Nr. 12 Ablnmemrnts- Kedingungeo: «bonnemenis-Prsts pränumerando: vterteliährl. S,S0 Ml., monatl. I.loMl.. wöchenlltch LS Pfg. frei in» Hau». Einzelne Nummer s Psg. Sonntag», Nummer mit tllustrirter Sonntag», Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Marl pro Quartal. «ingetragen w der Post- Zeitung», Pretiltst« für lSSS unter»r. 7830, Unter llreuzband für Teutschland und Oesterreich-Ungarn 3 Marl, für da» übrige«u»land 8 Marl pro Monat. vrschelnl täglich«utzer Montag». Verliner Volksblatk. 16. Jahrg. Die Dnsertlons- Gebühr beträgt für die sechsgespalten« llolonei- zeile oder deren Raum»0 Pfg., für verein»- und Versammlung»-Anzeige». sowie ArbeitSmarlt 20 Psg. Inserate für die nächst« Nummer müssen bi» » Uhr nachmittag» tn der Expedition abgegeben werden. Tie Expedition ist an Wochentagen bi» 7 Uhr abend». an Sonn- und Festtagen bi» 8 Uhr vormittag« geöffnet. Fernsprecher: Amt l, Nr. 1808. Telegramm- Adresse: „Soii»ld»m»kr-t»erlin". Dentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth-Stratze 2. Sonnabend, den 14. Januar 1899. Expedition: SW. 19, Beuth-Stratze 3. Ja, Der Militarismus im Reichstag. Vor fünf Monaten schickte der Zar sein Friedensmanifest in die Welt und verkündete— er, der Besitzer der größten Armee und der Beherrscher des kriegerischsten Eroberer- staates: diestehendenHeeresind einFluch der Völker. Ungefähr zu gleicher Zeit erfolgte in Frankreich die Eni- larvung des Generalstabes und der Militärjilstiz. Vor aller Welt lieferte Frankreich den Beweis, daß der Militaris- m u s, angeblich„die Schule der Ehre", die Schule des Verbrechens werden kann und zu der bürgerlichen Moral und dem bürgerlichen Recht im schneidendsten Gegensatz steht. Hier das Manifest des russischen Zaren, die unbarmherzige Verurtheilung des Militarismus durch den obersten Monarchen und Schiedsrichter Europa's— dort der Dreysus-Prozeß, die denkbar gründlichste Bloßstellung und Bankrotterklärung des Militarismus— und angesichts dieser zwei Thatsachen, ihnen ins Gesicht schlagend: in allen Länder« Vermehrung des Militarismus, obgleich alle Staaten dem russischen Friedensmanifest zugejubelt und ihm z u g e st i m m t haben. Läßt ein ärgerer Widerspruch sich denken? Läßt die Vev worrenheit die Unlogik, die Heuchelei und Verlogenheit der herrschenden Zustände sich schärfer und sinncnfälliger zum Aus druck bringen? Auch in Deutschland, dem Heimathlande des Militaris mus, natürlich Heeresvermehrung im großen. Eine neue Militärvorlage im Reichstag. Eine Marinevorlage in Sicht— trotz aller Ableugnungen. Die beiden früheren Militärvorlagen, die von 1886 und von 1892, führten zu gewaltigen parlamentarischen Kämpfen— die Regierung stieß beide Mal auf derartigen Widerstand, daß sie den Reichstag auflösen mußte, und 1887 nur durch beispiellose Wahlbeeinflussung, 1893 nur vermittels der skandalös parteiischen Eintheilung der Wahlkreise sich eine Reichstagsmajorität sichern konnte. Und jetzt? Wie wir schon gestern sagten: der Reichstag von fast stumpfer Gleichgiltigkeit. Selbst B e b e l' s flammen- der Rede gelang es nicht, einen lebendigen Nerv zu treffen und den jungen Reichstag, das Kind einer dem Militarismus und der Reaktion feindlichen Wahl, zum Bewußtsein seiner Pflicht: Wahrung der Interessen des Volkes! aufzurütteln. „Interessen des Volkes l" Wer denkt daran? Standes intcressen, das ist etwas anderes. Handelte es sich um Brot- und Fleischwucher, um Liebesgaben— da wäre das„Haus" ein lärmendes, leidenschaftliches Schlachtfeld. Interessen der Kraut- und Schlotjunker— Interessen der oberen Zehntausend— das ist würdiges Kanipfobjekt. Aber Interessen des Volks? Und doch ist es hier so unmittelbar im Spiel, liegt so klar zu Tage. Das Interesse des Volks ist verminderte Besteuerung, vermehrter Wohlstand, Garantien des Rechts und der Freiheit. Und der M i l i t a r i s mus bedeutet von allem dem das Gegentheil: stets wachsende Belastung, beschleunigte Massenverarmung, ständige Bedrohung des Rechts und der Freiheit. Wer glaubt heute noch inr Ernst, das Deutsche Reich sei nicht stark genug, jeder möglichen, vom Ausland kommenden Gefahr siegreich entgegen zu treten? Daß die Armee nicht sowohl gegen den äußeren als gegen den„inneren Feind" gerichtet ist, das wird heute von keinem ehrlichen Vertheidiger des Militarismus mehr im Ernste geleugnet und von den meisten offen bekannt. Ter Zweck des Militarismus ist die Unterdrückung Volkes. Das Ziel und Ende des Militarismus ist Bürgerkrieg. Wir erinnern an die Geständnisse marck's. Kann eS für eine gewissenhafte Volksvertretung brennendere Frage geben, als die einer Vermehrung des stehen- den Heeres? Die Vermehrung dcS stehenden Heeres ist Vermehrung der Ketten des Volkes, und der Waffen zur Be- kämpfung des Volkes, wenn es von den Machthabern seine Rechte fordert. Doch der Reichstag regt und bewegt sich nicht; im Saal die Ruhe des Kirchhofs; kein Zorn, kein Protest— stumpfe Gleichgiltigkeit. Schale Witze gegen das Milizsystem, als ob die improvisirten Rekruten Gambetta's und die Freiwilligen Amerika's zum Kriegsdienst erzogene Wehrmänner gewesen wären. Was die Sozialdemokratie will, ist die Er- ziehung der Jugend zum Wehrdienst, so lange ein solcher nothwendig, und das Aufhören der künstlichen Trennung des Volkes in ein Volk in Waffen und ein Volk ohne Waffen, welch' letzteres vor jenem sich beugen muß. Der Unterschied zwischen Volksheer und stehendem Heer macht sich am klassischsten in der Geschichte des alten Rom bemerkbar. Die römischen Heere, welche die Welt eroberten, und wohin sie kamen, die römische Kultur trugen, überall Straßen, Wasserleitungen und sonstige gemeinnützige Bauten errichteten, die uns noch heute mit Bewunderung erfüllen— das waren Bürger soldaten, Miliz soldaten. Die Prätorianer, welche die römische Freiheit erdrosselten, die Kultur zerstörten, dem Cäsaren- Wahnsinn Fußschemel und Mordwerkzeug zugleich waren, das war ein stehendes Heer. Demokratie und stehendes Heer verträgt sich nicht. Frankreich ist warnendes Beispiel. Darum ist der Punkt des der eine unseres Programms, welcher die Abschaffung des stehenden Heeres fordert, ein Kardinalpunkt, den anzugreifen ein Angriff auf die Grundlagen der Demokratie- und ihrer Kon- sequenz: der Sozialdemokratie, wäre. Aber diese stumpfe Gleichgiltigkeit des Reichstags? Zum Theil erklärt sie sich aus der fortschreitenden Entfernung der bürgerlichen Parteien von der Demokratie und aus der immer weiter und tiefer in sie eindringenden Ueberzeugung, daß der Militarismus ihr letzter, ja einziger Schutzwall gegen die Sozialdemokratie ist. Allein das erklärt nur zum Theil. Daß die Gleichgiltigkeit eine so allgemeine, ist der Haltung des Zentrums geschuldet. Das Zentrum ist Regierungspartei geworden. Es ist nicht Regierungs- Partei in dem einseitigen Sinn der Nationallibcralen, die der Regierung blas dienten— es dient der Regierung u n d e s beherrscht sie. Es hat sich mit der Regierung i n d i e Herrschaft getheilt. Dank der verrückten Kulturkampf- Politik Bismarck's ist das Zentrum die ausschlaggebende Macht in Deutschland, und wenn es mit der Regierung zusammen- geht, ist jede parlamentarische Opposition hoff- n u n g s l o s. In der Militärvorlage hat aber das Zentrum gesprochen: es ist für die Militär Vorlage— Roma iocut» est. Der Papst kann lachen. Das neue Deutsche Reich ist nicht blos nach Canossa gegangen, im Land L u t h e r' s und der Refonnation ist der politische Einfluß des Katholizismus stärker als im katholischen Frankreich, im katholischeren Italien, ini katholischsten Spanien. Und der königlich- preußische Zentrumsmaun von Hertling wurde gestern nicht verlacht, als er auch die italienische Regierung zur Rückkehr unter den Schutz des Papstes mahnte. Unter solchen Verhältnissen war keine Militärdebatte im deutscheu Reichstag möglich. Schweigend hörte die Mehrheit B e b e I's Philippika an, der K r i e g s m i n i st e r brauchte sich nicht ins Zeug zu werfen, der elegische R i ck e r t sich nicht seiner Militärfrömmigkeit zu schämen; der nationalliberale Kulturkampfhahn Sattler ivagte nicht laut zu krähen und Liebermann von Sonnenberg zwang sich, anständig zu sein— aus Respekt vor dem Zentrum. Schmachvolle Lage! Erhöhte Pflichten für die Sozialdemokratie I Die Stinmie der Wahrheit, die im Reichstag wirkungslos verhallt, sie wird gehört werden vom Volke draußen. Dort ist unsere Kraft, dort ist unser Sieg. »■» * In der gestrigen Reichstagsbetrachtimg hat sich ein den Sinn umdrehender Druckfehler eingeschlichen. In dem Satz: „Der mächtigste Monarch kann sich über die Bedürfnisse und Forderungen des Volkes hinwegsetzen", ist vor dem Worte„hinweg- setzen" das Wort nicht ausgelassen. Die materialistische Welt- anschauung hat bekanntlich das Märchen von der Allmacht der Fürsten und sonstigen Machthaber zerstört. Magdeburger Justiz. Die„Frankfurter Zeitung" bemerkt zu der Darstellung der Magdeburger„ V o l k s st i m m e wonach der zu vier Jahren einem Monat Gcfängniß vcrurtheilte Redakteur Müller keinerlei An- theil an der Herstellung der Nummer gehabt habe, daß unter solchen Umständen das Urtheil nicht aufrechtzuerhalten sei, weil das Gericht den Beweis dieser Behauptung abgeschnitten habe. Das„Hamburger Echo" regt eine parlamentarische Aktion an: „Was über eine solche Gerichtsprozedur gesagt werden muß, kann in wirksamer Weise nur von der Tribüne des Reichs- tages herab gesagt werden. Wir erwarten mit aller Bestimmtheit, daß schon in der allernächsten Zeit die Magdeburger Justiz zum Gegenstand parlamentarischer Beiprechung geniacht wird. Daß in allgemein verständlichen Ausdrücken gesprochen tvird und daß gut deutsche und kurze Worte zur Charakterisirung der Rechtspflege von Mageburger Färbung angewendet werden, halten wir für selbstverständlich. Die Sache ist wirklich wichtig genug, viel wichtiger, als irgendwelche parlamentarische oder anderweitige formale Bedenken, und Leisetreterei wäre gänzlich verfehlt." Selbst ein gutgesinntes Blatt wie die mittelparteiliche„Berliner Börscuzcitung"Isieht sich veranlaßt, gegen die MajestätSbeleidigungs- Prozesse zu schreiben: „Eine förmliche Treibjagd auf Personen, die den Kaiser beleidigen, findet statt: die Staatsanwälte glauben, daß die Beleidigungen um so eher aufhören werden, je mehr Injurianten vor Gericht gezogen werden, und einige Gerichtshöse verhängen drako'- nische Strafen, überzeugt, daß hier die Abschreckungstheorie am Platze sei. Geschichte und Erfahrung lehren das Gegentheil, und sie lehren auch, daß die durch dieses System sich verbreitende Erbitterung nicht die schlimmste Folge ist; weit beklagenswerther ist die Er- scheinung, daß die nichtsnutzigen Eleniente des Bolkes sich gern in den Dienst der Verfolgung stellen als Denunzianten theils Ivahrer, theils erlogener Thatsachen. So wird im Staate eine schwüle, ungesunde Atmosphäre des Mißtrauens und des Hasses erzeugt, wie sie durch die Straflosigkeit einiger beleidigender Neußcnmgen über den Träger der Krone nie und nimmer herbeigeführt werden könnte'... Aber wie erklärt sich die'bedeuteude Zahl von Delikten dieser Art, die in den letzten Jahren von Staatsanwälten verfolgt und von Gerichtshöfen mit Strafe belegt worden sind? Ohne Zweifel großentheils aus dem Gegensätze, der besteht zwischen den An- schaungen, die von einem großen Theile des Volkes ge- hegt, und jenen, die vom Kaiser und seinem Hofe ostensibel ver- treten werden. Unter den öffentlichen Reden des Kaisers, die über- aus zahlreich, sind wenige, die nicht auch in achtbaren Kreisen zum Widerspruch gereizt hätten.... Vielen Unwillen erregen auf- dringliche Loyalitätskundgebungen, an welchen oft sehr zweifelhaste Personen theilnehmen, und bei deren Herbeiführung Motive der Gewinnsucht, des Ehrgeizes, der Eitelkeit geargwöhnt werden." Unserer Forderung der A u f h e b u n g des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen schließt sich die freisinnige„Volks-Zeitung" an. Nolikisthe Berlin, den 13. Januar. Die Partei der Jongleure. Von der Entscheidung der Zentrumspartei hängt das Schicksal der M i l i t ä r v o r l a g e ab. Niemand zweifelt, daß sich eine genügende Zahl von Zentrumsmännern finden wird, um die Vorlage durchzudrücken. Daher auch die Windstille im Reichstag. Die Frage ist schon entschieden, che ihre Berathung begonnen. Will das Zentrum regte- r e n d e Partei sein, so muß es auch Regierungs- Partei sein, d. h. es darf vor Allem dem Militaris- mus nicht in den Weg treten. Diese Aufgabe ist aber nicht leicht für eine Partei, die früher in heißer Gegnerschaft gegen den Militarismus stand, die es auf Reichstags-Auflösungen ankommen ließ, ehe sie dem wachsenden und Nimmersatten Militarismus dienen mochte. Bei dem vorjährigen Marinegesetz hat das Zentrum die Aufgabe gelöst und mit vieler Virtuosität gelöst. Es hat sich geziert und gesträubt, es hat wenn und aber gesagt und schließlich hat es Ja gesagt. Jetzt ist es der Aufgabe völlig geivachsen worden. Uebung macht den Meister. Das Zentrum ist jetzt Meister in der Behandlung von Militärforderungen, welche die Regierung wünscht und welche das Volk nicht wünscht. Herr v. Hertling hat gezeigt, daß er in der akrobatenhaften Behandlung solchen Stoffes von Meister Lieber gelernt und ihn noch übermeistert hat. Er hat das Zentrum gut vertreten und gut charakterisirt. Das Zentrum„prüft" natürlich noch, so sagt Herr v. Hertling. Aber wenn es zum Ja gelange, so sei das kein Widerspruch gegen feine Haltung von 1893, denn die jetzige Vorlage sei nur— die Konsequenz der Vorlage von 1893. Und die Vorlage von 1903 wird nur die Konsequenz der Vorlage von 1899 sein wie die von 1893 die Konsequenz der von 1887 war und so fort! Herr v. Hertling erklärte ferner, seine Partei werde„die Interessen der nationalen Vertheidigung über die Interessen des engeren Parteilebens stellen". Früher also, wie es scheint, hat das Zentrum Parteiinteressen über Nationalintcressen gestellt. Ein schönes Kompliment an die Vergangenheit der Partei Windthorst's! Doch, um dies Wort, dessen national- liberaler Klang zu deutlich tönt, abzuschwächen, gesteht der Zentrumsredner, die Vorlage sei als„eine unliebsame Ueber- raschung empfunden worden und die Vorlage„bilde zu den Friedenshoffnungen eine recht unliebsame Illustration". Und so geht der famose Eiertanz fort. Mit wunderbarer Geschicklichkeit wird die Sache bald von dieser, bald von jener Seite gcnomnien, bald ein Zweifel, bald eine Einwendung und schließlich: Wir werden bewilligen. Aber nicht nur die parlanientarische Jongleurkunst ist dem fentruni geläufig geivorden. Noch mehr. Wie das Zentrum ei der Mnrinevorlage selbst in der Deckungsfrage abfiel, so fällt es jetzt schmählich ab in der Frage der zwei- jährigen Dien st zeit. Erst hieß es, das Zentrum wolle wenigstens die Vorlage nur dann bewilligen, wenn die zweijährige Dienstzeit etwaigen Neigungen der Militärkreise, sie wieder aufzuheben oder als Handelsobjekt zu benutzen, entzogen und gesetzlich festgelegt würde. Auch jetzt sagt Herr v. Hertling: Wir würden es mit Freuden begrüßen, wenn die zweijährige Dienstzeit dauernd festgelegt würde. Aber„wenn es nicht möglich ist"— nun, so wird man sie doch„so leicht nicht wieder abschaffen können". Wiederum also ist daS Zentrum bereit, nicht nur dem Militarismus sich mit Leib und Seele zu verschreiben, sondern selbst die wichtigen Volks-Forderungen, die zu erfüllen ihm in seiner jetzigen Machtfülle ein Leichtes wäre, tn erbärmlicher Feigheit zu verrathen. Die Partei der politischen Jongleure ist zugleich die Partei der politischen Judasse. Eine Erdrosselungssteuer für Waarenhänser ist also bei der Regierung beschlossene Sache. Die„Nordd. Allg. Ztg." berichtet offiziös, daß ein Gesetzentwurf, betreffend die Besteuerung der Waarenhäuser, dem preußischen Landtage in der bevorstehenden Tagung sicher zugehen werde, daß aller- dings die„betheiligten Ressorts" vorläufig uoch über den Gegenstand verhandelten. Die Wühl- und Minirarbeit der Mittelstandspolitiker hat also gewirkt, und Herr v. M i q u e l, der viel auf Popularität hält, wird den Herren ein preußisches Ausnahme-Steuergesetz für Waarenhäuser bescheeren. Daß er selber glaubt, den Mittelstand damit zu retten, ist nicht anzu- nehmen. Aber er schafft sich dadurch auf einige Jahre die lästige Agitation des in seinem Erwerb bedrohten wüthenden Kleinbürgerthums vom Halse, und er erhält der Regierung vorläufig die Heeresfolge dieses Kleinbürgerthums. Um seinen guten Willen zu zeigen und die Mittelstands- Politiker bei guter Laune zu erhalten, läßt er nun das neue Gesetz ankündigen und die„Nordd. Allg. Ztg." folgender- maßen orakeln: „AIS der preußische Staat seiner Zeit die Gewerbesteuer den Konnnunen tiberwics, geschah es mit der auSdrüctttchen Absicht. daß letztere die Gewerbesteuer zu einem Kommunalsteuer-System ausbilden sollten. Die Kommunen haben jedoch, abgesehen von einigen Versuchen, von diesem Privilegium leider so gut wie gar keinen Gebrauch zu machen verstanden, ein Uebelsta'nd, Ivelcher auch durch das bisherige Unvermögen der Kommunen, sich mit dem im Großen betriebenen Kleinhandel gewerbcsteuerlich ab- zufinben, zunr Ausdruck gelangt. Die Waarenhäuser, Wer- sandhäuser, A i l i al g e s ch ä f t e u.s.w. sind großkapita« listische Erscheinungen, denen gegenüber die gegenwärtige kommunale Handhabung der Gewerbesteuer im Hinblick auf die Belastung des eigentlichen Kleinhandels als eine gerechte nicht erachtet werden kann. Dieser inr Volke fast all- gemein getheilten Ansicht ist, wie wir glauben, auch die Staats- regierung, welche es demgemäß als ihre Pflicht erkennt, eine nach Maßgabe der Beanspruchung von Vortheilen gerechtere Steuer- lastenvertheilung im Kleinhandel, als die Kommunen sie bisher ob- walten ließen, auf dem gegebenen Boden der Gewerbefteuer-Geietz- gedung anzustreben. Dabei wird es sich, wie wir annehmen dürfen, nicht etwa um einen Versuch handeln, den Kommunen vor- zuschreiben, daß sie die Waarenhäuser u. f. w. durch eine über- mäßige Steuer„erdrosseln" sollen, fondern der Zweck deZ Gesetzes wird, wie gesagt, lediglich in der ausgleichenden Gerechtig- keit auf dem Gebiete der Gewerbebestenerung zu suchen sein." Außer der Mittheilung, daß die eben genannten„groß- kapitalistischen Erscheinungen" bisher ungerechterweise zu gut behandelt worden seien und daß nun ein Weg aus- gleichender Gerechtigkeit gefunden werden müsse, erfährt man aus der offiziösen Auslassung nichts. Aber diese Thatsachen sind auch schon vorher behauptet und besprochen worden. Interessanter wäre die Mittheilung gewesen, wie man die von der Ausnahmebestimmung getroffenen Waarenhäuser verhindern will, dem Zweck des Gesetzes direkt entgegen- handelnd, sich noch mehr zu vergrößern und die Kon- kurrenz gegen den Kleinhandel noch zu verschärfen? Wie man es verhindern will, daß unter einer vielleicht ein- zuführenden Personalsteuer nicht das Personal selber zu leiden hätte? Wie man es anstellen will, zu verhindern— und auf diese Möglichkeit ist sogar in der„Kreuz-Zeitung" aufmerksani gemacht worden— daß unter der Erschwerung des Großbetriebs im Detailhandel die technische EntWickelung des Handels leidet, da doch die großen Geschäfte unleugbar die Träger der fortgeschrittenen Formen des Geschäftsverkehrs sind. Und hat man auch den Rück- schlag auf die Industrie— auf Unternehmer sowohl wie auf Arbeiter— bedacht. der eintreten müßte. wenn es wirklich gelänge, die Waarenhäuser tödtlich zu treffen? Wir glauben, die Regierung wird noch manche recht gründliche„Erwägung" anzustellen haben, ehe eS ihr gelingt, alle diese Fragen nicht nur zur Zufriedenheit der bema- gogischen Schreier aus dem„Mittelstand", sondern auch der übrigen BevölkeruugLklassen zu lösen.— ■*» Deutsches Weich. Ei» drohendes Spiritusmonopol. Ein privates Spiritus, nonopol ist nach zuverläsftgcn Nachrichten in Bildung begriffen. Der Zweck desselben ist, die Spiritus« preise angesichts der immer mehr sich ausdehnenden technischen Berwerthung dcS Spiritus in die Höhe z u t r e i b e n und einer kleinen Anzahl von Großbrennern und Spritfabrikanten reichen Gewinn zu verschaffen. Die Macher des Monopels sind etwa L0 Interessenten, die da« Dpritshndikat bildeten, das schon seit 18V7 den SpirituSmarkt tn einer Weise beängstigt und beeinflußt hat, daß die Spritfabrikantcn in Verzweiflung grriethen und heute so weit mürbe gemacht sind, daß sie sich gegen die Vergeivaltigungcu durch das Spritsyndikat nicht mehr ivchren kouneu. Das bisherige Spritsyndikat stand, wenn auch nicht formell so doch thatsächlich unter der Leitung der Poscner Sprii-Altiengesell« schaft und gab als Zweck seines Dafestis cm, die Spirituspreise bessern zu wollen. Das Spritsyndikat führte mm monatelang Manöver auf dem deutschen SpiritnSmarlte ans, wie sie sonst nur im Lande der skrupellosen Aankces erlebt werde». Indem e« einerseits die Preise für Rohspiritns zu halten suchte, um diesen Markt völlig in die Gewalt zu bekommen, verkaufte es ans der anderen Seite Sprit zu so niedngen Preisen, daß jede Konkurrenz einfach zu Grunde gehe» mußte. Es sind s�älle vorgekonnnen, wo infolge des Treiben? des Spriffhndikats Rohspiritns 1,50 stand, während prima Sprit zn einem Preise von 75 Pf. von der Syndikats-Bcrkaufsstelle in Berlin abgegeben wurde. Es kam so weit, daß Spritfabrikcn, die den, Spiritussyndikat nicht angehörten, nicht mehr existenzfähig waren und nur die Wahl hatten, zu Grunde zu gehen oder dem Spritsyndikat sich anzuschließen. Nachdem nunmehr das Spritsyndikat die eigene Konkurrenz lahmgelegt hat. geht es darauf ans, mit den Großbrennercien ge« meinsame Sache zu machen und mit diesen zusammen das angegebene Spiritusmonopol zu bilden. Man sieht also, der Plan verfolgt auch einen agrarischen Nebenzweck, kommt aber auch hier nur den Großbrennereien zu Gute. Denn wie seither da« Syndikat die kleinen, Spritfabrikanten nieder konkurrirte, so werden auch die kleinen Brenner vom Markte verdrängt werden, sobald da« private Monopol zu Stande gekommen sein wird. Bernichwng der mittleren und kleineren Betriebe, in letzter Linie aber Schröpfung der Konsumenten, darauf läuft das ganze Projekt hinaus.— Die dem BundcSrath vorliegende Novelle zum Postgefek» nimmt für das Briefporto von 1V Pf. eine Erhöhung des Maximalgewichts bis 20 Gramm in Aussicht. Dabei soll bestimmt werden, daß die Ortstaxe auch auf den Nnchbarortsverkehr ausgedehnt werden kann. Die ZeitungSaebühr soll betragen 10 Pf. für jede Bezngszeit ohne Rücksicht aus deren Dauer; ferner 15 Pf. jährlich für das wöchentlich einmalige oder seltenere Er- scheinen, sowie 15 Pf. jährlich mehr für jede weitere Ausgabe in der Woche; und schließlich 10 Pf. jährlich für jedes Kilogramm des JahresgewichtS, mindestens jedoch 40 Pf. jährlich für jede Zeitung. Bei Ausdehnung des Postregals soll den Anstalten der Privatposten, die vor dem 1. April 1898 entstanden und nnnnterbrochen bis jetzt betrieben find, eine Entschädigung gewährt werden, und zwar nicht nur für die Bermindernng des eigeiitlichen Vermögciisstandes, sondern auch in gewisjem Umfange für eut- gangenen Gewinn. Auch die Bediensteten der Anstalten fallen cvent. eine einmalige Entschädigung erhalten, die je nach der zurück- gelegten Dienstzeit i3 Monate bis S Jahre) ein Monatsgehalt bis ein JahreSgehalt beträgt. Philosophie deS TchwcigcnS. Prächtige Herren sind unsere Universitätsprofessoren. Niemand muefft sich wegen des Delbrück- Verfahrens. Warum? Den Grund enthüllen„Hamb. Korr." und Münchener„Allg. Ztg." in einer gleichlautenden Zuschrift: „Das Disziplinarverfahren gegen Professor Delbrück hat die Kollegen deS Gemaßregelten durchaus nicht so kalt gelaffen, wie es ein Theil der Presse hinzustellen beliebt. Man ist in diesen Kreisen durchaus nicht gleichgiltig dagegen, ob das Recht der freien Meinungsäußerung beschränkt wird oder nicht. Die Blätter aber, die fortgesetzt nach Protest- kimdgebungen von Professoren verlange», sollten sich doch vor Augen halten, daß es einen schlechten Eindruck machen würde, falls jetzt, während die Disziplinaruntersuchung noch schwebt, etwas geschehen würde, waS einer Beeinflussung des Disziplinar- Hofes ähnlich sähe. Außerdem ist man vielfach der Ansicht, daß denen, die die Sache veranlaßt haben, und denen, die über Delbrück zu Gericht sitzen fallen, viel ungemüthlicher ist, als dem Angeklagten, und man gönnt ihnen hier und da, daß sie nun die Sugpe auch ausessen muffen. Eine weitere Schwierigkeit ist, daß es sich um eine außeramtliche Thätigkeit Delbrücks handelt, die in Frage steht. Und so sehr man der Regierug Unrecht giebt, daß sie sich um eine solche Thätigkeit eines Uni- versitätSprofessors kümmert— falls nicht direkt Dinge vorliegen, die den Betreffenden„der Achtung unwürdig" erscheinen lassen—, so sehr kann man auch die Scheu der Universitätsprofessoren der- stehen, sich in Dinge einzumischen, die außerhalb ihrer offiziellen Sphäre liegen. Daß es nicht klug von der Regierung war, das Disziplinarverfahren zu eröffnen, darüber herrscht wohl nirgends mehr Zweifel, aber restlich läßt sich dagegen kaum etwas einwenden. Die Erössmmg jedes Verfahrens bedeutet nur, daß man Verdacht hat, aber das Ende kann ebenso gut Freisprechung wie Berurtheilung sein. Jedenfalls wird das Verfahren die Wirkung einer Mahnung oder Warnung haben. Sollte das Ergebniß ein unerwartetes sein, ein solches, das mit der Ansicht der Kollegen in Wider- spruch steht, so würde es allerdings Zeit sein, dagegen aufzutreten. Wenn Herr Delbrück nun geköpft werden sollte, so ist ihm der süße Trost geblieben, daß nach der Exekution die Professorenschaft wie e i u Mann die Znsauunenflickung von Rumpf und Kopf fordern wird. Erst die Hinrichtung, dann ist es Zeit,„dagegen aufzutreten". Was für ein Humor, ein professoraler Humor.— Katholische Volksbibliotheke«. Im.Arbeiterwohl" schreibt der Zentrums-Abgeordnete Hitze: „An der Errichtung von VollSbibliothelen wie auch von Lese- hallen können die Katholiken sich nur dann betheiligen, wenn aus denselben Alles ferngehalten wird, was tatholische Leser verletzen oder ihre sittlichen und religiösen Anschauungen gefährden kann. Da es nach Lage der Dinge kaum gelingen wird, diese Grundsätze in größeren Städten bei Volksbibliotheke», welche von der Gemeinde- Verwaltung unterstützt werden und an deren Gründung sich kirchlich- liberale Kreise betheiligen, durchzuführen, so werden wir auf selbst- ständige Gründung katholischer Volksbibliotheken angewiesen sein." Die Anmaßungen der„regierenden Partei" fangen nachgerade an, eine Kalamität zu bilden. Die Volksbibliotheken, die ja leider nur in zu geringer Zahl bestehen, haben den Ziveck, all« gemeine Bildung im Volke zu verbreiten, nicht aber den muckerischen Zwecken der verschiedenen Konseffionen zu dienen. Die Herren Zeutrumspfaffen mögen ja auf e i g e n e K o st e n so viel Traktätchen-Bibliotheken gründen, wie sie wollen. Jede Beein- flussung ihrerseits bei Gründung und Zusammenstellung öffentlicher VolkS-Bibliotheken müßte aufs schärfste zurückgewiesen werden.— Gemeinsamer Ncligionönnterricht für alle Konfessionen findet in dem Freiherrn v. Mirbach einen Bewunderer. In seiner dritten Palästina-Rede erzählt er von einem Besuch eineS Erziehung?« Hauses in Beirut I „Besonders intereffant, schön und bedeuttmgsvoll in seiner Art ist der gemeinsame Religionsunterricht, an welchem Kinder sämmtlicher christlichen Konfessionen und selbst Mohamedanerinnen und Jüdinnen sich mit Freude betheiligen. Von den evangelischen Geistlichen wird die biblische Geschichte und alles, was die christlichen Konfessioiien Gemeinsames haben, gelehrt; nur zum Konsirmandennnterricht gehen die Kinder zu den eigenen Geistlichen. Hier zwingen die Verhältnisse und lehrt' die Noth alle Christen ohne Unterschied gemeinsam beten. Sollte dies nicht mahnen, und könnten wir nicht darauSlernen, Gleiches z u thun und anzustreben, auch wo uns keine Roth drängt?" Herr Mirbach hat bisher die Simultanität der Religion«- bekenntniffe nur im Kirchengeldsammei» berührt. Jetzt empfiehlt er die Anwendung dieses Prinzips auch für die Schulen, in denen Herr Bofie, obgleicb er doch ebenfall« in Palästina war, die Konfessionen durch Brandmauern zn trennen bemüht ist. Vielleicht macht Mirbach seinen Einfluß ein bischen geltend, um auch diese hübsche orientalische Einrichtung ans preußischen Boden zu verpflanzen.— Waarrnhaiissteucr. Das Würzburger Gemeindekollegium be- schloß. eine mit 1800 Unterschriften versehene Petition Würzburger Handels- und Gewerbetreibender betreffend Einführung einer ört- lichen Umsatzsteuer für Waarenbäuser und Ramsch- bazare dem Magistrat zu überweisen. Die Petition verlangt bei 50 000 M. Umsatz 5 pCt.. bei je 10 000 M. mehr entsprechend höhere Besteuerung.— Zur Fleischvertheuernng wird uns aus kiel vom 11. Januar geschrieben: Von den städtischen Kollegien Kiel« ist zur Prüfung der Fleisch« Versorgung Kiels eine Kommission eingesetzt, die aus Anforderimg das Kieler Schlachterantt über den gegenwärtigen Stand der Fleischfrage eine eingehende Denkschrift eingemchr hat. Die außerordentliche Schädigung des Volkes durch die Einfuhrverbote wird in diesem Bericht unnmwuiiden zugestanden.„Bis zum Jahre 1896, in welchem die vollständige Sperrung lebender Schweine erfolgte, waren ans dem Auslände(hauplsächlich aus Ungarn nnd Dänemark) jährlich im Durchschnitt 750 000 Stück lebende Schweine eingeführt worden. Diese Einfuhr stellt nach dem statistischen Berechmmgssatze des Fleisch- und Fettgehaltes eines ScyweineS zu 85 Kilogramm eine Fleisch- und Fettmenge von 1 135 060 Ztt. dar. Nachdem diese Einsuhr verhindert war, schwoll sofott die Ein- fuhr von fertigen Scbweineprodutten in ganz ungewöhnlichem Maße an und dürfte im Jahre 1898 bereits eine Gewichtsmenge von S Millionen Zentnern erreicht haben; jedenfalls aber beträgt die Zu- nähme seit 1896 2 Millionen Zentner. Den Erfolg dieser EntWickelung faßt der Bericht nun tn folgenden Sätzen zusammen: 1. DaS frische, im Jnlande unter amtlicher Aufficht geschlachtete Schweinefleisch ist seit 1896 dem deutschen Volke um 15 bis 20pCt. verthenert worden. 2. Hierfür wurden der Vevölkming zwar billigere, aber minder- werthige, aus ihre gesundheitliche Reinheit nicht geprüfte und nicht prüsbare Fettivaaren und Schiveinefleischprodukte geliefert, deren massenhafter Genuß eine Schädigung der Volksgesundheit in sich schließt. 3. Da« weitere Anschwellen dieser Fleischwaaren-Einfuhr ge- fährdet die beuffche Schweinezucht in viel höherem Maße, als es die frühere, durch den thatsächlichen Bedarf umgrenzte Einfuhr lebender Schweine gethan hat. 4. Dem deutschen Schlochtergewerbe wird durch die Einfuhr von fertigen Fett- und Fleischivaaren die Grundlage eines handtverkS- mätzigen Betriebes vollständig entzogen.— Eintrichternng monarchischer Gesinnung. AuS Langen- b i e l a u wird uns geschrieben: Die Geburtsfeier des Kaisers konnte im vorigen Jahre in Langenbielau nicht stattfinden, weil trotz öffentlicher Aufforderung und Auslegung von Listen in den Wirthshciufern, keine Betheiligung vorhanden war. Der Gemeindevorsteher hatte dies durch ein In! erat bekannt gemacht, das die Runde durch die Presse machte. Weil nun Langenbielau in den Geruch eines antimonarchischen Ortes gelangt war, so soll diesmal die Sache etwas anders angefaßt werden. In der letzten Gemeinderaths-Sltzung wurde der Gemeindevorsteher beauf- tragt, sich mit den Vertretern de« OffizierkorpS, der Geistlichkeit und der Staatsbeamten in Verbindung zu setzen, um so eine starke Feier des Geburtstages herbeizuführen. Die patriottschen Gemeindevertteter werden also im Schweiße ihre? Angesichts dafür sorgen, daß Langenbielau eine würdige Geburtstagsfeier hat. Ob dadurch die armen Weber monarchischer werden?— Ter„vertagte" LandesauSschnst. Aus' Elsa ß-Loth- ringen schreibt man uns unterm 11. Januar: Wie semer Zeit an dieser Stelle mitgetheill, ist der Landesausschuß für Elsaß-Lothringen nach Erledigung der Vorlagen seiner 1898er Herbftsession am 4. No- vember v. I. nicht, wie sonst üblich, geschlossen, sondern nur vertagt worden. Ueber die Gründe dieser überraschenden Maßregel verlautete damals mit Bestimmtheit, der Schluß der Session habe, wie auch Bebel in seiner jüngsten Etatsrede erwähnte, deswegen nicht herbeigeführt werden kömieii, weil die hierzu nöthige kaif e r- liche Kabinetsordre infolge der Abwesenheit des ReichSober- Hauptes im Orient nicht rechtzeitig zu beschaffen war. Die amtliche „Straßb. Korresp." trat dieser Auffassung in einem ihrer zahlreichen offiziellen Dementis entgegen, nnd auch Staatssekretär V. Posadowsky beeilte sich, die Bebelffche Darstellung des Falles im Reichstage als eine falsche zu bezeichnen. Die Vertagung des Landesausschusses wurde damit zu begründen gesucht, daß die Regierung mit dem Präsidium des Parlaments eine Vereinbarung getroffen habe, wo« nach dieses unmittelbar nach der Beschlußfassung des.BundeSratheS über eine Anzahl weiterer Vorlagen, betreffend die Ausführung des Bürgerlichen Gesetzbuches, seine Sitzungen wieder aufnehmen falle. Inzwischen hat der Bundesrath diese Arbeiten längst vollendet, ohne daß auch nur das Geringste über die Einberufung deS Landesausschusses verlautet hätte. Erst heute theilt die„Straßb. Corresp." mit, daß die nächste Sitzung des LandeSausschuffes voraussichtlich Ende dieses Monats stattfinden werde. Bis dahin sind über den von dem amtlichen Dementi fest- gesetzten Termin der Einberufung hinaus reichlich zwei� Monate verflossen. Die Regierung hat mit der Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten unseres Landesausschusses also ebem'o lange zugewartet, als dies auch in früheren Jahren der Fall war, wo der Beginn der Frühjahrssession ebenfalls in die zweite Hälfte des Januar fiel. Mit anderen Worten: Die jetzige Vertagung des Parlamentes unterscheidet sich, was die Zeitdauer der Unterbrechung seiner Arbeiten anbelangt, in nichts von dem sonst üblichen Schluß der Session. Unter diesen Umständen wird man es an amtlicher Stelle in Straßburg und Berlin begreiflich finden, wenn das „Gerücht" von der„u n b e i b r i n g li ch e n Ka binets- ordre" im Volke neue Nahrung erhalten hat. Chronik der MajestiiiSbeleidigung»- Prozesse. An? Schwerin, 13. Januar, wird uns berichtet: Der wegen Majestät?- beleidiaung in zwei Fällen angeklagte Erbpächter Chrisftan Franck in Wüstmark bei Schwerin wurde in einem Falle für schuldig be- fanden und gestern vom Großherzoglich Mecklenburgischen Landgericht zu drei Monaten Gesang niß v« ru r t h e i l t. In dem anderen Falle wurde er mangels genügenden Beweises frei« gesprochen. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Leffentlich- keit statt. Majestätsbeleidigung aus Roth. Zwei Jahre Gefängniß erhielt von' der Straßburger Strafkammer der wegen Majestätsbeleidigung berelts zweima I v o r- bestrafte Buchbinder Decker ans Saargemünd für ein gleiches Vergehen, welches derselbe am 20. vorigen Monats unter besonders bemerkenswerthen Umstanden beging. Decker, welcher außer den beiden genannten eine Reihe von Vorstrafen wegen Vergehens gegen das Eigenthum erlitten hat, tneb sich im vorigen Monat beschäftigungslos dort henun, nachdem er kurz vorher von answätts zugezogen war. Auf dem Broglieplatz sprach er einen Schutzmann an und trug demselben die Bitte vor, ihn zu verhaften, damit er ein Unterkon, men erhalte; denn er sei von allen Mitteln. entblößt und ohne Obdach. Ter Schutzmann wies ihn an das Revierbureau, um sich dort als obdachlos anzumelden. Decker blieb indeß auf seiner Bitte bestehen. Auf die Entgegnung des Schutzmannes, daß ja zu einer Verhaftung kein Grund vorhanden sei, erwiderte Decker:„Gut. so will ich Ihnen gleich einenGrnnd geben" und fügte diesen Worten eine, den Kaiser beleidigende Aeußerung hinzu. Nim hatte er allerdings seinen Zweck erreicht: Der Polizist verhaftete ihn sofort und führte ihn ab.— Decker gestand seine Thai mit dem Hervorheben ein, daß er dieselbe au» Roth nnd thatsächlich nur deshalb begangen habe, um«in�Unter- kommen, gleichviel wo, zlt bekommen. Die Bnllagebehorde bean» tragte, mit Rllckficht auf die Fridolität des Vergehens und die Vor- Irafen des Angeklagten, seinem Wunsche nach einem Unterkommen » besonders reichlichem Maße zn entsprechen. Die Strafkammer erkannte hierauf unter Adoptirung dieser Begründung auf die Ein« gmigS erwähnte Strafe.— Kustand. Oesterreich-Ungarn. Znr ReglernngSkrife in Ungar» wird bestimmt versichert, daß der Ministerpräsident B a n f f y die gestern mitgetheilten Bedingungen der Opposition nicht annehmen werde. Das Abgeordneten- haiis werde daher aufgelöst werden. Baron Banffy reist am Sonn- abend nach Wien ab. Inzwischen ist Banssh zum— Ehrenbürger von Budapest ernannt worden, und er hielt bei der Ueberreichung des entsprechenden DiplomS eine Rede, die gar nicht nach Unterwerfung klang. Banffy fahrte aus, er betrachte die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an ihn in der gegenwärtigen Lage als Billigung seiner Politik und als Ansporn, in der eingeschlagenen Richtung fortzufahren. Die Regierung sei entschlossen, unentwegt die Interessen des nationalen Staates im Auge zu behalten und die Ordnung des verfassungsmäßigen Lebens ans friedlichem Wege zu sichern, falls jedoch dies unmöglich sei, thatkräftige Maßnahmen zu er« greifen. Die Regierung werde nichts thun, was gegen da? Gesetz verstößt; innerhalb de's Rahmens der Verfassung werde sie Alles thun, was die außerordentliche Lage erheische. Wien. 12. Januar. Der ehemalige Ackerbauminister Graf Fallenhayn ist gestorben.— Frankreich. Die„Euthiillnngen" deS B eaurepaire haben sich schon durch die Kammer Verhandlungen als großer Hninbng erwiese». Nach den Bekundungen des JnftizministerS besteht das ganze Verbrechen der Richter der Krimina lkanimer darin, daß sie den Oberst P i e q u a r t als so zu sagen anständigen Menschen bebandelt haben, was ja allerdings— wie wir am Zola-Prozeß gesehen— auch vor französischen Gerichtshöfen nicht jedem geschieht. Sie haben ihn mit„Herr Oberst" angeredet, haben während der langen Vernehmung Waiser med etwas Rum zu seiner, aber auch der Zeugen Verfügung gestellt u. s. w. Eine genauere Untersuchung wird zwar noch vorgenommen werden, sie dürfte aber kaum etwas Be« lastendes für die Richter zu Tage fördern. Die reptiblikanischen Blätter von heute beurtheilen denn auch die gestrige« Debatten als eine Brandmarkung Beaurepaire's. Am Schluß der gestrigen Kammerfitznng erklärte D Up u y einem Depntirten, der im Laufe der Debatte eine bezüglicke Anfrage an ihn gerichtet hatte, die Regierung werde eine Untersuchung ein- leite», um sich darüber Klarheit zu verschaffen, wie Cava ignae m den Besitz des Benchts gelangen konnte, welchen Kapitän Herque, der mit der Ueberwachung Pieqnart'S während seiner Zengepanssage vor dem Kasiationshose betraut>var, dem Militärgouvernement von Paris erstattet hatte. Der saubere Patton Esterhazy brüstet sich auch indem soeben erschienenen Heft damit, daß er ein Lockspitzel im Dienste der ftanzösischen Kontrespionage gewesen sei und die fremden Militärattachös betrogen habe.— Die öffentliche Meinung ist sich längst klar, daß dieser Hallunke zu Allem fähig ist.— Spanien. Madrid, 13. Januar. Sagasta wünscht die Körte« zum 25. oder gegen Ende dieses Monats einzuberufen. Sagasta wird die Kammer um die Annahme des Friedensvertrages erfachen. „Jmpareial" meldet, die Regierung werde sich durch die CorteS znr Veräußerung der Karolinen und der übttgen oft- asiatischen Inseln ermächtigen lassen. Ferner wird gemeldet, daß die spanische Regierung in Washington das von Amerika bezüglich der Freilassung der ipanischen Gefangenen auf den Philippinen gegebene Versprechen inErrnnmmg brachte med um schleunige Antwort ersuchte. Rußland. lieber die Arbeiterbewegung in Petersburg und die in letzter Zeit vorgenommenen Massenverhaftungen wird uns geichrieben: Ende Dezember haben in drei Webereien— der Spaßki'schen und der Petrow'schen(beide von Maxwell), wie auch in der von Pähl— Streiks von kurzer Daner stattgefunden. Die Arbeiter forderten den lO'/eftfmMgen Arbeitstag und eine Lohn« erhöhung, sahen sich aber genöthigt, nach ein paar Tagen, ohne einen Erfolg erzielt zu haben, die Arbeit wieder aufzunehmen. In einer Reihe von anderen Webereien wurde der Ausbruch von Streiks durch das vermittelnde Eingreifen der Fabrikiuspektion verhület. Die Streiks hatten Massenverhaftungen zur Folge. MS die Polizei des Nachts in die bei der Fabrik von Pähl belegenen Mierhskasernen eindrang, um Verhaftungen vorzunehmen, versuchten gegen 700 Arbeiter ihre Kollegen vor der Verhaftung zu schützen, sie bewarfen die Polizei mit Holz, gössen nach ihr mit kochendem Wasser it. Darauf wurde die MicthSkaserne von Militär umzingelt und unter dem Schutze der Soldaten führte die Polizei gegen 60 Arbeiter nach dem Gcfängnitz ab. Im Zusammenhang mit der Streikbewegung der Weber sollen auch die Massenverhaftnngen stehen, welche unmittelbar darauf unter den Studirenden der ver- schiedenen Petersburger Hochschulen vorgenommen worden sind. Vor dem Ausbruch der Sirciks fanden in Petersburg auch Ver« Haftungen statt. Von den vor den Streiks Verhafteten sind uns die folgenden Namen bekannt geworden: Konstantin Schcchter(stuä. med.), Swesdotschotoma(Lehrerin), Zcdelbaum(stud.) und seine Schwester Nadeschda Zedelbaum(Studentin), Kanzel(stud.) und seine Frau Lydia Kanzel(Studentin).— Türkei. KriegSrüfinngen in der Türkei. Konstantinopel, den 12. Januar. Der gestrige Ministerrath beschäftigte sich mit der Frage, in welcher Weise die Geldmittel für die von dem Sultan an- geordneten militärischen Neubeschaffungen aufzubringen seien. Es sollen drei kleinastatische Airncckorps sofort auf den Kriegsfuß gebracht werden; außerdem steht eine zweite große Bestellung von Schnellfeuergeschützen in Deutschland bevor.— Von der neuen Regierung auf Kreta. Prinz Georg lud die Konnnission, welche zur Ausarbeitung des Statuts gewählt wurde. zu sich ein, und erinnerte daran, daß es der Wille Europas bei seiner Ernennung zum Obcrkommissar von Kreta gewesen sei, daß die geiammte Bevölkerung der Insel auf derselben Grundlage von Glcichbcit und Gerechtigkeit behandelt werden solle und empwhl in der Folge der Komnnssion, sich nicht durch den Parteigcist beeinflussen zu lajseii. Asien. Vom Philippinischen Kriegsschauplatz— man darf wohl schon so sagen— liegen heute die folgenden Meldungen vor: Tie Filipino» haben auf Jlo-Jlo die Mündung des FluffeS blockirt. Eine Abtheilung amerikanischer Soldaten, die am Sonntag zu landen versuchte, mußte sich zurückziehen, bevor sie noch dazu gekonimen war. sich zum Gefecht zu entwickeln.— Wie die ..TimeS' ans Hongkong vom 12. dieses Monats melden, haben stiichtige Filipinos die Nachricht dorthin gebracht, daß die Lage in Manila ä u ß e r st kritisch sei, daß Aguinaldo einen LandungSversuch der Amerikaner in Jlo« Jlo als Kriegs- erklärung ansehen und sofort gegen Manila vorgehen werde. Aguinaloo habe den Ausländern daselbst, einschließlich der Spanier, bereits eine diesbezügliche Warnung zukommen und ihnes freies Geleit in die Provinzen anbieten laffen.— Und aus Madrid wird berichtet:.Die Nachricht, die deutsche Regierung habe ihren Konsul in Jlo-Jlo beauftragt, die spanischen Interessen wahrzu« nehmen, nachdem General Rios den Platz verlassen habe, wird amt- lich fflt unbegründet erklärt.' VÄvIttinonkttvifches. Bankgesetz. Der dem PundeSrath vorliegende Entwurf de» Baittgeietze» steht eine Verstärkung deSGrundkapitalS um 80 Millionen vor, also von 120 auf ISO Millionen Mark, und damit die Erhöhung der Zahl der Reichsbank-Antheile um 10000. Der Entwurf ordnet ferner, wie wir erfahren, die Wiederaufnahme der Zuschreibungen an den Reservefonds behufs Ver« stärtung desselben bis auf 2/5 des Grundkapital», mithin bis zum Betrage von SO Millionen Mark an, und ändert gleichzeitig die G e w i n n v er th e i l u n g dahin, daß der dem Reiche zufallende Antheil sich auf drei Viertel des Gewinnüberrestes erhöht, sobald die Gcsammtdividende der Antheilseigner ftinf Prozent über- steigt. DaS st euerfreie Notenkontingent der Reichsbank wirb von 293 400 000 auf 400 Millionen Mark erhöht. In Prag war dem Pächter des städtischen Rest au» rantS auf der Hetzinsel von der jungczechischen Ge« meindeverwaltung bedeutet worden, er solle seinen Saal nicht mehr zu Versammlungen der czechischen Sozialdemo« kratie hergeben. Der Wirth kam dem Begehren natürlich nach. Die Arbeiterorganisationen Prags beschlossen darauf. daS städtifche Bier zu bovkottiren und alle WirthShäuser zu meiden, wo es ausgeschänkt wird. Diese Maßregel wurde mit solchem Erfolge durchgeführt, daß der Wirth des städtischen Restau- rantS auf der Hetzinfel schon nach einigen Tagen die Erklärung ab- gab, daS Lokal stehe wieder wie früher allen Parteien ohne Unter« schied zur Verfügung. Polilriliches, Gerichtliches».s.w. — Während der RcichötagSwahl war im Waldenburger Kreise in Oberschlcsien ein sozialdemokratisches Flugblatt vertheilt worden, durch dessen Inhalt sich der konservativ-nationallibcralo Kandidat, Amtsgcrichtsrath Krause, beleidigt fühlte. Er stellte gegen den Herausgeber des Flugblattes, Gcnoffen Michaelis in Waldenburg, Strasantrag und hat nun die inimense Genngthuuna, daß dieser vom Gericht zu 200 MV Geldstrafe verurtheilt worden ist. Der Staatsanwalt hatte sogar 2 Monate Gcfängnitz beantragt. Ob der Herr AmtsgcrichtSrath Krause während der Reichstags-Wahl« bewegung seine Worte immer auf die Goldwaage gelegt hat? — Ii« Wien wurde der Parteigenosse Emil Kralik, der Redakteur der»Neuen Glühlichter', vom Geschwornengericht zu zwei Monaten Arrest, verschärft mit zwei Fasttagen, verurtheilt, weil er in dem genannten Witzblatt Karikaturen veröffentlicht hat, durch die sich die Abgeordneten Bielohlawek und Josef G r e g o r i g beleidigt fühlten. Prozetz Grützmacher und Genossen. Vor dem Schlvurgerickt des Landgerichts I begannen gestern die Verhandlungen in dem Meineidsprozeß gegen den Direkror des Privatdeteki'iv-JnstitutS„Greif' und zwei weibliche Angeklagte, deren er sich bei der„Beobachtung' eines der Untreue verdächtigten Ehe- manne» als Gehilfinnen bedient haben soll. Den Vorsitz des Gerichts- hofeS führt LandgerichtSrath Kämpfe. Aus der Untersuchungshaft werden vorgeführt: 1. Kriminalkommissar a. D. E g o n G r ü tz« macher, geboren am 17. April 1SSS zu Herford i. W., in keinem Militärverhaltniß mehr, nicht vorbestraft, seit dem 20. September vorigen JahreS verhaftet; 2. die Zigarettenhändlerin separirte Frau Rosa Wehrauch, geb. Sowaden, unbestraft, 38 Jahre alt; 8. die unverehelichte Klara Becker, unbestraft, 20 Jahre alt. Den Ausgangspunkt zu der Anklage bildet ein in Lübeck ge- führter Ehescheidungsprozeß, in welchem die drei Angeklagten als Zeugen veniommen worden sind; sie sollen hierbei Meineide geleistet und Grützmacher soll außerdem die beiden weiblichen Angeklagten zu den von ihnen geleisteten falschen Eiden angestiftet haben. Die Ehefrau des bayerischen Konsuls und Kaufmanns Karl P. au? Lübeck hat im November 18V? bei dem Landgericht Lübeck gegen ihren Ehemann eine Klage auf Ehescheidung wegen Ehebruchs erhoben. Am 18. Januar 1897 hatten sich die Lübecker Rechtsanwälte, die die Sache der Ehefrau führten, an Grützniacher mit der Anfrage gewandt, ob er geneigt sei. den P. in der Richtung auszuforschen, ob er seiner Ehesiau die eheliche Treue breche. Grützmacher nahm den Auftrag an, setzte sich mit dem in Berlin wohnenden Vater der Fran P., dem Musik-Verlagsbuchhändler S. in Verbindung und ließ durch seine Angestellten den Konsul P. eifrigst beobachten, ohne damit Erfolg zu erzielen. Am 30. September erhielt er von dem Musik- Verleger G. die Mittheilung, daß Konsul P. am 6. Oktober eine Reise antreten werde, deren Route ihm, Grützmacher, bald übermittelt werden würde. In dem Briese waren gewissermaßen Vorwürfe für Grützmacher enthalten; es wurde gesagt, daß er die Sache von Anfang an zu sehr auf die leichte Achsel genommen zu haben scheine, daß der zu Beobachtende ein sehr schlauer Mensch sei und daß es vielleicht schon in Leipzig möglich gewesen wäre, über Hilfsmittel in Gestalt weiblicher Perionen zu verfügen. Schließlich wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß endlich ein Resultat erzielt werden würde. Tie Reise nach Köln. Nachdem Grützmacher die Mittheilung von der Reiseroute des Konsuls P. erhalten hatte, hat er zunächst den in seinem Bureau thätigen Dr. Leschke als Beobachter vorausgeschickt und ist dann selbst nach Köln und Bonn nachgereist, wo P. in der Zeit vom 27. Oktober bis 1. November weilen sollte. Mit ihm reiste die angeklagte Frau Weyrauch und die unverehelichte Becker, die Grützmacher zufällig auf dem Bahnhofe getroffen haben will und die die Absicht gehabt haben sollen, gemeinschaftlich eine Nheinreise zu machen. Frau Weyrauch ist eine entfernte Verwandte des Grützmacher, dessen Eheftau die Schwester des geschiedenen Ehemannes der Weyrauch ist, die Becker hat etwa ein halbes Jahr lang bei Frau Weyrauch gewohnt und soll mit dieser im leichten Lebenswandel gewctt- eifert haben. Die Anklagebehörde nimmt an, daß dieses Zusammenreisen der drei Pcrfonen durchaus kein zufälliges gewesen sei, sondern auf einem vorher verabredeten Plane be- ruht habe, dessen Endziel dahingegangen sei, dem P. eme«Falle' zu stellen und mit Hilfe der Becker rhm den Ehebruch nachweisen zu können. Der.Zufall' hat es nämlich so gemacht, daß die Becker in daS- selbe Konpee des Schnellzuges Köln-Bonn gerieth, in welchem der Konsul P. sich allein befand. In Bonn hat sich die Becker in dem «Hotel de Greeffe" einlogirt, neben ihr hatte Grützmacher ein Zinnner genommen. Wie in der Ehescheidungsklage behauptet wurde, hat nun Konsul P. die Becker am 31. Oktober. 1897 in ihrem Hotel- zimmer besucht und sich dort des Ehebruches schuldig gemacht. Zum Beweise für die Richtigkeit ihrer Behauptungen berief sich die Klägerin auf das Zeugniß des Dr. Richard Leschke und der jetzigen drei Angeklagten. Die letzteren Drei sind am 18. Dezember 1897 in Lübeck gerichtlich vernommen worden und da von der Gegenseite geltend gemacht wurde, daß es sich hier um ein abgekartetes Spiel, um einen schlauen Detektiv-Kniff gehandelt habe, find sie eidlich auch über diesen Punkt vernommen worden und haben unter ihrem Tide Aussagen gemacht, die der aufgestellten Behauptung widersprachen. Tie GcrtchtSvorgänge in Lübeck. So hat die B e ck e r, die über die Vorgänge in ihrem Zimmer die Aussage verweigert hat, erklärt, daß ihr nichts versprochen ivorden sei für den Fall, daß die Ehe geschieden werden sollte, daß sie auch von niemand eine Belohnung dafür erhalten habe. Frau Weyrauch sei damals, theils in Geschäften, theils um den Rhein zu besuchen, auf Reisen gegangen und habe sie zur Gesellschaft mitgenommen. Ob die Weyrauch die Absicht gehabt Hab», den Konsul P. zu verführen, wisse sie nicht. Sie Hab» auf der Tour von Berlin nach Köln wohl Herrn Grützmacher davon sprechen hören, daß er einen Herrn zu beobachten habe, die Person des Herrn sei ihr aber nicht bekannt gewesen. Sie habe in Köln auf dem Bahnhof die Weyrauch verloren und sei rein zufällig in das Koupee gerathen, in welchem sich P. befand. Einen Auftrag, gerade dort einzusteigen, habe sie nicht gehabt, ebenso wenig habe sie von Grützmacher die Aufforderung zur Reise erhalten. In Bonn habe ihr Konsul P. beim Verlassen deS Waggons gesagt, sie solle im Hotel Continental Logis nehmen, wo auch er logirte. Sie sei auch zunächst dort abgestiegen und habe von dort durch telephonische Erkundigungen bei scimmtlichen Hotels erst festgestellt, daß zwei Herren und eine Dame im Hotel de Greeffe abgestiegen seien. Die Weyranch und sie hätten dann eine Nacht im Hotel Continental zugebracht und seien, weil cS ihnen dort zu theuer gewesen, nach dem Hotel de Greeffe übergesiedelt, wo auch Grützmacher und Dr. Leschke logirten. Ob diese dort ein neben dem ihrigen gelegenes Zimmer bcivohnt haben, wisse sie nicht. Daß Konsul P. der von Grützmacher beob- achtete Herr sei, habe sie nicht schon bei der Ankunft in Bonn gewußt, sondern erst einen Tag später erfahren. Auf der Reise habe Frau Weyrauch für sie bezahlt. Frau Weyrauch hat unter ihrem Eide behauptet, daß sie mit der Angelegenheit des Herrn P. nichts zu thun habe. Sie habe die Becker nur zu ihrer Geicllschast mit auf Reisen genommen und wisse nicht, ob diese den Auftrag hatte, Herne P. zu beobachten. Ihre auf dem Bahnhof in Köln erfolgte Trennung von der Becker sei eine rein zufällige gewesen, ebenso zufällig sei daS Zusammentreffen mit Grützniacher bei der Abreise von Berlin gewesen. Sie habe gar kein Interesse an dieser Sache, sei nicht beauftragt gewesen, den P. zu beobachten und habe keine Belohnung bekommen. Grützmacher bat u.a. Folgendes beeidigt: Er habe die Becker nicht zum Zwecke der Beobachtung des P. engagirt, habe auch die Weyrauch dazu nicht mitgenommen. Ihr Zusammentreffen auf dem Anhalter Bahnhofe und die gemeinschaftliche Reise sei rein zu- fällig gewesen. Seine Reise habe nicht den Zweck gehabt, die Becker Herrn P. nahe zu bringen. Frau Wehrauch stehe in keiner Beziehung zu seinem Institut, er habe ihr für diese Sache nichts bezahlt und nichts versprochen. DieS sind die Eide, die nach der Behauptung der Anklage- bchörde wissentlich falsch geleistet sei» sollen. Die letztere will beweisen, daß thalsächlich eine Verabredung zwischen den drei An« geklagten bestanden habe, und stützt sich dabei auf eine ganze Reihe äußerer Momente, auf die Bekundung bei Konsuls P. über sein Zusanimentreffen mit der Becker und' namentlich auf niehrere ein- wandsfreie Zeugen, die zu der Becker in näheren Beziehungen ge« standen haben und bekunden sollen, daß diese ihnen schon vor Antritt der Reih» den ganzen Plan unumwunden mttgetheitt habe. DaS- selbe soll auch vie Wehrauch gethan haben. Die Anklage behauptet auch, daß Grützmacher die Kosten der Reise bestritten und sowohl der Becker als auch der Weyrauch wiederholt Zuwendungen gemacht habe. LandgerichtSrath Kämpfe eröffnet die Verhandlung um üV, Ubr. Bei der voraussichtlichen längeren Dauer derselben wird ein Ersatz-Gcschworener ausgeloost. Die Anklage vertritt Staatsanwalt v. Penzinger, die Ver- theidigung führen die Ltechtsanwälte Dr. I» e r s I und W r o n k e r für Grützmacher, Leonh. Friedmann für Frau Weyrauch und Seile für die Becker. Auf die Fragen des Vorsitzenden nach den persönlichen Ver- Hältnissen der Augeklagten giebt Angenagter Grützmacher folgend» Auskunft: Er habe das Gymnasium bis Untersekunda be- sucht, nachdem er vorher einige Zeit auf der Kadettenschule gewesen war. Später ging er auf die Gewerbeschule, studirte auf der Gewerbe- Akademie Chemie und Mathemattk und trat am 1. Januar 1380 als Anwärter bei der hiesigen Polizei ein. Er wurde Polizeilieutenant und dann Kriminalkommissar. Er war bis zum 1. Januar 1896 im Staatsdienst und ist dann auf sein Gesuch pensionirt worden. Als Grund dafür giebt er an, daß er krank gewesen sei und infolge seiner Verheirathung in sehr jugendlichem Alter, dreizehnmaliger Entbindung seiner Ehefrau und schwerer Schicksalsschläge eine Schuldenlast von zirka 8000 M. hatte. Er giebt zu, wegen Verletzung seiner Dienstpflicht mehrfach disziplinarisch bestraft zu sein. Er bezieht eine Pension von 1820 M. jährlich. Schon vor der Pensionirung war ihm der Betrag von 10 000 M. zu einer schriftstellerischen Thätigkeit versprochen worden. Es wurde auch die illustrirte Sport- Zeitschrift„Viktoria' unter Chef- redaktion des Herrn Hacke herausgegeben, das Geld war aber schon zu früh verbraucht, so daß die dritte Nummer nicht mehr erscheinen konnte. Der Geldmann ging»ach Amerika, um Geld zu holen und ließ einen Wechsel über 3000 M. zurück, der sich aber nicht diskontiren ließ. Dann eröffnete er das Detektivbureau „Greif', welches auf großen Grundlagen eingerichtet wurde. Er habe einen Sozius, den Rittmeister Barlo w gehabt, die ihm ver- sprochenen Betriebsmittel erhielt er aber nur zum Theil. Da» Institut, welches eine ganz besondere Organisation erhielt,� sollte ursprünglich Ehesachen ganz auS dem Bereiche seiner Thätigkeit lassen.'Zeitweise seien über 20 Personen im Institut beschäftigt ge- Wesen, darunter ein Inspektor, ein Referendar, ein Bureauvorsteher und drei Schreiber. Die Jahreseinnahmen betrugen 80—100 000 M. Er hat als Einjähriger gedient und ist als Oberlieutenant aus dem Militärverhältniß geschieden. Die Angeklagte Rosa Weyrauch giebt über ihre persönlichen Verhältnisse folgende? an: Sie sei in Berlin als die Tochter eines russischen Einwanderers geboren, ihr Vater sei Handelsmann und Zigarettenfabrikant gewesen. Im Alter von 19 Jahren habe sie den Kaufmann Weyrauch geheirathet. Dieser habe sie in letzter Zeit schlecht behandelt, sie habe damals noch nicht gewußt, was sich später herausgestellt habe, daß ihr Ehemann geisteskrank war. Die Ehe sei 1894 geschieden, aus derselben stamme ein jetzt 13jähriger Knabe. Sie habe sich nach der Ehescheidung mehrere Jahre hindurch bei ihren Eltern aufgehalten und dort die Zigaretten-Fabrikation erlernt. Im Jahre 1897 habe sie sich ein eigenes kleines Geschäft eingerichtet, welches ihr die Mittel zu einer bescheidenen Lebensweise geboten habe. Den Mitangeklagten Grütz- macher habe sie schon als Mädchen kennen gelernt. Die Frage des Präsidenten, ob sie auch für daS Detektiv-Jnstitut„Greif' thätig gewesen sei, verneint die Wehrauch mit Entschiedenheit. Sie habe auf Grützmacher'S Bitten Reklameplakate in Nestaurattonen untergebracht und für jedes Stück eine Mark erhalten. Die dritte Angeklagte, Rosa Becker, ist die Tochter eines kleinen Bahnbeamten bei Lübben. Sie fei 1397 als 21 jähriges Mädchen nach Berlin gekommen und habe hier verschiedene Stellungen als Verkäuferin in einer Konditorei und einem Restaurant bekleidet. Als sie krank geworden sei, habe man sie im..Marienheim' behandelt. Ein Arzt habe sie dann an die Frau Weyrauch verwiesen, wo sie sich erholen könne. Sie habe bei derselben anfänglich täglich 2 M. bezahlt, dann habe sie der Frau Weyrauch als Gegenleistung für Unterkommen und Verpflegung die Wirthschaft geführt. Mit Entschiedenheit bestreitet die Becker, daß sie damals einen unsittlichen Lebenswandel geführt und die Wehrauch dies begünstigt habe. Nach dieser vorläufigen Vernehmung der Angeklagten beschließt der Genchtshof auf Antrag de? Staatsanwalts den Ausschluß der Oeffcntlichkeit, den Berichterstattern wird jedoch der Zutritt unter gewissen Bedingungen gestattet. Vor Eintritt in die Sache selbst erklärt Rechtsanwalt S e l l e, daß seine Klientin Becker gesonnen sei, ein Geständniß abzulegen. Präs.(zum Angeklagten Grützmacher): Ich möchte auch Sie auffordern, mit sich zu Ruthe zu gehen, ob es nicht das Beste für Sie ist, wenn Sie dasselbe thun. Sie sind preußischer Offizier gewesen und ich appellire an Ihr Ehrgefühl, ob Sie nicht vorziehen, bei der schweren Belastung, die auf Ihnen niht, Ihre Schuld zu bekennen. Sie haben sich verführen lassen, haben der Versuchung nicht widerstehen können und sind gestrauchelt. Wollen Sie das nicht lieber bekennen?— Angekl. Grützmacher: Ich habe nicht» zu bekennenl Nochmal» da» Ehrgefühl de» Offizier» a. D. Der Angeklagte bleibt mit Bestimmtheit dabei, daß sein Zu« sammentreffen mtt den beiden Frauen auf dem hiesigen Bahnhofe ein rein zufälliges gewesen sei, wiederholt diese Versicherung auch trotz der Vorhaltung des Vorsitzenden, daß nach der Bekundung durchaus glaubwürdiger Zeugen die beiden angeklagten Frauen schon vorher von dieser Reise zum Zwecke der Beobachtung des Konsuls P. gesprochen haben.— Präs.! Ich habe vcrgeblid) versucht, an Ihr Ehrgefühl zu appellircn, jetzt appellire ich an Ihren Verstand. Wollen Sie wirklich, daß wir Ihnen solchen Unsinn glauben?— Angekl.: Ich kann nur wiederholen, daß ich die Reise mit den beiden Frauen nicht vorher verabredet habe. Sie können also gar nicht von ihrer ObservationSrcise ge- sprachen haben, möglich ist es aber, daß ich mal zu Frau Weyrauch von meiner Reise und meinem Auftrage gesprochen habe. Ich wiederhole, daß Frau Weyrauch in meinem Institut nicht beschäftigt war.— Präs.: Wollen Sie auch dabei bleiben, daß es reiner Zufall gewesen ist, daß die Becker bei der Abreise von Köln nach Bonn gerade in daS Kupee gerieth, in welchem sich der Konsul P. befand?— Angekl.: Jawohl, das ist wirklich Zufall gewesen I(Unruhe bei den Geschworenen.)— Präs.: Angeklagter, Sie sind der Sohn eines Ehrenmannes, wenn Sie selbst noch Ehrgefühl haben, dann lassen Sie es sprechen. Ich habe die feste Ueberzeugnng, daß auch Ihr Vcrthcidiger Ihnen gesagt haben wird, daß es das Beste für Sie sei, Ihre Schuld zu bekennen. — A n g e k l. G r.: Ich habe nichts zu bekennen. ES mag ja unglaublich scheinen, was ich sage. ich versichere aber nochmals, daß eS wirklich Zufall war.— Präs.: DaS werden Sie kaum jemand glauben machen.— Angekl.: Ich habe schon bei meiner Vernehmung in Lübeck ausgesagt, daß nach meinem zufälligen Zusammentreffen mit den beiden Frauen auf dem Potsdamer(nicht Anhalter) Bahnhofe in mir der Plan reifte, diese Situation nach Möglichkeit auszunutzen, ohne direkt zu provoziren.— Präs.: DaS steht in dem Lübecker Protokoll über- Haupt nicht. Wollen Sie nun sagen, daß Sie die Situation auch in dem Sinne ausgenutzt haben, daß Sie die Becker in das Kupee des Konsuls P. dirigirtcn?— Angekl.: Ich sah erst, als die Becker sd)on halb im Wagen war, daß Konsul P. darin saß.— Präs.: Es ist doch wieder ein sehr sonderbarer Zufall, daß die Weyrauch, die angeblich eine Geschäftsreise zum Zwecke ihres Zigarettenhandels machte, nun einfach mit Ihnen zusammen- blieb und auch gleichzeitig zurückkehrte, als Sie zurück- kehrten. Der Präsident hält dem Angeklagten weiter weiter vor, daß es doch höchst auffällig sei, daß die beiden weiblichen Angckagten in Bonn anfänglich gemeinschaftlich ein Hotelzimmer bewohnten. während im Hotel de Greeffe sowohl die Becker, als auch die Weyrauch je ein besonderes Zimmer erhielten. Auffällig sei es ferner, daß Grützmacher sowohl der Weyrauch. alS auch der Becker wiederholt Geldzuwcndungen gemacht und beispielsweise der Becker eine goldene Uhr geschenkt habe. Der Angeklagte sucht alle diese Vcrdackits- momente mit großer Gewandtheit auS der Welt zu schaffen. Die� kleineren Summen, die er vor dem Lübecker Termin der Frau Weyrauch gegeben, seien für Zigaretten gewesen. Der Becker habe er Unterstützungen gewährt, weil es ihm leid that, daß er sie in solche Unannehmlichkeiten gebracht und sie gewissermaßen an den Pranger gestellt habe. Da» Geständniß der Becker. Hierauf wird die Angeklagte Becker aus der Anklagebank vor- gerufen und erklärt nach ernsten Vorhaltungen des Vorsitzenden, daß sie ein Geständniß ablegen wolle. Danach habe sie auf dem Bahnhof in Köln thatsächlich ihre Mitteisenden verloren und habe Sachen in ein Koupee gelegt, in welchem schon ein Herr saß und ein anderer, der Konsul P., seinen Platz belegt hatte. Sie habe vor der Wagenthür gestanden und auf die Mitangeklagten gewartet. Kurz bevor der Zug abging, sei Grützmacher angelaufen qe- kommen und habe sie mit den Worten:„Nun nur rasch hinein!" in�das Koupee geschoben. Sie sei dann mit dem Konsul P. m ein Gespräch gerathen, welches aber durchaus anständig gewesen sei. Sie habe keine Ahnung davon gehabt, daß sie gewissermaßen- als Lockvogel dienen sollte, vielmehr den Konsul P. für einen, tommen. verständlich hielten. Zeugen zu vernehmen. Deutsches Reich. ernsten vornehmen Mann gehalten. In Bonn habe der Angeklagte| macher aber habe ihr gesagt, allein könne sie nichts aus- Kreisfonferenzen stattgefunden. Der Wunsch der Kollegen ging Grüßmacher sie und die Frau Wehrauch aus dem Hotel zu einem richten, sie solle nur die Beder mitnehmen. Daß dieser überall dahin, daß noch vor dem im März stattfindenden VerbandsSpaziergange abgeholt und bei Gesprächen mit Frau W. wiederholt bei der Mission eine bestimmte Rolle zufallen sollte, sei ihr tage eine Landeskonferenz der organisirten Maurer der Provinz gejagt, die Sache müsse mun anders angefangen werden und zu Ende nun wohl flar geworden, doch habe sie nicht gewußt, daß die Beder Brandenburg stattfinden sollte. Diesem Wunsche komme ich hiermit Dann habe der Angeklagte Gr. auf dem Spaziergange als Lockvogel dienen sollte. Sie wisse noch, daß sie erstaunt gewesen nach, indem ich zum 19. Februar, Vormittags 9 Uhr, nach dem feinen Angestellten Dr. Geschte( nicht Leschte) getroffen und mit ihm sei, bei der Abreise aus Berlin den Grühmacher auf dem Bahnhofe Lokale von Zubeil, Lindenstr. 106 in Berlin, eine Konferenz von sehr lebhaft gesprochen. Bald darauf habe Frau W. ihr das An- zu sehen. Rechtsanwalt Friedmann redet ernstlich auf seine Vertretern der Zahlstellen der Provinz Brandenburg einberufe. Als finnen gestellt, mit dem Konsul P. in sträflichen Verkehr zu klientin ein, nun auch die volle Wahrheit zu sagen, denn schon Tagesordnung schlage ich vor: 1. Die Beitragserhöhung und welche treten, sie habe dies zurückgewiesen, Frau M. Habe aber immer durch ihre jezige Aussage sei nachgewiesen, daß sie in Stellung nehmen die organisirten Maurer der Provinz dazu ein. wieder auf sie eingeredet. Dann sei fie in das Hotel de Greeff Lübeck in einigen Punkten die Unwahrheit beschworen habe. 2. Die Tarifgemeinschaft. 3. Agitation und Lohnbewegung im Jahre übergefiedelt. Sie habe nun erkannt, бав es sich wohl Sie solle ihr Gewissen nun auch ganz entlasten und nicht damit 1899. 4. Anträge und Verschiedenes. Die Wahl der Delegirten muß um eine Falle für den Konsul Konsul P. handelte und daß zurückhalten, wenn vorher der Plan festgestellt gewesen sei, die Beder in Mitgliederversammlungen erfolgen. H. Silberschmidt, Berlin W., es wohl nicht 8ufalI gewesen sei, der fie in das dem Konsul B. nahe zu bringen. Die Angeklagte erklärt, daß sie Frankenstr. 83. Koupee des Konsuls P. dirigirt habe. Sie habe sich nicht zu nichts davon gewußt habe, wie es schließlich kommen sollte. folcher Schändlichkeit hergeben wollen und die Absicht gehabt, abzuEine Charakteristik der Detektiv- Justitute. Wegen Lohndifferenzen sind in der Faßfabrik von Fride u. Co. reisen, es stellte sich aber heraus, daß Dr. Geschte ihr Rundreisebillet genommen hatte, als er in Gemeinschaft mit Rechtsanwalt Dr. Jvers I legt Grüßmacher nahe, nachdem in Lübed 19 Böttcher in den Ausstand getreten. nun schon zwei Geständnisse vorliegen, nun auch seinerseits nicht Berichte der Gewerkschaftskartelle. Das Kartell in OffenFrau Wehrauch die Sachen aus dem Hotel Kontinental in das Hotel damit zu zögern. Auch Rechtsanwalt Wronker macht wiederholt bach a. M. hat für das Jahr 1898 soeben seinen Bericht herausde Greeffe brachte. Am nächsten Tage habe, wie sie jetzt annehme, den Angeklagten darauf aufmerksam, daß er seine Lage nur ver- gegeben. Er enthält einen Ueberblick über die Lohnbewegungen, Frau Wehrauch es so dirigirt, daß sie just in dem Augenblide an die Agitation und die Entwickelung der Organisationen. Von den den Postschalter tam, als auch Konsul P. sich dort befand. Legterer bessern könne, wenn er der Wahrheit die Ehre gebe. fragte sie dabei, ob er sie nicht' mal besuchen dürfe, und Angeklagter Grütmacher erklärt auch, die Wahrheit aussagen 14 390 beschäftigten männlichen Arbeitern sind 2469 und von den da sei ihr der Gedanke gekommen, unt Grüßmacher zufrieden zu wollen, er dreht und windet sich aber so, daß der Präsident 3120 weiblichen Arbeitern 144 organisirt. Die Gesammt- Einnahme zu stellen, zum Schein darauf einzugehen. Konsul B. jei dann ihm wiederholt erklärt, daß er die Versuche mit ihm aufgebe. An der 22 Organisationen betrug 28665,91 m., die Ausgabe 26817,49 m. geklagter Grühmacher giebt zu, daß es richtig ist, daß Frau Wehrauch Das Gewerkschaftskartell in Speyer kann berichten, daß die auch in ihr Hotelzimmer gekommen, jei zwar ein wenig dreisten gewesen, fie müsse jedoch mit aller Bestimmtheit bestreiten, daß den Zweck der Reise kannte und daß sie zur Erfüllung dieses Zweckes Mitgliederzahl der gewerkschaftlich organisirten Arbeiter um das Ehebruch getrieben worden sei. Sein Aufenthalt in ihrem Zimmer abgereist sei. Er bleibt dabei, daß er thatsächlich nicht mit ihr zu- Doppelte gestiegen ist. Dem Kartell gehören 13 Gewerkschaften Das Kartell hatte eine Einnahme sammen die Sache haben machen wollen. Er habe mit Frau W. über mit 16 Verwaltungsstellen an. habe etwa 15-20 Minuten gedauert; als er ging, feien die Reise gesprochen, das sei richtig, aber sein Zusammentreffen mit von 466,34 M. und eine Ausgabe von 425,25 M. zu verzeichnen. sofort Grühmacher und die Wehranch in das die Weyranch in das 8immer gestürzt gekommen. Dieselben hätten durch ihr auf dem Bahnhofe sei wirklich zufällig gewesen. Er habe die In der Zuckerraffinerie in Halle haben die in der Rohschnelle und prüfende Blide Anzeichen dafür gesucht, daß etwas vor Absicht gehabt, die Sache durch die beiden Frauen allein machen zu zuckerniederlage beschäftigten 16 Arbeiter sämmtlich die Arbeit niederlassen. Bezüglich der beabsichtigten Verführung des Konfuls P. gekommen sei, und auch zu verstehen gegeben, daß fie dies als selbsts macht der Angeklagte wieder allerlei Winkelzüge, die der Vorsitzende gelegt. Vor 14 Tagen war ihnen eine Lohnreduzirung von 25 pet. Sie habe dies entschieden bestritten, die schließlich mit der Bemerkung abschneidet:" Das ist etwas so angefündigt worden, die bei der Lohnzahlung am Mittwoch Abend zum Behrauch und Die Lohnreduzirung ist um so Wehrauch und Grühmacher hätten aber stets das Gegentheil Gemeines, wie man sich gar nicht denken kann. Nicht blos Ihr unbegreiflicher, als die Löhne in der Zuckerraffinerie bis jetzt bereits ersten Male vorgenommen wurde. gefagt, und als das Gespräch wieder einmal auf dies Thema gekommen sei, nachdem fie das Hotel verlassen begnügen sich leider nicht damit, Verbrechen aufzudecken, sondern außerordentlich niedrige gewesen sind. Wurden die Arbeiter im sie das Hotel verlassen Institut, sondern auch noch andere Detektivinstitute unbegreiflicher, als die Löhne in der Zuckerraffinerie bis jetzt bereits hatten, hätten die Mitangeklagten geäußert: Fräulein, es von sind nun noch 25 pet. abgezogen worden! Der größte Theil müßt Ihnen Alles nichts, wir hatten die Thür angebohrt senden direkt Leute aus, um einen Ehebruch zu ton Tagelohn beschäftigt, so erhielten sie 221/2 Pf. pro Stunde und das und haben Alles gesehen!" Präsident: Wurden struiren. Das ist wirklich schmachvoll." Sie nun nicht überrascht, als Sie die Vorladung vor das Gericht Beweisaufnahme zu verzichten; auf den Wunsch der Geschworenen Die Vertheidiger schlagen bei dieser Sachlage vor, auf jede der Ausständigen ist organisirt. in Lübeck erhielten? Angefl: Ja gewiß, ich sprach auch mit der Frau Wehrauch darüber, sie meinte furz, es werde nichts auf beschließt der Gerichtshof aber eine Anzahl sich haben. Präs. Sie haben nun in Lübeck auf die Frage des Vorsitzenden erklärt, daß Sie auf die Frage, ob es zwischen Ihnen und dem Konsul P. zum Ehebruch gekommen sei, die Ant- Becker ihm bereits Anfang Oktober gesagt habe, sie müsse mit wort verweigern wollten. Konsul P. hat dagegen erklärt, der Wehrauch und Grühmacher eine Rheinreise machen. Es handle er werde beeiden, daß es nicht zum Ehebruch gekommen fich darum, einen Herrn, der Konsul sei, zu verführen. Nach fci. Sie haben ferner bestritten, gewußt zu haben, zu welchem der Rückkehr hat die Becker dem Zeugen verfichert, die Reise sei so Zwecke die Reise nach Bonn unternommen wurde. Angefl.: verlaufen, daß sie jederzeit dem Kful unter die Augen treten Darin bekenne ich mich schuldig, wenn ich es auch vorher nicht tönne. gewußt habe, so wußte ich es doch, als wir uns in Köln Hiernach wird unter Zustimmung aller Prozeßbetheiligten auf befanden. Präs.: Hat Grüßmacher Ihnen nach dem Termine jede weitere Beweisaufnahme verzichtet und der Vorsitzende trägt Geschenke gemacht? Angel I.: Ja, auf der Rüdreise gab er ie zu beantwortenden Schuldfragen vor. Auf Antrag der Vermir eine goldene Damenuhr mit dem Bemerken, daß es ein theidiger wird bei allen drei Angeklagten die Unterfrage aus Weihnachtsgeschent sein solle.- Präs: Haben Sie später§ 157 St.-G.-B. gestellt, welcher lautet:" Hat ein Beuge fich eines noch Beziehungen zu Grützmacher gehabt?- Angeklagte: Meineides schuldig gemacht, so ist die an sich verwirkte Strafe auf Bald nach der Rückkunft von Lübeck zog ich von der Wehrauch fort die Hälfte bis ein Viertel zu ermäßigen, wenn die Angabe der und mußte mich mun um eine Stellung bemühen. Ich sprach mit Wahrheit gegen ihn selbst eine Verfolgung wegen Verbrechens oder Grüßmacher, der mir sagte, daß die Ehescheidungssache ja noch nicht Bergehens nach sich ziehen könnte." zum Abschluß gelangt sei, man könne ja nicht wissen, wie es vor Sem Oberlandesgericht ausfallen werde. Er, Grüßmacher, würde mir ja gern 1-2000 m. geben, es hänge blos von mir ab. Wenn ich ihm einen Briefschreiben wolle, dessen Text er mir auf sezen werde, so wolle er für mich sorgen. Präs.: Wie lautete denn der Inhalt des Briefes?- AngelL.: Etwa so, daß ich Arbeiter Rifiko. In der Theerkokerei- Anlage der bei Gelsen Grüßmacher mittheilte, ich werde vor dem Oberlandes gericht firchen gelegenen Zeche Consolidation", Schacht I, wurden meine Aussage nicht verweigern, wie ich durch eine Explosion sechs Arbeiter verlegt. vor der ersten Instanz gethan, sondern sagen, daß es zwischen P. und mir zum Ehebruch gekommen sei. Ich würde zu diesem GeWiener Selbstmord Statistik. In Wien sind im vorigen Staatsanwalt v. Benzinger beginnt fein Plädoyer wie finnungswechsel veranlaßt durch den Umstand, daß ich erfahren habe, folgt: Es ist hier in der Verhandlung das Institut der Privat- Jahre 371 Selbstmorde vorgekommen, 76 davon betrafen das weibB. sei bereit, das Gegentheil zu beschwören, und ich wollte ihn vor detektivs besprochen worden. Es ist nicht nothwendig, sich darüber liche Geschlecht. In den Jahren 1897, 1896 und 1895 betrug die einem Meineide bewahren. Präs. So ungefähr ist der Inhalt, wir haben den Brief bei den Akten. Nun wurden Sie zwar vom näher auszulassen, weil durch diese Verhandlung jedenfalls das Bahl der Selbstmorde 400, 396 und 404. Die Selbstmordziffer des Oberlandesgericht nicht geladen, Grüßmacher nahm sie aber mit zum worden ist, wie es kaum zu erwarten war. Er hat ein PrivatInstitut des Angeklagten Grügmacher in einer Weise gebrandmarkt Jahres 1898 ist also beträchtlich niedriger. Termine, ihre Vernehmung wurde beschlossen und Sie machten eine Aus- detektiv- Justitut geleitet, das den Namen„ Greif" führte und mit sage, die sich mit dem Inhalte des Briefes deckte. Zum Glück wurden der Parole arbeitete:" Der Greif greift Alles". Das ist kein Leht Sie nicht vereidet, sonst würden Sie noch einen Meineid geleistet haben. Wunder, wenn man sieht, mit welchem Menschen man es zu Das ist tein Lehts Nachrichten und Depelihen. Aus der weiteren Vernehmung der Angeklagten, die wegen ihrer thun hat. Er hat vollständig das Gewissen verloren Gerüchten zufolge soll der sozialdemokratische Vertrauensmann eigenartigen Sprachweise mur äußerst schwer zu verstehen ist, geht huldigte dem Grundsaße:„ Der Zwed heiligt die Mittel". für den 6. Wahlkreis( Moabit), Gräschke, Kirchstr. 22, als hervor, daß sie zu der Zeit, als sie den Eid leistete, vollständig in Der Staatsanwalt empfahl auch, bezüglich der beiden ersten An- Polizeispitel entlarvt worden sein. den Händen des Grüßmacher und der Wehrauch gewesen sein will. geklagten die Unterfragen aus§ 157 zu bejahen, nicht aber bezüglich Die Sache selbst verhält sich, wie uns aus Parteitreisen geUnter wiederholten Thränenergüssen schildert sie, wie sie drangsalirt der Becker, die in Gemäßheit ihrer eigenen Behauptung, daß sie schrieben wird, folgendermaßen: worden. Sie giebt zu, daß fie schuldig sei, in dieser ihrer Gemüths- feinen Ehebruch getrieben, keine Strafverfolgung zu befürchten hatte, Der Genosse Eugen Ernst wurde am 3. Dezember von Frau verfaffung in einigen Bunkten etwas falsches beschworen zu haben. wenn sie bei ihrer Vernehmung ausgesagt hätte, daß sie als Lod- Gräschte per Fernsprecher aufgefordert, zu ihrem Mann zu kommen. Eine Episode ist aus der Vernehmung noch mittheilenswerth. Es mittel mit auf die Reise gegangen sei. Es würde event. Sache der Als Ernst dort erschien, theilte Gräschte demselben mit, daß er ereignete sich nämlich, daß das Institut„ Greif" von einem Gnade sein, die Strafe herabzumindern und wenn es sich wirklich am Donnerstag, den 1. Dezember, mit einem Kriminalbeamten anderen Detektiv Justitut beobachtet wurde. Dabei herausstellen sollte, daß die Becker doch nicht einen so liderlichen herumgefneipt und dabei sich schwer bezecht habe. Am Morgen des Lebenswandel geführt habe, wie von mehreren Seiten behauptet 2. Dezember sei der Beamte in Gräschte's Wohnung gekommen und werde, so würde er selbst bereit sein, ein solches Gnadengefuch zu habe von ihm verlangt, er solle seinem Versprechen, ihm Nachrichten über die Parteiverhältnisse zu verrathen, unterſtügen. Rechtsanwalt Wronter regt Bedenken an, ob die beiden Gräschte sei über dieses Verlangen erstaunt gewesen. weiblichen Angeklagten trotz ihres Geständnisses thatsächlich einen Darauf habe ihm der Kriminalbeanite ein Schriftstüc Meineid geleistet haben. War die Verführung geplant, so war der mit Gräschte's Unterschrift hingehalten, in welchem dieser Falscheid einfach die unausbleibliche Folge, denn es war selbstverständlich, sich bereit erklärt, der Polizei Dienste gegen die Sozialdemokratie zu daß die beiden Frauen sich nicht selbst vor Gericht eines Vergehens oder leisten. Dafür habe er bereits eine Bezahlung von 60 M. angegar eines Verbrechens bezichtigen würden. Eine Anstiftung zum nommen. Gräschte habe dies bestritten. Darauf soll der Beamte Meineide war also ganz überflüssig. Die übrigen Bertheidiger gesagt haben, daß sich in Gräschte's Westentasche noch die 60 m. schließen sich im Allgemeinen diesen Ausführungen an. Sie plädiren befinden müßten, die dieser dann auch wirklich vorgefunden haben dafür, daß den Angeklagten der§ 157 zu Gute fomme. Nach Re- will. Dies Vergehen habe ihm keine Ruhe gelassen, bis er es dem plit und Duplit erfolgt die übliche Rechtsbelehrung durch den Vor- Genossen Ernst eingestanden. Soweit die Erklärung Gräschte's. fizenden. Das Urtheil. Ueber Mißstände, die in der Maschinenfabrik in Immen dingen bestanden haben sollen, berichteten wir in Nr. 289 unseres Blattes vom vorigen Jahre. Diese Angelegenheit war seiner Zeit auf Anlangt, in der sich erbot, einer eventuell Von Wichtigkeit ist die Bekundung eines Zeugen, wonach die regung des Kaufmanns Schury in Immendingen in die Presse gegegen ihn an= gestrengten Beleidigungsklage den Wahrheitsbeweis anzutreten. Durch Nachweise, die Herrn Schury in dem lezzthin stattgehabten Termin geliefert wurden, erkannte derselbe seine Behauptungen als unhaltbar an, und verpflichtete sich, die Kosten des Verfahrens zu übernehmen und in sämmtlichen Zeitungen, die über die Angelegen heit berichteten, dahingehende Erklärungen ebenfalls auf seine Kosten zu veröffentlichen.( Siche auch Jnseratentheil der heutigen Nummer.) Ausland. es ist es dann vorgekommen, daß sich wieder und immer wieder feingekleidete Herren an die Becker heranmachten und es wird die Vermuthung ausgesprochen, daß dies Abgesandte des gegnerischen Instituts gewesen seien. Nach den Erläuterungen, die Rechtsanwalt Selle zu dieser Episode gab, scheint der Zweck gewesen zu sein, die Becker, die auch beim Oberlandesgericht den Eindruck eines zwar leichtfertigen Mädchens, aber durchaus nicht etwa einer Straßendirne gemacht hatte, als Prostituirte hinzustellen, die feinen Glauben verdiene. Die Angeklagte Frau Weyrauch, die krant ist und erklärt, daß ihr Gedächtniß schwach geworden sei, behauptet, daß sie nur die Wahrheit beschworen habe. Die Wehrauch auf der Rheinreise. Aus der Beweisaufnahme ist noch nachzutragen, daß Grüß mach er behauptet, für diesen Fall P. von dem Musikverleger S. 2000 M. Ermittelungsgelder und 6000 M. Belohnung zugesichert erhalten zu haben. Rechtsanwalt Selle stellt vor Beginn der Plaidoyers noch den Antrag, bezüglich der Becker die Unterfrage wegen fahrlässigen Meineides aufzunehmen. Dem Antrage wird stattgegeben. Die Plädoyers. und Die Angeklagte Wehrauch bleibt bei ihrer eingehenden Vernehmung dabei, daß sie in 8igaretten- Angelegenheiten nach dem Rhein habe reisen wollen und die Becker auf ihre Kosten zu ihrer Nach reichlich halbstündiger Berathung verkündete der Obmann Begleitung mitgenommen habe. Auch das Zusammentreffen mit den Spruch der Geschworenen dahin: Grüßmacher sei rein zufällig gewesen, doch habe dieser ihr unterDie drei Angeklagten find sämmtlich schuldig des wissentlichen wegs gesagt, daß sie ihm eigentlich bei der Observation behilf meineides, aber mit dem Milderungsgrund, der ihnen auf Grund lich sein könnte. Sie habe thatsächlich die Becker auf dem Kölner Bahnhofe im Gedränge verloren, als sie sich nach der§ 157 Str.-G.-B. zu Gute kommt. Der Angeklagte Grügmacher ihr umthun wollte habe sie Grüßmacher daran gehindert ist der Anstiftung zum Meineide nicht schuldig. und gesagt, fie werde sich schon wieder melden. Bei der An- Der Staatsanwalt beantragte gegen Grüßmacher vier Jahre funft in Bonn habe sie die Beder im Gespräch mit B. Buchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, gegen die Wehrauch ein Jahr bemerkt, sie habe sofort auf sie zugehen wollen, Gr. habe aber gesagt, drei Monate Buchthaus und zwei Jahre Ehrverlust, gegen die Becker fie solle die Beiden nicht stören, denn man könne nicht wissen, was neun Monate Gefängniß. Als P. das Hotelzimmer der Becker fie sich mitzutheilen hätten. verlassen habe, habe ihr die Becker alle Einzelheiten dieser Begegnung baten um ein niedrigeres Strafmaß. Die Vertheidiger führten eine Anzahl Milderungsgründe an und genau so mitgetheilt, wie sie, die Angeklagte, es in Lübed beschworen baten um ein niedrigeres Strafmaß. Der Gerchtshof verurtheilte Grüßmacher zu 2 Jahren 6 Monaten babe. Der Vorsitzende macht auch diese Angeklagte wiederholt auf das Auffällige aufmerksam, daß sie angeblich Zigaretten- Buchthaus und 5jährigem Ehrverlust, die Wehrauch zu 1 Jahr geschäfte machen und damit eine Rheinreise verbinden 4 Monaten und 2 Wochen Gefängniß, die Becker zu 9 Monaten mollte, thatsächlich aber feine gar Zigaretten verkauft Gefängniß. und auch vom Rhein so gut wie nichts gesehen, sondern sich sehr lange in Köln aufgehalten und sofort nach der Verübung des Schurkenstreiches" die Rückreise nach Berlin angetreten habe. Die Angeklagte erklärt, daß ihr Reiseplan durch das Hinzutreten Grüß macher's vollständig verändert worden sei. Sie behauptet, daß sie die Becker rein aus Gutmüthigkeit mitgenommen habe, weil diese sie inständigst darum gebeten habe. Die Beder versichert, daß sie allerdings mal gesagt habe, es wäre schön, wenn sie mit an den Rhein könnte, später aber habe Frau Wehrauch nachdrücklich auf ihre Mitfahrt gedrungen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In der letzten Versammlung der Fensterpuker bei Buske, Grenadierstr. 33, ist ein Badet, enthaltend Bons für den Agitations fonds der Arbeiter und Arbeiterinnen, abhanden gekommen. Es werden deshalb bis zu einer event. öffentlichen Bekanntmachung feine Bons für die Agitation ausgegeben. Etwa angebotene Bons Nach kurzer Bauſe macht der Vorsitzende nochmals ernstliche sind anzuhalten und dem Vertrauensmann hierüber Mittheilung zu und andauernde Versuche, die Angeklagten Frau Wehrauch und machen. Der Vertrauensmann der Arbeiter und Arbeiterinnen. Grüßmacher zum Geständniß zu bewegen. Die Angeklagte Wehrauch Castan, Rigdorf, Hermannstr. 231. giebt schließlich zu, gewußt zu haben, zu welchem 3 wed Ueber die Lohnbewegung der Bergleute im Borinage ( Belgien) wird berichtet: Im ganzen Revier haben sehr stark be suchte Versammlungen stattgefunden, die sich mit den Beschlüſſen des Im Anschluß letzten Bergarbeiter- Kongreſſes zu befassen hatten. baran find an alle Unternehmer Deputationen entsandt, welche die Forderungen der Arbeiter zu unterbreiten haben. Die Stimmung der Bergleute in jenem Distrikt ist eine dem Streit geneigte. Soziales. nachkommen. Genosse Ernst erklärte auf Befragen Gräschte's, was er thun folle, daß es nur eins gäbe, von Allem zurückzutreten. Dazu erklärte er sich bereit. Gräschke hat nach Lage der Sache mit der Partei nichts mehr zu thun. Im llebrigen müssen wir es den Parteigenossen überlassen, ihr Berhalten nach Obigem einzurichten. Die Geschäfte der Partei hat bis auf weiteres der frühere Vertrauensmann Johann Pfarr, Butlizerstr. 10, übernommen. Krefeld, 13. Januar.( W. T. B.) In sämmtlichen mechanischen Sammietwebereien, auch in denen mit eintägiger Kündigungsfrist, ist nunmehr die Kündigung erfolgt, so daß am Sonntag früh sämmtliche Sammetweber ausständig sein werden. Wien, 13. Januar.( W. T. B.) Ein heftiger Sturm wüthete heute hier den ganzen Tag hindurch und beschädigte die Dächer vieler Häuser und Kirchen. Mehrere Personen wurden verlegt. Graz, 13. Januar.( B. H.) Wie das„ Grazer Tagblatt" berichtet, wurde für Steiermart eine Sprachenverordnung zu Gunsten der Slovenen erlassen. New- York, 13. Januar.( 2. T. B.) Wie der New- York World" aus Washington gemeldet wird, dürfte der Friedensvertrag mit Spanien entweder wesentlich abgeändert oder verworfen werden. Achtunddreißig Senatoren hätten sich, demselben Blatte zu folge, anheischig gemacht, für ein Amendement zu stimmen, welches die Vereinigten Staaten verpflichten soll, sich aus den Philippinen zurückzuziehen, gerade so, wie sie verpflichtet seien, sich aus Stuba zurüdzuziehen. New- York, 13. Januar.( W. T. B.) Der„ New York Herald" meldet aus Washington, der Generalkommissar für die Armee verpflegung, Egan, werde auf Befehl des Präs sidenten Mac Kinley vor ein Kriegsgericht gestellt werden wegen der Sprache, welche er vor der Untersuchungstommission, die sich mit der angeblichen Mißwirthschaft während des Strieges mit Spanien beschäftigte, dem General Miles gegenüber geführt hatte. Egan Die Reise ausgeführt wurde. Ob ihr Zusammentreffen An die Zahlstellen des Verbandes deutscher Maurer in hatte Miles einen Lügner genannt und auch sonst beschimpft, weil mit Grüßmacher auf dem Potsdamer Bahnhofe ein zufälliges war, der Provinz Brandenburg! Kollegen! Bom 28. November bis legterer behauptete, bas der Armee gelieferte Rindfleisch sei nach wisse sie nicht mehr. Sie habe erst allein reisen wollen, Grüß- 19. Dezember haben in fast allen Bezirken der Provinz sogenannte einer Behandlung auf chemischem Wege ungenießbar gewesen. Hierzu 2 Beilagen. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 35 da Br. 12. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 14. Januar 1899. Reichstag. 10. Sigung, Freitag, 13. Januar 1899, 12 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Goßler. Die erste Berathung der Militärvorlage wird fortgesetzt. Abg. Bebel( Soz.): ob hierdurch ein menschenwürdiger Zustand erzielt worden ist. worden ist, daß man nicht Alles aufgeboten hat, um die Regierungen ( Bravo! links.) Ueber die Folge dieser Zustände kann sich wohl zu beeinflussen, damit auf dem ausgesprochenen Gedanken feiner von Ihnen, meine Herren, täuschen. Und diese Voraussicht auch die That folge. Nur in England wurden freudige Kundhat auch den russischen Kaiser zu der Kungebung veranlaßt. gebungen laut. Aber in Deutschland erfolgte das gerade Gegen" Freilich kommt noch etwas hinzu; und darauf mache ich theil. Da hat z. B. kürzlich in der Genossenschaft freiwilliger die Herren, die für die Militärvorlage stimmen wollen, Krankenpflege ein Professor Stahl öffentlich erklärt, er sei doch besonders aufmerkſam: In den letzten zwei Jahren ist eine anderer Ansicht, als der russische Kaiser, wenigstens soweit DeutschEs ist ein seltenes Schauspiel, daß bei der Berathung einer Verschiebung der Stellung der europäischen land hier in Frage kommt. Nach Ansicht Kahl's ist es nicht mög Militärvorlage die Vertreter der beiden konservativen Fraktionen Großmächte eingetreten und ich glaube das bestimmtlich, den Krieg abzuschaffen; und wenn's möglich wäre, mit einander im Widerspruch stehen. Herr v. Stunum will die Vor- wenn für Deutschland ein Krieg mit Rußland oder Frankreich drohen doch nicht wünschenswerth.( hört! hört! bei den SozialTage unbesehen annehmen, Herr v. Levezzow will sie ernstlich sollte, dann wird England aus eigenem Interesse genöthigt sein, demokraten.) Und hiergegen ist kein Protest erhoben worden. prüfen". Herr v. Stumm ist Vertreter der großen Industrie, die den Dreibund durch seine eigene Macht zu verstärken und ihm ein General v. Boguslawsky hat sich im Novemberheft der all' das ruhig tragen kann. Herr v. Levezzow ist Vertreter der solches llebergewicht, besonders zur See, zu geben, daß es ganz aus Deutschen Rundschau" auch hierüber ausgesprochen. Er zitirt Landwirthschaft, die freilich auch aus dem Militarismus große Vor- geschlossen erscheint, Rußland oder Frankreich könnte etwa einen Krieg Moltke:„ Der ewige Friede ist ein Traum und nicht theile zieht, doch aber bereits an diesen Lasten schwer zu leiden gegen Deutschland provoziren. einmal ein schöner; der Krieg ist ein Element beginnt. Der größte Nachtheil, unter dem die Landwirth= Des Weiteren hat aber zweifellos der innere Zustand in Gottes Ordnung." Der arme Liebe Gott! schaft zu leiden hat, ist der Mangel an Arbeitskräften. Und Rußlands eine Gestaltung angenommen, der jede russische Re-( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Als ich diese gerade die ländlichen Arbeitskräfte werden durch gierung nöthigt, auf absehbare Zeit hinaus unter allen Umständen Ausführungen gelesen hatte, fragte ich mich, warum, wenn der Krieg den Militarismus auf Jahre in die größeren und großen Städte einen Strieg zu vermeiden. Die russische Landwirthschaft hat in dem in Gottes Ordnung ist, die europäischen Regierungen nicht alle gebracht, lernen die großstädtischen Bedürfnisse und Lebensgewohn- letzten Jahrzehnt außerordentlich schwere Schläge bekommen, daß ein 10 Jahre eine große Massenschlächterei veranlaffen, um die heiten kennen und verlieren dadurch den Geschmad am Landleben permanenter Hungerzustand eingetreten ist. Die russische Finanzlage physischen Kräfte der Nationen zu stärken. Daß dies nicht gethan das ist die revolutionirende Wirkung des Milis ist ferner nichts weniger als eine glänzende, der russische Finanz- wird, ist ein Zeichen für die Haltlosigkeit der Behauptungen. tarismus! Es hat sich herausgestellt, daß in 15 Jahren die minister muß eine förmliche Rundreise unternehmen, um eine Der Proletarier hat es ja in Deutschland auch nicht Zahl der Landarbeiter um 300 000 Stöpfe abgenommen hat.( Hört, Anleihe zu machen. Jetzt will man sich dort jogar an Amerifa nöthig, auf den Krieg zu warten, um seine physischen hört!) Daraus geht hervor, daß durch die stark gestiegene Präsenz wenden; Amerika aber dürfte hierzu kaum geneigt sein, oder doch Kräfte zu stärken. Er steht immer einem Feind gegens der Armee viele Landarbeiter jetzt in den Kasernen festgehalten nur um einen Preis, den die russische Regierung sich vorläufig hüten über, in der Fabrik, im Bergwerk u. s. w. Nach der Unfallstatistik werden. Bei dem Mangel an Arbeitskräften, über den wird bezahlen zu wollen. find von 1886-1896 in den der Unfallversicherung unterworfenent besonders in der Landwirthschaft geflagt wird, hätten Bei einer solchen Finanzlage tann Rußland auf absehbare Zeit Betrieben Deutschlands 58 780 Arbeiter getödtet worden, eigentlich die Landwirthe alle Ursache, der Vermehrung hinaus unmöglich aus eigener Straft die Mittel zu einem Weltfriege 34 240 für Lebenszeit ganz und 280 843 theilweise der Armee entgegenzutreten und zu versuchen, die Land- aufbringen. Rußland hat zunächst alle Ursache, seine Kräfte zur erwerbsunfähig geworden. 151 827 Arbeiter waren vorüber arbeiter vom Militarismus zu entlasten, d. h. in höherem Maße industriellen und kulturellen hebung seines ungeheuren Areals zu gehend trant, sodaß im Ganzen 516 762 Proletarierleben als bisher. Ausländische Arbeiter können hier keinen Ersatz bieten, verwenden. Zu diesem Zwecke sind die riesigen Eisenbahnbauten, mehr oder weniger schwer beschädigt worden sind. denn sie sind mit dem ganzen Wesen des Betriebes, mit der Landes- die transkaspische, die sibirische Bahn in Angriff genommen worden. Die deutschen Arbeiter haben also wirklich keine Ursache, einen Krieg sprache, den Sitten und Gewohnheiten nicht vertraut. Deshalb Fassen Sie das Alles zusanummen, so ist Rußland im Innern derart herbeizuschnen und ihr Leben auch noch auf dem Schlachtfelde zu scheinen Herr v. Levezzow und seine Freunde sich nun dieser Vorlage beschäftigt, daß es in der That in nächster Zeit gar nicht daran opfern für Interessen, die meist nicht die ihrigen gegenüber etwas unbehaglich zu fühlen: denn sie sagen denken kann, einen Krieg größeren Stils in Europa oder sonst sin d.( Sehr richtig! bei den Soz.) Würde es sich wirklich um einen sich, daß von den 26 500 Mann die Landwirthe wieder einen erheb= irgendwo zu führen. Aus dieser Erkenntniß heraus ist meines Er- Wertheidigungstrieg handeln, dann, meine Herren, würde die lichen Theil abgeben müssen. achtens auch der Anstoß zu dem Manifest des Baren gekommen. deutsche Sozialdemokratie ihre Schuldigkeit thun. Aber hier handelt es So erklären sich meines Erachtens nach die verschiedenen Stand- Von diesen politischen Gesichtspunkten aus haben wir erst recht sich um politische Mächen und Plänchen; und dafür punkte der Herren b. Levezzow und Freiherrn v. Stunum. Wenn sie teine Ursache, eine neue Militärvorlage zu bewilligen. will das deutsche Proletariat nicht seine Gliedmaßen opfern. Ich auch hier und da fich beklagen werden, so sind sie doch an ihr Uebrigens gehen auch im Orient die Dinge für Rußland so, daß stehe nicht an, zu erklären, daß ich den Wiener Arzt, der seinem altes System gefesselt und müssen B fagen, nachdem sie A gesagt in wenigen Jahrzehnten ihm die reifen Früchte dort von selbst zu Beruf zum Opfer gefallen ist, so hoch schätze, wie jeden, der sich haben. So wird es weiter gehen, bis eines Tages der un fallen. aus Liebe zu den Mitmenschen aufopfert. Das geschicht zum Nugen vermeidliche Zusammenbruch kommt.( Ach! rechts.) Und in Bezug auf den zweiten sogenannten Erbfcind, Frank der Menschheit, aber massenmörderische Kriege wollen wir nicht in Während nun gestern der Herr Kriegsminister versucht hat, die reich, liegt doch die Sachlage durchaus nicht ungünstiger. Das Szene setzen. Sundgebung des russischen Kaisers als friedliche zu glaubt selbst Herr v. Stumm nicht, daß Frankreich sich in der Lage Zivar hat gestern Freiherr v. Stumin gesagt, man müsse fennzeichnen, malte Freiherr v. Stumm in den grellsten Farben die fühlte, einen Krieg mit Deutschland aufzunehmen. Ist das aber die Militärvorlage schon deshalb bewilligen, weil, wenn Lage Deutschlands aus, wenn es in einen Krieg gegen Frankreich der Fall, dann ist auch Frankreich genöthigt, jede agreffive Politik bei der Abrüstungs Konferenz beschlossen beschlossen werden würde, auf der einen und Rußland auf der anderen Seite verwickelt würde, einzustellen, insbesondere alles zu vermeiden, was zu irgend einem die Armcen unt 10 pCt. zu verringern, der Staat am und folgerte hieraus die Nothwendigkeit der Vorlage. Aller Konflitt mit Deutschland führen könnte. Man streitet sich ja be- besten wegfäme, der zuletzt am meisten gerüstet sei. Ich dachte dings ist die aus dem Friedensschluß 1871 hervorgegangene ständig bei uns, welche Bedeutung die franzöfifche Armee gegenüber mir bei seinen Worten: Wenn Sie das denken, dann seien Sie Sonstellation für die Mächte wesentlich die Ursache aller der deutschen habe. Es ist ja richtig, daß Rußland und Frankreich wenigstens so gefcheidt, Ihre Gedanken nicht zu verrathen.( Seiter militärischen Rüstungen der europäischen Kulturstaaten gewesen. jährlich ein weit höheres Kontingent in die Armec aufnehmen als feit und Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich verstehe in Es war der berechtigte Glaube vorhanden, daß Frankreich und Ruß- Deutschland. Aber man muß doch in Deutschland zu den der That nicht, daß Freiherr von Stumm, der der Regierung so land durch die Ereignisse des Jahres 1870/71 gewissermaßen natür ausgehobenen Mannschaften auch die rechnen, die alljährlich nahe steht, sich nicht überlegt, welchen Eindruck solche Worte in liche Bundesgenossen geworden seien, die die erste beste Gelegenheit freiwillig in die Armee eintreten. Wenn man dics thut, stellt sich Petersburg machen müssen. Ich halte nun den Gedanken der Abergreifen würden, um Deutschland den Zuwachs von Vermögen und das Verhältniß wesentlich anders. Nach den Zahlen für die Jahre rüstung in dem Sinne, daß eine Vereinbarung getroffen werden Land wieder abzunehmen. Diese Situation hat die Gründung des 1898-1896 ergiebt sich, daß in diesem Zeitraum Deutschland könnte, daß jedes Land einen bestimmten Theil seiner Armee zu Dreibundes herbeigeführt. Ich stimme dem Herrn Kriegsminister 43 154 Mann mehr in die Armee eingestellt hat als Frankreich, entlassen habe, für unausführbar aus Gründen, auf die ich jetzt giumal ausnahmsweise darin bei, wenn er gestern erklärte, und dies Verhältniß gestaltet sich noch günstiger, wenn man bedenkt, nicht näher eingehen will. daß es auch nicht in der Macht des mächtigsten Monarchen daß Frankreich genöthigt ist, aus seiner Armee die gesammten Es giebt aber andere Mittel, die diesen Gedanken zu verwirk liege, die Lebensinteressen und Eristenzbedingungen einer Kolonien zu befeßen, Algier, Madagaskar, Tontin u. f. w. lichen im Stande sind. Wan treffe auf der Konferenz das Uebers großen Nation zu ändern. Vollkommen wahr! Gewiß, so- Ferner gestaltet das Mißverhältniß in der Entwide eintommen, den Status quo auf 10 Jahre aufrecht zu erhalten, gar im absolutistischen Rußland ist der Kaiser keineswegs Lung der Bevölkerung Frankreichs und Deutschlands sich zu Daun taun ja teine Macht mehr an Rüstungen denken, weil die allmächtig. Keine Regierung Europa's ist mehr in der einem immer größeren. Wir haben eine jährliche Vermehrung von Möglichkeit fehlt, auf eine so lange Reihe von Jahren hinaus dies Lage, einen Krieg ohne Zustimmung der herrschenden 700 000 bis 750 000 Köpfen, Frankreich kann nicht einmal entfernt felbe in Anwendung zu bringen. Man tomme weiter dahin überein selassen zu führen. Auch die gesammten Völker Europa's be- mit 100 000 rechnen. Es hat heute mur 39 Millionen gegen und der Gedanke ist auch ausführbar daß ein für alle Male, fizzen zur Zeit den lebhaften Wunsch, unter keinen Umständen in 54 in Deutschland. Also vom rein politischen Standpunkt aus ist sobald irgend welche Zwiftigkeiten zwischen bestimmten Kulturstaaten einen Strieg verwickelt zu werden. Wenn daher die Vorlage von der bei der Gesammitlage Europa's gar nicht daran zu denken, daß auftreten, alsdann alle übrigen Staaten zu einem Schiedsgeweisen Regierung", die uns bis jetzt vor einem Kriege bewahrt eine solche Vorlage gerechtfertigt werden könnte. richt zusammentreten, in dem die streitenden Parteien ihre Sache habe, spricht, so gehörte wahrhaftig nicht viel Regierungsweisheit dazu; Nun ist freilich weiter behauptet worden, die Inanspruchnahme vortragen, und entschieden wird, wer Recht und wer Unrecht hat! denn das war ein dringendes Bedürfniß der Nationen. der finanziellen Kräfte Deutschlands bleibe hinter der Freilich ist an all das einstweilen nicht zu denken. Das anderer Staaten zurück. Ich habe schon bei Gelegenheit des Etats stehende Heer ist, wie die Marine, ein soziales Moment in unserem ausgeführt, wie wir von 1889 bis 1898 im Gegensatz zu den zehn Wirthschaftsleben, an deren Aufrechterhaltung zahlreiche und wichtige Jahren von 1878 bis 1888 für die Armee 1688 Millionen Klassen der Gesellschaft interessirt sind. Bei dem immer schwieriger Mart mehr ausgegeben haben. Dazu für die Marine werdenden Existenzkampf, auch für unsere höheren Klassen, ist es diesen 361 Millionen Mark mehr, so daß also in jedem Jahre die Aus- eine ganz angenehme Einrichtung, daß sie ihre Söhne in die Armee gaben durchschnittlich um 200 Millionen gesteigert sind. als Offiziere abgeben tönnen. Der preußische Adel hat ja von je in der Armee feine hauptsächlichste Versorgungsstelle gesehen. Dazu kommt der große Kreis der Industriellen, der Waffen, Munition, Bekleidungsstüde zu liefern hat, ein ganzer Ring von hun derten tapitalfräftiger und einflußreicher Personen in unserer Gesellschaft, in der Presse, die Alles daransezen werden, jede Alenderung in den militärischen und sonstigen Einrichtungen unferes Boltes zu hintertreiben. Vor allem aber ist die Armee heute zu gleicher Zeit noch eine soziale Klaffeninstitution, sie ist ein Mittel der Klaffenherrschaft, in Folge defien werden die herrschenden Klassen nie in eine Aenderung desselben willigen. Wir Sozialdemokraten stehen der Friedenstundgebung des russischen Kaisers sehr steptisch gegenüber; wir haben uns gesagt, wenn der russische Kaiser in der That ein so großes Bedürfniß nach Humanität besetzt, dann hat er reichlich Gelegenheit, fie im eigenen Lande nach den verschiedensten Richtungen hin zu bethätigen.( Sehr richtig! links.) Er hat diese Gelegenheit gegenüber den ungeheueren Unterdrückungsmaßregeln, die seine Regierung fort- Solche Anforderungen fommen angesichts der Thatsache, daß die gesept gegen Andersdenkende ausübt, er hat in den Bergwerken und nothwendigsten Kulturbedürfnisse in der schmähWüsteneien Nord- Sibiriens so viel Elend zu beseitigen, daß er sein Lichsten Weise vernachlässigt werden! Ich habe vor ganzes Leben lang damit zu thun hätte.( Sehr richtig! links.) Auf der einem Jahre darauf hingewiesen, wie die großen Ueber andern Seite ist nicht zu verfennen, daß die Anschauungen des Friedens- fchwemmungen des Jahres 1896 es der preußischen Regierung manifestes mehr als hunderte von Malen in den verschiedensten wieder aufs Neue zur zwingendsten Nothwendigkeit machten, alles europäischen Parlamenten zum Ausdruck gekommen sind. Aber wenn aufzubieten, um dieses Unheil, das gewisse Provinzen nun im Laufe in irgend einem Falle das Wort: Wenn zwei dasselbe thun, so ist des Jahrhunderts schon so und so viele Male betroffen hat, dadurch es nicht dasselbe, seine volle Geltung hat, so hier, troß allem, was zu beseitigen, daß endlich einmal der Staat die nothwendigsten aus der Friedenskundgebung hervorgehen mag. Die Worte, die der Mittel zu den nöthigen Wasserbaukorrektionen liefere. Nun hat sich nach russische Kaiser in Bezug auf die Berurtheilung des Militarismus langen Erörterungen der Techniker herausgestellt, daß das Minimum, und den Zustand Europa's, der aus diesem Militarismus hervor das wir brauchen, um diese Gefahr zu beseitigen, 60 Mill. Mark, Wir aber haben die Interessen der arbeitenden geht, ausgesprochen hat, werden von jest ab in jedem iei. Nach unwidersprochen gebliebenen Nachrichten hat sich die Klassen zu vertreten. Wir erklären es für ganz selbstverständlich, europäischen Parlament, wenn militärische Neuforderungen preußische Regierung aber mur bereit erklärt die Hälfte davon daß einstweilen jeder Staat verpflichtet ist, Einrichtungen zu treffen, zur Berathung stehen, ins Feld geführt werden. Niemand von Ihnen, zu geben. Aber hier wird gespart, während für Aufgaben, die ich die ihn nach Möglichkeit vor Schädigungen Seitens anderer Nationen er mag stehen, auf welchem Standpunkt er will, wird die Richtigkeit jener nie und nimmer als Kulturaufgaben bezeichnen kann, ungezählte schüßen. Aber wir verlangen, daß das in Formen und EinArgumente bestreiten können. Wenn in demselben Augenblick, wo Millionen vorhanden sind. Wollen Sie den ferner be- richtungen geschieht, die es dem Volte erträglich und unsere Regierung der russischen ihre Sympathie für diesen Schritt streiten, daß es im Deutschen Reiche eine Unzahl Gemeinden giebt, leicht machen, hier seine Pflicht zu erfüllen. Es ist zweifellos, daß ausdrückt, hier dem Parlament eine Militärvorlage eingebracht die heute nicht mehr wissen wie sie ihre Bedürfnisse aufbringen bei dem mächtigen Konkurrenztampf, der heute bei allen Nationen der wird, das scheint uns geradezu eine Verhöhnung ohne sollen. Hier wäre es längst Cache des Staates gewefen, eine ganze Welt tobt, diejenige am besten fortkommt, die die zahlreichsten und Gleichen. Reihe von Ausgaben, insbesondere die Schulausgaben, auf intelligentesten Arbeiter hat. Ist das aber der Fall, dann ( Glode des Präsidenten.) die Staatskasse zu übernehmen und die Gemeinden auch in haben wir dafür zu sorgen, daß nicht ein großer Theil der bes Präs. Graf Ballestrem: Das Wort Verhöhnung in dem Bezug auf das Kranken wesen zu unterstützen. Ja, schränken Sie fähigsten Arbeiter fortgesetzt auf Jahre hinaus in der Armee festZusammenhang, in dem der Herr Redner es gebraucht, ist nicht endlich einmal Ihre Militärausgaben ein, machen Sie es möglich, gehalten wird. Das gilt nicht allein für die Landwirthschaft, parlamentarisch. daß Ueberweisungen von hunderten von Millionen jährlich an die wo es in späteren Jahren geradezu eine Lebensfrage Abg. Webel( fortfahrend): Es mag nicht parlamentarisch sein, Einzelstaaten kommen und Sie werden sehen, wie diese Summen zum werden wird, sondern das gilf ebenso für die Industrie. aber, meine Herren, wahr ist es.( Sehr richtig 1 lints 1 Un- Wohle der Bevölkerung verwendet werden. ruhe.) ( Glocke des Präsidenten.) Unter Zustimmung eines großen Theils des Bürgerthums hat Nun war es mir ganz interessant, in diefen Tagen einmal eine Herr Bosse eine Verordnung erlassen, wonach kein Sozialdemokrat Liste zu Gesicht zu bekommen, die ich der Wirthschafts- und Handels- in der Schultommission sigen darf. Und doch giebt es keine einzige politischen Rundschan für 1898, die hier bei Buttkammer und Partei, die für die allgemeine Bolfsbildung und Erziehung in solchem Präf. Graf Ballestrem: Ich rufe mumehr den Herrn Abg. Mühlbrecht erschienen ist, entnommen habe. Diese Liste enthält eine Maßstabe Mittel ausgiebt, wie die Sozialdemokratie. Aber das Bebel zur Ordnung, weil er sich meinen Anordningen widersetzt hat. genaue Berechnung der Kosten für Militär- und Marinezwede für ist staatsgefährlich!( Buruf rechts.) Jawohl, staatsgefährlich! ( Heiterkeit und Bewegung.) die verschiedenen Staaten Europa's. Da kommt der Verfasser zu Bei Ihnen gilt das Wort: gilt das Wort: der dümmste Arbeiter Bebel( fortfahrend): dem Ergebniß, daß in Großbritannien auf den Kopf des Soldaten i st der beste. In England und Amerika aber sagt Charakteristisch ist es ja auch, meine Herren, was der russische der jährliche Unterhalt 1547 M. beträgt. Dabei ist zu bedenken, daß man im Gegentheil: der intelligente Arbeiter Kaiser einem englischen Journalisten, der ihn interviewte, über die England ganz besonders thener wirthschaftet, da die volle Hälfte ist der beste und billigste: er ist leistungsfähig; dem kann Bedeutung seines Borgehens gesagt hat:" Jezt sind wir so weit ge- seiner Armee in den Kolonien steht. Unmittelbar hinter England er man was anvertrauen. Je höhere Intelligenz, je bessere Schulkommen, daß wir unsere besten jungen Männer alle in die Armee scheint Deutschland und zwar mit der Ausgabe von 1146 M. pro bildung unsere Arbeiter haben, um so mehr Vortheil hat die gesteckt haben. Das geht so weit, daß wir unser Heer gar nicht stopf. Dann erst folgt Frankreich mit 918 m. pro Kopf. Italien mit Industrie und Landwirthschaft davon. Solche Ansichten aber find mehr mobilisiren können, ohne den ganzen fozialen Mechanismus 874, Desterreich- Ungarn mit 682, Rußland und Finland mit 610, von den bei uns Herrschenden ganz verschieden. Wenn man einen aus Rand und Band zu bringen." Und er erklärte:„ Wenn es trop sodaß also die Kosten der Militärausgaben für das ungeheuere Herrn von der Militärverwaltung fragen würde, mit wem er lieber alledem angesichts der ungeheuren Masse von Soldaten, die gegen- ruffische Reich auf den Kopf fast um die Hälfte niedriger kommen, zu thun hat: mit einem dummen Bauern oder mit einem intelligenten wärtig die Großstaaten Europa's in einem Striege in's Feld zu als das in Deutschland der Fall ist. Industriearbeiter, dann wird er sich für den letzteren ents stellen vermögen, und der ungeheuren Zerstörungsmittel, die diese Sind wir aber wirklich die reiche Nation, wie Herr von Stumm scheiden. Der bayerische General von Sauer hat in der EtatSoldaten in einem Kriege der Zukunft anzuwenden vermögen, zu es geschildert hat? Der Statistit nach beträgt das Durch debatte in München erklärt, daß es für die Armeeverwaltung einem Striege fäme, die Folge dieses Krieges die revolutionäre schnitts- Einkommen in England 781 M., Frankreich 633, von ganz besonderem Vortheile wäre, daß jezt fo Anarchie sein werde." in Deutschland 551 M. pro Jahr und Kopf. Wir kommen also viel Leute aus den Industrie- und Stadtbezirken eingezogen würden; Haben wir Sozialdemokraten nicht dasselbe gesagt, nicht schon hier erst in dritter Reihe, während wir in bezug auf die Belastung denn solche wären viel gewandter und gelentiger, auch intelligenter, oft auf die Gefahren hingewiesen, die nicht allein in militärischer des Militär- und Marinebudgets in zweiter, bezw. erster Stelle in was von Wichtigkeit bei den hohen Anforderungen an die Ausund politischer, sondern besonders auch in wirthschaftlicher Beziehung Europa stehen. Unsere finanzielle Lage ist daher durchaus nicht bildung des Einzelnen ist. Die Landleute, die als Reservisten eindem Staate drohen, wenn einmal die 15 Millionen Soldaten zum so günstig, daß wir auf die Dauer weiter solche Lasten tragen berufen werden, haben meist das Gelernte wieder vergessen, während Generalmarsch in Europa antreten? Dann hat die bürgerliche Ge- können. der Industrie- Arbeiter weit brauchbarer ist. Nun, meine Herren, sellschaft selbst ihr Todesurtheil gesprochen; dann wird man fich Freilich ist es merkwürdig, daß das Manifest des russischen wir Sozialdemokraten sind ja davon überzeugt, daß, wenn die Darüber flar werden, ob diese ständigen Opfer berechtigt sind und Kaisers in den bürgerlichen Kreisen nicht mit mehr Jubel begrüßt Jugend militärisch erzogen werden, wenn als In ftruttoren ehemalige Unteroffiziere der Der Post- Etat. und Offiztere erufen| Partei voranzusehen, so haben meine Freunde doch diese Vorlage[ Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage wird der Budget. werden würden, daß dann die Dienstzeit verändert und als eine unliebsame leberraschung empfunden nach Kommission überwiesen. unsere Armee allmälig ein ganz anderes Gesicht bekommen würde. der Bewilligung der großen Marinevorlage und nach den vorjährigen Nächste Sizung: Dienstag 1 Uhr. Kleinere Vorlagen. Zweite Dieser Gedanke ist freilich heute in bürgerlichen Kreisen ganz Erklärungen des Herrn Kriegsministers, die ihrem Wortlaut nach Lesung des Etats: Reichstag, Reichskanzler und Reichskanzlei, abgethan. Bei der Generalversammlung des Nationalvereins zu allerdings sich mit dieser Vorlage in Uebereinstimmung bringen Reichsamt des Innern. Schluß 33/4 Uhr. Frankfurt a. M., welche unter Vorsitz des Herrn Bennigfen tagte, laffen. In den politischen Verhältnissen können wir wurde im Oktober 1865 folgende Resolution gefaßt: Die Verſamm- eine Begründung der Vorlage nicht sehen. Der Dreibund besteht Yung erklärt: Die allgemeine Wehrpflicht, die ohne übermäßige Be- fort. Wir können nur wünschen, daß Oesterreich seine inneren lastung des Volkes nur in Verbindung mit sehr kurzer Präsenzzeit Schwierigkeiten überwindet. Jtalien befindet sich allerdings in finanziellen In der Budgettommission des Reichtags stand heute der durchgeführt werden kann, erfordert die militärische Vorbildung der und wirthschaftlichen Schwierigkeiten, die es nur überwinden Etat der Post- und Telegraphen Verwaltung zur Benoch nicht dienstpflichtigen Jugend. Dieselbe hat mit dem Turnen zu kann, wenn es den Klaffenden Riß im Innern überwindet, wenn rathung. Zunächst die Einnahmen, welche insgesammt auf beginnen und ist möglichst bis zur feldmäßigen Ausbildung der es sich von allen revolutionären Elementen trennt, fich auf die ton- 360 448 610 m. veranschlagt find, wovon auf Porto 335 500 000 m. Kompagnie durchzuführen. Der Nationalberein fordert seine Mitglieder fervativen Bestandtheile der Bevölkerung stützt und die römische Frage entfallen, 271/2 Millionen mehr als im vorigen Etat. Der auf, zur Erreichung dieses Zieles mitzuwirken. Zunächst ist insbesondere löst.( Bravo! im Zentrum.) Referent Dr. Paasche konstatirt fonstatirt überall eine erfreuliche anzuftreben 1. die Einführung des obligatorischen Turnunterrichts an allen Auf das Friedensmanifest des Baren will ich nicht näher Bunahme der Einnahmen, namentlich aus Porto für Briefe und Schulen, auch den Volksschulen, 2. die Gründung von freiwilligen Jugend- eingehen. Es ist ein zu schönes Bild, dieser junge Monarch, der an Postkarten. Auch die Telegraphengebühren, welche im vorigen Jahre wehren, besonders in den Städten, welche sich entweder an die des Jahrhunderts Neige mit dem Palmenzweige des Friedens steht, eine Abnahme zeigten, sind um 2,35 Millionen gestiegen, die Fern Schulen anzuschließen haben, oder wo es möglich ist, die Unter- als das es wahr sein könnte. Es wäre nur zu wünschen, daß die sprechgebühren um 3, die Porto- Einnahmen um 18 Millionen. stützung des Militärs in Beziehung auf den Unterricht gewinnen russische Diplomatie sich daran gewöhnt, ebenfalls solch' ideale Bahnen Referent schlägt vor, die Etatsanfäße zu genehmigen. Abg. Müllersollen. 3. Ferner die Anstellung vom Staat befoldeter Offiziere als zu verfolgen. Sagan( fri. Vp.) fragt an, wie sich der Staatssekretär zur Er= Jugendwehr- Instruktoren. 4. Üeberlassung von Exerziergewehren an Was nun die Vorlage betrifft, so muß ich sagen, daß meine mäßigung der Telephongebühren stelle. Es seien Gedie Jugendwehren vom Staat. 5. Herabsetzung der Präsenzzeit im Freunde auf die Beibehaltung zweijährigen rüchte im Umlauf, daß Herr v. Podbielski sich geäußert, er würde Frieden für die in der Jugendwehr Ausgebildeten. 6. Erleichterungen Dienstzeit den größten Werth legen; ein Theil derselben eine solche Verbilligung niemals zugestehen. Redner wünscht ferner der Schießübungen für die Jugend in den Schützenvereinen. möchte sie schon jest gefeglich festgelegt sehen, aber zu Auskunft über die Resultate der Versuche mit dem Best'schen Verfahren. In der Generalversammlung des Nationalvereins im Jahre 1862 einer solchen Maßnahme scheint der Mehrheit meiner Freunde Staatssekretär v. Podbielsti erklärt, die Gesuche um Verbilligung wurde eine Resolution angenommen, die den sozialdemokratischen doch keine genügende Nothwendigkeit vorzuliegen. Wir sind über der Fernsprechgebühren seien gleich nach seinem Amtsantritt zahlreich Ideen über allgemeine Volkswehr und Volksbewaffnung sehr nahe zeugt, daß man auch nach weiteren fünf Jahren nicht an die zwei- an ihn herangetreten, namentlich aus fleineren Städten. Er habe tommt, weil man sich damals sagen mußte, daß die Armee ein jährige Dienstzeit Hand anlegen kann. Die Forderung für die im Reichspostamt eine bezügliche Vorlage ausarbeiten lassen, welche Werkzeug für die Regierung sei, welches jeder Volksfreiheit und jeder Neuorganisation der Feldartillerie erkennen wir an, dagegen erscheint vornehmlich für kleinere Städte eine Verbilligung Boltsbewegung ein quos ego( ich werde Euch!) entgegen schleudern uns die Forderung einer Vermehrung der Artillerie in dem ge- vorſehe. Ueber das Best'sche Verfahren sei noch kein endgiltiges Ürtheil sollte. forderten Umfange nicht genügend begründet, ebenso abzugeben, doch nach den bisherigen Versuchen erscheine es zweifelAllmälig machen sich auch solche Anschauungen in Offiziers- wenig die geforderten neuten Divisionen und Armeekorps. Haft, ob es sich bewähren würde. Eine weitere Ausdehnung des Kreisen geltend. Der Chef des Generalstabes im 16. Armeekorps Die ganze Forderung auf diesen Gebieten legt den Ge- Fernsprechnetzes sei nicht angängig, bevor eine gesegliche Regelung plädirt für eine nicht allzugroße gut ausgebildete Aktionsarmee, die danken nahe, daß wir vor ungeahnten späteren Neu- des Wegewesens eingetreten fei. Er hoffe, daß es der Regierung gestärkt wird durch eine große, das ganze Volt umfassende forderungen stehen. Herr v. Levegow wollte wissen, wie das B gelingen werde, durch ihre Vorlage die Schwierigkeiten zu beseitigen. militärische Organisation im Hintergrunde. Hier wird also auch aussieht, wenn er A sagt. Mir erscheint es erforderlich, uns in der Von Seiten eines Regierungskommissars wird näher allgemeine Voltsbewaffnung als Jdeal hingestellt. Er bezieht sich Kommission das ganze Alphabet mitzutheilen.( Sehr richtig! ausgeführt, daß die Versuche mit dem Best'schen Verfahren, das im direkt auf den Schweizer Oberst Wille, der die allgemeine Volts im Zentrum.) An' diese Forderungen find immer nur die Vorläufer Wesentlichen bezwecke, mehrere Sprecher gleichzeitig an einen bewaffnung verbunden mit militärischer Jugenderziehung in unserem von weiteren Forderungen. Auf diesent Wege kam es aber nicht Draht anzuschließen, in zahlreichen Fällen mißglückt wären. Abg. Sinne befürwortet hat. Ueber das Schweizer Milizheer find von weiter gehen, wir müssen doch endlich zu einem Ende kommen. Singer( Soz.) rügt, daß Herr v. Podbielski Dinge mit einander deutscher sachverständiger Seite die günstigsten Urtheile gefällt worden.( Sehr richtig! links.) Daß die finanzielle Leistungsfähigkeit unseres verquicke, die nicht zusammengehören. Auf die Regelung des Redner verliest einen Artikel der„ Straßburger Post", den ein Militär ge- Voltes gestiegen ist, fann ohne weiteres zugegeben werden. Aber Wegewesens fönne man nicht warten mit der Berbilligung schrieben hat und in dem die Manneszucht der Schiveizer Milizsoldaten hoch man braucht daraus doch nicht den Schluß zu ziehen, daß eine neue der Fernsprech- Gebühren. Staatssekretär v. Podbielsti legt gerühmt wird. Der amerikanisch- tubanische Krieg spricht auch für Heeresvermehrung getragen werden kann. Das Maß von Wohlwollen, dar, daß mit der Verbilligung der Gebühren auch sofort weitere das Milizheer, das kleine Milizheer Amerika's hat sich musterhaft das wir für die Vorlage empfinden, wenn überhaupt von Wohlwollen Anträge auf Ausdehmung des Fernsprechnetes kommen würden. geschlagen und war dem stehenden spanischen Heere weit überlegen. gesprochen werden kann, ist sehr verschieden abgestuft. Sehr geringe Darum sei die Regelung des Wegegesetzes gleichzeitig nothFür uns ist es selbstverständlich, daß wir eine derartige Sympathien haben wir für die neuen Kavallerieformationen, wendig mit der Verbilligung. Einen Beweis biete auch Berlin. Auf Vorlage ohne weiteres ablehnen, insbesondere auch wozu besonders die Motivirung beiträgt. Bei der Infanterie handelt die Dächer könne man keine Drähte mehr legen, besonders angesichts deshalb, weil wir kein System unterstützen wollen, das, um das es sich um direkte Etatserhöhungen und wir bringen diesen große der nothwendigen Doppelleitungen, es müsse deshalb unterirdisch Wort des russischen Kaisers zu gebrauchen, gerade zu der Bedenken entgegen, weil sie die Vorläufer von Zukunftsforderungen geleitet werden, und das fönne erst geschehen, nachdem das WegeRatastrophe führt, die man zu vermeiden wünscht. sind. Ueber die Frage, wo sollen die neuen Mannschaften her- wefen gesetzlich geregelt fei. Auf dem Gebiete des Wegewesens seien ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) genommen werden, gleiten die Motive hinweg; sie erwähnen nicht die Rechtsverhältnisse sehr verzwickt und eine einheitliche Regelung Kriegsminister v. Goßler: Der Herr Präsident hat schon die einmal den Umstand, daß durch die vorjährige Flottenvermehrung dringend nothwendig. Güte gehabt, den Ausdruck zu rügen, den Herr Bebel über die schon mehr Mannschaften gebraucht werden. Der Kriegsminister Es entspinnt sich sodann eine längere Debatte über die Reform Borlage gegenüber dem Manifest des Kaisers von Rußland gebraucht erwähnte zum Schluß die wachsende Kriminalität. Das tief liegende des Post 3eitungstarifs. Referent Dr. Paasche theilt hat. Die Auffassung über das Manifest des Baren ist eine ver- Uebel kann durch die Mittel der Heeresverwaltung nicht bekämpft mit, daß in nächster Zeit die Vorlage zu erwarten sei. Die Zahl der schiedene. Die Regierung sieht es als eine Grundlage für eine werden. Helfen kann nur die Religion, das Christenthum, die christ- jährlich durch die Post beförderten Zeitungen betrage 1 Milliarde und friedliche weitere Entwidelung an, während die Auffassung der liche Schule und das Vorbild der höheren Stände. Da liegt vieles 85 Millionen Stück, die Einnahme daraus rund 4 Millionen Mark. sozialdemokratischen Partei etwas anders geartet ist. Gleich nach im Argen. Gehen wir in uns, bekämpfen wir die Ideallosigkeit, den Staatssekretär v. Podbielsti bestätigt, daß die Vorlage im Erscheinen des Baren Manifestes brachte der Vorwärts" einen Peffimismus, den Steptizismus und die Genußsucht der oberen Klassen, Bundesrath sei und demnächst dem Reichstag zugehen Artikel, in dem das Manifest als ein Kniff der russischen Diplomatie dann wird die Begleiterscheinung, die Unmoralität der untern Stände werde. Die Post frage nicht nach der Parteistellung der Zeitungen, es bezeichnet wurde. Andere Aeußerungen auf dem Stuttgarter Kongreß schwinden!( Bravo! im Zentrum.) müsse aber dafür gesorgt werden, daß die Post bei der Beförderung der unterstützen diese Auffassung. Dort wurde gesagt, daß die Frage, Blätter auf ihre Kosten komme. Der Leistung müsse die GegenAbg. Dr. Sattler( natl.): Jch entnehme den Worten des Vor- leistung entsprechen. Abg. Singer begrüßt die Erklärungen des welche die russische Regierung gestellt hat, durch die europäischen Regierungen wohl nicht redners die Hoffnung, daß das Zentrum sich nach reiflicher Prüfung Staatssekretärs. Der Zweck des neuen Zeitungstarifs dürfe aber nicht gelöft werden würde und Liebknecht nannte das Baren- Manifest eine Farce und der Vorlage in der Kommission entschließen wird, sie wenigstens in der Schaffung von Mehreinnahmen liegen. Der fistalife fagte:„ ob es ein fluger Streich war, weiß ich nicht, zum größten Theile anzunehmen. Herr Bebel wird da mit seiner Standpunkt werde bei der Reichspoft viel zu sehr betont, ich glaube es aber nicht. Wenn das die Ansicht der sozialdemo- Prophezeiung über die Einigkeit der bürgerlichen Parteien einmal es fomme nicht blos auf hohe Ueberschüsse an. Der Zeitungstarif kratischen Partei ist, dann begreife ich nicht, wie Herr Bebel uns tärische Erziehung der Jugend find ja ganz schön, aber daß un richten. ausnahmsweise recht behalten. Seine Gedanken über die mili- müsse sich nach der Höhe der Auflage und dem Umfang der Blätter wegen unserer Auffassung des Manifestes Vorwürfe machen kann. Die Zeitungen feien für das Bolt ein so wichtiges Herr Bebel fürchtet nach seiner heutigen Rede teinen Krieg vom geschulte Miliztruppen sich gegen ausgebildete Truppen nicht halten Bildungsmittel, daß fie in keiner Weise beschränkt werden dürfen. daß önnen, Westen. Dann begreife ich aber nicht, wie er in seiner legten feben. vor achtundzwanzig Jahren ge- Abg. Möller( natl.) betont, daß Deutschlands Postüberschüsse durchDie französischen frischen Mannschaften konnten die aus nicht zu hoch seien. Andere Länder zögen weit größere UeberBroschüre eine so große Armeeverstärkung fordern kann.( Widerspruch des Abg. Bebel.) Herr Bebel fordert ein Volksheer, das Strapazen eines Winterfeldzuges nicht aushalten; fie wurden ſchüsse aus der Post. Eine Steigerung der Posteinnahmen sei an 171/2 mal so groß als das Schweizer Heer fein soll und über trotz angeborener Tapferkeit nervös, wenn ihnen das deutsche Hurrah sich wünschenswerth. Die höheren Einnahmen anderer Staaten be81/2 Millionen Mann zählen würde. Allerdings muß ich zugeben, in die Glieder fuhr. Wir halten die zweijährige Dienstzeit für ausruhen auch auf der schlechten Bezahlung der Beamten. In England daß die Bebel'sche Organisation insofern etwas eigenthümlich werden reichend zur gründlichen Ausbildung. Wir halten stritt an ihr fest zum Beispiel arbeite man vielfach im Postdienst mit ganz jungen und halten sie für so gesichert, daß wir ihre gesetzliche Fest- Burschen. soll, als über dreieinhalb Millionen unbewaffnet bleiben und halten sie für so gesichert, daß wir ihre gefeßliche Fest- Burschen. In Bezug auf Briefbestellung leisten sollen.( Heiterkeit rechts.) Immerhin muß ich sagen, unsere legung nicht zur Vorbedingung unserer Zustimmung zur Vorlage zu als jede andere Nation. Auch die Landbriefbestellung sei bei uns Anforderungen find dagegen recht bescheiden.( Heiterkeit rechts.) machen brauchen. Das Eingehen auf die Wünsche der Regierung vorzüglich und bei anderen Nationen meist sehr mangelhaft. StaatsDie Schulden wirden also bei Durchführung des Bebel'schen Vor- würde uns leichter fallen, wenn sie dem Verlangen des Reichstages felretar v. Podbielski: Beim Verkehr der Zeitungen Iciste die Allgemeinheit thatsächlich Zuschüsse. Die Der Gebante, Streitigkeiten unter den Nationen durch Schiedsgerichte falls muß die Vorlage in der Kommiſſion einer außerordentlich beutsche Reichs- Postverwaltung beschäftige Arbeiter unter 16 Jahren schlages noch größer werden als die unftigen.( Seiterkeit rechts.) auf beſſere Fürsorge für die Invaliden nachkommen wollte. Jeden heutzutage überhaupt nicht. Aber unsere Telegrammbestellung könnte vielleicht auszutragen, ist ja nicht neu. Es entsteht nur die Gefahr, daß gründlichen Prüfung unterworfen werden. Auch nach unserer Meinung sind Unklarheiten in der Vorlage noch etwas schneller sein, durch solche Schiedsgerichte eine Nation majorisirt werden kann, vorhanden, aber mit ihren Hauptpunkten: Vermehrung der Kavallerie, Burschen unter 16 Jahren zur Bestellung von Telegrammen es läge deshalb in seiner Absicht, d. h. in ihrer Existenz vernichtet werden kann. Die Vorwürfe Bebel's Neuorganisation der Artillerie und Erhöhung der Etatsstärke bei der versuchsweise anzustellen. Er hoffe damit den Interessen des über die Rekrutirungsgebiete des Offizierkorps find ganz unberechtigt. Infanterie sind wir einverstanden. Der Zeitpunkt für die Vorlage Sandels und Verkehrs zu dienen. Abg. Mit Iler Sagan leitet Wir müssen den Kreis, aus dem wir die Offiziere entnehmen, eng ziehen, sonst büßen sie die bisherige Leistungsfähigkeit ein. Aus dem ist ein außerordentlich günstiger, denn die Finanzlage ist zur Zeit die Ursache der verhältnißmäßig geringen Ueberschüsse unferer Adel können wir die Anforderungen garnicht allein bestreiten, das recht gut. Reichspost daher, daß wir eine ausgedehnte Landbriefbestellung Im deutschen Volke ist das Verständniß für die Machtfrage der haben. bürgerliche Element überwiegt denn auch im Offizierkorps Auch hätten wir bessere Postgebäude als andere ganz bedeutend. Die Vorwürfe, die Herr Bebel gegen die land- Nation in den letzten Jahren glücklicherweise immer größer ge- Länder, wie z. B. England. Gegen die Einstellung junger Burschen worden. Der letzte spanisch- amerikanische Krieg hat uns ges habe er Bedenken. Abg. Prinz Arenberg betont, es sei kein Grund wirthschaftlichen Retruten erhoben hat, find ganz unberechtigt. Wenn ich die Wahl habe zwischen einem intelligenten Zandarbeiter und zeigt, daß ein Bolt in erster Linie darauf bedacht ſein muß, vorhanden, daß die Poſt bei der Zeitungsbeförderung Geld zufeze. einem intelligenten Industriearbeiter, wähle ich den Landarbeiter. über die Machtmittel zu verfügen, die seine nationale Arbeit schützen. Bei der Anstellung junger Burschen sei größte Vorsicht erforderlich, ( Sehr gut! rechts.) Ich weiß von sachverständiger Seite, die besten So hat denn das deutsche Volk trotz seiner idealen Gesinnung immer um feine Bummler heranzuziehen. Staatssekretär v. Podbielski: Industriearbeiter kommen vom Lande.( Sehr richtig! rechts.) Was mehr und mehr eingesehen, daß nur die materielle Macht das Es handle sich zunächst nur um einen Versuch, und mit der nöthigen die militärische Erziehung anlangt, so haben wir gegen eine wichtigste ist, worauf wir hinstreben müſſen. Und so kommt es, Kontrolle. Auch sei augeregt, die Jungen später als Posthilfsgrößere Ausbildung im Turnen gewiß nichts einzuwenden. Aber eine daß man diefer Militärvorlage allenthalben so günstig gesonnen ist. boten anzustellen. Abg. Möller( nl.): Es sei einmal genan festzustellen, Was das Friedensmanifest des Baren anlangt, fso halte ich es welche Theile des Postwesens Einnahmen, und welche Verluste militärische Jugenderziehung fann ich nur als Spielerei bezeichnen. Nimmt man es nämlich mit der militärischen Ausbildung ernst, Nimmt man es nämlich mit der militärischen Ausbildung ernst, für den Ausfluß der edlen Gesinming eines ideal angelegten Herr- bringen. Der Postpacketverkehr foste große Summen und wäre dann geht der jugendliche Körper zu Grunde( sehr richtig, rechts): rung ihre Sympathie damit erklärt hat. Aber ich glaube, daß 50 Pfennig- Badet lege uns große Opfer auf dagegen sei das dann geht der jugendliche Körper zu Grunde( sehr richtig, rechts). fchers, und es war daher ganz in der Ordnung, daß unsere Regie- ohne das Entgegenkommen der Eisenbahnen undurchführbar. Das Uebrigens haben wir ja auch militärische Erziehungsanstalten, das sind die Kadettenhäuser. Diese aber werden von sozialdemo- besißen muß. Daher müssen wir vor Allem das Element der Kraft, der Telegramme zur Ersparung der Botengänge sei zu befördern Deutschland vor Allem in sich selbst die Sicherung seiner Interessen Briefporto bei uns theurer als in anderen Ländern. Das Zusprechen fratischer Seite ja immer recht wenig liebenswürdig beurtheilt. ( Heiterkeit.) Herr Bebel hat hier eine Broschüre des Obersten Bern streitet, daß wir das höchste Briefporto hätten. Frankreich, Italien ( Heiterkeit.) Herr Bebel hat hier eine Broschüre des Obersten Berneventuell auch zu verbilligen. Staatssekretär v. Podbielski be hardi zum Belege für seine Anschauungen zitirt. Bernhardi legt aber ganz besonderes Gewicht auf ein starkes stehendes Heer und andere Staaten feien theurer. Das Zusprechen der Telegramme und seine sonstigen Ausführungen find durchaus im Geiste Abg. Liebermann von Sonnenberg( Ant.): stoße auf Hindernisse beim Publikum, weil dabei die Wahrung des Das Publikum verhalte unferer Militärvorlage gehalten. Ueber das Milizsystem der Wir sind der Ansicht, daß Deutschland recht daran thut, fein fich größtentheils ablehnend. Sein Bestreben sei, den VerkehrsDepeschengeheimnisses schwierig sei. Schweiz zu urtheilen, müßte ich mir Schranken auferlegen, die Schwert zu schärfen. Die Absicht der russischen Regierung war bedürfnissen nachzukommen. Die Auseinanderhaltung der einzelnen Schweiz ist ein befreundeter Staat und ich habe keine Veranlassung, wohl, jemanden im deutschen Parlament zu veranlassen, auf Grund Einnahmen und Ausgaben sei sehr schwierig. An Beschleunigung an ihren Einrichtungen Stritit zu üben. Daß die schweizerische Bes des Manifestes Schwierigteiten zu machen. Der Abgeordnete Bebel ber lokalen Bestellung, die uns viel Geld tofte, feien uns völkerung wehrtüchtig ist, darüber besteht gar kein Zweifel. Doch von heut war der Bebel nicht, der 1871 die Thaten der Kommune aber andere Länder, zum Beispiel Amerita, weit überlegen. Abg schweizerische Stimmen selbst flagen über Mängel des dortigen Heer- viel zu mäßig fand. Heut sprach er maßvoll und protestirt nur Dr. Lingens( 8.): Sein Hauptverdruß seien die Postpacete am wesens, die dringend der Abhilfe bedürfen. So sehr ich das Maß gegen den Militarismus, weil durch eine starte Armee die Träume Sonntag. halten in der heutigen Rede des Abg. Bebel anerkenne, so muß ich einer Partei nicht in Erfüllung gehen. Ich bin stets ein Feind der Man solle das Beispiel Englands und Amerika's nachahmen und Sonntags teine Packete annehmen. Juden doch auf die Verhandlungen in Stuttgart verweisen, wo gejagt zweijährigen Dienstzeit gewesen. Aber nachdem man sie eingeführt und die christlichen wurde: Die Armee müſſe demokratifirt werden und dazu müsse die hat, tann man sie nicht mehr abschaffen. Man muß sich jezt be- machten häufig Sonntags Hochzeit Beamten müßten einjährige Dienstzeit sobald als möglich eingeführt werden. Wir mühen, in den zwei Jahren den Leuten den Geist einzuimpfen, der dann ellenlange Telegramme befördern. wie in England ein Zuschlag zu find anderer Meinung, und was in unserer Macht steht, diesen Ge- sie während des ganzen Lebens dann beherrschen son. den Depeschenkosten am Blaze. Das Rasseln der Postwagen am danken zu vereiteln, werden wir thun.( Beifall rechts.) Ich schlage die Aufhebung des Einjährig- Freiwilligen- Dienstes Sonntag fei ein Standal, der abgeschafft werden müffe. Staatsvor, der nur ein Wachsthum des unverdauten Wissens sekretär v. Podbielsti hält es für seine Pflicht, den Sonntag Nur im Gebiete von sei eine Militärvorlage so ruhig verhandelt worden wie diese. Auch das sich mit den Interessen des Mittelstandes verträgt.( Seiterfeit.) Sie tags nach 12 Uhr noch gestattet, und auch dort soll es noch im Laufe Ich habe heute in einer politischen Zeitung gelesen, noch niemals herbeiführt, an dem unsere Zeit so sehr frantt. 4 Ober- Postdirektionen sei die Annahme von Badeten Sonna sei eine Militärvorlage so ruhig verhandelt worben wie diese. Auch das verwaltung sollte sich aber fragen, ob der Deutsche Offizier- Verein möglichst seinen Beamten zu erhalten. Zentrum befindet sich gegenüber der Vorlage in einer sehr glücklichen möge sich auch vom Ausland bei Lieferungen frei machen. Wir Lage. Etwas anderes ist es, einer neuen Organisation zu wider bitten das Zentrum, mit uns dafür zu sorgen, daß nur die laufenden des Jahres aufhören. Für den Telegrammverkehr sei eine sprechen, etwas anderes iſt es, die Stonſequenzen aus einer gegen Einnahmen zur Dedung der Kosten herangezogen werden dürfen. Solche Einschränkung nicht möglich, doch soll den Beamten ein ben eigenen Willen beschloffenen Aenderung zu ziehen. Die heutige Seiterleit rechts.) freier Sonntag möglichst gewährt werden. Graf Stolberg( t) Vorlage ist nur die Konsequenz der früheren. erklärt, der Zuschlag für Sonntags Telegramme sei ihm sehr ihm Zentrum hat also völlig freie Hand. Es wird die Vorlage Abg. Rickert( freis. Bp.): Auf den Standpunkt des Herrn pathisch. Die Anstellung der Telegraphenjungen tönne für deren Eine Erhöhung der Gebühr für gewissenhaft prüfen. Sollte es zu gänzlicher oder theil- v. Levezzow tönnen wir uns nicht stellen, der alle Verantwortung Moralität nur förderlich sein. weiser Ablehnung kommen, so wird man es als unpatriotisch nicht der Regierung überlassen will. Wir sind auch der Meinung, es ist geitungsbeförderung sei unbedingt nothwendig. Abg. Frese( frs. Vg.) angreifen dürfen, nachdem es seine Vaterlandsliebe bei Verstärkung undenkbar, zu einer längeren Dienstzeit zurückzukehren. Den von ist mit der Anstellung von Telegraphenjungen einverstanden. Eine der deutschen Seemacht so glänzend bewiesen hat.( Sehr gut! Bebel vorgeschlagenen Weg halten wir für ungangbar. Dagegen Stontrolle der Jungen durch das Publikum sei sehr wohl möglich. Redner im Zentrum.) So sehr wir auch entschlossen sind, die Inter- hoffen wir auf eine Verständigung auf der Grundlage der Regierungs- erklärt sich für Beibehaltung der 50 Pf. Padete. Auf Anfrage von effen den nationalen Vertheidigung Intereffen der vorlage. Müller- Sagan erklärt Staatssekretär b. Podbielsti, zur Zeit der Abg. Frhr. v. Hertling( 8.) Das haben wir Stärkung unserer Wehrhaftigkeit.( Beifall rechts und bei den welche in unserer starken Bevölkerungszunahme liegt, benutzen zur Nationalliberalen.) Die MilitärDa sei mindestens wir mehr fet feiner Beitung der Postdebit entzogen. Ein Zuschlag zur Gebühr Sechfter Wahlkreis! Den Genossen und Genofsinnen zur Iring. Nach den übereinstimmenden Erklärungen der Berhafteten befür Sonntags- Telegramme täme einer Begünstigung der ausländischen Nachricht, daß am Sonntag Abend 1/26 Uhr im Kösliner Hof. trug er an einem Tage bis höchstens 80 f. Telegramme gleich. An eine Abschaffung der 50 Pfennig- Postpacete Köslinerstr. 8, eine Versammlung für Männer und Frauen werde nicht gedacht. Abg. Prinz Arenberg und Abg. Singer stattfindet. In derselben hält der Genosse Ad. Hoffmann einen Vorfind gegen den Zuschlag für Sonntags- Depeschen, der eine Betrag über modernes Raubritterthum. Nachher gemüthliches Beigünstigung der Reichen bedeuten würde. In demselben Sinne äußert sammensein. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein g fich Abg. Dr. Lieber, während Abg. Graf Roon( f.) einen solchen Zuschlag befürwortet. Wegen Beginns der Plenarsizung wurde die Debatte abgebrochen, um Dienstag fortgesetzt zu werden. Erste Generalversammlung des Seemanns- Verbandes. Hamburg, 12. Januar 1899. Der Verbandsvorsitzende A. Störmer- Hamburg eröffnet die erste Generalversammlung des Verbandes mit der Feststellung der Präsenzliste. Es sind anwesend 6 Delegirte der Hamburger Mitgliedschaften, 2 Delegirte aus Bremerhaven und je 1 aus Lübeck, Bremen, Kiel und Flensburg. Störmer erstattet den Vorstands= " Der Vertrauensmann. der Borussia, Aderstr. 6/7, eine Bolts bersammlung statt, Sechster Wahlkreis. Dienstag, den 17. Januar cr., findet in in der Reichstags- Abgeordneter Rosenow über das Thema: Bürgerthum und Arbeiterklasse am Anfang einer neuen Zeit" sprechen wird. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vertrauensmann. " Der Lese: und Diskutirklub Südost hält am Sonntag bei Stechert, Andreasstr. 21, sein achtes Stiftungsfest ab, zu welchem die Parteigenossen hiermit eingeladen werden. Arbeitsnachweis. Es muß sich nun ja bald zeigen, ob die Unternehmer den sozialen Frieden fördern wollen, indem sie ihre als Waffe gegen die Arbeiterschaft gebrauchten Arbeitsnachweise aus der Welt schaffen. Wichhof, die jetzt in Zwischenräumen von 20 Minuten verkehren, Die Wagen der Straßenbahnlinie Morihplak- Zentral sollen nach einer Mittheilung der Direktion der Neuen Berliner Straßenbahn mit Beginn des Sommer- Fahrplanes nach 10 Minuten abgefertigt werden. Unterschlagungen im Verbande deutscher Handlungsgehilfen. Kuno v. Hollwvede, der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen in Leipzig.( Geschäftsstelle Berlin, Stochstr. 12), ist gestern früh auf Anordnung des Untersuchungsrichters verhaftet worden. v. Hollwede, der vor acht Jahren aus Braunschweig nach Berlin kam, wurde 1893 Geschäftsführer des Verbandes und Verwalter der sämmtlichen Kassen dieses über ganz Deutschland verbreiteten Verbandes. Im vergangenen Monat wurde bei einer plößlichen Prüfung der Kassenbestände der verschiedenen Kassen ein Fehlbetrag festgestellt. v. Hollwvede, der einer bekannten Braunschweiger Familie entstammt und durch seine Lotteriekollekte, die kein gutes Ende bericht über das verflossene Geschäftsjahr, aus dem zu entnehmen vorstandes des Zentralvereins für Arbeitsnachweis schlagungen ein. Er gestand, schon längere Zeit Gelder den Kaffen In der am Mittwoch stattgehabten Sigung des Gesammt- nahm, in weiteren Kreisen bekannt geworden ist, gestand die Unterist, daß die junge, vor fünf Viertel Jahren gegründete Organisation berichtete der Vorsitzende Dr. Freund über die Betriebsresultate mäßigen Prüfungen habe er die Fehlbeträge der Krankenkasse durch, entnommen und für sich verbraucht zu haben. Bei den regel sich sehr gut entwickelt hat. Störmer hat die lange verweigerte des Arbeitsnachweises im Jahre 1898. Hiernach meldeten sich Bestände der Sterbe- und Unterstügungskasse gededt und umgekehrt. Bestätigung als Beisiger beim Schiedsgericht für Unfallsachen 38 000 Arbeitslose, von denen 24 000 in Stellungen gebracht wurden; Der Vorstand entließ den Hollwede sofort und erstattete, da keine erhalten. Der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger find 30 M. die Zahl der von Arbeitgebern verlangten betrug 25 000. überwiesen. Es wird angeregt, die Summe auf 75 M. zu erhöhen. Als einziger Gegenstand stand auf der Tagesordnung die wichtige Dedung erfolgte, Anzeige, der die Verhaftung auf dem Fuße folgte. Zur Frage der Effektenversicherung der Seeleute bemerkt der Vor- Frage der Organisirung von paritätischen Fach- Arbeits: Polizeiliches Meldewesen. Das Polizeipräsidium giebt befizzende, der Verbandsvorstand wolle den Antrag stellen, der Verband nachweisen. Die anwesenden Vertreter der Arbeiter gaben auf fannt: Zur Beseitigung von Zweifeln, welche durch die in der möge sich mit sämmtlichen anderen seemännischen Verbänden und die ausdrückliche Aufforderung des Vorsitzenden, ihren Standpunkt Bekanntmachung vom 2. Juli v. J. vorgeschriebenen Fassung der Bereinigungen in Verbindung setzen, um mit ihnen über die Ein- in dieser Frage flar darzulegen, folgende Erklärung ab: Durch ihren Bemerkungen auf der Rüdseite der Formulare für polizeiliche: richtung einer Effektenversicherung zu berathen. Der Hauptkassirer Eintritt in den Vorstand des Zentralvereins für Arbeitsnachweis, An- und Abmeldungen entstanden sind, wird hierdurch zur öffentP. Hoffmann Hamburg erstattet den Kassenbericht. Die über deffen Fortgang fie sich von vornherein flar gewesen lichen Kenntniß gebracht, daß der§ 9 der Polizeiverordning über Gesammt Einnahme in jämmtlichen Mitgliedschaften betrug seien, hätten die Arbeiter bereits ihre Stellungnahme in das Meldeweien vom 18. Juli 1896, wonach die Meldungen 16.792,39 M. Davon wurden dem Zentralvorstand überwiesen dieser Frage festgelegt. Die Arbeiter ständen voll und ganz in zwei Eremplaren einzureichen sind, unverändert geblieben, 8223,77 m. Die Ausgabe beträgt 4550 M. Der Verband auf dem Boden der Bestrebungen des Zentralvereins, welche auf die ist. Den Verlegern der Formulare wird empfohlen, beim, hatte am Schlusse des Geschäftsjahres ein Vermögen von Organisirung von paritätischen Fach- Arbeitsnachweisen hinzielen. Die Neudrud für die Bemerkungen folgende Fassung zu wählen: 3910,58 M. Ein erheblicher Theil der Ausgaben fällt auf Arbeiter feien sofort bereit, zu Gunsten dieser Arbeitsnachweise ihre Die Meldungen sind in zwei Exemplaren und, falls der Meldende die Anschaffungen, die sich durch die Gründung des Ver eigenen Arbeitsnachweise aufzulösen, vorausgesetzt natürlich, daß die ein Exemplar zurückzuerhalten wünscht, in drei Eremplaren bei dem bandes benöthigten. Diefelben fallen von jest ab fort. Für Unter Arbeitgeber auch zur Auflösung ihrer Arbeitsnachweise bereit sind.- zuständigen Polizeirevier- Bureau einzureichen. Das dritte Exemplar' ftügung eines Streits in Flensburg find aus der Hauptkasse 161 M. Der Vorstand nahm hierauf einstimmig folgende Resolution an: falls ein solches eingereicht worden ist erhält der Meldende bewilligt. Die gesammte Mitgliederzahl des Verbandes be- Der Gesammtvorstand des Zentralvereins für Arbeitsnachweis ist abgestempelt zurück. Auch ist gestattet, daß eine in ein Hausträgt 2723. Das Verbandsorgan Der Seemann" wurde der Ueberzeugung, daß Fach- Arbeitsnachweise unter gleichzeitiger Meldebuch eingetragene Meldung an Stelle des zurückzugebenden in 6295 Exemplaren verbreitet. Es werden sodann die Mitwirkung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und dem dritten Exemplars treten kann. Berichte aus den einzelnen Mitgliedschaften erstattet. Nach Vorsige eines Unparteiischen die einzige berechtigte und erstrebensden werden einige Anträge auf Abänderung der Statuten werthe Form in der Organisirung der Fach- Arbeitsnachweise dar- und wiederum innerhalb drei Tagen vom Vermiether, zusammen Die Meldungen müssen innerhalb drei Tagen dem Vermiether berathen, die tein öffentliches Interesse haben. Ein Antrag eines stellen und beschließt, mit aller Energie auf die Errichtung derartiger also in sechs Tagen erstattet werden. Dabei wird der erste UmzugsFlensburger Mitgliedes, den Beitrag von 75 Pf. auf 1 M. pro Fach- Arbeitsnachweise hinzuwirken. Nachdem noch der Vorsitzende tag nicht mitgerechnet. Monat zu erhöhen und dann die Zeitung" Der Seemann" un feststellen konnte, daß man in weiten Kreisen der Arbeitgeber den entgeltlich zu liefern, wird abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wird ein bezüglichen Bestrebungen des Vereins sehr sympathisch gegenüberſtünde, werden, sind in die Anmeldung unmittelbar folgend die Namen Bet Wohnungsveränderungen, welche von Familien vorgenommen Antrag des noch nicht zum Verbande gehörigen, 1500 Mitglieder wurde zunächst eine siebengliedrige Kommission zur Ausarbeitung der Ehefrau und sodann der Kinder mit aufzunehmen. Zur Vollzählenden" Pommerschen Seemanns- Vereins", das Eintrittsgeld auf eines Normalstatuts für Fach Arbeitsnachweise zwei Mart zu erhöhen, dafür aber den monatlichen Beitrag auf Das Normalstatut soll lediglich die Grundlage bilden für die Ausgehört: Bei Frauen die Angabe des Zunamens, welchen sie bei eingefeßt. ständigkeit der Namensbezeichnung in der Spalte 1 der Meldung 50 Pfennig herabzusetzen. Der Pommersche Seemanns- Verein arbeitung von Spezialstatuten, die den Verhältnissen der einzelnen ihrer Geburt, und desjenigen, welchen fie in etwaigen früheren Ehen hatte beschlossen, im Falle der Annahme dieses Antrages Gewerbe angepaßt und von den den betreffenden Gewerben ange- geführt haben; bei Minderjährigen die Angabe der Namen sowie fich in corpore dem Verbande anzuschließen. Der Anschluß wird hörigen Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in jedem bes Standes oder Gewerbes der Eltern bezw. der Mutter. Für also nicht stattfinden. Zum Bunfte" Agitation" bemerkt Störmer, einzelnen Falle beschlossen werden müssen. Anverwandte, Dienstpersonen oder andere Mitglieder des Hausdie Agitationskommission habe es sich im verflossenen Jahre Hauptstandes des Verzogenen sind besondere Meldungen zu machen. In sächlich angelegen sein lassen, das Vorhandene zu stärken. Es seien Spalte 6 ift die Bezeichnung" Preuße" oder die Bezeichnung des aber auch mehrere weitere Agitationsreisen gemacht. Letzteres werde betreffenden anderen deutschen oder außerdeutschen Staates anzus im nächsten Jahre in erheblich größerem Maßstabe geschehen. Es geben. tommt sodann der Punkt Presse" zur Verhandlung. Der Redakteur Die Bebauung des Gebietes der Stadt Berlin ist in neuerer Störmer theilte mit, es feien bisher monatlich 1000 Exemplare Beit so weit vorgeschritten, daß die hierzu noch verfügbare BodenZum Schuhe vor den Straßensperrungen. Die Große bon" Der Seemann" zum Preise von 90 M. hergestellt. fläche, die vor 2 Jahrzehnten noch über die Hälfte, vor 3 Jahr Berliner Straßenbahn- Gesellschaft beabsichtigt für den durch die Hoffmann führt aus, an Drudkosten habe" Der Seemann" zehnten sogar fast noch zwei Drittel des gesammten Stadtgebietes Franzöfifchestraße über die Straße Unter den Linden führenden im legten Jahre 900 m. geloftet, während nur etwas über 600 M. ausmachte, gegenwärtig( wie aus dem legten Berliner Statist. Betrieb während der Sperrung der Straße Unter den Linden, die wieder dafür eingekommen wären. Es sind verschiedene Anträge auf Jahrb." ersichtlich ist) auf nahezu ein Viertel des Gebietes zusammen sich häufig bis zur Französischenstraße erstrecke, eine Endhaltestelle Umgestaltung des Organs und auf unentgeltliche Lieferung desselben geschmolzen ist. Nach den Grundsteuer- Einschätzungen für die Jahre zwischen der Werderstraße und dem Schinkelplatz gegenüber dem an die Mitglieder gestellt. Nach sehr lebhafter Debatte wird be- 1897/98( bez. 1896/97, 1886/87, 1876, 1866) famen von dem mit Staiser Wilhelm- Denkmal einzurichten. schlossen, das Organ in vergrößertem Format vom 31. Januar d. J. rund 6840( 6389, 6336, 5924, 5920) Settar angenommenen Berliner Das Polizeipräsidium theilt mit: Der 28. Januar, 4., 11., ab erscheinen zu lassen und dasselbe an sämmtliche Mitglieder un- Stadtgebiet auf die bebaute Fläche jammt Hofräumen und 14. und 25. Februar, 4., 18., 25. und 30. März, 22. und 29. April, entgeltlich abzugeben. Nichtmitglieder sollen für das Exemplar fleineren Hausgärten( 2620( 2598, 2028, 1539, 1104) Settar, 13., 18. und 19. Juni d. J. werden vorläufig als diejenigen Tage 10 Pf. bezahlen. auf Straßen, Bläge, Bartanlagen, Eisenbahn- Terrains u. f. w. festgesetzt, an denen in Bädereien und Konditoreien Gehilfen 1830( 1825, 1331, 1135, 890) Seltar, auf die übrige, und Lehrlinge über die vorgeschriebene Dauer beschäftigt werden noch unbebaute Fläche 1701( 1726, 2784, 3068, 3743) Heftar, auf die Wasserfläche 189( 190, 198, 182, 183) Settar. In Prozent tamen Aus der Magistratssitzung am Freitag. In Fortsetzung der von dem Stadtgebiet auf die bebaute Fläche 41,3( 41,0, 32,0, 26,0, Berathungen zur Feststellung des Stadthaushalts- Etats für das 18,7), auf Straßen, Bläge u. f. v. 28,9( 28,8, 21,0, 19,1, 15,0), auf Berwaltungsjahr 1899/1900 stellte das Magistratskollegium zunächst die unbebaute Fläche 26,8( 27,2, 43,9, 51,8, 63,2), auf die Wasser den Einzeletat der städtischen Erziehungshäuser fläche 3,0( 3,0, 3,1, 3,1, 3,1). Bei den Einschätzungen für 1897/98 für verwahrloste Knaben in Lichtenberg fest. Der-( beziv. 1896/97, 1886/87 u. 1. 1.) zerfiel das Stadtgebiet in 35 427 felbe schließt in Einnahme mit 76 120 M. und in Ausgabe mit( 34 724, 26 939, 18 272, 9078) Barzellen, deren durchschnittliche Größe 184 355 M. ab und erfordert somit einen Zuschuß von 108 235 m. 1790( 1826, 2352, 3241, 6521) Quadratmeter war. Von diesen Die Belegungsziffer ist auf 200 angenommen. Der Etat für ver- Barzellen waren bebaut 22 518( 22 049, 15 293, 8176, 3508) zu durch wahrloste Mädchen in Klein- Beeren ist im obigen Etat mit schnittlich 1164( 1178, 1326, 1882, 3147) Quadratmeter. verrechnet. Die Belegungsziffer für die legteren ist auf 40 an- Bei der Invaliditäts. und Altersversicherungs- Anstalt alten Schloffergefellen Erich Stoch aus der Stralsunderstraße 10 geBöse Folgen hat eine Nenjahrsschießerei für den 18 Jahre gefeßt. Der Etat des Krankenhauses Moabit Berlin sind im Laufe des Vierteljahres Oktober- Dezember 1898: iſt in Einnahme mit 26 500 M. und in Ausgabe mit 833 280 2.98 Anträge auf Gewährung von Altersrente ein- abt. Auf diesem Grundstücke wohnt im ersten Stock die Futterfestgestellt; es ist somit ein Zuschuß von 568 280 M. erforderlich. In den gegangen; aus der Zeit vor dem 1. Oktober 1898 lagen noch 15 An 23 Jahre alten Tochter. Die Futterhandlung liegt im linten Seiten händlerin Wittwe Beier mit einem 21jährigen Sohne und einer Ausgaben sind die Verpflegungs-, Bekleidungs- 2c. Kosten mit träge vor, hinsichtlich deren die Entscheidung noch ausstand. Von 418 000 M., die Behandlungskosten für die Strauten mit 108 350 M. diesen 113 Anträgen find bewilligt 69, abgelehnt 32, anderweitig er flügel im Erdgeschoß und über ihr der Heuroden. Am 14. Dezember verrechnet. Der Etat des Krankenhauses im Friedrichs- ledigt 2 und unerledigt auf das folgende Vierteljahr über-. 3. drang ein Einbrecher mit Nachschlüsseln in die Beier'sche Wohhain erfordert einen Zuschuß von 482 028 M. Die Ausgaben benung ein und stahl aus mehreren Behältern Geld. Vier Tage später nommen 10. Bis zum 31. Dezember 1898 waren ins fragen 765 028 M., in welchen die Summe von 404 000 m. für Ver- gesammt bewilligt an Altersrenten brach in der Futterhandlung und auf dem Heuboden Feuer aus, das pflegungs- und Bekleidungskosten und 101 630 M. für Behandlung ausgeschieden durch Tod 1192, aus anderen Gründen 100, trotz der Umstände, die es begünstigten, glücklicher Weise noch gelöscht. der Stranten enthalten ist. Die Einnahmen sind mit 283 000 M. in zusammen 1292, sodaß am 1. Januar 1899: 2646 Alters werden konnte, bevor es größeren Schaden angerichtet hatte. In der Ansatz gebracht. schließt in Einnahme mit 268 300 M. und in Ausgabe mit 659 747 gleichen Vierteljahrs find 660 Anträge auf Gewährung von daß er scharf gewesen war und die Beier'sche Wohnung zum Ziele Der Etat des Krankenhauses am urban renten- Empfänger vorhanden waren. Innerhalb des Neujahrsnacht fiel auf dem Hofe ein Schuß, den man zunächst für einen gewöhnlichen Neujahrsschuß hielt. Es stellte sich aber heraus, ab, so daß der Zuschuß 391 447 M. beträgt. Für Verpflegung und n validenrenten eingegangen und 147 unerledigt aus dem gehabt hatte. Die Kugel hatte eine Scheibe eines Wohnungsfensters Bekleidungskosten find 310 000 m., für Behandlung der Kranken Borvierteljahr übernommen. Von diesen 807 Invalidenrenten91 530 M. angefegt. Der Etat der städtischen Flußbade Anträgen sind 510 bewilligt, 185 abgelehnt, 20 anderweitig erledigt, daß der Schlofferlehrling Koch den Schuß aus einem Revolver abdurchschlagen und wurde in der Wohnung gefunden. Man ermittelte, anstalten schließt in Einnahme mit 54 100 M. und in Ausgabe 142 unerledigt auf das folgende Vierteljahr übernommen worden. daß der Schlosserlehrling Koch den Schuß aus einem Revolver abmit 80 905 M. ab, es beträgt der Zuschuß mithin 26 805 m. Der An Invalidenrenten sind bis zum 31. Dezember 1898 überhaupt 6822 gefeuert hat. Stoch wurde nach einigen Tagen festgenommen. Die Etat der städtischen Volksbadeanstalten schließt in Ein- bewilligt worden. Ausgeschieden find inzwischen durch Tod 2200, einen Anschlag gegen die Tochter der Frau Beier geplant und ver weiteren Ermittelungen führten dahin, daß er verdächtig wurde, nahme mit 154 046 2. und in Ausgabe mit 127 794 m. ab und aus anderen Gründen 156, zuſammen 2356, mithin war am fucht zu haben. Außerdem aber legt man ihm auch den Einbruch ergiebt somit einen Ueberschuß von 26 082 M. 1. Januar 1899 ein Bestand von 4466 Jnvaliden- zur Last und beschuldigt ihn, das Feuer in der Futterhandlung und Der Magiftrat beabsichtigt, auf dem Rieselgute in Buch eine renten- Empfängern aufzuweisen. auf dem Henboden mit Vorsatz angelegt zu haben. Siechenanstalt für 1500 Personen in einzelnen Pavillons zu 150 Perfonen zu errichten. Das Magistratskollegium hat in seiner gestrigen Franzer- Regiments hat dem„ Kl. Journal" zufolge in einem hiesigen Eine sehr finnreiche Nachfeier zu dem Jubiläum des Sigung eine Siebener- Kommission eingesetzt, um zunächst darüber zu Chantant- Theater stattgefunden. berathen, ob es sich überhaupt empfehle, eine folche Anstalt zu er feiner Unschuld:" Die österreichischen Offiziere, die gelegentlich der Das genannte Blatt schreibt in richten, oder ob nicht für die Siechen eine Familienpflege ge- Jubiläumsfeier in Berlin anwesend find, besuchten am Donnerstag eigneter sei. in Begleitung einiger preußischen Kameraden unter Führung Oberst In ihrer geheimen Sigung am Donnerstag hat die Stadt Schwartkoppen's den Wintergarten, wo sie einen großen Tisch Verfolgungswahn hat den Vergolder Karl Erhardt aus der verordneten- Bersammlung die Adresse an den Kaiser zu seinem auf der Terrasse einnahmen. Die Tafel, an deren Mitte der Feld Straußbergerstraße 26 in den Tod getrieben. Der Mann war seit Geburtstage festgesetzt. Wird sie eben so byzantinisch ausfallen, wie marschall Lieutenant von Steininger Blaz genommen längerer Zeit nervenkrant und hatte bereits im vergangenen Jahre die vielbelächelte Neujahrs- Adresse des Magistrats? hatte, erregte das das Interesse des gesammiten Publikums, einen Anfall von Verfolgungswahn. In der vergangenen Nacht hat als plöglich die Kapelle des Wintergartens unter der er sich erhängt. des Leitung die Kapellmeisters Wanda österreichische Kommunales. " M 3938. Von diesen sind tönnen. ausiebender Zwei reduzirt aussehenden und zur Haft gebrachten Männern wurden in der Nacht zum 4. d. M. in der Greifswalderstraße vier anscheinend aus einem Gartenlofal gestohlene Stühle abgenommen, die sie von einem Unbekannten in der Neuen Schönhauserstraße gefauft haben wollen. Drei der Stühle haben durchlochte amerikanische Sigbretter, während der vierte ein mit einem Stern bemaltes volles Sigbrett hat. Die Eigenthümer dieser muthmaßlich gestohlenen Stühle wollen sich im Zimmer 326 des Polizeipräsidiums in den Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr einfinden. dieser Woche ben Vorfall beobachtet haben, der sich zwischen einem Zeugen gesucht. Die Personen, welche am Dienstag Abend abspielte, werden gebeten, bei Karl Müller, Maurer, Wilhelmstr. 122a, von einer Dame begleiteten Schuhmann und einem Straßenpaſſanten ihre Adresse abzugeben. Auf dem städtischen Schlachthofe sind im Monat Dezember gegen 56 523 im Dezember 1897 auf nationalhymne austimmte. Kaum erklangen die ersten Töne einen ersten öffentlichen Vortragsabend dieses Winters. Ludwig 1898: 56 904 Schweine Der Verein ,, Berliner Preffe" veranstaltete am Donnerstag Trichinen untersucht worden. Davon sind 9 Stück wegen Trichinen des Liedes, da erhoben sich sämmtliche Anwesenden zu einer Ovation, und 35 Stüid wegen Finnen als zur menschlichen Nahrung ungeeignet wie sie die Räume des Wintergartens noch nie erlebt haben." Hoch Fuld a las im großen Saale des Architektenhauses eine Anzahl zurückgewiesen worden. Besonders die heiteren Desterreich" och Kaiser Franz Josef",„ Eljen Ferencz neuer ernster und heiterer Gedichte. Josef", diese Rufe ertönten unzählige Male und, sichtlich gerührt Gedichte satirischen Inhalts in ihrer eleganten, knappen Forin von diesem spontanen Beweise anhänglicher Liebe zu dem Freunde Fulda ein stimmungsvolles einattiges Schauspiel„ Die Beche". Es fanden den ungetheilten Beifall des Auditoriums. Zum Schluß las unseres Kaisers, verneigte sich Feldmarschall- Lieutenant v. Steininger wird da ein alter Lebemann geschildert, der am Abend seiner Tage wiederholt." An eine schönere Stätte reiner Freuden hätten die der früh verführten und damals schmählich berlassenen Jugendliebe preußischen Offiziere im Zeitalter der Kasernenfrömmigkeit die öfter begegnet. Jezt, nach 32 verlumpten Jahren, möchte er sein damals reichischen Kameraden garnicht führen können. gebrochenes Wort einlösen und die nun Fünfzigjährige heirathen. Lokales. " Die Parteigenoffinnen und Genoffen des 2. ReichstagsWahlkreises werben auf die am Sonntag, Schönleinstr. 6, stattfindende Bersammlung aufmerksam gemacht und zu zahlreichem Besuch eingeladen. Nach dem Vortrage gemüthliches Beisammensein. Die Untersuchung gegen die der Unterschlagung beschuldigten Aber er erfährt, daß die einst von ihm dem Unglück Preisgegebene Die Vertrauensperson der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands. Bahnsteig schaffner der Stadt- und Ringbahn ist jest nahezu seiner nicht mehr bedarf. Das Kind beider ist zu einem geachteten Die Parteigenoffinnen und Genossen von Moabit werden abgeschlossen, da die Verhafteten durchweg geständig waren. Die Mann herangewachsen und die Mutter ist glücklich im Besitz ihres darauf aufmerksam gemacht, daß am Dienstag Abend 8 Uhr im ungetreuen Beamten waren fast sämmtlich erst kurze Zeit in Dienst Sohnes. Der einst geliebte Mann aber ist ihr fremd geworden und Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80,81, eine öffentliche Ber- und wollen, was schon glaublich erscheint, durch Geldforgen zur fie verzichtet darauf, die Pflegerin feines gebrechlichen Körpers zu sammlung stattfindet, in der Reichstags- Abgeordneter Sachse Unterschlagung veranlaßt worden sein. Der Nutzen, den die Schaffner werden. Der Wüstling bezahlt mun die Beche" seiner JugendDie Vertrauensperson. aus ihrem Handel mit entwertheten Fahrkarten zogen, war nur gesünden. Das Schauspiel machte tiefen Eindruck auf das Publikum. referirt. bekannt gewordenen Malers Der Vorstand des Lette- Vereins theilt uns mit: Eine Kunst webeschule des Lette- Vereins beabsichtigt der Borstand des Vereins im April dieses Jahres zu eröffnen. In der Schule das norwegische Schicht und Bildwirten in halbjährigen Kurjen gelehrt werden. Durch einen Bertrag mit der„ Nordischen Kunstweberei, G. m. 6.§." ist den aus gebitbeten Damen für ein Jahr Beschäftigung im Afford garantit. Der Vette- Verein beabsichtigt nicht, durch seine Kunstwebeschule Dilettanten eine nene Technik zu bieten, er will vielmehr einen neuen Erwerbszweig, der in erster Linie als Hausindustrie für Frauen geeignet ist, ins Leben rufen. Die Kunstwebeschule wird geleitet werden von Fräulein Maria Brinckmann aus Hamburg. Die Anmeldungen für den erſten Kursus haben bis zum 15. Februar zu erfolgen. Weitere Auskunft ertheilt die Registratur des Lette- Vereins, Berlin, Königgrätzerstraße 90. = Aus den Nachbarorten. added a plate on stres d Im Kunstfalon Ribera, Botsdamerstr. 20, ift gegenwärtig eine Aus: 183/4 Uhr gejagt, während in jener Gegend die Zeit des Haupt- Theil des Hauses, in welchem sich das Bureau der Hafenbeamten stellung vornehmlich von Werken des als Schilderer Berliner Boltslebens Gottesdienstes von 81/-10%/ 2 Uhr dauert. Er sollte sich hierdurch befindet, zerstörte. Das am Hafen liegende Stadtviertel„ Saint Freien Voltsbühne Bans Baluscher. Für Mitglieder ber an den brei nächsten Sonntagen, dem gegen die Verordnung des Oberpräsidenten vom 5. Oftober 1896 François" ist vollständig überschwemmt, so daß der Berkehr in dem15., dem 22. und 29. Januar, das Eintrittsgeld auf 20 Pf. ermäßigt. Als bergangen haben. Es ist das die bekannte Verordnung über die selben unmöglich ist. Der entstandene Schaden ist beträchtlich. Legitimation gilt die Mitgliedskarte. Heilighaltung der Sonn- und Feiertage. P. wurde in den ersten In Stuttgart richtete ein heftiger Gewittersturm, verbunden Instanzen zu einer Geldstrafe verurtheilt. Auf seine Revision hob mit Wollenbruch und starten Bligen in der Nacht zum Freitag viels Eine Anzahl Bäume wurden entwurzelt, an das Kammergericht gestern die Vorentscheidungen auf und verwies fachen Schaden an. die Angelegenheit nochmaliger Entscheidung an das Landgericht Dächern und Kaminen wurden Beschädigungen verursacht. Durch zurüid, zur Begründung, führte der Bräfibent aus, eine polizei den Einsturz eines Gerüftes wurde in der Dannederstraße ein älterer verordnung, welche die Jagd an Sonntagen durch Verbote be- Mann erschlagen. Infolge des Gewitters find zahlreiche Fernsprech schränke, ſei nur insoweit giltig, als es sich um solche Jagden, die leitungen unterbrochen. mit Geräusch verbunden seien, handle. Ob eine solche hier) Absturz im Harz. Am Sonntag Bormittag machten zwei Ges vorgelegen habe, müsse noch festgestellt werden. sellen von Thale( Harz) sich auf den Weg, um die Berge zu bes Aus Halle a. S. wird uns vom 11. Januar berichtet: Bon steigen. Beide erreichten den Herentanzplatz und wollten sich von der Anstiftung zum Meineide wurde in heutiger Schwurgerichts- dort nach einigem Verweilen über die Prinzenſicht in das Bobethal fizung nach zweitägiger Verhandlung der frühere Polizeisergeant hinabbegeben. Der Aeltere, Johann Lavrenz aus Schwappeln im Gustav Priebe von hier, freigesprochen, der in einem reije Memel, etwa 28 Jahre alt, zeigte beim Abstieg große WagFreudenhause auf dem Schlamm in Dienste Bier getrunken und halsigkeit, sodaß sich der Jüngere wiederholt veranlaßt sah, ihn vor at dieses Disziplinarvergehen eidlich in Abrede gestellt, sowie das der Gefahr zu warnen. Lavrent beachtete auch nicht, daß der frühere Freudenmädchen Auguste Hennig zu einem Meineide an Jüngere an einer besonders gefährlichen Stelle erklärte, dorthin nicht Steglih Friedenau. Sonntag Nachmittag, 2, Uhr, spricht geftiftet haben sollte. Die wegen Meineids mitangeklagte Hennig folgen zu wollen. An dieser Stelle muß Lavrent plötzlich den Radtkowsky in öffentlicher Versammlung bei Schellhase über und eine verehelichte Rappsilber wurden ebenfalls freigesprochen. Boden verloren haben und in die Tiefe gestürzt sein. Sein Ges Stoffwechsel und Ernährung". Nachher gemüthliches Beiſammen- Die Verhandlung entrollte ein recht trübes Bild über das fährte sah ihn plöglich verschwinden und vermochte tro allen sein. Dienstag findet bei Grube, Friedenau, eine Versammlung des Treiben zweier Polizeibeamten. Es wurde festgestellt, daß Suchens und Rufens teine Spur mehr von ihm wahrzunehmen. Arbeiter- Bildungsvereins statt. olet fich Priebe im Dienste mit Dirnen eingelassen und sich Bisher waren die Nachforschungen nach dem Verunglückten ohne eines Tages derartig betrunken hatte, daß er von seinem Erfolg. vorgefeßten Ober Polizei Inspektor Weydemann nach der In dem Prozeß der Eigenthümer des Dampfers CromartyBolizeiivache geschickt werden mußte. Der Kupferschmied Albert shire" gegen die Compagnie Transatlantique wegen Schadens Dehme, der die Anzeige gegen Priebe erstattet hatte, bekundete unter erfages für die von„ Cromartyshire" beim Zusammenstoß mit der demi Eide, daß er auf Grund der Aussagen der drei Angeklagten Bourgogne" erlittene Havarie entschied der Admiralitätsgerichtshof wegen wiffentlich falscher Anschuldigung unschuldig zu einem in London, daß die Bourgogne" allein die Schuld am Zusammen Der Magiftrat von Charlottenburg ist dem Beschlusse der Monat Gefängniß verurtheilt worden sei. Die Angeklagte Hennig ftoß treffe. gemischten Deputation für den Bau eines Elettrizitäts- hatte vor der Hauptverhandlung wiederholt ein Geständniß abgelegt, Der Maler Diefenbach lebt in großem Elend. Aus Wien werkes, das Wert an die Elektrizitäts- Attien- Gesellschaft vorm. dieses aber nachträglich wieder zurückgezogen. Der Staatsanwalt wird berichtet, daß er mit feiner Kolonie von drei Kindern, jieben W. Lahmeyer u. Co. in Frankfurt a. M. zu vergeben, beigetreten. hatte das Schuldig der drei wegen Meineids Angeklagten beantragt. Schülern und Schülerinnen und sonstigen Anhängern aus seinem Die Firma baut das Wert für 1 700 000 m. und nimmt es für zehn rajastal asti Asyl in Himmelhof bei Ober Santt Veit zwangsweise entfernt Jahre in Pacht. Die Pachtsumme steigt bis zu 10 pCt., während worden ist. Diefenbach ist ganz mittellos. Die PfändungsSiemens u. Halste nur bis zu 8 pet. angeboten hatten, außerdem aber sich bereit erklärt haben, den über die Pachtsumme hinausWohnung. Weinend und jammernd verließ er mit seiner Kolonie dmeid tommiffion gab ihm freiwillig 20 Gulden zur Miethe einer gehenden Betriebsüberschuß unverkürzt an die Stadtgemeinde abzuführen. Die Vorlage wird die Stadtverordneten- Bersanmlung schon Hinimelhof. am nächsten Mittwoch beschäftigen. Groß- Lichterfelde. Der Gesangverein Sängerlust hält heute Abend bei Dohn, Lankwig, ein Vergnügen ab. Wir wollen den Parteigenossen und Arbeitern von Lichterfelde- Lankwiz in Erinnerung bringen, daß genanntes Lokal für Versammlungen verweigert wird. geben. stourdion V # 1 = Briefkasten der Redaktion. Derlammlungen. Bildungsschule, die fich eines guten Besuches erfreute, wurde am Eine Volksversammlung zu Gunsten der Arbeiter: In Whitechapel( London) ist wieder einmal eines der Atten Donnerstag in Keller's Saal abgehalten. Genosse Bebel, der tate verübt worden, von denen Jack der Aufschlizer" seinen Namen Vergrabener Schat. Bei Vornahme von Vermessungsarbeiten einen Vortrag über„ Die handelspolitische Entwickelung" zugefagt hat, und zwar wird dieses Mal der Thäter als ein Polizist be auf den Köllnischen Wiesen bei Rigdorf haben Feldmesser eine un- hatte, fonnte nicht erscheinen, weil an demselben Tage die Militär- zeichnet. Eine Prostituirte theilte am Sonnabend der Polizei mit, erwartete Entdeckung gemacht. Sie stießen nämlich auf eine Erd- vorlage im Reichstage verhandelt wurde, wozu er als Redner der ein Polizei- Konstabler habe sie in eine dunkele Seitenstraße geführt, höhle, deren Oeffnung mit Brettern verlegt war, welche eine leichte Graftion bestimmt war. Statt dessen sprach Genosse Molten sie mit einem Messer am Unterleib verwundet und sei dann sofort Erdschicht deckte, so daß der Verschluß nicht leicht erkennbar war. buhr über daffelbe Thema. Der Redner, legte in an verschwunden. Die Angaben der Frauensperſon ſchienen um ja Im Innern der Höhle fand sich ein reich assortirtes Lager von schaulicher Weise dar, daß das System der weitestgehenden wirth weniger glaublich, als sie start betrunken war. Spirituosen, Likören, Selterwasser 2c. vor. Diese unterirdische schaftlichen Absperrung der Staaten gegen einander, welches eine zwei Zoll lange, start blutende, aber nicht lebensgefährliche Destille stellt augenscheinlich ein Diebesnest dar. Es wurde von der zur Zeit der handwerksmäßigen Produktion herrschte, nothwendiger Wunde bei ihr vor. Sie beschrieb auch das Aussehen des Polibenachrichtigten Polizei ausgenommen. weise durchbrochen werden mußte, nachdem die Großproduktion und zisten, und unweit der Stelle, die sie als den Ort der That bea der Weltverkehr sich zu entwickeln begannen. Redner zeigte ferner, zeichnete, fand man Blut vor. Indessen hat man sie mit allen Der Bahnhof Nigdorf- Hermannstraße wird einer amt wie England, veranlaßt durch die Bedürfnisse der sich immer mehr Bolizisten, welche zu jener Zeit Nachtdienst hatten, konfrontirt, lichen Bekanntmachung zufolge am 1. Februar dem Verkehr über entwickelnden Industrie, zuerst den Freihandel einführte, wie die aber in feinem derselben hat sie den Thäter wiedererkannt. Freihandelsidee fich weiter in Europa verbreitete, zur Beseitigung des Die Polizei glaubt auch nicht, daß einer der Konstabler die Die erste Eisernte dieses sogenannten" Winters", welche absoluten Schutzzolles und zum Abschluß von Handelsverträgen That beging. Man hat die Verwundete vorher in Begleitung einigermaßen ertragreich war, hat in der Umgegend Berlins am führte, und wie dann die Vereinigten Staaten von Nordamerita, eines betrunkenen Matrosen gesehen, nach dem jest eifrig gefahndet Mittwoch Morgen auf dem Müggelsee und den bei Station um ihre aufblühende Industrie vor der ausländischen Konkurrenz wird. Hirschgarten gelegenen vollständig überschwemmten Wiesen statt zu schützen, in den 60er Jahren Schußzölle einführten. Während gefunden. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag war aber Ende der 70er Jahre die schutzöllerische Bewegung in Amerika nämlich der den falten Winden ganz besonders ausgesetzte Müggelsee bereits im Abnehmen begriffen war, habe Bismarck zu derselben an den Rändern in einer ganz erheblichen Ausdehnung zugefroren, Beit in Deutschland durch Einführung der sogenannten Wirthschaftsund zwar hatte das Eis eine Stärke von 2/2 bis 3 3oll erreicht. reform dem Verlangen der Schutzöllner Vorschub geleistet. Da durch Infolge dessen machten sich die Befizer der am See liegenden die deutschen Lebensmittelzölle namentlich die Ausfuhr Nordamerika's Restaurants und Vergnügungslokale bereits beim Tagesgrauen sofort geschädigt wurde, so habe in den Vereinigten Staaten die Bewegung daran, den in diesem Winter" bis jetzt so feltenen Himmelssegen für Schutzölle auf Industrieprodukte aufs Neue um sich gegriffen. einzuheimfen. Auf Kähnen und Prähmen, von denen einer sogar Der Redner kam dann auf den bevorstehenden Abschluß unserer von einem kleinen Dampfer gezogen wurde, fuhren sie hinaus und nenen Handelsverträge zu sprechen und meinte, in der Kommission brachten u. A. bis zu 1 Meter im Quadrat große Gisplatten von zur Vorbereitung derselben seien vorwiegend die schutzzölnerischen der oben bezeichneten Stärke heim. Gegen Mittag fing jedoch die Interessenten vertreten und es habe den Anschein, als ob man Sonne an zu wirken und bald war das noch stehen gebliebene Eis geneigt sei, unsern Agrariern Geschenke auf Kosten der Arbeiter 21. K. Unter gewiffen Borauslegungen fann auch eine solche Handlung wieder zerschmolzen. zu machen, die Arbeiter aber, wenn sie die erhöhten Brot die Kriterien einer Erpressung enthalten. Dieserhalb ist aber der christ preise durch Erlangung höherer Löhne ausgleichen wollen, liche" Maurerpolier nicht zu faffen, vielleicht aber wegen Geschäftsschädigung Ein nächtlicher Kirchenraub ist Anfang dieser Woche in der Dorftirche zu Eiche hinter Marzahn verübt worden. Diebe haben durch das in Aussicht stehende Zuchthaus- Gesez in ihren Be- auf dem Wege der Zivillage. F. W. Ein Institut, in welchem man unentgeltlich maffiren lernt, ift strebungen niederzuhalten. Betreffs seines eigenen Standpunktes zur uns nicht bekannt. Die tönnen aber bei dem Bezirtsphyſikus, eine Prüfung die Kirche erbrochen und haben diverse mehr oder weniger werth- Wirthschaftspolitik fagte Redner, er fei nicht für abfoluten Frei- ablegen, worauf Sie sich als geprüfter Masseur bezeichnen dürfen. Ueber volle Gegenstände gestohlen. Sie haben sogar die Kronleuchter ab- handel. Er halte einen Schutzzoll für berechtigt, wenn es sich um die Kosten erfahren Sie auf dem Polizeipräsidium das Nähere. geschraubt, um sich des Metalls zu bemächtigen. Nach vollbrachter Fernhaltung ausländischer Schmuzkonkurrenz handle, welche er- S. 25. 1. Nicht überall gleich. 2. Sie meinen wahrscheinlich„ Suum Arbeit haben sie den Altar der Kirche in der Weise beschmugt, wie möglicht wird durch hohe Ausfuhrprämien oder durch maßlose Aus- cuique" es ist lateinisch und heißt„ Jedem das Seine". dies Spizbuben nach dem alten Aberglauben zu thun pflegen, daß beutung der Arbeiter feitens eines Fabrikantenringes. Darüber Fachmann. Sie können Niegen bilden, so viel Sie wollen, das geht sie danach nicht erwischt werden. Alsdann haben sie auf demselben hinaus fei aber der Schutzoll nicht zu billigen, weil Niemand was an.bing Wege unbemerkt die Kirche verlassen. Die Gendarmerie glaubt, wie nur darauf hinauslaufe, den Fabrikanten üblich, die sichere Spur der Thäter gefunden zu haben. ind wople? BER Battal mile Gerichts- Beitung. er dann Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( awei Buchstaben oder eine BahD anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll und die letzte Abonnements quittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beantwortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 hr abgehalten. Naschte, Hochstr. 32 b. In unserem Versammlungsbericht ist auss drücklich von Hermann Gräfte bie Nebe. Wie ba ein Frrthum, noch dazu bei Wahlvereins- Mitgliedern, entstehen konnte, ist uns unvers ständlich. N. F. 10. Nein. A. N., Maskenball. Ja. ein 2. 11. 9. Ob im Reichsamt des Innern Nachtdienst eingerichtet ist, Privilegium zur Ausplünderung der inländischen Konsumenten wiffen wir nicht. 115.. Sie sind zur Herausgabe verpflichtet. zu verleihen. Deutschland bedürfe im Allgemeinen der Schutz- 100. Nein. Stein 24. 1. Ja. 2. Mein. ölle nicht, denn es habe eine hochentwickelte, konkurrenzfähige Bielgeliebt 33. Wenn tein Testament vorhanden ist, erben auch die VerIndustrie. Die Arbeiter müßten darauf sehen, daß eine Handels- wandten. B. 5. 90. Sofort. A. T. 99. Sie.. Heimaths: politit getrieben werde, die nicht in erster Linie das Ausland als Grünauerfstr. 27. 1. Rein. 2. Ja. A. G. 1875. Die Absatzmarkt zu gewinnen suche, sondern die vielmehr den deutschen loser 91. Ihre Fragen sind nicht verständlich. Arbeiter, indem sie ihn besser stellt, tonsumfähige macher, und rechtlich entscheidenden Punkte sind in Ihrem Briefe nicht flar. Kommen Sie in die Sprechstunde. H. S. Wenn das Zeugniß unrichtig ist, können Sie flagen. Die erweitertes Absatzgebiet im Inlande schaffe. Soldaten. Ja. 5. S. 1. Kommen Sie mit dem Kontraft in die wirthschaftliche Absperrung eines Landes sei unter den heutigen Ver- Sprechstunde. Ruheplak. Ja. Emil Schi. Hier unbekannt. hältnissen zu einer Unmöglichkeit geworden. Der 1/2 stündige G. F. Klage. C. 2. Sie find im Recht. Aldebar. Bis Ostern. Vortrag des Referenten wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Winkler. Dem Wirth steht das Retentionsrecht zu. Zu 2. Nein. Nach kurzer Diskussion schloß der Vorsitzende die Versammlung G. O. 30. Ja, durch die Gesinde Ordnung. 2. Unbeschränkt nach Art. 24 mit einem Hinweis auf die Bestrebungen der Arbeiter- Bildungs- der Reichsverfassung. Christiania 38. 1. Kommt auf das Resultat der schule nud mit einer Aufforderung zur regen Theilnahme an den Gestellung an. 2. Nein. 3. Nein.- Martha 91. 1. Alle. 2. dicichsselben. 1 3. Welche Forderung? Invaliditäts- Anstalt Berlin, Klosterstraße. E. J. 17. 1. Ja. 2. Zu jeder Zeit. 3. An das betreffende Regiment. P. T. Nein. 8. 12. Von 10 bis 6. 3. 136. Nichts. Pichels: tur in Begleitung des Wirthes oder dessen Stellvertreters. dorf. Sie werden gut thun, einen Rechtsanwalt in Basel zuzuziehen. Phüs 98. 1. Uneheliche Kinder haben ein Erbrecht nur, wenn feine ehelichen Kinder und feine Ehefrau vorhanden sind und nicht durch Testament anderweit über den Nachlaß verfügt ist, endlich wenn Erblaffer in einer öffentlichen Urkunde ein Anerkenntniß der Baterschaft abgegeben oder in einem rechtsfräftigen Urtheil für den Bater des Kindes erklärt ist. 2. Kommt 3. Auf das Erbrecht auf das Ermessen des Vormundschaftsgerichts an. ohne Einfluß. 4. Wie zu 3. 5. 14 M. pro Monat. 6. Den der Mutter. Hameln. 1. Nein. 2. Nein. 55. Pankow. 1. Jst unzulässig und anfechtbar. 2. Vanderbilt. C. 3. 78. Sie können Erfaz verlangen. K. M. Pensionsansprüche haben Sie nicht. Stellen Sie aber Antrag um Kapfe. 1. Sie werden vermuthlich freis Erhöhung der Unterstützung. fommen. 2. Wenn der Vormund die Einwilligung nicht giebt, müssen Sie Neunte M. A. Das sich an das Vormundschaftsgericht wenden. Wort„ hat" ist hinzuzufügen. 2. Ja. Die drage te tönnen tlagen, und ist aber nom Gewerbe: Unter dem Zuchthauskurse. Von der schärferen Tonart, welche den Arbeitern gegenüber im Brauche iſt, hat auch der Maurer Wilte einen Begriff bekommen, der gestern wegen Körperverlegung fo ein vor der 1. Straffanimer am Landgericht II stand. Angeklagter arbeitete am 5. September auf einem Neubau in Schöneberg, wo auch der Maurer Johann Merziak Arbeit gefunden hatte. Wilke hatte den Merziat schon mehrfach wegen seines Verbandsbuches befragt und fragte ihn an dem genannten Tage wieder. M. hatte keins und deshalb fagte ihm Wilte:" Wenn Du kein Buch haft, darfst Du nicht hier arbeiten!" M. erwiderte: Du kannst mich doch daran nicht verhindern!" worauf ihm Wilfe ein paar hinter die Ohren schlug, wozu er nach der Behauptung des M. noch gejagt haben Die Droschkenkutscher hielten am Freitag für den Stadttheil foll:" Fängst Du an zu arbeiten, dann schmeiß ich Dich vier Leitern Moabit wieder eine gut besuchte Versammlung ab. Schulz referunter!" M. behauptet nun weiter, er habe auf diesem Bau um- rirte über das Vorgehen der Fuhrherren und den bisherigen Verlauf schauen wollen und habe auf dem benachbarten Bau angefragt, der Lohnbewegung. In der darauf folgenden sehr regen Diskussion Wilke habe jedoch hinüber gerufen: Was hat denn der auf Eurem wurden von mehreren Kutschern die Machinationen einer Anzahl Bau zu suchen? Der gehört nicht zum Verbande, das ist ein Fuhrherren sowie das unwürdige Gebahren einiger Streckbrecher geWilder!" Auf Grund dieses Thatbestandes hat der Staatsantvalt schildert. Die Einstellung ungeübter Kutscher habe einigen Fuhrherren schon in der ersten Instanz beantragt, den Angeklagten wegen erst neuerdings ungeheuren Schaden verursacht, so daß schon aus dem Körperverlegung in idealer Konkurrenz mit einem Vergehen gegen Grunde die Forderungen den Kutschern bewilligt werden. In seinem § 153 der Gewerbe- Ordnung zu einer längeren Gefängnißftrafe Schlußwort ermahnte der Referent die Frauen, das Vorgehen der zu berurtheilen. aber doch nur Männer zu unterstützen; aber ganz besonders sei es Pflicht der Das Schöffengericht hat aber doch Körperverlegung angenommen und wenn es auch von einer fahrenden Kutscher, für die Streifenden zu sammeln, um aus eigenen Geldstrafe absah, weil diese den Angeklagten nicht treffen, Mitteln die Bewegung fiegreich zu Ende zu führen. Alle Nichtsondern von der Partei(!) bezahlt werden würde" und organisirten aber sollten es als Ehrenfache betrachten, sich der Orgas wenn demgemäß auch auf eine Gefängnißstrafe erkannt wurde, so nisation, dem Verein Berliner Droschkentutscher, anzuschließen. wurde diese doch nur auf eine Woche Gefängniß bemessen. Die Vereinigung der Maler hielt am 10. Januar in den Hiergegen legte der Staatsanwalt Berufung ein und vertrat in der Arminhallen ihre Generalversammlung ab, in der Dr. Wehl über zweiten Instanz dieselbe Auffassung wie in der ersten, drei Monate das Thema„ Der Kampf gegen die Kurpfuscherei" referirte. Nach Gefängniß beantragend. Der Bertheidiger Rechtsanwalt Dr. Herz- dem lehrreichen Vortrag gab der Kassirer den Rechenschaftsbericht feld kämpfte gegen diese Auffassung energisch an.§ 153 der vom 4. Quartal 1898. Danach betrug die Einnahme 774,37 M., die Reichs- Gewerbe- Ordnung fönne hier gar nicht in Betracht kommen, da von einer Absicht, bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erreichen, nicht die Rede war. Der Angeklagte habe nichts Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, ben 15. Januar, Vormittags den Verletzten zu 9 Uhr, im großen Festsaal der Berliner Nefsource, Kommandantenstr 57: weiter gewollt, als den bewegen, sich der Versammlung. Freireligiöse Borlesung. Um 11 Uhr Vormittags eben: Vereinigung der Maurer anzuschließen und man könne es den baselbst: Bortrag des Herrn Prof. Dr. Alb. Gehrke: Märtyrer der Arbeitern nicht verdenken, Wenn sie ihr Solidaritätsgefühl Gebantenfreiheit. Gäste willkommen. Montag, den 16. ds., Abends 81/ Uhr, hochhalten und für ihre Bereinigung werben. Hier liege obendrein Stallschreiberstr. 43: Beschließende Versammlung. der Fall so, daß der Verletzte vom Verbande schon einmal Streit- Allgemeine Kraufen und Sterbekasse der Metallarbeiter unterstützung erhalten habe, ohne sich durch seinen Beitritt erkenntlich( E. S. 29, Hamburg). Filiale Berlin 3. Morgen, Sonntag, Bor zu zeigen. Der Angeklagte habe sich zwar zu einer Ausschreitung mittags 10 Uhr, Manteuffelstr. 47: Mitgliederversammlung. hinreißen lassen, doch liege die Sache nicht so schlimm, denn der Ton, den er angeschlagen, sei in den Kreisen der Maur er nicht so arg aufsted prointesti zufassen. Die in erster Instanz verhängte Strafe sei völlig aus5 bedeckt reichend. Der Gerichtshof nahm ganz im Sinne des Staatsanwalts Swolfig ideale Konkurrenz mit 153 als vorliegend an, die strenger Dem verstorbenen Pfarrer Kneipp soll in Wörishofen ein Bien § 6 wolfig bestraft werden müsse. Das Urtheil lautete auf einen Monat Dentmal gesetzt werden, für das der Grundstein bereits Wetter Prognose für Sonnabend, den 14. Januar 1899. Gefängniß. gelegt ist. Bunächst aufklarend und fühler bei ziemlich frischen westlichen Winden. Jagd und Verfrommungs- Verordnung. Der Jagdpächter Sturmnachrichten. In Havre herrschte am Donnerstag heftiger nachher neue Erwärmung, Trübung und Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Brillwig hatte eines Sonntags bei Petersdorf in der Mart bis| Sturm, der den Zugang zur Mole unmöglich machte und einen Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Ausgabe 736,13 M. Dermischkes. gericht nicht immer gleich entschieden. Palm. zwar beim Amtsgericht. 2. Y. 3., Nen- Weißensee. Sie haben Recht. O. S. 100. Nein. P. D. Dagegen läßt sich nichts thun.-O. St. Wenn Sie nicht die Stellung eines Werkmeisters haben, nur 2 Wochen. Wolgasterstr. 3/4. 1. Dazu sind Sie auch jezt noch verpflichtet, aber auf 2. S. 30. Dazu Stoffen und Gefahr des Wirths. 2. Ist nicht verjährt. find Sie nicht berechtigt. F. S. 78. Kommen Sie mit dem Miethsvertrag. in die Sprechstunde. D. W. Stellen Sie Antrag an die Reichs- Juvaliditäts: anstalt Klosterstraße. Witterungsübersicht vom 13. Januar 1899, Morgens 8 1hr. Stationen Barometerrichtung Wind Windstärke Wetter Stationen Barometerfland mm Winds richtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. 2 bededt 1 5 Petersburg 746 SSO 2Schnee Swinembe. 736 SS 4wolkig 4 Haparanda 739 Hamburg 740 NA Berlin 739 3 Wiesbaden 755 3 München 757 23 6 bedeckt 6 Regen 5 Cort 7 Aberdeen 4 Paris 753 SS 4 Regen 763 SS 3Regen 7 -> 7 752 Nr. 12. 16. Jahrgang. 2. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 14. Januar 1899. Volkswirthschaftliche Rundschau. Das Hamburger Genossenschafts- Projekt. Am 25. Dezember 1898 brachte der„ Vorwärts" die Nachricht von dem Plan eines großen Genossenschafts- Unternehmens, das in Hamburger Gewerkschaftskreisen lebhaft erörtert werde. 124 Mitglieder wirkten vereint als Aufsichtsräthe, Direktoren, Theil-| Reingewinn am Ende des Jahres als Einkaufsdividende vertheilt haber, werbende Agenten und endlich als einzige Käufer., wird." Berücksichtigen wir die mächtige Entwickelung des modernen Aber auch dieser Grund erklärt nicht das langsame Fortschreiten Lebens in den vier Jahrzehnten bis 1884, und vor allen Dingen die der Produktion der englischen Konsumvereine. In seiner wirth mächtige Entwickelung innerhalb der Arbeiterkreise selbst, so können schafts- und handelspolitischen Rundschau für das Jahr 1897 sagt Am 6., 13. und 16. Dezember hatten gemeinsame Versamm wir neben diese Schilderung die Zeilen stellen, in denen ein späterer der bekannte, hoch intelligente und groß denkende Hamburger lungen der Hamburger, Altonaer und Wandsbeker Geschäftsbericht die Anfänge der Leipzig- Plagwizer K. G. Kaufmann R. E. May, der dem Verfasser des Kommentars Gewerkschafts- Kartelle und Gewerkschafts- Verschildert: Am 3. August 1884 wurde nach monatelanger Mühe zweifellos sehr nahe steht: Der Hauptkonsum- Verein in Rochdale bände auf Grund umfangreicher Broschüren diesen Plan berathen. und Arbeit die erste Verkaufsstelle des Vereins in Plagwiz hat 22 Schlächterläden, 35 Krämerläden, eigene Bäckerei, Schlächterei, Diese Broschüren waren die Statuten des Konsum- Bau- und in der ehemaligen Bahnhofsstraße eröffnet. Nur 68 Mitglieder zählte Kaffeerösterei, Schneiderwerkstätte, Rautabatfabrit, ist Hauptattionär Spar Vereins, Produktion",( E. G. m. b. H.) zu Ham- der Verein an diesem Tage. Das wenige Geschäftskapital war in einer genossenschaftlichen Dampfmühle, hat ein Kapital von burg, 56 S. und ein Kommentar,( d. h. eine Erläuterung) zu den wöchentlichen Beiträgen von 50 Pf. mühsam gesammelt worden. zirka acht millionen Mart, also viel zu viel Statutenec.,( 60 S.), beide bei J. H. W. Dietz in Stuttgart gedruckt. Der Der Verkaufsladen war ein kleiner und entsprach mit seinen se a pital für seinen Umsaß von 6 Millionen Mark, da die bekannte Gewerkschaftsführer und Reichstags- Abgeordnete v. EI m primitiven Einrichtungen wenig den Anforderungen der Mitglieder." Konsumenten Alles baar bezahlen." Aehnlich steht es mit der erklärte, daß Hamburger Genossen vor 1/2 Jahren eine Kommission Beachtenswerth ist weiter, daß in den größeren Städten die Großeinkaufs- Genossenschaft, die 12 Millionen Mart Kapital befizt. gewählt hätten, die in einer etwa 800stündigen Arbeitszeit das Bildung von Konsum- Genossenschaften schwieriger ist, daß sie nach Wenn nun ein Verein, der, wie der Rochdaler, durch zahlreiche Statut entworfen habe. Nach ausführlicher Darlegung und sehr allen Erfahrungen bei großen Städten am besten in Vorstädten oder Unternehmen seine Thatkraft beweist, trot acht Millionen Kapital eingehender Diskussion wurde in der Versammlung mit 172 gegen Vororten beginnt und erst langsam in die Stadt hinein wächst. So nicht schneller mit der Produktion vorangeht, so 66 Stimmen 28 Stimmen waren ungiltig folgende Resolution erklärt es sich, daß Leipzig zur Zeit vier Konsum- Vereine besigt; die muß das tiefere Gründe haben. Des Beispiels halber wollen angenommen: Namen derselben: L.- Plagwig, L.- Connewitz, L.- Eutritsch, 2.- Ost- wir nur einen solchen aus ebb anführen:„ Die Großhandels" Die heutige Versammlung der Vorstände und Delegirten der vorstadt, zeigen, daß die Bewegung, genau nach den vier Himmels- Genossenschaft( die nach May über ein Kapital von 12 Millionen M. Gewerkschaften von Hamburg- Altona und Wandsbek erklärt sich mit richtungen vertheilt, außerhalb Leipzigs begonnen hat, und doch verfügt) hat sich zum Beispiel, troß ihrer Nähe zu dem Haupt der Gründung einer Konsum- Genossenschaft auf Grund der von der zählt Leipzig mit Vororten heut bei insgesammt 422 000 Gin- zentrum der großen Baumwollen- Industrie, nicht im Stande gefühlt, Kommission ausgearbeiteten Vorlage einverstanden, und beschließen wohnern mehr als 30 000 Konsum- Genossen. Rechnen wir, wie bie Fabrikation von baumwollenen Zeugen zu unternehmen. Die große die Anwesenden, sofort in eine Propaganda für das zu gründende oben, daß durch jeden Genoffen im Durchschnitt eine vierköpfige Mannigfaltigkeit unter den von der Arbeiterklasse gekauften BaumUnternehmen in ihren Gewerkschaften einzutreten. Ferner erklärt sich Familie vertreten wird, so bezieht mehr als 1/4 der Einwohnerschaft wollen- und Druckstoffen ist die Ursache davon, daß die Menge einer die Versammlung damit einverstanden, daß die für die erste die Waaren der K. G." jeden von den Genossenschaftern verlangten Art oder Mode zu gering Agitation erwachsenden Kosten darlehusweise aus den Mitteln des Schließlich soll scharf betont werden, daß sowohl in England ist, um deren einträgliche Fabrikation( auch selbst durch das BentralKartells gedeckt werden." wie in Deutschland bisher keine Konsum- Genossenschaft im Anschluß Institut) möglich zu machen. Diese produttive Einheit ist die Mauer, Nach diesem ersten Erfolg ist wohl anzunehmen, daß der Ham- an eine politische Partei oder an die Gewerkschaftsbewegung ent- die sich, wie die Genossenschafter bereits erkannt haben, der demoburger Plan seiner Verwirklichung entgegen schreitet. Nichtsdesto- standen ist, wie uns scheint, zum Vortheil aller Seiten. Das hindert fratischen Fabritation als thatsächliches Hinderniß entgegenstellt. Ich weniger scheint es uns angebracht, denselben einer Kritik zu unter- nicht, daß politisch und gewerkschaftlich hervorragend thätige brauche übrigens nicht erst darauf hinzuweisen, daß dieses Hindernis ziehen. Wir hoffen, dadurch wenigstens die Arbeiterkreise anderer Männer ihre Lebensstellung in den S. G. finden. genossenschaftlicher Fabrikation durch die Erweiterung des GeschäftsIndustriezentren zu ernstlicher Erwägung unserer Bedenken zu ver Betrachten wir nun den Hamburger Plan. Nach§ 1 ist Gegen- verfehrs der Genossenschaften immer weiter hinausgeschoben werden anlassen meldete doch der Vorwärts" vom 29. Dezember bereits, stand des Unternehmens: würde." daß die Gewerkschafts- Kommission von Elberfeld Barmen fich prinzipiell für die Errichtung einer Konsum- Genossenschaft ertlärt hat. " In dem Kommentar zu den Statuten sowie in dem furz nach Neujahr in Hamburg verbreiteten Flugblatt, das die organisirten Arbeiter zum Beitritt auffordert, werden die Vortheile des Genossenschaftswesens, der Organisation des Konfums, für die Arbeiter beleuchtet. Mit Recht wird auf die Erfolge in England hingewiesen. Dort gab es 1897 1710 Genossenschaften mit fast 1/2 Millionen Mitgliedern. Da in erster Linie die Familienväter Mitglieder sind, kann man annehmen, daß durch jedes Mitglied für noch drei weitere Köpfe Konsumwaaren entnommen werden. Dann ergiebt sich, daß 1/8 bis 1/2 der gesammten englischen Bevölkerung konsumgenossenschaftlich organisirt ist. Der Gesammtumjazz aller Konsum- Genossenschaften( im Folgenden sei der Kürze halber. G. geschrieben) betrug im Jahre 1897 mehr als eine Milliarde Mart, der Reingewinit mehr als 128 Millionen Mark. Die englischen K. G. produziren einen Theil der abgesetzten Waaren selbst. Der Werth der im Jahre 1897 hergestellten Waaren betrug mehr als 190 Mill. Mart, die Zahl der bei der Produktion beschäftigten Arbeiter ca. 30 000, tas mit den in den K. G. selbst beschäftigten 40000 Personen die stattliche Zahl von mehr als 70 000 Angestellten ergiebt, alles Lente, die von der Kapitalistenklaffe unabhängig und damit, soweit es ihre Fähigkeiten erlauben, geeignet sind, in der Arbeiterbewegung auch an gefährdeten Bosten zu stehen. aus. a) Produktion, Bearbeitung und gemeinschaftlicher Einkauf Den Schlußsaß zugegeben, lehrt diese Ausführung doch, wie von Lebens- und Genußmitteln, Bekleidungsgegenständen und vorsichtig man in programmatischen Verheißungen Artikeln für Hauswirthschaft und Gewerbe und Ablaß derselben sein muß. Mit jenen nüchternen Erwägungen der Engländer veran die Mitglieder oder deren Vertreter gegen Baarzahlung, gleiche man nun folgende Ausführungen des Hamburger Komb) Errichtung und Betrieb von Verkehrs- und Handels- mentars: Nehmen wir an, der erste Produktionszweig der unternehmungen und einer Sparkasse auch für Nichtmitglieder, K. G. sei die Bäckerei. Von dem Nußen, den die Bäckerei abwirft, die Spargelder abseiten des Vereins in statutenmäßiger Weise fließt wieder der betreffende Prozentsaz in den Produktionsmuzbar zu machen und in angemessener Weise sicher zu stellen, fonds und ermöglicht es bald, eigene Meierei anzulegen. z. B. durch Eintragung von Hypotheken auf Namen von Treu- Jezt fließt schon der Unternehmergewinn der Bäckerei und Händern und dergleichen mehr, Meierei in den Reingewinn, der sich dadurch wesentlich erhöht, ebenso aber erhöht sich aus diesem Reingewinn der Produktionsfonds und gestattet es jetzt, eigene Brauerei zu errichten. Aus dem Unternehmergewinn dieser drei Produktionszweige fließen dann die Mittel zur eigenen Schlächterei. Aus diesen vieren die Mittel zur eigenen Viehzucht, Gemüsebau, später zur eigenen Tabaffabrikation, Kinderwagenfabrit, Katesfabrit, Schuhivaarenfabrik, Bigarrenfabrik, Schuhnägelfabrit, dann zur Möbelfabrik, Papierfabrik, Tapetenfabrit für die eigenen Wohnungen, Ziegelbrennerei für die eigenen Bauten, Zuckerfabrik, Chokoladenfabrik, eigenen Weberei, eigenen Spinnerei 2c." c) Abschluß von Verträgen mit Gewerbetreibenden und Kaufleuten, wodurch diese sich verpflichten bei Lieferung guter und unverfälschter Waaren zum Tagespreise und gegen sofortige Baarzahlung einen bestimmten Rabatt an den Verein zu gewähren, d) den Mitgliedern Gelegenheit zum Ansammeln von Spargeldern zu geben, zu welchem Behuf der Verein von seinen Mit gliedern auch vor Errichtung einer Sparkasse Spareinlagen gegen Berzinsung annimmt, e) Errichtung respektive Betrieb eines Vereins- und Gesellschaftshauses, sowie einer Zentralherberge, f) Errichtung, Erwerb und Verwaltung gesunder, preiswürdiger Wohnungen, sowie Erwerb und Verwaltung von Grund und Boden zu diesem Zweck, wie zu landwirthschaftlichem Betriebe, Miethung von Wohnungen behufs Wiedervermiethung und Pacht von Land zwecks Bewirthschaftung. Aber auch unmittelbar haben die K. G. in England der Arbeiterbewegung, namentlich der gewerkschaftlichen; schon große Dienste geleistet. Allein im Jahre 1896 gaben sie mehr als Die Leipzig Plagwizer Konsum Genossenschaft kennt nur den 11/3 Millionen Mark für Bildungs- und Wohlfahrtszwecke inter a) angegebenen Zweck. Bemerkenswerth ist, daß in ihrem Besonders erwähnenswerth find die Unterstützungen in ersten Statut die Produktion überhaupt nicht erwähnt wurde. Noch Streifzeiten. Während des letzten großen Maschinenbauer- Streits im Statut von 1895 ist nur die Herstellung von Badwaaren auf zahlte die Groß- Einkaufs- Genossenschaft 65 000 m. Unterstützungen, genommen. Im letzten Statut find die Mühlenfabrikate hinzuzahlreiche einzelne Konsum Genossenschaften je 10 000 M. Beim Stohlenarbeiter- Ausstand 1893 zahlte die Groß Einkaufs Genossenschaft 100 000 m., die Konsum- Genossenschaft Barnsley 40 000, die R. G. Ripley 30 000 M. M = = M D Erinnert der Verfasser hier nicht an das Milchmädchen, das mit einem Korbe Eiern auf dem Kopf unterwegs die geschickte Verwerthung und immer weitere Verwerthung des in der Stadt erhofften Erlöses für die Eier erwägt und in Gedanken gerade bis zum Erwerb eines Rittergutes gekommen ist, als sie über einen Stein stolpert und die Eier zerbrochen auf der Erde liegen sicht? Ja, wir fürchten, daß die Hamburger sogar die Henne schlachten wollen, die ihnen erst die Eier legen fönnte. Ihnen geht es zu langsam, die„ Produktion mit dem Reservefonds und den aus den Geschäftsantheilen der Mitglieder angesammelten Kapitalien zu betreiben", wie die dummen Engländer. Sie wollen erſtens höchstens 40 pct. des gekommen. Bekleidungsgegenstände fehlen im Statut, obgleich mit Reingewinns als Einkaufsdividende vertheilen(§ 127), zweitens Hemdennähen Versuche gemacht zu werden scheinen man hütet sich diese Dividende erst dann zur Auszahlung an das einzelne Mitglied offenbar wohlweislich, Hoffnungen zu erwecken, ehe man sich von bringen, wenn für dieses Mitglied außer seinem Geschäftsantheil ihrer Erfüllbarkeit praktisch überzeugt hat. von 30 M. ein Nothfonds von 100 M. aus früheren Dividenden Ob im deutschen Polizeistaat Aehnliches möglich wäre, lassen Von der entgegengesezten Meiming gehen die Hamburger aus. aufgespart ist. wir dahingestellt. Inmerhin können sich die Befürworter des Sie drängen zur Produktion. Im Kommentar heißt es: Die Leipzig Plagwiger S. G. zahlte 1898 etwa 85 pct. ihres Hamburger Plans darauf berufen, daß auch in Deutschland große Die englischen Konsum Genossenschaften sind zur Selbst- Reingewinnes als Dividende( 10 pCt. auf den Konsum!), indem K. G. bestehen, die sehr Ersprießliches geleistet haben. Namentlich produktion erst ganz allmälig geschritten und haben verhältnißmäßig fie ca. 500 000 m. au 16 000 Mitglieder vertheilte, das macht hervorzuheben ist die Leipzig Plagwiger K. G., die erst wenige Produktionszweige in die Hand genommen, weil sie pro Mitglied noch nicht 32 M. Nach diesem Maaßstab wie die meisten zum Theil sehr bedeutenden sächsischen nicht in ihrem Programm lag, und sie sozusagen gar nicht darauf würden die Hamburger 15 M. etwa geben, das Ansammeln Konsum- Genossenschaften, von jeher ganz in den Händen der Arbeiter zugeschnitten waren Wäre die eigene Produktion der K. G. des Nothfonds allein würde mithin fast sieben Jahre dauern, fo schaft war, während andere der als Beispiel aufgeführten Konsum- bei Gründung der englischen K. G. mit als Vereinszweck hingestellt lange also würden die Genossen keinen flingenden Vortheil wahrs Genossenschaften, wie die große Breslauer und Magdeburger, worden, dann würde ihnen wahrscheinlich heute schon nicht nur der nehmen, wenn sie nicht inzwischen die zulässigen Einzahlungen auf von bürgerlicher Seite ins Leben gerufen wurden und noch heute Nußen des Zwischenhandels, sondern auch der der Produktion wieder den Nothfonds gemacht haben. Nun wissen wir freilich sehr gut, zufließen.. Diefen Vorgang tann man aber beschleunigen, daß gute unverfälschte Waare, volles Maaß und Gewicht an sich Die Leipzig- Plagwißer R. G., im Jahre 1884 begründet, zählt wenn man von vorn herein die Produktion als Hauptzweck der ganz gewaltige Vortheile für die Konsumgenossen bedeuten, wir heute schon mehr als 16 000 Mitglieder( ungefähr ebenso viel die Konsum- Genossenschaft hinstellt." halten den Nothfonds auch für einen sehr guten und beachtensübrigen drei Leipziger K. G. zusammen). Der Jahresumsaz beträgt Diese Auffassung scheint uns irrthümlich. Von Anfang werthen Gedanken; noch fehlt aber in den großen Massen gerade in fast 51/2 Millionen Mark, die zur Vertheilung gelangende Einkaufs- an hatten die Engländer die Produktion im Auge. Einzig und allein Pfennigfragen der weitere Blick; selbst für England mit seinen bereits dividende seit einer Reihe von Jahren regelmäßig 10 pet. Außer die Braris hat sie auf ihren jezigen langsamen, aber sicheren Weg vorhandenen großen Erfolgen fagt Frau Webb:„ Die Mehrzahl einem mächtigen Hauptlager mit Arbeitsstätten für Kaffee- geleitet, von dem der Verfasser des Kommentars selbst anerkennt, der Käuferkunden sind nicht überzeugte Genossenschafter." Wir Rösterei, Butterausschlagen und Aehnlichem, großem Kohlenlager 2c. daß er zur Produktion von„ tausend Artikeln" führt, die alle einer fürchten deshalb, daß die Mitgliedschaft nur eine verhältnismäßig hat der Verein 21 Verkaufsstellen für Lebensmittel und drei für nach dem andern an die Reihe gekommen sind resp. noch an die kleine sein wird, während man bei dem Prinzip der großen Dividende Schnittwaaren; außerdem eine glänzend eingerichtete Bäckerei, in Reihe kommen werden." thatsächlich ein rasches Wachsen der Genossenschaft in sichere Aussicht der zirka 50 Bäder bei achtstündiger Arbeitszeit thätig find. Seit stellen kann. Dann ist es Zeit, die Massen, die sich zusammen geeinigen Jahren hat er eine Mühle gepachtet; Betrieb von Mühle funden und zusammen gewöhnt haben, allmälig zu höheren Gesichtsund Bäckerei zeitigen einen bedeutenden Gewinn. punkten zu führen, ob das bald, ob es leicht zu erreichen, laffen wir dahingestellt. Jedenfalls ist es leichter, als von vornherein die Massen für diese Ideen zu gewinnen. Thatsächlich haben auch die Hamburger hierfür ein Auge. Sie laffen es zu, daß zur Weihnachtszeit die Genossen 10 pet. des vorhandenen Nothfonds abheben. Diese Summe ist aber in den ersten Jahren sehr klein, und ihre Auszahlung verlangsamt das Vollwerden des Nothfonds. Die Beschränkung der Dividende erscheint uns mindestens für den Anfang eher ein Hemmniß als ein Hebel für den Fortschritt der Idee. berwaltet werden. = Unter Berufung auf die gewaltigen Erfolge der englischen und ber schon recht beachtenswerthen der deutschen Konsum- Genossenschaften fordern nun die Hamburger Gewerkschafter die organisirte Hamburger Arbeiterschaft zur Gründung einer Genossenschaft auf. Hiergegen wäre an sich gewiß nichts einzuwenden; ja, der Verfasser dieser Zeilen würde es freudig begrüßen, wenn an recht vielen Orten Deutschlands aus Arbeiterkreisen heraus K. G. ins Leben gerufen würden; freilich nur unter der Voraussetzung, daß es nach ben bisher überall bewährten Grundsätzen geschieht, während der Hamburger Plan hiervon abweicht. in Frau Web b, die beste Kennerin und Darstellerin des englischen Genossenschaftswesens und seiner Geschichte, sagt ausdrücklich:"" Die Pioniere von 1844( Rochdale) setzen ihre unmittelbaren und letzten Biele in ähnlichen Worten auseinander, wie die Genossenschafter von Brighton im Jahre 1828: Die Errichtung eines Ladens zum Verkauf von Lebensmitteln, Kleidungsstücken 2c. Das Erbauen, den Ankauf oder die Einrichtung einer Anzahl von Häusern, in denen diejenigen Mitglieder wohnen können, welche einander in der Verbesserung ihrer häuslichen und sozialen Lage beizustehen wünschen. Die Produktion solcher Waaren, deren Herstellung die Genossenschaft beschließen wird, um denjenigen Mitgliedern Arbeit zu schaffen, welche arbeitslos find, oder unter wiederholten Herabfezungen der Löhne zu leiden haben. Den Ankauf oder die Pachtung eines oder mehrerer Grundstüde zum Zwecke der Bestellung durch arbeitslose oder schlecht bezahlte Genossenschafter. Aber über die Produktion stecken sich die Hamburger noch weitere Ziele. Wir sehen ab von Punkt c) des Statuts, der ähnlichen Bedenken begegnet, wie die Rabattvereine selbst. 8u befonderen Einwänden geben der Punkt e) und namentlich f) Veranlassung. Gewiß ist der unter e) vorgesehene Bau und Betrieb eines Und ferner, daß diese Genossenschaft sobald als thunlich Vereinshauses und einer 8entralherberge ein an fich dazu schreiten soll, die Produktion und Vertheilung der Güter dringend erstrebenswerthes Biel. Hier aber handelt es sich um ein zu der Erziehung des Volkes und die Kräfte zur Erzeugung und Unternehmen, das am besten von den Gewerkschaften unmittelbar Regierung zu ordnen; mit anderen Worten, eine sich selbst erhaltende Inlandskolonie und Gemeinschaftsinteressen ins Leben zu rufen oder anderen Genossenschaften bei der Einrichtung der artiger Kolonien Hilfe zu leisten. in die Hand genommen werden sollte. Eine Unterstügung durch einen kräftigen Konsumverein würde am besten durch Gewährung eines möglichst großen Hypothekendarlehus zu niedrigem Zinsfuß erfolgen. Alle Konjum Genossenschaften, die als solche Bedeutung erlangt haben unter Umständen haben sich, wie Görlig, große kapitalistische Attien Gesellschaften daraus entwidelt haben in der bescheidensten Weise an gefangen. Vorbildlich ist auch heute noch die 1844 von 28 armen Webern in Rochdale gegründete Konsum- Genossenschaft. Nach den Rochdaler Prinzipien find alle englischen und mehr oder minder bewußt auch die deutschen Konsum- Genossenschaften ins Leben gerufen. Der Hauptbefürworter des Hamburger Planes, v. Elm, erklärt, daß er, noch vor wenigen Jahren ein Gegner der Konsumvereine, durch Holyoate's Wert über Genossenschaften bekehrt worden sei. Holyoate aber erzählt uns, wie an einem Dezemberabend des Jahres 1844 unter dem Hohngelächter der Straßen- Alles, was der Verfasser des Kommentars will, stand also auch Ganz verfehlt erscheint uns der letzte Punkt f). Es ist volljugend, dem Spott neugieriger Kaufleute und den gleich in dem Programm der Rochdaler K. G.; nicht der Mangel des kommen richtig, daß auf dem Gebiet der Arbeiter Wohnungsgiltigen Bemerkungen der Vorübergehenden die Läden eines Programms also kann es gewesen sein, was jest nach 50 Jahren frage viel, sehr viel geschehen muß. Wir glauben aber, daß hier Erdgeschoß einer Hintergasse gelegenen Magazins Arbeit vor- praktischer den Tadel der Hamburger hervorruft. mit der Aufrollung der Grund- und Bodenfrage ein Punkt berührt fichtig geöffnet und winzig kleine Quantitäten an Butter, Zucker, Der Verfasser des Kommentars hat aber bei den bis- ist, der seine gründliche Erledigung erst mit der Aufhebung des Mehl und Hafermehl in dem Schaufenster sichtbar wurden. Der herigen. G. noch einen zweiten Fehler entdeckt: Sie haben Privatbesizes an Grund und Boden finden kann, das Laden wurde nur Sonnabends und Montags in den Abendstunden den größten Theil ihres Reingewinnes am Jahresschluß als heißt mit anderen Worten, erst nach dem Sieg der Sozialdemokratie. geöffnet. Ein Vereinsmitglied diente als Verkäufer, ein anderes als Dividende vertheilt. Sie haben daher keinen Produktionsfonds Freilich kann auch hier innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft manches Buchführer, während ein drittes, mit dem hochtrabenden Titel Kassirer gehabt und waren resp. sind noch darauf angewiesen, ihre Pro- geschehen, aber nicht durch freiwillige Genossenschaften, sondern durch bedachtes Mitglied einen Umsatz von wöchentlich 40 m. verwaltete. Suttion mit den Reservefonds und den aus den Geschäftsantheilen Zwangsgenossenschaften, durch die Kommunen, denen auch Ein viertes Mitglied, das den stolzen Titel Schatzmeister führte, der Mitglieder angesammelten Kapitalien zu betreiben. Diese Zwangsbefugnisse( z. B. Expropriation im Gesammtinteresse) wachte über ein angesammeltes Kapital von 560 M. Die übrigen Kapitalien sammeln sich natürlich langsam an, da fast der ganze zustehen. Der Kommentar" enthält sehr interessante Hinweise auf im Leo Arons. bie Thätigkeit englischer Kommunen auf diesem Gebiete. Namentlich| babei oft Talente, die in der politischen oder gewerkschaftlichen Be- lönnte. Uns scheint es denmach angemessen, auch in Deutschland hat die fchottische Stadt Glasgow bereits 40 Millionen für derartige wegung bisher keine Rolle gespielt haben, eine solche vielleicht garder Entwickelung ihren Gang Gang zu lassen. Vielfach regen 8wede aufgewendet, wie sie überhaupt eine ganze Reihe von Unter nicht spielen tönnten. sich auch bei bei uns in Deutschland derartige Bestrebungen; nehmungen in die Hand genommen hat, wobei die Steuern be- Anders, wenn eine Genossenschaft nach dem Hamburger Plan falsch wäre es, es, fie irgendwie zu bekämpfen, aber wohl ständig zurückgehen. Wenn nun die politische Lage in Deutsch ins Leben gerufen wird.*) Hier müssen entweder von vornherein ebenso falsch, fie tünstlich beleben zu wollen. Es giebt land ein derartiges Vorgehen seitens der Kommunen für die Fachleute angestellt werden, oder es müßten die geschäfts- ein untrügliches Mittel für jeden, der sich für die Sache interessirt, nächste Zeit nicht erwarten läßt, darf man die Arbeiter nicht gewandtesten Männer aus der Arbeiterbewegung mit ihrer vollen zu sehen, ob eine gesunde Genossenschaft am Orte möglich ist. Findet in Träume wiegen, als ob hier die Selbsthilfe etwas vermöchte, Kraft und Arbeitszeit eintreten und so die wichtigeren er eine genügende Anzahl Gleichgesinnter unter seinen Nachbarn, hier heißt es, die Finger in die Wunde legen und die ungweige der Arbeiterbewegung lahm gelegt werden. Wie die ohne äußeren Anreiz durch weitsichtige Pläne oder gar fremde umgängliche Nothwendigkeit des politischen es scheint, denkt man in Hamburg an das erstere. So erklärt es Kapitalien durch monatelanges Aufsparen eines vollen GeschäftsKampfes betonen. Wer mit der genossenschaftlichen Idee in sich, daß§ 4, der von der Zusammensetzung und Wahl des Vor- antheils ihren festen Willen, eine K. G. zu begründen, beweisen, Arbeiterkreisen Gutes wirken will, muß in allererster Linie auch den ſtandes handelt, nicht bestimmt, daß der Borstand aus der Zahl der meipätere es beginnen. Der Erfolg wird niemals ausbleiben. Anschein vermeiden, als ob er durch Genossenschaftswesen die Genossen zu wählen ist, während§ 29 es für die Aufsichtsraths" Verschmelzung gleicher Bestrebunden zu soziale Frage löfen" wolle. mitglieder ausdrücklich fordert; auch die geringe Zahl der Vorstands- ermöglichen, ist es wünschenswerth, überall möglichst nach gleichen Der Ausblick auf die allzutveit gesteckten Biele hat die mitglieder( 8 Personen) scheint darauf hinzuweisen. Das erscheint Grundsätzen, etwa nach denen der Leipzig- Plagwizer K. G. vorHamburger aber zu weiteren höchst bedenklichen Vorschlägen auch erklärlich, wenn man die vielerlei völlig verschiedenen Auf- zugehen. Wird dieses Ziel erreicht und gleichzeitig das unbedingte geführt, tir meinen die Buntte b) und d). die Punkte b) und d). Da wird gaben bedenkt, denen sich der Vorstand zu widmen hat. Ist aber Vorurtheil gegen S. G. das vielfach noch vorhanden, überwunden, cine Sparkasse auch für Nichtmitglieder geplant, bie Leitung von vornherein in den Händen von Fachleuten, so ist so hat die durch die Hamburger Pläne von neuem angeregte Disund selbst vor Errichtung der Sparkasse sollen Einlagen von die Wahrscheinlichkeit sehr gering, daß aus den Reihen der fussion ausreichende Früchte getragen. Mitgliedern zur Verzinsung angenommen werden. Den gleichen Konsumgenossen ein Nachwuchs herangezogen wird. Das Ganze erDrang nach größeren Kapitalien verräth§ 70, der die Betheiligung hält dadurch von vornherein einen ungleich mehr geschäftsmäßigen des einzelnen Genossen mit 20 Antheilen zuläßt;§ 2 faßt die Auf- Charakter, und in demselben Maße, wie sich das wollen wir zuEingelaufene Druckschriften. nahme fremder Gelder ins Auge. geben die Chancen des schnellen Gewinnes vermehren, wachsen Bon der Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das Die Zulässigkeit der Erwerbung einer größeren Anzahl von An- auch die Chancen eines geschäftlichen Zusammenbruch 3. 16. Heft des 17. Jahrganges erschienen. Aus dem Juhalt heben wir hervor: theilen ist zweifelsohne von wohlmeinender bürgerlicher Seite an- Charakteristisch für die Lebensfähigkeit der Eigenproduktion der Schattenbilder. Die Darwin'sche Theorie und der Sozialismus. Von geregt worden; es soll damit solchen bürgerlichen Glementen, Konsumvereine ist es, daß noch kein einziges Unternehmen 2. Bebel. Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Großindustrie in die Eis zu einem gewissen Grade mit der Arbeiter- dieser Art mißglückt ist," ruft der Verfasser des„ Kommentars" Deutschland im Zeitraum 1882 bis 1895. Von Dr. J. Schmidt. II. bewegung in ihren zahmeren Regungen sympathisiren, Ge- aus-; das ist bis zu einem gewissen Grade richtig; der Bolitit und Religion in den gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiter. legenheit gegeben werden, das geplante internehmen mit wahre Grund aber ist, daß die K. G. bisher mit der größten Bon Th. Leipart. Geldmitteln zu unterstützen. Das ist aber gerade bei einer. G. Vorsicht und nur mit eigenen Kapitalien an die Pro- Desterreich. Von Fr. Stampfer. Von K. Kautsky. Feuilleton: Aesthetische Streifzüge. Bon Franz das allerverfehlteste. Die Hauptsache bei einer K. G. ist nicht der duktion solcher Waaren herangegangen sind, für welche der Absat Mehring.( Fortsetzung.) Stapitalreichthum, in allererster Linie steht der gesicherte Ab- an ihre Mitglieder auf Grund mehrjähriger Erfahrung gesichert " Archiv für soziale Gesekgebung und Statiilit". Das neueste fa. Uebernehmen 10 Mitglieder je 20 Antheile mit zufammen war. Die Hamburger gedenken sich damit, wie wir fahen, nicht zu Doppelheft dieser nunmehr im 12. Jahrgang erscheinenden, von Dr. Heinrich 6000 M., so ist absolut nichts gewonnen. Haben 100 Mitglieder in begnügen ja, im Kommentar heißt es sogar einmal:" Ein Braun herausgegebenen Beitschrift( Berlin, Karl Heymann's Verlag) hat einem engbegrenzten Stadtviertel je einen Antheil mit 30 m. voll großer Absatz führt von selbst dahin, daß man, um billig einzu folgenden Inhalt: Abhandlungen: Das Frauenstudium der Nationaleinbezahlt das mag ein oder zwei Jahre dauern, so ist mit faufen, gelegentlich mehr fauft als den eigenen Bedarf und dadurch ökonomie. Bon Professor Dr. Heinrich Herkner in Zürich. ihren 3000 m. eine lebensfräftige K. G. geschaffen. Denn diese genöthigt wird, den Ueberschuß im Großhandel wieder zu verkaufen, Schranken der tapitalistischen Landwirthschaft. Von Kautsky in Berlin100 Leute werden im Intereffe ihres Einschusses unbedingt 3. B. an andere Konsumvereine." Friedenau. Die Italiener Chicago's. Von Florence Kelly in Chicago. trene Käufer fein. Dazu kommt, daß das wirthschaften wir glauben gezeigt zu haben, daß der Hamburger Plan einen Die Anfänge der Frauenbewegung. Von Lily Braun in Berlin. Gefeßgebung: Deutsches Reich. Ansprüche arbeitsunfähiger Arbeiter mit großen Kapitalien eine Kenntniß des Bankgeschäfts und des Weg einschlägt, der nicht frei von Gefahren ist, während die Ent- nach beutschem Gewerberecht. Von M. v. Schulz, Gewerberichter und VorGeldmarkts bedingt, die nur ein gewiegter Fachmann haben tann; widelung der bis jetzt bestchenden K. G. beweist, daß das, was von fitzender des Gewerbegerichts in Berlin. Finnland. Die Unfall: man lese nur die§§ 85, 86, 88, 90 des Statuts. Und hiermit den Hamburger Zielen überhaupt erreichbar ist, sicher und geversicherung der Arbeiter in Finnland. Von Dr. August Hjelt in Helsingkommen wir zu dem wichtigsten Punkt. fahrlos auf den bisher betretenen Pfaden erreicht fors. Wortlaut des Gesetzes vom 5. Dezember 1895 betr. die Haftung Fängt eine K. G., wie die bisher bestehenden und blühenden, werden kann. Damit fällt unferes Erachtens vor allen Dingen des Arbeitgebers für körperliche Beschädigung, die den Arbeiter betrifft. mit einem Laden Klein an, und zwar erst, nachdem eine Anzahl für die Gewerkschaften jeder Aureiz fort, sich selbst den Wortlaut der Verordnung vom 18. Februar 1897, nähere Vorschriften entnahe beisammen wohnender Mitglieder ihren vollen Antheil Gefahren des Hamburger Planes auszusehen. Wir gehen aber weiter. haltend über die Ausführung des Geſches vom 5. Dezember 1895 betr. die aufgebracht haben( außer diesen können noch weitere vor- Die Untersuchungen der Frau Webb haben gezeigt, daß selbst im Mutter Haftung des Arbeitgebers für förperliche Beschädigung, die den Arbeiter Wortlaut des Erlasses vom 9. Dezember 1897, betreffend die handen sein, die im Rückstand find), so ist sie erstens lande des Genossenschaftswesen, in Großbritannien, das Entstehen und Brinzipien zur Schätzung des Invaliditätsgrades bei Anwendung des ihres Bestehens sicher, zweitens können die verhältnißmäßig die Entwickelung von se. G. nicht überall gleichmäßig vor sich geht, Gesezes yout 5. Dezembrr 1895 über die Haftpflicht des Arbeitgebers für einfachen Geschäfte leicht von Leuten aus der Reihe der Mitglieder ohne daß man innere Gründe für diese Erscheinung anführen törperliche Beschädigung, welche die Arbeiter trifft. Miszellen: Die besorgt werden. Mit dem Wachsen des Betriebes wächst deren ErStatistit der Krantenversicherung im Deutschen Reich für das Jahr 1896. Der Vollzug des schweizerischen Fabriks fahrung und Gewandtheit; so werden nach und nach aus der Ar-*) Man will nicht mur gleich Kapitalien aufnehmen, sondern Bon Dr. Ernst Lange in Berlin. Das staatssozialistische beiterschaft Kräfte herangezogen, die auch den größeren und größten auch sofort mit dem Vertrieb von Waaren beginnen, die, solange in gesetzes. Von E. Naef, Kantonstatistiker in Aarau. Anforderungen gewachsen sind. der Nähe der Mitgliederwohnungen Verkaufsstellen nicht errichtet Experiment einer obligatorischen gegenseitigen Hagelversicherung in Bulgarien. Bon Prof. Boris Minzès in Sofia. Literatur: Waentig, Heinrich. Von der englischen Bewegung glauben, von der sächsischen sind, auf Bestellung ins Haus geliefert werden. Wie derartiges bei Gewerbliche Mittelstandspolitit. Besprochen von Dr. J. Redlich in Wien, wissen wir, daß alle die Leiter der großen Unternehmungen aus dem Kleinverbrauch der gewöhnlichen Arbeiterfamilie und ihren bis- Bödiker, T., Die Reichs Versicherungsgesetzgebung. Besprochen von der Bewegung felbft hervorgegangen find, und zwar entwickeln sich herigen Gewohnheiten möglich ist, begreifen wir nicht. Dr. E. Lange in Berlin- Gr.- Lichterfelde. Verband der in Buchbindereien, trifft. Achtung, Maurer! Notizen: Föderalismus und Sozialdemokratie in Bartilularismus und Sozialdemokratie. der Papier- und Leder- Galanteriewaaren- Industrie Am Sonntag, den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Keller's Feftsälen, Koppenstraße 29: beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin.) Grosse Generalversammlung Die Sozialdemokratischer Wahlverein 1. den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am Donnerstag den 12. b. M., bers starb plötzlich unser Mitglied Dienstag, den 17. Januar 1899, Abends 8½ uhr: der Filialen Berlin II und III des Zentral- Verbandes der Maurer Deutschlands. Herrmann Wegner. Branchen- Versammlung Tages Ordnung: 1. Diskussion über die Beitragserhöhung des Verbandes. 2. Diverse Anträge zum Verbandstag und Wahl den 15. d. M., Nachmittags 4 Uhr, der Delegirten. 3. Gewerkschaftliches. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen sämmtlicher Kollegen. der Buchbinder u. Buchbinderei- Arbeiterinnen 136/2 in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. J. A.: W. Fritzsch. Achtung! 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Albrecht, safle a. Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker einen wertetben umb BeS. 2. Bericht der Vertrauenspersonen und Neuwahl. 3. Wertstuben: Angelegenheiten und Berschiedenes. Dienstag, den 17. Januar 1899, Abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung Beriins und Umgegend.. Dienstag, den 17. Januar 1899, Vormittags 11 Uhr, bei Buske, Grenadierstraße Nr. 33: Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Kaffenbericht für das 4. Quartal. Bericht der Revisoren. Bericht des Arbeits der Kartonarbeiter und Arbeiterinnen nachweis Vorstehers für das 4. Quartal. 3. Beschluß über die Strankentafe. 4. Vereinsaugelegenheiten und Verschiedenes, Mitgliedstarte und-Buch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. im„ Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Adolf Hoffmann über: Auf was wir : Freunden Markusstrasse 47 ein Die Beerdigung findet am Sonntag, von der Leichenhalle des Heiligen Kreuz- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Den Kollegen zur Nachricht, daß am 11. Januar das Mitglied Franz Kauschmann fannten theile hierdurch mit, daß ich Verband d. Porzellanarbeiter. Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal eröffnet habe, und bitte um geneigten Buspruch. Ein freundl. Vereins: zimmer steht noch einige Tage in der Woche zur Verfügung. 45b* Albert Kaufeld. 50/1 Neu eröffnet! Mohr's Neu eröffnet! Margarine Graunstr. 7, ftols find." 2. Bericht der Vertrauenspersonen. 3. Wertstubenangelegengetten. Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgen. Markmann, Ede Corsingte. Mittwoch, den 18. Januar 1899, Abend3 81/2 1hr Sonntag, den 15. Januar 1899, Rachmittags 5 Uhr, in Cohn's Reell und billig Berlins Umgegend. Branchen- Versammlung der Kontobuch- Arbeiter und-Arbeiterinnen in Paster's Gesellschaftsfälen, Jufelstr. 10. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow( Chemnik). 2. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl. 3. Werfftuben: Angelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 18. Jannar 1899, Abends S½½ Uhr: Branchen- Versammlung der Luxuspapier- Arbeiter und-Arbeiterinnen in Feuerstein's Feitsälen, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: Besjälen, Beuthstraße 19/20: * verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. Januar, Nachmittags 212 Uhr, von der Leichenhalle bes St. Georgen: Stirchhofes( Landsberger Allee) aus statt. 265/2 Um rege Betheiligung ersucht Die Verwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, fanft man in der Norddeutschen Schuth- Schwager und Önkel, der Steinträger W. ge General- Versammlung. Grünbet 1872, Staligerfit. 13,& de Tages Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Anträge. 4. Neuwahlen für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 138/1 Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Verband deutscher Gold- und Silberarbeiter und verw. Berufsgenossen.( Mitgliedschaft Berlin,) 6 Sonntag, den 13. Januar, Abends& lihr, im Dresdener Garten. Dresdenerstr. 45: Versammlung mit Damen. Tagesordnung: Bortrag der Frau Mesch. 70/2 Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein und Tanz. Zu dieser Versammlung sind unsere Berufsgenossinnen ganz besonders 1. Vortrag des Reichstags. Abgeordneten Schwartz( übed). eingeladen. Gäste haben Zutritt. Angelegenheiten und Verschiedenes. 2. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl. 3. WertstubenKollegen und Kolleginnen! In allen vier Bersammlungen stehen äußerst wichtige Punkte auf der Tagesordnung; es ist deshalb dringend erforderlich, daß dieselben von allen Branchen- Angehörigen gut besucht werden. 23/3 Achtung! Die Vertrauenspersonen. Achtung! Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter und Berufsgenossen, Berlins und Umgegend. Montag, den 16. Jannar, Abends 8, Uhr, bei Herru Rautenberg, Oranienstraße Nr. 180: schiedenes. General- Versammlung. ages Ordnung: = 1. Bericht bes Vorstandes. 2. Ergänzungswahl beffelben. 3. VerKollegen! Durch das Berschwinden des Wirthes unseres bisherigen Bersammlungslotals ist Testeres geschlossen und konnte die General- Versammlung am 9. Januar nicht stattfinden. Wir fordern daher jeden Kollegen auf, in der oben angezeigten Versammlung zu erscheinen. 141/3 Der Vorstand. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Verband der Vergolder. Montag, den 16. Januar. Abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Abrechnung vom 4. Quartal 1898. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen Aller nothwendig. Friedrichshagen. 225/1 Der Vorstand. Hugo Pekel Admiralstraße, am Kottbuser Thor.* nach langer Krankheit am 12. b. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet Cigaretten u. am Sonntag, 15. d. M., Nachmittags Tabake in bester 22 Uhr, von der Leichenhalle des Qualität und jeder fatholischen Kirchhofes, Wilhelmsberg, Preislage, empf. Freunden u. Genossen aus statt. Cigarren, 7322 ( Eing. Engeluser). Martin Mejcha, balbertstr. 24 Die trauernde Wittwe nebst Bruder Achtung! Elektrotechnik! Herren aller Branchen, welche ge willt find, an den am 16. dé. be: ginnenden Unterrichtstursen theilzunehmen, wollen ihre Anmeldung schnellstens bewirken. Man verlange Prospekte. „ Elektron", SpezialFranz Pekel. Hierdurch die traurige Nach 496 richt, daß der Buzer W. Dammenhayn am 12. Jan. fanft entschlafen ist. Beerdigung findet Sonntag Mittag 2 Uhr v. 6. Bethanienhalle n. d. Neuen Jakobi- Kirchhof statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Lehranstalt f. Elektrotechnik, nehme die gegen Frau Gaede, Zweigniederlaffung der Westf. Elektri zitätswerte, Alte Jakobftr. 24, nahe Oranienstr.( Jakobshof). Schankgeschäft preiswerth zu verkaufen. Zu erfragen Boffenerstr. 7 im Keller. 546 Fennstr. 17, gerichtete schwere Be leidigung zurüd und erkläre sie für eine ehrenhafte Parteigenoffin. 7319* A. Deike. Kranzbinderei u. Blumen 5760 handlung von Wohl fühlt fich Robert Meyer, bet jeziger Witterung, wer Brunnenstrasse 110 ( neben dem Pferdebahn- Depot) Köpenick. bei Ignatz Sello bezieht anerkannt guten& tntt. 90 Pf. an, Bürgerfälen in Friedrichshagen: bon Sonntag, den 15. Januar 1899, Mittage 12 Uhr, in Lerche's Oeffentliche Versammlung der Töpfer. int. v. 1.10. an. Stonsdorfer 193/1 No. 2. Mariannenstr. No. 2. Widmungs- Kränze, Guirlanden, Balls stränßchen, Bouquets 2c. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert. vorzüglich. Glühwein- Egtratt,/, Ft. H Meinen berehrlichen Kunden und intl. Orig. Flasche( Str.) à 80 Bf., Bereinen zur Nachricht, daß ich meine Die wirthschaftlichen Verhältnisse im Töpfergewerbe. Berschiedenes. Halb u. Halb, feint. 90 feit 1 Jahren verpachtete Tages Ordnung: Bahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet Verband der Möbelpolirer. Möbel Montag, den 16. Jannar, Abends 82 Uhr. Andreasstraße 26: Derlammlung. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zur Aenderung des Krankengeld- Zuschusses. 2. Verschiedenes. 145/2 Die Generalversammlung findet am 30. Januar, Koppenstr. 29, statt. Der Vorstand. Der Vertrauensmann. und Polsterwaaren. Reelle Arbeit. Ganze Einrichtungen zu billigen Preifen.[ 6579* Franz Tutzauer, Brunnenstrasse 152. Möbel auf Theilzahl. Oranienstr. 131. Roulante H& M. Lewent. ohne Ausoht. Beamten Zahl. Bed. mischung, per/ Champagner- Flasche intt., alten Nordhäuser per Liter 50 Pf., süßer Ungarwein, Orig. Fl.( ½ Ltr.) inkl. von 90 Bf. an, sowie fämmtl. Sorten Weine, Cognacs u. f. w. Spirituosen auch im Einzelverfauf nur zu Engros preisen. Billigste Bezugsquelle. Bitte genau auf Nr. 110, Brunnenstraße Nr. 110 zu achten. Kl. möbl. Zimmer Bergmannstr.92, Hof 2 Tr. links. MaskenTheater- Garderobe und wieder persönlich übernommen habe. Ww. Hulda Eimer, NO., Weberstr. 17, I. Wür den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Sonnabend, 14. Januar. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Die Urzeit des Menschen. Im Hörsaal: Opernhaus. Briseis. Lobetanz. Herr G. Witt: Eros, der neue Anfang 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Auf der Sonnen: feite. Anfang 712 Uhr. Planet. Invalidenstr. 57/62: Metropol- Theater.Arbeiter- Radfahrerverein Berlin Behrenstr. 54/57. Bum 19. Male: Die kleinen Michu's. Operette in 3 Atten v. André Messager. Hierauf: Die Engelsjäger. Ballet in 14 Bildern von J. Regel und J. Bayer. Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Neues kgl. Overn- Theater( Kro). Tägl. Sternwarte. Volks- Theater Madame Sans: Gêne. Anfang 71 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 Uhr. Lessing. Das liebe ich. Anfang 72 11hr. Berliner. Familie Jensen. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Das tapfere Schneiderlein. Rejidenz. Der Schlafwagen: Nontrolleur. Vorher: Bum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 72 Uhr. Metropol. Die kleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. An fang 7 1hr. Schiller. Hannele's Himmelfahrt. Abu Seid. Anfang 8 Uhr. Westen. Zar und Zimmermann. Anfang 72 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 71/2 Uhr. Luifen. Die bezähmte Wider spänstige. Anfang 8 Uhr. Thalia. Mein Leopold. Anfang 72 Uhr. Belle Alliance. Der Schlagbaum. Anfang 8 Uhr. Ostend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Nachu. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Friedrich Wilhelmstädtisches. Oufel Toms Hütte oder: Sklavenleben in Amerika. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Wilhelm Tell. Alexanderplatz. Verbotene Liebe. Anfang 8 Uhr. Parodie. Emma von Falkenstein. Die eingemauerte Nomme. An: faug 7 Uhr. Passage- Panopticum. Von 6 Uhr ab: Théâtre variété. Um 8 Uhr Auftreten der Adrienne Gaston, einzigen Rivalin der Yvette Guilbert. Heute 25 Pf. Entree. Castan's E Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! im Welt- Restaurant Dresdener: Straße 97. Dir.: A. Kollg. Art. Seiter: A. Runge Täglich: Große Gala Spezialitäten und Theater Vorstellung. Novität! Durch die Blume. Große Ausstattungs- Operette. Unter Polizei- Aufsicht. Gesangsp. Rudi Saberto, phänomen. Jongleur. Rudinis, Zauberparodisten. Sonntags 6 Uhr. Ende 11 Uhr. Wochent. 8 Uhr. Anfang: Sonnabend, den 14. Januar 1899, Soeben beginnt neuer Jahrgang: im„ Böhmischen Brauhaus", Landsberger Allee 11-13: IN- FREIEN Grosser Maskenball. Aufang 9 Uhr. Breuer's Ball- Salon„ Bur Königsbank" Grosse Frankfurterstr. 117 19/14 empfiehlt seine Festsäle mit Theaterbühne und Garten zu Ver: sammlungen und zu jeder Privatfestlichkeit( bis 1000 Personen). Jeden Sonntag: Grosser Ball. Anfang 4 Uhr. [ 6582* Stralau. Wwe, Schonert. Stralau. Restaurant ,, Neu- Seeland" Empfehle meinen 1000 Personen fassenden Saal mit großer Theaterbühne zu Versammlungen und Festlichkeiten Vereinen unter den günstigsten Bedingungen. 436* Alcazar- Theater Gewerkschaften u. Vereine Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Nur noch wenige Aufführungen der Hochlomischen Posse: Eine Sommerwohnung in Charlottenburg. Und des Liederspiels: Zank- Teufelchen! Voranzeige: Dienstag, 17. Januar: für Benefiz den Regiffeur Otto Wendt. Anfang: . Wochent. 7 Uhr. Sonntags 612 Uhr. Entree: Wochentags 30 Pf. Sonntags 40 Pf. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Urania. Zaubenstraße 48-49. Central Theater Feen- PalastNaturkundliche Ausstellung. TägToelich geöffnet von 10 Uhr Vor: " mittags ab. Eintritt 50 Pi. Abends 8 Uhr: Die Urzeit des Menschen". Zuvalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern: warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Vorstellung. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Teen Palast. Spezialitäten Bor: ftellung. Passage Panoptikum. Spezialitäten Borstellung. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Sonnabend 8 Uhr: Hanneles Himmelfahrt. Hierauf: Abu Seid. Sonntag Nach m. 3 Uhr: Die Räuber. Abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Montag 8 Uhr: Die Leibrente. Oftend- Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Nachm. 3 Uhr, zu kleinen Preisen: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Atten von Friedrich v. Schiller. Abends 71/2 Uhr: Extra- Borstellung zum Besten der Kaffen des Vereins der Kameradschaft ehemaliger Garde Artilleriften und des Wirthschafts: Ausschusses der Kriegervereine Berlins. Bum 21. Male: Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Orbonneau und Sturges. Musik von Ed. Audran. Die Pausen finden nach dem zweiten und dritten Bilde statt. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Der Bettelstudent. Operette von Karl Millöcker. Luisen- Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Bum 1. Male: Die bezähmte Widerspenstige. Sonntag Nachm. 3 Uhr: Volks- Vorstellung zu kleinen Preisen. Sean oder Genie u. Leidenschaft Abends 8 Uhr: Die bezähmte Widerspenstige. Olympia- Theater Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Hente keine Vorstellung, dagegen Abends 10 Uhr: I. Gr. Masken- Ball. Neue origin. Ballüberraschungen. Kolossal- Ballet ausgeführt vom gesammten internationalen Ballpersonal. 6 Musik- Kapellen. Einmaliges Gastspiel Der Brandstifter Johann Lumpe. Senfationelles Ausstattungsstück mit Gefang in 5 Aften( 12 Bildern) bon G. Okonkowsky. Musik von L. Fall. Ju Tunnel von 62 Uhr an Frei Konzert. Sonntag: Der Brandstifter. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas Mein Leopold. Original Volksstück mit Gesang in 3 Atten( 6 Bildern) b. Adolph L'Arronge. Musit v. R. Bial. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 15. Januar, Nachm. 3 1hr, bei bedeutend ermäßigten Breifen: Der Eva- Apfel. CIRCUS BUSCH Sonnabend, 14. Jaunar 1899, Abends 71/2 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung. PERSIEN. Emma von Falkenstein oder: Die eingemauerte Nonue. II. Att: Die berühmte Gefechtsszene bei Klavierbegleitung und feenhafter bengalischer Beleuchtung. Das geehrte Publikum wird gebeten, bein: Aufbau des Theaters behilflich zu sein. Oekonomie: J. Schaurté, Monopol- Hôtel, und J. Hütt, Olympia- Theater. Entree: Serrentarte 10 m. Damenkarte 5 M. Jm Vorverkauf: Herrentarte 7 M., Zuschauerfarte 3 M. Eintritt nur in Maske ober Balltoilette. Dominos in der Garderobe erhältlich. Morgen, Sonntag: 8wei große Vorstellungen. Nachm. 32 Uhr: Dornröschen. Halbe Preise. 1 Kind fret, Abends 8 Uhr: Mene Tekel. Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Das erfolgreiche Januar- Programm. Neu! Um 82 Uhr: Neu! Endlich zu Zweien. Gesangspoffe von Joh. Eißner. Lehmann: Richard Winkler. Jun Spezialitätentheil besonders hervorzuheben: Fred Dewey. Gebr. Kieselly. Louise v. Dolffs. Gebr. Vero. Michaelainko- Gesellschaft, Russ. Orig. Sänger u. Tänzer. Anfang 7/2, Sonntags 6 Uhr. Vorverkauf Vorm. v. 11-1 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger ( Mehiel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Möht, Schneider und Schrader.) A Zum Schluß: Pepita vor Gericht. Ensemble von Weysel. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Num. Balkon 75 Pf. Balkon- Loge 1 M. Orch.- Loge 1,50. Fremden- Loge 2 M. Tageskaffe von 11-1 Uhr. Neichshallen Restaurant. Mittags und Abends: Konzert. Mittwoch, 18. Januar: Benefiz für das Reichshallen- Orchester. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Täglich: lloffmann's empfehle zu Partien u. Ausflügen meine Salon: Dampfer in jeder Zahl und Größe. Koulante Bedingungen. L. Kahnt, Stralau, Tel.- Amt Stralau Nr. 29. STUNDEN 6502* MLaitien Nachfl.: Johann Schulze, Berlin, ILLUSTRIRTE ROMAN Fischerbrücke 17, Telephon- Amt I Nr. 2869. BIBLIOTHEK 3- JAHRG Herren- u. Konfirmandenhüte, alle Farben HEFT 10- PFENNIC 1 Mark, nur neue moderne Sachen,[ 6562* Prima Qualität 1,50 und 2, noch Die beliebten Arbeitshüter 65 Pf. DIE Hutfabrik- Komptoir Barnimstr. 4 u. 5. Für nur 7 Mark versende ich gegen Nachnahme eine grosse, hoch. feine ConcertAccordZither mit 6 Manualen, 25 Saiten, fein polirt und elegant ausgestattet, mit Stimmvorrichtung, wundervoll im Ton und in einer Stunde zu erlernen. Versand complet mit neuester Schule, Notenständer, Schlüssel, Ring und Carton. Früherer Preis dieser Zither 16 Mark. Ein solches Prachtinstrument dürfte in keiner Familie fehlen. 3 manualige zu 3 Mark. Täglich lobende Anerkennungen und Nachbestellungen. Man bestelle bei Heinr. Suhr, Musik- Instrumenten- Fabrik, Neuenrade i. W. J. Brünn, ( Bahnhof Börse) Hackescher Markt 4 Nach beendeter Inventur gelangen größere Lagerbestände meiner Teppiche Gardinen! Portièren! Steppdecken! Tischdecken! zu sehr billigen Preisen zum Ausverkauf!! Kein Laden! Empfehle mein reichhaltiges Lager in 6262* Filz- und Seidenhüten, Schirmen in den neuesten Façons und Farben, äußerst billige Preise. 6992* DIE TOCHTER DES SUDENS Zu beziehen durch alle Colporteure und Spediteure. Erklärung. Jch der Unterzeichnete erfläre hier: mit aus freier Veranlassung und auf Grund meiner gewonnenen Ueber: zeugung, daß die von mir gegen die Fürstlich Fürstenbergische Maschinenfabrit in Jmmendingen und deren Leiter in meiner Eingabe an Seine Durchlaucht den Fürsten vom 22. Sep tember 1898 erhobenen Beschuldigungen, welche auch in dem Berliner " Vorwärts" Nr. 289 zum Theil veröffentlicht worden, durchaus un richtig und unzutreffend sind. Insbesondere muß die in öffent Bes lichen Blättern wiederholte hauptung: ,, Arbeitern der Fürstlich Fürstenbergischen Maschinenfabrik Immen dingen sei widerrechtlich bedungener Lohn nicht ausbezahlt worden, Ar beiter seien in der Fabrik schlecht be: handelt worden", auf Grund der inzwischen gemachten Feststellungen als unwahr bezeichnet werden. Nachdem ich meine beleidigenden Angriffe gegen die Fürstlich Fürstenbergische Maschinenfabrit und deren Leiter mit dem Ausdruck meines ernst lichen Bedauerns zurückgenommen, habe ich den Letzteren gebeten, bie gegen mich bei dem Gr. Amtsgericht Engen wegen obiger Behauptungen erhobene Beleidigungsflage zurückzunehmen, auch habe ich mich zur Tragung fämmtlicher Kosten ver: pflichtet. Jmmendingen, den 7. Januar 1899. F. X. Schury, Kaufmann. Die Festsäle und der Garten werden vom 1. April 1899 wieder an Gewerkschaften, Gesangs, Theater: und Vergnügungs Vereine unter foulanten Bedingungen zu Festlichfeiten vergeben. Rechtzeitige Meldungen erwartet Julius Wernau, 6328*] Gastwirth, Schwedterstr. 23/24. Neu! Eröffnet! New! Bade- Anstalt. Norden Lortzingstr. 33. Lohtannin, Russisch- Römisch, Dampf tasten mit Massage und Packungen. Wannen, Sool, Fichtennadel, Kleiebäder 2c. Lieferant sämmtl. Kranten: taffen. 7252* Nonnenberg's Restaur., Treptow, Parkstrasse. Quartett Humoristen Richard Klose, Auflamerstr. 41, Großer Saal. Großer Garten. Sonnabend: Das Versprechen hinterm Herd. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Jeden Sonntag u. Mittwoch: Ensemble- Szenen, Konzert und Spezialitäten Vorstellung. Passe- partouts werden jetzt, für das ganze Jahr giltig, vergeben. Wochentags 7 Uhr. Anfang: Sonntags 5 Uhr. Entree 30 Pf. C. Peters. Außerdem: Die neuen Freiheits: Circus Renz- Riesen- Tunnel. Mähr's Theater bressuren des Herrn Direktor Busch. Potpurri, ausgeführt von den Damen Mlle. Lola, Miß Doris, Frl. Blennow. Direttion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert Gigerl Clown Alfred Daniels als der Hauskapelle unter Leitung des Schnellphotograph. Auftreten des be: Musikdirektors Herrn Otto Görner und rühmten Schulreiters BurckhardtFoottit. Zum ersten Male: Eine Quadrille aus der Zeit Friedrich des Großen, ger. von 4 Damen und 4 Herren mit 8 Schulpferden. Morgen Sonntag: 8wei große Borstellungen. Nachmittags 4 und Abends 7%, Uhr: Persien. Grosse Oranienstr. 24. Du ahnst es nicht! Schwant in 1 Aft. Spezialitäten- Vorstellung eu! Sela Dumont", Sepentin unter Regie des beliebten Humoristen Gustav Kluck. Tänzerin. Geschw. Valori, Duett. Anfang an den Wochentagen 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Das vollständig neue Januarprogramm. Anf. Wochent. 612 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Avis! Donnerstag, 19. b. Mets.: Entree Wochent. 10 Pf., Sonnt. 30 Pf. I Benefiz für Willy Harnisch. A zweites Haus von der Brunnenstraße. Eingang vom Hausflur. Bitte genan auf die Hausnummer zu achten. Uhren! Goldwaaren! Elegante Neuheiten in jeder Preislage. Opt. Artikel, Brillen auch nach ärztl. Vorschrift. Gint. für 2 eigene Geschäfte. Reparatur- Werkstatt im Hause. Uhrmacher. Konrad Friese. Juwelier. Jeden Sonntag: Ball.[ 6559* Empfehle mein Lokal zu Festlichkeiten baar u. Theilzahlung, billigst Frants furter Allee 110 I, Ecke Königsbergerstr. Möbel, Arbeitsmarkt. 1. Geſchäft: Müllerstr. 4, direkt am Webbingplas. 2. Geschäft: Fennstr. 61. Achtung, Holzarbeiter! Mein Lager in Musikwerken befindet sich Müllerstr. 4. Symphonion: Spielbosen von 7 M. an. Serophons werden billig verliehen.[ 6370* Apollo- Theater. W. Noack's Theater Direktion E. Waldmann. Carola Débriège Alexia und 15 auserlesene Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Brunnenstr. 16. Seute, Sonnabend, den 14. Januar: Alpen- Röschen. Märchen- Boffe mit Gesang in 3 Atten bon E. Linderer. Mufit von Conradi. Empfehle meine drei Restaurants: Rübezahl, am Müggelsee, Teufelssee, Müggelberge, Marienlust, a. d. Dahme, zwischen Grünau und Friedrichshagen, bei Fußpartien über die Müggel berge. Bei der Firma Fork, Kretzschmar& Co. Barnimstr. 13, ( Magazin Jannowit Brücke), haben fämmtliche Tischler wegen Diffe renzen die Arbeit niedergelegt. Zuzug fernhalten! Die Ortsverwaltung. Gesucht ein tüchtiger 108 Glasbläser * für Röntgen- Röhren. Verdienst bei guter Leistung 50-60 Mt. pro Woche. Nur Glasbläser, welche auf RöntgenRöhren eingearbeitet sind, mögen sich melben. Adressen unter F. M. be fördert die Exped. d. Blattes. Tüchtige Farbigmacher gesucht 53b] Goldleistenfabrik Biegnizerstr. 15. Befiher des Kaiserhofs Röpenid. Krause& Co., Friedrichstr. 110.[ 50b Tücht. Monteur, auch f. Werkstatt, C. Streichhan, 6540* Kaufhaus Max Mannheim Frankfurter Allee 89. Inventur- Ausverkauf. Nach soeben beendeter Inventur sollen RIZO Montag, den 16., bis Sonnabend, den 21. Januar, 7248* die Rest- Bestände der Winter- Saison, sowie die in der Weihnachtszeit sich angehäuften einzelnen Reste in den verschiedenen Abtheilungen als: Kleiderstoffe, Leinenwaaren, Teppiche, Gardinen, Tricotagen, Weisswaaren und ein Posten etwas angeschmutzter Wäsche, sowie fertige Confection, schleunigst damit zu räumen, verkauft werden. um Trotz der ungewöhnlich billigen Preise erhält jeder Käufer noch einen Extra- Rabatt elz Waaren nur eigenes Fabrikat, 6499* üte, Schirme Hüt Dresdenerstr. 9 Otto Gerholdt, detalizerfir.. ten! Neu! Nen!• Fanfaren- Harmonika. Hanartige Zug- Harmonika mit 2 Reihen brillanten Trompeten Claviatur- Berbeck mit 16 Ringen, 2 Sternen gut und dauerhaft gebaut mit den neuesten und feinsten Verzierungen ausgestattet. Mufit groß artig, Schörig, Orgelton. Die Claviatur mit meiner neuen, garantirt ungers brechlichen Spiralfeder ung, welche in verschie denen Ländern patentirt, Sin Deutschland unter 3. R. G. M. No. 47462 gefeklich geschützt ift. Außerdem ist der Clas viatur- Griff mit abnehm barem Rückentheil. Diese Harmonifas haben fernter 10 Zaften, 40 breite Stimmen,& Bässe, 2 Ne gifter, Brilante Nickelbeschläge, guten starten Balg mit 2 Doppelbalgen und Buhaltern, fortirte Balgfalten mit Metallerkenschonern. Größe 35 em: Preis nur 5 Mark! 3, 4, 6 hörige und 2 reihige zu auffallend billigen Breifen, worüber Breisliste zu Diensten. Berpadung und Selbfterlernschule umsonst. Harmonisches Glockenspiel mit neuartiger Mechanit D. R. G. M. to. 85 928 toftet 30 Bfg. ertra. Man bestelle direkt bei Heinr. Huhr, Musik- Inftr. Fabr., Neuenrade( Westf.). Mein Mufil- Inftrumenten Geschäft gegründet Achtung!! im Jahre 1891 ist nachweislich das älteste und größte diefer Art am Plate. 1000 Mart Belohnung zahle ich, wenn mir das Gegentheil bewiesen wird. Ans geregt burch meine großen Erfolge entstanden einige Jahre später Concurrenz- Geschäfte, welche Tert und form meiner Inserate nachs abmten. Troßdem hat sich mein Umfay von Jahr zu Jahr vergrößert, Jodaß ich meiner Concurrenz in dieser Beziehung immer ganz bebetta tenb aberlegen gewesen bin. Erklärlich ist es daher für Jedermann too man am besten und vortheilhaftesten kauft. 2 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Theilzah!. wöchentl. 1 M. anne M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. En gros. von Versand. Konkurrenzlos billig, reellite Fabrikate! 10 pCt. Für die Reellität der Fabrikate sprechen zahlreichste Anerkennungen! Unstreitig vortheilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. No. 5 No. Telephon Amt III. No 2742. Aequatoria Für Händler und Wiederverkäufer. Mk.2,50. Mk. 3,75 Mk. 4,25. aus nur gefunden, wirklich guten Tabaken( lange Ein. Tage) Regalia- Façon pr. Mille Mt. 22,50, rein netto Kaffe. Unter 500 Std. werden von dieser Sorte nicht abgegeben. Herner empfehlen folgende Marken aus geschmackvoll zusammengestellten Hochfeinen Gewächsen in normalen, modernsten Formen: Sumatra, Java. Commercio 100 St. Mk. 3, Violero Efecto Elvira Odaliska Senta. St. Felix- Brasil. Havana und Mexiko. 4,60 Mexicanos. n Brillante( klein). 100 St. Mk. 3,25 Perla Mejicana 100 St. Mk. 5, 3,50 St. Felix- Brasil 4,25 St. Felix in Original Kisten, • "" 99 "" " " " 5, 6, " 99 "" 99" Castillo 4,50 250 Stück enthaltend,, 12,50 Walküre Milena Marke Bahia- Import( Hand 6,- Tullia .» ·"" "> 5,50 " "" 6, . 99 99 99 6,50 8, " " 节 99 99 9, arbeit, Megsche Presse) Versand und Verkauf nicht unter 100 Stück von einer Marke. Stück Bedingungen: 300 Stid portofret unter Nachnahme.- Nichttonvenirendes erbitten, auch daher keinerlei angebrochen, auf unsere Kosten gegen Rüderstattung des gezahlten Betrages zurüd; Risiko für den Besteller. Im Falle der Rücksendung oder Rückgabe dürfen aus jeder Riste 4 Stüd probeweise unentgeltlich geraucht sein. Bei Entnahme von 500 Stück gewähren 3 pet., bei 1000 Stüc 6 pt. Rabatt, wenn sich Besteller auf diese Zeitung bezieht. Czollek& Geballe, Zigarren Berlin C., Haus, Preisliste franko. Spandauer Brücke 9, drittes Haus vom Hackeschen Markt. Der Ausverkauf Telephon Amt III No. 2742. Masken- Garderoben- Institut Mask Fr. C. Frommholz Elsasserstr. 78, Ecke Ackerstr. Reizende Neuheiten der Saison, historische, Phantasie- und NationalTrachten. Dominos in allen Farben in Atlas von 1 Mr. 50 ab. Höchst solide Preise. Vereine Ermäßigung. E. Berliner Metallwaar.Fabrik grösseren Umfanges sucht zwecks bessererAusnutzung ihrer Vorzüglich. maschinell. u. sonstig. Einrichtungen geeign. Artikel( patent. Massenoder sonstige Artikel) zu deren Fabrikation und Vertrieb aufzunehmeu. Offert. sub J. R. 6827 an Rudolf Mosse Berlin SW. Blane Werkstatt- Anzilgo 19 11 99 4,50 6,50 " Qual. Hustuch- Anzug nur. 2,50 ff. Koper Pilotanzüge, Werkstatthose, P Mechaniker- Kittel Bildbanerrau gestr. 4, enorm billig! C. Flan& Co., Spezialfabretion, Kopnickerstr. 111. Kein Laden #Dr. med. Schaper, prakt. homöopath. Arzt u. Spezialarzt f. Haut, Harn, Geschlechtsleiden, Frauenkrankheiten. Spr. 9-1, 4-8 Schöneberger Ufer 25. Homöopath. Poliklinik: Montag, Mittwoch, Sonnabend 26. 7-8. Friedrichstraße 114, 1.[ 590L* Photographie 12 Vifit 3,80 m. 6842* 2 Rabinet gratis. Kinder und Gruppen gleiche Preise. 12 Stabinet 6,80 m. SchönhauserE. Hering, Allee 146. Aufgang Ecke Kastanien- Allee. Kohlengeschäft, sichere Existenz, 10 Jahre bestehend, sofort zu verkaufen. 52 b* Gottlieb Richter, Willibald Alexisstraße 35. S der durch Feuer, Wasser und Rauch beschädigten grossen Waarenbestände beginnt heute, Sonnabend, den 14. Januar, Morgens 9 Uhr. 2520 Warenhaus Robert Westphal 81. Petersburger- Strasse 81, am Balten- Platz. Geöffnet von Morgens 9 bis 1 Uhr, Nachmittags 4 bis 9 Uhr. 000000000000000000 00000000 900000 00 Berantwortlicher Rebatteur: Muguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin.