Nnzelprels 70 Sever. Bebattton trab Vnrvallvng> Prag, 1L> Jttfajaafo 18. Iklephonet lagesrebatttom rarss. 3 weg. Jladjtrrbattlon: 2ÖTBI Dcftfdjerfamt: 57M4. Maate roetben laut Satt) billigst beredjnet. Bei öftere« Rnichaldragev vretenachlah. io. Fatzrglmg. SsztalümMrvt Zenttalorgan der Deutsche» Waldemotratischen Arbeiterpartei in der TschechaslemMchen Republik. Samstag. 20 Juli 1930. Bezug»-Bebluguogto: Bel Zustellung in» hau»«de« del Bezug durch die Bast; monatlich»... Ut ttz.— oletteyShrNch... 48.- hatbfShrtg..••. 98.— gap;irhri>..... 102.- B&tftteQuna oon Manu ftrtoten erfolgt nur bei Lin lenbung brr»etourmarfen. «Acheuu mit iiuLnadme M Montag ttiaNtd kr»h. Nk. 169. Vie öfterreichische Sozialdemo- lratie ruft nach Neuwahlen. Wie», IS. Juli.(Eigenbericht.) Der Der. band der sozialdemokratischen Abgeordneten erläßt eine Kundmachung an die Parteiangehöriaeu, worin er nach einem Rückblick ans die verflossene Zession sagt: Daugoin hat das Bundesheer schwarz gemacht, mit Kapitalistengeld sind die.Heimwehren bewaffnet worden. Jetzt glaubt die Reottion, schußbereite Karabiner genug gegen die Arbeiterschaft zu haben. Deshalb glaubt sie, sich jetzt alles erlauben zu können. Das arbeitende Volk wird in immer tieferes Elend gestürzt, tvenn eü uns nicht gelingt, der. Offensive der Reaktion ein Ende zu bereiten. Wirbrennen nachNeu« wählen, die bürgerlichen Parteien zittern vor dein Gericht der Wähler und wolle» sie möglichst hiiiausschicben. Aber spätestens im Frichjahr müssen Neuwahlen erfolgen. E» gilt, alle Kraft daranzusrtzeu, daß die Neuwahlen«in Parlament Herdorbringen, in dem man ohne uns nnd gegen uns nicht mehr wird regieren können. Festigt unsere Organisationen, klärt daS Volk auf! D« Wahltag mutz zum Tag« der Abrech- Stinnes wiederum frelgefprocheu. Berlin, 19. Juli. In der Berufungsinstanz wurde heute Hugo S t l n n e S von der Anklage des versuchten Betruges wegen Mangels an Beweisen wiederum freigespro- ch e n. Eine gleiche Entscheidung erging hinsichtlich der Angeklagten N o t h m a n n und Leo Hirsch. Bei den Angeklagten von W a l d o w Und Bela Groß, die in erster Instanz zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt worden waren, wurde auf eine Geldstrafe von 8000 Marl,erkannt. Die Untersuchungshaft soll bei von Waldow mit 2200 Mark, bei Groh mit 1800 Mark angerechnet werden. -er betrügerische Attache Selbstmord des Millionen-Tesraudanten? Brüssel, 19. Juli. Im Walde Canrbre bei Brüffel wurde dieser Tage ein Mann er h ä n g t aufgefunden. Die Polizei sprach die Dermntung auS, daß cs sich möglicherweise um di« Leiche des gewesenen AttachöS der venezuelanischen Gesoiwtschaft in Paris, Billanueva, handelt, der nach einem Millionenbetruge aus Paris verschwunden fft. Die Polizei wartet «ine genau« Beschreibung seiner Person aus Paris ab. Die Höhe der Betrügereien des Attaches ist bisher nicht genau fcstgestellt, dock) lassen die bisher von den Betroffenen cingcbrachten Klagen erkennen, daß es sich tvenigstenS um eine halbe Million Dollar handelt. Aus den über den Borfall bekannten Einzelheiten geht hervor, daß Billa,nieva einen sehr kostspieligen. Lebenswandel führt« und in der besten Pariser Gesellschaft gur eingeführt war. Bor drei Wochen nahm er noch an einem Polowettkampf um de» Preis des Präsidenten der Republik teil und gehörte zur Siegermannfchaft. Die Betrügereien, deren Ertrag er ausschließlich für seine Ausgaben verwendete, führte «r in der Weise auS, daß er sich als Mitglied deS PerwaltungSratcs der National Eich. Bank von südamcrikanischcn Landsleuten M i l l i o. nenoinlagen auf langfristig« Kündigung anvertrauen ließ. Mit gefälschten Schecks hob er dann da« Geld ab. ohne daß die Betroffenen davon eine Ahnung hatten. Schweres Louriftenunglück in den Alpen. Wie«, 19. 5ftrli. Die Korrespondenz Herzog meldet: Vier Mitglieder des Alpenvereines ■ unternahmen gestern eine Tour über di« ; Hilberscheide auf di« Hohe Geige in den Pitz- taler Alpen und gerieten, als sic angeseilt über einen Gletscher ginge»», in einen furchtbaren Sturm und Untvetter. Als die vier Touristen -nicht mehr zu der Schutzhütte znrückkchrtci», wie sie versprochen hatten, machte sich ein« Führerexpedition auf die Suche nach den Vermißten Und fand drei der Touristen an einem Seile hängend als Leichen auf. Die Leiche des vierten Touristen könnte bis zur Stnndr»och nicht- ge- borgen werden Mer Wahrscheinlichkeit nach wurde der viert« Tourist vom Blitze erschlagen. Der deutschnatlonale Trümmerhaufen. Drei feindliche Gruppen Hugenberg-Westarp- Treviranus im Wahlkampf. Berlin, 19. Juli.(Eigenbericht.) Der Inhalt der Kommentar« zur Auflösung des Reichstages bat sich seit gestern nicht geändert. Allgemein wird zugegeben, daß die Sozialdemokratie al« Siegerin au» dem parlamentarisch«» Ringen hervorgegangen sei, denn sie allein habe ihre starke Stellung behauptet, während bei den bürgerlichen Parteien ein große« Durcheinander herrsch« und die deutschnationale Pärtei nnrnocheinenTriimmerhaufen bild«. Von den 25 deutschnationalen Abgeordneten, die gestern gegen di« Anfhebung der Notverordnung gestimmt haben, haben 18 ihren Austritt au« der deutschnationalen Fraktion«rNärt. Graf Westarp, vor Hugenberg der Führer der deutsch, nationalen Pärtei, ist sogar ganz au« der deutschnationalen Partei ausgetreten. Man nimmt an, datz er die frühere konservativ« Partei zn neuem Leben erwecken wiN, so datz man im Wahlkampf drei deutschnationalen Gruppe« begegnen wird, di« von Hugenberg, Westarp und Treviranus geleitet werden. Im übrigen werden die Aussichten für Reuwahlen so beurteilt, datz di« Sozialdemokratie gewinnen wird, datz wahrscheinlich auch di« Nationalsozialisten«inen Zuwachs erhalten, datz e« dagegen den übrigen bürgerlichen Parteien schlecht ergehen wird. Selbst di« kommunistische Press« übernimmt Erwägungen aus Moskau, daß di« Sozialdemokraten die Zahl ihrer Mandate behalten werden. Diese Voraussage soll wahrscheinlich di« Meinung umschreibe«, datz die kommunistische Partei mit ihrer Die Rheinlandrselern beginnen.' . Mainz, 19. Juli. Reichspräsident von Hindenburg ist auf seiner Rheinlandreisc mit seiner Begleitung an Bord des Dampfers, der seinen Äiamen trägt, heute abends gegen 20 Uhr in Mainz eingetroffen. Das Ufer der Anlcgc-Stelle war von Zehntausenden von Menschen besetzt, die dem Reichspräsidenten beim Verlassen de« Schiffes huldigte». Der Oberbürgermeister von Mainz, Dr. Schülb, begrüßte den Reichspräsidenten und brachte ein Hoch auf ihn aus. Nach einer Fahrt durch die Straßen der Stadt nahn» der Reichspräsident im grotzherzoglichen Schloß Wohnung. * Sozialdemokraten tun nicht mit, wo der Stahlhelm auftritt. Köln, 19. Juli. Der Bezirksvorstand der sozialdemokratischen Partei für den Oberrhein veröffentlicht in der„Rheinisck)en Zeitung" eine neue Kundgebung an seine Mitglieder, worin diese ausgefordcrt werden, an den Befreiungsfeiern nicht teilzunehmen, da die Sozialdemo, traten nicht dort erscheinen, wo der Stahlhelm erscheint. Der Bezirksvorstand greift aber den schon längst bestehenden Plan auf, zu geeigneter Zeit ein« besonder« Befreinngsfeier zu veranstalten. Bekämpfung der Sozialdemokratie kein besonderes Glück haben wird. Man kann auch schon nngesähr di« Parolen erkennen» mit denen die bürgerlichen Parteien in den Wahlkampf gehen werden. Zunächst wird behauptet, daß di« jetzige Finanz, misöre eine Folge der schlechten Politik der angeblich sozialdemokratischen Regierung unter Müller nnd Hilserding gewesen sei. Tann sagt man, der Parlamentarismus habe versagt, und schließlich will man Hindenburg zum Protektor der bisherigen Regierungsparteien machen, weil man so di« bisher dentschnationalen Stimmen zu gewinnen hofft. Die sozialdemokratische Partei wird eS an der notwendigen Aufklärung nicht fehlen lassen, ganz abgesehen davon, datz die Arbeitslosen» Sozialrentner und die Kranken die Folgen der Brüningschen Finanz« und Sozialpolitik am eigenen Leib verspüren und dementsprechend ihr Verhalten am Wahltag einrichten werden. * Artikel 48 erneut in Mgkelt. Berlin, 19. Juli. Der Reichspräsident hat m einen» Schreiben an de»» Reichskanzler die Regierimg ersucht, ihm alsbald Vorschläge für den Erlaß vo>» Verordnungen zu unterbreiten, die in» Rahmen des Artiftl« 18 der Reichsvrr faffung die Sairicrung der öffentlichen Fina»»,zen und dabei die Grundlagen der wirtschaftlichen Entwicklung sicherstellen sollen. Slsenbahnerstreik in Irland London, 19. Juli. Die Blätter melden, daß sich der Eisenbahnerstreik im irischen Freistaat ansdchnt. 550 Passagiere aus England, die gestern in Kingstown landeten, mußten fcststcl- len, daß keine Züge nach Dublin oder anderen Teilen des Landes verkehrte»».„Daily Expreß" ist der Ansicht, ein Eisenbahnerstreik i»i ganz Irland sei ganz unvermeidlich, wenn die Freistaatrcgieru»»g nicht eingrrifr. Die Farmer solle« weniger Getreide bauen!! New Dort, 19. Juli, Infolge deS Widerstandes des Präsidentc»» Hoover gegen ein Einschreiten zur Stabilisierung der Getrcidcpreise kündigte gestern der Lanowirtschaftsrat an, daß er kein»lenes Getreide mehr ankausen werde, da er dieses Mittel zur Behebung der Ucbcrproduktiou für sehr kostspielig halte. Seine Vorräte, deren Preis auf cttva 25 Milliarden Kronen geschäht wird, tvill der Landwirt- sckmftsra» erst liquidieren, tvenn dies ohne Preisverlust möglich sein wird. Ter Landwirtschaftsrat empfiehlt als wirksamstes Mittel gegen die Agrarkrise den Farmern, nicht so große Fläche» wie bisher init Getreide z>» besäen. Der Taifun über Nagasaki. raufende obdachlos.— Biele Schiffe gesunto». Tokio, 19. Juli.(Reuter.) liebet den Wirbelwind, der den Hafen Nagasaki und Umgebung heimgesucht hatte, treffen jetzt näher« Detail»«in. Tausend« Personen sind obdachlos, und«S bestehen Befürchtungen, daß viele Menschen um« Leben kamen. Acht Küstenschisfe und 83 Motorschiff« gingen unter. Die Bahnstrecken wurden schwer beschädigt. Die Küstenbevölkerung schätzt ihren Schaden auf etwa 2V Millionen Yen ab. * lleber 180 Todesopfer. Tokio, 19. Juli. Zu dem Taifun, der hauptsächlich die Gegend von Nagasaki heimsuchte, wird noch gemeldet, daß der Sturm mit einer Geschwindigkeit bi« zu 180 Kilometer in der Stunde dahinfegte. 1000 Wohnhäuser wurden vollkommen vernichtet, 12.000 Hauser wurden teilweise zerstört. Nach den bisherigen Feststellungen sind etwa 100 Personen ertrunken, doch be- stehen Befürchtungen, datz die Zahl der Opser weit grötzer ist. Auch f« Portugal wankt die Diktatur Pari«,>9. Juli. Blättcrincldniigcn zufolge dauern die Verhaftungen in Lissabon int Zusammenhang mit dem ansgedcckten Plan znm Sturze der Diktatur an. An der Umsturzbewegung, die die W i e d e r e i n f ü h r u n g d c r Verfassung zum Ziele hatte, ist eine große Zahl von Offiziere»», darunter die Generale Cardosa und Barbesa, beteiligt. Die Verhafteten solle»» nach den Azoren transportiert werden. Die Garniso»» von Lissabon befindet sich in Alarmbereitschaft. 00 Flugzeuge beim tzoropa-Auudflug. Berlin, 19. J»»li. Die Teilnehmer an dem internationale»» Europarundflug hatten sich honte von» Flugplatz Staaken nach dem Flughafen Tcmpelhvf begeben. Nachdem alle 60 Flugzeuge auf dem eigentlichen Starthasen einge- lroffen waren, wurden die Piloten den zahl- reichen Zilschanern durch Lautsprecher vorgcstellt. Die technische Kommission nahm dann die Einteilung der Flugzeuge in zwei Klaffen vor. In der stärkeren Klasse l mit einem Leergewicht von 281 bis 400 Kilogramm Plus 15 Prozent Toleranz.befinden sich 40 Maschinen. Die übrigen 20 Maschine»» werde»» vornehmlich von deutsche»» Teilnehmern geflogen»»erden. DerHeimwehrspukverblatzi Zum Abschluß der Tagung de» Nattonalrats. Wie»», beit 18. Juli 193V. Wie sehr die Furcht vor den Heimtvehren in» Bürgcrtun» im Rückgang ist, hat der Ausgang der Tagung de« Nationalrates bewiesen. Noch vor wenige»» Monaten hatte»» die Hcim- wehren so getan, als ob sie zu bestimmen hätten, was im Parlainent zu geschehen habe und wirklich hatten auch die bürgerlichen Parteien in ständiger Angst vor de»i Heimwehre»« gelebt. Der österreichische Nationalrat ist in die Soinmcrfcrien gegangen, nachdem die Christlichsozialen sich entschlossen hatte»», auf den größten Teil des ArbcitSprvgrannns, das sie der arbeitenden Bevölkerung zugedacht hatten, zu verzichten. Sie hatten es sich ja so schön vorgestellt, alS die Heimwehren noch in» Bollglanz ihrer Macht de»»» Staate ihren Wille»» diktieren zu können vermeinten, dein arbeitenden Volke die Err»>ngcnschaftcn der Revolu- tio»» eine nach der andere»» zu rauben. Aber nun mnßtei» sie auf einmal erkem»en, daß die Macht der Heimwehren am Ende angelangt war. Was sie aber am»neisten überraschte, daS war» daß das gerade in dem Augenblick eintrat, als sie sich auf de»»i Gipfel ih'rer Macht angelangt wähnten: als a»i» 18. Mai i»» Kor- ncuburg die Hcimwehrfnhrer in die Hä»»de des BnndeSführerS Steidle das Gelöbnis ans de»i Fascismns ablegten. Wohl habe»» die Christlichsoziale»» unter x den» Einfluß Seipels beschlossen, daß der Korneuburger Eid nicht im Mdersprnch znm christlichsvzialen Programin stehe; aber doch datiert vom Korneuburger Eid der Abstieg der Hcimlvehrmachl. Nun sahen die demokratischen Elemente im Staat wohin die Heimwehren sie führen wollen. Die Reaktion begann mit der Absage des Landbundes nnd feines Ministers Svehrcn ansge- gaugen war, verblaßte. Unklugcrwcisc ließen es die Heimwehre»» gerade in diesem Augenblick auf eine Machtprobe aukommen, indem sie sich dem von der Regierung ans internationalen Rücksichten eingcbrachtei» EnlwassnungSgeseh entgegenstellte und den bürgerlichen Parteien verbieten wollten, dieses Gesetz zu beschließen. Als die Christlichsvzialen noch im Bertrauci» aus die bewaffnete Macht der Heimwehren die Sozialdemokratie ganz an die Wand drücken zu kön- ncn hofften und als die Scharfmacher der Sch>veri»»dnstrie mit ben vvn ihnen ausgehaltenen nnd mit Waffen ausgerüsteten Sold truppe»» der ga»»zen Sozialpolitik den Garaus machen zn könne»» vermeinten, hatte»» die Christlichsozialen für das Parlament ein Ar- beitsprogramn» ausgestellt, das Regierungsvorlagen, die»ntcr dem Einflnß des Bizekanz- lers Baugoin, des getreuen Knappen Seipels zustande gekonnne»» oder verschlechtert wordc»» waren, mit ihre»» und der industriellen nnd agrarischen Scharfmacher Wünschen vereinigte. Es waren das: eine Bvrlage über die Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung, wie sie die Reaktion ja überall Plant, ein Gesetz über eine Neuorganisation der Bundesbahnen — wodurch die Ernennung eines christlichsozialen Generaldirektors ermöglicht und damit ei»» dort bestehender„schwarzer Fonds" für die christlichsaziale Wahlpropaganda bereitgestellt, zugleich aber die Rechte deS Eisenbahnpersonals beschnitten lvcrden sollten— ein neuer Zolltarif mit agrarischen Hochschuhzölle»» und zngleich als„Notopfer" für die notleidende Landwirtschaft eine Mehlstencr von 14 Vette S. Sonntag, 90. Juli 1930. Nr. 109. Rückblick und Ausblick. .Groschen auf ein Kilo. In ihrem Uebevmut wollten die Christlichsozialen aber auch eine -Wahlreform, die ihnen die Mandate gesichert Chatte. Aber diese Sicherung wäre nur auf ^Kosten der Großdcutschen und der Landbünd- jler gegangen und so kam der erste Zwist in !die Koalition. Bon dem schönen Programm ^mußte zuerst die Wahlreform auf den Herbst ^verschoben werden. Und je mehr der Nimbus ;der Heimwehren verblaßte, um so mehr brök- ,leite von dem Arbeitsprogramm ab. Das Ar» cheitSlosengesctz wurde auf dem Arbeiterkam» mertag von den Gewerkschaften aller Nichtunkgen abgelehnt, und mußte aufs Eis gelegt— Aas ist auf den Herbst verschoben— werden. .»Im letzten Augenblick wurde infolge des Wi- kderstandes der Freien Gewerkschaften aber fauch infolge des Mißtrauens der^effentlich- vkeit das BuudeSbahngcsetz vertagt, und die Mehlsteuer wurde in der von den Sozialdemo- skraten erzwungenen Enquete von allen Sach- sverstandigen abgelehnt— und verschwindet »wieder bis zum Herbst. Bon der Zollvorlage kblieb nur ein Rest— eine„kleine Zollvorlage" -ohne die Hochschuhzollexzesse— übrig. Die »„Nothilfe für die Landwirtschaft" im Betrag «von 96 Millionen Schilling, wird nachdem jman auch auf die geplante Erhöhung der ! Waren Umsatzsteuer verzichten mußte, durch .eine Erhöhung der Zucker» und der Bierstencr saufgebracht. Gewiß, eine Belastung der brei- kten Massen, aber wenn man diesen schäbigen »Rest der Pläne der Regierungspartei mit dem vergleicht, was die Herrschaften sich noch vor tkurzem vorgestellt hatten, ist es wirklich ein Kläglicher Rückzug. Im Herbst wird die Reak- Iion vielleicht mit dem, waS sie seht nicht jourchsetzen konnte, wieder herausrücken— swenn sie cs wagt. Im Frühjahr sind ja die iWahlen und es ist noch sehr fraglich, ob es sdie Ehristlichsozialen wagen werden, so kur; «vor den Wahlen die Wähler hcrauszufordern. G. P. Wahtterror in Finnland. Helfingfor«, 19. Juli. Der Minister des iInnern har alle kommunistischen Wahlversamm- «lirngen bis z»»m 1. Oktober, dem Termin der allgemeinen Wahlen, verboten. Bon der S. P. U. verschleppt. Berlin, 19. Juli.(Eigenberichts Wie das ,sozialdemokratische Hamburger Echo" mel» '»et, ist vor kurzer Zeit ein höherer Beamter der «deutsch-russischen Lager» und Transportgesellschaft in-Hamburg„Terutag", der russische Staatsangehörige S ch a i n h o l o, von einem russischen Gericht in eontumacia zum Tode verurteilt ^worden, weil er sich geweigert hatte, nach Ruß» land zurückzukehren. Jetzt ist S ch a i n h o l d S 'Sohn nach Kiel gelockt und dort aus ein «Schiff gebracht worden, das sofort mit ihm nach 'Rußland gefahren ist. Dabei hat ein in -russischen Diensten stehender Kanzleisekretär "Schmidt führend mitgewirkt. Der Vatcil des Verschleppte»» ist der Mei- ,nung. daß es sich um einen Racheakt handelt sund vielleicht die russische G. P. U, hinter der ^Aktion steht. IV., Demokratie und nationaler Frieden. i Die Berhältnisic, inSbesonder- die Wirtschaftskrise, brachten es mit sich, daß das Schwer- aüvicht u»rsercr Tätigkeit sowie sener unseres Vertreters in der Regierung auf die Linderung der Not der von der Krise am schlvcrsten betrgs- jenen Schichten der Bevölkerung verlegt werden »nußtc. Wenn uns auch das Resultat dieser Bemühungen nicht voll befriedigen kann, so glauben wir doch feststellen za» können, daß das in Anbetracht der bestehende»» Verhältnisse Mögliche erreicht wurde Anders stehen die DiiA« in bezug auf den Wiederaufibau der vom Bürgerblock devastierten demokratischen Errungenschaften und in bezug aus den von» Bürgerblock überhaupt nicht in Angriff genoninicuen nationale»» Ausgleich. Wir haben immer wieder betont, daß jede Demokratie unvollständig ist, welche nur oaS Wahlrecht und die Zusammensetzung der parla- mcntarischen Körperschaften ergreift, di« Admini- strative aber vollständig in den Händen der Bürokratie beläßt. Die Demokratie erfordert aber die weitestgehende Selbstverwaltung des Volkes. Ter Umsinrz, der die volle parlamen- tarische Demokratie brachte, beließ die staatliche Verwaltung der Bürokratie. Darüber hinaus schränkt« er auch die Autonomie der Selbstver- waltung-körper— Länder und Bezirke— ein, indem er an Stelle der gewählten Vertretungen Ernannte setzte. Dieser Umstand wurde nur»n- ofern gemildert, als die Zusankmensetzurig nnae- ähr den» Resultate der Wahle»» in die Gemeindevertretungen entsprach. Diese bildeten eine Oase in der bürokratische»» Wüste, indem schon im Jahre 1919 die Neuwahl aus Grund eine» ein- wandsreien Wahlrechtes erfolgte. Der erste Ein- griss i»» die Selbstverwaltung der autonomen Körperschaften erfolgte schon durch die Gemeinde- sinanznovelle vom Jahre 1921. Der TodrSstreich wurde ihr aber vom Bürgerblock verseht durch daS Gemeindesinanzgeseh und die soqeiranntc BcrivaltungSreform. DaS Wahlrecht wurde durch die Ernennung eines Drittels der Mitglieder der Bezirks- und Landesvertretungen verstümmelt, die im Gaugesetze vorgesehene Selbstver- »valtnng nahezu restlos beseitigt, Gemeinden, Bezirke»»nd Länder völlig mitcr die Diktatur der Bürokratie gestellt. Bon einer Finanzhoheit dieser Körperschaften kann überhaupt nicht mehr gesprochen weiden. In diesen' für uns uner» träglichen Verhältnissen, die zu einem finanzielle»» Debacle der meisten Gemeinden und Bezirke führte, hat sich bisher nichts geändert. DaS Finanzministerium bat zwar einen Gesetzentwurf vorbereitet, der die schlimmsten Härten in finanzieller Hinsicht mildern soll. Aber dieser Cnt- ivurf ist ganz unzureichend, seine Verwirklichung überdies a»» eine neue, iickircktc, die Bevölkerung schtver belastende Steiler gebunden. Dem haben »vir u»»scr eigenes Finanzprogramm geaenÄber- gestellt. Aber auch dieser Entwurf belaßt die SökbstverwaltnngSkörper völlig der Willkür der Bürokratie. Nach wie vor sckicht der Landes- ausschuß in sinirlosester, kulturwidrigster Weise die Budgets der Gemeinden und Bezirke zusammen, greift die Regierung in daS Bndgetrecht der Länder ein, nach wie vor sind die Bezirks» und Landesvertretungen nur untergeordnete Organe der Bezirkshauptleute und LandeSPräsi- denten. DaS doppelte Geleise wurde zwar beseitigt, aber zun» Nachteil der Selbswerwaltimg, zugunsten der Bürokratie. ES ist unser fester j Entschluß, diesem Zustand ein Ende zu machen, der die Bevölkerung unter die Vormundschaft der Beamten stellt. Womöglich noch unerfreulicher find die Ber» hältuissc in der staatlichen Administrative: Der Polizeisäbel entscheidet letzten Endes. Die Konfiskationen der Presse gehen»veiter, wegen der geringsten Nichtigkeit werden Verfolgungen eingeleitet uud erfolgen Berurteilu»«gcn, das mrselige Gesetz zun» Schutze der Republik drosselt die politische Betätigung, daS Prcßgesctz das freie Wort. Vorfälle wiejene in Radon» beflecken die Demokratie. Das Ministerium deS Innern, das richtig Polizeiministerium heißen sollte, bildet einen Staat i»n Staate. Dabei errtspricht unsere Verwaltung in keiner Weise den Erfordernissen einer modernen Gesellschaft. Ihr Gang ist schleppend, die Bedürfnisse der Bevölkerung außer Acht lastend. Jedes Amt ist ängstlich auf die Wahrung seiner Kompetenz bedacht,»nag darüber auch daü Wohl des Volles I»» Fransen gehen. Ein Beispiel fiir viele: Wer etwa eine Konzession zum Betriebe einer Autobusunternehmung anstrebt, muß das Gesuch bei der zuständigen Bezirksbehörvc überreichen. Von da geht eS nach langwierigen urrd zeitraubenden Erhebungen an die Landesbehörde, von da ans Handelsministerium, dann ans Eisenbahnmini- strriun», die»»ständige Staatsbahndirektion u»»d das Piistministerium. Ob diese Auszählung erschöpfend ist, wisten wir nicht. Den gleichen Weg acht die Sache wieder zurück an die Bezirksbehörd. Wird das Gesuch abgewiesen, so geht der kllt in zweiter Jnsta»« den gleiche»» Weg. DaS ist Wahnsinn, dessen Methode mir in dem Bestrebe»» liegt, Beamte zu beschäftigen und der Bevölle- rung Schwierigkeiten zu bereiten. Die beschriebene Prozedur erfordert immer Monate, oft Jahre. Und wie rasch und einfach könnte ein solcher Fall erledigt werden. Ma>» schaffe e»»dlich die Bezirkssenate. Diese hätten unter Verständigung aller beteiligten Behörden a»»f möglichst kurze Frstt öffentliche Verhandlung anzuordnen. In Rede und Gegenrede könnte die Sache i»» wenigen Minute» geklärt werden,»vobci die Oestentlichkeit urrd M»»ndlichkeit die Gewähr dafür bietet, daß die Jnteresten der Bevölkerung zur Geltu»»g kommen. Un» der Finanzmisere beizrllommen, sollen Ersparnisse in den Aemtern erzielt werden. Jeder solche Versuch ist, solange daS bestehende Verwaltungsverfahren in Geltung bleibt, aussichtslos. Für vioseS Verfahre»» habe»» wir eher zu wenig als zu viel Beamte. Ein« Abhilfe ist nur da»m möglich,»venn die Bevölkerung in allen Instanzen an der Verwaltung tcilnimmt, und wenn diese dezentralisiert wird. Mit vollem Recht wurde unsere Landeüverwaltung als ein Monstrum bezeichnet,»velche Bezeichnung aber auch a»»f»nanche Ministerien zutrifft. WaS da nn Schiebungen und Nummermachevei geleistet wird, übertrifft alle Vorstellungen. Wir glauben, daß die Demokratisierung der Verwaltung vor allem der Bevölkerung ungeheuren Vorteil brächte, indem nicht mehr totes Papier und weltfremde Beamte, sondern die mitten im Lichen stehenden Menschen entscheide»», und daß sie eine ganz enorme Verringerung unseres Beamten- Heeres und damit ein« wesentliche Herabsetzung deS Prrsoiralauswandcs ermöglichte. Ohne diese Demokratisieruiig der Verwaltung, die ja übrigens in Englaiw zun» guten Teil durchgcführt ist, wird die politische Demokratie wertlos, bleibt ein Torso, werden die besten Intentionen der Gesetzgebung vereitelt, die Bevölkerung geschädigt, der Staat schwer belastet. Diese Demokratisierung g»t verwirkliche», ist«unser fester Entschluß. Im eiigstei» Zusammenhänge mit der Büro- kratisterung der Verwaltung steht der vollständige Stillstand in der Regelung der Bezlchun. gen der Bevölkerung z»» eina»»dcr. Mehr als alle anderen Bevölkerungsschichtei» ist die Bürokratie nationalistische»» Erwägungen und Einflüssen zugänglich. Damit mag das Bestreben^ das Ein- driugen nicht-tschechischer Elemente inSbcso»»d«rc ii» die bester bezahlte»» Stelle»» z»» verhindern, ehr mitspielen. Von einer Besserung kanr» weit »r»rd breit»richt die Rede sein. Der Beschluß des böhmischen Landesschulrates, entgegen dem Be- chluste der Laudesvcrtretung, die in einer Schulklasse zulässige Kinderzahl von 60 auf 70 zu erhöhen, ist Nicht rmr ein Beweis für die Ucber- bcblichkeit der Bürokratie, für die Mißachtung, die sie den gewählten Körperschaften entgegenbringt, sondern auch eil» Beweis für den Chan- vinismus dieser Beamtenschaft. Oder man sehe, wie sich der BazirkShauptmann von Loschen über Recht und Gesetz hinwegsetzt, wie er gerade;»» »rovokatorisch die nationale»» Leidenschaften aus. znstacholn sucht, und»»»an bereift, welch unheilvolle»» Einfluß die Bürokratie aus die Regelung der nationale»» Frage nimmt. DaS schwere Unrecht, daS die national einseitige Durchführung der Bodenreform verübt, dauert»»»verändert an. Der gofetzwidrig zusamincngesetzte BodenauS- schuß, von dem die nationale» Minderheiten aus. geschlossen, amtiert lustig»veitei. Der Abbai» deutscher Staatsangestellten hat nicht aufgehört; Po» einer Wiedergutmachung begangenen Unrechtes ist keine Rede. Bor allein ist aber di« Slb- hängigkeit unseres Schulwesens von fremdnatio- nalen Beamte»» für u»»S»»»erträglich, und der oben angeführte Beschluß deS böhmischen Landesschulrates ein»vei lerer Beweis für di» Driikglichkcit einer Reform. Die kulturelle Autonomie ist nicht»mr das wichtigste Erfordernis unserer nationale»» Selbstbehauptung, sie ist auch die erste Voraussetzung für die Herbeiführung deS nationale»» Friedens im La»»de. Sie ließt derzeit im höchsten Interest« des Staates selbst. Liegen die internationalen Verhältnisse so, daß sich die Tschechosloivakische Republik dei» Luxus leisten kann, ein gutes Drittel ihrer Bc- völkernng in dauerrider Unzufriedenheit z»t erhalten? Kann derjenige über ein kühles, rein verstandesmäßiges Verhältnis zum Staate hin» auskommen, der sich als Staatsbürger zweiter Klasse fühlt? Legt die demokratische Vergangen- heil des tschechischen Dolles, seine Erfahrungc»» in der Zeit vor dem Kriege und im Kriege n»cht die Verpflichtung auf, dafür z»» sorgen, daß der Kn, kulturell so hoch stchenden deutschen Min- it das Gvmhl nationaler Sicherheit gegeben weide? Damit wäre aber auch das schwerste He»»»mniS für eine natürliche Scheidung der Geister»»ach ihren klassenmäßigen Interessen beseitigt, der Kannst seines häßlichsten, des nationalen Charakters entkleidet»md die Bahn freigemacht für einen kulturelle» Wettbewerb der Nationen, der nur die schönsten Früchte tragen könnte. Die völlige Sterilität»»»serer Gesetz- gsbung in bett nationalen Dingen ist für uns auch deshalb unerträglich, weil sie den Kampf der Klassen verschleiert, weil sie bei» deutschen Arbeiter tinb Angestellten hemmt, in voller Solidarität mit seinen tschechische»» Klasse»,genösse» seine ganz« Kraft der körperliche»» und geistigen Hebung feiner Klaste zu widmen. E» gibt keinen Arbeiter der Welt, den» nationaler Chauvinis- nruS so fremd ist, wie do»n deutschen Arbeiter i»» der Tschechoslowakei. Die Erk«»mtniS der Notwendigkeit deS restlosen Zusamme»»arbeitenS mit seinen tschechischen Brüdern drängt ihn von selbst die Notwendigkeit der Beseitigung der Heunn- nisle auf, di« auS der Verschiedenheit der nationalen VollszugShörigkeit hervorgeben. Nicht um | nationale Vorteile zu erzickn, nicht um eine na- Die Fürstin und ihr Bandit. Roman von Georg StreliSker. 13 Deutsche Recht« Th. llnaur Nacht. Verlag. Und ebenso langsam»»nd schwer si»»d die i Fischer im Deltagebiet. Sie singen nicht so ,gern und fröhlich wie die Bauern in der Äein- ; gegend von Odobesti. Doch»venn sie ihre Stim» »men zum Gesänge erheben, bann'» sind cs»nüde, diisterc, mclancholischc Weisen, wehmutsvoll»vie «der Hauch des Windes, der sich int dichten s Schilfrohr verfängt, in dumpfer Resignation ' verklingend. Der große Strom rauscht sei» Sterbelied. [ Und die Fischer vom Strom lauschen andächtig, , wenn sie ihre Netze auslege»». Seine Schwer- ' mut überträgt sich auch auf sie. .„Also ihr»voll« nicht?" sagte der Gendar- ! meriekommandant,„ich werde e»»ch eure Ber- > stocktheit schon austreiben! Man wird ein : Exenrpel statuieren! Die ersten fünf Mann 'vortreten! Abführen! Ich werde mit euch»»och . reden!" Die übrigen jagte er auseinander. Dann befahl er, Balaban» Mutter hera»»znhole>». Sie : lebte bei ihrer verheirateten Tochter in Mal- ' roei, siebe»» Kilometer von Tulcea entfernt. Alan ! schleift« das alte, kranke Weib herbei. „Wo ist dein Sohn?" fuhr sic der Komnian- ■ baut an. Sie wußte es nicht. Sie wußte cS wirklich nicht. „Einsperren!" schrie er seine Polizisten an. Die Fischer, die sich indessen wieder ange- , sammelt hatten', begannen zu ntnrren. DaS ' brachte den Herrn Gendarmeriekommandanten erst recht in Wut. „Ich werde die gailZe Brut zufammentrci- ben, vrüllte er außer sich,„alle Angehörige»« 1 Baiabans sind sofort zu verhaften!" Die Gendarmen zerstreuten sich in alle Winde. Aber zur gleichen Zeit flüchteten zwei Fischersöhne,»velche die Befehle des Kommandanten mit angehört hatten, auf einen leisen Wink deS Aeltesten aus den» Dorfe. Sie liefen auf getre»»nten Wegen dem gleichen Ziele zu, brachen sich durch daS Schilfrohr Dahn, krochen durch daS Gestrüpp, setzten jeder flfr sich allein aus einem kleinen, niorschen Kahn über einen Donauarm und strebten der schmalen, aber dichtbewachsenen Insel zu, die Balaban als Unterschlupf diente. Eine Stunde später wußte er von der 53'"'- haftung seiner Mutter, seiner Schwester u»d seines Schwagers. Ein hcinüicher Signaldienst ging von Hütte zu Hütte, von Dorf zu Dorf. Die Fischer holten wie gewöhnlich ihre Netze ein. Slber in jeder Schar, in.jedem Trupp fehlte einer, manchmal anch zwei und noch mehr, Freunde und Altersgenossen BalabanS, die an verschwiegenen Stellen sich sammelten, Waste» auStanfchte», ihre Mnnition ergänzten. Unheimlich rasch ging daS alles vor sich. Die Empörttng über die Anmaßung deS tlcucn Kommandanten durchzitterte die ganze Bevölkerung. Wohin die Gendarmen kamen, fanden sie leere Hütten. Die Verwandten Baiabans waren rechtzeitig unterrichtet worden u»ld hatten die Flucht ergriffen. Der Konrmandalit tobte, als man ihm davon Meldung eÄtattete. Er hatte i»» einer Schenk« auf der Straße nach Tulcea sein.Hauptquartier aufgeschlagen und eine Patrouille von sechs Mann bei sich. Aber sein Toben wurde jäh unterbrochen, als ein Hüne von einem Kerl blitzschnell die Tür anfstieh und ihn» die Pistole auf die Brust setzte. Der Koinmandant zog den Revolver und schoß. Doch der Wirt fiel ihm a»«schei»»end aus Schrecke»» über den unerwarteten Uebevfall in den Arm, so daß die Kugel sich i»» die Decke bohrte. Im gleichen Augenblick sprangen durch die beide»» geöffneten Fenster Männer herein, vier, acht, zwölf, schließlich zwanzig an der Zahl, Masken vor das Gesicht gebunden, damit man sie nickt erkennen konnte,»varsen sich über die fünf Gendarmen, die sich noch im Zimmer befanden, während der Poften vor dem Hause in der gleichen Sekunde einen Faustschlag auf den Nacken erhielt, daß er lautlos Mammenbrach. In wenigen Minuten waren der Kommandant und feine Leute ihrer Uniformen beraubt. „Wo hast du meine Mutter, Herr Kom- maiwaut?" schrie Balaban. Der Gendarmerieoffizier schnaubte in ohnmächtigem Zorn: ,Lch habe sie ins Gefängnis nach Tulcea bringen lasten. Und dort wird sie bleiben, bis du dich freiwillig stellst." „Und wen»» ich dich töte?" ,^Dann wird man deine Mutter töten, du Hundsfott!" Balaban erhob den Arm. Aber gleich darauf ließ er ihn»vieder fallen, nahm den Revolver u»w den Säbel des Kommandant«»» an sich und verließ das Zimmer. Fünf von seine»» Leuten blieben zurück. Der Wirt bogan»» laut um Hilfe zu schreien. Ala»» steckte ihn» einen Knebel in den Mund und band ihn an einen Stuhl fest. Er lächelte dankbar. Der Herr Kommandant sollte um Gottes willen nicht meine»», daß er, der Besitzer dieses Hanfes, mit Balaban und den Sei»»e>» im Bu»Äe»väre. Darum hatte er a»»ch, als alles vorüber»var,»»och gellend um Hilfe geschrien. Eine halbe Stunde später rückte ahnungS- lvs eine auSgesa»»dte Gendarmeriepatrouille auf die Schenke an. Bon der Stmße her kan» ein Warnmigs- pfist. Die fiinf Leute Baiabans spvange»» rasch aus dem Fenster. Der Wirt stickte flugs den Knebel aus dem Mund und brsillte nach Kräften. Die Patrouille drang mit vorgehaltenem Gewehr ins Haus. Sie fand den Herrn Kommandanten in Unterhosen und Hemd gebu»»den aus dem Fußboden liegen. sofort die Keck verfolgen!" schrie er, als »na» ihn der Fesseln entledigen wollte. Er selbst schlüpfte in die Hosen des Wirtes, band die Übrigen, mit ihm überfallenen Geickarmen los, versetzte jedem eine schallende Ohrfeige, bespie sie, nannte sie evbärnckiche Feiglinge und bearbeitete dann den schmerzlich hemeiwen Wirt mit seinen Fäusten. Die zur Verfolgung befohlene Patrouille kam unverrichteter Dinge wieder zurück. Bon Balaban und seinen HÄfern fehlte jede Spur. Indessen herrschte in Tulcea große Aufregung. Gin Sohn stlchte seine Mutter mw tand sie nicht. Da» war Balaban. Die dicken Gofä»raniSmauern ließen sich nicht durchbrechen, das schwere, eiserne Tor nicht stürmen. Soldaten ber Armee hielten Wach«. Aber eine Mutter suchte ihr Kind und fand es auch nicht. DaS»var die Frach des Herrn Gendarmcrittommandanten, der erst abends bei feiner Rückkehr von dem Unglück erfuhr. Seine sechsjährige Tochter Elena sollte etwas vom Krämer herübevholen, der um die Straßenecke feinen Laden hatte. Der Händler gab ihr das Gewünschte. Seither hatte man nichts mehr von ihr gesehen, Sie»var und blieb verschwunden. Aber nachts un» zwölf, als der Herr Kon». Mandant verzweifelt von der Präfektur nach Hause kam, hoffnungslos, fein Kind wiederzufinden, hing an der Tür ein Zettel. Darauf stand in ungelenken Zügen: „Gib meine Mutter und die Schwester frei, dann bringe ich dir die Tochter wieder! Balaban." (Fortsetzung folgt.) Rr. 169.• Sonntag, 20. Juli 1030. ine o. 1930 werden Luxem- Jtalie- wurden 4 1 1 d i e Mo». Der Aufschwung der Eisernen Internatirnnle Nahezu 8 Millionen Mitglieder. Arbeitsleistung zu vollbringen ver, mögen. Als den Vertreter» unseres Verbandes zugemutet wurde,««her dieses unerhörte Ansinnen der Unternehmer zu verhandeln, haben wir mit einem entschiedenen Nein geantwortet, da ein Ber- trag mit einer Leistungsklansel für die Arbeiter« schast jeden Titln und Wert verliert. Die christlichen Sekretäre schließen dieser Schandabkommen nicht nur ab, sie hüben es damit auch so eilig, daß sie darüber nicht einmal di« eigen« Mitgliedschaft in Versammlungen die Entscheidung fällen lassen. In einer von zwölf Personen besuchten Konferenz haben die christlichen Sekretäre am 13. Juli beschließen lassen, daß dieser Akkordvertrag, der die Bauarbeiter zu völlig rechtlosen Mensche» macht, in Kraft tritt. Die Mitglieder dieser Gewerkschaft haben diesen Vertrag nur zur Kenntnis zu nehmen, obwohl sie Uliter seinen furchtbaren Bcstiminunge», die nun in Geltung treten, ebenfalls fronen müssen." Der überaus krasse Fall beweist schlagend, daß diese christlichsoziale Gewerkschaft nicht die Interesse» der Bauarbeiter gewahrt hat. Die Unternehmer könncil mit diesem Abkommen, das tatsächlich seinesgleichen Wt, wirklich zufrieden sein, khrMchsozialer Arbetterverrat. Unter denk Titel„An den Pranger mit den christlichsozialen Gewerkschaften" schreibt das Organ der Bauarbeiter„Der Bund" u. a. folgendes: «Der Verband der christlichen Fabrik- und Bauarbeiter, der im ganzen Staatsgebiete nur einige Hunderte von Bauarbeitern als Mitglieder zählt, hat an de» Bauarbeitern eine Handlung begangen, die in der Geschichte der Äauarbeiterbewogung ohne Gleichnis dastcht. Die Scllrctärc dieses Verbandes, die vor- gebeu, Arbeiter!nteressen vertreten zu wollen, haben für die politischen Bezirke Schluckcnau, Rumburg und Warnsdorf einen Akkordvertrag mit Leistnngsklauscl abgeschlossen. Durch diesen Vertragsabschluß, wozu kein einziger stichhältiger Entschuldiguugsgrund angeführt werden kann, wurden die Grundlagen unserer bisherigen Verträge, der vertragsmäßige Mindestftundenlohn, beseitigt. Rach den Bestimmungen dieses Abkommens habe» nur noch jene Bauarbeiter Anspruch auf einen bestimmten Stundenloh», die die von d,en Bauunternehmern gewünschte ISS» v 1 Dian sieht aber erst am Vergleich der Mandatszahlen, wie verheerend der kommunistische Putsch gewirkt hat und wie dank den Kommunisten in einem, vordem von der tlassenbewnß ten Arbeiterschaft beherrschten Betrieb nun real, tionäre Gewerkschaften tvie die nationalsozialistisch« und die christlichioziale festen Fuß faßten, Es hatten Mandate: zu S Millionen Mitglieder.- Fast 48 Millionen Schweizer Franke« an Kampsunterstützungen in drei Fahren.- lieber 100 Millionen Schweizer Franken Vermögen! .. 280 .. ISS .. Kl .. öS .. 18 Se«tschnati>«aie„Fürsorge" illr Landarbeiter. Die denlschnationate Fraktion Hane zum Haushalr des deuisck>eu Reichsarbeilsiuiuistenunw einen Antrag im Reichstag cingcbracht, der laute«: „Die Reichsregierung wird ersuch«, dur» J'ntcresien der Arbeiter und NiMestellten vorgcschricbene» Weg unbeirrt durch alle Angriffe, von welcher Seite inmier sie lomincu mögen, weiter. Das wichtigste ist unS das Verlraltei» der deutsche«» Arbeiter und Angestellten in diesen» Staate«n»d die uns vor» unserer internationalen Gesinnmig diktierte Zusammenarbeit«nit unseren tschechischen Geiwssen! I»» den nächsten Tage«» scho«»»verden wir vor unsere Vertvanenspersonen hiutretcn, ihnen das Ergebnis unserer Tätigkeit vorlcgeir. Sic werden das letzte Wort haben! Dr. Carl Heller. Richtigsteknng. In den« Artikel„Rückblick und Ausblick, IH. Die Sterten»", der in der Somstagnummer unseres Blattes abgedruckt war, hat sich ein Irrtum eingeschlichen. Die Steuer von Einkommen über 1,200.000 X beträgt nicht 37.000 Kronen, sondern 20 Prozent der BemessungS- grundlage weniger 37.000 X. Bei 1,200.000 Kronen also 203.000 Kronen. Das ändert natürlich nichts an der grundsätzlichen Auffasiuirg, daß eine ausgiebige Mehrbelastung der hohe«! Einkommen durchaus am Platze toäre,«venu sie auch nicht das Vier- und Fünffache der heutige»» Steuersätze betrage»» könnte. Ferner ist z>» bemerken, daß eine Motorfahrzeugsteuer für Zwecke des Straßcnfonds bereits bckteht. Sie erfaßt aber nicht nur Luxusautomooile, sondern auch Fahrzeuge, die zu Geschäfts- und BerkchrS- jwcckei«. dienen, und sogar Lastautomobile. Kommunisten.... Freie Gewerkschaft.. Nationalsozialisten.. Cbristlichsoziale... Tschechen Bon den neu»t Mandaten, kau verloren hat— cs sind sämtliche, die es hatte— sind nur zwei an die tiassenbewußte sozialistische Arbeiterschaft zurnckgefallen. Bier haben die Hakcnkreuzfaseisten, eines haben die Klerikalen, rille» die Tschechen geerbt. Selbstverständlich feiern die Hakenkreuzler den „großen Sieg" in Unterreichenau, Und zuversichtlich hoffen sie. in beit noch stark mit Komniu- nisten durchsetzten Betriebe«« auf weitere Siege. Leider nicht mit Unrecht. Vom Staliuismua zum Faskismus ist nur ein kleiner Schritt und mindc stens die Hälfte aller Arbeiter, die durch die Mos- kancr Rekrutenschule des Fasklsmus gegangen sind, bleibe», beim Hakenkreuz hängen. hoch, tveil die Ergebnisse der weitgehenden gegenseitigen Hilfeleistung der vier skandinavischen Staaten hier nicht inbegriffen sind. An notleidende Verbände«vurde(meist bei großen Streik's) durch bett Bund die stattliche Summe von 1,068.000 Franken zur Auszahlung gebracht. Daneben fuhrt der Bund wohl als erste der Be- rufsinternationalcn eine ständige gemeinsame Propagandaaktion in Frankreich durch und erhält in Lothringen ein besonderes Provaganda- fekretariat für die Arbeiter der Schwereisenindu- itric. Die Mittel für dieses Sekretariat gemeinsam von Deutschland, Belgien, bürg und Frankreich aufgebracht. Den« Nischen GewerkschastSbuno in Paris 7000 Franke«« zur Verfügung gestellt. Ten» Internationalen Bund obliegt es natürlich, die Entwicklung der Weltwirtschaft ul verfolgen, daniit daraus die notwendigen Schlüsse für die zukünftigen Kämpfe gezogen werde«« können. So finde«»»vir ii» dem Bericht ein äußerst reichhaltiges Material über die Weltproduktion, über die internationalen Kartellierun- gen besonders der Schwereisenindustrie, über die Ergebnisse der Nationalisierung, über die Lohnverhältnisse in den einzelnen Ländern nsw. Man ist überrascht, zu vernehmen, daß es auf der ganzen Welt über 14 Millionen Persone«« gibt, welche in der Gesamt-Metallindustrie beschäftigt sind. Europa steht mit 10 Millione«« und hier wieder mit dreiemdrittel Millionen Deutschland an der Spitze. In A«nerika gibt es drei Millionen Metallarbeiter, davon natürlich mit Ausnahme von 115.000 alle in den Bereinigte« Staaten. Aber auch Asien hat ihrer«nehr als dreiviertel Millionen, davon fast eine halbe Million in Britifch-Jndien, der Rest in Japan, in Australien sind eü 97.000 und in Afrika 84.000 Menschen, welche in der Metallindustrie arbeiten. Faßt mai« demgegenüber die Zahl der dem Bund angeschlossenen Organisierten zusammen, so ergibt sich, oaß cs nur ein Siebentel ist und wollte mai« alle in Betracht kommenden Organisationen schätzungsweise vergleichen, so käme man zu dem Ergebnis, daß höchstens ein Drittel aller Metallarbeiter organisiert ist, zwei Drittel jedoch ; indifferent sind. Das Hauptreservoir deS Jndif- ' fcrentiSmuS liegt in Frankreich, Großbritan- . nie«, Deutschland sowie in den Bereinigten i Staaten und in Asien. ES wird noch einer lang- ! wierigen Arbeit bedürfen, um alle LandeSorga« i nifationen so schlagfertig zu gestalten, wie eS . wünschbar wäre, und man darf nicht vergessen, > daß dies die erste und wichtigste Voraussetzung > einer ersprießlichen Arbeft der Internationale ist. \ Wie ungeheuer schwer eS ist, die Wirksam- , keit der einzelnen Verbände auf einen General» ' neuner zu bringen, erweist am beste»« der bei- ' gegebene Lohnvergleich. Da sehen wir, daß für , gelernte Metallarbeiter in den Bereinigten | Staaten ein St»»ndenlohn von 8.32 Schweizer ; Franken gezahlt wird, in Oesterreich aber«in , solcher von 62 Centimes, also ein Fünftel! Da« , zwischen finden wir Schwankuilgen von kaum i glaublicher Größe, in Europa allein bewegen sich ' die Stuudenlöhne gelernter Metallarbeiter zwi- ; scheu 2.19 Franken(Däneinark) und 0.62 Fr. '(Oesterreich), jene der ungelernten in denselben Ländern zwischen 1.68 Fr. und 0.52 Fr. Das , sind Differenzen von 800 und mehr Prozent und \ wenngleich die tatsächlichen Verdienste ja Aerin« , ger variieren dürften als die tarifmäßige« , Löhne, die zunlcift als Grundlage genommen . werden, so sind die Unterschiede dennoch bitter : genug und sie zeigen deutlich, wo gearbeitet , werden muß. Noch Mannigfaches ließe sich aus dem hochinteressanten Bericht anführrn. Aber schon das, »vas»vir anführtcn, beweist deutlich den weitgespannten Wirkungskreis einer unserer stärksten Berussinternationalen, beweist auch die Kraft, die ihr durch ihre anaegliedcrtcn Verbände innewohnt. Die Gewerkschaftsinternationale ebenso tvie die gesamte Arbeiterbewegung, sie dürfen stolz sein auf den cisenler« Weltbund ver Arbeit, oer emsig und beharrlich, ohne großes Geschrei , I. B. Die Resystemifierung. Die„Rür. Lisiu" nielden, daß die näihste Sitzung der ministeriellen Pcrsonaltvmmission auf den 25. August anberaumt wurde. Die Kommission soll dabei in den noch nicht beendeten Resystemisierung». arbeiten fortfahren. Man erwartet, daß diese Arbeiten noch mindestens einen Monat in An sprnch nehmen werde». «wWpniii Empfehlenswertes aus»en Programmen, Montag. WH:««.SO—U.io«leberrrtemte aut Bnöte. 16.su D«ul Ehristlichsoziale... Tscheche» Kominunisten.... sieht aber erst an« Vergleich der Man Zu dem am 27. Ang. u. den folgenden Tage«» I in Kopenhagen stattfindendcu 12. Internationa-( len Metallarbcitcrkougreß gibt das Sekretariat i des Internationalen Mctallarbeiterbuudcs einen I umfangreichen, 850 Seiten zählenden und außer- I ordentlich aufschlußreichen Bericht heraus, der ein ausgezeichnetes Bild über die vielseitige Tä tigkeit des Bundes und der ihm angeschlossene»» LandeSorganisotioneu vermittelt. Dem Bilnd sind derzeit 40 Berbä»»dc in 19 1 Ländern angeschlossen, die Zahl der Mitglieder ist von 1927 bis 1929 von 1,617.449 aus 1,841.389 gestiegen. Da jedoch der Deutsche Me- i taltarbeiterverband erst»nit 866.000, der schwe dische mit 89.000 Mitgliedern ausacwiesen ist, jener aber bereits 960.000, dieser»iber 100.000 Mitglieder zählt, ist die tatsächliche Mitglieder zahl von zwei Millionen kann» weil entfernt. Den» Bund gehören alle europäischen Metall« arbciterverbände an, aus Großbritanuicu sind 13 Verbände, welche zur„Britischen Abteilu»»g des IMB" zusainmengcschlosscn sind, den« Bunde zugehörig; ferner gehört ihm die Inter nationale Vereinigung der Maschinenbauer in Washi»»gton seit dem Jahre 1926 wieder an. Ueber die Kraft der einzelnen Verbände in formieren reichhaltige Tabellen. Ihre Einnah men betrugen im Jahr 1928 nicht weniger als 103.5 Millionen Schweizer Franken, im Durch- chnitt 61.34 Fr. pro Mitglied. An erster Stelle tchci» die dänischen Organisationen mit rund 280 Franken jährlicher Einnahme pro Mitglied, an letzter der jugoslawische Metallarbeiterver band mit 10 Franken. In diesen Ziffern kommt die Verschiedenartigkeit der ÄrbeitSmöalichkeiten in den einzelnen Ländern llar zum Ausdruck. Dir Einnahmen des Deutschen Metallarbeiterverban- deS heute« sich pro Mitglied an den gesamten Durchschnitt, sie betragen 64 Franken. An Ver mögen weifen die Verbände rund 106 Millio nen Schweizer Franken aus, darunter allein die Britische Abteilung 58 Millionen. In Wahrheit ist aber das Vermögen der Verbände mindestens doppelt so hoch, da vicke Organisationen, in er ster Linie der mächtige Deuttche Metallarbeiter verband, ihre WiderstandSfonoS nicht angeben. De« Einnahmen stehen natürlich große Verpflichtungen gegenüber. Der Kampfcharakter der Eisernen Internationale kann am besten daran erkannt werden, daß die Berbärldc in den Jahren 1926 bis 1928 nicht weniger als 42 Millionen Schiveizer Franken an Streik- und Maßregelungsunterstützungen verausgabt haben. Darunter steht Deutschland mtt rund 26 Millio nen weitaus an der Spitze, der schwedische Ver band mußte 2,7 Millionen aufwcnden, der nor- wegifche 2,4 Millionen, der finnische 1.4 Mil lionen und der belgische 1.3 Millionen Schweizer Zrankeu. Noch großer waren die Belastungen «r die AtbeitSlosenunteHützungen; sie betrugen n den angeführten drei Jahre« nähezi» 80 Mil lionen Franken, bei Krankheit«nid Todesfall rund 80 Millionen Franke«, an sonstigen Unter stützungen wurden 15 Millionen Franken auSbe- zahlt. Als«euerer Zweig der gewerkschaftlichen UnterftötzungStätiakeit kommen die Alters- und Jnvalidenunterstutzimgen in Frage, für welche r»nü> 600.000 Franken auSbezahlt wurden; die Belastungen aus diesen« Titel werden natürlich mit den Jcchren erheblich ansteigen. An Streiks um Aussperrungen mußten die angeschlossenen Berbändc in den drei Berichts jahren 1815 nttt 625.000 beteiligten BcrbaudS- miWeder»« führen, Lohnbewegungen ohne Ar beitseinstellung gab eS fast 9000 mit über vier Millionen beteiligten BerbemdSmitgliedern. Das bedeutet also, daß in den drei Jahren für jedes BerbandSmitglied durchschnittlich 2.25 Bctveglln- ge>« gef»"»hrt wurden, die fast alle mit einem Er folg endeten. Daß dein Internationalen Metallarbeiter bund die gegenseitige Solidarität nicht nur eine leere Phrase ist, das erweist das Ergebnis der i gegenseitigen Hilfstätigkeit in den letzten zehn i Jahren. Außc» den regttlären Beiträgen an den Bund brachten die Berbändc fiir die gegenseitige ' Hilfeleistung 1,105.000 Schweizer Franken auf,, fc. : doch ist in Wahrheit die Summe etwa doppelt so I treu seine Pflichten erftillt. llnlertaIlunttsni|K.— SmMm: 1680 UnletMümoMoniett.— 18: eetalUfctttn, DtovtantlletliAe. 10.30 CKetetien. mulR.— UH*:».«6-16.80 OtMtet(wer, 17JM—19.30 5e! verton,erl.— MÜi«: l’.OO fwniMMtn O*em. 16.80 61« 17.40 Settelaet SYniphonieorchcher.— MMei Mui», 17.08 gchIv!eI-lIe»er:rW*n, ni M*n_, (tetftnjet Bon JWtnftetj“. CMx v»n w-ver.—«NUtMÜ: 12.16 Lerchetlen tVch«Wk«*e->.—«ch,.-».«6»HOnctSo- icheich. 80.30^lUnMlenaht Kor,»er: M Mover CDWUmli oechefter«.- Mtaftl 77. M, ft.4#>ch MM urte.— 1m6m 7:»4X» OrMMMmrt, 11.40«muki.— bäte* 71: M.40 e»!ifte«foiuerf.— fMU sEMUlrm*): 00.00 e»Hchch»*tch«*nri.— A«>:»!.« ch»*j»»t. Dieusta«. Bete: IS.»—10.00 Dte»ch« Aechu**: Dir. g. Rot: ai*»i ikniao teo Koni»»«. M.SO-OMO UM»k»*»r:.— S 18.M-U« MU*t«B«4er:, UM~i9M Leiche SerchuW.- «. Ke