Nr. 31. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungss Preislifte für 1899 unter r. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen, forte Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernspredjer: Bmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Den Vorfall, der zu dem Prozeß führte, sowie den Inhalt der Anklage und des Urtheils schildern wir unten aus führlich. Sonntag, den 5. Februar 1899. halten. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. 53 Jahre Zuchthaus. Inmitten aller dieser Unterdrückungsbestrebungen aber weil sie in der Hut der Märker steht, in deren Land ihre Wurzeln schritt die Arbeiterklasse voran und bei der vorjährigen sich befinden. Sie hat manchen Sturm durchgemacht und oft ausDas Magdeburger Majestätsbeleidigungs Urtheil, das Reichstagswahl kurz vor dem bösen Vorfall, aus dem zugehen gedroht; aber der Stamm und das Reislein, in die 4 Jahre Gefängniß verfügte, ist weit in den Schatten gestellt. der jetzige Prozeß erwuchs- erzielte die Sozialdemokratie märkischen Sande geſentt, wird, so Gott will, in alle Ewigkeit Die Dresdener Justiz hat ein Urtheil gegen Arbeiter die Hälfte aller Stimmen des ganzen Landes. In gefällt, wie es die opferreiche Geschichte der deutschen Arbeiter den brei Dresdener Wahlkreisen unterlagen die Kandi- was ich dazu vermag. Auch die Reise an die gelobten Stätten Ich kann somit heute nur von neuem geloben, Alles zu thun, Klasse noch nicht kannte. 53 Jahre Zuchthaus und 8 Jahre daten der Kapitalisten Parteien. Darob wiederum ver- und die geheiligten Orte wird mir behilflich sein, um diesen Gefängniß wurden über 9 Arbeiter verhängt. Ein Arbeiter mehrte, vervielfacht grimme Wuth bei den Besitzenden und Baum zu beschüßen und zu fördern und zu pflegen, wie ein guter ist zu zehn, einer zu neun, einer zu acht, zwei sind zu je Herrschenden... Gärtner die Zweige zurückzuschneiden, die überflüssig find; fieben, zwei zu je sechs Jahren Zuchthaus und zwei zu je vier Dies ist der Hintergrund, auf dem sich auch jene Tragödie auf die Thiere zu gehen, die seine Wurzeln benagen wollen, Jahren Gefängniß verurtheilt. bollzog, von der wir heut berichten. um fie auszurotten. Ich hoffe dann das Bild zu sehen, daß Ins Zuchthaus wandern Arbeiter, Familienväter wegen mi che I, die hand am Schwertknauf, den Blick nach außen, der Baum sich herrlich entwickelt, und vor ihm steht der deutsche einer vorschnellen Handlung, die genugsam mit einigen um ihn zu beschirmen. Sicher ist der Friede, der hinter dem Monaten Gefängniß gefühnt sein mochte. Ins Zuchthaus Schild und unter dem Schwert des deutschen Michel steht. auf 6, 8, 9, 10 Jahre. Menschenopfer unerhört." Es ist ja ein herrliches Beginnen für alle Völker, den Frieden herbeiführen zu wollen; aber es wird ein Fehler bei den ganzen Berechnungen angestellt. So lange in der Menschheit die unerlöfte Sünde herrscht, so lange wird es Kriege und Haß, Neid und Zwietracht geben, und so lange wird ein Mensch versuchen, den anderen zu übervortheilen. Was aber unter Mißbilligen wir das Verhalten der Arbeiter, so berden Menschen, das ist auch unter den Völkern Gesetz. Deswegen schwindet jedoch jeder Unwille über dieses Verhalten gegenwollen wir trachten, daß wir Germanen wenigstens zusammenüber der Furchtbarkeit des Urtheils, das gegen sie verhängt halten wie ein fester Block. An diesem Rocher de bronce des Der Kaiser hat auch heuer beim Diner des Branden deutschen Voltes, draußen weit über die Meere und bei uns zu wurde und für dessen Charakteristik es schwer ist, geeignete burgischen Provinzial- Landtages einen längeren Haus in Europa, möge sich jede den Frieden bedräuende Worte zu finden. Schon daß man einige der Angeklagten wegen ver laut im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht ist, demzufolge das find die Märker; und da ich annehme, daß es Ihnen nicht schwer Trinkspruch dargeboten. Wir schicken voraus, daß der Wort- elle brechen! Wer mir dann zuerst zu helfen berufen ist, das ist die Mark, suchten Todtsch I a gls verurtheilt hat, beweist, wie wenig nach der Theorie Ballestrem- der parlamentarischen Erfallen kann, dem schwarz- weißen Banner und Ihrem rothen, dem der die Geschworenen die Seele und Sprache des Volkes berörterung der Rede kein Hinderniß entgegensteht. Wir geben markgrafen, zu folgen, so hoffe ich, daß ich dafür Verständniß standen haben. Wer die gemüthlichen Sachsen kennt, und schon aus diesem Grunde die Ansprache in Attentreue wieder: unter Ihnen finde, daß ich mich auf die Mark zu stüzen beabsichtige wer weiß, daß die Angeklagten fast alle völlig unbescholtene Familienbäter waren, der wird sich sagen, daß trotz des Geredes bom Todtschlagen" feiner daran gedacht hat, den Slemm wirklich tödten zu wollen. Es liegt uns fern, die von den Bauarbeitern begangene Körperverlegung irgendwie zu beschönigen. Hätten die Leute an jenem Abende nicht in der Trunkenheit der Pflichten bergessen, die vor allem der Sozialismus, der Feind jeder Rohheit und Gewalt, seinen Bekennern predigt, so wäre es nicht soweit gekommen. 11 Wie tief aufgewühlt ist unser Zeitalter, daß es solche Geschehnisse gebiert. Wie im Innersten zerrüttet ist unser Staats- und Gesellschaftswesen, daß solche Schrecknisse Wirklichkeit sind! Märker- Rede 1899. Mein verehrter Oberpräsident und liebe Brandenburger Männer! nach wie vor, und daß ich dabei auf Ihre getreue Mitarbeit rechne. Daher erhebe ich das Glas und rufe, es lebe die Mark BrandenDie Rede, die wir soeben vernommen haben, hat in patriotischer burg und ihre Mitglieder! Hurrah! Hurrah! Hurrah! Weise, vergoldet mit poetischem Schwung, die Thaten meines Hauses Wie immer, wenn der Kaiser zu seinen Märkern spricht, Nicht weniger auffällig ist die Versagung der mildern und die Geschichte unseres Voltes in furzen Umrissen dargelegt. entfaltet er einen besonderen Schwung, und sein an WildenBen Umstände. Wenn ein Mann wie der Angeklagte Ich glaube wohl aus dem Herzen eines jeden von Ihnen zu sprechen, entfaltet er einen besonderen Schwung, und sein an WildenWobst 50 Jahre alt geworden ist, ohne je mit dem Straf- wenn ich sage, daß zwei Umstände es gewesen sind, welche es bruch und Lauff geschultes poetisches Gefühl lebt sich in gesek in Konflikt zu kommen, so pflegt man das in der Recht- gabe in dieser Weise zu lösen. Der eine, der Hauptumistand, ist der fische Sand schimmert in jener Schein- Dürre, die doch für meinen Vorfahren und meinem Hauje ermöglicht haben, diese Auf- vaterländischen Bildern aus. Die Eichen rauschen, der mär sprechung allgemein als einen mildernden Umstand im höchsten gewesen, daß sie vor allen anderen Fürsten und schon zu einer Zeit, Eichen Tropen- Fruchtbarkeit birgt, und die märkischen Seen in zu Sinne gelten zu lassen. wo vielleicht dergleichen Gedanken und Gefühle noch nicht gang- erglänzen weit hinaus. Die Staffage für diese Landschaft Auch die Trunkenheit der Angeklagten blieb unberück- bar waren, die persönliche Verantwortlichkeit dem Herrscher bilden der deutsche Michel, die eine Hand am Schwertsichtigt und unberücksichtigt blieb die Thatsache, daß, wenn im Himmel gegenüber fühlten und vertraten. Der zweite Umfnauf, die andere gerichtet zum Fahneneide nach oben auch anfangs der Bauunternehmer Klemm ernstlich verletzt stand war der, daß sie das Volk der Märker hinter sich Gott ist in der Weise altgermanischer Auffassung als mili schien, er doch nach kurzer Zeit bereits, wie die Aerzte fest- hatten. stellten, völlig geheilt war. Unberücksichtigt blieb vor allem Wenn wir uns in den Augenblick versetzen, wo der Landes- tärischer Heerführer gedacht, bildet das rothe Banner, die schwere Reizung, welche das Verhalten des Bauunter- hauptmann und zum Kurfürsten ernannte Friedrich I. sein herr das den Märkern voranweht, bilden wohl auch die der Eiche nehmers, sein blindwüthiges Darauflosschießen, hervorbringen die damals in liches fränkisches Heimathland mit der Mart vertauschte, Wurzeln benagenden Thiere, auf die der Kaiser wie ein einem Zustande war, wie wir es uns guter Gärtner geht, um sie auszurotten. and the s mußte. faum nach den Beschreibungen der Historiker vorstellen können, Man kann verschiedener Meinung sein, was das für Unberücksichtigt blieb endlich der Ursprung des Kra- so ist dieser Tausch nur so zu verstehen, daß der Herr in sich den Thiere sind, d. h. welche Menschen und Richtungen sie walls. Die verderbliche Ueberarbeit, die der ge- Beruf fühlte, in dieses Land zu ziehen, welches ihm anvertraut war symbolisch versinnbildlichen sollen. Je nach Je nach der polifammten Klasse schweren Schaden zufügt, die andere Arbeiter von kaiserlicher Huld, um hier geordnete Zustände herbeizuführen, tischen Meinung wird man das poetische Gleichniß arbeitslos macht und die Gesundheit der arbeitenden Bevölke- nicht blos um des Kaisers willen, oder um seiner selbst willen, rung untergräbt, hatte berechtigten Groll in den nun Ver- sondern weil er überzeugt war, daß ihm die Aufgabe von oben außerhalb des Reichstages natürlich verschieden ausfüllen: Polen, Welfen, Dänen, lippische Partikularisten, Agrarier, urtheilten erzeugt. Das ursprüngliche Motiv, das diese Arbeiter gestellt war. Leitete, war wahrlich kein niedriges. Junker, Juden, Ultramontane, Freigeister, Militaristen, Abonnenten des Deutschen Postboten", Professoren, Stummleute, Sozialdemokraten, Anarchisten, Byzantiner, Bureaukraten, Tendenzrichter, Friedensfreunde und Friedensfeinde, Reserveleutnants, die unholde Schaar der Prostitution und des Alkoholismus, Terroriſten und Streifbrecher- Bismärder und Bismardfrondeurs- doch halt! die legteren hält der Kaiser sicher Doch selbst wenn man keine mildernden Umstände bewilligen wollte- welch ungeheuerliches Strafmaß! Dasselbe können wir bei allen meinen Vorfahren verfolgen. Die großen Kämpfe nach außen, die Entwickelung und die Gejezz gebung nach innen sind immer mir von dem Gedanken geleitet gewesen der Verantwortlichkeit für das ihm untergebene Volt, für das ihm anvertraute Land. Der Herr Oberpräsident hat gütigerweise unserer Reise gedacht und der dort von mir vollzogenen hatsachen. Für jeden der Angeklagten, bei denen der schwere Landfriedensbruch ohne das erschwerende Moment des versuchten Todtschlags bejaht worden war, sechs Jahre Zucht haus! Für den Arbeiter Zwahr, weil er vorangegangen hebender Natur an meinem Auge vorübergezogen sind, theils nicht für Schädlinge. Die Zeit der Handlanger" ist vorüber war, zehn Jahre, das höchste vom Gesek zu- religiöjer, theils historischer Art, theils auch aus und die" Paladine" find wieder in ihren Ruhm eingesetzt. gelassene Strafmaß! dem modernen Leben. Aber von allen Eindrücken der er- Der Kaiser würde in diesem Stampf aller gegen alle, Sieben Menschenleben vernichtet, denn das bedeuten diese habendste und ergreifendste war dech nächst unserer Feier in unserer in dem jeder den anderen als den Quell des Unheils furchtbar hohen Strafen, wegen einer schlimmen, aber unbedachten Kirche der, auf dem Delberg zu stehen und die Stätte zu sehen behauptet auf die unerlöfte Erbsünde zurückführen, That, begangen im Rausche und nach schwerer Reizung durch am Fuße desselben, wo der gewaltigste Kampf, der je auf der jenes kirchliche Dogma, das die Leugner der Willensden Gegner! Erde ausgefochten worden ist, der Kampf um die Gr freiheit geltend machen. Der Mensch muß fündigen, Und selbst für die Leute, die blos schuldig befunden lösung der Menschheit von dem Einen ausgefochten waren, unter der Menge gewesen zu sein, je vier Jahre wurde. Diese Thatsache hat mich dazu bewogen, an dem Tage nachdem einmal Adam seine Freiheit mißbraucht hat. Der Gefängniß! Man vergegenwärtige sich, daß das Gesetz gewissermaßen noch von Neuem mir den Fahneneid zu schwören theologische Nationalismus bekämpfte die alte augustinische, Gefängniß! Man vergegenwärtige sich, daß das Gesez nach oben, nichts unversucht zu lassen, um mein Volk in sich zu auch im Lutherthum vertretene strenge Erbsündenlehre, sie ist dabei eine Strafe von 3 Monaten Gefängniß zuläßt. aber neuerdings von der Orthodoxie wieder aufgenommen. Wahrhaftig, wir wundern uns nicht, wenn uns berichtet wird, einigen und das, was es tremen fönnte, zu beseitigen. Beim Verweilen aber in dem fremden Lande und an den ver- Man weiß, daß der Kaiser als Prinz unter dem Einfluß dieser daß Zuhörer der Urtheilsverkündigung es als einen fast schiedenen Stätten, wo für uns Germanen der uns so theuere Richtung stand. Wir erfahren nun also auch, daß der Haupthöhnisch wirkenden Widerspruch empfunden haben, wenn an- Wald und das schöne Wasser so mangelten, fielen mir die einwand des Kaisers gegen das Zaren- Manifest sein gesichts dieser Strafmaße der Vorsitzende verfündete, es feien Märkischen Seen mit ihrer dunkeln, klaren Fluth und die Märkischen Glaube an die Erbsünde ist. die Unbescholtenheit und die Erregung der Angeklagten Eichen- und Kieferwälder ein, und da dachte ich bei mir, Ein poetisches Bekenntniß, feine historische Darlegung mildernd in Betracht gezogen worden, und wenn den zu die Achsel angesehen werden, in der Mart weit besser will die Rede Wilhelm's II. fein daß wir es doch, trotzdem wir in Europa zuweilen über daher ist es nicht noth7 Jahren Zuchthaus Verurtheilten 3 Monate, den zu 4 Jahren haben, wie in der Fremde. Wenn ich an den Baum, an wendig, diesen Stimmungsäußerungen die Thatsachen der Gefängniß Verurtheilten 6 Wochen ihrer Untersuchungshaft die Behandlung desselben, an die Liebe für den Wald dente, so fällt Geschichte gegenüber zu stellen. Sonst könnte man z. B. angerechnet wurden. mir dabei ein Ereigniß ein, was gerade für uns und den Anfang darauf hinweisen, daß gerade der erfolgreichste Hohenzoller, Sachsen ist der Klassische Boden des Kampfes zwischen des Ausbaues unseres Steiches von hohem Interesse ist. Friedrich II., der Schüler Voltaire's, ein ausgesprochener Proletariat und Reaktion. Rein Hauch eines freigesinnten Bürger- Es war nach den großen erhebenden Vorgängen des Jahres 1870/71. Atheist war, der die Idee von einer persönlichen Verantwort thums ist dorten zu verspüren. In allen Fragen des Rechts und Die Truppen waren wieder eingezogen; der Jubel und die Begeisterung der Freiheit steht die Arbeiterschaft völlig allein. Die herrschende hatten fich gelegt, und die alte Arbeit und die Gründung und Ent- lichkeit dem Herrscher im Himmel gegenüber nichts weniger Klasse führt ein Regiment, in dem Brutalität und Tüde, ge- widelung des neugewonnenen Vaterlandes sollte num beginnen. als gangbar gefunden hat. Da saßen die drei Palladine des großen alten Kaisers zum Die Rede ist mit auffallender Verzögerung der Oeffent fleidet in Formen der Verbindlichkeit und Höflichkeit, ersten Wale allein bei gemeinschaftlichem Wahle, der große General, lichkeit übergeben worden. Es scheint Redaktionsschwierig mit einander wetteifern. Nirgends wurde unter dem der gewaltige Kanzler und der getreue Kriegsminister, und keiten gegeben zu haben, die aber nicht sehr glücklich überSozialisten- Gesez niederträchtiger gekämpft, nirgends wurde nachdem das erste Glas auf den Landesherrn und das Vaterland wunden sind. Ein hervorragendes Stilgefühl haben die in den neueren Jahren der Kampf gegen die Koalitionsfreiheit, geleert worden war, ergriff der Kanzler das Wort und, sich zu Redaktoren jedenfalls an manchen Stellen des Trinkspruchs gegen das Vereins- und Versammlungsrecht, gegen die freie feinen beiden Genossen wendend, fagte er: Wir haben mun Alles er- nicht bewiesen. Presse rücksichtsloser geführt. Die preußischen Stonservativen, reicht, wofür wir gefämpft, gestritten und gelitten haben, wir stehen die Stumm und Klindowström, schauen voll Neid auf die auf der Spizze dessen, was wir uns nur je geträumt haben, was Politit, die in Dresden gemacht wird, auf jene Politit, kann für uns noch irgendwie Interessantes und Erhebendes oder die den Massen des Volkes das Landtags- Wahlrecht zer aneiferndes kommen, nach dem, was wir durchlebt haben? störte. Und wohlbekannt ist die Spruchpraris des höchsten Eine furze Pause folgte darauf, und da sagte der alte Schlachtensächsischen Gerichtshofes, der oft ohne Umschweife die An- Stille verbreitete sich im Zimmer. Ja, meine Herren, der Baum, heute wie anders als gestern! Gestern Sturm, Schwadronen. gehörigen der Arbeiterpartei als minderen Rechtes erklärt hat den wir wachsen schen und für den wir sorgen müssen, ist die hiebe, Präsidial- Nervosität- heute olympische Ruhe, refignirte denn andere Staatsbürger. deutsche Reichseiche. Gesundes Wachsthum ist ihr bestimmt, Abspannung, philosophische Toleranz. Gewitter haben doch tenter mit einem Mal: Den Baum wachsen sehen! und tiefe Politische Uebersicht. Berlin, den 4. Februar. Der Reichstag ihr GuteS— namentlich wenn es am richtigen Ort ein- geschlagen hat. Die heutige Debatte war aber doch recht interessant. Der Fortschrittliche Müller- Sagan begründete in ausführlicher 9tede einen gegen die Maßregelungen der Postbeamten sich richtenden Antrag und sagte dem Herrn Ober-Postchef sehr bittere Wahrheiten. Nachdem dann der Nationalliberale Bassermann, der auch einen lauf Gehaltsverhälwisse bezüglichen) Antrag eingebracht hat, sich ebenfalls gegen die„Gesinnungsschnüffelei" erklärt, dann aber echt nationalliberal die gesinnungöschnüffelnde Post- Verwaltung belobigt hatte, warf sich das konservative Schrcckenskind Graf Klinckowström plötzlich zum frei- willigen Regierungskommissar auf und verübte, anstatt des gedrückt dasitzenden Herrn Podbielski, einen Husarenritt mit Schwadronenhieben in die Luft. Herr Podbielski ließ sich jedoch nicht wieder aufs Eis locken und sprach mit einer Mäßigung, die jeden in Erstaunen versetzen mußte, der Zeuge seiner gestrigen Leistungen gewesen. Freilich— die Gegensätze berühren sich, und auf Gefühlsüberschwana folgt in der Regel Erschlaffung. Das ist ein Naturgesetz. Herr stlinckow- ström rief dem anonymen Landgraf zu: werde hart! Keine Schwäche mehr gegen Sozialdemokraten! Wer Sozial- demokrat ist, kann nicht Beamter sein, denn die Sozial- demokratie will den Staat vernichten l Der Klinckowström'sche Erguß wurde vom tobten Ex-Hofprediger S t ö ck e r etwas gemildert, der für seine christliche Sozialdemagogie Reklame zu machen suchte. Ihm nebst seinem Klinckowström wurde von Lieber, der wieder einmal den Demokraten herausbiß, mit obligaten Kulwrkampf-Erinnernngen bedeutet, daß ein Beamter, ebenso wie der Lohnarbeiter, sich nicht mit Haut und Haaren verkauft, und daß der Staat so wenig wie der Arbeitgeber um die Gesinnung des Arbeiters sich um die Gesinnung des Beamten zu kümmern das Recht hat. Eine gründlichere Belehrung und Abstrafung nahm Bebel vor, der den Herren Podbielski, Klinckowström und Stöcker ans- einandersetzte, daß s i e nicht der Staat sind, daß alle Parteien den Staat in ihrem Sinne umzugestalten suchen. und daß keine Partei berechtigt sei, eine andere vom Staat auszuschließen. Herrn Klinckowström. der gesagt hatte, daß seine Partei„klein sei, aber einen großen Einfluß habe", erinnerte Bebel daran, daß das Wort von der„kleinen, aber mächtigen Partei� schon 50 Jahre alt sei. daß diese Partei blos bestehe, weil das deutsche Bürgerthum zu schwach ge- Wesen sei. sie wegzufegen, daß dies aber von der Sozial- demokratie werde besorgt werden. Ob sie. die Herren Junker, dem Vormarsch der Sozialdemokraten sich widersetzten oder nicht, sei gleichgiltig; die Sozialdemokratie werde über diesen Widerstand hinweggehen, wie ein Expreßzug über einen Strohhalm. Herr Schmidt, der den Vorsitz führte, störte heute die Debatte nicht. Damit das komische Element nicht fehle, sprang nun auch Herr v. Kardorff auf die Bühne und fuchtelte niit den Armen in der Lust herum, tz unfähig, einen zusanimenhängenden Satz vorzubringen. Herr Kardorff von Laurahütte war fuchswild über den„Vorwärts", weil er im gestrigen Reichstags- Feuilleton gesagt, Herr v. Podbielski habe sich im Bewußt- sein seiner Schwäche gestärkt. Das sei eine Insulte, die nur durch ein neues Soziali st engesetz(buchstäblich) wirksam zu sühnen sei. Der Herr Post-Staatssekretär habe seit Monaten keinen Tropfen Wein über die Lippen gebracht. Wir sind zerschmettert; wir wollen Buße thun in Sack und Asche und wir widerrufen reuig: nein, er hatte sich nicht gestärkt zu seinem Husarenritt in die Luft, und er kann sich nicht gestärkt haben, denn seine Rede war schwach, seht schwach. Und Herr Müller-Sagan hatte ganz recht: wäre die Presse so boshaft, wie Herr Podbielski sie gc- schildert hat, so würde sie seine(Podbielski's) Rede wörtlich n ach dem unkorrigirten Stenogranim ver- öffentltcht haben. Doch decken wir den Schleier christ- lichen Mitleids über Kardorff. Klinckowström u. s. w. Die heutige Debatte zeigte übrigens noch mehr fast als die gestrige, daß das Staatsideal vom militärischen Staat des blinden Gehorsams und der Kasernendisziplin, das wir neulich den Lesern vorführten, wirklich und ernsthaft das Staatsideal unserer Junker ist. Montag Fortsetzung der heutigen Debatte: Post- und Telegraphen, Reichs druckerei.—- Slerztliche Ehrengerichte. DaS Abgeordnetenhaus überwies heute nach kaum drei- stündiger Verhandlung den Gesetzentwurf betr. die Errichtung ärztlicher Ehrengerichte an eine Kommission von 1t Mit- gliedern. Auf grundsätzliche Gegnerschaft stieß der Entwurf nur bei den Rednern der freisinnigen Volkspartei, den Abgg. Dr. Langer- Hans mid Dr. B i r ch o w. Namentlich der letztgenannte übt» ein« scharfe Kritik an der Vorlage, die er als eine Erniedrigung für den ärztlichen Stand bezeichnete. Im Einzelnen bemängelte er besonders den durch den Entwurf den Oberpräsidcnten ein- geräumten Einfluß, die das Recht haben sollen, persönlich oder durch«inen Vertreter an den Verhandlungen des Ehrengerichts theilzunehmen. Ferner vermißte er eine genaue Definition des Begriffes„BecufSpflichten", von denen in der Vorlage wiederholt die Rede ist. Gegen die Errichtung von Ehrengerichte» a» sich hatte Birchow nichts einzuwenden, er hielt es aber für wünscheiiSwetth, daß man einfach die jetzt bestehenden Organisationen mit dem Recht ausgestattet, gegen gewisse Aerzte ehrengerichtlich vorzugehen. Die Redner der Übrigen Parteien' erklärten sich durchweg für die Borlage. Abg. Dr. R e w o I d t(frk.), als Mitglied der Scharf« macherpattei. bedauert sogar, daß keine Möglichkeit vorhanden sei, Aerzte überhaupt durch Spruch des Ehrengerichts aus dem Aerzte« stände auszuschließen. Die hauptsächlichste Aenderung, die von de« verschiedensten Seiten gewünscht wurde, besteht in einer sorg- fältiaeren Fassung des Entwurfs. In der Vorlage heißt es nämlich, daß daS Ehrengericht über Verstöße gegen die ärztliche StandeSehre und gegen das Verhalten zu entscheiden hat, welches der Beruf de» Arzte» erfordert. Aber davon, daß politische, wissen« schastliche und religiöse Handlungen eines Arztes als solche niemals den Gegenstand eines ehrengerichtlichen Verfahrens bilden können, ist in dem Gesetz nicht die Rede. Diese Erläuterung findet sich viel- mehr in den Motiven, wo sie eigentlich garnicht hingehört. Selbst der konservative Abg. v. Werdeck verlangte die aus- drückliche Aufnahme einer derartigen Bestlinmuiig in das Gesetz selbst. Es ist einleuchtend, daß dadurch eine gewisse Besserung herbeigeführt würde; ob aber dadurch das politische Verhalten eincS Arzte« der ehrengerichtlichen Judikatur entzogen wird, oder ob man nicht doch durch eine Hinterthür unliebsamen sozialdemokratischen Aerzten betzukommen versuchen wird, bleibt sehr zweifelhaft. Keimzcichneiid ftir die Zusammensetzung de» Hanfes ist eS, daß auf die den Aerzten durch das neue Gesetz drohende Gefahr der politischen Mundtodtmachnng selbst von den Vertreteni der äußersten Linken nicht hingewiesen wurde, obwohl doch nach gewissen Vorgängen der letzten Jahre die Vermnthung nahe liegt, daß man mit Hilfe der Ehrengerichte auch den bis jetzt noch freien Aerztestand zu knebeln versuchen wird. Die Vertreter der Rcgienuig, Minister Dr. Bosse und Wiuisterial- direktor Dr. Bartsch, hatten bei der allgemeinen Stimmung ftir die Vorlage einen leichten Stand. AuS ihren Reden ist nur die Erklärung bemerkenswerth, daß die Regierung an der Bestimmung, wonach Militärärzte den Ehrengerichten nicht unterstehen sollen, nicht ge- rüttelt sehen will. Montag: Fortsetzung der Etatsberathung.(Etat der direkten und der indirekte» Steuern, sowie der Staatsarchive. Zun« AbrllstnngSschwindel. Die„Friedenskonferenz" soll wieder vertagt sein. Ein Telegramm meldet: London, 4. Februar. Einer Petersburger offiziösen Drahtung zufolge ist der Zusammentritt der Abrüstungskonferenz weiter verschoben worden. Die Haupttirsache des Verzuges sei, daß die italienische Regierung Schwierigkeiten mache, weil der Vatikan eingeladen wurde, Vertteter zur Konferenz zu entsenden. Sie erblicke darin eine Anerkennung der weltlichen Macht deS Papstes. Außerdem hätten einige Mächte verlangt, daß das Programm einigen keineswegs unerheblichen Aenderungen unter- warfen werde. Nun, ob die Konferenz vertagt wird oder nicht ist ebenso gleich- giltig, wie ob sie zusammentritt öder nicht, der Augiasstall der inter- uationalen Reaktion, in dem die Kriegsseuche gezüchtet wird, kann nicht von der internationalen Reaktion ausgefegt werden, sondern nur von den Völkern der Erde.— «» Deutsches Weich. Als ein Gegenbild wollen wir in nachfolgendem nochmals den vor etlichen Tagen von uns veröffentlichten Bericht über eine Schwurgerichts- Verhandlung in Dresden wiederholen, da derselbe zum Ver- gleich mit dem 53 Jahre-Zuchthaus-Urtheil geradezu heraus- fordett. Der Bericht lautet: Dresden. Die sächsische Justiz kann auch milde urtheilen, das beweist eine Schwurgerichts- Berbandluug in Dresden. Im August des vorigen Jahres nahm der Gutsbesitzer LouiS Leh- mann in Eulitz den Arbeiter Hammel auf vier Wochen in Arbeit. Angeblich, weil Hommel nicht genügend arbeitete, entließ er ihn eher und wollte auch einen Lohnabzug vornehmen. Hommel suchte ihn jedoch zu bewegen, dies nicht zu thun. Er suchte den Lehmaim ans, dieser wies ihm jedoch brutal die Thür. Darauf sagte Hommel:„Erst will ich meinen verdienten Lohn haben, dann gehe ich schon ganz allein." Das versetzte Lehmann so in Wuth, daß er zunächst mit dem Gabelstiel Hommel über Auge und Nase schlug, und als letzterer nach der Gabel fassen wollte, stieß er dieselbe dem Hommel in die rechte Schläfe, nach dem Gehirne. Hommel blutete stark, lief davon, sank ein paar Mal hin und starb dann an den Verletzungen zwei Tage darauf. Bis zum letzten Augenblick war der Mißhandelte bei vollem Bewußtsein, und er hat diese Angaben, wie sie die Anklage enthält, verschiedenen, auch amtlichen Personen gegenüber, völlig gleichlautend gemacht. Lehmann giebt an, daß der sümlos betrunkene Hommel selbst in die Gabel gelaufen sei. Dies wird jedoch durch Zeugenaussagen und die Gutachten zweier Sachverständigen widerlegt. Vor der Verhandlung suchte Lehmann und seine Frau die vorgeladenen Zeugen auf jede Weise zu verdächtigen. Einen denunzirten sie wogen Brandstiftung, zwei andere als Sozialdemokraten u. s. w. Die Geschworenen erkannten gegen Lehmann auf schuldig der fahrlässigen, aber nicht' vorsätzlichen Tödtung, und er wurde zu zwei Jahren Gefänaniß verurtheilt. Hier zwei Jahre tÄefängnift für ei» Menschen- leben. Dort 8,«, 10 Jahre Zuchthaus für einige Schramme» und Beulen k ier ein Gutsbesitzer, der einen Arbeiter zu Tode bringt. ort Arbeiter, die einen Bauunternehmer geprügelt haben!—_ Offiziöser Eiertanz. Unser Genosse Privatdozent Arons soll nur der„Form" wegen gemaßregelt werden, so meldete neulich die„Frankfurter Zeitung". Jetzt schreibt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung". „Bon einer Seite,„an deren Zuverlässigleit zu zweifeln nicht wohl möglich sei", wollen Blätter gebärt haben, daß die Absicht, Dr. Arons wegen seiner Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei zu diszipliniren, ausgegeben fei. Dcnigegcnübcr haben wir von einer Seite, an deren Zuverlässigkeit zu zweifeln ebenfalls nicht möglich ist, in Erfahrung gebracht, daß die obigen Nachrichten auf irriger Annahme beruhen und den thatsächlichcn Verhältnissen nicht entsprechen." Bedeutet das einen Sieg des groben Stumm über den feinen Bosse? Soll der Mann nun f o rm lo s gehindert werden, Physik zu lehren?— Lex Heinz«. Der BundeSrath hat, wie mitgctheilt wurde. wiederum einer lex Heinze zugestimmt, sodaß der Entwurf demnächst an den Reichstag gelangen wird. Der Entwurf gleicht demjenigen von 1892 bezüglich der Prostitution und dem Zuhälterthum. Der Para- graph, der sich gegen nackte Ausstellung anstößiger Gegenstände tvendet, kehrt auch wieder, nur ein wenig anders gefaßt. Dagegen will die Rcgimmg nocki immer nichts wissen von Bestrafung der Arbeitgeber oder Dienstherren und deren Vertreter, welche unter Mißbrauch des Arbeits- oder Dienstverhältnisies ihre Arbeiterinnen zur Duldung oder Verüdung unsittlicher Handlungen bestimmen.— Schutz deS LadrnprrfonalS. Au» der dem Reichstag vor» zulegenden Abänderung der Gewerbe» Ordnung erfährt der „Konfettionär" die folgenden Bestimmungen, die sich auf den Ladenschluß und die Regelung der Arbeitszeit der Handlungsgehilfen beziehen. Im Wesentlichen werden hierdurch die bereits vor einigen Tagen von uns gemachten Mitthcilungen über denselben Gegenstand bestätigt. Im§ 7 und in der Begrüiidullg des Gesetzentwurfs über die festzusetzende Ruhezeit für Ladenangestellte werden die folgenden Ausführungen gemacht: Die statistiscbcn Erhebungen haben er- geben, daß bei den Ladengeschäften, die in Frage kommen, die Ladenzcit, d. h. die Zeit, wo der Laben geöffnet ist, nur bei 14,9 p C t. weniger als 12 Stunden, bei 22 pEt. bis zu 13 Stunden, bei 17 pCt. 14 Stunden, bei 18 pEt. 15 Stunden, bei 21 pEt. IS Stunden und bei 6,5 PEt. über 16 Stunden dauert. Wenn hiermit auch nicht festgestellt ist, daß die Labenzeit mit der sogenanMcn Arbeitszeit übereinstimmt, so ist ober auch zu berücksichtigen, daß in rinzrlnen Geschäften die Arbeitszeit größer ist als die Ladenzeit. Durch die übermäßige Dauer der Beschäftigung leidet die geistige Fortbildung der Ladengchilfen, und darum ist ein großer Mangel an gut ausgebildetem Ladcnpersonal vorhanden. Durch die Verkürzung der Arbeitszeit gewinnt das Familienleben. Aus allen diesen Gründen bestimmt die neue Gcsctzesvorlage: In offcncn Läden ist den Gehilfen. Lehrlingen und Arbeitern nach Uccndignng der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 10 Stunden zu gewähren, und für Personen unter 16 Jahren und für weibliche Personen muß diese Ruhezeit mindestens 11 Stunden bewogen. Diese Bestimmungen haben jedoch keine Anwrndung bei besonderen Gelegenheiten, wie bei Arbeiten, um daS Verderben von Maaren zu verhüten, bei Aufnahme der gesetzlich vorgeschriebenen Inventur, an besonderen festlichen Tagen und während der letzten zwei Wochen vor Weihnachten. Außerdem kann jährlich an höchstens 10 Tagen von der OrlSpolizeibebörde eine Ausnahme gestaltet werden. Es find keine gesetzlichen Bestimmungen gewossen, Saß die Läden zu einer bestimmten Zeit geschloffen werden müssen. wohl aber Bestimmungen, um eine derartige Einrichtung zu er- möglichen. Auf Antrag von zwei Dritteln der de- theiligten Geschäftsinhaber einer Gemeinde kann durch Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde verfügt werden, daß 'ür alle ober einzelne Zweige zu einer näher zu bestimmenden Zeit zwischen 3 Uhr AbendS und« Uhr MorgenS die Laden geschlossen werden müssen. Um einem Wettbewerb entgegenzutreten, der entsteht, wenn in der Zwischenzeit an öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen weitere Lieferungen erfolgen, ist festgesetzt, daß während der Zeit, wo die Läden geschlossen sein müssen, das Feilbieten von Waaren auf Straßen und öffentlichen Plätzen verboten ist. Die Prinzipale sind schon jetzt verpflichtet, die Geschäftsräume so einzurichten und die Arbeitszeit so zu regeln, daß der Angestellte in seiner Gesundheit geschützt ist. Durch polizeiliche Anweisungen aber könne dies nicht erzwungen werden; der Prinzipal kann nur auf Schadenersatz ver- klagt werden. Nach den vorliegenden Bestimmungen soll die Polizei die' Befugniß erhalten, im Wege der Verfügung derartige Einrich- tungen zu treffe».— FLr die Beseitigung der K«rirfreiheit hatte sich der AuS- schuß der Aerztckammern in einem Schreiben an den Kultusminister ausgesprochen mit dem Hinweis, daß die schlechten Verhältnisse des ärztlichen Standes im Wesentlichen auf die durch die Gewerbe- Ordnung eingeführte Kurirfreiheit zurückzuführen seien. Der Minister hat dem Ausschuß in einem Antwortschreiben anheimgegeben, durch Beibringung von schlüssigem, thatsächlichem Material aus den einzelnen Bezirken das Vorhandensein solcher Mißstände nachzuweisen und zugleich zu erläutern, welche Maßnahmen zur Beseitigung der Mißstände in Aussicht zu nehmen seien.— In, AnSlaude gebaut. Mit der Begründung, daß eS„im Auslände gebaut" ist, wurde der Köln-Düsseloorfer Dampfschifffahrts- Eesellschaft„ach dem„Börsen-Courier" die Erlaubniß verweigert, einem neuen Rheinschiff den Namen»Kaiser Wilhelm II." zu er- theile»."— Dresden, 3. Februar.(Eig.©er.) Mit der im borigen Jahre von den hiesigen städtischen Kollegien beschlossenen nenen Wohnungsordnung für die Stadt Dresden hat man, wie sich jetzt herausstellt, ein Kommunalgesetz geschaffen, das in einem seiner wesentlichsten Theile zur Zeit gar nicht durchführbar ist. Diese neue Wohnungsordnung enthält nämlich sehr gut ge- meinte und sehr scharf eingreifende Bestimmungen über das©er« rniethen und Untervermiethen von Wohnungen. Be- kanntlich herrschen in dieser Hinficht in allen Großstädten sehr reformbedürftige Zustände, besonders schlimm steht eS aber in Dresden. Man wollte nun helfen— leider zu spät. Infolge der unerhörten Balispekulation und Grundstückswucherei der letzten Jahrzehnte sind die Preise der Grund- stücke, und damit nattirlich die Miethspreise in so � abnormer Weise in die Höhe gegangen, daß ein Minderbemittelter fast gar nicht in der Lage ist, aus eigenen Mitteln eine einigermaßen an- ständige Wohnung zu bezahlen. Dazu kommt der große Mangel an kleinen Wohnungen. Deshalb haben sich eben die schauderhaften Zustände in Bezug auf das Untervermiethen herausgestellt, welche die Wohnungsordnung mit einem Schlage ohne Berücksichtigung der nun leider einmal gegebenen Verhältnisse beseitigen will. Es find eine ganze Reihe von Unterschriften in Bezug auf Beschaffenheit, nothwendigen Kubikinhalt der Räume jc, getroffen, die an sich ganz vernünftig und im Interesse der Wohlfahrt der Einwohner gelegen sind. Gerade diese wichtigen Bestim- mungen erweisen sich aber, wie schon bemerkt,� als direkt unausführbar. Der Rath hat deshalb beschließen müssen, diesen Theil der Wohnungsordnung bis 1. Ottober 1904 außer Kraft zusetzen. Man glaubt, daß bis dahin ein genügendes Angebot kleiner, preiswctther Wohnungen vorhanden sein wird. Ob dies der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls beweisen die hier gemachten Erfahrungen, daß man die Wohnungsnoth nicht im Handumdrehen durch eine behördliche Verordnung beseitigen kann, sondern dazu eine umfassende gründliche Reform großen Sttls erforderlich ist. Eine recht wichtige Folge hat die Sache aber in« sofern, als die hiesige Behörde, bezw. das Statistische Amt, in der nächsten Zeit Erhebungen über dieWohnungSverhält- nisse in Dresden vornehmen wird. DaS dürste em sehr inter- essantes, wenn auch wenig erfteulicheS Resultat ergeben.— Schutz vor Schutzleute». In W e tz l a r, so wird uns geschrieben, ist der Hau-Erlaß des preußischen Ministers v. d. Recke am vorigen Sonntag merkwürdig ausgelegt worden. Eine Gießener Studenten« Verbindung hatte unter Theilnahme einer Anzahl sogenannter„alter Herren" nach der benachbarten Preußenstadt einen Ausflug gemacht. Natürlich wurde auch allerlei Allotria getrieben. Als aber oie Herren kleine Münzen unter eine Schaar Kinder warfen, da wurde das dem Gendarmen Glans doch zu bunt. Er sprang zwischen die fidele Gesellschaft— ein halbes Dutzend Worte hin und her— und der Säbel flog aus der Scheide und den jungen und alten Akademikern um die Köpfe. Vier Herren wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Ob es wahr ist, daß auch ein Gießener Amtsrichter zu den Verletzten zählt, konnte ich nicht mit Sicher- heit ermitteln. Theilnehmer an der Partie war er sowohl wie auch ein hier sehr bekannter Arzt. Die Angelegenheit ist- bereits der Staatsanwaltschaft unterbreitet. So bedauerlich der ganze Vorfall ist. so paßt eS doch recht eigenartig, daß der Gendarm Glans gerade seine Schneidigkeit an Akademikern erprobte, von denen die große Mehrzahl seither dem Hau« und Schicßerlaß wohl sehr zustimmend gegenttb L stand.— Chronik der MajestätSbeletdiaungS- Prozesse. Diese in den Blättern der Jetztzeit ständigste aller Rubriken ist wieder durch einen sehr bemerkenSwctthen Fall bercichett.„Die„Volks-Zeiwng" weiß darüber zu berichten: Am Dienstag, den 17. Januar.'/»6 Uhr früh erschien bei dem in Schöneberg wohnhasten Schriftsteller W i ß b a ch e r ein Schutzmann, um ihn zur Wache zu holen. Hier- selbst wurde Wißbacher von einem seitens des Amtsgerichts Augsburg wegen angeblicher Majestätsbeleidigung gegen ihn erlassenen Haftbefehl in Kenntniß gesetzt und nach dem Uutersuchungsgefängniß Alt-Moabit abgeführt. Der Erlaß deS Haft« befehls war darauf gestützt, daß Wißbacher als Schriftsteller keine feste Anstellung habe und somit(!) fluchtverdächtig erscheine. Nach achttägigem Aufenthalt ün Uiitersuchungsgefäugniß wurde W.mit der Begründung aus der Haft entlassen, daß er, da er im Besitz von Mitteln sei und auch Aussicht auf feste Anstellung habe, außerdem bei seiner Abreise von Augsburg seine Adresse genau an- gegeben habe, nicht mehr fluchtverdächtig erscheine. So hatte W. zwar dank den Bemühungen seines Rechtsbeistandes seine Freiheit wiedererlangt, doch mit dem Unterschiede, daß er eine am 18. Jaimar d. I. anzutretende Redaktion? st ellung bei einer sächsischen Zeitimg verloren hatte. Bei den behufs Auf- klärung des Sachverhalts angestellten Recherchen ergab sich, daß der in dem Haftbefehl als Zeuge genaunte Speiiglem>eifter, dem gegenüber W. bei einem gelegentlichen Aufenthalt in Augsburg am 26. Dezember zwischen 8 und 9 Uhr in einem dortigen Cafe die inkriminirten Aeuherungen, tvelche in ganz widersinnigen und unfläthigcn Beschimpfungen des Kaisers, des Königs und Prinz- Regenten von Bayern bestanden haben sollten, erklärte, er. der Zeuge, habe hiervon nichts gehört und habe auch keine An- zeig« erstattet; es sei ihm aber erinnerlich, daß eines Abends ein'ihm unbekannter Mann ihn nach dem Namen des W. gefragt habe. Auch die als Zeugin vernommene Büffetdame des Eafe's sowie die bedienende Kellnerin erklärten, von den frag- lichen Beleidigungen nichts gehört zuhaben. So mugte auf eine anonyme Denunziation eines leider bis jetzt unbekannten Ehrenmannes ein nach der Versicherung des Betroffenen völlig Unschuldiger ins Gefängniß wandern, außerdem hat er eine auskömmliche Stellung verloren. An eine angemessene Entschädigung ist selbstverständlich nicht zu denken. Demnach hat jeder Staatsbürger zu gewärtigen, in jedem Moment ans dem Bette weg verhaftet zu werden, wenn irgend ein denunziatorischer Lump, ihn— selbst anonym— be- zichtigt hat. Eine solche Denunziatton ist das beste Mittel zur Befriedigung gemeiner Rache.— Bemerkenswerth an dein obigen Fall ist auch die Anschauung der Behörden über die„feste Anstellung" von Schriftstellern ,c. Mit Recht erinnert die„Volks- Zeitung" daran, daß Sudermann. Spielhagen, Blumen- t h a l mid hundert andere Schriftsteller und Künstler keine»feste Anstellung" und doch eine gesicherte Existenz haben. „Asrtkantsche Galgenskizzen". Die Wiener»Z eit� schreibt: „Der Artikel von Dr. Oskar Baumann ist in dem kolonial- fanatischen Theil der reichSdeutschen Presse zum Gegenstand der heftigsten Beschimpfungen gemacht worden. Die Wnth der reichsdeutichen Kolonialmenschen begreifen wir sehr wohl. Sie gilt ebenso der unerschrockenen Persönlichkeit jenes Afrikaforschers, der in dem Prozeß Peters-Leist-Wehlan die Hauptzeugenschaft gegen die Kolonialbrutalität abgelegt hat, als auch dem neuesten Dokument, das er in seinen „Afrikanischen Galgenskizzen" der Kolonialbrutalität abermals gewidmet hat. Weit wichtiger als diese begreiflichen Gefühlsergusse der_ aus ihrer Ruhe aufgestörten kolonialen Moralhcuchler erscheint unS die F e st st e l l u n g, daß auch nicht eines der hunderte von reichSdeutschen Blättern, die sich über Dr. Banmann's Artikel ereifert haben, die Wahrheit auch nur einer der von ihm erzählten That fachen ernst- lich zu be st reiten gewagt, und daß daS reichsdeutsche Kolonial- amt es für nothwendig befunden hat, den Artikel zur Grundlage einer Untersuchung zu nehmen, deren Ergebnisse wohl noch im deutschen Reichstage zur Sprache werden kommen müssen. Einzelne reichsdeutsche Blätter lassen sich zu ihrer Beruhigung aus Wien melden, daß Dr. Baumann, der auch den Titel eines österreichisch- ungarischen Generalkonsuls in Sansibar führt, wegen seines Artikels vom Grafen Goluchowski eine scharfe Rüge erhalten habe. Dieser Meldung erlauben wir uns einige Zweifel entgegenzusetzen, weil einer Rüge eine Disziplinaruntersuchung vorangehen muß, die denn doch durch das � einseitige Gezeter der deutschen Kolonialpresse selbst für österreichische Begriffe nicht ausreichend ersetzt werden kann. Wenn schließlich einzelne reichsdeutsche Blätter auch die Ver- muthung ausgesprochen haben, daß Graf Thun den Artikel des Dr. Baumann veranlaßt hat, um sich für die bei seiner berühmten Jnterpellationsbeantwortung kürzlich erlittene Schlappe am Deutschen Reich zu rächen, so liegt dieser Anschauung eine ebenso starke Unterschätzung der räumlichen Distanz zwischen Wien und Dr. Baumann's Arlfenrhaltsort Sansibar, wie eine Ueber- schützung des geistigen Horizonts des Grafen Thun zu Grunde." Es ist nicht zutreffend, daß nur die kolonial-fanatische Presse die Galgenskizzen gerügt habe. Zuerst haben vielmehr sozial- demokratische Blätter, die„Leipziger Volkszeitung" und der „Vorwärts" den Artikel scharf kritisirt. Wir haben freilich schon damals die günstige Deutungs- Möglichkeit hervorgehoben, daß Baumann aus der Seele der Kolonialbrutalen heraus in satirischer, gleichsam homöopathischer Kurmethode seine empörende Art der Behandlung gewählt habe. Es soll uns fteuen, wenn diese mögliche Annahme den Thatsachen entspricht. Aber ganz ver- mögen wir den Verdacht nicht abzuwehren: In solchem Ton schreibt auch kern Satiriker, wenn er nicht ein bischen.Volkskenner" ist.— Schreckliches LooS polnischer Arbeiter. In der letzten Rummer veröffentlichte das polnische Parteiorgan„Gazeta Robotnicza" nachfolgenden Brief, welcher von mehreren ausgewanderten Arbeitern auS Honolulu an den österreichischen Reichsrathsabgeordneten Genossen Daszynski gerichtet ist und von letzterem dem öfter- reichischen Minister des Aeußeren, Grafen Goluchowski eingehändigt wurde; Honolulu, den 24. Dezember 1898. Geehrter Genosse! Wir 43 Arbeiter, meist aus Galizien, ersuchen Sie, uns ans unserer schrecklichen Roth zu befreien. Viel können wir nicht schreiben, da wir uns im Gefängniß befinden, nur so viel: die deutschen Agenten in Bremen haben uns für drei Jahre an den österreichischen Konsul in Honolulu verkauft; da wir aber nicht im Stande sind so schwer und beinahe umsonst zu ar- beiten, hatte man uns auf Befehl des Herrn Konsuls ein- gesperrt und uns erklärt, daß man uns hier so lange halten wird, bis wir auf die Plantagen zurückgekehrt sind, wo man uns für unsere schwere Arbeit nicht einmal soviel zahlt, daß wir uns satt essen könnten, aber als Zugabe mit den Pferden zu- sammenspannt und unS mit der Peitsche schlägt, die Hunde auf uns hetzt, damit sie uns beißen sollen, und man schlägt uns fast tagtäglich. Wenn Sie unS nicht hiervon erretten, wollen wir lieber bier im Gefängniß bleiben, als auf die Plantage zuriickkehren. Im Namen aller unglücklichen polnischer Arbeiten und Arrestanten sende Euch die herzlichsten Grüße. Leon Naal."— Austand. Oesterreich-Ungartt. . Zu den politischen Wirren in Oesterreich nehmen jetzt die einzelnen Parteien in offiziellen Erklärungen Stellung. Ein Com- muniquö der deutschen Volkspartei spricht sich gegen die unrechtmäßige Herrschaft des§ 14. welche wieder begonnen habe. ans, ferner gegen den durch Erlaß der Sprachenverordnungen für Böhmen und Mähren und durch eine Reihe sonstiger Maßregeln verübten rechtswidrigen Angriff auf den nattonalen Besitzstand' des deutschen Volkes und fordert dazu auf. ungebeugten Muthes im Widerstand zu verharren, bis die entscheidende Wendung zrmt Besseren eingetreten. Femer warnt da« Eommuniqus vor übertriebener Zuversicht und entsagender Hoffnungslosigkeit und weist auf die Nothwendigkeit hin, daß in so erregter Zeit jedes kleinliche Gezänke schweige und alle Parteien, denen die Wohlfahrt des deutschen Bolksstammes am Herzen liegt, sich in der Vertheidigung der Rechte desselben zusammenfinden. Aus Ungarn wird gemeldet: Die liberale Partei hält am nächsten Dienstag in Budapest eine Konferenz ab, in welcher der Ministerpräsident über den Verlauf der Kompromißverhandlungen be- richten wird. Die Aussichten für den Kompromiß haben sich mittlerweile ungünstiger gestaltet, da die Opposition auf dem Standpunkt verharrt, daß dem Kabinette Banffy Indemnität nicht bewilligt werden könne. Die Opposition wolle sich vielmehr gegenüber dem eventuellen Nach- folger des Baron Banffy volle Aktionsfreiheit vorbehalten, so daß der nächste Kabinetts-Chef, falls er nicht eine der Opposition genehme Persönlichkeit sei, ebenfalls der Gefahr der Obstruktion ausgesetzt wäre und Indemnität nicht erhalten würde. Der den Friedeil an- strebende Abg. Koloman Szell hofft jedoch immer noch, die Minorität von diesem Standpunkte abbringen zu können. Frankreich. Pari». 4. Februar. Die Kammerkommission, die gestem wieder eine Sitzung abhielt und den Ministerpräsidenten und den Justizminister hörte, brharrt, wie behauptet wird, auf einer der beiden folgenden Lösungen, nämlich entweder Beaurepaire wegen seiner Anklagen gegen gewisse richterliche Beamte gerichtlich verfolgen, oder aber diese Beamten vor das obere Gericht für lichter- liche Beamte zu stellen. Man sagt, daß gewisse Deputirte geneigt seien, die Frag« vor die Deputirtcnkammer zu bringen, wenn die Regie- rnng nicht die Initiative ergreifen sollte. Außerdem sagt man. die Revisionskommission erhalte seit mehreren Tagen Drohbriefe gegen mehrere ihrer Mitglieder. Marseille, 4. Februar. Als Rochefort und Max R S g i S. welche sich über Nizza nach Algier begeben wollen, gestern Abend hier eintrafen, wurden Kundgebungen veranstaltet. Es kam zu Thätlichkeiten, wobei zwei Personen verletzt wurden. Die Polizei nahm mehrere Verhastmigen vor.— England. London, 2. Februar.(Eig. Ber.) Bezüglich des Führerstreiks km liberalen Lager ist es nun sicher, daß die Würde der Führer- s ch a f t im Hau? der Gemeinen an Sir Henry Campbell Bannerman übergehen wird, der im Ministerium Gladstone- Rosebery Kriegsmimster war. Der Genannte ist eine acht- bare Mittelmäßigkeit, ein guter, wenn auch nicht glänzender Redner, nicht ohne Verdienst als Ressortminister, und hat sich bei den Arbeitern durch die Einführung das Achtstunden- tage? in den Arsenalwcrkstätten einen outen Namen gemacht. Er ist ein jüngerer Sohn, ist aber durch eine Erbschaft zu genügendem Reichthum gelangt, um die Poltttl nicht des Erwerbs wegen betreiben zu müssen. Alles in Allem ein Mann. für den sich keiner sonderlich begeistern. an dem aber auch kaum jemand Anstoß nehmen wird. Wahrscheinlich wird er mit Einstimmigkeit geivählt werden. Die Zusammenkunft der Abgeordneten, durch die die Wahl vor- genommen werden soll, findet im Reform-Klub statt, dem Heim der liberalen WhigS, und nicht im großen nationalen liberalen Klub. Es hat das eine gewisse symptomatische Bedeutung, denn der letztere Klub ist heute der Sammelpunkt der Unzufriedenen der liberalen Partei. Dort herrscht der Geist Labonchere's. Diese Gegnerschaft und Verfassung der Klubs spiegelt die derzeitige Derfasstmg der liberalen Partei wieder.— Amerika. Mae Kinley und die Philippinen. Der„Internationalen Korrespondence" wird ans New-Dork vom 2. Februar berichtet: Mac Kinley ist jetzt entschlossen, sich in keinerlei Verhandlungen mit Aguinaldo und der Aufftändischen- Regierung einzulassen. sondern den Kampf gegen dieselben mit allen Kräften aufzunehmen. Es sollen im Ganzen 18 000 Mann Verstärkungen nach Manila abgehen, wogegen von dort die 4000 Freiwilligen gänzlich zuriickge- zogen werden.—_ VKvlaurentÄrifches. Maßregelung von Post- Unterbeamtrn. Der Abgeordnete Dr. Miller(Sagau) und Genossen haben zur zweiten Berathung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Reichs- Haushalts- Etats für 1899 den Antrag eingebracht. der Reichstag wolle beschließen: 1. zu erllären, daß Disziplinarmaßregeln gegen Post- Unterbeamte wegen Abonnirens auf die Wochenschrift „Deuffcher Postbote" oder wegen Jnserirens von Familien- und Vereinsnachrichten in dieser Wochenschrist ungerechtfertigt und unzulässig sind, 2. den Herrn Reichskanzler zu eriuchen, jede Be- schränkung der Postbeamten bezüglich ihrer außerdienstlichen Lektüre zu untersagen. Die ReichStagSwahl im Wahlkreise Bernkastel, die durch den Tod des Zentrums-Abgeordneten Dieben nöthig geworden ist. findet am 23. Februar statt. Der Löbtaner Bankrawall. Unser Gewährsmann, der die Sache, welche wir an leitender Stelle besprechen, genau kennt, giebt uns folgende Schilderung des Vorganges und des Verlaufs der Gerichtsverhandlung: Am S. Juli 1899 hatten die Arbeiter auf einem Bau der Unter- nehmer Hampel und Grahl in Löbtau bei Dresden das Richtfest gefeiert. Die Prinzipale waren mit Bier freigebig gemig gewesen, schon zum Frühstück und zu Mittag war getrunken worden, und nach Schluß der Arbeit hatte die Kneiperei erst recht begonnen. In, ganzen waren 140 Liter, größtentheilS echten Münchener Bieres, vertilgt worden. Gegen 8 Uhr Abends hatten sich die meisten entfernt, und eS waren nur noch einige besonders seßhafte und durstige Leute anwesend. Da verlautete, daß auf dem nahegelegenen Klemm- schen Neubau die Zimmerleute noch arbeiteten, während bei der allgemein angenommenen zehnstündigen Arbeitszeit der Feierabend schon um 0 Uhr eingetreten war. Man weiß, mit Ivelchen Opfern und Schwierigkeiten diese zehnstündige Schicht von 6 bis 6 Uhr erkämpft worden ist, diese Regelung der Arbeitszeit, die immer noch jeden Arbeiter, der etwas weiter von seiner Arbeits- stätte wohnt, täglich 14—15 Stunden vom Hause und seiner Familie fern hält, und man wird es begreiflich finden, daß die Arbeiter es nicht gern sehen, wenn diese Errungenschaft dadurch immer wieder gefährdet wird, daß einzelne Leute nicht genug Solidaritäts- gesllhl besitzen. Man wird es unter diesen Umständen auch nicht mißbilligen können, daß einige Zimmerleute sich alsbald auf den Weg machten, un, den arbeitenden Kollegen zuzureden, daß sie für dielen Abend die Arbeit abbrechen sollten. Der Zimmern, ann Zwahr bettat zuerst die Baustelle und ftagte der Form wegen den Polier Pollack um Arbeit. Die anderen folgten nach und nach und sprachen zu den arbeitenden Zimmerern einige Worte über die Arbeitszeit. Etwas Schlimmes ist dabei»och nicht vorgefallen, wie man schon daran sieht, daß es zwischen den beiden Arbeitergrnppen nicht zur Schlägerei kam. Nun erschien der Bauunternehmer'(nicht wie bisher immer be- richtet wurde, Polier) Klemm jr. und forderte die fremden Arbeiter auf, sich zu entfernen. Mehrere der Arbeiter haben bekundet, daß er dabei von Spitzbuben und Einbrechern geredet Hobe, und dies erbitterte die Leute. Anstatt sofort zu gehen, redeten sie hin und her, und schließlich gab es eine an sich unbedeutende Rempelei zwischen Klemm und einigen von ihnen. Klemm lief zur Baubude, holte seinen Revolver und schoß zweimal, allerdings wie festgestellt ist. indem er auf einen Sandhaufen zielte. Wer aber w,ll es den angetrunkenen Leuten übel nehmen, wenn sie nicht alle gemerkt hatten, daß die Schüsse ungefährlich waren, und wenn sie sich in einer Weise bedroht fühlten, die durch das Vorhergegangene keineswegs gerechtfertigt gewesen Iväre. Einige entwanden den. Klemm den Revolver und schlugen auf ihn ein,'und die Stimmung wurde noch ervittertcr. als man an dem Halse des Zimmermanns Zwahr eine blutende Wunde bemerkte, die man für eine Schußverletzung hielt. Diese gereizte Stimmung hatte jeden Zusammenhang mit dem ursprünglichen Anlaß des ganzen Vorfalls verloren und war hervor- gegangen lediglich ans dem reichlichen Biergenutz und den unklugen Schimpfworts,, und Schießereien Klemm'» und wurde nicht wenig dadurch gesteigert, daß die Schüsse eine nach Hunderten zahlende Menschenmenge herbeigelockt hatte, die ohne Kenntniß des Borgegangenen, glaubte. Klemm habe einen Menschen erschießen wollen, und die ihrer Enttllsiung in lauten Drohtvorten Luft machte. Klemm wurde vom' Polier in die Baubude geführt, aber einige der Aufgeregtesten, darunter Zwahr, der sich geschossen wähnte, sprengte«, die Thür und mißhanoelten Klemm in roher Weise. Er wurde mit einer Flasche und mit Holzstücken geschlagen, und als er floh, niedergerissen und mit Füßen getreten. Dabei fielen Rufe wie „Schlagt den Hund todt" u. s. w. Endlich gelang es 2 Polieren, ihn wegzuführen. Die Anklage richtete sich gegen alle Angeklagten auf schweren Landfriedens b'ruch, d. h. auf Theilnahme nicht nur an der Zusammenrottung, sondern auch an den Gewaltthätig- ketten. Moritz wurde zugleich alS Rädelsführer des Ganzen angesehen. Den Angeklagten Zwahr, Moritz und Schmieder wurde „och versuchter Todtschlag zur Last gelegt. D er O b e r st a a t s a n w a l t selbst hielt dies« Anklag e nicht in allen Beziehungen aufrecht, namentlich hielt er Moritz nicht des Todschlagversuchs überführt. Er stellte es selbst oiihctm, ob man bei einigen Angeklagten Theilnahme an Gewaltthätigkeitcn annehmen könnte und ebenso glaubte er bei einer ganzen Reihe von Angeklagten die Be- willigung mildernder Umstände anheim geben zu können. Die Geschworenen erklärten Zwahr und Schmieder des versuchten Todtschlags, Moritz auch der RädelSführerschast für schuldig. Bei zwei Maurern, die. wie durch Zeugen erlviesen war. blos auf Geheiß ihres Prinzipals hingegangen waren, um die Zimmerleute zurück- zurufen, verneinten sie die Schuldftagen. be, zwei Angeklagten (Geißler und Hecht) nahmen sie nur einfache Theilnahme an der Zusammenrottung, nicht an den Gewaltakten an, im| Uebrigen erklärten sie alle Angeklagten der Gewaltthätigkeiten überführt. Bei sämmtlichrn Nngeklagten verneinten sie dts mildernden Umstände, auch bei denen, die sie blos des einfachen Landfriedens- bruches schuloig erkannt hatten, obgleich das Gesetz da diesen Unter- schieo nicht macht. Das Plaidoyer des Oberstaatsanwalts Über daS Strafmaß war kurz und frei von einseitiger Hervorhebung der verschärfenden Momenten. DaS Urtheil des Gerichts haben wir schon berichtet. Alk mildernd wurde angeführt, daß die meisten Angeklagten bisher völlig unbestraft waren I An die Franen nnd Mädchen des arbeitenden Volkes! Der russische Zar, der absolute Herrscher des großen russischen Reiches, in welchem jeder freie Gedanke aufs Brutalste unterdrückt wird und das Volk geistig und körperlich verkommt, dieser selbe Zar, dcffen Regierung fortwährend auf �Eroberungen aus- geht, winkt mit der Friedenspalme, er schlägt vor, der_ fortwährenden Zunahme der Rüstungen in allen Ländern ein Ziel zu setzen, damit die Segnungen eines wirklichen dauemden Friedens den Völkern zu theil werden. Die wirklichen Volksvertreter im Deutschen Reichsrage, die Sozialdemokraten, sind viele Jahre vor dem Manifest des Zaren gegen jede Verstärkung des Mm- tarismus zu Waffer und zu Lande eingetreten, weil er am Marke des Volkes zehrt und die Millionen, die für wirkliche Kulturzwecke, wie Erziehung und Ausbildung der Jugend u. s. w., Verwendung finden lallten, verschlingt._ Unsere Regierung ist bei ihrem seit Jahren vertretenen Stand- Punkt geblieben: immer mehr Soldaten und somit die unansbletb- liche Vernachlässigung der nothwendigsten Kulturaufgaben. Aber zugleich auch soll das Militär, so wollen es die herrschenden Klassen, gegen den inneren Feind, d. h. gegen das arbeitende, um menschenwürdige Existenz ringende Volk angewendet werden. Ihr Proletarierinnen, die Ihr nicht daS Recht habt, an der Ausgestaltung der Gesetze mitzuwirken, Ihr habt die Pflicht, die ungeheuren Mittel von Eurem kärglichen Einkommen zum größten>TH eile zusammenbringen zu Helsen, Eure Söhne und Brüder im besten erwerbsfähigsten Alter aus Jahre dahin zu geben, damit sie des K ö n i g s Sl o ck tragen und der Disziplin gehorchen. die ihnen Gehorsam selbst dann auferlegt, wenn kommandirt würde, auf Vater und Mutter zu schießen. Proletarierinnen I In Eurem und dem Interesse Eurer Kinder wie des gesammten Volkes liegt es, über diese Verhältnisse Aufklärung zu erhalten. Erscheint daher zahlreich in der am Montag, den 6. d. M., Abends 8 Uhr. bei K e l l e r. K o p p e n st r. 29. stattfindenden Volks- Versammlung, in der der Reichstags-Abgeordnete Genosse Bebel über:„Die neue Militärvorlage und daS Friedensmanifest desZaren" sprechen wird. Die Einbemferin. VÄvkei-Nttrhvichken. Die„Sächsische Arbeiter-Zeituug" beunruhigt sich über die Haltung der sozialdemokrattschen Mitglieder der Budget- k o m ni i s s i o n, in der angeblich 60 Millionen für Festungsbauten bewilligt worden sein sollen, nachdem die Militärverwaltung allerlei geheim zu haltende Mittheilungen gemacht habe. Dazu ist zu bemerken, daß nicht 50 Millionen, sondern 10 Millionen bewilligt wurden, 40 sollen noch folgen; daß zwar verlangt wurde, die technischen Details geheim zu halten, aber nicht die allgemeinen Gründe; daß ferner auf Anregung der sozial- demokratischen Abgeordneten beschlossen wurde, schriftlich an den Reichstag Bericht zu erstatten, und endlich, daß, da die Forderung mit Angabe des Zwecks im Etat steht, auch jeder Abgeordnete die Möglichkeit hat, seine Gründe gegen die Forderung geltend zu machen. Daß die Sozialdemokratie gegen diese Forderung stimmt und ihre Vertreter in der Kommission bereits gegen dieselbe gestimmt haben, bedarf keines Wortes. Zur bevorstehenden Gemcindcwahl in Nürnberg hatte der dortige Sozialdemokratische Verein beim Magistrat die Einführung der Bezirkswahlen beanttagt. Diese Forderung war schon bei jeder Gemeindewahl erhoben, aber von der frei- sinnigen Stadtverlvalwng jedesmal kurzerhand abgelehnt worden, u. a. mit der Ausrede, daß bei einer auf Grund eines solchen Modus gewählten Vertrettmg daS allgemeine Interesse mehr zurückgedrängt, dagegen die„Kirchthurmsinteressen" zu sehr hervortteten würden. Diesmal hat man die Angelegenheit wochenlang in einer Kommission berathcn. Am Freitag wurde sie endlich im Magisttat verhandelt. Das Ergebniß war der Vorschlag, einmal probeweise eine Eintheilung der Stadt in Bezirke vorzunehmen, um zu erkennen, ob sich die Maßnahme betvähren würde. Man will naturlich erst ganz sicher sein, daß der auf den. Nürnberger Rathhause dominirende Liberalismus bei dem neuen Wahlverfohren nicht zu kurz kommt. Eine Kommission soll die Probe vornehmen. Der Sozialdemokratische Verein in Frankfurt a./M. hatte Ende Januar rund 1000 Mitglieder. Polizeiliches, Gerichtliches u.f.w. — Racheakt eines Ansgcstoffeneu..Die in G r e i z erscheinende„ R e u ß i s ch e V o l k s z e i t u n g." meldete, daß auf Antrag der fürstlichen Staatsanwaltschaft einige ihrer Geschäftsbücher gerichtlich mit Beschlag belegt wurden.. Der. Grund war in einer Denunziation des früheren Expedienten Schenderlein zu suchen. Die beschlagnahmten Bücher sind aber schon wieder zurück- gegeben. Schenderlein war von der reußischen Landeskonferenz aus der Partei ausgeschlossen worden. Durch die Denunziation hat er lediglich den Beweis geliefert, daß es da? richtigste war, ihn aus unseren Reihen zu entfernen. — Dtirch einen Artikel über den Stuttgarter Parteitag sollte sich die Erfurter„Tribüne" nach Ansicht der Staats- anwaltschast des Vergehens der Aufteizung schuldig gemacht haben. DaS Landgericht in Erfurt sprach aber den verantwortlichen Redakteur Rudolph frei und bei diesem Erkennwih ist ei auch geblieben, denn die Revision der Staatsanwaltschaft wurde vom ReichSgertcht verworfen. Der Reicheanwalt beantragte selbst die Ablveisung des staatSanwaltschaftlicheu Begehrens. — AUS Magdeburg. In einem ErnsittellingSverfahren ist der Verleger der„Volks stimme", Genosse Harbaum, auf den 11. Februar als Zeuge vorgeladen. Sozrnlvs. Arbeiter-Risiko. Aus dem R uhrrevier wird gemeldet: Auf Zeche„Zollern" wurde ein Bergmann durch herabfallendes Gestein erschlagen. Auf Zeche»Gneisen au" kam ein Bergmann zwischen zwei Wagen, wöbet ihm der Unterleib zerquetscht wurde. Er starb im Hospital. DaS gleiche Schicksal hatte ein Bergmann, der auf Zeche„K a i s« r F r i e d r i ch" das Opfer seine» Berufes geworden war. Zu der BuitdeSrathS-Verordnung über die Einrichtung und den Betrieb der Roßhaarspinnereien, Haar- und Borstenzurich'tereien, sowie der Bürsten- und Pinsel- mache reten, welche Verordnung bekanntlich den Schutz der Arbeiter vor der Mi lzbr and v er gi ftun g bezweckt, wird uns geschrieben! Nach A 2 soll nur das ans dem Auslände bezogene Material vorschriftsmäßig desinfizirt werden. Die aus dem I n l a n d e stammenden Borsten sind aber genau so gefährlich. DaS Reichs- Seuchengesetz kann nicht verhindern, daß Borsten von Milzbrand- kranken Thieren Verwendung finden, was durch die vorgekommenen Milzbranderkrankungen von Arbeitern erwiesen ist. Der Umstand, daß es den Betriebsinhabern Überlassen bleibt, von drei Desinfektionsverfahren eines zu wählen, verschlechtert sogar den bisherigen Zustand ganz erheblich. Von den vorgeschlagenen Desinfeltiousverfahren wirkt mir die Verwendung von strömendem Dampf tödtlich auf die Milzbrand- (j-oren. Das aber ist das unbequemste Desinfektionsmittel und wird nunmehr auch für jenes Material aufgegeben werden, wofür es bisher vorgeschrieben war. Selbst jenes Material, daS, ohne Schaden zu leiden, bisher mit strömendem Dampf desinfizirt wurde, werden die Betriebsinhaber in Zukunft durch Kochen desinfiziren. Das Kochen bietet aber keine Garantie�für die Vernichtung der Sporen. Es hätte unter allen Umständen für das Haarmaterial die Des» injeltion mit strömendem Dampf vorgeschrieben werden sollen und für die Desinfektion der Borsten hätte man nach wirksamen Gewerkschaftliches. Mitteln Umschau halten müssen. Die Ausnahmen, die nach§ 4 die höhere Verwaltungsbehörde gestatten kann, bergen die Gefahr in sich, daß ein einheitliches Dess infektionsverfahren überhaupt nicht erreicht und die ganzen Vorschriften durchlöchert werden. im Jahre von Arbeitern gegen Unternehmer 1896 1897 722 848 876 gegen Arbeiter 83 67 89 von Arbeitern gegen Arbeiter 12 8 Berlin und Umgegend. Die Defateure der Firma Adolf Böhmad in Berlin, Blumenstr. 70, haben die Arbeit eingestellt. Die Streifenden wehren sich gegen die Entlassung eines Meisters, der bisher nicht gegen die Intereffen der Arbeiter gehandelt hat. Deutsches Reich. Die in der Zentralhalle stattfindende Versammlung von 1800 Sammetwebern beschließt: 1. Da die Fabrikanten den Streifenden als geschloffene Koalition gegenüberstehen, können die Streikenden auch nur als geschlossenes Ganzes mit den Fabrikanten in event. Unterhandlung treten. Die Versammlung verurtheilt es aufs entschiedenste, daß einzelne Verbände mit den Fabrikanten verhandeln, weil die derart gefaßten Beschlüsse für die Gesammtheit der Streikenden in keiner Weise verbindlich sind; Ifanten aus Deutschland und Desterreich Streifbrecher anzuwerben. Ein Herr Brunnich aus Göteborg ist bereits nach Hamburg abgereist. Lasse sich kein Schuhmacher als Streitbrecher nach Malmö anwerben. Gerichts- Beitung. Die in§9 vorgeschriebene Aufbewahrung von nicht desinfizirtem Material ist, nach übereinstimmender Ansicht von Arbeitern und Kein Landfriedensbruch. Ein Erzeß bei der letzten Reich 3 Unternehmern, undurchführbar, beziehentlich untontrollirbar, da Haartags Wahlbewegung in Weißensee beschäftigte heute die Zur Lohnbewegung der Krefelder Weber wird uns vierte Straffammer am Landgericht II. Am 5. Juni v. J. hielt der und Borstenmaterial zusammen verarbeitet werden müssen. Das gilt geschrieben: auch für die in§ 14 vorgeschriebene Trennung der Arbeitsräume. katholische Arbeiterverein in Weißensee eine Versammlung ab, die Am Mittwoch Abend hat der christliche Verband der Weber als öffentliche angekündigt wurde, Der Schuhmacher Ignaz Bei der im Reichsgesundheitsamt und im Reichsamt des Innern beschlossen, für die nächsten Tage von den Verhandlungen abzusehen. Burstynowicz, ein Pole, der als früheres Mitglied und Miterfolgten Vernehmung von Interessenten hat der Arbeitersekretär Sollten die Fabrikanten sich aber fernerhin nicht zu Berhandlungen begründer des Vereins eine persönliche Einladung mit der Zu Dorn aus Nürnberg auf diese Mängel der Vorschriften nachdrüd Regierungssicherung lichst aufmerksam gemacht. Die Herren am grünen Tisch haben diese herbeilaffen, dann soll das Gewerbegericht, eventuell der Regierungs- ficherung empfangen hatte, daß er gesinnungsverwandte Gäste mitpräsident als Einigungs- Instanz angerufen werden. Bedenken eines Fachmannes aber nicht beachtet und Vorschriften erlassen, die ihren Zweck verfehlen und doch allseitig Anstoß erregen. fungen mit den Fabrikanten einseitig für den christlichen Verband Als der Pfarrer Dr. Stephan die vielen fremden Gefichter fah, erlassen, die ihren Zweck verfehlen und doch allseitig Anstoß erregen. zu ersehen ist, wollen die Christlichen auch fernerhin die Verhand- wiegenden Mehrzahl aus Polen bestand, mit ca. 58 Laudsmännern. Beim Gewerbegericht in Chemnih ist die Zahl der Klagen führen. Die Ausschüsse sämmtlicher Fabriken fahen sich deshalb da proklamirte er, daß zwar über das Verhalten der katholischen bon 805 im Jahre 1896 auf 927 im Jahre 1897 und auf 981 im veranlaßt, hiergegen Stellung zu nehmen und fand deshalb am Bevölkerung Weißensees bei der Reichstagswahl debattirt werden Jahre 1898 gestiegen. Von den Klagen im legten Jahre( 8 der Donnerstag Nachmittag eine überaus zahlreich besuchte öffentliche solle, daß die Versammlung aber nur als Vereins versammlung selben stammten noch aus dem Jahre 1897) betrafen einen Streit Versammlung statt. Nach den Referaten von Vallen, Krohnen, angemeldet sei, infolge dessen die erschienenen Gäste das Wort nicht werth bis zu 20. 586 Fälle, einen solchen von 20-50 m. Sorster und Rapp wurde folgende Resolution einstimmig an- erhalten könnten und daß sich nur die Mitglieder an der Debatte 275 Fälle, von 50-100 m. 80 Fälle, von 100-200 M. 32 Fälle genommen: betheiligen dürften. Ueber diesen Kniff entstand unter den und einen Streitwerth von 200-300 m. 8 Fälle. Sämmtliche Gästen allgemeiner Un wille, der bald zu offenen FeindKlagen find bis auf 2 erledigt worden, und zwar 702 in weniger feligkeiten ausartete. Die Versammlung wurde unterbrochen als 1 Woche, 130 in weniger als 2 Wochen, 56 in 2 Wochen und und bald ging es zu, wie auf einem polnischen Reichstage. Es darüber. 91 Klagen wurden vor dem ersten Termin zurückgezogen. wurde mit Stühlen gehaut" und mit Biergläsern geschmeißt". Was die Herkunft der Klagen betrifft, so waren gestellt: Schließlich gelang es den Vereinsmitgliedern, die gebetenen" Gäste bon Unternehmern aus dem Saale ihres Vereinshauses nach der Straße zu bringen. Damit aber war der Kampf noch feineswegs beendet, denn nun begannen die Hinausgeworfenen ein regelrechtes Steinbombardement auf ihre Gegner. Wer alles geworfen hat, konnte hinterher nicht 2. fie beauftragt deshalb die Ausschüsse der im Streit be- ermittelt, nur der Schuhmacher Burstynowicz, war vor dem Pariser Nachtasyle im Jahre 1897. In Paris giebt es findlichen. Fabriten, aus ihrer Mitte eine Stommiffion zu wählen, Schöffengericht als einer der Steinwerfer refognoszirt worden. Er 11 Nachtasyle, darunter drei kommunale und acht private, von denen welche eventuell mit den Fabrikanten in Verhandlung treten fann; sollte einen Stein nach dem Schuhmacher wasiewicz geworfen 3. die Kommission ist so zu gestalten, daß die in Betracht haben eines vom Staat und der Gemeinde suhventionirt wird. Außer dieser Stein verfehlte sein Ziel und einen zweiten in kommenden drei Verbände mit je einem Drittel daran be- das Vereinslokal hinein. Dieser zweite traf den Schuhmacher unentgeltlichem Nachtlager lieferten 10 Anstalten im Jahre 1897 ebenfalls unentgeltlich eine Portion Suppe oder Brot des Abends theiligt sind. Cordus an dem Kopf, so daß diesem„ vier Wochen lang der Kopf und des morgens. Im Anschluß an die gestern Nachmittag in der Zentralhalle brummte". Burstynowicz wurde deshalb wegen Körperverlegung In dem angegebenen Jahre betrug die Zahl der Beherbergten stattgefundene Bersammlung der streikenden Sammtweber fand eine mittels gefährlichen Werkzeuges und wegen Werfens von Steinen 140 067, davon waren 120 763 Männer, 16 470 Frauen und 2834 Kinder, wizung der des get on der ertheilten fett, auf Menschen zu drei Monaten Gefängniß und einer welch letztere in der Regel nur in Begleitung der Eltern auf- um gemäß des ihnen von der Versammlung ertheilten Auftrages, Woche Haft verurtheilt, legte aber dagegen Berufung ein. Vor welch lettere in der Regel nur in Begleitung der Eltern auf die Kommission, welche Mitglieder der drei Verbände umfassen und der Straffammer fand eine Wiederholung der Beweisaufnahme genommen werden. Die Berufsgliederung der Aermsten zeigt, daß sie, von einigen Prozenten als berufslos angegebener event. mit den Fabrikanten in Unterhandlungen treten soll, zu wählen. statt; dieselbe führte jedoch zu derselben thatsächlichen Feststellung, abgesehen, durchaus arbeitslose Lohnarbeiter waren. Die Wahl wurde vollzogen und das Ergebniß bekannt gemacht. wie in erster Instanz und demgemäß zu der Bestätigung des ersten Alle Berufe der sogenannten Handarbeit, darunter die qualifizirtesten, Urtheils. find in der Leidensliste vertreten, im ganzen 86 Berufe. Die erste Stelle nehmen ein unter den nach Berufen verzeichneten 118 070 Männern die Tagelöhner und Handlanger mit 25 303 Mann, macht zirka 22 pet. Dann folgen zirka 6 pet. Kellner und Ladendiener, ferner Handelsangestellte und Dienstboten. Die sogenannten„ freien" Berufe nehmen die legte Stelle ein mit 587 Mann. Immerhin ist es bezeichnend für die Lage der Kopf" proletarier, daß 113 HausTehrer, 101 Voltsschullehrer, 29 Studenten, 12 Journalisten und Schriftsteller, 134 Notarschreiber, 39 Erdmesser, 4 Architekten, 75 SchauSpieler, 38 Musiker u. a. m. die Thüre des Nachtasyls anklopfen mußten. Von den 16 470 Frauen waren 28 pet. Dienstboten und 19 pet. Tagelöhnerinnen. Die Näherinnen nehmen die 1898 Dritte Stelle ein. an Die Herkunft wurde bei 187 329 Personen beider Geschlechter ermittelt. Man zählte 126 216 Franzosen( 92 pet.) und 11 113 Ausländer. In sechs Asylen wurden die Franzosen in Pariser und Pros vinzler eingetheilt. Es kommen nun da 10 767 Pariser( 23 pet.) auf 36 250 Provinzler. Dieses Verhältniß dürfte übrigens in erheblichem Maße auf die große Prozentzahl der Provinzler unter der Pariser Bevölkerung überhaupt zurückzuführen seien. Unter den Ausländern stehen an erster Stelle die Elsaß- Lothringer und die übrigen Deutschen mit 4753 Mann; dann folgen 3270 Belgier, 1861 Schweizer, 570 Italiener und 1159 verschiedener Nationalitäten. A diese Zahlen entsprechen durchaus den Ergebnissen der früheren Jahre. Jeder Beherbergte darf in der Regel höchstens drei Nächte hintereinander( oder vier, wenn ein Sonntag dazwischen fällt) aufgenommen werden. Die Zahl der gewährten Nachtlager betrug 490 062, macht im Durchschnitt 3/2 Nächte pro Beherbergten und 303 benutte Nächte pro Bettstelle. Ueber den Stand der Nachtasyle seit 1892 giebt folgende Busammenstellung Aufschluß: Bahr Bahl der Beherbergten der Nachtlager 1892 166 783 499 630 1893 164 948 495 402 1894 168 677 515 469 1895 152 022 418 992 1896 144 037 515 900 1897 140 067 490 062 der im Die Zentral- Verbandskaffe der Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine hat in ihrer Abrechnung für das Jahr 1898 eine Einnahme von 23 625,06 m. und eine Ausgabe von 25 853,46 M. zu verzeichnen. Die Kaffe des Verbandsorgans schließt in Einnahme und Ausgabe mit 31 771,92 m. ab. Das Vereinsvermögen in baar beträgt 55 914,37 2., das der Organtasse 8461,57 M. Der Mitgliederbestand wird auf 82 755 angegeben. Die Zigarrenarbeiter der Firma Rose u. Schweighofer in 2 bed haben ihren Ausstand für beendet erklärt und wurden die Streifenden bis auf vier wieder eingestellt. Eine größere Zahl der Ausständigen hat anderwärts Arbeit gefunden. Der Streit ist berloren gegangen, da es der Firma gelang, eine Filiale in Claus thal in Betrieb zu setzen. Schwarze Liften. Seit einiger Zeit befinden sich die Arbeiter zweier Betriebe in Delmenhorst und heiligenstadt im Ausstand. Der Verein der Bremer Bigarrenfabrikanten unter nimmt es nun, die Streifenden in Verruf zu erklären und versendet folgendes Birtular an die Zigarrenfabrikanten: Bremen, 28. Januar 1899. Geehrter Herr Kollege! Die Arbeiter des Herrn H. C. Hoyer in Delmenhorst haben sämmtlich die Arbeit niedergelegt und zwar, wie Herr Hoyer mir mittheilt, lediglich aus dem Grunde, weil er fürzlich in Heiligen stadt eine neue Fabrit gegründet habe; andere Gründe, wie Lohn differenzen u. f. w. seien nicht vorhanden. Herr Hoyer, obgleich nicht Mitglied unferes Vereins, sondern nur des Allgemeinen deutschen Tabakvereins, hat mir das um stehende Namensverzeichniß der ausständigen Arbeiter eingesandt, mit der Bitte, unsere Mitglieder von Vorstehendem in Kenntniß zu setzen und dieselben zu ersuchen, keinen dieser Arbeiter in Be fchäftigung zu nehmen. Hochachtungsvoll Der Vorstand. F. 2. Biermann. Unser Bremer Partei- Organ bemerkt hierzu: Die Liste der aus ständigen Arbeiter zeigt 25 Namen, darunter eine Frau. Der auf der Liste vorlegt vermerkte Arbeiter arbeitete zur Zeit, als der Streit ausbrach, garnicht mehr in der Delmen horster Fabrit, er war schon eine ganze Zeit lang anderswo thätig. Und der leztvermerkte Arbeiter ist deshalb nicht zu den Streitenden zu zählen, weil er schon vor Ausbruch des Streits er frankte und noch heute nicht genesen ist. Das Biermann'sche Rund schreiben wird also die Wirkung haben, daß diese beiden Arbeiter, wenn sie anderswo arbeiten oder Arbeit suchen, trotz ihrer Nicht betheiligung am Streit an ihrer freiwilligen Arbeit ge hindert werden. Die ausgesprochene Strafe ist schwer genug, und dennoch kann der Verurtheilte von GIüd sagen. Welches Geschrei wäre in der arbeiterfeindlichen Bresse erhoben worden und ein wie schneidiger and friedensbruchs- Prozeß mit jahrelangen 8ucht= ha us ftrafen möchte von den Wohlgesinnten ersehur worden sein, wenn die provozirten Arbeiter feine frommen Katholiken, sondern Sozialdemokraten gewesen wären? Man beachte nur das worden ist!" geradezu unaeheuerliche Urheil, das gestern in Dresden gefällt ,, Bravo!* In der Druckerei von Lichtwig kam es eines Tages zwischen dem Maschinenmeister und dem Faltor zu einem Streit. Gegen den Vorwurf, schlechte Arbeit geliefert zu haben, vertheidigte fich der Maschinenmeister ziemlich energisch, was dem bei der Sache unbetheiligten Buchbinder W. ein: Bravo! entlockte. Der Fattor, der im fraglichen Moment den Arbeitsraum verließ, hörte das Wort noch und veranlaßte die sofortige Entlassung des Buchbinders, obwohl dieser sich entschuldigte. 23. flagte dann beim Gewerbegericht gegen den Druckerei Besitzer und verlangte eine Entschädigung wegen unberechtigter Entlassung. Der Beklagte wandte ein, der Bravoruf des Klägers enthalte eine Bes leidigung des Faltors. Die Kammer VII unter dem Vorsitz des Gewerberichters Meier verurtheilte jedoch den Beklagten mit der Begründung, daß in dem Ausrufe wohl eine Ungehörigkeit, nicht aber eine grobe Beleidigung zu sehen sei. Ein gesetzlicher Ent lassungsgrund liege somit nicht vor. Wenn in den ,, höheren" Gesellschaftsschichten dem Duell fultus zärtlich nachgegangen wird, so ist von den ungebildeten Raufbolden nicht gut zu verlangen, daß sie sich vor Nachahmung des von oben gegebenen Beispiels scheuen. Nicht von diesem Stands punkt geht eine Rede aus, die gestern von einem Schöffenrichter ges halten wurde. Der Unfug, bei jeder Schlägerei sofort zum Messer zu greifen, scheint in Berlin unausrottbar zu sein und muß deshalb in jedem einzelnen Falle mit einer harten Strafe vorgegangen werden." So begründete der Vorsitzende des Schöffengerichts das Urtheil gegen den Arbeiter Wilhelm Brosin, welcher sich wegen schwerer Körperverlegung zu verantworten hatte. Brosin war eines Abends aus einem Schantlokal hinausgeworfen worden, weil er sich ungehörig benahm. Einige Gäste waren dem Wirth dabei behilflich gewesen. Der Angeklagte wartete auf der Straße und als die Gäste hinaustraten, brachte er dem ihm zunächst Tretenden ohne Weiteres einen Messerstich ins Bein bei. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängniß, der Gerichtshof war aber der Ansicht, daß eine weit höhere Strafe am Blaze sei und erkannte auf zwei Jahre Gefängniß. Der Berurtheilte wurde fofort in Haft genommen. Duellanten sind oftmals mit einigen Monaten Festungshaft davon gefommen, wenn sie ihre Gegner eine gleich empfindliche Verlegung beigebracht hatten. Mit Ausnahme des Jahres 1894 ist also die Zahl der Be herbergten im Sinten begriffen. Die Zahl der Nachtlager weist diese Regelmäßigkeit nicht auf, indem mit der Abnahme der Bedürftigen die durchschnittliche Benutzung der Bettstellen durch jeden einzelnen zunimmt. Was den Unterschied zwischen 1896 und 1897 betrifft, so erklärt ihn die amtliche Statistit nicht nur durch den ausnahmsweise milden Winter im letzten Jahre, sondern auch durch die Vertheilung von unentgeltlichen Wohnungs- Der Ausstand in der Zuckerraffinerie in alle ist beBons durch die Mairien und die Polizeifonumiffare. Eine Ab- endet. Die Arbeiter sind in die Fabrit zurückgekehrt, da ihnen vernahme der Arbeitslosigkeit kann nur bei den Tagelöhnern und sprochen wurde, daß einige ihrer Wünsche Berücksichtigung finden. Die Thomasmehl- Angelegenheit des Bundes der Landwirthe Handlangern konstatirt werden, die 25 303 Beherbergte im Im fächsischen Polizeiftaat. In rödig bei Elsterwerda beschäftigt noch immer die Gerichte. Gestern stand der Chefredakteur Jahre 1897 gegen 36 854 im Jahre 1896 ſtellten. Das erklärt sich hatten die Metallarbeiter eine Versammlung einberufen, in der die der" Voss. 3tg.". Fr. Stephany, vor dem hiesigen Schöffengericht, aus den für die Weltausstellung begonnenen Arbeiten. Da- Wahl eines Delegirten für die Generalversammlung vorgenommen um sich auf eine von den Bundesvorstands- Mitgliedern Dr. Rosice, gegen haben die qualifizirten Arbeiter 1897 mehr werden sollte. Die Versammlung wurde aber auf Einwirtung von Dr. Diederich Hahn und Plaskude angestrengte Privatklage zu Beherbergte geliefert als 1896, wie schon der Vergleich zwischen der verantworten. Die Privatklage ist durch einen in der Nummer der irgend einer Seite dadurch illusorisch gemacht, daß den Gesammtzahlen der beiden Jahre und den Zahlen der be Als Bossischen Zeitung" vom 8. Juni enthalten gewesenen Artikel Wirth im legten Augenblick sein Lokal verweigerte. herbergten Tagelöhner ergiebt. am Abend die Versammlungstheilnehmer erschienen, hatten über die Thomasmehl- Angelegenheit veranlaßt worden. Rechtsvier Gendarmen vor dem Lokal Aufstellung genommen. Ein anwalt Dr. Silberstein trat für die in dem Artikel beaus Dresden erschienenes Mitglied des Verbandes mußte über sich haupteten Thatsachen, nämlich, daß der Bund der Landwirthe die Feststellung seiner Personalien ergehen lassen und wurden ihm in jener ganzen Angelegenheit die Rolle des Kommissionärs gespielt bie metallarbeiter- Zeitung und einige Flugblätter beschlagnahmt und sich als solcher nicht nur des Betruges, sondern auch der Untreue Das ist ein Zustand der Rechtlosigkeit, wie er fich in Sachsen immer schuldig gemacht habe, indem er Geld, welches von Rechts wegen den Käufern gehörte, in seine Tasche gesteckt habe, den Wahrheitsbeweis an. Rechtsanwalt Dr. Mar Hoffmann erklärte Namens des mehr zum System ausbildet. Bundes, daß auch diesem an einer gründlichen Aufklärung gelegen sei, da eine solche das Ergebniß haben würde, daß alle gegen ben beschloß die Bertagung der Verhandlung zum Zwecke der BeweisHerr August Scherl " weiß die ,, Arbeitswilligen" zu schätzen! Wie uns mitgetheilt wird, haben im Laufe der vergangenen Woche 20 Arbeitswillige einen gnädigen Fußtritt be tommen und haben der Offizin Scherl den Rüden kehren müssen. Der Streik der Glasarbeiter in Hildburghausen Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, er tann gehen! An ihre dauert fort. Einige Arbeitswillige" haben Hildburgshausen bereits Stelle find die tapferen Bertheidiger des Herrn Scherl, die Mits wieder verlassen und es fällt dem Unternehmer schwer, geeignete Bund erhobenen Beschuldigungen unwahr seien. Der Gerichtshof glieder des Gutenbergbundes, getreten. Sie haben sich diese Kräfte heranzuziehen. Gunst ihres neuen Chefs reichlich verdient, denn es dürfte kaum jemals Tekte Nachrichten und Depeschen. in einem Arbeiterorgan eine so nechtselige Gesinnung zum Aus- Ein Arbeitslosen- Unterstützungsverein hat sich in Nürnerhebung. druck gekommen sein, als im„ Typograph", dem Organ dieser berg gebildet. Derselbe hat den Zweck, seinen Mitgliedern im eifrigen Berfechter rüdsichtsloser Unternehmerpraktiken. Unterbeffen Falle der Arbeitslosigkeit auf die Dauer von fünf Wochen Unterwird im Dienst der Reklame und der Agitation zur Wiedergewinnungstügung zu gewähren. der abtrünnigen Abonnenten Alles mobil gemacht. Die Zeitungs Wegen Lohnreduktionen haben die 8igarrenarbeiter und frauen verbreiten die falsche Nachricht, daß mit dem ausständigen widelmacher der Firma Rosenberg u. Ko. in Fürth( die Fabrit Bersonal und Herrn Scherl eine Verständigung getroffen ist. Es befindet sich in Martt- Brud) die Arbeit niedergelegt. braucht nicht gesagt zu werden, daß diese Angabe unrichtig ist, sie scheint aber auf Anweisung gemacht zu werden, da uns mehrere gleichlautende Mittheilungen zugehen. " Ausland. Frankfurt a. M., 4. Februar.( B. S.) Der Frankf. 8tg." wird aus Würzburg gemeldet: Premierleutnant Eugen Pfeifer vom 5. Cheveaurleger Regiment in Saargemünd, der am 18. Dezember v. J. in einem Walde bei München den Major. a. D. Ludwig Seit im Duell erschoß, wurde auf Grund des§ 54 des St.- Str. G. vom Militär- Bezirksgericht freigesprochen. In Baden( Schweiz) befinden sich ca. 1000 Metallarbeiter der Wie uns ferner mitgetheilt wird, treiben auch unlautere Elemente Firma Boweri u. Cie. im Ausstand. Die Differenzen entstanden Wien, 4. Jan.( W. T. B.) Die Vertreter der deutschen Bolts. ihr Wesen. In Rixdorf hat jemand versucht, unter dem Vorgeben, wegen Maßregelung eines Arbeiters, der dem Vorstand des Arbeiterpartei, der deutschen Fortschrittspartei, der Ver er gehöre zu den ausständigen Schriftsezern des Lokal- Anzeiger", bundes Dynamo" angehört. einigung des verfassungstreuen GroßgrundUnterstützung zu erbetteln. Dem gegenüber sei bemerkt, daß die Aus Chriftiania wird gemeldet, daß der Drechslermeister und besizes, der christlich sozialen Vereinigung und Ausständigen von der Organisation der Buchdrucker hinreichend Schirmmacher C. D. Johansen sich bemüht, in Deutschland der freien deutschen Vereinigung haben sich zu einer unterstützt werden und hier ein Schwindler sein Wesen treibt. Die Arbeitskräfte anzuwerben. Da die Arbeiter im Streit stehen, wird Kundgebung geeinigt. In derselben wird die Gestaltung der immer das Vergnügen, ihn nach wie vor des Morgens vor der bor Zuzug gewarnt, besonders mögen die Berliner Arbeiter auf die öffentlichen Verhältnisse beklagt und auf die Badenischen Sprachendentt Bemühungen des Herrn acht geben. verordnungen zurüdgeführt. Thüre zu finden. Beharrlichkeit führt zum Ziel! Herr Scherl, doch dürfte er sich diesmal irren. Die Arbeiter werMadrid, 4. Februar.( W. T. B.) Bei einem heftigen Sturme In den mechanischen Schuhfabriken zu Malmö( Schweden) den dafür sorgen, daß seine Thaten immer wieder auch den Gleich ist ein Streit ausgebrochen, da die Forderung der Gehilfen( neun in Barrios( Provinz Cadiz) wurden mehrere Personen durch einen giltigsten in's Gedächtniß gerufen werden und dem Lokal- stündiger Arbeitstag) von den Fabrikanten nicht bewilligt wurde. Blikstrahl getödtet und mehrere verwundet. Die Flüsse sind aus Anzeiger" die Thür gewiesen wird. Die Aussichten des Streikes find günstig, jedoch suchen die Fabri- den Üfern getreten. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. : " Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 31. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. da der 11 Sonntag, 5. Februar 1899. 501 of 10in dum der Oeffentlichkeit bloßgestellt, aber sehr mit Unrecht. Der Mann Was wirft man denn der berfolgten Zeitung bor? Daß sie in der hat durch seine 5 jährige Leitung der Dt. Postztg." bewiesen, daß er Sprache zu scharf ist. Das geschieht doch aber nur in der Vertretung at dit si do wirklich die Interessen der Beamten vertritt. Weshalb diefe der materiellen Intereffen der Beamten. Aber die Vertretung der 25. Sigung, Sonnabend, 4. Februar 1899, 1 hr. Gehäffigkeit gegen den Postboten"? Dadurch treiben Sie die materiellen Intereffen geschieht überall in der denkbar rücksichtslosesten Am Tische des Bundesrathes: von Podbielsti, Freiherr Beamten nur der Sozialdemokratie in die Arme. Eine Begünstigung Weise, das liegt an unseren politischen Verhältnissen und nur bon Thielmann. der Neuen Post" liegt zweifellos vor. Die Leser des„ Postboten hier sollte sie verboten sein? Das ist weder billig noch flug. Das Bunächst erfolgt der Bericht der Geschäftsordnungs- Kommiffion werden aber verfolgt. Ein Postbeamter ist schon deshalb vernommen Verbot eines solchen Blattes nüßt lediglich diesem ir nus über den Antrag Agster( Soz-) und Gen. auf Ertheilung der Ge- worden, weil feine Vermählung im Deutschen Postboten" angezeigt In Bezug auf die Beschäftigung der Frauen denke ich anders, nehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Schmidt( Aschersleben) war( Heiterkeit), diese Anzeige hatte der Deutsche Postbote aus als mein Kollege Werner. Ich freue mich da über das Wohlwollen wegen angeblicher Majestätsbeleidigung und Beleidigung eines Mit einer anderen Zeitung übernommen. Lokale werden boykottirt, in des Herrn Staatssekretärs den Frauen gegenüber und fann nur gliedes des königlichen Hauses. Berichterstatter ist der denen der Deutsche Postbote" ausliegt. In einzelnen Fällen sind wünschen, daß diese in möglichst großer Zahl angestellt werden. den Abonnenten des Postboten" die Abonnementsgelder zurüd Auch in Bezug auf die Sonntagsruhe bin ich über das Wohl Abg. Roeren( 8.): gezahlt worden. Das ist schon deshalb unzulässig, weil der Betrag, wollen des Staatssekretärs fehr erfreut. Aber das genügt noch Mit Rücksicht darauf, daß die Beschlüsse des Hauses in solchen sowie er eingezahlt ist, dem Verleger gehört. Ich bedauere es sehr, nicht. Ich bin durchaus für den Wegfall der Schalterstunden von Fragen eine prinzipielle Bedeutung haben, werde ich ein furzes daß dies System der Unterdrückung jeder freien Meinungsäußerung 5-6 Uhr. Auch wäre die Einführung eines Zuschlags am Sonntag Referat über die Kommissionsverhandlungen geben. Die thatsächlichen der Unterbeamten bei der Postverwaltung herrscht. Das ist teine sehr zu begrüßen; in England existirt bereits ein solcher. Der ganze Berhältnisse, die dem Antrag zu Grunde liegen, find Folgende: Postwirthschaft mehr, das ist eine Baschawirthschaft.( Bravo! Tints.) Bostdienst am Sonntag ist nur dem Umstande zuzuschreiben, daß Am 9. Januar d. J. ist der Redakteur Müller von der sozialAbg. Graf v. Klinckowström( f.): Custorfamed as Judenthum, das in hohem Maße in den Geschäften steckt, demokratischen Volksstimme" in Magdeburg wegen Majestätsbeleidigung, begangen in einem Artikel dieses Blattes vom 27. Juli wir es lebhaft, daß nach den gestrigen Verhandlungen der Antrag Beamten an ihrem Sonntag belastet werden. Das ist für mein Dem Antrag Baffermann stimmen wir zu, dagegen bedauern am Sonnabend die Postfendungen nicht abschickt. Damit die Juden an ihrem Sabbath nicht belästigt werden, müssen unfere christlichen 1898, zu 3 Jahren 11 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Schon Müller- Sagan hier eingebracht werden konnte. Dieser Antrag unter Gefühl ein empörender Zustand.,( Beifal) in der Gerichtsverhandlung wurde der Beweis dafür angeboten und auch vom Gericht erhoben, daß der Angeklagte an dem betreffenden gräbt nur die Disziplin der Postbeamten. Ich komme nun auf die gestrigen Angriffe des Herrn Singer durft Staatssekretär v. Podbielski: o sid Tage gar nicht die Redaktion ausgeübt habe, da er verreist war. zurüd. Jede der Sozialistendebatten in den letzten Sigungen hat Die Regelung der Sonntagsruhe wird in der Weiſe Das Gericht hat aber diesen Beweis als nicht erbracht angenommen. ber Sozialdemokratie eine Niederlage gebracht, die allerärgste Nieder- geschehen, die heute Abend im Amtsblatt erscheinen wird, daß Nach der Verurtheilung des Angeklagten hat sich darauf der Abg. Schmidt( Aschersleben) bei der Staatsanwaltschaft gemeldet lage aber die gestrige Debatte.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Sonntags der Dienst in der Regel mur von 12-2 geschieht. mit der Erklärung, daß er der Thäter sei, weil er an jenem Der Abg. Singer rief uns gestern zu: was wollen Sie lleiner Haufe Dagegen muß ich zufchläge am Sonntag prinzipiell ablehnen, weil Tage in Vertretung des Redakteurs Müller als Chefredakteur die denn im Reichstag machen? Bon Ihrer Seite kommt mir dieser Vorwurf diese nur eine Begünstigung der Reichen darstellen. Beitung redigirt habe. Gleichzeitig hat der Abg. Schmidt die Staats- doch etwas komisch vor. Doch das ist ja immer so: die kleinsten Leute Abg. Lieber( 8): anwaltschaft ersucht, das gerichtliche Verfahren gegen ihn einzuleiten, heben ihren Schirm immer möglichst hoch, um nur recht groß zu erminato damit nicht ein Unschuldiger die Strafe antrete. Die Staatsanwaltscheinen. Wir wissen ganz genau, daß wir größer find als Sie, Wir wünschen nicht, daß die Beamten fich agitatorisch gegen schaft ist auf diesen Antrag nicht eingegangen, hat vielmehr dem jedenfalls an Einfluß.( Sehr wahr 1 bei den Sozialdemokraten. Rufe: die Verwaltung bethätigen, wir wünschen aber auch, daß die Abg. Schmidt anheimgestellt, zunächst die nach Artikel 31 nothwendige nach oben) Ebenso genau wissen Sie, daß wir hier die Majorität Beamten nicht angehalten werden, unter Umständen gegen ihre Genehmigung des Reichstages zur Strafverfolgung einzuholen. nicht haben. Unsere Aufgabe jedoch hier im Reichstage ist, der innere Ueberzeugung für die Regierung zu agitiren. Am besten ist Roch einige Worte über die bisherige Stellungnahme des Reichstags Sozialdemokratie bei jeder Mauferung die Maste vom Gesicht zu es, wenn sich der Beamte jeder politischen Agitation enthält. Wir in folchen Fragen. Wenn nur ein Antrag der Staatsanwaltschaft reißen.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Das ist uns bieber wünschen weiter nicht, daß die Gesinnung bes Beamten beschnüffelt auf Genehmigung zur Strafverfolgung eines Abgeordneten vorlag, immer gelungen. Es wurde gestern von einer Entscheidung des wird. Denn die Gesinnung ist sowohl sein staatsbürgerliches wie hat der Reichstag schon häufig die Genehmigung versagt, da das Disziplinarhofes in Braunschweig auf Suspension vom Amte gegen überhaupt sein Menschenrecht, das ihm von der Behörde gesichert Recht der Immunität den Abgeordneten im Interesse ihrer Wähler den Postbeamten Wolf gesprochen und angeführt, daß Berufung ein- werben muß. Wenn wir auch mit dem Herrn Staatssekretär eingegeben sei, deren Vertreter in der Ausübung seines Mandats nicht be- gelegt sei, Run, die zweite Entscheidung wird Ihnen noch viel verstanden sind, daß er feinen Beamten dulden will, der sozialFindert werden solle. Anders liegt die Sache, wenn der Abgeordnete selbst weniger gefallen wie die erste, denn die Sache ist ja prinzipiell längst demokratische Agitation betreibt, so find wir mit seinen Aeußerungen entschieden. Hier eine Stelle aus einer Entscheidung eines Ober- Ber- nicht einverstanden, welche sich gegen die sozialdemokratische Ges dem Antrag der Staatsanwaltschaft zustimmt. In einem solchen Falle waltungsgerichtes vom 29. Juni 1897: Ein Beamter zeigt sich finnung der Beamten richteten. 20 tämen wir denn hin, went hat der Reichstag stets die Genehmigung ertheilt, da in einem solchen Falle von einer Schädigung der Wählerinteressen, die außer seiner Stellung unwürdig, wenn er die Bestrebungen der Sozial- wir eine solche Gesinnungsriecherei playgreifen ließen. Wir haben Ferner heißt es darin:" Nicht es Jahre lang an der eigenen Partei erfahren, was es heißt, auf halb der Verantwortlichkeit des Abgeordneten liege, nicht die Rede demokratie bewußt unterſtügt." sein könne, und ein Recht der Wähler auf ununterbrochene Ausübung minder hat der Angeschuldigte seine Pflicht als Beamter dadurch ver- die schwarzen Listen zu kommen,( Sehr richtig! im Zentrum.) Ich sein könne, und ein Recht der Wähler auf ununterbrochene Ausübung legt, daß er dem Reichstagsabgeordneten Schulze nach Schluß der rede noch garnicht von der Niedertracht, die sich da breit macht. des Mandats seitens ihres Abgeordneten in Artikel 31 nicht gegeben Bersammlung die Hand reichte."( Sört! hört! links.) Also meine Da kommen Leute auf die Liſten, die von Gott und Rechts wegen fei. In diesem Falle liegt die Sache nun noch anders, da ein An- Herren( zu den Sozialdemokraten), jeder Beamte, der sich mit garnicht darauf gehören und nur das Opfer niederträchtigster trag der Staatsanwaltschaft überhaupt nicht vorliegt, sondern ledig- hnen einläßt, wird meineidig!( Oho! linte) er verlegt den Eid Denunziationssucht sind.( Sehr richtig! links und im Zentrum) Da lich ein Antrag des Abg. Schmidt. Man könnte daher das Be denken geltend machen, daß vielleicht überhaupt keine Straf hat, und der Herr Staatssekretär hat gestern gejagt, daß dem können, sind wir doppelt und dreifach gegen die Erforschung der Gefinnung der Treue, den er seiner Majestät, dem Kaiser und König geleistet nach unseren Erfahrungen solche Dinge auch heute noch vorkommen verfolgung eintreten werde und so der Beschluß des Reichstags pro nihilo gefaßt fei. Die Kommission hat Berbrechen die Strafe auf dem Fuße folgen wird. Wir schulden unter den Beamten. Es liegt mir fern, von den gestrigen Worten dies Bedenken aber für unbegründet erklärt, dem Herrn Staatssekretär für sein energisches Vorgehen unseren des Staatssekretärs jedes einzelne auf die Goldwage legen zu Artikel 31 teine Bestimmung darüber enthält, von wem der An- wärmsten Dant.( Bravo! rechts.) Und Sie, wenn Sie es mit den wollen,( Große Heiterteit links.) Ich kenne den hochverehrten Herrn trag zu stellen sei. Aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft an Beamten so ehrlich meinen, wie Sie sagen, dann lassen Sie jetzt schon aus der Beit seiner geschätzten Mitgliedschaft in diesem Hause Schmidt vom 19. Januar 1899 sei außerdem zu entnehmen, daß Ihre Hand von ihnen, Ihnen wird sonst die Verantwortlichkeit ob- und weiß, daß er nicht der Bauwau ist, für den ihn manch thatsächlich eine Strafverfolgung eintreten werde, sobald die Erlaub- liegen, wenn Sie in die Familien Elend und Noth hineinbringen. Anderer halten mag.( Erneute Heiterfeit.) Um seiner Gerechtigkeit niß des Reichstags vorliegt. Die Genehmigung erscheint in diesem Aber ich bin fiberzeugt, die Klarstellung dessen, was Sie wirklich willen möchte ich von ihm verlangen, daß er sich um die Gesinnung Falle um so dringender geboten, als hier die Verurtheilung eines find, wird genügen, um die Beamten zu veranlassen, von Ihnen ab- feiner Beamten, so weit sie nicht agitatorisch bethätigt wird, gar zufallen. Also reden Sie, soviel Sie wollen( Stufe bei den Sozial- nicht fümmert.( Sehr richtig! im Zentrum und links.) Was der angeblich nicht Schuldigen in Frage steht, für dessen demnächstige bemokraten: wir werden Sie nicht fragen), feiern Sie im Vorwärts" Antrag Müller, soweit er sich auf den„ Deutschen Postboten" bezieht, Freisprechung in der Revision ein Untersuchungsverfahren gegen Schmidt von maßgebendstem Einfluß sein muß. Die Kommission hat Ihre Niederlagen als Siege, wir wissen jetzt, daß auch bei den ver- anlangt, so ist es uns unmöglich, für ihn zu stimmen, denn er daher einstimmig beschlossen, den Reichstag zu ersuchen, die Ge- bündeten Regierungen die Zeit der Schwäche vorüber ist und daß handelt von Einmischung in die disziplinaren Befugnisse, die uns fie energisch und zielbewußt Ihnen gegenübertreten werden.( Bravo! gar nicht zusteht. Wir fönnen aber hier ohne Resolution unsere nehmigung zu ertheilen. Meinung sagen und ich meine, durch die Maßnahmen des Staatss sekretärs wird nur Reklame für dieses Organ der Post- Unterbeamten Abg. Franken( natl.): gemacht.( Sehr richtig! im Zentrum und links.) Der Antrag Müller hat noch einen zweiten Theil, der sich mit der Privatlektüre der Bes amten beschäftigt. Wenn man ihn so lieft, mag's leidlich erscheinen. Denkt man aber z. B. an die Most'sche Freiheit", so wird der Antrag schon bedenklicher. Wir behalten uns unsere Stellung dazu noch vor. Was den Einwand der Berjährung betrifft, so glauben wir, eines besonderen Antrags bedarf es nicht, denn die Regierung finnt ja auch auf Abhilfe dieses Uebelstandes und wird den richtigen Ausweg schon finden.( Bustimmung im Zentrum und rechts.) Wir wollen die Disziplin gewahrt sehen, wir wünschen aber auch den Ueber den Inhalt des" Postboten" hat selbst die Zeitung des Beamten ihre menschlichen und staatsbürgerlichen Rechte unversehrt Ich kann dem Herrn Staatssekretär darin mur vollständig zu Bostaffiftenten- Verbandes, die Deutsche Postzeitung", gefagt:" wahrlich erhalten zu sehen.( Beifall im Zentrum und links.) stinumen, daß Sozialdemokraten in der Postverwaltung nicht gebulbet es war fortgefegt eine Baprifatost!" Berstedte Angriffe gegen die mit Abg. Bebel( Soz.): e werden können. Die Sozialdemokraten haben offen erklärt, daß sie Verwaltung bilden den rothen Faden, der durch alle Artifel hindurch- Der Abg. Graf v. Klindowström scheint den Ehrgeiz zu haben, Republikaner find: Da kann es sie nicht wunder nehmen, daß man geht. Ich komme nunmehr zu dem Falle in Saalfeld. Ich würde folche Beamte aus der Reihe der kaiserlichen Beamten entfernt. Schwere Vorwürfe verdienen, wenn die Sache so liegen würde, wie fich zu einem Ritter St. Georg gegen den Drachen Sozialdemokratie ausbilden zu wollen.( Heiterkeit.) Wenn Ihre Erfolge über uns, Herr von Podbielski hat gestern ausgeführt, daß eine so große sie der Abg. Müller dargestellt. Jeder Postbeamte unterschreibt bei deren Sie sich rühmen, aber fünftighin nicht ganz andere werden, Beamtenschaft sehr straff geleitet werden müsse. Wir erkennen seinem Eintritt in den Bostdienst ein Protokoll, in dem er sich verdas an und müssen der Staatsverwaltung die Berechtigung ein- pflichtet, feinen der Diensterlasse 2c. zu veröffentlichen, ohne Erlaubniß Herr Graf, dann können Sie dem seit 30 Jahren immer mehr forträumen, agitatorische Elemente zu entfernen. Aber jede Gesimmungs- der Vorgesetzten. Ich hätte wirklich nichts gegen die Veröffentlichung Wir werden über Sie hinweggehen, wie ein Gilzug über einen schreitenden Siegeszug der Sozialdemokratie feinen Einhalt thun. riecherei muß hierbei vermieden werden. Es ist prinzipiell jenes Dienststundenplanes. Aber der Beamte hätte das vorher sagen unzulässig, daß man die Privatlettüre der Beamten wollen. Auch liegt die Sache nicht so, daß der Beamte, um sich Strohhalm.( Heiterkeit.) Jedenfalls müssen Sie Ihr geistiges Rüst tontrollirt, und es ist auch vollständig unausführbar. Wenn fein Recht zu wahren, ben Plan aus freier Entschließung veröffent eug in ganz anderer Weise ausbilden, um mit Aussicht auf Erfolg man sich auf solch ein System einlassen wollte, dann wäre der licht hatte. Die Redaktion der Zeitung hatte vielmehr ein Rund- in den Kampf treten zu können. Sie halten es für Ihre Aufgabe, jeder Mauferung der Sozialdemokratie die Maske herunterzureißen Spionage und Demunziation Thor und Thür geöffnet. Mir ist das schreiben erlaffen, in dem fie die ihr zugänglichen Beamten auf- und Allen zu zeigen, nicht was wir sein wollen, sondern was Organ nicht bekannt. Nach den Stilblüthen hält sich der Ton nicht gefordert hatte, besonders ungünstige Pläne mitzutheilen. in den Grenzen fachlicher Kritik. Neue Breßerzeugnisse sind leicht Herr Müller hat gesagt, ich hätte den Redakteur der„ Dt. Post- wir in Wirklichkeit sind. Viel Glück, Herr Graf, zu diesem geneigt zu lebertreibungen, um sich intereffant zu machen. Später zeitung" an den Branger gestellt und fer hätte das gar nicht verdient. Geschäft, das nicht allein Sie, sondern auch viele andere, Ihnen ähnliche Kämpen seit Jahrzehnten probiren, freilich ohne Erfolg. andert sich die Tonart solcher Breßerzeugnisse; und man sollte fie Jener Herr Hubrich war einer der schlimmsten Agitatoren; ich kann( Sehr richtig bei den Sozialdemokraten). Meinem Freund Singer, nicht mit solcher Nervosität beurtheilen. Was man in anderen Ihnen eine Reihe von Versammlungen vorlegen, in denen er weit der Ihnen gestern zugerufen hat, daß er das kleine Häuflein, das Staaten ertragen fann, werden wir in Deutschland auch ertragen. dollere Reden gehalten hat, als die Sozialdemokraten alle zu die äußerste Hechte bilde, eigentlich bebauere, antworteten Sie mit Der Abg. Lingens hat gestern für den Kirchenbesuch der Post- fammen. Er hielt da hinter verschlossenen Thüren wüste Brand. beamten gesprochen. Auch wir können uns damit einverstanden er reden. Ich habe nichts gegen freie Meinungsäußerung; aber das Emphase: Klein sind wir an der Zahl, aber groß an Einfluß. Leider ist das wahr. Das deutsche Bürgerthum hat es nicht verstanden, Hären. Die Beschäftigung von Frauen im Postdienst ist zu bes fonnte ich nicht dulden. mit diefem Junkerthum aufzuräumen.( Sehr richtig! links.) Aber grüßen; der Egoismus des Mannes muß da den berechtigten Ich will zugeben, daß an der einen oder anderen Stelle über wir wollen, was das Bürgerthum nicht erreicht Forderungen der Frauen nach Erwerbsthätigkeit weichen. Die das Maß hinausgeschossen ist; na, da werde ich schon bat, zur Vollendung bringen, tofte es, was es praktischen Amerikaner haben mit der Einstellung von Frauen gute dafür sorgen, daß alles wieder ins rechte Geleise wolle!( Beifall b. d. Soz.) Der Herr Graf hat auch auf ein Urtheil Erfahrungen gemacht. Was die Berufung auf die Verjährung der tommt. Gehaltsansprüche anlangt, so find wir der Ansicht, daß die Reichs- Was die Beschäftigung von Frauen anlangt, so sind in der hingewiesen, das das Ober- Verwaltungsgericht einem Beamten gegens regierung davon keinen Gebrauch machen soll; das ist auf teinen That Damen für den Fernsprechdienst ganz besonders geeignet, weil fiber gefällt hat, der, wenn ich richtig verstanden habe, unserem verstorbenen Parteigenoffen Schulze bei einer Gelegenheit die Hand Fall nobel. Redner drückt sodann seine Befriedigung über die jeßige ihre Stimme 3 Töne höher liegt. gereicht hat. Die Zusammensetzung des Ober- Verwaltungsgerichts Leitung des Postwesens aus.( Beifall.) Ich bitte Sie, den Antrag Müller abzulehnen; er würde nicht bebingt schon, daß seine Urtheile im Sinne der jetzigen Staatszum Segen, sondern zum Unsegen gereichen. verwaltung ausfallen. Wir sind auch thatsächlich über solch unerhörte minds Abg. Stöcker( wild): Urtheile nicht verwundert. Wir haben noch schlimmere Dinge erlebt. Ich erinnere Sie an das fürchterliche Urtheil, das das Dresdener Schwurgericht gestern gegen meine Parteigenossen gefällt hat. Die Stellung der Sozialdemokratie der heutigen Gesellschaft gegen über ist genau dieselbe, welche die Christen der ersten Jahra hunderte der römischen Gesellschaft gegenüber eingenommen haben. Wie die römische Gesellschaft am Christenthum zu Grunde ging, so wird auch die bürgerliche Gesellschaft an der Sozial Die Preffe sei stets ein Spiegel der Wirklichkeit; wäre sie Schon 1875 ist die Deutsche Post", ein ziemlich scharfes Organ, demokratie zerschellen.( Beifall b. d. Sozialdemokr.) Es ist doch ein starkes wirklich so schlecht, so hätte sie z. B. die gestrige Rede des Herrn berboten worden. Ich nahm mich damals des Assistentenverbandes Stüd, daß es einem Beamten als Verbrechen angerechnet wird, wenn von Podbielsti nicht so ausführlich gebracht. Redner geht sodann an. Herr v. Podbielsti stellt sich freundlicher zum Assistentenverband, diefer einmal bei einer geselligen Gelegenheit einem Sozialdemo auf den Saalfelder Fall ein. Der Dienſtſtundenplan daselbst hatte als fein Vorgänger. Er hat gesagt, er wolle teine Märtyrer schaffen. fraten die Hand reicht. Wem so etwas bereits als eine Art AmtsLeinen Sonntag freigegeben. Eine Beschwerde war erfolglos ge- Aber eine Zeitung, die verfolgt wird, wird zum Märtyrer; sie ge- verbrechen qualifizirt wird, dann find solche Vorgänge im höchsten blieben. Da sandten zwei Beamte diesen Fall der Deutschen Post- winnt an Liebe, und ferner gewinnen dann die sozialdemokratischen, Grade geeignet, in Beamtenkreisen die gegentheilige Wirkung zu erzielen, zeitung" ein, die sich damals mit der Sache gar nicht befaßte. Erst die schürenden Tendenzen die Oberhand. In den Februar- Erlassen die mit solchen Urtheilen hervorgerufen werden soll. fpäter, als sie sich im Allgemeinen über die Sonntagsruhe ausließ, sagte der Kaiser, die Arbeiter sollten sich Vertreter schaffen, die ihr Meinung des Auslandes liegt Ihnen ja nichts. Ich sage Ihnen führte sie auch diesen Fall an. Da wurden bie beiden Vertrauen haben; und die Staatsbetriebe sollten Musterbetriebe aber; wenn das, was gestern und heute hier vorgekommen ist, im Auslande bekannt wird, so wird man darüber sehr bedenklich den Beamten entlassen, wegen Vertrauensbruchs! Die Bekanntgabe werden. Der Antrag der Kommission wird darauf mit grofer Mehrheit rechts.) angenommen. Es folgt die zweite Etatsberathung, die beim Etat der Reichs.Poft- und Telegraphen- Verwaltung fortgesetzt wird. Mit zur Berathung steht ein Antrag Bassermann und Genossen: Der Reichstag wolle die Erwartung aussprechen, daß gegenüber an fich berechtigten Gehaltsnachforderungen der Boftbeamten von der Reichsverwaltung die Einrebe der Verjährung nicht geltend gemacht werde. Beim Titel Staatssekretär bemerkt Abg. Baffermann( natl.): Abg. Müller- Sagan( freis. Vp.) beantragt, der Reichstag wolle beschließen: " Es ist hier etwas lebhaft geworden, aber ich will versuchen, die Nube wieder herzustellen.( Große Heiterfeit.) Es ist viel über den Postboten" geredet worden. Ich meine, es muß ein Unterschieb gemacht werden zwischen einem Blatt, das nur die Berufsintereffen ber Beamten vertritt, und einem Organ, daß die Beamten dirett aufhezt gegen die vorgesezte Behörde. Es sind mir einige Nummern des Postboten" überreicht worden, und ich muß sagen, die Be hauptungen, die da aufgestellt werden, gehen denn doch zu weit. Staatssekretär v. Podbielski: " tal 1. zu erklären, daß Diszilinarmaßregeln gegen Ich halte es für ganz berechtigt, daß man Sozialdemokraten im Poftunterbeamte wegen bonnirens auf die Wochenschrift Bostdienste nicht duldet. Wir find eine Monarchie, wie fönnen wir " Deutscher Postbote" oder wegen Inserirens von Familien- dulden, daß der Staat Beamte duldet, die ihn und seine Obrigkeit und Vereinsnachrichten in dieser Wochenschrift ungerechtfertigt umftürzen wollen? Das ist so flar, daß man darüber gar nicht und unzulässig find, 2. den Herrn Reichstanzler zu ersuchen, jede streiten tann. Wenn die Sozialdemokraten, wie dies ja bereits zum Beschränkung der Bostbeamten bezüglich ihrer Theil geschehen ist, den nationalen Staat und die Monarchie offen außerdienstlichen Lettüre zu untersagen. anerkennen, dann ist es etwas ganz Anderes. An der des Dienststundenplans, den jeder erfahren kann, der mit einem Fragt man fich objektiv, welchen Eindruck die hier geführte Dis- Stopf schütteln und nicht begreifen, wie das starte Deutsche Reich Beamten einen Stat verabreden will, ein Vertrauensbruch! Der fuffion auf die Postbeamten machen wird, so ist es flar; diese werden durch die unbedeutendsten Dinge so nervös werden kann.( Sehr Herr Staatssekretär hat gestern den Redakteur der Dt. Postatg." vor sagen: die Sozialdemokraten führen unsere Sache!( Sehr richtig 1) richtig! bei den Sozialdemokraten.) In unseren Nachbarstaaten, motor si stammin solitariodioisold at autem( i turi) 2 di " Abg. v. Kardorff( Np.): die beiden Kommunales. Der Vorsitzende der Invaliditäts- und der Alters- Versicherungsanstalt Berlin, Dr. Freund, hat sich zur Theilnahme an den Bes rathungen der deutschen Versicherungsanstalten über das dem Reichstage vorliegende Invaliditätsgesetz nach Eisenach begeben.j England, Belgien, Holland, Frankreich und der Schweiz würde es| Bost!) Sie rufen: Bost! Ja, hätten Sie nicht vom Zukunftsstaat| bethätigt, muß den Dienst verlassen. Wir sind unversöhnliche Gegner niemandem einfallen und einfallen dürfen, auch der Staatsgewalt gesprochen, ich wäre nicht auf ihn gekommen. der Sozialdemokratie, denn unsere Prinzipien beruhen auf Wahrheit, nicht die Staatsbürgerrechte so zu beschneiden, wie es hier als Man spricht von der„ maßlosen Propaganda", die wir treiben. was von Ihnen( zur Sozialdemokratie) nicht gesagt werden kann. selbstverständlich gilt. Wie man in unserer ganzen Politik darauf Eine solche maßlose Propaganda ist bei uns einfach undenkbar, in Die Regierung hätte stets dieselbe Unversöhnlichkeit Ihnen gegenüber ausgeht, das Militär als etwas ganz besonders Geartetes diesem Hause noch weniger als außerhalb.( Heiterkeit.) Sie werfen zeigen follen, die wir Ihnen gegenüber bethätigt haben, dann wäre dem Bürgerthum gegenüber zu stellen, so versucht man jezt dasselbe uns immer unsere internationale Gesinnung vor. Aber unsere Inter- es mit Ihnen nicht so weit gekommen, wie es leider mit Ihnen ge mit dem Beamtenthum. Man möchte eine Art chinesisches nationalität besteht doch nicht darin, daß wir alle Landesgrenzen tommen ist. Die Anträge Müller lehnen wir beide bedingungslos Mandarinenthum begründen.( Sehr richtig! bei den Sozial- aufheben.( Buruf: Post! Post!) Auch da arbeiten Sie ja uns nur ab, sie sind nur geeignet, die Disziplin zu untergraben. demokraten.) Alle bürgerlichen Beziehungen zu dem Volte sollen vor. Die internationale Gesinnung der Kapitalisten( Vizepräsident Die Diskussion wird geschlossen, der Titel" Gehalt des Staatsaufhören, der Beamte soll sich nur in dem engen und Kleinen Streise Schmidt erhebt sich), die kennt keine Landesgrenzen. Das mit Bei- sekretärs" bewilligt, ebenso die weiteren Titel bis 19 inklusive. feine Standesgenossen bewegen und sich nichts herausnehmen spielen zu belegen( Vizepräsident Schmidt legt die Hand an die Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sigung Montag 1 Uhr. dürfen, was nach oben den geringsten Anstoß erregen könnte. Glode), das wird jest wohl nicht angehen. Aber jeder weiß das( Etat der Post- und Telegraphen- Verwaltung und der Reichsdruckerei.) In den meisten anderen Staaten ist etwas Derartiges unmöglich. schließlich selbst.( Buruf: Bost! Post Der Herr Abgeordnete Schluß 5½ Uhr. Stein Mensch hält es da für staatsgefährlich, wenn die Beamten zur Stöder fagte auch: wir schüren die Unzufriedenheit! Gerade Bahrung ihrer Interessen sich vereinigen und eine besondere Fach- der Abg. Stöder sollte doch von so etwas nicht reden. preffe herausgeben. Er weiß doch, daß er in den Augen seiner früheren Parteigenoffen Was haben denn eigentlich die Beamten gethan, deren Klagen die Unzufriedenheit dermaßen schürte, daß er aus der Partei ausuns seit gestern beschäftigen? Hat Singer in der Vertretung dieser treten mußte. Mit folcher Regerrichterei fommen Sie doch ein für Antrag gestellt werden wird, dem jetzigen Bürgermeister für jeden Die Nachricht, daß in der Stadtverordneten- Bersammlung ein Alagen etwa fozialdemokratische Grundsäge betont, oder was Sie alle Male nicht weiter.( Buruf: Post! Post!) Die Agrarier scheuen Monat, während dessen er die Amtsgeschäfte eines Ober- Bürgerfür sozialdemokratische Grundsätze halten? Hat er Gleichheit im fich nicht, überall, wo es ihre Intereffen gilt, zu heben und Un- meisters wahrgenommen hat, eine außerordentliche Zulage von Postdienst gefordert, hat er verlangt, daß der Chef der Verwaltung zufriedenheit zu stiften; daim haben doch wohl die armen Beamten tausend Mark als Ehrengabe zu bewilligen, ist, wie man aus dem von den Beamten gewählt, daß den Oberbeamten das Gehalt ge- auch das Recht, unzufrieden zu sein.( Bravo! bei den Sozial- Rathhause meldet, eine irrthümliche. türzt werde, um den Unterbeamten zuzulegen? Hat er so etwas demokraten.) gefordert, oder was Sie sonst bei Ihren engen Begriffen von der Der Ausschuß des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise Sozialdemokratie für sozialdemokratisch halten?( Sehr gut bei den Sozialdemokraten und Heiterkeit. Große Unruhe rechts.) Er hat fagte: Die Erfolge der Sozialdemokratie beruhen nur auf den Tagesordnung stehen u. A. die Fragen der Arbeitsnachweisſtatiſtir Der Abg. Bebel hat ein sehr wahres Wort gesprochen. Er tritt am 10. d. M. zu einer Sigung in Berlin zusammen. Auf der nichts weiter verlangt, als staatsbürgerliche Rechte Fehlern der Gegner.( Buruf des Abg. Bebel: ( Buruf des Abg. Bebel: Sie sind der und die Frage der ländlichen Arbeiter. Mit Rücksicht auf den ersten für die Postbeamten!( Lebh. Bravo! links. Unruhe rechts.) Sauptfehler! Stürmische heiterfeit.) Das sollte sich unsere Regierung Buntt find drei Statiſtiker von Fach, die Herren Dr. Bleicher- Frankfann, und es ist Schmach und Schande für die Zu- Sozialdemokratie aufhören! Die Herren Sozialdemokraten haben worden. Das ist der denkbar bescheidenste Anspruch. der nur erhoben werden merken und endlich mit ihrer unſeligen Schwäche gegen die furt a. M., Dr. Hirschberg- Berlin und Dr. Rothholz- Berlin zugeladen stände im Deutschen Reiche, daß man es wagt, Beamte wegen ihrer es gewagt, sich mit den ersten Christen zu vergleichen. Das ist in Die städtische Deputation für Kunstzwecke hat gestern untes politischen Gesinnung und weil sie ihr eigenes Organ unterstüßten, meinen Augen einfach eine Blasphemie! Das Christenthum ist die Vorsitz des Bürgermeisters Kirschner beschlossen, das von Professor zu entlassen.( Lebh. Beifall links; große Ünruhe rechts. Ruf: Bur Religion der Liebe, Sie sind die Religion des Hasses!( Seiterkeit Hans Fechner gemalte Bild Theodor Fontane's anzukaufen. Zu Ordnung!) Wenn Sie diese Beamten als Sozialdemokraten denunziren, so menschen, die Sozialdemokratie sagt zu dem jungen Mann: Du hast Professor Cremer als Mitglied derfelben eingeführt. links.) Das Christenthum predigt Pflichten gegen Gott und die Mit Anfang der Sigung der Deputation wurde der Stadtverordnete Die Petition ist das ein gefährliches Unternehmen für Sie selbst!( Lebhafter teine Pflichten, weder gegen Gott, denn einen Gott giebt es ja nicht, noch des Hausbefizer- Vereins im Norden wegen Aufstellung eines Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wenn die bescheidensten For- gegen Deinen Nebenmenschen, denn den sollst Du haffen.( Buruf Humboldt- Denkmals im Humboldt- Hain wurde wegen Mangels an derungen der Beamten als sozialdemokratisch verschrie en werden, fints: Post! Post!) Ich glaube, Sie leiden an der Großmanns bereitstehenden Mitteln abgelehnt. dann sagen sich die Leute: Gut, dann sind wir eben Sozialdemokraten! fucht!( Heiterkeit.) Weil Sie da einige 50 Abgeordnete haben, glauben ( Lebh. Beifall bei den Sozialdemokraten und auf den Tribünen.) Sie, Sie regieren hier! Wir, tonservativen Sie machen die Sozialdemokratie nur populär und thun das Un Frattionen, stellen mehr Abgeordnete( Heiterkeit links!), wir flügſte, was Sie von Ihrem Standpunkt aus nur thun tönnen! ſtellen mehr Abgeordnete( Buruf: Aber wie?), nicht mit Wir find das ja gewohnt. Wir leben ja, möchte ich bei- o schlechten Mitteln wie Sie!( Große Seiterteit.) Die Art, wie nahe sagen, mit von den Fehlern und Dummheiten fich das Parlament der Gehaltsaufbesserungen der Unterbeamten unferer Gegner.( Stürmische Heiterkeit und Beifall links.) bemächtigt hat, führt zur Demoralisation des Beamtenthums. Glauben Und dann thun Sie so, als tönnte man mit einem Sozialdemokraten Sie denn nicht, daß wir auf dem Lande in viel größerem Elend teinen Händedruck wechseln, kein Stück Brot von ihm annehmen. find?( 8uruf links! Nein!) Das glauben Sie nicht?( 8uruf Aber Sie täuschen sich: die Dinge find im Deutschen Reiche viel links: Nein! Heiterfeit.) Das glauben Sie nicht?( Buruf Zweiter Reichstags: Wahlkreis. In der heute Schönlein, weiter entwidelt, als Sie sich denken. An bürgerlicher Ehrenhaftigkeit tints: Nein! Große Heiterfeit. Nebner fassungslos.) Das glauben straße 6 stattfindenden Versammlung hält Genoffe Bagel einen und Anständigkeit nehmen wir es mit jedem von Ihnen auf!( Leb- Sie nicht?( 8uruf links: Nein! hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stürmisches Gelächter.) Vortrag. Nachher gemüthliches Beisammensein. Die Vertrauens Es ist eben ein großer Fehler, daß man die Sozialdemokratie feit person. Graf Klindowström hat sich gefreut, daß die Zeit der Schwäche" dem Abgang des Fürsten Bismard mit Schomung behandelt hat, Dritter Wahlkreis. Die Parteigenossen und deren Angehörige gegen die Sozialdemokratie endlich vorüber ist. Wenn die Vergangen- das Resultat ist, daß sie auf 2 Millionen Stimmen gekommen ist. werden nochmals auf die heute Abend 6 Uhr, in den„ Centra. heit eine„ Zeit der Schwäche" war, dann möchten wir gern wiffen. Auf diese Weise kommen wir nicht weiter. Nicht nur jeder Beamte, Festfälen", Alte Jakobstr. 32( neben dem„ Central Theater") stattwas" Stärte" iſt.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wennt der für die Sozialdemokratie agitirt das wird selten vorkommen findende Versammlung aufmerksam gemacht, in der Genosse Georg die Herren ein Länzlein wagen wollen, wir spielen schon auf!( Lebhafte Seiterkeit links.) Wir haben bisher unsern Mann gestellt und muß aus dem Dienst entlassen werden. Wenn wir die Ober- schließt sich ein gemüthliches Beisammensein mit Tanzkränzchen. sondern jeder Beamte, der sich zur Sozialdemokratie bekennt, Wagner über„ Kurpfuscherei" sprechen wird. An die Versammlung werden es Ihnen auch in Zukunft beweisen.( Lebhafter Beifall bei hand gegen die Sozialdemokratie behalten wollen, brauchen Reger Betheiligung sieht entgegen Der Einberufer. den Sozialdemokraten.) wir unbedingt ein Gesez, wie das seiner Zeit durch Zufall Herr Stöcker meinte, es wäre unsere Aufgabe, Unzufriedenheit abgelehnte Sozialistengesez( Sehr richtig! rechts), besonders Die Versammlung des Wahlvereins für den vierten Berliner unter den Beamten zu erregen. Wie stellen Sie sich denn eigentlich gegen die sozialdemokratische Breffe. In dem heutigen" Vorwärts" Reichstags- Wahlkreis Dit en kann am Dienstag nicht stattfinden, das Verhältniß der Sozialdemokratie zu den Beamten vor? Bilden steht zu lesen in dem Bericht über die gestrige Reichstagsverhand- da der in Aussicht genommene Referent Genoffe Agster plöglich Sie sich etwa ein, wir verbreiteten besondere Propagandaschriften lung:„ Herr v. Bobbielski war sehr schwach. Er schien auch das schwer erkrankt ist. Diesen Monat iſt keine Versammlung. unter den Beamten, oder wir kämen in geheimen Konventiteln mit Bewußtsein seiner Schwäche gehabt und in diesem Bewußtsein sich ihnen zusammen, wo sie uns dann das Material geben, das wir etwas zu sehr gestärkt zu haben!" Das ist denn doch eine unerhörte Arbeiter Bildungsschule. Der Vortragsabend in National hier vortragen? Wenn Sie das glauben sollten, dann befinden Sie Verdächtigung. Jedermann weiß, daß der Herr Staatssekretär an ökonomie findet in dieser Woche nicht am Montag, sondern fich in einem groben Irrthum. Nicht wir gehen zu den Beamten, der Gicht seit Wochen schwer leidet und nun tommt man mit solchen Dienstag, den 7. d. M., in der Annenstr. 16 statt. Die fondern die Beamten kommen zu uns( Sehr richtig! bei den Sozial Insulten. Solange wir eine solche Preise besigen, brauchen wir un- Bibliothek ist ebenfalls an diesem Abend in gewohnter Weise demokraten. Ruf rechts: Um so schlimmer!), weil sie der Ueber- bedingt ein Sozialistengefez.( Bravo! rechts.) geöffnet. Der Vorstand. zeugung sind, daß wir uns im ganz besonderen Maße der Angelegenheiten besonders der Unterbeamten annehmen. Sie bringen Abg. Graf Klinckowström( f.) Freie Volfsbühne. Die Vorstellung der 6. Abtheilung findet ans Klagen und Beschwerden, schicken sie uns zu, kommen auch Herr Bebel hat die Sozialdemokraten mit den ersten Christen heute Nachmittag 234 Uhr im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater mal zu uns ins Haus, wenn sie es ristiren. Es ist ja schwer, verglichen; nun, die ersten Christen waren viel bescheidener und nicht statt. Zur Aufführung gelangt Wallenstein's Tod. Die nicht gesehen zu werden werden bei der lleberwachung, der wir so laut wie Sie( Lachen lints). Wir haben ein ebenso warmes Herz Mitglieder werden gebeten, pünktlich zu erscheinen.( Siehe Inserat ständig ausgesetzt sind. Auf diese Weise kommen wir zu für die Beamten, wie Sie( Lachen bei den Sozialdemokraten), aber heute.) Für die folgende Serie der Vorstellungen am 12., 19., dem Material. Dabei habe ich bis heute den„ Deutschen Postboten", dadurch, daß Sie sich immer vordrängen und die Beamten vertreten 26. Februar und 5., 12., 19. März, Mag Dreyer's dreiattige Komödie von dem in diesen Tagen so ungeheuer viel die Rede war, noch wollen, damit schaden Sie den Beamten am allermeisten. Ein Gen Behandlung" steht ein sechsmaliges Gastspiel der Frau nicht zu Gesicht bekommen, Herr Staatssekretär. Aber ich bin fest dicht möchte ich Ihnen vorlesen aus dem sozialdemokratischen Prasch- Grevenberg vom Berliner Theater, welche die davon überzeugt, daß in ihm auch mit der schärfsten Lupe teine Bigblatt" Der wahre Jakob". Gott und Sohn Revolution, weibliche Hauptrolle des Stüdes übernommen hat, bevor. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. fozialdemokratische Gesinnung entdeckt werden kann. Nur die der Kezer naht, das Proletariat. Dem Aristokraten, keine Gnade, Nervosität der Herren da oben bringt dergleichen fertig!( Sehr richtig, der Rächer naht, das Proletariat!-Sapperment, es geht zu End'! Tinks.) Aber mit denen ist überhaupt nicht mehr rechten, die sind ja Der Erbe naht, das Proletariat!(( Lebhaftes Bravo bei den Sozialin einem Zustand der Aufregung, sobald sie mir von Sozialdemokraten.) Fürwahr, ein sehr staatserhaltendes Lied! demokratie hören, daß man manchmal an ihrem gesunden Verstande zweifeln möchte.( Große Unruhe rechts. Ruf: Zur Ordnung.) Staatssekretär v. Podbielski: " Tokales. D Der Vorstand. der Die Reinigung der Bürgersteige von Schnee und Eis Herr Bebel hat uns dann mit einem Strohhalm verglichen, über ist, wie das Polizeipräsidium jetzt wieder in Erinnerung bringt, den die Sozialdemokratie wie ein Eilzug dahineilen werde. Nun, Sache der Grundbesizer. Diese Verpflichtung ist nicht blos der Strohhalm wird sich dann so dick erweisen, daß Sie mit ihrem an sich lästig und in schneereichen Wintern fostspielig, sondern sie I hat auch das Ueble, daß bei Unglücksfällen, die durch unzulängliche Herr Stöcker hat gleich anderen Rednern mit Nachdruck erklärt, Bug entgleisen!( Große Heiterkeit links, Bravo! rechts.) daß der Staat feine sozialdemokratischen Arbeiter und Beamten be Abg. Müller- Sagan( frs. Bp.): Reinigung oder ungenügende Bestreuung mit Sand, Ajche u. f. 10. schäftigen dürfe. Wenn das richtig ist, sollten Sie doch auch die Sozialdemokraten von ihren staatlichen Pflichten befreien, vom Bostboten gesprochen. Der Herr Staatssekretär hat vorhin von der„ Paprikakost" des verursacht werden, die verpflichteten Grundbefizer straf- und zivilEr hätte nur die ganze Stelle aus dem rechtlich haftbar gemacht werden können. Die Grundbesitzer geben Steuerzahlen, vom Soldatwerden!( Sehr richtig! bei den Sozial- Bostaffiftentenorgan zitiren sollen. Da heißt es: Die„ Neue Boſt" sich daher seit Jahren Mühe, die Verpflichtung zur winterlichen Reinigung und Bestreuung demokraten.) das offiziöje Parteiorganverhält sich zu den Postboten" wie Bürgersteige auf die Stadt abzuwälzen. Ehemals Nun gebe ich Ihnen zu, daß sich der Staat sozialdemokratische Chokoladenjuppe zu Baprifatost!( Seiterfeit.) Das giebt doch einen es ist in Berlin noch kein halbes Jahrhundert her war Agitation der Beamten nicht gefallen zu lassen braucht. Ueberhaupt ganz anderen Sinn. Der Fall in Saalfeld liegt vollkommen anders, sogar die gesammte Straßenreinigung Sache der Grundbesizer. teine politische Agitationen! Die weitere Konsequenz ist, daß als ihn der Herr Staatssekretär dargestellt hat. Beamte überhaupt nicht mehr zu Boltsvertretern gewählt werden Sie hatten nicht nur ihren Bürgersteig, sondern- je bis zur dürften. Daß aber ein Beamter wohl eine bestimmte politische Mitte auch den Damm auf eigene Stoften reinigen zu lassen. Gesinnung haben, sie aber nicht bethätigen soll, ist ein Wider- Herr Dr. Müller ist zweifellos ebensowenig wie ich in Saal- In Berlin waren früher nur Gassenmeister angestellt, die die Abfuhr spruch. Eine Bethätigung der Gefimmung ist es z. B., wenn er ein feld gewesen. Ich verlasse mich aber nur auf mein Material der des Straßenkehrichts besorgten, aber von den Grundbefizern bezahlt fozialdemokratisches Blatt liest, oder einen Sozialdemokraten wählt. Untersuchung, während Herr Müller alles glaubt, was gedruckt wird. werden mußten. Später, als die Gassenmeister abgeschafft wurden, Darin liegt aber feine agitatorische Thätigkeit. Ist das erlaubt? Herr Bebel hat mir vorgeworfen, ich sei sehr nervös gewesen. Nun, hatten die Grundbefizer auch für die Abfuhr selber zu sorgen, wie Nach meiner Auffassung selbstverständlich und auch nach Meinung ich bin krank und deshalb auch wohl etwas nervös, habe mich aber es heute noch beim Hausmüll der Fall ist. Erst 1851 wurde ihnen des Dr. Lieber, der mit dem Kopfe nicht. Gut, das wäre ein schönes doch für verpflichtet gehalten, mein Ressort hier zu vertreten. die Straßenreinigungs- Pflicht abgenommen. Auch die Bürgersteig Stück Weges, auf dem wir uns verständigen könnten. Andererseits hat mich aber der liebe Herrgott mit einem gut Theil Reinigung ging damals an die Stadt über, nur die winterliche und ausgerüstet, Also keinerlei Agitation im Dienste, auch nicht der Ober- Post- Nerven wenn Herr Bebel mir zurief: Reinigung der Bürgersteige von Schnee und Eis verblieb wie bisdirektoren, auch nicht der Saatssekretäre darf stattfinden! Aber Sie Wollen Sie ein Tänzlein mit mir wagen?, so antworte ich ihm: her den anliegenden Grundbesitzern. Zu den Bemühungen, mun verbieten das, was Sie für sozialdemokratische Politik halten, und Ich bin bereit, Herr Bebel, Sie werden mich auf dem Blaze auch diese Last auf die Stadt abzuwälzen, führen die letzten vielleicht Berichte der städtischen Straßenreinigungs Deputation aus, erlauben alles und thun es selbst, was Sie für fonservative Politit finden, wo ich Ihnen Rede und Antwort stehen werdehalten.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) auch Sie mir!( Bravo! rechts.) In dem Erkenntniß der Disziplinar- daß das schon aus technischen Gründen unmög Die Verwaltung sei nicht in der Lage, bei Auch keine fozialdemokratischen Arbeiter soll der Staat be- fammer, das Herr Singer gestern hier zur Hand hatte, war nicht lich sei. fchäftigen. Wir wissen auch, daß jeder Staatsarbeiter, der mit von einem Lokal die Rede, sondern von einem Wah I lokal, in dem plöglich eintretenden Schneefällen sofort eine hinreichende Zahl von Recht oder Unrecht in den Verdacht. kommt, Sozialdemokrat zu sein, sich die Vorgänge abgespielt hatten.( Abg. Singer: Ist das denn Arbeitskräften zu beschaffen, mit Geräthen auszurüften und in hinausgeworfen wird. Aber die Wahlziffern aus den Orten, wo fein Lokal?) Das ist etwas ganz anderes. Ich habe teine Gesinnungs- fürzester Zeit über die Stadt zu vertheilen, während dem einzelnen große Staatswerkstätten sind, aus Spandau, Wilhelmshaven, Kiel, riecherei getrieben und werde es nicht thun. Wenn die bürger- Hauseigenthümer der Portier, der Hausreiniger, die Dienstboten 2c. Erfurt beweisen, daß Sie mit allen Ihren Marimen der Unterliche Gesellschaft fich wieder auf sich selbst besinnt und Ihnen fofort zur Verfügung ständen. Es ist ein wahres Glück, daß der dann gegenüber tritt, brüdung die sozialdemokratische Gesinnung nicht aus der Welt offen und ehrlich werden Sie bald städtischen Verwaltung diese Schwierigkeiten bisher unüberwindlich schaffen tönnen. Die Menschen haben zu feiner Zeit sich ihre Ge- eine quantité négligeable sein.( Lachen links.) Es heißt immer, erschienen sind. Andernfalls würde sie dem Ansturm der Hausbesizer da, das ist nicht wohl längst nachgegeben haben. Selbstverständlich ist bei diesen fimmungen unterdrüden lassen, zu teiner Beit weniger als jeßt, wo der Staat ist der Befißenden wegen tausenderlei Mittel vorhanden sind, unt ant die Massen richtig: der Staat ist die Summe aller Parteien, und darf sich nicht Herren nicht davon die Rede, daß sie für die Abnahme der wintermit ihrem höheren Wissen heranzukommen. Da noch zu als Schüßer einer Klaffe, der Beamtentlasse, aufspielen. Wenn es lichen Bürgersteigreinigung eine Gegenleistung, etwa eine bes glauben, daß Gie mit jenen fleinen und erbärmlichen nach mir ginge, würden die Beamten auch nicht an den Wahlen fondere Abgabe, bieten wollen. Auch 1851, als ihnen die StraßenHundertmal widerlegten Mittelchen etwas erreichen wollen, theilnehmen. Sie hofften, daß ich bei den Wahlen mit einem reinigung abgenommen wurde, hat niemand an eine Gegenleistung beweist nur, daß Sie in den letzten 50 Jahren zwar viel Geheimerlaß kommen würde.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) gedacht. erlebt, aber nicht das Geringste gelernt haben.( Sehr richtig! links, Gewiß. Sie haben es gehofft, ich werde es Ihnen' mal bei Gelegen Unruhe rechts.) Der Herr Abg. Stöder hat die naive Behauptung heit beweisen( Heiterkeit) ich stehe aber auf dem einzig loyalen'aufgestellt, die sozialdemokratischen Arbeiter wollten die Betriebs- legalen wollte ich fagen- Standpunkt: ich habe mit der Polizei Brüdenſtr. 8, part., über dessen Eröffnung wir am 13. November bes Leitung abschaffen oder umstürzen. Das widerlegt sich selbst! Den nichts zu thun. Ich scheide nicht zwischen Freund und Feind, aber richteten, erfreut sich unter den Arbeiterinnen der südlichen und öst Es wird hauptsächlich von Staat umstürzen! Wie oft haben wir Ihnen schon gesagt, daß wir sobald ich einen Beamten als ungeeignet für den kaiserlichen Dienst lichen Stadttheile großer Beliebtheit. nicht daran denken, den heutigen bürgerlichen Staat in einen sozial erachte, so stehe ich mit meiner Person dafür, daß er entlassen wird. Mädchen besucht, die in Schlafstellen wohnen, und die dort die Die Abendstunden nach Schluß der Fabriken verbringen. demokratischen umzuwandeln, wie man etwa ein paar Handschuhe aus-( Bravo! rechts.) und anzieht, von einem Tage zum andern.( Sehr richtig! bei den Soz.) Abg. v. Standy( k.): Stammgäste lassen vielfach ihre Handarbeiten oder Ausbessereien andere Der Herr Staatssekretär tann mit hoher Befriedigung aus im Heim; bringen fich auch noch Heimarbeit Wir haben hundertmal gesagt, daß die kapitalistische Entwickelung Die Kleine Bibliothet mit Nothwendigkeit auf die Umwandlung der kapitalistischen Ge- diesem Saale schreiten. Die Beschwerden, die hier laut geworden mit, namentlich Wäschenäherinnen. fellschaft in die sozialistische hinarbeitet. Und daher begrüßen wir sind, find wohl nur dem Bedürfniß nach Stimmenfang entsprungen. wird fleißig benutzt, ebenso die Gesellschaftsspiele, um die fich diese kapitalistische Entwickelung mit Freuden( Buruf: Post! Präfident Graf Ballestrem: Sie wollen doch nicht sagen, daß gewöhnlich ein Kreis von jungen Mädchen gruppirt. Die regel Bost, weil wir wissen( Buruf: Post Post!), daß sie auf die Abgeordnete dieses Hauses Stimmenfang getrieben haben? mäßigen Besucherinnen arrangiren von Zeit zu Zeit Unterhaltungss Einführung( Buruf: Post Post) einer neuen, besseren( Buruf: Abg. v. Standy( t)( fortfahrend): Gott bewahre!( beiter abende, an denen fie fleine Aufführungen veranstalten und zu denen Posti Post Gesellschaftsordnung hinführt.( Buruf: Post! teit.) Ich meine, ein Beamter, der sozialdemokratische Gesinnung sie ihre Bekannten mitbringen. Das ,, Abendheim für Arbeiterinnen" Das Heim ist täglich von 6-10 Uhr, Sonnabends und| Garde- llanenregiments erhängt. Während ein Stubenkamerad im gelegentlich danach, ob dort der Vorwärts" ausliege! Ginen) Ob die Sonntags von 4-10 1hr geöffnet; der Eintritt steht Lazareth trant lag, hatte Kröning fich dessen eigenen Mantel an- Grund für diese Frage" gab der Beamte nicht an. jeder Arbeiterin frei. Für warmes Abendbrot sind geeignet und ihn beim Ausgehen beschädigt. Der Eigenthümer ver- Spandauer Polizeibehörde sich etwa auch eine Liste der Vorwärts" 15 Pfennig, für belegte Brote 5 Pfennig zu entrichten. Daß das langte nach seiner Gesundung von Kröning Ersatz für den Schaden. Abonnenten, ähnlich wie dies in Berlin geschieht, anzulegen gedenkt? Wie dem nun sei, man sieht auch an diesem Beispiel wieder, Heim in verhältnißmäßig furzer Zeit schon eine ganze An- Als die Schwadron zum Reiten antrat, fehlte er und konnte nicht zahl von Freunden unter den Arbeiterinnen gewonnen hat, ist wohl aufgefunden werden. Später entdeckten ihn Unteroffiziere auf dem wie die Polizeibeamten auf an sich gleichgiltige Dinge immerhin beträchtliche Zeit verwenden, während die Helden einer Anzahl in der völlig zwanglosen Weise des dort herrschenden Verkehrs zu Futterboden. Die Leiche wurde dem Garnisonlazareth zugeführt. zuschreiben. Niemand wird nach dem Namen gefragt; ebenso gilt Vom Kuratorium des Augusta- Hospitals werden wir darauf Spandau verübter Mordthaten nach wie vor unentdeckt herumTaufen. Zugehörigkeit zu einer politischen Partei oder zu einer Religions aufmerfiant gemacht, daß die Kinderabtheilung dieses gemeinschaft als Privatsache, und dadurch wird es Frauen der ver- Sospitals sich vor vielen anderen Krankenhäusern Berlins borangstraße 68 in Charlottenburg auf die Tochter des Bahns Der Student Berner hat vor 2/2 Jahren im Hause Goethes schiedenten Richtungen ermöglicht, dort in zwangloser Weise nach des vorzugsweise zur Behandlung rhachitischer und strophuloser Tages Arbeit Anregung zu suchen und ein paar gemüthliche Stunden Kinder eignet, weil den Kindern neben den schönen luftigen Kranten- beamten Martens, mit der er ein Liebesverhältniß angeknüpft hatte, zu verbringen. räumen und einem nach Osten und Süden belegenen, auf den ein Revolverattentat aus Eifersucht verübt und ist dann ins AusElektrischer Postverkehr. Der Wagenverkehr in den Straßen Elektrischer Postverkehr. Der Wagenverkehr in den Straßen Exerzierplaz des Garde- Füsilier- Regiments hinausgehenden großen, land geflohen. Kürzlich hat Berner sich in Hamburg dem StaatsBerlins wächst stetig und ruft immer mehr Unzuträglichkeiten hervor. mit Schiebefenstern versehenen Balton auch umfangreiche Bart anwalt gestellt und ist darauf ins hiesige Untersuchungsgefängniß Einen nicht unerheblichen Antheil an diesem Verkehr haben die Bostanlagen zu Gebote stehen und weil ferner das Augusta- hospital be- eingeliefert worden. stimmungsmäßig ansteckende Krankheiten, wie Scharlach, Masern und In der letzten Gemeindevertreter- Sigung zu Adlershof fuhrwerke, welche in fortgesetzt steigender Anzahl und besonderer Diphtherie nicht aufnimmt, so daß die kleinen Patienten der Gefahr tam das Schreiben zur Verlefung, in dem die beiden Revisoren Köhler Geschwindigkeit die Straßen zu allen Tageszeiten durchfahren Geschwindigkeit die Straßen zu allen Tageszeiten durchfahren der Ansteckung mit solchen Krankheiten, während sie sich im Kranten- und Leopold im Auftrage einer Versammlung des Kommunalvereins müssen. Dieser Umstand hat dem Staatssekretär das Reichs- Post- Hause befinden, fast garnicht ausgesetzt sind. zur Niederlegung ihrer Aemter aufgefordert wurden. Der Revisor amts Veranlassung gegeben, der Frage der Nuzbarmachung der elektrischen Straßenbahnen zur Beförderung von Postsendungen In die Irrenanstalt Dalldorf wurde der frühere Bant- Köhler fand es für gut, über diesen deutlichen Wink dadurch zu näher zu treten, weil dies die Verwendung bedeutend direttor Müller gebracht, dessen Bankinstitut sich am Oranien- quittiren, daß er die betreffende Versammlung eine Radauversammgrößerer Bostwagen und hierdurch eine sehr erhebliche Einschränkung burger Thor befand. Wegen betrügerischen Bankrotts, verbunden lung nannte. Frommer Weise erlies die Gemeindevertretung nach der Zahl der Wagenfahrten zwischen den Postanstalten ermöglichen mit Urkundenfälschung, wodurch bekanntlich zahlreicheleine" Leute jolcher Erledigung" des Vorfalls. der Kirchengemeinde die Umsatzwürde. Die Stadt Frankfurt a. M., wo ähnliche Verhältnisse ob- um ihre Spareinlagen tamen, erhielt M. vor einigen Jahren vom steuer von 370 M., die sie für Ankauf eines Grundstücks zum Bau walten, hat sich bei den Verhandlungen, welche der Postfistus dieser Schwurgericht fünf Jahre Zuchthaus zudiktirt, zu deren Verbüßung einer Kirche hätte zahlen müssen. Die Kirchensteuer, die bisher vom halb mit der Stadt angeknüpft hat, sehr entgegenkommend gezeigt, er in der Strafanstalt Moabit internirt wurde. Hier verfiel er dem Gemeindediener Menzel im Nebenamt eingesammelt wurde, will die Gemeinde fortan selber erheben und sich dafür 5 pet. der einindem sie die Herstellung und Unterhaltung der Anschlußgeleise nach Irrsinn. gegangenen Gelder berechnen. Mit der Elektrizitätsgesellschaft foll den Posthöfen und die Hergabe der Wagen für eigene Rechnung Noch ein Jrrfinniger. Der Buchhändler Fritsch aus Berlin, wegen Aufstellung der Masten 2c. ein Vertrag geschlossen werden; gegen Zahlung einer Gebühr übernehmen will. Der Staatssekretär der zu 4/2 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde, weil er sich gegen doch wurde der Gesellschaft auferlegt, mit der Gasgeſellſchaft Gebr. des Reichs- Bostamts hat jetzt an den Magistrat das Ersuchen ge- junge Damen, die er als Reisende für seine Verlags- und Sortiments- Budde in Verbindung zu treten, damit mit deren Einwilligung die richtet, ebenfalls den Plan einer ausgiebigen postseitigen Benutzung buchhandlung annahm, unfittlich vergangen hatte, war in der Drähte auch die Bismarcſtraße kreuzen können. Endlich wurde bes der hiesigen elektrischen Bahnen bestens zu fördern und auf die Moabiter Strafanstalt zur Beobachtung seines Geisteszustandes der schlossen, daß eine Inventur aufgenommen werden soll, damit die Straßenbahn- Gesellschaft dahin einzuwirken. Irrenstation der Anstalt überwiesen worden. Jetzt hat der Anstalts- Gemeinde einen Ueberblick über ihren Vermögensstand gewinne. arrt sein Gutachten dahin abgegeben, daß Fritsch in der That irrsinnig sei. Der Krante soll noch einige Monate in der genannten wird im Adlershofer Lokalblatt schnörkelstilistisch der Mitwelt fund Adlershof. Ein Ereigniß, das wir schon lange erwartet haben, Station zu weiterer Beobachtung verbleiben und dann, falls keine Besserung eingetreten sein wird, einer Privat- Frrenanstalt überwiesen und zu wissen gethan:" Se. Majestät der Kaiser haben allergnädigst geruht anläßlich der lezten allerhöchsten Geburtstagsfeier unserem werden. Amtsvorsteher Herrn Rittmeister v. Oppen den rothen Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife zu verleihen." Die Figigkeit des Lokal: Anzeiger8" erreicht besonders dann eine schwindelnde Höhe, wenn es ans Interviewen geht. Das mußte dieser Tage eine Dame, die in der bürgerlichen Frauenbewegung nicht ganz unbekannt ist, zu ihrem Erstaunen wahrnehmen. Bekanntlich gab es zu Anfang der verflossenen Woche unter den Leiterinnen dieser Bewegung einen fleinen Meinungsstreit, bon dem auch die Presse zum Theil Notiz nahm. Der„ Lokal Anzeiger" glaubte munt, seinen Lesern und Leserinnen den Klatsch, der sich aus der Angelegenheit etwa herausziehen ließe, am besten auf dem Wege des Interviews serviren zu fönnen. Ehe die erwähnte Dame sich dessen versah, stand eines Morgens ein Herr vor ihr, der sich als Mitarbeiter des Weltblattes legitimirte und sie über die Nebensächlichkeiten, die für seinen Auftraggeber von Interesse waren, nach allen Regeln der Kunst aus zuforschen begann. Die Dame antiwortete fura, aber mit Geduld und Fassung und wurde erst indignirt, als der Interviewer ihre Photographie verlangte, damit das Bild die nächste Nummer des Weltblattes zieren könne. So flehentlich der Mann bom " Lokal- Anzeiger" auch bat, die Photographie wurde ihm beharrlich verweigert; und der Unglüdliche stand ernsthaft vor der Gefahr, ohne das verlangte Bild Herrn Scherl unter die Augen treten zu müffen. Was thun? Geht's nicht auf die eine Weise, so doch auf die andere. Am nächsten Morgen war doch ein Bild im Lotal- Anzeiger" und auch der Name der Dame stand darunter. Zwar war in der Frauenhewegung das Staunen groß darüber, daß offenbar die Photographie irgend einer Chansonnette sich so plöglich in das Konterfei der befannten Vereinsleiterin verwandelt hatte; aber alle Damen und nicht zum wenigsten das Opfer des Scherl- Blattes selber besaßen genügend Humor, um die Sache nicht ins friminalistische Gebiet Hinüberspielen zu lassen. Es war ihnen genug, sich in den heiteren Lichte sonnen zu können, das ihnen über die fabelhafte Firigkeit aufgegangen war, mit der der„ Lokal Anzeiger" sich sowohl von Berliner als von egotischen Berühmtheiten Porträts zu verschaffen versteht. Wegen Uneinigkeit mit seiner Familie hat sich Sonnabend Morgen der 53 Jahre alte Maurer Wilhelm K. aus der Kreuzbergstraße 45 das Leben genommen. " Repertoir der Urania. Theater: Allabendlich:" Das Land der Giorde". Hörsaal: Sonntag und Montag, Herr Oberleutnant W. Wensky: Klondyke, meine Reise ins neue Goldland". Dienstag, Dr. Naß:" Schwefel und Phosphor". Mittwoch, Professor Dr. Müller:" Das ewige Leben im Sinne moderner Naturforschung". Freitag, Dr. Heilborn: Sprache und Schrift der Naturvölker". Sonnabend, Dr. Neuhauß und Professor Müller: Ueber Mikrophotographie und über Mikrochemie"( Doppelvortrag). werkstatt Urbanstraße 116 ein Schadenfeuer, das die Wehr Fenerbericht. Freitag Abend 10 Uhr entstand in einer Pianolängere Zeit beschäftigte und nicht unerheblichen Schaden anrichtete. Die Explosion einer Petroleumflasche verursachte einen Allarm nach 8winglistraße 21. Möbel und Gardinen wurden hier eingeäschert. Botsdamerstraße 128 war Stroh und Neue önigstraße 27 Papier in Brand gerathen, der in beiden Fällen von der Feuerwehr schnell beseitigt werden konnte. " Vermischtes. Feuerbestattung in Deutschland. In den zur Zeit in Deutsch land bestehenden vier Krematorien sind im verflossenen Jahre 403 Leichen eingeäschert worden, und zwar in dem in Jena erſt im Herbst 1897 eröffneten Krematorium 21, in Gotha 179, in Heidel berg 105, in Hamburg 98. Gotha hat 9 Einäscherungen weniger als im Vorjahr, Hamburg ist gewachsen um 19, Heidelberg hat dietoriums in Apolda. Sollte dieses Vorhaben ausgeführt werden, so felbe Ziffer wie 1897. Geplant wird die Errichtung eines Kremawürde Thüringen drei Krematorien befigen. In Preußen verhindern bekanntlich pfäffische Einflüsse die Erbauung von Krematorien. Aus Airolo wird berichtet: Verwichene Nacht wurde die Bes völkerung Airolos abermals in Schrecken versezt. Gewaltige Felsmassen stürzten unter fürchterlichem Getöse über das alte Schuttfeld hin vom Sasso Nosso ab, doch blieb das Dorf un beschädigt. Aus den Nachbarorten. In ganz Norwegen ist strenge Rälte eingetreten. Von Schmargendorf. Am Dienstag hält der Arbeiter- Bildungs- den am Hochgelegenen Theil der nach Drontheim führenden Eisen berein feine regelmäßige Versammlung ab. Die Parteigen offen bahn liegenden Stationen werden besonders niedrige Temperaturen Der Vorstand. gemeldet, so von Tönset 42 Grad Celsius, von Röros 36, von werden um zahlreiches Erscheinen ersucht. Schöneberg. Die Versammlung des Arbeiter- Bildungs- Lilleelvedal 37, Hanestad 38, Hamtar 26. In Gudbrandsdal sind Vereins" findet Montag, den 6. Februar, in Stein's„ Klubhaus", 25 Grad. Auf dem bekannten nahen Frognersäter und dem Holmen Hauptstr. 5-6, Abends 8 Uhr, statt. Thema:" Großgrundbesitz und follen, auf dem demnächst das nationale Stiwettlaufen stattfinden die soziale Frage." Ref.: Dr. Oppenheimer. Storref.: Genoffe wird, zeigte das Thermometer heute morgen 17-18 Grad. Jir Dr. Borchardt. Göste haben Zutritt. Der Vorstand. Christiania waren, der Boff. 3tg." zufolge, gegen Mittag 15 Grad. vorausgesagt. Bom hiesigen meteorologischen Institut wird weitere falte Witterung # Dummheit oder Bosheit? Durch die bürgerliche Bresse läuft Brälaten, Ede der König- Chauffee und Lehderstraße, über die In Weißensee spricht Genosse 8u beil am Dienstag im folgende Lotalnotiz: Bom sozialen Kriegsschauplatz. Ein Opfer des Schriftfeter- Frage: Wird sich die Frau im neuen Jahrhundert die GleichAusstandes ist der 28 Jahre alte Schriftfeher Kurt Schmidt geworberechtigung erringen? Üm zahlreiches Erscheinen, besonders der Die Vertrauensperson. den. Der junge Mann, der dem Schriftfeßer- Verband angehörte, Frauen, ersucht tam vor etwa 8 Tagen nach Berlin und nahm in einem Gasthofe Pankow Niederschönhausen. Im Arbeiter Bildungsverein der Friedrichstadt Wohnung. Da er unter den Verbands- Bedingungen bei Störr spricht Dienstag Abend Dr. Wollheim über die Bes feine Beschäftigung erlangen konnte, fehrte er Berlin den Rücken, um am deutung der Naturwissenschaften für das Volk. gestrigen Mittwoch wiederum in dem Gasthofe zu erscheinen. Er suchte fein Zimmer auf, um sich dort umzukleiden, und wurde später dort erhängt als Leiche aufgefunden. Seine Mittel waren aufgezehrt, und er wollte den Angehörigen nicht zur Last fallen. " " Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. ,, Hülfe Krankenkasse für Deutschland. Wenn wir das Bedürfniß haben, die Leistungsfähigkeit irgend welcher Staffe zu besprechen, so wird dies in nicht mißzuverstehender Weise geschehen. Die Drohung mit richterlicher Entscheidung, falls wir nicht etwas berichtigen, was gar nicht in unserem Blatte steht, bleibt für uns ein Unifum. Also flagen Sie nur drauf losi Im Uebrigen wäre es wünschenswerth, wenn Sie sich in Zukunft nicht um Dinge den Kopf zerbrechen, die Sie nichts angehen. Witterungsübersicht vom 4. Februar 1899, Morgens 8 Uhr. Barometers stand mm Windrichtung Windstärte 1 Wetter heiter 5 Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. 11. G. 86968° 6. 1° R. -wolfent- 30 -3 Haparanda 746 Still 0 Petersburg 741 SSD 1bedeckt 1 Cort 751 SSD 8Regen 760 2 2 heiter 765 Still Nebel 759 761 23 761 WNW 2 woltig 3 bedeckt 2woltent-8 Aberdeen 2 heiter-9 Paris 4voltent 3 Berliner Wetterbureau. - 8 Einen städtischen Arbeitsnachweis nach dem Muster anderer Städte will der Schöneberger Magistrat zum 1. April d. J. errichten. Diese Einrichtung soll in Rücksicht auf die Bedeutung der sich durchaus großstädtisch entwickelnden Gemeinde, und die unSeitdem Herr Scherl seine Seger mit der brutalen Maßregel eigenmügige und daher unparteiische(?) Thätigkeit, welche ein beglückte", find 2/2 Wochen vergangen; der Selbstmörder aber ist erst solches Institut ausüben wird, hauptsächlich der weniger bemittelten vor acht Tagen nach Berlin gekommen, nachdem die Arbeitspläge Bevölkerungsklasse zu Gute kommen, den Arbeitgebern aber der Betroffenen schon längst von Streifbrechern besetzt waren. Auch eine bequeme Gelegenheit geben, Arbeitsfräfte ist offenkundig, daß ein Buchdrucker, der für die Interessen seiner schnell zu erlangen." Die Arbeitsvermittelung auf ge- Stationen Kollegen eintritt, auf das opferwilligste unterstützt wird. Trotzdem lernte Arbeiter" auszudehnen, erachtet der Magistrat zur Zeit aber ist der Zuchthausfurs den bürgerlichen Blättern schon so zur noch nicht für angebracht, da die für das Handwerk fast allgemein Gewohnheit geworden, daß sie einen Selbstmord, wie er in der vorhandenen Innungen und Fachorganisationen ihre eigenen Swinembe. besten der Welten leider alle Tage vorkommt, schlankweg unter die Arbeitsnachweise haben. Vielmehr soll sich dieser Nachweis auf soHamburg Rubrik Streifopfer" buchen. genannte, un gelernte Arbeiter", und zwar auf männliche Berlin Aus der Gesellschaft. Das„ Berliner Tageblatt" schreibt und weibliche erwachsene und jugendliche Arbeiter( Haus- Wiesbaden 765 N 765 NM „ Eine sensationelle Berhaftung in der Spieleraffäre ist heute diener, Portiers, Geschäftstutscher, Lauf- und Arbeitsburschen, Stall- München 762 NM zu melden. Verhaftet und in das Untersuchungs- Gefängniß in leute, Bierzapfer, Aufwärterinnen, Näherinnen, Blätterinnen, Fabrik-, Wien Wetter Prognose für Sonntag, den 5. Februar 1899. Moabit überführt wurde der Leutnant der Reserve im I. Garde- Metall-, Luruspapier, Blumen-, Feder- und Komptoirarbeiterinnen, Gesinde beschränken. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, vielfach wolfig mit geringen Nieders Feldartillerie- Regiment Hans von Kröcher. Die Verhaftung Wäscherinnen u. s. w.) und auf das erfolgte feitens des Untersuchungsrichters, bor welchem Die Vermittelung für Arbeiter 2c. erfolgt kostenlos. Für die erfolg- schlägen und mäßigen südwestlichen Winden. v. Kröcher zahlreiche Verhöre zu bestehen hatte. Der Kriminal- reiche Vermittelung von Gesinde ist von den Dienstherrschaften eine polizei war von der Verhaftung, die ohne ihr direktes Buthun er Gebühr von einer Mark zu erheben. Der Arbeitsnachweis ist folgte, nichts bekannt geworden, jedoch steht die Thatsache fest, daß täglich Wochentags Vor- und Nachmittags, Sonntags und an v. Kröcher sich im Untersuchungsgefängniß befindet. Die Anklage, den gefeßlichen Feiertagen Vormittags geöffnet. Zur Ver die dent v. Kröcher aus der Spieleraffäre erwächst, dürfte dadurch waltung und Beaufsichtigung des Nachweises wird eine ständige aus einem Vorsitzenden, für ihn in verhängnißvollster Weise komplizirt werden, daß er Verwaltungs- Kommission, bestehend im ersten Verhör vom Untersuchungsrichter vereidigt worden war dessen Stellvertreter, drei Arbeitgebern und drei Arbeitnehmern und mun mehrere seiner eidlichen Depositionen von durchaus gewählt. Außer dem Vorsitzenden, der vom Magistrat ernannt wird, einwandsfreien 8Zeugen gleichfalls unter dem Eide bestritten werden. werden die übrigen Mitglieder von der Stadtverordneten- VerUnsere Leser werden sich erinnern, welcher Angriffe wir uns zu ſammlung gewählt; die drei Arbeitnehmer jedoch nur auf Vorschlag crwehren hatten, als wir die Spieleraffäre Mitte Dezember an- der Gewerbegerichtsbeisizer aus dem Kreise der Arbeitnehmer. Die schnitten. Die meisten Blätter suchten uns zu dementiren und stellten Wahl der Mitglieder erfolgt auf zwei Jahre. Die Kosten der Einden von uns geschilderten„ Klub der Harmilosen" als wirklich harm- richtung einschließlich der Unterhaltung im ersten Jahr stellen sich los hin; aber den Gipfel des Grotesken ersticg ein hiesiges Lokal- auf 2600 M. blatt, das den soeben verhafteten Hans v. Kröcher ließ und sich dann in der Wiedergabe des Interviews nicht genug thun konnte, die harmlose, liebenswürdige, chevalereske Art des nun mehr Verhafteten zu preisen. Wir hatten den v. Kröcher als einen der aristokratischen Schlepper" des Falschspielers Wolf geschildert, und daß sich nun die Untersuchungsbehörde dieser Anschauung an schließt, beweist die oben erwähnte Verhaftung." Grund bor, interviewen Sozialdemokratischer Wahlverein f. den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Süd- Ost.) Todes Anzeige. Am Donnerstag, den 2. Februar, verschied nach langen, schweren Leiden unser Parteigenoffe, der Klempner Karl Kulow an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. d. Mts., Nachu. 3 Uhr, vom Krankenhause am Urban aus nach dem Emmaus- Kirchhof statt.[ 242/4 Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Am 2. d. M., Nachm. 23/4 Uhr, verstarb im 23. Lebensjahre unser braver Rollege Carl Kulow an der Proletarierkrankheit. 5516 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonn tag, Nachm. 3 Uhr, vom Krankenhaus Urban nach dem Emmaus- Kirchhof in der Hermannstraße statt. Die Kollegen der Firma C. F. Schultze& Co. Todes- Anzeige. Am 3. früh verstarb der Tischler Herrmann Polleschack. Kommunalsteuern in Charlottenburg. Nach dem StadtHaushalts- Etat sollen außer der Gemeinde- Einkommensteuer in Höhe von 100 pct. der staatlichen Steuer eine Gemeinde- Grundsteuer von 2,33 pet. des gemeinen Werthes der bebauten und unbebauten Grundstüde und eine Gemeinde- Gewerbesteuer in Höhe von 100 pct. der staatlich veranlagten Gewerbesteuern erhoben werden. Der Er trag beider Steuern foll aber 150 pCt. der staatlich veranlagten Realsteuern gleichkommen. Die Betriebssteuer soll mit 100 pct. des Beranlagungsfolls, die Kanalisationsgebühr mit 1 pet. des Ge Metallarbeiter- Verband lee, beini Berwalter. bäude- Nutzungswerthes erhoben werden. Für diese Festsetzung ist die Genehmigung des Bezirksausschusses einzuholen. Deutscher So das Berliner Tageblatt", dem die Bevölkerung immerhin einen reizenden Einblick in die Ehrbegriffe Edelſter und Bester zu danken hat. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Neue Radfahrkarten. Das Polizeipräsidium theilt mit: Nach Todes- Anzeige. dem die Unbequemlichkeiten, mit denen die Lösung der Fahr= In Spandau vollenden drei Hebammen nächstens das Im Krankenhause am Urban ver: radkarten für das Publikum verknüpft war, durch die Ueber- 25. Jahr ihrer Thätigkeit. In der letzten Stadtverordneten- Ver- starb unser langjähriges Mitglied, weisung ihrer Ausfertigung an die Reviere beseitigt worden find, fammlung lag der Antrag vor, den drei Frauen je ein Geldgeschenk der Klempner liegt fein die auch ferner in früheren von 75 M. zukommen zu lassen. Die Stadtverordneten, die für Karl Kulow. Jahren gelöften Karten als genügende Legitimation patriotische Feierlichkeiten immer gern Geld hergeben, lehnten diesen Ehre seinem Andenken! anzusehen, um so weniger, als dies Verfahren bei den Polizeibehör Antrag ab. Die Beerdigung findet heute, Sonn. den der Vororte mehrfach zu Weiterungen geführt hat. Die RadVon dem„ Vernichtungskampf", den die Polizei gegen die tag, Nachm. 3 Uhr, vom Krankenhauſe fahrer werden daher aufgefordert, sich bei Vermeidung ihrer Bestrafung auf Grund des§ 10 der Polizeiverordnung vom 28. März Sozialdemokratie führt, giebt nachstehend geschilderter Vorfall, der am Urban aus nach dem Emmaus 1893 mit neuen, für die Dauer des Jahres 1899 sich dieser Tage in Spandau ereignete, wieder ein hübsches Bei- Kirchhof statt. spiel: Der Restaurateur P. in Spandau hatte vor Kurzem sein ausgestellten Fahrrad- Karten zu versehen. Lokal zu einer Bäderversammlung hergegeben, am Donnerstag der dem N. Polizeikommissar R. in Lokale und erkundigte sich 23. bet dessen Ehefrau an- 7586 Aus Furcht vor Strafe hat sich der im zweiten Jahre erschien dienende Ulan Kröning von der fünften Schwadron des zweiten des nun 110/18 Die Ortsverwaltung. Gartenwohnung. 2 Bimmer, Küche, Balton. 450 M. Lessingstr. 3. Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, 5726 Rüdersdorferstr. 58 statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Kleine und mittlere Wohnungen find sofort und später zu vermiethen Blumenthalstr. 3, a. d. Frankfurter [ 8389* Bill. möbl. Schlafft. Reichenbergerstraße 155, Quergb. 2 Tr. L., Wittwe Desterreich. 5826 Möbl. Schlafft, f., Sebastianstr. 66, 4 Tr. r. 5716 Schlafstelle f. anft. Mann.„ Bor wärts" fann mitgelesen werden. Invalidenstr. 118, H. i. K., Fr. Niegner. Möbl. Schlafft. Stallschreiberstr.61, IV. Wittwe verm. bessere Schlaffstelle, 2 Herren Münchebergerst. 7, Sof I l. Frol. Schlafft., möbl., f. ält. Herrn, fof. 3. b. Piepenburg, Wrangelstr. 132, vorn 1 Tr. 5646 Frol. Schlafft. f. 1 Herrn zu verm. 5595 Teltowerstr. 21, Hof 4 Xt. Achtung! Genossinnen! Genossen, Achtung! Montag, den 6. Februar, Abends 8 Uhr, im Keller'schen Lokal, Koppenstr. 29: 1 Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen August Bebel über: Die neue Militär vorlage und das Friedens- Manifest des garen. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht V. Kreis. 1/10 Die Vertrauensperson. Dienstag, den 7. Febr., Abends 8 Uhr, im Saale des Handwerkervereins, Sophienstr. 15: Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: Achtung! 2. Wahlkreis. Achtung! patient wigbert, Sonntag, den 5. Februar 1899, Abends 6½ Uhr, bel Zubeil, Lindenstrasse 106: Oeffentl. Derlammlung. Tages Ordnung: = 20 Blousendemben rinnen, perfeft, verlangt Rigdorf, Kaiser Friedrichstr. 15 I r., Paniers straße 53a I r. Knaben- Anzüge. 5636 50 Arbeiterinnen erhalt. dauernde Beschäftigung. Probe: Arbeit vorlegen. Bortrag über:„ Die Frau im heutigen Klaffenstaat". Referent: Genoffe M. B. Rosenthal& Co., Zubeil. svedro sisid 210/7 Nachher: Tanz. Der Vertrauensmann. 46/4 Kaiser Wilhelmstr. 48. Arbeiterinnen Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! auf Anabenfachen im und außern Sonntag, den 5. Februar 1899, Nachmittags 16 Uhr, im Kösliner Hof, Köslinerstr. 8: Volks- Versammlung dafür Männer und Frauen. 1. Bortrag des Genossen Richard Fischer über: Die politische Lage. Bahlreiches Erscheinen erwarten 2. Diskussion. Die Vertrauenspersonen. Arbeiter- Sängerbund Hause verlangt 46/5 Wulff, Königsbergerstr. 34. Tüchtige Kehlerr gesucht A. Werkmeister, Schmidstr. 8a. Blumenfabrik. TO: Vortrag des Reichstags.Abgeordneten G. Horn- Dresden Lehrmädchen finden sof. Beschäftig. über: Die Sozialpolitik im Reichstag. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein S Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein 219/3 Kröferinnen, Macherinnen u. bei Tramberg& Möbis, 5686 Adalbertstr. 8. Näherinnen auf Herrenkragen im Hause verlangt 5765 J. Gottheim, Wäschefabrik, Georgenkirchstr. 40. für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Beinkleiderarbeiterin, auf weiße, = Versammlungen Dienstag, den 7. Februar 1899, Abends 8% Uhr, für den Wedding: im Wedding- Kasino", Schulstr. 21; für die Rosenthaler Vorstadt: in den" Borussia- Sälen", Ackerstraße Nr. 7. 120 of 2001396am Berlins und Umgegend.afted ont Sonntag, den 26. Februar, Vormittags 10 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: General- Versammlung. Tages Ordnung laut Statut: thu 1. Entgegennahme des Rechenschaftsberichts des Vorstandes. 2. Anträge auf etwaige Aenderung des Statuts. 3. Erledigung etwa eingegangener Berufungen. 4. Wahl des Vorstandes. Sämmtliche Mitglieder der Bundesvereine haben durch ihre Mitgliedsfarte Butritt. Sämmtliche Vereine werden ersucht, vollzählig zu erscheinen.- Anträge sind bis zum 19. Februar beim Vorsitzenden einzu. Der Vorstand. reichen. Achtung! Die erfte Probe des Sonderchors zum Liederabend am 18. März findet am Montag, den 20. Februar im Saale der Brauerei Friedrichshain statt und werden die Bereine ersucht, je ein Quartett zu entsenden... Es ist dringend nothwendig, daß diejenigen Sangesbrüder ernannt werden, welche im vergangenen Jahre das Lied" Den März gefallenen" von Scheu, mit geübt haben. Die zur Mitwirkung am Liederabend ausgelooften Vereine haben die Angabe des zu fingenden Diedes, sowie den Namen des Komponisten und Vereinsdirigenten bei O. Masche, Mariannenstr. 23, einzureichen D. D. 16/2 Berliner Arbeitervertreter- Verein.Frauen- Begräbnißkaſſe Versammlung der Schriftgießer Gehilfen zu Berlin. Montag, den 20. Februar d. I., am Dienstag, den 7. Februar 1899, Abends 8 Uhr, Abends 61/2 Uhr, bei Zimmermann, Wilhelmstr. 2, bei Buske, Grenadierstraße 33. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr über: Die neue Novelle zum Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetz. 2. Diskussion. 3. Wahl von zwei Vertretern zur Zentralkommission der Krankenkassen Berlins. Gäste willkommen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 53/3 Der Vorstand. Konfektions- Arbeiter und Arbeiterinnen! Mittwoch, den 8. Februar, Abends 8% Uhr: Oeffentliche Versammlung in der ,, Concordia", Brunnenstraße 154. Der Reichstags- Abgeordnete Genosse Rosenow wird über das Thema: " Die Zustände in der Konfektionsindustrie und das Verhalten der bürgerlichen Parteien" referiren. Pflicht der Kollegen und Kolleginnen ist es, dafür zu sorgen, daß die Versammlung gut besucht wird. 164/2 Der Vertrauensmann: Stubbe. Achtung! Südost! Achtung! Dienstag, den 7. Februar, Abends 8%, 1hr, im Lotale Süd- Ost, Waldemarstraße 75: Oeffentliche Versammlung 5376 General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Galbjahrsbericht und Jahres: abrechnung. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. J. A.: R. Joft. Sentral- Kranken- u. Sterbefasse der Tischler ze. ( Verwaltung Berlin E.) Montag, den 6. Februar 1899, Abends 8 Uhr, bet Bergmann, Basewalterſtraße 3: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung von 4. Quartal 1898. 2. Wahl eines 2. Schriftführers. 3. Innere Kaffenangelegenheiten. Sprechstunde findet an diesem Abend nicht statt. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. 588b Achtung! Vereine. des Konsumvereins Berlin- Birdorf faffend, empfiehit Ernst Lier, E. G. m. b. H. 7506 1. Bortrag des Herrn Rechtsanwalts Steinschneider: Der Bwved und Nußen der Konsumgenossenschaften." 2. Disfuffion. 3. Ist die Noth wendigkeit zur Eröffnung einer Verkaufsstelle in Berlin SO. vorhanden? Tapezirer! Dienstag, den 7. Februar 1899, Abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlungen. Filiale Nord bei Gründel, Brunnenstraße Nr. 188. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wey L. 2. Dis 6177/3 tuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. Filiale Sild bei Zubeil, Lindenstraße Nr. 106. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheiten. 8wei Bimmer, 20 u. 40 Personen Alte Jakobstraße 119. 5216 Saal bis 120 Personen frei Sonn abends n. Sonntags, Februar n. März Martgrafen str. 83. Vereinszimmer mit Piano zu verg. G. Lüder, Kastanien- Allee 29/30. Zähne 1 W., äuß. haltb., feftfit., Gar Bezahl. erst bei vollst. Bufriedenh., teine Nebenunt. Spezial.: weiche GaunieupL, Tages Ordnung: Für den Wedding: Vortrag des Reichstags Abgeordneten Rosenow: Die deutsche Bauernbewegung von 1525 und ihre Ursache. Diskussion. Für die Rosenthaler Vorstadt: Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Thiel- Salle über: Politische Macht und politische Reife. Distuffion. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Gäste haben Zutritt. Freie Volksbühne. 4 246/5 Hente Sonntag, Nachmittags 2 Uhr: 6. Abtheilung ( grüne Karten) im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater: Wallenstein's Tod. Die Mitglieder werden gebeten, darauf zu achten, dass ihre Karte die eigenhändige Namensunterschrift sowie 2 Marken à 65 Pf. enthält in Rubrik I und VI( Januar). Die Verloosung der Plätze beginnt um 2 Uhr. Die Mitglieder werden dringend gebeten, pünktlich zu erscheinen. Sonntag, den 12. Februar: 1. Abtheilung im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater: In Behandlung. Von Max Dreyer. Regie: Herr Ober- Regisseur A. Steinert. Sechsmaliges Gastspiel von Frau Prasch- Grevenberg vom Berliner Theater. Einige neue Mitglieder zur 6. Abtheilung finden in nächster Woche noch Aufnahme durch den Vorstand nach erfolgter Anmeldung in einer Zahlstelle. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Achtung, Maurer! Mittwoch, den 8. Februar, Abends S, Uhr, im Louiseustädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37: Mitglieder- Versammlung des Zeutral- Verbandes deutscher Maurer, Filiale Berlin II. Tages Ordnung: außerm verlangt 5746 Dumack, Friedenstr. 95 III. Knopfloch Maschinennäherin auf = Anzüge, 7-12, Brunnenſtr. 112. Lüde. 115 Fantasie- Federn. Geübte Arbeiterinnen im Hause find. dauernde und lohnende Stellung bei 46/6 Wilhelm Freystadt, Kommandantenſtr. 80/81, 2. Etage. Knopfloch Näherinnen ( utomat), auch zum Lernen, sofort vert. Schönhauser Allee 68, v. III, Lehrmädchen zur Erlernung der Fantasiefedernfabrikation suchen L. u. S. Hirschfeld, 5336] Ritterstr. 45. Fantasiefedern- Arbeiterinnen fuchen L. u. S. Hirschfeld, 5346] Nitterstr. 45. Junge Herrenschneider finden fofort bei hohem Lohn Stellung auf engl. Taillen u. Jackets. 5356 M. Adler, Brüderstr. 4. Zuschneiderin auf Knabenanzüge und Blousen findet bei hohem Salair dauernde Stellung H. u. M. Jacobsobn, Spittelmarkt 14. bei 5386 Junges Mädchen zum Lernen auf Steppdecken gegen fofortige Vergüti gung gesucht. 5586 Weinange, Fliederstr. 3 I. Lehrmädchen, bei 12 M. monatlicher Vergütigung [ 5395 sucht Blumenfabrit Lewin& Neufeld, Ritterstr. 45. Tüchtige Arbeiterin auf engl. Taillen u. Jackets finden sofort Beschäftigung bei gutem Sohn. 5366] M. Adler, Brüderstr. 4. Ordentliche Leute suchen eine Hansreinigung zum 1. März, Stadttheil Webbing. Janicke, Reinidendorferstr. 14,0.b. Tüchtige Mamfells 1. Jahresbericht und Abrechnung des Vorstandes. 2. Neuwahl des gesauf leichte Jackets, außer dem Hause, fammten Borstandes. 3. Verschiedenes. 136/5 Mitgliedsbuch legitimirt. Guten Besuch erwartet: Die Ortsverwaltung. J. A.: Wilh. Fritzsch. Schmiede! verlangt Gottlieb, Prinz Eugenstr. 26. verlangt Sonntags Klavierspieler Fole, Ropenid, Raulsdorferstraße 3. Wäsche- Arbeiterinnen Sonntag, den 5. Februar, Abends 5 Uhr, im Englischen Garten, auf Negligés, Hemden, Beinkleider 2c. Alexanderstr. 27c: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der Berliner Lokal- Anzeiger" und die Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Neuwahl eines Stellvertreters des Vertrauensmannes und eines Revisors. 4. Verschiedenes. 176/1 Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Bahlreiches Erscheinen, besonders auch der Frauen, erwartet Der Vertrauensmann. Achtung! GIRL Achtung! Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter Deutſchlands. ( Filiale Berlin 1.) Mitglieder- Versammlung ohne Platte, Aluminiumpl., Umarbeit. Montag, den 6. Februar, Abends 8 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26: fchlechtsiz. Gebisse.Rep., schmerzl.Plomb. b. Arnd'sches Zahnatl. Dresdenerst. 105. Destillation, gangbares Ge schäft, zu verkaufen. Bu erfragen bei Verband der Graveure, Giselenre und verw. Berufsgen. Krüger. Fenuſtr. 5. Deutschlands, Filiale Berlin.d's W Dienstag, den 7. Februar er., Abends 82 Uhr, im Vereinslokal „ Dresdener Garten", Dresdenerstraße Nr. 45: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genossen Grempe über: Feuer Bestattung. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Hausdiener, Packer, Kutscher, ondalles Mitglieder des 74/3 Verbandes aller im Handels- u. Transportgewerbe beschäft. Hilfsarbeiter Berlins u. Umgeg. Bureau und Arbeilsuachweis: Kommandantenstr. 25, I. Dienstag, den 7. Februar, Abends 8% Uhr: Derlammlung in den„ Arminhallen"( großer Saal), Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Die sozialpolitische Debatte im deutschen Reichstag. Ref.: Reichstags- Abgeordneter Schwarz- Lübeck. 2. Dis: 75/2 tuffion. 3. Mittheilungen und Geschäftliches. Kollegen! Wir ersuchen Euch, recht zahlreich und pünktlich in dieser Ber: sammlung erscheinen zu wollen und Freunde und Bekannte mitzubringen. Der Vorstand. Halbrenner, gut erhalten, 90 M. Feind, Neue Jakobstr. 18. Betten, schöner Stand, neu, sofort, 20 M. Ritterstr. 118, born II rechts. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Friedeberg über " Sogenannte Sozialgesetzgebung. 2. Disfuffion. 3. Wahl der Delegirten zur Generalversammlung. 4. Gewerkschaftliches. 82/2 NB. Die Bahlstellen befinden sich im Arbeitsnachweis Kl. Andreasstr. 15 bei Neumann und Reichenbergerstr. 103 bei H. Franke. Gleichzeitig werden die Mitglieder ersucht, zu dem am 11. Februar bei Schnegelsberg, Hasenhaide 21, stattfindenden Maskenball zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Die beste Cigarre Arbeitsmarkt. tanfen Sie bei 8012* Binneböse, Schillingstr. 36, Nußbaum- Einrichtung, neu, nußbaum, extra bestellte Arbeit, billig verläuft. Admiralſtr. 8, v. I fints. 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Tüchtige Näherinnen auf feine Damenjadets, a. einige Lehrfräuleins, suchen Kätscher, Krause& Co., 5876 5476 Kronenstr. 29. zur Damenschneiderei kann sich melden Grünauerstr. 7, part. I. Buchbinderlehrling berl. Schreiber, Staliserstr. 130. Kinderkleider- Arbeiterinnen berlangt Rene Königstr. 87, 3 Tr. Tüchtige Farbigmacher gesucht. Goldleiſtenfabrit, Biegnizerſtr. 15. 5796 Blousenstepperin verl. Wahls, Elbingerstr. 8, 4 Tr. Ein durchaus tüchtiger Steinmetz, Schneiderin empfiehlt sich für bill. Kleiderkostüme, auch Einsegnungs: Kleider 6-7,50 M. Manteuffelstr. 21. 5846 born 1 Tr. bei Fr. Stechert. Piano, Spinnmaschine, wie neu, 5865 Achtung! Holzarbeiter. welcher in atten im Grabbenkmalbillig. Waldemarſtr. 37. Steppdecken, Gardinen, Bei der Firma Carl Lutze Betten, portieren, Winterpaletots,( Adlershof) haben sämmtliche Anzüge, Remontoiruhren, Regulatoren, Tischler wegen Differenzen die Operngläser fpottbillig Pfandleihe Arbeit eingestellt Zuzug ist fernzuhalten. Neanderstr. 6. Krankheitshalber ein faft nenes Geschäftsrad zu vert. Nummelsburg, Prinz Albertstr. 5a, bei Forgbert. 76/20 Die Ortsverwaltung. Liniirer, zuverlässige, auf Leipziger Maschinen, wollen sich melden bet Riefenstahl, Zumpe& Comp., Ge: gefchäft vorkommenden Arbeiten be: wandert sein muß, wird( wegen Erfrankung des jebigen Stelleninhabers) fofort gesucht. Offerten mit Angabe bisheriger Thätigkeit an [ 8339* Stahl& Herzog, Steinmeimstr., Nixdorf, Hermannstr. 198. Mehrere Schraubendreher gesucht 8312* bei Rühle, Ropischstr. 1. Fleißige und ftrebsame Vermittler auszug vl. Rosenthalerstr. 48, Tapezier. Mamsells 5896 in Berlin und den Vororten für Durch nfallsachen, Klagen, Eingaben auf beffere Jacketts außerm Hause Feuerversicherungen gesucht. 44/ 4* Produktiv- und Einkaufs- Genossenschaft Schlaffopha, gebrauchtes, mit Sit- schäftsbücherfabrik, Holzmartſtr. 62. Im 646 für Radfahrer. Montag, den 6. Februar, Abends 8 Uhr, ,, Englischen Garten", Alexander Strasse 27 c: Monats- Versammlung. Tages Ordnung: U 50 Garnirerinnen Suche vier Bildhauerbänke, alte. Ludwig Blume, Reichenbergerstr. 155. auf Capes und Kragen bei hohem Nußbaum- Möbel, ganze Wirth: Berdienst verlangen Krüger& 5276 schaft, spottbillig Prinzenftr. 94 III. Wolff, Spittelmarkt 8/10. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Geschäftliches. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. hoher Verdienst. Offerten sub J. V. 6935 Rudolf Mosse, Berlin SW. Kinderkleidchen- Arbeiterinnen Schröber, Pantow, Kais.Friedrichst.19. Drud und Verlag von Max Bading Suche Stell. als Buchbinder, Prima Beugnisse. Off. unt. F. 9 an Erp. d. Bl. Lüchtige Mamsells! auf beffere Damenjackets, Lohn per Stück: 3,00-3,20-3,30 3,50-3,70-4,00 5,00 Mk." fowie 25 Pf. Pferdebahn- Vers gütung per Stlid fof. berlangt 5086 M. Holz u. Co., Martgrafenstraße 43/44. Lüchtige Handverschnürerinnen für Biehtreffe, eventuell auf Woche, sofort verlangt 5436 M. Holz u. Co., Markgrafenstraße 43/44. Putzfedern! Lehrmädchen, 14-16 Jahre, beschäft. gegen fofortige Vergütung Schreyer, Hollmannstr. 17. in Berlin. 5045 Nr. 31. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 5. Februar 1899. Aerztliche Ehrengerichte. Der Vorwärts" hat in seiner Nr. 26 bereits die wesentlichen Bestimmungen des Gesezentwurfes betreffend die ärztlichen Ehrengerichte, das Umlagerecht und die Kassen der Aerztekammern" in Kürze wiedergegeben. Der Entwurf deckt sich fast durchweg mit dem bereits früher von uns eingehend besprochenen( vergl. u. A. die Nummer vom 14. Jan. 98), und wir können uns daher heute auf die Hervorhebung weniger Punkte beschränken. Briefkasten der Redaktion. C. F. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 72 bis 8 1hr abgehalten. P. M. Nachlieferung nicht möglich. Der Roman gehi der Dienstag- Nummer zu Ende. O. 5. p. 1000. 1. Hermann wird immer mit einem r" geschrieben. Auskunft über Kartenspiel geben wir nicht. Es steht somit zu erivarten, daß das Gesetz als Werkzeug zur ebenso wenig darf man hoffen, daß der preußische Landtag eine Knebelung einer bis dahin politisch leidlich unabhängigon Standes reaktionäre Vorlage der Regierung verbessern oder gar ihr seine Verwendung finden wird. Andererseits kann man schon heute sagen, Zustimmung versagen wird. daß die Hoffnungen sich kaum verwirklichen werden, welche die ärzt lichen Befürworter einer staatlichen Ehrengerichtsbarkeit hegen. Man glaubt in diesem Kreise, daß die Ehrengerichte zur wirthschaftlichen Hebung des Standes beitragen werden, indem sie den unfanteren Wettbewerb, die Streitbrecherei und Lohndrückerei u. s. w. unter den Aerzten unmöglich machen. Daß dies nicht gelingen wird, kann schon deshalb als überaus wahrscheinlich gelten, weil ein großer Wie nicht anders zu erwarten war, hält die Regierung daran Theil der Aerzte der Ehrengerichtsbarkeit garnicht unterſtellt ist. fest, daß nicht blos die berufliche Thätigkeit der Aerzte, sondern auch Die Militär- und die„ beamteten" Aerzte sind ausgeschlossen, und in deren Verhalten außerhalb des Berufs der Beurtheilung der Ehren- zu den letzteren zählen nach der Begründung nicht nur die gerichte unterliegen foll. Die beigegebene Bergründung" hebt Medizinalräthe und Physici, sondern auch die Professoren, die 2. allerdings wiederholt hervor, daß politische, wissenschaftliche und Privatdozenten und die ärztlichen Beamten der Gemeinde-, KreisRöslinerstr. 1000. Ja. G. 2. 99. Rönnen zugegen fein. religiöse Ansichten und Handlungen eines Arztes als solche niemals und Provinzialverbände und ähnlicher... Korporationen". A 65. 1. Ja. 2. Amtsgericht II Sallesches Ufer.. D. 2. 1. Nein. All den Gegenstand eines ehrengerichtlichen Verfahrens bilden können." die genannten Gruppen dürfen also wohl mit den frei praktizirenden 2. Es giebt hier feine Gütergemeinschaft. N. M. 99. 1. Hängt vom Aber diese Bestimmung findet sich eben nur in der„ Begründung", nicht Aerzten in Wettbewerb treten wobei sie ohnedies schon Ermessen des Konsulats ab. 2. Ja. 3. Finden Sie im Adreßbuch. im Gesezentwurf selbst, und sie wird daher für die spätere Recht durch ihre Titel und ihre Bezeichnungen im Vortheil find Rich. 17. 1. Nein. 2. und 3. Jst damit beantwortet. 4. Jst entschieden sprechung ebenso unverbindlich sein, wie z. B. Versprechungen eines sie unterliegen dabei aber nicht den Beschränkungen, welche die Recht Dienstboten fönnen vor Ablauf der Dienstzeit, jedoch nach vorhergegangener zit entpfehlen. O. 2. 59. Dazu ist der Verwalter berechtigt.- Wrobel. Ministers für seine Amtsnachfolger sind. Um so bezeichnender ist es, sprechung der Ehrengerichte den unabhängigen" Aerzten auf- Auffündigung den Dienst verlassen, wenn der Dienstbote durch Heirath zur daß sogar unter diesen Umständen die genannten„ Ansichten und erlegen wird. Handlungen" nicht ohne weiteres als der Ehrengerichtsbarkeit ents Anstellung einer eigenen Wirthschaft vortheilhafte Gelegenheit, die er durch muß Bezeichnend für den Militärstaat Preußen ist dabei die ungleich Ausdauerung der Miethszeit versäumen müßte, erhält. zogen bezeichnet werden, sondern mit dem Busage als solche". Es artige Behandlung der Militär- und der beamteten Aerzte. Während aber das laufende Vierteljahr und bei monatsweise gemietetem ist dies deshalb bezeichnend, weil gerade jetzt gegen den Professor den letzteren nur das aktive und passive Wahlrecht zu den Ehren- Gesinde der laufende Monat ausgehalten werden. 2. y. Nein. Delbrück ein Disziplinarverfahren wegen der maßlosen Form seiner gerichten vorenthalten werden soll, und sonst ihre Stellung in den 99 in Sp. Selbstzahlung ist unzulässig. Schinder. 1. Ja, wegen Angriffe" schwebt; weil gerade jezt bekannt wird, daß man unseren ärztlichen Standesorganisationen unberührt bleibt, werden gleich- 2 Wochen. 2. Nur den Ehemann. 3. Zum Offenbarungseid laden. 4. ft Genossen Dr. Arons nicht schlechthin wegen seiner politischen Thätig zeitig die Militärärzte durch königliche Verordnung gänzlich aus mit Armemunterstünung nichts zu thun. unter 3 beantwortet. Frau V. An die königliche Domverwaltung. Hat Emil Tchi. Sie können teit aus seiner Dozenten- Laufbahn ausstoßen will, sondern daß man diesen Organisationen ausgeschieden. So bemüht man sich, die Kluft, höchstens sich die Marke abholen. Thiem. Beantragen Sie sofort von zu diesem Zwede eifrig forscht, ob nicht etwa seine politische Thätig welche Volk und Heer trennt, immer weiter zu vertiefen und damit der Berufsgenossenschaft schriftlichen Bescheid. Gegen diesen legen Sie sakeit eine Verlegung der" Form" darstelle. An die" Form" wird zu zeigen, wie heuchlerisch die Redensart von dem„ Volk in dann beim Schiedsgericht Berujung Be 2. B. Gleiwik. Ja. sich auch der Beauftragte des Oberpräsidenten halten, wenn Waffen" ist. 6. St. Sie erfahren dies am besten bei der Polizei. er als Vertreter der Anklage gegen einen politisch mißliebigen Der Entwurf liefert endlich auch noch in anderer Beziehung 1. April Abends. J. 2. 129. 1. Adoption in diesem Falle nicht zus Arzt ein Disziplinarverfahren anhängig machen will. Und werden einen glänzenden Beweis für die gesetzgeberische Leistungsfähigkeit urtheilen. Eine eventuelle Strafanzeige ist an die Staatsanwaltschaft zu läffig, 2. Ja. Palm. Läßt sich ohne Kenntniß der Atten nicht bedie Ehrengerichte, wird insbesondere die Berufungsinstanz, der der preußischen Regierung am Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Ehrengerichtshof, einer mißbräuchlichen Anwendung des Gesetzes auf Es sollen zwar durch Gesetz die Aerzte Ehrengerichten ausgeliefert geben. Den Kindern steht nur die Pflichttheilsflage zu. Hermann 27. Die Hälfte brauchen Sie nicht herauszus Mge. Nein. die Dauer widerstehen? Wir wagen das zu bezweifeln. Hat doch werden, auf deren Zusammensetzung die Aerztekammern maßgebenden A. K. 2. Rückerstattung ist nur zulässig, wenn fünf Beitragsjahre in seinerzeit der Vorstand des Deutschen Aerztevereins Bundes" in Einfluß ausüben. Aber diese Aerztekammern sollen auch fernerhin vollem Umfang por Abschluß der Ehe absolvirt worden sind. 21. B. 76. seinem Gesuch um Einführung der Disziplinargerichte ausdrücklich nur auf Grund königlicher Verordnung fortbestehen, so daß ihre Zu- Nein. C. H. Todtenschein des Ehemanns und Geburtsurkunde. Gegenauf die Ausbreitung sozialdemokratischer Gesinnung unter den sammensetzung, und damit in letzter Linie auch die der Ehrengerichte, vormund ist nothwendig. D. R. 99. Nein. A. C. V. Ihre An Aerzten hingewiesen; hat doch sogar der„ Aerztekammer- Ausschuß" jeder Zeit von der Krone, d. h. von der Regierung, ohne Mitwirkung sicht ist richtig. Alter Abonnent. Lohnbeschlagnahme ist nicht deshalll aus dem die Mehrheit der Berufungsrichter hervorgehen soll zufäffig. Günther 5. An das betreffende Regiment. Weiter ist nichts des Landtags geändert werden kann. nöthig. den Antrag abgelehnt, daß der oben angeführte Saz der BeM. Sch. 52. Wenn J. B. 100. Ja.. Nietsch. Ja. Trotz aller dieser Mängel wird daran zweifeln wir nicht gründung durch Aufnahme in den Gesetzestert bindende Kraft er der Entwurf ohne wesentliche Aenderung Gesetz werden. Denn so nicht strafbar. Dagegen ist, wenn noch nicht sechs Monate abgelaufen Ihre Tochter ihm den Ring geschenkt hat, ist die Handlung des Betreffenden halten soll. wenig man erwarten kann, vom Diestelstrauch Feigen zu ernten, find, Klage auf Rückgabe zulässig " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 5. Februar. Freie Voltsbühne. Friedrich: Wilhelmstädt. Theater: Wallenstein's Tod. 6. Abtheilung ( grüne Karten.) Anfang Nach: mittags 23% Uhr. Opernhaus. Bajazzi. Bergißmein: nicht. Anfang 72 Uhr. Montag: Die wetße Dante. Schauspielhaus. Julius Cafar. Anfang 7/2 Uhr. Montag: Prinz Friedrich von Hom burg. Neues tgl. Opern- Theater( Stroll). Auf der Sonnenseite. Anfang 71% Uhr. Fuhrmann Henschel. Deutsches. Anfang 72 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Johannes. Montag: Fuhrmann Henschel. Leffing. Die Beche. Unter blonden Bestien. Ein Ehrenhandel. Liebesträume. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nora. Montag: Jm weißen Röß'l. Berliner. Gewitternacht. Anfang 712 Uhr. Nachin. 2 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Montag: Gewitternacht. Mesidenz. Der Schlafwagen: Nontrolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Jugend. Montag: Der Schlafwagen- Rontrolleur. Vorher: Bum Einsiedler. Neues. Der Sohn der Frau. An: fang 71 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Barbaren. Montag: Der Sohn der Frau. Metropol. Die fleinen Michu's. Sierauf: Die Engelsjäger. An fang 72 Uhr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Schiller. Die Haubenlerche. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Montag: Die Bürgermeisterwahl. Unter vier Augen. Besten. Die weiße Dame. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Freischütz. Montag: Fra Diavolo. Central. Die Puppe. Anf. 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die schöne Helena. Montag: Die Puppe. " Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg lich geöffnet von 10 Uhr Vormittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:„ Das Land der Fjorde". Invalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Sternwarte, Operntelephon. Apollo. Spezialitäten Borstellung. Anfang 7/2 Uhr. Olympia Urania Spezialitäten- Theater Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Das Land der Fjorde. Im Hörsaal: Reichshallen. Stettiner Sänger. Oberleutn. Wensky: Klondyke. Anfang 7 Uhr. Feen Palast. Spezialitäten Vorstellung. $ Paffage Panoptikum. Spezialis täten Vorstellung. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Sonntag Na ch m. 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Montag 8 Uhr: Die Bürgermeisterwahl. Unter vier Augen. Ostend Carl Weiß- Theater. O Gr. Frankfurterstr. 132. Nachun. 3 Uhr, zu einen Preisen: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aften von Schiller. Abends 72 Uhr: Meine Reise ins neue Goldland. Montag: Im Theater und Hörsaal dasselbe. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Passage- Panopticum. 2 Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Nur noch kurze Zeit: 40 Krieger des Mahdi. Im Theatersaal von 6 Uhr ab: Théâtre variété. Castan's Der Brandstifter Panopticum. Sensationelles Ausstattungsstück mit Gesang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Otonkowsky. Musik von L. Fall. Jm Tunnel von 52 Uhr an Frei Konzert. Morgen und folgende Tage: Der Brandstifter. Central- Theater Direktion: José Ferenczy. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Neu! Dreyfus- Esterhazy. Nachmittag 3 Uhr zu halben Breifen: W. Noack's Theater Die schöne Helena. Operette in 3 aften von J. Offenbach. Abends 72 Uhr, zum 30. Male: Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ordonneau und Sturgeß. Musik von Ed. Audran. Puppe( La Poupée). Morgen und folgende Tage: Die Thalia. Schibbebold's Engel. An Luisen- Theater fang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Wildes Blut. Hierauf: All Heil! Anfang 8 Uhr. Nachun. 3 Uhr: Kean, ober: Genie und Leidenschaft. Montag: All Heil! Die bezähmte Widerspänstige. Belle- Alliance. Die Bluthochzeit. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nopoleon. Montag: Um eine Kleinigkeit. Sein altes Konto. Oflend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Der Brandstifter. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Trompeter von Säffingen. Anfang 8 Uhr. Montag: Onkel Toms Hütte oder: Sklavenleben in Amerika. Berliner Mädel. Alexanderplatz. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Rothkäppchen und der Wolf. Montag: Berliner Mädel. arodie. Die schöne Klosterbäuerin, oder: Der Lawinensturz bei St. Anna. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. 34. Neichenbergerstraße 34. Nachmittags 3 Uhr: Volks- Vorstellung zu kleinen Preisen. Kean oder Genien.Leidenschaft. Luftspiel in 5 Aften nach dem Franzö fischen des Alexander Dumas ( Water) von Ludwig Barnay. Novität! Abends 8 Uhr: Novität! Wildes Blut. Lebensbild in 3 Aften von M. Schwab. Novität! Hierauf: Novität! All Heil! Schwant in 1 Att von Meo Breo. Montag: All Heil! Hierauf: Die bezähmte Widerspänstige. Mähr's Theater Oranienstr. 24. Täglich Vorstellung. Täglich: Gediegene Gesellschaft. Schwant von Leopold Ely. Und das gesammte Personal. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Große Extra- Theater Vorstellung Unsere Jungen oder: Da kennen Sie Schliemann schlecht Lebensbild mit Gesang in 4 Atten von H. Hirsch e I. Nach der Vorstellung: Lanzkränzchen. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Neu! Täglich: Neu! Markthalle VII ober: Ein Kostümfest. Burleste von D. Victor- Roeber. Neu! Großer Erfolg! Neu! Carl Jörgensen, der beste Mimiker der Jeztzeit. Bismarck vom Jüngling bis zum Greise. Neu! Vorher: Ich werde den Major einladen. Neu! Luftspiel von Labiche. Wochent. 7% Uhr. Anfang: Sonntags 6% Uhr. Entree: Wochentags 30 Pf. Sonntags 40 f. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Karlstr.( Circus Renz) Karlstr. Volksthümliche Preise. Heute: 2 grosse Vorstellungen Nachm. 3½ Uhr 1 Kind frei. richten. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Hente Sonntag: 3um 39. Male: Die kleinen Michu's. Operette in 3 Aften v. André Messager. Die Engelsjäger. Tanzpoëm in 14 Bildern von H. Regel und J. Bayer. Dornröschen. Thalia- Theater. Abends 71/2 Uhr: Strohschneider und das folossale Eröffnungs: Programm. Zum 145. Male: Mene Tekel. Sonnabend, den 11. Februar: Dritter großer Maskenball. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert u. SpezialitätenVorstellung mit stets wechselndem Programm. Sonnabend, den 4. Februar: Wieder: holung des mit so großem Beifall aufgenommenen: Karnevalistisch. UlkAbends mit neuen Ueberraschungen. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Das neue großartige Februar Programm. Neu! = Berliner Neu! Konfektioneusen. Gesangsposse von W. Gericke. Rizeberg aus Salau: Direktor Fröbel. Durchweg nene Spezialitäten. Felicitas- Truppe. Beo Ba. Gebrüder Alfredo. Osadasan. Roberty Trio. Teo Pilotti. Marietta Berndt. Helene Voss. Lebende Photographien, das Jnteressanteste der Neuzeit. 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[ 558L knappen Maasses bedeutend unter Preis. Reste und Roben Elegante Rock und Jacket- Anzüge. Br. 31. 16. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Versammlungen. Sonntag, 5. Februar 1899. Vorsitzender; Paul Guth erster, Baul Frede zweiter Saffirer; sprach Maler Flemming, der auf die namentlich zur Winterszeit herrs May Martmann Schriftführer; Hermann Schünemann und schenden großen Mißstände auf den Bauten hinwvies. Er wünschte, Die Lederarbeiter beschäftigten sich in einer am Freitag ab- Wilhelm Thiele Beisiger; Eduard Barschin und Hugo John daß sich möglichst jede Baubranche durch einen Delegirten auf dem Dieser Ansicht trat auch Bimmerer gehaltenen öffentlichen Versammlung mit dem Ausstand der Färber Revisoren. Von den Revisoren soll einer nach Jahresfrist, der zweite Stongres vertreten laffe. von der Karplus'scheu Fabrit. Der Unternehmer hat den mit ihm dagegen erst nach zwei Jahren ansscheiden. Eine lebhafte Debatte Fleischer bei, während andere Redner den Wunsch aussprachen, unterhandelnden Arbeitern den Vorschlag gemacht, zunächst vier entstand über die im kommenden Frühjahr zu treffenden Maßnahmen. die Delegirtenwahlen in einer von der Kommission einberufenen Wochen unter den bisherigen Bedingungen und dann in Lohn zu Sämmtliche Redner hoben hervor, daß es vor allem nothwendig fei, allgemeinen Bauarbeiter Versammlung vorzunehmen. Ein Beschluß wurde weiter nicht einer Wiederaufnahme der Arbeit nichts im Wege stehe, sie billigte den starte festgegliederte Organisation lönne einen Erfolg in diefer Banbranche felbft fiberlassen bleiben, wie sie sich zu dem Kongreß am Ausstand Betheiligten eine wöchentliche Unterstügung von 12 M. Hinsicht garantiren. Folgende Resolution gelangte zur Annnahme: stellt. Der hierauf vom Vertrauensntann Flemming gegebene und den Verheiratheten für jedes Kind 1 M. extra zu. Dann" Die Versammlung erfennt es als zwedmaßig an, daß in Kassenbericht ergab folgenbe 8ahlen: Mit einem Bestande von zu. twurde mitgetheilt, daß den Zurichtern der Firma Schwarzmann ein Bukunft nur die organisirten Kollegen darüber Beschluß faffen, 208,72 m. beliefen sich die Einnahmen auf 429,47 M., die Ausgaben Lohnabzug von 50 Pf. per Fell in Aussicht gestellt worden ist. Die ob in eine Lohnbewegung eingetreten werden soll. Dies auf 410,60 m., verbleiben somit 18,87 m. als Bestand. Die Neuwahl des Bersammlung erachtete den Abzug für ungerechtfertigt und beschloß, bezügliche Vorbereitungen feien indessen jetzt schon am Blaze, da Vertrauensmannes nebst Ausschusses zeitigte folgendes Resultat: Kaiser fat te beswegen zur Arbeitsnieberlegung kommt, die Ausständigen in bevorstehenden Frühjahr ein Lohntampf nicht ausgeschlossen fel." Bertrauensmann: Thichler Bleed. Staffer Friedrichſtr. 31, Ausschußzu unterstügen. zen. Das Geschenk für durchreifende Kollegen wurde Weiter wurde das nivole Verhalten des Buchdruckersiveſizers entgegen dem Beschluß einer Vertrauensmänner Versammlung vom Berliner Lofal- Anzeiger scharf verurtheilt und den Ansarbeiter eimann. Metallarbeiter Spörer( Gewerbegerichts- auf 1 M. festgesetzt. wesenden empfohlen, mit aller Energie gegen das vorbenannte Blatt beisiger) ersucht die Delegirten, in ihren Gewerkschaften Propaganda Stellung zu nehmen, und nur diejenige Presse zu unterstützen, die zu machen, daß sich die Arbeitslosen, seien es gelernte oder ungelernte in Wirklichkeit die Interessen der Arbeiter zu fördern bemüht ist. Arbeiter, in dem städtischen Arbeitsnachweis einschreiben lassen, um mit dem Mahnruf an die Anwesenden, allezeit zur Organisation zu so die Zahl der Arbeitslosen festzustellen. Eine Anregung von halten, wurde die gut besuchte Bersammlung geschlossen. Opiz, gegen die in Charlottenburg herrschende Wohnungsnoth der Klempner arbeiten. Die Versammlung erklärte, daß unter diesen Umständen die fernstehenden Kollegen der Organisation zuzuführen; nur eine gefaßt, sondern es foll jeder Gewerkschaft in der Der Verein der Zimmerer tagte am 22. Januar. Bei Be prechung des Ausstandes der Krefelder Weber zeigte sich ein reges Interesse der Mitglieder und wurden zu den bereits abgeführten 200 m. weitere 100 m. bewilligt. Die Broschüre über das KoaIttionsrecht von May Schippel soll den Mitgliedern unentgeltlich zu Mittwoch bei Cohn, Beuthstr. 20. Reichstags- Abgeordnete am Stellung zu nehmen, wurde, da die Zeit vorgerückt, gur Berathung für 4 6 Es die Handels4. Quartal 1898. Danach betrugen die Einnahmen 2484,49., die prach über die Arbeiterschuß- Gesetzgebung unter besonderer Berlich hilfsarbeiter( lokal) und die Porzellanarbeiter. UnOZIM- 9180 Spandau. Hierb tagte am 1. Februar eine sehr stark besuchte Ausgaben 2427,56 M., der Bestand bom 3. Quartal 7966,72 m., fichtigung des Bauhandwerterschutzes. Der Redner unterzog die mithin bleibt ein Bestand von 8028,65 M. Das berstorbene Mit äußerst mangelhafte Durchführung der zur Zeit schon bestehenden Versammlung, in der Profeffor Albert Gehrte in einem glied August Kielblock ehrte die Versammlung in der üblichen Weise. sehr treffenden Stritit und erörterte an der Hand eines reichhaltigen thums in alten und neuten Tagen" sprach. allerdings unzulänglichen Bauarbeiterschuh Berordnungen einer intereffanten Vortrag über das Thema: Die Betenuer des ChriftenIn thums in alten und neuen Tagen" Die in der Pelz- und Mühenbrauche beschäftigten Arbeiter Materials die Nothwendigkeit eines Bauhandwerkerschutz- Gejeges für empfahl Abolf Hoffmann den Austritt aus der Landeskirche und den und Arbeiterinnen tagten am 29. Januer im Englischen Garten, das ganze Reich. Dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine Anschluß an die freireligiöse Gemeinde. Nach Schluß der VerAlexanderstr. 27c. Bunächst wurde die Abrechnung für das Geschäfts- furze Diskussion im Sinne des Referats und in der auf die verschiedenen sammlung wurden 100 Austrittserklärungen abgegeben. Anfragen jahr 1898 verlesen. Danach betrugen die Einnahmen einschließlich Misstände, hingewiesen wurde, unter denen besonders die Bau- über Austrittserklärungen können an Rieger, Spandau, Bismarcſtr. 11, eines Uebertrages vom Vorjahre insgesammt 966,49 M., die Aus- flempner zu leiden haben. Die Klempner einer größeren Anzahl werden..bil gaben 294,70 W. Der Verlauf von Sammelbons betrug 4464 Stüd Firmen waren zu dieser Versammlung speziell eingeladen, an die gerichtet werden. big big a nov omden is Weißenfee. Eine antisemitische Versammlung von- genau a 10 Bf. Beters berichtet über die Thätigkeit der Agitations- der Borfigende die Aufforderung richtete, für beffere Organisations tommiffion. Es fanden im vergangenen Jahre 7 öffentliche Ver- verhältnisse in den betreffenden Wertstellen Sorge zu tragen und die gezählt- 15 Antisemiten und etwa 100 Sozialdemokraten besucht, fammlungen sowie 10 Werkstattfizungen statt, an welchen sich zirka Wahl von thätigen Vertrauensmännern vorzunehmen. Außerdem hatte am vorigen Mittwoch den etwas zweifelhaften Gemuß, einen 150 Personen betheiligten, 50 dam Berbande beitraten. Wittig, wurde ersucht, das Material über die vorhandenen Mißstände zu Vortrag des Herrn Geisler über: Antisemitismus und SozialMit einem ganz überflüssigen Aufwand von, Delegirter der Gewerkschaftskommission, erklärt, einen Bericht nicht sammeln und den zuständigen Personen zu unterbreiten. Nachdem demokratie zu hören. ausführlich bringen au tönnen, da ein solcher seitens der Kommission noch die Vorgänge in der Offizin des Lotal- Anzeiger" genügend Zungenkraft donnerte der Redner zunächst gegen die Art der Benoch nicht vorliege. Redner bezeichnete die letzten Vorgänge im gewürdigt und auf die am Sonntag stattfindende Generalversamme fanntmachung dieser Bersammlung im lokalen Theil des Vorwärts" Refolutionem als und ich die But, welche dieſer herr im„ Mauſcheln" otal Anzeiger" als rigorose und bringt eine bezügliche lung des Metallarbeiter- Verbandes hingewiesen worden war, erfolgte und stellte sich den Zuhörern nicht als Antisemit, wohl aber als Antijude vor. Virtuosität, Resolution ein, welche einstimmig angenommen wurde. Wittig der Schluß der Versammlung. wird hierauf wiederum zum Delegirten für die Gewerkschaftskommiffion In dem Versammlungsbericht der Vertrauensmänner- Ber- entwidelte, ließen bei jedem Unbefangenen ernsthafte Zweifel ant seiner Reinheit berg Abstammung auftauchen. Mit gewählt. Als Berichterstatter zum internationalen Sekretariat, sammlung des Holzarbeiter- Verbandes vom 22. Januar heißt es: welches feinen Siz in Wien hat, berichtet wittig, daß diese Ein- Eine Gruppe von Stollegen hat sich gemäßigt gefühlt, einen Verein Kraftausdrücken wie Judenvolt, Judenfragen u. f. w. ſpielte richtung fehr schlecht funktionire, da äußerst wenig Berichte ein zu gründen, ein Beschluß, unorganisirte Kollegen zu unterſtügen, dieser Herr, wie ein guter Jongleur mit seinem Stunstwerkzeuge. laufen. Wittig wird zum Verichterstatter wiedergewählt und in hat es ihnen angethan. Dazu haben wir zu bemerken, daß am Am schlimmsten jedoch erging es, wie üblich, den„ verjuberen bie Agitationskommission Bier, Heitmann, Moldenhauer, 21. September 1898 der Beschluß gefaßt wurde. Die Ortsverwaltung albernen Behauptungen über Anhänger der Sozialdemokratie wurden Führern" der Sozialdemokratie. Die vielfach provozirenden und, Kerrinnes, E. Schulz, Bednarzit und H. Gobin ist berechtigt, mur dann die Zustimmung zu einem Streit zu geben, belegirt. W on a schog von der Versammlung mit Entrüstung aufgenommen, als jedoch nach OSI wenn alle Kollegen der Werkstatt organisirt find aber die nicht organisirten von vornherein auf jede Unterstigung berzichten. Dieser der Diskussion in seinem Schlußwort dieser Herr Geisler Lassalle als bezeichneten Mamt er ein Mamt erhoben sie sich und Bericht und nicht wie oben angegeben, hat es uns angethan, wie literarischen Dieb bezeichnete, hatte die Geduld der Ver ſammlung ihr Endet. Wie erhoben überhaupt das ganze Verbandssystem. verließen mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie den Saal. Hatte der Herr G. schon in der Diskussion äußerst schlecht abgeschnitten, so mußte ihm dann bei der trostlosen Dede des Raumes das Vergeb liche seines Beginnens erst recht zum Bewußtsein kommen. Zentralverband der Töpfer. Die Mitgliedschaft Berlin hielt am 31. Januar eine Generalversammlung ab, in der zunächst der Kassirer Guth den Kassenbericht pro IV. Quartal 1898 zur VerLesung brachte. Einschließlich eines Bestandes vom III. Quartal in Die Charlottenburger Gewerkschafts- Kommission hielt am Höhe von 477,63 m. betrugen die Gesammt- Einnahmen 1557,98 M., 30. Januar im Lokal von Leder, Bismarckstr. 74, eine Sigung ab, benen eine Ausgabe von 962,78 m. gegenübersteht mithin verblieb in der beschlossen wurde, für die Krefelder Weber auf die eigens zu ein Kassenbestand von 595,20 M. Mitglieder waren am Schlusse des diesem Zwecke angefertigten Listen eifrig zu sammeln. Ueber den IV. Quartals 500 vorhanden. Die Revisoren bestätigten die Richtigkeit Streit der Buchdruder im Lokal Anzeiger" gab Schriftfeßer im" Bokal- Anzeiger" der Abrechnung, worauf dem Kaffirer Entlastung ertheilt Thiele Frante ein anschauliches Bild der Entstehungsweise des Ausstandes gab dann bekannt, daß von dem letzten Herbstvergnügen ein Ueberschuß und kritisirte das Verhalten des Herrn Scherl seinen Arbeitern von 2,85 m. vorhanden sei, jedoch hätten einige Kollegen noch nicht gegenüber. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Redner, die endgiltig abgerechnet. Eine möglichst baldige Erledigung dieser Ane ebenfalls das Vorgehen des Herrn Scherl gebührend geißelten. Im raf Berliner Arbeiter Verein. Montag, den 6. Februar fpricht Herr gelegenheit jei wünschenswerth. Nach einem furzen Bericht des Sinne des Referats wurde beschlossen, alliberall dahin zu wirken, Borfizenden wurde zur Neuwahl des Gesammtvorstandes Die Wahl ergab: Starl Günther erſter, Franz Bale ritten, daß der" Lokal. Anzeiger" nicht weiter abonnirt wird. Ueber den zweiter am 22. und 23. März in Berlin tagenden Bauarbeiter- Kongreß lomati Konkursmassen- Ausverkauf in Schuhwaaren. lolos matlabinim aslo Die Restbestände der Lüthen'schen Konkursmaffe Thurmstr. 13 bestehend aus besseren Herren-, Damen- und Kinderstiefeln sollen wegen Räumung des Ladens bis 15. März verkauft werden. 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Wannen, rund neublau und marmorirt 50 cm 40 Grösse ca. 35 45 135 170 185 230 Pf. Schaffnerkannen marmorirt Inhalt ca. 2 3/4 1 1½ Liter 36 42 50 68 Pf. Waschschüsseln mit Napf weiss " Grösse ca. 31 cm 42 Pf. mit Napf marmorirt Grösse ca. 31 cm 45 Pf. Steingut. ca./ Pfund Inhalt... Glas mit vernickeltem Deckel ca. 1 Pfund Inhalt... 75, Glas mit vernickeltem Deckel 90, und Messer. Brotkörbe rund vernickelt Grösse ca. 22 cm 35 Wirtschaftswagen Conserven. Stangenspargel feinste Qualität, 1 Pfd.- Dose 60 u. 70 Pf., 2 Pfd.- Dose 100 u. 125 Pf. Gemüse- Erbsen, Siebung I Siebung II 20 Pf. 35 Pf. 1 Pfd.- Dose 25 Pf. 2 Pfd.- Dose 45 Pf. Ein Gelegenheitsposten: feinste junge Schoten in 12 Pfd.- Dosen à 30 Pf. Kohlrabi mit Blättern, 9 Pfefferlinge( kl. Pilze),. • • 2 Pfd.- Dose 26 Pf. 5 Pfd.- Dose 65 u. 70 Pf. 2 pfd. Dose 48 pf. 4 Pfd.- Dose 94 Pf. Früchte im eigenen Saft: Apricosen, Kirschen, Mirabellen Stachelbeeren à Glas 58 Pf. • à Glas 55 Pf. Neu aufgenommen: Fleischwaren: Thüringer, Braunschweiger, Westphäl. Dauer- Cervelat Wurst per Pfund 120 Pf. in ganzen und halben Würsten. Wirtschaftsartikel. Schmortöpfe mit Ring, Eisen, Kronenmarke Inhalt ca. 210 4 4 5/10 6 610 Ltr. 85 95 100 125 135 145 Pf. Bratpfannen, Eisen, Kronmarke Länge ca. 41 43 47 cm. 135 150 200 Pf. Lampen. " 7 Küchenlampen 5" Muschel.. 25Pf 5" mit Messingblend. 35, 33 8" 45" 115 und 130, 99 ララ mit Doppelfeder 10 Kilo 225 Pf., 15 Kilo 310 ,, Reibmaschinen • Caffeemühlen, neublau mit vernickelt. Deckel Ia Qual. Grösse 1 2 3 4 120 140 160 170 Pf. Bürstenbleche mit 6 Bürsten aus rein. Borste 190 Kleiderbügel polirt roh . Putz- und Wichskasten Dtzd. 70 40 13 " 23 und 45 " 34 " p. Stück 5, 9 und 12, " Rapidkocher mit Messingbassin. Handwaschbürsten Porzellan. 19 10" mit vernick. Schirm. 78, Corridor- Wandlampen . • . 45" 11 Tischlampen mit Glasfüsse u. Rundbrenner 90, Tischlampen mit Metallfuss 10". 93 " Schlafzimmerampel, farbig 14" . 135, . 195, • 145, Cylinder für Flach- u. Rundbrenner 3 Stück 10, Glühstrümpfe la Qualität 28, • Glas. Teller geripple, weiss tief und flach. ...... 7 Pf. Speiseteller, tief und flach 11 Pf. Wassergläser, gepresst 4 Pt. Brotteller weiss. Mesten für Salz und Mehl, blau und weiss Tassen blau, gross.. Tonnen, blau. Zwiebelm. Milchtöpfe, blau • Tassen, mit Bildern Melonenformen blau. • .98 Pf. • 75 Pf. •• 39 Pf. 28 Pf. 1. 125 Pf. 160 Pf. 38 Pf. Blumentöpfe • 3 Pf. ... 30 Pf. 11 Pf. .27 Pf. 12 Pf. 16 Pf. $ 38 Pf. 23 Pf. Bratenschüsseln, rund, weiss.. 10 Pf. bunt 12 Pf. Salztöpfe, gebauchte, blau, 6 Stück Näpfe, gerippte, weiss, 6 Stück Waschbecken Waschgarnituren, 5 teilig Wandteller, mit Delfter Bilder Tassen, fein bemalt Muscheln, zum Aufhängen, blau Satztöpfe, Zwiebelmuster, 6 Stück Schalen, mit Ansichten Kuchenteller, mit Amoretten Tassen- Mocca, fein fein bemalt Tassen, gross, fein bemalt Leuchter, bemalt Kaffeeservice, 8 tl., bemalt •. • • Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Kaffeeservice Zwiebelmuster, 5 tl., für 2 Personen Kindertasse und Teller, bunt.. Dessertteller, bemalt 85 Pf. Weingäser, gepresst 9 Pf. 38 Pf. Butterdosen, gepresst 24 Pf. . . 15 Pf. 13 Pf. 18 Pf. 22 Pf. 15 Pf. 125 Pf. .18 Pf. 60 Pf. 20 Pf. 30 Pf. 18 Pf. u. 30 Pf. bemalt.... 190 Pf. 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