Nr. 20. nenotiple o Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftritter Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungss Preisliste für 1899 unter Mr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. monis silost wist te b Vorwärts Hual disdee dull Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für bie sechsgespaltene Kolonel: geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Novelle zum Invalidenversicherungs- Gesetz. I. 際 Dienstag, den 24. Januar 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Verwaltungsbehörte sich gutachtlich über deren Ergebniß und über- Ausnahme waren Interessenten. Auch daß der Wein beredt fendet aldann die gesammten Verhandlungen an den häufig weit mache und wißig das hat sich nicht bewahrheitet. Seit entfernten und deshalb auch den persönlichen Ver- mache und wizig hältnissen des Rentenbewerbers fernstehenden Vorstand Braun- Wiesbaden zu seinen Vätern versammelt ist er, dessen derjenigen Versicherungs- Anstalt, welcher zuletzt Beiträge für weinrothes und weinseliges Gesicht das Aushängeschild bildete den Rentenbewerber zugeflossen sind. für weinfelige und wenn nicht feinwißige doch humorvolle Reden, Dieser Vorstand hat dann über die Anträge materiell zu be- hat der Reichstag feinen weinfrohen, weingeistigen Weinredner finden. Der persönliche unmittelbare Eindruck des Renten- mehr. Dagegen bewies der Wein seine sprichwörtliche Kraft, bewerbers, die Klarstellung seines Anspruchs in Rede und die Zungen zu lösen; er wirkte das Wunder, daß die sonst Gegenrebe, die mündliche Verhandlung mit den betheiligten Stummen redeten. Niemals vorher hat man sie gehört, nieAerzten, die Gegenüberſtellung von Zeugen mit dem Renten- mand kennt sie, die heute aus dem Dunkel auftauchten und bewerber, alle diese für die zuverlässige Aufklärung des Sach- an dem Turnier zwischen Naturwein" und Kunstwein" verhältnisses bedeutsamen Vorzüge eines mündlichen Verfahrens Der soeben dem Reichstage zugegangene Entwurf wird bon der Regierung felber in den Motiven dahin gekennzeichnet, daß er keine einschneidenden grundsätzlichen Kenderungen, vielmehr nur den weiteren Ausbau auf der gegebenen Grundlage erstrebe: die Beseitigung verschiedener in der Praxis hervor getretener Unzulänglichkeiten, gewisse Vereinfachungen und Erleichterungen in der praktischen Durchführung des Gesetzes kommen bei einer solchen Vorprüfung des Rentenanspruchs in der theil nahmen. Der einzige Nichtinteressent im wirthschaftbon 1889. Bei der noch sehr geringen Klärung der An- Regel gar nicht, jedenfalls aber nur in sehr beschränktem Umfange lichen Sinne war Genosse Bueb, der über die schauungen über Fragen, wie die der Zusammenlegung zur Geltung. sist Ausdehnung und die schlimmen Wirkungen der Weinaller Versicherungszweige, des Ersatzes der Beitrags- Ein derartiges Vorbereitungsverfahren sei nicht nur un- verfälschung sprach. Schlimme Wirkung in Bezug auf marken, besonders jedoch auch in Rücksicht auf die sich zulänglich, sondern auch, wenn weitere Aufklärungen einzu- die Volksgesundheit und in Bezug auf die Moral. Das kreuzenden und widerstrebenden Strömungen in den holen feien, ungemein zeitraubend. Die folgende eigentliche Gesetz von 1892 ziehe die Pantscherei förmlich groß. Reichstags- Parteien wird man diese Selbstbescheidung wohl Feststellung der Ansprüche habe sich ebenfalls rein bureau- forderte eine strenge Kontrolle, trat jedoch dem schutzzöllne als nothwendig ansehen müssen. mäßig entwickelt; fast alles falle dabei den einzelnen rischen Geschrei gegen ausländische Weine und Trauben kräftig " sid dicht so th Er Man kann dem Bundesrath sogar die Anerkennung nicht Dezernenten zu, die jährlich im Schweiße ihres Angesichts entgegen. Mit der strengen Kontrolle ist's freilich ein bersagen, daß er dem gefährlichsten reaktionären ihre 2000, 3000 und noch mehr Rentenanträge schablonen- schwieriges Ding, denn bis jetzt ist es noch nicht gelungen, Beginnen, dessen die heutige Reichstags- Mehrheit recht mäßig bearbeiten. Viele Berufungen würden unterbleiben, eine scharfe Definition von Natur- und von Kunstwein zu wohl fähig wäre, eine sehr bündige und bestimmte Absage wenn der Versicherte durch stärkere persönliche Betheiligung machen, und beide genau zu trennen. Für die Weinentgegengestellt hat: dem Versuche nämlich, die Versicherung mehr Einblick in das ganze Getriebe gewinne: Die Ver- tommission, die nächsten Monat zusammentritt, verlangte auf die eigentliche Großindustrie einzuschränken, das gesammte sicherten haben offenbar das Bedürfniß, daß die Versicherungs- Bueb eine stärkere Vertretung der Reichslande, die ein Drittel Handwerk aber und die gesammte Landwirthschaft in Zukunft von anstalten ihnen im Feststellungsverfahren näher gerückt werden; der gesammten deutschen Weinproduktion liefern und in der der Versicherungspflicht freizulassen. Bekanntlich hat das sie wollen Vertreter der Anstalten vor sich sehen, vor welchen Kommission nicht einmal ein Achtel der Mitglieder( 4 von 30) Zentrum im April 1897 einen entsprechenden Antrag gestellt. sie sich aussprechen und ihre Ansprüche persönlich wahrnehmen erhalten sollen. Fast alle hervorragenden Zentrumsführer haben ihn unter- tönnen. Die Rentenbewerber wollen persönlich darüber auf Der Wein füllte die ganze Sizung aus. zeichnet: Graf v. Hompesch, Bachem, Gröber, Freiherr geklärt werden, ob und weshalb gegen ihre Ansprüche Be- Morgen Fortsetzung der sozialpolitischen Debatte. v. Heereman, Freiherr v. Hertling, Lieber, Müller- Fulda, denken bestehen." Pichler, Schädler, Trimborn, selbst Hize. Der Antrag fam Bei den so geschaffenen örtlichen Rentenstellen sollen, unter Die Junkerweihe des Hauses. zwar im Reichstage nicht mehr zur Berathung, aber, wenn einem beamteten Vorsitzenden, Arbeitgeber und Arbeitnehmer er wiederholt würde, wäre er zahlreicher Unterstützung nicht in gleicher Zahl witwirken. Sie haben nicht nur die Anträge unter führten heute bei der Berathung des Etats einen Tanz auf, Das neue Landtagsgebäude hat seine Weihe empfangen. Die nur bei den Agrariern und Mittelstandsrettern auf der Rechten entgegenzunehmen und vorzubereiten. Der Entwurf über wie ihn selbst das alte Abgeordnetenhaus taum jemals erlebt hat. ficher; auch der Abg. Richter, der die ganze Versicherungs- weist ihnen vielmehr auch eine Reihe von Verwaltungs- Junter Rede, der Minister des Junern, und Junker v. Ströcher, gesetzgebung stets ehrlich gehaßt hat, sah in ihm das einzig aufgaben, deren schleunige und sachverständige Erledigung von der Präsident, waren die Hauptdarsteller, denen ihre Freunde auf Richtige zur schrittweisen Aufhebung des ganzen Gesezes." einem örtlich weit entlegenen Mittelpunkt aus Schwierigkeiten der Rechten lebhaften Beifall für ihre Leistungen zollten, während Auf diese abschüssige Bahn hat sich die Regierung glücklicher bereitet, so vor allem die Kontrolle der Beitragsentrichtung, die Linte und das Zentrum in einen wahren Sturm der Entrüstung Weise nicht verleiten lassen. Nicht die Landarbeiter sind es, die Mitwirkung bei der Durchführung des Heilverfahrens, ausbrachen. welche die Versicherungspflicht verwünschen, sondern die Grund- ferner die Auskunftsertheilung über alle die Invaliden Minister Thielen suchte seine Eisenbahn- Politik zu vertheidigen Der erste Theil der Sizung verlief sehr ruhig. Eisenbahnbesizer, besonders wo sie unter dem Zwange der Verhältnisse versicherung betreffenden Angelegenheiten. Die Landeszentral- und für die dem Hause noch garnicht zugegangene Kanalvorlage ein die vollen Beiträge zahlen, also indirekt eine kleine Lohn- behörden können den Rentenstellen sogar die Beschlußgutes Wort einzulegen. Sodann brachte der Etatsredner des erhöhung zugestehen müssen, weil sie von den Versicherten fassung über die Rentenanträge übertragen, die sonst der Bentrums, Abg. b. Strombed, die bekannten Beschwerden und eine Erstattung ihres Beitragsantheils nicht erlangen können. follegialisch entscheidenden„ Rentenkammer" der Versicherungs- Wünsche des Zentrums vor, wie sie alljährlich wiederkehren Aehnlich steht es im Handwerk. Hier verbietet sich ein Aus- anstalt zusteht, während heute, wie gesagt, meist ein und die int Wesentlichen auf die Forderung einer scheiden aus der Versicherungspflicht noch viel mehr, weil ein beamtetes Borstandsmitglied bureaukratisch befindet. Auch größeren Berücksichtigung der Katholiken und auf die Vorlegung großer Theil der Arbeiterklasse zwischen Handwerk und Groß- in der Rentenkammer muß immer, neben dem beamteten Vor eines neuen Volksschulgesetzes auf tonfeffioneller Grundlage industrie bei uns in Deutschland hin und her fluftuirt, weil also standsmitglied als Vorsitzenden, je ein Vertreter der Arbeit hinauslaufen. Auch die Ausweisungen streifte der Redner jedes Arbeiten bei einem Handwerksmeister die Ver- geber und der Versicherten zugezogen sein. furz, wobei er der Regierung die Mißbilligung seiner Partei für die sicherung unterbrechen und damit die Anwartschaft Die alten Schiedsgerichte sollen trotzdem bestehen von ihr befolgte Taktik aussprach. auf Rente, wenn sie nicht durch freiwillige Fortversicherung bleiben, aber an Zahl verringert werden, etwa so, daß für in fachlicher Weise widerlegt hatte, ergriff der Polizeiminister Nachdem der Finanzminister einige Einwendungen des Vorredners aufrecht erhalten wird, gefährden und zerstören würde. Man den Umfang eines preußischen Regierungsbezirkes eine solche v. d. Nede das Wort zu einer längeren Nede, der längsten, die er tann sich auch gar keine größere Heuchelei denken wie diese Berufungsstelle in Zukunft vorhanden ist. Eine örtliche je gehalten, aber auch der ungeschicktesten und dreistesten. Selbst Vertröstung auf die Selbstversicherung: erst sollen die Arbeiter Rentenstelle wäre etwa für einen preußischen Kreis zu er fein Vorgänger, von Köller, dem man gewiß nicht den Vorwurf den heutigen Beitrags theil zu hoch finden, und dann sollen richten, in dicht bevölferten Bezirken für kleinere Gebiete, so allzu großer Bescheidenheit machen kann, hat es niemals gewagt, fie in Zukunft ganz allein den vollen Beitrag mit wahrer Be- daß etwa 1000 örtliche Rentenstellen und 60 Schiedsgerichte ein Parlament so von oben herab zu behandeln, wie Herr v. d. Rece. geisterung zu übernehmen bereit sein! Hier blickt deutlicher für Deutschland sich ergeben würden. Kein Wunder, daß seine Ausführungen fortwährend theils von wie sonst der Pferdefuß des zahlungsunluftigen Unternehmer- Die andere Berechnungsart der Renten erhellt begleitet wurden. Aber der Minister ließ sich nicht verblüffen, der lebhafte schallendem Gelächter, theils von Bischen auf der Linken und im Zentrum thums unter der Zentrumskutte hervor. zur Genüge aus den an anderer Stelle abgedruckten Vor- Beifall der Konfervativen entschädigte ihn für das Ünrecht, das die Auch die Beseitigung des Reichszuschusses, welche schlägen und Erläuterungen der Regierung. Es werden übrigen Parteien ihm nach seiner Ansicht zufügten, und je länger seinerzeit der Antrag Hompesch verlangte, kommt für den vor- dadurch die Renten bei kürzerer Wartezeit vor allem in seine Rede währte, defto verächtlicher schaute er herab auf die Voltsliegenden Entwurf nicht in Frage. Ebenso wird rundweg der den höheren Lohnklassen, also vorwiegend für die städtisch- vertreter, die es wagten, seine Ausführungen durch Mißfallsbezeugungen Vorschlag des Bundes der Landwirthe abgewiesen, die Ver- industriellen Arbeiter- etwas erhöht. Nach 20 Beitrags- zu begleiten. sicherungslast durch Zuschläge auf die Einkommen- jahren stellen sich die Renten jedoch niedriger wie heute, foSchon die Einleitung seiner Rede, worin er sich gewissermaßen entso Es war aber auch sonderbar anzuhören, was Herr v. d. Recke ausführte. steuern zu decken; schon die Verschiedenheit der Steuer- daß die bisherige Gesammt leistung, in Renten wie in Schon die Einleitung seiner Rede, worin er sich gewissermaßen entgesetzgebung in den Einzelstaaten mache das im Augenblicke Beiträgen, unverändert bleibt. schuldigte, daß er erst heute das Wort ergreife, erregte ungeheuere ganz unmöglich. Heiterfeit. Der Minister meinte, er habe die Neden der RegierungsAuf das Verhältniß von Alters. und Invalidenrente, vertreter nicht noch vermehren wollen, aber dabei weiß jedes Mits Die Vorlage der Regierung erstrebt dagegen vor allem vor allem jedoch auf die andere 2 asten vertheilung glied des Hauses, daß er nur deshalb nicht sofort erwidert hat, weil dreierlei: eine Aenderung im Rentenfeststellungsverfahren und zwischen Industrie und Landwirthschaft kommen wir in einem ihm diese Eigenschaft einfach verloren geht. Verblüffend wirkte auch in der Sicherheit der Beitragserhebung besonders durch die zweiten Artikel zurück. die Art, in der er das Gerücht von dem Zusammenhang Neufchaffung von örtlichen Rentenstellen, eine andere der Nicht bestätigung des Berliner Oberbürger Berechnung der Renten, endlich einen Ausgleich Politische Meberlicht. meisters und des Beschlusses des Magistrats betreffend der Lasten zwischen den günstiger und den ungünstiger den Friedhof der Märzgefallenen zu dementirin gestellten Versicherungsanstalten der mehr landwirthschaftlichen do wield suchte. Wer daran zweifelte, daß Herr Kirschner nur wegen oder überwiegend industriellen Bezirke. Der Reichstag leistete sich heute einen Feiertag. Nicht der bekannten Inschrift einstweilen noch nicht bestätigt ist, der Ueber die Rentenstellen und die vorgeschlagene Renten einen freien Tag. Er diskutirte aber nicht die soziale muß nach den Ausführungen des Ministers davon überzeugt fein, berechnung stellen wir weiter unten die maßgebenden Be Frage, sondern den Wein, die angenehmste aller Dis- daß das Gerücht auf Wahrheit beruht. Gewissermaßen, um den schwachen Eindruck seiner Argumentation zu verdecken, sofern er stimmungen zusammen. Begründet wird die Einfügung einer fussionen", wie die Engländer meinen. Die Weinzüchter und überhaupt etwas davon bemerkt hat, sprach er dem Hause das neuen untersten Instanz damit, daß die bisherige Weinfabrikanten- Verzeihung: Weinproduzenten, wollen das Recht ab, eine solche Frage zu bedeuteln. Und thatsächlich ging denn Vorbereitung und Begutachtung der Rentenanträge zu bureau Weingesetz des Jahres 1892 los fein, das der Weinfabrikation auch in dem Entrüstungssturm, der diesem Angriff auf die Rechte fratisch gewesen sei und daß die Rentenbewerber schon im ohne Trauben Vorschub leiftet; und einige wollen auch den der Voltsvertreter folgte, der Eindruck der Nede'schen Nede verUnd auch über die häufigen Begnadigungen von zur Versicherungsanstalt gebracht werden müßten, um Miß- italienischen Weine und Trauben ins Land läßt. Es ist genau Sie Begnadigung sei ein Gnadenakt, der auf freier Entschließung ersten Feststellungsverfahren mehr in persönliche Verbindung Handelsvertrag mit Italien los sein, der die billigen loren. Polizeibeamten untersagte er dem Hause, zu reden; griffe zu vermeiden und das Vertrauen der Versicherten in dieselbe Kampagne wie in Frankreich, nur daß der Weinbau des Königs beruhe, und woran niemand Kritik zu üben die Weinfabrikation in Deutschland feine höherem Maße zu erwerben: h so habe. Dabei aber übte er selbst sofort Kritik an diesem Gnadenbon in Frankreich, Gegenwärtig vollzieht sich das einleitende Verfahren große Rolle spielt dessen afte, indem er ausführte, daß gerade Polizeibeamte vor vor der unteren Verwaltungsbehörde des Wohnorts des Boden fast ein Drittel mit Reben bepflanzt ist. Gewiß allen anderen begnadigt zu werden verdienten. Rentenbewerbers durchgehends in den Formen eines schriftlichen ist, daß die Weinverfälschung und Weinfabrikation ohne Trauben Bon echt Recke'schem Geist zeugten auch die Aeußerungen Urkundenbeweises. Der Rentenbewerber hat die zur Begründung seines seit 1892 folossal zugenommen hat. Die Einfuhr der Rosinen, über den durch den Vorwärts" bekannt gewordenen Schieß Anspruchs erforderlichen Urkunden( Taufschein, lezte Quittungskarte, von denen Kunstwein gemacht wird, hat sich verdreifacht, und erlaz, den der Polizeiminister mit dem Hinweis auf die Arbeitsbescheinigungen u. f. w.) vorzulegen; soweit es sich um die Weinfabrikation übersteigt, wie ein Redner ausführte, um zahlreichen frivolen Aufläufe" zu vertheidigen suchte. Es entBewilligung einer Invalidenrente handelt, werden von den ört- das Sechsfache den Wein wuchs, oder die" Creszenz", aber über die Köpfe hinweg zu schießen oder mit der flachen Klinge lichen Vertrauensmännern und event. von den betheiligten Krankentaffen- Borständen gutachtliche Aeußerungen zu den ätten erstattet in weinzüchterischer Sprache zu reden. Im Wein ist Wahrheit, und diesen auch ein ärztliches Attest beigefügt. Nachdem etwa noch sagt das Sprichwort. Ganz wahr ist's aber nicht, denn feiner schlagen. Das schärffte Vorgehen sei auch gleichzeitig das humanste. Jm Uebrigen suchte der Minister natürlich zu für erforderlich erachtete weitere Ermittelungen( Beugen- der Weinredner sagte uns, daß es ihm nur auf seinen bestreiten, daß es sich um einen geheimen Erlaß. vernehmungen u. f. w.) stattgefunden haben, äußert die untere Profit ankomme und alle Redner mit einer einzigen handle. Entweder hätten dieselben unsauberen Hände", die den und wie 7 Berlin, den 23. Januar. Erlaß auf den Tisch einer Redaktion gebracht haben, das Wort die, welche ihm dann und wann ein Bein stellten, sich keinen geheim" hinzugefügt, oder aber irgend eine untergeordnete Polizei- bequemeren wünschen können. Wäre er nicht da, sie müßten behörde. Warum er aber, wenn dieser Erlaß nicht geheim war, ihn erfinden. denselben nicht im Staatsanzeiger" veröffentlicht hat, darüber gab " Gewiß, der Tag wird kommen, wo Fürst von Hohenlohe Herr v. d. Recke keine genügende Aufklärung. So ganz einwandsfrei scheint der Erlaß denn doch nicht gewesen zu sein; wie kann sonst aus dem Reichskanzleramte verschwinden wird, allein dann eine untergeordnete Polizeibehörde darauf verfallen, ihn als geheim wird ein anderer Fürst Hohenlohe an seine Stelle treten zu bezeichnen? vielleicht sogar einer mit demselben Namen. Unter dem Zum Schluß fuchte der Minister noch das Bomben- Bidzadfurs fann's teine anderen Reichskanzler geben. Auch attentat in Alexandrien als sehr gefährlich hinzustellen, Graf Posadowsky foll amtsmüde sein. Wir glauben es ohne jedoch damit eine andere Wirkung zu erzielen, als daß er neue gern. Minister in der Aera König Stumm" zu sein, ist kein Heiterkeit heraufbeschwor. Bergnügen auch nicht für einen so geschmeidigen Hofmann wie Graf Posadowsky. Aber wenn er geht, ist's genau als wie wenn Fürst Hohenlohe geht. Es kommt ein Anderer. und doch kein Anderer. Der nächste Redner, der Abg. Rickert( fri. Vg.), ließ sich die günstige Gelegenheit, den Minister gründlich zu widerlegen, leider entgehen. Statt das Verhalten des Ministers nach Gebühr zu fenn zeichnen und die Rechte der Volksvertretung in energischer Weise wahrzunehmen, erging er sich in lauter fleinlichen Ausstellungen, die bereits von seinen Vorrednern in viel lahmerer und schärferer Weise zur Sprache gebracht waren. Weder seine Nede noch die kurzen Er widerungen der Minister Bosse, Schönstedt und v. Miquel bieten irgend etwas Interesse. Ihren eigentlichen Höhepunkt erreichte die Eizung erst, als die Bertagung eingetreten wat une ber Abg. Stigter bas eichte die Sigung erſt, Wort zu einer persönlichen Bemerkung ergriff. Richter wurde fortwährend bon der Glocke des Präsidenten unterbrochen. Staum hatte er einen Satz begonnen, so versuchte der Präsident v. Ströcher ihr mit der Bemerkung das Wort zu entziehen, daß das, was er vorbringe, nicht persönlich sei. Aber der geschickte Parla mentarier ließ sich dadurch nicht einschüchtern; das, was er fagen wollte, sagte er deutlich genug. Seinem Geschick jedoch sollte er nicht entgehen. Als er dem Minister des Innern vorwarf, dieser habe einen Ciertanz aufgeführt, rief ihn der Präsident zur Ordnung. Sofort stellte Richter an den Präsidenten das Verlangen, auch dem Minister, der sich vorher desselben Ausdrucks gegen ihn bedient Anarchisten- Begnadigung in Spanien? Aus Madrid läuft die folgende Depesche ein: Auf Ersuchen Salmeron's und anderer Republikaner hat Sagasta versprochen, dem nächsten Ministerrath eine Vorlage betreffend Begnadigung der in Montjuich in Haft befindlichen Anarchisten zu unterbreiten. Abwehrmaßregel dar, da es sich bei den von der Ausweisung Betroffenen um Elemente handelt, welche mittelbar oder unmittelbar einer auf die Losreißung preußischer Landestheile vom diesseitigen Staatsgebiete gerichteten Agitation dienstbar sind." Die„ mittelbaren" Elemente find, wie man weiß, z. B. Dienst mädchen, die bei dänisch Gesinnten ihr Brot verdienten. Nach dieser echten Köller- Logit ist der Oberpräsident felbft ein solch mittelbares Element", da er ja durch seine Regierungsthätigkeit mit den dänischen Agitatoren in Berührung steht. An einer anderen Stelle heißt es: Troß der milden und versöhnlichen Gesammtrichtung der preußischen Politik in Nordschleswig und der unablässigen Fürsorge für die wirthschaftliche und kulturelle Hebung der neugewonnenen Landestheile, welche nicht ohne günstige Wirkungen gebieben ist und selbstverständlich fortgesetzt werden soll, hat die deutschfeindliche dänische Propaganda ihr agitatorisches Treiben nicht eingestellt. Dasselbe hat vielmehr, namentlich in letzter Zeit, immer bedrohlichere und herausforderndere Formen angenommen." nis Die„ milde und versöhnliche Gesammtrichtung" warum sollte, der preußische Adler in der Karnevalszeit sich nicht als Täubchen toftimiren! Saben wir neulich geschichtlich stizzirt. Solche Tel: 5, werden golferguaren bie Es ist noch in aller Gedächtniß, welchen Folterqualen die in Rebensarten müffen allerdings bedrohlich und herausfordernd Montjuich unter dem Verdacht der Anarchisterei gefangen Gehaltenen wirken für die Beurtheilung der amtlich feststehenden Weisheit ausgesetzt wurden. Es wurde damals auch in deutscher Sprache der Regierung. Wenn Herr v. Stöller dänische Dienstmädchen für fich eine Broschüre veröffentlicht, welche die Folterungen schilderte, denen bedrohlich hält, so ist das eine Angelegenheit seiner Einbildungskraft. die Gefangenen unterworfen wurden, um ihnen Geständnisse ab- Daß der Aufenthalt dieser Elemente" aber den Bestand des zupreffen. Wenn die Regierung, die es wohl bringend nöthig hat, Deutschen Reiches in Frage stellen sollte, dieses Geständniß eines ihre Popularität etwas zu vergrößern, jest wirklich an eine Be- frankhaften Schwächezustandes hätten sich die journaliſtiſchen Sachgnadigung denkt, so dürfte die Gnade" nicht mehr allen Ge- walter der Staatsregierung füglich ersparen können. fangenen zu gute kommen, da schon damals mehrere der im Fort Montjuich schmachtenden Opfer zu Grunde gegangen waren. Regierung zur Begnadigungsfrage übrigens anders dargestellt. Dem eruener Depesche der Frankf. 8tg." wird die Stellung der Serr v. bet it meterings Polizeiverwaltung in Spandau neuerdings ausführlichen Bericht eingefordert über den Verlauf der StrafInnern hat von der de sammelt Material. Der Minister des prozesse, die infolge des Bauarbeiter Ausstandes im hatte, zur Ordnung zu rufen. Herr v. Ströcher gerieth Blatt wird telegraphirt: ubie gegen Ausstandspoſten wegen Au s= dadurch in eine gewiffe Verlegenheit; er suchte zunächst sein Madrid, 22. Januar. Die republikanischen Führer Salmeron, fchreitungen gegen Arbeitswillige anhängig geparteiisches Verhalten damit zu motiviren, daß er den Ausdruck in Azcarate und Gonzalez besuchten Sagasta, um zu bitten, daß die macht worden sind. Der Minister wünscht eingehende Darder Rede des Miniſters überhört habe. Als dann Nichter ver- noch auf Montjuich internirten 52 Gefangenen, darunter ein stelling der einzelnen Fälle; zu diesem Zweck finden auch Berlangte, der Präsident möge sich aus dem stenographischen Wortlaut Journalist, in die umfassende Begnadigung einbegriffen werden, die nehmungen der betheiligten Bange werksmeister statt. Die der Rede davon überzeugen, daß der Minister sich wirklich so aus- morgen anläßlich des Namensfejtes des Königs erfolgt. Sagasta Spandauer Vorgänge sollen anscheinend als Material dienen für die gedrückt habe, da machte Herr v. Kröcher den Versuch, die ganze versprach diese Angelegenheit dem nächsten Sath zu unterbreiten, Gesezesvorlage zum Schuß der Arbeitswilligen. Sache scherzhaft aufzufassen und sich damit auszureden, daß er doch ist wenig Aussicht vorhanden, daß das Gesuch genehmigt während der Rede des Ministers das Präsidium nicht geführt habe. wird. Die Republikaner beabsichtigen, in der nächsten Tagung der " Sie sehen also, daß die Ansichten des Präsidenten und des Vize- Cortes energisch für die Revision in der Montjuich- Affaire ein präsidenten über die parlamentarische Zulässigkeit von Ausdrücken zutreten. auseinandergehen". Schallendes Gelächter war die Antwort der Linken und des Zentrums auf diese Ausrede, die jedenfalls für nuspren Herrn v. Kröcher ein Nachspiel haben wird. Denn daß er bei der inilul sousplat Deutsches Reich. vier Wochen erfolgenden nochmaligen Neuwahl wieder durch Zurufsrud iss gewählt wird, gilt als ausgeschlossen. nogen bublaDie odo spitos Nochmals Herr Schmidt. odnot thou pr moto Die Elberfelder Neuest. Nachr." hatten zuerst jene Mittheilungen über den Inhalt der Redewendung zwischen dem Kaiser und den Vertretern des Reichstagspräsidiumis veröffentlicht. Obwohl die Neuest. Nachr." ein liberales Blatt sind und Herrn Schmidt freund schaftlich nahe stehen, legte sich Herr Schmidt aufs Dementiren und gab seinem höchsten Bedauern" Ausdruck. " Eine Maßregelung des Neichsgerichts? Das höchste deutsche Gericht, das Reichsgericht, genießt heute nicht mehr den guten Ruf, den es einst besessen. Seine Entscheidungen erregen nicht selten den Widerspruch der Da aber weder Herr Schmidt noch die„ Nenest. Nachr." mitjuristischen Autoritäten, und der herrschende reaktionäre Geist theilen, inwiefern der Inhalt der ersten Mittheilung falich ge übt seine verhängnißvollen Wirkungen auch in den vornehmen wesen sei und was wirklich bei der Audienz des Präsidiums ger Sälen der Leipziger Rechtsstätte. sprochen worden sei, da ferner die ebenfalls Herrn Schmidt nicht Kaum jemals hat die öffentliche Kritik noch Anlaß, fich fernstehende Franks. 3tg." die Angelegenheit behandelte, ohne fie über Entscheidungen des Reichsgerichts anerkennend zu äußern. aufzuklären, blieb der ganze Vorgang in mysteriöses Dunkel geEin solcher Fall ereignete sich unlängst anläßlich der Verhüllt. urtheilung unseres Parteigenossen Dylong in Königshütte. Nunmehr aber schreibt die sozialdemokratische Elberfelder Freie Dylong hatte ein von ihm nicht verfaßtes polnisches Wahl. Presse" flugblatt verbreitet wegen diefer Handlung erhielt er von dem Beuthener Landgericht ein Jahr sechs Monate Ge. fängniß zudiftirt; er follte Staatseinrichtungen und Anordnungen der Obrigkeit verächtlich gentacht haben. Das Reichsgericht hob das Urtheil auf und kritisirte in der Begründung das Urtheil der Beuthener Straffanimer sehr scharf. Das Urtheil, so wurde ausgeführt, enthalte so viel u n= fertigteiten, daß es nicht aufrecht erhalten werden könne. Es Laffe zunächst jeden Aufschluß darüber vermissen, ob das Gericht selbst sich über die Grenze zwischen der Behauptung von Thatsachen und der Kritik beziv. dem Ausspruch eines Urtheils lar getvorden sei. Es seien doch Bedenken möglich, daß unter dem, was das Gericht als Behauptung von Thatsachen auffaffe, mir allgemeine Urtheile zu verstehen seien. Biel bedenklicher sei die Feststellung des subjektiven Thatbestandes. Hier sei mur festgestellt, der Angeklagte hätte wissen müssen, daß die von ihm verbreiteten Thatsachen unwahr seien. Diese Feststellung schließe den Berdacht nicht aus, daß das Gericht eine bloße Fahrlässigkeit für ausreichend gehalten habe. Bei der Steuergesetzgebung sei zwar das Wissen des Angeklagten angenommen worden; dies könne aber das Urtheil nicht tragen, zumal bei der egorbitant hohen Strafe noch andere Momente maßgebend gewesen sein müßten. Bedenklich sei die Annahme, daß der Reichstag, soweit er Geseze beschließe, als die Staatseinrichtung angesehen worden sei, während eine solche nur in dem Bestehen der gesetzgeberischen Körperschaft Jetzt wird nun vom„ Leipziger Tageblatt" und dem Reichsboten" behauptet, der preußische Justizminister habe Be richt über den Fall eingefordert und aus dem Umstande, daß Wyszomirski neuerlich zum Reichsgerichtsrath befördert worden ist, geschlossen, daß die Nachprüfung des Herrn Schönstedt nicht zu Ungunsten des Beuthener Gerichts ausgefallen fei. og of xed " Trotz des formelisten Dementi des Herrn Reinhart Schmidt staminen von ihm die Ausführungen der hiesigen„ N. N." Damit ist allerdings noch nicht gejagt, daß Herr N. Schmidt die betreffenden Aeußerungen bei der Audienz des Kaisers wörtlich gethan hat. Aber hier in Elberfeld hat er es gesagt und zwar am 5. Januar in einer Versammlung des hiesigen Liberalen Bürgervereins", an welcher, außer Herrn Reinhart Schmidt, girta 23 seiner Parteigenossen theilgenommen haben, So ist uns von„ gut unterrichteter Seite" mitgetheilt worden, die uns nicht„ dementiren" wird, wie die„ gut unterrichtete Quelle" es mit den„ Neuesten Nachrichten" gethan hat. " Warum Herr R. Schmidt die Mittheilungen feines Partei Organs über die Audienz dementirte, wissen wir nicht. Der jetzige politische Leiter der„ N. Nachr." hätte noch mehr mittheilen können, denn Herr N. Echmidt hat in jener vertraulichen Versammlung des Liberalen Bürgervereins auch noch angebliche Aeußerungen des Kaisers in Bezug auf Frankreich mitgetheilt.oimpinel Und das haben 23 liberale Bürger Elberfelds gehört und trotzdem das Dementi des Herrn Reinhart Schmidt! Die Art, wie diese Materialsammlung vorgenommen wird, ist schon höchst kennzeichnend für den„ Geist" der Recke- Regierung und für ihre Absichten. Die Baugewerksmeister werden vernommen, aber von Befragung der Arbeiter hört man nichts. Aus einfeitigen Unternehmerfeststellungen soll der Strick des Zuchthausgefeßes für die kämpfende Arbeiterschaft gedreht werden. Der Große und der Kleine. Es wird mitgetheilt: Eine neue Maßregelung des Fürstenthums Lippe steht scheinbar nach einer Meldung aus Osnabrüd bevor. Danach soll das 55. Infanterie- Regiment, dessen Stab zur Zeit in Detmold liegt, nach Osnabrüt übersiedeln, während das in letzterer Stadt garnisonirte 78. Infanterie- Regiment nach dem Elsaß dislocirt werden solle. Da diese Maßnahme durch strategische oder militärische Gründe kaum zu erklären ist, dürften politische Motive dahinter zu suchen sein." Stadt trifft. Eine ganze Anzahl Existenzen hängt an dem Verbrauch Man weiß, wie schwer die Entziehung des Militärs eine Kleinere der Truppe. Nun hat der Reichstag oder wenigstens die große Mehrheit des Reichstags die Haltung Preußens in der Lippe'schen Streitfrage scharf gemißbilligt. Wollen sich die Rathgeber des preußischen Königs vollends miß20018 liebig auch in der wohlgesinnten" Bevölkerung machen? 100 Ein Erfolg des Herrn Bosse. Der„ Bolfswille" theilt fol gendes Echreiben der Regierung in Hildesheim mit, das dem Formstecher Beiß in dem Orte Morigberg zugegangen iſt: " Hildesheim, den 4. Januar 1899. Nach den diesseitigen Er mittelungen ist festgestellt worden, daß Sie zur sozialdemokrati schen Partei gehören, und haben Sie auf amtliches Befragen selbst eingeräumt, daß Sie privatim für Ihre Partei arbeiten. Wir können die Zugehörigkeit zu der bezeichneten Partei, zumal wenn dieselbe in der zugestandenen Weise bethätigt wird, nicht für bereinbar mit der bestimmungsmäßigen Erfüllung der Pflichten der Mitglieder eines evangelischen Schulvorstandes halten und müffen Sie deshalb auf Grund unserer aufsichtlichen Befug nisse Ihrer Funktion als Schulvorsteher entheben. Der Betroffene hat offenbar die Pflichten und Aufgaben, die lufgaben, ihn sein Amt auferlegt, durchaus erfüllt. Nur weil er eine andere politische Ueberzeugung hat, wird er abgesetzt. So will es Herr Bosse und so wird neuer Unfriede und Verbitterung in die Be-. völferung getragen. " Und zu uns, in unsere Redaktion kan, unmittelber nach der Beröffentlichung der Geschichte durch die„ N. N.", der frühere Aus dem Ministerium des Geiftes" berichtet die„ Köln. Chefredakteur desselben Blattes, der auch zweiter Vorsitzender des Volksztg.": Im Oktober haben im Kultusministerium unter persönVereins der liberalen Bürger ist, und ersuchte uns, auf den be- licher Leitung des Ministers Konferenzen der sämmtlichen Sektoren regten Artitel der„ N. N." nicht zu reagiren, denn daran sei nichts der preußischen Universitäten stattgefunden. Dort wurde auch über den Anfleiß der Studenten, namentlich der Juristen geWahres!" Herr Reinhart Schmidt hat in dieser Angelegenheit eine so sprochen. Dabei sagte Professor Schmoller: Der Unfleiß gefunden werden könne. Was die Verächtlichmachung von Anstehenden Zeitungen, der Elberfelder„ N. N." und der„ Frankf. Ztg.", Minister giebt, beren erste Frage bei der Vorstellung jüngerer eigenthümliche Rolle gespielt, daß wir den Eifer der ihm nahe wird nicht aufhören, so lange es preußische ordnungen der Obrigkeit betreffe, so könne das Gesez mir dann ihren plauderluſtigen politischen Freund zu schützen, wohl begreifen. Beamten ist:" In welchem Korps find Sie gewesen?" Anwendung finden, wenn es sich um wirklich existirende AnAnwendung finden, wenn es sich um wirklich existirende An- Aber gegenüber den obigen, ganz bestimmten Darlegungen der Von der Reichspost. Sämmtlichen Ober- posttassen ordnungen handle. Der Präsident des so mit Recht gerüffelten Landgerichts r. Pr." wird es schwer werden und wäre es selbst via Berlin- und Bostämtern an Reichsbankplätzen follen vom 1. Februar ab Herrn Schmidt herauszuhauen. eigene Girotonten bei der Reichsbant eröffnet werden. war ein Dr. Wyszomirski. Er selbst war zwar nicht an dem ind Die dadurch eintretende Vervollkommnung der bestehenden PostgiroUrtheil direkt betheiligt, immerhin konnte die Kritik des ReichsAllgemeiner preußischer Städtetag. Jm Sigungssaale der Einrichtungen ist zu begrüßen, da die Maßnahme nicht blos der Begerichts für ihn nicht angenehm sein. Berliner Stadtverordneten begannen heute Vormittag die Verschleunigung und Erleichterung des Kassenverkehrs der Postanstalten handlungen des Allgemeinen preußischen Städtetages. Es find unter einander zu gute tommt, sondern auch dem Publikum, und 79 Städte durch ihre Oberbürgermeister bezw. Bürgermeister, Stadt den öffentlichen Kassen die Möglichkeit bieten wird, den Zahlungsräthe und Stadtverordnete vertreten. Nach Erledigung einiger verfehr mit der Post im Wege der Giroübertragung abzuwickeln. Formalitäten wurden Oberbürgermeister Beder( Stölu) zum ersten, Namentlich wird sich die Neuerung für die Beschränkung der BaarBürgermeister Kirschner( Berlin) zum zweiten Borfizenden gewählt zahlungen im Postanweisungsverkehr werthvoll erweisen. Der erste Punkt der Tagesordnung behandelte die Rechts Aus der Bismarckzeit. Auf welche Weise es Bismarck ververhältnisse der Kommunalbeamten. Stadtrath Menzel( Breslau) beklagte in ausführlicher Rede lebhaft die juchte und im Allgemeinen auch erreichte, das gelehrte BürgerSchwierigkeiten, welche aus der Rechtssprechung des Reichsgerichts thum zu forrumpiren, dafür bot neulich Professor Adolf Wagner in Verbindung mit dem Militäranwärter- Gesetz für die Gemeinden in einem Vortrag über Steuerreform ein nettes Beispiel. Wagner erörterte in dem sozialwissenschaftlichen Studentenverein die pros entstanden seient. gressive Einkommensteuer. Dabei erwähnte er, der Volksztg." zufolge, daß ein Eintreten für diese Steuer bis zu den 70er Jahren als etwas Staatsgefährliches" angesehen wurde. Er sei damals Das Reichsgericht fand das Urtheil der Beuthener Straf- Die Novelle zum Bankgesen. Der nunmehr vorliegende Ent- Mitglied der Prüfungstommission für Diplomaten getammer juristisch unfertig. Am 10. Februar wird die neue wurf eines Gefeßes, betreffend die Abänderung des Bankgefeßes vom wesen und habe in dieser seiner Eigenschaft, da er Freund der progressiven Verhandlung gegen Dylong stattfinden. Wenn dann abermals 14. März 1875" bestätigt die bereits über seinen Inhalt bekannt Ginfommensteuer war, in dieser Materie den je pigen StaatsRevision beim Reichsgericht eingelegt werden wird, dann gewordenen Angaben. An den Grundlagen der Reichsbank wird minister b. Bülow und den Grafen Herbert v. Bismard sigt der Präsident des scharf kritisirten Gerichts bereits auf nicht gerüttelt; aber ihre bestehende Verfassung wird weiter aus geprüft. Die Folge davon sei gewesen, daß er feine Gelegenheit gebaut. Die Mittel der Reichsbant sollen gestärkt werden. Das mehr bekam, an der besagten Prüfung weiter theilzunehmen, und der Bank der Kritiker. 9 and geschieht durch Erhöhung des Attien Kapitals von 120 1/2 Jahre nach diesem Vorfall aus der Prüfungskommission„ ausBesteht in der That, wie jene konservativen Blätter ver- auf 150 Millionen sowie durch die Erhöhung des steuer- fchied". Diese Entlassung aus der Kommission ist nun nach guten muthen, ein Zusammenhang zwischen der Reichsgerichts- freien Notenkontingents von 293,40 auf 400 Millionen, Bus Quellen wie der Herr Geheimrath versicherte auf den Entscheidung und der Reichsgerichtsraths Ernennung, so ist gleich wird auf dem schon vor zehn Jahren, bei der ersten Er- persönlichen Einfluß des Fürsten Bismard zurückeine parlamentarische Erörterung der Angelegenheit dringend neuerung des Reichsbant- Privilegs eingeschlagenen Wege, den Antheil zuführen, der das Verfechten und namentlich das Prüfen bei einer geboten. des Reichs am Gewinn der Reichsbant zu erhöhen, fortgeschritten. so staatsgefährlichen Idee, wie es die progressive Einkoniniersteuer Künftig erhält das Reich schon bei 5 pet. Gewinn drei Viertel vom sein soll, nicht guthieß.sd Restgewinn, während bisher diese höhere Betheiligung erst bei 6 pt. Ist diese Vermuthung richtig, so wäre die Beförderung des Dr. Wyszomirsti gleichbedeutend mit einer Ma Brege Iung des Reichsgerichts. Mit Richtern tann man nicht verfahren wie mit Professoren. Den gleichen Zweck aber erreicht man durch solche Strafernennungen. Wieder Krisengerüchte! Doch niemand regt sich auf. Man hat sich allmälig an sie gewöhnt. Wo die Krise chronisch ist, wie im Deutschland des Zickzackkurses, sind naturgemäß auch die Krisengerüchte chronisch. Grund ist immer vor handen; und es giebt immer Nebenregierungen und Kliquen, die ein Interesse haben, den Nährboden der Krisen und Krisengerüchte zu düngen. Fürst Hohenlohe soll amts müde sein. Kein Zweifel. Er war von Anfang an amtsmüde, aber er ist ein so bequenter Reichskanzler, daß selbst Es schließt sich eine längere Debatte über diesen Gegenstand an, die mit der Annahme der Thesen des Referenten endete. eintrat. Die Agrarier, welche die Reichsbank verstaatlichen wollten, um bequemere Bumpgelegenheit zu erhalten, werden durch diese neue Novelle keineswegs befriedigt sein. Köller- Wäsche. Auch die amtliche Berliner Korrespondenz" versucht nun das undankbare Geschäft, die Ausweisungspolitik zu vertheidigen. Die Früchte der Bismarc'schen Fürsorge erntet mühelos Herr Bosse, der trotz des Falles Delbrüd glückselig unter feinen ehrerbietig fchweigenden Fakultäten regiert, statt von der Empörung aufrechter" Protestanten" eiligst in das Brivatleben flüchten zu müssen. Dresden, 28. Januar. Auch hier hat sich ein besonderes Landeskomitee des deutschen Flottenvereins gebildet. Der Präfident der sächsischen Oberrechnungskammer a. D. Planiz wurde zum VorDie neuerdings verschärfte Handhabung der Ausweisungs- fizenden gewählt. Minister und Honoratioren" aus allen Landespolitit stellt sich vielmehr als eine absolut nothwendige theilen find betheiligt. Daß fie auch bereit wären, die Kosten ihrer Flottenbegeisterung des Kaisers 1 noch nicht. " bisher alty Grund der ihm nach seiner Regierung Antwort auf die Kompromißpunttationen. Die Verhand zu zahlen, haben die Herrschaften nicht gesagt. Das überläßt man Auffassung zustehenden Machtbefugniffe getroffen hat, in erster Linie lungen dürften mittels der im Laufe der nächsten Woche zu gewärdem armen Pöbel. die Unterdrüdung einer ganzen Anzahl von tigenden Erklärung der Regierung beendet werden. Es verlautet, der Stuttgart, 23. Januar. Der König eröffnete heute den 8eitungsorganen, fich, streng juristisch aufgefaßt, nur als Sonnabend Abend in Wien eingetroffene Koloman Szell, der gestern Landtag mit einer Thronrede, in welcher er seine Un eine Reihe durchaus rechtswidriger, jeder gefeßlichen vom Kaiser empfangen wurde, habe auch Unterredungen mit den erkennung ausspricht für die Hingebung, welche der Landtag in der Grundlage entbehrender Regierungshandlungen Grafen Goluchowski und Thun gehabt. Man erwartet vor seinem ersten Periode bewiesen. Der König bedauert aufrichtig, daß es darstellt. So weit sind wir nun aber in Elsaß- Lothringen allerdings Eingreifen, daß die verfahrenen Friedensverhandlungen mit der tros der aufgewendeten Zeit und Mühe nicht gelungen sei, das von mehr im Besige ihrer außerordentlichen Wachtfülle durchaus Montag ist auch Baron Banffy in Wien eingetroffen, wie in ein Die reichsländische Regierung fühlt sich viel ungarischen Opposition eine bessere Wendung nehmen werden. Am der Regierung unternommene Reformwert auf den Gebieten des Verfassungsrechtes, der Verwaltung und des Steuer- ficher und die erst im Frühjahr 1897 anläßlich der Bentenar- zelnen politischen Streisen vermuthet wird, mit seinem Rücktrittswesens zu dem erhofften Abschluß zu bringen. Die Aufgabe feier für Staiser Wilhelm I. erfolgte Unterdrückung zweier Preß gefuche in der Tasche. Sämmtliche ungarischen Parteien wollen der nächsten Periode sei die Feststellung des Staatshaushalts. organe der Klerikalen Oppofition beweist, daß sie davon kein Titelchen dieser Tage Versammlungen abhalten, zunächst um Berichte ihrer Die Finanzlage fei günstig. Die Regulirung der Beamtengehälter preiszugeben gewillt ist. Der neugewählte Vertreter Straßburgs im Vertrauensmänner über die Verständigungsverhandlungen entgegen und die Besserstellung der Geistlichen und der Volksschullehrer werde Reichstag. Justizrath Riff, der den Antrag der Elfäffer- Gruppe zunehmen. Frankreich. in dem neuen Etat vorgeschlagen werden. Ein Reservefonds der mitunterzeichnet hat, macht es sich in einer Buschrift an die Straßb. Staatscisenbahnen soll angelegt werden. Die Thronrede kündigt nüchterne Darlegung der in Elsaß Lothringen thatsächlich be- Raffationshofes, Loew, theilte einem Redakteur des Journal" mit, Post" deshalb auch zur Aufgabe, feinen Kollegen Mayer durch eine Paris, 23. Januar. Der Präsident der Straffammer des fodann weitere Vorlagen an, welche mit dem Bürgerlichen Gesetz stehenden gesetzlichen Zustände aus dem Wolfenkutuksheim gelehrter die Kriminallammer werde nach dem Verhör Esterhazy's fich buche zusammenhängen, sowie eine Anzahl minder wichtiger Vor- Deduktionen wieder auf den Boden der realen Verhältnisse lediglich mit der Prüfung des Bordereaus zu beschäftigen Tagen auf dem Gebiete der Verwaltung und der Besteuerung. Herabzuversetzen und ihm klar zu machen, daß der Bevölkerung haben. Von den Sachverständigen werde nur Bertillon nochmals Endlich stellt die Thronrede Forderungen zur Verbesserung des Elsaß- Lothringens nicht durch juristische Tifteleien, sondern nur da- vernommen werden. Dagegen will der„ Courier" wissen, daß der Eisenbahnbaues und Eisenbahnbetriebes auf. durch zu ihrem Rechte verholfen werden kann, daß dem Reichstag Rasfationshof fehr wichtige Entdeckungen" gemacht habe, wodurch Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozesse. Cine immer und immer wieder Gelegenheit gegeben wird, seiner Forde- der Abschluß der Dreyfus- Affaire nicht vor April zu erwarten fei. Frau als Beleidigerin der kaiserlichen Majestät rung einer unzweifelhaften Beseitigung jener voltsfeindlichen Die Aurore" stellt fest, daß Esterhazy lediglich von 1877-1879 präsentirte sich heute in der verehelichten Schlosser Pauline Ausnahmegeseze Ausdruck zu verleihen, bis endlich ein gesetzlicher gleichzeitig mit Henry dem Nachrichtendienste angehörte und bestätigt, Bailowsti aus Spandau der zweiten Straffammer vom Land- Zustand in den Reichslanden hergestellt ist, der allein die erwünschte Baß Esterhazy seitens des Kriegsministeriums vom Amtsgeheimniß gericht II. Die Frau ist eine Polin und polnische Frauen der Aussöhnung des Landes mit den durch den Frankfurter Frieden ge- entbunden sei, jedoch mit der Einschränkung, nichts auszusagen, was niederen Volksschichten verstehen von der Politik noch weniger als schaffenen Verhältnissen ermöglichen kann. ihre Männer, deren ganzes politisches Verständniß in einem irregeleiteten Fanatismus aufgeht. Zur Zeit der vorjährigen ReichstagsAusland. grus wahl besuchte die Angeklagte eine gute Bekante", sah dort ein Kaiserbild an der Wand hängen und wurde dadurch zu einem AusWahlrechtskämpfe in Belgien.d bruch einer konfusen Aeußerung über die Polenpolitik veranlaßt, für Der Ministerpräsident und Finanzminister de met de Nayer welche sie mit Worten, die eine Beleidigung enthielten, den Kaiser und der Arbeitsminister Nyisens haben am Montag dem König Rußland. mate verantwortlich machte. Die gute Bekannte" entpuppte sich nach ihr Entlassungsgesuch unterbreitet. Der Grund ihrer Demission ist Ueber den letzten Petersburger Streit und die mit ihm in längerer Zeit als erbitterte Feindin, sie ging zur Polizei und der Umstand, daß der König entschlossen ist, dem Wunsche der Kleridemmzirte. Auch beschwor sie den Inhalt ihrer Demunziation. Der talen zu folgen und den Kammern vom Kabinet einen Gesezentwurf Busammenhang stehenden Verhaftungen wird uns noch das Gerichtshof verurtheilte darauf bie Frau Baikowski zu vier bezüglich der Wahlreform verlegen zu lassen. Diese famose Wahl- Folgende berichtet: Der Anlaß zu dem Streit war die UnzufriedenMonaten Gefängniß. " Reform" soll durch eine neue Wahlkreisgeometrie u. s. w. der heit der Arbeiter mit ihren Löhnen. Als der Fabrikinspektor erGegen den Bergarbeiter Josef Sedula aus Michalto wig ferifalen Majorität, die durch das Wahlfartell sämmtlicher Oppositions- fchienen war, um die Arbeiter zu beruhigen, wurde ihm aus der bei Kattowig ist ein Strafverfahren wegen Majestätsparteien sehr gefährdet ist, bei den nächsten Wahlen nochmals den Menge zugerufen, daß die Arbeiter das Recht zu streiten, beleidigung eingeleitet worden. Zur Zeit, als das famose Sieg bringen. das Vereins- und Versammlungsrecht und die anarchistische Attentat" auf den Kaiser auf seiner Palästinareife Wie konfervative Blätter melden, soll Leopold fich schon Preßfreiheit verlangen. Unsere Petersburger Genossen bereitelt" worden war, soll. zu einem Freunde Einiges gefagt längst mit dem Projekt der Bekämpfung der Umsturzpartei" be- legen dieser Thatsache einen großen Werth bei, weil das in Petersburg haben, was als Majestätsbeleidigung aufgefaßt wird. Mit diesem schäftigt haben. Die Erfolge der Sozialdemokraten haben ihn der erste Fall ist, daß während einer Wassenbewegung seitens der Freunde kam H. in Feindschaft, und die Feindschaft ergab eine schon immer sehr„ beängstigt" und er blickt mit Besorgniß in die Arbeiter neben Forderungen wirthschaftlichen auch solche politischen Anzeige. Bufumft, die ihm möglicherweise bald ein demokratisch- sozialistisches Charakters laut geworden sind. Der Streit hat zur Verhaftung In Bunzlau ist auf Veranlassung der Siegniger Staats- Ministerium bringen fönnte. Dem will er vorbeugen und so geht von ca. 50 Arbeitern und 15 zur Jntelligenz" gehörenden Personen anwaltschaft bei dem freifimigen Niederschlesischen Kourier" eine er voran im Kampfe gegen die Sozialdemokratie. Mit welchem Er- geführt. Außer den im„ Borwärts" bereits genannten„ Intelligenten" Haussuchung nach Manuskripten vorgenommen worden, welche erfolglos folge, wird die Zukunft lehren. Hellebutte und de Broeque- find unter Anderen die folgenden verhaftet worden: Antrojfow, war, und die Nr. 15, welche eine Majestätsbeleidigung ville sind als Nachfolger der abgehenden Minister in Aussicht ge- Rechtsanwalt Smirnow und die zwei Schwestern Goldmann( beide Schülerinnen der Nadeschdin'schen Hebammenschule).lent tran und eine Verächtlich machung von Staatseinrichnommen. tungen enthalten soll, tonfiszirt worden. " " Ein Kämpfer. sd die nationale Vertheidigung gefährden könnte. Um einem" längst gefühlten Bedürfniß" abzuhelfen, hat sich nun noch eine Liga gebildet, die in einem Aufruf auffordert, sich im Interesse Frankreichs schon im Voraus vor der Entscheidung des Staffationshofes zu beugen. matiti hain abdien. Ajien. Wegen Abdruck des bekannten Artikels Pudelmajestät" Die Freilassung der spanischen Gefangenen auf den aus der Zukunft", im Nürnberger Anzeiger" hatte deffen ver Ueber das fampfesreiche Leben des serbischen Genossen Philippinen scheint num nicht mehr in allzuweiter Ferne zu liegen. antwortlicher Redakteur eine Anflage wegen Majestätsbeleidigung Belagits, dessen Tod wir in unserer Sonntags- Nummer kurz Die Regierung der Vereinigten Staaten hat der spanischen Regierung erhalten. Die Nürnberger Beschlußkammer lehnte jedoch die Er- mittheilten, wird uns noch geschrieben; mitgetheilt, daß sie sofort Schritte zur Befreiung der auf den öffnung des Hauptverfahrens ab. Jetzt aber hat die dortige Straf- Belagitsch war 70 Jahre alt und stand seit 30 Jahren Philippinen gefangen gehaltenen Spanier einleiten wird. Doch die kammer den Redakteur zu einer Geldstrafe von 100 M. wegen unter dem Druck der politischen Verfolgungen, durch welche sich die Philippiner wollen wohl dieser amerikanischen Einwirkung zuvorHebertretung des§ 28 des Preßgefezes, wonach der Abdrud Regierungen Milans und seines Sohnes so reichlich ausgezeichnet fommen; denn aus Manila liegt die folgende, vom Somitag batirte beschlagnahmter Artikel während der Dauer ihrer Beschlagnahme haben. Er ist aus Bosnien gebürtig und war dort Ende der Meldung vor: Die Nationalversammlung der Filipinos in Malolos untersagt ist, verurtheilt. Der betreffende Artikel war damals vom sechziger Jahre ein allgemein beliebter und verehrter Archimandrit gab die Ermächtigung zur Freilassung der spanischen Berliner Gericht tonfiszirt. ( Erzbischof der griechischen Kirche). Wegen seiner revolutionären Bivilgefangenen, die Freilassung der gefangenen Militärs soll demMajestätsbeleidigungs Denunziations seu che Tendenzen wurde er aber damals schon von den türkischen Behörden nächst erfolgen. und Jurisdiktion. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde vor zu lebenslänglichem Gefängniß verurtheilt, büßte jedoch, von dieser Die Freilaffung wird jedoch an Bedingungen geknüpft. In der Strafkammer zu Behoe gegen den Arbeiter Fendrich verschweren Strafe nur fünf Jahre und zwar in Angora, in Klein- Madrid erklärte der Ministerpräsident Sagasta auf eine Anfrage, handelt, der unter der Auflage der Beleidigung des deutschen Asien, ab, wurde dann begnadigt und fam nach Bosnien zurück. Aguinaldo verlange für die Freilaffung der gefangenen Spanier, Kaisers stand. Die vom Angeklagten gänglich in Abrede gestellten sier trat er sofort mit Revolutionären der ganzen Halbinsel, die den daß Spanien die Republit ber Philippinen anerkenne beleidigenden Aeußerungen sollen am 2. April 1898 in Gegenwart Aufstand gegen die türkische Herrschaft vorbereiteten, in Verbindung und und sich mit ihr verbinde, um die Annexion durch die Vereinigten der Frau Fandt gefallen sein, die dann am 29. Oftober 1898, war in den Jahren 1875 bis 1878 neben Kovatschevitsch und Peto Staaten von Amerika zu verhindern. Aguinaldo habe auch vom nachdem in der Zwischenzeit verschiedene Streitigkeiten mit gericht einer der tapfersten und angesehenſten Kämpfer und Führer. Als Bosnien Batikan die Anerkennung verlangt und die Absendung eines Delegirten lichem Nachspiel zwischen ihr und dem Angeklagten vorgekommen, dann unter die österreichische Oberherrschaft kam und österreichische gefordert, um über die Religionsfreiheit zu verhandeln. bei dem Amtsvorsteher von Sooften brieflich Anzeige erstattete. Behörden Ordnung" zu schaffen begannen, wurde Belagitsch zum Dieser hatte unter dem Eindruck, daß die Anzeige aus Tode verurtheilt, weil er mit vielen Anderen diese Ordnung Die neuen revolutionären Vorgänge auf Samoa find Gegens Rachsucht geschehe, die Zeugin ermahnt, sich die Sache nicht anerkennen wollte, sondern für ein freies, unabhängiges Bosnien stand diplomatischer Verhandlungen zwischen Deutschland und den ja zu bedenken; Frau Fandt behauptete in der Verhandlung, fie fämpfte. Während seine Leidensgenossen nach Montenegro flohen, Vereinigten Staaten gewesen. Das offiziöse Wolff'sche Depeschenhabe es für ihre Pflicht gehalten, die Anzeige zu machen. Der suchte er in Serbien eine Zuflucht und kam mitten in den Kampf, bureau meldet aus Washington: Staatsanwalt trug Bedenken, den Beweis für den die Freunde Svetozar Markovitsch' gegen die Willkür- Der deutsche Botschafter b. Solleben überreichte heute geführt zu erachten und stellte einen Straf- herrschaft Milan's kämpften. Seine Archimandritswürde hatte er den Staatssekretär Hay zwei wichtige, aus Berlin eingegangene antrag. Das Urtheil lautete auf vier Monate Gemit seinem Archimandritshute in Bosnien gelaffen und trat in Serbien Depeschen und hatte hieran anschließend eine lange Unterredung fängniß. Die Bedenken, hieß es in der Begründung, habe auch als freier Schriftsteller hervor. Die Freunde Martowitsch' blieben ihrem mit demselben. Die Depeschen enthielten eine ausführliche der Gerichtshof gehegt und reiflich erwogen, aber trotzdem ersten sozialistischen Programm nicht treu. Sie organisirten sich bald nach Darstellung der letzten Vorgänge auf Samoa bom deutschen nicht dieselbe Konsequenz ziehen können wie der Staatsanwalt; er dem Tode Svetozar's in eine bürgerlich- radikale Partei. Seit der Standpunkte aus, der sich in vielen wesentlichen Einzelglaube, daß die Bengin nicht aus Pflichtgefühl, Beit bildete Belagitsch den Mittelpunkt der rein sozialistischen Gruppi- heiten von den bisher veröffentlichten Darstellungen unterscheidet. fondern aus Rache die verwerfliche Denunziation rung. Um ihn sammelte sich die Jugend, die nicht nach einer bureau- In maßgebenden Kreisen wird positiv erklärt, daß weder von den gemacht habe, aber da ihre Aussagen von früher und jetzt so fratischen Karriere, sondern nach wirklicher Bildung strebte; aus Bereinigten Staaten allein, noch in Verbindung mit England ein übereinstimmend und die Aeußerung so genau wiedergegeben sei, feinen Büchern lernten serbische Arbeiter die sozialdemokratischen Protest erhoben worden sei. Es kann sicher behauptet werden, daß, bleibe nur die Wahl anzunehmen, daß ein Meineid vorliege oder Forderungen und die Gesellschaftsorganisationen der Zukunft fennen. wenn die über die Vorkommnisse veröffentlichten Berichte den Thatdaß die Worte so gefallen feien. Es sei jedoch geboten, der Die Schriften Pelagitsch's sind sehr zahlreich, sehr populär ge- fachen entsprechen, die Handlungen Dr. Raffel's und des 3eugin Glauben zu schenken, da der Angeklagte durchaus schrieben und natürlich fast alle für Serbien verboten, was aber Generalkonsuls Rose nicht das Ergebniß von nicht einwandsfrei sei, und unter Berücksichtigung der Vorstrafen nicht verhindert, daß sie in vielen tausenden Exemplaren im Volfe Instruktionen aus Berlin waren. Man ist der Ansicht, desselben und der Gemeinheit der Beleidigung sei auf die genannte verbreitet sind. Sein Hauslehrer", eine Sammlung hygienischer daß diese Handlungen, so weit sie eine Vertragsverletzung einschließen, Strafe zu erkennen. und sozialpolitischer Abhandlungen hat fünf Auflagen von je nicht die Billigung der deutschen Regierung finden 6000 Exemplaren erlebt; sein Buch„ Was wollen die Sozialisten?" werden. wurde in 15 000 Exemplaren gedruckt und war nach zwei Jahren Die genannten deutschen Beamten scheinen sich demnach grobe schon vergriffen. Einige seiner Bücher find ins Rumänische und lebergriffe geleistet zu haben. Wahrscheinlich wird die Angelegen Bulgarische übersetzt, alle fanden eine freundliche Aufnahme bei den heit eine Revision der Berliner Samoa- Atte einleiten. Bauern Süd- Ungarns und Kroatiens, wo die sozialistische Bewegung Aufstände in China. Aus Shanghai wird gemeldet: Die fehr stark und die Bevölkerung meistens nur der serbischen Sprache Unruhen in der Provinz Ngan- hwei haben die Geftalt eines orga Wenn die Regierung in unserer ostafrikanischen Besigung" mit mächtig ist. Mit Pelagitsch scheidet also einer der populärsten und nisirten Aufstandes angenommen. Die von der Regierung angeordder Einwanderung gänzlich mittellofer Personen unangenehme Er beliebtesten Schriftsteller und einer der einflußreichsten Agitatoren neten Maßnahmen deuten darauf hin, daß sie die Lage als ernst fahrungen gemacht hat, so ist das leicht erklärlich. Mit genügenden des süd- östlichen Europa. Seinem Sozialismus fehlte es an betrachtet. Mitteln versehene Auswanderer werden nicht gerade darauf brennen, einer systematischen Durcharbeitung, vielleicht auch an einer die neue Heimath in jenen unwirthlichen Landwüsten zu suchen. streng wissenschaftlichen Grundlage, allein das Eine wie das Andere wurde reichlich durch eine ideale Liebe zur leidenden Arbeiterschaft und durch eine einfache und doch sehr warme Ausdrucksweise ersetzt. Es gieb: keinen Diktaturparagraphen! Seine Bücher werden noch lange die beliebteste Lektüre des unterAus Elsaß Lothringen schreibt man uns: Das nene drückten serbischen Proletariats sein. Belagitsch hat viel gelitten; Jahr hat der Bevölkerung der Reichslande eine langersehnte Heils mit seiner Popularität stieg auch der Haß, den die Regierung auf botschaft gebracht: es giebt teine Dittatur mehr in ihn warf, und in den letzten Jahren besonders wurde er viel verElsaß Lothringen; was man bisher dafür gehalten, das ist folgt. Er verließ nur selten das Gefängniß von Pozarevaz, einmal mur ein Gespenst, ein Produkt der Phantasie! Diese Erleuchtung wurde er sogar in ein Irrenhaus eingesperrt und erst auf das Verkommt dem Lande der wiedergewonnenen Brüder" nun allerdings langen der Arbeiterbevölkerung Belgrads, die mit einem Sturm auf nicht von der Regierung, die etwa auf die ihr zustehenden Gewalten das Gebäude drohte, freigelassen. Als Pelagitsch im Jahre 1897 verzichtet hätte, sondern von einem gelehrten Juristen, den Herrn wieder zu vier Jahren strengem Gefängniß verurtheilt wurde, fühlte Professor Dr. Otto Mayer, Rechtslehrer an der Universität er, daß seine Lebensträfte dem Erlöschen nahe waren, daß er diese Straßburg. In einer mit staatsrechtlichen Deduktionen reich lange Strafe nicht abbüßen und seine zahlreichen Freunde nicht mehr gezierten Abhandlung in der Deutschen Juristen Zeitung" nimmt sehen würde. Er sammelte diese um sich, empfahl ihnen in warmen Herr Mayer zu dem Antrag der elfässischen Abgeordneten väterlichen Worten die junge sozialistische Bewegung in Serbien, und im Reichstag, betr. die Aufhebung der außerordentlichen Gewalten nahm ruhig den letzten Abschied. Seine Bücher und sein armseliges des Statthalters, Stellung und erbringt darin den Beweis dafür, Mobiliar stellte er der serbischen Arbeiterpartei zur Verfügung. Er daß die berüchtigte, gemeinhin Diktaturparagraph genannte Be- war nie verheirathet, hatte auch sonst keine Verwandten. Sein Abstimmung des Gesezes vom 30. Dezember 1871 niemals eine leben beweinen aber jetzt Hunderte und Tausende, die er erzogen Dittatur in Elsaß Lothringen begründet habe, wes- und für die er sein ganzes Leben hindurch gekämpft hat. halb die reichsländischen Abgeordneten mit ihrem Antrag im besten Fall nichts anderes davontrügen, als ein neues, einmüthiges Zeugniß von Regierung und Reichstag, daß wir wirklich unter der Diktatur Zur Lage in Oesterreich meldet die" Neue Freie Preffe", das stehen". Regierung und Bevölkerung Elsaß Lothringens haben Kabinet beabsichtige eine Verständigungsaktion erft einzuleiten, wenn nach dieser profunden Weisheit die Tragweite jener ein- sich die Parteien der deutschen Opposition über ihr gemeinsames schneidenden Gewaltbefugnisse des Statthalters bisher weit über- Programm geeinigt haben und wenn die Kompromißverhandlungen schäßt und völlig falsch aufgefaßt, und der Kampf gegen den in Ungarn einen solchen Verlauf genommen haben, daß die öster Dittaturparagraphen, mit dessen Abschaffung der Reichstag sich nun reichische Regierung mit der Veröffentlichung des Ausgleichs auf bereits zum 26. Mal zu befassen hat, ist danach nur ein Kampf Grund des§ 14 vorgehen kann. Vor Beginn der Aktion werde der gegen Windmühlen gewesen. Es steht uns natürlich nicht zu, an Reichsrath vertagt werden; sollte die Obstruktion jedoch einen der Beweiskraft juristischer Darlegungen des Herrn Professor irgend stürmischen Verlauf nehmen, so werde die Vertagung sofort aus welche Zweifel zu hegen. Was wir aber an derselben vermissen, gesprochen werden. das ist die konsequente Schlußfolgerung, daß alle jene zum Theil In Ungarn ertheilte die vereinigte Opposition durch Verfo außerordentlich folgenschweren Maßnahmen, welche der Vertreter mittelung der Diffidentenführer Szilagyi, Csakh und Andrassy der Beschränkung der Einwanderung in Ostafrika. Dem Kolonialrath ist von der Reichsregierung eine Dentschrift über die Beschränkung der Einwanderung mittellofer Personen nach Deutsch- Ostafrifa zur Kenntnißnahme und gutachtlichen Aeußerung zugegangen. D " Desterreich- Ungarn. tos oro da Amerika. Revolution per Telephon. Die fürgliche Revolution in San Salvador ist höchst unblutig und originell von statten gegangen. Präsident Gutierrez hatte den General Thomas Regaldo zum Befehlshaber der Truppen der Hauptstadt San Salvador eingefeßt. General Regaldo wußte, daß seine Landsleute sich mit Händen und Füßen dagegen sträubten, San Salvador dem Präsidenten Zelaya von Nicaragua und Bruilla von Honduras auszuliefern. Als beftes Mittel dagegen erschien ihm, fich selber zum Präsidenten zu machen. Nachdem er sich mit seinen Offizieren verständigt hatte, begab er sich eines November- Abends in die Artillerie- Kaserne, trat ans Telephon, sitirte den Präsidenten Gutierrez und rief ihm die kurze Botschaft zu: Sie sind kein Präsident mehr, alle Bataillone sind auf meiner Seite". Gutierrez scheint nicht großen Widerstand gegen diese Anfündigung erhoben zu haben. Er packte sein Bündel zusammen, berließ den Präsidentschaftspalast unter dem Geleite seiner Ehrenwache und floh nach Honduras.Aus dem Entwurf eines Invalidenversicherungs- Gesetzes. Wir geben im Folgenden die wichtigsten Bestimmungen der neuen Regierungsvorlage wieder. A. Organisationsfragen. Die Versicherungsanstalten für weitere Kommunalverbände oder das Gebiet von einzelnen Bundesstaaten bleiben die grundlegende Organisation. Ihre Verfassung hat vor allem in folgenden Punkten einige Aenderungen erfahren: Dem Vorstand müssen neben den Beamten Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten angehören, während dies bisher durch das Statut bestimmt werden konnte"(§ 47). Die Rechte des Ausschusses find etwas erweitert und schärfer umschrieben; er hat die nicht beamteten Mitglieder im Die Rentenstellen find örtliche Organe der Versicherungsanstalten. Ihnen liegt ob nach§ 51a: 1. Die Entgegennahme und Vorbereitung von Anträgen auf Bewilligung von Invaliden- und Altersrenten(§ 75) oder auf Beitragserstattungen(§ 95); 2. die Begutachtung der in Ziffer 1 bezeichneten Anträge; Aus dem Bericht ist ersichtlich, daß die christlichen Arbeiter das von überzeugt sind, daß die neue Lohnliste eine Schädigung für sie bedeutet und somit die Abwehr berechtigt ist. Vorstande sowie die Beisiger in den Schiedsgerichten zu wählen, Beachtenswerth ist hier ferner in den Motiven die Abweisung| Unsicherheit der Prämien. Werde einem Handwerksgesellen gesagt, den Voranschlag festzustellen, zu den Beschlüssen des Vorstandes über der Herabjegung der Altersgrenze. Es heißt da:" In den betheiligten für tadellose Arbeit könne er zu seinem Stundenlohn noch 1-10 f. Erwerb, Veräußerung und Belastung von Grundstücken ist seine Kreisen ist wiederholt der Wunsch laut geworden, bei einer Revision erhalten wird es diesem Gesellen nicht einfallen, einen Zustimmung einzuholen(§ 45 b). des Gesetzes die Altersgrenze für den Bezug der Altersrente von solchen Zusatz sich als sicheren Stundenlohn anzurechnen; ebenso70 Jahren auf 65 oder noch weiter auf 60 herabzusehen. wenig fönne der Sammetweber diese Zulagen dem Meterlohn Abgesehen davon, daß hierbei von einer Ueberschäßung der gleichstellen. Von mehreren Sammetwebern wurde ebenfalls als beBedeutung der Alters rente ausgegangen wird, die in Bestätigung deutender Fehler aufgezählt, daß die Löhne nicht Schritt hielten mit der regierungsseitig hierüber von je her gemachten Angaben schon dem Steigen der Ruthenzahl. Gelänge es, über diese drei Punkte jett hinter die Juvalidenrente zurüdtritt und fortan Verhandlungen mit den Fabrikanten herbeizuführen, so würde eine immer mehr zurücktreten wird, macht es auch die bei einer Herabsetzung Verständigung wohl erzielt werden können. Wenn von Seiten der 3. die Begutachtung der Entziehung von Invalidenrenten der Altersgrenze eintretende erhebliche Mehrbelastung unmöglich, Fabrikanten etwas Entgegenkommen gezeigt werde, werde es auch (§§ 33, 85); diesem Wunsche Rechnung zu tragen. Am 1. Januar 1898 betrug die Zahl von Seiten der Arbeiter geschehen. die Begutachtung der Einstellung von Rentenzahlungen der laufenden Altersrenten nach den vom Rechnungsbureau des Reichs(§§ 84, 85); Versicherungsamts borgenommenen genauen Auszählungen 200 788 5. die Erstattung von Anzeigen an den Vorstand der Ver- gegen 200 492 am 1. Januar 1897, so daß die Zahl dieser Renten ficherungsanstalt über die zu ihrer Kenntniß kommenden einen konstanten Werth angenommen zu haben scheint. Nach den Inzwischen hat sich eine Angelegenheit abgespielt, die viel AufFälle, in welchen Grund zu der Annahme vorliegt, daß Ver- auf Grund der Berufsstatistik vom 14. Juni 1895 angestellten Er- sehen erregt. Die Firma Krahnen u. Gobbers will den Arbeitern ficherte durch ein Heilverfahren vor baldigem Eintritte mittelungen und der auf Grund der bisherigen Erfahrungen ab- die vom Gewerbegericht ihnen auferlegte Buße wegen Kontraktbruchs der Erwerbsunfähigkeit werden bewahrt werden(§ 12) geleiteten Aktivitätsordnung würde sich diese Zahl vom 1. Januar 1900 nicht in Abzug bringen. Als Erklärung dafür gaben einige Redner oder daß Empfänger von Invalidenrenten bei Durchführung ab bei Herabsetzung der Altersgrenze von 70 auf 65 Jahre an- in der letzten Versammlung der Streifenden an, daß bei der Firma eines Heilverfahrens die Erwerbsfähigkeit wie der ernähernd verdoppeln, nämlich um 199 329 erhöhen, bei Herab- die Ketten länger gefcheert würden, als es die Karten angaben. Ob Iangen werden(§ 33 Abs. 2); fegung der Altersgrenze von 70 Jahren auf 60 aber hier nur ein Versehen vorliegt, wird das gerichtliche Verfahren aufo gar um mehr als das 21/2 fache, nämlich um flären. 530 189 vermehren. Berechnet man die durchschnittliche Altersrente Die Berliner Neuesten Nachrichten" regen sich darüber auf, daß nach Maßgabe der in den einzelnen Lohntlassen in den Jahren der Zentralverband der Textilarbeiter in seinem Aufruf schreibt: 1891 bis 1895 entrichteten Beiträge( Drucksachen des Reichstags zu„ Die Arbeiter Krefelds haben alles versucht, den Streik zu Nr. 696, 9. Legislaturperiode, IV. Session 1895/97, S. 338), so verhindern, doch die Fabrikanten haben bisher jeden Einigungserhält man unter Berücksichtigung der neuen Rentensäge als durch verfuch abgelehnt. Die Fabrikanten wollen die Arbeiter aus schnittliche Altersrente ohne Reichszuschuß den Betrag von hungern und die im Entstehen begriffene Organisation vernichten."" 101,94 m. Demgemäß würden sich die jährlichen Ausgaben steigern für die Versicherungs für das Reich anstalten um 6. die Kontrolle über die Entrichtung der Beiträge(§ 126 ff.); 7. die Auskunftsertheilung über alle die Invalidenversicherung betreffenden Angelegenheiten. Weitere Obliegenheiten können der Rentenstelle nach AnHörung des Verstandes der Versicherungsanstalt durch die für den Siz der Rentenstelle zuständige Landes- Zentralbehörde oder mit deren Genehmigung durch den Vorstand übertragen werden. Jede Rentenstelle besteht aus einem ständigen, behördlich ernannten Vorsitzenden und Beisigern mindestens je vier aus der Klasse der Arbeitgeber und der Versicherten. Ueber das Wahlverfahren heißt es in§ 51c: bei Herabfegung von 70 Jahren auf 65 Jahre 60 20 319 600 Mark 54 047 500 Parlamentarisches. unt 9 966 450 Mart 26 509 450 " Das Blatt versucht den Nachweis, daß diese Darstellung unrichtig ist, jedoch kann man nicht sagen, daß diese Bemühungen von Erfolg begleitet wären. Es genügt nur, darauf hinzuweisen, daß die Arbeiter die Entscheidung des Gewerbegerichts angerufen haben, die Fabrikanten aber die Einigung ablehnten. Wer seiner Sache sicher ist, lehnt solche Verhandlungen nicht ab. In der Müllverarbeitungsfabrik in Puchheim bei Münhen legten vorige Woche die Arbeiter die Arbeit nieder. Grund des Ausstandes war ein beträchtlicher Lohnabzug und die AufDie Beisiger werden in der durch das Statut bestimmten Zahl von den Vorständen der im Bezirke der Rentenstelle vorhandenen Orts-, Betriebs-( Fabrik-), Bau- und Immungs Krantentassen, Knappschaftstassen, Seemannskassen und anderen zur Wahrung von Interessen der Seeleute bestimmten, obrigkeitlich genehmigten Vereinigungen von Seeleuten sowie von den Vorständen derjenigen eingeschriebenen oder auf Grund landesgefeßlicher Vorschriften Die Geschäftsdispofitionen des Reichstage sind dahin ge- ftellung einer Fabrikordnung, die die unerhörtesten Bestimmungen errichteten ilf staffen gewählt, welche die im§ 75a des troffen, daß am Mittwoch das Jesuitengesez, die Fortsetzung über enthält. Auf Anrathen des Vorsitzenden des Münchener GewerkKrankenversicherungsgefeges vorgesehene Bescheinigung besigen und den sozialdemokratischen Antrag wegen der Gewerbe- schaftsvereins begab sich am Mittwoch Nachmittag die Streiffommission deren Bezirk sich über den Bezirk der Rentenstelle nicht hinaus er- gerichte und der freisinnige Antrag wegen der Wahlfreiheit zur zur Direktion, um einen Versuch zu friedlicher Verhandlung zu streckt. Verhandlung kommt. Nach Durchberathung des Etats des Reichs- machen. Die Leute wurden von dem Direktor empfangen und in GegenSoweit die Vorstände der bezeichneten Kaffen und Vereinigungen amts des Innern sollen die ersten Berathungen der neu eingebrachten wart des zufällig anwesenden Fabrikinspektors, der in diesem Falle sich entschieden auf die Seite der Arbetter stellte, wurde folgende Verein aus Vertretern der Arbeitgeber und Vertretern der Arbeitnehmer Gesege über Invalidenversicherung und Bankgesetz stattfinden. zufammengesetzt sind, nehmen bei der Wahl die den Arbeit Der Gefehentwurf betreffend die Versorgung der Hinter- barung getroffen: Die im Tagelohnstehenden Arbeiter erhalten vorläufig 2,80 M. täglich, die Akkordarbeiter pro Waggon 2,20 M. mit der gebern angehörenden Mitglieder des Vorstandes nur an der Wahl bliebenen der Volksschullehrer ist dem Abgeordnetenhause zu Garantie eines täglichen Mindestverdienstes von 3,50 M. pro Mann. der Vertreter der Arbeitgeber, die den Versicherten angehören gegangen. Maßregelungen finden nicht statt und auch die schon vor dem Streit den Mitglieder des Vorstandes nur an der Wahl der Vertreter wegen Lohndifferenzen und dergleichen entlassenen fünf oder sechs der Versicherten theil." Vorstände, in denen Arbeitgeber Mann werden wieder eingestellt. Eine Versammlung der Streifenden erklärte sich mit diesen Vereinbarungen einverstanden und beschloß, die Arbeit wieder aufzunehmen. nicht vertreten sind, nehmen mir an der Wahl der Vertreter der Versicherten, Vorstände, in denen Arbeitnehmer nicht vertreten sind, nehmen mur an der Wahl der Vertreter der Arbeitgeber theil. Die Wahlordnung wird näher durch die Landes- Zentralbehörde bestimmt. Wenn die Rentenstellen sich nicht bewähren, so können die Landes Zentralbehörden die Geschäfte anderen Behörden oder Beamten übertragen(§ 51 g). 3 Die Vertreter im Ausschuß werden von den Beisitzern der Rentenstellen, je getrennt von den Arbeitgebern und den Versicherten, gewählt.(§ 48). Die Schiedsgerichte sollen, wie oben ausgeführt, an Zahl verringert werden. Die Beisiger sind wie früher vom Ausschuß der Versicherungsanstalt gewählt, in getrennter Wahlhandlung von Arbeitgebern und Versicherten; sie dürfen nicht Mitglieder des Vorstandes oder einer Rentenstelle sein. Das Reichs Versicherungsamt und die Landes- Versicherungsämter haben im Wesentlichen die gleichen Funktionen behalten. B. Die Rentenberechnung. - 5. " Die vierte Lohntlasse( über 850 M. Jahres- Arbeitsverdienst) ist jetzt getheilt: 850 bis zu 1150 M. 4. Klasse, mehr als 1150 M..: Die Wartezeit, die jeder zur Erlangung eines Renten anspruches zurückgelegt haben muß, wird nicht mehr nach Beitragsjahren( zu 47 Wochen), sondern nach Wochen berechnet; bei der Invalidenrente 200 Beitragswochen, bei der Altersrente 1200 Wochen. Nach den bisherigen Bestimmungen wird bei der Berechnung der Jnvaliden- Rente in sämmtlichen Lohnklassen neben dem Reichszuschusse von 50 M. ein fester Grundbetrag von 60 M. in Anfaz gebracht. Das macht die Anfang& renten in den höheren Lohntlassen relativ im Verhältniß zu den gezahlten höheren Beiträgen niedrig; erst die künftigen größeren Steigerungen bei mehr Beitragswochen gleichen das wieder aus. Die Regierung macht, nun den Vorschlag, die Grundbeträge abzustufen, also für die höheren Lohnklassen zu erhöhen, dafür die Steigerungssäße( heute pro Beitragswoche 2, 6, 9, 13 Pf.) abzuschwächen. Dies ergiebt sich näher aus der folgenden Zusammenstellung: Grundbetrag der Rente Steigerungssatz Beitrag für jede für jede Beitragswoche Beitragswoche für Lohntlasse I wie bisher 60 M. vie bisher 2 Pf. fortan 12 Pf. 18 " II fortan 90 " fortan 3 " III 120 19 " " " " 4 wie bisher 24 " IV 150 5 " " # " 30 W 糖 " V 180 6 36 " " " " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Am Streik der Fahrrad- Arbeiter in Freiburg i. B. find 63 Arbeiter betheiligt, von welchen 49 im deutschen Metallarbeiter Verband organisirt sind. Die Differenzen find wegen Lohnabzüge entstanden, die zunächst in der Branche der Schleiferei durchgeführt werden sollen, um dann weiter fortgesetzt zu werden. Da die Arbeiter in dieser so gesundheitsschädlichen Branche im Maximum nur einen Tagelohnt von 2,50 m. erreichten und auch in den übrigen Branchen durch fortgesetzte Lohnreduktionen äußerst schlecht gestellt sind, so haben sich die Arbeiter einhellig gegen die weitere LohnDie Betriebseinstellungen im Berliner Droschkenfuhrwesen find augenblicklich wieder in ein ruhigeres Stadium getreten. Die von den Fuhrherren angekündigten großen Massenaussperrungen der Kutscher find nicht erfolgt. Statt der angedrohten Gewaltmaßregel haben fast sämmtliche Ningfuhrherren den geforderten Lohn bewilligt, auch viele der Fuhrherren, welche dem Ring nicht angehören, haben freiwillig den Lohn bis auf 1,50 M. erhöht. Wo der Lohn noch nicht gezahlt wird, sind die Kutscher fest entschlossen, ebenfalls die Lohnforderung geltend zu machen, und ist zu erwarten, daß die bes treffenden Unternehmer es nicht auf eine Betriebseinstellung der bei ihnen beschäftigten Kutscher ankommen lassen. Die Kutscher herabjegung gewandt. haben einen Erfolg zu verzeichnen, der im Vergleich zu den den Kosten, welche der Kampf bis jetzt verursachte, großartig zu nennen ist. Dessen ungeachtet sicht sich die„ Berliner Ju Dänemark besteht die Absicht, einen Lehrer- Fachberein Morgenpost" veranlaßt, folgende Notiz zu bringen: zu begründen. Veranlassung dazu giebt ein Vorkommniß, daß ein Lehrer von einer Privatschule verabschiedet wurde, weil er sich in einer Versammlung des Studentenvereins antitirchlich ausgesprochen hatte. Man will durch Begründung eines solchen Vereins einer solchen Unterdrückung der freien Meinung entgegenwirken. Der Droschkentutscher- Streit verläuft für die Kutscher ungünstig. Nachdem die Fuhrherren überall für die Streikenden Ersatz gefunden haben, gehen fie munmehr ihrerseits mit Entlassungen der bisher agitatorisch thäthig gewesenen Stutscher vor. Die Entlassungen werden solange fortgesetzt, bis der Streit offiziell aufgehoben wird. Die Darstellung ist vollkommen unrichtig. Die Notiz ist zu durchsichtig, es ist klar zu sehen, in welchem Interesse diese Zeilen geschrieben sind. In das Kuratorium des Arbeitsnachweises des Vereins der Brauereien Berlins ist nicht wie wir in Nr. 14 irrthümlich berichtet haben von den Hilfsarbeitern Lehmann, sondern der Böttcher Neumann als Mitglied gewählt worden. 50 Beitragsmarken des Vereins der Wäsche- und KravattenFinder gebeten, dieselben an Gustav Hünchen, Pallisadenstr. 5, vorn branche sind einem Mitgliede verloren gegangen und wird der 3 Treppen, abgeben zu wollen. Ausland. Ein Landarbeiter- Fachverein ist in Indal in Schweden gegründet worden. Er zählt vorläufig 40 Mitglieder, die Tagelöhner, Instleute, Häusler sind, auch Kleinbauern sind ihm beigetreten. Die in jenen Gegenden immer mehr zunehmenden Industriebetriebe treiben auch die Kleinbauern dem Sozialismus in die Arme. Frankreich und England. V Paris, den 23. Januar. In der Deputirtentammer begann heute die Berathung des Budgets des Aeußern. Destournelles ersuchte um Auf Aus Adlershof wird uns geschrieben: Die Tischler der Firma Härungen über die Fascho da Frage und über die Beziehungen Luge sind hier aus folgenden Gründen in einen Streit eingetreten: zu England. Er erklärte, die Stammer habe sich bisher patriotische Der Unternehmer Luke wollte auf je eine Lieferung Spindthüren Burückhaltung auferlegt, das Land habe aber das Recht, jegt zu 1,20 mt. abziehen und monirte fortgesetzt die Arbeit. Er wollte die wissen, wie die Lage sei, und ob man am Anfang oder am Ende der Küchenspinden bei einem Preise von 2,10 Mt. pro Stück immer besser Berwvidelungen mit England stehe. Er sei der Ansicht, daß man die gemacht haben. Num wird ein jeder, der von der Tischlerei eine schwebenden Streitigkeiten mit England durch einen für beide Ahnung hat, einsehen, daß für obengenannten Breis feine Aus- Theile ehrenvollen Vergleich beilegen solle.( Beifall.) Ein Einstellungsarbeit gemacht werden kann. Da nun auf Vorstellung der vernehmen Frankreichs und Englands sei für ganz Europa von gewählten Kommission Luze erklärte: Thun sie, was sie wollen, ich Nugen, vielleicht hätten die Engländer noch mehr Interesse an der werde auch mein Möglichstes thun, ich lasse mir nicht noch einmal Erhaltung des Friedens als Frankreich.( Lebhafter Beifall.) mein Geschäft von den Tischlern versauen", so sahen wir uns nach Destournelles nimmt Cochin das Wort und führt genöthigt, in den Streit einzutreten. Die Arbeiter werden wohl selbst aus: Frankreich müsse an der folonialen Expansion theilnehmen, einsehen, daß bei oben genannten Lohnfäßen eine Fabrit nicht die alle Großmächte beschäftige. England sei im Sudan, wo doch ruinirt werden kann. Die Fabrik ist im Laufe der Jahre immer niemand Rechte befize, gar zu anspruchsvoll aufgetreten. Auch Nichtsmehr gewachsen, so daß man nicht annehmen kann, Herr Luze Frankreichs Rechte auf Neufundland seien unbestreitbar. hätte mit Defizit gearbeitet. Die Situation ist hier für uns destoweniger sei ein gütliches Einvernehmen vorzuziehen, und er eine günstige. Es haben sich bis jetzt nur zwei„ Arbeitswillige" rathe zu einem solchen mit England. Eine Entzweiung zwischen den gefunden. Bemerkenswerth ist, wie sich der Herr Amtsvorsteher beiden Ländern, die an der Spize des Fortschritts marschiren, würde v. Oppen uns gegenüber verhält. Unser Kollege Triebs wurde auf ein Unglück für die ganze Welt sein.( Anhaltender Beifall.) Angabe des jungen Herrn Luze von der Straße weg ver Raibarté bemerkt, Frankreich sei sich seiner Kraft bewußt, bon ohne Angabe Gründen. Sodann stehen des wolle aber den Frieden. Redner ersucht um Mittheilungen bezüglich haftet, Morgens vont 6 1hr an Gendarmen am Bahnhof, um der Konferenz zur Einschränkung der Rüstungen. Arbeitswillige zu empfangen. Es erfreuen sich auch die Hierauf führt Ribot aus: Er sci immer der Ansicht gewesen, Streifenden eines unausgesezten polizeilichen Schuzes, wenn sie Frankreich und England müßten zusammengehen zu ihrem auf der Straße promeniren. Wenn dann zufällig ein paar Tischler, gemeinsamen Wohle und zum Wohle der Welt.( Beifall.) welche die Situation hier nicht kennen, angelodt durch die Ver Keine in verantwortlicher Stellung befindliche Persönlichkeit könne sprechungen des Herrn Luze- er annoncirt nämlich, bei 50-60 Bf. einen Krieg zwischen England und Frankreich wünschen. Redner Stundenlohn werden Tischler verlangt hier erscheinen und von bestreitet dann, daß England gegenüber eine zäntische Politik den Streitenden unterrichtet werden, so erkundigen sich sofort die getrieben worden ſei, erörtert die Rechte Frankreichs auf Beitrags- heute später heute später heute später heute später später Herren Gendarmen, was der betreffende Kollege gesagt hat, um ihn Neufundland und Madagaskar und sagt, die Politik Englands sei vielleicht mit dem neuen Zuchthausgesetz bekannt zu machen. Sogar nicht gerecht. Die Rechte Frankreichs auf Madagaskar seien unM. M. M. M. M. M. M. M. M. die Bahnunterbeamten leisten der Behörde Helferdienste. Wir werden bestrreitbar. Frankreich habe das Protektorat Englands über trotzdem nicht ablaffen, unsere berechtigte Forderung weiter zu ber- Sansibar anerkannt unter der Bedingung, daß England dasjenige 192 folgen und erbitten hierzu die Unterstützung unserer Berufsgenossen. Frankreichs über Madagaskar anerkenne.( Beifall.) Die egyptische Deutsches Reich. Frage sei die, die auf den Beziehungen zwischen Frankreich und England lafte. Die Beiträge in Klasse I und II sind also etwas herabgesetzt ( bisher 14 und 20 Pf.) Die folgende Tabelle veranschaulicht den Unterschied der Invalidenrenten( ohne Reichszuschuß) nach den geltenden Vorschriften und den Bestimmungen des Entwurfs. nach Vollendung bon wochen Invalidenrente I in Lohntlaffe II III IV V 64 72 96 78 128 86 160 78 99 87 132 99 165 198 90 105 105 140 125 175 210 HOPHOO 200 300 64 66 66 500 70 70 700 1000 1500 90 90 Iglau, 23. Januar.( B. H.) Durch ein großes Schadenfeuer wurde die Militärtuch- Fabrit von Kern u. Sohn in Altenberg theilweise zerstört. Der Schaden beträgt über 300 000 Gulden. weise zerstört. Der Schaden beträgt über 300 000 Gulden. 74 74-102 111 123 148 151 185 222 Zur Lohnbewegung der Krefelder Weber. Der Nieder80 80 120 120 150 160 190 200 240 rheinische Verband christlicher Weber hielt am Donnerstag vorigeri 150 135 195 180 255 225 270 Woche eine Versammlung ab, in der über den Streit verhandelt wurde. Es wurde in der Versammlung als durchaus wichtig für die Lehte Nachrichten und Depeschen. Die Altersrente soll auch fünftig bei 70 Jahren beginnen; in Oeffentlichkeit bezeichnet, die hauptsächlichsten Ausstellungen der Weber ihrem Betrag jedoch etwas geändert, nämlich einfach dem Grund- an der neuen Lohnliste aufzuzählen, um den anderen Arbeitskollegen und betrag der entsprechenden Invalidenrente gleichgesetzt werden. Die der gesammten Bigerſchaft die leberzeugung beizubringen, daß die Motive meinen, daß dadurch eine Benachtheiligung der Altersrentner Sammtweber nicht ohne zwingende Gründe die neue Liste abgelehnt nicht eintrete, fie ständen sich im Gegentheil alsdann um etwa 6 pCt. besser. Im Einzelnen ergeben sich folgende Beträge: Es beträgt die Altersrente ohne Reichszuschuß nach den Säßen in Lohnklasse: nach den alten Sägen des Entwurfs 56,80 M. 85, 113,20 141,40 Stuttgart, 23. Januar.( W. T. B.) Dem Landtage ist ein Gesezentivurf zugegangen, durch welchen der Finanzminister ermächtigt werden soll, der landwirthschaftlichen Genossenschafts. faffe 3proz. Darlehen bis zum Gesammitbetrag von einer Million Mark zu gewähren. hätten und nicht leichtfertig in den Streit eingetreten feien. Bor allem wurde unwiderleglich festgestellt, daß bei verschiedenen Firmen mehrere Werte derart am Meterlohn gekürzt worden sind, daß trop Bergütung für Andrehen und selbst wenn die ganze Zulage von 10 Bf. immer bezahlt würde, dennoch eine bedeutende Lohntürzung für viele Stockholm, 23. Januar.( W. Z. B.) Mit Rücksicht auf den Sammetweber eintreten wird. Diese Lohnkürzung ist natürlich verschiedenartig, manchmal geringer, oft beträgt sie 1 m. bis 1,80 M. Gesundheitszustand des Königs ist der Kronprinz bis auf pro Woche. Können nun die Arbeiter leichten Herzens diese 1 M. weiteres als Regent mit der Wahrnehmung der Regierungsbis 1,80 m. pro Woche entbehren? Ein weiterer Uebelstand sei die geschäfte der Vereinigten Königreiche betraut worden. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. I II III IV " " 60 m. 90 " 120 " 150 Mr. 20. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dientes, 24. Januar 1899. Reichstag. treten wird. Abg. v. Strombeck( 8.) zufrieden; solche giebt es nämlich auch, wie Redner durch die Ver- Tarife anderer Länder. Der Verkehr ist im abgelaufenen Jahre lejung der Erklärung einer Interessentenversammlung beweist. Die überaus lebhaft gewesen; er ist aber ohne erhebliche Stockungen 16. Sigung, Sonntag, 23. Januar 1899, 1 hr. Wirkung einer Kunstweinbesteuerung ist jedenfalls eine minimale; das bewältigt worden. Die Eisenbahnen im Westen der Monarchie Am Tische des Bundesraths: Graf v. Posadowsky, burch gesetzgeberische Maßnahmen die Winzer zu unterſtügen, sie deshalb nöthig, auf die Entlastung der Bahnen durch die Kanäle haben die Erfahrungen anderer Länder bewiesen. Die Regierung ist bereit, find an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen, es war Nieberding. In dritter Lesung wird zunächst das Zusatzübereinkommen zu wird aber dabei nur den vermittelnden Standpunkt zu Grunde Bedacht zu nehmen. Die erforderliche Kanalvorlage soll unverzüglich dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahn- legen können. Auf Grund der Gutachten des preußischen Landes- fertiggestellt werden und dem Hause noch vor Ostern zugehen. Frachtverkehr ohne Debatte angenommen. ökonomie Kollegiums und des Reichs- Gesundheitsamtes hat man Es folgt die erste Berathung des schon aus den früheren sich entschlossen, ein Wein- Parlament zusammenzuberufen, Sessionen bekannten Autrages intel en( 3.), durch welchen die das aus Weinfabrikanten, Händlern, Chemikern ze. zusammengefeßt sein wendet sich gegen die Ausführungen des Grafen Limburg. Der Berufung in Straffachen eingeführt, der Voreid durch den wird und Anfang nächsten Monat im Reichs- Gesundheitsamt zusammen- Etat tönne als Jubiläums- Etat bezeichnet werden; vor 50 Jahren wurde der erste Etat verabschiedet. Seit jener Zeit hat sich das unbeeidigter Zeugenaussagen u. f. w. vorgesehen Interpellation statt. Na cheid erfest, eine Strafe für die Abgabe unrichtiger, Auf Antrag des Abg. Brand- Ny findet eine Besprechung der Budget Preußens um das Achtfache vergrößert. Erfreulich sind die Aufwendungen zu Gunsten der Landwirthschaft; seine politischen sun maun Freunde würden gegen die Aufwendung noch höherer Mittel zu Bittet, feinen Antrag einer Kommission von 21 Mitgliedern zu Bezirks vor. Wir erhoffen ein Weingesetz, das den Weinbauern immer die Aufwendungen zur Hebung des Handwerks. Ueber die bringt als Vertreter des fränkischen Weinbaues die Wünsche feines diesem Swede nichts einzuwenden haben. Zu gering seien noch lebhaft bedauern, ihre Existenz ermöglicht und wodurch eine hohe Besteuerung und ein verschärfter Deklarationszwang für Kunstweine eingeführt wird. will sich Redner noch nicht äußern, sondern zunächst abwarten, welche Gründe die Regierung für diese Maßnahmen geben wird. Abg. Wintermeyer( frf. Bp.): In Bezug auf die Kulturkampfgefeße halte das Zentrum fest an Ich halte eine Besteuerung der Kunstweine für undurchführbar; seinen bisherigen Forderungen. Es verlange Gerechtigkeit und werde diese würde vielleicht nur den inländischen Winzer gegen die aus- nicht ruhen noch rasten, bis ihm volle Gerechtigkeit geworden sei. Sachverständigen im Weinparlament bald, ein brauchbareres Gesetz ländischen Produzenten benachtheiligen. Hoffentlich gelingt es den( Beifall im Zentrum.) als das bisherige zu stande zu bringen. werden soll. überweisen. Abg. Dr. Nintelen( 3.) Abg. Bassermann( natl.) schließt sich diesem Antrag an. Besonders wichtig ist die Einführung der Berufung im Zivil- Strafprozeß, nachdem dieselbe im MiltärStrafprozeß bereits eingeführt ist. Abg. Beckh( fr. Vp.) erklärt sich gleichfalls mit der Ueberweisung an die Kommission einverstanden. Darin stimme er nicht mit dem Vorredner überein, daß die Berufungsinstanz das Landgericht sein solle; er sei dafür, als folche das Oberlandesgericht einzusetzen. Nur die zweite Instanz der Schöffengerichte sei ihm nicht sympathisch. Denn diese habe ja nur die Tendenz, die Schwurgerichte noch weiter zurückzudrängen. Abg. Frohme( Soz.): Abg. Baumann( 3.) Finanzminister Dr. v. Miquel: Die Ausweisungen darf man allerdings nicht mit dem Auge des Kriminalrichters betrachten; betrachtet man sie, wie man muuß, vom nationalen Standpunkte, so wird man sie billigen müssen. Abg. Wetterle( Elsässer): dod G Das Gesetz von 1892 ist für den Weinbau im Elsaß sehr schädlich. Das beste Mittel zum Schutz gegen Kunstweine wäre Deflorations Minister Frhr. v. d. Recke: zwang und nöthigenfalls Kellerkontrolle. Abg. Blankenhorn( nat.- lib.): Abg. Fitz( natl.): od p instanz ein anderes fein. Ferner verweise ich auf die wahrhaft tritt dafür ein, daß Verschnittweine nur als solche in den Handel rigorosen, unerhört hohen Strafen, womit wegen Streits Verurtheilte jegt so oft belegt werden. Sind diese gebracht werden. Mit einem Verbot der Kunstweinfabrikation treffe Urtheile von Straffammern erfolgt, so giebt es auch dagegen wieder nur man die Unreellität nicht; dagegen sei eine Besteuerung des Kunstdas Mittel der Revision und nicht der Berufung. Auch wir sind für weins sehr zweckmäßig. Stommiffionsberathung und werden dort eine große Menge Material beibringen, um zu beweisen, daß der gegenwärtige Zustand ohne Revision nicht fortdauern kaim.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) ( Sehr richtig! Abg. Hoffmann- Backnang( südd. Vp.): Die Chemie fann über die Bekömmlichkeit des Weines kein ausreichendes Gutachten abgeben. Es giebt aber jetzt eine NeuralAbg. Graf Bernstorff- Lauenburg( Rp.): 10 Analyse, erfunden von Prof. Jäger. Auf diese möchte ich nach Auch wir sind für Ueberweisung des Antrags an eine Kom- drücklichst hinweisen. mission. Das große Werk der Justizreform ermangelt noch dieser Krönung, doch wird die Kommission sich eine gewisse Beschränkung duferlegen müssen, damit die Vorlage nicht wieder an dem Widers stande der Regierung scheitert. Einzelne Punkte sind ja auch in zivischen schon durch Gesetzgebung erledigt, so die Entschädigung unschuldig Verurtheilter. alle Die Herren Graf Limburg- Stirum und Dr. Sattler haben Wir haben bereits oft in Reichstage darauf hingewiesen, daß namens der konservativen und der nationalliberalen Fraktion warm die Einführung der Berufung nothwendig ist, um ungerechte Urtheile Eine besonders unheilvolle Bestimmung des Gesetzes von 1892 empfundene Worte zur Ausweisungsfrage gesprochen. Ich habe das der Justiz nach Möglichkeit zu verhindern, da unschuldig Ver- find die Grenzzahlen, bis zu welchem Grade chemische Bestandtheile auch von den Fraktionen nicht anders erwartet, und ich danke ihnen urtheilten dadurch die Möglichkeit gegeben wird, in der Berufungs- dem Wein zugesetzt werden dürfen. Diese Zahlen sollten ganz aus dem namens der Staatsregierung dafür. Auf die Ausweisungen ſelbſt instanz ihre Unschuld nachzuweisen. Die Statistik beweist, daß die Gesetz entfernt werden. Statt deren müßte man den Deklarationszwang werde ich in den nächsten Tagen genügende Veranlassung haben von Schöffengerichten Verurtheilten zu einem großen Prozentsatz in einführen. Die Kellerkontrolle ist nothwendig, um mit Erfolg gegen einzugehen. Die 8ahl der unentdeckten Kapitalder höheren Instanz Freisprechung erzielten und auf Grund dieser die Fabrikation von Kunstweinen vorzugehen. Das Allerbeste wäre verbrechen in Berlin ist allerdings groß; aber bei Erfahrung verlangen wir die Einführung der Berufung in Straf- natürlich das Verbot der Kunstiveinfabrikation überhaupt. der Entdeckung spielt der Zufall eine große Rolle. Eine Besserung fachen bis zum Reichsgericht. Wir find nicht zufrieden mit dem Sollte dies Verbot indeß für nicht angängig gehalten werden, dann erhoffe ich von einer engeren Verbindung der einzelnen PolizeiRechtsmittel der Revision, gerade im Hinblick darauf, daß heutzutage müßte jedenfalls eine hohe Besteuerung der Kunstweine eintreten. verwaltungen mit dem Polizeipräsidium. Ich hoffe, einen Gesetzeine Unzahl von Verurtheilungen erfolgt, die Staatssekretär Graf Posadowsky: Es ist möglich, daß man entwurf einbringen zu können, der eine solche engere Verbindung das Rechtsbewußtsein des Bolles einfach nicht auf Grund der Sachverständigenberathung dazu kommt, gewisse ermöglicht. Herr Richter hat auch mir ein Bouquet Beschwerden versteht. Ich verweise auf die Unsumme von Majestäts- Kunstweine zu verbieten. Dann wird man aber angeben müssen, in überreicht. Das ist sein gutes Recht. Ich bedaure aber die beleidigungs: Prozessen, vor allem auf das jüngst in wieweit Naturweine gestreckt werden, mit zuckerigen Lösungen ver- Kampfesweise, die er gegen mich anwendet. Magdeburg gefällte Urtheil, wodurch ein Mann, der ganz sehen werden dürfen. Gegenüber dem vom Ausland importirten rechts.) Er setzt einige vollständig unbeglaubigte, in hohem offenbar unschuldig ist, zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt Wein ist aber ein Indizienbeweis, wie ihn sich der Herr Vorredner Grade unwahrscheinliche Privatäußerungen und auf dieſes wurde. Auch er ist angewiesen auf die Revision, doch Sie alle denkt, nicht möglich. Es müssen deshalb folche Bestimmungen angenehme Fundament bafirt er seine Angriffe. So war es z. B. wiffen ja, wie selten es möglich ist, mit Hilfe dieses Mittels eine erlaffen sein, die eine einheitliche Prüfung ermöglichen. Das kann in der Frage der Bestätigung des ersten Bürgermeisters zu Freisprechung zu erzielen. Würde er die Berufung zur Verfügung nur auf dem Wege der chemischen Untersuchung geschehen. Berlin und des Friedhofes für die Märzgefallenen. Er konstruirt haben, ich bin überzeugt, das Urtheil würde in der Berufungs zu diefem Zwecke einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Anfcheidung auf das Gesuch des Magistrats absichtlich unterlassen habe, gelegenheiten und imputirt der Staatsregierung, daß sie eine Entum dem Magistrat die Gelegenheit zu nehmen, im Verwaltungsstreit Verfahren zu seinem Rechte zu gelangen. Wie steht aber die Sache? Durch eine besondere Verkettung von Umständen ist die Bestätigung der Wahl des Oberbürgermeisters Kirschner nicht erfolgt. Es ist nämlich eine mündliche Rücksprache nothwendig, welche durch Abwefenheit der betreffenden Personen auf Urlaub nicht abgehalten werden konnte. Diese Angelegenheit wird dann nach dem regelmäßigen Lauf der Dinge der allerhöchsten Entscheidung unterbreitet werden. Ob nun diese Entscheidung nach dieser oder jener Seite, bestätigend oder ablehnend, ausfallen wird, unterliegt jedenfalls nicht der Kritik des hohen Hauses.( Beifall rechts. Lebhafter Widerspruch links und in der Mitte.) Bezüglich der Einfriedigung des Friedhofs der Märzgefallenen sind jetzt neue Pläne eingefordert worden, eine Entscheidung wird wahrscheinlich in nächster Beit erfolgen. Keine Seele aber hat daran gedacht, dem Magistrat der Haupt- und Residenzstadt einen Verweis geben zu wollen. Diese Infinuation war lediglich der Erfindungsgabe des Abg. Richter vorWir legen den Schwerpunkt dieser Vorlage auf die Einführung behalten.( Widerspruch des Abg. Richter.) Wir haben keine Ver anlassung, den Spruch der Verwaltungsbehörde zu scheuen. Der der Berufung gegen Urtheile der Straffammern. Diese war im Elsaß vorhanden, so lange die französische Strafprozeß- Ordnung dort Abg. Richter hat sodann getadelt, daß in dem kommunal. Wahlgeset wiederum eine sehr erhebliche Einschränkung der maßgebend war, die sich wegen ihres einfachen und logischen Aufbaues einer großen Popularität erfreute. Ich erkenne es natürlich Die von vielen Seiten hier gegen das Weingesetz erhobenen An- Selbstverwaltung zu finden sei. Diese Stritit stügt sich aber nur unumwunden an, daß die Einführung des deutschen Strafrechts für griffe überraschen uns nicht; denn wir haben die unheilvollen auf den ersten Entwurf. Der Gesetzentwurf ist seitdem in erheblicher die elfäffische Bevölkerung eine Wohlthat und ein Fortschritt war, irkungen desselben vorausgefagt. Ich will zugeben, daß unter Weise modifizirt worden. Der Abg. Richter kennt den Gesetzentwurf Diesem Geseg die fleinen Winzer- zumal bei uns im Elsaß kann nicht, aber er mißbilligt ihn.( Seiterleit.) Der Abg. Richter beman das reichlich sehen- im Wesentlichen zu leiden haben. Wenn wir schwert sich darüber, daß das Landtags- Wahlrecht noch nicht gedes Weingefeges eintraten, so geschah das vor allem im Interesse drücklich erklärt, man könne sich über die Frage, ob die Steueraber seit Jahren für die Abänderung oder gänzliche Beseitigung regelt fei. Das Staatsministerium hat in der letzten Session ausder Konsumenten und in Süddeutschland ist ja immerhin noch reform hinsichtlich des Landtags Wahlrechts erhebliche Ver eine Wein konsumirende Arbeiterbevölkerung vorhanden. Gerade in schiebungen herbeigeführt habe, noch nicht definitiv schlüssig machen, den letzten Jahren habe ich wiederholt zu beobachten Gelegenheit gehabt, weil damals nur die Erfahrungen aus den Ersatzwahlen vorlagen. welch geradezu gesundheitsgefährliche Getränke den Arbeitern vorgesetzt Ein endgiltiges Urtheil könne man erst nach den allgemeinen Wahlen werden. Die Wirkungen des Weingesetzes sind von dem Vorsitzenden gewinnen. gay Ich komme zu dem sogenannten Schießerlaffe, der in der bezeichnet worden. Die zu scheint ja eine ziemliche Uebereinstimmung im Hause zu herrschen. Heber die Nothwendigkeit der Berufung Abg. Riff( wildlib. Els.): und begrüße es daher freudig, daß dieser einzige Nachtheil nunmehr durch die Vorlage beseitigt werden soll. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Rintelen wird an eine Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Es folgt die Berathung der Interpellation des Abg. SchmittMainz über das Weingefeß. Sie lautet: Wie weit sind die Erwägungen und Prüfungen der ver: bündeten Regierungen über die Beschwerden gegen das Weingesetz vom 20. April 1892 gediehen? Abg. Lucke- Petershausen( B. d. L.) gehört in seiner Anschauung von der Reinheit des Weines zu den Orthodoxen, hält aber eine loyale Vermehrung des Weines durch Buder für wünschenswerth. Abg. v. Grand- Ny( 3.) wünscht, daß in die von Herrn v. Posadowsty in Aussicht gestellten Sachverständigenkommission auch eine genügende Anzahl von Winzern berufen werde. Gegen die Besteuerung des Kunstweines habe er vor allem das Bedenken, daß sie, einmal eingeführt, sehr bald eine Besteuerung des Weines nach sich ziehen würde. Abg. Bucb( Soz.): Bis wann ist die Vorlage einer Novelle zu dem genannten einer Straffammer zit Colmar sehr richtig als geradezu unglüdjelige Breffe so vielfach verständnißlos besprochen worden ist. Zuerst hat Abg. Deinhardt( natl.- lib.) Gejeze zu erwarten? Abg. Schmitt- Mainz( 3.) eine Anzahl von Leuten geführt, die bis dahin im allerbesten Ruf er ihn in formeller Beziehung bemängelt, er meinte, man hätte den gestanden hatten und von denen man nie geglaubt hätte, daß sie Erlaß im„ Staats- Anzeiger" publiziren follen. Bin ich denn dafür begründet die Interpellation. Das Weingefes hat die auf dasselbe auch nur einen Tropfen gepantschten Weines verkaufen könnten. verantwortlich, daß dieselben unsauberen Hände, welche gesetzte Hoffnungen nicht erfüllt. Zwar ist die Weinproduktion die Aber diese Leute sind durch das Gesetz geradezu gezwungen worden, diesen Erlaß auf den Tisch irgend einer Redaktion gebracht haben, Feffeln los geworden, die ihr durch das Nahrungsmittel- Gesez an- fich der Pantscherei anzuschließen. Wir schließen uns den Forderungen entweder den Erlaß fälschten, indem sie darauf geheim" oder„ bergelegt werden. Aber damit ist der unlauteren Stonturrenz Thür und auf Deklarationszwang und Kellerkontrolle vollständig an. So traulich" setzten, oder daß auf dieses Exemplar vielleicht eine Thor geöffnet worden. Es ist ganz gleichgiltig, wie der Wein zu wohl vom Standpunkt der kleinen Weinproduzenten als auch der untergeordnete Polizeibehörde einen derartigen Vermerk stande gekommen ist, wenn er nur analysenfest ist. Mit den Fa- Wein konsumirenden Arbeiterbevölkerung muß ich mich gegen gesetzt hat?( Lärm und lebhafter Widerspruch links.) Der Erlaß fonfurriren.( Heiterkeit.) Gerade den kleinen Winzer schädigen die Bei uns im Elsaß wird ein leichter Rothwein hergestellt, der sehr Erlaß einen vertraulichen Charakter.( Widerspruch links.) Ich hatte Besitzer der Weinfabriken auf das Empfindlichste. Und in seinem geeignet ist zum Verschneiden. Früher wurde er gebraucht zum aber keinen Anlaß, diesen Erlaß zu publiziren, denn er enthält keinerlei Interesse liegt daher vornehmlich die Abänderung der 1892 er Gesetze. Verschneiden mit französischen, jeẞt mit italienischen Weinen, mit Aenderungen der bestehenden Gesege. Es ist auch nicht ein Wort Es ist daher der Gedanke der Strafverschärfung aufgetaucht. Man soll denen er ein ganz vorzügliches Getränk giebt. Schließlich noch ein darin gesagt, daß die über den Waffengebrauch der Gendarmen bes dem Richter nicht mehr die Möglichkeit geben, zwischen Wort zu der einzuseßenden Kommission. Es wäre besser, statt der stehenden Bestimmungen neu geregelt werden sollen. Dieser Erlaß Geldstrafe und Gefängniß zu wählen; eå soll vielmehr vorgesehenen Weinhändler lieber einige kleine Weinbauer in die schärft den Polizeibeamten vielmehr nur ein, daß, wenn sie nach für jede Gesetzesübertretung fofort Gefängnißstra fe folgen. Ronimission hineinzuwählen. Maßgabe der schon bestehenden Vorschriften genöthigt sind, mit Denn sonst ist die Weinverfälschung sehr rentabel: die Geldstrafe Waffengewalt einzuschreiten, sie auch von der Waffe wirklichen den preußischen Traditionen, erst blind zu schießen, über die Köpfe Gebrauch machen. Der Abgeordnete Richter meinte, es entspreche hinwegzuschießen und flach zu hauen. Das bestreite ich. Davon fann feine Rede sein. Wenn sich ein derartiger Mißbrauch eingeschlichen hätte, so wäre es die höchste Beit, ihn abzuschaffen. ( Beifall rechts, Lärm und Zischen links.) Der Kriegsminister hat bereits Gelegenheit gehabt, in einer Reichstags- Rede darzulegen, welche Folgen eintreten würden, einer Militärperson einfallen sollte, in einem derartigen Falle einfach vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Genau so steht die über die Köpfe der Tumultuanten hinwegzuschießen; sie würde Sache hier.( Beifall rechts.) Der Erlaß bezieht sich nicht auf die Bestimmungen über die Entschließung der Behörden und der Befehlshaber, ob und zu welcher Zeit und mit welchen Waffen einzuschreiten ist; er bezieht sich weiter nicht auf die bekannte Bestimmung, daß von den Waffen ein maßvoller Gebrauch zu machen ist. Es kann faum einem Zweifel unterliegen, daß dieser Erlaß den minutiösesten anforderungen bezüglich der Rechtmäßigkeit entspricht. Also der Erlaß entspricht durchaus den Gesetzen, und er ist nothwendig und zweckmäßig.( Widerspruch links.) Man kann derartigen prämedidirten, Die erste Berathung des Etats wird fortgesetzt.frivolen Aufläufen, wie wir sie in dem vorigen Jahre gehabt haben, mit einem wirksamen Mittel entgegentreten, welches zugleich das humanfte ist, nämlich mit der äußersten Strenge.( Sehr richtig! rechts.) jati wird jetzt einfach zu den Geschäftsunkoſten gezählt.( Heiterkeit.) tritt für die Einführung einer strengen Kellerkontrolle ein, die am Ferner sind auch andere Vorschläge gemacht worden: starke Be Steuerung des Kunstweins 2c., im Ganzen acht Verbesserungs- Rhein zwar unpopulär sei, an die man sich aber gewöhnen werde. vorschläge. In Frankreich sind die Bestimmungen gegen die Kunst- Abg. Preiß( Elf.): weinfabrikation gerade in neuester Zeit erheblich verschärft worden. Da muß auch für unsere Winzerbevölkerung mehr gesorgt werden. Hoffentlich wird unsere Regierung mit neuen gesetzgeberischen Maß nahmen bald eingreifen. Das Beste wäre, den Wein unter das Nahrungsmittel- Gesetz zu stellen; bleibt man aber bei einem Spezialgesetze, so muß dieses einfach, praktisch und dem Volte verständlich sein, die ehrliche Produktion und den ehrlichen Handel schützen. Klare und ehrliche Deklaration allein kann den Weinproduzenten helfen. Damit schließt die Besprechung der Interpellation und das Hans bertagt sich. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr: Fortseßung der zweiten Etatsberathung: Reichsamt des Innern. Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenhaus. Staatssekretär Graf Posadowsky: Wir bringen den Wünschen der Interpellanten das regste Intereffe entgegen. Der schwer arbeitende Winzer muß gegen eine unsaubere Konkurrenz geschützt werden. Es muß ihn schwer kränken, wenn er sieht, wie ein Konturrent gegen alle Naturgefeße im Laboratorium eine Flüssigkeit herstellt, der er den Namen Wein giebt. Bei Bein will man an lachende grüne Weinberge denken und nicht an ein Laboratoriums Decort. Es muß der Winzer also geschützt werden. Nur das Wie macht Schwierigkeiten. Man kann unter den Weininteressenten drei Setten unterscheiden: 1. die Orthodoxen, die wollen als Wein nur gelten lassen das alkoholische Gährungsprodukt des Weintraubensaftes; 2. die Opportunisten, die schon gewisse Verschönerungsmittel und Buderung zulassen wollen und auch die Grenzzahlen in dem Prozentsatz der mineralischen und Extraktstoffe anders festlegen wollen, als die Orthodoxen; beide Seiten wollen den Kunstwein bezweifelt, ob es überhaupt möglich sein wird, die Scheidung ganz verbieten oder den Deklarationszwang verschärfen, so daß die zwischen Eisenbahn Verwaltung und Finanz- Verwaltung in der Vinosyne in ein verwandtschaftliches Verhältniß zur Margarine treten Weise durchzuführen, wie es auf der linken Seite des Hauses gewünscht würde. 3. Die Optimisten; diese sind mit dem Weingesetz durchaus wird. Unsere Tarife sind dem Verkehr nicht ungünstiger als die 4. Sigung vom 23. Januar. 11 Uhr. Am Ministertische: v. Miquel, v. d. Recke, Thielen Minister Thielen wenn wenn es etwa Man hat auch das Begnadigungsrecht des Kaisers mit Bezug auf verurtheilte Polizeibeamte fritisirt. Eine solche Kritik eines persönlichen allerhöchsten Rechts ist vom Uebel, Herr Richter hat mich auch als„ Polizeiminister" nach dem Bomben 1 attentat in Alexandrien gefragt. Er hat dabei, einen Eiertanz aufgeführt, denn es hat noch in den letzten Tagen eine Notiz in der Freifinnigen Beitung" gestanden, woraus hervorging. daß die Sache wahr ist.( Heiterkeit.) Ich kann nur bestätigen, daß die Sache einen sehr ernsten Hintergrund hat, und daß wahrscheinlich in nächster Zeit die Angelegenheit dem Gericht in Ankona überwiesen wird. Alles, was Herr Richter angeführt hat, war nicht stichhaltig, so daß ich nur sagen fann: Es war ein Raketenfeuer.( Lebhafter Beifall rechts, Bischen lints.) Justizminister Schönstedt Soziales. Apotheker und Krankenkassen. Der Verband der Genoffen fchafts-( Immungs-) Krankenkassen wiens und die All gemeine Arbeiter Krankenfasse haben an ihre Mitglicder einen Aufruf erlassen, worin es heißt: T Schließlich geht attentat auf das Krankengeld, welches die Wiener giebt selber zu, dab redlibielen ärmeren Leuten Erwerbs beschränkt" ist besonders den beiden Zentralhallen und der Halle in der Linden straße zu verdanken, zum Theil auch den Hallen am Marheinekeplay, an der Bückler- und Eisenbahnstraße und am Arminiusplay. Diese sechs pallen allein hatten an Standgeldern zusammen ein Mehr von 27 148 M. Die übrigen 9 Hallen hatten aber zusammen ein weniger von 17 927 M. Dadurch ermäßigte sich die gesammte Mehreinnahme " Die Kosten für die Medikamente, welche wir zu aus Standgeldern auf, wie oben gefagt, 9220 M. In den letzt zahlen haben, sind von Jahr zu Jahr in die Höhe gegangen. genannten Hallen hat der gleich in den ersten Jahren nach ihrer Sie haben im Jahre 1895 rund 126 000 fl., im Jahre 1896 124 000 fl. Gröffnung eingetretene Rückgang der Standgelder auch im Jahre und im Jahre 1897 140 000 fl. betragen. Die Steigerung ist 1897/98 fortgedauert. Eine von ihnen, die in der Bad- und Grünnamentlich dadurch veranlaßt worden, daß die Tage, welche thalerstraße, ist am 1. April 1898 wegen zu geringer Benugung geden Apothekern erlaubt, 300, 400 und noch mehr Prozente zu schlossen worden. Ihre Standgeld Einnahmen waren bis zum giebt eine Aufklärung über die in Oberschlesien seitens der Vorfordern, jahraus, jahrein höher geworden ist. Man muß heute für März 1898 auf ganze 63,40 m. für den Monat gesunken, während mundschaftsrichter bezüglich der Kindererziehung dort ein Fläschchen, das der Apotheker mit 1/2 fr. bezahl, 6 fr. entrichten, sie im März 1892, dem 2. Monat ihres Bestehens, 3358 M. gebracht wohnender Polen getroffenen Verfügungen. Auf die richterliche für eine größere viereckige Echachtel 16 fr. Es tommt oft vor, daß hatte. Der neueste Bericht der Markthallen Direktion( pro 1897/98) Entschließung Einfluß zu üben, lehne er ab.( Beifall.) ein Medikament, welches 5 fr. Werth hat, wegen der Gefäße und spricht wieder von dem hemmenden Einfluß, den angeblich die Zuder Arbeitstage über 50 kr. to stet. Vor wenigen Tagen haben nahme des Straßenhandels auf die Abg. Rickert( frs. Vg.) Entwicklung der die Apotheker gegen die Krankenkassen einen neuen Schlag geführt. Markthallen ausgeübt hat. Inzwischen, am 1. April 1898, ist die bestreitet, daß die Bestätigung des Berliner Oberbürger- Sie haben schon durch die neue Arzneitage durchgesezt, daß Polizeiverordnung in Straft getreten, die den Straßenhandel meisters der Kritik des Hauses nicht unterliege. Der Minister wir für die gleichen Medikamente, die wir bis heute bezogen mit Gegenständen des Wochenmarkt- Verkehrs in der Nähe der sei in dieser Frage dem Hause verantwortlich. Was soll das Aus haben, um mindestens 14 000 fl. mehr zahlen müssen. Gleich Markthallen verbietet. Das Ergebniß des laufenden Betriebsland von der Erklärung des Miniſters über den Waffengebrauch zeitig erklären sie, uns den Nachlaß von 35 000 fl. nicht jahres( 1898/99) wird zeigen, ob das Verbot den Inhabern der denken? Das deutsche Volt ist ruhig und da nemt der Minister mehr zu bewilligen. Mit anderen Worten: Die Apotheker ver Markthallen- Stände den Geschäftsaufschwung und den besseren Verfeinen Erlaz human? Wir sind mit unseren Eisenbahn- Tarifen langen, daß wir jährlich um 50 000 fl. mehr für dieselben Medi- dienſt gebracht hat, den sie davon erwartet haben. Man darf allerdings hinter anderen Nationen zurückgeblieben, so gegenüber famente, die wir heute schon beziehen, zahlen sollen. Wenn wir namentlich den fleineren Standinhabern diesen besseren Verdienst dem kleinen Dänemark. Redner schildert die Mißstände der uns diesem Diktate der Apotheker blind unterwerfen, so bleibt nichts gewiß von Herzen gönnen. Aber die Straßenhändler, die am Ende Schulen in den östlichen Landestheilen, wo anderes übrig, als das Krankengeld bei sämmtlichen Krankenkassen doch auch leben wollen, sind schwer durch die Polizeiverordnung 120 Schüler, die durch einen Lehrer unterrichtet werden um einige Prozente zu reduziren. Es ist demnach ein Raubgeschädigt worden. Der Bericht der Markthallen- Direktion müssen, durchaus nichts Seltenes sind. der Redner auf die Entfernung jüdischer Lehrerinnen Apotheker unternommen haben. Die Vorstände der Krankenkassen die Möglichkeit aus den Stellungen als Klassenlehrerinnen ein. Was solle wissen genau, daß das Krankengeld in der Mehrzahl der Fälle heute worden ist. Ein früherer Bericht wies darauf hin, daß viele kleine denn aus diesen Lehrerinnen werden? Von Recht und taum zum Leben für die Kranten und ihre Angehörigen Händler die Hallen verlassen hätten, um in der Nähe Straßenhandel Billigkeit könne bei diesem Verhalten der Regierung keine Rede sein. ausreicht. Die Vorstände der Krankenkassen sind deshalb zusammen zu treiben. Ob diese Händler, denen vermuthlich das Standgeld Welches staatsmännische Prinzip liege denn den Ausweisungen getreten und haben beschlossen, zur Vertheidigung des Kranken- zu hoch war, nun in die Hallen zurückgekehrt sein werden? Dann zu Grunde? Man sage ein nationales Prinzip! Aber wir haben geldes mit der größten Rücksichtslosigkeit gegen die Apotheker vor- dürfte sich die Lage der übrigen Standinhaber faum gebessert haben, noch 20 000 Russen und 16 000 Oesterreicher im Lande, wollen Sie zugehen." ud Se Bitive of da sie ja einen Theil ihrer Straßen Konkurrenz mun wieder in der die auch alle ausweisen? Aus dieser Empfindlichkeit erkläre es sich, Die Vorstände hoffen ihren Zweck dadurch zu erreichen, daß sie Halle haben. Der langjährige Geschäftsrückgang in den meisten daß man Professoren behandle wie Unterbeamte. Professoren, die erstens mit den Droguengeschäften Abmachungen treffen, Markthallen ist wahrscheinlich weniger auf die Konkurrenz des antisemitische Hereden gehalten hätten, find nach Berlin berufen wonach dort die Mitglieder die sogenannten Handverkaufsartikel auf Straßenhandels an fich als darauf zurückzuführen, daß bei stärkerer worden. Wir müssen dieses Verhalten der Regierung fritisiren. Die Rechnung der Kasse unentgeltlich in Empfang nehmen können; ferner oder gar voller Besetzung der Hallen die Kaufkraft der umVerpflichtung hierzu legt uns unsere patriotische Pflicht auf sollen in jedem Bezirk einige bestimmte Apotheken mit wohnenden Bevölkerung nicht ausreicht, um den ( Beifall links.) der Anfertigung der Rezepte betraut werden. Standinhabern, den kleinen wie den großen, einen genügenden UmKultusminister Dr. Bosse: Große Arbeitslosigkeit herrscht in Prag. Nach der Wiener ſatz zu bringen. Arbeiter- Zeitung sind von 890 Silber- und Goldschmieden 560 ohne Das achte Stiftungsfest der Arbeiter Bildungsschule wurde Beschäftigung, von 1860 Schloffern 530, von 223 Goldschlägern 90, von 100 Wagnergehilfen 60, von 230 Hafnergehilfen 160, von 1200 am Sonnabend im Böhmischen Brauhause gefeiert. Auch diesmal durch ein reichhaltiges Tischlern 460, von 480 Ladirern 260, von 3500 Schneidern 800, von war wie seit einer Reihe von Jahren 3020 Handschuhmachern 800, von 1265 Bädern 500, von 462 Mühlen- und geschmackvoll zusammengesettes Programm für einen genußarbeitern 216, von 142 Steinmegen 115, von 273 Tapezirern 160, reichen Abend gesorgt worden. Mit einem von Ernst Preczang von 359 Brangehilfen 219, von 85 Stuckateuren 47. verfaßten Prolog wurde die Feier eingeleitet, dann traten für mehrere Stunden Musik und Gesang in ihr Recht. Fräulein Martha lieder, während Herr Alexander Heinemann sich als ausKröning sang mit wohllautender Stimme einige fleine Liebesdrucksvollen Bariton erwies. Ein Beethoven'sches Quartett wurde von den Herren Schmidt, Rietsch, Golisch und Neumann mit Präzision wiedergegeben; der erste Geiger und der Cellist des Quartetts traten auch als Solisten auf. Bei dem dankbaren Publikum, das alle unsere Arbeiterfeste finden, ist es unnöthig, hinzuzufügen, mit wie lebhaftem Beifall die Gaben aller Künstler vergolten wurden. Es ist doch wohl ein Unterschied, ob ein Professor im Auslande scharf gegen eine ausländische Regierung aufgetreten ist, oder ob ein einheimischer Professor feine Regierung maßlos angreift. Die Empfindlichkeit der jüdischen Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung zu Berlin ist mir nicht verständlich, sie fühlen sich durch die Bezeichnung als jüdische Männer beichwert. Mich könnte jeder einen christlichen Mann nennen. Ich nehme das gar nicht übel!( Sehr richtig!) Der Fall Delbrück Tag so eigenartig, daß ich die vollste Oeffentlichkeit für dies Verfahren wünschen mußte und ich hoffe, daß dies auch an erkannt werden wird.( Beifall.) Finanzminister v. Miquel: bertheidigt das Vorgehen der Regierung in der Bernstein- RegalAngelegenheit. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Richter( frs. Vp.): Ich bin heute von den Herren Ministern mißverstanden worden. Ich habe darauf hingewiesen, daß es preußische Tradition sei, daß man von der Waffe zunächst in schonendster Weise Gebrauch macht. Herr v. d. Recke sagte darauf... ( Glocke des Präsidenten.) Präsident v. Kröcher: Tas ist nicht persönlich. Sie dürfen im Rahmen einer persönlichen Bemerkung nicht sagen, was andere Herren gesagt haben, sondern Sie dürfen nur richtig stellen, was Sie selbst gesagt haben. Abg. Richter( fortfahrend): Gewiß, Serr Präsident! Meine Dar Iegungen über die Vorgänge in Betreff der Bestätigung des Berliner Oberbürgermeisters stüßten sich nicht auf Zeitungsnachrichten, sondern auf Acußerungen des Kabinetsraths v. Lucanus, die ich hier angeführt habe. Der Minister hat sie hier als völlig unbeglaubigt hingestellt, er hat sich gehütet, sie als unwahr zu bezeichnen.( Glocke des Präsidenten.) Wenn er feine bestimmte Auskunft darüber geben wollte, so hat er damit auch nur einen Eiertanz aufgeführt.( Glocke des Präsidenten.) Präsident v. Kröcher: Ich rufe wegen dieses Ausdruces, den er gegen den Herrn Minister gebraucht hat, den Abg. Richter zur Ordnung.( Beifall rechts; Unruhe links.) Abg. Richter( fortfahrend): Daun bitte ich auch den Herrn Minister zur Ordnung zu rufen( Glocke des Präsidenten), da er denselben Ausdruck gebraucht hat.( Glocke des Präsidenten.) Präsident v. Kröcher: Wenn Herr Richter sich über den Ordnungsruf des Präsidenten beschwert fühlt, hat er in der Geschäftsordnung das Mittel, sich zu seinem Recht zu verhelfen. Das fann er aber nicht im Rahmen einer persönlichen Bemerkung. Abg. Richter( fortfahrend): Dann bitte ich zur Geschäftsordnung, den Herrn Minister auch zur Ordnung zu rufen.( Glode des Präsidenten.) Präsident v. Kröcher: Sie können das in einem besonderen Antrage verlangen. Ich selbst habe jene Aeußerungen des Herrn Ministers nicht gehört. Abg. Rickert( zur Geschäftsordnung): Dann bitte ich aus dem stenographischen Bericht feststellen zu lassen, daß der Minister sich diejes unparlamentarischen Ausdruckes gegen mich bedient hat. ( Unruhe). " Dos sind zusammen 4977 Arbeitslose. Eingerechnet die Gewerbe, aus welchen Daten über die Arbeitslosigkeit nicht vorlagen, schäßt die Wiener„ Arbeiter 3tg." die Zahl der Beschäftigungslosen in Prag auf 20-25 000. V Kommunales. Die Wahl von drei ftimmfähigen Mitgliedern für das Kuratorium der Stiftung der Berliner Gewerbe- Ausstellung im Jahre 1879, welche von der Stadtverordneten- Versammlung vollzogen wurde, ergab folgendes Resultat: Eingegangen sind 98 giltige Stimmzettel. Die absolute Mehrheit beträgt demnach 50. Stimmen haben erhalten: Fabrikbefizer Behrens 88, Tischlermeister Tuzauer 85, Kommerzienrath Kühnemann 64, Direktor Vortmann 36, Baumeister Felisch 12. Die drei Erstgenannten sind demnach gewählt. 13. frau Den zweiten Theil des Programms leitete die Festrede des Genoffen iebknecht ein, der mit der Arbeiter- Bildungs- Schule in einer Art persönlichen Verhältnisses steht, da er sie vor acht Jahren mit aus der Taufe gehoben hat. Er wies auf die vielen Schwierigkeiten hin, mit denen ein der Voltsaufklärung dienendes Institut zu kämpfen hat, und auf die mannigfachen Umgestaltungen, denen infolge dessen die Kurse der Arbeiter- Bildungs- Schule unterDie Zusammensetzung der Stadtverordneten- Versammlung worfen werden mußten. Aber die Schwierigkeiten sind doch immer nach Fraktionen gestaltet sich jetzt wie folgt: Die" Fraktion der wieder überwunden worden, weil das Bestehen einer solchen BildungsLinken" zählt 53 Mitglieder, die Neue Fraktion der Linken" 30, die anstalt für die llaffenbewußten Arbeiter Berlins eine Nothwendigkeit Freie Fraftion" 22, die Sozialdemokraten 15 Mitglieder, bei keiner ist. Liebknecht schloß mit dem Wunsche, daß die Schule zur Ehre Frattion find: Die Stadtverordneten Friedrich Goldschmidt II, der Berliner Arbeiterschaft erhalten bleiben und sich immer vervollDr. Horwis, Dr. Neumann, Pregel, Echoepke, Dr. Virchow, also fommnen möge. Und diesem Wunsche kann sich nur jeder anschließen, 6 Mitglieder. dem die reiche Betheiligung am Stiftungsfest gezeigt hat, ein wie Für die Invaliditätsversicherung der Waschfrauen und großes Interesse in den Kreisen unserer Genossen der Arbeiter Schneiderinnen( Näherinnen) wird aus dem Rathhause ge- Bildungsschule entgegengebracht wird. schrieben: Zur Verwendung der Marken ist derjenige Arbeitgeber Die Beisitzer des Gewerbegerichts zu Berlin haben die verpflichtet, welcher die betreffende Person zu erst in der Woche be- Wahl der Mitglieder des auf die Dauer von zwei Jahren( vom schäftigt; die nachfolgenden Arbeitgeber derselben Woche haben 1. Januar 1899 bis 31. Dezember 1900) zu bildenden„ Aussich nur Gewißheit darüber zu verschaffen, daß für die in Betracht schusses für Gutachten und Anträge bezüglich kommende Woche bereits eine Marke verwendet ist. Diese Gewißheit gewerblicher Fragen" zu vollziehen. Die Wahl findet im werden sich aber die Arbeitgeber nur dann ohne Weiteres verschaffen Bürgersaale des Berlinischen Nathhauses statt und zwar wählen die fönnen, wenn jede zur Verwendung gelangende Marke von dem be- Arbeitgeber am Dienstag, den 31. Januar, Abends 8 Uhr, die treffenden Arbeitgeber entwerthet wird. Die Entwerthung geschieht durch Ausschreiben des Datums auf die Marke in arabischen Arbeitnehmer am Mittwoch, den 1. Februar, ebenfalls Abends 8 Uhr. Biffern, z. B. 21. 1. 99. Dieses Entwerthungszeichen giebt also An die Fahrgäfte richtet die Direktion der Großen Berliner gleichzeitig Auskunft über die Woche, in welcher die Straßenbahn- Gesellschaft das Ersuchen, nicht mit dem Wagenführer Marte verwendet worden ist. Zur gegenseitigen Unter- zu reden. Durch die Unterhaltungen leidet, wie ganz richtig ausstügung bei Durchführung der Versicherung der Waschfrauen u. f. w. geführt wird, die Sicherheit des Betriebes. Die Betriebssicherheit und um sich gegenseitig vor Mißhelligkeiten und Ordnungs- würde wesentlich erhöht werden, wenn die Straßenbahn- Gesellschaft strafen zu bewahren, kann den Arbeitgebern nur ihren Beamten feine längere Dienstzeit als die zugesagte zehndringend empfohlen werden, in allen Fällen die Entwerthung stündige zumuthete. Besser noch wäre es, wenn der überaus an der verwandten Marken in der oben angegebenen Weise vorzu- strengende Dienst auf acht Stunden verkürzt würde. nehmen. Lokales. Präsident v. Kröcher: Die Schriftführer theilen mir mit, daß Die Parteigenoffen des ersten Wahlkreises. wollen sich zur der Minister allerdings Herrn Richter gegenüber von einem Eier- Flugblattverbreitung morgen, Mittwoch. Abends 6/2 Uhr, in folgenden tanze gesprochen habe. Ich habe zu der Zeit das Präsidium nicht Stellen zahlreich einfinden: Mörschel, Jüdenstr. 35; Sommer, Grüngeführt. Sie sehen also, daß die Aufichten des Präsidenten und straße 20; Stodfisch, Holzgartenstr. 5; Glaue, Strauſenſtr. 18; Sat, des Bizepräsidenten über die parlamentarische Zulässigkeit von Französischestr. 6; Schmidt, Flensburgerstr. 24. Worten auseinandergehen fönnen.( Schallendes Gelächter links.) Nächste Sizung: Dienstag 12 Uhr: Fortſekung der Berathung. Schluß 3/44 hr. Partei- Nachrichten. Braunschweig, 23. Januar.( Privat- Telegramm des Vorw.") Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl ist Genosse Riete mit großer Majorität wiedergewählt. Außerdem sind die Genossen Bornemann und Aßmann in die Stichwahl gekommen. Nur ein Gegner ist im ersten Wahlgang gewählt. Bureaukratisches. Uns wird geschrieben: Eines Morgens fanden mehrere Vertreter der Presse auf dem im Verhandlungssaal des Ober Verwaltungsgerichts für sie bestimmten Tische ein anonymes Schriftstück, worin sie aufgefordert wurden, während der Berathung des Gerichtshofes, also während seiner Abwesenheit, im Verhandlungssaal nicht zu sprechen und nicht zu essen. Auch wurde ihnen angedeutet, daß es besser sei, jedes Gähnen zu unterbrücken. Während der Berathung der neulich verhandelten Sache des Theaterdirektors Samst wollte dessen Vertreter, Rechtsanwalt Mittwoch Abend 7 Uhr von folgenden Lokalen aus statt: Schnirber, Alsbald veranlaßte ihn der Sekretär Schwertfeger, seinen Schmauß Die Flugblatt- Vertheilung im dritten Wahlkreise findet Rosenstod, in demselben Saale sein harmloses Brötchen verzehren. Admiralfir. 21; tramm, Ritterstr. 128; Hornoff, Elisabeth- llfer 52: draußen fortzusetzen. Da wohl faum ein Befehl von„ oben" Admiralfir. 21; Stramm, Ritterstr. 123; Hornoff, Elifabeth- Ulfer 52; anzunehmen ist, und den Sekretären eine Disziplinarbefugniß über Beutert, Köpniderstr. 88; Richter, Franzstr. 1, Ede Schmidstraße; Publikum, Breßvertreter und Anwälte nicht zusteht, so kann man Goßlau, Sebastianstr. 81; Lenz, Alte Jakobstr. 69; Ladewig, Kommandantenstr. 65; Wörner, Kürassierstr. 10a; Flid, Simeonstr. 23. ich das Verhalten des Herrn Sekretärs nur aus unbefugtem Uebereifer erklären. Die Parteigenossen des fünften Berliner Wahlkreises Die Rettungsgeräthe, die sich an den hiesigen Wasserläufen werden darauf aufmerksam daß am Mittwoch Abend 7 Uhr befinden, sind im Jahre 1898 nach den der Direktion der Straßeneine Flugblatt Verbreitung stattfindet. Die Genoffen reinigung zugegangenen Anzeigen in 25 Fällen zur Rettung Er mögen sich in folgenden Lokalen einfinden: Knötsch, Hirtenſtr. 10; trintender in Anwendung gekommen und zwar 20 Mal mit und Wittschow, Kleine Hamburger- und Elsasserstraßen- Ecke; Schmidt, 5 Mal ohne Erfolg. Louisenstr. 5; Eichhorn, Greifswalderstr. 3; Kunow, MendelssohnDie Berliner Hauswirthe. Wie zu erivarten war, hat der Todtenliste der Partei. Friz Thiele, einer der ältesten straße 16. Bund der Berliner Grundbesizer- Vereine das Angebot des Berliner Parteigenossen Leipzigs, ist am Sonntag im Alter von 65 Jahren Achtung, fechfter Wahlkreis! Die Genossen und Genoffinnen Miether- Vereins, durch beiderseitige Vertreter ein gemeinsames, für in Comewig gestorben. Geboren in Connewig, ein Proletarierfind, werden ersucht, an der morgen Mittwoch, Abends 8 Uhr, ganz Berlin giltiges Miethsvertrags- Formular festzustellen, abgelehnt erlernte Thiele die Schriftfeßerei, trat 1858 in den damals demo- stattfindenden Flugblatt- Berbreitung regen Antheil zu und zwar mit der Begründung, daß es nicht gerathen erscheine, mit tratischen Turnverein, wurde 1864 Mitglied des Allgemeinen deutschen nehmen. Die Verbreitung findet von folgenden Lokalen aus statt: dem Miether- Vereine in Verbindung zu treten, da der Syndikus Arbeitervereins, betheiligte sich am großen Buchdruckerstreit des Johann Pfarr, Putligstr. 10. Schulz, Schwarzkopffstr. 11. desselben noch ganz fürzlich in einer Vereinsversammlung einen VorJahres 1865, gründete 1867 eine kleine Buchdruckerei und übernahm Franz Gleinert, Müllerstr. 7a. Bachgänger, Swine- trag gehalten habe, worin er in einer den Hausbesik verlegenden den Druck und Verlag des„ Demokratischen Wochenblatts", aus dem münderstr. 96. Rosin, Schönholzer- und Ruppinerstraßen- Ede. Weise vom Miethswucher und von wucherischen Hausbefizern allder„ Voltsstaat" hervorging, welchen er druckte, bis die Genossenschafts- Hoppe, Aderstr. 145. Hermann, Putbuserstr. 45. Bringemein gesprochen habe. Bevor die skandalösen Bestimmungen in buchdruckerei gegründet wurde. Durch Herausgabe einer Gärtnerzeitung mann, Prinzen- Allee 21. Schönfeld, Fehrbellinerstr. 9, Ede ben Berliner Miethskontrakten nicht durch das Gesetz unmöglich gegelangte er zu Wohlstand, blieb aber der Partei bis zu feinem Ende tréu. Ehristinenstraße. Die Vertrauensmänner. macht worden sind, wird auch kaum zu erwarten sein, daß selbst die** Mehrmals jezte er sich im Dienste der Partei großen Gefahren aus. unerträglichsten Bedrückungen ein Ende nehmen. und unter dem Sozialistengesetz hat er voll seine Schuldigkeit gethan, so daß er auf die Liste der Auszuweisenden kam. Von 1890 Doppelgespräche von 6 Minuten Dauer find von jetzt ab auch bis 1894 brudte er den„ Wähler", den Vorgänger der„ Leipziger haben in Betriebsjahre 1. April 1897 bis 31. März 1898 im Fernsprech- Verkehr mit den Niederlanden zulässig. Boltszeitung". Kein Redner, war Thiele im Stillen um so thätiger, 2645 982 M. eingenommen, 2487 184 27. ausgegeben und einen weit thätiger, als die meisten Genossen ahnen. Mancher, bent er ueberschuß von 158 798 M. gehabt. Im Vorjahre, 1. April 1896 Berl. Tagebl." meldet, gestern Morgen nach langem Leiden gestorben. Der bekannte Journalist Dr. Emil Schiff ist, wie das geholfen, wird seinen Tod schwer empfinden. Thiele's Leben ist, bis 31. März 1897, betrug die Einnahme 2 636 774 M., die Ausgabe" Berl. Tagebl." meldet, gestern Morgen nach langem Leiden gestorben. wie man fieht, ein Stück der Leipziger Parteigeschichte. Ehre seinem 2486 644 W. und der Ueberschuß 150 130 M. Den wichtigsten Theil Herr Schiff war der hiesige Korrespondent der Wiener Neuen der Einnahmen bilden die Standgelder. Sie beliefen sich im Freien Preſſe". lezten Jahre auf 1975 834 M., im Vorjahre auf 1 966 613 M. Für Die Strafgefangene Wittwe Stefansti, die am Freitag Abend das letzte Jahr ergiebt sich also ein Mehr von 9221 M. Das Mehr aus der Charitee entwichen war, ist bereits wieder ergriffen worden. Andenken! Die städtischen Markthallen Die entsprungene Diebin fand in der Sorauerstraße einen Unter- trag bringen: Chor aus dem deutschen Requiem von Brahms, und| Thätlichkeiten tam, setzte der Bruder der Wirthin die Streitenden schlupf, gerieth aber dort mit anderen Weibern in Streit und Chor aus Mendelssohn's Paulus. Die Gedenkrede hält Pfarrer vor die Thür. Draußen fielen die Gebrüder Wendt, die schon vorwurde infolge dessen verrathen. Ein Kriminalschutzmann nahm Ziegler auch Königsberg. Emanuel Reicher wird eine zu diesem her ihre Messer gezeigt hatten, sofort über Borchardt her. Dieser fie fest und brachte sie mit einem Krankenwagen nach der Charitee. Zwed verfaßte Dichtung von Wilhelm v. Polenz vortragen. Die erhielt u. A. einen acht Zentimeter langen Schnitt in den linken Von hier wurde sie der Strafanstalt in der Barninstraße zu- Theilnahme an dieser Feier steht jedem frei. Oberarm, der ihm eine Sehne durchschlug, so daß der Arm wahrgeführt. Außerdem veranstaltet die Egidh Vereinigung am scheinlich verkrüppeln wird. Der Arbeiter Woyda, am Lüzow 16, jaal des Rathhauses für die Freunde M. v. Egidy's eine mit ihm geschehen sei, als auch er schon das Messer im Ärme fühlte.. Sonnabend, den 28. d. Mts., Abends 9 Uhr, im Bürger- der zufällig des Weges tam, hatte den Verlegten kaum gefragt, was besondere Vorfeier mur gegen Karten.'s Die Wütheriche, die ihm dann noch einige Schläge in das Gesicht Für den Verkehr mit Kuhmilch im Stadtkreise Char Tottenburg ist von der dortigen Polizeidirektion eine Verordnung Fahr und Fachschule. Die Gewerbedeputation des Magistrats hat jetzt an die Interessenten, insbesondere die großen Vereinigungen Des Fuhrgewerbes, Großunternehmer 2c., ein Rundschreiben richten laffen, in welchem auf die Bedeutung der hier zu errichtenden Fahrs. Der Verein von Freunden der Treptow- Sternwarte" hält heute verjeten, entkamen vorläufig. Die Verlegten mußten sich auf der und Fachschule hingewiesen wird. Wenn auch der Magistrat bereit Dienstag," Abends 8 Uhr, feinen 12. Beobachtungsabend ab. Direttor Unfallstation und bei dem Heilgehilfen Schulz in der Rosinenstraße sei, einen Theil der beträchtlichen Kosten zu übernehmen, so müsse. S. Archenhold und Bildhauer E. Lehr werden über ein gemeinsam ge- verbinden lassen und befinden sich jetzt zu Hause in ärztlicher Bedoch, angesichts der großen Vortheile, welche das Unternehmen den schaffenes neues Anschauungsmittel auf dem Gebiete der Mondfunde, über Handlung. Interessenten gewähren werde, auf deren thatkräftige Unterſtügung fleineren Fernrohren beobachtet, während das Riesenfernrohr auf den Mars plastische Mondmedaillons sprechen. Die dargestellte Mondgegend wird mit gerechnet werden. Um nun einen Ueberblick über die Finanziirung gerichtet bleibt. des Unternehmens zu gewinnen, ersucht die Deputation die Inter- Orgelkonzert. Den Dienerschen Orgelvortrag in der Marienkirche erlassen worden, welche mit der des Berliner Polizeipräsidiums übereffenten um die Mittheilung, ob dieselben die Gewährung von Zu- am Mittwoch ätittag 12 Uhr unterfügen: gul, pebwig Schiefer, grl. Anna cinstinumt. schüssen in Aussicht stellen wollten und zwar, zusagenden Falles, in Bromberg, Herr Franz Schmidt und Herr Bault Heuer. Herr Dienet spielt welcher Höhe und auf wie lange Zeit. Nach vorläufigem Ueber die 11. Sonate von Rheinberger. Der Eintritt ist frei. Aus Rigdorf. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich schlag dürften die Kosten, für Einrichtung des Instituts etwa 16- bis Montag Vormittag gegen 11 Uhr in der Reuterstraße zu Nigdorf. 17 000 M. betragen. Die Stadtgemeinde würde voraussichtlich ein führung von Shakespeare's" Othello" mit folgender Besetzung der Haupt- dem Aufwinden von Balten beschäftigt. Hierbei erhielt der die Theater. Im Schiller Theater findet heute die erste Auf- Drei Zimmergesellen waren auf dem Neubau Reuterstr. 64/65 mit geeignetes Grundstück unentgeltlich hergeben und die erforderlichen rollen statt: Herzog von Benedig: Mar Laurence, Brabantio: Mar Batega, Wiude bedienende 29jährige Zimmermann Heinrich Kurz durch Gebäude auf ihre Kosten ausführen lassen. Gratiano: Walter Bollin, Lodovico: Georg Paeschte, Othello: Ferdinand die zurückschlagende Kurbel einen so heftigen Stoß, daß er rücklings Ein verheerendes Fener wüthete Sonntag Nachmittag in der Gregori, Caffio: Ewald Bach, Jago: Willy Groböse resp. Mar Behrendt, von dem Bau auf die Straße herabstürzte. Außer einem SchädelReichenbergerstraße. Die Kottbuser Ufer 44 befindliche Kistenfabrik Rodrigo: Auguſt Weigert, Montano: Gustav Olmar, Desdemona: Alwine Wische, Emilia: Helene Rosner. von Erdmann stößt mit den Hintergebäuden an die Grundstücke 34 modernen Festspiele"( Aristophanes) findet Sonntag, 29. Januar, litten, sodaß er auf der Stelle starb. Ein hinzugerufener Arzt konnte Die erste Matinee der Historischbruch hatte der Unglückliche noch andere schwere Verlegungen er= bis 36 in der Reichenbergerstraße. In einem großen mit leeren Mittags 12 Uhr, statt. Der Vorverkauf für die einzelnen Borstellungen, an nur den bereits eingetretenen Tod konstatiren. Die Leiche wurde Kisten bejezten Schuppen war mun furz nach 3 Uhr das Feuer zum der Kaffe des Neuen Theaters", hat bereits begonnen. Me. Yvette nach der Rigdorfer Leichenhalle gebracht. Der Verunglückte ist verAusbruch gekommen, das sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. Guilbert hat in den letzten zwei Tagen in Berlin geweilt und das heirathet, seine Familie wohnt jedoch außerhalb. Der Brandherd war nur durch einen wenige Schritte breiten Hof Repertoir ihres zu Beginn des Monats Februar stattfindenden Gastspieles yom Luisen- Theater getrennt, in dem bereits die Nachmittags: selbst ausgewählte Volkslieder aus dem achtzehnten Jahrhundert vortragen. Hauptstr. Nr. 9. zu Schöneberg schwer verlegt. Tiegs war mit im Apollo Theater endgiltig festgestellt. Me. Guilbert wird von ihr Durch Messerstiche wurde der Schloffer Erich Tiegs aus der Auf dem benachbarten Grundstück Nr. 35 befindet sich die Lackfabrik Feuerbericht. Am Sonntag hatte die Feuerwehr zehn zwei Brüdern und dem Bräutigam seiner Schwester bis 21/2 Uhr von Heyde und daneben Nr. 36 die Asphalt und Dachpappenfabrit Alarmirungen zu verzeichnen. Der große Brand in der Neichen Nachts in einer Schankwirthschaft gewesen. Auf dem Heimwege von Ph. Vender. Beide Etablissements bergen eine Fülle leicht berger- Straße, über den an anderer Stelle berichtet wird, beschäftigte wollte die Gesellschaft noch eine wirthschaft in der Helmstraße bebrennbarer Stoffe, so daß hier die Vorbedingungen zum„ Großfeuer" mehrere Löschzüge noch bis in die späte Nacht hinein. Wegen eines suchen. Vor deren Thür kam es zwischen T. und einem Manne zu gegeben waren. Das Feuer hatte durch eine Lufe Eingang gefunden Fußbodenbrandes erfolgte Alarm nach Dieffenbachstraße 33. einem Streit. Als T. feinem Gegner einen Stoß versezte, zog in den massiven Pferdestall der Zackfabrik von Heyde. Mit größter Hier erlitt auch das Haus erheblichen Schaden. Franzstraße 6 dicser sein Messer und stieß es dem T. dicht unter den Arnien erst Mühe gelang es, die Thiere zu befreien, die zum Theil erhebliche hatte die Einrichtung einer Badestube Feuer gefangen. Nachmittags links und dann rechts in die Brust. Der Verlegte brach lautlos zuBrandwunden davontrugen. Der Feuerwehr gelang es, die Lack- wurde die Wehr nach Friedrichstraße 14 gerufen, wo in fannien. Er mußte in ein Krankenhaus übergeführt werden; der fabrik zu halten, es wäre sonst bei der Fülle der dort vorhandenen einer Bäckerei ein größerer Posten Brennholz in Flammen Thäter enttam. feuergefährlichen Stoffe die Größe der Gefahr nicht abzusehen ge- aufging. Es mußte längere Zeit Wasser gegeben werden. Vor den Augen seiner Braut suchte sich am Sonntag der wesen. Die Flammen waren jedoch übergesprungen nach der Gräfestraße 5 wurden Möbel und Wäsche eingeäschert. 26 Jahre alte Lehrer Emil Kienast in Pankow durch einen Asphalt- und Dachpappenfabrik von Vender und vernichteten hier Ein Schaufensterbrand rief die Wehr nach Müllerstraße 3a, Revolverschuß in den Kopf zu tödten. Er wurde von seiner Wohnung das Waarenlager. Auch der Pferdestall war sofort von ihnen erfaßt während Ackerstraße 124 und Steinmeßstraße 57 kleinere in der Gottschaltstraße in ein Krankenhaus gebracht. Ein Zwist foй und auch hier fomiten die Thiere nur mit genauer Noth gerettet Zimmerbrände zu beseitigen waren. die Ursache zu dem Selbstmordversuch gewesen sein. werden. Die in Brand gerathenen getheerten Pappmassen erzeugten T einen dicken Rauch, der die Reichenbergerstraße in tiefes Dunkeloit hüllte. Der Straßenbahn- Berkehr ruhte daher auch längere Zeit. Gegen 5 Uhr konnte die Gefahr als beseitigt betrachtet werden, da " Aus den Nachbarorten. Die Zerstörung von Telegraphen oder Telephonleitungen in gewinnsüchtiger Absicht greift in der Umgegend von Berlin immer mehr um sich. Kürzlich ist am Spandauer Schifffahrtskanal auf einer es der Wehr auch gelungen war, das Asphaltlager der Firma Arbeitervereins findet heute Abend 1/29 Uhr bei Settekorn statt. Nieder- Schönhausen. Der Lese- Abend des sozialdemokratischen längeren Strecke der Broncedraht der Fernsprechleitung BerlinBender zu schützen. Hamburg zerstört und dabei mehr als ein Zentner Draht gestohlen Der Vorstand. worden. Ein Mordversuch. In dem Hause Streligerstr. 7 versuchte am Sonntag Vormittag der Kellner Max Hasse seine Geliebte, die werden auf die am Mittwoch Abend 7 Uhr von Störr, Wühlen- Köpenid erhalten. Auf die Schaffung derselben drängen nicht Die Parteigenossen von Pankow- Nieder- Schönhausen Kanalisation und Wasserleitung soll jezt auch die Stadt Arbeiterin Ernestine Biegesch, zu erdrosseln, wurde aber daran durchstraße 27 aus, erfolgende Flugblatt- Berbreitung auf mir die dortigen allgemeinen Verhältnisse der Stadt hin, sondern Hausbewohner und einen Schußmann verhindert und festgenommen, mertsam gemacht und um rege Betheiligung ersucht. cs ist auch durch die Regierungs- Polizeiverordnung vom März 1897, nachdem er ſein Opfer bereits ſchwer verletzt hatte. Haſſe hatte ersucht.eng mit der Biegesch seit einem Jahre ein Verhältniß. Da in der Vertrauensmann. nach welcher Fätalien mit Ausnahme thierischen Düngers nicht mehr legten Zeit weder Stellung noch Wohnung hatte, so hielt er sich ständig bei ihr auf. Das Verhältniß erfaltete allmälig, da Hasse meister- Straße 5, die zweite Monats versammlung des dem aber ist der Köpenicker Magistrat vom Regierungs- Präsidenten Spandan. Heute Abend, 8½½ Uhr, findet( bei Radtke, Neu- auf die Felder u. 1. 1. gebracht werden dürfen, besonders die Kanalisationsanlage ein dringendes Erforderniß geworden. Außerdes Mädchen oft mißhandelte. Am Sonntag erschien Haffe an der Sozialdemokratischen Arbeitervereins statt. Neichstags- Abgeordneter theils durch den Wasserbaufistus, Thür und begehrte unter der Vorspiegelung, daß er seinen Stoffer Baudert Apolda spricht über das Thema„ Schutzzoll oder Frei- des Landraths aufgefordert worden, geeignete Maßnahmen zu holen wollte, Einlaß. - Frei- theils durch den Wasserbaufistus, theils durch Vermittelung Der früheren Mißhandlungen eingedent, handel?" Bahlreicher Besuch der Versammlung wird beſtimmt er treffen, um die Verunreinigung der Flußläufe durch hineingeleitete weigerte sich die Biegesch ihm zu öffnen. Haffe ging nun zu einem wartet. Neue Mitglieder werden in der Versammlung auf- Tageswässer zu verhüten, was ebenfalls nur durch die Herstellung Schlosser und redete ihm vor, daß seine Frau sich weigere, ihn in genommen. seine eigene Wohnung einzulassen. Der Schlosser erfundigte sich einer unterirdischen Kanalisation mit Kläranlagen oder Rieselfeldern nicht erst weiter, schloß ihm die Thür auf und entfernte fich gleich wenn es sich um die Bekämpfung der Sozialdemokratie handelt, vor gezeigt, die Kanalisationsverhandlungen, welche bereits im Jahre 1894 Charlottenburg. Die hiesigen bürgerlichen Parteien schreden, geschehen kann. Der Köpenider Magistrat hält es daher für anwieder, nachdem er seinen Lohn erhalten hatte. Hasse gelangte auf feiner noch so maßlosen Verleumdung und Beschimpfung zurück, und in der Schwebe waren, dann aber abgebrochen worden sind, jetzt diese Weise in das Zimmer. Er wurde verhaftet. in ihrer Preffe finden sie eifrige Helfershelfer. Bisweilen allerdings wieder aufzunehmen. Die Stadtverordneten- Versammlung hat demDrei schwere Unfälle werden vom gestrigen Nachmittag ge- scheint die bürgerliche Presse mit ihren Wuthausbrüchen gegen die gemäß in ihrer legten Sigung befchloffen, die Angelegenheit einer meldet. Der 26 Jahre alte Maschinentechniker Dionysius Schranz Arbeiterpartei nichts weiter zu verfolgen, als sich selbst bis auf die Kommission zur Vorprüfung zu überweisen, so daß ein definitiver verunglückte in Bankow bei dem Versuche, eine umfallende mechanische Knochen zu blamiren. So wollten gewisse Leute bekanntlich allzu- Beschluß über die Einrichtung der Kanalisation und Wasserleitung in Leiter aufzufangen. Die Spizen des Gestänges durchschlugen ihm gern den fürzlich zu acht Jahren Zuchthaus verurtheilten Span- furzer Zeit zu erwarten ist. beide Hände und verlegten Sehnen und Ädern. Auch innerlich daner Brandstifter Engel der Sozialdemokratie wurde der Bedauernswerthe so schwer verlegt, daß er bereits im an die Rockschöße hängen. Aber sehr bald stellte es sich in ihrer ersten Sigung im neuen Jahre am 18. d. M. eine Aenderung Die Stadtverordneten- Versammlung von Beeskow beschloß Sterben lag, als er in ein Berliner Krankenhaus gebracht wurde. heraus, daß Engel nicht Sozialdemokrat ist und daß er gerade zu in dem Markt- und Stättegeld- Tarif. Vor dem Hause Chausseestraße 30 versuchte der 45 Jahre alte den Arbeitswilligen" gehört dieser Fall eignete sich also Heerde Schweine bis zu 25 Stück 20 Pf. zu zahlen waren, sollen Während bisher für eine Arbeiter Oskar Pritschow aus der Müllerstr. 115 während der Fahrt nicht recht als Beweis für die Schändlichkeit und Gefährlich fortan pro Schwein 5 Bf. entrichtet werden. Nach dem Magistratsauf einen Pferdebahnwagen zu springen, tam zu Falle und gerieth feit der sozialdemokratischen sozialdemokratischen Bestrebungen. Trotzdem ver- antrage wurde beschlossen, sämmtliche Schlammfänger der unterunter das Vorderrad, das ihm eine Kniescheibe zerschmetterte. Der sucht die Charlottenburger Bürgerzeitung", der die irdischen Straßenröhrenleitung in diesem Frühjahre mit Einlaufbecken Berunglückte, der verheirathet ist, wurde mit einer Droschte in ein Nichtzugehörigkeit des Brandstifters zur Sozialdemokratie höchst zu versehen. Die Versammlung nahm weiterhin Stenntniß von der Krankenhaus gebracht. Beim Spielen mit einem geladenen peinlich ist, diesen als Sozialdemokraten zu kennzeichnen, indem sie eingetroffenen Genehmigung des Bezirksausschusses zur Hergabe des Revolver kam der 14 Jahre alte Schüler Johannes Miller, der in dem Prozeßbericht gegen Engel bemerkt, der Angeklagte habe ge- Grundstücks für das Kreishaus, für welches der Stadt 500 W. als Sohn der Frau Wittwe Dr. Müller aus der Schumannstr. 17, schwer standen, daß er bei der legten Reichstagswahl sozial Entschädigung zu zahlen sind. zu Schaden. Ein Schuß ging los, und die Kugel drang dem Knaben demokratisch gewählt habe. Bei dieser in gesperrtem Druck wurden für seine in der Stadt zu veranstaltende Ausstellung 500 M. Dem Landwirthschaftlichen Verein in den Unterleib. Der Verlegte liegt im Krankenhause schwer wiedergegebenen Mittheilung rechnet das konservative Blatt natürlich als Beihilfe bewilligt. Der Antrag des Magistrats, zum Schuße gegen auf die fromme Einfalt ihrer Lefer, die nicht daran denken, daß bei Feuersgefahr im Rathhause eine Wasserleitung einzurichten, wurde Die Kriminalpolizei hat den Dieb, der mittels Einbruchs überhaupt noch kein Wahlrecht befizen. Man weiß wirklich nicht. Spandan. Ein erschütternder Vorfall hat sich im Rathhause uns in Deutschland 19jährige Arbeiter- denn so alt ist Engel der Baukommission überwiesen. menj Friedrichstr. 154 im Herrengarderoben- Geschäft von Hirsch Geld und wen man mehr bemitleiden soll, die Redaktion, die sich so schmutziger Werthpapiere in Höhe von 13 000 2. stahl, ermittelt und fest- Waffen bedient, oder die Leser, die derartiges auf Tren und zu Spandau zugetragen. Es fand dort eine Sigung der städtischen Es ist dies der vielfach vorbestrafte wohnungslose Glauben hinnehmen und in öffentlichen Versammlungen oder am wegen Zementrohrlieferung verhandelt, die nicht nach Wunsch ausSchneider Hermann Bendig. Derfelbe wurde noch im Besiß der Biertisch durch das Weitertragen solcher Mittheilung sich lächerlich gefallen sei. Der Lieferant, Fabrikbefizer Hüser aus Bonn, war zu Kanalisations- Kommission statt, und u. A. wurde über Differenzen neun Hundertmarkscheine und eines großen Theils der gestohlenen machen. Papiere betroffen, die dem Geschädigten sofort ausgehändigt wurden. Die Bewilligung von 15 000 m. von Seiten der Aeltesten bejahrter, aber noch sehr rüstiger Mann, eben das Wort zu einer den Verhandlungen hinzugezogen worden. Als dieser, ein schon hoch der Kaufmannschaft in Berlin als jährliche Beistener zur Ge- Erwiderung genommen hatte, wurde er vom Schlage getroffen und Beim Spielen ist gestern Nachmittag der 10 Jahre alte Sohn fammtsumme für den Betrieb des Mittelland- kanals hat verstarb auf der Stelle. Die Sigung wurde sofort abgebrochen und Willy des Laternenanzünders Koch aus der Ackerstr. 2 ertrunken. den zur Vorberathung der Angelegenheit eingesetzten Ausschuß der der Todte zunächst nach dem Krankenhause geschafft. Der Knabe sollte mit seinem 13 jährigen Bruder Karl den Zirkus Stadtverordneten- Versammlung von Charlottenburg veran Busch besuchen. Während Karl die Eintrittskarten löfte, spielte Willy laßt zu beschließen, den Magistrat von Berlin aufzufordern, mit anderen Knaben an der Ueberfahrtsgasse auf dem Spree- Ulfer. eine Vertheilung der 15 000 m. auf die Theilnehmer an dem Plöglich stürzte der kleine Koch in das Wasser hinab und ging als- Garantievertrag in Erwägung zu ziehen. Gleichzeitig hat der Ausbald unter. Alle Rettungsversuche blieben erfolglos. schuß bei der Stadtverordneten- Bersammlung soeben beantragt, den Auf eine Bergiftung durch den Genuß verdorbenen Fleisches Auf eine Vergiftung durch den Genuß verdorbenen Fleisches Berliner Magistrat ferner aufzufordern, bei den zuständigen Behörden ift der Tod des 23 Jahre alten Kutschers Leschte zurückzuführen. Der auf die Beseitigung der durch die Spandauer Eisenbahnbrüden ist der Tod des 23 Jahre alten Kutschers Leschke zurückzuführen. Der hervorgerufenen Schifffahrtshemmnisse hinzuwirken, damit eine un- 1 junge Mann flagte, nachdem er am Freitag Abend ein Eisbein ge- gehinderte Durchführung der für den Mittelland- Kanal zulässigen geffen hatte, schon in der Nacht zum Sonnabend über Unwohlsein. Im Laufe des Sonnabends nahm er nichts mehr zu sich. Abends Fahrzeuge ermöglicht wird. legte er sich frühzeitig zu Bett. Erst um 3 Uhr Morgens wurde von der Unfallstation XIII ein Arzt geholt, nachdem der Kranke bis lottenburg hat der Ausschuß zur Vorberathung der Angelegenheit Wegen Einbehaltung des Dienstbuches forderte das Dienstdahin allerhand Hausmittel genommen hatte. Jegt war es aber zu beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung zu empfehlen, mit spät. Der Arzt erkannte sofort alle Zeichen einer Vergiftung, die Rücksicht auf die Umwandlung der Hochbahn in eine Untergrundbahn Wirkungen des Giftes waren aber schon so start, daß Gegenmittel in die Fortsetzung derselben bis zum Wilhelmplak von der Forde nicht mehr halfen. Wo Leschte das Eisbein gegessen hat, will Nie- rung eines Antheils an dem Reinertrag des Unter mand wissen. darnieder. genommen. Komplicen scheint Bendizz nicht gehabt zu haben. Verzweiflungsthat einer Mutter. Am Kottbuser Ufer stürzte Verzweiflungsthat einer Mutter. Am Kottbuser Ufer stürzte sich vorgestern Nachmittag die Arbeiterfrau Wilhelmine S. mit ihrer fieben Jahre alten Tochter, die sich lebhabt sträubte, in den Landwehrkanal. Beide wurden jedoch mit Hilfe des Rettungsfahnes aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhause am Urban gebracht. In der Frage der elektrischen Untergrundbahn in Char torischen Fleischschau ist, zeigt wiederum das Ergebniß der Friedrichshagen. Wie nöthig die Einführung einer obligalegtjährigen Fleischschau in Friedrichshagen an der Oberspree. Es wurden bei den Untersuchungen als nicht genußfähig befunden: wurden bei den Untersuchungen als nicht genußfähig befunden: Rinder und 3 Schweine wegen Tuberkulose, 8 Schweine ivegen othlaufs, Magerkeit 2c., 2 verdorbene Rinderviertel, 1 Schafkopf, Schaflunge, 33 Schaflebern, 6 Schweinelebern, 24 Schweinelungen. Soziale Rechtspflege. mädchen S. von dem Restaurateur Würst eine Entschädigung. Sie machte vor der Kammer VI des Gewerbegerichts geltend, daß sie keine neue Stellung bekommen habe, weil sie das Dienstbuch nicht habe vorweisen können. Gewerberichter Krause belehrte die nehmens abzusehen. Der Magistrat soll jedoch ersucht Klägerin, daß Dienstmädchen in Restaurationsbetrieben zu den werden, bei fünftigen derartigen Gestaltungen die Zusicherung Gewerbegehilfinnen gehörten und als solche ein Dienstbuch nicht eines Antheils des Reingewinnes des Gesammtunternehmens brauchten. Wenn die Klägerin jedoch eine Stellung nicht erhalten auszubedingen. Die Abgaben der Gesellschaft für Hoch- und Unter- habe, weil die Herrschaften Werth darauf legten, die Zeugnisse utheil an der Brutto- Einnahme des Gesammtneßes der Bahn. vielleicht mit einem Entschädigungsanspruch durchdringen. Dafür grundbahnen beschränken sich demnach in Charlottenburg auf einen in dem Dienstbuche zu sehen, dann könne die Klägerin Der Ausschuß hat ferner beschlossen, für den Fall, daß die Er- fei aber nicht das Gewerbegericht au ständig, weiterung der Fluchtlinien von den zuständigen Behörden abgelehnt das ordentliche Gericht. Fräulein S. zog darauf ihre klage beim Auf böswillige Brandstiftung ist ein Feuer zurückzuführen, wird, oder daß außerhalb des bebauungsplanmäßigen Straßen Gewerbegericht zurück, um sich an das Amtsgericht zu wenden. das Sonntag Nacht weißenburgerstraße 2 in dem Laben geländes Grund und Boden für die Zwecke der Bahn erforderlich der Belzwaaren- Fabrit von G. Trinczet zum Ausbruch fam. fein sollte, der Gesellschaft die Verpflichtung aufzuerlegen, dieses Der Laden brannte aus, doch konnte von der Wehr noch mit Sicher- Gelände auf ihre Kosten zu erwerben. Ein Ausschuß von fünf Mit heit festgestellt werden, daß mehrere Feuerherde vorhanden waren, gliedern des Magistrats wie der Stadtverordneten- Bersammlung soll die auf Brandstiftung hindeuteten. Der Ladenbefizer wurde denn unter Aufhebung des Vertrages vom Jahre 1895 einen einheitlichen Vertrag für die gesammte Bahn abschließen. auch verhaftet. sondern Singspielhalle„ Deutscher Reichsadler", Restaurateur Neander, hatte Die Kritik des deutschen Reichsadlers. Der Inhaber der den Hausdiener und Portier W. plöglich entlassen, weil dieser vor dem Lokal keine Zettel vertheilen wollte. Der Portier verklagte den Restaurateur darauf beim Gewerbegericht und verlangte eine Lohndem Lokal keine Zettel vertheilen wollte. Der Portier verklagte den entschädigung. Hiergegen machte der Beklagte geltend, daß der Kläger sein Lokal" schlecht gemacht". Ein Zeuge bekundete denn Die Gedächtnißfeier für M. v. Egidy, zu deren Ver- Eine schwere Messerstecherei gab es in der Nacht zum Sonnanstaltung Männer und Frauen der verschiedensten Kreise und tag in Charlottenburg. Der Arbeiter Hermann Borchardt auch, daß der Portier ihm gesagt habe, in dem Lokal sei nichts los Richtungen zusammen getreten sind, findet, wie bereits angekündigt, gerieth in dem Hause Rosinenstraße 12, in dem er wohnt, in einer und der Wirth wäre ein ungemüthlicher Mann. Der Wirth wurde am Sonntag, den 29. d. M., Mittags 12 Uhr, im Konzerthaus, Schantwirthschaft mit weiblicher Bedienung mit den Arbeitern von der Kammer VI mit folgender Begründung verurtheilt: Leipzigerstr. 48, statt. Der Stern'sche Gesangverein wird zum Vor- Gebrüdern Wendt, am Lügow Nr. 15, in Streit. Bevor es zu Es sei nicht erwiesen, daß der Kläger beim Engagement verpflichtet orde tuovbcn sei, auf der Strahe Zettel zu vertheilen. Letzteres gehöre aber an und für sich nicht zu den Obliegenheiten eines Hausdieners und Portiers, es liege somit keine unberechtigte Arbeitsverweigerung vor. Auch sei es kein gesetzlicher Gnind zur sofortigen Entlassung, wenn der Kläger auf der Strasie einem Manne sage, im„Deutschen Reichs- adler" sei nichts los. Allerdings sei das Gericht der Meinung, daß dieses Vergehen gegen die Interessen des Arbeitgebers eigentlich nur durch die sofortige Entlassung geahndet werden könne; maßgebend Ware indessen das Gesetz, und darin fehle eine hier anwendbare Be- stlmmung. Jedenfalls liege einer der Entlassungsgriinde des§ 123 der Gewerbe-Ordnung nicht vor. Mit der bisherigen Praxis des GcwerbcgerichtS hat die Kammer v unter dein Vorsitz des Gewerberichters Tcchow gebrochen. Bisher hatte das Gelverbegericht allgemein angenommen daß der Arbeitstag im Einklang mit dem Landrecht als Einheit zu behandeln sei. Demgemäß wurde Arbeitern, die im Laufe des Tages ent- lagen worden sind, der volle Lohn für den Entlassungstag auch dann zugebilligt, wenn die Kündigung ausgeschlossen"war. Die Kamnler v hat nun diesen Standpunkt„als unpraktisch und für beide Parteien nicht förderlich" aufgegeben. Die Nufallrente darf, einem Entscheide des Neichs-Versiche- ruiigsamtes zufolge, auch jemand nicht entzogen werden, der später wegen eines Vergehens oder Verbrechens ins Gefängniß oder ins Zuchthaus gekommen ist. Es charaktcrisirt den in den Berufsgenossenschasteu herrschenden engherzigen Geist, daß dieser vernünftige Entscheid erst von der höchsten'Jlistanz gefällt werden mußte. Gevictzks"Bcif wtfl« Wie„Streikprozcfse" entstehen. Während des vorjährigen Banarbeitcrausstandes in Spandau begegnete der Zimmerer Weiß eines Tages einen neu zugereisten Maurer aus Hörne i. Wests., der von dem Buchhalter Stempfler von der in Arbeiterkreisen nur zu gut bekannten Firma Gebr. P e i n e ck e nach einem Logis be- gleitet wurde. Da Weiß ganz richtig vermuthete, daß der betr. Maurer den arbeiterfeindlichen Bestrebungen der Unternehmerfirma dienstbar gemacht werden sollte, sprach er den Maurer mit den Worten an:„S i n d D i r d e n n d i'e h i e s i!g e n B e r h ä lt n i s s e bekannt gegeben worden?" Der übereifrige Buch- Halter glaubte jedenfalls, daß Weiß durch diese in be- rechtigter Ausübung seines Koalitionsrechtcs gethane recht harmlose Aeußerung ein Vergehen begangen hatte, auf das nach dem Plane der Regierung Zuchthausstrafe stehe, er ließ de» Namen des Zimmerers feststellen, und nun wurde natürlich gegen denselben auch Anklage wegen„Bedrohung" erhoben. Der Amts- auwalt beantragte im Termine am 20. d. M. gegen den Angeklagten in der That zwei Wochen Gefängniß! Das Schvfscngericht Spandau konnte sich aber denn doch nicht die Ansicht des ßlmts- anwnlt über den Begriff„Streikvergchen" zu eigen machen und er- kannte auf Freisprechung. Wer entschädigt den Zimmerer Weiß nun lvegen der ihm ohne gesetzlichen Grund verursachten Un- annehmlichkeiten? Ein skaudlvser Fall von Tchnlkinder-Mißhandlung durch einen Lehrer lunrdc vor dein Landgericht zu Bautzen verhandelt. Der Kirchschnllehrer und Kantor S u s ch k e ans Klein-Bautzcn war wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Durch 40 Zeugen wurde erwiesen, daß dieser ergraute„Jugendbildner" jahrelang die ihm anvertrauten Schulkinder in unglaublich barbarischer Weise mißhandelt hat. Er schlug die Kinder mit starken Stöcken auf 5topf und Rücken, so daß starke Striemen und Beulen entstanden. Ein Knabe bekam 20 so starke Schläge hintereinander auf die Hand, welche nach einer dadurch hervorgerufenen Knochen- Hantentzündung d a u e r n d verkrüppelte. Die Mädchen wurden vornehmlich auf die Waden geschlagen, bis diese ganz mit Schwielen bedeckt waren. Der Unmensch hatte sich für seine Ziohheit förmliche Systeme zurecht gemacht. So mußten die Kinder zur Strafe �stundenlang mit eng angezogenen Beinen auf einer scharfen Pult- kante sitzen. Ferner zog er unter den Nasen der Kinder Bindfaden von einer Wand des Zimmers zur andern, um ihnen das„Still- sitzen" beizubringen. Eine ganze Reihe solcher Einzelfälle wurden festgestellt; wegen mehrerer besonders schwerer Delikte konnte aber keine Anklage erhoben werden, weil Verjährung vorlag. Der Prügelpädagoge wurde zu sechs Monaten Gefängniß vcr- urtheilt. Die lange Untersuchungshaft rechnete man ihm voll an. AuS Halle a. S. wird uns berichtet: Mit der vorläufigen Schließung der hiesigen Filiale des Verbandes der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands hat die Polizei gründlich Fiasko gemacht. Wir haben seiner Zeit darüber berichtet, als das königliche Landgericht die Schließung jenes Vereins auf Grund der„Ermittelungen" der Polizei bestätigte und dabei zum Ausdruck brachte, daß ein die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdender sozialdemokratischer Miß- brauch des Versammlungs- und Vereinigungsrechtes vorliegen sollte. Der Vorstand sollte sich nämlich gegen den bekannten§ 8 des Vereinsgesetzes vergangen haben, weshalb vor der Strafkammer des Landgerichts sechs Vorstandsmitglieder und Revisoren der Filiale unter Anklage standen. Es wurde nämlich behauptet, jener Verein sei ein politischer Verein, der Frauenspersonen als Mitglieder aufgenommen habe und mit einem politischen Verein (Gewerkschaftskartell) in Verbindung getreten sei. Durch die Ver- nehmung des Polizci-Jnspektors Sparig und mehrerer Wachtmeister konnte nicht das Geringste nachgewiesen werden, daß der Verein mit dem Kartell in Verbindung getreten war. Die Polizeibeamten hatten die„lleberzeugung". daß Politik getrieben worden sei, konnten aber nichts Thatsächliches beweisen. Der Staatsanwalt beantragte dennoch die Verurtheilung der Angeklagten und die Schließung des Vereins. Der Verthcidigcr Rechtsanwalt H e r z f e l d wies auf den Kriegcrbund hin, der hier in Halle in ganz nnvcrhülltcr Weise Politik getrieben habe und beantragte die Freisprechung der Angeklagten und Aufhebung des Polizeibeschlusses. Der Gerichtshof erkannte demgemäß. Straffreier Handel mit der Milch verseuchter Kühe. Das Kammergericht hat in seiner letzten Sitzung eine Polizeiverordnung insoloeit für ungiltig erklärt, als sie den Verkauf jeder Milch verbietet, die von an Maul- und Klauenseuchen erkrankten Kühen stammt. Zur Begründung führte der Präsident aus: Eine so weitgehende Vorschrift stehe mit dem Reichsgesetz zur Verhütung der Viehseuchen in Widerspruch. Die Staats- anwaltschast mache zwar geltend, daß die fragliche Polizei- Verordnung zum Schutze der Gefimdheit erlassen sei und deshalb ihre Stütze im§ 6 des Polizei- Verwaltungsgesetzes finde. Der Senat sei indessen der Meinung, daß das Rcichs-Vieh- seuchcngesctz denselben Gegenstand behandle, wie die Polizeiverord- nung. Dieses Reichsgesetz wolle nicht nur der Seuchengefahr begegnen. sondern bezwecke auch, die Menschen vor den Gefahren zu schützen, die sich aus dem Genuß der Milch von seuchcnkranken Thieren ergeben. Aus diesem Grunde dürfe eine Polizeiverordnung, die die Gesundheit schützen wolle, mit ihren Vorschriften nicht über die Bestimmungen des ReichSgesetzes zur Verhütung der Viehseuchen hinausgehen.— Der Angeklagte, der kurz nach dem Erlöschen der Seuche die Milch der trank gewesenen Kühe im abgekochten Zu stände verkauft hatte, wurde freigesprochen. Das Gericht hielt es für unerheblich, daß eine Desinfektion der von den Thieren benutzten Räume noch nicht erfolgt war. Die Beleidigungsklage, welche die Rittergutsbesitzer Major v. Tiedemann, Dr. H a n s e m a n n und Landes- ökonomierath Kenne mann gegen den Redakteur H o j n a ck i von der Posener Zeitung„Dziennil pozn." angestrengt haben, gelangte gestern vor der zweiten Instanz zur Verhandlung, da der Beklagte gegen das auf 75 M. lautende Urtheil der ersten Instanz Berufung eingelegt hatte. Kläger find Vorstandsmitglieder des„Vereins zur Förderung des Deutsch- thums in den Ostmarken". Ueber die Vereitelung des seiner Zeit geplant gewesenen polnischen Aerzte-KongresfeS hatte die genannte polnische Zeitung einen Artikel gebracht, in welchem er ans drei gleichlautenden Artikeln der f.Post", der „Deutsch. Ztg." und den„Leipz. N. Nachr." den Schluß zog, daß die Hetze gegen den Aerztekongreß eine künstliche gewesen sei, um den Aerztekongreß zu diskreditfren. Es wurde ausgesprochen, daß die Hetze, die als Fabrikat anzusehen sei, Zeugniß ablege von der „Perfidie", dem„Pharisäerthnm" und der Hinterlist der Meister und Schüler des H. K. Tismus. Diese Ausdrücke sah auch die zweite Instanz als beleidigend an und bestätigte daher das erste Erkenntniß mit der Maßgabe, daß die Publikation in polnischer wie in deutscher Sprache zu erfolgen sei. VerfAnnnlttn gen. Eine gut besuchte Generalversammlung deS deutschen Holzarbeiter Herbandes, Zahlstelle Berlin, tagte am Sonntag Vormittag im Feenpalast. Zu Beginn der Sitzung erhoben sich die Versammelten zu Ehren der im letzten Quartal verstorbenen Mit- glieder. Darauf gab Miele den Kassenbericht. Die Hauptkasse hat eingenommen 19 351,73 M., ausgegeben 20 764,83 M. Die Lokalkasse hat eingenommen 44 353,71 M., darunter einen übernommenen Bestand von 84 775,20 M.; ausgegeben hat sie 6242,89 M., darunter 2066,35 M. Streikrmterstützung und 969 M. für den Arbeitsnachweis und den Kassirer. Für das nächste Quartal bleiben 38110,82 M. Die Unterstützungskasse hat 400,40 M. eingenommen und 477 M. ausgegeben. M a t t h e s bemängelte, daß die Ausgaben der Gaukasse nicht extra aufgeführt wären. Eine direkte Abrechnung sei nöthig, weil die Zahlstelle Berlin mehr nimmt als giebt. Glocke erwiderte, daß die Abrechnung leichter sei, wenn alle Agitationskosten zusammen gebucht würden. Miele konnte Matthes gegenüber beweisen, daß "die Zahlstellen der Provinz nur 119 M. zur Agitation bei- gesteuert hatten, daß also Berlin auch die Agitation in der Provinz fast allein bezahlt habe. Bei dem Bericht über die Unterstützungskasse wurde beantragt, daß die Namen der Unterstützten nicht verlesen werden. Ein dahin- gehender Antrag wurde nach längerer Debatte abgelehnt. Der Vorsitzende Glocke berichtete dann, daß" im letzten Quartal 1 Generalversammlung und 12 Vorstandssitzungen stattgefunden haben. Acht Prozesse mußten beim Land- und Amtsgericht geführt werden. Mehrere Prozesse schweben noch. Die Bezirksleiter klagten allgemein über mangelhaften Besuch der Versammlungen. In Friedri'chsberg und Fricdrichsfelde konnten die angemeldeten Bezirksversammlungen wegen zu schlechten Be- suches nicht abgehalten werden. Ein Antrag Markmann, den Bericht der Bezirksleiter den Abrechnungen gedruckt beizufügen, wurde abgelehnt, da das dafür verwendete Geld besser für Agitation zu verwenden sei. M a a ß gab den Bericht der Wcrkstatt-Konttollkommission. Eine bettächtlichcAiizahl Sitzungen der Kontrollkommissionen wurden ab- gehalten, zu denen die Arbeiter von 320 Werkstcllen eingeladen waren. Beschäftigt waren in diesen Geschäften 3036 Gesellen, unter ihnen 1269 organisirt. Meist wurde das Ueberstundenlvesen und andere Differenzen erledigt. Von 775 Adressen, die von 623 Unter- nehmcru dem Arbeitsnachweis übermittelt worden waren, konnten 565 erledigt werden. 499 Kollegen kamen in Stellung. Hansen beschwerte sich, daß oft andere eingestellt würden als die, die nach der Reihenfolge berechtigt wären. M a a ß erklärte, daß Vormittags von 8 bis 10 und Nachmittags von 3 bis 4 Uhr die Ausgabe der Adressen stattfinde. Nur solche würden anderweitig vergeben, die von den vorher Eingetragenen nicht angcnoninicn worden seien. Matthes glaubte, darauf aufmerksam machen zu müssen, daß die Arbeitsvermittelung pro Mann eine Mark koste. Glocke wies nach, daß dies nicht der Fall sei, da der Arbeits- Vermittler außerdem hunderte von Differenzen zu erledigen habe und meist bis in die Nacht hinein arbeite. Bei dem Bericht über die Bibliothek wurde beantragt, die Zweig- bibliothekcn dem Zentralbureau zu überweisen. Nachdem Glocke angeführt, daß mau dem sehr verschiedenen Lescbedürfniß Rechnung tragen müsse und es am besten sei, die Bibliothek nach dem im nächsten Jahre zu beziehenden Geivcrkschaftshaus am Engelufer zu verlegen, wird der Antrag abgelehnt. Glocke machte bekannt, daß die Industriellen beantragt hätten, den Arbeitsnachweis gemeinschaftlich zu führen. Die Industriellen wollten die gesammten Kosten tragen, doch sollte eine Person zum Arbeitsvermittler gewählt werden, die nicht Arbeitgeber noch Arbeitnehmer ist, und zwar von den Industriellen und der gesammten Tischlerschaft. Dagegen hätte der Vorstand des Verbandes der Holzarbeiter verlangt, daß ein Arbeitgeber und ein Arbeitnehmer dazu bestellt werden und der Arbeitsnachweis bei einem Streik ruht. Das hätten die Industriellen nicht angenommen. Doch würde eine noch- malige Zusammenkunft stattfinden. Auf Antrag Matthes wurden die weiteren Schritte in dieser Angelegenheit der Orts- Verwaltung überlassen, die endgiltige Entscheidung aber einer außer- ordentlichen Generalversammlung. Ebenso wurde ein Anttag Fuchs angenommen, die Resultate der Verhandlungen schon vorher in Bezirksversammlungen mitzutheilen. Hierauf wurde Glocke wieder einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Ferner wurden gewählt: Nissen zum ersten Schriftführer, Miete zum Rendanten, Post und Koblenzer zu Revisoren, Wolf und König zu Beisitzern. S t u s ch e berichtete über die Thätigkcit des Gau- Vorstandes, der 8 Sitzungen und 42 öffentliche Versammlungen abgehalten hat. In der Provinz bestehen jetzt 42 Zahlstellen. Der Gauvorstand habe 2173,57 M. eingenommen und 1809,81 M. aus- gegeben, sodaß 363,76 M. Bestand bleiben. Der Gauvurstand wird mittels Stimmzettel gewählt. DaS Resultat der Wahl soll im „Vorwärts" bekannt gegeben werden. Glocke kam dann auf die Werkstattordming der Industriellen zu sprechen, die abgewiesen werden müsse, da sie unannehmbare Punkte enthalte. Meier aus Adlershof wies auf den Sttcik hin, der dort ausgebrochen sei. Bisher seien nur drei„Arbeitswillige" gefunden, von denen zlvei durch einen Gendarmen von und zur Bahn gebracht würden.(Gelächter.) Zu dem Gewerkschaftskongreß, der im Mai in Frankfurt am Main tagt, wurde G l o ck e als Delegirter gewählt und darauf die Versammlung geschlossen. >' Die Lohnbewegung der Krefelder Weber bildete die Tages- ordnuna einer öffentlichen Versammlung aller in der Textilindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, die am Sonntag im Eng- lischen Garten tagte und zu der auch die Vertreter der organisirten Arbeiter Berlins eingeladen waren. Der Vorsitzende des Textil- arbeiterverbaudcs K. H ü b s ch schilderte in eingehender Weise die Ursachen und den Stand der Lohnbewegung, wobei er an die be- kannten Vorkommnisse erinnerte, die sich bereits vor Monaten in Krefeld abspielten und a»S denen zur Genüge hervorgeht, daß auch der gegenwärtige Kampf nicht frivol von den Arbeitern in- szenirt ist, sondern lediglich durch das rigorose Vorgehen der Unternehmer hervorgerufen ivurde. Die völlig ungerechtfertigte Lohnreduzirung, die für die Sammetweber eine Verringerung ihres Verdienstes von 10 und 15 pCt., für einen Theil der Arbeiter sogar von 20 pCt. bedeutet, konnten die Arbeiter nicht über sich ergchen lassen, zumal das Einkommen der Weber im Allgemeinen bisher schon außerordentlich minimal ivar. Nach dem Bericht der Handels- kammer in Krefeld über die Löhne seit dem Jahre 1894 bis 1897 hat das Einkommen der dortigen Weber, obwohl nach demselben Bericht die Geschäftskonjunktur eine andauernd sehr gute ist, durchaus keine Steigerung erfahren. Ein Beweis für die günstige Geschäftslage ist auch, daß die Zahl der mechanischen Webstühle in allen Branchen erheblich vermehrt wurde. Trotzdem aber die Lebensweise in dieser Gegend eine verhältnißmäßig sehr theure ist, betrugen die Löhne im Jahre 1897 in der Handwcbcrei 401 M., pro Woche 7,71 M.; in der Seidenweberei 535 M., pro Woche 10,28 M. und in der Sammetweberei 952 M., pro Woche 18,30 M. Die angegebenen Löhne verringern sich aber für die einzelnen Arbeiter ganz wesentlich, weil hierbei die bedeutenden Löhne der Meister mit einbegriffen sind. Außer den 2800 Webern kommen noch die große Anzahl Hilfsarbeiter, die von dem Aus- stände betroffen sind, in Betracht, so daß etwa VOOO Personen zu unterstützen wären. Der Redner kommt zu dem Schluß, daß, oblvohl der Kampf ein sehr schwieriger ist, derselbe dennoch zu Gunsten der Ausständigen verlaufen" muß, wenn die finanzielle Frage eine entsprechende Lösung findet. Sache der Ar- beiterschaft wird es sein, die nothwendigen Mittel zur Unterstützung ihrer kämpfenden Klaffengenossen aufzubringen. Nachdem noch F. K o tz k e in längeren Ausführungen für die aus- giebige Unterstützung der Ausständigen plädirt" hatte, gelangte folgende Siesolution einstimmig zur Annahme: Die Textilarbeiter- Versammlung erklärt sich mit den streikenden Kollegen" in Krefeld solidarisch. Die Anwesenden verpflichten sich, so lange der Streik dauert, einen wöchentlichen Beitrag für die Ausständigen zu entrichten. Des Weiteren stellt die Versammlung das Er- suchen an die Berliner Gewerkschafts- Kommission, sie möge veranlassen, daß der den Textilarbeitern in Krefeld von den Fabri- kanten aufgezwungene Kampf von der Arbeiterschaft Berlins in der nothlvendigen Weise unterstützt wird. Bekannt gegeben wurde noch, daß auch bei Fr. Ko tz k e, Marien- burgerstraße 31, und bei Sander, Höchstestr. 11, Sammellisten für die Ausständigen in Krefeld zur Ausgabe gelangen. Außerdem ivurde auf die jüngsten Vorkommnisse in der Druckerei des„Lokal- Anzeiger" hingewiesen und aufgefordert, dahin zu wirken, daß dieses' Blatt in Arbeiterkreisen beseitigt wird. Sodann erfolgte der Schluß der Versammlung mit einem kräftigen Hoch auf die Be- wegnng. In Spandan fand am Sonntag eine gut besuchte Versammlung der Bäckergesellen statt. Oskar Allmann-Hamburg referirte über:„Die Bewegung der Bäckerei-Arbeiter um Abschaffung des Kost- und Logiswesens bei den Meistern" und führte den An- wesenden in recht anschaulicher Weise eine Menge des statistischen Materials, welches seiner Zeit für die Annahme des„Bäckereischutzgesetzes" maßgebend war, vor Augen. Die Diskussionsredner N i tz s ch k e, H ä t s ch o l d, Werner u. A. wiesen besonders auf die bevorstehende Ilmwandlung der Spandaucr Bäckerinnung in eine Zwangs- n n u n g hin und legten den Gesellen dringend ans Herz, bei der alsdann vorzunehmenden Neuwahl des' Gesellen- Ausschusses tüchtig auf dem Posten zu sein und nur solche Gesellen mit Äemtern zu betrauen, die auch wirklich die Interessen der Bäckergesellen und Lehrlinge vertreten und nicht gefügige Werk- zeuge in der Hand der Meister seien. Dem gegenwärtigen Alt- gesellen, Schwarplier wurde vorgeworfen, daß er für die Frei- schreibung eines Junggesellen, der sein Gesellenstück zur Zuftiedenheit gemacht,' vor Kurzem einzig aus dem Grunde nicht gestimmt hätte, weil er seinem Lehrmeister etwas zu„helle" ge- Wesen sei. Ja, Schwarplier hätte sogar beantragt, den Junggesellen noch sechs Monate nachlernen zu lassen, während selbst die Meister nur für sechs Wochen bezw. drei Monate Nachlemen gewesen seien. Schließlich sei der Junggeselle zu sechs Wochen„verürtheilt" worden. Der so angegriffene Schwarplier versuchte wiederholt, diese Thatsachen in ein milderes Licht zu rücken, erfuhr aber später eine recht gründliche Widerlegung. Einige neue Mitglieder traten dem Verbände bei. Familientragödie. In Sulz back beschloß die Frau eines Trunksüchtigen, sich und ihre drei Kinder durch den Tod von dem Manne zu befreien. Sie band zwei der kleinen Kinder aneinander und warf das Bündel in einen Weiher; darauf sprang sie mit dem kleinsten Kinde selbst ins Wasser. Alle vier ertranken. Die Mutter stand kurz vor einer neuen Entbindung. Ein ungetreuer Kassirer wurde zu Stettin verhaftet. Es soll sich um einen Betrag von etwa 40 000 M. handeln. Die Unter- schlagungen, die bei einer dortigen Firma begangen sind, reichen bis in das Jahr 1897 zurück. Das Landgericht Kösliu verhandelte am Montag gegen den Vorwerksbesitzer Pricbe-Zanow wegen Kaufes konservativer Stimmen bei der Reichstags-Stichwahl im Wahlkreise Schlawe- Bütow, sowie gegen 23 wegen Stimmenverkaufes angeklagte Personen. Sämmt« liche Angeklagte wurden ftcigesprochen. Von der Tiefsee-Expeditton. Wie die Hamburg-Amerikanische Packctfahrt- Aktiengesellschaft mittheilt, hat sie vony Kapitän Krech, dem Führer deS auf der Tiefsee- Expedition befindlichen Dampfers „Valdivia" folgendes Telegramm aus Emmahaven auf Sumatra erhalten:„Bouvet Insel gefunden; gelangte nahe Enderby, Kerguelen. über St. Paul, Neu-Amstcrdam, Cocos nach Emmahaven. An Bord alles wohl". Ans England sind neue Nachrichten über Unwetter ein- getroffen. Wegen Sturmes am Sonntag war die Postverbindung über den Kanal gestört. Das am Freitag Abend von Ostende ab- gegangene Packetlioot hat Sonntag Nachmittag Passagiere und Post in Queens borough gelandet, nachdem es mehr als24Stunden lang inDover vergeblich versucht hatte, anzulegen. Auch ein zweites belgisches Packetboot hat Passagiere und Post in Oneensborough gelandet.— In verschiedenen Th eilen Englands herrschte während der Nacht zum Sonntag heftiger Sturm. Mehrere Flüsse sind ausgetreten. Der Postdampfer von Calais nach Dover machte wiederholt vergebliche Versuche, die Landungsstelle in Dover oder Folkestone zu erreichen, und landete schließlich an letzterem Orte. Die Nacht-Dampferdiensto im Kanal waren eingestellt. In der Nacht zum 20. d. Mts. hat ein verheerendes Feuer das Dorf W i n g e r o d e, im Kreise Worbis, heimgesucht. 17 Ge- Höfte mit allen Wohn- und Mirthschaftsbauten, mehrere Scheunen, alle Vorräthe verbrannten. Auch eine Menge Vieh und Geflügel wurden ein' Raub der Flammen. Der Sehanspieler Roschtschin Jnssarow in Kiew wurde vom Dekorateur des Petersburger Theaters, Malow erschossen. Der Mörder, dessen Frau in Kiew engagirt ist, war zur Aus- führung der That eigens nach Kiew gereist. Als Grund der That gilt Eifersucht. Auf der Halbinsel PelopouneS hat ein Erdbeben fürSter- liche Verheerungen angerichtet. Mehrere Ortschaften sind gänzlich, andere theilweise zerstört. Eine große Anzahl Menschen tft verunglückt._ Briefkasten der Redaktion. Tie jnrisiisrhe Sprechftuude wird Diensiags, TouuerstagS»»d Freitags abends von 7�/- bis 8V-»hr abgehalten. O. H. 65. I. und 2. Kinder sind ausgeschlossen. 3. Kostenlos. 4. Er- fahren Sie von dem Portier. Nt. V. 47. Wenden Sie sich an die Charitee, Poliklinik für Nerven- krankheiten, Montag, Mittwoch und Freitag von 10—12 Uhr. R. B. 100.„Umgehend" heißt:„mit nächster Post", also sofort" und nicht gelegentlich._ Witternngsübersicht vom 23. Januar 1899, Morgens 8»Hr. teiK s d II i» Stationen Hapnranda Petersburg Cork Aberdeen Paris 7ö1 7g4 NNW 759 NW 761 j£SSB iö» Willer j i 11 i d» molken!—29 4 heiter bmolkig 3!hlb. bcd. Wctter-Prognose für Dienstag, den S4. Januar 1899. Etwas kühler, zeitweise heiter, vielfach nebelig bei schwachen südlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Verantwortlicher Redakteur: August Incobey in Berlin. Für den Jnieratentbeil v erantw ottlich: Th. Glocke in Berlm. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Br. 20. 16. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 24. Januar 1899. Der Ausstand der Buchdrucker im babe ,, Lokal- Anzeiger“ 3131 S " Saal einberufen hatte. Der Besuch der Versammlung war ein( Braconer bespricht die Behandlung, der die Arbeiter im Betriebe Ausdruck, daß troydem die Sache der Streitenden zum Siege was ihm der Kellner des Versammlungs Lokals mitgetheilt Schriftseher als Nervenkranke beim Kassenarzt gemeldet. Diese hohe Dr. Sandstein bestreite zwar, daß er sich auf diese Krankenziffer sei auch wohl der Grund, daß Scherl keine Betriebs- KrankenQuelle berufen habe, ihm werde aber sowohl durch die Organisation fasse eingerichtet habe. Das würde unter solchen Umständen nicht der Buchdrucker wie durch den Wirth und den Kellner des Lokals rentabel sein, darum hält man es für besser, die Allgemeinheit mit Gelegenheit, gegeben werden, vor Gericht Klarheit in diese An- den schädlichen Folgen einer solchen Betriebsweise zu belasten. wurde am Sonntag vor das Forum einer Volfsversammlung ge- gelegenheit zu bringen. Auch Herr Schert werde von den ohne Massini tennzeichnete in seinem Schlußwort das Verhalten bracht, die der Ausschuß der Gewerkschaftskommission nach Keller's Sündigung Entlassenen vor das Gewerbegericht gefordert werden. Der Gutenbergbündler, die sich auch diesmal wieder, wie schon oft, als Arbeitswillige" hergeben und gab der sicheren Erwartung ungewöhnlich starker, der große Saal und die Gallerien waren Redner vollständig besetzt, bald nach 12 Uhr wurde das von etwa des Herrn Schert ausgesetzt sind. Niemand wird eingestellt, der gelangen werde.( Großer Beifall.) 3000 Personen besuchte Lokal polizeilich abgesperrt. Gewerkschafts- nicht einen Revers unterschreibt, daß er dem Verbande nicht an- Hierauf wurden folgende Resolutionen, die bereits nach Schluß Sekretär Millarg führte den Vorsiz, das Referat hatte gehört.( Pfui!) Zu einer Zeit, wo ein Gesetz in Aussicht steht, des Referats zur Verlesung famen, einstimmig angenommen: Buchdrucker Massini, der Folgendes ausführte: Der Besitzer welches Arbeiter, die ihre Kollegen in etwas energischer Weise an I. Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des des„ Lokal- Anzeigers" liebt es, von Zeit zu Zeit öffentlich von sich die Pflicht der Solidarität erinnern, mit Zuchthaus bedroht, wagt Referenten vollkommen einverstanden. Sie erblickt: reden zu machen. Wir erinnern uns, wie er vor Jahren auf blau es der Unternehmer Schert, feine Arbeiter in der brutalsten 1. In den Maßnahmen, die der Besizer des„ Berliner Lokalangestrichenen Giebeln seine Reklame verbreitete, wie er später auch Art zu terrorisiren, indem er ihnen das gesetzliche Koa- Anzeiger", Herr August Scherl seinem Personal gegenüber getroffen die Rennpläge zur Reklame benutzte, und daß er vor Kurzem in litionsrecht raubt.( Lebhafte Pfuirufe.) Aber der Terrorismus hat, eine Verlegung der Bestimmungen des§ 152 der Gewerbeeiner Broschüre:" Berlin hat kein Theaterpublifum" sich und sein des Herrn Scherl geht noch weiter. Die Arbeiter seines Betriebes Ordnung. Unternehmen der Oeffentlichkeit in Erinnerung brachte. Auch jetzt sollen nicht einmal zufanumentommen, um Arbeitsangelegenheiten zu 2. In der Entlassung der 24 Seger einen Aft brutalster Verhat der Besizer des Lokal- Anzeigers" dem Publikum wieder etwas besprechen. Wenn Herr Scherl ein gutes Gewissen hat, braucht er gewaltigung, der durch nichts gerechtfertigt ist, sondern von grenzenNeues vorzusetzen beliebt, indem er 24 Arbeiter seines Betriebes solche Besprechungen nicht zu scheuen. Aber weil Herr Scherl sich losem Terrorismus zeugt. mit der Ankündigung ihrer Entlassung überraschte. Wenn irgend ein nicht verantworten kann, darum fürchtet er die Oeffentlichkeit.( Leb- 3. Ist die Versammlung der Ueberzeugung, daß jeder rechtlich berechtigter Grund zu dieser Entlassung vorläge, so hätten wir keine hafte Zustimmung.) Auf das Vorgehen des Herrn Scherl, der die denkende Bürger und Arbeiter Herrn August Scherl und seinem Ursache, uns damit zu befassen. Wie liegt es aber in diesem Falle? Rechte des Arbeiters niederzudrücken sucht, muß die Bevölkerung Lokal- Anzeiger" gegenüber die einzig möglichen Konsequenzen zicht, Die Sezer haben jahrelang unter einer übermäßig langen Arbeits- Berlins die Antwort geben: Wir dürfen ein Unternehmen nicht be- den Berl. Lotal- Anzeiger" abbestellt, und in allen Kreisen mit jedem zeit zu leiden gehabt. Eine Arbeitszeit von 14-18 Stunden an günstigen, dessen Leiter in solcher Weise organisirte Arbeiter be- gefeßlich erlaubten Mittel gegen denselben wirkt.l einem Tage war feine Seltenheit. Daß unter solchen Umständen die handelt.( Lebhafter Beifall.) 4. Die Versammlung fordert alle Gewerkschaften und ArbeiterGesundheit der Betreffenden frühzeitig aufgerieben wird, ist keine Frage. Es frage sich nun, ob die Bevölkerung Berlins nicht willens sei, Vereine Deutschlands, speziell Berlins und seiner Umgebung auf, Auf die Vorstellung der Sezer wurde nun eine breitheilige Arbeitss dem Herrn Scherl zu zeigen, daß sie nicht gesonnen sei, sein arbeiter Stellung gegen die Prinzipien des Herrn August Scherl zu nehmen, zeit probeweise eingeführt. Um sich über die Erfahrungen auszu feindliches Verhalten unbeachtet geschehen zu lassen. Was mich be- und nicht cher den Kampf aufzugeben, bis Herr Scherl die vollen fein sprechen, die sie mit diesem Provisorium gemacht hatten, tamen vor trifft sagt der Redner so werde ich den Lokal- Anzeiger" gefeßlichen Freiheiten allen Arbeitern gegenüber anerkennt und den 14 Tagen 24 Seger nämlich die Geschäftskommission, der sich nicht empfehlen, ich werde ihn nicht lesen und auch in feinem Restaurant Ausständigen Genugthuung gegeben hat. noch einige Kollegen zugefellt hatten zusammen. Diese 24 Seger mein Glas Bier trinken, wo das Blatt ausliegt. Ich will wurden acht Tage später durch die Ankündigung überrascht, daß Herr nicht sagen, daß Sie dasselbe thun sollen, aber jeder wird wissen, Scherl auf ihre weitere Thätigkeit verzichte. Diesen Urias- Brief er- wie er sich Herrn Scherl und seinem„ Lokal- Anzeiger" gegenüber hielten die Seßer eines Morgens, nachdem sie die vorhergehende zu verhalten hat.( Beifall und Zustimmung.) Wir haben das BeNacht noch bis 2 1hr gearbeitet hatten, k anwußtsein, daß die Berliner Bevölkerung den gerechten Kampf der Nachdem die 24 Sezer die Entlassung erhalten hatten, ver- Buchdrucker unterstützen wird.( Lebhafter, langanhaltender Beifall.) anlaßten sie die Einberufung einer Versammlung ihrer Kollegen In der Diskussion nahmen mehrere Redner das Wort: Buchund hier erklärten sich von den im„ Lokal Anzeiger" beschäftigten druderei- Hilfsarbeiter, Stereotypeure und Schriftfeger, die alle das 130 Segern 118 mit den Entlassenen solidarisch. Sie versicherten, arbeiterfeindliche Verhalten des Herrn Schert und die in seinem Betriebe daß sie nicht eher wieder das Geschäft des Herrn Scherl betreten geübte Unterdrückung der Koalitionsfreiheit besprachen. Günther, ein würden, als bis auch die Ausgesperrten wieder eingestellt werden. Borstandsmitglied der Ortskrankenkasse der Buchdrucker, führte aus: Unter Auf Vorschlag Millarg's erflärte fich die Versammlung ( Beifall.) dem Personal der Scherl'schen Offizin herrsche ein ganz besonders damit einverstanden, daß der Ertrag der Tellersammlung je zur Redner geht auf den weiteren Verlauf des Ausstandes ein. hoher Krankheitsstand. Es habe sich herausgestellt, daß die Ursache Hälfte den ausständigen Glasarbeitern in Hildburghausen und den Dr. Sandstein, der juristische Vertreter des Herrn Scherl, habe be- nicht etwa auf schlechte Arbeitsräume zurückzuführen sei, sondern Webern in Krefeld übermittelt wird. tanntlich gesagt, die Betreffenden seien deshalb entlassen worden, auf Ueberarbeitung, in deren Folge häufige Fälle hochgradiger Mit einem brausenden Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung weil Herr Scherl in der Versammlung beschimpft worden sei, Nervosität vorkämen. An einem Tage hätten sich fünf Scherl'sche schloß die imposante Versammlung. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags= Wahlkreis. Dienstag, den 24. Januar, Abends 8 1hr, bei Habel's, Große öffentliche Versammlung. sid sil 82 5-7: Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Albrecht. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Gäste sehr willkommen. t. 2. 1238/2 Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, damit die Versammlung pünktlich eröffnet werden kann. Der Vorstand. eisege 4. Wahlkreis Süd- Ost. Dienstag, den 24. Jannar, Abends 8% Uhr, in der Urania, Wrangelstrasse 9/10: Achtung! Manrer. " M II. Die Versammlung ist sich bewußt, daß nur durch energische Unterstützung der ausgesperrten Buchdrucker eine Besserung der Zustände herbeizuführen ist. Die im„ Lokal Anzeiger" annoncirenden Firmen find als Gegner der Voltsfache zu betrachten. Es ist deshalb bei der großen Maffe der Bevölkerung, die den Lokal- Anzeiger" lieft, dahin zu wirken, daß diese Geschäftsleute, so lange sie im LokalAnzeiger" inseriren, nicht vom Publikum unterstützt werden. Wenn in allen Vereinen nachdrücklichst dafür agitirt wird, muß der Sieg der Streikenden errungen werden. Dieser Beschluß ist den Inserenten des Lokal- Anzeigers" mitzutheilen. Achtung! Mittwoch, den 25. Jannar, Abends 8 Uhr, bei Zubeil, Lindenste. 106: Todes- Anzeige. Verein der Bimmerer Berlins und Umgegend. Nachruf Baudeputirten- Verlammlung. bem am Donnerſtag, den 10. Januar, Tagesordnung: 1. Unsere Lohnbewegung. 2. Vorbesprechung über die Herausgabe der neuen Sammel farte. 3. Verschiedenes. 131/6 91 NB. Die Stollegen jeden Baues sind verpflichtet, sich durch einen Delegirten vertreten zu lassen. Die Lohnkommission. I. A.: W. Fritzsch. An alle Buchdrucker Berlins u. Umgegend! Donnerstag, den 26. Jannar, Abends 4/29 Uhr: onde Buchdrucker- Versammlung Volks-Versammlung.in den„, Armin- Sallen", Kommandantenstraße 20. autnaval 15telinaTages- Ordnung: Die Arbeiter und die Reaktion. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genoffe Karl Frohme. Diskussion. 215/1 Um zahlreiches Erscheinen der Genossen nebst Frauen ersucht Die Vertrauensperson. Sozialdemokratischer Wahlvereing " 35/5 Alter von Jahren. Mitglied, dem Kameraden August Kielblock Er war ein braves und lang= jähriges Mithlied des Vereins. Ein treues Andenken bewahren ihm seine Kameraden. 257/2 Der Vorstand. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden, Kol Tegen u. Bekannten für die Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Frit Höpfner und die überaus reichen Kranzspenden, sowie für den schönen Gesang des Vereins Bictoria Crato, sage ich hiermit meinen innigsten Dant. [ 2466 Der Einbernfer: R. Schulze, Oranienstr. 27. Die tieftr. Wittive Auguste Höpfner. L.- D.: Der Terrorismus des„ Berliner Lokal- Anzeiger" und des Verbandes. Referent: Kollege Kitzler. Bahlreiches Erscheinen erwartet Deutsch. Metallarbeiter- Verband M. Cohn's Beuthstr. 21. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Folgende Sonutage sind frei geworden und unter toulauten Bedingungen für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 21. Januar 1899, Abends 8 1hr, in Buske's Salon, zu Mastenbällen 2c. zu vergeben: 19. 1. 26. Februar. 12. u. 19. März. nedeseed Dienstag, den 24. Januar, Abends 8 Uhr: Versammlungen für Moabit bei Fischer, Beusselstraße 9; bot für Gesundbrunnen bei Schirm, Badftr. 19. Tagesordnung in beiden Versammlungen: .016 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Referenten Reichstags- Abgeordneten Genoffen Rosenow und Sachse. Der Vorstand. TO NB. Der nächste Diskutirabend findet Mittwoch, den 25. d. M., im Weddingpart statt. Grenadierstraße 33: Brandenversammlung aller in der B. Günzel, Lothringerstr. 52. Spezialität: Porträts fozialistischer Führer,* Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspizen, Pfeifen, Nadelu, Brochen, Knöpfen, Büsten, Bildern u. dgl., sowie jede Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Preisfurant.) chirurgischen Industrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Kranzbinderei n. Blumen. Die Festsäle Tages Ordnung: handlung von 5768* 17017 und der Garten thun, ist es nicht dasselbe." 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Branchen: No. 2. Mariannenstr. No. 2. 1. Bortrag des Genoffen Metzner über:„ Wenn zwei daffelbe Robert Meyer, werben vom 1. April 1899 wieder au vertreters und Kassirers. 4. Verschiedenes. Mittwoch, den 25. Januar 1899, Abends 8 1hr, im Moabiter 23idmungs- Kränze, Guirlanden, BallKlubhaus, Beuffelstraße 9: Droschkenkutscher! versammlung. Dienstag, 24. Jannar, Abends 9 Uhr, in der Norddeutschen Brauerei, Chausseestraße 56: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Unsere Erfolge in der Lohnbewegung und wie verhalten wir uns weiter? 2. Diskussion. Es ist Pflicht der Kollegen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Das Agitations- Komitee. 52/5 Achtung! Former. Achtung! Dienstag, den 24. Januar, Abends 8 Uhr: Grosse öffentliche Former- Versammlung im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tagesordnung: 1. Das Verhalten der Metallindustriellen den Ab: machungen gegenüber, welche das Einigungsamt des Gewerbegerichts bei Beendigung des letzten Formerstreits getroffen hat und welche von beiden Seiten unterschrieben sind. 2. Die Differenzen bei der Firma Wolter, Müllerstr. 13. 3. Verschiedenes. 61/2 Kollegen! In anbetracht des Vorgehens der Fabrikanten in der letzten Beit, hauptsächlich nach der Verurtheilung der Firma Grunauer am 27. Dezember, wonach ein jeder Former entlassen wird, der sein Recht ver langt, ist es unbedingt nöthig, daß Ihr in dieser Versammlung erscheint, um zu zeigen, daß Ihr nicht gewillt seid, Euch das letzte Recht nehmen zu lassen. Der Einberufer: August Plath, Zähne 2 M. Vollkommen schmerzloses Zahn10 Jahre Garantie. ziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Thellzahl. wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. Tages- Ordnung: 1. Die Arbeitslosen Unterstützung. Referent: F. Schlegel. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Bezirksleitung. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäfte haben Zutritt. Die Bibliothek befindet sich Annenstraße 39, parterre, und ist geöffnet von 9 bis 1 Uhr Vormittags und von 4 bis 7 Uhr Nachmittags; Dienstags und Donnerstags vou 9 bis 1 Uhr Vormittags und von 4 bis 9 Uhr Nachmittags. 110/5 Die Ortsverwaltung. Achtung! Fliesenleger. Achtung! Oeffentliche Versammlung am Donnerstag, den 26. Januar. Abends 8 Uhr, im Lokal Englischer Garten, Alexanderstr. 27c., Tagesordnung wird in der Bersammlung bekannt gemacht. Um zahlreichen Besuch dieser Versammlung ersucht Agendasin Der Vertrauensmann. Frauen! Heute Dienstag, Abends 8 Uhr, und Mittwoch, Vormittags von 11-2 Uhr, hält praktischer Naturheilkundiger Grundmann im Frauenheilbad, Magazinstraße 17, freie naturärztliche Sprechstunden, wo jeder Frau ihr Leiden festgestellt und genauer Rath ertheilt wird. Hierzu ladet freundlichst ein Der Naturheilverein Centrum. 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