Nr. 13. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Ginzelne Nummer 5 Bfg. SonntagsNummer mit illustrirter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post 8eitungss Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Roloneis getle ober deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Terusprecher: Amt I, nr. 1508, Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. in -O Sonntag, den 15. Januar 1899. -- Ein frankes Parlament. Wien, 12. Januar. Expedition: SW. 19, Bently- Straße 3. nur entsehlicher Hohn sein mußte, auch wenn er das nach der Ende dieses Jahres verlängert worden, wogegen in Ungarn der Die ,, fremden Tenfel" in Nordschleswig. Absicht seiner Urheber nicht sein sollte. Die Köller- Politit gefesloſe Zustand" herrscht, das heißt, es iſt dort überhaupt nichts Man kann nicht behaupten, daß die Dänen Nordschleswigs das legte Mittel, durch das man die Dänen zu Deutschen burch ihr eigenes Schwergewicht. Es ist ein Zustand von einer illuminirt durch brandige Siegesfaceln: das ist vorläufig verfügt worden, weder durch ein Gesez noch durch eine Verordnung, sondern die Verträge gelten nur, weil sie nicht abgeändert wurden, auf Rosen gebettet waren, ehe Herr von Köller Schleswig zu machen gedenkt. Holstein mit seiner erlauchten Regentschaft beglückte. Die ReSeltsamkeit, wie er in tonstitutionell regierten Staaten wohl noch Nirgends in der Welt wäre eine Politik der Menschlichkeit niemals vorgekommen ist. Das an sich schon sehr verwickelte Ver aktion ist im Norden eine Krankheit alten Datums. Wenn sie praktischer und aussichtsvoller als gerade in hältniß zwischen Oesterreich und Ungarn hat sich noch dadurch gerade jegt das Entfeßen der zivilisirten Welt erregt, ist es Nordschleswig. Die Bewohner des Landes sind durch keinen komplizirt, daß die Ungarn in ihrer Verfassung eine Bes nicht das Ungewohnte ihrer Erscheinung reaktionären Anblick wären wir nicht gewöhnt!), sondern ein Menschenschlag, die sich weder in der Art ihres Empfindens, bom ( an welchen Rassenunterschied getrennt. Deutsche und Dänen sind stimunung haben den berühmten Artikel 25 des Gefeßartikels XII Jahre 1867- wonach Ungarn Verträge lediglich der Umstand, daß das glimmende Feuer nun in noch in der Art des Erwerbs, noch überhaupt in irgend einer mit einem fonftitutionell regierten Desterreich abschließen kann, ein brandrothen Flammen aufschlägt. Art von einander unterscheiden. Nicht einmal in der Art Desterreich aber, wo anstatt mit dem Parlament mit dem§ 14 reUnsere dänischen Mitbürger nach chinesischem zu sprechen, denn auch die eingesessenen Deutschen, die entspricht. In den Vereinbarungen beider Regierungen im Auguſt giert wird, dem Grundsatz von„ voller Verfassungsmäßigkeit" nicht Sprachgebrauch die fremden Teufel"- werden augenblick ben Kern des Deutschthums bilden, sprechen im Haus und im vorigen Jahres hat sich jedoch Oesterreich verpflichten müssen, den lich zwar von gerechtem Zorn und menschlicher Trauer erfüllt umgang dänisch. Auch kein ökonomischer Gegensat tlafft gesammten Ausgleich den definitiven, wie man hier fagt fein, aber sie werden den Glauben an das Wohlwollen der zwischen Dänen und Deutschen. Die Dänen sind in allen Ständen gegebenenfalls mit dem§ 14 zu oftroiren, und die ungarische Ne preußischen Regierung nicht erst zu verlieren brauchen, sinte verstreut, die Deutschen auch. Die Natur hat die beiden gierung ist entschlossen, diesen unverhüllten Bruch der österreichischen malen ihnen dieser Glaube längst mit erhebender Gründ- Nationen durch ihre gemeinsame germanische Herkunft eng Berfassung zu toleriren. Es ist nicht mehr zu zweifeln, daß dieſe lichkeit genommen ist. Man hat auch vor Köller verbunden und die ökonomischen Verhältnisse haben sie nicht umgehung des Gesetzes auch die ungarische Opposition zustimmen nichts unversucht gelassen, um ihnen das Deutsche Reich zu verleiden. Was die Strategen der aus politischer Bevormundung neue getrennt. Es bestehen keine Gegensäge, als diejenigen, die wird, sodaß es, wie die Dinge heute stehen, völlig sicher ist, daß der Ausgleich in diesem Jahre erledigt werden wird. Mit dem Reaktion nur je an kleinen Nücken und giftigen Zücken er tischen Chitanen fließen. Eine Politik der Mensch- Barlament, wenn die Obstruktion dessen Arbeitsfähigkeit zerstören und poli= Parlament natürlich, wenn das Parlament will; aber auch ohne funden haben, hat in der Nordmart", wie unsere Patrioten lichkeit, die diese beiden trüben Quellen verstopfte, follte. finnig sagen, seine feinsten Blüthen getrieben. Durch Wahlfreis- wäre zugleich die beste deutsch nationale Politit. Geometrie nahm man den Dänen von den zwei Reichstags Mit ihr würde die von Herrn Köller so heiß ersehnte nächsten Dienstag zusammentritt, vor einer bedeutungsvollen Ents So steht das österreichische Abgeordnetenhaus, wenn es am Abgeordneten, die sie besaßen, einen. Durch verwerfliche Ruhe tommen; mit der Ruhe käme das völlige Ver- scheidung, vor der ihm diesmal die Flucht nicht möglich sein wird. Ausnahmebestimmungen in der neuen Provinzial- schwinden des nationalen Gegensatzes und damit wieder es flingt mehr als parador, es flingt ganz unfaßbar, es ist aber berfassung für Schleswig- Holstein vom Jahre 1889 zer die Möglichkeit der innerlichen Anpassung. dennoch wahr: Ebenso gut kann es kommen, daß das Parlament in störte man in illegitimer Weise ihren Einfluß in den Herr von Köller hat Anderes erreicht; durch seine Politit ein, zwei Wochen zusammenbricht, wie es möglich ist, daß es den nordschleswigschen Kreistagen und nachdem diese Heldenthat ist das dänische Nord Schleswig auf lange Zeit hinaus zwingende Nothwendigkeit für die Erledigung der Ausgleichsfrage, Ausgleich bis zum Ende führt. Einestheils ist nämlich die glücklich vollbracht war, bestimmte man, daß aus diesen gegen jede engere Gemeinschaft mit deutscher Kultur und Sitte dieser Voraussetzung für die Erhaltung der Großmachtsstellung des nunmehr deutschen Streistagen auch die Vertreter zum gefeit. Das ist um von der Schädigung unseres Handels Reiches, so groß, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß sie die Selbst Provinzial Landtag hervorgehen sollten, womit denn und den übrigen Gratiszugaben zu schweigen glüdlich die ganze prächtige nordschleswigsche Bauernschaft dessen Herr v. Köller sich berühmen kann! - ein Erfolg, sucht der nationalen Parteien überwinden könnte. Andererseits steigt aber die Gleichgiltigkeit der einzelnen Voltsstämme gegenüber politisch todtgeschlagen war. Das war immerhin etwas, dem widernatürlichen Gebilde, was man jetzt Oesterreich nennt, so aber lange nicht genug. Die politische Ohnmacht der sehr, daß es nicht mehr möglich ist, daß die nationale Brandung Dänen forderte sinngemäß auch ihre geistige, und am Parlament sich bricht. Um es also in einem Sazze so entstand, natürlich aus nationalen" Gründen, das zu sagen: die kommende Session des Reichsrathes stellt Sprach Restript bom 18. Dezember 1888, die Belastungsprobe auf das Dasein dieses Reichsdas allen Schulen Nordschleswigs den dänischen raths aus. Unter diesem Reichsrath verstehen wir den ReichsAm nächsten Dienstag wird der österreichische Reichsrath wieder rath in dieser Form; denn daß eine Auflösung des Sprachunterricht mit Stumpf und Stil ausrottete. Das war zusammentreten. Die Bertagung des Reichsrathes erfolgte be- Abgeordnetenhauses, in anderen Ländern der gewöhnliche wiederum ein Schritt, aber noch immer kein genügender. Um fanntlich zu dem Zwecke, der Regierung die Verordnung zweier Ausweg, um eine parlamentarische Strise zu überwinden, hente die armen Kinder von einer gedeihlichen Unterweisung voll- Geseze, eines einjährigen Ausgleichsprovisoriums und eines drei- die Dinge in Desterreich nur noch verschärfen, bis zur Un kommen auszuschließen, mußte auch noch jeder Privatunterricht monatlichen Budgetprovisoriums, zu ermöglichen, und da die Ver- haltbarkeit steigern würde, ist bei dem immer noch wachsenin dänischer Sprache verboten werden tagung mun ihren Zweck erfüllt hat, die zwei Geseze durchgebracht den nationalen Chauvinismus selbstverständlich. Entweder das und man verbot ihn. sind, kann das Parlament seine Sisyphusarbeit wieder aufnehmen. Barlament führt die Ausgleichsarbeit zu Ende, dann mag es sich Das sind so, in bescheidenen Umrissen, die Geschenke, die Das gegenwärtige Parlament, das erste, in dem sich Abgeordnete noch lange eines gesicherten Daseins erfreuen; oder seine Straft vers die preußische Regierung den Dänen gebracht hat. Von den des allgemeinen Stimmrechts befinden, ist bereits zwei Jahre fagt, dann ist eben sein Leben vollendet. Denn die Obstruktion Kleinen Nadelstichen, die ihnen in Gestalt von Polizeitücken alt und zum fünften Male tritt es nun zusammen; troß wird entweder jetzt ausbrechen oder überhaupt nicht, da sie natürlich und dergleichen beigebracht wurden, ist hierbei nothgedrungen dem steht die Frage heute wieder so wie am Beginne seines nur möglich ist bei einer sogenannten Staatsnothwendigkeit, wie es abgesehen; sie sind zu zahlreich. unfruchtbaren Daseins: ob es leben wird oder eines ruhmlosen der Ausgleich ist, nicht aber bei sachlichen, praktischen Vorlagen. Zu Nun aber fam Herr b. Köller, der Mann aus Ost. Todes sterben. Immer war in der Geschichte Desterreichs geistiges prophezeien, was eintreten wird, wäre nicht nur überflüssig, weil elbien, der Reiniger und Kenner der deutschen Literatur, der Merkmal die Trägheit, und so entspräche es der eigenthümlichen man es bald erfahren wird, sondern auch findlich. Ob das öfterglorreiche Vernichter des Umsturzes. Ein so tiefer Geist Krise, die Lähmung und Ohnmacht des gesetzgebenden Körpers, eine lehren, und die Probe auf das Erempel wird eben jezt gemacht Veranlagung dieses Reiches ganz wohl, wenn die parlamentarische reichische Parlament noch tragfähig ist, muß die Erfahrung konnte sich nicht an dem genügen lassen, das bis- ständige Einrichtung des Staates würde. Wie man in Desterreich werden. her geschehen war. Er betrachtete den ganzen Apparat seit zwei Jahren regiert, ist bekannt: Das Parlament wird von der Reaktion, betrachtete ihn noch einmal So schwer die Situation für die Sozialdemokraten inund fand Beit zu Zeit einberufen, es tagt, verhandelt und stimmt ab so mitten der entfesselten nationalen Tobsucht auch manchmal war: sie ihn höchst unzulänglich, verderblich human, sozusagen lange, bis die Unmöglichkeit einer praktischen Thätigkeit sich heraus- sind doch in der glücklichen Lage, daß die Entwickelung, wie immer graufig liberal. Er ersann ein neues Instrument und stellt. Dann wird es heimgeschickt und die Regierung nimmt die sie ausfällt, ihnen nichts anhaben kann. Entweder die Lebenskraft daß er dabei eine gewisse, wenn auch nicht gerade neidens Gesetzgebungsarbeit in eigene Regie. Auf„ Grund" eines Para- diefes privilegirten, durch die Ungleichheit des Wahlrechts und werthe Phantasie offenbarte. soll willig zugestanden werden. graphen des Grundgesezes über die Reichsvertretung, des viel zitirten durch die nationale Barteifanatit gewissermaßen zerrissenen Er ersann die Politik, Unschuldige zu strafen und„ Schuldige"$ 14, erläßt sie dann Verordnung um Berordnung, zu deren jeder Parlaments erweist sich noch als so start, um die Krise zu treffen, und bereicherte so das nationale Zeughaus der Auge. Diese Verordnungen befizen nach österreichischem Recht Ge- durch den Klassenkampf verdrängt werden und die Sozialzu überwinden: dann wird allmälig der nationale Streit Reaktion um ein neues, sehr merkwürdiges Schaustück. segestraft, wenn ihnen nicht eines der beiden Häuser des Reichs- demokraten werden die Halbheit Hunderte und aberhunderte von armen Leuten wurden rathes die nachträgliche Zustimmung versagt. Aber das Abgeordneten lichen Parteien aufzudecken die Möglichkeit haben. und Feigheit der bürgerOder aber aus Brot und Existenz gejagt. Nicht etwa um eines Vergehens haus gelangt überhaupt nicht dazu, die Zustimmung zu ertheilen das Parlament erlebt seinen Kladderadatsch und schaltet sich aus der willen, keineswegs. Nicht einmal ein angebliches Ver- oder zu versagen; es ist nicht einmal der verschämte, es ist der Reihe der wirkenden Faktoren aus. Dann wird aber die Bahn für gehen lag vor. Die von der preußischen Zuchtruthe getroffenen unverschämte Absolutismus, der heute in Desterreich regiert. Aus eine vernünftigere Gestaltung der Dinge eröffnet. Wie immer fich Leute waren unschuldig. Herr v. Köller selbst gestand es dem Wirrfaal der Dinge braucht nur eine Thatsache zur Charakteristik die Dinge wenden: dieses krante Parlament sagt das Ende ein, wiederum mit einer gewissen, wenn auch nicht gerade in Desterreich für das Jahr 1898 vom Parlamente weder endgiltig noch daraus lernen, welchen Schatz sie an ihrem allgemeinen und gleichen dieser Zustände hervorgehoben werden: Der Staatsvoranschlag ist des Privilegienparlamentes an, und die anderen Völker können neidenswerthen Offenheit. Selbst die bewährtesten Sold- provisorisch bestimmt worden, selbst die zwei Verordnungen, wodurch Wahlrecht befizen. schreiber stuzten auf einen Augenblick ja, aber warum sich die Regierung ermächtigte", die Steuern einzuziehen und die denn? Um Andere zu treffen, half der neue Oberpräsident Ausgaben zu machen, sind vom Barlamente weder vorher noch nachher ihrem Begriffsvermögen nach und ihre Mienen klärten sich genehmigt worden. Dasselbe ist der Fall mit der Verlängerung der auf. Denn daß man Unschuldige hängen darf, wenn die Geseze, die das Verhältniß mit Ungarn regeln, der sogenannten Schuldigen nicht zu haben sind, das war ein Rechtsgrundsatz, Ausgleichsparagraphen; auch die sind schon zweimal ohne Barlament der ihnen so leicht einging wie die Worte der Bibel einem erstrect worden, und die Schlamperei ist hier bereits so groß, so jungen Theologen. Aber was hatten nun die Anderen daß es Mühe macht, für diese Provisoriumswirthschaft den deutlichen Ausdruck zu finden. gethan? Nichts natürlich, denn sonst wären sie ja Nun können aber die Dinge so nicht weiter gehen, weil endlich den allgemeinen Gesetzen des Landes verfallen. Wirklich der Stein über den Berg gewälzt werden muß. Der Stein ist der nichts? Die Frage wurde wieder schwierig. Aber das österreichisch ungarische Ausgleich, dieser sagenhafte Das ist etwas so Gemeines, wie man sich garnicht Verständniß unserer Finsterlinge ist beispiellos. Köller's Ausgleich, von dem man in Oesterreich seit vier Jahren spricht und denken kann. Nicht blos Ihr Institut, sondern auch noch andere Rechtsgrundsak wurde fapirt und man vertheidigt schreibt, über den fünf Regierungen verhandelt haben und der genau Detektiv- Institute begnügen sich leider nicht damit, Berbrechen heute in Deutschland. allen Ernstes Ernstes den Satz, daß genommen noch steht, wo er vor drei Jahren gestanden hat, als aufzudecken, sondern senden direkt Leute aus man Unschuldige aus dem Lande jagen darf, um das Ministerium Badeni mit der ungarischen Regierung über die um einen Ehebruch zu konstruiren. Das ist wirklich schmachvoll." Andere zu treffen, die ebenfalls unschuldig sind. bei den Barlamenten vorzulegenden Gesezentwürfe einig geworden Was der Ausgleich ist, das ist zwar eine sehr unfängliche Was der Richter damit geißelt, ist nicht eine Erfindung Eine Politik des Rechts vergilt, was ein Schuldiger Sache sind es doch nicht weniger als 22 Gefeße, die dem privater Detektiv- Anstalten, sondern die bekannte Praxis, die gefehlt hat. Die Politik der Rache schlägt Unschlägt Un- Barlament vorgelegt wurden ist aber doch in wenigen Worten zu daraus entsteht, daß die Polizei mit Spigeln arbeiten zu schuldige um Anderer willen, die nichts gethan haben, als sagen. Die wirthschaftliche Gemeinsamfeit zwischen Oesterreich und müssen glaubt. Unbewußt hat so richterliche Autorität das daß eben ihre politische Nase dem neuen Präsidenten nicht ungarn beruht nämlich auf Verträgen, die zwischen diesen schärfste Urtheil über das Spigel- und Lockspikelwesen gesprochen. gefällt. beiden Staaten geschlossen wurden, und zwar zum ersten Male im Wir wollen nicht an den alten, und doch ewig neuen GeBer aber glaubt, daß damit der patriotische Eifer geftillt Jahre 1867 geschlossen und sodann von zehn zu zehn Jahren erschichten der Horsch, Schmidt, Ehrenberg, Schröder, Haupt, Sie liefen alfo am Schlusse des Jahres 1897 ab, war, würde einem schweren Irrthum verfallen. Fest- neuert wurden. liche Fackeln mußten brennen, um das Elend zu über- und der Ausgleich besteht eben in der Erneuerung, Umwandelung Naporra, Wohlgemuth, Thring- Mahlow und Ergänzung dieser Verträge, die das Zoll- und Handels- Herr Grüßmacher war früher- Kriminalkom. Leuchten. Die stillen Straßen der schwer heimgesuchten bündniß beider Staaten, ihr gemeinsames Verhältniß zur Rotenbank missar! Städte mußten von Triumphgeschrei und Vivatrufen wieder und die Gleichartigkeit der Gesetzgebung bei den Produktionssteuern zum Das hätte die Vertheidigung als mildernden Umstand hallen. In ihrer Trauer durften sich die dänischen Nord- Inhalte haben. Durch eine arg berüchtigte Regierungsverordnung ist wohl geltend machen sollen! schleswiger an einem Mummenschanz erfreuen, der ihnen die Geltungsdauer der gegenwärtigen Gesetze in Oesterreich bis war. Politische Meberlicht. Berlin, den 14. Januar. Ein Richter über Spikelwirthschaft. In dem Prozeß gegen den Leiter des Berliner Detektivbureaus„ Greif", Grüßmacher, äußerte der Vorsitzende: • Spielerei oder Gesundheitszerstörung? Ein vernichtendes Urtheil hat am Freitag der preußische Kriegsminister v. Goßler über die Kadettenanstalten und Unteroffizierschulen gefällt, in denen die militärische Jugend. erziehung mit folchem Erfolge betrieben wird, daß die aus diesen Anstalten hervorgehenden Schüler nicht nur für fähig gehalten werden, etwa in ganz kurzer Dienstzeit den Tehten Schliff zu erhalten, sondern die unmittelbar nach der Entlassung sogar schon als militärische Erzieher auftreten dürfen. Herr v. Goßler aber erklärte: „ Der Gedanke, die Jugend militärisch auszubilden, würde zur Spielerei führen; denn nimmt man die militärische Ausbildung ernst, so geht der jugendliche Körper zu Grunde, und macht man eine Spielerei daraus, so schädigt man die Erziehung der Jugend." " Magdeburger Justiz. Das Urtheil gegen den Redakteur Müller ruft selbst die Bedenken reaktionärer Blätter, wie des Schwäbischen Merturs" hervor, der schreibt: Der Jnterviewer( fortfahrend): Es müßte in Schleswig- Hol- partielle Hirnlähmung aus dem Gedächtniß verschwunden ist, an stein eine Beitung gegründet werden, die zwar in dänischer Sprache, dem Beispiel Englands flargelegt hat. und natürlich auch aber in deutschem Sinne zu erscheinen hätte Ueber das Verhältniß des Liberalismus und der Demokratie in einer populären, namentlich den Bedürfnissen der Landbewohner... zum Sozialismus reden wir vielleicht ein ander Mal. Was wir Der Mann aus dem Volke: Kann ich noch eins trinken, gefagt haben, reicht hin, dem Leser zu zeigen, daß wir mit unserem Herr Präsident? Borschlag, dem Artikel der Tante Voß den Titel Fortschrittliche Der Jnterviewer( fortfahrend):... entsprechenden Schreibart. Kindereien" zu geben, sehr milde gewesen sind. v. Röller( eifrig): Das ist es! Das sagen Sie mal Herrn Mosse! Das soll er thun! Der kann's! Der Mann aus dem Volke( lallend): Moffe, Hurrah! Hoch! Die zwei Männer mit den Orden( leise, eindringlich): Sie haben hier ruhig zu sein! Seien Sie still! Der Mann aus dem Wolfe( begeistert): Geben Sie mir höhere... Getreidepreise. Herr Präsident. Sie find mein... reund, Herr Präsident...... am ich noch eins trin... fen. Herr... rä ( Seine Stimme erstickt in Thränen der Nührung. Er umarmt Herrn b. Köller und wird von den Männern mit den Orden hinausmen mit den Order now ( Der Vorhang fällt.) Komödienszene glauben, daß wir ann Der Leser diefer eas! Wir haben sie wort„ Die Höhe der Strafe erregt gerechtfertigte Bedenken. Bei Majestätsbeleidigungen haben die Gerichte einen Spielraum von awei Monaten Festungshaft bis zu fünf Jahren Gefängniß, bei Beleidigungen von Mitgliedern des landesherrlichen Hauses von Gefängniß oder Festungshaft von einem Monat bis zu drei Jahren Gefängniß. Ob es nothwendig war, in diesem Fall so nahe bis an die oberste Grenze der Strafbemessung heranzugehen, ist Die Rechte, die ein feines Gefühl dafür hat, gerade die eine wohl aufzuwerfende Frage. Ueberhaupt verfolgt man die bedenklichsten rednerischen Entgleisungen durch aufmunternden gebracht.) Häufung der Majestätsbeleidigungs- Prozesse in Preußen mit Beifall zu feiern, rief Sehr richtig!" Was ist sehr richtig? wachsendem Erstaunen und es wäre zu wünschen, daß die dortige liberale Bresse noch dringlicher als bis jetzt den Ruf nach Ist die Ausbildung der in den Kadettenhäusern und UnterKenderung der bestehenden Braris erschallen ließe; in Südoffizierschulen heranwachsenden Jugend eine Spielerei? Denn sie erfunden deutschland jedenfalls ist das Verständniß für diese Seite der wäre das nicht nur eine Schädigung ihrer Erziehung, wörtlich nach dem„ Berl. Tagebl." gebracht und ihr nur preußischen Justiz immer mehr im Abnehmen begriffen." sondern auch vor allem eine Schädigung der Soldaten, die die direkte dramatische Form gegeben; einzelne Anweisungen In der Parteipresse giebt das Urtheil fortgesetzt zu scharfen durch jene erzogen werden sollen. Oder richtet die militärische für den Regisseur, der diese unvergleichliche Szene aufzuführen Protesten Anlaß. Jugenderziehung den Körper zu Grunde? Dann hätten wir gedenkt, haben wir uns allerdings hinzuzusetzen gestattet. förperlicha ruinirte Unter- Leutnants und Unteroffiziere Uebrigens scheint man doch bereits irgendwo Anstoß an Das Zuchthandgeseh. Wie eine hiesige Korrespondenz be sicherlich kein Vortheil für das Heer! dem parodistischen Talent Köller's für Volkskundgebungen hauptet, soll der Kaiser neuerdings auf das Entschiedenste betont Herr v. Goßler hatte wohl auch empfunden, in welche genommen zu haben. Es wird nämlich telegraphirt, die haben, daß das Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen" noch in der und daß insbesondere dem Unwesen des Streifpofte it= Sackgasse er mit seiner unüberlegten Aeußerung gerathen war. Bürgerschaft von Schleswig habe„ beabsichtigt, dem Ober- laufenden Session zur Berathung und Verabschiedung gelangen möchte, Und um den naheliegenden Einwand zu entfräften, erwähnte präsidenten v. Köller bei seiner Rückkehr einen Fackelzug zu stehens scharf vorgebeugt werde. er selbst die Kadettenanstalten und suchte über diesen Stein bringen. Stöller erklärte der Deputation, welche die Gedes Anstoßes mit einem matten gegen die Sozialdemokratie nehmigung nachsuchte, daß er von dem„ warmherzigen" Ent- Vom Zentrum. Gin hiesiges Blatt bemerkt: zielenden Spaß hinweg zu eilen. Von der Logit aber giebt gegenkommen der Bürgerschaft auf das Angenehmiste berührt es fein Entrinnen, und Herr v. Goßler liegt fläglich am sei, bat jedoch, von einer Ehrung seiner Person abzusehen, da Boden. Will er sich aufhelfen, so giebt es nur zweierlei Wege. der Dank in erster Reihe der Staatsregierung Entweder giebt er zu, daß unsere Kadettenanstalten in dem einen gebühre." " Wenn wir nämlich recht unterrichtet sind, so wird das Zentrum auch in wirthschaftlichen Fragen sehr bald eine Haltung befunden, die den Sozialdemokraten sehr wider den Strich gehen dürfte." Das Zentrum mag in wirthschaftlichen Fragen eine Haltung einnehmen, die ihm beliebt. Je reaktionärer, je sozialer, je Also widmen wir der Staatsregierung einen Aus- arbeiterfeindlicher es sich zeigt, um so größeren Gewinn wird die Sozialdemokratie davon haben. oder anderen Sinne ihren Zweck verfehlen, oder er muß seinen Satz widerrufen, daß militärische Jugenderziehung, wenn weisungs Fackelzug! sie nicht Spielerei set, dann auf Kosten der Gesundheit erfolge. " Ein Bündnisvertrag zwischen Nußland und Widerruft er aber, dann muß er weiter zugeben, daß es Afghanistan soll nach einer Meldung der Londoner möglich sein muß, durch verständige militärische Jugend- Morning Post" am 3. d. Mts. abgeschlossen worden sein. erziehung die Beschränkung der militärischen Dienstzeit auf Die Morning Post" ist ein sehr unzuverlässiges, gern in ein furze Zeit herbeizuführen. Wenn die heutige militärische Sensationsnachrichten machendes Blatt. Daß der Emir von Jugenderziehung genügt, um militärische Lehrer heran- Afghanistan ein sehr unsicherer Kantonist ist, der als Puffer zubilden, dann wird sie doch wohl ausreichen, um für zwischen Rußland und Britisch- Indien es achfelträgerisch mit beiden Seiten hält, das weiß man in England Retruten eine lange Dienstzeit überflüssig zu machen. beiden Seiten hält, und bei dem Aufstand im nordwestlichen Indien vor zwei Jahren hat England die Doppelzüngigkeit des Emirs bitter zu fühlen bekommen. Aber der Emir, der obendrein auf den Tod frank sein soll, ist ein geriebener Diplomat, der die wirkliche Macht Englands und Rußlands sehr genau fennt und alle Gründe hat, einen Zusammenstoß mit England zu vermeiden. Sein Interesse ist, aus der Eifersucht Ort der Handlung: Ein Gasthaus in Hadersleben. Zeit: beider Weltmächte möglichste Vortheile zu ziehen. Durch Spätabend nach dem Fackelzug. Personen: GR, zwei einen Vertrag mit Rußland würde er dieses Vortheils verMänner mit Orden, ein Mann aus dem Volke, der Inter- luftig gehen. Deshalb glauben wir nicht die Meldung der Köller und Mosse. Herr b. Köller hat einen Angestellten der Inseratenfirma bon Rudolf Moffe in Hadersleben empfangen und der Beglückte erzählt im„ Berliner Tageblatt" nette Einzelheiten von dieser denkwürdigen Unterredung. bielper. b. Köller( zum Interviewer): Sind Sie bei dem Kommers gewesen? Der Interviewer: Ja. v. Köller( gefchmeichelt): Sind Sie der Herr, der im„ Berliner Tageblatt" in dem Sinn geschrieben hat, daß Sie sich erst persönlich davon überzeugen wollen, ob meine Maßnahmen nothwendig find oder nicht?" Der Jnterviewer: Ja. Der Mann aus dem Volke: Kann ich noch eins trinken, Herr Präfident? v. Köller: Das ist das erste vernünftige Wort, das ich über die ganze Sache in der freisinnigen Bresse bisher gelesen habe. ( Großartig.) Ich bin nun anderthalb Jahre hier, reise herum, fiudire alle einlaufenden Berichte und habe die Erfahrungen für mich, die ich schon unter ähnlichen Verhältnissen in den Reichslanden gesammelt habe, und doch behauptet die freisinnige Preise, ich verstände von ben Dingen hier nichts. Die Herren von der Presse selber aber maßen sich ein fachgemäßes Urtheil schon nach vier Tagen an. Der Interviewer: Darauf gehe ich nicht aus. Ich will mur fchildern, was ich sehe und höre. Der Mann and dem Volke: Kann ich noch eins trinken, Herr Präsident? v. Köller( Beifall nidend): Die Stegierung ist dankbar für folche Berichte in einem sonst regierungsfeindlichen( der Inter viewer strahlt!) Blatte, die nur der allgemeinen Aufklärung dienen und die doch immerhin finanzielle Opfer tosten. Der Mann aus dem Wolfe: Ram ich noch eins trinken, Herr Präsident? v. Köller: Wenn Umtriebe wie hier in Schleswig in einem anderen Lande, etwa in Frankreich, vorkommen würden, so würde die ganze Preffe auf der nationalen Seite stehen. Morning Post".Deutsches Reich. Ein deutscher Profeffor. dan m Gegen die Schießerei in den Straßen seitens der Militärwachtposten und Patrouillen wendet sich eine, dem Reichstage aus Hamburg zugehende Petition. Diese mit 1105 Unterschriften aus allen Schichten der Bevölkerung Hamburgs versehene Petition fordert: Die bestehenden Bestimmungen über den Waffengebrauch der Wachen und Posten in zeitgemäßer Weise umzuarbeiten und ins besondere die Befugniß der Posten und Patrouillen, auf fliehende Arrestanten zu schießen, wenn es sich nicht um schwere Verbrecher handelt, aufzuheben. Die in der Petition erwähnten Mißstände sind im Reichstage wiederholt Gegenstand der Besprechung gewesen. Bereits in der Plenarsizung vom 15. Februar 1892 wurde auf Antrag der Budgetfommission beschlossen, die verbindeten Regierungen zu ersuchen: Eine den veränderten Verhältnissen entsprechende Revision der Beſtimmungen über den Gebrauch der Schießwaffen seitens der Militärposten herbeizuführen." Dennoch besteht der alte Mißstand weiter. wie wir früher schon berichteten, in essen Darmstadt einDie Haftung des Staates für Verfehen der Beamten soll, wie wir früher schon berichteten, in essen- Darmstadt eingeführt werden, und zwar soll die Materie bei Gelegenheit des Einführungsgefches zum Bürgerlichen Gesetzbuche geregelt werden. Die vorgeschlagene Bestimmung lautet: " Für den Schaden, den ein Beamter in Ausübung der ihm anbertrauten öffentlichen Gewalt einem Dritten zufügt, ist der Staat oder der Verband, für den der Beamte thätig war, in gleicher Weise wie der Beamte, insoweit als der Ersatz von diesem nicht zu erlangen ist, verantwortlich." Eine folche Bestimmung ist für Rechtsstaaten" mur felbft verständlich. Aber in den meisten deutschen Bundesstaaten wartet man bis heute doch vergeblich darauf. Zum Fall Delbrid" nimmt jetzt auch der Berliner Philosophies professor antfen Stellung im Dentschen Wochenblatt". Paulsen's Auffassung ist typisch für den deutschen Professor- Beamten unserer Tage. Baulien erklärt, er könne die Einleitung eines Disziplinar Für die Bertheuerung des Packetportos wird schon seit verfahrens auf Amtsentsegung- denn dann handle es sich längerer Zeit von zünstlerischer Seite und von Seiten mancher offenbar nicht für nöthig oder der Lage der Sache angemessen fleineren Geschäftsleute Propaganda gemacht. Auch in der Budgethalten. Baulsen erinnert an das Treitschke- Wort, die akademische tommission des Reichstages wurde am Freitag der Wirksamkeit in Schrift und Wort dürfe nicht mit Stacheldrahten Postpadet- Tarif erörtert und hierbei darauf hingewiesen, daß eingezäunt werden, sonst verliere sie überhaupt ihren Werth; bas bas Porto von 50 Pfennig für ein gewöhnliches( 5 Stilo-) Packet viel akademische Anut müsse ein Schutz- und Pflegeamt der Wahrheit und zu niedrig sei und der Postverwaltung hierdurch bedeutende Opfer Freiheit sein." auferlegt wirden. Es wurde die Versicherung abgegeben, daß eine enderung des Tarifs vorläufig nicht stattfinden solle. Einer Berliner Korrespondenz wird nun zu diesem Gegenstande von intereffirter Seite geschrieben: Goldene Worte! Aber der Herr Professor wäre fein echter deutscher Gelehrter, wenn er also unverblümt und uneingeschränkt ein muthiges Wort zu wagen vermocht hätte. Herr Paulsen hat auch andere Töne zur Verfügung. Wunderbar weiß er der Schärfe gegen den Maßregelungsplan liebliche regierungsfromme Milde bei zumischen: Für Berechnung der Backetsendungen hat die Bostverwaltung bekanntlich das Deutsche Reich in Bonen eingetheilt und berechnet bie& Stilo Sendung in der erften gone mit 25 Pfennig, in den Hätte der Minister als vorgesetzte Behörde von seiner Be folgenden Bonen mit 50 femtig und einen Buschlag von 10 bis fugniß Gebrauch gemacht, dem Professor Delbrück einen Verweis 40 Pfennig für jedes Kilo llebergewicht, fobaß eine Sendung bont 14 fund in der dritten Zone beispiels oder eine Verwarnung für den durch die Form seiner Stritit be- im Gewicht gangenen Verstoß gegen die dem Amt schuldige Rücksicht zu erweise 90 Bfetmig foftet. Die hiesige Badetfahrtgesellschaft befördert theilen, so wäre es schier gewesen, hiergegen Einwendungen zu nun aber auch schon seit vielen Jahren Badete nach größeren Städten Deutschlands. Sie beginnt die Berechnung mit einem 4 Kilo- Tarif erheben." und nimmt beispielsweise für ein solches Packet nach der dritten Zone wie Frankfurt a. M., Breslau 35 Pfemig, für 5 Stilo 40 fg. und erhebt für jedes weitere Stilo in der zweiten Bone einen Zuschlag bon 5 bis 10, in der dritten Zone von 10 bis 20 Bfg. In der ersten gone fommt ein Zuschlag von 5 Pfg. erst bei weiteren je 2 Stilo in Betracht. Bei diesem bedeutend niedrigeren Tarif tommt die Packetfahrtgesellschaft ganz gut zurecht, sie hat noch neuerdings eine Anzahl Städte in ihren Backetbetrieb mit hineingezogen. Und dies vermag eine Privatgesellschaft, welche doch höhere Transportspesen zu zahlen hat, als die Postverwaltung. So spricht der einzige ordentliche Universitäts Profeffor, der eine Lange bricht für das akademische Amt als Schuß und Pflege amt der Wahrheit und Freiheit". So spricht der Amtstollege, ber Mitbetroffene, der Bertheidiger" Delbrid's. Bei fo gewaltigem Professoren Muth ist nur das Eine wunderbar, daß die Regierung die Professoren Beamten nicht in noch viel engeren und viel stachligeren Stacheldrähten gefangen fett! # Der Interviewer: Das thut doch wohl bie Redaktion bes „ Berliner Tageblatts" auch. v. Köller: Meine Politik hat auch schon gute Folgen gezeitigt. Der Mann and dem Volte: Kann ich noch eins trinken, Herr Präsident? b. Köller: Keine störende Versammlung ist seit sechs Wochen mehr vorgekommen. Nur die Unruhe stiftenden Ausländer will ich Sozialdemokratische Offenherzigkeiten" betitelt die Bossische treffen. Wenn in meinem Hause ein Fremder fich des Gastrechts geitung" heute einen Leitartikel, den sie richtiger betitelt hätte: Feststellung der Personalien von Anarchisten. Wir haben umvirdig zeigt, dann weise ich ihm eben die Thir. Ich bin Fortschrittliche Kindereien. Offenherzigkeit ist, das Wort tein graujames Thier und habe mit den gewiß hart be- in seinem richtigen Sinn genommen, eine sehr gute Eigenschaft und feiner Beit berichtet, daß in Magdeburg die der Polizei als troffenen Opfern felber Mitleid. Aber wie es mit der Aus die Sozialdemokratie, die ein edles Ziel hat und vor den Anarchisten bekannten Personen auf das Polizeipräsidium zitirt länderei in Schleswig bestellt ist, die ich, wenn sie fich ruhig ver- Konsequenzen ihrer Grundfäße nicht erschridt, ist immer offenherzig. worden sind, wo sie eine genaue Angabe ihrer Bersonalien machen hält, gewiß gastlich dulden will, davon macht sich, wer nicht in die Allein in diesem Sinn meint die Vossische Zeitung" das Wort mußten. Die„ Germania" berichtet nun, daß nicht nur in allen amtlichen Berichte sieht, keinen Begriff. So giebt es Familien, die erst nicht. Unsere Offenherzigkeiten" find ihr das unbeabsichtigte preußischen, sondern in allen deutschen Orten, in denen als Optanten nach Dänemark ausgewandert sind und deren dorthin Ausplaudern von Wahrheiten, die wir nach Meinung der der Polizei als Anarchisten bekannte Personen wohnen, ähnlich ver mitgebrachte Kinder also vaterlandslos wurden. In Dänemart Bojfischen Beitung" lieber und besser unter dem Scheffel be- fahren worden ist. Wir wüßten nicht, welche gefeglichen Bestimmungen bie Polizei wurden ihnen wieder Kinder geboren, und als die Eltern mit diesen halten hätten. nach Schleswig zurückkehrten, verloren auch diese ihre Staats- Was sollen nun in diefem Falle bie Offenbergigfelten" fein? berechtigten, irgenb welche Personen, die sich feiner Geseges angehörigkeit das heißt die von Dänemart. Unter den so zum Nichts anderes, als daß Genosse Hyndman in jemem trefflichen verlegungen schuldig gemacht haben, einer solchen Ausnahmedritten Male veränderten Verhältnissen wurden ihnen abermals Artikel Englands Erwachen" aus dem Umstande, daß England alle behandlung zu unterwerfen. Kinder geboren, alles also in Schleswig lebende Ausländer. Be- bürgerlichen Freiheiten in ausgedehnteftem Maße befigt, den Grund rechnet man, daß diese Kinder nun wieder Kinder be des relativ langsamen Fortschreitens der Sozialdemokratie in England tommen haben, die ebenfalls keine Staatsangehörigkeit besigen, so herleitet. Tommen auf diesen Theil allein 40 000 in Schleswig lebende Aus- Damit foll unabfichtlich zugegeben fein, daß der bürgerliche länder. Es muß anders, es muß Ruhe werben! Liberalismus für die gesellschaftliche Entwidelung genüge, und der Sozialismus etwas Ueberflüssiges sei. Der Mann aus dem Volke: Kann ich noch eins trinken, Herr Bräfident? Der Interviewer: Aber hat die Gewaltpolitik nicht die Sozialdemokratie gestärkt? v. Stöller( nach einigem Nachbenten, tieffinnig): Die Sozial demokraten find heimathberechtigt! Der Jnterviewer: Die Dänisch- Gesinnten drohen, die deutschen Kaufleute zu boykottiren. v. Köller( mit lauter Stimme, so baß die Orben auf seiner Brust flirren): Das sollen sie einmal wagen.... llebrigens ist die Wurzel des Uebels, daß die dänisch sprechende diesseitige Bevölle rung, selbst wenn sie in der Gefimmung deutsch ist, doch darauf an gewiesen ist, die dänischen Zeitungen zu lesen, und eben diese Beitungen sind die unaufhörlichen Förderer für die dänische Sache. Der Jnterviewer: Dann giebt es ja ein gutes Mittel. Der Mann aus dem Volke: Kann ich noch eins trinken, Herr Präsident? Wir trauten unseren Augen nicht. Wenn die Boffische Zeitung" uns heute Morgen die Nachricht vom Tode des Fürsten Bismard gebracht und in einem Leitartikel tommentirt hätte, wäre das nicht verblüffender und komischer gewesen. Hat Tante Boß denn seit einem halben Jahrhundert geschlafen? Weiß sie nicht, daß schon im Jahre 1848 die Neue Rheinische Zeitung" die Bürgerlichen als ein Hemmniß der sozialistischen Entwidelung bezeichnete und trotzdem für alle bürgerlichen Freiheiten eintrat? Weiß sie nicht, daß die deutsche Sozialdemokratie bei hundert Gelegenheiten es ausgesprochen hat, daß demokratische Staatseinrichtungen das Wachsthum der sozialistischen Bewegung ver langsamen? Hat fie vergessen, daß sie vor zwei Jahren über Liebknecht's" Holländische Briefe" leitartikelte, in denen dieser Gedanke des Näheren ausgeführt und begründet war? Die„ Offenherzigkeiten" Hyndman's bestehen also darin, daß er eine uralte Wahrheit, die der armen Vossischen Zeitung" durch eine " Ausnahmebeftenerung der Waarenhäuser. Der Verband selbständiger Staufleute und Gewerbetreibender des Großherzogthums Baden hat an das Ministerium des Innern eine Eingabe gerichtet, den Landständen einen Gejegentwurf vorzulegen, in dem die Erhebung einer progressiven umfassteuer auf Waaren häuser und Großbazare vollen Ausdruck findet. Das Ministerium pflegt gegenwärtig Erhebungen über die Frage der Besteuerung von Großbazaren und Waarenhäusern. Landtagsarbeiten in Württemberg. Aus Stuttgart schreibt man uns: Ohne jedes Resultat geht in den nächsten Tagen die erste Seffion des 1895 gewählten Landtages in Württem berg zu Ende. Weit über die Grenzen des Schwabenlandes hin aus hat man die den dringenden Wünschen des Volkes entsprechenden Reformvorlagen der Regierung mit Aufmerksamkeit verfolgt. Die Berathungen der Entwürfe zu der Verfassungs- und der Steuerreform und der Abschaffung der Lebenslänglichkeit der Ortsvorsteher waren in den ver Perioden reich an Ueberraschungen, aber fie schiedenen schritten doch fort. Die Verfassungsrevision scheiterte hart an der Entscheidung in der Zweiten Kammer an der religiösen Verankerung des Zentrums obwohl die Erste Kammer gerade mit 210 England. Neue Kriegsschiffe. Wie aus London gemeldet wird, hat die Admiralität den Bau von vier erstklassigen Kreuzern, anstatt wie ursprünglich geplant war, von zweien, sowie den Bau von vier Schlachtschiffen vergeben. Aften. Bur Regierungskrise in Ungarn geben wir die folgenden meldungen wieder: Budapest, 14. Januar. Ministerpräsident Banffy begiebt sich heute in Begleitung der Minister Lukacz und Fejervarh nach Von den Philippinen liegen heute eine Anzahl aus spani Wien, um dem Kaiser die Forderungen der Opposition vorzulegen. fcher Quelle stammende Nachrichten vor, welche die Lage als für Am Dienstag werden die Minister hierher zurückkehren und der die Amerikaner außerordentlich ungünstig darstellen, und deshalb mit Opposition die Entscheidung des Kaisers bekannt geben. Vorsicht aufzunehmen sind. Danach behaupten die Amerifaner die Budapest, 14. Januar. Die für morgen angekündigte Brotest- Herrschaft auf den Philippinen nur im Gebiet der Bai von Manila. versammlung gegen den außergefeßlichen Zustand, in welcher alles Uebrige mit Ausnahme von Mindanao, wo die Spanier bleiben, Vertreter der Unabhängigkeitspartei und der Sozialdemokratie fei in der Gewalt der Aufständischen. Die amerikanischen FreiSteben halten werden, hat die Genehmigmug ber Bolizei gefunden, willigen seien durch das Klima und die schlechte Nahrung entmuthigt ebenso der nach der Versammlung in Aussicht genommene Straßen- und bekundeten das Verlangen, nach den Vereinigten Staaten zurüdzukehren. da biefem Gefes fehr glimpflich umgegangen war und eine Einigung 1st ruttion fortsegen und fein Budget, feinen Ausgleich und kein nicht ausgeschlossen schien. Refrutenkontingent bewilligen, so lange die Sprachenverordnungen Die Steuerreform gedieh auch bis zur zweiten Berathung nicht zurückgezogen sind.in der Ersten Kammer. Die Zweite Kammer war noch entgegen tommend bei der Festsetzung des Tarifs, indem sie den höchsten Steuerfaz von 5 pet erst bei 100 000 m. Einkommen beginnen lassen wollte. Die Kommission der Ersten Kammer schlug ihrerseits ein Entgegenkommen vor, indem sie die 5 pet. bei 200 000 m. an nehmen wollte. Aber die österreichischen, badischen, bayerischen und preußischen Standesherren, die zum Theil gar nicht anwesend waren, sondern durch„ Geisterstimmen" zum Ausdrud tamen, lehnten das Entgegenkommen ab. Ferner blieb die Erste Kammer auf ihrem früheren Beschluß bestehen, wonach eine Erhöhung des Steuerfazes nur mit Zustimmung der Ersten Kammer beschlossen werden könnte. Mit diesen beiden Beschlüssen ist auch das Schicksal dieser Vorlage entschieden; in der Zweiten Kanimer kann sich für das so gestaltete Gesez teine Mehrheit finden. Noch schlechter ging es dem vom Volt so sehnlichst gewünschten und von der Regierung vertheidigten Schulzengeset. Schon in der Zweiten Kammer hatten Zentrum und Deutsche Partei den EntVom antiklerikalen Kartell. Die doktrinären Liberalen wurf dadurch verschlechtert, daß sie für die seitherigen Ortsvorsteher haben die Bedingungen der Sozialdemokraten: Eintreten für das die Lebenslänglichkeit fortbestehen ließen. Aber nicht genug damit, allgemeine Wahlrecht, anerkannt. Damit ist die Alliance am Freitag beschloß die Erste Kammer einstimmig, in die Be- gesichert und es steht zu hoffen, daß bei den nächsten Wahlen die rathung der Vorlage zur Zeit überhaupt nicht einzufleritale Majorität gebrochen wird. treten. Damit ist auch diese Vorlage beseitigt. Brutanstalten für patriotische Poesie. Eine Berliner OberRealschule hat einen Wettbewerb unter den Schillern für ein est lied zu Kaisers Geburtstag ausgeschrieben. Ein OberPrimaner erhielt den Lorbeer; er hatte wie folgt gedichtet: Was goldet so freudig der Sonne Strahl Die ragenden Zollerzinnen; Was rauschet und raunet im Ahnensaal, Wie zärtlicher Ritter Minnen; Was jauchzet der brausende Glodenton, Was fünden die Blumen und Reiser? Jung- Deutschlands Gruß dem Zollernsohn, Dent zweiten Wilhelm, dem Kaiser! Die Herren Wildenbruch und Lauff sollten gegen den Direktor der Anstalt wegen unlauteren Wettbewerbs flagen. Was soll aus diefen Dichtern werden, wenn ihnen so fünstlich eine Schleuder fonkurrenz herangezüchtet wird, der auch die widerstandsfähigsten Hohenzollernpoeten schließlich erliegen müssen. ! Ausland. Das Komplott gegen den Kaffationehof gescheitert? Paris, 13. Januar. Auch die neuesten Machenschaften der Fälscherbande sind vor läufig zu fchanden geworden. Selbst die Deputirten tammer hat deutlich, wenn auch indirett, das Gefühl des Etels tumbgegeben ob der ebenso schmutzigen wie grotesken Mittelchen, mit benen bas Komplott gegen bie Kriminalfammer des Stasſationshofes zusammengebraut wurde. umzug. Belgien. Italien. Rom, den 12. Januar.( Eig. Ber.) Am Vorabend der Niederlage von Andorra erklärte die Regierung amtlich, die schlimmen Nachrichten aus Afrika entbehrten jeder Begründung. In der Kolonie Erythrea herrsche die vollständigste Ruhe. Tags darauf wurden tausende italienischer Soldaten von den Negern Menelik's abgeschlachtet. an Heute ist es dasselbe Spiel. Die Regierung läßt amtlich verbreiten, alle Nachrichten von Gefechten in Afrika, von Truppen- Einschiffungen nach Afrika seien ganz falsch, stellt es in Abrede, daß Hauptmann Ciccodiala aus Afrita ein Telegramm geschickt habe mit dem Wortlaut:" Ich habe Gründe, der Ehrlichkeit Menelik's zu zweifeln." Und trotzdem ist es absolut sicher, daß die Schifffahrts Gesellschaften von der Regierung Auf trag erhalten haben, Schiffe für den Transport Truppen nach Afrita bereit zu machen. Und wie verlautet, sollen die Truppen, um die öffentliche Meinung nicht zu beunruhigen, nicht in Neapel, wo das mehr auffällt, sondern in irgend einem Hafen Siziliens eingeschifft werden. von Die Leser des Vorwärts" erinnern sich des Zwischenfalls in der Kammer, anläßlich der Weigerung des Obersten Crotti, sich über das Benehmen der Offiziere während des Mai- Aufstandes in Mailand zu äußern. General Belloug und der Abgeordnete Bissolati geriethen heftig aneinander. Der General und Ministerpräsident gab damals Bissolati ein schroffes Dementi, wofür ihm dieser nach Gebühr antwortete. Jezt veröffentlicht die" Gazzetta del Popolo"( Boltszeitung) von Turin ein Interview mit Oberst Crotti. In diesem Interview bestätigt der Oberst Alles, was Biffolati gesagt hat! Frankreich. Denn es war, wie die gestrige Debatte gezeigt hat, ein Komplott. D. de Beaurepaire ist blos dessen verantwortlicher Felix der Liebenswürdige. Herr Faure, der Lederfabrikant Herausgeber. Mit ihm unter einer Dede spielten Cavaignac, und lederne Präsident der franzöfifchen Republit, ergeht sich in der vor keiner Infamie mehr zurückscheut, um mit der Fälscherbande allerlei Liebenswürdigkeiten gegen die deutsche Monarchenfamilie. feinen eigenen Stuf, feine politische Zukunft zu retten, und namentlich Jetzt hat er der Kaiserin Friedrich für ihre Durchreise durch FrankBurlinden, der Militärgouverneur von Baris, der nach wie vor reich seinen eigenen Salonwagen angeboten. ungestraft bei jeder Gelegenheit der Zivilgewalt und sogar seinem Chef, dem Kriegsminister, Troz bieten darf. Das Werkzeug des Komplotts aber war der Gendarmen Hauptmannerqué, der Wächter des Obersten Picquart während dessen Aufenthalts im Wartezimmer des Raffationshofes. Dieser Gendarm hatte den Auftrag wie Camille Belletan mit Entrüftung in der Rammer konstatirte den obersten Gerichtshof zu überwachen, zu bespizeln im Dienste der prätorianischen Nebenregierung! Er lieferte jedes Mal einen diensteifrig zugeftugten Spigelbericht, wie er jede harmlose Kleinigkeit aufbauschte, sich über den höflichen Umgang ber Staffationsräthe mit Bicquart baß entrüstend. Der Inhalt seiner vertraulichen" Berichte fand dann, in einigen Buntten gefällt, den nicht mehr ungewöhnlichen Weg aus Burlinden's Kanzlei in die Generalstabspresse und die Berichte felbft gelangten zur Kenntniß Cabaignac's.... Da die russische Freundschaft den Franzosen nichts nügt und die englische Feindschaft gefährliche dräut, suchen die Franzosen sich mit dem deutschen Gegner besser zu stellen. Daher die Aufmerksamfeiten des Herrn Felix Faure trop alles chauvinistischen Rummels der Déroulède und der Generalstäbler. " Ferner wird aus Madrid gemeldet, die Amerikaner hätten die Spanier ersucht, ihre Truppen noch nicht von der Insel Mindanao zurückzuziehen, um zu verhindern, daß vor der Ankunft der Amerikaner ein Aufstand auf dieser Insel ausbricht. Uebrigens ist in letzter Zeit mehrfach in englischen und amerikanischen Blättern behauptet worden, daß die auf den Philippinen lebenden Deutschen mit den dortigen Eingeborenen gegen die Vereinigten Staaten gemeinsame Sache machten, wie auch die deutsche Regierung selbst beschuldigt worden ist, auf den Philippinen im Trüben zu fischen und den Amerikanern Schwierigkeiten zu machen. Kölnische Zeitung" wendet sich scharf gegen diese Angriffe. Sie schreibt: Wir müssen immer wieder mit aller Schärfe betonen, daß Deutschland nichts ferner liegt, als fich an dem Feuer herd der Philippinen, auf dem augenblicklich die Flammen wieder so gefährlich fladern, auch noch die Finger Es wird sich hüten, dieselbe Unklugu verbrennen. heit wie die Amerikaner zu begehen, die die Philippiner einfach als gänzlich unzivilifirte Wilde unterdrüden zu können glaubten. Aber auch die andere Möglichkeit, die darauf hinausliefe, den Amerikanern durch Unterstützung der Tagalen möglichst viel Schwierigkeiten zu bereiten, ist völlig ausgeschlossen. Einmal entspricht eine solche perfide Handlungsweise nicht den Gepflogenheiten der deutschen Regierung, bie mit offenem Visir zu fämpfen pflegt, und andererseits würde sie nur die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten verschlechtern, was in Anbetracht des Umstandes, daß unsere Ausfuhrindustrie auf den amerikanischen Martt angewiesen ist, unglaublich thöricht wäre." Parlamentarisches. Reichstags- Dispositionen. Am Montag ist keine Sigung. Dienstag beginnt die zweite Berathung des Etats. Für Mittwoch ist der erste Schwerinstag in Aussicht genommen. Die Frattionen haben nach ihrer Stärke das Vorrecht bei Behandlung der Initiativanträge. Das Zentrum hat daher den Vorrang und wird den Antrag auf Aufhebung des Jesuitengefeges borschlagen. Die Konservativen schließen sich an mit ihrem einzigen InitiativAntrag betreffend die Bestrafung der Veröffentlichung von Geheimnissen. Eine Ehrenpflicht für das deutsche Volk. Auch das Jahr 1899 ist ein Gedentjahr- es erinnert uns an die große 8eit bor 50 Jahren an die Voltserhebungen des Jahres 1849. Im Vordergrunde steht die Geschichte des badischen Landes mit dem ruhmreichen Aufstand seines Volkes unter der Fahne der Republit. Die badische Revolution des Jahres 1849 brachte jene denkwürdige Erscheinung, daß Das Ende der Revifionsenquete soll dem Watin" zufolge bie revolutionäre Bürger- und Bauernschaft und das fürstliche Heer nahe bevorstehen, nur noch die Zeugenaussage Esterhazy's zu einem Aufgebot des Boltes zu einer Freiheitsarmee sich vers steht aus. Dieser wird aber voraussichtlich der Tapferkeit befieren bündeten. Für Freiheit und Gleichheit, für Wohlfahrt und Recht Theil, die Vorsicht, wählen und nicht nach Paris tommen. Die zogen sie das Schwert. Sie sollten die heiß erstrittenen Forde striminaltammer werde erklären, es sei thatsächlich Verrath geübt rungen, für welche das deutsche Volt geglüht, gelitten und gekämpft worden, es bestehe jedoch kein Beweis für die Schuld Dreyfus', hatte, von Voltes wegen zum Staatsgefeß machen. Die ba bas Bordereau nicht von ihm herrühre. Dreyfus folle vor ein badischen Freischaaren wollten die Borhut sein im Kampf gegen neues Kriegsgericht gestellt werden. Wie aus den jüngsten Briefen Feigheit und Verrath, welche das Bolt um die Früchte des herrlichen Dreyfus' hervorgeht, scheint er der Ansicht zu sein, die Revision fei Sieges von 1848 betrügen wollten. auf die Initiative des Generalstabes zurückzuführen, und dankt Aus der badischen Volkserhebung entstand die VoltsDie Umwerthung aller Begriffe, die anarchische Verwirrung Boisdeffre und seinen Kameraden. Beaurepaire erklärt im Echo regierung und die republitanische Selbstverwalaller gesetzlichen Kompetenzkreise hat einen solchen Grad erreicht, daß de Paris", seine Enthüllungen" hätten verhindert, daß die tung. Nicht auf lange: Der Nordsturm vernichtete bald die das Spigelwort eines Gendarmen gegen die Mitglieder des obersten Kriminalfammer die Unschuld Dreyfus' proflamirte, welcher mmmehr Blüthe des hoffnungsvollen badischen Boltsfrühlings. Das Söldner Gerichts auf der Kammertribüne ausgespielt werden konnte! Selbst vor ein neues Kriegsgericht berwiesen werden müsse. heer der Kontre- Revolution brach ins Land und überwältigte das Justizminister Lebret, eine dem Militärklüngel ergebene Kreatur, Der in der Dreyfus- Affäre vielgenannte ehemalige deutsche Seer der Freischaaren, so muthig und so ruhmreich sie sich in scheint immerhin etwelche Strupel empfunden zu haben, den Militärattaché in Paris, Oberst von Schwarztoppen, foll blutiger Feldschlacht schlugen. Gendarmenbericht zu verlesen. Er mußte das aber schließlich thun, einem Verliner Telegramm des„ Neuen Wiener Journ." zufolge Der letzte Hort der badischen Revolution war die einstige um den patriotischen Sturm der generalstäblerischen Abgeordneten gegenüber österreichischen Offizieren, die zum Jubiläum des Kaiser Bundesveste ta statt, deren heldenhafte Vertheidigung dem Zorne zu beschwichtigen. Uebrigens desto schlimmer für die Hintermänner Franz Grenadier- Regiments in Berlin weilten, geäußert haben: der Belagerer widerstand, als schon landauf landab der Feind siegWir haben offiziös die Erklärung abgegeben, daß wir mit Dreyfus reich war. Wetter mußte der Justizminister in allem Ernste der Bolts- absolut niemals etwas zu thun hatten. Ich habe in Und diese Helden von Rastatt, die unbesiegt die Thore der bertretung umständlich erzählen, daß auch die Generäle Roget und der ganzen Angelegenheit nichts weiter zu sagen. Sie erweisen Festung erschlossen, mußten ihre Tapferkeit mit langer Sterlerhaft Billot mit Grog bewirthet wurden, daß die Kassationsräthe auch die sowohl mir als Ihren Kollegen einen großen Dienst, wenn Sie dies oder mit dem Tode büßen. In den Augusttagen des Jahres 1849 Generalstabszeugen um jebe Einmischung Dritter zu vermeiden ausdrücklich feststellen." wurden die hochherzigsten der Bertheidiger von Rastatt durch die persönlich und höflich aus dem Warteraum abholten oder sie mit Bebauern" fortschickten, wenn das Verhör anderer Zeugen länger, Beaurepaire und der Grog. Der Schlud Num mit Waffer, Rugeln des standrechtlichen Blutgerichts der Preußen in den Gräben als vorausgesehen war, dauerte, daß Picquart auch vom Wächter den die Richter der Kriminalkammer Picquart während seines der Festung niedergeftredt. Serqué, auf Befehl Burlinden's selbst, mit„ Oberst" angeredet Berhörs zur Verfügung stellten, hatte es bekanntlich dem ehemaligen wurde und ähnliche hochwichtige Dinge mehr.. Staatsanwalt Beaurepaire angethan. Er fühlte ob dieser Die Philosophie" der gestrigen Auftritte wurde, wie Belletan zuvorkommenden Behandlung eines Gefangenen sein staatsanwalt treffend fagte, vom Monarchisten Baudry d'Affon zum Ausdrud ge- liches Gewissen beunruhigt, ging hin, bezichtigte feine Kollegen der bracht. Diefer Staatsstreichsschwärmer verlangte buchstäblich! Parteilichkeit und rettete fo bie Ghre der Justiz. die Verweisung des Kaffationshofes vor ein Kriegsgericht" und 28ie geeignet gerade Beaurepaire war, die Rolle des getränkten forderte die Regierung auf, falls fie den Willen der Prätorianer Gewiffens zu spielen, zeigt die sehr intereffante Erzählung eines in der Dreyfus- Sache nicht thun fönne, der französischen Monarchie Mitarbeiters ber" Aurore". Er schreibt: Platz zu machen" Der Bonapartist Cassagnac hatte vorher unter dem Beifall sämmtlicher Nationalisten mit dem kommenden Retter" gedroht. des Gendarmen! In feber anderen Lage wären diese staatsstreichlerischen Ausfälle um eines Glases Grog und einiger höflicher Hutschwenkungen willen nur bei Tollhänslern möglich. Jetzt aber mußte der Ministerpräsident Dupuy mit tragischem Ernst die nationale Armee" davor verwahren, sich zum Werkzeug eines Staatsstreichs hergeben zu wollen. Den permanenten Staatsstreich des Militärtlüngels sieht der feige Negierungschef der Republik nicht... " die um die Niederlage der Revolution trauernden Orte, deren Pflege Die Ruhestätten dieser Blutzeugen der deutschen Freiheit waren bisher einem Komitee von Mitgliedern der demo ratischen und der sozialdemokratischen Partet oblag. Bor Jahresfrist forderte diefes in einem Aufruf zur Sammung für ein bescheidenes Dentmal auf, das auf dem alten Friedhofe zu Rastatt errichtet werden soll, wo die Ueberreste der standrechtlich ermordeten Freiheitskämpfer in einem großen, Am 9. Februar 1890 traf der junge Herzog von Orleans eingefriedigten Todesgarten, einem Sammel- Seldengrab insgeheim in Paris ein. Der Polizeifommiffar Clément erhielt von ruhen. Der Aufruf erzielte bis heute nicht den gewünschten Erfolg; der Staatsanwaltschaft Befehl, ihn festzunehmen. Der Prinz wurde Abends in der Equipage des Präfekten nach der Conciergerie geführt namentlich täuschte man sich über die Betheiligung der an der Sammlung. Es mußten und dort untergebracht. Seine Hoheit" erschien Tags darauf im bürgerlichen Kreise Kabinet des Staatsanwalts der Republik Banaston. Der General- mindestens 3000 Mart zusammenkommen, um im August Staatsanwalt war auch zugegen. Es war nicht nöthig, dieses Jahres einen würdigen Denkstein zu setzen aber er hatte dem Berhöre Monseigneurs" beiwohnen wollen, und einen Fonds zu gründen, aus dessen Zinsen die Unterum dem herzog" mitzutheilen, daß er vor dem Polizeigerichte haltung der Grabstätte bestritten werden kann. Bis jetzt eine Vertagung verlangen tonnte. Dann ließ er stehen taum 1000 Mart zur Verfügung. den erlauchten Gefangenen" auf verschiedenen Umwegen, Wir wenden uns deshalb an die sozialdemokratischen statt durch die Treppe des Polizeigefängnisses in das Kabineti Parteigenoffen und überhaupt an alle ehrlichen. des Attuars der 8. Kammer geleiten. Dort wartete Mon- Freunde der Freiheit mit der Bitte, ihre Verehrung für feigneur", bis die Gerichtssigung eröffnet wurde, in der er nur einen Sie große revolutionäre Bewegung des Jahres 1849 und die Opfer Man erinnert sich des berühmten Prozesses Moineau. Moineau Augenblick erschien und die Bertagung erlangte. Er wurde nach der des badischen Aufstandes, die uns ein so erhebendes Beispiel von Offizier und Anarchist! ein Mann von edelstem Charakter, legte, Conciergerie zurückgeführt, die er dant den zarteften Aufmert Freiheitsliebe und Todesverachtung gegeben haben, dadurch zu bes uni die Aufmerksamkeit der regierenden Klassen auf die anarchistischen famkeiten ganz verwandelt fand. In der Zelle des Herzogs" stand funden, daß sie ihr Scherflein zum Grabbentmal für die Theorien zu lenken, in Lüttich eine Bombe nieder. Der Präsident ein weiß lackirtes Bett Louis XIV., zwei Rohrstühle, ein Tisch und der Helden von Rastatt beitragen. der Assisen sagte mit Recht: Moineau, Sie wollten eine große Lehnfeffel der Königin Marie Antoinette. Was würden die Wände ermoralische Wirkung hervorbringen, und was Sie vollbracht haben, zählen, wenn sie reden könnten! In diesem reizenden Gemache wurden war mir eine kleine materielle Wirkung." Moineau wurde dem Schützlinge des Generalprokurators die feinsten Soupers 25 Jahren Galeerenstrafe verurtheilt. servirt: teine Grogs, wohl aber soles à la Joinville, à la Bei ihrem Eintritt in das Parlament forderte die sozialdemo- Montpensier, à la Montespan löften bie filets à la d'Orléans, fratische Partei Amne ftie für alle politischen Verurtheilten. Aber à l'Etendard oder bie Poulardes à la Henry IV. ab, das Alles in die reaktionäre Majorität wollte natürlich diesen Weg nicht betreten. einem filbernen Tafelservice mit dem Wappen des Herzogs. Den Nun ist eine bedeutende Bewegung zu Gunsten der Amestie Glanzpunkt seiner Leistungen verlegte aber der Generalentstanden. Ueberall, in Brüssel, Lüttich 2c. werden Meetings ab- Staatsanwalt auf den Gerichtstag. Den Saal füllte der Adel gehalten. Und Emil Bandervelde hat sich bereit erklärt, zu des Faubourg Saint- Germain, der gekommen war, um seinem König Gunsten Moineau's sein Mandat aufzugeben. Das heißt, Moineau guzujubeln. Statt des Throns harrte leider die Anklagebant bes ist unwählbar und, sobald die Kammer die erfolgte Wahl tajjirt haben wird, kann Vandervelde wieder kandidiren. Es handelt sich um eine Demonstration. Und bis weit hinein in die bürgerlichen und katholischen Kreise ist Stimmung für dieses Vorgehen. Mandatsniederlegung des Genoffen Vandervelde zu Gunsten des Anarchisten Moineau. Defterreich- Ungarn. Bu Mitte Januar 1899. Drees bach, Mitglied des Reichstags, Mannheim. Ged, Mitglied des Reichstags, Offenburg. Luz, Apotheker, Baden- Baden. Franz Peter, Kaufmann, Achern. Dr. Richter, Stadtrath, Pforzheim. Alle sozialdemokratischen Blätter und auch solche Organe der bürgerlichen Demokratie, die sich der alten Ideale" noch nicht schämen, werben um Abdruck dieses Aufrufs gebeten, Parket- Nachrichten. " Seinen 89. Geburtstag feierte am 14. Januar in Aschaffen Herzogs von Orléans. Da ließ der P. G.( Procureur Général) burg der Drechslermeister Michel Müller aus Marburg, der Sohn des Grafen von Paris, der nach Frankreich gekommen ältestes Mitglied sein dürfte. In feinen jungen Jahren war er eins einen Stuhl für den Beschuldigten herbeibringen. Und so durfte der unserer Partei feit deren Gründung angehört und nun wohl ihr war, um aus der Soldatenschüssel zu effen", sich bequem zwischen der eifrigsten Mitglieder der Gesellschaft der Lichtfreunde", die das zwei gut gefämmten, schmucken, für die Gelegenheit auserforenen mals in Marburg die Anhänger des demokratischen Gedankens ver Bolizisten im Gerichtsjaale niederlassen. Dieser Generalprokurator einte, wie er denn von jeher tren für die Jdeale der Freiheit und wollte fich Monseigneur für eine mögliche 8utunft geneigt Gerechtigkeit gewirkt hat. Möge der greise Mittämpfer noch lange machen. Sein Name ist bedeutsam genug: er hieß Quesnay unter uns weilen und ihm die geistige und törperliche Rüftigkeit, beren er sich jest erfreut, bis zu seinem Lebensende beschieben fein h Wien, 14. Januar. Beim Wiederzusammentritt des Reichsrathes wollen die deutschen Abgeordneten die schärffte Obside Beaurepaire." Uever den Stand der schwedischen Sozialdemokratie im Jahre 1898 wird uns geschrieben: Trotzdem die Agitation durch die langgestreckte Form des Landes, wo die Fabrikorte weit von einander verstreut liegen— braucht man doch von Stockholur bis zum Grubendistrikt Nordberg mit der Bahn L Tage l— Luszcrst erschwert ist und trotzdem nur wenig Arbeiter das Wahlrecht besitzen— im Reichstage haben wir nur einen Ver- treter, Hjalmar Granting— so ist dennoch ein ständiger Fortschritt der Parteibewegung zu beobachten, Ende 1897 zahlte die Partei 27 136 Mitglieder, Mitte 1898 aber schon 3282S; sie hat also m dem einen halben Jahre um rund 67(X1 Mitglieder zugenommen. Seit 1894 hat sich die Mitgliederzahl etwa verdoppelt. Die Partei besitzt an mehreren Orten eigene Versamm- lungshäuser, so in Malmö(mit Restauration, Festsaal und Bureau, Druckerei), in Göteborg(noch im Umbau), in G r a u g e l b e r g in den Grubendistrikten, in Stockholm(im Bau befindlich, ein sechsstöckiges Gebäude mit lauter Vereins- und Versammlungslokalen, Bureaus für die Vereine und die Redaktion be§_ Parteiblattes, ferner 2 Säle für 100 Personen. 2 für 200, 1 für 450 und 1 für 1100, endlich die Setzerei und Druckerei; das Gebäude wird etwa Vj Million Kronen kosten). Ferner besitzt die Partei an einigen Plätzen Volksparks, bestimmt zu Sommer belustigungen und Versammlungen, so inMalmö, Heising- borg, Landskrona, Lund. Ast ad und Eskilstuna. In vielen Theilen Schwedens sind die Wälder Privatbesitz und ihre Be- sitzer verweigern den Arbeitern den Eintritt; deshalb hat sich die Partei eigene Parks geschaffen. Die Parteipresse besteht aus 2 Tages- und 2 Wochenblättern. In Stockholm erscheint das Hauptblatt„Social-Demo- c r a t c n" seit 1886, m Malmü das Blatt„ A r b e t e t" seit 1837, das in der Provinz eine große Verbreitung hat; in G ö t e borg:„NhTid"(„Neue Zeit"), und in Stockholm noch „Folkebladet"(besonders für das Land berechnet). Letztere beide sind Wochenblätter. . In Italien hatte die Reaktion während und nach den Mai- Ereignissen im vorigen Jahre fast alle Preßorgane der Arbeiterschaft unterdrückt. Nach und nach werden diese Blätter aber ivieder neu- gegründet. So ist das T u r i n e r Partei-Organ„Crido del Popolo", schon seit Langem wieder erstanden und jetzt wird, wie uns mit- getheilt wird, auch das„Echo der Arbeiter"(Eco dei Lavoratori) in Padua wieder erscheinen. Volizeiltches» Gerichkliches u. s. w. — Die„Münchner Post" hatte im Juni v. I. ein satirisches Konterfei des ultramontanen Reichs- und Landtags-Abgeordncteu Domvikars Dr. P i ch l e r gebracht und dazu einen Artikel, über- schrieben:_„Ein zentralpatriotischer Mustermann," veröffentlicht, worin erzählt war, daß Pichler sich in Niederbaycrn mit den Bauernbündler„umeinandergeraust" habe. Die hungeniden Ar- beiter verweise der sanfte Knabe auf den Trost der Religion, aus die Sozialdemokratie schimpfe er wie ein Rohrspatz. Zum Schlüsse hieß es:„Das ist also ein politisirender, singender und hie und da raufender Geistlicher, ein Mann der gewechselten An- schauung." Dr. P i ch I e r erhob gegen den Redakteur Adolf Müller Klage vor dem Schöffengericht. Das llrtheil lautete auf 50 M. Goldstrafe oder 10 Tage Gefängnih. Das Gericht hielt es nicht für erwiesen, daß Dr. Pichler gerauft habe, erkannte dem Redakteur Müller aber den Schutz des§ 193 zu, weil es sich um die Abwehr der Angriffe eines politischen Gegners gehandelt habe, der die sozialdemokratische Partei mit großer Energie und Heftigkeit be- fehdete. konnte am Die Berliner GeiVvrKTikMfJ l iitzes. Berlin und Umgegend. Die Organisation der dentschen Maurer 13. d. M. auf eine 30jährige Thätigkcit zurückblicken. und die umliegenden Zahlstellen des Zentral- Verbandes der Maurer veranstalteten am Abend des genannten Tages eine recht gelungene, würdige Gedenkfeier, die in dem festlich geschmückten Keller'schen Saal in der Koppenstraße abgehalten wurde. In großer Zahl waren die Verbandsmitglieder von Berlin und Umgegend zur Feier erschienen, weiter entfernte Orte hatten Deputationen gesandt, unter anderen waren vertreten: Bredow in Pommern, Luckenwalde, Stettin, Spandau, Potsdam, Nowawes, Eilenburg, Adlershof, Ofchers- leben, Halberftadt, Hamburg, Hannover. Von 50 Zahlstellen waren Begrüßungstelegramme eingegangen.— Zur Feier des Tages wurde ein reichhaltiges Programm geboten. Die Festrede hielt der Verbandsvorsitzende Bömelburg ans Hamburg, der einen Rück- blick auf die Vergangenheit der Organisation warf. Er schilderte in anschaulicher Weile die Kämpfe, welche dieselbe seit ihrem Bestehen hat durchmachen müssen, er gedachte der Kämpfer, welche schwere Opfer für die Bewegung der Maurer gebracht haben und schloß mit dem Ausdruck froher Zuversicht fiir das fernere Wachsen und Gedeihen der Bewegung und der Organisation der deutschen Maurer.— Einige ältere Mitglieder, die seit dem Be- stehen der Organisation für dieselbe gewirkt haben, waren aus Hamburg, Hannover, Halberstadt und anderen Orten erschienen. Diese Veteranen der Bewegung richteten an die Festtheilnchmer kernige, von echt proletarischem Geist von echt proletarischem Geist durchwehte Ansprachen.— Der rednerische Theil der Feier klang in einem von dem Berliner Vorsitzenden D ä h n e ausgebrachten Hoch auf die Arbeiterbewegung und die Organisation der deutschen Maurer aus.— Der vom Zentralverband herausgegebenen Jubiläumsschrift folgend, heben wir nachstehend die wichtigsten Daten aus der Geschichte der Maurerorganisafton hervor: Am 13. Januar 1869 wurde in Berlin eine Zentralorganisafton: der„A l l- gemeine deutsche Maurer-Verein" gegründet. Der Anfang schien wenig versprechend, denn die meisten Maurer, soweit sie überhaupt Sinn für Organisatton hatten, hielten zu Hirsch- Duncker oder sie waren Zünstler. Am 19. Juli 1869 hatte der Verein in Berlin schon 2700 Mitglieder. An demselben Tage beschloß eine von 4000 Maurern besuchte Versammlung einen Streik. Es wurde die llstündige Arbeitszeit und 1 Thaler Lohn ge- fordert. Am 16. August war der Streik siegreich beendet. Auf der zweiten Generalversammlung des Vereins, die am 12. Januar 1870 in Berlin stattfand, waren 4279 Mitglieder durch 19 Delegirte vertreten. Während des französischen Krieges ging die Mitgliederzahl zurück. Bald erholte sich der Verein wieder und am 13. Mai 1871 beschlossen 5000 Maurer in Berlin, die zehnstündige Arbeitszeit zu fordern. Wegen dieser Forderung begann am 16. Juli der Streik, der am 27. August mit einem fast vollständigen Siege endete. Im Frühjahr 1872 wurde ein Klub der Putzer gegründet, der sich dem Allg. Deuffchen Maurer- Verein anschloß. Der Putzerklub erstrebte Ostiindige Arbeitszeit und einheitliche Akkordlöhne, er griff auch in den, späteren Lohnkmnpfen der Maurer thatkräftig mit ein.— 1872 hatte der Verein 5307 Mitglieder in 20 Orten, davon in Berlin 3216 Maurer, 800 Putzer. 90 Dachdecker. 1873 waren auf der Generalversammlung 9889 Mitglieder aus 36 Orten durch 33 Delegirte vertreten. Der Verein nahm damals den Namen: Allgemeiner deutscher Maurer- und Steinhauer-Verein" an. Hiermit hatte die Organisatton ihren Höhepunkt erreicht. Es kam die Aera Tessendorf, jene Zeit, wo Polizei und Gerichte alle Arbeiterorganisationen, die sozialdemokraftsche Ideen propagirten, verfolgten und unter- drückten. 1874 wurde der Verein in Berlin und vielen anderen Orten gerichtlich geschlossen. Die Leitung war schon vorher nach Hamburg verlegt worden. Daselbst erfolgte rm Winter desselben Jahres eine Neugründung unter dem Namen:„Allgemeiner deutscher Maurer- und Steinhauer- Bund". Erneute Verfolgungen und ein allgemeiner Rückgang der Bauthätigkeit ließen die Organisatton jedoch nicht mehr zur Blüthe kommen. Das Sozialistengesetz konnte an der Maurer organisatton keine zerstörende Wirkung mehr ausüben, denn der Bund war schon vorher tn voller Auflösung.— Im Jahre 1881, als die polizeilichen Verfolgungen ein wenig nachließen, swurde in Berlin am 12. Juni der Verein zur Wahrung d e r I n t er e s s e n der Maurer Berlins und Umgegend, und am 31. Juli der Faähverein der Putzer gegründet.— Auf einem 1884 zu Berlin abgehaltenen Kongreß wurde aufs Neue der Zusammenschluß der Maurer Deutsch lands angebahnt, und eine Zentralisation geschaffen, aus der dann im Jahre 1891 der jetzige„Zentralverband der Maurer Deutschlands" hervorgegangen ist. Für die Weber in Krefeld gingen bei der Berliner GeWerk schasts-Kommission folgende Beiträge ein: Stockarbeiter Berlins(2 Listen) 22,20 M. Handelshilfsarbeiter BerIins!(Lokal) 1. Rate 60,—. Verein der Berlmer Jungbierfahrer 4,50. Verein der Bauanschläger Berlins 60,—. Tischlerei Raabe, Manteuffelstr. 15 4,40. Von Mitgliedern in der Uniondruckerei 6,—. Spezialist Oesterle 1,50. Werkabtheilung„Nattonal-Zeitung" 10,10. Gasmesser II 7,55. Zentralverband der Bauarbeiter, Zahlstelle Berlin I 30,—. Ueberschuß vom Herrenabend der Zahlstelle Berlin I vom Zentralverein der Bauarbeiter 10,—. Buchdruckerei Liebheit u. Thiesen 6,10. Möbelfabrik von Equitz 10,90. Buchdruckerei M. Schrinner d. Jckert 6.—. Zentralverband der Töpfer, Filiale Berlin, 100,—. Tischlerei König, Dieffenbachstr. 35, 10,—. Buch» druckerci Gebr. Unger 8,65. Buchdruckerei L. Schumacher, 1. Rate, 8,30. Zentralverband der Maurer, Zahlstelle Weißensee, 10,—. Srithjof d. M. 100,—. Tischlerei O. Weinland, Fruchtstr. 25, 13,—. eburtstagsfeier Lindowerstr. 25, 3,—. Handelshilfsarbeiter Berlins (Lokal) 2. Rate 50,—. Machetes 5,—. Sanges-Echo, Naunhnstraße, 10,—. Tischlerei Metfch u. Klein 5,55. Gesangverein Südost II. 3,—. Rauchklub„Collegia", Mitglied des Arb.-Raucherbundes, 7,50. Verband deutscher Gastwirthsgehilfen II. 30,—. Möbeltischlerei Stein 6,35, Sozialdemokratischer Arbeiterverein Weißensee 100,—. Spielverein Hoffmann 3,60. Verband der Bau-, Erd- und gcwerb- lichen Hilfsarbeiter, Berlin II, 30,—. A. R. Bund 50,—. E. H., Silberwaarcnfabr. d. O. Schmidt 7,65. M. Hamm, Lübeckerstraße, 1,—. Rauchklub„Virginia" 5,—. Vom Streikfonds der Maurer in Groß- Lichterfelde und Umgegend 100,—. Arbeiter der Schuhfabrik von Fürstenheim u. Ko. 16,—. Weitere Beiträge nimmt im Berliner Gewerkschaftsbureau Rud. Millarg, Annenstr. 16, I entgegen. Geöffnet Wochentags von 9—1 und 6—8 Uhr. Deutsches Reich. Der allgemeine Gewcrkschafts-Kongrest soll von der General- kommission der Gewerkschaften im Mai d. I. nach Frankfurt a. M. einberufen werden. Ter Zcntralvcrbandider Töpfer hat seinen elften Verbandstag auf den 23. und 24. Mai d. I. nach Velten einberufen. Auf der Tagesordnung steht unter Anderem: Mißstände in den Betrieben der zur Organisatton gehörigen Branchen und Beschlußfassung über die Arbeitslosenunterstützung. Zur Lohnbewegung der Krcfelder Weber. Der Elberfelder „Freien Presse" wird aus Krefeld geschrieben:„Die Fabrikanten wollen der Bürgerschaft glauben machen, die Sammetweber wären die reinen Krösuse. Allerlei Lohnauszüge werden gebraucht, der Handelskammerbericht mißbraucht und was der schönen Dinge mehr sind. Ja mit Zahlen läßt sich tüchtig streiten, mit Zahlen läßt sich Alles beweisen, man mutz sie nur zu gebrauchen verstehen. Die In- haber der Firma Ebeling hatten ihren Kollegen erklärt, bei ihnen hätte kein Arveiter unter 17 M. verdient. Um nun seinen Arbeitern zu beweisen, daß die Arbeiter von Ebeling u. Komp. im Unrecht sind, trug der Sammetfabrikant Fritz Leendertz dies dem Ausschuß vor. Herr Leendertz ist sonst ein sehr scharfer Rechner, aber diese An- gaben glaubte ihm der Ausschuß doch nicht. Sie setzten sich sofort mit dein Streikkomitee von Ebeling in Verbindung und dort wurde ihnen eine Liste von Arbeitern überreicht, welche nicht über 12 M. wöchentlich verdient haben, mit dem Be- merken, die Liste könne, wenn Herr Leendertz es wünsche, noch vergrößert werden. Der Ausschuß übermittelte die Liste dem Herrn Leendertz, welcher nun von dem Inhaber der Finna Ebeling Auf- klärung forderte. Diese Aufklärung ließ aber viel zu wünschen übrig; man wollte z. B. nun einige der Arbeiter als nicht vollwerthig an- gesehen haben, bei anderen swurden noch fadenscheinigere Gründe geltend gemacht. Alles in Allen: mutzte die Firma Ebeling zugeben, daß bei ihr sehr wenig verdient werde. Außerdem erklärte Herr Leendertz seinen Arbeitern gegenüber, für die letzteren Angaben des Herrn Flaskamp, Inhaber der Firma Ebeling, übernehme er keine Verantwortung. So steht's mit den Löhnen der Sammetweber. Herr Ebeling scheint demnach seinen Kollegen keinen richtigen Lohnauszug gemacht zu haben. Ein Gegenstück zu dem Lohnauszug der Firma Engländer, durch den be- kanntlich der Stoffweberstreik entstand." Der Streik ist nunmehr in vollem Umfange entbrannt. In sämintlichen mechanischen Sammetwebereicn, auch in denen mit ein- tägiger Kündigungsfrist, ist die Kündigung erfolgt, sodaß am Sonntag früh sämmtliche Sammetweber ausständig sein werden. In BrcSla» sind die Zigarren-Sortirer und Sortirerinnen der Finna Otto Deter wegen Lohndifferenzcn in den Ausstand getreten; betheiligt sind 19 Arbeiter und 21 Arbeiterinnen, zum großen Theil verheirathcte Personen. Zu einem ernstlichen Konflikt zwischen den Arbeitnehmer- Beisitzern und dem Gcwerbegerichts-Vorsitzenden kam es in der letzten Sitzung des E l b e r f e l d e r Gewerbegerichts. In der letzten Zeit kam es sehr häufig vor, daß die Urthcile ohne eine vorherige Berathung seitens des Gerichts gefällt wurden, trotzdem von den Arbeiterbeisitzeni Berathung gewünscht war und ohne daß zum Theil diese Beisitzer überhaupt gefragt worden waren. In der Sitzung am Freitag stellte nun ein Arbeitnehmcr-Beisitzer nach der öffent- lichen Verhandlung einer Sache den Antrag, dieselbe zur Berathung zu stellen. Als diesem Antrage nicht stattgegeben wurde, und als. ohne die Arbeiterbeisitzer gefragt zu haben, der Vorsitzende das llrtheil verkündete, verließen die Arbeitnehmer unter Protest den Sitzungssaal. Ein drakonisches Urtheil. welches schon wegen der Harmlofig- keit des ihm zu Grunde liegenden Vorganges in weiteren Kreisen Aufsehen erregen dürste, wurde von der 6. Straflammer des Dresdener Landgerichts unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Becker gefällt. Man verurtheilte einen Arbeiter, den Ziegelträger Schierz. wegen angeblicher Nöthigung und Nöthigungsversuchs zu der un- verständlich hohen Sttafe von sieben Monaten Gefängniß. Der Sachverhalt ist kurz folgender. Die Ziegelträger eines Neu- baues in Dohna waren mit dem Bauunternehmer in Lohndifferenzen gerathen, weshalb sie bis zur Ausgleichung derselben sofort die Arbeit niederlegten. Die Maurer des Baues waren darüber aber unwillig, weil sie wegen Mangels an Material infolge Arbeits- einstellung der Ziegelträger auch nicht sofort weiter arbeiten konnten. Es kam deshalb oben auf dem Gerüst zwischen ihnen und Schierz zu einer Auseinandersetzung. Während derselben machte einer der Maurer eine Bewegung mit der Hand, als wolle er einen Hammer nach Sch. werfen. DaS ärgerte Letzteren, er wurde grob und bedeutete dem Betteffenden, er solle den Hammer weglegen, sonst stürze er ihn(den Maurer) vom Gerüst hinunter. Am anderen Morgen waren andere Ziegelttäger zur Arbeit erschienen. Schierz. der sich nach der Sachlage erkundigen wollte, gab nun einem seiner unsolidarischen Kollegen den Rath, wenigstens so lange nicht zu ar- beiten, bis die erwähnten Differenzen erledigt wären, was ohne das Dazwischentteten der„Arbeitswilligen" wahrscheinlich sehr schnell geschehen wäre. Schierz bekam darauf zur Antwort:„Was gehen uns Eure Differenzen an." Darüber wurde er unwillig, und stieß dem Betreffenden wegen seiner Grobheit einige Ziegel von der Trage. Nach der Anklage stellt die erste auf dem Gerüst gethane Aeußerung eine versuchte Nöthigung, der andere Vorgang eine Nöthigung seitens Schierz dar. Für jeden Fall erkannte das Gericht auf vier Monate Gefängniß, was zusammengelegt die sieben Monate ergab. Nicht einmal die 16 tage Untersuchungshast rechnete man dem verurtheilte» an; auch wurde er wegen Fluchtverdachts sofort in Hast genommen. SS handelt sich hier um einen absolut harmlosen Borgang, wie sie schon wegen der notorisch derben AuSdruckSweise der Bauarbeiter auS den geringfügigsten Anläffen alltäglich vorkommen, ohne daß ein Mensch, der die Verhältnisse kennt, etwas Strafbares dann sieht. DaS bestätigten auch die als Zeugen erschienenen Beleidigten selbst. Sie haben sich weder an der Arbeit hindern noch „nöthigen" lassen, und diesen Vorgang nicht ernster genommen, als andere ähnliche. Die gelehrten Richter aber kehren sich nicht daran. Das Urtheil ist eins der unverständlichsten, dem Rechtsbewußtsein der niederen Volksschichten direst ins Gesicht schlagenden, was je in Dresden gefällt wurde. Sieben Monate Gefängniß für ein paar scharfe, unüberlegt gesprochene Worte l In Heiligenstadt im Eichsfeld erfolgte in der Bremer Zigarreufabrik ein allgemeiner Ausstand wegen Ablehnung einer Lohnforderung. Sämmtliche dortige Zigarrenfabriken, die ins- gesammt über tausend Arbeiter beschäftigten, erklärten ihre Solidarität mit dem betreffenden Fabrikanten. Ausland. Von den Londoner Dockarbeitern hatten eine kleine Zahl nach dem großen Streik der Dockarbeiter eine Organisation ge- gründet, die einen Gegendruck gegen die Gewerkvereine bilden sollte. Diese Vereinigung ist nun mit den Unternehmern in Differenzen gerathen, und ist bereits auf 7 Schiffen die Arbeit eingestellt. Die Differenzen entstanden wegen Lohnreduktion. Soziales. Arbciter-Risiko. Durch eine Kessel-Explosion wurden in der Schneidemühle von Markus Laaser in Tilsit drei Ar- beiter schwer und einer leicht verletzt. Der Kessel, der vollständig auseinandergerissen wurde, soll bereits 18—20 Jahre im Gebrauch gewesen sein. Die Anstellung von Tchnlärzten an den städtischen Bolls- schulen wurde in der B r e s l a u e r Stadtverordueten-Versammlung beantragt. Der Magistrat versprach, demnächst eine diesbezügliche Vorlage einbringen zu wollen. Aus der Textilindustrie. Man schreibt uns: Bisher wurden in L a u b a n und Umgegend leinene Taschentücher nur von Hand- webem hergestellt. Trotz der ohnehin schlechten Löhne hatte 1893 ein Fabrikant in einem anonymen Zirkular die Fabrikanten auf- gefordert, die Löhne zu beschränken, wobei er Klage darüber führte, daß die Weber zu leichte Tuche machten. Was geschieht nur dies Jahr, und vielleicht zum Glück für die Handweber? Es werden zur Herstellung leinener Tuche mechanische Webereien erbaut. Das städtische Arbeitsamt in Stuttgart hat eine lobenS- werthe Neuerung getroffen, indem es die Auszahlung der Unter st ützung für die reisenden Mitglieder des Metallarbeiter-Verbandes unentgeltlich übernommen hat. Die übrigen Gewerkschaften werden zu der Neuerung sofort Stellung nehnien. Es ist außer Zweifel, daß durch die Neuerung den Reisenden, den Gewerkschaften und dem Amt gedient ist. Die Reisenden haben alles beieinander, die Gewerkschasten sparen viel Zeit und Mühe und das Arbeitsamt gewinnt dadurch eine bessere Uebersicht über den Arbeitsmarkt. Münzprägung im Deutschen Reiche. In den deutschen für» W> Mark S i I b e r münzen, 58 Millionen Mark Nickelmünzen und 14 Millionen Mark Kupfer münzen. Von den einzelnen Gelds orten wurden geprägt: Doppel- krönen für 2781 Millionen Mark. Kronen für 697 Millionen, halbe Kronen 5.9 Millionen(22 Millionen sind wieder eingezogen worden), Fünfmarkstücke 102 Millionen, Zweimarkstücke 122 Millionen, Ein- Markstücke 189 Millionen, Fünfzigpfennigstücke 71 Millionen, Zwanzig- Pfennigstücke(Silber) 14 Millionen(21 Millionen wurden wieder eingezogen), Zwanzigpfennigstücke(Nickel) 6 Millionen, Zehnpfennia- stücke 35 Millionen, Fünfpfennigstücke 18 Millionen, Zweipfennigstücke 6 Millionen und Einpfennigstücke im Betrage von 7 Millionen Mark. Die Köllerei im dänisches Parlmevt. Kopenhagen, 14, Januar. In der heuttgen Budgetberathung des F o l k e t h i n g s interpellirte der Berichterstatter des Budget- ausschusses Christopher Hage über die Ausweisungen dänischer Staatsangehöriger auS NordschleSwig und über die Beziehungen Dänemarks zum Auslande. Der Minister des Auswärtigen R a y n erklärte, daß das Verhältniß zu allen Mächten ein freundschaftliches(I) sei und führte dann weiter aus: „In Angelegenheit der Ausweisungen aus Schleswig, welche auf uns alle einen schmerzlichen Eindruck gemacht haben, hatte die Regierung an die deutsche Regierung die Anfrage gerichtet, ob Deutschland be- absichtige, die Dänen in NordschleSwig, die gemäß dem Friedens- vertrage von 1864 für Dänemarl optirten, im größeren Umfange auszuweisen. Nach der auf diese Anfrage ertheilten Auskunft ist kein„Optant" ausgewiesen worden. Der Minister gab zum Schlüsse der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Ausweisungen der anderen Dänen aufhören werden, da ein gutes Verhälttiiß für beide Länder das Beste sei." Mit dieser matten, ministeriellen Erklärung dürften nur wenige Dänen einverstanden sein. Hoffentlich ersteht den Ausgewiesenen aus den Reihen der Abgeordneten noch ein besserer Vertheidiger. Uetzke Ltachtfchken und Vepeptzen. Krefeld, 14. Januar.(W.T.B.) Heute Abend legten in acht mechanischen Webereien die Sammetweber die Arbeit med?!. Die Zahl der Ausständigen beträgt rund 1500. Genf, 14. Januar.(B. H.) Der Maler B o t t e r von hier. welcher sich auf einer Studienreise in Abessynien befand, ist dort in einen Hinterhalt gelockt und ermordet worden. PariS, 14. Januar. Der KassationShof nahm heute Nachmittag die weitere Vernehmung Du Path de Elam'S vor. Wie es heißt, werde der Kassationshof sich am Dienstag über die Zustälidtgkeitsfrage in Sachen Picquart schlüssig machen.— Paris, 14. Januar.(B. H.) Alle Dreyfus- freundlichen und Dreyfus- feindlichen Blätter sind einig darin, zu erklären, daß Esterhazy gelogen hat, indem er behauptete, er sei von dem Oberst Sandherr beauftragt gewesen, sich mit Schwarzkoppen in Wer- bindung zu setzen. London, 14. Januar. Wie daS Reuter'sche Bureau erfährt, ist Rhades heute hier eingetroffen und zwar hauptsächlich zu dem Zweck, um einen Kredit von der Regierung im Betrage von zwei Millionen Pfund Sterling zum Ban einer Eisenbahn von Bulawayo nach dem Tanganyika zu erlangen. Rhades wird voraussichtlich sich nach Egypten'begeben, um die Herstellung einer Telegraphenliine von Sabal südwärts und den Transport des Materials hierfür über Egypten zu vereinbaren. Brüssel.(B. H.) In G i l l y stürzte in Folge de? SturmeS ein Haus ein. Dabei wurden zwei Personen gctödtet und drei Personen schwer verletzt. Petersburg, 14. Januar.(B. H.) Wie verlautet, steht der Rücktritt des Kriegsmini st ers Karopatkin bevor. Verantwortlicher Revatteur: Sluauft Jaeobey in Berlw. Für den JnserateMhetl verantwortlich: Tb.«lock« in Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin. Hierzu S Beilage» u. NnterhaltungSblatt. r. 13. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 15. Sanner 1899. Die Gewerbegerichtswahl in Köln Dasein. V = Auch eine Kunst. = in Bezug auf Arbeiterfürsorge, das Submissionswesen u. s. w. bietet Beleuchtung mit als Reparaturkosten berechnet worden sind. die Broschüre die Grundlage für die Agitation zu den Gemeinde- Aber trotz dieser ungewöhnlich hohen Reparaturkosten sind hat mit einem glänzenden Siege der Gewerkschaften, mit einer sind, zu empfehlen.fi on ih wahlen und ist daher allen Genossen, die auf diesem Gebiete thätig die Gaslaternen doch noch erheblich billiger als die Petroleumlaternen, von denen noch immer rund 1100 Stück in solchen Straßen berschweren Niederlage der Christlich Sozialen geendet. Die Liste der fechsundzwanzig Kandidaten der Gewerkschaften wurde mit einer Arbeiter Bildungsschule. In dieser Woche beginnen die In dieser Woche beginnen die wendet werden, wo wegen nicht beendeter Regulirung eine Legung Mehrheit von 3466 Stimmen gegen die Liste der vereinigten tatho- Unterrichtskurse für das 1. Quartal 1899, und zwar in der Annen- und Unterhaltung einer Petroleumlaterne stellen sich einschließlich von Gasröhren nicht erfolgen kannt. Die Kosten für die Bedienung lischen und evangelischen Arbeitervereine, der christlichen Berufsvereine straße 16, 1 Treppe. Morgen, Montag, den 16. d. M., und der Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine gewählt. Die Stimmen- Nationalökonomie( Haushalt und Konsum; Lohneinkommen der Reparaturausgaben auf 30,50 M. jährlich, die Kosten für das zahl der ersteren betrug 8212, die der letzteren 4746. Bei den und Lohnbildung; Zahlungswesen, Chet- und Ausgleichs- Verfahren; Betroleum auf 18,50 M., so daß die Petroleum- Beleuchtung der früheren Wahlen war das Berhältniß folgendermaßen: im Jahre 1892: Produktionskosten im Großbetrieb und gewerkschaftliche Aufgaben); ursacht. Für die Straßenlaternen wurden aus den städtischen AnStadt noch immer eine Gesammtausgabe von über 34 000 m. verGewerkschaften 2132, Chriftliche 859 Stimmen; im Jahre 1894: Vortragender: Schriftsteller Richard Calwer. Donnerstag, Gewerkschaften 2168, Christliche 1260 Stimmen; im Jahre 1896: den 19. d. W., Rede- lebung( Referate und Diskussionen über stalten 12 600 000 Stubikmeter Gas geliefert. Die mit dem Anzünden Gewerkschaften 4158, Christliche 3898 Stimmen. Von 1896 auf 1899 Themata aus dem wirthschaftlichen, sozialen und gewerkschaftlichen und Reinigen der Petroleumlaternen beschäftigten Anzünder haben haben die Gewerkschaften eine Zunahme von 4054 Stimmen; fie Leben); Vortragender: Rechtsanwalt Roth. Freitag, den Beschädigungen von Straßenlaternen und Kandelabern durch AnJn 717 Fällen famen je 46 bis 47 dieser Laternen zu bedienen. haben sich also fast verdoppelt. Die Christlichen dagegen zählen nur 20. d. M., Geschichte( Geschichte vom 16. Jahrhundert bis auf die Beschädigungen von Straßenlaternen und Kandelabern durch An848 Stimmen mehr, sind also sozusagen stehen geblieben. Jezztzeit, mit besonderer Berücksichtigung des geistigen Lebens); Vor- fahren 2c. vor und verursachten 1242 M. Reparaturkosten, wovon Das ist ein Ergebniß so glänzend, wie es die kühnste Phantaste tragender: Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner. Jeder Kurfus erſtedt nur etwa 14 pet. von den zum Ersatz verpflichteten Personen wieder nicht geträumt hat. Und nun muß man erst die Arbeit der Gegner fich auf 10 Abende von 9-1/ 211 Uhr. Die reichhaltige, im verflossenen cingezogen werden konnten. gesehen haben, muß ihre mächtigen Mittel fennen, muß wissen, wie Jahre durch bedeutende Anschaffungen vermehrte Bibliothek ist Der 25. Provinzial Landtag der Provinz Brandenburg schändlich man uns befämpfte. an diesen Abenden von 8-9 und in der Pause, gegen 10 Uhr, ist zum 29. Januar einberufen worden. Die meisten Provinzial Im Jahre 1892 war von Wahlagitation nichts zu merken; geöffnet. Ein reiches Zeitungs- und Zeitschriftenmaterial( gegen Landtage der Vorjahre hatten ja auch für uns Sozialdemo 1894 aber faßten die Ultramontanen den Beschluß. der auf- 100 Gremplare) aller Parteischattirungen liegen aus und bieten dem traten insoweit ein gewisses Intereffe, als Kaiser Wilhelm II. strebenden Arbeiterschaft die Size im Gewerbegericht zu entreißen. Besucher angenehme Unterhaltung. Der Mitgliedsbeitrag beträgt auf ihm verschiedene anti- sozialdemokratische Reden Daß sie uns 1896 so nahe auf den Leib gerückt waren der Unter- monatlich 25 Pf., das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus hielt. Vor zwei Jahren forderte der Kaiser die Anwesenden auf, schied betrug nur noch 260 Stimmen, und mehrere Gruppen gingen 1 m. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum un- uns von dieser Pest zu befreien, die unser Volt durchseucht." an die Chriftlichen verloren ließ fie meinen, nun sei die Beit ge- entgeltlichen Besuch frei.( Siehe Lehrplan im Inseratentheil.) Die Auch erklärte er mit erhobener Etimme, daß die Sozialdemokratie, kommen, die Ehre des rheinischen Nom zu retten. Die Losung hieß jenigen Parteigenofsinnen und Genossen, welche gewillt sind, sich in die es bei den letzten Wahlen auf 2113 073 Stimmen brachte( gegen auch für die Gewerbegerichtswahlen: Köln dem Klerus! Köln dem den vorgenannten Wissensgebieten mitzubilden, um dadurch der 1780 989 im Jahre 1893) aus gerottet werden müsse, bis auf Zentrum! Man ging daran, das bereits vorhandene System allgemeinen Arveiterbewegung zu nützen in den schweren wirth den legten Stumpf. Voriges Jahr verlief der Provinzialweiter auszubauen. Man gründete Berufsvereine mit dem im schaftlichen und ökonomischen Kämpfen, sind besonders eingeladen. Landtag, ohne daß der Kaiser eine Rede hielt. Statut ausgesprochenen Ziel: Gewerbegerichtswahlen im christlichen Wir wollen nicht verfäumen, auch auf das am 21. ds. Mts., Abends. Ein Fabrikjubiläum. Den Gedenktag ihres 25jährigen BeGinne! Diesem Entschluß verdanken der Verband christlicher 8 1hr, im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee, stattfindende stehens feierte fürzlich die Wäschefabrik von J. F., Schönhauser Allee. Maurer und der Berufsverein christlicher Gasthofsgehilfen ihr achte Stiftungsfest hinzuweisen. Hervorragende Künstler Einige Wochen vor dem denkwürdigen Tage reiste in den Köpfen Auch eine Anzahl Konventitel schoß gleich Pilzen in Mufit und Gesang werden das ihrige dazu beitrugen, den Be- einiger mit recht gutem Einkommen angestellter Kaufleute der Genach warmem Regen hervor: Fachsektionen, Redeklubs und dergleichen. fuchern einen hohen künstlerischen Genuß zu verschaffen. Genosse dante, dem Chef der Firma durch Ueberreichung eines Präfents die Vor allem aber verwandte man Fleiß und Lift auf den Apparat der Liebknecht wird die Festrede halten. Zu zahlreichem Besuch sei hier Verehrung des Personals ganz ergebenst zu Füßen zu legen. Vertrauensleute". Wie weit man es darin gebracht hat, geht daraus durch eingeladen.( Siche Inserat.) Der Reisende J. übernahm es, bei den zahlreichen Arhervor, daß an einer heimlichen Zusammenkunft dieser Art vor Freie Volksbühne. Die Generalversammlung des 3. Quartals beiterinnen der Fabrik Sammlungen für den gedachten cinigen Wochen etwa 120 Personen theilnahmen. Doch laffen wir findet am Donnerstag, den 26. Januar, Abends 8½ 11hr, in Cohn's Zweck vorzunehmen. Dabei überließ er es jedoch nicht dem fie selber erzählen. In einer Zuschrift an die Berliner„ Germania" Festsälen, Beuthstr. 20, statt. Die Tagesordnung wird in nächster Belieben der Spenderinnen, die Höhe des Beitrages, durch den sie findet sich folgende Stelle: Woche veröffentlicht. Eine Ordnersigung tagt am Mittwoch, den dem Chef ihre Verehrung ausdrücken wollten, selbst zu bestimmen, " Die Sozialdemokraten beanspruchen nämlich von vornherein 18. Januar, Abends 81, Uhr, beim Genossen Friz Zubeil, Linden- fondern er gab ihnen deutlich zu verstehen, daß er von jeder fämmtliche 26 Arbeiterbeisigerſtellen im Gewerbegericht für sichstraße 106. Das Erscheinen Aller ist nöthig. Aufnahmen neuer Arbeiterin eine Beistener von 2 M. erwarte. Den meisten Eine solche Herausforderung komuten die christlichen Arbeiter Mitglieder zur 6. Abtheilung können nur noch bei baldiger Meldung Arbeiterinnen war es nicht leicht, sich von ihrem Wochensich nicht bieten lassen und so entbrannte denn ein heftiger in den Zahlstellen des Vereins erfolgen. Die Vorstellung der lohnt 2 M. abzuknapsen. Sie wagten aber nicht, sich von der Stampf zwischen beiden Parteien, der mit einer geradezu III. Abtheilung ist heute Nachmittag 24 Uhr, der IV. Abtheilung wie sie annehmen mußten durch ihre Vorgesezten veranstalteten beispiellosen Energie von beiden Seiten geführt worden nächsten Sonntag 23/4 Uhr. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. Sammlung auszuschließen. Einer Arbeiterin, welche glaubte, sich mit ist. Man kann den christlichen Arbeitern dabei die Anerkennung nicht einem Beitrag von 50 Pf. abfinden zu können, sagte Herr J., er versagen, daß sie in der Agitation ihre Kräfte bis zum werde selber das Fehlende zulegen, aber sie dürfe dann nicht auf Aeußersten angespannt haben; in mehr wie fünfzehn eine Einladung zu der Jubelfeier rechnen. Der Gedenktag kam öffentlichen Versammlungen, ohne die Be= Nach dem belaunten Sprichwort geht die Kunst nach Brot. Das heran, und dem Chef wurde eine aus der in der genannten Weise sprechungen der Vertrauensmänner und Agi- Sprichwort hat auch eine Variation, nach der die Kunst sogar betteln aufgebrachten Sammlung gestiftete kunstvolle Merkur- Statue überreicht. tatoren mitzu zählen, haben die wackeren Leiter der chrift- geht. Wer die Verhältnisse in der Bildhauerei kennt, wo einzelne Der ob solcher Anhänglichkeit gerührte Chef drückte dem Personal seine lich- sozialen Arbeiterbewegung die Begeisterung der christlichen Ar- Professoren und große Gießereien die ganze Produktion der Freude über das finnige Präsent aus und verhieß als Gegengabe allen beiterschaft für die Gewerbegerichtswahlen gewedt." Denkmäler an sich gerissen haben; wer weiß, wie die Zeichner Arbeiterinnen, welche längere Zeit in seiner Fabrik beschäftigt waren, In der Hälfte der rheinischen Städte mit überwiegend katholischer und Schriftsteller sich den geschäftstlugen Wünschen der den Gratifikationen. Am Jubiläumstage ruhte natürlich die Arbeit in Bevölkerung haben die Christlichen die Gewerbegerichte ganz inne. Markt beherrschenden Familienblatt Verleger unterordnen müssen, der Fabrik, wodurch den Arbeiterinnen der Tagesverdienst entging. Die Rheinprovinz hat sieben Großstädte, davon fünf überwiegend wird gar nicht daran zweifeln, daß beide Aussprüche Als es dann zur Vertheilung der vom Chef versprochenen fatholische: Köln, Aachen, Krefeld, Düsseldorf und Effen. In den treffend sind. Die große Mehrzahl der Künstler, und be- Gratifitationen fam, wurden nur diejenigen Arbeiterinnen dedacht, die beiden letzteren haben die Christlichen die Gewerkschaften geschlagen; fonders die enorme Masse der jüngeren, ist gezwungen, als Lohn zu den Kosten des Präsents beigesteuert hatten, während die, welche so in Krefeld und Aachen haben sie ungefähr die Hälfte der Arbeiter- llave in den Ateliers der Kunstfabriken oder gewissermaßen als fühn gewesen waren, sich von den Sammlungen auszuschließen, leer ausfize. Nur Köln stand noch. Die Erfolge in den anderen Städten Heimarbeiter für die großen Unterhaltungsblätter zu arbeiten, mur gingen, obgleich auch unter ihnen Arbeiterinnen sind, die lange Jahre für machte den Gegnern den Kamm gewaltig schwellen; zudem hielt um nicht zu verhungern. Es wird ihnen dann beigebracht, daß auch die Firma arbeiten, und nach der Verheißung des Chefs auf eine man es für eine Schmach, daß gerade Köln, die" Hochburg des die Kunst nur ein Geschäftsei und daß sie nur im Sinne der fapitalistischen Gratifitation rechneten. Sentrums", der Sig seiner besten Führer, die Ausnahme war. Weltanschauung schaffen dürfen. Die sogenannten literarischen Bureaus Na, es fehlten ja nur noch 260 Stimmen; nur noch ein kleiner Ruck, sind ja auch so ein Geschäftsbetrieb mit Kunst. Da giebt es alles und die Sozialdemokraten saßen draußen. Die paar Stimmen würde Mögliche auf Bestellung, ganz wie beim Konditor die Torten. man schon aufbringen. Man brauchte nur das erprobte System der Da ist es schließlich kein Wunder, wenn gewiegte Köpfe verBerleumdung und Verheizung gründlich zu üben, den Schleppapparat fuchen, mit förmlicher Geschäftskunst dieses Kunstgeschäft zu betreiben. noch mehr zu forciren und zu sorgen, daß die Gegner feine Säle So ist denn ein ziemlich bekanntes Mitglied eines hiesigen besseren belamen. Das Alles hat man denn auch nach bestem Vermögen Theaters auf den Einfall gekommen, Familienfeitlichkeiten geschäftlich gethan, in der Lokalabtreibung aber sich selber übertroffen. Dafür auszubeuten. Nach Art der Möbel- und Ausstattungsgeschäfte schickt der vorgestrigen Schwurgerichts- Verhandlung wider Grühmacher und zwei Beispiele: Das Wahlkomitee hatte mit einem Saalbesiger eine er den standesamtlich Aufgebotenen einen Reklamebrief zu, der Genossen sowohl durch den Vorsitzenden wie durch den Staatsanwalt Bersammlung bereinbart. An dem Abend aber, wo sie ab- vie folgt, lautet: Ew. Hochwohlgeboren! Hierdurch empfiehlt charakterisirt wurde, wird auch durch folgendes von einer Gerichtsgehalten werden sollte, waren Thür und fich ergebenst Unterzeichneter zu allen Feierlichkeiten als Verfasser forrespondenz mitgetheilte Geschichtchen illustrirt: Zu den kleinen schlossen, und und ein Plakat verkündete, der Wirth sei plötz von Hochzeitskarmen, Tafelliedern, Prologen, humoristischen Tafel- Mitteln, mit denen sich der frühere Rechtsanwalt Dr. Friz Friedlich vom Schlage gerührt worden. Andern Tages aber war reden, Toasten und Gelegenheitsstücken, sowie zu allen diesbezüglichen der Mann wieder munter und frisch. Ein anderer Wirth ging das schriftstellerischen Arbeiten. Jedes übergebene Material wird aus- selbst begründet hatte, das er aber aus leicht erklärlichen Gründen mann zu halten suchte, gehörte auch ein Detektivbureau, welches er Wahlkomitee sogar selber an, es möge bei ihm eine Versammlung führlich und fachlich in gewünschter Form, ernst und heiter, wirkjam von einem„ Inspektor" verwalten ließ, auf dessen Numen das Ge Wahlkomitee jogar felber an, es möge bei ihm eine Versammlung veranstalten. Kaum war die Versammlung bekannt gemacht, tam er behandelt. Auch übernehme ich alle sonstigen theatralischen Arrangements schäft geführt wurde. Er vermochte dem Institut, d. H. sich selbst, gelaufen, um die Abmachung wieder zu lösen. Man sieht, daß es und wirke auf Wunsch selbst als vortragender Künstler mit. Wit unter der Maske des juristischen Berathers eine reiche Kundnicht an den Christlichen liegt, wenn aus dem„ Rud" nichts wurde. vorzüglicher Hochachtung ergebenst Schriftsteller und Mitglied Das aber steht fest, daß die Gewerbegerichtswahl in Köln bisher schaft zu verschaffen, der Ertrag floß abzüglich der Gehälter Theaters." Und unten steht, wie und Spesen in seine Tasche. ihres Gleichen nicht hat. Schreibt doch die„ Germania" selber: wenn der gute Mann ein Arzt wäre:" Sprechstunden von 9-10 der frühere Inspektor" das Detektivgeschäft auf eigene Rechnung Nach seiner Flucht betrieb keit der bisherigen sozialdemokratischen Beisitzer einzuwenden." Das Für alle Stopfschmerzen um das Amüsement der Feiernden hat Rechtsanwälte an besagtes Institut mit einem eigenartigen Auftrage Auch die christlichen Arbeiter haben nichts gegen die Thätig- und 3-4 Uhr. Auf Wunsch statte ich Besuche ab." weiter. Es war vor ungefähr zwei Jahren, als sich zwei schlesische haben auch die Kölner Zentrumsführer durchweg zugegeben. Der er Mittel. So vollzieht sich auch hier immer mehr die Entwickelung. wandten. Vom Schwurgericht in Hirschberg war der Hausvater Agitator Giesberts hat jogar erklärt: Die sozialdemokratischen Bei- Die Arbeitstheilung wird immer größer. Ebenso wenig, wie man fizer haben vorzüglich funktionirt; sie haben ein feines Rechts- noch selbst sein Brot backt, denkt man noch seine Tafelreden u. f. w. einer Erziehungsanstalt in 2. verurtheilt worden, weil er an einem gefühl entwidelt." selbst aus. Jeder hat aber fein Geschäft! Ob das für die Kreise, weiblichen Zögling unfittliche Handlungen verübt haben sollte. in denen der Fest- und Gelegenheitsdichter seine Kunst übt, sehr bas Opfer des Hausvaters, die Stiefichwester des Bostbeamten, auch Gleichzeitig war ein höherer Postbeamter verurtheilt worden, weil Jedenfalls herrscht ein recht großes Bedürfniß nach solchen Er- bas Opfer feiner Sinnlichkeit geworden war. Zu Gunsten dieser zeugnissen. Vielleicht ist dies uur ein Zeichen von höheren An- beiden Berurtheilten war ein Wiederaufnahmeverfahren durchsprüchen, und wäre es Verleumdung, zu behaupten, daß die Ab- unglaubwürdig zu machen. Diese war inzwischen nach Berlin gedrückt worden. Es galt mun, die Hauptbelastungszeugin nehmer der Kunstgeschäfte gewisse Mängel hätten. gegangen und war bei einer Herrschaft in der Gitschinerstraße in Dienst getreten. Das Detektiv- Institut sollte mun ermitteln, ob das Borsitz des Bürgermeisters Kirschner eine Sigung ab, in welcher Arbeit. Ein Agent des Justituts schlängelte sich als Stolporteur Die städtische Verkehrs- Deputation hielt gestern unter dem Mädchen hier in Berlin einem unſittlichen Leben anheimgefallen sei, um daraufhin ihre Glaubwürdigkeit anzufechten. Das war leichte über mehrere Petitionen und Anträge verhandelt wurde. In Bezug an das Mädchen heran, versuchte, den galanten Bräutigam auf eine Petition des Hausbesitzer- Vereins„ Süden" um Ein führung eines billigeren Abonnements auf den zu spielen, er lud das Mädchen nach einem Café am Straßenbahnen Berlins hat die Deputation beschlossen, Bellealliance Platz ein, das Mädchen folgte in der Hoffnung, hierüber mit den Straßenbahnen in Verhandlung zu treten. In einen Ehemann zu ergattern, eg wurde betrunken gemacht, gleichen will die Deputation mit den Straßenbahnen verhandeln Sellwig, dessen Leiche am 10. Januar zu Grabe geleitet wurde, befand, gefüßt, und zuletzt fuhr der Agent mit ihm in einer Droschte In unserm Parteigenossen Schneidermeister Heinrich dann in Gegenwart von anderen Leuten, unter denen sich der„ Chef" hinsichtlich eines Autrages des Grundbesizer- Vereins der Königstadt: haben wir einen unserer ältesten Mitkämpfer verloren. Hellwig war allein nach Hause. Darauf wurde der Chef und sein Agent als eine der aus dem Westen tommenden Linien, zum Beispiel Rollendorfplatz- Alexanderplatz, durch die Neue König und am 11. Januar 1826 geboren und hat als der Ersten einer, die den Benge vor das Schwurgericht geladen. Das Mädchen aber durchGreifswalderstraße bis zur Danzigerstraße weiter Samen des Sozialismus in den damals noch wenig fruchtbaren schaute den Schwindel, es erzählte vor den Geschworenen offen, wie zu führen; ferner die 10 Pfennig- Theilstrede der Linie Spittelmarkt- oden Berlins pflanzten, alle frühen Stürme über sich und feine es in eine Falle gelodt worden sei und der Agent gab dies zu, da Weißensee von der Immanuelfirchstraße bis zur Marienburgerstraße demokratischen Komitee an, das sich in Berlin gebildet hatte; und ganze Liebesmühe war fomit umsonst gewesen, die Geschworenen Wirksamkeit dahinbrausen sehen. Er gehörte dem ersten sozial- ihm der„ moralische Muth" fehlte, einen Meineid zu leisten. Die zu verlängern. Ebenso will die Deputation Verhandlungen mit den als die Zeit der tiefsten Schmach über Deutschland hereinbrach, half votirten wieder auf Schuldig und das neue Urtheil lautete wie Straßenbahnen einleiten auf Ersuchen des liberalen Bezirksvereins er wader mit, die wenig ehrenvollen Waffen des Sozialistengesezes das alte. Sie Brunnenstraße führenden Linien. Der Antrag nachdem er ein Vierteljahr in Untersuchungshaft gesessen hatte. Vineta- Play" um schnellere wagenfolge für die durch Der Antrag u pariren. Im Jahre 1880 traf ihn das Schicksal der Verhaftung; der Charlottenburger Straßenbahn um Genehmigung zur mußte er aber freigesprochen werden. Ein langwieriges Leiden Ausführung des elektrischen Oberleitungsbetriebes auf den Linien: Stadtbahnhof Thiergarten- Sieges theilzunehmen. Hellwig's Andenken wird von allen, die ihn fennen, hinderte ihn in der letzten Zeit, so wie er wollte, an der Agitation Allee, Korneliusstraße- Großer Stern, Kurfürstendamm- Lützow in Ehren gehalten werden. play, Straße Alt- Moabit- Lutherbrücke, wurde von der Deputation mit Rücksicht auf die bezüglich des Vertragsabschlusses noch bestehenden Differenzen abgelehnt. Fenster ver des Das Resultat der Kölner Wahl ist umso erfreulicher, als es die treffendste Antwort auf die Heßerei der Kapläne darstellt. Durch schmeichelhaft ist? die ganze Arbeiterschaft geht ein Sehnen nach Einigkeit gegen den gemeinsamen Feind, das Unternehmerthum. Kommunales. Lokales. Das Floriren dieser literarischen Geschäfte sollte doch den Künstlern zeigen, daß auch unsere fapitalistische Gesellschaft noch ein es nur nicht alle richtig an! Und ein rechter Bourgeois, der Preiser schönes Stück Geld für die Kunst übrig hat. Die Künstler fangen des Klingenden Erfolges, wird mit vollem Recht diese Kunst als Beweis hinstellen und behaupten können: Man muß nur die Kunst verstehn seine Geschäfte zu machen " Die vorstehende Geschichte zeigt wieder, was es mit der Freiwilligkeit" der Beiträge, welche Arbeiter zu Festgeschenken für ihre Unternehmer leisten, für eine Bewandtniß hat. Ob Herr F. wohl an der schönen Merkur- Statue, die seinen Salon ziert, noch Freude haben wird, wenn er erfährt, auf welche Weise die Kosten für dies Geschenk aufgetrieben worden sind? Die Thätigkeit der privaten Detektivinstitute, wie sie bei 6 Ein Bund der Arbeitgeber Berlins zur Bekämpfung der Verschärfung des Klassenkampfes. In der„ Post" lesen wir: Streits nach dem Muster Hamburgs wird, einer Lokalforrespondenz ist bereits fertiggestellt. Der Bund wird sowohl Groß, wie Kleinzufolge, in nächster Zeit gegründet werden. Der Statutenentwurf gewerbetreibende aller Branchen umfassen. Bezweckt wird die Unterbrückung frivoler Streiks und Gründung einer allgemeinen Streittasse, aus welcher die vom frivolen Streit betroffenen Arbeitgeber unterstützt werden sollen." Im Dienste der städtischen Straßenbeleuchtung find gegen wärtig außer einem Beleuchtungs- Juspektor und 5 Oberkontrolleuren, welche als städtische Beamte etatsmäßig angestellt sind, noch 20 Kontrolleure und 369 Laternenanzünder beschäftigt. Jeder Laternenanzünder hat durchschnittlich 59 Laternen, die zusammen 78 bis In der Buchhandlung Vorwärts ist soeben das Brotokoll 79 Flammen enthalten, zu bedienen. Die Bedienung für jede Gasüber die Verhandlungen der Konferenz der fozia l- flamme toftet 121/2 m. jährlich. Die Ausgaben für Reparatur und demokratischen Gemeindevertreter der Provinz Unterhaltung, die im Vorjahre nur auf 3,54 m. berechnet wurde, hat Brandenburg zur Ausgabe gelangt. Mit den ausführlich sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 11,66 m. erhöht. Die außer wiedergegebenen Referaten über das Wahlrecht, die Forderungen auf ordentliche Erhöhung ist darauf zurückzuführen, daß die Kosten dem Gebiete des Schulwesens, die sozialen Aufgaben der Gemeinde der Umänderung der Straßenlaternen zur Glasglühlicht- Zuchthaus und Unternehmerdrud treu zu ihr zu stehen. Es hat befanntlich noch keinen Ausstand auf der Welt gegeben, den die Unternehmer nicht als frivol hingestellt haben. In einer Beit, wo die Regierung die Arbeiter, die zum Streit anreizen", mit Zuchthaus bestraft wissen will, und die Unternehmer aller Orten sich eng zusammenschließen, um den auf die Proletarier ausgeübten Druck bis zur Inerträglichkeit zu steigerit, muß es für jeden Arbeiter eine Ehrenfache werden, seiner Organisation anzugehören und trotz = Den Parteigenossen des ersten Wahlkreises zur Nachricht,| hatte sich mit dem Schlüssel entfernt, da fuhr eine lung des sozialdemokratischen Arbeitervereins statt, in welcher Ge daß Donnerstag Abend 8%, Uhr in Cohn's Festfälen eine öffentliche Droschte vor. Ihre beiden Insassen, Herren in bürgerlicher nosse Paul Jahn einen Vortrag über unsere Handelspolitit" Versammlung stattfindet, in welcher Reichstags Abgeordneter Kleidung, eilten hinter dem alten Herrn her und holten halten wird. alten Herrn her und holten halten wird. Die Mitglieder werden aufgefordert, recht zahlRosenow referirt. Vortragsthema: Bürgerthum und Arbeiter- ihn in dem Gange zu dem entlegenen Orte bald reich und pünktlich zu erscheinen, da neben dem Vortrag auch unter flasse in einer neuen Zeit. Zahlreicher Besuch ist erwünscht. ein. Auf Anordnung eines der Herren, eines Kriminal- Vereinsangelegenheiten sehr wichtige Dinge zu erledigen sind. Gäste, Zahlstellen des Vereins sind bei Mörschel, Jüdenstraße 35. Beamten, stellte sich ein Schuhmann vor das Haus. Der alte Herr, auch Gegner, find willkommen. Der Vorstand. Preuß, Neue Friedrichstr. 20. Mo II, Klosterstr. 101. Sommer, dem man einen Revolver entwand, rief mehrmals:„ Herr BauGrünstr. 21. Binger, Friedrichsgracht 16. Schmidt, Flens- meister, lassen Sie mich los, ich bin ein Ehrenmann!"" Die beiden Der nächste Leseabend des burgerstr. 24. Der Vorstand. Herren hielten ihn jedoch fest, brachten ihn mit Hilfe eines Schutz- hiesigen Arbeiter- Vereins findet am Dienstag, Abends 19 Uhr, mannes in eine Droschte und mit dieser nach dem Polizeipräsidium. in Störr's Gesellschaftshaus, Mühlenstr. 24, statt. Der würdige alte Herr soll ein Schwindler sein, der in einem Restaurant am Nollendorfplatz festgenommen worden war und unterwegs zu entkommen suchte. Die abermalige Festnahme verursachte einen großen Menschenauflauf. 6. Wahlkreis( Moabit). Die Adreffe des jetzigen Vertrauens. mannes ist: Johann Pfarr, Buttligstr. 10, part. Mit den vollendetsten Rechtsgarantien, deren sich der deutsche Reichsbürger nach der Reichstagsrede des Grafen Pofa dowsky im preußisch- deutschen Polizeistaate auf allen Gebieten erfreut", sieht es folgendermaßen aus: Mitternacht Pankow- Nieder- Schönhansen. Schmargendorf. Am Dienstag Abend 8 Uhr findet die General, versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins im Wirthshaus Schmargendorf( Karl Baier) statt. Zahlreichen Besuch erwartet der Vorstand In Schöneberg beschäftigte sich dieser Tage eine vom Haus-, Ein Kuppelnest, das besonders Kindern gefährlich war, ist vor und Grundbesizerverein einberufene Versammlung mit der EinIn der Nacht zum Sonnabend hatte die Frau des Haus- einiger Zeit in der Dorotheenstraße ausgehoben worden. Eine Frau führung des obligatorischen Fortbildungs- SchulunterIn der Nacht zum Sonnabend hatte die Frau des Hausbefizers St. auf dem Bahnhofe Friedrichstraße eines der hatte hier ein Quartier, von dem sie an Herren einzelne Bimmer richts. Unsere Parteigenoffen Schubert und Obst traten energisch bekannten reizenden Polizeiabenteuer zu bestehen. Das Fremden auf Lage, Wochen und Monate vermiethete. Das war aber im dafür ein, daß der Schulunterricht nicht nach Feierabend, sondern in blatt", dem wir die Verantwortung überlassen müssen, be- Wesentlichen nur ein Aushängeschild für ein lichtscheues, schändliches den Arbeitsstunden erfolge. Auch der im Handelsministerium thätige richtet darüber:" Frau K. wollte ihren um Treiben. Gesprochen wurde hiervon schon länger, die Ueberführung Geh. Regierungsrath Simon verurtheilte entschieden den Abendauf dem Fernbahnsteig ankommenden Gatten abholen; δα war jedoch nicht leicht und erforderte viele Beobachtungen. Dem unterricht. Die Versammlung nahm folgende Resolution an:" Die jedoch auf der schwarzen Tafel bekannt gegeben war, daß der Kriminalkommissar Danım gelang es schließlich, das Dunkel so weit Versammlung erklärt sich im Prinzip mit der Einführung des betreffende Bug 20 Minuten Verspätung habe, so begab zu lichten, daß er die Quartier- Inhaberin festnehmen und dem Treiben obligatorischen Fortbildungsschul- Unterrichts einverstanden unter der sich die Dame, die inzwischen Zahnschmerzen bekommen hatte, nach ein Ende machen konnte. Wenige Tage später wurde auch das Dienst- Voraussetzung, daß den berechtigten Wünschen und Interessen der dem zunächst liegenden Wartesaal, bekanntlich ist dies derjenige haben, daß es mit ihrer Art des„ Vermiethens" nichts zu thun haben wolle. bei der Ansehung der Unterrichtsstunden in der Fortbildungsschule, bekanntlich ist dies derjenige mädchen verhaftet. Dieses soll seiner Dienstherrin wiederholt erklärt einzelnen Gewerbe hinreichend Rechnung getragen werde namentlich IV. Klaffe. Dort befand sich noch eine polnische Familie, die mit Es scheint sich aber mitschuldig gemacht zu haben, weil es sich mit sowie Innungs- und Fachschule. Sie wählt eine Kommission von dem Frühzug weiterfahren und bis dahin im Wartesaal übernachten der Warnung begnügte und das verbrecherische Treiben, von wollte, was bekanntlich nicht angängig ist, da der Wartesaal mehrere der Warming begnügte und das verbrecherische Treiben, von dem es 11 Mitgliedern, welche die näheren Punkte bespricht und eine weitere Stunden geschlossen wird. Es erschienen nun mehrere Polizei- Kenntniß hatte, weiter geschehen ließ. Die Untersuchung ist so weit Versammlung einberuft." beamte, die die Polen zur Wache führten. Auch Frau K. wurde gediehen, daß die Angelegenheit wohl schon in naher Zeit zur Vervon den Beamten aufgefordert, mit zur Wache zu folgen. Frau K. Handlung kommen wird. protestirte, zeigte auch ihre Bahnsteigfarte vor, der Beamte aber meinte, daß man solche Jungfernschliche" schon kenne, man habe sie schon lange beobachtet. Nun verlangte die erzürnte Dame selbst zur Wache geführt zu werden, um sich über den Beamten zu beschweren. Im selben Augenblicke lief der Zug ein, der verdutzte Beamte unterließ es, der zum Bahnsteig eilenden Frau zu folgen, die dort ihren Gatten bald fand und ihm das Erlebniß mittheilte. Beide begaben sich nun zur Wache, um sich zu beschweren. Auf der Wache wurde ihnen aber bedeutet, daß das Wort„ Jungfer" nicht beleidigend sei, auch habe der Beamte fich torrett verhalten. Die entrüsteten Eheleute wollen sich höheren Orts beschweren. " Wir haben schon früher an die Meldungen ähnlicher Vorfälle den innigen Wunsch geknüpft, daß der Frau eines höheren Militärs oder Hofbeamten doch einmal ein solches Polizei- Abenteuer widerfahren möge. Nachtzug wegen der Hoffestlichkeiten. Von heute ab wird ein neu eingelegter Nachtzug auf der Wannseebahn abgelassen, der von Berlin um 1.45 Nachts abfährt und 2.12 in Zehlendorf endet. Ein Gegenzug Zehlendorf- Berlin wird nicht gefahren. Der neue Bug um 14 Uhr ist, wie man nach der„ Boff. 3tg." annimmt, auf die beginnenden Hoffestlichkeiten, und auf die Kadettenanstalt in Lichterfelde zugeschnitten. Wenn irgend welche Interessen der an den Hoffestlichkeiten betheiligten Personen es gebieten, erhält Berlin vielleicht auch auf der Stadt- und Ringbahn die Nachtzüge, die trotz des unverkennbaren Bedürfnisses der Einwohnerschaft bislang beharrlich verweigert wurden. Verdeutscht soll, wie verlautet, auch der Vizefeldwebel werden, und zwar gründlich durch vollständige Beseitigung. Die bisherigen Bizefeldwebel würden einfach Feldwebel, die bisherigen„ etatsmäßigen" dagegen Oberfeldwebel werden. Auch die Soldatensprache könnte sich mit der Aenderung leicht zurechtfinden:" Spieß"( statt Vizespieß) und Oberspieß". " 1 In der Frage der Müllabfuhr hat jetzt gleich dem Magistrat von Berlin auch der Schöneberger Magistrat beschlossen, die Eine Explosion, bei welcher zwei Personen bedenklich verlegt Beseitigung des Mülles nicht selbst in die Hand zu nehmen, wurden, hat gestern Nachmittag im großen Saale des Architekten- sondern sie vollständig der Privatunternehmung zu überlassen. hauses, Wilhelmstr. 92, stattgefunden. Dort waren zwei Photo 3war hatte der Magistrat längere Zeit die Absicht, die Müllgraphen, die Herren Reiner und Schwarz, anläßlich der General abfuhr städtischerseits zu regeln, zu diesem Zwede eine bes probe zu einer auf der Bühne des großen Saales stattfindenden sondere Polizei- Verordnung sowie ein Ortsstatut zu erlassen, Darstellung lebender Bilder damit beschäftigt, Momentaufnahmen und dann einem größeren Unternehmer vertraglich die ganze zu machen, als plöglich ein heftiger Knall erfolgte und die beiden Schöneberger Müllbeseitigung zu übertragen. Nachdem aber die Photographen zu Boden geworfen wurden. Das Magnesiumpulver, Verhandlungen mit mehreren Unternehmern, wie in erster Linie der das die Photographen bei den Aufnahmen verwendeten, und das Wirthschaftsgenossenschaft Schöneberger Grundbefizer", der Chardieselben auf einem Sessel neben dem in der Mitte des Saales lottenburger Gesellschaft Prompt" 2c., jetzt fast zu Ende geführt aufgestellten Apparat liegen hatten, war durch einen achtlos fort waren, sind noch in legter Stunde im Schoße des Magistrats so geworfenen Zigarrenrest explodirt. Die beiden verunglückten Photo- schwerwiegende Bedenken gegen eine Uebernahme der Verantwortung graphen erlitten schwere Verlegungen im Gesicht, am Kopf und an für die dauernde ordnungsmäßige Müllbeseitigung aufgetaucht, daß den Händen und wurden nach Hilfeleistung durch die Unfallstation in daraufhin der Magistrat nun beschlossen hat, die Sache der der Wilhelmstraße nach der Königlichen Klinik übergeführt. Stadt ganz fernzuhalten. Demzufolge wird munmehr die Diebstahl. Die Zeitungsfrau Bertha Ronette, Oppelnerstr. 19, auf eigenes Risito übernehmen und zwar ebenfalls nicht Schöneberger Wirthschaftsgenossenschaft" die Müllabfuhr ganz theilt uns mit, daß sie am Dienstag in der Warschauerstraße an nur für ihre Mitglieder, sondern auch für andere Grundstücksder Ost- Gisbahn von einem jungen Manne nach dem Weg gefragt befizer Schönebergs, welche aber höhere Abfuhrpreise zahlen worden sei. Bald bemerkte sie, daß ihr das Portemonnaie mit sollen. Den erforderlichen Abladeplat in einer Aus 14 M. Inhalt abhanden gekommen war. Frau K. glaubt aus den Bewegungen des Mannes entnehmen zu dürfen, daß sie das Porte- dehnung von 10 000 Quadratmetern hat die Genossenschaft am südmonnaie verloren hatte und daß es im Augenblick des Verlierens lichsten Ende des Stadtgebiets, ca. 750 Meter von Südende entfernt, sich schon gesichert sowie vom Polizeipräsidium auch genehmigt von dem jungen Manne aufgehoben worden sei. erhalten. Alle übrigen Vorbereitungen sollen nun gleichfalls beDie Unterschlagungen im Verein deutscher Handlungs- schleunigt werden, damit die bedenkliche Müntalamität in Schöneberg gehilfen. Wie das Leipziger Tageblatt" meldet, find die mehreren Blättern heute verbreiteten Mittheilungen über Unter- obald wie möglich behoben wird. schlagungen bei der Berliner Geschäftsstelle des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen stark übertrieben. Nach den genauen Ermittelungen der Zentralleitung des Verbandes und der Krankenkaffe betragen die fehr geschickt begangenen Unterschlagungen insgesammt 7000. Der Stadtverordnete Otto Schulwesen in Charlottenburg. Der Charlottenburger Magistrat Berliner Muster, in welcher der fremdsprachliche Unterricht von Unterbeschäftigt sich gegenwärtig mit der Errichtung einer Realschule nach Berliner Muster, in welcher der fremdsprachliche Unterricht von Untertertia an ertheilt werden soll. In der gestrigen Generalversammlung des dortigen Vereins der Stadtbezirke befaßte fich auch Sanitätsrath Schwer verunglückt ist gestern, Sonnabend Vormittag, der Dr. Edel, welcher dem Magistrat angehört, mit der Frage, ob es 23 Jahre alte Arbeiter Paul Babulizki aus der Melanchthonstraße zwedmäßig sei, in Charlottenburg Realschulen nach Berliner System im königlichen Militär- Propiantamt in der Paulstr. 20a. Der junge zu errichten. Der Redner bejahte dies, indem er auf die starke Mittelalterliches. In einer von der„ Kirchlichen Vereinigung Mann rutschte von einem Heuwagen, den er geladen hatte, herab, Frequenz an den höheren Lehranstalten hinwies. Durch Mittel- und in Berlin" einberufenen Antisemiten- Versammlung haben am Freitag fiel auf einen an dem Wagen aufgerichtet stehenden Gabelstiel und Realschulen könne dem starken Andrang zu den höheren Lehranstalten zwei Diener Gottes, darunter der Ehrenmann Stöcker, gegen die verlegte sich am Unterleib so schwer, daß man ihn durch die Rettungs- in Charlottenburg abgeholfen werden. jüdischen Lehrkräfte in Berlin gedonnert. Die Versammlung machte gesellschaft mit einem Kopp'schen Wagen in das Moabiter Kranken- sprach sich gegen die Errichtung solcher Schulen aus. Die Mehrheit der Versammlung trat jedoch der Ansicht des Magistrats bei und sich darauf den Scherz, in einer Resolution ihrer Entrüstung darüber haus bringen mußte. Ausdruck zu geben, daß in der deutschen Reichshauptstadt der Die Untersuchung gegen die verhafteten Bahnfteigschaffner nahm schließlich eine Resolution an, in welcher sie für die Er Versuch gemacht worden ist, die jüdischen Stadtverordneten Singer der Stadt- und Ringbahn dürfte trop anderweitiger Meldungen noch richtung von Realschulen eintritt, um der allgemeinen Ueberfüllung und Dr. Preuß in die städtische Schuldeputation zu bringen". geraume Zeit in Anspruch nehmen, denn noch täglich wird in der der in Charlottenburg bestehenden höheren Lehranstalten zu steuern. Hoffentlich verfahren unsere Nachkommen gnädig mit uns und be- Vernehmung derjenigen Schaffner vor dem Untersuchungsrichter fort- Brit. Die hiesige Gemeindevertretung beschäftigte sich urtheilen den Geist unserer Zeit nicht nach derartigen Leistungen. gefahren, die neben und zu gleicher Zeit mit den Verhafteten Dienst in ihrer Sigung vom 13. Januar mit der allmäligen Durchführung Der ungewöhnlich milde Winter zeitigt schon jetzt Frühjahrs- gethan haben. Letztere sind nämlich nur geständig, so weit es sich des Vertrages, der am 10. September bezw. 11. Oftober 1898 mit Der ungewöhnlich milde Winter zeitigt schon jetzt Frühjahrs- um kleine unwesentliche Verstöße, die mehr auf dem Gebiete der der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft abgeschlossen worden erscheinungen. In den Parkanlagen im Friedrichshain und Thier- Gefälligkeit liegen, handelt. Thier- um Die Kriminalpolizei will aber ist. Nach diesem Vertrage soll die ganze Straßenbahnlinie Morig garten haben sich die Staare schon jetzt häuslich niedergelassen; viele entdeckt haben, daß die Veruntreungen in großem Maßstabe play- Brig spätestens vom 1. Otober 1900 ab bei einem Einheitsim Kastanienwäldchen nistende Staare sind in diesem Winter über- stattgefunden haben daß von einer bestimmten End- fahrpreis von 10 Pf. elettrisch betrieben werden. Ferner sieht haupt nicht von hier fort gewesen. Besonders auffällig erscheint das station die durchlochten Fahrkarten, die abgenommen und in der Vertrag vor, daß die Linie bis zum Alexanderplatz oder RathEmporsteigen der Maitäfer, die in den letzten Tagen in großen ben Sammelfasten geworfen werden sollten, vom Schaffner unter- haus verlängert werde. Die Direktion der Straßenbahn- Gesellschaft Mengen wenige Zoll unter der Erdoberfläche aufgefunden wurden. schlagen und seinem Stomplicen an der Anfangsstation wieder zu hat nun jezt bei der Gemeindevertretung den Antrag gestellt, sie Gärtner benutzen dies, um schon jetzt den Erdboden umzuarbeiten und getragen wurden, der sie dann von neuem in Verkehr ſetzte. Diese möge ihr gestatten, mit der Einführung des elektrischen die schädlichen Insekten zu vernichten. In den Obstbäumen treibt Manipulation wird von allen Verdächtigten energisch bestritten und Betriebes schon vom 1. Juli dieses Jahres ab zu beginnen, vorschon seit Anfang dieses Jahres der Saft, und die meisten Bäume da dies gerade die Hauptsache ist, so ist an einen Abschluß der läufig jedoch ohne die Verlängerung. Der Gemeindevorsteher und Sträucher zeigen seit mehreren Tagen in Entwickelung begriffene Untersuchung noch lange nicht zu denken. Die Verhafteten find Negling hat darauf bei der Direktion angefragt, ob nicht wenigstens Knospenansätze. übrigens nicht neueingestellte Beamte, sondern sie gehören sämmt: die fragliche Linie gleich, wie ebenfalls für später vorgesehen, auf Bei der königlichen Bibliothek ist eine Reihe wichtiger lich zu den ältesten, die bereits bei Eröffnung der Stadtbahn im Briger Gebiet bis zum Mittenwalder Bahnhof( Kleinbahn) verPersonalveränderungen zu erwarten. Dem Vernehmen nach ist im Jahre 1882 eintraten, nach 10jähriger Dienstzeit fest angestellt längert werden könne. Die Gesellschaft hat nichts dagegen, wenn neuen Staatshaushalts- Entwurf die Stelle eines zweiten Direktors wurden und bereits das höchste Gehalt mit 1200 m. nebst 240 m. Die Gemeinde 12 500 m. für den zweigleisigen Aus- und Weiterder Druckschriften- Abtheilung vorgesehen. Außer dem Generaldirektor Wohnungsgeld und 100 M. Stellenzulage erhielten. bau beisteuert. Hierüber entspann sich eine lebhafte Debatte. würde dann die Verwaltung der Bibliothek mit dem Direktor der Verhaftet wurde heute der Bantier Daniel aus der Wilhelm- Man ließ schließlich die Frage des Kostenzuschusses offen und Handschriften- Abtheilung drei Direktoren zählen. Außerdem ber- straße 13a. Derselbe hat in Gemeinschaft mit dem Erbauer des einigte sich dahin, daß erst die Interessenten im oberen lautet, daß der derzeitige Inhaber der Stellung des Direktors Hotel vier Jahreszeiten"( Welke) Patentschwindeleien in größerem Ortstheil befragt werden sollen, ob sie geneigt feien, eine der Druckschriften- Abtheilung Dr. Gerhard zum Nachfolger des Maßstabe betrieben. Verschiedene unserer größten Bantinstitute sind Beihilfe aus Privatmitteln zu leisten. Im Uebrigen erklärte Direktors der königlichen Universitätsbibliothek in Halle a. S. Ge- um Hunderttausende betrogen. Welte ist seit einem Monat flüchtig fich die Gemeindevertretung mit der baldigen Einführung des elektrischen heimen Regierungsraths Profeffors Dr. Hartwig ausersehen ist. geworden. Betriebes einverstanden, indessen knüpfte man daran die Bedingung, Die Veränderungen würden am 1. April dieses Jahres stattfinden. Feuerbericht. Am Sonnabend war Berlin bis in die Abend- daß der Zehnpfennig- Tarif zugleich mit dem elektrischen Betriebe Aus dem Landwehrkanal wurde gestern die Leiche des stunden hinein feuerfrei. Freitag Abend mußte Köpenider eingeführt werde und daß die Verlängerung bis zum Alexander13 Jahre alten Gemeindeschülers Karl Zimmermann gelandet, der straße 4 ein Zimmerbrand abgelöscht werden, der verschiedene plaz spätestens bis zum 1. Oktober 1900 vollendet sei. am 4. v. M. beim Spielen ertrant. Zimmermann, der Sohn eines Möbel und den Fußboden zerstörte. Gegen 9 Uhr hatte Sur- meindevorsteher Negling theilte ferner mit, daß die Regierung die Arbeiters aus der Bergmannstr. 22, spielte mit einem Altersgenossen für stenstraße 45 Spiritus und ein Bosten Holzwolle Feuer ge- Dienstordnung für den Schularzt genehmigt habe. Als Schularzt ist Ulbrich hinter dem Grundstück Gitschinerstr. 1, auf dem Steine für fangen, das aber größeren Umfang nicht erlangte. Oranien- Dr. Siegel angestellt worden. Abgelehnt wurde ein Antrag, die Abgingen zur felben Beit Kleidungs- haltung von Wochenmärkten zu gestatten. Der frühere Wochenmarkt soll den Bau der elektrischen Hochbahn lagerten. Nach Aussage des burgerstraße 18 in einer Kellerwohnung in Flammen auf. wenig bennzt worden sein, auch befürchtete die Mehrheit eine Wegen Ulbrich verlor er, auf einem Steinhaufen stehend, das Gleichgewicht, stücke einer Petroleumlampe wurde die Wehr nach Schädigung der Brizer Geschäftsleute. Ferner lehnte es die Verfiel in den Kanal und ertrant, bevor man ihm hilfe bringen tonnte. Explosion Erst gestern kam die Leiche zum Vorschein, wurde auf der Ober- Köpeniderstr. 44 gerufen, trat aber nicht in Thätigkeit. Ein ſammlung ab, gemeinsam mit Treptow und Tempelhof einen fläche des Waffers treibend bemerkt und an der Potsdamer Brücke Alarm An der Stadtbahn 36 betraf einen Ladenbrand, der Regierungs- Baumeister anzustellen. Der Baumeister Tied wird als hauptsächlich Verpadungsmaterial zerstörte. Reinidendorfer Amtsbaumeister neu bestätigt. gelandet. straße 20d waren der Fußboden, die Schaaldecke und Balkenlage Der Kostenanschlag für die elektrische Straßenbeleuchtung Die Untersuchung gegen den Checkfälscher Hundt hat einen unter der Kochmaschine in Brand gerathen und verursachten die in Spandan ist nunmehr den Stadtverordneten zugestellt worden; größeren Umfang angenommen, als nach den ursprünglich vor Aufräumungsarbeiten der Wehr viel Mühe. Außerdem war hiernach sind zum Ankauf und zur Verlegung von insgesammt liegenden Anklagen zu erwarten war. Er ist bisher fünf selbständiger Leipziger str. 60/61 ein fleiner Gardinenbrand abzulöschen. 22 000 Meter Rabel innerhalb der Stadt( einschließlich der für die Handlungen überführt, in denen der jugendliche Verbrecher fich Volksthümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern. Am Privatkonsumenten erforderlichen Kabel), Anschaffung der GlühFälschungen von Checks, meist in fleineren Beträgen, hat zu Schulden kommen lassen. Er bezeichnete sich allgemein als Bankbuchhalter, Dienstag, den 17. Januar, 81, Uhr Abends, beginnt der Vortragskursus förper 2c. als einmalige Ausgabe 301 189,12 mart vordes Herrn Prof. Dr. Carl Müller über: Unsere pflanzlichen Nahrungs: gefehen. Die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft hat sich vertragsder ein verhältnißmäßig bedeutendes Einkommen befize und fälschte, mittel mit besonderer Berücksichtigung des täglichen Brotes" im Hörsaal I mäßig für die Dauer von 15 Jahren verpflichtet, die erforderlichen um seine Rolle weiter spielen und sich Geldmittel verschaffen zu der fgl. landwirthschaftlichen Hochschule, Invalidenstr. 42. Eintrittstarten Dynamomaschinen in Spandau aufzustellen und den elektrischen können, zunächst einen Check in Höhe von 800 Mart. Da ihm dieser zum Preise von 1 M. für den ganzen, 6 Vortragsabende umfassenden Kursus Strom zu liefern. Die Stadtgemeinde Spandau zahlt an die Ges Betrug geglückt war, so verübte er Checkfälschungen über größere find zu haben bei: Georg Belling, Bigarrenhandlung, W., Leipzigerstr. 135, Beträge und vergeudete das so gewonnene Geld leichtsinnig inner- S. Mund, Bigarrenhandlung, NW, Friedrichstr. 92a, Ede der Dorotheen sellschaft für Straftstrom 15 Pf. und für Beleuchtungsstrom 50 Pf. halb weniger Tage. So hat er beispielsweise in einem Spezialitäten- ftraße, A. Schüß, Rendant, O., Holzmarktstr. 60, II( 10-1 und 4-6 Uhr), pro Kilowattstunde. Dafür hat die Stadt das ausschließliche Recht, etablissement im Osten der Stadt durch Geschenke an Sängerinnen Chr. Tischendörfer, C., Sophienstr. 19, of II( 9-1 und 3-6 Uhr), Traut innerhalb der städtischen Grenzen allein elektrischen Strom an und durch eine größere Beche, die er machte, nicht weniger als wein'sche Buchhandlung, W., Leipzigerstr. 8, Bentralstelle für Arbeiter- Wohl- Privatkonsumenten abzugeben. 700 Mark ausgegeben. Er hat es verstanden, in einem Zeitraum fahrtseinrichtungen, W., Köthenerstr. 23, II( 8-3 Uhr). von etwa drei Monaten zirka 10 000 Mart auszugeben. Eine Anzahl größerer Buchdruckereibesitzer hat gegen die Einreihung in die geplante Buchdrucker- Zwangsinnung eine Protestbewegung eingeleitet. Eine große Aufregung gab es Freitag Nachmittag in der Potsdamerstraße. In dem Blumengeschäft von Schmidt von den Huth'schen Weinstuben, Potsdamerstraße 139, erschien gegen 5 1hr ein würdig aussehender, gut gekleideter alter Herr mit grauem Voll bart und bat die Verkäuferin um den Schlüffel zum Abort. Kaum Aus den Nachbarorten. Ge= Bronzediebstähle sind neuerdings vielfach vorgekommen. Das werthvolle Metall wird an Trödler verkauft und bringt den Dieben guten Gewinn. In der Borsig'schen Fabrik in Tegel sind drei Der Arbeiter Bildungsverein zu Schöneberg hält Montag Personen in dem Augenblick festgenommen worden, als sie mit dem bei Obst, Grunewaldstraße, eine Versammlung ab, in welcher Behnit find gestern 1000 Meter Bronzedraht der Fernsprechleitung geraubten Gut die Fabrik verlassen wollten. Auf Station GroßReichstags- Abgeordneter Rosenow- Chemnitz über das Thema: entwendet worden. Des Diebstahls verdächtig sind ein Mann und Reichstags- Abgeordneter Rosenow- Chemnik Bürgerthum und Arbeiterklasse am Anfange einer neuen Zeit" einen eine Frau, die mit großen Kiepen in der Richtung nach Berlin weiter Der Vorstand. fuhren. Aber auch vor der Grabschändung scheuen die Diebe nicht Vortrag hält. Köpenick. Am Dienstag Abend 8 Uhr findet im Restaurant zurück. Nachts wurden von einem Erbbegräbniß auf dem jüdischen Stippekohl, früher Adolf Schulz, Schönerlinderstraße, eine Versamm- Friedhofe in Neu- Weißensee mehrere Bronzestücke gestohlen. " Der Frebel wurde an dem Grabmal selbst und an der Umfriedung des Raisers und das in Aussicht genommene gegen einen Charlottenburger Schankwirth richtete, hatte der Schlächter verübt. Bisher fehlt jede Spur der Thäter. Gesez zum Schuhe Arbeitswilliger. Seine Ausgeselle Albert Hartelt zeugeneidlich ausgefagt:" er sei awar Die Kirchenräuber von Eiche, über deren That wir gestern wurden. Der Angeklagte bestritt, daß die beanstandeten Aeußerungen Segen bei Cohn" gespielt worden sei; er habe nur Stat gespielt. führungen enthielten viele Punkte, die der Anklage zu Grunde gelegt öfter bei dem Gastwirth gewesen, wisse aber nicht, ob" Gottes berichteten, befinden sich bereits hinter Schloß und Riegel im dem Wortlaute nach so gefallen feien, wie die Auflageschrift fie Der Termin wurde vertagt. Im zweiten Termin beschwor er Moabiter Untersuchungsgefängniß. Es find die Dienstknechte August wiedergebe. Er habe mir in hypothetischer Form gesprochen und wiederum er habe an einem Glücksspiel nicht mitgespielt und nicht Budad und Hermann Hinge, welche beide in Eiche gedient haben. Der erstere wurde am 1. Januar, der zweite am 9. Januar betont, daß das Volk zur Nothwehr berechtigt sei, wenn es gesehen, daß ein solches Glüdsspiel gespielt worden sei. Da aus dem Dienste entlassen. In der Nacht vom 9. zum 10.( Montag angegriffen werde, Es habe ihm dabei besonders ein Fall trat ein Zeuge auf und erklärte, Hartelt habe selbst zu Dienstag) wurde der Einbruch ausgeführt. Jedenfalls war der borgeschwebt, der sich in Amerika ereignet habe. Dort seien fried- ein oder zweimal oder zweimal Bierblatt" mitgespielt. Dies erkannte felbe fchon früher geplant. Die Diebe zertrümmerten ein Kirchen- liche ſtreikende Bergleute von den Arbeitern hinterrüds nieder- Hartelt an und widerrief somit seine frühere Aussage. Er wurde in fenster, stiegen durch dasselbe ein und gelangten durch eine Thür, in geschossen worden. Der Angeklagte hatte eine Anzahl Beugen, zumeist haft genommen und wegen wissentlichen Meineides in welcher auf der Innenseite der Schlüssel stat, ins Freie. Sie nahmen faffung von ihnen getheilt werde. Zunächst wurde der Belastungs- das Vierblatt- Spielen erst erinnert habe, als der Zeuge darauf hinAnarchisten, laden lassen, welche bekunden sollten, daß seine Auf- zwei Fällen angeklagt. Der Angeklagte betheuerte, daß er sich an zwei Kruzifire, eine Altardecke, einen Teppich, zwei zwölfarmige Kronleuchter und noch einige Kleinigkeiten mit. Der Gendarm des zeuge, Wachtmeister Poppe, vernommen, der die frag- gewiesen habe; im Uebrigen fei Bierblatt" fein Glücksspiel. Bezirks hat die Diebe ermittelt, sämmtliche gestohlenen Gegenstände liche Verſanimlung überwacht, die Rede des Angeklagten Die über den Charakter des Spiels stattgehabte Erfind wieder zur Stelle geschafft, nur die Beschmugung des Altars ſtenographirt und dann übertragen hat. Es zeigte sich, daß der örterung ergab, daß, falls kein Aßzwang herrsche das bildet noch einen Stein des Anstoßes für die Kirchengemeinde. 8euge nicht mehr im Stande war, sein Steno Bierblatt- Spiel nicht blos bom blinden Zufall sondern gramm mit dem ihm vorgelesenen Bericht zu vergleichen, auch von der Berechnung beim Spiel abhänge und deshalb kein er erklärte, dazu der Vorbereitung zu bedürfen. Der bei der poli- verbotenes Glücksspiel sei. Der Staatsanwalt beantragte das tischen Abtheilung des Polizeipräsidiumis befindliche Bericht sei aber Schuldig wegen wissentlichen Meineides im vollen Umfange der eine getreue, ohne Aufschub angefertigte Uebertragung des Steno- Anklage. Rechtsanwalt Hugo Sachs als Vertheidiger gramms.- Der Gerichtshof beschloß darauf die Vertagung und die herbei- bestritt dagegen entschieden, daß wissentlicher Meineid schaffung des Originalberichts zum nächsten Termin. Der Vertheidiger liege und gab schlimmsten Falls nur fahrlässigen Meineid zu beantragte, den Angeklagten auf freien Fuß zu sehen, der Staats Er stellte aber für diesen Fall die Unterfrage aus§ 163, anwalt widersprach diesem Antrage, indem er darauf hinwies, daß wonach Straflosigkeit eintrete, wenn der Beschuldigte, bevor eine der Angeklagte zwei Monate nach Verbüßung einer Gefängnißstrafe Anzeige erfolgt oder ein Rechtsnachtheil für einen anderen aus der geworden sei und mehrere Anarchisten bereits ins Ausland geflüchtet Geschworenen in der That den Angeklagten nur des fahrlässigen von 15 Monaten wegen einer ganz gleichen Strafthat rüdfällig( 0) falschen Aussage entstanden ist, seine Aussage widerruft. Da die feien. Das Gericht lehnte die Haftentlassung ab. Meineides schuldig sprachen und die Nebenfrage aus§ 163 bejahten, fo erkannte der Gerichtshof den Angeklagten zwar für schuldig, aber für straffrei. Der Angeklagte wurde sofort aus der Haft entlaffen. " " Theater. Heute findet in der Urania die letzte Aufführung des dekorativen Bortrages" Die Urzeit des Menschen" statt. Die übrigen Vorträge in diefer Woche sind: Montag: Theater:" Reisestizzen aus dem Orient." Dienstag: Theater:" Reiſeſtizzen aus dem Orient." Hörsaal: Dr. Naß Die Glemente des Waſſers". Mittwoch: Theater: Bum legten Male: Reisestizzen aus dem Orient." vom Leben". Donnerstag: Theater: Zum ersten Male:" Im Lande der Hörsaal: Profeſſor Müller Das Wissen Fiorde." Hörsaal: Dr. Spies Ueber einfache Maschinen". Freitag: Theater:" Im Lande der Florde". Hörsaal: Dr. Heilborn„ Die Trachten der Völker". Sonnabend: Theater:" Im Lande der Fjorde." Hörsaal: Profeffor Dr. C. Koppe aus Braunschweig„ Die graphischen Künste und die Bismard- Illustrationen". " " 14. Jan. 1899. Quittung. borEine Streifgeschichte, welche bereits wiederholt das hiesige Schöffengericht beschäftigt und dabei zu Konflikten zwischen Richter und Vertheidiger geführt hat, wurde gestern endlich vor der 183. AbWochen Spielplan der hiesigen Bühnen. Opernhaus: theilung des Amtsgerichts I zum Austrag gebracht. Wegen Ver- Eine ehrenhafte Frau zu Zuchthaus verurtheilt. Die Sonntag: Rienzi, der Letzte der Tribunen". Dirigent: Herr Strauß gehens gegen den§ 153 der Reichs- Gewerbe- Ordnung erschienen die Arbeiterwittwe Anna Schutt hatte es nicht verhindert, daß ihre Anfang 7 Uhr. Montag: 6. Symphonie- Abend der königl. Kapelle. Mittags Maurer Paul Kaul, Hermann Müller und Reinhold Breitenfeld auf Tochter Emma, ein 19 jähriges Mädchen, mit ihrem Verlobten in 12 Uhr: Deffenti. Hauptprobe. Dienstag:„ Der Evangelimann"." Phantasien der Anklagebaut. Im Juli v. J. war bei einem Bau im Kranken- intimen Verkehr trat. Sie wurde deshalb wegen schwerer Kuppelei, im Bremer Rathsteller". Mittwoch:" Briseis"." Lobetanz". Donnerstag: " Lohengrin". Anfang 7 Uhr. Freitag:" Undine". Sonnabend: Briseis" hause Friedrichshain ein Streit ausgebrochen; während desselben vom Landgerichte Hirschberg( Schl.) am 11. Oftober v. J. zu Lobetanz". Sonntag, 22. Januar:" Der fliegende Holländer". Montag: 23.: follten die Angeklagten den sehr schwerhörigen arbeitswilligen dem Strasminimum von einem Jahre Zuchthaus verurtheilt. BeDon Juan". Schauspielhaus: Sonntag: Neu einstudirt:„ Julius Maurer Hoffmann durch Bedrohung von der Arbeit abzuhalten merkenswertherweise hatte der Staatsanwalt gegen dieses Casar". Montag: Der Burggraf". Dienstag: Julius Cäsar". Mittwoch: versucht haben; Müller soll unter Anderem geäußert haben: Urtheil zu Gunsten der Angeklagten Revision eingelegt, da Die Lustspielfirma". Donnerstag: Julius Cäsar". Freitag: Bum Warte mal, 50. Male: Dich friegen wir schon!" In der " Auf der Sonnenseite". Sonnabend:" Die Lustspielfirma". Verhandlung im Oktober v. J. beantragte der Staatsanwalt gegen intimen Verkehr des jungen Paares nicht für Unzucht ges ersten festgestellt sei, daß die Angeklagte aus thatsächlichen Gründen den Sonntag, 22. Januar: Lessing's Geburtstag. Minna von Barnhelm". Kaul und Breitenfeld die Freisprechung, gegen Müller 14 Tage Ge- halten habe. Franziska: Frau Niemann- Raabe a. G. Montag, 23. Januar: Julius Demnach müsse angenommen werden, daß der Cäsar". Neues Königliches Opern Theater: Sonntag: fängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, ließ zu Angeklagten das Bewußtsein gefehlt habe, der Unzucht Vorschub Auf der Sonnenseite". Sonnabend, den 21. Januar: Madame diesem Strafmaß die halblaute Bemerkung:" Mehr nicht?" fallen, zu leisten und es folge daraus, daß die Angeklagte freigesprochen Sans Gêne". Frau Niemann- Raabe, Herr Gustav Rober, als was den Gerichtshof veranlaßte, ihn wegen Ungebühr in eine Geld- werden müsse. Gäfte. Sonntag Das Reichsgericht verwarf die Revision, da ben 22. Januar: Auf der Sonnenseite". Das Deutsche Theater hat für diese Woche folgenden Spielplan feft: da noch einige Beamte, die den Hoffmann zuerst zu Protokoll ver- straffrei mache. strafe von 50 M. zu nehmen. Die Verhandlung selbst wurde vertagt, ein Irrthum in Bezug auf das Strafrecht, wie es hier vorliege, nicht gesezt: Heute Abend:„ Lumpacivagabundus"; Montag:„ Romeo und Julia"; nommen hatten, gehört werden sollten. Im folgenden Termine, der Dienstag, Donnerstag und Freitag: Fuhrmann Henschel"; Mittwoch: Als einziger Trost bleibt der unglücklichen Frau die Genug Cyrano von Bergerac". Am Sonnabend geht Hermann Sudermann's einige Wochen später stattfand, lehnte Rechtsanwalt Dr. Herzfeld thung, daß sie vielleicht in furzer Zeit unzählige ehrenhafte neues dramatisches Gedicht„ Die drei Reiherfedern" zum ersten Mal in den Vorsitzenden des Gerichts, Assessor Wegener, wegen Befangenheit Arbeiter, die zum Streit anreizten", als Leidensgefährten um Szene und wird am nächstfolgenden Sonntag und Montag Abend wiederholt. ab und so mußte die Verhandlung wiederum vertagt werden, sich sehen wird und daß damit das Entehrende, das bisher mit der Uls Nachmittags- Borstellung geht sowohl heute wie am nächstfolgenden Sonn- bis über den Ablehnungs- Antrag entschieden sein würde. Diesem Zuchthausstrafe verbunden war, im Voltsbewußtsein völlig bertag„ Die verfunkene Glode" in Szene. Im Berliner Theater wird wurde als unbegründet nicht Folge gegeben und so leitete der schwindet. " Familie Jensen" heute, am Dienstag, Freitag( 23. Abonnements- Borstellung) Assessor Wegener auch gestern wieder die Verhandlung. Die Anund nächsten Sonntag wiederholt." Baza" geht am Montag und Sonn- geklagten bestritten nach wie vor ihre Schuld; der sehr schwerhörige abenb,„ Das Erbe" am Mittwoch zum 25. Mal in Szene. Die nächste Auf: Hoffman, dessen Aussprache auch überaus schwer verständlich ist, führung von Faust", I. Theil, findet am Donnerstag statt. Heute Nach mittag wirb" Renaissance", nächsten Sonntag Nachmittag„ Don Carlos" war fein ganz sicherer Zeuge, die Beamten bekundeten allerdings, Für den Ziethen- Fonds habe ich erhalten 6 M. von Hugo Salzgegeben. Das tapfere Schneiderlein", Zaubermärchen von A. Prasch, wird daß seine erste Aussage so gelautet habe, wie sie zu Protokoll ge- mann in Weißenfels und 3 M. vom„ Volksblatt für Anhalt", was am Sonnabend Nachmittag wiederholt. Das Schiller Theater nommen worden war. Der Staatsanwalt beantragte wiederum ich hiermit dankend quittire. bringt heute Nachmittag Die Räuber", Abends das Boltsstück Base: Bertagung, welchem Antrage die Vertheidiger lebhaft widersprachen, W. Liebknech t. mann's Töchter" von Arronge zur Aufführung. Wiederholungen des indem sie aus rechtlichen und thatsächlichen Gründen für FreiSchwants Die Leibrente" finden vom Montag bis einschließlich Sonnabend sprechung plädirten. Der Gerichtshof erkannte nach dem Autrage statt, mit Ausnahme von Donnerstag, an welchem Tage E. v. Wolzogen's der Vertheidiger. Romödie, Das Lumpengesindel" in Szene geht. Nächsten Sonntag Nachmittag wird Das vierte Gebot", Abends die Posse„ Ehrliche Arbeit" gegeben. Unter dem Zuchthauskurse. Das Schöffengericht zu Im Bürgersaale des Rathhauses findet heute ein Marschner: Abend" statt. Spandau verurtheilte am Freitag den noch unbescholtenen, be Sturmnachrichten treffen aus ganz Mittel- und Westeuropa Im Theater des Westens finden am Sonnabend nächster Woche und jahrten Maurer Seidel wegen Beleidigung dreier arbeitswilligen" ein. Im Oberharz herrscht seit Donnerstag starter Schneesturm; am darauf folgenden Sonntag die ersten Aufführungen der May Loewen- Maurer und eines Arbeiters zu einer Gefängnißstrafe von drei der Schnee liegt stellenweise 2 Meter hoch, die Poststraße Torfhausgard'schen tomischen Oper Die 14 Nothhelfer" statt. Den Abend beschließen W o'ch e 11. Aufführungen von„ Cavalleria rusticana", in denen Madame Elena de Der Amtsanwalt hatte sogar se dj's Wochen Gefängniß Oderbrück ist theilweise vollständig verweht und der auf Schlitten Tériane die Santuzza fingen wird. Heute und am Mittwoch finden mit der wegen diefer Missethat beantragt. Der Fall lag folgendermaßen: fahrende Postwagen mußte mehrfach aus dem Schnee ausgegraben Baftin Wiederholungen von La Traviata" statt. Am Montag wird„ Die Während des vorjährigen Bauarbeiterstreifs in Spandau, der dort werden. Auf der Strecke Torfhaus- Oderbrück wurde die TelegraphenRegimentstochter" mit darauf folgendem Ballet- Divertiffement, am Dienstag alle Gemüther mächtig erregte, begegnete der Angeklagte leitung durch umstürzende Bäume zerstört. In den Vorbergen Fra Diavolo" gegeben. Am Mittwoch Nachmittag geht zum letzten Mal als auf der Straße vier Arbeitswilligen", worunter der Maurer des Harzes gingen mehrfach Gewitter nieder. Auch im RheinKindervorstellung„ Schneewittchen" in Szene, während am Donnerstag Sr. Alfr. Neumann war, der wegen zahlreicher Vergehen bereits land wüthete der Sturm mit großer Gewalt. Bei Bingen wurde Rittershaus als Eleazar ein kurzes Gastspiel beginnt. Als Borstellung zu 18 Mal mit Gefängniß und Zuchthaus vorbestraft der„ Voss. 8tg." zufolge das Trajektschiff der Staatsbahn in den halben Breifen bringt das Schiller- Theater ausnahmsweise am Freitag ist und gegenwärtig wieder wegen Rohheitsvergehens eine Abendstunden vom Sturm erfaßt und mit zahlreichen Fahrgästen Grillparzer's Trauerspiel Die Ahnfrau" zur Aufführung. Ms Nach Gefängnißstrafe verbüßt. Er soll mit Bezug auf diese im stromabwärts getrieben. Unterwegs stieß das Trajett mit mehreren mittags- Borstellungen sind für heute„ Der Freischütz", für nächsten Sonntag Borübergehen die Worte geäußert haben:„ Da kommen die Strolche, Kähnen zusammen, so daß sich der Fahrgäste große Aufregung beBar und Bimmermann" angesetzt. Theaters setzt sich in dieser Woche folgendermaßen zusammen: Heute Abend, die Streikbrecher." Er will diese Aeußerung aber lediglich in Bezug auf mächtigte. Bei Bingerbrüd erst gelang die Landung. am Dienstag und Donnerstag wird das Volksstück von C. Karlweis„ Das liebe den Neumann gethan haben. Die vier angeblich Beleidigten umringten mehreren Eifeldörfern kommen Hiobsposten über den EinIch", am Montag und Freitag das Lustspiel von Ostar Blumenthal und Seidel, und der Arbeitswillige Maurer Krüger, der gegenwärtig seiner sturz von Stallungen und Scheunen. Bei Solingen wurde ein Max Bernstein„ Mathias Gollinger" und am Mittwoch das Lustspiel von Militärpflicht in Brandenburg genügt, versette dem Angeklagten Bahnbeamter vor einen Zug geschleudert und todt gefahren. OberAm Sonnabend gelangen zum ersten Maie vier Ginatter zur Auffarta, Seibel, einen Stoß, lo bag bieſer ſofort zur Erde fiel heb nön wurde ein Mann in den Rhein geschleudert und später Aufführung, Natürlich war mur gegen Seidel Anklage erhoben worden. nämlich„ Die Beche" und Ein Ehrenhandel" von Ludwig Fulda, „ Liebesträume" und unter blonden Bestien" von Mar Dreyer. Die Charakteristisch für die beim föniglichen Schöffengericht Heftige Stürme wütheten im Schwarzwalde, auch Hochs erste Wiederholung dieser Einatter findet am nächsten Sonntag Abend statt. Spandau über Arbeiterorganisationen und Streits bestehende wasserschäden stellten sich ein. Auf der Hanauer Lokalbahn Heute wird in einer Nachmittagsvorstellung zu ermäßigten Preisen„ Das Auffassung sind folgende Aeußerungen des aus früheren Urtheilen wurden vier Wagen durch den Sturm umgestürzt. Auch aus Glück im Winkel" von Hermann Sudermann und am nächsten Sonntag in Streifprozessen bekannten Amtsrichters Grootte. Belgien treffen Hiobsposten ein. Von einem bei Wangeroog Nachmittag Nora" von Henrik Ibsen aufgeführt. Jm Neuen Theater Diefer entgegnete dem Angellagien, welcher auf seine bisherige gestrandeten englischen Schooner wurden hente der Kapitän und sechs finden heute, am Montag, Mittwoch und Sonnabend Wiederholungen Unbescholtenheit hinwies: Personen durch das Rettungsboot der Station," Fürstin Bismard", von Hofgunst" statt. Für Dienstag ist die Erstaufführung von Mar Kreger's Schauspiel„ Der Sohn der Frau" angesetzt, gerettet. welches ant Donnerstag und Freitag nächster Woche ebenfalls in Szene geht. Heute und am nächsten Sonntag Nachmittag finden Aufführungen von Heinrich Der Spielplan des Lessing: Sie scheinen doch aber auch in das schlechte Fahrwasser gerathen zu sein"!! Einen der Belastungszengen, welcher insbesondere auch bekundete, Stobizer's Lustspiel Die Barbaren" zu halben Preisen statt. daß der Maurer Krüger gegen den Angeklagten thätlich geworden ist, unterbrach Herr Grodite mit den Worten: " " AP = " Das( die Beleidigung) wollten Sie sich natürlich nicht gefallen lassen, das sollen Sie sich auch nicht gefallen lassen." Bei der Urtheilsverkündung äußerte der Herr Amtsrichter recht offenherzig: " als Leiche gelandet. Vermischtes. Aus In der Nacht zum Freitag wurde England von dem größten Sturmwetter seit vielen Jahren heimgesucht. Von vielen Orten wird starker Schneefall und Hagel gemeldet. London ist beinahe vom Verkehr abgeschnitten. Bis zum Abend find in London keine Nachrichten vom Festlande eingegangen. Die Nachrichten aus dem Inlande treffen hauptsächlich auf dem Bahnwege ein; fie berichten, daß viele Menschen ums Leben gekommen sind und ungeheurer Schaden angerichtet ist. An der ganzen Küste haben Der öffentliche Friede und das Staatswohl gebietet, daß sich viel fleinere Schiffsunfälle zugetragen, bei denen die Arbeitswilligen" gegen die Vergewaltigungen(!?) Menschen zu Grunde gegangen find. Bei Llanfair- Fechan durch die Ausständigen geschüzt werden; wir( Wales) gerieth an einer Stelle, wo die Schienen weggespült waren, haben jedoch mit Rücksicht auf die bezeugte Reue des Angeklagten während der Sturm am stärksten raste, ein Eisenbahnzug auf eine verhältnißmäßige geringe() Strafe ertannt, ins Meer. Der Lokomotivführer und der Heizer ertranken. Die wogegen wir in ähnlich liegenden Sachen auf Landestation von Foltestone ist nahezu zerstört. In Manchester höhere Strafen erkannt haben.(!) warf der Orkan einen Schornstein um, wodurch fünf Personen Das Wirken des Amtsrichters Grodtke erinnert lebhaft an die erschlagen wurden. Im Belle Alliance Theater wird das Lustspiel, Der Schlagbaum" hente, am Donnerstag und Sonnabend wiederholt; am Montag wird Sein Patent", am Dienstag" Der Pfarrer von Kirchfeld", am Mittwoch zum legten Male Breziosa"( ermäßigte Preise) gegeben. Am Freitag geht neu einstudirt das Kißling'sche Volksstück mit Gesang Ueber Band und Meer" in Szene, welches bereits im Herbst 25 Aufführungen erlebte. As Nach mittags- Borstellungen sind bestimmt für heute und Sonnabend nächster Woche„ Der Struwwelpeter", für nächsten Sonntag Napoleon". Das Repertoire des Residenz Theaters werden in der tommenden Woche die Novitäten„ Der Schlafwagen- Kontrolleur" und das einaftige Lustspiel Bum Einsiedler" beherrschen. Heute Nachmittag geht Jugend" von May Halbe zu ermäßigten Preisen in Szene. Jm Thalia Theater geht heute Nachmittag bei bedeutend ermäßigten Preisen( Erstes Parquet 1 M.) die Posse„ Der Eva Apfel" in Szene. Abends wird Mein Leopold" mit Herrn Thomas als Weigelt gegeben. Es ist dies die letzte Sonntags- Vorstellung des L'Arronge- Magdeburgische Justiz. Aus New- York wird berichtet: In den östlichen Staaten der fcheit Volksstückes, da am nächsten Sonnabend bereits die Première Ein tranriger Unfall, der den Tod zweier alter Damen, der Union herrscht außerordentliche Kälte. In New- York steht der Mannstädt'schen Gesangsposse„ Schiddebold's Engel" stattfindet. Die fleinen Michus" beginnen heute Sonntag im Metropol Frl. Astfalt zur Folge hatte, beschäftigte gestern zum zweiten Male punkte. In dem gleichfalls in Staate New- York gelegenen Saratoga in der Göbenstr. 30 wohnenden Frau Dr. Gericke und deren Schwester heute der Wärmemesser nur auf 9 Grad Fahrenheit über dem NullTheater im Verein mit dem Ballet Die Engelsjäger" ihre Jubiläums: Die 7. Straffammer des Landgerichts I. Anfangs April führte der aber herrschte eine Stälte von 32 Grad unter Null und in Pittsburg woche, da die 25. Aufführung dieses erfolgreichen Werfes bevorsteht. Die heutige Vorstellung beginnt um 1/28 Uhr die Nachmittags= Vorstellung fällt Rohrleger Eduard Prdzust in dem genannten Hause in und Pennsylvanien hatten die Einwohner gar eine solche von 40 Gr. Heute aus. Das Luisen Theater bringt in der heutigen Nach der über der Wohnung der Damen liegenden Wohnung eine unter Null auszuhalten. Viele Menschen sind erfroren und die mittags: Borstellung nochmals„ Kean", Abends zum ersten Male wiederholt Reparatur an dem Hauptgasrohr aus. Er überfah mit seinen Sterblichkeit hat bedeutend zugenommen. In vielen Dörfern auf Die bezähmte Widerspänstige", welche auch Montag, Dienstag und Freitag Arbeitern, daß durch die Umdrehung des Hauptrohrs ein in der dem Lande mußten wegen der großen Kälte die Schulen geschlossen nächster Woche gegeben wird. Mittwoch steht Wilhelm Tell" und Sonn- Wohnung der alten Damen befindliches Nebenrohr verzerrt wurde, werden. Unter den Armen herrscht viel Glend. abend„ Der Kaufmann von Venedig" auf dem Spielplan. Als nächste so daß Gas ausströmte. Nach Beendigung der Arbeiten Klingelte der Fälle haben vom amerikanischen nach dem kanadischen Ufer eine Die NiagaraSchülervorstellung geht fünftigen Sonnabend Wilhelm Tell" in Szene. Im Zentral- heater wird bis auf weiteres„ Die Puppe" gegeben. Rohrleger an der Thür der alten Damen, um pflichtgemäß nach- Eisdecke gebildet. Es wird ein Eispalast gebaut, der sich schon seiner Heute Nachmittag„ Der Bettelstudent." zusehen, ob alles in Ordnung sei. Ihm wurde nicht mehr geöffnet, Vollendung nähert. und er ging feiner Wege. Die beiden alten Damen, die auch um 31/2 Uhr lebend gesehen worden waren, wurden in der 5. Stunde in ihrer Wohning als Leichen aufgefunden. Sie sind an Kohlenorhdvergiftung gestorben. Die siebente Straffammer hatte seiner Zeit den Ein Anarchistenprozeß beschäftigte gestern die zweite Straf- wegen fahrlässiger Tödtung angeklagten Prozust freigesprochen, weil kammer des Landgerichts I unter dem Vorsitz des Landgerichts die Straftammer annahm, daß er voll seine Pflicht gethan habe. Direktors Käller. Auf der Anklagebank befand sich der bekannte Das Reichsgericht war anderer Meinung. Es nahm an, daß der Anarchist Buchbinder Friedrich Dempwolf, welcher der Be- Angeklagte die Umdrehung des Hauptrohrs hätte wahrnehmen und Leidigung des Offizierkorps, der Aufreizung sofort die Arbeit einstellen und nachforschen müssen, ob alles in Swinemde. 747 verschiedener Bevölkerungsklassen gegeneinander und der Auf- Ordnung wäre. Das erste Urtheil wurde daher aufgehoben und der forderung zur Begehung strafbarer Hand- Angeklagte gestern von der Straflammer auf Grund fachverständiger wiesbaden 758 23 Iungen beschuldigt war. Staatsanwalt Ranzow vertrat die Gutachten zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. München 757 S Anklagebehörde, Rechtsanwalt Bieber führte die Vertheidigung. Ein interessanter Fall, in welchem ein geleisteter Bien Am 14. September vorigen Jahres fand im Cohn'schen Saale in Meineid zwar unter Antlage gestellt wurde, aber straflos der Beuthstraße eine Volksversammlung statt, welche vorwiegend bleiben mußte, beschäftigte am Freitag das Schwurgericht am Landvon Anarchisten besucht war und in der der Angeklagte als Redner gericht II unter Vorsiz des Landgerichts- Direktors Merscheim. auftrat. Er sprach über das Thema:„ Die Kundgebung in einer Anklagesache wegen Duldens von Glücksspiel, die sich Gerichts- Beifung. Witterungsübersicht vom 14. Januar 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Hamburg Berlin Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter 4 Regen Temp. n. 6. 5° 4° N Stationen Barometerſtand mm 1 Haparanda 742 N 5 Regen 3 Petersburg 3 Cort Wind richtung Windstärke Wetter 2 bedeckt 762 NNA 3 wolfig 6 Aberdeen 751 NW 3hlb. bed. 6 Paris 761 WNW 1 Regen Temp. n. 6. fat=' Do 9438 10 751 WSW 5wolkig 750 N 5 wolfig 4 bededt 750 S 2wolfent 6 Wetter Prognose für Sonntag, den 15. Januar 1899. Niederschlägen und ziemlich frischen westlichen Winden. Ein wenig kühler, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit geringen Berliner Wetterbureau. Achtung! 2. Wahlkreis. Achtung!| Achtung! Sonntag, den 15. Januar 1899, Abends 6% Uhr, bei Zubeil, Lindenstrasse 106: Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: Vortrag über:„ Der Kampf ums Dasein." Bersammlung bekannt gemacht. 210/2 Nachher: Tanz. Referent wird in der du no dis Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Süd- Ost) Dienstag, den 17. Jannar, Abends 81% 1hr, im Lokale des Herrn Graumann, Naunynstraße 27: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorträge der Genoffen Dr. Alfred Bernstein und Dr. Weyl über: Schulmedizin und das Naturheil berfahren." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 19. Jannar, Abends 82 Uhr: 6. Wahlkreis. Achtung! Dienstag, den 17. Januar, Abends 8 Uhr, in der Borussia, Aderstr. 6/7: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bürgerthum und Arbeiterklasse am Anfang einer neuen Zeit. Referent: Neichstags- Abgeordneter Rosenow. 2 Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen, auch der Frauen, ersucht Der Vertrauensmann. 219/2 Droschkenkutscher! Goldene DamenMontag, den 16. Januar. Abends 9 Uhr. in Keller's Festfälen, Koppenstrasse 29: Seffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die neueste Heldenthat der Ringfuhrherren und unsere Stellungnahme dagegen. 2. Diskussion. Kollegen! Das neueste Vorgehen der Fuhrherren macht es erforderlich, daß Alle, ob weiß oder schwarz, ihre Schuldigkeit thun. Erscheint somit 52/2 Das Agitations Komitee. General- Derlammlung ane, Mann für Mann, in dieſer Bersammlung. im Saale des alten Schützenhauses, Linienstraße 5. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Leopold Liepmann über: Die Sozial bemokratie und die Waarenhäuser." 2. Disfussion. 3. Bericht des Vor standes, des affirers und der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheiten.[ 245/2 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Sonntag, den 15. Januar, Nachmittags 126 Uhr: Oeffentl. Derlammlung für Männer und Frauen im„ Rösliner Hof", Köslinerstraße Nr. 8. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Benoffen Ad. Hoffmann über: Modernes Naubritter thum." 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Veisammensein. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 219/11 Der Vertrauensmann. Uhren von 16 Mk. an. Uhren, Goldwaaren. G.Wagner, Skalitzerstr. 126 nahe Kottbus.Th. 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Strohmandel, Berlin S., 72, Wall- Strasse 72, wo auch alte Decken aufgearbeitet Achtung, Parteigenosjinnen und Genossen Moabits! Freier Verein für Naturheilkunde und Gesundheitspflege werden. Dienstag, den 17. Januar 1899, Abends 8 1hr, im Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Sachse über: Soziale Gesetzgebung im Deutschen Reiche." 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Achtung! DE Die Vertrauensperson. Achtung! Genofsinnen und Genossen! Sonntag, den 15. Januar 1899, Abends 6 1hr, bei Ewald, Schönleinstraße Nr. 6: Oeffentl. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Jahn über: „ Das menschliche Glück und die soziale Frage." 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Die Vertrauensperson. 1/4 Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Montag, den 16. Januar 1899, Abends S Uhr: Charlottenburg. Montag, den 16. Januar. Abends 8½ Uhr: Groke Dersammlung im Lokal Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39. Tages Ordnung: Selbständigkeit." Referent: Naturprediger Johannes Guttzeit. 2. Distustion. 1. Vortrag über:„ Gesundheitspflege der Kindesseele, Erziehung zur Entree nach Belieben. 726 Der Vorstand. 6729* Strickwolle, muster gratis. Probeprima, Pfund 1,95 M. 5960* bocken à 17 Pf. fret Hans. Eberhardt, Stralauer Platz 6/7. Gaskocher, Dreiloch 10 M. Gasbratöfen, vorzüg lich, 10 m. Plätteisen bill. Gasheiz Sparsystem 2 M., Zweiloch 6 M., öfen 9 M. Theilzahl. J. Wohlauer, Verband der Graveure u. Ziseleure Deutschlands Wallnertheaterstr. 26/27, kein Laden. ( Filiale Berlin). Dienstag, den 17. Januar, Abends 82 Uhr: General- Versammlung im Vereinslokal Dresdenerstraße 45. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Neuwahl des Vor: standes. 4. Verschiedenes. 74/1 Die Ortsverwaltung. Textilarbeiter! Berlin III( Dekateure). Auf Theilzahlung! Schlag- Regulat., 14 T. geh., 18 m. Silb. Herren- Remont.- Uhr 15 Uhrmacher 5218* Charlottenstraße Nr. 15. Kein Abzahlungsschwindel.* Zähne 1 M., äuß. Haltbar, festsigend, Garantie, Bezahl. erst bei vollst. But Soeben beginnt nemer Jahrgang: IN- FREIEN STUNDEN BMLilien ILLUSTRIRTE ROMAN BIBLIOTHEK 3- JAHRC HEFT 10- PFENNIC DIE TOCHTER DES SUDENS Zu beziehen durch alle Colporteure und Spediteure. Kinder, Puppen-, Sport-, Kasten-, Leiter- u.Ziegenbockwagen, Kindersche, Kinderklappstühle, Krankenwagen, auch leilweise für Erwachsene u. Kind., Triumphstühle, Reise- u. Papierkörbe, Blumentis che, Korbwaaren jeder Art, Kinderbettstellen. Grösstes Lager Berlins. Auf Kinderwagen gest. Theilzahlung. A. W. Schulz, 95 Brunnenstr. 95, vis- à- vis Humboldthain, 3 Minuten vom Bahnhof Gesundbrunnen. Fernspr. Amt III. 1767. Mußschneiden! 5% Nabatt! friedenheit, feine Nebenuntoften. Spe Warum verdient die Privat Zahn: Klinit von F. 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G8 liegt im Intereffe jeder Werkſtatt, voll und ganz zu er- Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter Deutschlands. Dienstag, den 17. Jan., Abends 8½ Uhr, Bergstr. 12: Verbands- Versammlung. Branchen- Versammlung der Bürsten- und Pinselmacher im Lokal des Herrn Schiller, Rosenthalerstraße 57. Tages Ordnung: Bericht und Neuwahl der Werkstatt- Kontrolltonmission. Sämmtliche Kollegen werden ersucht, pünftlich zu erscheinen. Aufnahme Reuer Mitglieder findet in der Versammlung statt. Große öffentliche Versammlung der Konfektions- Arbeiter und Arbeiterinnen, Bügler, Stepper und Zuschneider am Montag, den 16. Januar 1899, Abends 8 Uhr, im Lokale " Königsbank", Große Frankfurterstraße 117. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Organisation der Arbeiter und Arbeiterinnen eine fulturelle Nothwendigkeit und der Vortheil der Arbeitsweise in den Händen der Arbeiter. Referent: Kollege Bohn. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 164/1 Der Vertrauensmann: H. Stubbe. ( Filiale Berlin II Nord.) Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Besprechung über Industrie- Berbände. 3. Wahl eines Delegirten zur Generalversammlung. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Billets zum Maskenball gelangen zur Ausgabe. Der Vorstand. 83/1 Produktiv- und Einkaufs- Genossenschaft für Radfahrer. Die Monats- Versammlung findet am 16. Jan., Abends 8 Uhr, in Englischen Garten, Alexanderstr. 27c, statt. ,, Sachgemäße Behandlung des Fahrrades". Vortrag von Herrn Mechanifer Kehl über: [ 646 Abschluß der Tandems u. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Achtung! Putzer. Achtung! Arbeiter- Sängerbund Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Berlins und Umgegend. Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 1hr, im Nebensaale der Brauerei Friedrichshain: Ausfchuh- Sihung. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Abrechnung vom Sängerfest. 3. Berschiedenes. Im großen Saale um 11 Uhr: Nebungskunde. " ( Bahlstelle Berlin I, Puter). Montag, den 16. Januar, Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 20 ( Armin- Hallen): Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: [ 134/2 1. Wahl der Revisoren. 2. Anträge zum Verbandstage. Verschiedenes. Um recht zahlreiches u. pünktl. Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. Verein deutscher Schuhmacher. Folgende Lieder werden geübt: 1. Der Menschheit Erwachen", 2. Vorwärts". 3. Trintlied". 4. Gruß au den Mai". Die Vereine Berlins und der nahen Umgegend find verpflichtet, in der Bundes- Mitgliedstarte legitimirt. Nebungsstunde vollzählig zu erscheinen. Sämmtliche Vereine müssen in der Ausschuß- Sigung vertreten fein. Bon Vormittags 10 1hr ab: Ausgabe eines neuen Liebes und am Entgegennahme von Bundesbeiträgen. Der Vorstand. Friedrichsberg. Dienstag, den 17. Januar, Abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Panten, Frankfurter Allee 174: General- Derlammlung des Arbeiter- Bildungsvereins. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Max Kiesel über: Friedrich Schiller, ein deutscher Dichter." 2. Diskussion. 3. Abrechnung bom 4. Quartal 1898. 4. Anträge des Borstandes. 5. Verschiedenes. Um recht zahlreiches und püüttliches Erscheinen ersucht 14/1 Der Vorstand. Versammlungen Mittwoch, den 18. d. M., Abends 8½ Uhr. Bahlstelle I bei Feind, Weinstr. 11. Bahlsteile II bei Lange, Dragonersir. 15. Bahlstelle III bei Cohn, Beuthstr. 20. Vortrag vom Kollegen Pankow. 8ahlstelle IV bei Roll, Adalbertstr. 21. Tages- Ordnung: 1. Ab rechnung pro 4. Quartal 1898. 2. Auflösung der Bahlstelle und Anschluß an Zahlstelle I. 169/3 NB. Kollegen, welche noch Billets vom Weihnachtsvergnügen haben, werden ersucht, mit Kollegen Adler abzurechnen. Die diesjährigen Maskenbälle finden am 4. Februar bei Cohn, Beuthstr. 22, und im Lotal Königsbauk", Gr. Frankfurterstr. 117, statt. Am Montag, den 16, d. M., Abends 8 Uhr: Bahlstelle Friedrichsberg bei Waklawlack, Frankfurter Bahlstelle Weissensee b. Pfeifenmüller, König- Chauffee 38. Die Bevollmächtigten. Um zahlreichen Besuch bitten Allee 150. Fuckführung Schön Bumbachift Stenographic schreiben gratis lefit i.franke C. Banes, Dortmund. Swortes, Deutsches Handels- LehrInstitut Soeben erschienen: Arbeiternotizkalender Geb. 60 Pfg. 1899 Porto: 10 Pfg. Aus dem Jnhalt heben wir hervor: Rechte und Pflichten und Stellung der Arbeiter zum Junungs- und Handwerkergefrk. LobuzahInng und Schübeschlagnahme nach der Gewerbeordnung.- Was zahlt eine Arbeiterfamilie flir Lebensmittel jährlich Stenern? Längen- nub Hohlmaße und Gewichte der verschiedenen Länder im Vergleich zum metrischen Maße, bez. Kilogramm. Bergleichende Münztabelle. Adressen ger deutschen Gewerkschafts-@ rganifationen und Fabrikinspektoren unter Angabe ihrer Bezirfe. Jährliches Wachsen der Militärausgaben, der Reichsschulden und der Zinspflichten von 1871-1899. Ausschneiden! 5% Nabatt! Weil sie auch weniger Bemittelten fünftl. Zähne auf Theilzahlung pro Woche 1 M. fannerzlos einsetzt. Behandlung ängst licher empfind Spezialität: her und emoñib. licher Personen. 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Gegenüber den wangsinnungs- Bestrebungen ist die Darlegung des neuen Handwerkergefehes von Robert Schmidt, als Mits glied der Reichtags- Kommission für Stesen Gefcgentwurf, angebracht und das Hauptintereffe dürften die tabellarischen Hebersichten über die Reichstagswahlen von 1898 beanspruchen. DieBelehrungen übergohnzahlung und Lohnbeschlagnahme, die Adressen der Fabrikinspektoren u. GewerkschaftsOrganisationen c. c. geftalten den Kalender zu einem empfehlenswerthen Gewerkschaftl. Nachschlagebuch Buchhandlung Vorwärts Berlin SW, Beuthär. 2. gebraucht, vert. f. 75 M. Fahrrad, Ebel. Brinzenſtr. 21 I. Für Rauchklubs u. Vereine empf. meine Papier- 8Bigarrenspizen- Fabrit. Schömann, Brunnenstr. 6. Schönes Bereinszimmer geben 50-60 Personen, Elsasserstr. 9.[ 956 Zu verkaufen schwarzer Anzug, fast neu, f. schl. Figur, billig, Sorauerstr. 2 v. I. I. 895 und alle Sorten Räder Ballisadenstr. 101. Lieferwagen alle Sorten 984 Fahrräder bon 20 M. an Langeftr. 93, Karras. Lehrbahn. Theilzahlung. auch ohne 825 Nähmaschinen, Anzahlung, Ellermann, Wiesenstr. 29( Baden) Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Br. 13. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 15. Januar 1899. Die Gesundheitsschädigung der Arbeiter. III. Bergban, Hütten- und Salinenwesen, Torfgräberet. giebt es noch feine Staubabfang- Vorrichtung. Neben der StaubIn den Metallhütten des Oberharzes bilden die Blei- entwickelung wird die gebeugte Haltung der meisten Schleifer als wohl schon in der Regel Achtstundenschicht vorhanden sei, würde doch bergiftungen den größten Prozenfaz aller Erkrankungen; ob- sehr nachtheilig bezeichnet." von einer weiteren Herabjegung der Arbeitszeit eine Verminderung der Vergiftungsgefahr zu erwarten sein. Der Gesundheitszustand der Nakschleifer ist nicht minder un günstig. Wie der Beamite für Arnsberg durch einen Vergleich der " Nicht nur durch die Betriebsunfälle werden Jahr für Jahr Zehntausende von Arbeitern verkrüppelt oder getödtet; ein noch weit größerer Theil derselben geht elend zu Grunde, weil er neuerdings gemachten Beobachtungen mit den Berichten aus dem zu überlanger Arbeitszeit gezwungen ist, wozu dann noch Jahre 1853 festgestellt hat, ist es trop aller hygienischen ungesunde Arbeitsräume und die mit langer Arbeitszeit IV. Juduftrie der Steine und Erden. Verbesserungen der Arbeitsstätten nicht gelungen, die Schleifer stets verbundene ungenügende Bezahlung, infolge dessen un Steinmegen und Steinhauer werden durch den Staub vor den mörderischen Einwirkungen ihres Berufs hinlänglich zureichende Ernährung und Wohnung, hinzukommen. lungentrant, besonders bei Akkordarbeit; der Pfälzer Beamte hält zu schützen". Deshalb fordert er 10 Stunden Maximal- Arbeitszeit Daß eine Verkürzung der Arbeitszeit die Gesund- eine 10stündige Arbeitsdauer für angemessen, der für Württem- ausschließlich der Baufen( 1 Stunde Mittags, je 1 Stunde Vorheit der Arbeiter kräftigen und sie überhaupt einer menschenwürdigen berg III schließt sich den am Ulmer Münster- Bau beschäftigten und Nachmittags); falls achtstündige Schichten eingeführt würden, Eristenz näher führen würde, ist von unserer Seite oft genug Steinhauern auf 8stündigen Arbeitstag wegen der verhängnißvollen seien 2 Pausen von je 12 Stunde ausreichend. hervorgehoben worden. Jedoch der von unserer Reichstagsfraktion Wirkung der Oberkirchener Steine" an. Auch für Steinbruch- Bei Gußputern zeigen sich häufig Lungenerkrankungen gestellte Antrag auf Einführung des Achtstundentages betriebe wird eine 10stündige Arbeitsdauer gefordert( Hessen I).( Minden); Festlegung der Arbeitszeit jei aber nicht anwurde, selbst mit den Uebergängen von 10 zu 9 auf 8 Stunden, wie wir Für Sand- und Kaltmühlen wird von Hessen II und gebracht, da alsdann auch verwandte Berufszweige umfaßt es 1891 beantragten, im Februar 1897 abgelehnt und sogar der vom Reuß j. 2. Kürzung der Arbeitszeit gefordert, von Lothringen werden müßten, was wohl zu weit führen würde". Eine Professor Hitze und anderen Zentrumsmitgliedern 1897 gestellte 11stündige, von Hannover für Kallofenbrenner 14- oder besser tragikomische Aengstlichkeit um das Wohlergehen der Unter Antrag, eine Arbeitszeit von 63 Stunden wöchentlich 12stündige Arbeitszeit. nehmer! durch Gesetz einzuführen. Aus den eigenen Reihen des Zentrums Außerordentlich verwüstend auf die Augen der Arbeiter wirken Das Beizen( Brennen) von Messing, Bronce u. dergl. wurde damals ein Antrag gestellt, der Hize's Forderung zu Falle die Zementfabriken. Im Mühlen- und Ofenbetriebe mit hochgrabiger Salpetersäure oder einem Gemisch von Schwefelbringen sollte und brachte. Professor Hertling beantragte, daß sowie beim Berpaden des Zements in Fässern alle acht säure und Salpetersäure entwickelt start äßende Dünste, welche den die verbündeten Regierungen Erhebungen anstellen laffen sollten, Stunden Ablösung und dazwischen mindestens eine halbstündige Beizern Bluthusten und Lungenschwindsucht bringen. 6 Stunden in welchen gewerblichen Betrieben durch übermäßige Dauer Baufe; für Bementfabriken, Bementmüllerei und Verpackung zehn Arbeitszeit sei höchstens zulässig mit Unterbrechung durch 1/ 4stündige der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Stunden, innerhalb derselben 2 Stunden Pausen; Arbeiterinnen und Pause und Beschäftigung der Beizer in der übrigen Zeit des Tages Arbeiter gefährdet wird, und dann auf Grund dieser Er- jugendliche Arbeiter sind auszuschließen, fordert der Beamte( wie lange?) mur mit Arbeiten, die nicht mit der Beizerei in Verhebungen überall dort, wo eine solche Gesundheitsgefährdung vor- für Potsdam. Für Bement- und Gipsarbeiter fordert Oberbayern bindung stehen( Iserlohn). liegt, in Ausführung des§ 120e, Absatz 3 der Gewerbe- Ordnung 9-10 Stunden und 11/ 2stündige Mittagspause. durch entsprechende Verordnungen die Arbeitszeit zu regeln. Der§ 120e der Gewerbe- Ordning, der seit 1891 in Straft steht, legt dem Bundesrath die Pflicht auf, Dauer, Beginn und Ende der zulässigen täglichen Arbeitszeit und der zu gewährenden Pausen für solche Gewerbe vorzuschreiben, in welchen durch übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird. Vorschriften über einen solchen sanitären Maximal- Arbeitstag hat der Bundesrath aber erst für sehr wenige Betriebe erlassen. Gemäß dem Hertling'schen Antrag hat nun der Bundesrath Erhebungen durch die Gewerbe Aufsichtsbeamten vornehmen lassen, denen er Ende Mai 1897 folgende Fragen zur Beantwortung stellte: Für Arbeiter in nassen Thonftichen 8 Stunden, einschließlich 1/2 Stunde Pause; Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter sind auszuschließen( Botsdam). Für Ziegelei- Arbeiter wird gefordert: Nicht über 15 Stunden ( Potsdam), nicht über 14 Stunden( Hannover); 12 Stunden abzüglich der Bausen am Tage, 10 Stunden Nachts( Altona); 12 Stunden täglich oder 72 Stunden wöchentlich( Düsseldorf); 14 Stunden, unterbrochen durch drei Pausen von mindestens 2 Stunden Gesammitdauer, an 40 Tagen 15 Stunden( Unter- Elsaß); 12 Stunden ( Mecklenburg- Schwerin und Mecklenburg- Strelit). Bei der Großeisenindustrie im Bezirk Arnsberg soll über. mäßige Dauer der Arbeitszeit nicht vorkommen; 24 Stunden als Wechselschicht findet sich nur an jedem zweiten Sonntag bei den HochofenKoterei- Arbeitern; diese sind daran gewöhnt und wollen feine Aenderung"(!). Auch die anstrengende Arbeit der Schweißer und Puddler sei bei ihrer 10- und 101/ astündigen Arbeitszeit nicht gesundheitsschädigend. Hessen II fordert ganz allgemein für die Arbeiter an und in heißen Defen Beschränkung der Arbeitszeit, Lothringen statt der üblichen 11-12 Stunden 11 Stunden; es sei zweifellos, daß die gegenwärtige Dauer die Gesund. heit der Arbeiter schädige". Der Reichsbericht versäumt folgende die Zustände im Für die Arbeiterinnen einer Holzschrauben- Fabrik fordert Ziegeleigewerbe tennzeichnenden Mittheilungen des preußischen Berlin zehn Stunden Maximal- Arbeitszeit und eine mehrfache Berichts abzudrucken, in dem es aus Düsseldorf heißt:„ Die Arbeits- Unterbrechung der Arbeit durch Pausen, da die den Arbeiterinnen 1. In welchen Gewerben find Wahrnehmungen gemacht zeit dauert 13, 14, 15%, Stunden, bei günstiger Witterung und obliegende Bedienung von je 6 Schneidebänken im höchsten Grade worden, die den Erlaß weiterer Vorschriften auf Grund des§ 120e regem Geschäftsbetrieb oft länger. Gesundheitsschädigungen ab spannend und das Nervensystem angreifend sei". Abs. 3 der Gewerbe- Ordnung Einführung eines sanitären ernsterer Art werden nicht ausbleiben können, wenn, oft wochenlang, Für Feilenhauer und Feilenschleifer fordert Potsdam Maximal- Arbeitstages erwünscht erscheinen lassen? 2. Worin die meist recht schwere Arbeit in übermäßig langen Arbeitsschichten 8 Stunden höchstens sowie den Ausschluß von Arbeiterinnen und bestehen diese Wahrnehmungen? 3. In welcher Weise wären ausgeführt werden muß. Hier würde sich eine gesegliche Be- jugendlichen Arbeitern. Oberbayern fügt noch Feinmechaniker, Arbeitszeit und Pausen in den betreffenden Gewerben zu regeln? schränkung der Arbeitszeit als eine große Wohlthat für Optiker, Spängler und Zinngießer hinzu, welche hauptsächlich Schon bei Besprechung der Mittheilungen, welche hierüber von die Arbeiter erweisen und voraussichtlich auch den Unter- an Erkrankungen der Athmungsorgane sowie an Brust- und Magenden preußischen Gewerbe- Aufsichtsbeamten gemacht wurden nehmern teine erheblichen Nachtheile bereiten, frankheiten litten. ( Vorwärts" Nr. 159 vom 10. Juli 1898), wiesen wir darauf hin, da auch hier, wie es in vielen anderen Industrien bereits In der Nadelindustrie Aachens beträgt die Arbeitszeit fast daß für die Erhebungen ein viel zu kurzer Zeitraum belassen sei geschehen ist, die Erfahrung sehr bald zeigen wird, daß durch über- durchweg 11 Stunden; nur einige Betriebe muzen ihre Arbeiter in und die Gewerbe- Aufsichtsbeamten ohnehin schon viel zu belastet mäßige Arbeitsdauer der Arbeitsleistung nicht beliebig gesteigert übermäßiger Weise aus." Der Reichsbericht versäumt hier seien, um überall diese Aufgabe in vollem Umfange zu erledigen; werden kann, daß vielmehr eine angemessene Verkürzung der Arbeits- folgende im preußischen Bericht befindliche sehr charakteristische Stelle auch seien die Quellen, welche sie benutzen sollten Mittheilungen zeit durch Mehrleistung der Arbeiter ganz oder nahezu ausgeglichen abzudrucken:" In einer Nadelfabrik Aachens wurden die in der der Krankenkassen- Vorstände und Aerzte, Vergleichung der Statistit wird." Und aus M.- Gladbach:" Für die Ziegelei- Arbeiter wäre es Spannerei und Wäscherei beschäftigten Arbeiter mehrere Tage der Krankenkassen und Invaliditäts- Anstalten feineswegs zu sehr wünschenswerth, wenn die täglichen Arbeitsstunden festgesetzt in der Woche von Morgens 7 Uhr bis nachts 12, 1 und verlässig oder selbst genügend informirt. Die Reichsberichte über würden, da die Arbeit im Sommer als eine übermenschliche 3 Uhr beschäftigt und nahmen am anderen Morgen die deutsche Gewerbe- Aufsicht bestätigen und verschärfen dieses Urtheil. Anstrengung bezeichnet werden muß." um 7 oder 8 Uhr ihre Arbeit wieder auf. Das krante Nicht nur aus Preußen, sondern auch aus den meisten anderen Für die Ziegelbrenner 12 Stunden einschließlich der Pausen Aussehen der Leute bewies zur genüge die Schädigung, die sie Bundesstaaten melden die Aufsichtsbeamten, daß die Aerzte( Ostpreußen); 8 Stunden einschließlich 1 Stunde Pause( Potsdam); bereits an ihrer Gesundheit erlitten hatten. Mit Rücksicht auf den sich sehr zurückhaltend mit ihrer Auskunft zeigten, weil 14, wenn möglich 12 Stunden( Hannover); 6 Stunden( Hessen I); erhöhten Verdienst und im Hinblick darauf, daß sich leicht Andere fie oft aus Rücksicht auf ihre Existenz, wie einige auch Regelung der Arbeitszeit nicht erforderlich( Leipzig). finden werden, die bereit sind, ihre Stelle anzunehmen, lassen sich unumwunden zugeben, wenig geneigt sind, lebelſtände und Bei keinem Betriebe gehen, wie man sieht, die Vorschläge der die Arbeiter diese maßlose Ausunkung ihrer ArbeitsSchäden aufzudecken"( Oppeln) oder Bedenken tragen, ihre Er Aufsichtsbeamten so auseinander, wie bei den Ziegelei- Arbeitern. Die fähigteit gefallen.", fahrungen der Oeffentlichkeit mitzutheilen( essen II). In Ursache hiervon ist zum großen Theil, daß die Ziegler in der Und wehe dem, der einen solchen Arbeitswilligen" aufheßen" Württemberg III verwahrten sich zwei Fabrit- Krankenkaffen- Aerzte Mehrzahl Wanderarbeiter, vielfach Ausländer seien und will, sich durch organisirten Kampf eine menschenwürdige Existenz zu ausdrücklich gegen jede ihre Stellung als Kassenärzte gefährdende durch die Rückkehr in ihre Heimath eine Nachprüfung der Gesundheits- erringen! neb aus Veröffentlichung ihrer Mittheilungen." verhältnisse ausschließen", wie aus 10 Bezirken berichtet wird. Die Abhängigkeit der Aerzte von den Unter- Immerhin liegt Material für die Gesezgebung genug vor, und schon VI. Maschinen, Werkzeuge, Instrumente, Apparate. nehmern tritt hier deutlich zu Tage und weist auf einen der ein 12stündiger Marimal- Arbeitstag würde großen Nuzen stiften. In den Maschinenfabriken des Bezirks M.- Gladbach werden wundeſten Buntte unseres Strantentaffenwesens hin. Wie aber tann man erwarten, daß der Bundesrath den die Arbeiter durch die vielen Ueberstunden ruinirt. Die regelFerner sind die Krankentassen fast durchwegs nicht in der erwachsenen männlichen Ziegelei- Arbeitern Schutz zu Theil mäßige Arbeitszeit soll 10-10 1/2 Stunden dauern.„ Wegen des Lage, aus ihren Büchern eine Statistik über Berufsstellung und Art werden läßt, wo er entgegen nicht allein den Protesten aus guten en Geschäftsganges hat sie thatsächlich infolge der fortder Erkrankung zu geben; theils läßt sich die Erkrankung infolge der Presse, sondern auch zum Theil im Widerspruch mit den seit Sauernden Ue berarbeit durchschnittlich 12-121/ 2 Stunden von Unfällen nicht von den anderen trennen, theils wird die Jahren erhobenen Forderungen der Gewerbe- Aufsichtsbeamten bis gedauert." Der Beamte schlägt vor, die Ausdehnung der Arbeitszeit Art der Erkrankung gar nicht gebucht. Dazu kommt aber noch, daß 1. Januar 1904 die Beschäftigung der Arbeiterinnen auf über 11 Stunden hinaus von einer besonderen Genehmigung selbst bei sorgfältiger Registrirung die Krankenkassen keine richtige 12 anstatt 11 Stunden und von jugendlichen Arbeitern abhängig zu machen. Wie die außerordentlich zahlreichen GenehmiAuskunft über die Gesundheitsschädlichkeit eines Berufs geben auf 11 anstatt 10 Stunden festsette. So sieht die moderne Sozial- gungen für Ueberstunden der Arbeiterinnen zeigen, würde können, da die Krankheitsziffer ja vollständig abhängig ist von dem reform aus! dadurch nicht genügend geholfen; ein völliges Verbot wäre das hänfigen Wechseln der Arbeiter und von ihrem Alter. So waren Für Töpfer fordert Oberbayern 8 Stunden und 2 Stunden einzig Richtige. in einer Magdeburger Bleiweißfabrik, welche 17 Arbeiter be- Mittagspause, wo bleihaltige Glasuren verarbeitet werden, acht Im Bezirk Oppeln haben Arbeiter, abgesehen vom Sonnschäftigte, nicht weniger wie 98 im Laufe eines Jahres an- Stunden dringend geboten" und 6 Stunden ohne Pause für die abend, auch wohl einmal in der Woche an Werkzeugmaschinen gestellt; der gesammte Arbeiterbestand wurde mithin etwa Aescherarbeiter und die Arbeiter in den Ofenfabriken( Potsdam); 18 Stunden hintereinander thätig" sein müssen. Der sechs mal im Jahre erneuert,„ da jeder Arbeiter nach für Porzellan- Schmelzer 8 Stunden und 11/2 Stunden Mittags- Beamte meint: Hiergegen einzuschreiten, lag tein genügender Anlaß einer acht bis neunwöchigen Thätigkeit frant weggeht pause( Schwarzburg- Rudolstadt); für Porzellan- und Kachelbrenner vor." Nur weil furzsichtige Fabrikleiter sich nicht scheuen, einen oder entlassen wird." Oder es kommen wie in den Bements 8 Stunden einschließlich 1/2 stündiger Bause sowie eine Ruhezeit von Arbeiter sechs unddreißig Stunden lang zu be fabriken des Potsdamer Bezirks junge Russen und Galizier, die bei 12 Stunden zwischen zwei Arbeitsschichten, ferner Ausschluß von Ar- schäftigen", hält er ein Einschreiten für erforderlich. Und Beginn des Winters massenhaft über die Grenze befördert werden." beiterinnen und jugendlichen Arbeitern; jetzt im Jahre 18 bis er fordert zum Schutze der männlichen erwachsenen Arbeiter: daß In Chemnitz hat für Metallgießereien und Nadelfabriken die Orts 36 stündige Wechselschichten. Augenentzündungen!( Potsdam.) eine mehr als 18 stündige Schicht nur einmal in der Woche Krankenkasse überraschend günstige Gesundheits Marimal- Arbeitstag für die Arbeiter der Porzellan- Industrie verfahren werden und die überhaupt längste Schicht der Woche ziffern" aufgewiefen, da möglichst viele jugendliche überhaupt halten Oberfranken und Reuß ä. 2. troß der Anerkennung höchstens 29 Stunden betragen darf!" O du wundervolle Arbeiter in diesen Betrieben beschäftigt sind. Sobald diese älter der in der starken Staubentwickelung begründeten Gesundheits- Ge- deutsche Sozialreform! Auch aus den Chemnitzer Maschinenund frank werden, gehen sie zu einem anderen Berufe über, fährdung" für nicht nothwendig, weil schon 10 und 8-9 Stunden fabriken wird berichtet, daß zur Zeit geschäftlichen Aufschwunges von junge, gesunde Arbeiter treten an ihre Stelle- und die Statistit gearbeitet und schon jest in ausgiebiger Weise für den früh 6 bis Abends 8 oder auch 10 Uhr gearbeitet wird. Dem Unterfann nichts davon berichten, wie gesundheitsschädigend diese Arbeit Schutz der Arbeiter gesorgt wird". Die Porzellan Arbeiter nehmer den Profit, dem Arbeiter die Schwindsucht so vertheilen ist ein Vorgang, der auch bei sehr viel anderen Berufen regel- wissen es anders! fich die Segningen des geschäftlichen Aufschwungs! mäßig eintritt und beweist, wie auf Grund der Krankenkassen- Für Glashütten fordert Potsdam eine Regelung, sofern die Kürzung der Arbeitszeit für Werkzeug- Fabriken, sowie gesets Statistik allein fein Urtheil über die Gesundheitsschädlichkeit eines Arbeitszeit länger als 13 Stunden dauert; für Glasbläser liche Regelung der Pausen für Webutensilien- Fabriken fordert Berufs gegeben werden kann. 8 Stunden einschließlich 2 stündiger Bause sowie eine mindestens Reuß j. 2. " V. Metallverarbeitung. Die Resultate der von den Gewerbe- Aufsichtsbeamten angestellten 12 stündige Ruhezeit; Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter find In Bielefelder Maschinenfabriken werden die Lackirer durch Erhebungen sind also aus diesen und noch vielen anderen Gründen auszuschließen. Minden fordert für Glasbläser 10 Stunden, Einathmen starker Laddünste und durch große Hige lungenkrank; unvollkommen, das heißt: es konnte den Gewerbe- Aufsichts- Dresden, tvo die Siemens'sche große Fabrit mit ihren Ventilation wollen die Fabrikanten aber nicht anbringen lassen, weil beamten nicht gelingen, das gesammte Unheil, das durch außerordentlich schlecht bezahlten Arbeitern ist, hält eine durch fie Staub hervorgerufen werde, der den Fabrikaten schade. überlange Arbeitszeit angerichtet wird, festzustellen. Dagegen Regelung nicht für erforderlich. In den Rohglasschleifereien Der Aufsichtsbeamte schlägt vor, die Arbeitszeit auf 11 Stunden zu ist es selbstverständlich, daß dort, wo die Aufsichts- Mittelfrankens beträgt die Arbeitsdauer 15, 16 bis 18 Stunden! beschränken. beamten trog der ungenügenden Hilfsmittel Nach Ansicht der Aufsichtsbeamten böten aber die Gr Merkwürdigerweise bestritt ein Berliner Kassenarzt, der eine Gesundheitsschädigung feststellen können, diese Behebungen über den Gesundheitszustand keinen Anhalt für vom Aufsichtsbeamten gefragt wurde, daß in Metallwaaren- und rufe zu den allerschlimmsten gehören, in denen die Nothwendigkeit einer gefeßlichen Regelung Lampenfabriken der Sapoulack die Gesundheitsstörungen und die Arbeiter berelendet werden. Die bis jetzt er der Arbeitszeit!! Hessen II fordert Marimalarbeitszeit für st a ub- zwar besonders Magenbeschwerden hervorrufe, an denen die Arbeiter schienenen Verordnungen des Bundesraths, die sich auf die Arbeits- erzeugende Gewerbe. dort leiden. Es wird Aufgabe der Gewerkschaft sein, dauer beziehen, treffen, wie die Berichte der Gewerbe- Aufsichtshierüber genaue Untersuchung unter Zuziehung unabhängiger beamten zeigen, feineswegs auch nur die schlimmsten Aerzte anzustellen. derjenigen Betriebe, in denen eine Arbeitszeit von gesundheitsFür Metallgießereien fordert Annaberg eine Beschränkung der In Musikinstrumenten- Fabriken in Reuß f. 2. wird bis zu schädigender Dauer herrscht. Arbeitszeit; Württemberg III hat die 11stündige Arbeitszeit ohne 12 Stunden gearbeitet; Lungenerkrankungen sind häufig, Kürzung Die Amtlichen Mittheilungen aus den Jahres Vor- und Nachmittagspausen als aufreibend bezeichnet bekommen. der Arbeitszeit und Regelung der Bausen nothwendig. berichten der Gewerbe- Aufsichtsbeamten, zusammengestellt im Reichs- Für Gelbgießereien und Zinkgießereien fordert Potsdam Schweren Bleibergiftungen sind die Arbeiter in den amt des Innern für 1897"( Berlin, 1898) bringen auf 68 Druck- 8 Stunden anstatt der jetzt üblichen 10-11 Stunden mit Akkumulatoren Fabriken beim Schmieren der Platten und Gitter seiten eine nach Berufen geordnete Uebersicht über die von den Ueberschichten. Für Bleilöther Freien 10 Stunden, ausgesetzt. Hier ist inzwischen der Bundesrath durch Verordnung einzelnen Gewerbe Aufsichtsbeamten erhobenen Forderungen. Wir sonst 8 Stunden, Ausschluß der Jugendlichen. Für Walz vom 11. Mai 1898 eingeschritten, hat Vorschriften über Gesundheitsgeben die für die Arbeiter aller Berufe außerordentlich wichtigen blei- und Bleirohrfabriken 12 Stunden( Anhalt), Blech- schußeinrichtungen erlassen und die Arbeitszeit auf höchstens 8 Stunden Mittheilungen im Auszuge wieder und fügen den Bezirk, deffen löthereien 8 Stunden einschließlich 1/2 Stunde Pause, ebenso für mit mindestens 11/2 Stunden Pause oder auf 6 Stunden ohne Aufsichtsbeamter die Forderung erhob, bei. schaften der einzelnen Berufe wird es sein, zu den Vor- beiden auch Ausschluß der Jugendlichen und der Arbeiterinnen Bause auch anderweit noch beschäftigt werden, sofern sie dabei nicht schlägen der Aufsichtsbeamten Stellung zu nehmen und( Potsdam). Für Metallschleifer 10 Stunden( Minden, Heffen I); mit Blei oder Bleiverbindungen in Berührung kommen. Für letztere dieselben eventuell zu ergänzen. das Gewerbe weist außerordentlich viel Schwind- Arbeit ist auch die Verwendung von Arbeiterinnen und jugendlichen süchtige auf. Für die Trockenschleifereien schlug schon 1853 der Arbeitern verboten. Landrath zu Iserlohn 9 Stunden als Grenze vor. In Iserlohn " Die Ergebnisse der Mittheilungen sind nach den Gruppen der gewerblichen Betriebszählung vom 14. Juni 1895 geordnet. I. Landwirthschaft und Gärtnerei. Die Gärtner arbeiten im Sommer von früh 4 Uhr bis Abends 71/2 Uhr; die Dresdener Orts- Strantentasse tritt für 10stündige Arbeitszeit ein. im VII. Chemische Industrie. ist das Durchschnitts- Lebensalter der Schleifer 41 Jahre, 55,5 pct. starben an ungenschwindsucht. Die Schleifer haben Sehr richtig bemerkt der Beamte für Potsdam, daß die in das niedrigste durchschnittliche Lebensalter von den chemischen Fabriken auftretenden Ausdünstungen und Gase sämmtlichen Berufen und den höchsten Prozentsaz ganz allgemein und notorisch gesundheitsTaller Schwindsuchtsfälle. In zahlreichen Schleifereien schädlich find" und fich nicht überall durch Ventilation beseitigen fabriken, Tüngerfabriken, Ultramarinfabriken, Bleiweiß fabriken und Chininfabriken", soweit in Frage kommen die Arbeiten, an und in Oefen während des Betriebes, bei welchen die Arbeiter hohen Temperaturen ausgesezt sind; Arbeiten, bei denen sie den Dünsten der Säuren oder anderen schädlich wirkenden Gasen, Dämpfen und Dünsten oder Staub, oder der direkten Berührung mit giftigen oder ähenden Stoffen oder Flüssigkeiten ausgesetzt sind." Wiesbaden " wurde." laffen. Der badische Bericht weist auf die frühzeitigen Gefuchefchicht und zwar nach 4 bis höchstens 5 Stunden zusammen-| zwar an Bleifolit, Magen und Darmkatarrh, Magenblutung und um Zuvalidenrenten hin. Potsdam fordert für die nicht gesundheits- hängender Beschäftigung eine mindestens einstündige Bause. in zwei Fällen an Gehirnleiden! gefährlichen chemischen Betriebe höchstens 10 Stunden Arbeitszeit, Gine achtstündige Arbeitszeit fordert Seffen I auch für Welch fürstliche Löhne mögen die Unglücklichen erhalten, die sich in allen Fällen eine Ruhezeit von 12 Etunden zwischen Chininfabriken, eine zehustündige, ausschließlich 2 12 Stunden zwischen Chininfabriken, eine zehnstündige, ausschließlich 2 Stunden durch die Aussicht auf 4 Wochen sichere Arbeit und lebenslange noch zlvei Arbeitsschichten, sowie den Ausschluß von Arbeiterinnen und Bause, für Farbenfabriken Potsdam. Dort erkrankten 1897 43 pet. ficherere Bergiftung dorthin locken lassen? Oder welch tiefe Noth jugendlichen Arbeitern. Hessen I fordert den acht stündigen der Kaffenmitglieder einer Anilinfabrik. Wie die Arbeitszeit- muß das arbeitende Bolt peinigen, wenn es sich so preisgiebt? Der Arbeitstag für chemische Fabriken, Auilinfarben verkürzung hier die Arbeiter vor Siechthum und frühem Tode Beamte für Breslau giebt leider weder die Lohnhöhe, noch rettet, beweisen die Mittheilungen aus einer Anilinfabrit in die Arbeitszeit an; er fordert achtstündige, durch einstündige Barmen, vo ictt in der Nitrobenzol- Abtheilung jeder Pause unterbrochene Schicht. In Aachen( Düren) ist in einer Arbeiter nur 6 Stunden in den Fabrikationsräumen und während Fabrik die neunstündige Arbeitszeit mit einstündiger Mittags weiterer 6 Studen mit Anzenarbeiten beschäftigt wird, pause eingeführt; dort sollen die Gesundheitsverhältnisse ziemlich in der Dinitrobenzol- Abtheilung mit 5stündiger wirklicher Arbeits- günstig sein. geit bei 6stündiger Wechselschicht. Seitdem find Vergiftungen Achtstündige Arbeitszeit mit halbstündiger Bause nicht mehr aufgetreten. fordert Potsdam für Explosivstoff- Fabriken, Arnsberg für Der Beamte fordert für beide panse, wo Erkrankungen regelmäßig aufzutreten pflegen. Magde eine Maximal- Arbeitszeit mit höchstens sechs Stunden wirt für Roburitfabriken, wo die Arbeiter trog aller hygienischen Vorburg berichtet, daß beim wöchentlichen Wechsel von der Tag zur licher Arbeit. In einer Anthracen- Naphtalin Fabrik Potsdams richtungen oft und schwer erkrankten, da dort bei genügenden Auf Nachtschicht oder umgekehrt micist 24stündige Schichten für erfrankten 1897 23 pCt. der Mänter bei 12stündiger Wechselschicht und trägen" anstatt 8 Stimden 10-12 Stunden gearbeitet wurde. In einen Theil der Arbeiter vorkommen!„ Es sei anzunehmen, daß sie Stunden gearbeitet; auf die auf die Gesundheit nachtheilig wirken." Auch Neuß j. 2. fordert 10 stündiger effektiver Arbeitszeit. In Wiesbaden sank in Folge Gesundheitsschädigungen durch zu lange Arbeitszeit wurden nicht unter Hinweis auf Vergiftungen und Lungenerkrankungen Berbleibender Arbeiterzahl die Zahl der Krankheitstage bon der Herabsetzung der Arbeitszeit von 10 auf 7 Stunden bei gleich- beobachtet. kürzung der Arbeitszeit, die jest in chemischen Fabriken 13, 492 auf 293, alio um 40 pCt., so daß hier der Beweis für hören zu denjenigen Betrieben, welche die Arbeiter den furchtbarsten Zündholzfabriken, welche weißen Phosphor verarbeiten, ges in Farbwerken 11 Stunden beträgt. Für Methyl, Naphtol, Eulfo, Echwefelsäure und den ursächlichen Zusammenhang zwischen Arbeitsbauer und ErSalpetersäure- Fabriken fordert Potsdam 10 Stunden; 1897 be- frankungshäufigkeit gewissermaßen experimentell erbracht Vergiftungsgefahren aussehen! Die Phosphordämpfe zerfressen die Knochen, besonders tritt brandiges Absterben( Netrose) des Untertrugen dort die Erkrankungen 68, 55, 64, 80 pet.! Für alle der fiefers ein, was besonders durch schlechte Zähne beschleunigt wird. Einathmung von jauren äzenden Gasen ausgefchten Außerordentlich gesundheitsschädlich find die Arbeiten in Mennige Eine Bundesraths- Verordnung vom 20. November 1898 sept desArbeiter fordert Merseburg 8 Stunden in dreischichtigem und Bleinitrit- Fabriken. Potsdam meldet, daß in einer mit halb hygienische Vorschriften und ärztliche Untersuchung der AnzuBetrieb einstündige Pause, und für Chlorfabriken nach den neuesten technischen und sanitären Einrichtungen versehenen stellenden und Angestellten fest, schließt aber weder Arbeiterinnen 3-4stündiger Schicht Ablösung. Für Chromfabriken, deren Ar- Fabrik während 15 Monaten 141 Arbeiter ein- und 124 wieder aus- und jugendliche Arbeiter von der Beschäftigung aus, doch jetzt fie beiter von furchtbaren fressenden Geschwüren gepeinigt werden, hat getreten sind, mit anderen Worten: die gesammte Arbeiter eine Marimal Arbeitszeit für erwachsene männliche Arbeiter fest. der Bundesrath am 2. Februar 1897 eine Verordnung schaft wird alle zwei Monate entlassen und Die Gewerbe- Aufsichtsbeamten für Breslau, Potsdam, Hessen I, die außer hygienischen Borschriften festsetzt, daß durch neue Kräfte eriegt. Ertrantungen fontmen Hessen II und Kassel stellen fest, daß diese Vorschriften Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter nur in 211 auf je 100 Kassenmitglieder vor!! Die effektive nicht genügen. Breslau fordert Arbeitszeit von acht Stunden folchen Räumen und mir zu solchen Verrichtungen verwendet werden Arbeitszeit dauert gegenwärtig noch: 10 Stunden; ein sanitärer mit 1/2 Stunden Mittagspause, ebenso Seffen II; sechs Stunden dürfen, welche sie mit Chromaten nicht in Berührung bringt. Die Marimal Arbeitstag von höchstens 6 Stunden ohne jede ohne jede Pause und Ausschluß jugendlicher Arbeiter fordert Maximaldauer der Arbeitszeit wird nicht festgesetzt. Derf Be- Pause erscheint geboten." Dasselbe verlangt Potsdam für Potsdam, 10 Stunden Heffen I und im Allgemeinen eine Festsetzung amte für Hessen II schildert die grauenvollen Zerstörungen, welche die Bleifarben und Bleizuckerfabriken, während seifen II fich der Arbeitszeit Staffel. Wie gewiffenlos sich Unternehmer benehmen, Nasenschleimhaut der Arbeiter erleidet, trotzdem in der Fabrit muster- hier mit a cht it ündig er absoluter Arbeitszeit, bei tabel- theilt dabei der Beamte von Breslau mit, wo" 6 Arbeiter einhafte hygienische Vorrichtungen vorhanden sind. Und er fordert losen Einrichtungen mit zehnstündiger begnügt. Eine Berkürzung der gestellt worden waren, trotzdem der untersuchende Arzt sie wegen für Fabriken zur Herstellung von Altali- Chromaten mit iegt zehnstündigen Arbeitszeit verlangt Magdeburg. Dort tamen 1895 fariöser gähne als unbrauchbar für die Phosphor- Abtheilung Rüdjicht auf die schweren Schädigungen der Gesundheit im All- und 1896 in den Bleiweis und Bleizuckerfabriken auf 100 Arbeits- erklärt hatte". In Mittelfranten wurde die ärztliche Untergemeinen eine Beschränkung der Arbeitszeit auf tage 4 Strantheitstage und auf 100 Arbeiter 105,6 Erkrankungen, meist| suchung der Arbeiterinnen gar nicht erst vorgenommen! Sehr gute acht Stunden, mit der Maßgabe, daß beim Vorhandensein Bleitolit. Der Beamte bemerkt ausdrücklich, daß die Gesundhygienische Einrichtungen und daher auch gute Gesundheitsverhältnisse ganz tadelloser Einrichtungen eine Arbeitszeit von höchstens heitsverhältnisse in Wirklichkeit noch ungünstig er liegen, werden aus Hessen II berichtet. 10 Stunden bewilligt werden dürfe. Daß die bisherigen hygienischen als sie durch die Statistik zum Ausdruck kommen, weil starker Arbeiter- Zu den gesundheitsgefährlichsten Arbeiten der chemischen Jus Vorschriften nicht genügen, beweisen die Mittheilungen aus wechsel üblich sei. Bleiweiß Fabrik des dustrie gehören auch die in den Thomasschlacken Mühlen; Wiesbaden und Kassel, wo in vier Monaten von 25 gefund ein- Aufsichtsbezirks Breslau werden die Arbeiter jämmtlich nach Frankfurt fordert gefegliche Magimal- Arbeitszeit, ebenso Trier gestellten Arbeitern 14„ trog Anwendung der üblichen Vorsichts- vier Wochen entlassen. Sie haben dann schon genug Gift und Hessen II; essen I fordert achtstündige, Pfalz zehnmaßregeln" ertrantten, zum Theil unter sehr erheblichen Bergiftungs- geschluckt! Bon 330 Arbeitern erkrankten während der 8eit stündige Arbeitszeit. erscheinungen. Der Beamte fordert achtstündige Arbeits- lihrer Anstellung 52, welche 664 Tage darnieder lagen und crlaffen, Nnjerem Sangesbruder Otto Bestendig 65/4 zu feinem heutigen Wiegenfest cin breimal donnerndes hoch! Die Sangesbrüder des ArbeiterGesangvereins Vorwärts 1. Südost. Nach langem schwerem Leiden ber schied gestern früh 7 Uhr fauft urein Licber Mann und Bater August Knobel. 786 Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 1hr von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Am 13. Jannar, Mittags 12 Uhr, entschlief nach langem Leiden mein geliebter Mann, unser guter Bater, Bruder und Outel, der Schriftfeger 976 Ludwig Poppenhausen im 38. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 16. b. M., Nachun. 3 Nhr, von der Leichenhalle des St. Martus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß meine liebe Frau Emma, geb. Vanhauer, am 13. b. M. nach furzem, aber schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag Nacht. 3 Uhr von der Leichenhalle des St. Martus- Kirchhofes in Wilhelms Berg aus statt. 940 Der trauernde Gatte Johann Otto nebft Kindern, Frankfurter Allee 128. Deutscher Porter Dessert u. Malstrafibier 1. Nang. Brauerei Burghalter, gegr. 1736, befond. für Blut70/ 1* D 8. Stiftungsfest der Arbeiter- Bildungsschule am Sonnabend, den 21. Januar 1899, in den Gesammträumen des Böhmischen Brauhauses, [ 4/6] Künstler- Konzert. Auszug aus dem reichhaltigen PROGRAMM: Streichquartett No. 5, A- dur Beethoven. Lieder für Sopran und Bariton. Faustfantasie für Violine Sarasate. Archibald Douglas, Ballade Carl Löwe. Prolog von Preczang. Festrede von Wilhelm Liebknecht. Landsberger Allee 11-13. Streichquartett und Instrumental- Soli. Solo- Gesänge. Mitwirkende: Herren Felix Schmidt, Emil Rietsch, Hugo Golisch, Paul Neumann. Herr Alex. Heinemann( Bariton). Frl. Martha Kröning( Sopran). Frl. Neumann( Klavierbegleitung). Herr Nelson( Klavierbegl.) Während der einzelnen Vorträge bleiben die Das Rauchen ist vor Saalthüren geschlossen. und während des Konzerts nicht gestattet. Anfung 8 Uhr. Eintritt 50 Pfennige incl. Programm und Liedertexte. Garderobe 15 Pfg. Billets sind im Schullokal, Annenstr. 16, in den Zahlstellen d. Schule u. der Freien Volksbühne" zu haben. Programme llegen daselbst aus. Die Fest- Kommission. Arbeiter- Bildungs- Schule Unterarme, Brustkrante richtsfach Bleichs., Wöchn., Refonv.zc. d. leicht befümml., nahrh Träftigfte Bier, Ist hlutbild., desh. bes. Gefichtsf. it. Gewichtszunahm. überr. 14 Fl. brei, 50 zehn W. erft. 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Referate und Diskussion über Themata aus dem wirthschaftlichen, sozialen und gewerkschaftlichen Leben. Geschichte vom 16. Jahrhundert bis auf die Jetztzeit mit besonderer Berücksichtigung des geistigen Lebens. Rechtsanwalt Dr. Roth. Donnerstag. Schriftsteller Dr.Rudolf Steiner. Freitag Nach Beendigung des Konzerts in beiden Sälen: TANZ. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pfg. nach. Orts- Krankenkasse der Graveure, Zifelcure und anderer künftl. Gewerbebetriebe. Montag, den 23. Januar 1899: Delegirtenwahl im Restaurant„ Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Die Wahl der Arbeitgeber findet Abends 8 Uhr, die Wahl der Arbeit: nehmer Abends 9 Uhr statt. Der Vorstand: J. A.: Albert Schüs, Borf. Freie Kranken- u. Begräbnißfaffe d. Schuhmacher u. Berufsgenoffen Berlius. Montag, den 16. Januar 1899, Abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 75: A ( Schluß folgt.) W. Freie Volksbühne. Donnerstag, den 26. Januar, Abends präz. 8% Uhr: General Versammlung In Cohn's Festsälen, Beuth- Strasse 20. Tagesordnung: Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes und der Revisoren.( Weiteres spätere Inserate.) Ordner- Sitzung am Mittwoch, den 18. Januar, Abends 81/2 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106. Das Erscheinen aller Ordner ist nöthig. III. Abtheilung heute Nachm. 23, Uhr: Wallensteins Tod. IV. Abtheilung nächsten Sonntag: Dieselbe Vorstellung. Mitglieder zur VI. Abtheilung werden nur noch bei schleuniger Anmeldung täglich in allen Zahlstellen aufgenommen. Eintrittsgeld 65 Pf., Monatsbeitrag 65 Pf.- Die Vorstellung der VI. Abtheilung findet am 5. Februar statt. 228/4 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Gewerkschafts- Bureau Berlin. Die Stelle eines zweiten Beamten wird hiermit zur Bewerbung aus geschrieben. Die Bewerber müssen mit der sozialpolitischen Gesetzgebung und Gewerkschaftsbewegung vollkommen sowie mit der Zivil- und Strafprozeßordnung möglichst vertraut sein und durch ihre seitherige Thätigkeit in den Arbeiterorganisationen in den Stand gesezt sein, die Forderungen und Beschwerden der Arbeiter zu verstehen und nach jeder Richtung hin Bescheib geben zu können. Die Bewerber haben eine streng selbständige Arbeit ein. zureichen, worin sie ihre Ansicht über die Bedeutung und Aufgaben des hiesigen Gewerkschafts- Bureaus niederzulegen haben. Ein kurzer Lebensabriß nebst Angabe der bisherigen Stellung ist von den Bewerbern er: wünscht. Das Anfangsgehalt beträgt pro Monat Einhundertundfünfzig Mark. Reflektanten hierauf wollen ihre Gesuche bis zum 1. März d. J. an unferen Obmann Gustav Busse, Sophienstr. 28/29, einreichen. Der Ausschuß 271/1 der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Bauhandwerker- Krankenkaffe für Berlin und Umgegend( Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 118). Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß der 4. Nachtrag zum Statut be 38/2 treffend die Herabsezung der Beiträge in der 1. Klasse von 2.20 wt. auf 2,00 wt., in der 2. Klasse von 1.30 Mt. auf 1.05 Mt. genehmigt ist und tritt mit dem 1. Februar d. J. in Kraft. Der Vorstand. J. A.: Heinrich Metzke. Abendkursus für Elektrotechnik. Am 3. Februar er. beginnt ein Neuer Abendkursus General- Versammlung. für Elettro Mouteure, Maschinisten, Installateure und Zeichner. Sonnabend, 21. Januar 1893, Abends 8 Uhr, im„ Engl. Garten", Alexanderstr. 27c: Großer Wiener Maskenball. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Drts Krankenkasse der 76b Der Unterricht beginnt in National- Oekonomie Montag, den 16. Januar; Rede- Uebung Donnerstag, den 19. Januar: Maler u. verwandt. Gewerbe Geschichte Freitag, den 20. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf 10 Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr und in der Pause geöffnet. Mittwoch, ben 18. Januar, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichts- General- Versammlung geld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. und ist am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kurses steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. Ausserdem finden in kurzen Zwischenräumen Sonntags- Jahr 1899. Bestätigung der BureauVersammlungen statt. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt-am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Annenstrasse 16 und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Schiller, Rosenthalerstrasse 57; Gleinert, Müllerstr. 7a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Tempelhof- Berlin, Berlinerstr. 36, Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu senden. Der Vorstand. 4/2 der Delegirten. Tagesordnung: Neuwahl der Revisoren für das beamten. Ersak: resp. Neuwahl der Krantenbesucher. Antrag der Dele: girten betreffs Gewährung von fünſt lichen Zähnen. Der Vorstand. Moritzplatz, thaus v.Aschinger 2 Treppen rechts. Spesialarzt f. Hautu. Haruleiden, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4* Dr. Simmel Honorar monatlich 6 Mark. Reine Fachkenntnisse nöthig. Elementar Vorbildung genügend. Praktischer Unterricht im Laboratorium auf dem Gesammtgebiet der Installation und Montage. Stellungs- Nachweis. Nach der Abschlußprüfung erhalten die Absolventen Zeugnisse und Empfehlungen auf Grund schriftlicher Zusagen bei den größten Instituten der Branche. Anmeldungen: Sonntags bis 12 Uhr Mittags. Wochentags bis 9 1hr Abends. ,, Elektra"-Gesellschaft m. b. H. Lehranstalt und Lehrwertstätten: Prinzenstrasse 55, I. Man verlange Prospekte mit ausführlichem Stundenplan( gratis). Keller's 466 " Grosse öffentliche Vorträge Festfäle, Koppenstraße 29( großer Saal) Cari Bruckhoff, Befizer der Kuraustalt Friedrichstr. 10, spricht Dienstag, den 17. Jannar, Abends 9 Uhr, nur für Herren über: Sogenannte unheilbare Männerleiden", und Donnerstag, den 19. Jan., Abds. 9 ihr, nur für Damen über: , Moderne Frauenleiden Zu beiden Vorträgen: Eintritt frei! ( 586 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 15. Januar. Freie Volksbühne. Friedrich: Wilhelmstädt. Theater: Wallenstein's Tod. 3. Abtheilung mittags 23/4 Uhr. Anfang nach Opernhaus. Rienzt, der Beste der Tribunen. Anfang 72 Uhr. Montag: 6. Symphonie- Abend der Luisen- Theater] 34. Reichenbergerstraße 34. Sonntag Nachm. 3 Uhr: Volks- Vorstellung zu kleinen Preisen. Kean oder Genie u. Leidenschaft Lustspiel in 5 Aften nach dem Franzö Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Zum letzten Male: sischen des Alexander Dumas Die Urzeit des Menschen. ( Water) von Ludwig Barnay. Abends 8 Uhr: Montag: Die bezähmte Widerspenstige. Reiseskizzen aus dem Orient. Lustspiel in 4 Aften von William Invalidenstr. 57/62: hatespeare. Bengung einiger Tägl. Sternwarte. Theile der Uebersetzung des Grafen Baudissin v. J. L. Deinhardstein. Schauspielhaus. Julius Cafar. Die bezähmte Widerspenstige. Anfang 72 Uhr. Montag: Der Burggraf. Neues tgl. Opern- Theater( Kr) Thalia- Theater. Auf der Sonnenseite. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Lumpacivagabundus. Anfang 72 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die versunkene Glocke. Montag: Romeo und Julia. Leffing. Das liebe ich. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Das Glück im Winkel. Montag: Mathias Gollinger. Berliner. Familie Jensen. Anfang 7 Uhr. Nachm. 2 Uhr: Renaissance. Montag: Zaza. Nejidenz. Der Schlafwagen Kon trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Jugend. Montag: Der Schlafwagen Ron trollenr. Vorher: Der Einsiedler. Neues. Hofgunst. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Barbaren. Montag: Hofgunst. Metropol. Die fleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Anfang 72 11hr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Schiller. Hasemann's Töchter. An fang 8 ihr. Nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Montag: Die Leibrente. Westen. La Traviata( Violetta). Anfang 7/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Freischütz. Montag: Die Regimentstochter. Central. Die Puppe. Anf. 71/2 Uhr. Dresdenerstr. 72/73. Nachmittags 3 Uhr, bei bedeutend ermäßigten Preisen: Der Eva- Apfel. Abends 71/2 Uhr: Gastspiel Emil Thomas Mein Leopold. Boltsstück mit Gesang in 6 Bildern v. Adolph D'Arronge. Musik v. R. Bial. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Gasispiel Emil Thomas. 8. 1. M.: Schibdebold's Eugel. Poffe in 4 Aften von M. Mannstädt. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute Sonntag, den 15. Januar: Bum 20. Male: Die kleinen Michn's. Operette in 3 Aften v. André Messager. Hierauf: Die Engelsjäger. Tanzpoëm in 14 Bildern von J. Regel und J. Bayer. Morgen und folgende Tage: Die felbe Borstellung. Anfang der Borstellung 7 Uhr. Sonnabend, den 21. Januar: Zweiter grosser Maskenball. ( Berliner Redoute). Nachin. 3 Uhr: Der Bettelstubent. Oftend- Carl Weiß- Theater. Montag: Die Puppe. Luisen. Die bezähmte Wider: spänftige. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kean, oder: Genie und Leidenschaft. Montag: Die bezähmte Wider spänstige. Thalia. Mein Leopold. 7 Uhr. Anfang Nachm. 3 Uhr: Der Eva- Apfel. Montag: Mein Leopold. Belle- Alliance. Der Schlagbaum. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Struwwel peter. Montag: Sein Patent. Citend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Neue freie Volts. bühne. Paul Lange und Tora Parsberg. $ Montag: Der Brandstifter. Friedrich Wilhelmstädtisches. Onkel Toms Hütte oder: Sklaven Icben in Amerika. Anfang 8 1hr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplat. Verbotene Liebe. Anfang 8 Uhr. Nacht. 4 Uhr: Dornröschen. Montag: Verbotene Liebe. Parodie. Emma von Falkenstein. Die eingemanerte Nonne. Anfang 7 Uhr. Urania. Tanbenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg fich geöffnet von 10 Uhr Vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:" Die Urzeit des Menschen". Invalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 11hr: Stern warte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittags 22 Uhr: Neue freie Volksbühne. Paul Lange und Tora Parsberg. Drama in 3 Aften von Björnstjerne Björnson. Abends 72 Uhr: 8um 22. Male: Berliner Aquarium Unter den Linden 68a, Eingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seethieren, Reptilien etc. Passage- Panopticum. 2 Stündlich: Krieger des Mahdi. ( Männer, Frauen und Kinder.) 40 Leute vom Sudan. Castan's Panopticum. Die SIOUXINDIANER sind da! Mähr's Theater Oranienftr. 24. Du ahnst es nicht! Schwant in 1 Aft. Neu! Hela Dumont", Serpentin Der Brandstifter Tänzerin. Geschw. Valori, Duett. Senfationelles Ausstattungsstück mit Gefang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Otontowsty. Musik von L. Fall. Im Tunnel von 52 Uhr an Freis Konzert. Montag und folgende Tage: Der Brandstifter. Mittwoch Nachmittag: Vorstellung: Wilhelm Tell. Schüler: Apollo- Theater. Direktion E. Waldmann. Carola Débriège Alexia und 15 auserlesene Spezialitäten. Anfang 72 Uhr. Reichshallen, Stettiner Sänger W. Noack's Theater Anfang 7 Uhr. = Feen Palast. Spezialitäten Vor stellung. Paffage Panoptikum. Speziali täten Borstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonntag Nach m. 3 Uhr: Die Räuber. Abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Montag 8 Uhr: Die Leibrente. Dienstag 8 Uhr: Die Leibrente. Central Theater • Direttion: José Ferenczy. Nachmittags 3 Uhr, zu halben Preisen: Der Bettelstubent. Operette in 3 Atten von Karl Milöder. Abends 7%, Uhr. Zum 9 Male: Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Atten und einem Vorspiel bon Ordonneau und Sturgeß. Musik von Ed. Audran. Die Pausen finden nach dem zweiten und dritten Bilde statt. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Brunnenstr. 16. Seute, Sonntag, den 15. Januar: Neu! New! Mensch ärgere Dich nicht oder Jmmer gemüthlich. Orig. 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" Die stets fortschreitende Technik auf allen Gebieten, das Entstehen gewaltiger Etablissements in allen Branchen der Industrie ist selbstredend nicht ohne Einfluß auf den gesammten Detailhandel geblieben. Gleich den Fabriken sind in den Großstädten mächtige Waarenhäuser wie Pilze aus der Erde emporgeschossen, Häuser von verblüffender Einrichtung und Bauart! Der Kleine Detailleur und Handwerker blickt mit Angst und Bagen in die Zukunft und möchte schier verzweifeln. Er schreit nach Staatshilfe und erwartet von dieser Abstellung aller durch die Konkurrenz der Waarenhäuser geschaffenen Schädigung feines Betriebes. Er besucht Innungsversammlungen, wo eifrig über Maßnahmen gegen die Konkurrenz der Waarenhäuser diskutirt wird. Der Staat aber wird niemals in der Lage sein, dem Handwerter, dem kleinen Mann so zu helfen, wie er es wünscht! Nur die eigene Kraft und das Vertrauen auf seine Kunst und auf sein Gelerntes können ihn am besten stützen! Hilf Dir selbst!" das muß die Parole der fleinen Leute werden! Das Schuhwaarenhaus Carl Stiller hat sich stets von diesen Prinzipien leiten lassen, und hat dessen Inhaber, der selbst gelernter Schuhmacher ist, mit sicherem Blick und Griff sein Geschäft aus bescheidenen Anfängen heraus nach modernen Prinzipien umgestaltet, in der richtigen Erkenntniß, daß nur auf diese Weise der Konkurrenz der Großbazare und Waarenhäuser zu begegnen sei! Daß ihm dies gut gelungen ist, beweisen eine beständig vermehrten Umsäge und die Nothwendigkeit, seine geschäftlichen Räume zu vergrößern. Das Schuhwaarenhaus Carl Stiller ist zu einem Spezial- Schuhwaarengeschäft ersten Ranges in Berlin emporgewachsen und fürchtet teine Konkurrenz! Das Publikum hat erkannt, daß man sich gerade in Schuhwaaren am geeignetsten an ein Spezialgeschäft, geleitet durch einen tüchtigen, praktisch gebildeten Fachmann, wenden muß, um das zu erhalten, was man für sein gutes Geld mit Fug und Recht fordern kann, nämlich eine gute, solide, preiswerthe, haltbare waare! Das Schuhwaarenhaus Carl Stiller, gegründet 1867, fezt seinen Stolz darein und macht es sich zu seiner vornehmsten Pflicht, allen Anforderungen gerecht zu werden, und wird dabei nicht unwesentlich unterstützt durch seine äußerst leistungsfähigen Lieferanten, welche letzteren eine Bierde der deutschen Schuhwaaren- Industrie bilden. Das Schuhwaarenhaus Carl Stiller bevorzugt auch mit Vorliebe Schuhwaaren deutschen Ursprungs. Es geht dabei von dem Grundsatze aus, daß das Geld im Lande bleiben müsse, und daß der Verdienst den deutschen Arbeitern zuzuwenden seil Auch die deutsche Schuh- Industrie in ihrem Siegeslauf hat das„ Made in Germany" hoch zu Ehren gebracht. Und so bietet denn das Schuhwaarenhaus Carl Stiller dem geehrten Publikum seine gediegenen Waaren in allen Preislagen und Sortimenten an, und Jedermann wird erkennen, daß das Schuhwaarenhaus Carl Stiller eine äußerst vertrauenswürdige Kaufstätte für alle Arten Schuhwaaren ist, wo man nur reell und streng sachgemäß bedient und berathen wird. Billig! Knabenanzüge! Billig! Baletots, Mädchenkleider u. Mäntel 0. Hoffmann, Veteranenstr. 14.* Nur noch 7 Mark kosten meine hochele ganten Concert AccordZithern mit 6 Ma nualen, 25 Saiten, Notenhalter, Schlüssel, Ring Stimmvorrichtung u. Kasten, 50 cm lang. Dieselben sind unübertroffen in ihrem herrlichen klangvollen Ton; ca kann jeder nach der ferner gratis bei gelegten neuesten Schule innerhalb einer Stunde diese prachtvolle Hausmusik erlernen, geistliche Lieder, Tänze u. Opern spielen. 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Sonntag, 15. Jaunar 1899. Erste Generalversammlung des Seemanns- Verbandes. Versammlungen. nächſter Woche ſtattfinden soll, wird sich mit der Tagesordnung " Anträge zum Verbandstage" beschäftigen. Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter. Mitgliederversammlung am 2. Januar erstattete Wegner den Zahlstehe Berlin IV.( Buzzerträger.) In der außerordentlichen Bericht der am 1. Januar d. J. in Wilmersdorf stattgefundenen Konferenz der Zahlstellen Berlins und der Umgegend. Konferenz der Zahlstellen Berlins und der Umgegend. Die MitGine lebhafte Debatte entstand über den Punkt: Betheiligen wir uns glieder erklärten sich mit den dort gefaßten Beschlüssen einverstanden. Gine lebhafte Debatte entstand über den Punkt: Betheiligen wir uns an der Gründung eines Gewerkschaftshauses und in welcher Höhe? Nach lebhafter Befürwortung feitens der Mitglieder Wegner, Beier und Bogedein beschloß man einstimmig, fich an dem Unternehmen mit einer entsprechenden Summe zu betheiligen. Bei der nun vorgenommenen Delegirtenwahl der 18. Wahlabtheilung wurde zum Verbandstag das Mitglied Boge dein gewählt. Mit den Vorbereitungen zum Stiftungsfest wurde ein Komitee von sechs Mitgliedern betraut. Nachdem noch von verschiedenen Rednern auf den Nuzen und Werth der Parteipresse hingewiesen war, schloß der Vorsigende die Versammlung. daher der Beklagte dem Kläger die ihm vorgeschossenen 15 Mart Der Verband der Maurer( Zahlstelle der Puger) hielt am wieder abgezogen habe, dann sei er juristisch in seinem Recht 8. Januar eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, welche vom Hamburg, 13. Januar 1899. gewesen. Gesangverein der Puzzer durch den Vortrag einiger Lieder eingeleitet Zum Punkt Unsere Presse" wird auf Antrag von Störmer Wegen Kontraktbruchs beanspruchte der Drudereibefizer wurde. Nach dem Bericht des Bevollmächtigten fanden im verSanourg beschlossen, daß das Organ„ Der Seemann" den einzelnen Fromholz von dem Lithographen N. eine Buße gemäß§ 124b floffenen Jahr 16 Versammlungen und 14 Vorstandssitungen statt. Mitgliedschaften gegen Entgelt und von diesen den Mitgliedern un der Gewerbe- Ordnung, d. h. den ortsüblichen Tagelohn für sechs In 13 Versammlungen beschäftigte man sich vorwiegend mit der entgeltlich geliefert werden soll. Bum Bunft Werth der Statistit" age, obwohl der Beklagte nur einen Tag unbefugt vom eigenen Bewegung, drei wurden durch Vorträge ausgefüllt. Rechtspricht Sabath, Vertreter der Generalfommission der Gewert Geschäft ferngeblieben war. N. hatte sich am nächsten Tage wieder schuß- Gesuche fanden sieben statt. Von den Prozessen fielen drei zu schaften. Nach dem Referat wird eine Resolution angenommen, die zur Arbeit eingefunden, war aber nicht mehr beschäftigt worden. Gunsten der Mitglieder aus, die andern sind noch nicht entden Mitgliedschaften zur Pflicht macht, statistische Arbeiten eifrig Den rückständigen Lohn behielt sich Fromholz vorsichtshalber gleich schieden. Die Korrespondenz im Jahre 1898 bestand aus 76 einborzitnehmen. ein. Zu der Verhandlung vor der Kammer VIII des Gewerbegerichts gegangenen und 383 abgegangenen Sendungen. Die Neuwahl Stormer führt fodann aus, daß es unbedingt nöthig sei, die ermäßigte der Beklagte feinen Gegenanspruch auf den rückständigen der örtlichen Verwaltung ergab folgendes Resultat: 1. Bevoll Frage der Unterstützung der einzelnen Gewerkschaften unter ein- Lohn um 2,70 M., den Betrag des ortsüblichen Tagelohns für mächtigter: F. Schulz, 2. Bevollmächtigter: J. Dietrich, ander einheitlich zu gestalten. Es wird beschlossen, bei der General- einen Tag. Darauf wurde Herr Fromholz mit feiner Mehr- 1. Kassirer A. Kurzrod, 2. Kassirer A. Ried, Schriftführer tommission zu beantragen, auf die Tagesordnung des nächsten forderung abgewiesen und verurtheilt, dem Beklagten den rüd-. Stichter. Als Delegirte zum Verbandstage wurden Schulz Gewerkschaftstongreſſes zu feyen: Die Frage der Unterstügung ständigen Lohn abzüglich der 2,70 M. auszuzahlen. Der Vor- und Dähne, zu Kontrolleuren Kirchner, Prochno und der Gewerkschaften unter einander." figende führte aus: Der Arbeitgeber sei nicht berechtigt, die wien gewählt. Der Unterſtüßungskommission wurden 200 W. Ein Antrag Kiel, daß Streits nur in Mitgliederversammlungen bolle Buße des§ 124b vom Arbeiter zu fordern, wenn dieser überwiesen und beschlossen, daß ein jedes Mitglied 20 Pf. bei der der Organisationen beschlossen werden können, wird angenommen, fontrattbrüchig werde, sich aber am Tage nach dem Kontraktbruch ersten Beitragsleistung für Unterstützung franker Kollegen zu zahlen ebenso ein Antrag der Mitgliedschaft Hamburg, betreffend die wieder ordnungsmäßig zur Arbeit einfinde. hat. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung, welche im Laufe Gründung eines Streitfonds. Der Zentralvorstand wird ermächtigt, MS für Zwecke dieses Fonds quartaliter von den Mitgliedern einen Beitrag von 50 f. zu erheben. Ferner wird bestimmt, daß nur folche Mitglieder Anspruch auf Unterstügung haben, die mindestens Der Verein der Müller tagte am 8. Januar. Aus dem Ge= zwei Monate dem Verbande angehören. Auf Antrag der Mitglied- schäftsbericht des Vorstandes ging hervor, daß es auch in dem vers fchaft Flensburg wird beschlossen, daß die einzelnen Mitgliedschaften flossenen Jahre nicht möglich gewesen ist, die Berliner bejoldete Borsigende nach Bedarf anstellen können, und die Haupt- Müller aus ihrer Zurückhaltung aufzurütteln. Bei der großen kasse für das Gehalt aufkommen soll, sobald die Lokalkasie nicht Theilnahmlosigkeit auch der wenigen Mitglieder wurde der Vorschlag in der Lage ist, dasselbe zahlen zu können. Der Beitrag für die gemacht, den Verein eingehen zu lassen und nur noch einen lojen Gesellschaft Schiffsbrüchiger soll von 30 m. auf 75 m. pro Anno Busammenhang durch Wahl eines Vertrauensmannes bis auf etwaige erhöht werden. Sodann beauftragte man den Zentralvorstand mit bessere Beiten fortbestehen zu lassen. Es gelang jedoch noch einmal, einer Umfrage an die einzelnen Mitgliedschaften, wie sich dieselben einen Vorstand zusammen zu bringen, und werden die Mitglieder zur Gründung einer Bentral- Kranken- und Sterbefasse stellen? Bei hierdurch nochmals aufgefordert, ihre Pflicht zu erfüllen. Als Vorber hierauf erfolgten Vorstandswahl bemerkte törmer, er könne figender wurde gewählt: Baumann, Wilhelmshavenerstr. 18, und wegen Abnahme feiner Kräfte eine Wiederwahl nicht annehmen. wollen die Mitglieder sich in allen Fällen an denselben wenden. offmann tritt in warmen Worten für die Wiederwahl Das Versammlungslokal wurde nach Manteuffelstr. 9 verlegt und Störmer's ein. Er, Redner, wolle, um Störmer zu entlasten, finden die regelmäßigen Versammlungen jeden Mittwoch nach dem die Redaktion des„ Seemann" übernehmen. Ein tüchtiger Fachmann, Ersten im Monat, Nachmittags 4 Uhr, statt. und das sei Störmer, der sein Patent als Kapitän habe, gehöre an die Spitze der Organisation der Seeleute. Störmer erflärte sich die Neuwvahl des Vorstandes. Es wurden gewählt: Pigusch Die Konditoren vollzogen in ihrer Versammlung am 5. d. M. alsdann unter allgemeinem Beifall bereit, den Posten wieder anzu- als erster, 28 eidler als zweiter Vorsitzender; Rünger als Der fozialdemokratische Arbeiterverein in Spandan setzte nehmen. Mittels Stimmzettels wird Störmer zum Vorsitzenden erfter, ho male als zweiter Saffirer; Ente als erster, Weertfch in seiner Versammlung am Dienstag die Diskussion über den von und Soffmann zum Kassirer einstimmig gewählt. Die weiteren als zweiter Schriftführer; Weißenstein und Haase als Revi- Dr. Borchardt gehaltenen Vortrag Taktik und Endziele" nach Zentralvorstands Mitglieder wählt die Mitgliedschaft Hamburg. foren; Groß und Stürmer zu Bibliothekaren, und habitsch einer Einleitung burch Schröer fort. An der Diskussion betheiAls Siz des es Ausschusses wird Bremerhaven be zum Zeitungsspediteur. Darnach erfolgte Diskussion über die An- ligten sich wiederholt Ducksch, Pieper und Sieger. Ferner stimmt. offmann weist auf den nächsten Gewerkschafts- Kongreß träge des Zentralvorstandes zum Verbandstage, welche in der nahm die Mitgliederversammlung zu dem in der Stadtverwaltung hin, dessen Beschickung er empfiehlt. Sollte der Verband bis nächsten Versammlung am 19. d. M. fortgesetzt wird. zur Abhaltung des Kongresses über 3000 Mitglieder zählen, so sollen 5. aufgetauchten lane, die städtische Polizei zu verstaatlichen, Stellung; sämmtliche Diskussionsredner tritifirten das Verhalten der Hoffmann und Müller- Hamburg die Seeleute vertreten, sollte Der Verband deutscher Maurer hatte zum 4. 5. M. brei örtlichen Polizei bei dem letzten Lohnkampf der Maurer und Zimmerer, jedoch diese Bahl nicht erreicht werden, dann wird Hoffmann Mitglieder- Versammlungen mit der Tagesordnung: Die Wirkungen sprachen fich aber trotzdem aus praktischen Gründen gegen den allein mit der Delegation beauftragt. Hiermit find die Arbeiten der des Verbandes" einberufen. In der Versammlung für den Westen Hebergang der Polizei in königliche Verwaltung aus. Zum Schluß Generalversammlung erledigt. In Hamburg findet über 2 Jahre und Schöneberg, welche im Lokal Königshof, Bülowstr. 37, tagte, veröffentlichte der Kassirer auf Wunsch der Versammlung die Namen die nächste Generalversammlung statt. In einer begeisternden Ansprache sprach an Stelle des am Erscheinen verhinderten Genossen Fris von sieben bisherigen Mitgliedern, welche mit ihren Beiträgen länger schließt Hoffmann die Versammlung mit einem Hoch auf das Gedeihen Bubeil das Mitglied Wilh. Schulz. In dem mit Beifall auf als sechs Monate im Rückstande sind und deshalb aus der Mitglieder genommenen Vortrag legte er den Anwesenden bar, wie in der lifte gestrichen werden mußten. Fortan sollen derartige VeröffentPeriode der Fachvereinsbewegung in Folge der geringen Gin- lichungen, nach voraufgegangener Mahnung, regelmäßig er nahmen und der Interessenlosigkeit der Kollegen fast jede folgen. Die nächste Versammlung findet am Dienstag, den in Angriff genommene Aktion refultatios verlief. Unter folchen Umständen wurde im Jahre 1891 der jetzt bestehende Verband ins 24. Januar, bei Radtte, Reumeister str. 5, statt. der Kollegen, diese Organisation vor allen Anfeindungen seitens der des Zentralverbandes der Maurer, in der Herm. Silberschmid, Leben gerufen. Es bedurfte des ganzen Muthes und der Ausdauer Charlottenburg. Hier tagte am 10. d. M. eine Versammlung Behörden, der Unternehmer und auch nicht zum mindesten der über die Taktik bei Lohnbewegungen sprach. Die Diskussion über eigenen Berufskollegen zu schützen. leber alle diese Gefahren hin- den Vortrag wurde vertagt und hierauf W. Schulze und Schönweg ist die Organisation in der Stärke ihrer Mitgliederzahl die born zu Delegirten für den Verbandstag gewählt. Die Vorstandsgrößte unter den deutschen Gewerkschaften geworden. In Bezug wahl ergab folgendes Resultat: Schönborn und Schulze, der Mißstäbe im Beruf und Aufklärung über die soziale Lage der Schriftführer;& rebs, Zaßler und Lehmann, Revisoren. auf Erhöhung des Lohnes, Verkürzung der Arbeitszeit, Beseitigung Bevollmächtigte; Nadoll und Biefte, Kassirer; reffet Berufskollegen, hat sich in den letzten Jahren der Verband Verdienste erworben, die nur ein bornirter Arbeitgeber oder jemand, der alle Leistungen der Verbandsorganisation in Zweifel zieht, verennen kann. An der folgenden Diskussion, die sich im Rahmen des Vortrages bewegte, betheiligten sich Frenzel, Baganz, Wiltniß, Massow und Schugt. des Verbandes. Soziale Rechtspflege. 50 be= Im Verschiedenen wurde betont, daß der Bezirk Süden im " Zentralverein der Bildhauer Deutschlands( Verwaltungsstelle Berlin). Dienstag, den 17. Jamuar, Abends 8½½ Uhr, im Restaurant Spielberg, Köpenickerstr. 62: Generalversammlung. Mitgliedsbuch legitimirt. Billets zur Vorstellung in der„ Urania" am 22. Januar, Vormittags 9 Uhr, und zur Vorstellung in der Kunst- Schaubühne am 19. Februar, Nachmittags 5 Uhr, find bei Trautvetter, Krautftr. 28, sowie beim Verwalter Otto Freie Kranken- und Begräbnis Kaffe der Schuhmacher und Samariter Kurfns für Arbeiter und Arbeiterinnen. Uebingen. % Am Charlottenburg! Naturprediger Johannes Guttzeit spricht am Montag, Abends 81/2 Uhr, im Lotal Bismarckshöhe" über:" Gesundheitspflege der Kindesseele. Erziehung zur Selbständigkeit." Der Kellner im Künstlerhause. Der Kellner B. Hatte den Befizer des Englischen Hauses und Inhaber des Restaurants in Künstlerhause, Restaurateur Brandt, beim Gewerbeg egericht auf Sahlung von 216 m. verklagt. Der Kläger machte geltend, daß er für das Künstlerhaus engagirt worden sei; er habe vom 1. Oktober bis zur Eröffnung des neuen Lotals im Englischen Hause arbeiten follen. Im Englischen Hauſe ſei er aber vom Oberfeliner nur wenige Tage geduldet worden; er habe deshalb an den Vorbereitung arbeiten im Künstlerheim theilgenommen, um dann bei der Eröffnung am 15. Oktober dort seine Thätigkeit als Kellner zu beginnen. Nach einigen Tagen sei aber das Restaurant schon wieder auf 11 Tage geschlossen worden, weil in dem Lokal noch gearbeitet werden mußte. In dieser Zeit habe er nur eine Kleinigkeit für Nebenarbeiten erhalten. Am 2. November ist der Kläger wegen des geringen Verdienstes ausgetreten. Er verlangt nun einen Monats= lohn von 10 Mark und eine Trinkgelderentschädigung von 9 Mart Versammlung sprach Herm. Silberschmidt. In dem interIn der für Süden im Lokal Sißenstock, Blücherstraße, tagenden Meyer, Engel- Ufer 2b, zu haben. für jeden Tag, natürlich abzüglich deffen, was er in dem Monat essanten mit Beifall aufgenommenen Vortrag legte der Redner dar, Berufsgenossen Berlins. Montag, den 16. Januar, Abends 8 Uhr, verdient hat. Außerdem beansprucht der Kläger, daß ihm welche Erfolge die Arbeiter durch die gewerkschaftliche Organisation Alte Jafobstr. 75: Generalversammlung. der Werth bon Kniehosen, Schnallenschuhen, besonderen in den letzten Jahren auf den verschiedenen Gebieten errungen haben. Strümpfen und weißen Weften u. f. w. ersetzt werde, die Das beste Beispiel gebe in dieser Beziehung der Zentral Verband( E. S., Six Gotha), Berlin Bezirk 1. Dienstag, den 17. Januar, Abends Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Wagenbauer er sich angeschafft hatte, um der Kleiderordnung des Chefs der deutschen Maurer. Um bessere Arbeitsbedingungen für feine 8 Uhr, in Thiel's Festsälen, Fruchtstr. 36 a: Mitgliederversammlung. gerecht zu werden. Der Sohn des Beklagten fagte als Zeuge Der Sohn des Beklagten fagte als Zeuge Mitglieder zu erringen, war derselbe gezwungen, im Jahre 1896 in Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure und Ver. aus, daß der Kläger für die Zeit vom 1. Oktober bis zur Eröffnung 77 Orten, im Jahre 1897 in 120 Orten und 1898 in 180 Orten rückenmacher. Montag, den 16. Januar, abends 10 Uhr, bei Schiller, des Künstlerhauses nicht fest engagirt gewesen sei. Er habe dort nur am 1. Oftober zur Probe arbeiten sollen. Die Kammer VI Lohnbewegungen zu führen. Wer nur einigermaßen den Standpunkt Rosenthalerstr. 57: Generalversammlung. unter dem Borsiz des Gewerberichter Krause verurtheilte der Arbeitgeber im Baugewerbe zu würdigen weiß, wird jagen, den Beklagten, an B. 67 M. zu zahlen. Mit der Mehr- daß auf diesem Gebiet die Organisation Erhebliches erreicht hat; Wiontag, den 16. Januar, Abends 9 Uhr, in den„ Arminhallen", Komman forderung wurde der Kläger abgewiesen. Der Vorsigende denn es kam im Jahre 1896 in 35 Orten, im Jahre 1897 in dantenstr. 20: Vortrag des Herrn Dr. Friedeberg über:" Ertränken, führte aus: Auf Grund der Beugenaussage könne dem Kläger nehmern, wobei in der Mehrzahl die gestellten Forderungen an56 Orten und 1898 in 114 Orten zu Berhandlungen mit den Unter- sticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit". Nachher praktische für die Zeit bis zur Eröffnung des Künstlerhauses nichts Freie Vereinigung der Badenfer. Heute, abends 6 Uhr, Dragones zugebilligt werden. Dagegen sei B. für das Künstlerhaus fest erkannt wurden. Die Diskussion über den Vortrag wurde vertagt. ftraße 15 bei Lange: Zusammenkunft. engagirt werden. Es sei deshalb eine falsche Auffassung des Jahre 1898 erheblich an Mitgliedern zugenommen; mit dem Ver- Sof, Neue Roßstraße 3( oberer Saal): Gesellschaftsabend. Gäste sind will Vergnügungsverein Alemania. Heute Abend 6 Uhr im Englischen Bellagten, daß der Kläger nichts für die anspruchen lönne, während welcher nach der vorläufigen sprechen, in diesem Jahre mit demselben Erfolge weiter zu arbeiten, fommen. Eröffnung das Restaurant wieder geschlossen gewesen wurde die Versammlung geschlossen. In der für den Wedding bei Bergemann, Basewalferstraße 3, war, damit einige Nacharbeiten vorgenommen werden konnten. Der Kläger brauche unter diesem Ereigniß nicht tagenden Versammlung sprach W. Frisch. Derselbe schilderte in zu leiden. Der Gerichtshof habe einen Trinkgelderfat feinem Vortrag die Kämpfe der Arbeiter im Baugewerbe der Gegen von 6 M. pro Tag als angemessen angenommen. Für die Zeit von wart. Er wies nach, welchen Einfluß das Arbeitgeberthum im 15. Oktober bis zum 2. November ergebe das einschließlich des Allgemeinen, und im Besonderen gerade im Baugewerbe hat. Der Monatslohnes 108 M. Hiervon gingen ab 41 M., die B. erhalten Kampf um Befferstellung der Arbeiter wird sich in Zukunft auf einent anderen Gebiet als durch Streits und Lohnbewegungen abhabe, so daß an Entschädigung 67 m. verblieben. Die Ent schädigungsforderung wegen des Anzuges sei deshalb nicht be- pielen müssen. Die Arbeiter müssen durch mannhaftes Eintreten wir sitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben ober eine BayD fir die Gewerkschafts Organisation die Arbeitgeber zu be anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll und die Teste gründet, weil der Kläger sich den Anzug in der Voraussetzung habe machen lassen, daß er lange beim Bellagten bleiben könne. Er habe mit der bestehenden Organisation der Arbeiter in Unterhandlung stimmen bersuchen, zwecks Regelung der Arbeitsverhältnisse Abonnements quittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. hier auf eigenes Risito gehandelt. zu treten. Diesem Gedanken wird sich in Zukunft kein Arbeiter mehr Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Eine für Kutscher bedeutungsvolle Rechtsfrage stand in verschließen dürfen. Dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag folgte Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. einem Prozeß, den der Kutscher St. vor dem Gewerbegericht eine den Ausführungen zustimmende Diskussion. Waldenburg. Der Bericht über die Verhandlung ist viel zu spät ein: führte, mit zur Entscheidung. Der Kläger verlangte unter Anderem Der Ueberschuß der Feier, die der Verband am Freitag am geschickt, als daß er noch gebracht werden könnte, nachdem wir von der von dem Fuhrherrn Frenzel auch 15 M. erstattet, die er für die Tage der dreißigjährigen Wiederkehr der Gründung der ersten deut- Sache längst Notiz genommen haben. Uebertretung einer Polizeiverordnung als Strafe hatte zahlen müssen. schen Maurerorganisation veranstaltete, soll der Familie des in F. K. u. A. Um t in Berlin Hebamme zu werden, meldet man sich St. fuhr eine Brivatequipage, die nicht konzessionirt und nur für Amerika verstorbenen Maurers Grottfau überwiesen werden. beim Bezirksphysikus Schulz am Tempelhofer Ufer 29; Frauen aus dem den Transport von Hotelgästen bestimmt war. Er hatte aber trotzdem Die in der Zementbranche beschäftigten Arbeiter hatten sich Melbung geschieht zum Zwecke der Vorprüfung und Untersuchung. Hierauf Regierungsbezirk Potsdam melden sich bei ihrem Kreisphysitus. Diese erste Fahrgäste von der Straße aufgenommen und war deshalb von einem Schußmann angezeigt worden. Der Beamte erschien als Zeuge vor am 11. d. M. recht zahlreich im Saale von Buske versammelt. Nach haben die Frauen beim Polizeipräsidenten und die aus dem Regierungsbezirk dem Gewerbegericht. Er sagte aus, der Kläger habe es auf seine einem Vortrage des Maurers Silberschmidt über die Noth Potsdam beim Regierungspräsidenten ein Gesuch um Zulassung zur Ausbildung einzureichen. Sodann erhalten Sie Bescheid, ob sie angenommen sind oder Frage verneint, daß ihn sein Fuhrherr beauftragt habe, jeben wendigkeit des Zuſammenſchluſſes in einer Organisation beschloß nicht, und werden im ersteren Falle zu dem Kursus einberufen, der jährlich man einstimmig, sich dem Zentralverband der deutschen Maurer an- vom 1. Oftober bis 31. März in der Charitee abgehalten wird. Während in den Wagen aufzunehmen. Somit sei der Kläger mit der Strafe zuschließen, und zwar als Filiale IV. Es traten sofort 82 Personen der Zeit ihrer Ausbildung müffen die Frauen in der Charitee wohnen. Die bedacht worden. Wenn ein entsprechender Auftrag des Beklagten der Bahlstelle bei. Als Verkehrslokal wurde das Lokal von Kosten für Ausbildung, Wohnung, Berpflegung und Instrumente stellen sich vorgelegen hätte, wäre der Kläger straflos ausgegangen, und die Schiller, Rosenthalerstr. 67, bestimmt, und findet dort die Morgen- auf etwa 300 M. Frauen im Alter von über 30 Jahren werden in Preußcn Strafe hätte den Beklagten getroffen. Der Kläger behauptete sprache jeden Sonntag von 10-12 Uhr Vormittags statt. zur Ausbildung nicht zugelassen. demgegenüber mit Bestimmtheit, der Fuhrherr habe ihm Der Verein der Schuhmacher hielt am 9. d. Mts. eine gut mehr Kinder hat, 60 Jahre alt ist, bereits mehr als eine Vormundschaft 5. S. 75. 1. Vom bollendeten 21. Lebensjahre ab. 2. Wer fünf oder thatsächlich aufgegeben, auch Leute von der Straße aufzu nehmen. Dem Schußmann habe er nicht die Wahrheit besuchte Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand die führt oder schwer traut ist. Marienburgerstr. 29. Jst verspätet. gesagt, um seinen Arbeitgeber nicht reinzureiten". Neuwahl des Vorstandes. In einigen einleitenden Worten führte 3. 18. Nein, ein Recht darauf haben Sie nicht, aber stellen Sie einen Dabei habe er geglaubt, daß er sich wegen der Strafe zunächst Niederauer aus, daß der neu zu wählende Vorstand diesbezüglichen Antrag. B. 29. Ja. X., Admiralstraße. Nein. 8. 3. 27. 1. Ist nicht erforderlich. 2. Schriftlich. schon mit Frenzel einigen werde. Nachdem die Parteien einen wichtige Funktionen zu erfüllen hätte, indem an Stelle der bisF. J. 35. Das Vergleich geschlossen hatten, führte der Vorsitzende Meier hinsichtlich herigen Agitations- Kommission, welche sich auflöst, der Vorstand die gegen tönnen Sie Revision beim Reichs- Versicherungsamt einlegen. des Anspruchs auf Ersatz der Strafe aus: Kläger müsse für die gesammte Agitation zu leiten hat. Gewählt wurden hierauf als 2. P. 99. Ja. Sugel, Müllerstraße. Sie haben beide recht. F. S. 76, Bedarf überhaupt nicht polizeilicher Genehmigung. Uebertretung haften, weil er sich als schuldig bekannt Borsigende: Karl Herrmann und Burghagen, als Staffirer: Wolgasterstr. 3-4. Ja, aber auf Gefabt und Kosten des Births. habe, wobei es ganz gleich giltig sei, ob er wirklich schuldig sei Rust und Schwoch, als Schriftführer: Stumpe und als Bei- 2. Fit nicht verjährt. 2. 67. Sie brauchen nicht zu zahlen. oder ob er nur durch ein falsches Betenntniß siger: Kleinau und Christensen. Zu Revisoren wurden Spandau, W. P. Da Ihre Fragen nicht verständlich sind, tommen Sie Wenn Weißenborn, 2ange und Niederauer ernannt. feinem Arbeitgeber habe dienen wollen. mit dem Kontraft in die Sprechstunde. A. B., Charlottenburg. Ja, " D Briefkasten der Redaktion. Berliner Union- Cigarren sprechen für sich selbst und sind zu haben bei: J. W. Borchert, NW., Karlstr. 46. Emil Dechow, C., Stralauerstr. 1. Paul Grimm, N., Chauffeestr. 16. " " " NW., Unter den Linden 47. W., Potsdamerstr. 52. W. Grützke, O., Fruchtstr. 68. W. Grützke, NO., Gr. Frankfurterstr. 91. Kettner& Pritzkow, C., Landsbergerstr. 51. " " " " " N., Elsasserstr. 3. S., Prinzenstr. 76. NW., Calvinstr. 23. Louis Krafft, N., Friedrichstr. 116. Möbel, Louis Krafft, W., Friedrichstr. 157. " " N., Invalidenstr. 18. " W., Potsdamerstr. 123 b. O., Madaistr.( Stadtb.- B. 33) N., Chauffeeftr. 107. Max Krafft, C., Alte Schönhauserstr. 1. Max Krafft, C., Aleranderstr. 68. Karl Krebs, S., Oranienstr. 159. SO., Stalizerstr. 57. Oskar Lange, W., Kurfürstenstr. 27. Jean Schenk, O., Fruchtstr. 7. F. W.Scheuermann, SW., Rommandantenft.1/ 2. Max Schur, C., Linienstr. 202 a. Steinert& Pietrowicz, SW., Friedrichstr. 249. H. W. Rexhausen, W., Potsdamerstr. 106 b. A. Thormeyer, W., Königgrägerstr. 129. Wohnungs- Einrichtungen auf Credit TeppichEngros- Haus Hermann Bursch - I. Etage Königstr.50 kein Laden gegenüber dem Rathhause. Grösstes Sortiment in Stets enormes Lager vom einfachsten bis feinstem Genre. Zähne 2 M 127/ 4* J.B Teppichen, Gardinen, Portièren, Tischdecken, Steppdecken. Montag, Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend: Direkter Verkauf an das Privatpublikum zu aussergewöhnlich billigen Engros- Preisen. von 9,00-80,00. Kinderwagen- u. SchlafmöbelBazar Baby, an der Brunnenstrasse. I. Invalidenstrasse 160, II. Gr. 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