte überredet werden sollen, wieder in den vertheilen, ungiltig sei. Im Intereffe der äußeren Heilighaltung der geht ziemlich klar hervor, daß die Beschuldigungen Beaurepaire gegen Verband einzutreten. Weil das nicht gelungen sei, habe ihm Sorter Sonn- und Feiertage sei ein solches Verbot durchaus zulässig. lichen Revisionsverfahren den Vorsitz zu führen. Loew und Bard unberechtigt find. Mazeau ist bestimmt, im eigent mit Schlägen gedroht. Diese Angaben der Anklage wurden einzig Als unter dem Sozialistengeset eifrige Polizei- Organe es fertig und allein von dem" Zeugen" Franke bestätigt. Das Gericht brachten, sozialdemokratische Stimmzettel als sozialdemokratische schenkte diesem aber vollen Glauben. In der Be- Druckschriften zu konfisziren, mußte der Reichstag Remedur schaffen. gründung des Urtheils hieß es, daß so ungeheurer Möglicherweise wird auch die neueste vom Kammergericht fanttionirte Terrorismus" besonders scharf geahndet" werden Polizeimaßregel im Reichstag gebührend zur Sprache gebracht müsse. Das Urtheil soll im„ Dresdener Anzeiger" publizirt werden, werden. damit die Bekanntmachung recht wirksam sei. Für die weiteste Erbauliche Szenen aus dem Thiergarten beschäftigten Bekanntgabe solcher Urtheile werden die Arbeiter schon selbst forgen. gestern das Schwurgericht am Landgericht I, vor welchem sich die - Der Vorsitzende des Gerichtes war ein junger als Hilfsrichter amtirender Assessor. Ausland. Gegen den ,, Terrorismus“ der Arbeiter richtet sich, so wird uns geschrieben, wieder einmal ein Urtheil des Schöffengerichts zu Dresden, das ganz offenbar den Charakter des Zuchthauskurses trägt. Der Maurer Horter und der Schuhmacher Heimann wurden wegen Bedrohung" und Beleidigung eines Maurers Franke, ersterer zu zwei Monaten, der andere zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt. " In München: Gladbach definden sich sämmtliche Arbeiter der Baumwoll- Weberei von Hellendall im Ausstand. Die Ausständigen fordern eine Lohnerhöhung. Die Wirren in Frankreich. Paris, 9. Januar. In der Kammer sowie im Senat wird die Angelegenheit zur Besprechung kommen. Mittlerweile ist die Depesche aus Cayenne eingetroffen, welche die Antwort Dreyfus auf alle Fragen des Kaffationshofes, enthält. Dreyfus versichert darin, er habe niemals Lebrunwelche die Antwort Dreyfus' auf alle Fragen des Kaſſationshofes Renault gegenüber ein Geständniß abgelegt. Er erklärte es für ebenso unbegründet, daß er dem Vorsteher des Ges fängnisses, in welchem er nach seiner Verurtheilung internirt war, Brüder Portier Konrad Heinrich Winkler und Schlossergeselle Geständnisse gemacht habe. Er habe dort den Besuch du Path Johannes Gerhard Winkler wegen Raubes, Nothzucht, de Clam's erhalten, welch' letterer zu ihm gekommen sei, um ihn Bedrohung, Mißhandlung und unbefugter Ausübung eines zu fragen, ob er nicht gewisse Schriftstücke ausgeliefert öffentlichen Amtes zu verantworten hatten. Im Laufe der letzten habe, um dafür andere zu erhalten. Dreyfus versichert, er habe beiden Jahre sind bei der Polizei wiederholt Anzeigen über du Path de Clam erklärt, daß er kein Schriftstück ausgeliefert habe. die nächtlicher Weile im Thier- Endlich erklärt Dreyfus, daß er fein Geständniß abgelegt habe, weder ,, Die Arbeiterbewegung" nennt sich ein Organ, von dessen Gewaltthaten eingegangen, erstmaligem Erscheinen wir im vorigen Jahre bereits Notiz nahmen. garten gegen dort lustwandelnde Pärchen und einzelne Personen einem Garde républicaine noch einem Gendarmen gegenüber. Am Das Blatt hat sich die Aufgabe gestellt, den Arbeitgebern ihren verübt worden sind. Im September vorigen Jahres gelang es, die beiden Schlusse seiner Bernehmung hat Dreyfus wiederholt, daß er immer Busammenschluß zu erleichtern und sie eingehend und fachlich über Angeklagten, die zu den Unholden gehören sollten, festzunehmen. überzeugt gewesen sei, feine Unschuld werde innerhalb alle Vorgänge auf dem Gebiete der Arbeiterbewegung zu unter- Bon den zahlreichen zur Anzeige gelangten Fällen werden ihnen eines Beitraumes von zwei oder drei Jahren zu richten. Wie fachlich dieses geschieht, berichtet das Blatt in seiner sechs zur Last gelegt. In einer schönen Augustnacht des Jahres 1897 Tage treten. Paris, 10. Januar. Neujahrsmummer. Hier werden die Arbeiter mit organisirten ging ein Mädchen mit ihrem Bräutigam die Kurfürsten- Allee entRäuberbanden so ziemlich auf eine Stufe gestellt, indem die je lang. Ungefähr 5 Minuten vor der verlängerten Joachimsthalers Die Sigung in der Deputirtentammer eröffnet weiligen Lohnbewegungen als jähe Ueberfälle bezeichnet werden, ftraße, in der Nähe der Stadtbahnbrücke, setzten sich beide auf eine der Alterspräsident Boyiset mit einer Ansprache, in welcher er gegen die sich der arme Unternehmer gar nicht früh und energisch Bank. Plötzlich standen drei Männer vor ihnen, welche sich unter alle auffordert, den gegenwärtigen schmerzlichen und gefährgenug schützen könne. Trotzdem aber wird an einer anderen Stelle Vorzeigung einer Blechmarke als Kriminalbeamte ausgaben und lichen Spaltungen ein Ende zu machen und wieder ruhig zu desselben Artikels beiläufig zugegeben, daß auch die Theuerung fie unter der Beschuldigung, daß sie unzüchtige Handlungen werden im Vertrauen auf die tapfere Armee.( Beifall.) Bei der der Nahrungsmittel, die unserem gegenwärtigen Bollsystem hätten vornehmen wollen, aufforderten, ihnen zivecs Feststellung hierauf vorgenommenen Wahl eines Präsidenten wurde Deschanel zur Last fällt, mit daran( an den Lohnbewegungen) schuld sei. Es ihrer Personalien zur Polizeiwache zu folgen. Beide erklärten sich mit 323 Stimmen gewählt, Brisson erhielt 187 Stimmen. wird dann auf England verwiesen, welches von der Krisis, in welcher hierzu bereit, merkten jedoch bald, daß die drei Männer, anstatt zur Sodann wählte die Kammer die bisherigen Vizepräsidenten Aynard, fich angeblich das deutsche Unternehmerthum zur Zeit befindet, ver- Polizeiwache, sie mitten in den Thiergarten führen wollten und Firmin Faure, Cochery und Mesureur wieder. Nach schont geblieben ist: es hat keine Zölle auf Getreide und Fleisch, weigerten sich deshalb, weiter mitzugehen. Nunmehr ließen die an- Beendigung der Wahl des Bureaus vertagte sich die Kammer bis noch auf die meisten anderen Lebensbedürfnisse... Billiges Brot ist die geblichen Striminalbeamten durchblicken, daß sie von der Sistirung Donnerstag. Die mit großer Spannung erwartete Besprechung der Vorbedingung billigerArbeitskräfte." Es ist also demBlatt völlig unbekannt Abstand nehmen würden, wenn sie Geld erhielten. Als ihnen dies Angelegenheit Beaurepaire wird voraussichtlich an diesem Tage oder aber es verschweigt es geflisfentlich, daß trotz der bedeutend verweigert wurde, schlugen sie auf das Mädchen und dessen Be- stattfinden. Der Kaffationshof fezte heute die Enquete über die Revision billigeren Lebensmittel der englische Arbeiter für seine Lebenshaltung gleiter ein. Das Mädchen entfloh quer durch den Thiergarten, fie bedeutend größere Aufwendungen macht, als der deutsche Arbeiter wurde jedoch von zwei der Männer, in denen sie die Angeklagten des Dreyfus Prozesses bei verschloffenen Thüren fort. In den bei den theuren Preisen zu machen im Stande ist. Freilich, würde wieder erkennen will, eingeholt, auf eine Bank niedergedrückt und Wandelgängen des Justizpalastes herrschte allgemein die Ansicht, daß das Blatt dieses zugeben, dann gäbe es damit auch seine Eristenz- vergewaltigt, wobei ihr der Mund zugehalten wurde. Der erste die Gründe, welche Beaurepaire für seinen Rücktritt von dem Vorsize Angeklagte nahm ihr dabei mit Gewalt ihr Portemonnaie aus der Kriminalkammer angeführt habe, nicht stichhaltig zu sein scheinen. berechtigung auf. der Tasche, warf es aber, nachdem er sich überzeugt, daß tein Geld darin enthalten war, mit höhnischer Geberde von sich. Soziales. Nacht. D Memel, 10. Januar.( W. T. B.) Der Memeler Dampfer Agathe" mit Salz von England nach Memel bestimmt, ist bei Nimmersatt im starken Nebel gestrandet. Die Lage des Schiffes ist gefährlich. Die Mannschaft hat das Schiff verlassen. Ruhrort, 10. Januar.( W. T. B.) Auf einem im Hafen liegenden holländischen Getreideschiffe wurden am Sonnabend bei einer weiblichen Person die schwarzen Pocken festgestellt; das Schiff wurde fofort vom Hafen in die Ruhrmündung geschleppt und unter Qua rantäne gestellt. Dann verschwanden die beiden Attentäter im Dunkel der Tehke Nachrichten und Depeschen. Ganz ähnlich erging es im Juni v. J. einem Mädchen, Oeffentlicher Arbeitsnachweis in Bayern. Das bayerische das Nachts gegen 12 Uhr mit einem Manne durch den Thiergarten Plauen t. V., 10. Januar.( B. H.) Der Voigtl. Anz." ber Ministerium des Junern hat die Regierungsbehörden seines Refforts nach der Fasanenstraße zu ging. Als sie sich zum Ausruhen auf öffentlicht einen Erlaß der österreichischen Regierung an die Grenzangewiesen, die Errichtung von kommunalen Arbeits eine Bank niedergesetzt hatten, bemerkten sie, daß ihnen drei Männer Bezirksämter, welcher diese bereits unter dem 21. September 1898 ämtern an den hierzu geeigneten Orten und unter Hinweis auf in verdächtiger Weise gefolgt waren. Als sie von der Bant auf- anweist, Material zu erfolgreicher Reklamation wegen des konventionsdie hohe volkswirthschaftliche Bedeutung einer gut organisirten standen und weiter gehen wollten, traten ihnen die Männer Arbeitsvermittelung nach drüdlichst anzuregen. Die Arbeitsvermittelung werde sich immer ersprießlicher gestalten, wenn die entgegen, gaben sich als Kriminalbeamte aus und beschuldigten widrigen Verhaltens der deutschen Regierung in Bezug auf die Ausfie gleichfalls einer strafbaren Handlung, wobei sie durch weisungen erkrankter Defterreicher zu sammeln. Zahl der bestehenden Arbeitsämter insbesondere in den größeren blicken ließen, daß die Sache durch Geld todt gemacht werden könnte. industriellen Städten wächst und zwischen diefen und den Zentralen Der Begleiter des Mädchens war ein Hafenfuß und lief weg, das ein intensiver Verkehr sich herausbildet. Auf der letzten Konferenz Mädchen selbst weigerte sich, zur Wache zu folgen und wurde nun der Vertreter der Gemeinden, deren Arbeitsämter als Zentralen der Arbeitsvermittelung fungiren, ist, wie das Ministerium weiter mit gemißhandelt und einer der Männer, welcher nicht ermittelt worden theilt, festgestellt worden, daß sich die nach den Ministerial- ist, nahm ihr gewaltsam ihr Portemonnaie mit 7 M. 50 Pf. Inhalt ab, während der Angeklagte Konrad Winkler sie festhielt. In entschließungen vom 1. Mai v. J. organisirte Zentralisirung des einem anderen, ganz ähnlichen Falle ist das belästigte Bärchen Arbeitsnachweises gut bewährt hat und daß zu einer grundsäglichen dadurch vor weiteren unangenehmen Auftritten bewahrt worden, daß Aenderung kein Anlaß besteht. es den beiden angeblichen Kriminalbeamten auf ihr Ersuchen 3 M. gab. Charakteristisch ist auch folgender Vorfall. Im April v. J. Stuttgart, 10. Januar.( W. T. B.) Die Kommission der ging ein Mann mit seinem Bruder und einer weiblichen Person vom Kammer der Standesherren beantragt, dem Schwäb. Zoologischen Garten auf dem Reitweg entlang nach dem Hippodrom Merkur" zufolge, auf das Ortsvorsteher- Gesetz mit Abschaffung Ein Urtheil, das für Former von Bedeutung ist, wurde zu. Der Mann mußte austreten; plöglich tauchte hinter einem der Lebenslänglichkeit unter den obwaltenden Umständen nicht eins dieser Tage von der Kammer V des Berliner Gewerbegerichts Baume ein Wegelagerer, in welchem er den Angeklagten Konrad Winkler zugehen. Manila, 10. Januar.( Meldung des„ Reuter'schen Bureaus".) gefällt. Die bei der Firma Grunauer beschäftigten Former H. zu erkennen vermeint, auf, der ihn zur Rede stellte und ihn ohne und St. hatten ein Gehäuse, das an Arbeitslohn 67 M. ausmachte, Weiteres mit einem harten Gegenstande gegen den Kopf schlug, daß Die Lage wird immer fritischer; jedoch ist die Möglichkeit einer als Ausschuß gegossen, worauf die Firma die Bezahlung der er blutete. Auf sein Hilfegeschrei verschwand der Wegelagerer. Eine friedlichen Lösung nicht ausgeschlossen. Die Behörden treffen indessen Arbeit mit der Aufforderung ablehnte, die Arbeiter möchten vor dem ganze Reihe von anderen Fällen, in denen die Angeklagten auch der Vorsichtsmaßregeln und die Truppen stehen unter Waffen. Viele Gewerbegericht flagbar werden. In der Zeugenvernehmung, die That verdächtig sind, hat nicht zur Anklage geführt, weil die Refog- Eingeborene verlassen die Stadt. General Otis hat die Lage volldas Gewerbegericht auf Antrag der beiden Former vornahm, nition ihrer Person durch die Belästigten nicht ausreichte. Beide tonimen in der Hand. In einer neuerlich erlassenen Proklamation Umstände auseinander, Angeklagte bestritten ihre Thäterschaft, Konrad Winkler wurde jedoch droht Aguinaldo, er werde die Amerikaner von den Inseln vers sette der Zeuge Former J. die Die von den Belastungszeugen mit ziemlicher Sicherheit wiedererkannt, treiben, und ruft Gott zum Zeugen an, daß, wenn Blut fließen denen die Arbeit zu Ausschuß geworden war. Kläger seien gezwungen gewesen, das in Betracht kommende während Johannes Winkler nicht mit derselben Bestimmtheit als sollte, die Amerikaner die Verantwortung tragen würden. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. unter Soziale Rechtspflege. Nr. 9. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 11. Januar 1899. Reichstag. dem Wachsthum der städtischen Bevölkerung, der Wohlhabenheit der- ist hier und da sogar von einer Fleischernoth gesprochen worden. felben, der Steigerung der Industrielöhne. Aus einer Reihe von Städten Werfen Sie doch einen Blick auf die Grenzbezirke. Der Unterschied 7. Sigung, Dienstag, 10. Januar 1899, 2 Uhr. wird nun allerdings ein Rückgang in der Zahl namentlich der in den Fleischpreisen diesseits und jenseits der Grenze ist ein ganz Schweineschlachtungen gemeldet, aber nur ausnahmsweise ist dabei enormer. Er ist so groß, daß die Bevölkerung in Massen von der Am Bundesrathstische: Graf Posadowsky. ein Rüdgang des allgemeinen Fleischverbrauchs beobachtet, es wird Vergünstigung des Bolltarifs, fleine Quantitäten Fleisches zollfrei eine Präs. Graf Ballestrem spricht sämmtlichen Herren Kollegen vielmehr darauf hingewiesen, daß dafür die Schlachtung von Rindern führen zu dürfen, Gebrauch macht und den weiten Weg nicht scheut, um feine aufrichtigsten Glüd- und Segenswünsche zum neuen Jahre aus. und Hammeln gestiegen ist und namentlich der Genuß von aus- die paar Pfund über die Grenze zu holen. Ich hoffe, die Verhandlungen Hierauf wird die Sigung eröffnet. ländischem Fleisch zugenommen hat. Auch wird vielfach in Frage werden dazu beitragen, der Regierung flar zu machen, daß thatBräs. Graf Ballestrem macht Mittheilung von dem am 28. De gestellt, ob die durch die Steigerung der Preise zurückgegangene fächlich eine Fleischnoth egistirt und man wird dann hoffentlich dazu gember vorigen Jahres erfolgten Ableben des ältesten Mitgliedes Schweineschlachtung eine Ursache der ausländischen Einfuhr oder kommen, den Ansprüchen namentlich der ärmeren Bevölkerung auf des Hauses, des Abg. Die den. nicht vielmehr eine Folge der Steigerung derselben ist. Vereinzelt Fleischkonsum mehr wie das jetzt geschieht, Rechnung zu tragen. Das Haus erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen von den wird auch eine Zunahme in der Schlachtung von Pferden gemeldet,( Beifall links.) Plägen. die prozentual in den einzelnen Städten recht erheblich( hört! hört! Als erster Punkt der Tagesordnung erfolgt die Wahl des bei den Sozialdemokraten), aber prozentual zu dem gesammten Präsidenten und der beiden Vizepräsidenten für die Dauer der Fleischbedarf der deutschen Bevölkerung verschwindend klein ist. Aus Session; das bisherige Präsidium wird auf Antrag des Abgeordneten fast allen Gebieten wird dagegen eine erhebliche zu ihme der man selbst von freihändlerischer Seite bei Berathung der GetreideBiegen- und Schweinezucht gemeldet. v. Levezot per Afflamation wiedergewählt. Abg. Gerstenberger( 8.): Bauer fann mur bei Getreidezöllen und angemessenen Der kleine Bauer ist auf hohe Viehpreise angewiesen. Das hat zölle zugegeben. Damals sagte man, was sollen dem kleinen LandEs folgt die erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, beIn einem Bericht wird hervorgehoben, daß das Schwein immer wirth Getreidezölle nügen. Er hat ja tein Getreide zu verkaufen. treffend die Kontrolle des Reichshaushalts, des Landeshaushalts mehr das Hausthier des fleinen Mannes, auch des Arbeiters wird. Jetzt, wo die Bichpreiſe in Frage stehen, fagt man auf jener Seite von Elsaß- Lothringen und des Haushalts der Schutzgebiete für das Aber auch die Großproduktion an Schweinen nimmt zu; Schweine- wieder, was soll der kleine Landwirth mit hohen Bichpreifen, Rechnungsjahr 1898. Eine Debatte findet nicht statt. Der Gesetz- mästereien sind neu erstanden. Die günstige Kartoffelernte ist ein er hat ja gar tein Vieh zu verkaufen. Nein, der entwurf wird in zweiter Lesung debattelos genehmigt. Anreiz zur Vermehrung der Schweinehaltungen. Das sagt auch die Die Uebereinkunft zwiſchen Deutschland und den Nieder- bayerische Denkschrift, die für die nächste Zukunft ein steigendes An- Bichpreisen bestehen.( Sehr richtig| rechts.) Von einem Viehz landen, betreffend die Ausdehnung der über die gegenseitige Bu- gebot von Schlachtichweinen voraussagt. Der sächsische Landeskultur- mangel ist gar keine Rede. Die Kleinen Bauern haben alle auf laffung der in den Grenzgemeinden wohnhaften Aerzte, Wundärzte rath und das württembergische statistische Amt heben eine starke Bu- aber hinter dem Angebot zurückgeblieben. Die Ortschaften in der Vermehrung des Viehbestandes Sorgfalt gelegt. Die Nachfrage ist und Hebammen zur Ausübung der Praxis unter dem 11. November nahme der Schweineproduktion hervor. Die Steigerung der Vieh- Umgegend von Würzburg sind z. B. gar nicht in der Lage gewesen, 1878 getroffenen Uebereinkunft auf die Thierärzte vom 23. Februar zucht wird auch von der oldenburgischen Regierung bestätigt. 1898 wird in erster und zweiter Lesung debattelos genehmigt. nicht höher, als in den früheren Jahren. Die Preise für Schweine ihr Fettvieh zu verkaufen. Die Preise für Rindvieh waren durchaus find allerdings bedeutend in die Höhe gegangen, aber auch bald Es folgt die Interpellation des Abg. Frhrn. v. Wangen heim( f.) über die Fleischnoth. Sie lautet: Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft über die Ergebnisse der Enqueten zu ertheilen, die in den verschiedenen Bundesstaaten über die angebliche Fleischnoth stattgefunden haben?" Re- Der Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt sich namens der Regierung bereit, auf diese Interpellation sofort zu erwidern. Abg. Frhr. v. Wangenheim( t.) Nur in Baden wird sich das Angebot von Schweinen in nächster geit nicht steigern, weil Baden eine ungünstige Kartoffelernte hat. Klagen über die Qualität der Schweine werden von großen Wurstproduzenten erhoben, doch dieser Mißſtand ist nur vorüber- wieder gefallen. Diese Erscheinung erkläre ich damit, daß die Viehgehend und verursacht durch schlechtes Futter und durch das Drängen händler, besonders die jüdischen, ihre Hand beim Schweinehandel der Händler, auch noch nicht schlachtreifes Vieh auf den Markt zu weniger im Spiele haben.( Große Heiterteit rechts.) Wo die Militärbringen, von allen Seiten wird aber hervorgehoben, daß die verwaltung das Vich direkt vom Produzenten bezieht, wird sie nicht mehr als in den Vorjahren zu bezahlen gehabt haben. Graf Posadowsky hat Ständigkeit der Viehsperre die Voraussetzung für die günstige Er schon darauf hingwiesen, daß das Anwachsen der großen Städte den wickelung der deutschen Viehproduktion ist.( Hört, hört! rechts.) begründet die Interpellation: Im Interesse der Sache ist es nicht Was Angebot und Nachfrage auf den Viehmärkten anlangt, so und den Konsumenten sind vorhanden, wo das Geld hängen bleibt. Fleischkonsum erhöht hat. Vier Zwischenstellen zivischen den Bauern sehr erfreulich, daß man diese ganze Frage zu einer parteipolitischen herrscht da nach amtlichen Meldungen durchaus Gleichgewicht, Mehr- Die Bauern sagen, sie kriegen nicht mehr für's Vieh, und die Städter gemacht hat. Ich will sie vollständig fachlich vom Standpunkt der fach wird sogar gemeldet, daß das Angebot die Nachfrage übersteigt; flagen über die unerschwinglichen Fleischpreise. In Folge des Landwirthschaft aus beurtheilen. Die ersten Angriffe, die gegen die wo das nicht geschicht, da nimmt man an, daß sehr bald eine Steige: Zwischenhandels ist der Bauer ganz hilflos. Der kleine Menger in deutsche Landwirthschaft in dieser Sache erhoben wurden, sind von rung des Angebots stattfinden wird, im Speziellen auch gerade bei der Stadt ist gar kein Schlächter mehr, sondern Händler mit Fleisch. Bei Händlern in Oberschlesien ausgegangen, die gegen die Verschärfung Schlachtvich. Ueber die Bildung von Händlerringen zur Beeinfluffung der Grenzsperre protestirten. Ihnen haben sich dann weitere Kreise der Viehpreise liegen genaue Meldungen nicht vor; nur vorüber uns haben die zwölf Stämme Israels das ganze Land unter sich verangeschlossen. Dreierlei Vorwürfe sind gegen die deutsche Land- gehend wird uns aus einzelnen Gegenden berichtet, daß größere Seiterfeit rechts.) Der Staat sollte die Fleischerinnungen unterſtüben, theilt und halten andern Händlern die Stallthüren zu.( Große wirthschaft erhoben worden: 1. Die deutsche Landwirthschaft hat ihr händler mit einander ein Abkommen getroffen haben, einander nicht damit die kleinen Schlächter das Vieh wieder selbständig bei den Versprechen nicht gehalten, die Vieh- Erzeugung so zu steigern, daf ns Gehege zu kommen( Hört! hört!), daß sie, wo das Angebot ein zu starkes Bauern kaufen können. Die Bauern müßten durch Darlehnskaffen fie dem Bedarf des gesammten deutschen Volkes genügen kam ist, das Vich von den Landwirthen zu sehr niedrigen Preisen aufkaufen in die Lage versetzt werden, Geld auf ihr Vieh vorschußweise zu 2. Die Grenzsperre hat leine Berechtigung mehr wegen der jetzigen und es dann so lange abfichtlich zurückhalten, bis die geeignete erhalten, damit sie es nicht Ausdehnung der Vieheinfuhr. 3. Die deutschen Landwirthe treiben Marktkonjunktur zu günstigem Verkauf sich ergeben hat.( Hört! hört!) Die Metzgeriummgen sollten es nicht sofort zu verkaufen brauchen, diejenigen ihrer ihrer Mitglieder, Fleischwucher. Aus Württemberg und Thüringen berichtet man uns sogar von die fich nicht mehr halten fönnen, als Vieheinkäufer Was den ersten Punkt anlangt, so will ich erwidern, daß in der einem theilweisen Zusammen, a von Händlern und Schlächtern anstellen. Geben Sie den Rufen nach Beseitigung der Grenzsperre That eine ganz erhebliche Vermehrung der heimischen Fleisch zum Zweck der Preissteigerung; doch sind das alles nur vereinzelte feine Folge! Wir gönnen den Arbeitern ihre Lohnsteigerung von produktion stattgefunden hat: der Konsum der Bevölkerung hat seit Erscheinungen. der vorlegten Viehzählung um 26 Kilo pro Kopf steigen fönnen. Insgesammt fann man wohl sagen, daß von einer wirklichen Herzen, aber auf die Kleinbauern muß auch Rücksicht genommen Redner sucht dies an der Hand einer ausführlichen Statistik näher Fleischtheuerung nicht die Rede sein kann. Zu einer Begünstigung werden. Aber wenn die Bauern verkrachen, dann ist das den Herren nachzuweisen. Ist somit die Fleischversorgung für das Inland eine des Auslandes liegt daher für uns kein Anlaß vor.( Bravo! rechts, ganz egal.( Bravo! Bravo! rechts. Heiterkeit links.) durchaus befriedigende, so liegt durchaus keine Veranlassung zur Nur noch ein paar Worte über die Abwehrmaßregeln: In einer Aufhebung der Grenzsperre vor, zumal aus dem Ausland immer Petition des Berliner Magistrats wird darauf hingewiesen, daß die noch die gefährlichsten Seuchen eingeschleppt werden können. Die Niederlande jetzt frei von Maul- und Klauenseuche sind. Die amtMaul- und Klauenseuche herrscht immer noch in Oesterreich, Rußland lichen und im Reichs- Anzeiger" veröffentlichen Zahlen beweisen aber Belgien und Dänemark. Eine Deffnung der Grenzen würde durch gerade das Gegentheil. Aehnlich steht es mit Nordamerika. Der die Verseuchung unseres gesammten Viehstandes nicht nur unsere Hinweis auf die inländischen Seuchen ist vollständig hinfällig. Die Landwirthschaft, sondern unsere gesammte Bevölkerung schwer schä- felben würden ja gerade durch das Ausland beständige neue Nahrung digen.( Beifall rechts.) Der Werth des durch Seuchen zu Grunde erhalten. gegangenen Biehes beläuft sich jetzt schon auf 14 Millionen Mark jährlich. Geht das so weiter, so ist die Landwirthschaft allerdings nicht mehr im Stande, den Fleischbedarf zu decken. Abg. Fischbeck( fr. Vp.): Ich will nun mit dem Wunsche schließen, daß die deutsche Landwirthschaft das hohe Ziel, das sie sich gesteckt, den Fleischbedarf des gesammten Volles zu decken, auch wirklich und in beständig er Was nun endlich den Vorwurf des Fleischwuchers anlangt, so erhöhtem Maße erreichen wird.( Lebhafter Beifall rechts). giebt eine einfache Zusammenstellung der Preise zu den verschiedenen. Das Haus tritt jodann auf Antrag des Abg. Fisch bed in eine Berioden, daß diese für die meisten Viehkategorien gesunken sind. Besprechung der Interpellation ein. Die Schwierigkeiten der Fleischbeschaffung müssen deshalb gang andere Ursachen haben, als die angeblich zu geringe Viehproduktion. Der Herr Abg. v. Wangenheim hat den politischen Parteien vorAm meisten lagt man über die zu hohen Fleischpreise in den geworfen, daß sie die Frage der Fleischnoth zu einer parteipolitischen Industriegegenden, ohne zu bedenken, daß ja die Industrielöhne gemacht haben. Da muß ich doch bemerken, daß die Behandlung ganz bedeutend gestiegen sind, daß man daher doch auch von der dieser Sache durch die Agrarier den nattesten und engherzigsten Landwirthschaft nicht verlangen kann, daß sie zu billigerem Preise Interessenstandpunkt zeigt. Ursprünglich hat die Interpellation ganz verkauft. Wir wollen anerkennen, daß man jezt im Allgemeinen für anders gelautet; und wer sie so vertreten wollte, wie sie da lautete, die hohe Bedeutung der Landwirthschaft mehr Verständniß zeigt dem steht es schlecht an, sich über parteiische Gesinnung zu be als bisher, daß insbesondere von der Regierung unsere Interessen schweren.( Beifall links; Unruhe rechts.) mehr gefördert werden, als dies früher der Fall war. Das haben wir vor allem zu verdanken dem thatkräftigen Eingreifen des Herrn Landwirthschaftsministers Frhen. v. Hammerstein.( Buruf links: Der Null? Große Heiterkeit.) Auch wenn die Grenzsperre aufrecht erhalten wird, fann die Fleischversorgung, der Bevölkerung in vollem Maße stattfinden, eben durch die heimische Landwirthschaft. Und damit dies über jeden Zweifel erhoben wird, haben wir unsere Anfrage an die Reichsregierung gerichtet.( Lebhafter Beifall rechts.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Landwirthschaftsminister Frhr. von Hammerstein: Die heutige Debatte giebt mir erwünschte Veranlassung, auf einige Aeußerungen des Abg. Richter in seiner letzten Etatsrede zurückzukommen. Die bisherige Behandlung der Veterinärfragen hat durchaus nicht zu Konflikten mit dem Auslande geführt. Es ist der Wunsch der deutschen Regierungen, in wirthschaftspolitischen Fragen mit dem Auslande auf Friedensfuß zu leben, selbstverständlich unter voller Wahrung der eigenen Interessen, Daß unser Viehbestand gegen Seuchengefahr geschüßt werden muß, darin ist der Reichstag hoffentlich einig. Die deutsche Regierung hat nicht eine sanitäre Maßnahme ergriffen, die nicht mit den Handelsverträgen vereinbar wäre. Das hat auch keine auswärtige Regierung behauptet, wenn sie gewisse Erleichterungen im Import haben wollte. Die Absicht, durch Sperrung der Grenzen die Fleischpreise zu erhöhen, liegt der Regierung durchaus fern. Bei unseren Handelsverträgen haben wir uns auf sanitärem und veterinärem Gebiete im Interesse der heimischen Viehzucht und des nationalen Kapitals vollauf Bewegungsfreiheit gewahrt und mußten fie uns wahren. Deutschland geht mit Sperrmaßnahmen und QuarantäneEinrichtungen viel weniger rigoros vor, als das Ausland.( Sehr richtig! rechts, Ruf: leider! leider!) Amerita hat für Pferde 90tägige Quarantäne: Da muß jeder Nußen beim Pferdehandel verloren gehen. Ich wiederhole, wir sind Von einem Verbot der russischen Schweine- Einfuhr, wie es die dem Auslande gegenüber stets willfähriger gewesen, als das Ausenragirten Agrarier wollen, kann keine Rede sein. Das verhindern land uns gegenüber.( Wiederholte Rufe leider, leider rechts, Widerschon die Verträge mit dem Ausland. Verträge zu halten aber ist spruch links.) Aus der Vergangenheit soll man lernen. Die RebSache der Ehre, und Sache der Ehre ist Sache der Nation.( Beifall laus haben wir aus Amerika bekommen, etwas mehr Vorsicht hätte lints; Unruhe rechts.) Daß die Fleischsperre milder gehandhabt nichts geschadet. Jetzt droht die Schildlausgefahr. Wir thun nichts werden kann, dafür liegen Beweise von der russischen Grenze vor. Anderes zum Schüße, als was die amerikanischen Staaten Der Landwirthschaftsminister von Hammerstein, dem ja Herr unter einander thun. Unser Verhalten wird aber drüben scharf v. Wangenheim nicht die Eigenschaften zuschreibt, die ihm Herr v. Gröben fritisirt. In Amerika schließt man sich von den Staaten, wo das zutraut( Unruhe rechts) hat im Abgeordnetenhause selber hervorgehoben, Tegasfieber herrscht, hermetisch ab. Wir sind deshalb auch vorsichtig In der Presse sowie in Petitionen an den Reichstag ist der daß in Rußland die Schweine sorgfältig untersucht werden, die über bei der Vieheinfuhr und thun recht daran, denn wir können doch Gedanke zum Ausdruck gekommen, daß die Fleischversorgung zur die Grenze kommen. Wenn man aber 70 000 russische Schweine nicht warten, bis das Texasfieber bei uns eingeschleppt wird. Ich Zeit eine außerordentlich schwierige, ja sogar eine unzureichende ge- über die russische Grenze kommnen läßt, warum dann nicht 120 000 erinnere an die Verhinderung der Einschleppung der Rinderworden sei und damit zusammenhängend die Voltsernährung eine wie früher. Es sind eben nicht allgemein veterinär polizeiliche pest an der russischen Grenze. Ich glaube, auch die Linke ungenügende. Auch die amtlichen Notirungen ließen eine gewisse Gründe, die bei der Handhabung der Wiehsperre entscheiden: man wird mir beistimmen, wenn ich sage, es ist besser, solchen Steigerung der Vieh- und Fleischpreise erkennen, wenn auch nicht will den Agrariern entgegenkommen, um die Fleischpreise zu heben. Dingen rechtzeitig vorzubeugen, als dann the ueres für alle Vieh- und Fleischsorten. Diese Verhältnisse ver- Wenn der Arbeiter in Oberschlesien jetzt höhere Löhne Lehrgeld zu bezahlen.( Sehr richtig! rechts) deshalb können wir anlaßten den Herrn Reichskanzler, fich mit dem Herrn verdient, so muß er um mehr Geld für jeine die Grenzen nicht alle öffnen. Wir müssen es uns angelegen sein Landwirthschaftsminister in Verbindung zu sehen zweds einer Um- Fleischnahrung ausgeben. Es liegt gewiß ein Nothstand vor, laffen, unseren Fleischbedarf aus eigenem Vich zu decken. Schon frage, inwieweit diese Behauptungen berechtigt seien. Diese Umfrage wenn in Oberschlesien für ein Pfund Schweinefleisch, das wegen der Kriegsgefahr ist das bei der fontinentalen Lage erstreckt sich unter Anderem auf folgende Bunkte: Hat die Konsum- vor 10 Jahren 25 Pfg. kostete, heute 70 und 75 Bfg. gezahlt werden Deutschlands nothwendig. Deutschland muß, soweit das möglich Kraft der Bevölkerung zugenommen, und ist hierbei eine starke Nach- müssen. Herr v. Wangenheim hat uns sehr viel Zahlen vorgetragen, ist, sich unabhängig vom ausländischen Markt machen. In frage nach Fleisch zu Tage getreten? Ferner: Ist die Viehzucht in um das Nichtvorhandensein einer Steigerung der Fleischpreise zu be- einer Darlegung des preußischen Landwirthschaftsrathes ist Abnahme oder Zunahme begriffen, genügt die eigene Vieherzeugung weisen; aber was nüßen uns alle diese Zahlen, wenn von allen die Möglichkeit ausführlich dargelegt worden. Diese Dar zur Versorgung des deutschen Fleischmarktes, oder muß eine Städten übereinstimmend gemeldet wird, daß das Fleisch theurer legung ist selbst von den Gegnern nicht angefochten worden. regelmäßige Zufuhr von außen erfolgen? Hat diese Zufuhr ab- geworden ist. In Dresden ist der Fleischverbrauch um 1,88 Stilo pro Ich glaube auch, daß, wenn der Fortschrit in der deutschen genommen oder zugenommen, woher tommt sie? u. f. w. u. f. w. Die Kopf gesunken. Aehnliche Klagen kommen aus Breslau, aus Karlsruhe. Landwirthschaft wie in den letzten fünf Jahren anhält, das Ziel, die Beantwortung dieser Fragen ist zum Theil erst in den letzten Tagen ein- Der Abg. von Wangenheim hat eine Statistit aufgemacht, wonach deutsche Bevölkerung aus der heimischen Landwirthschaft zu ergegangen, meist unterstützt mit einem sehr reichhaltigen statistischen der Fleischkonsum der Bevölkerung gestiegen sei. Nun, diese Statistit nähren, erreicht werden kann. Die Frage der Fleischversorgung ist Material, welches eine eingehende Durchprüfung verlangt. Der hat wohl nicht den Werth, den ihr der Herr Abgeordnete beilegt. feine untergeordnete. Es ist deshalb traurig, daß die Presse int Herr Reichskanzler ist daher heute nur in der Lage, den allgemeinen Andere Sachverständige haben unzweifelhaft nachgewiesen, daß die Allgemeinen bei jeder Maßnahme, die die deutsche Regierung Eindruck wiederzugeben, welchen er aus diesen Aeußerungen er- Vermehrung des Biehbestandes mit der Vermehrung der Bevölkerung vornimmt, die deutschen Vichstände gesund zu er= halten hat. nicht entfernt gleichen Schritt gehalten hat, namentlich ist das in halten, abfällig fritisirt und damit die Geschäfte des AusDie Preise für Rindfleisch zunächst sind in den letzten Jahren Sachsen fonstatirt worden. Herr von Wangenheim sagt, die Land- landes besorgt. Die Presse wirkt nicht im nationalen Sinne in einzelnen Gegenden allerdings etwas gestiegen, in anderen da- wirthe selbst bekommen keine höheren Preise, und macht ganz andere und ich glaube, auch die Rede des Abg. Fischbeck wäre besser in gegen stabil geblieben oder sogar gefallen.( hört, hört! rechts.) Ursachen für die Höhe der Fleischpreise verantwortlich... wird Amerita als im deutschen Reichstage angebracht gewesen.( Sehr So sind die Preise für Rindfleisch in Berlin, Breslau, München, die Schlachtgebühr dafür verantwortlich gemacht. In Berlin beträgt richtig! rechts, Widerspruch links.) Wir stehen in Bezug auf unser Straßburg im November 1898 niedriger gewesen als im Jahre 1897. diese Gebühr für ein Pfund 1/5 Pf., also für 5 Pfund 6 Pf., das Nationalgefühl unter allen Kulturvölkern isolirt da. Von ( Hört, hört!) 1891 betrug der Preis 128 Pf. pro Kilogr., seitdem hat tann doch wirklich nicht die Fleischpreise in die Höhe treiben. Die freisinniger Seite ist auf den angeblich logischen Widers er zwischen 121 und 126 Pf. geschwankt und betrug im November Hauptschuldigen sollen aber die Händler sein. Es mag hier und da spruch hingewiesen worden, daß, obwohl Rußland angeblich doch 1898 125 Pf., aber 3 Pf. weniger als 1891. Anders liegen die der Versuch von Fleischern gemacht worden sein, die Preise zu verfeucht sei, in Oberschlesien wöchentlich 1300 Schweine über die Verhältnisse allerdings in Bezug auf Schweinefleisch. Hier find forciren, aber eine Ringbildung ist nicht vorgekommen, und daß der Grenze gelassen werden. An sich wäre es allerdings logisch gewesen, die Preise fast durchweg erheblich gestiegen. Man darf aber hierbei Vorwurf im Allgemeinen berechtigt sei, das glaubt Ihnen doch kein die Grenze gänzlich zu sperren, aber die Regierung hat angesichts nicht vergessen, daß die Preise für lebende Schweine 1896 einen Mensch. Wenn es der Fall wäre, warum ziehen es dann die Land- der wirklich vorhandenen Fleischnoth in Oberschlesien von zwei gauz ungewöhnlichen Tiefstand erreicht hatten( Sehr richtig! rechts) wirthe nicht vor, selbst den Vortheil einzuheimfen, indem sie mit Uebeln das kleinere gewählt und die Grenze, soweit es sich wenn man die jetzigen Preise mit denen der Vergangenheit ver- ihrem Vieh selbst auf den Markt kommen. Wie kommt es mit den sanitären Verhältnissen irgend vertrug, geöffnet. gleicht. Die Durchschnittspreise betrugen für Preußen 1891 pro denn dann, daß zum Beispiel die Genossenschaft von Land- Höhe der Fleischpreise in Oberschlesien ist übrigens nach einem Kilogramm 130 Pf., seitdem haben sie zwischen 120 und 144 Pf. wirthen in Rosenberg ein Birkular an ihre Kunden verschickt, in Berichte der Regierung zu Oppeln auf die Machinationen geschwankt und gingen im Oftober 1898 auf 143, im November auf welchem es heißt:" In anbetracht der anhaltend hohen Fleischpreise eines russischen Händlerringes zurückzuführen.( Hört, hört! rechts.) 142 Pf. zurück. Speck und Fett sind nicht im gleichen Maße im sind wir gezwungen, auch mit unseren Fleischpreisen etwas in die Der Import verseuchten ausländischen Viehes muß den Ruin der Preise gestiegen wie das Schweinefleisch, in Sachsen im Gegensatz Höhe zu gehen. Es wird hier also ausdrücklich von anhaltend deutschen Landwirthschaft zur Folge haben. Sie kann nur blühen, zu diesem gefallen. hohen Fleischpreisen gesprochen.( hört, hört, lints.) Nein, wenn sie Schutz dem Auslande und Schuß dem Inlande gegenüber Was nun den Fleischbedarf betrifft, so ist dieser unzweifelhaft dem Fleischereigewerbe ist im Fleischereigewerbe ist im Allgemeinen nicht der ge- genießt. Die deutsche Regierung wird nach wie vor unter Wahrung sowohl absolut wie relativ geftiegen. Es hängt das zusammen mit ringste Vorwurf zu machen, selbst in agrarischen Blättern der berechtigten Beziehungen zum Auslande seine Vorschriften. in Die Abg. Fischbeck gegen den Vorwurf, die Geschäfte des Auslandes zu besorgen. Darin besteht gerade eine nationale Politik, daß man für die Interessen der Allgemeinheit sorgt. Nächste Sigung: Mittwoch 1 Uhr( Weiterberathung der Interpellation; Militärvorlagen; Wahlen in einige Kommissionen). Schluß 6 Uhr. Kommunales. betermårer und sanitärer Hinsicht streng aufrecht erhalten. I doch sonderbar, wenn er die Unterschrift seines Bruders nicht kennen von dem Alter des Einsenders eine Ahnung gehabt hätten. Sein ( Lebhafter Beifall rechts.) würde. Freilassen konnte der Kommissar die Verhafteten nicht, trotz früher Ruhm" stieg dem jungen Manne zu Kopfe, zumal die AnBundeskommissar Geheimrath Schröter legt die Interessen der dem er denselben erklärte, er zweifele nicht daran, daß sie unschuldig gehörigen und Bekannten des Wunderknaben sich in Lobeserhebungen und Armeeverwaltung an der Hebung der heimischen Viehzucht dar. feien. Zu der Demüthigung der Verhaftig und des Transportes Ausdrücken der Bewunderung für sein Genie gar nicht genug thun Hierauf wird die Situng vertagt. nach dem Polizeipräsidium mußten die jungen Leute sich min die konnten. Der Frühreife, durch diese Anerkennung angespornt, wagte Persönlich verivahrt sich noch schlimmere gefallen lassen, der alle Untersuchungsgefangenen sich an immer höhere Aufgaben. Er schrieb, nach berühmten Mustern, ausgesetzt sind. Sie wurden entkleidet, untersucht eine Art modernen Märchendramas„ Der Venus Vasallen", das zwar und dann in Gesellschaft von Verbrechern und im Kreise seiner Jutimen ungetheilten Beifall fand, aber von den Dirnen mittels grünen Wagens nach Moabit gebracht. Theaterdirektionen unbarmherzig zurückgewiesen, hier und da sogar Die junge Dame fam im Gefängniß halb bewußtlos an. Noch am mit boshaften Bemerkungen begleitet wurde, die den jugendli Hen felben Tage, Abends 8 Uhr, wurden beide wieder in Freiheit Autor vermuthen ließen, das sein Geheimniß, seine Jugend, entdeckt gesetzt. Vor dem Thor des Gefängnisses brach das junge Mädchen und seine literarische Karriere vorläufig wenigstens vernichtet sei. bewußtlos zusammen. Im Wagen mußte es ihren Angehörigen Diesen Umstand nahm sich der Knabe so sehr zu Herzen, daß er in zugeführt werden. Noch jest liegt es frank darnieder. Den Schwermuth verfiel und ganz apathisch wurde, bis eines Tages der Weihnachts- Heiligenabend werden beide nicht vergessen. Die Ver- offene Wahnsinn zum Ausbruch kam. Der junge Mann mußte in Der Ausschuß zur Vorberathung der Magistratsvorlage, be- hafteten beabsichtigen, gegen Herrn Herrmann Kazz wegen wissents einer Nervenheilanstalt untergebracht werden; nach dem Ausspruch treffend die anderweitige Festsetzung der Dienstlich falscher Anschuldigung bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag der Aerzte ist die Hoffnung auf Genesung nicht ausgeschlossen. alter Gehälter = für verschiedene Beamten zu stellen." fategorien hat heute Abend unter Vorsiz des StadtJunge Leiden. Aus Liebesgramt hat sich der 16 Jahre alte berordneten- Vorstehers- Stellvertreters Michelet und in Anwesenheit des Haftstrafe wegen Ungebühr vor dem Gewerbegericht. Die Schreiber und Zeichner Ewald Koch aus der Gubenerstraße 16/17 Bügermeisters Kirschner und des Stadtsyndikus Weise eine Sigung Kammer VIII wies in ihrer lezten Sizung den Hausdiener H. mit wahrscheinlich das Leben genommen. Der junge Mann ist seit dem abgehalten, in welcher zunächst die Besoldungen der Magistratseinem Anspruch auf Lohnentschädigung ab. Der Kläger, der ettvas 30. v. M. verschwunden. Er hatte sich in eine 15jährige Base ver sekretäre zur Berathung gelangten. Der Ausschuß hat sich mit der erregt war, sagte darauf:" Donnerwetter noch einmal, ich werde mir liebt, erhielt aber von dem Mädchen, das vernünftiger war als er, bom Magistrat vorgeschlagenen und bereits früher doch mein Recht ſuchen!" Der Vorsitzende Dr. Meier wollte ihm einen Korb. Daraufhin verließ er Stellung und Haus, um ins mitgetheilten Gehaltsstala einverstanden erklärt, deswegen ohne weiteres für drei Tage einsperren lassen, die Beisitzer Wasser zu gehen. Die Leiche ist bis jetzt noch nicht gefunden. nachdem ein Antrag, das höchstgehalt schon nach 25( statt 27) Dienstjahren fort vollstreckbare Haftstrafe von einem Tage genommen. Auf eine plädirten aber für eine niedrigere Strafe. H. wurde dann in eine sozu gewähren und eine Verbesserung des Aufrückungsmodus vom Vor einigen Tagen wurde die„ Braut" des seiner Zeit in 14. Dienstaltersjahre ab eintreten zu laffen, abgelehnt worden war. weitere Ermäßigung ließ sich der Vorsitzende Meier nicht ein, ob- Rigdorf verhafteten Einbrechers Giteljörg, die separirte Nielsch, Der Ausschuß hat ferner beschlossen, daß die Anstellung als wohl es durchaus angebracht gewesen wäre, die Erregung des wegen Hehlerei in Untersuchungshaft genommen und nach Moabit Magistratssekretär nicht vor dem 24. Lebensjahre erfolgen solle. Klägers und die bei vielen Arbeitern übliche Ausdrucksweise zu transportirt. Dort hat sich die N. im Untersuchungsgefängnisse berücksichtigen. erhängt. Tokales. Der Wahlverein des dritten Kreises hält am nächsten Sonnabend fein Stiftungsfest in den Gesammträumen des Konzerthauses Sanssouci", Kottbuserstr. 4a, ab, worauf die Parteigenossen nochmals mit dem Bemerken hingewiesen werden, daß ein Billetverkauf an der Kasse nicht stattfindet. Billets à 25 Pf. find noch auf allen Zahlstellen und bei bekannten Partei genossen zu haben. Der Vorstand. des katholisch " 0 Nach einer vom Polizeipräsidenten erlassenen Verordnung dürfen die 261 Nachtwachbeamten der Wirthschaftsgenossenschaft Berliner Grundbefizer eine Nothpfeife führen; desgleichen ist ihnen das Tragen eines Säbels gestattet. Mißbräuchliche Benuzung der Signalpfeife und der Waffe soll mit Dienstentlassung bestraft werden. Ein Verein der Pferdehändler von Berlin und Umgegend ist in voriger Woche ins Leben gerufen worden. Der Verein will u. a. eine Erleichterung im Frachtverkehr für Pferde auf den Eisenbahnen erlangen. " haben, vont Herbst 1900 ab- an diesem Termin läuft die Bachtzeit Herr Franz Renz soll, wie gerüchtweise verlautet, die Absicht der Unternehmer des Olympia- Theaters ab- den alten Zirkus Renz wieder zu übernehmen. In der Urania wird gegenwärtig eine Reihe von prächtigen Deld= rationen und Wandeldioramen vorbereitet, welche eine Reise im Lande der Fiorde" zur Anschauung bringen soll. Diese Nordlandfahrt ist im vorigen Sommer von Dr. P. Schwahn und dem Maler Wilhelm Kranz unternommen worden und hat die in künstlerischer und wissenschaftlicher Hinsicht wichtigsten Landschaften des westlichen Norwegens berührt, unter Anderem den Hardanger, Sogne: und Geiranger Fjord, die Lofoten und das Nordkap. = V Der für heute, Mittwoch, den 11. Januar, angekündigte Vortrag der Kunst Schaubühne( Direktion: Dr. Köppen und Dr. Stvedtner) Moskau und seine Kunstschäze" muß leider ausfallen. Für den nächsten öffentlichen Vortrag ist die Première eines aktuellen Thema's in Aussicht genommen: Adolf v. Menzel", Projektionsvortrag von Dr. A. Dresdner. Aus den Nachbarorten. Ausländische Arbeiter sollten sich heute dringend hüten, Ans der Praxis eines christlichen Manrerpoliers. preußisches Gebiet zu betreten. Ausländer sind nur dann einigermaßen sicher, das Gastrecht hier genießen zu dürfen, wenn sie als Ju der Eisenacherstraße wird gegenwärtig durch die Baufirma Streifbrecher dem Unternehmerthum als Nothknecht dienen Wittling u. Güldner der Neubau einer Freimaurerloge aufgeführt. und mithin gegen ihresgleichen sich der Felonie schuldig Die auf diesem Bau beschäftigten Maurer und Steinträger entnahmen machen. Just zur fröhlichen seligen Weihnachtszeit haben ihre Speisen und Getränke von dem Schankwirth B., welcher sein auch österreichische Arbeiter Ausweisungsbefehle erhalten, gegen die Geschäft in unmittelbarer Nähe des Neubaues betreibt. In alle Vorstellungen nuglos blieben. Ein österreichischer Tapezirer, der dem B.'schen Lokal verkehrte auch der den Bau leitende sich bisher nicht des geringsten Vergehens schuldig gemacht oder sonst Maurerpolier Bernhard Groß. Dieser scheint ein irgend etwas begangen hatte, was man als Grund zur Mißliebigkeit Charlottenburg. Vom Parteigenossen Fri 8ubeil geht sehr frommer Mann zu sein und ชิน den Gönnern deuten könnte, erhielt, als er auf den vom 23. Dezember datirten uns folgender Aufruf zu: Parteigenossen! Heute Abend sollt Ihr gewerkschaftlichen Vereins" Arbeiterschuh" Ausweisungsbefehl vorstellig wurde, die Antwort, daß diese Vor- über die Gründung eines Wochenblattes für Charlottenburg zu gehören, denn sobald Groß sah, daß in dem Schanklokal stellung keine Veranlassung geben könne, seine Ausschließung vom und Spandau entscheiden. Schon seit längerer Zeit find Unterhandder Vorwärts" auslag, erging er sich über dies Blatt in ab- Aufenthalt in Preußen aufzuheben. Die Gründe der Ausweisung lungen gepflogen, die dahin zielen, eine wöchentlich erscheinende fälligen und wegwerfenden Redensarten. Wo ein solches Blatt aus Ihnen anzugeben", schreibt der Polizeipräsident weiter, fehe ich Beitung für den ganzen Wahlkreis Teltow Beeskow herausliege, dürften seine Leute" nicht verkehren, sagte er zu dem Schank- mich nicht veranlaßt." zugeben und so ein geistiges Bindemittel zu schaffen, das uns wirth, und suchte den Mann zu veranlassen, daß er den Vorwärts" Das ist so das übliche Schema, nach dem Ausländer, die immer enger mit der ländlichen Bevölkerung verknüpfen soll. Ferner abschaffe und die„ Märtische Volts- Beitung" bestelle. sich hier auf redliche Weise ernähren möchten, der Aufenthalts- find ernste Unterhandlungen mit dem„ Vorwärts" im Gange, um Zur Beseitigung des Vorwärts" wollte sich der Wirth befugniß in Preußen verlustig erklärt werden. Unter den gegen- auch dort den Vororten mehr Raum zu verschaffen. Aus allen diesen init Rücksicht auf seine Gäste allerdings nicht bereit wärtigen Zuständen sollten sich also ausländische Arbeiter zehnmal Gründen bitte ich Euch, heute noch nicht über die Frage finden lassen, dagegen gab er dem unaufhörlichen Drängen des besinnen, bevor sie sich nach Preußen wenden. zu entscheiden. Gebt den Vertretern der einzelnen Orte Zeit, christlichen Poliers nach und bestellte die Märkische Volts- 3tg." auch ihrerseits sich zu äußern. Noch immer hat sich unser WahlObgleich keiner der Gäste das fromme Blatt las, jo glaubte der Waschfrauen und Schneiderinnen( Näherinnen) herrschen unsere Kraft und unsere Stärke. Möge es immer so bleiben. Ueber das Markenkleben der im Haushalte beschäftigten freis durch einmüthiges Handeln ausgezeichnet. ausgezeichnet. Das war Wirth doch, es liege in seinem Interesse, wenn er sich dem Polier vielfach noch Unklarheiten. Wir verweisen daher auf eine Bekannt- Sollen die Mittel für ein Blatt aufgebracht werden, so müssen sie in dieser Hinsicht füge, denn er wußte, daß ein Maurerpolier, namentlich zur Winterzeit, einen weitgehenden Ein- machung der Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Berlin in nicht einem einzelnen Ort, sondern in erster Linie den Unterdrückten fluß auf die ihm dieser Nummer der Zeitung. Aus dieser geht hervor, daß zur Ver- auf dem flachen Lande zu Gute kommen; dadurch kann auch der unterstellten Arbeiter hat und daß wendung der Marken derjenige Arbeitgeber verpflichtet ist, bei dem Landrathsprejie oft die gebührende Antwort gegeben werden. Alle dieser Einfluß auch zur Schädigung eines Gastwirthes geltend die betreffende Waschfrau bezw. Schneiderin zu erst in der Woche diese Umstände laffen es räthlich erscheinen, daß die Entscheidung gemacht werden kann. Hatte der Wirth nun geglaubt, daß er durch die bei ihm verkehrenden Bauarbeiter ein leidliches Geschäft beschäftigt ist; ist die Arbeiterin nicht im Besize einer Quittungs- heute noch ausgesezt wird. Erst wenn die Vertreter des Kreises ein machen würde, so sah er sich in seinen Hoffnungen arg getäuscht, einer Karte zu veranlassen und in diese die Marte einzukleben. Zur demokratischem Gruß! Fr. Zubeil, Mitglied des Reichstages. farte, so hat der Arbeitgeber bei dem Polizeirevier die Ausstellung derartiges Blatt ablehnen, dann ist es Zeit zu handeln. Mit sozialDer Polier Groß gab sich bald als ein Mann zu erkennen, der gern Verwendung gelangen in der Regel die 20 Pfg.- Marken der 2. Lohnerntet, wo er nicht gesät hat. Er verlangte von dem Schankwirth flasse. Wenn sich die Haushaltungsvorstände danach nicht richten, einen Tribut dafür, daß die Arbeiter in dem Lokal des B. verkehrten. Er gab dem Wirth zu verstehen, daß dieser ihm nicht nur freie Beche gewähren, sondern auch sonstige. Vortheile zuwenden müsse. Fünfzig Mart müßten wöchentlich für ihn( den Polier) abfallen. Da der Wirth in der stillen, verkehrsarmen Gegend außer mit den Bauarbeitern kein Geschäft zu machen in der Lage ist, so sah er sich genöthigt, in den fauren Apfel zu beißen und dem christlichen Herrn Groß unentgeltlich Ertheilung der Erlaubniß zum Angeln während des Sonntags Nach Mittheilung des Polizeipräsidiums find Gesuche um Speisen und Getränke zu verabfolgen. Aber Herr Groß hatte, gleich der Kirche, welcher er angehört, einen guten Magen. halb der Berliner Weichbildgrenze befindlichen Gewässern zunächst oder während der wöchentlichen Schonzeit der Fische in den außer Er vertilgte nicht nur bedeutende Mengen von Speise und Trant, sondern ließ sich auch stets das Beste auftischen, was Küche und dem Polizei Schifffahrtsbureau zur Prüfung und gutachtlichen Keller des Wirthes herzugeben vermochten. Die tägliche Beche Aeußerung vorzulegen. treffen fie unnachsichtlich Ordnungsstrafen und es werden bei ihnen auch die Beträge für die Marken nachträglich eingezogen. Der Komponist und Direktor des Domchors, Prof. Alber Beder, ist gestern im Alter von 64 Jahren seinem Leiden( Brustkrebs) erlegen. Charlottenburger Fleischpreise. Im September 1898 war, wie das letzte Heft der Monatsberichte des Charlottenburger statistischen Amtes mittheilt, der Kleinhandel- Durchschnittspreis( pro Pfund in Pfennigen berechnet aus den höchsten und nicdrigsten Preisen der 5 Marktpläge Charlottenburgs) für Rindfleisch von der Kenle 65, vom Bauch 53, für Schweinefleisch 95, für Kalbfleisch 70, für Hammelfleisch 65, für geräucherten Sped 73. Jn den Bauch 55, 55, 61, 55, 55, 55, 55, 55, 53; Schweinefleisch 78, 78, 78, ersten 9 Monaten des Jahres 1898 foftete im Durchschnitt: Rindfleisch von der Keule 73, 73, 75, 70, 71, 70, 70, 85, 65; vom Hammelfleisch 65, 63, 65, 63, 64, 70, 65, 75, 65; geräucherter Spec 70, 75, 70, 78, 85. 95; Stalbfleisch 65, 73, 68, 75, 67, 70, 68, 80, 70; Hammelfleisch 65, 63, 65, 63, 64, 70, 65, 75, 65; geräucherter Sped 75, 75, 80, 75, 74, 70, 75, 80, 78. des Poliers hatte einen Werth zwischen zwei und drei Mark. Der Das Polizeipräsidium theilt mit: In der Ermittelungssache Die Schöneberger Stadtverordneten Versammlung beschäfWirth sah nach einigen Wochen ein, daß er unter diesen Umständen betreffend den Einbruch in der Tegelerstraße 15 und Tödtung des tigte sich in ihrer Sigung am Montag mit der Verpachtung nicht bestehen könne, er traf also mit dem unerfättlichen Polier das Werkmeisters Haseloff ist es von Wichtigkeit zu erfahren, ob der Anschlagssäulen. Die Säulen sollen gegen eine jährliche Abkommen, ihm einen wöchentlichen Tribut von zehn etwa in legter Beit bei Waffen- oder Eisenhändlern Leschingpatronen, Pachtſumme von 600 M. auf fünf Jahre vergeben werden. Diese Mark baar zuzahlen. Als Groß aber das erste Behnmark- Kaliber 5 oder 51/2 mm, in einer Blechschachtel verpackt, gekauft Bedingungen wurden debattelos genehmigt. Bei der Beantwortung der Interpellation betr. Untersuchung des Kramzeugs stück in der Tasche hatte, ging er zu einem anderen Schant- worden sind. Angaben werden auf den Polizeirevieren resp. auf dem wirth und zog auch einen Theil der Arbeiter dahin. Es kam zu Aus- Polizeipräsidium, Zimmer 37, erbeten. ( Lunge, Leber, Eingeweide 2c.) auf den hiesigen Wochenmärkten wurde einandersetzungen zwischen dem Schankwirth B. und dem Polier, und die vom Stadtv. Haase darauf hingewiesen, daß eine Untersuchung des Folge davon war, daß Letzterer dem Hausdiener des Schankwirths, der dürfte noch nachträglich durch einen Strafprozeß von sich reden im Interesse der Gesundheit des konsumirenden Publikums unbedingt Die Kolonialausstellung der Gewerbeausstellung von 1896 aus anderen Ortschaften in Schöneberg zum Verkauf gebrachten Strams die von den Arbeitern bestellten Speisen und Getränke nach dem Bau zu machen. Wie der„ Intern. Techn. Kur." erfährt, soll gegen einen erfolgen müsse, da gerade in diesen Fleischtheilen viele Krankheitsbringen hatte, den Zutritt zum Bau untersagte. Das war für die Arbeiter, die es begreiflicherweise im Winter nicht auf der finanziell start betheiligt gewesenen Herren wegen unlauterer stoffe enthalten seien. Stadtv. Prof. Heyne theilt mit, daß trozz die Ungnade des Poliers antonimen lassen mögen, ein deutlicher Handlungen die Strafanzeige erstattet worden sein. einer Verfügung des Regierungspräsidenten, die Stempelung des "\ " Wink. Ein großer Theil der Gäste blieb dem B.'schen Lokal fern, Der steckbrieflich verfolgte Graf Friedrich v. Hohenthal, Krams vorzunehmen", der Magistrat der Frage deshalb nicht näher und eine Anzahl Maurer, die noch ferner bei B. verkehrten, wurden der sich, wie unsere Leser wissen, einer über ihn verhängten Ge- trete, weil aller Wahrscheinlichkeit nach die geſanimte Sanitätsfurz bor Weihnachten nach und nach Nur einige Steinträger blieben noch Gäste des B'schen Ge- zurüdfehren, aber ohne seine wohlverdiente Strafe abzufigen. Graf fämmtlicher Lebensmittel, die in Schöneberg ziemlich nachlässig beentlaffen. fängnißstrafe durch die Flucht entzog, möchte gern nach Deutschland polizei zum 1. April d. J. der töniglichen Bolizei übertragen werde. Stadtv. üleh verlangte eine ausgedehntere Kontrolle schäfts. In der ersten Woche des neuen Jahres mieden Hohenthal wurde seinerzeit verurtheilt, weil er auf einer Schlitten- sämmtlicher Lebensmittel, die in Schöneberg ziemlich nachlässig beaber auch diese ihr bisheriges Restaurationslokal. Dem Wirth ließen fahrt, die er gemeinsam mit zwei zweifelhaften Dämchen und einem trieben werde. So sei seit dem vergangenen Frühjahr keine Wilchfie sagen, es thäte ihnen leid, aber sie könnten nicht anders, denn Pferdehändler unternahm, einen Bahnwärter, der sich im Dienste revision vorgenommen worden. Hierauf führte eine Anfrage, die ihre Arbeitsstelle wollten sie nicht aufs Spiel setzen. befand, geprügelt hatte. Nun läßt der Graf, wie das„ Berl. Egbl." bon mehreren Stadtverordneten, welche der früheren GemeindeWas fagen Germania" und und Märkische Bolts meldet, durch seinen Generalbevollmächtigten" publiziren, er feibertretung angehört hatten, gestellt war, zu recht unangenehmen Beitung", die fich über angeblich von sozialdemokratischen Ar- nervös" und daher laut ärztlichen Attestes nicht im Stande, die Debatten. Der stellvertretende Vorsteher, Dr. Richter, hatte in beitern ausgeübten Terrorismus nicht genug entrüsten fönnen, mehrmonatige Gefängnißstrafe abzusigen. Es sei daher auch die einem öffentlichen Vortrag behauptet, daß bei der Uebernahme der zu dem vorstehend gekennzeichneten Treiben eines der Ihren, der Sistirung des Steckbriefes" beantragt worden. Verwaltung durch den Magistrat ein Kassenbestand von nur 80 000 m. feine wirthschaftliche Stellung in solcher Weise zu seinem Vortheil vorhanden gewesen sei, auch hatte er gesagt, daß man ganz verrottete Im Hause Oranienftr. 110 fand man gestern Abend die und verwahr Ioste Zustände in der Verwaltung vorgefunden ausnugt? Leiche eines Greises auf dem Hofe hängen. Wer der unbekannte habe und daß die Gemeinde- Angelegenheiten vollständig versumpft" Ueber eine Verhaftung Unschuldiger in Berlin bringt die Selbstmörder ist, hat nicht ermittelt werden können. wären. In scharfen Worten wandte sich der Stadtv. Seelmeyer Königsberger Volfstribüne" folgende Mittheilung: Bei der Firma Herrmann Kay u. Sto. hier waren ein junger Mann und eine in der Rathenowerstraße. Der Kaufmann St. aus der Thurmstraße schaft hervorgerufen hätten. Bedauerlich sei es, daß ein an so ver Ein schwerer Radfahrer- Unfall ereignete fich Montag Abend gegen derartige Verdächtigungen, die große Erregung bei der Bürgerrecht schlecht erging. Die junge Dame, eine Königsbergerin, war einen Lastwagen überholen, der auf dem Pferdebahngeleise fuhr. In Berechnung müsse bei der lebernahme ein Vermögensstand von junge Dame früher beschäftigt, denen es kurz vor dem Weihnachtsfest tam auf seinem Zweirade die Straße entlang gefahren und wollte antwortlicher Stelle sich befindlicher Mann solcherweise über Sie Kommunalangelegenheiten spreche. Nach einer von ihm aufgestellten im Kaz'schen Geschäft seit der Eröffnung desselben bis zum 1. Mai dem Moment, als R. an den Hinterrädern des Wagens angelangt und 2800 000 m. vorhanden gewesen sein. Wenn man betont vorigen Jahres, der junge Mann vom Februar bis September v. J. war, bog diefer nach rechts über, wodurch die Hinterräder auf dem Am 24. Dezember wurden beide in Berlin von Kriminal schleuderten. Durch das unverhoffte Einlenken des Wagens nach thätig. Seit einigen Monaten sind beide in Berlin in Stellung. Geleise schleiften und mit einem Rud nach der rechten Seite hätte, Gemeindevorsteher Schmock habe schalten und walten tönnen wie er wolle, so sei das eine unwahrheit. schußleuten in den Geschäften, wo sie thätig sind, verhaftet. rechts war N. diesem so nahe gekommen, daß sein Rad von den protestire gegen derartige haltlose Verdächtigungen und ver Aufs Höchste erschreckt, da sie sich keiner Schuld bewußt waren, schleudernden Hinterrädern getroffen und umgeworfen wurde. Bei lange, daß man die Bürger über das Vorgefallene aufkläre. Stadtfolgten sie den Beamten. Von dem Kriminalkommissar, dem sie dem Fall erlitt R. einen Bruch des rechten Unterarmes. rath Schmieh I erklärte, der Amtsvorsteher Schmod habe in einer auf dem Polizeipräsidium vorgeführt wurden, erfuhren sie, daß Herr Audienz beim Minister des Innern die Stadtrechtsertheilung mit Katz fie der Unterschlagung von 7000 M. beschuldigt habe, die sie Ueber das Unglück eines Wunderkindes berichtet man: dem Hinweis befürwortet, daß Schöneberg sonst„ versumpfen" werde. am 6. September v. 3. verübt haben sollten. Der junge Mann Wahnsinnig geworden ist der erst 16jährige Alarich Sch., der Sohn Dr. Richter erklärt, im guten Glauben gehandelt zu haben, und follte eine Quittung gefälscht, das Fräulein das Geld abgehoben eines Geschäftsinhabers aus dem Rosenthaler Viertel. Der junge Sch. stellte die ihm unterschobenen Aeußerungen in Abrede. Bürgerhaben. Als der Kriminalkommissar die angeblich von dem jungen ist durch einen eigenartigen Umstand um den Verstand gekommen. meister Gerhardt konstatirte, daß wohl manches vorgekommen sei, Mann gefälschte Quittung vorlegte, bemerkte der Verhaftete sofort, Er war nämlich ein sogenannter Wunderknabe und hatte schon in was in einer geordneten Verwaltung nicht vorkommen dürfe, jedoch daß die Unterschrift von dem Bruder des Herrn Kaz, einem frühester Jugend dichterische Anlagen gezeigt. Bereits mit 10 Jahren ver- habe der Magistrat keine Veranlassung, zu dieser Interpellation amtlich Herrn Sally Katz herrühre, der eine Beit lang im Raz'schen suchte sich der Knabe in poetischen Schilderungen und Erzählungen, Stellung zu nehmen. Nachdem noch die Stadtverordneten Bartelt, Geschäft thätig war. Da die Handschrift nicht verstellt war, die namentlich in der Form eine seltene Begabung verriethen. Mit Prof. Heyne und Dr. Bartels mehr oder minder heftig das erscheint es im höchsten Grade wunderbar, daß der Inhaber des 14 Jahren war Sch. schon Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften, Borgehen des Dr. Richter gerügt hatten, wurde dieser Gegenstand Kaz'schen Geschäfts nicht fah, von wem die Unterschrift war; es wäre denen er Beiträge in Vers und Prosa lieferte, ohne daß die Blätter verlassen. Er Auf einem Schiffe im Nordhafen von Ruhrort brachen, wie die Berl. N. N." melden, bei einer weiblichen unverheiratheten Das Schiff wurde Rummelsburg. Die Parteigen offen werden auf die heute| mit einer Zweiglinie nach Liebenwalde und Groß- Schönebeck, sind so schwere Verlegungen zu, daß er bereits auf dem Transport nach Abend bei Weigel stattfindende Versammlung nochmals aufmerksam nunmehr zum Abschluß gekommen. Infolge des Konkurrenz- Aus dem Lazareth verstarb. gemacht. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist allseitiges schreibens fonnte das Bautapital um 110 000 M. und der Zinsfuß Erscheinen dringend nothwendig. Der Vertrauensmann. der bevorzugten Aftien auf 31/2 pet. ermäßigt werden. Der Kreis Aus Rixdorf. Ein Mitglied der berüchtigten Automaten- Nieder- Barnim soll an den Betriebsvertrag nur zehn( statt fünfzehn) 30jährigen Person die schwarzen Bocken aus. Diebesbande wurde am Dienstag Morgen in der Person des Jahre gebunden sein. Zur Verwendung gelangen Vollbahnschienen. aus dem Hafen an die Ruhrmündung bugfirt und in Quarantäne Händlers Klamm, Hermannstraße hierselbst wohnhaft, durch zwei Das Eisenbahn- Unternehmen wird durch die Berliner Bant finanzirt gelegt. Nachtwächter festgenommen und der Polizei zugeführt. Die Kom- und sobald wie möglich zur Ausführung gebracht werden. plizen des K. sigen zum größten Theil bereits hinter Schloß und Riegel. Von dem Hofgrundstück der neuerbaut en Margarinefabrik in der Delbrückstraße wurden ca. 150 Kilo Kupferrohr entwendet. In der Schlofferei von Fritsch, Schinkestr. 25, zersprang während der Arbeit ein Schleifstein. Der Schlossergeselle Ernst Lehmann aus Berlin wurde von einem Stück des Steines so unglücklich am Knie getroffen, daß er schwerverlegt nach dem Krankenhaus am Urban gebracht werden mußte. dem Verkehr übergeben worden. Zunächst kann indessen nur das Der neue Vorort- Bahnsteig in Groß- Lichterfelde ist jetzt östliche von den beiden neuen Vorort-Geleisen befahren werden, da das westliche, an deſſen Herſtellung noch eifrig gearbeitet wird, noch nicht fertig ist. Die neue Bahn hofs- Unterführung geht eben falls ihrer nahen Vollendung entgegen, da nur noch die Decke der an das alte Bahnhofsgebäude angebauten Vorhalle fertigzustellen ist. Auch auf Station Lankwiz Viktoriastraße ist der neue Bahnsteig bis auf die Ueberdachung vollendet. = M bezw. Kiel. bom Ein Fortschritt auf dem Gebiete des Fortbildungs- it o B statt zwischen dem Dampfer 30ppot"( mit einer Ladung Holz Im Nordostsee- Kanal fand am Montag ein Zusammen schulwesens ist durch Beschluß der städtischen Behörden von von der Ostsee nach Rotterdam unterwegs) und dem Kieler Dampfer Potsdam, die bisherige Handwerker- Fortbildungsschule in eine Ferdinand"( von Hamburg nach Stettin bestimmt). Beide Dampfer obligatorische gewerbliche Fortbildungsschule umzuwandeln, herbei wurden stark beschädigt; sie gingen zweds Reparatur nach Hamburg geführt worden. Am 1. September v. 3. konnte der Unterricht mit 165 schulpflichtigen und 90 freiwilligen Schülern begonnen werden. Die Frequenz der Schule stieg indessen schon im Oktober auf 210 10. Januar gemeldet: Bei einem Zusammenstoß eines Expreßzuges Eisenbahn- Zusammenstoß. Ants New York wird schulpflichtige und 175 freiwillige Echüler, sodaß die bei Aufstellung mit einem Personenzug der Lehigh- Valley- Eisenbahn in der Nähe des Etats vorgese hene Frequenz von 400 Schülern annähernd erund Rechnen 9, für Zeichnen und Malen 16, für Fachunterricht für fand bei Boundbrook ein Zufanienstoß zwischen einem Expreßzuge reicht wurde. Es sind 29 Klassen eingerichtet, und zwar für Deutsch von Boundbrook( New Jersey) kamen über 30 Menschen zu Tode. Von anderer Seite wird berichtet: Auf der Lehigh- Valley- Bahn Tischler, Maler, Schlosser 4. Für den an den Wochentagen zu er theilenden Unterricht bestehen 5 Tagesklassen, und zwar eine für und einem Lokalzuge statt, bei welchem 13 Personen getödtet und Bäcker und vier für Eisenbahn- Lehrlinge. Sonntags wird in den Fachklassen unterrichtet. M Vermischtes. 40 verwundet sein sollen. Als Nachfolgerin der totalen Mondfinsterniß vom 27. De zember 1898 ist die theilweise Sonnenfinsterniß zu betrachten, welche in der Nacht zum Donnerstag eintritt. Sie beginnt ant 11. d. Mts. um 9 Uhr 54 Min. Abends mitteleuropäischer Zeit und Zu dem Bericht über die Wohnungsverhältnisse in Weißensee, den wir in Nr. 6 brachten, erhalten wir folgende Zu- dortigen Gewerkschaftsorganisationen in Mitleidenschaft gezogen. Finsterniß für uns nicht sichtbar, sondern wird nur in den nördlichen Der Brand des Orpheums in München hat auch die endet am 12. um 1 Uhr 22 Min. Morgens. Da die Sonne für ganz Europa in dieser Zeit unter dem Horizont steht, ist die. schrift:„ Unter der Brauerei Weißenfee" genannten Gesellschaft, Das Lokal diente den Gewerkschaften als Vereinshaus; auch welche den größten Theil des Grund und Bodens hierselbst in waren hier die Bibliotheken untergebracht. Zum größten Theil Gegenden des Großen Ozeans und im Nordwesten Nordamerika's Händen haben soll, kann ich nur gemeint sein, da sich keine andere konnte das Inventar aus dem brennenden Vereins hause gerettet zu beobachten sein. Brauerei unter dieser Firma am Orte befindet, und meine Firma werden, doch haben insbesondere die Bibliotheken durch Wasser schwer Eine heftige Gasexplosion zerstörte das Rathhaus in " Brauerei Weißensee", Gustav Enders, in das Firmenregister cin- gelitten. Den Sattlern, die ihr Vereinszimmer in der zweiten Etage Svendborg theilweise. Eine Feuersbrunst, die aus der Explosion getragen ist. Grundstücke resp. Terrains befize ich aber zu meinem hatten, ist Alles verbrannt, ebenso erleidet der Theaterverein Thalia, entstand, vernichtete viele werthvolle Dokumente. Bedauern keine weiter, als dasjenige, auf welchem meine Brauerei sich der am Sonntag, Vorstellung geben wollte, großen Schaden. Sämmtbefindet. Daß ich nun mit diesem, meinem einzigen Grunstück die Bau- liche Kostüme und verschiedene Einrichtungen des Vereins sind verthätigkeit hierselbst hemme, und somit den Wohnungswucher in loren. Die Gewerkschaften suchten vorläufig meist in den früher hohem Grade begünstige," ist doch wohl nicht gut anzunehmen. Im innegehabten Vereinslokalen wieder Unterkommen. Gegentheil famit mir doch nur daran liegen, wenn sich hierselbst eine recht rege Bauthätigkeit entwickelt, und der Zuzug nach hier ein recht bedeutender wird. Aus diesen Gründen sehe ich mich genöthigt, den Vorwurf, daß durch mich, im Verein mit einer Weißenfeer TerrainGesellschaft", welche mir vollständig unbekannt ist, die Bauthätigkeit hierselbst gehemmt und dadurch die Wohnungen vertheuert werden, als ganz unbegründet zurückzuweisen. Brauerei Weißensee. Gustav Unsere Korrespondenz theilt uns mit, daß es sich um den Bauverein Weißensee" handelt. Enders. " Versammlungen. = Kampf für Ordnung, Religion und Sitte. Ein Pistolen- Die Versammlung des Vereins der Musikinstrumentenduell fand dieser Tage, wie das„ Oberschlesische Tageblatt" mit- Arbeiter tonnte nicht stattfinden, da das Lokal nicht benutzt werden theilt, zwischen zwei Bergassessoren in der Nähe der Fasanerie im fonnte. Walde bei Kattowitz statt. Die Ursache zu demselben soll eine Rautenberg, Oranienstr. 180, statt. Die nächste Versammlung findet am 16. Januar bei geringfügige Beleidigung des einen Duellanten durch den anderen Landsinannschaft der Schleswig Holsteiner. Heute, Abends gewesen sein. Einer derselben erhielt einen Schuß in die Achfel. 8 Uhr Sizing in G. Feuerstein's Festfälen( Juh.: M. Herzberg), Alte Die Duellauten wurden jedoch bei der„ Arbeit“ von einem Förster Batohstraße 75: Aufnahme neuter Mitglieder. Abrechnung. Vorträge in Sniffa und zwei Polizeibeamten überrascht, so daß der Schlußatt plattdeutscher Mundart aus dem Brillenschencher". dieses„ Ehrenhandels" sich vor der Strafkammer des Landgerichts 92 Uhr Ackerstraße 144: Sigung. Theater und Vergnügungsverein Helgoland". Heute Abend. Beuthen abspielen dürfte. Die Verhandlungen betreffend den Bau einer Sekundär. bahn von Reinickendorf- Rosenthal( mit Anschluß an die Stettiner artillerie- Regiment Nr. 10 eingetretene Refrut Müller aus dem In Hannover stürzte am Sonntag Abend der bei dem FeldEisenbahn) über Schildow, Mühlenbeck, Schönewalde bis Basdorf, 1 Fenster der im zweiten Stockwerk belegenen Kasernenstube; er zog sich Kranken und Begräbnißkasse der Berl. Gürtler u. Bronceure. G. 5. 60. [ 246 Die Beerdigung des am 9. d. M. verstorbenen Mitgliedes Otto Gurlitt findet am Donnerstag, d. 12. Januar, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luifen- Kirchhofes( Hermannstraße) aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege Julius Brühs am 8. d. M. nach kurzem Krankenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. d. M., Nachmittags 3 Uhr, von der Halle der Friedensgemeinde in Nieder- Schönhausen statt. Die Kollegen der Pianoforte Fabrit Ad. Lehmann& Co. General- Versammlung der Sterbekasse ehem. Pflugscher Arbeiter ( Sekel'sche Rasie) am Sonntag, 22. Januar 1899, Vormittags 1/210 Uhr, in Gründel's Saal, Brunnenstr. 188. Tages- Ordnung: Bekanntmachung betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung der Waschfrauen und Schneiderinnen( Näherinnen). Es ist zu unserer Kenntniß gelangt, daß für die im Haushalte beschäftigten Waschfrauen und Schneiderinnen( Näherinnen) Marken der Invaliditäts- und Altersversicherung nicht ordnungsmäßig verwendet werden. Zur Verwendung der Marken ist derjenige Arbeitgeber verpflichtet, bei welchem die betreffende Waschfrau bezw. Schneiderin zuerst in der Woche beschäftigt ist; ist die letztere nicht in Besitze einer Quittungstarte, so hat der Arbeitgeber bei dem Polizeirevier die Ausstellung einer Karte zu veranlassen und in dieselbe die Marke ein sufleben. Zur Verwendung gelangen in der Regel die 20 Pfennig- Marten der II. Lohnklasse. Wir richten an die Haushaltungsvorstände das bringendste Ersuchen, für die ordnungsmäßige Verwendung der Marten im Interesse der Arbeiterinnen Sorge zu tragen. Wir werden die Haushaltungen einer strengen laufenden Kontrolle über die Verwendung der Marken unterziehen und die Nichtbefolgung der gesetzlichen Vorschrift unnachsichtlich mit Ordnungsstrafen ahnden, sowie auch für nachträgliche Einziehung der Marken von den Arbeitgebern Sorge tragen. Berlin, den 3. Januar 1899. Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalt Berlin. Wetter Prognose für Mittwoch, den 11. Januar 1899. füdwestlichen Winden. Etwas wärmer, ziemlich trübe mit leichten Regenfällen und mäßigen Berliner Wetterbureau. 150 Mark. Wer leiht Handwerker( Partei: genosse) auf 6 Monate 150 M. gegen Zinsen u. Sicherheit? Offerten unter T. 8 an die Erped. d. Bl. erbeten. Theilzahlung = monatlich 10 M., Tiefere elegante Herren Garderobe nach Maaß( auch baar Stasse, billigste Preise). Fertige Garderobe wird zum Selbsttostenpreise ausverkauft. Tomporowski, Schneidermistr., Stralauerstr. 56, Laden Strickwolle, Winter gratis. Probe prima, Pfund 1,95 docken à 17 Bf. frei Haus. 5962* Eberhardt, Stralauer Plaz 6/7. baar u. Theilzahlung, billigst Frauf furter Allee 110 I, Ecke Königsbergerstr. Möbel. 43/6 Zähne v. 2 Mark event. Theil. Der Vorstand. Dr. Freund. Dr. Sträter. Alte Fahrräder fü 20 M. zu 99er Modell umgebaut, Genossinnen! 1. Berlesung des Protokolls b. General: Mittwoch, den 11. Januar, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Garantie. Andreasstr. 70. Versammlung vom 24. Juli 1898. 2. Kaffenbericht pro 1898 und Bericht der Revisoren. 3. Berathung über Erhöhung des Sterbegeldes( stehe§ 15). 4. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. 5. Wahl des 1. Vorsitzenden, Ren Kommandantenstraße 20: Großze öffentl. Versammlung. 5000 M. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genosin Lily Braun über: danten und des 2. Schriftführers., Die deutsche Frau am Ende des 19. Jahrhunderts." 2. Wie stellen sich die Berliner Arbeiterinnen zur Gründung eines Arbeiterinnen- Vereins? 6. Erfazwahl des 1. Schriftführers auf 1 Jahr. 7. Wahl von 3 Revisoren. Der Vorstand. J. A.: Otto Winkler. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, zu erscheinen. Die Einberuferin. Droschkenkutscher! 1/2 Die Festsäle Donnerstag, 12. Januar, Abends 9 Uhr, und der Garten werden vont 1. April 1899 wieder an Gewerkschaften, Gesang, Theater: und Vergnügungs- Vereine unter foulanten Bedingungen zu Festlichfeiten vergeben. Rechtzeitige Meldungen erwartet Julins Wernau, 6322*] Gastwirth, Schwebterstr. 23/24. Achtung! Vereine. Am 4. und 11. März ist ein Saal frei im [ 5602* Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Hente Eröffnung Wirthshaus zum Eichenen Stab. Carl Schöning, Weidenweg 38. im Saale der Brauerei Moabit, Thurmstr. 26: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: [ 6719* and mehr kann jeder Herr und jede Dame durch Uebernahme unAgentur ( ohneFachkennt nisse, keine verdienen. Lose) jährl. Offerten unter, M. F. 27" poste restante Wien, Hauptpost. zahlung. Olga Jacobson, Jnvalidenst. 145. Hoffmannianos neutreuz, Eisenbau, mit größt. Confülle, in schwarz od. Nußb., lief. 3. Fabrikpr. unt. 10jäht.Gas rantie, gegen Theilz. mtl. Mt. 20 ohne Preiserb.. nach auswärts frt.. Probe( Referenzen u. Katal. gratis) Berlin SW. 19, Leipzigerstr. 50. 19b 1 großer Laden mit Wohnung, paff. zu einem Möbelgeschäft, ist preiswerth zu vermiethen. Boechstr. 36, Weinrich. 1 Laube verf. Roſt, Cuvryſtr. 28, IV. Achtung! Andreas- Festsäle Achtung! 21 Andreasstraße ( Inhaber: Stechert.) Andreasstraße 21. Sonntag, den 15. Januar 1899; 8. Stiftungs- Fest des Lese- und Diskutirklub ,, Süd- Ost" bestehend in Vokal- und Instrumentalfonzert 1. Das Vorgehen der Ningfuhrherren und welche Stellung unter Mitwirkung der Gesangs Abtheilung ade l", des berühmten haben wir einzunehmen? 2. Diskussioit. Diejenigen Kollegen, welche beim Fuhrherrn Bogenschneider in der Waldstraße beschäftigt sind, werden hiermit besonders eingeladen. 52/2 Das Agitations- Comité. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Donnerstag, den 12. Januar, abends 8½ 1hr, im Lokale des Herrn Schiller, Rosenthalerstraße 57: Branchen Versammlung der Stellmacher. = Ult- Trio und The Boiser's Tomisch- atlethisch. Balance- Alt. Festrede, gehalten vom Genossen Dr. Paul Bernstein. Prolog, gesprochen vom Genoffen Albert Massini. 100/1 Von 5 Uhr im fleinen Saal: Nachdem: Grosser Ball. und Tanz. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 4 Uhr. 100/1 Um recht zahlreichen Besuch bittet Programm 25 Pf. Das Komitee. Sonbhanſer Soeben beginnt nener Jahrgang: IN- FREIEN STUNDEN BMLilien ILLUSTRIRTE ROMAN BIBLIOTHEK 3 JAHRC HEFT 10 PFENNIC DIE TOCHTER DES SUDENS Zu beziehen durch alle Colporteure und Spediteure. Für ein seit 7 Jahren( gut rentirend) bestehendes Partei- Unternehmen wer den zur Vergrößerung 2000 m. gesichergestellt und gut verzinst. sucht. Dieselben werden unbedingt 176 Offerten unter S. 8. Erped. des Borwärts", Beuthstr. 3. Vereinszimmer, nach dem Garten gelegen, Montag und Mittivoch fret. 270 N. Scholz, Naunynstr. 6. Arbeitsmarkt. Berolina- Festsäle, Sänhauler Alee 28 Achtung, Holzarbeiter! Wörtherstrasie. Jnh.: Gustav Brochnow. 429L* Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Branchen- und Große und kleine Säle für Vereine und Versammlungen. 96 Verbandsangelegenheiten. Beiträge werden in der Versammlung, sowie Vereins- Zimmer. 2 Kegelbahnen noch zu vergeben. jeden Sonnabend in obigem Lotal entgegen genommen. 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Handgarn, Rolle.. 9 13 5, " 8" 7 " 2 Dtzd. 14 Stück 4 " 1 " 10 " Nähkasten, gefüllt Stück 23 " 2 Dtzd. 16 " Weisse Bettlitze Stück 10 Mtr. 33 Echt Canfield Armblätter Paar 53, Metall- Fingerhüte Stück 1, " 10 Pack 25 bar Stück 99 " bar, mit Einsatz Stück 95, Stück 2 Pf. Farbige Nähseide, soweit Vorrath reicht 1 " Metall- Hosen- Knöpfe 12 Dtzd. 18 Schwarze Stiefel- Knöpfe Weisse Perlm.- Kleiderknöpfe Goldfisch Perlm. Kleider. knöpfe Zahnstocher Zahnbürsten mit weissem 10.20 Griff Kleider- Besätze und Garnituren. Coul. wollene u. halbseidene Besätze Wachs, Metall- u. farbige Perlbesätze Perlgarnituren, hochprima Matte Garnituren Kleine Garnituren • Mechanik- Kragenknöpfe mit Perlmutterfuss Nähkasten, gefüllt, verschliess. 65, Nähkasten, gefüllt, verschliessTapisserie. Vorgezeichnet. Wäschebeutel, verschiedene Sorten 95Pf. Mtr. 4 Pf. Nachttischdecke mit Hohlsaum 30 " do. do. Centimeter- Maasse do. 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In der Hauptsache Handelte es sich darum, für den bisherigen Vorsitzenden Brust ein Vertrauensbotum zu erzielen. Brust bleibt Borsigender, obwohl die Stimmung gegen ihn nicht rosig war und einzelne Delegirte ihn Hezer und den Bergknappen" Hezblatt nannten. Der Referent zur Lohnfrage bemerkte, daß, obwohl eine Lohnsteigerung von ca. 12 pet. zu verzeichnen wäre, troßdem der geforderte Familienlohn noch nicht erreicht sei. Vielfach verschuldeten die Bergknappen aber ihre schlechte Lage Selbst durch das viele Feiern am Montag, oft fehlen am Montage ½ der Belegschaften.( Wo?- Antwort ihr Arbeitervertreter!) Ein weiterer Redner gab zu, daß so viel„ blau" gemacht würde, doch nicht seitens der christlichen" Bergleute, die Blaumacher" wären im anderen Lager. Der Referent, Bergarbeiter Essert, unterbreitet der Versammlung eine Erklärung, in der die Erwartung auf weitere Steigerung der Löhne ausgesprochen wird: 1. Da die eigentlichen Hauerlöhne trop der Steigerung der lezten Jahre noch nicht die auf unserem Delegirtentage zu Bochum bom Jahre 1897 geforderte Höhe erreicht haben, erwarten die Bergleute eine weitere Aufbesserung der Löhne, welche die Lage des Sohlenmarktes unzweifelhaft gestattet. 2. Die Bergleute fordern weiterhin eine bessere Vertheilung der Löhne ganz besonders dadurch, daß die Reparaturhauer und andere ältere, gelernte BergTeute, welche im Schichtlohn arbeiten, besser als bisher gelöhnt werden. 3. Bekanntgeben der Lohnstatistiken nicht nur für ganze Bezirle, sondern auch für die einzelnen Bechen. 4. Wünschen wir zur Regelung der Gedinge- und Schichtlohnsäze Kommissionen, bestehend aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern." " Der Wir Ober- Bergamtsbezirk Dortmund, die Arbeitgeber zu bitten: 1. Die die Bergwerks- Inspektoren selbst aus ihrer Mitte zu wählen. Daß eine Löhne der Bergarbeiter zu erhöhen entsprechend der günstigen politische Partei, etwa die Sozialdemokraten, die Oberhand( 1) Lage des Kohlenmarktes und der nothwendigen Kosten der in der Berginspektion gewinnen sollte, ist nicht zu befürchten. Lebenshaltung. 2. Arbeiterausschüsse auf den Werken ein Antrag gelangte hierauf ebenfalls einstimmig zur Annahme. zuführen zweds Meinungsäußerung zwischen Arbeitgeber und können Herrn Brust nur versichern, daß je früher der von ihm Arbeitnehmer über Wünsche und Beschwerden der Ar- angezogene Fall eintreten würde, um so gründlicher würde mit den beiter. 3. Den Invaliden und Wittwen früherer Belegschafts- unhaltbaren Zuständen in den Bergwerfen aufgeräumt werden, zum mitglieder die Brandkohlen zu dem für lettere üblichen Preise zu Wohle des gesammten Bergarbeiterstandes. Die Bemerkungen des überlassen, wenn erstere, bezw. die Belegschaftsmitglieder, längere Herrn Brust über die sozialdemokratische Partei dürften von der Beit auf dem Werke beschäftigt waren." großen Mehrzahl der Bergarbeiter faum verstanden werden. Ist es Weniger werden selbst die Grubenpaschas nicht erwartet haben. boch gerade die sozialdemokratische Partei, die sich um die BloßNachdem der geistige Inspirator des Verbandes, Vikar Brauns, legung der Uebelstände in den Bergwerksbetrieben hervorragend noch seinen Senf zu dem vielen Blaumachen" gegeben, verdient gemacht hat. Diese Thatsache wird auch durch das Gekläff wurden beide Erklärungen mit dem Zusatz: Die General- des Herrn Brust nicht aus der Welt geschafft. bersammlung spricht ihre Mißbilligung über das viele Dem Kassenbericht, der hierauf gegeben wurde, ist zu entblaue Montagmachen der Bergleute aus", ein- nehmen: Die Gesammteinnahmen des Gewerkvereins betrugen im stimmig angenommen. Verlangen die Rechenbesizer noch mehr, verflossenen Jahre, einschließlich des vorhanden gewesenen Bestandes, als solche Beschimpfung der Arbeiter durch Arbeitervertreter"? 38,050,12 M., die Gesammtausgaben 21 278,44 M., der Kassenbestand Zur Einführung der Bergwerfs- Inspektion liegt am 31. Dezember 1898: 16 771,68 m. Im Anschluß hieran stellte nachstehende Beschlußfassung vor: Brust den Antrag, das von ihm redigirte Vereinsorgan Der Bergtnappe" vom 1. April 1899 ab wöchentlich herauszugeben und dafür den Botenlohn von jegt 35 bezw. 40 Pf. auf 60 Pf. pro Vierteljahr zu erhöhen. " # Die Generalversammlung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Bergwerks- Inspektion unter Mithilfe freigewählter Arbeiterdelegirter ausgeführt werden sollte, die ihre Funktionen im Nebenamte auszuüben hätten. Die Generalversammlung spricht ihr Hierauf gelangte noch eine Resolution zur Annahme, die Bedauern darüber aus, daß die Reform der Bergwerts Inspektion eine Aufforderung an den Vorstand enthält, burch Petitionen bei heute noch nicht in diesem Sinne herbeigeführt ist." den gesetzgebenden Körperschaften zufordern: 1. Die Erweiterung der Wegen des Bedauerns dürften fich die Werkbefizer taum Kompetenz der Gewerbegerichte als Ginigungsämter und Zulassung der schwere Sorge machen. Aber wie ernst auch sonst die Bergwerks- Arbeitervertretung als Rechtsbeistände an den Gewerbegerichten, 2. die Inspektion vom christlichen" Gewerkverein genommen wird, mag Abänderung des Unfallversicherungs- Gesezes im Sinne der im Jahre daraus erhellen, daß der Bergarbeiter Bimmermann 1897 an den Reichstag gerichteten Petition des Gewerkvereins, inseine Warnung für angebracht hielt, worin er hervor besondere die Erhöhung der Renten, 3. Abänderung des preußischen hob, daß die königliche Bergbehörde die Delegirten für die Berggesezes im Sinne der vorjährigen Petition des Vorstandes an Bergwerks- Inspektion aus den Reihen der Arbeiter selbst den preußischen Landtag, 4. ein Gesez betreffend die einerwählen müsse, um zu verhindern, daß die Berg geschriebenen Berufsvereine und Verleihung von Korporationsrechten werks Inspektion nicht für politische Parteizwecke benügt an lettere, 5, ein Gesez betreffend die Einrichtung von Arbeiter Brust befürwortete noch die Annahme folgender Erklärung: werde!" Der Vorsitzende Brust sprang aber sogleich mit einem Be- fammern." Die vierte ordentliche Jahresversammlung des Gewerkvereins schwichtigungspflästerchen bei und zerstörte die Illusion seines Kame- Mit dem üblichen Hoch auf Kaiser Wilhelm II. als den christlicher Bergarbeiter Deutschlands beauftragt den Zentralvorstand, raden indem er meinte:" Wir haben keinerlei Mißtrauen obersten Bergherrn erreichte die Generalversammlung ihren durch Eingabe an den Verein für die bergbaulichen Interessen im zu unserer Bergbehörde, den Arbeitern müßte aber das Recht zustehen, Schluß. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 11. Januar. Opernhaus. Bajazzi. Cavalleria rusticana. Anfang 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Don Carlos. An: fang 72 Uhr. Deutsches. Fuhrmann Henschel. Anfang 71/2 Uhr. Lejjing. Im weißen Rößl. An fang 7 Uhr. Berliner. Der Pfarrer von Kirch feld. Anfang 71/2 Uhr. Residenz. Mamselle Tourbillon. Vorher: Der Küchenjunge. An: fang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 7 Uhr. Metropol. Die kleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Ans fang 7 Uhr. Schiller. Die Leibrente. Anfang 8 Uhr. Westen. Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Anfang 72 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 71/2 Uhr. Luisen- Theater : St. Metro Urania Apollo- Theater. Volks- Theater Mähr's Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Novität! Abends 8 Uhr: Novität! Um's liebe Geld. Boltsstück mit Gesang Taubenstrasse 48/49. Im Theater: in vier Aften von Johannes Gißner Reiseskizzen aus dem Orient. Musik von F. Krause. Morgen und folgende Tage: 1m's liebe Geld. Sonnabend, 14. Januar, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: Die bezähmte Widerspenstige. Metropol- Theater. Behrenstr. 54/57. Dir. Rich. Schultz. Zum 16. Male: Die kleinen Michu's. Operette in 3 Aften v. André Messager. Hierauf: Die Engelsjäger. Ballet in 14 Bildern von I Regel und J. Bayer. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Morgen Donnerstag und folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Luifen. Ums liebe Geld. Anfang Thalia- Theater. 8 Uhr. Thalia. Mein Leopold. Anfang 72 Uhr. Dresdenerstr. 72/73. Belle Alliance. Sein Batent. An- Gastspiel Emil Thomas fang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Der Struwwel: peter. Oftend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. S Friedrich Wilhelmstädtisches. Onkel Toms Hütte oder: Sklavenleben in Amerika. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Verbotene Liebe. Anfang 8 Uhr. Parodie. Emma von Falkenstein. Die eingemauerte Nonne. Aufang 72 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„ Die Urzeit des Menschen". Jnvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte, Operutelephon. Apollo. Spezialitäten- Borstellung. Anfang 7/2 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Geen Palast. Spezialitäten: VorStellung. Mein Leopold. Original Boltsstück mit Gesang in 3 Aften( 6 Bildern) v. Adolph L'Arronge. Musik v. R. Bial. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 15. Januar, Nachm. 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Preisen: Der Eva- Apfel. Olympia- Theater Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Heute Nachm. 312 Uhr: Dornröschen. Besonders hervorzuheben: Die Bonbon- Kanone. Halbe Preise, 1 Kind frei. Abends 8 Uhr: Bum 113. Male: Mene Tekel. Sonnabend, den 14. Januar: I. Gr. Masken- Ball. Baffage. Panoptikum. Speziali Circus Renz- Riesen- Tunnel. täten Vorstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch 8 Uhr: 8um 1. Male: Die Leibrente. Donnerstag 8 Uhr: Die Leibrente. Freitag 8 Uhr: Die Leibrente. Ostend Carl Weiß- Theater. O Gr. Frankfurterstr. 132. Wirkliches Waffer! Wirkliches Waffer! Bum 18. Male: Der Brandstifter Senfationelles Ausstattungsstüc mit Gesang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Okonkowsky. Musik von L. Fall. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Jm Tunnel von 7 Uhr an Frei Konzert. Anfang der Vorst. 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Der Brandstifter. Sonnabend: 6. Schüler: Vorstellung: Wilhelm Tell. Anfang 22 Uhr. Kleine Preise. Wohl nie hat eine Novität wie die des sensationellen Ausstattungs: ftüdes" Der Brandstifter" so eingeschlagen und solchen Beifall hervor: gerufen. Saft täglich lautet die Devise an der Kasse ausverkauft. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert der Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Grosse Spezialitäten- Vorstellung unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Das vollständig neue Januarprogramm. Anf. Wochent. 61/2 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Entree Wochent. 10 Bf., Sonnt. 30 ẞf Alcazar- Theater Neu! Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Neu! Täglich: Eine Sommerwohnung in Charlottenburg. Poffe von A. Anno. Grosser Erfolg der vorzüglichen Grotesque- Duettisten Les soeurs Bonheur. Auf allgemeines Verlangen: Zank- Tenfelchen! Liederspiel von R. Linderer. Musik von Kölle. Tägl. wechselndes Programm. Wochent. 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 lbr. Entree: Wochentags 30 Pf. Sonntags 40 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Im Hörsaal: Herr Dr. Goerke:" Sylt und Helgoland." Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Passage- Panopticum. Stündlich: Krieger des Mahdi. ( Männer, Frauen und Kinder.) 40 Leute vom Sudan. Heute 25 Pf. Entree. Castan's Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Central Theater Direttion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ordonneau und Sturges. Musik von Ed. Audran. Die Pausen finden nach dem zweiten und dritten Bilde statt. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). balben Breisen: Der Bettelstudent. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, zu Operette von Karl Millöcker. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Zum Schluß: Pepita vor Gericht. Ensemble von Mensel. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Num. Balkon 75 Pf. Balkon- Loge1 M. Orch.- Loge 1,50. Fremden- Loge 2 M. Tageskasse von 11-1 Uhr. Reichshallen Restaurant. Mittags und Abends: Konzert. Mittwoch, 18. 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Sonnabend: Das Versprechen hinterm Herd. Moabiter Oranienstr. 24. Schnapphahn, Finke& Schraube Posse mit Gesang und Tanz. Fuchs mit felbftverfaßt. Schlagern. Neu! Valori's Gesangsduett. Neu! Anfang an den Wochentagen 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Avis! Donnerstag, 19. d. Mts.: Benefiz für Willy Harnisch. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Das erfolgreiche Januar- Programm. Neu! Um 8 Uhr: Neu! Endlich zu Zweien. Gesangspoffe von Joh. Gißner. Lehmann: Richard Winkler. Im Spezialitätenthell besonders hervorzuheben: Fred Dewey. Gebr. Kleselly. Louise v. Dolffs. Gebr. Vero. Michaelainko- Gesellschaft, Ruff. Orig. Sänger u. Tänzer. Anfang 7%, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. Gesellschaftshaus, W. Noack's Theater Alt- Moabit 80-81. Jeden Sonntag u. Mittwoch: Schulreiterin Mdme. Maria Doré. Ensemble- Szenen- Konzert Elite Afrob. Relampagos. Amateurreiten.( Wer drei Mal stehend zu Pferde die Manege umreitet, erhält eine Prämie von 50 M. Auftreten d. Gigerl- Clown Alfred Daniels m. f. und Spezialitäten Vorstellung. Passe- partouts werden jetzt, für das ganze Jahr giltig, vergeben. Wochentags 7 Uhr. Diener Jenny. Die neuen Freiheits: Anfang: Sonntags 5 Uhr. dressuren des Direftor Busch. Morgen 712 Uhr: Persien. Import. Export. Entree 30 Pf. C. Peters. Brunnenstr. 16. Heute Mittwoch, den 11. Januar: Alpen- Röschen. Märchen- Poffe mit Gesang in 3 Atten von E. Linderer. Musik von Conradi. Wegen Uebernahme einer Landwirthschaft verf. meine Eck- Destillation ganz billig. Näh. Löwestr. 31, part Cigarren Engros Versand. Die zahlreichen Nachbestellungen, die uns fortgesetzt aus dem Leserkreise dieser Zeitung zugehen, beweisen uns, dass unsere Bestrebungen, für mässige Preise gute Qualitäten zu liefern, volle Anerkennung gefunden haben. Wir empfehlen heute als besonders beliebt: 100 Stück Mk. 2,50. 100 Stück Mk. 3,50. 100 Stück Mk. 4,50. Flor de Lopez La Belleza Edelweiss Ausschuss No. 60 Mk. 2,50| Blitzmädel. 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Rosenthalerstr. 27/29, 54/55 Oranienstr.53/ 54 Ball- Blusen. Hellfarbige Blusen, wollstoff, gefüttert, 4 MK. Wollstoff, gefüttert, Spitzen- Passe m. Plissé 7.50 Mk. 1 Wollstoff, gefütt., ganz Handschuhe. Damen- Glacés, farbig 1.25 Mk. Wolle, weiss, für Damen 23 Pf. Tricot gemusterter für Damen 45 Pf. Herren- Glacés, gesteppt, 2 Pat. Knöpfe 1.90 Mk. Damen- Wäsche. Taghemden, Hemdentuch mit Spitze 1.25 Mk. Taghemden, Achselschluss 1.75, 2.25, 2.40, 3 MK. Beinkleider, Renforcé mit Stickerei 1.35 Mk Beinkleider, mit Stickerei 1.90, 2, 2.25 Mk. Parchend Nachtjacken, arpitz 1.50, Stickerei 2.50 Mk. Parchend- Röcke 1.70, 2, 2.50, 3, 3.65 M. Stickerei- Röcke 2.50, 3.35, 4.35 Mk. Tapisserie. ( Vorgezeichnet.) Tablette- Decken mit Hohlsaum 20 und 28 Pf Küchenhandtücher 55 und 75 Pf. pliss., m. Entre deux u. Band 8.75 Mk. Stubenhandtücher 1.40 Mk. Haus- Wäsche. Staubtücher, Dtz. 95 Pf. und 1.80 Mk. Küchen- Handtücher, Dtz. 2.80, 3, 3.60, 4.50, 6 Mk. Stuben- Handtücher, Dtz. 3.75, 5.50, 6 Mk. Bettfedern. Federn, grau und weiss, 1/2 Kilo 50, 70, 90 Pf., 1.20, 1.60, 1.90 Mk. Weisse Schleissfedern,% Kilo 2.25, 2.75, 3.30, 4.20 Mk. Daunen, 1, Kilo 2.50, 3.50, 5, 6.25, 7.50 MK. 1.3iehung d.1. Klasse 200. Kal. Preuß. Lotterie.|( 100) 84 118224 337 53 653 777 860 968 114117 86 Sichung vom 10. Januar 1899, vormittags. Nur die Gewinne über 60 Mark find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 822 41[ 100] 69 474 502 59 685 810 910 1004 44 [ 200] 228 810 413 48 541 606 821 968 2043 211 729 894 904 12 3317 41 50 86 435 950 4026 213 367 75[ 100] 92 469 681 870 5010 177 228 594 715 6090 95 283 329 44 405 664 863 942 72 7019 53 117 210 333 72 88 535 60 686 705 12 8167 561 680 47 802 9031 52 150 241 319 666 689 756 67 805 851[ 150] 946 10005 36 334 99 461 546 702 873 11063 78 94 180 852 602 85 870 952 12078 497 537 55 679 715 899 13276 82 374 76 98 402 98 526 50 679 940 14227 96 334 442[ 100] 52 543 803 39 960 15242 62 321 491 524 ( 100) 80 612 58 822 16084 160 69 256 414 594 708 975 17049 102 14 15 46 209 373 89 578 85 644 791 822 18014[ 100] 27 88 885 96 435 588 762[ 150] 19026 45 92 173 262 406 771 75 948 20194 426 539 632 51 59 775 830 21107 25 234 677 953[ 200] 22224 64 836 427 85 891 946 99 23085 109 55 62 214 495 701 853 24086 212 41 409 22 516 603 38 725[ 100] 948 79 25119 205 453 506 705 76 866 26138 84 250 87 314 406 11 597 681 828 936 27004 [ 100] 44 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98 472 77 533 87 84 605 729 828[ 150] 903 56 188057 61 84 126 84 211 361 441 548 773 189430 599 627( 100) 905 44 54 57 190308 31 728 801 54 918 92 191115 69 464 68 532 61 893 935 192168 244 338 540 639 46 874 933 83 193184 426 521 81 715 812 13 916 72 194034 852 408 41 548 54 56 641 88 89 195046 70 125 289 348 428 76 86 510[ 100] 618 872 196080 122 861 497 624 716 859 83 90 197369 72 521 68 754 896 198007 85[ 150] 204 7 452 548[ 100] 619( 10000] 804[ 100] 54 199279 834 456 506 663 86 775[ 150] 868[ 100] 998 A 200005 35 804 475 525 45 50 618 40 845 59 988 201010 142 52 66 286 94 421 42 611 728 992 98 202118 68 78 89 594 823 88 64 923 76 203079 212 313 80 455 660 91 1788 827 968 204020 28 194 294 863 84 529 604 732 928 205156 208 329 45 487 88 592 624 91 206079 151 856 461 85 815 207088 103 24 361 488 668 898 977 208110 297 891 426 54 605 76 79 780 968 209108 47 311 37 63 613 67 79 808 22 977 210078 125 59 72 76 326 512 19 642 58 740 930 46 211111 231 44 46 75 801 98[ 100] 484[ 150] 922 39 7% 99 212104 15 49 62 875 88 441 625 862 916 38 213051 239 888 957 214110 235 337 58 472 567 688 92 893( 150) 215044 64 102 394 421 542 80 688 85 761 838 56 62 216164 256 396 410 529 720 48 53 813 36 98 907 83 217018 106 208 22 384 544 61 928 43 218273 478[ 150] 80 510 647 95 707 816 92 909-219152 71 293 324 406 928 48 220029 164 78[ 150] 215 25 38 74 512 622 728[ 200] 802 221100 381 788 858 94 948 96 222003 48 56 249 64 413 21 625 40 715 223127[ 100] 382 88 535 651 753 812 31 71 81 978 224121 265 82 528 702 44 824 66 225089 464 510 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn an 80 000 m., 1 au 15 000 r., 1 zu 5000 Mt. au 1000 Mt., 9 zu 500 Mt. Tischläufer 1 Mk. Wäschebeutel 1.35 Mk. Küchen- Tischdecken 85 Pr. Messertaschen 1.50 Mk. Kongressschürzen 35 Pf. Markttaschen 95 Pf. Besenhandtücher 1.70 Mk. Schrankstreifen 30 und 38 Pf. Rollkorbdecken 95 Pf. Blumenständer, fertig behäkelt 75 Pf. 1. Ziehung d.1. Klaffe 200. Kgl. Preuß.Lotterie.| 525 51 679 897 115182( 1000) 868 92 580 51 64 787 Siehung vom 10. Januar 1899, nachmittags. Kur die Gewinne über 60 Mart find den betreffenden Nummern in Parentheje beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 268[ 500] 698[ 200] 817 964 1039 73[ 150] 162 275 636 758 848 908 10 93 96 2075 537 67 646 743 965 [ 200] 3308 492 684 869 4055 152 270 71 354 73 95 676 83 878 944[ 100] 50 99 5118 18 201 61 318 591 658 813 6086 195 255 350 468 559 63 646 854 988 7060 168 450 529 612 710 98 842 900 47 8014 88 79 260 392 446 546 674 99 741 62 66 95 812[ 100] 54 9026 78 228 92 517 87 65 82 661 810 10056 62 150 376 760 925 11010[ 100] 33 202 81 319 430 87[ 100] 527 87 877 92 962 91 12060 94 148 284 509 19 925 13076 125 78 227 60 466 638 833 43 [ 100] 14163[ 200] 241 76 488 565 654 83 860 908 71 15031 86[ 100] 253 351 408 37 684 788 93 863 85 16238 581 908 15 46 77 17009 15 25[ 100] 60 186 517 29 963 18008 81 140 409 572 712 878 97 929 19025 68[ 100] 253 318 464 78 516[ 100] 20054 67 298 828 487 541 869 76 95 21033 162 228 528 98 638[ 100] 66 752 58 855 22092 692 796 864 928 44 23377 410 688 745 21006 193 290 513 775 25042 363 511 28 38 678 97 700 35 26035[ 100] 243 54 301 23 554 81 744 902 27121 214 357 63 76[ 100] 471 580 687 791 823 86 999 28182 257 864 78 420 500 6 808 29103 212 40 327 71 615 16 46 78 992 30364 848 918 31121 225 374[ 100] 511 86 608 68 781 894 955 68 32267 316 426 636 916 61 33068 110 53 337 459 868 942 34122 320 547 706 886[ 150] 67 79 99 990 35158 318 75 589 57 85 868 89 36140 71 315 66 516 75 801 87064[ 200] 105 828 596 685 913 38036 105( 100) 81 220 371 454 550 57 649 765 890 39031 ( 200] 52 83 176[ 150] 233 362 425 558 701 989 40135 254 744 66 81 41160 261 348 461 77 504 663 736 851 60 84 42017 73 150 369 547 672[ 150] 82 711 [ 100] 28 43173 238 446 84 692 764 858 72 945[ 100] S2 44302 42 522 53 67 88 719 99 45039 48 71 154 88 342 710 919[ 100] 35 78 85 46064 345 412 52 77 578 611 55 842 95 990 47236 422 801 48224 77 807 419 23 49699 727 98 50117 241 77 377 91 732 880 908 45[ 150] 51003 179 352 550 676 52036 43 174 278 446 65 588 89 602 [ 100] 776 930 53061 122 367 83 404 84 592 620 26 753 840 58 999 54073 130 48 75 270 319 495 506 54 764 84 838 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Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.