e I e 9. 8. Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Brag, I., Nefazanto 1& Selephone. Sagesredaftion: 26795, 31469. Rachtrebattion: 26792 Boftichedamt: 57544 Jajerate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Vreisnachlaß. 10. Jahrgang. Sozialdemokrat Der Mieterschuß. Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Prag, 12. November. Hente gingen den ganzen Tag über die Verhandlungen innerhalb Donnerstag, 13. November 1930. Eröffnung der indischen Konferenz. London, 12. November.( Reuter.) Die würde. Als glückliches Vorzeichen bezeichnete der der Regierung über die Frage des Mieter- Konferenz am Runden Tisch wurde heute mit Stönig die Anwesenheit der Vertreter der Bruder ich uses fast ohne Unterbrechung weiter. Am großartigem Gepränge in Anwesenheit mehrerer staaten des Imperiums und erklärte, daß er die Vormittag konnte sich der Ministerrat nur mit in glänzende Gewänder gekleideten indischen Verhandlungen nicht ohne Bangen, aber mit administrativen Angelegenheiten befassen. Fürsten eröffnet. Die Konferenz ist auf Grund dem größten Zutrauen verfolgen werde. Am späten Nachmittag trat erneut die des Reformgefeßes vom Jahre 1919 einberufen, Wohnungstommission zusammen, um die Mieter- melches bestimmt, daß stets nach einer gewissen Hierauf ergriff Premierminister Macdonald Bezugs Bedingungen: S Bei Zustellung ins Haus oder bel Bezug durch die Post: monatlich.. Ke 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig 48.98. 192.Rüdftellung von Manu ( tripten erfolgt nur bei Ein fendung der Retourmarten Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich[ rlih. Nr. 266. Vom ,, Himalaja". Es ist immer mißlich, wenn eine ar: gewordene Stokotte, die nicht mehr begehrt wird, sich zur moralischen Sittenpredigerin wandelt. Eine Tugend, die vor Anfechtungen gefeit ist und die man an sich erst entdeckt, da es feine Gelegenheit mehr gibt, sie preiszuschußfrage zu einem Abschluß zu bringen; bis Zeit der Fortschritt und die Entwicklung des ver- das Wort und sagte: Wir sind jetzt an einer geben, ist von höchst fragwürdigem Wert. In spät abends war dies noch nicht gelungen. faffungsmäßigen Lebens in Indien geprüft wer- mirklichen Geburtsstätte neuer Geschichte. Die dieser mehr komischen als tragischen Lage beDie von tschechisch- bürgerlicher Seite gestell- den sollen, Ziel der Konferenz ist, das größtmög von britischen Herrschern und Staatsmännern finden sich die deutschen Christlichsozialen, die ten Forderungen komplizieren die Situation liche Uebereinkommen über die Art und Weise von Zeit zu Zeit abgegebenen Erklärungen, daß nach einem sündenbeladenen Leben in der immer wieder aufs nene, so daß eine leber zu erreichen, durch welche Indien in der Zukunft Großbritanniens Werf in Indien die Vor- Bürgerkoalition sich nun, da ihnen nichts brüdung dieser Differenzen sich als äußerst in den Rahmen des britischen Reiches einge- bereitung für die Selbstregierung anderes übrig bleibt, auf die Rolle von Sitschwierig und langwierig herausstellt. Unter gliedert werden wird. Der Konferenz gehören fei, waren immer klar. Wir treten zusammen, ten- und Splitterrichtern umgestellt haben, dieſen Umständen onnten auch die Steuervor 90 Mitglieder an, und zwar 17 Bertreter Groß- um in einem gemeinsamen Abkommen die Tat lagen noch nicht, wie beabsichtigt, vom heutigen britanniens, 16 Vertreter der indischen einfache zu verzeichnen, Ministerrat verabschiedet werden. heimischen Staaten und 57 Vertreter BritischIndiens. Die Partei des allnationalen indischen Wieder deutsche Zonfilme in Prag. Stongresses ist nicht vertreten, denn sie boykottiert die Konferenz. Prag, 12. November. Vom kommenden Freitag an erscheinen auf den Programmen der In seiner Eröffnungsrede betonte Brager Stinos zum erstenmal nach den Krawalder König, len wieder deutsche Sprechfilme. Es ist dies wohl ausschließlich auf das wirtschaftliche Interesse es hätten sich niemals früher britische und indider Kinobejizer zurückzuführen, die bei dem Feh- dische Staatsmänner und Fürsten der indischen len einer tschechischen Tonfilmindustrie Sprech Staaten an einer Stelle bei einem Tische zusam filme in einer den meisten Pragern verständ- menge unden, um über die Verfaffung für Inlichen Sprache eben der deutschen auf dien zu beraten und ein Abkommen zu finden, die Dauer einfach nicht entbehren fönnen. Was das eine Richtlinie für das Parlament bilden seit den Krawallen in Prager Stinos als Ersatz für den allgemein verständlichen, das heißt deutschen Tonfilm geboten wurde, hat mit daß Indien den entscheidenden Zeitpunkt in seiner verfassungsmäßigen Entwicklung erreicht hat. eine Rolle, die bisher noch niemand ernst genommen hat. Verdrossen, übelgelaunt stehen die gekränkten Leberwürste in einem Winkel, wohin man sie und nicht gerade in sanfter Vor uns steht eine unermeßliche Aufgabe. Biele Weise geworfen hat, und begleiten die Dinge erfüllen uns mit Vertrauen in den end- Tätigkeit der gegenwärtigen Regierungsmehrlichen Erfolg der Konferenz, die schon an und beit mit hämischen Glossen, wobei immer für sich eine vielversprechende Aufmunterung ist. wieder durchklingt: Ja, wenn wir mit dabei Macdonald forderte sodann die Konferenz- wären, da ginge alles viel besser, aber so. teilnehmer auf, die in der Vergangenheit Die Vergangenheit ist noch in viel zu frischer brauchten scharfen Worte zu vergessen und die Erinnerung, als daß man nicht die Ursache Konferenz der besten politischen Geister zweier dieser Raunzereien und Nörgeleien fennen Völker würdig zu gestalten, wodurch die Achtung würde. Man weiß, es geht nur darum, dak sie außerhalb, die deutschen Sozialdemovor ihnen in der Welt noch wachsen wird. fraten und die sozialistischen Parteien überhaupt in der Regierung sind. Mit Wonne wären sie bereit, ihre tugendhaften Grund-sätze, mit denen sie gegenwärtig paradieren, zu opfern, wenn sie am Regierungstische weniges, the student storich teu en forineDas Ernährungsministerium im Dienst der Konsumentenintereen Grposee des Ministers Genossen Bechyně. rühmlichen Ausnahmen anscheinend feine befriedigenden Kassenrapporte gebracht. Daher greifen die Kinobesiver wieder zum deutschen Tonfilm, entschuldigen sich aber der Prag, 12. November. Jm Budgetausschuß arbeit zwischen Produktion und Stonjum zu verplaßnehmen dürften. Da niemand sie erhören Deffentlichkeit gegenüber in einer längeren, ficht entwidelte Ernährungsminister Genosse Bechyne tiefen. Diese Körperschaften sollen ständige Bera will, machen sie also Opposition und für lich auf die Mentalität der Leser der Stříbrný ein reichhaltiges Arbeitsprogramm seines Res- tungsorgane der Landesämter in Konsumfragen Opposition halten sie, grundsätzlich alles Beim Ernährungsministerium soll eine schlecht zu finden, was die anderen tun. Breffe zugeschnittenen Erklärung, in die über- forts, das in erster Linie auf die Interessen der sein. Zentrale der Landeskonsumbeiräte geschaffen Schließlich wäre auch das eine Art der poliflüssigerweise sogar die Curtius- Rede binein se onsumententreise zugeschnitten ist. verivickelt wird. Der Verband der Kinobesizer werden. Ferner soll tischen Betätigung, wenn die jüngste VerganEr kündigte u. a. die Absicht an, die Wirtgibt darin die Notwendigkeit einer Zusammenschaftspolitik mehr nach der Seite des Kon- ein Wirtschaftsbeirat der Konsumgenossenschaften genheit der Christlichsozialen nicht eine mit arbeit mit Deutschland auf dem Gebiete der sums zu orientieren. Bisher fehlten aber mit dem Size in Prag errichtet werden, der die Recht so übelbeleumundete wäre. Die primiFilmproduktion zu, um die Erzeugung tschechi- statistische Daten über den Konsum und dessen Ver- wirtschaftlichen Interessen der organisierten Kontivste Vorsicht müßte den Christlichsozialen scher Sprechfilme bis zu jenem Zeitpuntte zu änderungen, ferner eine entsprechende Stompetens sumenten wahren soll. Der Beirat soll aus 50 erntöglichen, in der mit ausgiebiger Unter- des Ministeriums zu präventiven und regressiven Mitgliedern bestehen, die von den Zentralen der zur Befolgung des alten Sprichwortes raten, ftübung der Regierung eine selbständige tsche Eingriffen, und endlich entbehrt das Ministerium Konsumgenossenschaften bestimmt und vom Mini- mit Butter auf dem Kopfe nicht an die Sonne zu gehen. chische Sprechfilmproduktion möglich sein werde. auch jedes Unterbaues in autonomen Konsumen- ster bestätigt werden. Man könnte fast Mitleid mit den armInzwischen sehe sich der Verband gezwungen", teninstitutionen, auf die es sich als beratende Kör- Ein weiterer Geseßentwurf betrifft den Bezu infolge des Filmmangels ausländische Filme, perschaften stützen könnte. Bechyně legt die Notseligen christlichsozialen Oppositionsstümpern also auch deutsch e, vorzuführen. Für dieſe wendigkeit einer Produktionsstatistik dar, denen dadurch eine zweckmäßigere Organisation des haben, wenn man sieht, wie sie sich zerquäFilme wird eine besondere Zensurkommission die uns auch über den Inlandskonsum informie Berpflegedienstes ermöglicht werden soll. Zu den len, um irgend etwas zu finden, mit dem sie eingesetzt; außerdem soll die Zahl der deutschen ren könnte. Das Statistische Amt ist bemüht, in Baukosten gewährt der Staat entsprechende zu ihren politischen Haufierhandel etivas Filme beschränkt werden, damit die Programme dieser Hinsicht reicheres Material zu beschaffen; so schüsse, Kreditgarantien usw. Das vorbereitete Schwung bringen könnten und wie sie darauf dieser Films in den Prager Tontinos nicht dieser Films in den Prager Tonkinos nicht werden die Untersuchungen über das Lebensniveau milchgeset soll die Garantie schaffen, daß nur lauern, irgend einem ,, Verrat" der deutschen Unangent essen" wachsen. der Arbeiter- und Beamtenfamilien immer mehr Qualitätsmilch in den Handel gelangt. Dieser Ent Sozialdemokraten auf die Spur zu kommen, erweitert. Das Ministerium gedenkt. zu diesem wurf beseitigt alles, was bisher der Erzeugung, der ihre eigene zermantschte Reputation ein Zwecke eine Studienabteilung einzurichten. dem Verkauf und dem Konjum der Milch zum penig auffrischen würde. Und bei allem müsIm Minifterium wurde bereits der Entwurf Nachteil gereichte, ohne in irgend einen Wirtschaftssen sie sich noch immer an ihre Teilnahme an eines Preiskontrollgefeßes ausgearbeitet, das zweig störend einzugreifen. es instand sehen soll, dafür zu sorgen, daß die Breisentwicklung den dringenden Bedürfnissen der gesamten Volkswirtschaft mehr angepakt werde. Dringend notwendig erscheint eine Aenderung der Wuchervorschriften, Hakenkreuzler terrorisieren die Berliner Universität. Berlin, 12. November.( Eigenbericht.) Schon in den letzten Tagen war es an der Berliner Universität zu Angriffen auf Vertreter der republikanischen Studenten gekommen. Heute verbreitete die sozialistische Studentenschaft an der Universität ein Flugblatt, in dem sie darauf hinwies, daß die Nationalsozialisten in der Zeit da die Regierungsverordnung vom bersität fort. ren. von Markthallen seitens größerer Gemeinden, fängen. in In letter Zeit hat das Ministerium ferner den Verbrechen des Bürgerblods erinnern laffen! Sie gäben was drum, wenn sie das Preissenkungsaktionen eingeleitet, zunächst bei Brot, Weißgebäd und traurige Rapitel, genannt: Anteilnahme der Selchwaren. Das erwies sich als notwendig, weil deutschen Christlichsozialen an der Staatseine Erstarrung der Kleinhandelspreise eingetreten macht, aus dem Gedächtnis der Menschen Jahre 1920 ist. Das Ministerium will durch diese Aktion die ausmerzen könnten. So hat es sie auch der schwersten Wirtschaftskrise keine anderen nur zum Einschreiten gegen einzelne Unternehmer, Stauftraft der Bevölkerung auf dem Inlandsmarkte schmerzlich betroffen, daß Dr. Czech auf unse Sorgen haben, als durch ihre Allgemeine nicht aber gegen die preistreiberischen Kartelle, erhöhen und so durch erhöhten Absatz auf die Pro- rem Teplißer Parteitag gejagt hat, daß es duktion und die Beschäftigung belebend einwirken. bisher wohl noch nicht gelungen ist, durch die Studentenschaft einen Ball zu veranongerne usw. berechtigt. Nach dem Entwurf soll das Ministerium Bei Brot wurde eine Senkung auf 1.60 bis 1.70 Teilnahme der Partei an der Regierung stalten, zu dem Eintrittspreise von drei bis oder ihren pro Kilo acht Mart gefordert werden. Die Nationalsozia- berechtigt sein, von Unternehmungen listen versuchten nun, den sozialistischen Studen- Bereinigungen Berichte über Erzeugung, Absas be til durchgeführt. Die Breissenkungsaktion Durchgreifendes durchzusetzen, dennoch sei das ten die Flugblätter zu entreißen. Dabei wurde und Preise einzuholen und eventuell die Vorlage bei Fleisch und Selchwaren stedt noch in den An Erreichte im Vergleiche zu demt, was unter der Ministerschaft Mayr- Hartings erreicht Bechyně schloß sein inhaltsreiches Exposee mit ein Sozialiſt blutig geschlagen. Polizei griff ein von Kalkulationsgrundlagen zu fordern, ferner im und verhaftete drei Nationalsozialisten. Die Falle absoluter Notwendigkeit durch seine Organe der Feststellung, daß das Preisproblem heute das wurde, ein Himalaja. Nun liegt dieser Wirt nicht hinwegstreitbare Himalaja Tag und Prügeleien jetzten sich dann im Garten der Uni- eine Untersuchung an Ort und Stelle durchzufüh: 3entral problem unseres gesamten Falls die Unternehmer nicht freiwillig auf schaftslebens sei. Mit ihm müßten sich alle Fat Nacht wie ein Alpdruck auf den Gemütern der Beisung des Ministeriums von einer HandlungsDer Rektor suchte die Studenten zu beru- weise Abstand nehmen, die die Preise in einer toren des Wirtschaftslebens, aber auch die Gesamt Chriftlichsozialen und sie bemühen sich, im Schweiße ihres Angesichtes, durch Verun higen, die Hakenkreuzler jegien aber trotzdem die wirtschaftlichen Interessen der Gesamtheit Gesamtheit regierung, entsprechend befassen. glimpfung des von den sozialistischen Parteien ihre Demonstrationen fort. Eine jüdisch aus schädigenden Weise beeinflußt, kann das Ministerium sehende Studentin wurde in der Universität zu ein Verbot dieses Handelns erlassen. Geleisteten den Himalaja abzutragen, oder ihn doch wenigstens weniger hoch erscheinen zu Boden geworfen, mißhandelt und mit Füßen Der Minister bezeichnete die Annahme dieses Gegetreten, ohne daß die Universitätsbehörden ein- jepes als eine unumgängliche Grundlage für den Berlin, 12. November.( Eigenbericht.) Die lassen. Höher zu bewerten als das Gefläff des gegriffen hätten. Später wurde ein sozialistischer Ausbau der Kompetenz seines Ministeriums, das Student von einem Hakenkreuzler durch Schläge nur mit einem Totschläger verletzt. Polizei räumte nur so seine Pflichten voll erfüllen könne. Nach Reichsregierung hat heute beschlossen, einen Son- Hündchens, das die ziehende Karawane anaftion mit größtem Nachdrud durchführen soll. Es geht den Christlichsozialen zu lang. schließlich den Vorhof der Universität mit dem einem zweiten Gesetzentwurf soll das Ministerium derausschuß zu bilden, der eine Preissenkungs fällt, ist ein solches Beginnen nicht. Der Kommission gehören außer mehreren Reichs jam. Als Herr Mayr- Harting auf dem MiniSummitnüppel und nahm sieben Studenten in Haft. führen; der Entwurf regelt zugleich die allgemeine ministern auch Reichsbankpräsident Dr. uther sterfauteuil saß, sprach er das unvergeßliche der Handelsminister SchreiRompeien; des Ministeriums und paßt sie den beher an. Es soll zunächst darauf hingearbeitet ort, ih mt genuge, daß in der Regierung werden, daß die bisherige Preissenfung für Roble, Brot und Kartoffeln sich in den Haushaltungsfosten auswirke; dazu will man auch durch Tarif. senkungen der Reichsbahn und sonstige Maßtahmen beitragen. Spanische Wahlen im Frühjahr. Paris, 12. November. Einer Information desatin" zufolge finden die Wahlen in das spanische Abgeordnetenhaus am 1. März 1931, jente in den Senat am 15. März 1931 statt. tünftig den Titel ,, Ministerium für Verbrauchswirtschaft“ stehenden Bedürfnissen an. Durch einen Ministerratsbeschluß. der Entwurf vorliegt, foll ferner für jedes Land int ein Beirat für Konsumfragen geschaffen werden mit der Aufgabe, die Zusammen Preisfentungsaktion der Reichsregierung. wei deutsche Minister seien, seitdem er hinausgelehnt wurde, will ihm das nicht mehr genügen und auch nicht seiner Partei, Damals konnten die Fristen zur Durchsetzung irgend etwas Greifbaren nicht weit genug geftect Seite 2. Donnerstag, 13. November 1980 Christlichsoziale für Mieterschutzabbau. Nr. 266 ret die Ve da un gre 36 25 fen Th me for 20 der de Si M ge In der von uns bereits gestern erwähnten Rebe zum Kapitel Kunst und Bildung, fagie bo Genosse Rückl u. a.: ste Wenn die ökonomischen Kräfte der D Gesellschaft ins Stocken geraten sind, so werden re wollen freigemacht werden. A werden, jetzt möchten sie, natürlich durch die dann wird auch zu allem, was ihnen jetzt allzu sei über die Politik der deutschen Sozialdemo- brüchen betroffen worden; diesem Bezirke mut anderen, alles auf einmal erfüllt sehen. Wäh- langsam geht, ausgiebig viel Zeit sein! fraten ,, aufgebracht". Das einmütige Votum seiner großen Arbeitslosigkeit rasche Hilfe zu wi rend ihrer Regierungstätigkeit baten sie Neuestens hofften sie, daß die Frage des unseres Parteitages spricht wohl eine ganz bringen ist unbedingt notwendig. vier Jahre lang um Geduld, der Augen- Mieterschußes eine Stlippe sei, an der die andere Sprache, aber was scheren einen K 35,000.000 zur Verfügung: viel zu wenig, um Zur Durchführung von Wasserbauten stehen blick sei nicht mehr ferne, da... Doch immer weitere Regierungsbeteiligung der deutschen Lügenpfaffen Tatsachen! Da ist wieder einmal die dringendsten Bauten in Angriff zu nehmen. war es nichts und weniger als nichts. In den Sozialdemokraten scheitern werde. Sie, die der Wunsch der Vater des Gedankens und die Auch hier wird nur eine vom Staate und Lande christlichsozialen Versammlungen, die offenbar Knechte der Hausbesitzerinteressen, spielten zu über die Politik der Sozialdemokraten auf zu gleicher Zeit einsehende großzügige Inveſti einberufen werden, um die Erschienenen zum diesem Behuse sogar die besorgten Mieter- gebrachten" Arbeitermassen existieren nur in fionspolitik Hilfe, und damit Arbeit für tau Besten zu halten, wurde davon gefaselt, vieles freunde! Geduld, ihr Herren, ihr werdet es ihrer allerdings schon orientalisch zu nennen- sende Arbeitslose bringen können. Wir werden habe sich schon zum Besseren gewendet, doch nicht erleben, daß die Sozialdemokraten die den Phantasie. Wenn die Christlichsozialen alle Bemühungen unterſtüßen, durch Bereitsteldürfe man keine zu weit gespannten Er- Interessen ihrer Wählerkreise opfern werden! meinen, uns mit solchen Mäßchen Abbruch lung öffentlicher Mittel Straßenbauten, Meliora Um sich selber in ihrem unauslöschlichen tun zu können, so beißen sie mit ihren Gift- und durch die Errichtung von Talsperren die Getionen und Flußregulierungen durchzuführen, wartungen hegen, denn was in Jahren verbrochen wurde, könne nicht in Monaten gut- Schmerze hinters Licht zu führen, behaupten zähnen wirklich an einem granitnen fahren von Hochwasserkatastrophen zu mindern. gemacht werden. Es ist noch lange nicht ein sie bei jeder Gelegenheit, die Arbeiterschaft Himalaja! danvit Arbeitsgelegenheit für Jahr her, seit die sozialistischen Parteien in einen Teil des großen Heeres die Regierung eingetreten sind, aber von Arbeitslofen zu schaffen. ihnen verlangen sie das weitestgespannte". Und nicht nur dies, sie sollen auch ganze Gebirge hinwegräumen, denn auch die Christlichsozialen haben Himalajas getürmt und Einheitsfront mit den Hausheren.- Schluß der Budgetdebatte in der türmen helfen, allerdings nur Himalajas Landesvertretung. Reden der Genossen Fischer und Nüdl. des Unrechts. Verwaltungsreform, Abbau Nach neuntägiger Debatte wurde gestern der Christlichsozialen angenommen. Die Demagogie auch wissenschaft, Kunst und Volksbildung wi der Sozialversicherung, Gemeindefinanzgesetz böhmische Landesvoranschlag erledigt. Nach der dieser Volkspartei" hat sich wieder einmal im in einer sehr ungünstigen Weise beeinflußt. Die th sind die Namen einiger dieser Himalajagipfel. Debatte über die letzten sechs Kapitel fand die wahren Lichte gezeigt. So wie sie dies bereits Wirtschaft und das Geistesleben stehen in einer u Weil die Christlichsozialen hoffen, den Abstimmung über eine Anzahl von Zufazanträ- einigemal in der böhmischen Landesvertretung der Krise der Kultur und des Geistes will nicht be Sozialdemokraten damit Verlegenheiten zu gen statt, wobei folgende Anträge unseres Klubs( 3. Bsp. beim Kampf um die Sonntagsruhe der sehr innigen Wechselwirkung. Der Schrei von 3 schaffen, verkleiden sie sich sogar als Anti- angenommen, beziehungsweise der geschäfts- Angestellten) getan hatten, benützten sie auch ge- mehr verstummen. Die Verfallserschei. militaristen und fragen immerzu, was es ordnungsmäßigen Behandlung zugeführt wur- stern die Gelegenheit um den Interessen der ingen einer Kultur, deren Reife und Höhe lic denn mit dem Himalaja des Anti- den: Der Antrag des Genossen Jllner, daß das weitesten Streise der Bevölkerung in den Rüden überschritten ist, mehren sich. Aus der gärenden S militarismus ist. Sie vergießen Trä- Land den Personalaufwand für die Lehrer an den zu fallen. Ihr Radikalismus in sozialen Fragen, Beit, in der wir leben, wachsen neue Broblemte un einjährigen nen bitteren Leides darüber, daß die Sozial- men solle, ein Antrag des Genossen Rüdi auf rung so plöblich an den Tag gelegt wurde, er hervor. Neue Kräfte der Gesellschaftsentwidlung sp demokraten auch bei der bevorstehenden Bud- Berücksichtigung der Prager deutschen Weusit weift sich eben int entscheidenden Moment als Bei der Ueberprüfung der Voranschläge der getabstimmung für den ganzen Staatsvor- akademie bei Erteilung von Subventionen nichts anderes als was ihn jeder Bernünftige Gemeinden und Bezirke, bei Ueberprüfung der vo anschlag, also auch für das Militärbudget und ein entsprechender Antrag zugunsten der längst erkannt hat als frecher Schwindel und Schulvoranschläge werden bei den vorzunch- b stimmen werden, inklusive achtzehnmonatlicher Zeitschrift„ Volksbildungsarbeit", fer- Spekulation auf das turze Gedächtnis der menden Streichungen vor allem die Ausgaben z Dienstzeit und Rüstungsfonds. Da fann man ner ein Antrag desselben Genossen betreffend die Wähler. für Lehr- und Lernmittel, für Bildungszwecke, m nur sagen: ausgerechnet die Chriftlichsozialen, Förderung der Verwendung von Lehrfilmen in Schulen Veranstaltungen der Be- Zum Stap, öffentliche Bauten sprach für Kunst und wissenschaftliche Zwecke, für die de die zuerst das Weiterbestehen der achtzehn- zirksbildungsausschüsse. Dem Landesausschuß und Gen. Fischer, welcher auf die ungenügenden Erfordernisse der Meuſeen, der Chronikenführung, fü monatlichen Dienstzeit sanktionieren halfen ben zuständigen Kommissionen zugewiesen wurde Geldmittel verwies, die angesichts der Größe des für besondere Ausgestaltung des Bildungswesens of und die als die Mitväter des Rüstungsfonds ein Antrag des Genossen Fischer auf Unier wirklich notwendigen Erfordernisses für Stra- einer Gemeinde, bis auf 30 Prozent herabgesetzt m anzusehen find, für den die Sozialdemokraten stützung der durch die jüngste Elementarfata- Benbauten, Brücken, Flußregulierungen, oder überhaupt gestrichen. Die Volksbildungs- u zu stimmen übrigens gar nicht in die Lage strophe im Tannwalder Gebiet Betroffenen Wildbachverbainungen und Talsperren seitens des arbeit darf aber nicht erlahmen, die Schulen u kommen, da die Christlichsozialen ihn doch und ein ähnlicher Antvag des Genossen Jüiner Landes beigestellt werden. An Subventionen für nicht verfallen, die Stätten, wo Stunst gepflegt de gleich auf elf Jahre im Voraus mitbewilligt für die Univettergeschädigten im Gebiete 2 and 3 die Erhaltung der Bezirksstraßen werden 5 Mil- und Wissenschaft gelehrt wird, nicht an Mangel w haben! Niemand empfindet den Fortbestand ron- Grulich. Alle Budgetkapitel wurden Lionen Kronen gegeben; die Länge der Be an Mitteln zugrundegehen. Groß ist die Not der Theater im Lande. bi mit großer Mehrheit angenommen. Die zirksstraßen beträgt aber mehr als 29.000 Stiloder achtzehnmonatlichen Dienstzeit peinlicher Landesvertretung wird erst im Dezember wieder meter. Gründliche Hilfe kann nur durch einen Sie leiden an einer schweren Krise. Die Haupt d als die deutschen Sozialdemokraten, aber wenn vollständigen Umbau vieler Straßen ge- urfache dürfte in der allgemeinen wirtschaft u die Christlichsozialen glauben, damit, daß sic bracht werden, denn die meisten Straßen genügen lichen Depression zu suchen sein. Die finanzielle uns vorwerfen, es wäre uns noch nicht gelunin ihrer jezigen Bauart dem gesteigerten Ver- Not, in die die Gemeinden durch die Krise und gen, die militärische Dienstzeit abzukürzen, fehre nicht. Hier kann nur der Staat, und die durch die Gemeindefinanzgesetze geraten sind, gegen uns frebsen gehen zu fönnen, so irren Aufnahme großer Mittel zu Investitionszweden läßt eine Unterstützung der Theater nur sie mächtig. Sie sind die aller-, allerletzten, helfen. Die Erledigung der Subventionsansuchen einem bescheidenen Maße oder überhaupt nicht durch das Arbeitenministerium und das Landes- zu. Die Ursache der Theaterkrise ist auch in der die jemanden daraus einen Vorwurf machen amt ist zu schleppend und bürokratisch: Ausbreitung der Kinos zu suchen. Die könnten, daß er zu schwach ist, diese Forderungen durchzusehen, denn die Drohung ihres zu halten, wobei er von zahlreichen Zwischenrufen es entscheiden immer 2 amtliche Stellen in ein- Verbreitung der Schallplatte, die Ver der sozialistischen Parteien unterbrochen wurde. und derselben Angelegenheit, die Weittel aber wendung der Lautsprecheranlagen, sind dem Austrittes aus der Bürgerregierung wäre Brozel brachte auch einen Resolutionsantrag ein, bracht werden. Besonders bei der Entschädigung ive fen nimmt eine überaus große Ausdehnung. müssen von der gleichen Bewohnerschaft aufge Theater nicht förderlich. Das Rundfu nist geeigneter gewesen, als eine solche Drohung in welchem mit Rücksicht auf die Arbeitslosig- der von Unwettertatastrophen heim Der Tonfilm hat seinen Siegesmarsch anges durch die deutschen Sozialdemokraten, da ohne feit"(!) beantragt wurde, daß alle Personen, die gesuchten Bevölkerung sollte rajcher gehandelt treten. Und doch bilden die Theater am Lande sie der Bürgerblod feine Mehrheit gehabt mehr als das Existenzminimum verdienen, vom werden. Dabei muß das Unrecht beseitigt werden, einen geistigen Mittelpunkt. Sie be hätte, was bei einem Ausscheiden der deut- Mieferschuß ausgenommen werden sollen. Da dag Kleinhäusler und Kleinbauern, fruchten das geistige Leben der Stadt und ihrer schen Sozialdemokraten aus der Regierungs- dieser Antrag selbst den tschechischen National die oft zur gleicher Zeit Industriearbeiter sind, Menschen. Die Germanisten der Mittelschulen mehrheit nicht gesagt werden kann. Selbst da einen Ergänzungsvorschlag, wonach der systenta- wetterschäden feine Subvention erhalten, weil das geistige Leben der studierenden Jugend. Das mehrheit nicht gesagt werden kann. Gelbst da dentokraten zu bunt war, brachte Dr. Mand! oder nebenbei ein Gewerbe betreiben, bei Un bestätigen die überaus günstige Einwirkung auf also haben wir vor ihnen einen Simalaja tische Abbau des Mieterschutzes mit Berücksichti- wetterschäden voraus! Aber es ist ihnen doch gar nicht um gung der sozial schwachen Schichten verlangt ihre Existenz nicht gefährdet iſt". Wenn durch Theater ist aber auch die Stätte, wo die geiftimilitärische Dienstzeit und Schmälerung des wird der agrarische Antrag also nur in eine gewaltsame Naturereignisse, gegen die der Ein- gen und künstlerischen Güter einer Ration gezelne sich nicht schüßen kann, Werte vernichter hegt und gepflegt werden und wo durch Aufdoch von ihnen selbst bewilligten Rüstungs- weniger verfängliche Form gebracht wird. werden, sind diese Schäden von der ge- führungen der Werke der Dichter und Musiker fonds zu tun, nur darum, uns nahezulegen, Den deutschen Christlichsozialen genügte dies, famten Bevölkerung durch den Staat und, des Auslandes die bölferverstehende aus der Regierung herauszugehen, damit um für den Abbau des Mieterschutzes zu das Land zu ersetzen, es dürfen aber da- und völferversöhnende Tendenz eine Heimstatt es ist nicht schwer zu erraten- damit also stimmen! bei die ärmsten Geschädigten nicht ausgehat. Das Hetztempo unserer Zeit, die Seelensie selber in die Regierung hineinschlüpfen Der Antrag Dr. Wandis wurde mit ganz napihlossen werden. Der Bezirk Tannwald losigkeit des mechanisierten Lebens verlangt fönnen und dann ade, Antimilitarismus, per Mehrheit und nur mit Hilfe der deutschen ist in Kürze zweimal von verheerenden Wolfen- nach einem Ausgleich, nach seelischer Bea 8 Billo, Sohn von Wotan von Wotan Von J. O. Curwood. Hier und da stieß es wütend einen furzen, scharfen Baut aus. Noch nie ist es so traurig gewesen wie heute! Sich ein fettes Rebhuhn wie dieses hier stehlen zu lassen, bereitete eine Enttäuschung, wie sie ihm bisher noch nie begegnet war. Es möchte sich am liebsten auf Billo stürzen und ihm die Zähne in die Kehle graben. Aber es war dann doch wieder zu klug, als daß es auch nur den Versuch eines Angriffs gemacht hätte. Auf eine Eule wäre es losgefahren, sogar seinem Bruder und Erzfeind, dem Nerz, hätte es einen Kampf geliefert. In Billo aber witterte es das Blut des Wolfs und es machte in einiger Entfernung seinem Merger Luft. zusammentreten. Die auch am letzten Verhandlungstage ruhige und fachliche Debatte nahm nur während der Rede des Hausherrnvertreters Brožet, eines tschechischen Agrariers, einen etwas bewegten Verlauf, da dieser die Gelegenheit benützte, um eine Rede gegen den Mieterschut Schläfchen, ganz in der Nähe seines Verstecks. Später rupfte er das Rebhuhn und machte sich ann an die Abendmahlzeit. In der vierten Nacht verbarg er sich nicht mehr wie in den drei vorhergegangenen Nächten. Es war geradezu feltsam, wie wachsam er geworden war. Er strich im Mondschein im Wald umher, und drang bis zu dem abgebrannten Teil vor. Mit einer neuen Art von Begeisterung hörte er das ferne Heulen eines Rudels Wölfe auf der Jagd, und ohne zu zittern, horchte er heute nacht auf das geister hafte hu- hu- hu der Eulen. Die Stille der Nacht und die Tierlaute begannen allmählich neue, besondere Bedeutung in seinem Leben zu gewinnen. " Schnauze und Wotans prächtigen Körper zu sehen, daß er fast förperlichen Schmerz empfand. In dieser Zeit war der Hund in ihm stärker als der Wolf. Billo war nur ein untröstlicher, Heiner Hund, und die Heimat, bei Grauwolf und Wotan in dem alten Wildbruch, schien ihm weit, weit in der Ferne zu liegen. Traurigen Mutes wanderte er weiter und immer weiter ins Reich des Unbekannten... 5. Rapitel. Der Wolf spricht. Bis vor zwei Jahren hatte sich Pierrot für einen der glücklichsten Menschen in den un Den folgenden Tag und die folgende Nacht ermeßlichen Weiten des Uvwvalds gehalten; bis hielt er sich wieder in der Nähe seines Versteds zum Ausbruch der roten Seuche. Er war Halbauf. Erst nachdem das letzte Beinchen abgenagt franzoje und hatte die Tochter eines Indianerwar, machte er sich auf den Weg. Er betrat häuptlings zum Weibe genommen. Biele Jahre einen Bezirk, in dem das Dasein teine schwierige lang hatten die beiden in ihrer Blockhütte am Billo verschlang ein Drittel des Huhns. und gefahrvolle Aufgabe mehr darstellte. Hier Grey Loon in Glück und Wohlstand gelebt, und Die restlichen zwei Drittel verbarg er recht sorg- haufte der Luchs, und wo der Zuchs haust, Bierrot war auf dreierlei in dieser Welt der fältig am Fuße einer mächtigen Tanne und ging sind auch viele Kaninchen zu finden; und Wildnis, die ihm allein gehörte, besonders stolz: dann an den Fluß, um zu trinken. Jeg sah die wenn die Kaninchen sich spürpar verr' ngern, Auf Wyola, sein Weib, aus edlem Geblüt, auf befferes Jagd seine Tochter und endlich auf seinen Ruf als Welt wieder so ganz anders aus! Nach alledem wandert der Luchs in hängt die Fähigkeit, Glüd zu empfinden weit- gebiet aus. Da sich das weiße Stanin Jäger. Bis zu den Tag, an dem die rote Seuche gehend von der Bitterkeit des Leids ab, das man chen den den Sommer über äußerst zahlreich ausbrach, hatte nichts sein Glüd getrübt. Danu schon erfahren hat. Hartes Schicksal und Unglück vermehrt, befand sich Billo im Lande des Ueber- aber, vor zwei Jahren ist es gewesen, haben die ein Blattern sein Weib hinweggerafft. bilden den Maßstab für zukünftiges Glück und flusses, zumal es teine Kunst war, so günstiges Schicksal. Das traf auch für Billo zu. Kaninchen zu fangen und zu töten. In der Vor 48 Stunden noch hätte ihm ein voller kommenden Woche erging es ihm also wohl, und Magen nicht den zehnten Teil des Glüds be- mit jedem Tag wurde er dicker und stärker. Die deutet, das er jetzt empfand. Einst galt seine ganze Zeit über streifte er in der Hoffnung, die größte Sehnsucht der Mutter und heute erfüllte alte Heimat und seine Mutter wiederzufinden, ihn ein noch größeres Verlangen nach Nahrung. nach Norden und Often, und gerade dort lag das Deshalb war es gut, daß er vor Erschöpfung agdgebiet Pierrots, eines Mischlings. beinahe gestorben wäre, denn seine Erlebnisse Billo hatte Heimweh, er war so einsam, hatten ihn zum Mann oder zum echten Wolfs- und sein fleines Herz verlangte nach Kamerad hund gemacht. Wohl wird er seine Mutterschaft und der hätschelnden Liebe der Mutter. noch lange missen, jedoch nie mehr so sehr wie Einsam und verlassen sein in der Welt ist für er sie noch gestern und vorgestern vermißt hatte. wahr fein wünschenswertes Los. Manchmal Am Nachmittag machte Billo ein langes sehnte sich Billo so sehr danach, Grauwolfs schwarze Augen und so schöne Haare, daß ihr ein Händler aus Montreal, der eines Tages am Weg vorüberkam, viel Geld dafür bot. In zivei herrlich glänzenden Zöpfen von der Dide ein.s Handgelenkes fiel es Repeese fast bis zur Stnietehle. ,, Nein, Herr," entgegnete ihm Pierrot mit schroff abweisender Miene, dieses Haar wird nicht verhandelt." Am zweiten Tag, nachdem Billo in das Gebiet geraten war, in dem Pierrot Pelztierchen nachzustellen pflegte, betrat es auch dieser, als er in schlechter Laune vom Walde herkam. " , Etwas ist da hinter den jungen Bibern her," fagte er zu Nepeese auf französisch.„ Es muß ein Luchs oder ein Wolf sein. MorgenEr zuckte die Achseln und lachte zu Nepeese hinüber. ,, Dann müssen wir eben auf die Jagd gehen", meinte Nepeese erwartungsvoll lächelnd. Wenn Pierrott seiner Tochter zulächelte, wie er es eben getan, und einen Saz mit morgen" anfing, so bedeutete das immer, sie solle andern Tags mit auf die Jagd gehen. Am Spätnachmittag des zweiten Tages ging Billo über den Grey Loon, auf einer Brüde, die sich selbst aus Zweigen gebildet hatte, die zwischen Bäumen zusammengeteilt waren. Die Richtung, die er verfolgte, führte ihn nach NorPierrot blieb auch nach diesem harten den. Auf dieser Seite des Flusses befand sich in Schidjal in seiner kleinen Hütte am Grey Loon unmittelbarer Nähe der natürlichen Brüde eine wohnen. Er war aber ein ganz anderer Pierrot Lichtung, an deren Rand Billo stehenblieb, um geworden. Sein Herz war im Schmerze ge- fich noch an den letzten Strahlen der untergehenbrochen, und er wäre am liebsten auch gestorben, den Sonne zu erfreuen. Wer ihn so say, wie wenn es ihm nicht um Nepeese, seine Tochter, er mit tiefgestelltem Schwanz regungslos da gewesen wäre. Sein Weib hatte ihr den Namen stand, angespannt horchte und seine spitze Nase Nepeese gegeben, was soviel wie„ Die Weide" in die Luft streckte und schnüffelte, mußte ihn bedeutet. Sie war auch wirklich wie eine Weide unbedingt für einen Wolf halten. gewachsen, schlank wie ein Rohr, und zeigte die ganze wilde Schönheit ihrer Mutter mit leicht französischem Einschlag. Nepeeje zählte noch nicht ganz 17 Jahre und hatte wunderschöne, große Hinter einer Gruppe junger Bäume verborgen, hatten ihn Pierrot und Repeese in einer Entfernung von etwa 100 Metern über die Brüde fommen sehen. ( Fortsetzung folgt.) g 11. ti 211 Rr. 266 reicherung und Vertiefung des Lebens, ohne die p die Menschen nicht auszukommen vermögen. Verfallen aber die Stulturstätten, wird ihnen der wirtschaftliche Bestand nicht gesichert, so wäre das ein großer Passivposten in der Kultur unferes Landes. Hier gilt es nun rasch einzugreifen. be Wer kann nun Hilfe bringen? Die Theater können aus eigenen Mitteln die Böfung nicht schaffen. Die Gemeinden haben felber kein Geld. Die Novellierung der Finanzgesetze wird sich auf die Unterstüßung Theater noch nicht auswirken. Die Gemeinden werden die geringen Mittel, die sie mehr befommen können, zuerst für andere dringendere Ausgaben verwenden. a= 11, 11. [ I eit jte der Donnerstag, 13. November 1930 RADION billiger! RADION 1 Paket nur noch Ke 320 RADION wascht allein! wäscht allein! Fälsch'n mr Euer Gnaden? Allerhand Mathematisches. Eine Sorte Preffe, die in den verschiedensten| zeigers" gefährdet, verstehen sich schon unsere Parteilagern vertreten ist, weiß sich in unan- apetschisten aufs Frisieren der Berichte. genehmen Situationen immer durch jenen Trick In den Blättern der Bankrotteure liest man: zu helfen, den schon der Marquis de le Marlinière in Lessings ,, Minna von Barnhelm" mit dem höflichen Ausdrud ,, corriger la fortune" das Glück korrigieren bezeichnet. Das öfterreichische Wahlergebnis geht manchen Leuten wider den Strich und sie helfen sich eben auf ihre Art. Seit Jahren bemühen sich nun die Gemeinden und der Verband der Theatererhalter, daß den notleidenden Theatern Hilfe gebracht wird. Sie wandten sich an den Staat. Das Land Mähren ist bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Auch bei uns muß diese Erkenntnis von der Notlage der Theater am Lande ein zichen. Wir wünschen nicht nur daß das er Deutsche Landestheater in Prag in Die Deutsche Presse", die uns übri en recht ausgiebiger Weise vom Lande unterstützt gens droht, eine unserer Notizen vor Gericht ein tg wird. Wir fordern, daß auch die Provinzuflagen, weil wir uns erlaubt haben, auf Die theater eine ihrem Notstande angemessene fattische Unwahrheiten aufmerksam zu machen ter Unterstützung vom Lande Böhmen erhalten.( wir werden ihr, deffen kann sie gewiß sein, auch on Was im Lande Mähren möglich ist, muß auch die Antwort auf diese Kampfmethode nicht cht bei uns durchzuführen sein. schuldig bleiben und ihre Schimpfereien eben ge Wir wissen aber, daß nur dann eine wirk- richtlich zur Diskussion stellen), das christlichheliche Hilfe den Theatern kommen kann, wenn soziale Blatt also, ist selbstverständlich von der Staat und Land gemeinsam eine Hilfsaktion Niederlage der Seipel- Christen betroffen und te unternehmen, und wir bringen daher einen ent- hilft sich- wir wollen beileibe nicht sagen, daß ng sprechenden Antrag auf Einleitung einer solchen es fälsche, sondern nur die Praktiken aufzeigen mit folgendem Titel: eit Der Aktion ein. Wahlergebnis in Oesterreich. Antimarxistischer Kurs bleibt. Zum Schluß bespricht er die Bewilligung er von Lizenzen für das Aufführen von Filmch vorführungen. Viele Schulen und Beezirksbildungsausschüsse, auch Ge- Sozialdemokraten verlieren an 30.000 Stimmen, de, meindebildungskommissionen möchten sehr gerne gewinnen aber wegen Splitterparteien ein Mandat. Seite 3. Ludendorff hat einen lichten Moment! Am 8. November 1923 ließ sich Ludendorff zum Reichswehrminister ernennen mit der Perspektive auf einen frisch- fröhlichen Krieg gegen Frankreich. Sieben Jahre nach diesent denkwürdigen Tag veröffentlicht Ludendorff eine Broschüre mit mit dem Titel: Weltkrieg droht" in der er seine Ansichten über den wahrscheinlichen Ausgang eines neuen neuen Welttriegs darlegt. Am 1. Mai 1932 bricht der neue Krieg aus. Auf der einen Seite kämpfen Frankreich, Belgien, Polen, die Tschechoslowakei und Rumänien, auf der anderen Seite, Deutschland, Desterreich, Ungarn, England und Sowjetrußland. Die französische Truppe siegt rasch und Die am Sonntag stattgefundenen Wahlen gründlich, Deutschland bildet das Schlachtfeld, zum österreichischen Nationalrat haben, soweit es feine Städte gehen unter in furchtbaren Luftanjich am Montag früh überblicken läßt, ein wei- griffen. Um die Verpflegung der Nichtkämpfer fümmert sich niemand, die jungen Leute aus teres Anwachsen der fascistischen Kräfte und einen Rüdgang der Sozial- Deutschland werden als Kanonenfutter nach England oder Oberitalien verfrachtet und gehen demokratie gebracht. massenhaft zu Grunde. Schon nach wenigen Die Sozialdemokratie verliert insgesamt etwa Wochen ist der Krieg entschieden. Deutschland ist 120.000 Stimmen, die den bürgerlichen Parteien vernichtet. Ludendorff schildert das Schicksal vor zufallen. Berlin: Notraub herrscht in den Straßen BerVon den kleineren Parteien, die kein Grund- lins und der umliegenden Städte. Niemand mandat erreichen konnten, hat die Kommunistische fann Verpflegung schaffen. Tschechischer LandPartei ihre Stimmen um etwa 80 Prozent erhöht. sturm umspannt die Stadt und weist kaltherzig Die Wahlen, die nach den Prophezeiungen der alle Flüchtenden in die Stadt zurück. Die Besozialdemokratischen Presse eine Abrechnung" mit völkerung Berlins stirbt, mit den Kindern bedem Fascismus bringen oder ihn gar besiegen" gann es wie überall. Was die Deutschen an sollten, zeigen demnach das gerade Gegenteil: Der Kultur geschaffen haben, ist vernichtet oder verVormarsch der Sozialdemokratie, der fällt. Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges nach der Otto Bauerschen Theorie gradlinig bis zu sind überboten". den berühmten 51 Prozent der Wählermassen fort- Die Nationalsozialisten haben trotz allem schreiten sollte, ist zu Ende und hat sich in eine Ludendorff bisher immer noch als militärischen rüdläufige Bewegung verwandelt: der Fascis- Fachmann angesehen. Nachdemt er ihre Phanmus ist im Vormarsch. tafien von einem kommenden Befreiungskrieg so Zwischendurch findet sich sonderbarerweise zerfetzt hat, werden sie ihn jetzt wahrscheinlich die derartige Behrfilm vorführungen durch Psychologisch ist dieser Titel höchst inter- die beinahe richtige Meldung der Mandatsvertei- als Narren bezeichnen. Als er wirklich ein Narr ng, führen. Die öffentliche Bildungsarbeit tann effant. Zunächst die nüchterne Feststellung bentokraten 120.000 Stimmen an die Bürger- lichten Augenblick hat, werden sie wahrscheinlich lung. Wie er sich das erklärt, daß die Sozial- war, haben sie ihm zugejubelt, jetzt, wo er einen ns ohne Benüßung des Films nicht mehr austom- Wahlergebnis", dann die Beruhigung, cmten. Der Film eignet sich außerordentlich als daß der fascistische Kurs bleibe, und schließlich lichen verlieren und trotzdem ein Mandat ge- voll Haß und Wut über ihn herfallen. gs Unterrichtsmittel. Um auch bei uns den Lehr- nicht die Meldung der eigenen Niederlage, aber scheinlich erklärt er sichs gar nicht, denn er glaubt Der unglüd elige Schiebs'pruch. winnen, das wird ein Rätsel bleiben. Wahrlen und Kulturfilm mehr als bisher in den Dienst auch nicht die des gegnerischen Erfolges, sondern bas mit den 120.000 Stimmen Verlust nicht und egt der Volksbildungsarbeit zu stellen, ist es not die Version, daß dieser eigentlich ein Mißerfolg wird sich höchstens auf den„ Teplik- Schönauer Berlin, 12. November.( Eigenbericht.) Der gel wendig, daß die Behörde die Lizenzen ohne sei. Die Sozialdemokraten verlieren„ an 30.000 Anzeiger" als Duelle berufen." Interessanter ist Vorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes Schwierigkeiten zu machen erteilt. Die Volts- Stimmen"-nämlich 22.032- was ein schon sein Hinweis auf das Wachstum der hatte für heute den erweiterten Beirat der nämlich 22.032, was ein de. bildungsarbeit ist heute fein Surus. Sie ist eine wahrheitsliebender Journalist ja auch mit rund Rommunisten, das er relativ, aber keines Organisation nach Berlin einberufen, um zu pt dringende gesellschaftliche Pflicht aller Staaten 20.000" oder über 20.000" ausdrücken fönnte. wegs richtig angibt. Er spekuliert auf die Un- der durch den Schiedsspruch für die Berliner Der klerikale Berichterstatter aber meldet„ an tenntnis so minutiöser Daten, wie es die Stim- Metallindustrie geschaffenen Lage Stellung zu 30.000", weil der Leser dabei an 28.000 oder und selbstverständlich verschweigt der Herr in schäzen, jene habe chebem ihre 40.000 Stimmen Erregung, die sich der gesamten Metallarbeiter29.000 denkt und über das weitere hinwegliest. menzahl der Poe.- ein Burusartikel geradezu nehmen. Die Vertreter des Verbandes berich - für den einfachen Leser ist. Der werde etwa teten aus ganz Deutschland von der großzent der Mayr- Harting- Preffe, daß in Oesterreich ein schaft über den Schiedsspruch bemächtigt habe. ganzer Jahrgang wegen der Sinauf- gehabt und nun 30.000 dazugewonnen. Ganz besonders wurde betont, daß es jetzt dopWir sind aber einmal für die genauen Gesamtzahl gefunten ist. jehung des Wahlalters entfallen und daß die Zahlen und laffen uns nicht nachsagen, wir pelt notwendig sei, in den zurzeit schwebenden zeichnet oder totgeschwiegen. Die Kommunisten hätten den Siegeszug der KPDe, ungenau ver- und bevorstehenden Kämpfen alle Kräfte einzu zeichnet oder totgeschwiegen. Die Kommunisten sehen, um einer Auswirkung des Berliner begegnen. Sie haben nach der Behauptung ihrer Presse 80 Prozent gewonnen. Das wären dann ift und Länder. elle ind in icht Der Unsere nächsten fozialpolitischen Forderungen. Brag, 12. November. Im Budgetausschuß hatte Brag, 12. November. Im Budgetausschuß hatte Die Genosse Hadenberg am Dienstag den Nachweis geführt, daß die Steigerung des Fürsorgebudgets tat er ent ng. ges ide be rer Men as ti ge= f= fer att 11 gt Sea hr mt bei .3 e= it rd e= ent Is == fe до D. e, it e -g 2, e Ee C= It e It e e t r e 30.000" durch die nadien Zahlen zu erweisen. Aber nun hat er doch Bedenken, seine ,, an 30.000" durch die nadten Zahlen zu erweisen. fächlich nicht 41, sondern 99 Millionen betrage; do Es könnte einer gründlicher lesen und so meldet hatten 1927 in ganz Desterreich 16.119 Stimmen. Schiedsspruches auf das übrige Reich zut auch mit dieser Summe tönnten wir nicht 3frieden sein, sondern müssen sie namentlich angefichts der Wirtschaftskrise und ihrer Folgeerscheinun gen als noch ungenügend ansehen. Redner befaßt sich weiters mit der ungenügenden und die Wirklichkeit bei weitem nicht erfassenden Arbeitslosenstatistik und tommt zu dem Schluß, daß die Zahl der Arbeitslosen mindestens dreimal so groß ist, als die amtliche Statistik der sich vergeblich um Arbeit meldenden Personen ausweist. Auch die Kurzarbeiter werden nicht erfaßt, da sie auch bei Betriebsreduzie rung meist frankenversichert bleiben. Genoffe Hackenberg entwirft dann ein Bild der fahlechten Lage der Krankenkaffen, die unier getvissen Arisenerscheinungen schwer zu leiben haben, und ftellt feft, er halt: Die Christlichsozialen und die Heimtvehr( ohne Heimatblod) vereinigten auf sich 1,307.121 Stimmen Heimatblod Schober- Block • • W 226.629 422.241 " 0 1,955.991 Stimmen also zusammen Die Sozialdemokraten erhielten insgesamt 1,509.755 Stimmen Im Jahre 1927, bei den letzten Wahlen, hatten die nichtmargistischen Parteien auf sich 1,983.323, bie Sozialdemokraten dagegen 1,539.088 Stimmen vereinigt. Die Sozialbemofraten haben sona ch gegenüber dem Jahre 1927 an 30.000 Stimmen berloren. " Sonach" ist gut. Er müßte sagen: fonach bak namentlich auch die Gewerkschaften in einer haben die antimargistischen Parteien 27.332, bie folchen Zeit wie jest durch das Genter System Sozialdemokraten 29.333 Stimmen verloren oder, direkt zum Zusammenbruch getrieben werben um schon bei dem„ an" zu bleiben, jede der fönnen. Er vertritt daher nachdrüdlichst die For beiden Parteien hat an 30.000 Stimmen verderung der Gewerkschaften nach einer Hilfe aus loren. Aber seine Zahlen sind durch einen Staatsmitteln, um diese Krise überbanern zn nedischen Zufall seiner Titelversion angepaßt. Sie stimmen bei den Sozialdemokraten nicht, die fönnen, und richtet diese Worte in erster Linie an die Ver- nämlich diesmal nicht 1,509.755, sondern treter anderer Roalitionsparteien, die das Arbeits- 1,517.603 Stimmen erhalten haben. Wir lofenproblem und die Maßnahmen zur Wilderung wollen, wie gesagt, nicht behaupten, die ,, Deutsche Breffe" habe gefälscht da jei Gott vor, der dieser Erscheinung bisher noch nicht allzu ernft gefolche Journalisten wachsen läßt! Aber wir sind Er verweist dann auf die Pflicht des Staates, überzeugt, daß sie die kleinen Irrtümer Arbeitsgelegenheit zu beschaffen, und fordert Ausrichtigstellen wird. Denn eine Wahrheitsliebe, gestaltung der Arbeitsvermittlung un- die bis in den Gerichtssaal geht, wenn sie befer dem Einfluß der Gewerkschaften: weiters wendet weifelt wird, die läßt doch ben Vorwurf eines er fich in scharfer Form gegen das Ueberstundenwesen immerhin beträchtlichen Frrtums nicht auf sich und verlangt strengste Kontrolle. fizzen! nommen haben. Auf die notwendige Reform der Sozial bersicherung übergehend, tritt er für die volle Selbstverwaltung der Kassen ein. Auch an eine Erhöhung der Renten, wenigstens für die ersten Jahre, werde man schreiten müssen. Heute werden Altersrenten nur in ganz geringem Maße ausge zahlt, weil die Beute nach Erreichung der Altersgrenze troh physischer Erschöpfung, lieber weiterschuften, da sie mit der fargen Rente eben nicht leben können. Eine Mindestrente müßte den Rentner wenigstens vor dem Aergsten, dem Hunger, be wahren. Auch die Serise der KrankenversicherungsGanz anders und höchstens noch durch die Konkurrenz des Tepliz- Schönauer An+ 80% 16.119 12.880 28.999 Stimmen, also immer noch ein bescheidenes Sümmchen, das noch nicht ein Prozent der Gesamtwählerzahl darstellte. Aber leider stimmen auch die 80 Prozent nicht. Die KPOe, hat diesmal 20.879 Stimmen erhalten, fie gewinnt" bemnach nur 4760 Stimmen ober in Prozenten: fie verzeichnet eine Zunahme von 29 Prozent. Das Treiben der kommunistischen Partei, bie gerade jetzt die Gewertschaften spalten will, sei rücksichtslos zu verurteilen. In der Aussprache wurde nachdrücklich gefordert, daß diesem Treiben ein Ende bereitet werden müsse, wenn nicht den Unternehmern seitens ihrer Handlanger noch größere Hilfe geleistet werden soll. Eine Entschließung nimmt scharf gegen den Schiedsspruch Stellung und fordert von der Regierung, daß sie endlich wirksame Maßnahmen zur Senkung der Warenpreise vornehme. Ein Affler Hitlers für Starhemberg. Ihre Stimmenzahl von 1923 hat sie noch nicht München, 12. November. Das Hitler- Organ, ganz wieder erreicht. Aber es wird schon werden. Das geht halt so auf und ab. Und während die der Völkische Beobachter", schreibt über das Sozialdemokraten die 51 Prozent anstreben, Ergebnis der Wahlen zum Desterreichischen steuern die Kommunisten mit Volldampf voraus, Nationalvat: Vor den Wahlen war Starhemberg bem einen Prozent zu. Weit sind sie nicht mehr als Minister des Innern in Desterreich eine davon entfernt. Man bedenke nur: Die KPOe. erhielt 1927 0.44% aller Stimmen, 1930 aber 0.56% aller Stimmen, ihr Anteil ist um 0.12%( in Worten Null Ganze zwölf Hundertstel Prozent) gestiegen. Wenn der Kommunismus in Desterreich in diesem Tempo weiter wächst, wird die KPOe. schon im Jahre 2000 3.96 Prozent, also nahezu vier Prozent aller Stimmen, auf sich vereinen und im Jahre 2360 wird sie mit 51 Prozent die absolute Mehrheit erreicht haben. So wäre es zu Sowjetösterreich nur noch fnappe 430 Jahre ein Kayensprung für Leute, die gewohnt sind, aus Mücken Elefanten zu machen. Aber leider bleiben Rückschläge nicht aus und so kann es vielleicht doch noch länger dauern! prominente Persönlichkeit. Heute ist Fürst Starhemberg der Vertreter der Heinsten Parlamentspartei im Nationalvat. Das Blatt fagt weiters, es sei unbestreitbar, daß der Eintrit des Führers der Heimwehr in das Ministerium ein ungenügend durchdachtes Experiment gewesen sei. Mitlas mahnt zur Eintracht. Wien, 12. November.( AN.) Anläßlich des heutigen 12. Jahrestages des Bestandes der Republik Desterreich und des 10. Geburtstages der österreichischen Bundesverfassung hielt Bundespräsident Miklas im Radio eine Ansprache an die Desterreicher, in der er erklärte, daß er den neugewählten Nationalvat innerhalb der gesetzlichen Frist ehestens einberufen werde. Der ruhige Verlauf der Wahlen habe die unsinnigen Gerüchte, die über die innerpolitischen Zustände Den Erfolg kann man erst richtig würdigent, Desterreichs verbreitet waren, zu Schanden werwenn man auch weiß, daß seit Anfang August den lassen. Der Bundespräsident betonte die Notdie Arbeiterschaft nicht zur Ruhe kam. Fortwäh wendigkeit, einträchtig an der Wiederaufrende Entlassungen hatten die Arbeiterschaft auf richtung der wirschaftlichen Wohlfahrt zu arbeiten. Dienstag fanden im Betriebe der Neudeker das stärtste beunruhigt. Dazu tam noch, daß in Niederlage der chriftlichsozialhatentreuzlerisch- kommunistischen Einheitsfront in der Neudeter Wolltämmerei. ligt hatten sich 2434 Wähler. Ungültig waren 40 Stimmen. theater. anstalten ruft nach einer Lösung, die nicht in einer Wolltämmerei und Kammgarnspinnerei A.-G. in den letzten Wochen von Seite der Betriebslei- Landesfubvention für deutsche ProvinzSerabsetzung der Leistungen bestehen darf. Redner Neudet die Wahlen in den Betriebs- tung Benderung über Aenderung eingeführt begrüßt die Absicht des Ministers, die Unfallver- ausschuß stait, welche folgendes Ergebnis wurde, was nicht zum Vorteil der Beschäftigung ficherung auf Berufskrankheiten auszubehnen, und brachten.( In Klammer die Ziffern vom Vor- geschehen ist. Alle diese Maßnahmen hatten auch kritisiert das unglaubliche Vorgehen der Unfallver- jahre): ficherung gegenüber Unfallsverletzten, das es der Anstalt dann allerdings ermöglicht, ihre Prämien herabzusehen. Hinsichtlich der Ueberalterten tritt Genosse Sadenberg tonform mit dem Minister für die Ueberführung dieser Ueberalterten in die Fürsorge der Sozialversicherung ein. Er hofft, daß die angebahnten Verhandlungen ein günstiges Resultat geitigen werden, damit wenigstens das ärgste Unrecht gutgemacht werde. • St. M. die Gegner der freien Gewerkschaft reichlich ausUnion der Textilarbeiter. 1889 13( 1781-12) 1839 13( 1781-12) genügt, um das Vertrauen der Arbeiterschaft zur Kommunisten 264 2( 645-4) Union" zu untergraben. Die Hakenkreuzler und 2( 645-4) auch die Christlichen rechneten damit, daß es Christliche Rationalsozialisten ihnen gelingen werde, mehrere Mandate einheimfen zu tönnen. Die Kommunisten hatten Sorge, daß es ihnen nicht möglich war, soviel Kandida ten aufgetrieben zu haben, als sie bestimmt Manbate bekommen werden. Doch siche da! Die über große Mehrheit der Arbeiterschaft war anderer Meinung. 139 0( 193- 1) 152 1( 0-0) Wahlberechtigt waren insgesamt 2585 Be fchäftigte( 3001), gegenüber dem vorigen Jahre alfo um 416 Wähler weniger. Infolgedessen zählt der Betriebsausschuß diesmal mur 16 Mitglieder gegenüber 17 im Vorjahre. An der Wahl betei Den Bemühungen der deutschen sozialdemofratischen Landesvertreter Böhmens ist es anläßlich der heurigen Beratung des Landesbudgets in Böhmen gelungen, zum ersten Male Subventionen für die deutschen Provinztheater, soweit diese um eine Subvention des Landes angesucht haben, durchzusehen. Es wird hiefür ein Betrag von 110.000 K zur Berfügung gestellt, der vom Landesausschuß voraussichtlich so verteilt werden wird, daß Teplik 30.000 K, ebenso Brüg und Reichenberg je 30.000 und Eger 20.000 K erhalten. Seile 4. Donnerstag, IS. November 1936 Nr. 266 Tagesneuigkeiten. Todesurteil gegen Volovit, den Mörder des Prager Inwelirrfohnes Havrda. Das Prager Schwurgericht fällte gestern nach dreitägigem Prozeß das Urteil gegen den Russen Bolovik, der den Prager Juwclierssohn Havdra ermordet, dann das Geschäft geplündert hatte und auf der Flucht, nach einem blutigen Kampf mit der Polizei, in Pilsen dingfest gemacht worden war. Die Geschworenen erkannten Volovnik mit zwölf Stimmen des meuchlerischen Raubmordes an Hadrda und des Mordversuches an dein Polizeiinspektor Frömmer(in Pilsen) schuldig, während der Komplize Poloviks, B r u L e k der entfernten Mitschuld am Mord schuldig erkannt wurde Bo- lovnit wurde hierauf vom Gerichtshof zum Tode durch den Strang, BruLek zu 6 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Drama im Armenhaus. Mähr.-Trübau, 12. November. Im hiesigen Gemciirhe-Armenhaus hat der 69 j ä h r i g e Arbeiter Josef Homma seine 62jährige Gattin Hermine Homma mit einem Strick erdrosselt und sich dann selbst an einem Haken in der Wand des Zim- mers erhängt. Aus den hinterlassenen Briefen geht hervor, daß die beiden alten Leute bereits vor Jahren ihren gcmeinsamen Tod vereinbarl hatten. Die Homma sollte wegen Geistesschwäche in ein Hcilinstitut gebracht iverden und Homma, der seine Frau überaus liebte, wollte lieber gemeinsam mit ihr sterben, als von seiner Frau getrennt leben. Das Unglück auf dem Anna-Schacht vor der AuMrung? Berlin, 12. November. Bei den Aufräumungsarbeiten im unterirdischen Betrieb des Schachtes„Anna 2" sind, dem ,Lokalanzeiger" zufolge, bedeutsame Feststellungen gemacht worden, hie möglicherweise wesentlich zur Aufklärung der Grubenkalästrophe beitragen können. In der nördlichen Richtstrccke zum Revier 10 auf der 460-Metar-Sohle, wo bekanntlich ganze Strecken zu Bruch gegangen sind, sollen eingestüzte Gr ub e nst e m pel gefunden worden sein, die von der Strecke zum Schacht führen. Falls diese Beobachtung bestätigt wi,rd, muh man damit rechnen, daß eine zweite Explosion i m Ün te r tag sb et rs eb erfolgt ist. Nur so lassen sich die starken Brüche in der Richt- Pest in Wua. Zu der chinesischen Hungersnot, die in den letzten zwölf Monaten nach zuverlässigen Schätzungen in der Provinz Shensi wenigstens eine halbe Million Menschen hinweggerafft hat, beginnt sich eine furchtbare Pestepidemie zu gesellen. Eine Epidemie von Lungen- und Bubonenpcst, die vor zwei Monaten in Nord Shensi ausgebrochen ist, verbreitet sich mit rasender Geschwindigkeit und hat bereits ganze Dörfer ausge- rottet. Es besteht die Gefahr, daß ganz Nord- China infiziert werden wich, falls die Behörden nicht energische Präventivmaßnahmen ergreifen. Der Bevölkerung hat sich eine Panik bemächtigt. Sie flieht in Massen aus den von der Seuche ergriffenen Bezirken und läßt die Körper der Gestorbenen unbeerdigt zurück. In den Dörfern tvich versucht, die Götter durch abergläubische Zeremonien wie durch Opfer zu versöhnen und die Geister der Verstorbenen zur Fürbitte für die Beseitigung der Pestnot zu veranlassen... Drei Todesopfer eines Brandes. Budapest, 12. November. In der Gemeinde Belencze im Komitat Zala entstand heute nachts in dem Gebäude eines Landwirtes ein Brand, der infolge des heftigen Windes rasend schnell um sich griff und binnen kurzer Zeit das mmze Gebäude einascherte. Der Landwirt, seine Tochter und deren Kind k am en in den Flam- men u m, die Frau des Landwirtes, die schwere Brandverletzungen erhielt, wurde wahnsinnig, als ihr hierüber, Mitteilung gemacht wurde. Furchtbare Negerverfolgangen in ll. S.«. In der amerikanischen Stadt Genevieve (Missouri) verhaftete die Polizei drei Neger, die einen Raubmordversuch an einem Geschäftsmann des Ortes unternommen hatten. Die amerikanische. Bevölkerung geriet darauf in eine derartige Wut gegen die in der Stadt wohnenden. Schwarzen, daß diese ihre Wohnungen ver- lassen und in die Wälder der Umgegend flüchten mußten. Ein Neger, der im Krankenhaus lag, wurde von den weißen Patienten aus dem Gebäude gejagt und auf der Straße von der empörten Menschenmenge gelyncht. Die Polizei steht der Bewegung völlig machtlos gegenüber. Selbstmord eines Arbeiters ans Not. Aus Mähr.-Ostrau wird berichtet: Der 40jährige Arbeiter Joses Carbol aus Marienberg beging auf diese Weise Selbstmord, daß er sich über den Kopf einen Sack zog und diesen in der Halsgegend abschnürte Die Tat beging er aus Not. Zur Ausstellung von Legitimationen für dir Arbesterversicherung am 26. November 1936. Die Zentralsozialversicherungsanstalt macht neuerdings alle ihre Versicherten und die Arbeitgeber darauf aufmerksam, daß in den Tagen vom 20. bis 26. November d. I. neue Legitimationen für die Versicherten ausgefolgt werden. Diese Legitimation wird ein unerläßliches Ausweispapier des Versicherten und dessen Angehörigen bei Gel- iungmachung von Ansprüchen gegenüber den Krankenkassen im Krankheitsfalle und gegenüber der Zentralsozialversicherungsanstalt im Falle von Invalidität, Alter, Witwentum, Waisentum usw. sein. In diese Legitimationen sollen bei deren Ausstellung alle Angaben des Versicherten (Vor- und Zuname, Ort und Datum der Geburt) eingetragen werden, ünd zwar gemäß den Belegen des Versicherten. Die Legitimationen werden entweder durch die Krankenkasse in ihreil Amtsräumen oder auch direkt in den Großbetrieben ausgestellt- werden. Die Zentralsozialversicherungsanstalt macht neuerdings darauf aufmerksam, daß die Versicherten im eigenen Interesse alle Belege bereithalten mögen, und fordert die Arbeitnehmer sowie auch die Versicherten ans, alle einschlägigen Kundmachungen nicht übergehen zu wollen, die von der zuständigen Kranken'aste betreffs'der Ausfertigung der Legitimationen verlautbart werden. Der Tod im Steinbruch. Aus Jechnitz in Westböhmen wird uns berichtet: In einem Steinbruch bei der nahen Ortschaft Gerten war dieser Tage der 31jährige Steinmetz I. Lehrer mit dem Ausgraben von Granitblocken beschäftigt. Er hatte zu diesem Zweck Erdmassen zwischen den Gesteinsschichten ausgehoben und befand sich in einer der solcherart entstandenen Höhlungen, als plötzlich das Erdreich in Bewegung kam. Der Unglückliche konnte sich nicht mehr in Sicherheit bringen und wurde von den niedergehenden Erdmassen verschüttet. Es bedurfte stundenlanger Arbeit, um ihn zu befreie«, doch war es bereits zu spät geworden: der Verunglückte war inzwischen erstickt. Der Tod Lehrers, der verheiratet und Vater zweier unmündiger Kinder ist, erscheint umfo tragischer, als im Dezember vorigen Jahres fern Vater aus die gleiche Weise tödlich verunglückt ist. Aufgehobene Betriebseinschränkung. Aus Karlsbad wird uns gemeldet: Im Däll- witzer Betrieb der„Epiag", der vor längerer Zeit mit Rücksicht auf die ungünstige Geschäftslage insofern eine Einschränkung erfuhr, als nur an vier Tagen der Woche gearbeitet wurde, wird in den nächsten Tagen voraussichtlich die scchstägige Arbeitsführung wieder ausgenommen werden können, da größere Lieferungsaufträge eingegangen surd, die es wahrscheinlich machen, daß die günstige Wendung längere Zeit hindurch andauern wird. Der Karlsbader Talsperrenbau. Aus Karlsbad wird uns gemeldet: Nachdem nunmehr im Prager Arbeitsministerium die Angebote zum Karlsbader Talsperrenbau— es waren insgesamt 19 Offerte eingelaufen— geöffnet worden sind und die Durchsicht der Projekte mehr als zwei Monate nicht in Anspruch nehmen wird, dürste mit den Erdaushebungen zum Bau ber Talsperre voraussichtlich anfangs 1931 begonnen werden. . Ein schweres Autunglück hat sich auf der Chaussee zwischen K o w n o und Malatai ereignet Ein Wagen, in dem sich sieben Personen befanden, stürzte beim Passieren einer Brücke in den Fluß. Dabei ertranken fünf Personen. Zwei konnten sich durch Schwimmen retten.— Ein nach Durango(Spanien) fahrender Eisenbahnzug stieß mit einem Wagen der elektrischen Straßenbahn zusammen, in welchem Arbeiter von ihren Arbeitsstätten heimkehrten. Bei dem Zusammenstoß wurden drei A r b e i- -ter getötet und 29 verletzt, hievon vier schwer. 36 Stunden auf einem Wrackstück im Ozean. Der Erste Offizier des Schoners Brooklyn", der vergangenen Samstag in den Gewässern des Hafens Humboldt(Kalifornien) gescheiter^ ist, wurde aus dem Meere gefischt. Volle 36 Stunden klammerte sich der Schiffbrüchige an ein Stück des Schiffswracks an und wurde von den Wellen hin- und hergeschleudert. Der Offizier hatte w e- der Nahrungsmittel noch Trink- w a s s e r bei sich. Als er auf dem Teile des Schiffswracks aufgefunden wurde, war er fast schon bewußtlos. Er wurde einem Krankenhaus zugeführt, und es wird die Hoffnung gehegt, daß er am Leben erhalten werden wird. Ein reichsdeutscher Jndustriespionageprozeß. Vor dem Schöffengericht in Düsseldorf begann Dienstag ein neuer Industriespionageprozeß. Den Angeklagten, Chemiker und Redakteur Dr. Arthur B u n t r o ck, früher Berlin, zuletzt in der Tschechoslowakei, jetzt in Untersuchungshaft in Düsseldorf, Chemiker Otto List aus Offenbach am Main, und Chemiker Dr. R. Jansen aus Darmstadt wird zur Lost gelegt, Fabrikationsverfahren der deutsche»' chemischen Industrie an das Ausland verraten, bezw. verkauft zu haben. Bereits im Feber 1928 waren vom Schöffengericht Düsseldorf der Chemiker- Guido Mersäl aus Portsmouth(USA.) und zwei andere Chemiker aus Deutschland wegen im Auftrage des Auslandes vovgenommener Erwerbung von Fabrikatiousverfcchven der deutschen chemischen Industrie bestraft worden. In dem Verfahren gegen Messel und Genossen hatte sich ergeben, daß auch Dr. Arthur Buntrock und seine beiden heutigen Mitangeklagten dem Chemiker Meisel solche Fabrikavionsverfahren geliefert hatten. Dr. Arthur Buntrock hatte sich aber der Anleitung eines Strafverfahrens durch Flucht nach der Tschechoslowakei entzogen. Im März d, I. wurde er an der tschechoslowakischen Grenz« verhaftet und nach Düfsel- dorf in UrrtersuchuMshaft gebracht, so daß jetzt gegen ihn und seine Mittäter verhandelt werde» kann Etwas muß da doch nicht stimmen! Schobers Charakterbild, dessen hervorstechendster Zug ohne Zweifel die Unverläßlichkeit ist, wird kaum in der Geschichte schwanken, den Zeitgenossen dagegen stellt es sich sehr verschichen dar. Diesbezüglich ist etwa das folgende sehr hübsch: Baugoin in einem offe- nen Brief an Schober: „An meiner langjährigen. politischen Tätigkeit habe ich manche U n a n st ä n d i g k e i t erfahren, aber ein solcher Akt der Illoyalität wurde auch von meinen schärfsten politischen Gegner b i S- h« r niemals gegen mich begangen. Ich bringe dies Ihnen und der Oeffentlichkeit hiemit zur Kenntnis." Die„Neue Freie Presse" nach den Wahlen: Bewunderung muß es Hervorrufen, was Altbundeskanzler Dr. Schober in der kurzen ihm zur Verfügung stehenden Frist geleistet hat. Die neunzehn Mandate.•.. sind zum größten Teil durch sein persönliches Auftreten zustande gekommen, durch die Anziehungskraft sei- nes Charakters, durch das Vertrauen ans seine Sauberkeit und Korrektheit. Bemerkt diese dann noch bis zum Ueberdruß, das Schober„das Zünglein an der Wage" sei, so drängt sich einem hinsichtlich dieser Rolle doch der Verdacht auf, es könnte leicht ein Doppelzünglern sein. WaS ist«in Boxer wert? Ein Leser macht uns darauf aufmerksam, daß wir unlängst in der Notiz„Hat sich hinaufgeboxt" die bisherigen Verdienste SchmelingS insofern geschmälert haben, als wir die Summe von 742.280 Dollar in 2% Millionen Kc umrechneten. Es seien dies 24^ Millionen Kc, was wir hiemit richtigstellen. Wir möchten kein falsches Kul- türbW dieser Zeit vermitteln und geben gern zu, daß wir ihre Achtung vor der Boxerfaust unterschätzt haben! Wozu genügt das? Das christlichsoziale „Volk" zitiert eine unserer Notizen über Kirche und Heimwehrbanditen mit einem Nachsatz in schgeicher Weise: Der Erzbischof von Wien und de? Blutprälat haben sich es wiederholt schon zur Ehre gereichen lasten, die Heimwehrbanditen zu segnen. Ein neuer Beweis für die Huld und Gnade, die von kirchlicher Seite über eine vorwiegend aus Abgestraften, Zuhältern, Dieben, Sitt- lichkoitsverbrechern und Totschlägern bestehende Söldnerbande ausgegossen werden,-ist der Artikel eines Jesuitenpaters in der„Deutschen Presse" Mahr-Hartings."— Das genügt wohl zur Kennzeichnung sozialdemokratischen Geistes. Dann ist es uns gut gelungen und wir haben gar nichts dagegen, daß man uns darnach beurteilt, wie wir die unsaubere Bettgemeinschaft von Religion und Reaktion, von Kirche und Kapital, diese wahre Unzucht und Blutschande, beurteilen. In dieser Art aber, indem der Getroffene nichts zu erwidern weiß und die Kennzeichnung unwidersprochen abdruckt, scheint es uns vor allem zur noch- ma l ig en Kennzeichnung von Kirche undHeimwehr zu genügen. „Jugenderziehung" mit Tau und Gummischlauch. Nach dem Bericht des Untersuchungs-- auSschusses, den eine New Aorker Sozial- ovganisätion zur Untersuchung der Strafmctho- den.fti den'.Bessoruugsanstälten eingesetzt hatte, herrscht dort die Gepflogenheit, beim Vollzug der Prügelstrafe an Stelle des Stockes der nachdrücklicheren Wirkung weaen ein dickes Tau oder einen Gummischlauch in Tätigkeit treten zu lassen, Tie Strafen bewegen sich in den Grenzen von zwei Schlägen mit dem Tau und 150 Schlägen mit dem Gummischlauch.„In einer Anstalt." heißt es in dem Bericht des Ausschusses,„hält man auch das Rizinusöl, das Knaben und Mädchen in gewissen Fällen verabreicht wird, für eine zu „befriedigenden Ergebnissen" führende Strafmaßregel. Auch die Dunkelzelle wird in neun Anstalten für Mädchen verordnet, die zwölf Stunden bis drei Monate lang eingesperrt bleiben." Ein ausgewachsener Verbrecher hat in Connecticut also ungleich günstigere Aussichten auf ein ungestörtes Leben als ein Jugendlicher, der auf die schiefe Bahn geraten ist. Die Genossen der Al Capone und Jack Diamond sind dem Arm der Gerechtigkeit nicht erreichbar, dafür kühlt man sein Mütchen um so nachdrücklicher an den unglücklichen Kindern, die mit Gummischläuchcn traktiert und in Dunkelzellen gesperrt werden, damit sie„nützliche Mitglieder der Gesellschaft werden. Strälinstskolonie im Eismeer? Die französische Regierung Plant, die berüchtigte französische Sträflingskolonie Cayenne, in der außerordentlich ungünstige klimatische Ver- HAtnisse herrschen, aufzuheben und nach der Kerguelen-Inseln zu verlegen. Das Klima soll gesünder sein als das von Guayana, außerdem soll die Insel zum Teil fruchtbaren Boden tragen, so daß hier der größte Teil'der Nahrungsmittel für die Sträflinge gepflanzt werden könnte. Der schwedisch« ForschungSreisend« Sven H«din teilte telegraphisch mit, daß zwei Mitglieder feiner Expedition nach einer gefährlichen Autofahrt, die sie. quer durch di« Wüste Gobi unternommen hatten, «ine mehrere hundert Meter lang« gut erhaltene Som Rundfunk. Empfehlenswertes aus den Programmen. Freitag. Pr«g: 11.12—12.00 Lchallpla^en. 16.30—1'7.30 r. kyNAerr. 18.25—18.55 Deutsche Sendung.— VrU»: 11.19 12.00 Mirragskonzen. 17.45—18.10 Musik für bit. Fugend 18.25—18.55 Deutsche Sendung. Ueb. aus Prng. 111.35—30.00 HarferniÄo. A.00—22.00 Jvri A,mot Komensky.— Mahr.-OÜran: 11.00—18.00, 18.00-18.10 Schallplatte«. 22.20-83.00 Lerchs Musik.— Prehburg. 11.30-12.00, 13.30-13.45, 16.00—16.30 Schallplatte«.— Berlin: 19.30 Der Bi-oodmival, Operette von C. Milloiker. 21.50 Konzerr für Prolin« llo mir Orchester.—' Bre^au: 20.15 Veilchen vom Montmarrve, Opererte von& jdalman.— Köln: 20.00 Leichre Musik.— Königsberg: 20.10 Higeun-erlie.de, Operette von F. Lehar.— München: 20.4o Tan» Vida, ein Mvsterium von B. DHaw.— Ttnitgart: 10.30 Unte» kann re Avdeßttrrdichwr(Arbeirerchöve aus Schallplatte«). 10.00 Symphonie.Konter:. Wien: 19.35 Quarre!! des Diener Män» nergeian-vereines. 21.00 GedachmiSseier Carl Michael Zichrer. — London II: 20.45, 22.35 Orchesterkonzer:.— Pari- J&iffclA tt»rm)r 20.20 Konzert. 21.30 Schallpstrttrn.— Paris, RadioÄ 21.45 Mireille, Oper von Gounod. chinesische Mauer entdeckten. Man nimmt an, daß es sich um eine Festtmgsma-uer handelt, die aus! der Zeit der Han-Dynastie, aus dem zweiten Jahrhundert vor Christi, stammt. Ein ansgrplüuderter Goldwarenladen. Dienst«« nachts wurde im Geschäft des Anton Follbracht in SoböSlau ein Einbruch verübt. Die Täter entwendeten zwei Brilla,ntringe, 91 Paar goldene Obr- qchänge, 41 silberne Herrenarmbanduhren, 20 qoldem Damenuhren, acht goDrne Kettenarmbänder, acht goldene Halsketten, vier goldene Herrenketten, alles im^.Gesamtwerte von über 32.000 K. Di« Sicherheitsorgane haben nach dem unbekannten Täter Nachforschungen«ingelcitet. Verschüttet. Beim Allgemeinen Krankenhause in Eger wurde' zwecks Erichtung eines neuen Kessel» Houses ein Schacht ausgehoben, dessen 10 Meier hohen Wände ausbetoniert werden sollten. Infolge der letzten Regengüste lockerten sich jedoch die Erbmassen und die Wände des Schachtes stürzten Mittwoch gegen halb 16 Uhr ein, wöbet bi« Lehmmasten die Bretter des Wandverschlages zerknickten.'Bon den im Schacht beschäftigten Arbeiter konnten sich sichd mit knapper Mühe vor dem Berschüttetwerden retten, trugen jedoch mehr oder minbkr blutige Verletzungen davon. Ein siebenter Arbeiter namens Anton Judas wurde von den Erbmassen an der. Beinen eingeklemmt, gegen die Maner gcpreßr und v-erschüttet. Die an der Unglücksstelle cintrcf« sende Feuerwehr und eine Abteilung des Jnf.-Reg. Nr. 33 nahmen sofort die Rettungsarbeiten auf und es gelang ihnen nach eineinhalbstündiger schwerer Arbeit den Verschütteten lebend zu bergen. Er wurde mit noch weiteren vier Arbeitern ins Krankenhaus gebracht, wäbrerch die beiden anderen in häusliche Pflege entlasten werden konnten. Barfichtrmngsmord eines Dachdackermeifters? Im Haag wurde ein 46jähriger Dachdeckerin: ifter verhaftet, der bei Reparatur einer Kirche im U5rn Amsterdams vor anderthalb Jahren eine Leiter so unglücklich ausgestellt hatte, daß sein ööjirhrigc'r Gc. Hilfe zu Fall kommen mußt« und an den erlittenen Verletzungen verstarb. Es wurde festgestcllt, daß der Gehilfe zugleich sein Kompagnon gewesen war und daß der Meister, sich und seinen Kompagnon gegenseitig so versicheit hatte, baß bei ciivem Todes, fall der kleb erlebende«ine'namhafte Prämie erhielt. Diese Prämie hatte der Meister auch erhalten. Er hatte dieses Manöver schon wiederholt versucht und noch erst kürzlich wieder eine Versicherung mit einem neuen Kompagnon abschliehen wollen, was diesmal, aber zum Verdacht und, endlich zyr Verhaftung fichrte. Dip hohe Obrigkeit von Paeis wird moralisch. Der PölizeipräfÄt von Paris hat Moralvorschriften erlösten, die neben einer gewissen Verärgerung große Heiterkeit erregt haben. Den Parisern ist von nun an das Spazierengehen in den Promenaden im Bois de Boulogne und im Wäldchen von Vincennes im Sommer nur noch von fünf Uhr morgens bis Mitternacht und im Winter voll sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends gestattet. Automobile dürfen auch in diesen Zetten in den stillen Alleen nicht parken, wie sich dies noch amerikanischem Muster stark eingÄiürgert hatte. Besonderen Zorn«regt jedoch die Verfügung, daß bas Musizieren und Singen im Wald verboten wird.' Das Vergnügen, das Grammophon zum Picknick spielen zu. lassen, Trompete zu blasen, im Chor zu singen oder dir Trommel zu schlagen, ist nunmehr untersagt, ebenso das vollkommen lautlose Kartenspiel. 170 Kilogramm Körpergewicht bewirkt Straffreiheit. Bor einem Berlin«! Amtsgericht schwebt berbits seit Jahren ein Betrugsprozeß gegen eine Frau,, di« bisher aus einem ganz eigenartigen Hindernisgrund straffrei bleiben mußt«. Di« Br- schuldigtc weist nämlich«in Körpergewicht von nicht weniger als 170 Kilogramm auf und deshalb konnte gegen sie bisher keine Verhandlung stattsin» den, obwohl ständig neue Anzeigen gegen sie«in» laufen, und das Verfahren sich bereits aus 26 Straffälle erstreckt. Die Frau kann sich aus ihrer Wohnung nicht entfernen. Sie sitzt den ganzen Tag über beim Telephon und bestellt bei Geschäftsleuten alle' möglichen Waren, die sie sich in- Haus schicken läßt, worauf sie sie verkauft oder an Nachbarn verschenkt. Nach dem Gutachten der Aerzte ist die Frau herz- und hirnversett«: und sckpvachfinnitz, aber für ihr« Handlungen voll verantwortlich. DaS Telephon kann ihr nicht weggenommen werden, da sie es dringe,rd braucht, um Hilfe herbeizurufen, falls ihr etwas zustoßen sollt«. Bor einigen Jahre« gelang es einmal, sie unter großen Schwierigkeiten vor Gericht zu bringen, eS mußte«in besonders, breiter Transportwegen beschafft werden und um ihr den Eintritt in den Gerichtssaal zu ermöglichen, mußten beide Flügeltüren geöffnet wechen. Eine besondere Anklagebank mußte für sie konstruiert werden. Damals wurde dir Frau freigesprochen und alle Versuch», sie zu einer neuen Verhandln,^ zu bringen, sind bisher gescheitert. Nr. 266 Donnerstag, 13. November 1930 Die Wahlen in Desterreich. Das Ergebnis der Nationalratswahlen am 9. November 1930. Wahlkreis Ceite 5. Nationalratswahlen am 24. April 1927. Sozialdemokr. Chriftlichsoz. Schoberbiod Seimatblock And. Parteien Sozialdemokr. Einheitsliste Landbund And. Parteien Stimmen Mand. Stimmen Mand. Stimmen Mand. Stimmen Mand. Stimmen Mand. Stimmen Mand. Stimmen Mand. Stimmen Mand. Stimmen Mand. 45,257 2 32,534 1 23,191 15,048 1 4,991 7,863 3,839 5,798 65,285 45,152 39,967 1 20,501 4,400 8,578 72,697 39,789 1 14,939 2,693 10,100 134,593 36,877 1 14,988 3,365 6,417 123,324 45,697 1 19,975 3,792 7,398 112,951 42,761 1 15,734 3,297 5,853 139,891 96,793 90,421 72,014 72.014 4444 13,674 25,867 4. 13,811 13,811 1711 18,126 18,827 8,214 8,214 1111 7,075 69,476 13,432 158,324 13,967 34,309 6,228 45,541 326546 3712 72,699 51,177 62,877 55,277 5,067 66,350 59,308 12223242 10,960 10,520 6,177 41,532 4,435 4,824 13,999 14,007 6,954 8,503 15,261 28,984 8,418 10,661 9,774 43,959 4,089 5,222 972 13,020 15,625 7,059 8,384 38,998 21,816 16,218 16,401 2,205 38,907 1 1,033 16,966 2121221 54,862 1281213 20,576 20,386 20,497 1 9,113 23,020 6,543 19,108 1 28,404 35,265 2. 13,459 1 11-11 5,281 2,411 11 62,890 3 50,878 24,669 41,643 1,033 11,974 12,305 61,865 82,490 4 52,971 6,468 63,557 4 3 55,256 45,703 57,765 I. II. 1234567 Wien I., III., IV. Bez.. VI., VII, VIII. Bez. IX., XVIII., XIX. Bez. II., XX., XXI. Bez.. V., X., XI. Bez. XII., XIII., XV. Bez.. 68,504 45,022 73,177 137,756 124,512 . 118,314 XIV., XVI., XVII. Bez. 136,131 11 8068 Viertel ob. d. Wienerwald 9 Viertel unt. d. Wienerwald 66,482 150,397 10 Viertel ob. d. Manhartsbg. • 32,768 Viertel unt. d. Manhartsbg. 32,768 32266545 3711 12 Linz und Umgebung 39,977 13 Innviertel 12,717 14 Hausrudviertel 27,208 III. 15 Traunviertel 43,257 4 16 Mühlviertel 12,780 17 Salzburg 36,963 18 Tirol 38,889 19 Vorarlberg 16,205 21121211 23,881 43,737 54,570 45,384 50,102 51,239 96,996 44,078 20 Graz und Umgebung. 64,176 3 34,178 21 Mittel- und Untersteier 24,043 1 37,657 IV. 22 Oftsteier 12,812 57,574 23 Obersteier 74,572 4 93,915 24 Kärnten 25 Burgenland 61,566 4 3 35,434 3222222 468 229 5,948 5,326 537 7,081. 644 9,286 257 4,277 544 4,718 259 5,858 127,507 129,772 91,770 125,817 6999 3,092 2,590 1,246 5,943 5 11,392 3,592 7,841 914 43,163 2 53,013 3 68,927 3 65,125 3 60,080 3 72,905 4 129,825 C co co co co+63 22322100 3,490 1,413 13,378 518 14,268 143 6,178 1,149 4,960 1,194 7,566 1,312 923 4,108 3,451 1,053 11,032 13,516 22,621 1 5,183 24,143 5,386 23,277 45,948 22,233 6,350 17,214 229 3 weites Wahlverfahren: 1111 Es verbleiben in Wien 9 Restmandate, von denen die Sozialdemokraten 3, die Chriftlichsozialen 3 und der Schober- Block 3 erhalten. Der Nationalrat zählt 165 Mandate. Die heute noch nicht besetzten Mandate fommen im Reststimmenverfahren zur Aufteilung. Es ist jedoch bereits errechnet worden, wie sich die Reststimmen auf die einzelnen Parteien verteilen, sodaß die in der Presse bereits am Dienstag mitgeteilten Mandatsziffern als endgültige anzusehen find. 11 I. Wahlkreis 4 II. Wahlkreis III. Wahlkreis IV. Wahlkreis . Rest ftimmen 44,831 Mand. 41,544 1 Rest ftimmen 88,230 1 18,463 Mand. Reit stimmen 2,938 Mand. Rejt ftimmen Wand. 42,494 23,571 13,039 60,157 1 79,230 2 44,962 2 74,879 3 52,214 1 10,890 51,535 2 47,878 Endergebnisse vom Jahre 1927: 1,539.088 71 Die größte Brüde der Welt. Die Engeneering| dern sogar noch Ablehnung, in den maßgebenden| gab. Es war ja inzwischen die Zeit gekommen, in Company in London hat von der englischen Regie- medizinischen Kreisen. Man hatte eben durch die der noch Nuzbarmachung der Bakteriologie, die rung den Auftrag erhalten, eine Brücke über den vielen vorhergegangenen Alarmberichte den Glau- Erkenntnis von der Uebertragbarkeit und VerbreiZambesi- Fluß in Südost- Afrika zu bauen. ben an derartige Entdeckungen verloren. In der tung der Infektionskrankheiten schon zu einem Die Brücke, die vollständig aus Stahl hergestellt historischen Sigung der Berliner Medizinischen organisierten Seuchenschutz und einer Seuchengeset yerden soll, wiro mit 11.650 Fuß Lange die größte Gesellschaft, in der zum erstenatale die medizinische gebung geführt hatte, die den Gesundheitsämtern Brücke der Welt sein. Die Baufoften sollen sich Oeffentlichkeit den Nainen Spirochaeta pallida" übergeben war. Die Entdeckung der Spirochaete auf etwa 250 Millionen Stronen belaufen. hörte, wurde die Diskussion von den damaligen erfolgte durch einen beamteten Arzt des ReichsVorsitzenden, dem berühmten Chirurgen Ernst von gesundheitsamtes, auf dem Dienstwege". Sein Name Bergmann geschlossen mit den Worten: bis wieder sei nicht verschwiegen. Es war der jung verstor Der Erreger der Syphilis. Im Jahre 1905, also vor einem Vierteljahr ein anderer Syphiliserreger unfere Aufmerksamkeit bene Regierungsrat Frig Schaudiun. Das hundert, gelang der Bakteriologie, diesem damals in Anspruch nimmt". Glücklicherweise hatte der Reichsgesundheitsamt hatte von der Entdeckung benoch sehr jungen Zweige am Baume der medizini bekannte Wissenschaftler diesmal geirrt. Rein an- stimmter Protozonen als Serantheitserreger Mittei schen Wissenschaft, die Entdeckung des Erregers der berer Erreger der Syphilis hat darnach die Wissen lung bekommen. Mit der Nachprüfung dieser AnSyphilis, der„ Spirochaeta pallida". Eine Entschaft und die Welt alarmieren können. Der Er- gaben wurde Dr. Schaudinn beauftragt und bei bedung, die in der Bakteriologie den Schlußstein reger der Syphilis war in der Spirochaeta pallida dieser Gelegenheit fand er egalt und förmlich die Spirochaeta pallida, die ebenfalls zu der Familie und die Krönung des ganzen Gebäudes bildete, das wirklich gefunden. der Protozonen gehört. Im guten Glauben an Wie aber war diese Entdedung zustande seine protokollierten Untersuchungsergebnisse verVolkswirtschaft und Sozialpolitik. Wo bleibt das Kartellgeleg? 1.753.346 85 229.977 9 114.301 Dein Darm der muss in Ordnung sein, Laxigen Lavig dann ist dein Teint auch zart und rein! führt ab! Es wirkt sehr milde. Versuch es und Du bist im Bilde. Eine Schachtel enthält 20 Bonbons und kostet nur Kč 10, Organisierte Produktionseinschränkungen? Die Verbandszeitung"( Aussig) vont 5. 11. 1930 berichtet: Die Unternehmer- Fachpresse berichtet über eine Konferenz der Zelluloseindustriellen von mit der Entdeckung des Kochschen Tuberkelbazillus Format und Ansehen bekommen hatte. Doch nicht allein für die Bakteriologie war gekommen? Nicht geniale Intuition, nicht Forscher. trat er seine Ansichten nicht nur seiner vorgefet geforderte Schaffung eines Startellgesetes wird diese Entdeckung wertvoll und abschließend, mehr glid oder Zufall hatte dabei geholfen. Die Ent- ten Behörde gegenüber, sondern auch vor der ebenso immer notwendiger. noch für die Lehre und Erkenntnis der Syphilis, deckung des Syphiliserregers war eine Leistung, die skeptischen Wissenschaft. So wurde die Entdeckung dieser graujamen und gefürchteten Strantheit. Mit sich gewissermaßen auf dem Wege der behördlichen Spirochaeta pallida eine hervorragende Leistung der Entdeckung des Erregers war die sogenannte Verfügung und sozialhygienischer Maßnahmen er- legafter und organisierter Arbeit. Dr. med.-d- s Syphilisologie, die Lehre von der Syphilis, komplett. So ausgedehnt war die Forschung dieser Krankheit, daß jie einer eigenen Sonderwissenschaft genügte. Heute ist das große Gebiet allerdings schon längst Gemeingut aller Aerzte geworden, während die Spezialbehandlung zum größten Teil in den Händen der Dermatologen verschiedener Fachärztegrup In den letzten Tagen hat das Eisen- zahlt wie das Ausland und gegenwärtig sich so- Schweden, Norivegen, Finnland, Deutschland, pen liegt. Denn die Syphilis ist keine reine fartell dem Handelsministerium mitgeteilt, gar Lohnabbauforderungen anmaßt, wie wir aus Desterreich und der Tschechoslowakei, Hautkrankheit, die sich nur an den Geschlechtsteilen daß es nicht in der Lage sei, die Eisenpreise her- der Gewerkschaftspresse entnehmen. Dabei haben welche vor kurzer Zeit in Kopenhagen stattgefunoder auf der äußeren Haut abspielt, sie ist eine abzusetzen, weil eine Preissenkung im Inlande die Papierindustriellen fünf fette Konjunktur- den hat und demnächst in Malmö( Schweden) schwere Allgemeinerkrankung chronischer Art. Das angeblich den Export gefährden würde. Warum jahre hinter sich. fortgesetzt werden soll. Die Kopenhagener Konliegt im Wesen ihres Erregers begründet und da- aber denkt die schwerverdienende Eisen- Die Papierpreise sollen also auf ihrer unferenz soll beschlossen haben, die Zelluloseprodukfür hat die Entdeckung des Erregers wesentliches industrie nicht daran, ihre hohen Ge- berechtigten Höhe bleiben. Glaubt das Papier- tion in den skandinavischen Ländern um 15 ProWährend noch vor wenigen winne und die Riefengehälter der fartell, die Deffentlichkeit weiß nicht, daß zent einzuschränken. Jahrzehnten die Rückenmarkschwindsucht und die leitenden Direktoren abzubauen? Da- seit dem Vorjahre der wichtigste Rohstoff für Paralyje als Nachkrankheit der eigentlichen mit ließen sich die Erzeugungskosten und mithin Die Tschechoslowakei soll demnach zu einer das Papier, das Holz, um 30 bis 35 Prozent Syphilis angesehen wurden, hat der Nachweis von auch die Preise schon entsprechend herabsehen. Produktionseinschränkung von 15 Prozent verim Preise gefallen ist? Spirochaeten im Gehirn und Rückenmark den Be- Besonders dann, wenn auch jene Verbilligung Oder soll auch bei Papier der Export als Ent- ohne Widerspruch bleiben. Zunächst muß man halten werden. Diese gemachte Sache fann nicht weis für den Zustand der Syphilis erbracht. Im der Gestehungskosten gebührend in Rechnung mer und immer wieder ist es der winzig fleine, gestellt würde, die durch die Rationalisie- schuldigung dienen, wie beim Eisen? Auch diese sich fragen, ob eine solche Einschrän nur mikroskopisch sichtbare Erreger, der die Krant- rung erzielt wurde. Aber die Herren Schwer- Statistik ist der Papier- Export seit 1927 relativ fabriken( Solubkau und Sandhübel, alte Fabrit) Frage beantwortet sich leicht. Nach der amtlichen ung notwendig ist. Zwei Zelluloseheitserscheinungen bewirkt und mit seinen 3er- verdiener wollen eben nicht. und absolut zurückgegangen. Er betrug 1927 wurden bereits vor langer Zeit stillgelegt. Bisstörungen die Krankheit verschuldet. Noch trasfer mutet die Vorgangsweise des mur 28.5 Prozent und 1929 gar nur 23 Prozent her ist durch Stillstände in den Zellulofefabriken Trotzdem hat die Entdeckung des Erregers bet papierfartells an. Dieses mußte sich under Papierproduktion. Am stärksten ist der Ex- Rattimau, Nestersiz, Arnau und Josefshütte ein weitem nicht das Aufsehen erregt, wie es beispiels- ter dem Drucke der Großabnehmer in letter portrückgang beim Zeitungspapier, das die Produktionsausfall nach unseren Erhebungen von weise die Entdeckung des Tuberfelbazillus bereit wiederholt mit der Preisfrage beschäftigen größte Breisdifferenz zum Weltmarkt aufweist, höchstens 4216 Tonnen oder 1.7 Brozent der vorursachte. Als der Syphiliserreger dor nunmehr und hielt in der vergangenen Woche nicht weni er beträgt bei diesem Papier seit 1927 nicht jährigen Gesamtproduktion zu verzeichnen. Rech25 Jahren gefunden wurde, war die Menschheit ger mie drei Sigungen ab. Und das Ergebnis? weniger als 32 Prozent. net man den Produktionsausfall auf die bisherige medizinische-bereits mit den Wie verlautet, sollen lediglich die Preise für Angesichts dieser Tatsachen kann man das Produktion des Jahres 1930, jo beträgt er faum bakteriologischen Befunden und dem Wesen der Gutpad, Zelluloselomps und Fangstoff um Preis zugeständnis" des Papierkartells nur als 2 Prozent, denn die Produktion ist trop der StillSinfektionsfrankheiten vertraut. Man kannte auch bis 4 Prozent ermäßigt werden. Die ein Preisdiktat betrachten. Und dieses und stände infolge der fortschreitenden Rationalisie die Symptome der Syphilis und den Zusammen genannten Papiersorten machen jedoch kaum 10 alle Breisdiktate unserer Kartelle sind möglich, rung weiter gestiegen. Wenn die heimische Zelluloſehang der einzelnen Erkrankungen bestimmter Prozent der gesamten Papierzeugung aus. 90 weil sich die Herren unter dem gegenwärtigen industrie bisher trotz der Krise mit der angeführ Organe mit der Allgemeinerkrankung. Man ahnte Brozent der erzeugten Papiere sollen dentnach hohen 3ollschuhe sehr sicher fühlen. Bindustrie bisher iroz der Krise mit der angeführ richt nur, sondern man vermutete mit Bestimmt die abnormal hohen Preise behalten! Und wie trägt doch der Zoll auf Zeitungspapier" nur" ten Einschränkung ausgekommen ist, ist nicht einheit schon den bakteriellen Errege: der Syphilis und sehen diese Preise im Vergleich mit den Welt- 66 Prozent vom Weltmarktpreis. Die Preispoli siehen, weshalb noch weitere und bedeutend man suchte ihn eifrig. Was zur Folge hatte, daß marktpreisen aus? tif unserer Startelle zeigt immer mehr einen größere Einschränkungen vorgenori.nen werden sollen. Die in Kovenhagen beschlot, ene Einschränin regelmäßigen und gar nicht langen Intervallen fung von 15 Prozent würde einen Produktionsmehr oder minder namhafte Forscher auf der wissenschaftlichen Bildfläche erschienen, um für sich ausfall von rund 38.000 Tonnen per Jahr oder 3188 Tonnen per Monat bedingen. Soll ein die Entdeckung des Syphiliserregers zu beanFahren die Kartelle in ihrer nur auf weitgehen- solcher Produktionsausfall angestrebt werden, für spruchen. Leider stellte sich dann heraus, daß der den Profitschutz bedachten Preispolitik fort, so den keinerlei Begründung vorliegt, so müßten 5 spezifische Erreger der Syphilis noch immer nicht fordern sie selbst eine Verminderung des Zoll- Zellulosefabriken in der Größe oder mit der Kapaschutzes heraus. Aber auch die schon wiederholt zität von Nestersis stillgelegt werden. nicht nur die Unsere Inlandspreise liegen bei Zellulosepadpapier um 29 Prozent, bei Schreibpapier um 40 Prozent, bei Zeitungspapier um 55 Prozent und bei Pappe um 33 Prozent über Weltmarktparität. gefunden war. Als er dann wirklich entdeckt war, Dabei darf aber nicht vergessen werden, daß unfand diese Tatsache nicht nur keine Beachtung, son- sere Papierindustrie bedeutend niedrigere Löhne 3 offenen Mißbrauch des vom Staate gewährten Zollschutzes. Ceite 6. P Das Tribunal der Kinder. Donnerstag, 13. Robember 1930 In die Sport Spiel Rörperpflege $ „ Spiele gegen Russenmannschaften ein wüftes Schachergeschäft." Bilder vom Pariser Kindergericht. Opfer der Schicksalsmühle.- Die Bande der Spielzeugdiebe. Ein Automene". Der Milchhändler war der Grste. Der Sohn der Rabenmutter. Paris, Mitte Noventber.( Eig. Ber.) ler war doch der erste... Er wollte, daß ich wieDas„ Tribunal der Stinder" tagt täglich von der... Und da bin ich eben davongelaufen; denn Eine ebenso gemeine wie dumme Beschuldigung. 10 bis 3 1hr Eine schmale Pforte im Justizpalast umsonst, hat meine Tante gesagt..." vom Seine Ufer her; dunkle Gänge, in denen es Fürsorgeanstalt bis zur Volljährigkeit. nach Moder riecht, dann wieder eine Tür; cin Gerichtssaal, grau, düster, erdrückend durch seine Leere. Fünf Stunden lang ziehen hier die Wien schenschicksale vorüber, acht sind es heute. In fämt lichen Fällen, mit Ausnahme des letzten, lautet das Springen dann die Anstaltstore auf, ist die Mensch heit um einen Todfeind reicher. * Zuerst drei Jungen, gleich auf einntal: zehn, elf und vierzehn Jahre sind sie alt. Der Jüngste Rr. 266 In das Heim des flaffenbewußten Urbeiters gehört d. Zentralorgan. der Deutschen sozialdemokr. Arbeiterpartei „ Sozialdemokrat" Kunst und Willen. Der fommunistische Sportverband in Deutschland hatte sich eine Russenmann- den mit 2: 0 gewann. Rapid gelangt damit zum schaft verschrieben, um mit ihr dem nicht wunsch erstenmal in den Besitz des Potals. Im nächsten Ein anderes Mädchen, ein Jahr älter, fit auf gemäß vorwärtsgehenden Spaltungsgeschäft neuen Jahre werden die Geschäfte" um diesen„ Pokal" der Anklagebant. Ein Dußend älterer Herren", Antrieb zu geben. Der deutsche Arbeiter- Turn- ihre Fortsetzung finden. Bis dahin werden di deren Namen schonend verschwiegen werden, gelten und Sportbund hatte lein Interesse, sich mit dieser Macher dieser Stonfurien; die Stöpfe zusammenstef als protokollarische Zeugen. Sie gaben polizeilich Angelegenheit abzugeben, aber es fann bekanntlich fen und beraten, wie das liebe" Publikunt wiede zu, die Kunden" dieses Mädchens gewesen zu sein. der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bemogelt( fiche Újpest- Ambrosiana) werden kann. Sie fönnen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, bösen Nachbar nicht gefällt. Aus Mangel an sachpeil die Angeklagte damals" schon über sechzehn Tichen Werbemethoden und aus Haß gegen den Jahre alt war. Das gleiche Urteil. ATSB. wird dieser von kommunistischen Blättern Beschuldigt, bei seinen früheren Spielen mit den Russen schwer verdient zu haben. Beson ders der Klassentamps" aus Halle steigt nach alter Dornerstog( 26-2), 7 Uhr:„ Die ZauberGewohnheit in die tiefste Kloake, um Schmußereien flöte". Freitag Freitag( 27-3), 7% Uhr: Ange gegen die Bundesleitung hervorzuholen. Er schreibt: tra". Samstag( 28-4, 7 Uhr, Schiller- Feier, „ Schon im Arbeiter- Turn- und Sportbund neueinstud.:" Die Räuber". Sonntag( 29-1), 11 Uhr: Singvereinskonzert; 2% thr: mußten die oppositionellen Sportler erkennen, daß die sogenannten„ Führer" eine internationale Arbeitervorstellung:„ Die Zauberflöte", balb Sportveranstaltung, vor allen Dingen„ Spiele Uhr. Der blaue Schmetterling". Mongegen Russenmannschaften" als ein" wüjtes tag( 30-2), 7% Uhr:„ Angelina". Schachergeschäft betrachteten. Nicht die sportlichen Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag, halb * Ein junger Bursche wird hereingeführt. Zer sieht amt furchtsantsten, aus. Er lutscht am Finger, Tumpt, struppige Haare, bleiches Gesicht, irrende wie ein Baby. Er ist der„ Anführer" dieser Blicke. Ein„ Unverbesserlicher"... Er ist aus der Bande", die aus Warenhäusern Spielsachen stahl. Fürsorgeanstalt geflüchtet, hat mehrere Einbrüche Alle dret tragen„ Tätowierungen" an den Händen auf dem Gewissen. Die Mutter, gepudert, geAuf die Frage des Vorsitzenden heben sie die Sände fchminkt, nach Barfüm duftend, steht am Zeugen und zeigen die Bemanningen: einen Anter, eine tisch, offenbar eine„ bessere Halbweltdame". Nein, Schlange und einen Frauenkopf bei dem Aeltesten. nein, sie will von dem Tunichtgut nichts wissen. Alle drei geben die Diebstähle offen zu, brechen our fort mit ihm. Fort auf zwei Jahre ins Gegleichzeitig in Tränen aus und versprechen, sich zufängnis, dann bis zur Volljährigkeit in die Anstalt. beffern. Zwangserziehung bis zur Volljährigkeit. Die Mutter dankt dem Richter noch, als er dieses Dann ein Dreizehnjähriger.... Er hat fünfhundert Franken aus der Tasche eines Chauffeurs gestohlen. Und mit dem Gelbe hat der Junge, wie er felbft fagt, einen alten Wunsch verwirklicht" Er ist in eine Autotage gestiegen, hat sich in einen Borort fahren lassen, dann wieder zurück nach Baris, wieder in den Borort, jedesmal das Auto mechselnd, bis die fünfhundert Franten alle waren Urteil: Zwangserziehung bis zu einundzwanzig Jahren. Ein fünfzehneinhalbjähriges Mädchen, das wie eine Siebzehnjährige aussieht. Elegant gekleidet, sehr hübsch, geschminkte Stinderlippen. Sie ist rüd fällig". Sie war von dem„ Deuvre"( Hilfsverein für gefallene" Rinder) bei einer achtbaren Familie" in die Lehre gegeben worden und davon gelaufen. Der Präsident fragt: 11 ,, Sie sprechen auf den Boulevards Männer an?" Hingehauchte Antwort: Nicht immer Dann fährt das Mädchen fort: Als ich das erste mal angehalten wurde, hatte mich meine Tante auf die Boulevards geschickt. Wir hatten lein Brot..." Urteil fällt. de Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Leistungen standen für diese Leutchen im Vorder- 8 thr: nguer und Nonne". Freitag, grund, sondern in allererster Linie das Geschäft. 7% Uhr: Die Wunderbar". Samstag, harb Die meisten Bezirke und Städte mußten der Uhr zum 25. Male:„ Meine Schwester artige Spiele ablehnen, da der Bund hierbei und ich", Sonntag, 2% Uhr:„ Die Wunder. so hohe Forderungen stellte, daß diese nicht auf- bar" 7½ Uhr: Premiere:„ Der Unwider. gebracht weiden konnten." stehliche" Montag, 7% Uhr: Die Wun berbar. Und das kommt ausgerechnet von Halle, dessen Fußballbezirk am 21. August 1927 von der Bundesfußballeitung ein Russenspiel( Putilow Leningrad) Und schließlich der Lezzte, der einzige von allen, der noch nicht in Zwangserziehung, sondern in Brivatpflege des Hilfsvereins fommt: ein Elfjähriger, ein schwächliches, zurückgebliebenes Kind. Die uneheliche Mutter liegt im Strankenhaus, die Großmutter ist mittellos Der Junge hat sich auf der Straße herumgetrieben, ist aus der Schule davongelaufen, hat ein paar Aepfel bei einem GeWenn den Bezirken und Städten die Russenmüschändler und ein feines, ganz billiges Schaukelmannschaften zu teuer aparen, so lag das einzig und pferd in einem Warenhaus gestohlen. allein an den Der Vorsitzende sagt streng: Steh' auf zugewiesen betam. ,, proletarischen" Forderungen der Russen. Vorträge. " „ Glaube und Wissenschaft", Vortrag des Pfar rers in der Christengemeinschaft Dr. Lenz, am Freitag, den 14. d. um halb 8 Uhr im kleinen Uraniasaal, ,, Dichter des Freien Gedanken", Matinée unter Aber der Angeflagte" hat schon längst durch Nicht einen Pfennig mehr hat die Bundesleitung Aufstehen die Würde des Gerichts gewahrt, nur die niet Suganiſationsfeilen verlangt, als was sie winwirkung von Dr. Paul Tyndall vom Deutschen Brüstung der Angeklagtenbank ist so hoch und der Russen forderten. Die Ruffen haben immer große Bolkstheater in Wien, Sonntag, den 16..net Junge noch so fleim, daß man seinen Stopf nur zur Anforderungen gestellt und einfach alles 10 Uhr vormittags im großen Uraniafaal. Hälfte sieht... bezahlt berlangt. Der Vereinsmannschaft bon Man hätte lachen können, wenn nicht ein Putilow Leningrad mußte für jedes Spiel 2160 Menschenleben im Spiel gewesen wäre. Der frap Marf gezahlt werden, das war allein für Fahrpante Bidersinn dieser Szene verfehlt seine Wir- geld und Verpflegung. Die Forderungen der russiung selbst auf den Richter nicht. Er läßt Milde schen Ländermannschaft betrugen 26.000 Mart. Sie wurden bezahlt. walten In diesem Zusammenhang sei darauf hinge wissen, daß bei dem Spiel in Halle der dortige " Aber," erwidert der Richter, der Hilfsvercin den Jungen mit sich fort; der Vertreter des Waren hat Sie doch zu einem achtbaren Manne, einem Milchhändler, in die Lehre gegeben...?" Rote Frontkämpferbund Vertragensbruch und finanziellen Betrug Eine respektable Dame des Hilfsvereins zieht hauses nimmt sein Schaukelpferd in Empfang; der Richter hebt die Sigung auf. Und das Klappern der Schicksalsmühle verberijote. Die Bezirksfußbolleitung von Salle hatte dem RFB. für seine Mitglieder ohne Bissent des Der Milchhänd- stummt. Auf einen Tag Bundes verbilligte Eintrittskotten abgegobert. Die ,, Ba... aber... aber...( sie zögert und bringt enblich unter Tränen heraus): Werte Genossen! Wir werden, wie im Vorjahre, wieder die Neujahrs- Enthebungen in unserem Blatte veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratalationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die von Jahr zu Jahr steigende Anzahl der Erhebungen zeigt, daß diese Einrichtung einem lange gehegten Bedürfnis entspricht. Die Enthebungen werden, nach Orten geordnet, erscheinen und lediglich Namen und Beruf enthalten. Eine Enthebung wird mit Kč 10.- berechnet. Werte Genossen! Wir ersuchen Sie, die tieferstehende Enthebungsbestellung frdl. auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 10. Dezember bei uns einlangen. Bei dieser Gelegenheit ersuchen wir Sie noch, den entfallenden Betrag mit der Abonnementgebühr pro Dezember einzusenden, da wir nur die bezahlten Enthebungen einschalten können. Wir rechnen zuversichtlich damit, daß Sie von unserem Angebote Gebrauch' machen werden und zeichnen mit Parteigruß: Hier abirennen! Verwaltung des Sozialdemokrat" Prag II.. Nekazanka 18. Hier abtrennen! Neujahrs- Enthebung für ,, Sozialdemokrat". Ich bestelle hiemit unter dem Namen... cine Neujahrsenthebung zum Betrage von Kč 10. und sende Ihnen diesen Betrag gleichzeitig mit der Abonnementsgebühr pro ein. Unterschrift: Beruf:. Roten Frontfämpfer verkauften diese verbilligten Karten öffentlich zu erhöhten Preisen, Literatur. Ein Beethoven- Roman. Nur ein ganz großer Dichter wäre imstande, Beethovens menschliche Schicksale romanmäßig zu gestalten. Wir lieben sind daher begreiflicherweise verstimmt, wenn eine und verehren Beethoven um seiner Musik willen, Schilderung seines Lebens anders als diese geartet ist. Johann Nordling, ein schwedischer Autor, bat in seinem„ uasi una fantasia" betitelten Beethoven- Roman nur einen fleinen 286schnitt aus dem Leben des großen Tonheroeit zum Gegenstande seiner Romanbetrachtung gemacht; die Zeit der Liebesbeziehungen Beethovens zu Komtesse Giulietta di Guicciardi. Wie das steht protokollarisch fest. Dem Roten Front schon der Titel des Romanes sagt, ist die dieser fämpferbund in Halle erschien das Russenspiel als Aristokratin gewidmete„ Mondschein"-Sonate Beetein blendendes Schacher- und Betrugsgeschäft. Aus hovens für Klavier, die die Ueberschrift„ Sonata denselben Streisen kommt jetzt nach drei Jahren die quasi una fantasia" trägt, der Hauptgedanke und Bundesleitung derartige Angelpunkt der Erzählung Nordlings. Beethovens Beschuldigung, daß die Geschäfte gemacht habe. Die niedrige Gesinnung Liebe zu Giulietta, die Erwiderung seiner Liebesgefühle durch diese und der schließliche Heroische der Leute richtet sich von selbst. Verzicht des Meisters werden behandelt, hiebei Blicke in die Wiener bürgerlichen und adligen Gesellschaftstreise jener Zeit gewährt. Leider ist der Die russischen Spieler waren in ihren An sprüchen alles andere als proletarische Sportler. für Beethoven so bezeichnende demokratische Chaakter des Micisters viel zu wenig betont. Die Schreibweise Nordlings iſt fejjelno obne faliches Bathos, aber mehr trisch als dramatisch bewegt. Musikhistorische Wahrheit, namentlich bei Anführung der hie und da berührten tondichterischen Mit Kopfschütteln und Erstaunen wurde von ihren Ansprüchen Kenntnis genommen und um des lieben Friedens und Eindruces nach außen hin wurde alles versucht, mit ihnen auch in diesen Fragen unter einen halbwegs passenden Hut zu kommen. Die deutschen Mannschaftsbegleiter wissen davon schaurige Lieder zu singen, und die Stöße Russen Werke Beethovens aus der Zeit seiner Liebe zu afien bei der Bundesfußballeitung würden e Giulietta, ist dem Verfasser nachzurühmen. Das Lühmigeit erlangen, wenn man ihre Internas nerfchön ausgestattete und verhältnismäßig billige Buch ( geburden 5 Mark) ist im Verlage von E. Bartelsmann in Gütersloh erschienen. c. f. öffentlichte. In dem von der Bundeslet. tung nach den Russenspielen 1927 herausgege ebenen Grünbuch ist allgemein beurteilend zu lesen: ,, Vom Goleerensträfling zum Polizeichef." Bon Vidocq. Die seltsame Lebensgeschichte Eugène- Fran çois Vidocqs, von ihm selbst erzählt. 280 Seifen. Ste Der Gegensatz von anspruchslos" ängerte sich mitunter auf allen Gebieten: Ganzleinen. Verlag: Der Bücherfreis G. m. 6. S., Babufahrten, Autofahrten, Quartiere, Verpfle Berlin SW 61. 1930. Preis Mart 4.80( für Mit gung, Spielfeld, Spielball usw. Wenn z. B. in glieder Sonderpreis). Seltsam genug ist diese veBremen für zehnstündige Fahrt Bremen- Dresden bensgeschichte, die kurz vor der großen französischer: ant Tage ein Schlafwagen verlangt wurde, Revolution anhebt und in der Restauration so fennzeichnet die Frage des Bremer Eisen- nach dem Sturze Napoleons abschließt bahnbeamten, ob es sich um einen Transport von ist der Bericht über ein Abenteurerleben, wie es Schwerkranken handelt, die Unmöglichkeit eines phantastischer teine Dichterphantasie sich ausdenten jolchen Verlangens. Wir sind es nicht ge kann. Und doch ist sie nicht das Produkt eines gewöhnt, daß Lebensbedürfnisse einer reisenden schickten, auf Sensationen erpichten Literaten, jonFußballmannschaft nach dem Wert ihrer sport dern historische Wahrheit! Dieser Vidocq hat: tatlichen Qualität verschiedenartig gestellt werden. sächlich nach einem wilden Leben, das ihn mehrfach Unsere Organisation würde bald in einen sehr in die Gefängnisse und Bagnos führte, in den Jahjchlechten Ruf kommen, wenn die tomforta ren 1812-1827 die Pariser Sicherheitsbrigade geblen Ansprüche der bürgerlichen Geführt. Die erste größere Strafe führt er auf einen jellschaft bei uns zur Anwendung fämen. Juftizirrtum zurück. Er bricht mehrfach aus, aber Das würde auch dem Charakter so manchen immer wieder greift ihn die Polizei auf. SchließSpielers nicht zuträglich sein. Auswahlspieler lich findet er keinen anderen Ausweg, als seine haben nicht das Recht, Sonderstellungen einzu- Dienste den Verfolgern anzubieten. Er wird als nehmen. Bei einigen russischen Spielern waren Polizeispion und Geheimagent zum Verräter an seibereits Ansätze einer solchen Ueberschätzung vor nen Kameraden, und damit beginnt sein Aufstieg. handen." Sein Rücktritt vom Amt erfolgt auf eigenes ErZu diesen Tatsachen haben die Kommu suchen. Bald darauf beginnt er mit der Niedernisiensportler verständlicherweise noch nie Stel- schrift seiner Erinnerungen, die einen so sensationellen Bucherfolg erzielten, daß sie vielfach verfälscht lung genommen. wurden. Die echten Erinnerungen Vidocqs sind eine bibliophile Seltenheit. Bürgerlicher Sport. Mitropa- Cup. Mittwoch fand in Wien das Rüdspiel Sparta Prag und Rapid Wien statt, das zwar diesmal von Sparta mit 3: 2( 2: 1) gewonnen wurde, aber dieser Sieg lengte nicht, um wieder in die Liste der Gewinner eingetragen zu werden, da Rapid das erste Spiel auf Prager BoSerausgeber Siegfried Taub. Chetrebafteur: Wilhelm tenet Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß Bras Drud: Rota- fü Zeitung and Buciorud Frag. Für den Druck verantwortlich: Otto Solit Prog. Die Betzungsmarkenfranfatur wurde von der Bout u TelegraphenDirektion mi: Erlag Nr. 13,300/ VII/ 1950 bewigt.