Nr. 32. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 11 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr Deträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 7. Februar 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. An die Arbeiter Deutschlands! Arbeiter Deutschlands! Ein Unerhörtes ist geschehen. Wie Euch bekannt geworden sein wird, hat Freitag, den 3. Februar, der Dresdener Schwurgerichtshof neun Arbeiter zu insgesammt dreiundfünfzig Jahren Zuchthaus, acht Jahren Gefängniß und siebenzig Jahren Ehrverluft verurtheilt. Dieses furchtbar harte Urtheil wurde damit begründet, daß drei der Verurtheilten sich angeblich des versuchten Todtschlags schuldig gemacht, sämmtliche Verurtheilte an schwerem Landfriedensbruch sich betheiligt hätten. Bürgerliche Geschworene sprachen dieses Urtheil über Angehörige der Arbeiterklasse unter Verweigerung mildernder Umstände, und bürgerliche Richter gewannen es über sich, die schuldig Gesprochenen theilweise mit den schwersten Strafen zu belegen, die das Gesez kennt. Aber damit nicht genug. Der Gerichtshof hat auch, nach unserer Meinung unter falscher und unzulässiger Anwendung der bezüglichen Bestimmungen der Strafprozeßordnung über den Ausschluß der Oeffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen, die Verhandlung hinter verschlossenen Thüren geführt und damit der Oeffentlichkeit die Möglichkeit entzogen, den Gang der Verhandlungen zu verfolgen. Arbeiter Deutschlands! Was haben die Verurtheilten gethan, das ein solch' entsetzliches Urtheil rechtfertigen könnte? Hört und urtheilt selbst! Die Verurtheilten feierten am 6. Juli vorigen Jahres auf einem Neubau der Unternehmer Hampel und Grahl in Löbtau das Richtfest. Die Unternehmer waren mit einer Bierspende freigebig gewesen, und die Folge war, daß die betheiligten Arbeiter in eine sehr angeregte Stimmung geriethen. Gegen 8 Uhr Abends hörte der Rest der auf dem Bau noch anwesenden Arbeiter, daß auf dem nahe gelegenen Bau des Unternehmers Klemm noch gearbeitet werde, obgleich gemäß der erst nach schweren Kämpfen errungenen zehn. stündigen Arbeitszeit der Dresdener Bauarbeiter, bereits um sechs Uhr hätte Feierabend eintreten müssen. Das war die Veranlassung, daß die Verurtheilten sich nach dem Klemm'schen Bau begaben und die dort arbeitenden Kollegen aufforderten, mit der Arbeit aufzuhören. Es kam darüber zwischen den beiden Parteien zu einem lebhaften Wortwechsel, der dadurch verschärft wurde, daß der hinzugekommene Bauunternehmer Klemm die fremden Arbeiter mit Schimpfworten wie Spitzbuben" und„ Einbrecher" belegte, und daß, als hierauf die Erbitterung der so Behandelten sich ebenfalls in heftigen Worten Luft machte, Klemm nach der Baubude lief, einen Revolver holte und mit ihm zwei Schüsse abgab. Obgleich diese Schüsse blind waren, glaubten bei dem herrschenden Lärm, der durch viele Neugierige verstärkt wurde, die Verurtheilten, daß scharf geschossen und einer ihrer Kameraden, der am Halse blutete, durch einen Schuß verwundet worden sei. Sie fielen darauf über den Bauunternehmer Klemm her, den sie mit Holzstücken und einer Flasche niederschlugen und mit Füßen traten, wobei die Worte fielen: schlagt den Hund todt". Durch zwei Poliere wurde Klemm diesen Mißhandlungen entrissen und vom Platze geführt. Nach einigen Wochen ärztlicher Behandlung war derselbe wieder hergestellt. Arbeiter Deutschlands! Dies ist in aller Kürze wahrheitsgemäß der Vorgang, den wir nicht rechtfertigen wollen, sondern entschieden verurtheilen. Es war unter den gegebenen Verhältnissen selbstverständlich, daß die Arbeiter für ihre Ausschreitungen bestraft werden mußten. Aber wir richten nicht nur an Euch, sondern an Alle, die noch einen Funken objektiver Urtheilsfähigkeit besitzen, die Frage: ob die furchtbar harten Strafen, die der Dresdener Schwurgerichtshof über die Schuldigen verhängte, im Verhältniß stehen zu den verübten Gewaltthätigkeiten! Vergebens wird man in modernen Zeiten die Annalen deutscher Rechtsprechung durchblättern, um ein ähnliches Urtheil ausfindig zu machen. Das Blut erstarrt, liest man dieses Urtheil, das für einen Theil der Verurtheilten ein Todesurtheil bedeutet und geeignet ist, zu einer Drachensaat des Hasses in Millionen Herzen zu werden. Arbeiter Deutschlands! Das Urtheil des Dresdener Schwurgerichtshofs durch Einlegung der Revision zur Aufhebung zu bringen, dürfte kaum gelingen. Die Verurtheilten werden in Kürze hinter den Zuchthaus- und Gefängnißmauern verschwinden und auf lange, vielleicht einige von ihnen auf immer, für die Welt verloren sein. Ihr Loos zu erleichtern, steht nicht in unserer Macht. Aber sieben der Verurtheilten sind Familienväter, und dafür zu sorgen, daß nicht auch ihre Familien, die schon so entsetzlich schwer durch die Verurtheilung des Gatten und Vaters getroffen wurden, noch materiell leiden, das ist unsere Aufgabe, unsere Menschenpflicht. Möge die deutsche Arbeiterklasse diesen Aermsten die Ernährer ersehen! Legen wir Alle unser Scherflein zusammen, damit, während die unglücklich Verurtheilten in den Zuchthäusern und Gefängnissen des Klassenstaats schmachten, deren Angehörigen materielle Noth und Sorge fern bleibt. Zeigen wir, daß die Männer, die von blinder Leidenschaft zu Gewaltthätigkeiten sich hinreißen ließen, und dafür neben den härtesten Strafen, die man ihnen zuerkannte, auch für ehrlos erklärt wurden, unser Mitgefühl nicht verloren haben, daß wir menschlich über Menschliches denken. Arbeiter Deutschlands! Die Unterzeichneten fordern Euch auf, Eure Beiträge für die Familien der Opfer des Dresdener Schwurgerichtshofs an den Kassirer der sozialdemokratischen Partei: Albin Gerisch, Berlin SW., Razbachstraße 9, oder an die Expedition der Zeitungen zu senden, die diesem Aufruf ihre Spalten öffnen und sich zur Entgegennahme von Beiträgen bereit erklären. Arbeiter, zeigt durch Euer Handeln, wie Ihr über das Dresdener Urtheil denkt! Berlin, den 6. Februar 1899. Kriegsrecht. Die sozialdemokratische Fraktion des deutschen Reichstags. In deren Auftrag: Auer. Bebel. Liebknecht. Meister. Pfannkuch. Singer. heitsvergehen sind aber keineswegs eine Eigenthümlichkeit der nimmt, daß die Angeklagten in ihrer Trunkenheit das BeInduſtriebevölkerung. Ganz im Gegentheil: die Körper- wußtsein gehabt haben, in der Nothwehr gehandelt zu haben, berlegungen nehmen zu, je mehr wir uns den Zentren des zumal das Schießen aufgeregten Personen gegenüber als eine Es giebt Justizurtheile, die nicht minder gefährlich für den Junkerthums nähern, sie steigen mit der Zahl der konser sehr unüberlegte Handlung aufgefaßt werden muß". Dieser Fall ist angenommen, aber er kann sich heute Bestand der Gesellschaft sind, als die Verfehlungen, zu deren bativen, tönigstreuen Wahlstimmen, und wo man am autoborgeblicher Sühne sie gefällt werden. Die Justiz hat schwerlich ritätgläubigsten ist, wo man am betrügerischsten die Steuern oder morgen ereignen. In unserer Erinnerung ist eine die verbrecherischen Neigungen und Handlungen bisher wesentlich einschätzt, wo das Defizit der Invaliditäs- Versicherungskassen Schöffengerichts- Verhandlung, in der ein Studiosus juris unter vermindert. Die Abschreckungstheorie hat niemals eine That am größten ist, wo noch Frömmigkeit herrscht und patriarcha- Anklage stand, weil er Nachts zwei ältere Damen, die auf der Leidenschaft oder der Verzweiflung berhindert. Im Gegen- lische Zucht, da wuchern üppig die Rohheitsdelikte: in Ost- dem Heimweg aus einer Gesellschaft befindlich waren, übertheil, die Rechtsprechung hat die Erscheinungen vermehrt, elbien bei den Junkern. In Ostpreußen kommen auf fallen und zu Boden geworfen hatte. Der Amtsanwalt hielt von denen die Menschheit mit Trauer und Unwillen sich ab- 10 000 strafmündige Personen 28,1, in Westpreußen 35,5, zwar in anbetracht der Rohheit der Handlung eine wendet, vermehrt um ihre eigenen Handlungen im Namen des dagegen im Königreich Sachsen nur 8,6 wegen schwerer Gefängnißstrafe am Blake, beantragte aber eine Geldstrafe, Rechts. Körperverlegung Verurtheilte. Man sieht also, wo die zu- um dem vor dem Staatsexamen stehenden jungen Mann Wir stehen nicht an, das Urtheil des Dresdener Schwur- nehmende Verrohung heimathberechtigt ist. Gerade das König- nicht die Karriere zu verderben. Das Gericht erkannte dem. gerichts, in dessen schwere Verantwortung sich Laien und ge- reich Sachsen mit seiner Industriebevölkerung, wo die sozial- gemäß und der Glückliche mag heute als Staatsanwalt oder lehrte Richter theilen können, ohne daß die Last für sie er demokratische Verseuchung" am weitesten vorgeschritten ist, Landrichter terroristische Arbeiter ins Zuchthaus schicken.... leichtert wird, zu jenen Verfehlungen der Justiz zu rechnen, steht in Sinsicht der Gewaltthätigkeit am allergünstigsten im die nicht die angemessene Sühne einer strafbaren Handlung ganzen Deutschen Reich. Es war also nicht einmal vom find, sondern die selbst nicht eher vor dem Urtheil der öffent- Standpunkt der Abschreckungstheorie nöthig, gerade in Sachsen lichen Meinung bestehen können, bis sie gefühnt sind. ein Erempel zu statuiren. Das Urtheil des Dresdener Schwurgerichts muß um so stärker erregen, als es im geheimen Gerichtsverfahren gefällt wurde. Das wirkt provokatorisch wie ein Schuß aus dem Hinterhalt. Weder war die öffentliche Ordnung noch die 53 Jahre Zuchthaus, 8 Jahre Gefängniß, 70 Jahre Ehr- Und nun vergegenwärtige man sich, mit welchem Straf- Sittlichkeit irgendwie gefährdet, und die Unöffentlichkeit des berlust sind von dem sächsischen Schwurgericht für eine Aus- recht derartige Delifte sonst geahndet werden. Man stelle Verfahrens bedeutet in diesem Falle geradezu eine Aufschreitung verhängt worden, die im Anlaß eine Bagatelle sich vor: ein Arbeiter geräth in Streit mit einem Haufen an- hebung einer der werthvollsten Rechtsgarantien, um deren war, die überdies herausgefordert worden ist, und die nur getrunkener Studenten. Der Arbeiter, der sich bedroht fühlt, Erkämpfung einst die Revolution kämpfte. unter den Einwirkungen des Alkohols einen ernsteren Cha- giebt einen Schreckschuß ab. Die Studenten gerathen in Troz des drakonischen Urtheils wird die in ihrer Existenz rafter annahm. Die Umstände, nicht der schlimme Wille haben Wuth, sie werfen sich auf den Arbeiter und mißhandeln ihn bedrohte Arbeiterschaft nur mit gesetzlichen Mitteln Gegenim Wesentlichen den Erzeß gestaltet, den Erzeß der Ge- schwer, vielleicht tödlich. Würde irgend ein deutsches Gericht wehr leisten, das Zeichen einer bewunderungswürdigen Selbstzucht, -in anbetracht der zunehmenden Rohheit der Studenten ein glänzender Beweis für die erzieherische Schule der Sozialrichteten. Wegen schwerer Körperverlegung dieses Delitt liegt und der höheren sittlichen Verpflichtungen der sogenannten demokratie; denn nichts mag so leicht Gewaltstimmungen bei ungünstiger Annahme in dem Löbtauer Fall für alle Gebildeten 53 Jahre Zuchthaus, 8 Jahre Gefängniß, selbst bei dem Besonnensten zu erregen als verlegtes Rechtsaußerhalb des Gerichts Stehenden vor- wurden nach der 70 Jahre Ehrverlust verhängen? Vielleicht gäbe es ein paar bewußtsein, zumal wenn die freie Aussprache mit fast unLezten Kriminalstatistit 85 032 Personen verurtheilt. Diese Roh- Monate, vielleicht auch Freisprechung, da das Gericht an- erträglichen Schranken eingeengt ist. Aber iai Vertrauen auf den Sieg der guten Sache und des guten Rechtes wird der Kampf gegen das Urtheil ruhig und geseklich geführt, Die Arbeiterschaft erklärt sich solidarisch mit den Zuchthäuslern- das ist die VoIts justiz. Zimmerer Friedrich Leiber, 6 Jahre Zuchthaud, Rimmerer Karl Pfeifer, 6 Jahre Zuchthaus, Zimmerer Ernst Geißler, 4 Jahre Gefängniß, Zimmerer Morig Hecht, 4 Jahre Gefängniß. 11 Stein Zweifel! Der innere Feind ist den herrschenden Die Sächsische Arbeiter Beitung" hat für die Angehörigen Klassen tein bloßes Schlagwort mehr, sie machen Ernst mit der Verurtheilten eine Geldsammlung eröffnet. Dem Aufruf dem Begriff. Sie handeln, als ob der Bürgerkrieg ent der Reichstags- Fraktion folgend, wird sich auch die Arbeiter fesselt wäre, das Kriegsrecht ist proklamirt, und der schaft des ganzen Reiches an der Sammlung betheiligzn. Zalar des bürgerlichen Richters berhüllt die Uniform des Militärs. Der innere Feind wird von inneren Kriegsgerichten abgeurtheilt das erklärt Alles. Politische Weberlicht. Berlin, den 4. Februar. Hierauf wurde die zweite Etatsberathung fortgesetzt. Die Etats der indirekten Steuern, des Staatsarchibs und des Kriegsministeriums riefen keine nennenswerthe Erörterung hervor. Beim Etat der direkten Steuern wurde, wie alljährlich, über die zu hohe Zahl von Beanstandungen der Deklarationen Bekanntlich zeichnet sich nach der auch von lage geführt. uns besprochenen amtlichen Uebersicht das ostelbische Junterparadies durch eine besonders hohe Bahl von Beanstandungen aus ein Belveis, wie wenig gewisse Streise der Bevölkerung ge= neigt sind, ihre Pflicht der Allgemeinheit gegenüber zu erfüllen. Herr v. Miquel räumte in der heutigen Sigung ein, daß feineswegs die mittleren und kleineren, sondern gerade die großen Alfo die Beanstandungen geben. Einkommen Anlaß zu stenerträftigsten Staatsbürger begnügen fich nicht damit, die Laften möglichst auf die große Maffe abzuwälzen, Die bürgerliche Presse- schweigt zu dem Urtheil. Ste Auf seinem Gute Styren bet Crossen ist am Montag rechtmäßig zusteht, zu betrügen. Bezeichnenderweise betheiligten sich sondern sie suchen außerdem noch den Staat um das, was ihm plärrt ruhig weiter:" Dreyfus, Dreyfus über alles! Das die Herren von der Rechten nicht an der Debatte über diese heitle Vaterländische hat kein Interesse für sie. Freilich, keine Vormittag Graf Caprivi aus dem Leben geschieden. Staatsgewalt fümmert sich darum, wenn sie auf Frank tränkelte bereits seit einiger Zeit und ein Herzschlag führte Frage.- Nebenbei wurde von den Agrariern der verschiedensten Parteien wieder dem Wunsche Ausdruck gegeben, die Schuldentilgungsquote von reich die schmutzigsten Verleumdungen und krassesten Be- den Tod herbet. Der zweite Kanzler des Reiches folgte dem ersten, der dem Einkommen abziehen zu dürfen, wenigstens so weit sie zur Dedung schimpfungen bergehoch häufen. Ist die bürgerliche Presse ein von Schulden bei ländlichen Kreditanstalten dient. Vorläufig widerSpiegel des Bürgerthums, fo tann es wahrlich nicht mehr ihn bitter gehaßt, schnell im Tode nach. Graf Caprivi war keine von den großen Persönlich- setzt sich der Finanzminister diesem Vorschlage noch, aber, wie es tiefer sinken! Selbst die demokratische Volfs- Zeitung" findet tetten", die eigenherrlich in die Geschichtsentwickelung eingreifen. scheint, mehr aus formellen, als aus fachlichen Gründen. die Arbeiter vor dem Alkohol wohlmeinend zu warnen. Nur nur die Höhe des Urtheils Die Welt am Montag" findet schärfere Borte, sie nennt das Urtheil entsetzlich und fügt hinzu: Schrei Cullen wird sie Caprivi Er Von folcher Art fonnte der erste Diener des Kaiser nicht sein, der sein eigener Stanzler" sein wollte. Doch war er nicht ohne Eigenart und bedeutende Gaben. Und angenehm hob er sich ab von seinem Vorgänger, dem eisernen Kanzler, dessen Größe Brutalität war, dessen Wirken zur Verrohung und Barbarei führte. die Morgen: Initiativanträge. An erster Stelle der Antrag betr. enderung bes kommunalabgabengesetes. . O Deutsches Reich. e darauf e ihm die Leitung der Admiralität übertragen. Am 20. März festgesezt; in schweren Fällen Amte bis zum 26. Oktober 1894. annt und blieb in diesem VerDie Vorlage enthält einige geringe Verbesserungen gegenüber der früheren Regierungsvorlage und der Kommissionsbeschlüsse. Aber andererseits hat sie den Schutz der Arbeiterinnen gegen unzüchtige Angriffe der Unternehmer und ihrer Vertreter beseitigt und hat die unannehmbaren Kautschut- Bestimmungen gegen die Presse fast in nd dra vollem Umfange beibehalten. Zuviel Arbeiterschuh hat in seiner letzten Direktorialsigung wieder der Jende- Bund der deutschen Industriellen entdeckt. Die Bost" berichtet barüber: Warum aber nur für alle die Versagung der mildernden Umstände durch die Geschworenen, von denen natfirlich keiner dem Die nene lex Heinze, die nunmehr dem Neichstag zugegangen Arbeiterstande angehörte? Warum die beispiellofe Strenge des Gerichtshofes, der trotz der Fülle entlastender Thatsachen auf das Herr v. Caprivi de Caprera war 1831 geboren. Er machte ist, schließt sich im Allgemeinen den von der Reichstags- Kommission im vorigen Jahre beschlossenen Bestimmungen an. Die Mindest= Höchstmaß der zulässigen Strafe oder beinahe darauf erkannte? Ein militärische Carriere als Infanterieoffizier. 1883 wurde ftrafe für gewohnheitsmäßige Suppelei wird auf 1 Monat des( hinterliftige Kunstgriffe, deutsche Arbeiterschaft und durch alle die reife 1890 wurde er zum Reichskanzler ernannt und blieb in diesem hältniß von Ehemann zu Ehefrau 2c.) Buchthaus bis zu 5 Jahren, gehen, die das Mitgefühl mit den Leiben dieser Arbeiterschaft noch § 181a trifft das Buhälterthum.§ 181b gestattet das Vermiethen nicht verlernt haben. Als Märtyrer wird man diese dem fast sicheren Als Caprivi Kanzler des Reiches wurde, war er in den an Brostituirte, wenn nicht Ausbeutung vorliegt.§ 184 und§ 184a Tode geweihten Männer tver überlebt denn 9 oder 10 Jahre ann und es Buchthaus allenthalben feiern. Und Vergleiche wird man nicht- militärischen Dingen ein neuer muß ihm wendet sich gegen unzüchtige Schriften; die Fassung ist etwas milder fich anstellen!" die Anerkennung zugebilligt werden, daß er sich in furzer Zeit als die der Kommission.§ 184b verbietet Mittheilungen aus nicht Schleicht die bürgerliche Presse mit feigem oder befriedigtem mit großem Fleiß in eine Fülle von gesetzgeberischen Materien öffentlichen Gerichtsverhandlungen. Schweigen an dem Entfehen vorüber, so ist die Arbeiterschaft einlebte, die ihm zuvor völlig fremd gewesen waren. bis ins Tiefste aufgewühlt. Wir begnügen uns heute damit Caprivi ist gleich seinem Vorgänger über die Sozialeine lebensvolle, erschütternde Stimmungszeichnung erschütternde Stimmungszeichnung der demokratie zu Sturze gekommen. Aber aus ganz anderen „ Sächsischen Arbeiterzeitung" wieder zu geben: Gründen als jenter. Mit gewaltigem Schritt ist das Gespenst der Bucht- Caprivi war ein Diener der in Deutschland herrschenden hausstrafe unter Dresdens Arbeiterschaft getreten und hat mit Klassen, ein Verfechter der Junker- und Kapitaliſteninteressen, einem Schlag eine Anzahl blühender Menschenleben vernichtet. Ja, das Ge- ein eifriger Sorger des Militarismus, ein Feind der Arbeiter spenst des kommenden Buchthausgesetzes war es, das im Justizgebäude klasse, deren Bestrebungen ihm fremd. Aber er wollte umging. Um 1/24 Uhr hatte sich die Geschworenen hatten soeben seinen Dienst nicht so plump vollführen, wie viele und viel thren Schuldigspruch abgegeben und alle miildernden Umstände ver neint der Gerichtshof zur Berathung zurückgezogen. Wie ein Alp leicht die mächtigsten bei uns es wünschten. Er lebte in Tags auf allen Gemüthern, dumpfe Spannung malte fich auf allen der Illussion, der Staat sei ein Staat für Alle, der Staat Gefichtern, auf denen der Anwälte nicht minder als auf denen der dürfe niemanden einseitig bevorzugen und niemanden einseitig Freunde, Genossen und Verwandten der Angeklagten. Ueberall er- benachtheiligen. Darum konnte Caprivi nicht mit den Agrariern ging man sich in Vermuthungen über das, was den Angeklagten gehen. darum konnte er die Unifturzbekämpfung nicht nach bevorſtünde: O, es fan schlimm, sehr schlimm werden! Es ist dem Herzen derer um Stumm betreiben. Nicht als ob nicht „ O, tann nicht unmöglich, daß einer der Armen auf drei bis vier auch er den Agrariern in Hülle und Fülle gespendet hätte, Jahre ins Zuchthaus gestedt wird.. hörten wir einen aber er fegte gegen ihr Toben im Staatsinteresse" die Handelsfachverständigen Mann fagen. Allgemein hielt man ihn für zu verträge mit Desterreich und Rußland durch. Nicht als ob er ihn für pessimistisch. Viertelstunde auf iertelstunde verrinnt. Endlich geht eine Bewegung durch alle Räume des Gebäudes ein nicht auch die Sozialdemokratie aufs Schärffte bekämpfen wollte, Glodenzeichen hat gemeldet, daß der Gerichtshof feine Berathungen ließ er sich doch in der ersten Zeit feiner Kanzlerschaft die beendet hat. Schnell find die Bänke des Zuhörerraumes befest- Zustimmung zu jenem berüchtigten Umsturzgeset" abpressen, jest, da die That gethan ist, fann ja ohne Gefahr für die Sicher aber er war Gegner von rohen Ausnahmegesezen, wie sie heit des Rechtsstaates die Oeffentlichkeit wiederhergestellt werden. Bismard geschaffen, wie sie die Eulenburg's wünschten und Von der anderen Seite erscheinen die Geschorenen. Nach geleisteter wie sie die konservative Reaktion auch heute wieder fordert. o, sie hatten ja gute Arbeit geleistet, ganze Arbeit So war die Kanglerschaft Caprivi's ausgefüllt mit hatten sie sich in ein gegenüberliegendes Restaurant zurückgezogen. Kämpfen gegen das übermüthige, überfreche Agrarierthum, Und drüben, ihren- Richtern gegenüber, fizen die Angeklagten. So fehen teine schweren Verbrecher aus! So sehen Leute aus, die wohl eine das den Mann ohne Ar und Halm" mit biffigem Haß Dummheit, eine lebereilung, einen leichtsinnigen Streich machen: verfolgte. Es war eine sonderbare politische Situation, Der Schutz der Arbeiter schädigt die Arbeiter. Aus garter aber Schurken sind das nicht. Seit dem Wahrspruch der als der Liberalismus dem durchaus konservativen Kanzler an- Fürsorge für die Arbeiter wollen die Jende- Leute den zu weit etiva Bewahre nicht Geschworenen ist aus ihrem Geficht alle Farbe gewichen jubelte und gegen die Pfeile seiner eigentlichen Parteifreunde gehenden Arbeiterschutz einschränken. Der eigenen Interesse. Im Zuschauerrann überwiegt das Clement der Arbeiter, aber schüßte. Und diese Streitigkeiten, die sich allemal in höfifchen m zieht keinen Zentralverband auch zweifelhafte Gestalten sicht man oder vielmehr sehr un- ntriguen entluden, erreichte ihre größte Schärfe, als es sich Egoisten, keine Ausbeuter zu seinen Mitgliedern. Warum haben die zweifelhafte Gestalten. Vorsicht! Nehmt Euch vor Spigeln in acht" Wie ein Raunen geht's durch den Zuhörerraum. Jest im erbst 1894 wieder einmal um die Bekämpfung der Herren nicht lieber gleich erzählt, daß sie den Arbeiterschutz zu beSozialdemokratie handelte. Graf Eulenburg, der preußische schneiden wünschen, obwohl sie durch solche Einschränkung genimmt in der vordersten Reihe der Zeugenjige Herr Becker, Ministerpräsident, vertrat ein neues Ausnahmegesek, die Ab- schädigt würden? Wir hätten uns dann mit der Gegenforderung bekannte sich zu überlegen:" Ob's wohl der Kollege Fromm hold ebenso gut schaffung des Reichstags- Wahlrechts, den Staatsstreich. Dafür begnügt: den weit über das Bedürfniß ausgedehnten Untermacht, wie ich's gemacht hätte...?" war Caprivi nicht zu haben und es schien noch wenige felbft in vielen Beziehungen schädigt und deren Lage verschlechtern, Tage vor seinem Abgang aus dem Amte, als ob der ganz abgesehen von den dem Volle dadurch bereiteten Nachtheilen. Staijer seiner Meinung war. Aber unerwartet schnell brachte ein Artikel der„ Köln. 8tg." Breffe berichtet, daß der Graf se anig im Reichstage folgende Von der agrarischen Agitation. Die konservativ- agraris he den Kanzler zu Fall. Diefer Artikel schilderte in aufrichtigster Art, wie der Kaiser Interpellation zu stellen beabsichtige: Der Artikel sollte den Anschein erganz zu Caprivi halte. Arbeit Und jetzt erscheint der Gerichtshof. Jedermann erhebt fich Im Namen des Königs!" beginnt der Landgerichts- Direttor Fromnihold seine Urtheils verkündung. Alles hält den Athem an und nun beginnt's: Die " stand stond e Auf Antrag des Vereins deutscher Fabriken feuerfester Bros butte habe der Sentralverband in einer Eingabe an den Herrn Reichskanzler die Bitte gerichtet, die Bestimmung aufzuheben, die den hamottefabriten untersagt, Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter zum Streichen bon, Chamottesiegeln zu verwenden. Diese Angelegenheit hatte: das Direktorium bereits in feiner legten Sitzung beschäftigt, wobei der Beschluß gefaßt worden war, alle Beschwerden der Mitglieder über Bestimmungen bezüglich des Schuzes: der Arbeiter, die nach Erfahrung und praktischem Ermessen, wie in dem vorliegenden Falle, über das thatsächliche Bedürfniß hinauss gehen, bei den maßgebenden Stellen energisch zu unterstügen. Das Direktorium war dabei von der Ansicht geleitet worden, daß der leider bereits in verschiedenen Fällen über das Bedürfniß ausgedehnte sogenannte Schuß der Arbeiter diese selbst in vielen Beziehungen schädige und deren Lage verschlechtere, ganz abgesehen von den dem Gewerbe dadurch bereiteten Nachtheilen. Deswegen erachtet fich das Direktorium für verpflichtet, derartige Fälle immer wieder den maßgebenden Stellen zu unterbreiten, um dadurch doch vielleicht allmälig einer mehr von praktischen Gefichtspunkten ausgehenden Beurtheilung der hier in Rede stehenden Verhältnisse Eingang zu verschaffen. ,, Es wurden erkannt gegen den Bauarbeiter Ernst Zwahr anf zehn Jahre Zuchthaus, gegen den Bauarbeiter Friedrich Die Unterzeichneten erlauben sich, an den Herrn Reichskanzler Schmieder auf neun Jahre Zuchthaus...", Herr Frommhold tiest's, als handle tes ftah um das gleichgiltigste Aftenstüd veden, als gehe er von dem Grafen Caprivi selbst aus. In folgende Anfrage zu richten: Ist der Herr Reichskanzler bereit, der Welt. Ein Bucken geht durch den ganzen Saal. Wirklichkeit war er eine Intrigue gegen den Kanzler. Aber über den Stand der Verhandlungen zur Regelung der HandelsSelbst über die grün grauent Gesichter der Gefangenen die Aussprache über diese Dinge veranlaßte den Kaiser, den politischen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und den wärter, die an Derartiges doch gewöhnt sind, geht ein Grafen Kanzler und zugleich seinen Widerpart, den preußi- Bereinigten Staaten von Nordamerika Auskunft zu geben?" Buden, sie werfen mitleidige Blicke auf die Angeklagten in schen Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg zu entlassen. Die Herren Agrarier werden mit dieser Frage im gegenwärtigen ihrer Mitte. Und diese selbst? Mit weitgeöffiteten Augen hängen fie Seitdem lebte Graf Caprivi zurückgezogen auf seinem ein- Augenblid der Regierung keinen Gefallen thun, vielleicht auch sehr an des Vorsitzenden Munde, der einem nach dem anderen von ihnen das Urtheil spricht für manchen ift's ein obesurtheil. Wie samen Gute. Stolzen Sinnes verschmähte er es, die giftigen unbequem fein. Denn gerade jest schweben zwischen den beiden be anders wirkt der Präsidentenspruch auf die eich toorenen dort Angriffe, mit denen thn die agrarische Kamarilla noch weiter theiligten Staaten die Verhandlungen, über die die Herren Agrarfer Auskunft natürlich zu dem Zweck, um drüben! Auf diesen Gesichtern ist fein Schatten von Erregung zu verfolgte, zu erwidern. Er, der die Utopie gehegt hatte, den Auskunft verlangen entdecken gleichmüthig nehmen sie das Urtheil hin. Staat der Ungerechtigkeit und Unterdrückung gerecht regieren eine große Agitation für die Sonderbegünstigung der GroßInd monoton left Herr Frommbold weiter. Schrecklich häuft zu können, er verschmähte es, nach seinem Sturze der neuen grundbefizer zu entfalten, wenn ihnen die Regierung hierin fich die Zahl der Jahre, die mit einem furzen Worte aus dem Leben Regierung Schwierigkeiten zu bereiten. Seine Sache war es nicht genügend zu versprechen scheint. Sperrung der Grenzen, dieser Arbeiter gestrichen werden. Jest ist das Urtheil zu Ende, die nicht, Raketen aufbligen zu lassen und in Memoiren noch aus Stonzolle und Getreidemonopole gehören bekanntlich zu den großen agrarischen Mittelit, und gerade für die großen Die Begründung" folgt. Ein paar trodene, nichtssagende Säge. Mittel" wird gegenwärtig wieder Propaganda gemacht. Sigung ist geschlossen!" Rechtsanwalt seine erhebt sich und bittet dem Grabe heraus Rachegelüfte zu befriedigen. Sorrespondenz des Bundes der Landwirthe" entschuldigt es sozusagen, für einen seiner Klienten um die Erlaubniß, eine furze Erklärung 350 in daß während der landwirthschaftlichen Verhandlungen im Abgeordabzugeben. Wenn der Mann noch was zu sagen hatmag er's oro me out Der Reichstagi in der Gerichtsschreiberet anbringen. Die Sigung ist gebeendigte auch heute noch nicht die zweite Berathung des netenhause der großen Mittel" der Agrarier mit feinem Worte ge fchloffen!" tönt Frommhold's Stimme von neuem. Der Saal Post- und Telegraphen- Etats. Müller( Sagan), der wieder dacht worden ist. Und da hieraus verschiedene Blätter geschlossen hatten, der Bund habe die Ünzweckmäßigkeit und Unausführbarkeit leert sich. Draußen werden die Opfer des Prozesses vorbeigeführt. mancherlei Fälle von Drangfalirung der unteren Bostbeamten biefer mittel erkannt und demgemäß darauf verzichtet, fie noch weiter Ich blicke in das junge bartlose Geficht des zu zehn Jahren Zucht- und von Wahlbeeinflussung durch höhere Postbeamte zur zu fordern, schreibt die bündlerische Korrespondenz: haus verurtheilten Arbeiters Ernst Zwahr. Ein Blic trifft Sprache brachte, veranlaßte einen kleinen Kompetenzkonflikt.„ Der Bund der Landwirthe hält nach wie vor die programma mich da, so unsagbar faffungs- und troftlos, daß ich wegsehen muß. Sein Vertheidiger richtet ein paar Worte an den drei- Herr v. Bobbielski bestritt nämlich dem Reichstage das Recht, fifch von ihm festgelegten großen Mittel zu einer dauernd wirk mbzwanzigjährigen Mann. Er zudt nur die Achseln und schüttelt ihm Vorschriften zu machen er fei mir dent Reichskanzler ver- famen Sanirung unserer wirthschaftlichen Verhältnisse so lange langsam mit dem Stopfe, als wollte er sagen:" Run ist alles, alles antwortlich. Diese tavalleristische Leistung blieb jedoch ohne für unbedingt erforderlich, bis ihm andere, besser gangbare Wege aus mum bin ich todt für diese Welt... lebendig be- ernsthafte Folgen, da Herr v. Podbielsti seinen Husarenritt gezeigt werden, auf welchen dasselbe Ziel zu erreichen ist. Da diese graben". Jest verschwindet der Bug der Buchthänsler bie mit einem distreten Rückzug beschloß. Die an die der großen Mittel" aber nicht vor das Forum des Abgeordnetenhauses, " Berbrecher" werden von einer großen Anzahl Gefangenenwärter schiedenen Etatsposten sich anknüpfende Debatte, in welcher sondern vor das des Reichstages gehören, so sind sie in der Debatte geleitet im düsteren Korridor. Einen Blid noch wirft der Letzte besonders Müller( Sagan) und Singer das Wort er nicht angeschnitten worden, weil ein positives Resultat davon doch nicht zu erwarten war." in der Reihe zurüd... Adieu! Die obige Interpellation foll vermuthlich eine neue Agitation Und jetzt gehen die Geschworenen vorbei. Leicht, plaubernd. griffen, brachtg mancherlet wichtige Angelegenheiten zur Es wäre jedoch nur ein Scheinseitdem sich die Landwirthschaft jetzt Gleichmüthige Gefichter. Und ich möchte sie fragen: Wißt Ihr Sprache: Morgen Fortfcgung; und falls der Post und Tele- für die großen Mittel einleiten. denn auch, was Ihr eben gethan habt 1? Wigt Ihr auch, habt Ihr graphen- Etat nebst dem Etat der Reichsdruckerei früh genug gefecht. Denn niemand Euch auch überlegt, wie dies Urtheil wirken wird, toirten muß?! erledigt wird, was jedoch nicht wahrscheinlich, erste Lesung des längst wieder befferer Verhältnisse erfreut glaubt noch an das großgrundbestyerliche Nothstandsgeschrei. Kommt es Euch gar nicht zum Bewußtsein, welch eine gewaltige Bankgesetzes. is fo Erbitterung und Empörung dies Urtheil in den Herzen von Willionens the din 0 Salland Für die Schalter Dienststunden der Postanstalten an und Abermillionen von Arbeitern erzeugen muß?" jampi hoidoided Abgeordnetenhaus.ml Sonntagen und allgemeinen Feiertagen gelten vom 1. März ab Lachend und plaudernd verließen die Herren das Justizgebäude. Das Abgeordnetenhaus überwies heute nach unwesentlicher die folgenden Bestimmungen: Bis 9 Uhr Morgens find die Dienst Debatte den Gefeßentwurf betr. die Ergänzung der Gefeße über die stunden die gleichen, wie an den Werktagen; von 9 Uhr ab Auf der Tafel der Gefallenen des Buchthaus- Vertheilung der öffentlichen Lasten bei Grundstücks- werden sie beschränkt auf eine Stunde, höchstens zwei Stunden turses sind folgende Namen eingegraben: Bauarbeiter Ernst 8wahr, 10 Jahre Zuchthand, Bauarbeiter Friedr. Schmieder, 9 Jahre Zuchthaus, Zimmerer Karl Moriz, 8 Jahre Zuchthaus, Zimmerer Johann Gedlich, 7 Jahre Zuchthaus, Zimmerer Start Wobst, 7 Jahre Zuchthaus, theilungen und die Gründung neuer Ansiedlungen an eine Stom- innerhalb der Zeit vom Schluß des Haupt- Gottesdienstes Die näheren Anordnungen hierüber ammission von 14 Mitgliedern und erledigte sodaim durch Kenntniß bis 2 Uhr Nachmittags. tot 2500 000 m. im Extraordinarium der Eisenbahn- nach dem örtlichen Bedürfnisse. Die Ober- Poſtdirektionen find bes nahme die Nachweise über die Verwendung des Dispositions- trifft für jede Postanstalt die vorgefeßte Ober- Postdirektion fonds von verwaltung sowie des außerordentlichen Dispositionsfonds in Höhe fugt, für Bostanstalten an Orten, wo ein dringendes Bedürfniß dazu pilgts bon 20 Millionen aus dem Jahresüberschuß für 1896/97. vorhanden ist, ausnahmsweise anzuordnen, daß der Dienst, statt in der Mittagszeit, zwischen» und S Uhr Nachmittags mindestens wahrend einer Stunde und längstens während zwei Stunden ab- gehalten werde. In besonderen Fällen können die Ober-Post- direltionen die Beschränkung der Dienststunden an Sonntagen und allgemeinen Feiertagen zeitweise ganz oder zum Theil aufheben. Die Borschristen der Telegraphenordnung werden von der Aenderung nicht berührt. Der Entwurf eine» Hypothekenbank. Gesetzes und der Gesetzentwurf betreffend die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen, find dem Reichstag zugegangen. Befähigungsnachweis der Bauhaudwerker. Nach der vaheriich-offizlösen„Augsb. Abendztg." hat die bayerische Regierung im Bundesrathe den Antrag eingebracht, der Novelle zur Gewerbe-Ordnung eine Bestimmung einzufügen, die den Befähigungs- Nachweis der Bauhandwerker fordert. Mannhafte Krieger sitzen im Borstand des Verbandes deutscher Kriegsveteranen. Dieser Verband hat be- kanntlich für Unterstützung alter KriegSveterancn agitirt und lst dafür voni preußischen Kriegsminister scharf bekämpft worden. Der Bor- stand deS VcteranenbundeS richtet nun eine Eingabe an den Kaiser, in der es heißt: .Wir versammeln unS friedlich zu patriottschem Thun, wir ehren Gott und unfern Kaiser, wir beugen unS gehorsam den Ge- boren der Obrigkeit und Pflegen die Liebe zu Kaiser und Vaterland. denen wir dereinst gedient hatten, mit der ganzen Hingebung, deren ein komgstreuer Mann fähig ist. Dem'Kaiser und König gilt unser erster Toast bei unfern Festen, dem von Gott über uns gesetzten Herrn gilt unser Gruh, ihm klingen unsere Lieder, in denen stch unser patriotisches Glaubensbekenntniß darthut.... Wir haben überhaupt nie gefordert, sondern immer nur in Demuth gebeten und zwar mir um Unterstützung unserer wirklich hilfsbedürftigen Veteranen. Nie haben wir Behörden oder uns vorgesetzte Beamte angegriffen.... Nie haben wir Unzufriedenheit in unsere Kreise getragen. Im Gegentheil, wir haben stets zu Geduld und zur christlichen Ergebung gemahnt, wir haben geholfen, wo wir konnten, wir haben die Darbenden getröstet und ihren königstreuen Sinn zu erhalten gewußt.... Wir flehen Eure Majestät an. die alten Soldaten, die für ihren Kaiser und ihr Vaterland bluteten und litten, nicht verlassen zu wollen, sondern A l l e r g n ä d ig st v o r dem Geschick zu bewahren, daß wir mi't den Sozialdemokraten, den Feinden des Bater- landes auf eine Stuf- gestellt und dadurch un- verdientermaßen beschimpft und erniedrigt w er den. In dem unverlöschlichen Gefühle steter Treue und der tiefsten Ergebenheit, vertrauend auf die allergnädigste Huld und die Gerechtigkeit unseres Kaiserl. und König!. Herrn und Gebieters, der- harren wir Allerhöchstseiner Gnade als Eurer Kaiserl. und Königl. Majestät Allerunterthanigster Vorstand des Verbandes deutscher Kriegsveteranen." Unisormirt« Gcwerbe-Jnsvektoren. Durch KabinetSordre ist genehmigt worden, daß die Gewerbe» Inspektoren, denen der Charakter als Bau- oder Gewerberäthe verliehen wird, die Uniform und Abzeichen der Regierungs- und Bauräthe anlegen. Wir zweifeln nicht, daß die Gewerbe-Jnspektoren in der neuen Uniform, zu der hoffentlich auch ein Degen gehört, sehr schneidig auSichen werden. In diesem Kostüm— sosern sie eS auf den Jnspektionstouren anlegen— würden die Arbeiterschutz-Anordnungen der Herren in den Augen widerspänstiger Unternehmer sicher einen weit bedeutenderen Nachdruck gewinnen.— Plötzlich! AuS Düffeldorf wird folgende auffallende Nachricht gemeldet: Divisionskommandeur Prinz Heinrich von Reuß bat plötzlich seinen Abschied eingereicht und einen dreimonatigen Urlaub angetreten. Vom AuSwetsungS-KrteaSschauplatz inNordschleswig liegen wieder neue Nachrichten über Ausweisungen vor. In HaderS- leben wurden der KommiS Frederiksen, der Jahre im Geschäfte des KornhändlerS Becks thättg, und ein Fräulein Seest, das seit T/i Jahren als Haushälterin bei ihm diente, ausgewiesen. Ihre Bitte, bei anderen Herrschaften dienen zu dürfen, wurde abgeschlagen, sie mußten binnen 24 Stunden das deutsche Gebiet Verlanen. Der Grund der Ausweisung wird darin gesucht, daß der Sohn des Kornhändlers, oer Geschäftsführer Becks, an der letzten Sitzung deS Kommunalvereins theilnahm. Ferner find ausgewiesen ein Lehrling bei dem Kaufmann Nis Jensen in Branderup und ein Knecht bei dem Hofbesitzer Lantrup in Vellerup, sowie ein Reepschlägergeselle in Jägerup. Darmstadt, S.Februar.(Eig. Ber.) Abgeblitzt ist das Mllitärkommando in Darmstadt bei der Strafkammer des Landgerichts daselbst in folgendem Fall: DaS Kommando hatte es kurz vor der Reichstagswahl für gut befunden, die hier bereits vorhandene Fahl der„verbotenen Wirth- fchasten" um ein Beträchtliches zu vermehren. Nicht nur in Darm- stadt, sondern auch in einer Anzahl der benachbarten Orte wurden diejenigen Wirthe damit glücklich gemacht, bei denen ab und zu eine sozialdemokratische Versammlung stattfand. Dies konnte aber den Sieg unserer Partei nicht verhindern und darob anscheinend neuer Groll bei dem Militärkommoudo. Der Herr Kommandeur kam auf den genialen Gedanken, es mühten auch diese Verbote kontrollirt werden, und so wurde eine Zeit lang den betroffenen Wirthen, unter denen sich auch die Genossen Cramer und Wurm befinden, ieden Abend eine Militärpatrouille übersandt. Die beiden genannten Genossen hatten aber Muth genug, un: sich dieser lästigen Matzregel zu erwehren, sie ließen die Patrouille einfach nicht einmarschieren, oder wo sie in das Lokal gekommen, wurde ihnen die Thür« gewiesen. Die Patrouillen« führer hatten sich nun einigemal Schutzleute zu Hilfe genommen. � aber auch das half nicht, dem Schutzmann wurde der Einlaß gewährt, die Patrouille aber mutzte vor der Thürs bleiben. Nun hatte sich Wurm eines Abends das Verbrechen zu Schulden kommen lassen, den Patrcuillcnführer, der seiner Ab« Weisung nicht Folge leiten wollte, am Arm zu fassen und vor die Thüre zu führen I Dies gab dem Kommando die gewünschte Gc- legenhctt, bei der- Staatsanwaltschaft Antrag fwegen„Wider- standes gegen die Staatsgewalt" zu stellen und fand hierüber letzter Tage Verhandlung vor der Strafkammer statt. Das Urtheil lautete aber auf Freisprechung und Utberweisung der Kosten, inklusive der Ver- theidigungskosten, auf die Staatskasse. Staatsanwalt und Vertheidiger wetteiferten in ihren Plädoyer» für die Freisprechung. Staatsanwalt Hoffinann machte darauf aufmerffan», daß zwar das Reichsgericht in ähnlichen Fällen wiederholt zu der Entscheidung gekommen sei, daß, wenn auch der Befehl deS Kommandos ungesetzlich sei, die Patrouille aber in Ausübung ihres Dienstes sich befände nnd die Zurückweisung thät- licher Widerstand sei nnd bestraft werden müste. Demgegenüber ständen aber die Deduktionen einer Reihe StrafrcchtSlehrer und ganz besonders der Artikel 13 der hessischen Militärkonventton von 1672, ebenso Paragraphen 4 und 5 der Verordnung hierzu, wonach das Militär nur bei Gefahr im Verzuge selbständig, im Uebrigen nur auf Anrufen der Polizei eingreifen dürfe. Rechtsanwalt Ächödler verwies besonders auf die Konsequenzen, zu denen das Vorgehen des Kommandos führen könne. Das Kom- mando könne eines TageS auf den Gedanken kommen, die in der Kaserne fehlenden Soldaten befänden sich bei den Dienstmädchen der verschiedenen Herrschaften und flugs würden Patrouillen in die Wohimngen der Bürger gesandt und diese müßten sich dann den militärischen Anordnungen, mit Kadavergehorsam unter- werfen. Hoffentlich wird das Darmstädter Militärkommando zukünftig Zivilpersonen mit derartigen unberechtigten Maßnahmen verschonen. AuS Hessen, b. Febr.(Eig. Bei.) Zur Förderung der Arbeitsnachweise, insbesondere zum Ausbau einer organischen Verbindung derselben miteinander, ist vom Abg. K ö h l e r sDarm- stadt) beantragt worden, die seitherige im Budget dafür vorgesehene Summe von 2000 M. auf 6000 M. zu erhöhen. Die Regierung� lehnte das ab, da seither nicht einmal jene 2000 M. ganz in Anspruch genommen worden wären. Der nunmehr erschienene, vom Abg. UI- rich verfaßte Bericht des Finanzausschusses, weist aber mit Recht darauf hin, daß diese schwache Benutzung sich lediglich daraus erkläre, daß kein Mensch im Lande recht gewußt habe, nach welchen Regeln jene Summe denn verwandt werden solle. Der Ausschuß schließt sich darum einstimmig dem Antrag an, dem nun hoffentlich auch die Regierung nachgeben wird. Die orgamsirten tariftreuen Schriftsetzer Hessens haben eine Eingabe an die Regierung und die Landstände gerichtet, worin sie beantragen, daß nach dem Vorbilde Sachsens und Badens, auch die hessischen Behörden„staatliche Buchdruckarbeiten irgendwelcher Art nur solchen Druckereien zuwenden wollen, die den deutschen Buch- drucker-Tarif durch schriftliche Erklärung bei dem Tarifamt nicht nur anerkannt haben, sondern auch in allen seinen Besttmmuugen innehalten." Daß diese? Ersuchen von den sozialdemokrattschen Abgeordneten ans das Kräftigste unterstützt werden wird, bedarf keiner besonderen Begründung.— Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Ein Drei- zehnjähriger wegen Majestätsbetheillgung verurtheilt. Dem„Berl. Tagcbl." wird aus Possen gemeldet: Die hiesige Strafkammer ver- urtheilte den dreizehnjährigen Tischlerlehrling I o> e f Broda woski aus Schwersenz wegen Majestatsbeleidigung zu einer Woche Gefängnih. Der Werftarbeiter Schulz in Altona hat am 20. Juni v. I., am Tage vor der Reichstagsstichwahl in einem Gespräche über die Wahl. das er mit seinem ehemaligen Dienstherrn, einem Mühlenbestjzer, pflog, eine Aeußerung über den Kaiser gethan, in der eine Majestäts« beleidiguug erblickt wurde. Die Anzeige ist erst später von dem Mühlenbesitzer erstattet worden. Das Gericht erblickt weniger in den Worten selb st als namentlich mit Rücksicht auf die „begleitenden Umstände" und die Absicht, in welcher der Angeklagte die fragliche Aeußerung gethan, eine Majestätsbeleidigung und verurtheilt den Angeklagten zu drei Monaten Ge- fang niß.— �_ Die neue Fernsprechgebühren-Ordnung. Bei der Neuordnung des Fernsprechgebührenwesens ist in der Vorlage, welche dem Bundesrath zugegangen ist, darauf Bedacht ge- nommen, eine neue Bertheilung der Gebühren innerhalb des Rahmens des bisherigen Gesammtergebnisses herbeizuführen. Das Abonnementssystem ist beibehalten worden, und innerhalb desselben sind Abstufungen nach Maßgabe des Nutzens, den das Publikum, und der Aufwendungen, die die Verwaltung hat, eingeführt. Daneben soll aber fakultativ denjenigen Theilnehmern, welchen die Abonnements- gebühr zu hoch erscheint, derAnschluß gegenZahlung von Einzelgebühren gestattet sein. Für jeden Anschluß an ein Fernsprechnetz soll fortan eine Grundgebühr und eine Gesprächsgebühr erhoben werden. Die Grundgebühr ist die Vergütung für die Ueberlaffung und Unterhaltung der Apparate, sowie für den Bau und die Instand- Haltung der Sprachlcitungen. Sie beträgt in Netzen von nicht über 1000 Theilnehmer-Anschlüsfen 60 W., in Netzen bis L000 Anschlüsse 7S M.; bis 20 000: 90 M; und bei mehr als 20 000 Theilnehmer- Anschlüssen 100 M. jährlich für jeden Anschluß, welcher von der Ver- mittelungsstelle nicht weiter als 6 Kilometer entfernt ist.— Die Ge- sprächsgebühr ist die Vergütung für die Herstellung der Gesprächsvcrbindungen. Sie wird auf Grund der Auf- Zeichnungen der Vermittelungs- Anstalt festgestellt und ist entweder eine Pauschgebühr oder eine Einzelgebühr, die Höhe der Pauschaebühr fGesammt- Gesprächsgebühr) richtet sich nach der durchschnittlichen Zahl der Gesprächsverbindungen von nicht mehr als 3 Minuten Dauer, welche während eines Jahres auf jeden der zu einem Netz vereinigten Theilnehmeranschlüsse ent- fallen. Die Gesprächsgebühr beträgt für die ersten SOO Verbindungen 20 M.; bei mehr als 500 bis inkl. 1500 Verbindungen für weitere 500 Verbindungen je 15 M.; bis 3000 für je weitere 500 Verbindungen je 10 M.; und bei mehr als 3000 Verbindungen für die über- schießenden Verbindungen insgesammt noch 10 M.— Die Grundgebühr und die Gesanimt-GesprächSgebühr werden für jedes Steh alle drei Jahre neu fest- g e st e l l t und drei Monat vorher bekannt gemacht. Bei ein- tretender Erhöhung der Gebühren können die Theilnehmer einen Monat vorher kündigen. Jeder Theilnehmer ist berechtigt, an Stelle der GesammtgesprächSgebühr Einzelgesprächsgebühren für jede hergestellte Verbindung, mindestens jedoch für 400 Gespräche jährlich zu zahlen. Diese Einzelgebühr beträgt 5 Pfennig für die Verbindung von nicht mehr als 3 Minuten Dauer; jede angefangene Reihe von 100 Gesprächsverbindungen wird für voll gerechnet.— Der Anschluß gegen Einzelgesprächsgebührcn findet in Netzen, in welchen die Geiammtgesprächsgebühr 20 Mark beträgt, nicht statt.— Wo Fernsprechnetze neu errichtet werden, wird während der ersten 3 Jahre nach der Errichtung für jede» Theilnehmeranschluß, welcher nicht mehr als 6 Kilometer von der Vermittelungsstelle ent- fernt ist, eine Grundgebühr von 60 M. und eine GesammtgesprächSgebühr von 20 M. für den Anschluß erhoben.— Für die Benutzung der VerbidungSanlageu zwischen verschiedenen Netzen oder Orten mit öffentlichen Fcrnsprechstcllen werden Einzelgesprächs- Gebühren erhoben. Sie betragen für eine Gesprächsverbindung von nicht mehr als 3 Minuten Dauer bei einer Entfernung bis zu 50 Kilometer inkl. 25 Pf,! bis 100 Kilometer 50 Pf.; bis 500 Kilo- meter 1 M.; bis 10Ö0 Kilometer'1,50 M.; über 1000 Kilometer 2 M.— Welcher Umfang einem Fernsprechnetz zu geben ist, ins- besondere ob ein solches auf den Bezirk eines Ortes zu beschränken, oder auf mehrere Orte zu erstrecken ist, hängt von der Bestimmung der Verwaltung ab. Gewöhnlich iverden als selbständige Netze lsogenannte Stadt» Fernsprecheinrichwngen) nur Anlagen von mindestens 5 Theilnehmern angesehen.— Das Gesetz soll am 1. April 1900 in Kraft treten.— Die Vorlaae soll bereits am Donnerstag auf die Tagesordnung der Plenarsttznng des Bundes- raths kommen. Voraussichtlich wird sie den Verkehrs- und Finanz- auSschüssen zur Vorberathung'überwiesen werden. Ausland. Oesterreich-Ungarn. Zur BerfassungSkrife. In Oesterreich haben sich die Ver- treter der Deutschen Volkspartei, der Deutschen Fortschritts Partei, der Vereinigung des ver- fassungstreuen Großgrundbesitzes, der Christlich- sozialen Vereinigung und der Freien deutschen Vereinigung am Sonnabend zu einer Kundgebung geeinigt. welche aus das Tiefste die Gcsiaktung der öffentlichen Verhältnisse seit dem Erlassen der Badenischen Sprachenverordmmgen beklagt. Seit jener Zeit sei das Parlament lahm gelegst die wi'rthschaftliche Kraft der Bevölkerung empfindlich geschädigt, die polittsche» Rechte der Staatsbürger bedroht, ja die' Vcrfaffung vollständig in Frage gestellt worden. „Die jetzige Vertagung des ReichsratheS ist in der Absicht ge- fchehen, die' Ausgleichsfrage mittelst des§ 14 zu einer Entscheidung zu bringen. ES wird sich dabei nicht um den zur parlamentarischen Verhandlung gestandenen, vom Ministerium ab- geschlossenen Ausgleich, sondern um jene offenbar noch ungünstigeren Vereinbanmgen handeln, welche von Seiten Ungarns als Ergebniß der derzeitigen Parteiverhandlung im ungarischen Reichstage unserer Reichshälfte' als Diktat auferlegt werden. Dadurch eilen unsere inneren Zustände einer folgenschweren Krise zu." Die Kundgebung schließt:„Die Deutschen in Oesterreich stehen den künftigen Ereig- nissen mit fester Entschlossenheit entgegen. Ihr letztes Ziel ist nicht vertagt. Ihr Zweck ist nicht die Entzweiung der Völker Oester- reichs: ihr Kampf hilft dem Systeme, einen gegen den anderen auszuspielen, dem Systeme, das deutsche Element durch große und kleine Maßregeln zurückzudrängen und zu reizen, dem System, welches dadurch die unerschütterlichen Gnindlagen des Reiche? preisgiebt." Ferner wird gemeldet: Der Oberstlandmarschall von Böhmen Fürst Lobkowitz berieth hier mit dem Grafen Thun nud Dr. Kaizl wegen Einberufung des b ö h m i s ch e n L a n d tag e s und Herbei- führung eines Ailsglcichsversuches in Böhm e n. Der böhmische Landtag soll im März zusammentreten, die Entscheidung hierüber wird erst nach Rücksprache Thuns mit den Führern der Jungczechen und des Fendaladels, die hierher berufen wurden, stattfinden.— Nach einer Reichenberger Meldung steht das deutsche Sprachgebiet in Böhmen unter unauffälliger, aber scharfer Ileberwachung. Geheimagenten erforschen die Stimmung der deutschen Bevölkerung. In einigen Städten, darunter in Reichenberg und Eger, kam man der Sache auf die Spur. Der Bevölkerung wird die äußerste Vorsicht gegenüber Fremden angerathcn.— Frankreich. Eine neue Spionage-Affäre wird aus Paris gemeldet. Die Entdeckung ist auf eine recht merkwürdige Art geschehen. Infolge Einstürzens einer kleinen Holzbrücke fiel der Postwagen in die Loire. Der Briefsack wurde von der Strömung fortgerissen und erst emige Tage später aufgefunden. Der an einen ausländischen Agenten adressirte iukrimiuirte Brief lautete:„Ich schicke Ihnen die zwei verlangten Photographien zurück! Sie erhalten demnächst drer Photographien des Werkes, von dem ich mit Ihnen sprach. Ich hoffe, Sie haben meinen letzten Brief von vor 8 Tagen beantwortet, wie ich bat, unter den in St. Eticnne vereinbarten Anfangsbuch- staben." Die Spuren leiteten auf einen Leutnant B., der sich Durand neimt und seit zwei Jahren verabschiedet ist; er wurde noch am Sonntag in Chalons sur Marne verhaftet."- Vorbereitungen zum Staatsstreich? Der„Voss. Ztg." wird aus Paris gemeldet: Die Truppen der hiesigen Besatzung werden über jihr Verhalten gegenüber anfrührerischen Volks- mengen unterrichtet.„Gaulois" erklärt angesichts anderer Deutungen, dieser Unterricht beziehe sich auf mögliche Zusammenstöße mit aus« ständigen A r b est t e r n. Es liegt zur Zeit durchaus keinerlei Anlaß vor, die Truppen über ihr Verhalten gegenüber„ausständigen Arbeitem" zu unter- richten", denn es ist gegenwärtig kein Arbeiterausstand von irgend« welcher Bedeutung in der Hauptstadt. Soweit aber Ruhestörungen bei Streiks in Paris vorgekommen sind, wie beispielsweise beim Bau- arbciterstreik im letzten Sommer, war es auch dort die Polizei, die sie provozirte. Eher könnte man an verschämte Vorbereitungen zu einem Staatsstreich denken.— AuS Algier liegen eine Anzahl telegraphischer Meldungen vor,; die darauf hindeuten, daß die Prügeleien, die bei der Anwesenheit Rochefort's und R s g i S' in Marseille sich dort abspielten. auch in Algier wiederholen werden. Die A n t i s demonstrirten bei der Landung der beiden: die Demokraten setzten eine Gegendemon- stration ins Werk. Die Mitglieder der„demokratischen Liga", die sich mit Pfeifen versehen hatten, pfiffen unaufhörlich; auS der Menge ertönte der Gegenruf: Nieder mit den Verräthcrn! und es entstand ein Hand- aemenge. Die Gendarmen verhafteten mehrere Personen. Der Kommandeur des algerischen Armeekorps General Larchcy hat die Leitung der Sicherheitsmaßregeln übernommen. Der Maire von Algier und seine Adjunkten ermahnten die Bevölkerung zur Ruhe. Der Präfeit hat infolge der Unruhen den Bürgermeister und den Munizipalrath suspendirt.— Belgien. Volk und König. Die königlichen Projelte der Wahlrechts- Verschlechterung stoßen bei allen Parteien und in allen Th eilen deS Landes auf großen Widerstand. Am gestrigen Sonntage haben in vielen Städten Protestversammlungen stattgefunden, die in unzwei« dcutiger Weise ihre Mißbilligung über die PläneLeopold'S ausgesprochen haben. In Antwerpen waren die Delegirten der Sozialisten, Progressisten und E h ri st li ch- S o z i a I en versammelt. Nachdem zahlreiche Führer das Wort ergriffen und die propottionale Vertretung als einzige Lösung der Wahlfrage erklärt hatten, wurde eine in diesem Sinne verfaßte Resolution aligenommen und man gab sich gegenseitig das Versprechen, nicht eher ruhen zu wollen, als bis von der Regierung Gcnugthuung gegeben werde. Es wird sich zeigen, wer stärker ist, das Volk oder der vom Volke erhaltene König.— Italien. Die Amnestie der von den Kriegsgerichten Verurtheillen ist vorläufig vertagt. Die Berichte der Petitiouskommission sind der Regwnma überwiesen und damit natürlich begraben. Das wenigstens ist der Wille der Realtion; aber der Kampf um das Recht wird von Neuem aufgenommen werden, die sozial- demokratische Partei eröffnet ihn bereits wieder und nicht eher wird man ruhen, bis die Opfer der Klassenjustiz ihren Peinigern entrissen sein werden.— Spanien. Madrid, 4. Februar. Der Ministerrath beschloß die Abschaffung des Ministeriums für die Kolonien und ermächtigte den Ministerpräsidenten Sagasta, die durch die Ver- fassnng gewährleisteten Rechte wieder herzustellen, sobald es ihm angemessen erscheine. Man glaubt, daß dies demnächst geschehen werde. Rumünien. Vauernunruhe« sind in Rumänien ausgebrochen. Die Nach« richten lauten sehr unbestimmt und die Ursachen sind nicht klar. Sozialistische Lehren sollen die Unruhen veranlaßt haben. Man befürchtet, daß dieselben sich über das ganze Land ausdehnen könnten. Auch das Militär sympattsirt mit den Bauern. Die Re- gierung ist ernstlich besorgt und nur, um die Finanzen nicht zu schädigen, versucht sie die Vorgänge in öffiziösen Noten alS harmlos hinzustellen.— Ast c»». Vom Kriegsschauplatz. Auf den Philippinen ist es am Sonnabend zu dem vorausgesehenen Zusammenstoß zwischen den Filipinos und den Amerikanern gekommen, ohne daß eine formelle Kriegserklärung voraufgegangen wäre. Die Meldungen, die über N e w- U o r k'kommen, lauten natürlich den Amerikanern günstig. Danach eröffneten die Filipinos am Sonnabend, Abends 10 Uhr den Angriff auf Manila. Die Ameri- lauer antworteten mit einem heftigen Feuer und gingen schließlich ihrerseits zum Angriff vor. Die Filipinos wurden aus ihren Stellungen vertrieben; mehrere wurden gefangen genommen; ein Geschütz wurde erbeutet; die Zahl ihrer Tobten und Verwundeten ist unbekannt. Der Verlust der Amerikaner wird auf 20 Tobte und 125 Verwundete geschätzt. Schon den ganzen Tag über war an verschiedenen Stellen mit Unter- vrechungcn'Gewehrfeuer unterhalten worden. Im Allgemeinen waren die Amerikaner erfolgreich; die Insurgenten' wurden zurückgetrieben, und die Linie der Amerikaner gewann � an Boden, Die amerikanischen Kreuzer beschießen die Aufständischen im Norden und Süden der Stadt. In der Stadt selbst sind keine Unruhen ausgebrochen. Die Frauen- wurden an Bord der Transportschiffe gebracht. General Otis st vollkommen Herr der Situation.— Andere Nachrichten, die über Madrid kommen, lauten aller- Vings weniger günstig. Danach hätten die Filipinos alle äußeren Linien Manila's genommen. A g o n c i l l o, der Vertreter der Filipinos in Washington, welcher der amerikanischen Regierung vorausgesagt, daß, wenn die Amerikaner Verstärkungen landeten, die Filipiniiche Armee ein- greifen würde, hat in der Nacht vom Soniiäbcnd zum Sonntag Washington verlassen. Zu den sonstigen Schwierigkeiten kommt, daß Spanien von den Amerikanern die Erfüllung des Pariser Friedensvertrages verlangt, nach welchem sich die Amerikaner zur Beftemng der spanische» Gefangenen auf den Philippinen verpflichtet haben. Im Ganzen dürften der amerikanischen Eroberungspolitik auf den Philippinen große Schwierigkeiten entgegentreten. Möglich ist auch immer noch, daß oie Friedenspartei im Senat der Vereinigten Staaten die Ober- Hand gewinnt und man von der Annexion Abstand nimmt.— „Maritime Stützpunkte." In der Reichstagssitzung vom 31. Januar hat Abg. Bebet an hcn Staatssekretär des Reichs-Marine-Amtcs die Frage gerichtet tvas unter dem in Beziehung auf Kiautschou gebrauchten Ausdruck „maritimer Stützpunkt" zu verstehen sei. Der Staatssekretär hat eine bestimmte Antwort auf diese Frage nicht gegeben. Das ist erklärlich. Der Staatssekretär scheut sich, die Zukunsts Pläne der Weltpolitik zu enthüllen. Die Steuerzahler würden denn doch etwas gar zu stutzig werden, wenn so unvermittelt die wahren Pläne bekannt würden. Da drückt man sich um eine klare Antwort herum, in der Hoffnung, vorerst mit kleineren Forderungen das Volk auf die kommenden Forderungen vorzubereiten. Für den Kenner der Marineverhältnisse— so schreibt man uns aus Kiel— genügt aber auch schon der Ausdruck„maritimer Stütz Punkt, um das Kommende mit Sicherheit bestimmen zu können. Wir brauchen nur einmal zu betrachten, was man in Mannekreisen unter maritimem Stützpunkt versteht, um sofort zu wissen, wie sich die Sache mit Kiautschou gestalten wird. Man unterscheidet im Großen und Ganzen 3 Klasien von Flottenstützpunkten. Die der 1. Klasse sind Häfen, die einer Flotte in jeder Beziehung, unter größtmöglichster Sicherheit, die Möglichkeit geben, sich völlig kriegsbereit zu machen. Mit Munision, Kohlen, Proviant völlig ausgerüstet, um dieselben an die Schiffe abgeben zu können, sind diese Häfen durch moderne Befestigungen so stark vertheidigt, daß sie nach menschlicher Voraussicht für uneinnehmbar gelten können I— In ihnen finden die Schiffe die erforderlichen Werftanlagen, Docks, um eventuelle Reparaturen vornehmen und Havarien ausbeffem zu lassen. Es sind dieses die Kriegshäfen des Landes. Die Flottenstützpunkte 2. Klasse stehen an Sicherheit für eine Flotte denen der 1. Klasse nicht nach; sind jedoch m Bezug au, Munition, Proviant, Kohlen nicht unabhängig, sondern auf Zufuhren angewiesen, diese find aber in Friedenszeiten in so reichem Maße bewirkt, daß die vorhandenen Bestände auf lange Zeit vorhalten Zu diesen marisimen Stützpunkten gehören Gibraltar, Bermuda, Havanna, Hongkong, Wladiwostock; letzterer wird nach Fertigstellung der sibirischen Bahn zur 1. Klasse zählen. Welch' hohen Werth man diesen Stützpuntten, die als eine eventuelle Operationsbasis gelten können, beimißt, ersieht man aus dem Umstand, daß fortgesetzt an der Verbesserun g dieser Häfen gearbeitet wird. So ist zur Zeit, zum großen Mißvergnügen Spaniens, England auf die weitere Be- festigung Gibraltars bedacht. Durch die' Fortschritte der Waffen technik ist die Beschießung Gibraltars von der Landseite aus nicht mehr unmöglich, daher das Bestreben die nöthigen Werke zur Sicherheit aufzuführen. Maritime Stützpunkte 3. Klasse sind geschützte Häfen, die zwar einer Flotte keine absolute Sicherheit bieten, dieser jedoch Gelegen- heit geben, Kohlen und sonstige Vorräthe einzunehmen. In den ostasiatischen Gegenden ist hierzu Kiautschou, Waiheiwai und Port Arthur zu rechnen. Die fieberhaste Thätigkeit der Russen in Port Arthur werde dieses bald zu einem Stützpunkt 2. Klasse machen. Ein Gleiches gilt bezüglich der Engländer von Waiheiwai. Die fehlenden Docks und Werstanlagen werden beschafft werden und dann haben diese beiden Staaten in jener Gegend mit Wladiwostok und Hongkong je zwei uneinnehmbare Stützpunkte als Basis ihrer Operationen. Ein Stützpunkt 3. Klasse hat als alleiniger Stützpunkt in KsiegS zeiten nur Werth, wenn er evenwell durch eine Hochsce-Schlachtpanzer flotte gehalten werden kann. Dieses wird mit Kiautschou nicht mög- tich sein, weil eine solche Flotte vorläufig nicht nach dort gesandt werden kann. Es bleibt nur das Bestreben. Kiautschou zu einem Stützpunkt 2. Klasse zu niachcn. Weil Deutschland an der jetzt üb- lichen Erschließung Chma's theilnehme, und daran ist ja kein Zweifel, wird auch der Punkt, von wo aus dieses geschieht— eben Kiautschou— für Kriegszeiten zu sichern sein. Und dieses kann nur durch Ge staltung zu einem starken maritimen Stützpunkt sein. Nicht umsonst hat man in den Marineblättern auf die„Ieicht"zu bewirkende Befessigung Kiautschou'S hingewiesen, durch Befestigungen zu beiden Seiten der schmalen Einfahrt zur Bucht und durch solche auch der dieser vorgelagerten Inseln. Und die borgenommene Vermessung der Bucht und des umgrenzenden Landgebietes sind die einleitenden und vorbereitenden Schritte gewesen.' Natürlich folgen dann die Werft- und Dockanlagen und zur Sichenmg dieser dann auch wieder die Befestigungen auf der Landseite, um eine Einschließung k la Sansiago de Kuba unmöglich zu machen. Und in der That, m der Abgrenzung des„gepachteten" Landgebietes hat man auf diese Mög lichkeit auch Bedacht genommen. Natürlich reichen dazu aber noch lange nicht 2000 Mann, die weiteren werden folgen. So folgt eines dem anderen. Und hiernsit wird's aber auch nicht sein Ende erreicht haben. Ein starker Stützpunkt, der sich wohl halten und einer schwächeren Flotte als Zufluchtshafen dienen mag, kann noch immer blockirt und dadurch zur Mausefalle gemacht werden. Erst ist Kiautschou der Hafen, von wo der Handel sich die Reich- thümer holen kann, dann wird's ein„maritimer Stützpunkt", der nach üblicher Art immer stärker gemacht werden muß. Für die vor- handene Scheide muß dann auch der Säbel her. So werden neue Flottenforderungen kommen. Das kann man aber jetzt noch nicht aussprechen. Da muß das Volk erst vorbereitet werden. Und wer die Augen offen hat zum sehen, der sieht auch, wie die Anfänge hierzu schon gemacht werden. Die Agitasion des Deutschen FlottenvereinS ist sehr charakteristisch. Pavfei'Ztaäztitfifen. Die Spekulationen mit antisozialistischen Schriften ziehen trotz der raffiuirtesten Reklame nicht mehr. So hat die Rathke'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg von der vor einigen Monaten bei ihr erschienenen Schrift:„Fünfzehn Jahre Sozialdemokrat", deren Verfasser ein Fabrikarbeiter namens Carl Gotthardt sein soll, bis jetzt nur 17 Tausend Exemplare drucken lassen können, während die sozialdemokratischen Flugblätter und Broschüren allwöchentlich in vielen Zehntausenden von Exemplaren im Deutschen Reiche ver« breitet werden und reißend Abnehmer finden. Die genannte gegne- rische Broschüre gehört zwar zu den ödesten Machwerken ihrer Art, indessen finden auch unterhaltendere Schriften, so Eugen Richter's „Zukunftsbilder", nur vereinzelt noch Käufer. Poliirilicheo, Gerichtliches u. f. w. — Der ReichStagsabgcordnete für Frankfurt a. M., Genosse Wilhelm Schmidt, hat am 4. Februar das Gefängniß in Preungesheim verlassen, wo er wegen Preßvergehens drei Monate internirt war. — Wegen angeblicher Beleidigung der Stettiner Polizei ist gegen den Redatteur des dortigen„Volksboten", Genoffeu Fritz Herbert, Anklage erhoben. — Eine dreiwöchige Gefängnisstrafe hat am 3. Februar der Redakteur des früheren«Wählers". Genosse Käppler m Alten« bürg, angetreten._ Deutsches Reich. Die Hamburger Schauerlcute beschloffen in einer von 2000 Berufsangehörigen besuchten Versammlung gegen jede Maß- regelung wegen Nichtbenutzung des neuen Arbeitsnachweises der Unternehmer sofort energische Gegenmaßregel zu unternehmen. Aus der voraufgegangenen Debatte ist zu enwehmen, daß als solche Maßregel der sosorsige Streik in Anwendung kommen soll. Achtung, Steinarbeitert Der Ausstand der Steinmetzen bei der Firma Giebel in Mehle-O st erwald dauert fort. Bei der Firma Köhler in Cölln-Meißen sind IS Mann im Ausstand. Alle Bemühungen des Fabrikanten, Leute zu erhalten, waren bis jetzt ohne Erfolg. 14 Mann der Finita Seidel in Plauen i. Vogtl. legten am 0. Februar die Arbeit nieder, weil ihnen zugemuthet wurde, 30—40 pCt. billiger zu arbeiten. Zuzug ist fernzuhalten. Die Zentralleitung der Steinarbeiter. Der Streik der Bandweber in Barmen, über den wir be- reits kurz berichteten, hat ca. 128 Personen in Mitleidenschaft ge zogen. Der Streik betrifft die Firma Lucas u. Vorsteher. Den Webern wurde eine neue Fabrikordmmg unterbreitet, die erhöhte Strafen auf fehlerhafte Waare festsetzte. Die Arbeiter wollten daran nicht eingehen, doch die Firma bestand auf ihrem Vorgehen und machte bekannt, wer die neue Verordnung nicht unterschreibe, müsse aufhören. Hierauf reichten IIS Mann ihre Kündigung ein. Als Ant- wort heftete die Firma ein Plakat an, auf dem zu lesen war, daß diejenigen, welche innerhalb 14 Tagen die Kette ab haben, von der Einhaltung der weiteren Kündigungsfrist entbunden seien und direkt aufhören könnten. Darauf blieben die Arbeiter Mittags vor der Thür stehen und kündigten den Streik an. Die Versuche, den Konflikt gütlich beizulegen,' scheiterten an dem Starrsinn der Firma, die„Heer im Hause" bleiben will. Auch die Bemühungen des Herrn Gewerberaths Fröhlich und des Polizei-Jnspektors Schnübbe, die bei der Firma vorstellig wurden, blieben resultatlos.— Am Sonntag Abend tagte eine öffentliche Versammlung, die außer von Streikenden auch von Bandwirkern anderer Fabriken stark be- sucht war. Diese Versammlung entschied dahin, nochmals den Versuch zur Einigung zu machen; sollte auch dieser Versuch scheitern, dann soll nicht nur die Zurücknahme der verschärften Straf- bestimmungen gefordert, sondern eS sollen noch weitere Forderungen gestellt werden. Zur Lohnbewegung der Krefelder Weber. Die AuS ständigen sind sehr ungehalten über das eigenmächsige Vorgehen des christlichen Verbandes, der den Versuch unternahm, mit den Fabrikanten eine Einigung anzubahnen. Nicht daß die übrigen Arbeiter einer Einigung abgeneigt wären, sondern sie verurtheilen nur das ein- seisige Vorgehen und verlangen mit Recht, daß in diesem Kampf die Differenzen zwischen den Organisationen zu schweigen haben. Diesem Grundsatz sind die Leiter des christlichen Verbandes möglichst ans dem Wege gegangen, da sie befürchteten, in jeder Berührlmg mit den übrigen Arbeitern könnten ihre Anhänger abspenstig gemacht werden. Ihre Versammlungen hielten sie hinter geschlossenen Thüren ab, um so ungenirt und sicher auf ihre Anhänger einwirken zu können. Es ist unter diesen Umständen geradezu wunderbar, wie es den rede gewandten Führern, die allerdings weder mit der Weberei etwas zu thun haben, noch die Verhältnisse im Berufe kennen, absolut nicht gelang, die Arbeiter in die Fabriken hinein zu reden. An Bemühungen nach der Seite hat es nicht gefehlt, aber wiederholt wurden die Herren von den Arbeitern abgewiesen. Die Ursachen des Konflikts lagen so klar zu Tage, daß aller Aufwand sophistischer Deduktionen, die den Herren so reichlich zu Gebote standen, die Weber in ihrem Ensichluß nicht irre machen konnte. Allen gleißne- rischen Worten gegenüber stand die Thatsache, daß die neueLohnIlste eine Lohnreduktion bedeutet, und davon ließ sich nichts wegdisputiren. Demgegenüber mutz das Verhalten der übrigen Arbeiter und ihrer Organisationen als vollkommen korrekt bezeichnet werden. In hoch- herziger Weise haben sie ihren christlichen Kollegen die Unterstützung angeboten. Ihre Verhandlungen haben das Licht der Oeffentlichkeit nicht zu scheuen und wenn es den Fabrikanten um keine Lohnabzüge zu thun ist. wenn sie sonst den Frieden wollen, dann finden sie bei den Arbeitern ein weitgehendes Entgegenkommen. Der letzte Beschluß der Streikenden, den wir in der vorigen Nummer wieder- gaben, bahnt wiederum eine Einigung an, und ist die von der Ver- sammlung angenommene Resolution der Fabrikanten-Vereinigung bereits unterbreitet. Warten wir ab, ob abermals die zum Frieden führenden Unterhandlungen von den Fabrikanten abgelehnt werden. Nriasbriefe. Während der ganzen Zeit der frivolen und blöden Hetze derer um Stumm gegen das Köalitionsrecht der Ar- beitcr ivaren wir beständig in der Lage, Beweise für den von den Unternehmern ausgeübten Terrorismus zu häufen. Heute giebt die „Fränkische Tagespost" eine geradezu klassische Urkunde bekannt, eine Urkunde, die zeigt, daß die Organstatton der Töpfenneister in Nürn- berg in der ungenirtesten Weise die Verrufsertlärung en gros be treibt; es heißt da wortwörtlich: Z e u g n i ß über den Hafnergehilfen................. Unterzeichneter bestätigt hiermit, daß oben angeführter Ge- Hilfe als..................... bei mir in Arbeit bis heutigem stand. Derselbe wurde wegen....' entlassen und ist ein beschäftigt war, 1> Blaumacher 2) Hetzer 3) Frecher 4) Brauchbarer 5) Fleißiger 6) Zuverlässiger daß ich ihn..... Nürnberg, den.... Setzer, oder als was er sauSgestrichen muß werden, was nicht der Fall ist.) .. 180 . Hafnermeister oder jeden ersten Mittwoch . kann. Ofenfabrikant. im Monat ein- dlB, Zeugnisse können gesehen werden. Wer von den entlassenen Gehilfen kein Zeugniß an den Vor- 'tand innerhalb 14 Tagen sendet, wird nach 8 IS der Statuten be- traft. Gleichzeitig ist beim Einstellen des Gehilfen eine Karte(nur ür die alte Grenze von Nürnberg giltig, mit Glaishammer) aus- zufüllen und dem Vorstand zu senden, damit, wenn ein Gehilfe sein Arbeitsverhälwiß nicht richtig löst, er bei selbigen sl) Meister wieder entlassen werden muß. Die Aufforderung geschieht durch die Vor- standschaft des Vereins. Sämmtliche Zeugnisse sind an den Vorstand zu senden.— In der Hand einer einflußreichen Unternehmerorganisation kann ein solcher Uriasbrief, in dem der Unternehmer ganz nach seiner Laune verfahren kann, einen Arbeiter von Ort zu Ort hetzen. Nirgends findet der Gekennzeichnete ein Unterkommen; nur weil er gemeinsam mit seinen übrigen Arbeiten: für eine Bessenmg der Lage der Arbeiterklasse kämpfte, deshalb wird er geächtet. Hierüber mögen sich diejenigen euttüsten, die der Arbeiterbewegung alle mög- lichen Verdächtigungen anhängen. Wo aber der Kampf mit solchen Mitteln geftihrt wird, da ist auf der anderen Seite auch eine kräftige Abwehr nöthig. AnSland. AuS Bukarest sRumänien) wird gemeldet: Die Bildhauer im Atelier Herdlieka befinden sich im Ausstand und ersuchen, bis zur Beilegung der entstandenen Differenzen den Zuzug strengstens fern- zuhalten. Das Internationale Agitattonskomitee der Bildhauer. Leuten befänden sich auch welche, denen laut Vereinbarung eine Kündigungsfrist überhaupt nicht zugestanden habe. Die Firma Scherl habe bei dem von ihr ausgeübten Brutalitäts- att nur 24 Setzer entlassen, und deren Forderungen seien zum Theil anerkannt worden; wer von diesen Leuten die Kündigungsfrist beanspruchen könne, der habe die Entschädigung bereits erhalten oder werde sie noch erhalten.— Von den 24 gcmaßregelten Setzern waren bei der gestrigen Verhandlung nur 13 betheiligt. Hiervon schieden alsbald noch 6 aus, deren Ansprüche anerkannt wurden, weil ihnen die Kündigungsfrist unstreitig zukam. Die übrigen sieben erkannten an, daß sie sich beim Engagementschriftlich mit demAusschluß derKnudigungs- frist einverstanden erklärt hätte»; sie behaupteten jedoch, mit der Ver- änderung gewisser Arbeitsbedingungen habe sich ihr Arbeitsverhältniß derart verändett, daß der Kündigungsausschluß für sie keine Rechtskraft mehr besitze. Als solche Veränderungen der Arbeitsbedingungen wurden angeführt: Herausrücken vom Setzer zum Metteur, Ueber- tritt aus' einer anderen Abtheilung in die Zeitungssetzerei, Uebertritt auS der Firma A. Scherl, Verlag des Adreßbuchs. in die Firma A. Scherl, Verlag des„Lokal-Anzeigers" u. s. w. Einige Kläger betonten, daß der unterschriebene ReverS ungiltig sei, weil er zugleich die ihrer Meinung nach gesetzwidrige Bestimmung enthalte, daß sich der Unterzeichnete verpflichte, nicht dem Buchdrucker-Verbande anzugehören. Der Leiter der Verhandlung, Gewerberichter Meier, verband die betreffenden Sachen als gleicharttge. Die aufgeworfenen Rechts- fragen wird die Kammer VIII demnächst in einer Sitzung mit Beisitzern entscheiden. Die Kläger aus der zweiten Gruppe, 38 Personen, beriefen sich auf eine Mittheilung der ebenfalls von Sandstein entlassenen Fünfer- kommission, wonach Dr. Saudstein mit Bezug auf alle Setzer der Offizin gesagt habe, sie seien entlassen, soweit sie sich als Verbandsmrtglieder fühlten. Hiernach hätten sie sich als entlassen betrachten müssen.— Dr. Sand st ein erklärte dem- gegenüber, er könne beeiden, daß er eine solche, die Allgemein- heit betreffende Aeußerung nicht gethan habe. Die Setzer H. und R., die beide der Kommission angehörten, bestätigtem in» dessen auf das Entschieden st e die Angaben der Kläger.— Gewerberichter Meier, der die Klagen als ziemlich aussichtslos bezeichnete, führte unter Anderem aus, der Arbeiter habe nur auf solche Aeußerungen etwas zugeben, die vom Arbeitgeber oder von dessen befugtem Ver« t r e t e r herrührten. Im Uebrigen rieth er zu einem Vergleich. Die Kläger sollten die Klagen zurücknehmen, wenn der Beklagte sich bereit fände, jetzt und in Zukunft seine Setzer nicht m e h r zu verpflichten, nicht dem Verbände anzugehören, und wenn er ver« spräche, die Kläger bei Neueinstellungen zu berücksichtigen. Dr. Sand- stein entgegnete hierauf: Herr Scherl wolle den Setzern durchaus nicht das Koalitionsrecht beschneiden, es sei auch schon wiederholt erwogen worden, ob man nicht jene Verpflichtung, den Verband zu meiden, aufheben solle. Es sei aber hiervon abgesehen worden, da man die Erfahrung gemacht habe, daß die Verbändler durch ihr Verhalten, durch Nörgeleien und Rücksichtslosigkeiten ihren Kollegen aus dem Gut'cnbergbunde und den Nichtörganisirten die Arbeit vollständig ver- leideten. sGroße Unruhe und Protestrufe der Kläger. Dr. Meier mahnt zur Ruhe.) Das Geschäft leide mit darunter. Der Beklagte wolle sich nur das Recht sichern, seine Arbeitskräfte daher zu nehmen, woher er wolle, während der Verband darauf ausgehe, die Unter- nehmer zu zwingen, nur seine Mitglieder einzustellen. Die Kläger H. und G. traten diesen Ausführungen entgegen. Gerade die Vereinsmitglieder seien besttebt, in jeder Be- ziehung Ruhe zu halten und alles zum Besten zu wenden. Ge- wisse Leute hätten es ihnen verübelt, daß sie wegen der üblichen übermäßigen An st rengungen für eine andere Eintheilung der Arbeitszeit eingetreten seien, und hätten gegen sie gehetzt.— G. hob hervor, daß die verschiedenen Parteien unter den Setzern vielfach bei Festen, im Gesangverein, im Kegelklub zc. harmonisch zusammen gelebt und gewirkt hätten. Als der vormalige Vor- sitzende Albrcghs vom Gutenberg-Bund in Bedränguiß ge- rathen sei, hätten sich die Verbändler seiner angenommen und ihn sogar von ihren.Specküberschüssen" unterstützt. Auch seien die Interessen des Geschäfts in überaus intensiver Arbeit wahrgenommen worden. Der Verband wolle durchaus nicht terrorisiren. Die Kläger zeigten sich einem Vergleich im Sinne der Vor- schläge des Vorsitzenden nicht abgeneigt. Dr. Sandstein indessen meinte, die Firma werde unter den obwaltenden Umständen auf die Verbandsklausel nicht verzichten können. Auf Wunsch des Richters will er aber Herrn Scherl die Vorschläge des Herrn Dr. Meier unterbreiten. Die Kammersitzung, in der die Angelegenheit weiter verhandelt wird, findet am 18. Februar statt. Die Maßregelttugen im Lokal-Anzeiger vor dem Gewerbegericht. Mit den Klagen von 49 Setzern gegen Herrn August Scherl, den Besitzer des„L o ka l- Anz e ig ers", beschäftigte sich gestern da? Gewerbegericht in einem sogenannten Vergleichstermin, Herr Scherl wurde durch den Geschäftsführer Dr. S a» d st e i n und durch den Oberfaktor W o l t e n vertreten. Sämmtliche Kläger behaupteten, ohne Grund plötzlich entlassen zu sein, und beanspruchten die entsprechenden Lohnentschädignngen. Herr Dr Sandstein machte diesen Forderungen gegenüber geltend, daß die Kläger von vornherein in zwei Gruppen einzutherlen seien, und zwar in solche, die wirklich entlassen wären, und in andere, die die Arbeit freiwillig aufgegeben hätten. Unter den vier entlassenen Uetzko Mschvichken und Vopepchen. Braunschweig, 8. Februar.(Privattelegramm des„Vorwärts".) In der Ztgarrenfabrik von Deter befinden sich 120 Mann im Ausstand. Crosse», 6. Februar.(W. T. B.) Der Neffe des verstorbenen Grafen t>. Caprtvi, General v. Müller, erhielt folgendes Telegramm des Kaisers:„General v. Müller, Skryren. Soeben von der Nachricht vom Hinscheiden Ihres Onkels, des Generals der Infanterie Grafen v. Caprivi, überrascht, spreche ich Jhnen und der Familie des Heimgegangenen meine theilnahmsvolle Mittrauer aus. Als Soldat von seinen Kriegsherren immer hochgeschätzt, als Reichskanzler mein arbeitsfreudiger, überzeugungstreuer Mitarbeiter, hat Graf Caprivi auch in der Zurückgezogenheit feiner Juakttvität es verstanden, sich die Anerkennung und Dankbarkeit seines Königs und Kaisers zu erwerben. PariS, 8. Februar.(W. T. B.) Die RevistonSkommission der Deputirtcnkamer hat die Vorlage der Regierung, nach welcher Revisionssachen von den vereinigten Kammern des KaffattonhofeS abgeurtheilt werden sollen, mit S gegeu 2 Stimmen ab- gelehnt. Die Kommission beschloß einstimmig, die UntersuchungS- alten zu veröffentlichen. Zum Referenten wurde Renault- Marliöre ernannt, welcher am Mittwoch in der Kammer seinen Bericht erstatten wird. Paris, 8. Februar. Der KassationShof beschloß in seiner Eigenschaft als oberster Gerichtshof für Richter, gegen den Richter am Tribunal in Versailles, G r o s j e a n, eine Untersuchung einzuleiten. Letzterer hatte in einem Schreiben an den Jnstizminister die Mitglieder der Strafkammer des Kassationshofes der Partei- lichkeit in der Revision des Drehfusprozesses beschuldigt. London, 8. Februar.(W. T. B.) An Stelle Harcourt'S ist Campbell Bannermann zum Führer der Liberale» im Unterhause gewählt worden. Rom, 6. Februar.(SB. H,) Der König wird aus Anlaß des hier stattfindenden Journalisten-KongresseS alle wegen Preßvergchen verurtheilten Personen begnadigen. Washington, 8. Februar.(W. T. B.) Der Senat hat den spanisch-amerikanischen Friedensvertrag mit einer Mehrheit von drei Stimmen genehmigt. Washington, 8. Februar.(W. T. B.) Dem Marinesekretär ist vom Adnural D e w e y folgende Meldung zugegangen: Manila, 8. Februar. Die Aufständische» haben Manila angegriffen. Die „Boston" geht heute nach Jlo- Jlo ab, um die„Baltimore" abzu- lösen, welche nach Manila zurückkehrt. An Bord der.Monadnock" wurden gestern zwei Mann verwundet und zwar einer schwer. Montevideo, 8. Februar.(Telegramm des„Reuter'schen Bureaus".) Der Aufstand gegen den Präsidenten Cuestas ist von den Regierungstruppen unterdrückt. Die Rebellen wurden geschlagen und gefangen genommen. Das Land ist ruhig. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Bcrlm, Für de» Jnseratentheil verantwortlich: Dd.«lock« w Berlin. Druck und Verlag vo» Mar Badiug in Berlin. Hierzu S Beilagen u. llnterhaltungsblatt. Br. 32. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 26. Sigung, Montag, 6. Februar 1899, 1 hr. Am Tische des Bundesrathes: von Podbielsti, Freiherr bon Thielmann. Die Spezialberathung des Poftetats wird fortgesezt bei dem Titel„ Vorsteher der Postämter erster Klasse" 11. f. tv. Zu demselben beantragt Abg. Dr. Baffermann( natl.) folgende Resolution: Die berbündeten Regierungen zu ersuchen, dahin zu wirken, daß bei der beränderten Regelung des Gehalts der Postdirektoren eine Schädigung der jetzt im Amte befindlichen Direktoren gegenüber dem früheren System vermieden werde." Redner begründet diesen Antrag mit den vielfach laut gewordenen Befürchtungen, daß auch in dieser Beamtenkategorie ähnliche Schädigungen eintreten könnten, wie in anderen Kategorien. Direktor im Reichs- Bostamt Dr. Wittkow legt dar, in welcher Weise die Verwaltung bemüht gewesen sei, diese Schädigungen nach Möglichkeit abzuwenden. Eine Aenderung der im Etat festgelegten Grundsäße sei zur Zeit unthunlich. So sympathisch der Postverwaltung dieser Antrag an sich sei, so bitte er doch das Haus, demselben zur Zeit feine Folge zu geben. Geheimrath v. Neumann verweist darauf, daß etwaige Abweichungen von der festgelegten Stala von der Oberrechnungskammer monirt werden würden. Abg. Müller- Sagan( frs. Vp.) fragt an, ob und wann neue Arbeitszeit- Bestimmungen für die Beamten und Unterbeamten zu gewärtigen seien. Wünschenswerth wäre es, wenn die Ruhepause, die auf einen Sonntag fällt, nicht als solche in Anrechnung fäme; die Beamten sollten dann eben auch noch den Montag frei bekommen. Sonntags soll der Sonntags: ruhe wegen frei sein; Kollege Lingens müßte sich dieser Sache an nehmen. Die Beamten fühlen sich ferner mit Recht dadurch in ihrer freien Zeit eingeengt, daß sie, vom Urlaub zurückgekehrt, fich acht Stunden vor ihrem Dienstantritt melden müssen. Welchen Zwed soll denn das haben? Redner tabelt sodann das Eingreifen der Postverwaltung in die Wahlkämpfe, wie ein solches z. B. in Tilsit stattfand wo die Unterbeamten durch ein extra an fie ergangenes Birkular zu Gunsten des Grafen Pourtalès beeinflußt wurden. Später erklärte dann der Ober- Postdirektor, er habe nichts mit dem Zirkular zu thun. Zeugeneiblich ist aber bann das Gegentheil erwiesen worden, der Ober- Postdirektor hat sich Vizepräsident v. Frege bittet den Herrn Redner, einen abwesenden Beamten nicht wissentlicher Unwahrheit zu beschuldigen. Staatssekretär v. Podbielski: Dicuftag, 7. februar 1899. haben es noch nie daran fehlen laffen, sozialdemokratische die Erhöhung des Meistgehalts der Landbriefträger von 900 m. auf Stimmen zu nehmen, wo sie fte belommen fonnten. Denken Gie 1000 wt., beides in lebereinstimmung mit der vom Reichstage ber doch nur an Torgau- Liebenwerda, wo der konservative Vertrauens- Berathung des Etats für 1898 beschlossenen Resolution. Für einzelne mann tam und um die sozialdemokratischen Stimmen bei der Stichmann Bürgermeister Krüger zu dem sozialdemokratischen Vertrauens- Unterbeamten sind Ortszulagen eingestellt. Abg. Stöcker( wildk.) ist mit dieser Erhöhung des Gehalts der wahl bettelte.( Sehr gut! links.) Freilich in der Bescheidenheit Unterbeamten sehr einverstanden. haben es die Konservativen noch nie sehr weit gebracht.( Heiterfeit lints.) Uebrigens hoffe ich, daß es auf die Beamten im Lande nicht mit der Inaussichtnahme von Theuerungszulagen geht die Abg. Dr. Lieber( 3.): ohne Einfluß bleiben wird, wenn sie sehen, wie sie hier von ihrem Vorgesezten desavouirt werden. Der Reichstag aber fann sich eine Regierung durchaus nicht über die Wünsche des Reichstages hinaus. Stellung der Subordination, wie sie ihm vom Herrn Staatssekretär Gerechtigkeit. Kann doch kein Beamter den Ort des Dienstes selber Derartige Theuerungszulagen sind eine Forderung ausgleichender angewiesen ist, nun und nimmermehr gefallen lassen.( Beifall bei Gerechtigkeit. Kann doch kein Beamter den Ort des Dienstes selber den Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Podbielski: slites 21 wählen. Titel 25 und 26 werden bewilligt. Beim nächsten Titel fragt Abg. Singer( Soz.) Ich habe nicht daran gedacht, den Reichstag zur Subordination zivingen zu wollen. Meine Ausführungen richteten sich nur dagegen, daß mir hier über die Ausübung der Dienstzucht Vorschriften ge- an, ob es richtig fei, wie die Beitungen melden, daß der vor macht wurden. Ich bin bereit, jeden Fall hier offen und ehrlich zu mehreren Jahren in einer Reſolution niedergelegte Wunsch des behandeln, aber das ist ein ander Ding, als wenn der Reichstag Reichstages auf Trennung des Wohnungsgeldzuschusses vom Militärmir hier über die Ausübung der Dienstzucht, d. h. darüber, welches fervistarif auf lange Zeit noch unerfüllt bleiben werde. Strafmaß ich in irgend einem Falle angebe, Vorschriften macht. Schatzsekretär Frhr. v. Thielmann: Herr Singer hat gesagt, ich wolle mich aus einer Schlinge ziehen. Ich Die Erhebungen und Berechnungen haben ergeben, daß vors habe von vornherein gesagt, daß ich die Straffestsetzung nicht einer unter- läufig sich im Großen und Ganzen die Bedingungen des Servis und geordneten Behörde überlassen habe, sondern sie persönlich vorgenommen die Bedingungen des Wohnungsgeld- Zuschusses sich decken. Doch habe, um persönlich hier Rede und Antwort zu stehen. Ich habe find die Verhandlungen noch nicht endgiltig abgeschlossen und es also nie das Bestreben gehabt, mich aus einer Schlinge zu ziehen, schweben mit den betheiligten Ressorts weitere Verhandlungen, deren rechts.) sondern trete voll und ganz für alles ein, was geschehen ist.( Bravo! Abschluß in allernächster Zeit allerdings noch nicht zu erwarten ist. Abg. Dr. Lieber( 8) giebt eine Uebersicht über die damaligen Verhandlungen des Reichstags und wünscht die baldige Einbringung einer Tarifvorlage. Lieber bei und will nur hinzufügen, daß der Reichstag damals Abg. Singer( Soz.): Ich stimme den Ausführungen des Herrn statt früher auf zehn Jahre auf nur fünf Jahre festgesetzt hat. Ich glaube mit dem Herrn Dr. Lieber, daß der Reichstag sich nicht noch einmal dazu hergeben wird, das Servisgesetz zu verlängern. An der weiteren Debatte betheiligen sich noch die Abgg. Dr. Müller- Sagan und Dr. Sattler. Damit schließt die Diskussion. Der Titel wird bewilligt. Beim Titel Postagenten" befürwortet " Abg. Dr. Lieber( 3.): Daß der Reichskanzler für alles berantwortlich ist, was im Deutschen Reiche geschieht, hat Herr Singer zwar Demokratie z. B. find wohl der Ruhm des Herrn Singer,( Heiterkeit.) gesagt, aber sicher selbst nicht gemeint. Die Thaten der Sozial der Neichskanzler dürfte aber schwerlich für sie verantwortlich ſein. Herr Lenzmann hat heute wieder von dem kavalleristischen Vorgehen des Herrn Staatssekretärs gesprochen. Ich muß sagen, daß ich gerade die soldatische Aufrichtigkeit und Offenherzigkeit des Herrn von Bobbielsti uns gegenüber außerordentlich hoch schäße und wünsche, fie möchte überall in den parlamentarischen Verhandlungen vorhanden ſein,( Bravo.) Herr Lenzmann hat dann weiter den Strom der Zeit an der Stirnlocke gepact( große Heiterkeit) und einen Fall hier vorgebracht, der noch nicht abgeschlossen ist. Das ist ein recht bedenklicher erst vorzubringen, wenn wir hier jemand faffen können, der die Agenturen, deren Betrieb von Jahr zu Jahr steigt und deren EinVorgang. Bis jetzt ist es Usus im Reichstag gewesen, derartige Fälle Abg. Prinz zu Schönaich Carolath für diejenigen PostEntscheidung getroffen hat.( Sehr richtig!) Herr Singer hat für den nahmen immer stärter werden, eine höhere Entschädigung als die Tilsiter Fall allein den Herrn Staatssekretär verantwortlich gemacht, bisher gezahlte. Auch die Zahlung einer Abfindungssumme an nach meiner Meinung könnte man aber ebenso gut die Agenten, die ihre Thätigkeit einstellen müssen, weil die Agentur zu Schuld auf die maßlosen Angriffe der Sozialdemokratie einem Bostamt dritter Klasse umgewandelt werden muß, fei Ueber die Dienstzucht meiner Beamten bin ich nur dem Herrn gegen die Verwaltung namentlich des Reichspostamtes schieben. Reichstanzler Rechenschaft schuldig und muß es ablehnen, mir von llebereifer etwas zu scharf vorzugehen. Auch der Angriff des Diese Angriffe fönnen pflichttreue Vorgesetzte wohl dazu treiben, im Herrn Abgeordneten Müller Vorschriften machen zu lassen.( Widerspruch links.) Ich habe in jener Sache dem betreffenden Ober- Herrn Singer gegen Herrn Bassermann war nicht berechtigt; es Postdirettor mein Mißfallen ausgedrückt. Natürlich kann in einer steht ja nichts im Wege, den Antrag in der Kommission auf alle fo großen Verwaltung auch manche Unzuträglichkeit paffiren. Ich Beamtenfategorien zu erweitern; wir werden das dort auch thun. selbst fühle mich auch nicht völlig schuldenfrei.( Heiterkeit.) ( Beifall in der Mitte.) dadurch also des Vertrauens unwürdig gezeigt. Direttor im Reichs- Bostamt Wittkow erklärt, daß für die neuen Bestimmungen über die Dienststunden der Beamten und Unter beamten noch kein bestimmter Anfangstermin in Aussicht genommen sei. Abg. Rickert( frf. Bgg.): Formell hat der Staatssekretär recht, wenn er erklärt, er sei über die Dienstzucht lediglich dem Reichskanzler Rechenschaft schuldig. Aber der Reichskanzler ist eben dem Reichstag Rechenschaft schuldig, und da der Staatssekretär hier als Vertreter der Regierung fungirt, so muß er uns selbstverständlich Rede und Antwort stehen.( Sehr richtig!) Wenn er da das Schreckgespenst( Heiterkeit) der Wählbarkeit der Beamten Herzitirt, so hat das mit der Frage der Verantwortlich Teit nichts zu thun. Abg. Möller( natl.) empfiehlt die Verweisung der schwebenden Fragen an die Budgetkommission. Abg. Lenzmann( frs. Bp.): Die Art, wie der Herr Staatssekretär uns die Kritik seiner und feiner Beamten Thätigkeit verbieten will, ist mir denn doch etwas zu lavalleriemäßig( beiterkeit) und vor allem verfaffungswidrig. Jener Postdirektor hat, wie ich bestimmt weiß, sich sogar einer un gesetzlichen Handlung schuldig gemacht und müßte deshalb zur Verantwortung gezogen werden. Einen ganz besonders schroffen Fall von Nichtachtung der Geseze muß ich aber noch besonders rügen. In Dortmund nahm die Postdirektion die Unterschrift eines Kauf manns für seine Frau, mit der er, wie das in Westfalen üblich ist, in Gütergemeinschaft lebt, nicht entgegen. Auf seine Beschwerde erhielt er von der Direktion den Bescheid: er solle sich von seiner Frau eine Postempfangs- Vollmacht ausstellen lassen, und als er in höflichem Tone auf die zwischen den Ehegatteu bestehende Güter gemeinschaft aufmerksam machte, wurde ihm die Antwort:„ Die Post tennt keine westfälische Gütergemeinschaft". Wir verlangen aber, daß die Post sich um die bestehenden Geseze kümmert und wenn fie fie nicht fennt, sich über sie informirt und mindestens hat fie aber dem Publikum gegenüber höflicher zu sein.( Beifall links.) Staatssekretär v. Podbielski erklärt, über diesen Fall nicht orientirt zu sein; er werde sich aber die Aften tommen lassen und dann das Resultat seiner Untersuchung mittheilen. Er halte streng darauf, daß seine Beamten stets die Geseze respektiren. Man solle aber auch nicht jede Redens art, die so fällt, gleich als Unhöflichkeit auslegen. Abg. Singer( Soz.): Bostdirektor sein ernstes Mißfallen ausgesprochen habe und daß er Staatssekretär v. Podbielskt wiederholt, daß er dem Tilfiter nun unverweilt auch die Untersuchung über den von Lenzmann mit getheilten weiteren Fall einleiten werde. Abg. v. Kardorff( Np.) erwidert dem Abg. Singer, daß der Torgauer Bürgermeister fofort vom konservativen Wahlverein desavouirt worden sei. Der Mann war vollständig entgleist, auch bürgerlich, denn er wurde später zu Gefängniß verurtheilt. Der Schluß des Abg. Singer, daß wir Konservative uns sozialdemokratische Unterstügung gefallen lassen, ist also unberechtigt.( Widerspruch links.) Ja, meine Herren, Sie haben doch in Ihrer Partei auch schon schwarze Schaafe gehabt. Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.): wünschenswerth. der Nebenbeschäftigung verwaltet. Die Verwaltung laffe das größt Unterstaatssekretär Fritsch: Die Postagenturen werden nur in mögliche Wohlwollen walten, ja die Umwandelung werde im Interesse der Person des Agenten oft hinausgeschoben. Die Diskussion wird geschlossen, der Titel bewilligt. Beim Titel ,, Posthilfestellen" befürwortet Abg. Singer( Soz.): daß die für Hilfeleistungen von Unterbeamten ausgeworfenen Summen in analoger Weise auch für die Landbriefträger ausgeworfen werden möchten. Warum die Landbriefträger hier übergangen find, verstehe er nicht. Er spricht weiter die Bitte aus, für die Unterbeamten einen Normal- Arbeitstag einzuführen. 70 bis 100 Stunden Arbeit in der Woche sind zu viel und die Arbeitszeit muß verkürzt werden, selbst auf die Gefahr der Mehreinstellung von Beamten hin. Die Rücksicht auf einen Einnahme- Ausfall darf hier nicht maßgebend sein, und in diesem Falle wird selbst der Staatssekretär den Einnahme- Ausfall nicht als Gegengrund anführen. Mehr wie 9 Stunden sind vom Uebel. Mehr darf die Bost ihren Beamten nicht zumuthen. In der Industrie ist schon fast allgemein ein neun bis zehnstündiger Arbeitstag eingeführt. Die Post ist auch ein industrieller Großbetrieb und der Staat hat die Pflicht, den Privatbetrieben mit gutem Beispiel vor anzugehen. Direktor im Reichs- Postamt Dr. Wittko: Ich kann dem Abg. b. Kardorff aus meinem eigenen Wahlkreise mittheilen, daß der konservative Kandidat, ein früherer Landrath, zwei sozialdemokratische Vertrauensmänner in feine Equipage herumgefahren hat, um Stimmen gegen mich zu werben. ( Heiterfeit.) Die beiden Sozialdemokraten find dann aus der Partei Die Verkürzung der Arbeitszeit für die Unterbeamten unterliegt ausgeschlossen worden.( heiterkeit.) In der Sache selbst ändert das der Erwägung im Reichs- Postamt und binnen Kurzem dürften neue aber nichts. Vorschriften erlassen werden. Die Landbriefträger erfreuen sich nach wie vor wohlwollendster Fürsorge. Ihre tägliche Wegeleistung ist auf 25 Kilometer herabgemindert worden, sie sind von jedem Nachtdienst befreit, fönnen sich also über zu große Anstrengung nicht beklagen. Im Etat finden sich auch diesmal wieder Mittel für Aufbesserungen, die den Landbriefträgern zu Gute kommen sollen. Abg. Dr. v. Levehow( f.): Den vom Abg. Müller angeführten Fall fenne ich nicht, ich bin aber überzeugt, daß er sich so nicht verhält, wie ihn der Abg. Müller vorgetragen hat. Ich erkläre Namens aller meiner politischen Freunde, daß wir niemals ein Bündniß mit den Sozialdemokraten eingegangen find oder eingehen werden. Wer von uns das thun sollte, würde desavouirt werden.( Beifall rechts.) Die Diskussion ist geschlossen. Der Antrag Baffermann wird der Budgett ommission überwiesen, der Titel genehmigt. Die die Oberpoftaffiftenten, Affiftenten u. f. w., sowie die Stellenzulagen für dieselben behandelnden Titel werden an die Materialien eingegangen sind, die der Kommission noch nicht beBudgetkommission zurüd verwiesen, da zu denselben neue fannt waren. Beim Titel Telegraphengehilfinnen und Fernsprechgehilfinnen wünscht = weiblichen Hilfskräften; vor allem sei es unzulässig, folche weiblichen Abg. Müller Sagan( frf. Vp.) weitergehende Einstellung von Kräfte, wie dies geschehen, ohne Gehalt zu beschäftigen. Unterstaatssekretär Fritsch erwidert, daß die Gehilfinnen bei ihrer Einstellung davon unterrichtet werden, daß sie während ihrer Ausbildungszeit kein Gehalt beziehen werden; das sei eine noth wendige Maßregel; wenn sich die Gehilfinnen bewähren, werden sie ja nachher mit Gehalt angestellt. von den Vakanzen ab. Wer einmal ausgebildet ist, kommt bei Vakanzen zuerst an die Reihe. Wir berufen natürlich auch nicht Tausende unnüz ein. Abg. Müller- Sagan( frs. Vp.): Die Erklärung des Vertreters der Postverwaltung stimmt mit meinen Informationen nicht. Mir sind Fälle bekannt, wo Landbriefträger, nachdem sie von ihrem Gang zurückgekommen waren, zu allen möglichen Dienstleistungen herangezogen worden sind. Der Titel wird hierauf bewilligt. Beim Titel„ Kleiderkassen" theilt Staatssekretär v. Podbielski meint, daß ein lang ge neue Sommerbekleidung angeschafft werde.( Bravo!) hegter Wunsch in Erfüllung gehe und für die Landbriefträger eine Der Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des Ordinariums. 1 1hr( außerdem steht auf der Tagesordnung die Novelle zum Hierauf vertagt das Haus die Weiterberathung auf Dienstag Bankgesetz.) Schluß 5% Uhr. Tokales. Die Parteigenoffen des V. Berliner Wahlkreises werden darauf aufmerksam gemacht, daß heute Abend im Saale des Handwerfervereins, Sophienstr. 15, eine Versammlung stattfindet, in der Richard Fischer über die politische Lage sprechen wird. Der Vertrauensmann. Der Herr Abg. Bassermann hat ja ein recht lebhaftes Interesse für die Postdirektoren bewiesen, er sollte nur auch dasselbe Entgegentommen zeigen, wenn es sich um die Sanirung von Schädigungen Abg. Prinz zu Schönaich- Carolath( Hospitant bei den Nationalder Unterbeamten handelt. In der Budgetkommission werden wir liberalen) spricht seine Freude darüber aus, daß überhaupt Frauen ja weiter über den Antrag sprechen. Nur auf einige Bemerkungen im Postdienste angestellt werden. des Herrn Staatssekretärs will ich eingehen. Herr Rickert hat die Abg. Dr. Müller- Sagan( frf. Bp.) rügt das Mißverhältniß Auffassum wohl des ganzen Reichstags über die Verantwortlichkeit zwischen den zur Ausbildung einberufenen und den fest angestellten des Herrn Staatsfelretärs richtig zum Ausdruck gebracht. Wenn weiblichen Telephonbeamten. die Vertreter des Herrn Neichskanzlers hier sich immer auf Staatssekretär v. Podbielski: Wir müssen natürlich die Damen Das städtische Badewesen diesen zurückziehen könnten, dann bliebe nichts anderes übrig, erst für den Dienst ausbilden, ob sie dann angestellt werden, hängt befindet sich seit einigen Jahren in einem merklichen Auf als daß der Herr Reichskanzler hier permanent anwesend wäre. schwunge. Die Deputation für das Turn- und Badewesen ist Also die Art, wie der Herr Staatssekretär hier versucht hat, sich aus bemüht gewesen, den Unbemittelten und besonders den Schulder Schlinge zu ziehen, war doch nicht zweckmäßig. Es ist ganz klar, findern die Benutzung der städtischen Bade- Einrichtungen durch Er daß für alles, was im Deutschen Reich passirt, der Herr Reichskanzler mäßigung oder Erlaß des Eintrittspreises zu er verantwortlich ist, aber er schickt seine Vertreter hierher und diese leichtern, und hat dadurch eine erfreuliche Steigerung der find daher dem Hause selbst verantwortlich. Noch ein Wort über Frequenz bewirkt. Im Jahre 1897/98( bezi. 1896/97) waren 16 den Fall in Tilfit. So sehr ich auch die Handlung des betreffenden ( 15) Fluß- Badeanstalten mit 21( 19) Bassins in Betrieb. Von den Ober- Postdirektors mißbillige, so bin ich doch geneigt, die That dieses Bassins waren 11( 9) für männliche, 9( 9) für weibliche Personen und 1( 1) Herrn in einem weniger schlimmen Lichte zu sehen, weil ich die zur abwechselnden Benuzung durch beide Geschlechter bestimmt. Es Empfindung nicht unterdrüden kann, daß er geglaubt hat, im badeten 725 188( 638 050) männliche, 392 301( 360880) weibliche, zuSinne feines höchsten Vorgesetzten zu handeln. Wenn der Abg. Möller( nail.): Wenn irgendwo Stellen für Frauen sammen 1 117 439( 998 930) Personen, davon 626 917( 552 450) gegen Herr Staatssekretär hier wiederholt erklärt hat, er tönne geeignet sind, so beim Telephondienst. Jeder schäßt sich glücklich, Bahlung und 490 522( 446 480) frei. Die Zunahme der Frequenz feinen Sozialdemokraten als Postbeamten dulden, und hier, soweit wenn er mit einer Telephonisten zu thun hat und nicht mit einem gegenüber dem Vorjahre ist, nach dem Verwaltungsbericht pro 1897/98, fein Ressort zur Verhandlung tam, Tag für Tag Krieg gegen die Telephonisten. Sie passen besser auf und find freundlicher.( Heiterkeit.) zum Theil zurückzuführen auf die Gröffnung einer neuen MännerSozialdemokratie führt, dann kann man begreifen, daß seine Unter- Abg. Prinz zu Schönaich Carolath( wildlib.): Die Beanstalt mit zwei Bassins( im Werder'schen Mühlengraben) und auf den gebenen glauben in seinem Sinne zu handeln, wenn auch sie ihrer- schäftigung von Frauen im Post- und Telegraphendienst erfolgt auf längeren Betrieb zweier Frauenanstalten mit zusammen zwei Bassins feits, wo irgend die Sozialdemokratie in Frage kommt, in der ausdrücklichen Wunsch des Reichstages. Wir danken dem Reichs:( an der Ebertsbrücke). Außerdem ist aber eine nicht unbedeutende Zunahme schärfsten Weise auftreten. In dem Aufruf, der zum Theil verlesen tanzler, daß er dem Wunsch des Reichstages nachgekommen ist. in den beiden Bassins( für Männer bezw. Frauen) der Anstalt an wurde tommt auch folgender Satz bor: Wir können( Beifall.) der Cubrystraße eingetreten, was der Bericht als eine Nachwirkung unmöglich einem Manne wie Wräfice, ber fich auf Der Titel wird bewilligt. der schon 1896/97 hier eingeführten Ermäßigung des Eintrittspreises die Sozialdemokratie stübt, unsere Stimme geben." Die Titel 25 und 26 betreffen die Unterbeamten und Land- ansieht. Freitarten zur Benutzung der städtischen Fluß- BadeDas also ist der springende Punkt. Uebrigens die Herren briefträger und bringen die Erhöhung des Mindestgehaltes der Anstalten wurden rund 28 000( Vorjahr: 26 832) durch die Armen auf der Rechten sollten doch etwas vorsichtiger sein. Sie vom 1. April 1895 ab angestellten Unterbeamten auf 900 m. und kommissionen und durch die städtische Waisenverwaltung an Abg. Stöcker( chriftlich- sozial befürwortet die weitere Beschäftigung weiblicher Personen im Postwesen. Abg. Vielhaben( Antis.): Die Frauen werden meist als billigere Arbeitskräfte verwandt, um männliche Beamte überflüffig zu machen. Das muß gemißbilligt werden. Geht das so weiter, so werden bald alle männlichen Beamten und auch der Staatssekretär durch Frauen ersetzt sein.( Heiterfeit.) = Unbemittelte ausgegeben. Die Böglinge mehrerer Knaben und 30 neue Baustellen sind auf dem Borsig'schen Fabrikterrain[ aus Frauenmunde nie bernimmt. In ihren Vorträgen am SonnMädchenhorte, der Ferien Halbtolonie, des französischen Waisen in Moabit zwischen Calvin- und Kirchstraße angelegt worden. abend ließ die berühmte Pariserin wieder das ganze Register ihrer hauses u. f. tv. erhielten, wie in den Vorjahren, freien Zutritt ohne Sämmtliche Baustellen liegen an dem neuen Theile der Thomasius- Kunst spielen. In allen ist Yvette Guilbert groß und einzig. Sei besondere Karten. In der Anstalt hinter der Mühlenstraße haben straße und dürften so schnell noch nicht verkauft werden. Weitere es die schelmische Bespöttelung fleiner menschlicher Schwächen, sei es feit Sommer 1896 auch die klassenweise badenden Gemeinde- Schule Straßenanlegungen oder Verlängerungen über das Borsig'sche Terrain die Veranschaulichung der dunkelsten Nachtseiten des Lebens: dieje finder sämmtlich ohne Weiteres freien Zutritt. In den beiden stehen vorläufig nicht in Aussicht. feltsame Künstlerin weiß stets zu packen, durch die realistische Poesie städtischen„ Volts Bade- Anstalten"( Thurmstraße und ihres unendlich ausdrucksreichen Vortrags. Schade, daß Yvette Welt da ist! abend und Sonntag, für Schwimm- und Brausebäder Ermäßigung " Damen" der Halbwelt viel von sich reden. Wie wir vernehmen, hoffen die verhafteten Edelsten und Besten, Wie wir vernehmen, hoffen die verhafteten Edelsten und Besten, daß sie zu ihrer Vertheidigung das Dogina von der Erbsünde nachdrucksvoll geltend machen können. nehmen. Dent Guilbert wenigstens in Berlin eigentlich nur für die„ vornehme" Der Verein von Freunden der Treptower Sternwarte" hält treten werde. Aus den Nachbarorten. Der Inhaber des in der Potsdamerstr. 1 etablirten Bant Schillingsbrücke) badeten 530 283( 492 371) männliche, 163 767 geſchäfts Sally Elias wird seit gestern vermißt. Das Ge( 146 888) weibliche, zufammen 694 050( 639 259) Personen. schäft, welches er mit einem älteren Bruder Eduard Elias gemeinDiese Anstalten find Warm- Bade- Anstalten, sind das ganze fam führte, ist in der letzten Zeit zurückgegangen, und wurde am Jahr geöffnet und geben Bassin, Wannen- und Brausebäder. Sonnabend Nachmittag geschlossen. Seit dieser Zeit ist Sally Elias Mittwoch, den 8. Februar, abends 81% Uhr, feinen 13. Beobachtung bert Besonders Brausebäder werden in immer größerer Bahl verlangt. verschwunden. Das 33. Polizeirevier, welchem die Potsdamerstraße ab. Es soll der Mars mit dem Riesenfernrohr beobachtet und ein ExperiFreibäder giebt es in den Warm- Badeanstalten leider nicht. Seit Januar 1897 haben aber wenigstens die Kinder benachbarter untersteht, hatte Vorsorge getroffen, einen eventuellen Auflauf von mentalvortrag über das Wesen der Elektrizität gehalten werden. Orgelfonzert. Außer Herrn Musikdirektor Otto Dienel wirken mit Gemeindeschulen zu beſtimmten Tageszeiten, doch nicht am Sonn- Fürsorge muß die geängstigten Gläubiger ungemein beruhigt haben. beint Orgelvortrag in der Marienkirche am Mitt et le pubes Gläubigern vor dem geschlossenen Bankhause zu verhindern. Diese Mittwoch, den 8. Februar, Mittags 12 Uhr: Komtesse Hertha von Hardenberg, Fräulein Marie Rade: eine Maßregel, deren Wirkung damals sofort in einer erheb= Elendsstatistik. Im städtischen Obdach befanden sich a wald, Herr Karl Meyer, Violinist, und Herr Karl Wendt. Der Eintritt lichen Frequenzzunahme hervortrat und 1897/98 fortgedauert 1. Januar cr. 41 Familien mit 123 Personen, darunter 17 Säug ist frei. hat. In den Anstalten des Berliner Vereins für linge und 65 Einzelpersonen. Am 1. Februar war der Bestand Boltsbäder"( Wallstraße und Gartenstraße), über die gleichfalls 42 Familien mit 128 Personen, darunter 23 Säuglinge, und 91 Einzel von der städtischen Deputation für das Turn- und Badewesen be personen. Das Asyl für nächtliche Obdachslose daselbst benutzten im Der Verein Vorwärts zu Treptow hält am Mittwoch Abend richtet wird, weil die Stadt durch Hergabe der Grundstücke und Laufe des Monats Januar 44 239 Personen, und zwar 43 318 Männer bei Lange, Baumschulenstraße 32, eine Versammlung ab mit der eines Baugeld- Zuschusses daran betheiligt ist, badeten 181 467 und 912 Frauen. Von diesen wurden 13 dem Krantenhaus Friedrichs Tagesordnung: Die Kartelle und ihre wirthschaftliche Bedeutung." ( 181 889) Männer, 51 623( 54 428) Frauen, 64( 117) Schüler, zu- hain, 32 dem Krankenhaus Moabit, 16 der Charitee, 6 den Anstalten Im Franen- und Mädchen- Bildungsverein zu Lichten: fammen 233 134( 236 494) Personen. Das finanzielle Er- Herzberge und Wuhlgarten und 193 der Hilfskrantenanstalt des gebniß des städtischen Badewesens war 1897/98 erheblich besser Obdachs überwiesen, 372( 369 Männer, 3 Frauen) der Polizei berg, Dorfstr. 2, hält heute Abend Herr Dr. Birnbaum einen als 1896/97. Es brachte, den städtischen Antheil am Ueberschuß der vorgeführt. Gebadet haben während des Monats Januar im Obdach Vortrag. Vereinsanstalten mitgerechnet, eine Mehreinnahme von 39 517 17 998 Personen. Im Amtsburean zu Rigdorf ist gestern die Kabinetsordre ( 27 145) Mark. Ein Kind vom Fenertode gerettet hat die Feuerwehr eingetroffen, durch welche die Genehmigung zur Umwandlung unseres Aus der Gesellschaft. Eine neue Verhaftung in der Spieler- Montag Nachmittag gelegentlich eines Kellerbrandes, der Brunnen- Vorortes in eine Stadtgemeinde ertheilt ist. Die Nachricht affäre wird vom„ Berl. Tagebl." gemeldet: Verhaftet und in das straße 22 abzulöschen war. Dort betreibt der Hauseigenthümer wird ein neuer Ansporn für die Nixdorfer Parteigenossen sein, die Moabiter Untersuchungsgefängniß eingeliefert wurde der Re- Robert Balan ein Polsterwaaren- und Möbelgeschäft. Der Keller gierungsreferendar und Leutnant der Reserve ist zur Werkstatt für Polsterwaaren eingerichtet, in der zur Zeit der Agitation für die in Aussicht stehenden Stadtverordnetenwahlen mit b. Kayser. Derselbe gehörte mit den beiden bereits verhafteten Statastrophe drei Gesellen arbeiteten, während die kleine 5 jährige Gifer zu betreiben. Der neue Bürgermeister von Charlottenburg, Herr des Klubs der Harmlosen. Auch v. Kayser steht in erster Linie zur Küche, um Kaffee für die Gesellen zu holen. Als sie bei ihrer Schuste hrus, hat seinen Beamten ein Fest gegeben, auf dem er Graf Egloffftein und v. Kröcher zu dem fünfgliedrigen„ Direktorium" Frieda Balan in einem Winkel spielte. Frau Balan ging gegen 4 1hr unter dem Verdacht des gewerbsmäßigen Glückspiels. Er war Rückkehr den Hof betrat, stürmten die Gesellen aus dem Keller und persönlich nicht so sehr hervorgetreten wie v. Kröcher, ist aber ein schrieen Feuer. Keiner derselben hatte in der Verwirrung des Kindes u. A. sagte:" Vergessen Sie niemals, daß wir zu dienen haben, naher Freund desselben Mit Aufmerksamkeit werde ich darauf und gilt in den Kreisen der Ein- gedacht. Frau Balan stand einen Augenblick wie versteinert, dann daß wir des Publikums wegen da sind und nicht das Publikum unseretwegen. geweihten als„ Orakel“ und„ Meister" des v. Ströcher. Beide hatten entalitt das Staffeegeschirr ihren Händen, und mit dem Rufe:" Mein achten, daß die Beamten dem Publikum gegenüber stets zuvor geweihten als„ Oratel" und" Meister" des v. Kröcher. Beide hatten Kind! Mein Kind!" stürzte sie zur Kellerthür, aus der dicker, er kommend, höflich und bescheiden sich verhalten. Ich gebe Tuguriös eingerichtete Wohnungen in der Nähe des Thiergartens, und beide machten durch ihre Beziehungen zu den elegantesten tidender Qualm hervorbrach. Der Todesgefahr nicht achtend, drang mich der Hoffnung hin, daß Klagen über bureaukratijes sie durch Flammen und Nauch in den Keller, und wühlte in den Wesen im Verkehr mit dem Publikum nicht vorkommen bort lagernden Berghaufen, doch schon nach wenigen Sekunden werden; andernfalls würde ich mit Strenge gegen diejenigen einfant fie röchelnd und mit verbranntem Haar auf den Hof zuschreiten mich genöthigt sehen, über die berechtigte Klagen nach gestürzt, wo sie vor Erregung zusammenbrach. Da ein Vordringen dieser Richtung hin einlaufen sollten. Andererseits seien Sie aber durch die Kellerthür sich als unmöglich erwies und der ganze Der Vater des in der Spieleraffäre verhafteten Leutnants der Hof auch bereits in dicken Rauch gehüüt war, versuchten die Männer versichert, daß ich Ihnen stets zur Seite stehen und Ihre Rechte verReserve Hans v. Kröcher erschien gestern im Kriminalgerichts- die Kellerwand von der Seite zu durchbrechen. Bevor es aber hierzu Für den Fall, daß diese Worte ernsthafte Bedeutung behalten, gebäude, um unter Assistenz des Rechtsanwalts Dr. Schwindt fant, war Brandinspektor Becker mit einen Löschzuge zur Stelle. In wird sich ja bald zeigen, wie weit Herr Schuftehrus mit solchen jowohl bei dem Untersuchungsrichter Landgerichtsrath erre als größter Gile beorderte er Sappeure. die mit Rauchhelmen bewaffnet Prinzipien durchzubringen im Stande ist. Es ist ja noch gar nicht auch bei dem Oberstaatsanwalt Schritte zur Haftentlaffung seines in den Keller drangen und das Kind zusammengetauert unter einer Prinzipien durchzubringen im Stande ist. Es ist ja noch gar nicht Sohnes zu thun. Diese Schritte waren bisher vergeblich. Wie aufgerichteten Wanne vorfanden. Es hatte von Rauch sehr gelitten lange her, daß ein angeblicher Erlaß König Friedrich Wilhelm's III., in dem vom preußischen Heere ungefähr dasselbe gesagt war wie umbermuthet dem Verhafteten seine Festnahme gekommen ist, geht und außerdem im Gesicht und an den Händen starke Brandwunden hier vom Beamtenthunt, im„ Reichs- Anzeiger" mit großem Nachdruck daraus hervor, daß mit der edlen Dreistigkeit, die seinesgleichen davongetragen. Ein benachbarter Arzt nahm es sofort in Behand- hier vom Beamtenthunt, im„ Reichs- Anzeiger" mit großem Nachdruck als apokryph bezeichnet wurde. eigen, er erst ganz kürzlich dem Rechtsanwalt Dr. Schwindt den lung und hofft, daß es mit dem Leben davonkommit. Den Einsturz eines Wohngebäudes haben die NieselAuftrag ertheilt hatte, gegen diejenigen Zeitungen, die angedeutet Ju einer Droschke hat sich in der letzten Nacht der 21 Jahre felderanlagen der Stadt Charlottenburg herbeigeführt. hatten, daß er in die Spieleraffäre verwickelt sei, flagbar vorzugehen. Die Situation hat sich nun jäh geändert und der für die Aggressive alte Bankbeamte Paul Nudat erschossen. Er war bei der Preußischen Sonntag Morgen, als die Bewohner des früher Schumann'schen ausgewählte Sachwalter ist plöglich in die Lage gekommen, die ausgewählte Sachwalter ist plöglich in die Lage gekommen, die Ver- Pfandbriefbank beschäftigt und hatte trok seines jugendlichen Alters Ackergehoftes in den Spandauer Weinbergen noch schliefen. theidigung des so wenig standesgemäß behandelten Mannes zu über- schon seit drei Jahren ein Liebesverhältniß. Troz des Einspruchs gerieth das Haus ins Wanken, gleich als wenn ein Erdbeben es der Mutter hielt er treu an seiner Liebe fest. Am Sonntag hatte heimsuchte. Die Bewohner, Aderbürger Blümle mit seiner aus Rudat seine Braut und eine von ihren Freundinnen ausgeführt und 5 Personen bestehenden Familie, erwachten und hörten gleichzeitig Keine Polizei- Aerztin. Man berichtet: Die beabsichtigte An Abends um 112 Uhr in einer Droschte nach Hause gebracht. Dann das Krachen zusammenstürzender Balken. Die Leute kleideten sich stellung eines weiblichen Hilfsarztes bei der Berliner Sittenpolizei fuhr er mit dem Wagen nach seiner Wohnung. Vor dem Reben schnell nothdurftig an und sahen, als sie heraustraten, daß der zur Untersuchung der zum ersten Male Eingebrachten soll, wie wir hause hörte der Kutscher in seinem Gefährt einen Schußz fallen und Dachstuhl nahezu eingestürzt war; die Wände zeigten Riffe und erfahren, vorläufig aufgegeben worden sein. Das Polizeipräsidium bemerkte beim Nachsehen, daß sich sein Fahrgast einen Revolverschuß neigten sich auf die Seite. Die alsbald benachrichtigte Polizei gedachte durch diese Einrichtung unliebsamen Vorkommnissen, wie sie in den Kopf beigebracht hatte. In einem Brief, den man bei der ordnete an, daß die Bewohner das dem völligen Einsturz nahe im abgelaufenen Jahre mehrfach die öffentliche Meinung erregten, Leiche fand, sendet er der Mutter den letzten Gruß. Haus räumten; das Gebäude ist polizeilich abgesperrt. Das Acervorzubeugen bezw. das Peinliche der Untersuchungsprozedur zu Ein Revolverattentat hat, wie erst jetzt bekannt wird, in der gehöft liegt unweit der Nieselfelder, deren Abflüsse das Erdreich in mildern. Der Plan ist jedoch unverhoffter Weise gerade bei Nacht zum Sonnabend die 19jährige Arbeiterin Tally in der weiter Ausdehnung völlig unterſpielt haben. Wenige Schritte davon Berliner Frauenvereinen auf entschiedenen Wider Chausseestraße gegen ihren Geliebten, den Ingenieur W., unter- läßt die Stadt Charlottenburg zur Ableitung der Nieſelwäffer in stand gestoßen. Es wurde die Meinung laut, daß fich keine Aerztin dazu hergeben dürfe, an dem die ganze Frauen- als sie noch Dienstmädchen war. Das Mädchen arbeitete dann kurze scheinlich noch das Fundament des Gebäudes erschüttert worden. nommen. 2. lernte die Tally vor etwa einem halben Jahre kennen, die Havel einen tiefen Graben ziehen. Auch hierdurch ist wahrwelt herabwürdigenden Institut der Sittentontrolle mitzuwirken. Daß die Berliner Frauenorganisationen mit dieser Zeit in der Chokoladenfabrik von Hildebrandt und in den Allgemeinen Dieser Vorfall hat natürlich einen neuen Entschädigungsprozeß zur Auffaffung ziemlich isolirt dastehen, beweist der Umstand, daß erst in Elektrizitätswerken. Da W. beobachtete, daß die Tally auch mit folge. Das Ausscheiden Schönebergs aus dem Kreise Teltow foll Tester Zeit, gerade auf Ansuchen der Frauenvereine in anderen anderen Männern Umgang pflegte, sagte er sich von ihr los und ließ auch verschiedene Briefe derselben unbeantwortet. In voriger Woche nunmehr, vorbehaltlich der Zustimmung der Schöneberger StadtLändern, z. B. in Schweden, nicht allein der ärztliche, sondern auch taufte die Tally einen Revolver, um ihren Geliebten zu tödten. verordneten, zum 1. April d. 3. vor sich gehen. In einem foeben der Straßen- Kontrolldienst bei der Sittenpolizei, unter voller Auf- Freitag Abend benutzte sie den Augenblick, als Jemand aus dem zwischen dem Landrath des Kreises, Stubenrauch, und dem Magistrat rechterhaltung der bisherigen Einrichtungen, weiblichen Beamten übertragen worden ist." Die bürgerliche Frauenbewegung in Hause, in dem W. wohnt, heraustrat, um sich in dasselbe einzuschleichen. von Schöneberg vor dem Bezirksausschuß in Potsdam abgeschlossenen Sie gelangte in das Zimmer des W. und hielt sich dort versteckt. Vertrage verpflichtet sich Schöneberg. am 1. April an den Kreis Berlin hat schon mit mancher Thorheit aufgewartet, und somit kann Auch als. nach Hause kam und sich zu Bett legte, fam sie nicht 1 400 000 M. oder 150 000 m. weniger, als bisher vom Kreise geauch die neueste Leistung kaum Wunder nehmen. Lächeln muß man hervor. Im Laufe der Nacht gab sie zwei Schüsse gegen den Kopf fordert worden, als Abfindungssumme zu zahlen. Schöneberg allerdings über die Annahme, daß der Polizeipräsident wegen des ab auf weitere weitere Anrechte Widerwillens der Frauenrechtlerinnen von der angeblich beabsichtigten am Aktivvermögen des Kreises. Für Unterhalt der KrankenNeuerung abgekommen sei. Briz Nicht identisch mit dem am Sonnabend verurtheilten Kaufhäuser und Lichterfelde ist für Schöneberg ein EinHeil und mann Julius Goldmann ist der Mitinhaber der Berliner Maschinen- heitsfag aufgestellt, wonach für Verpflegungs-, bau- Gellschaft Schulz u. Co. Herr Julius Goldmann, An der Stadt- Generalunkosten 2,40 M. pro Person und Tag zu zahlen bahn 1 wohnhaft. sind. Die Unterhaltungskosten für Chausseen 2c. sind von 30 000 m. auf 20 000 M. pro Jahr ermäßigt. Dies bringt eine Ersparniß von 250 000 m. mit sich. Jedoch ist Schöneberg berechtigt, diese jähr Der Direktor der kgl. Sternwarte, Professor Förster, erstattet liche Entschädigung mit dem 25fachen Betrage, also durch Zahlung eines Kapitals von 500 000 r. abzulösen. Zieht man die immer im Kommunalblatt Bericht über die Leistungen der städtischen Normalmehr anwachsende Schuldenlast des Kreises Teltow in Betracht, so uhren für das Jahr 1898. Für fünf von diesen sechs Uhren kann kann man, tros dieser großen finanziellen Opfer, das Ausscheiden der Bericht recht günstig lauten, denn bei der Uhr am MorigSchönebergs aus dem Kreise nur mit Freuden begrüßen. Die Stadtplat, am Spittelmarkt, am Potsdamer Thor, am Oranienburger Thor und in der Lindenstraße ist feine einzige Unterbrechung oder Durch einen schweren Unglücksfall tamen am Sonnabend verordneten Schönebergs werden sich mit dieser wichtigen Frage Störung vorgekommen. Nur die Uhr am Hacke'schen Markt hat eine drei Personen erheblich zu Schaden. Eine größere Anzahl Arbeiter morgen beschäftigen. größere Anzahl von Störungen erfahren. war mit dem Abladen von Trägermasten für die elektrische Straßen- Aus Friedrichshagen schreibt man uns: Die Vereinigung zur Den am wenigsten beneidenswerthen Posten von allen einen derartigen Pfeiler trugen, wollten ihn auf den Boden nieder- Inferatenaufträge und redaktionelle Hinweise in den größeren Berbahn auf dem Lagerplatz in Moabit beschäftigt. Acht Mann, die Hebung und Verschönerung Friedrichshagens ist eifrig bestrebt, durch Beamten der Stadtbahn haben die Kontrolli affner an Sen Aufgängen zu den Bahnsteigen wegen der ständigen Zug- legen, als einer der Arbeiter plötzlich ausglitt und niederſtürzte. liner Zeitungen sowie durch sonstige Reklame die Vorzüge und Anluft, in der sie ihren Dienst versehen müssen. Auch die Stadtbahn- Infolge der hierbei entstandenen Erschütterung vermochten die nehmlichkeiten des Ortes zu empfehlen. Zur Bequemlichkeit der Verwaltung scheint dies jetzt einzusehen. Um den Beamten wenigstens übrigen Männer die Laſt nicht zu halten und der Pfeiler fiel zu Wohnungsuchenden sind Wohnungsnachweise errichtet. Sammlungen den nothdürftigsten Schuß zu gewähren, hat sie bei einzelnen Auf- Boden. Während die meisten Arbeiter noch rechtzeitig zurückspringen werden unter den Einwohnern veranstaltet; zwanzig Herren haben tonnten, erlitten drei zum Theil erhebliche Verlegungen. Dem jich bereit erklärt, die Sammlungen zu leiten. Die Geschäftsleute, gängen an den Standpläßen der Schaffner Windſchirme und ähnliche 32jährigen Träger Kempinski wurde der rechte Unterschentet zer- Gewerbetreibenden, Grundbefizer wie auch alle Miether werden. Vorrichtungen anbringen lassen. So anerkennenswerth dies ist, so muß doch bedauert werden, daß die Maßregel eben auf einzelne schmettert; dem Arbeiter Neumann die Zehen des linken Fußes ab- ersucht, die Sache zu fördern und ein offenes Herz und eine offene haben, denn sie selbst werden die Früchte Aufgänge beschränkt geblieben und nicht allgemein durchgeführt ist. gequetscht. Die beiden mußten sofort nach dem Krankenhauſe Hand zu Moabit übergeführt werden. Der Arbeiter Both wurde an der ernten." So löblich auch das Bestreben der Vereinigung Insbesondere an den Bahnhöfen Savignyplag und Zoologischer Garten dort am Aufgang von der Hardenbergstraße, ist eine solche rechten Wange getroffen und erlitt eine weniger gefährliche Ver- ist, den Ort zu heben und zu verschönern, die Arbeiter wverden sicher dabei leer ausgehen. Den Vortheil von einem stärkeren Schutzvorrichtung dringend nöthig. Der lettere Aufgang ist der legung. reine Windfang. Feuerbericht. Sonnabend Abend brannte Memeler ftr. 40 Buzug haben doch nur die Herren Haus- und Grundbesitzer. Der das Balkenlager vor dem Ofen. Ein Alarm nach Landsberger Werth ihrer Grundstücke steigt, und die Preise der kleinen Wohnungen Bei der städtischen Haupt- Stiftungskaffe find im Januar straße 8 war durch die Explosion einer Petroleumlampe ver- werden bald unerschwinglich sein. Mögen die Herren darum nur 1899 an Vermächtnissen und Gefchenten zc. 7957 M. eingegangen. anlaßt. Wesentlicher Schaden wurde nicht verursacht. Sonntag recht tief in den eigenen Beutel greifen. Die Miether, die überDer geftrige Sonntag brachte den Bächtern der natürlichen früh 6 Uhr hatte Beteranenstr. 2 der Fußboden und das wiegend Arbeiter sind, lasse man ungeschoren. Der im vorigen Eisbahnen die erste Einnahme in diesem Winter. Die Seen Balfenlager Feuer gefangen, das der Wehr viel Arbeit verursachte, Jahre hier ansässig gewesene Gärtnergehilfe und Gräsersammler in der Umgegend Berlins waren infolge des Frostes in der Nacht da das Lager in größerer Ausdehnung freigelegt werden mußte. Adolf Wolf und seine Ehefrau Anna Wolf find wegen betrügerischer zum Sonntag mit einer spiegelglatten Dede tragbaren Eises über Dasselbe war der Fall bei einem Ballenlager- Brande, der Montag Handlungen vom Köpenider Schöffengericht zu Geldstrafen verurtheilt zogen, das die Schlittschuhläufer in großen Schaaren hinaus ins früh Martgrafenst r. 68 abzulöschen war. Mittags gingen worden. Leider hat das Ehepaar bei seinem plöglichen Fortzuge Freie locte. Besonders start besucht waren der Halensee und der Schilling str. 12 ein Bosten Mügen in Flammen auf. vergessen, den armen von ihnen beschäftigten Schulkindern den vers Müggelsee. Auf dem Müggelsee wurde neben dem SchlittschuhDas Gastspiel der Französin Yvette Guilbert, das am dienten Arbeitslohn zu zahlen. Laufen auch der Sport des Fahrens mit Eisschlitten gepflegt. Die Aus Spandau wird berichtet: Jebenfalls, um dem Austritt fünftlichen Eisbahnen im Innern und an der Peripherie der Stadt Sonnabend im Apollo Theater began, werte von neuem sowie in den Vororten waren fast sämmtlich überfüllt. Auf den das Gefühl der Wehmuth über die mehr als bescheidene Vortrags- aus der Landeskirche vorzubeugen, haben die firchlichen Körperschaften Gewässern der Rousseau- Inseln und des Neuen Sees in Thier- funst, die im Spezialitätentheater aus deutschen Stehlen laut der evangelischen Gemeinde in Spandau eine baldige Herabseßung garten hatte das Eis ebenfalls die nöthige Stärke erreicht, doch wird. Erotische Plattheiten, denen die Polizei jeden Stachel der zunächst auf 12/2 pet. bemessenen fürzlich eingeführten KirchenSurfte es am gestrigen Sonntag von Schlittschuhläufern noch genommen hat, und Militärverherrlichungen, die sich natürlich ins fteuer in Aussicht gestellt; auch ist es wahrscheinlich, daß sie nach nicht betreten werden, da noch nicht die polizeiliche Abnahme er- ungemessene ergehen dürfen, das ist die Durchschnittswaare, die von einigen Jahren gänzlich wieder aufgehoben werden kann, da die heimischen„ Soubretten" und" Chansonetten" mit ferndeutscher Un- Kirche in der Lage ist, für größere Ländereien, nach denen bedeutende folgt war. beholfenheit fervirt werden. Gewiß ist Yvette Guilbert auch in Frankreich Nachfrage ist, ungefähr eine halbe Million Mart zu vereinnahmen. eine Meisterin, der feine crnhafte Rivalin erstehen konnte; aber selbst solche Warum hat denn die Kirche nicht vorher an die halbe Million ge ihrer Landsmänninnen, die sich nie vermessen würden, es der welt- dacht? Jetzt wird die durch ihre Maßnahmen hervorgerufene Be bekannten„ Difeufe" nachzuthun, offenbaren in ihrem Auftreten eine wegung schwerlich rüdgängig zu machen sein. Man weiß doch zur Schlagfertigkeit, die man in unserer Muttersprache zum mindesten Genüge, wie wenig Neigung die Arbeiterbevölkerung im Allgemeinen Der Rechtsanwalt Salomon ist hier auf Veranlassung der Züricher Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Vor sieben Jahren floh er von Berlin wegen verschiedener Schwindeleien nach Zürich, wo er jegt ebenfalls mit dem Mein und Dein in Konflikt gerathen sein soll. Ein neuer D- Bug Berlin- Kiel soll dem Vernehmen nach vom 1. Mai d. J. ab eingerichtet werden. Der Zug wird über LübedEutin laufen und fich in Hagenow an die bereits bestehenden Nach mittags- D- Bige Berlin- Hamburg anschließen, ihres ehemaligen Geliebten ab, die den W. lebensgefährlich verletzten. verzichtet von diesem Zeitpunkte Die Tally befindet sich in Haft. Vermißt wird die 22jährige Kassirerin Anna Kunze, die bei einer Firma Jandorf beschäftigt war. Sie sollte am 28. v. M. vor dem Gewerbegericht einen Termin wahrnehmen, war aber von dem Rechtsanwalt benachrichtigt worden, daß die Sache erledigt fei. Trotzdem entfernte sie sich am Morgen um 9½½2 Uhr und ist nicht zurückgekehrt. M Fat, für die ihr völlig entfremdete Kirche auch noch besondere Steuern, bestimmte Mehrarbeit gezahlt erhielten. Herr Luze erklärte, man| Ausbildung einzureichen. Sodann erhalten Sie Bescheid, ob fie angenommen aufzubringen. habe ihn 21/2 Jahr lang betrogen. Daran glaubt gewiß niemand, sind oder nicht, und werden im ersteren Falle zu den Kursus einberufen, Während der Zeit ihrer Ausbildung müssen die Frauen in der Charitee Der Vertrag zwischen der Gemeinde Friedenau und der daß sich ein Fabrikant 22 Jahr lang betrügen läßt. In dem von der jährlich vom 1. Oktober bis 31. März in der Charitee abgehalten wird. Herrn Luze herausgegebenen Flugblatt wird dann weiter behauptet, wohnen. Die Kosten für Ausbildung, Wohnung, Verpflegung und InstruGroßen Berliner Straßenbahn nebst der mit ihr in Verbindung daß Triebs und noch zwei andere Arbeiter einen jungen Menschen, mente stellen sich auf etwa 300 M. Frauen im Alter von über 30 Jahren stehenden westlichen Vorortbahn( früheren Dampfbahn) betreffs Einrichtung der letzteren für den elektrischen Betrieb, sowie über die der bei 2. arbeitet, Morgens um 1/27 Uhr überfallen haben, ihn werden in Preußen zur Ausbildung nicht zugelassen. Weiterführung der Strecke Alexanderplatz- Schöneberg bis Steglis, iſt about be fouſtatiut, daß Triebs am fraglichen Morgen bis halb in der Form nicht aufgenommen werden. Wir können auch von der F. W. Ihr Eingesandt enthält einige Beleidigungen und kann des: blutig schlugen und ihm einen Theil seiner Kleider raubten. Dem jezt von beiden Theilen angenommen worden. Nach den Bestim8 Uhr geschlafen hat, was von Zeugen bestätigt werden kann. Es Schilderung sonst keinen Gebrauch machen, wenn Sie uns nicht zwei bis drei Zeugen bringen. mungen dieses Vertrages soll auf allen Linien der westlichen VorortLiebscher. In der Redaktion hat leider niemand Zeit, mit Ihnen bahn der elektrische Betrieb bis zum 1. April d. J. eingeführt und ist auch die Möglichkeit ausgeschlossen, einen von den Arbeitswilligen zu überfallen, da dieselben des Morgens und des Abends durch einen derartigen Briefwechsel zu führen und außerhalb unserer Räume iſt demgemäß bis dahin auch die Linie Alexanderplatz- Schöneberg über Gendarmeriebedeckung zur und von der Arbeit geholt werden. Der uns gleichfalls feine Berson bekannt, die dazu im Stande wäre. von 2. gemachte Auszug, daß neun Arbeiter einen verhältnißmäßig Heinersdorferstr. 10. zu In Reinickendorf wird am Freitag bei Böttcher, Marktstr. 1/2, hohen Verdienst erzielt haben, wird nicht bestritten, jedoch wo bleiben feuchten Sie den Stoff aut, reiben den Flect wiederholt mit Terpentin oder eine Boltsversammlung abgehalten, in der Liebknecht über die anderen Arbeiter? Die betreffenden Arbeiter haben infolge ihrer Benzin ab, legen dann Fließpapier auf und trockenen heiß. Ist der Stoff die wirthschaftliche Lage spricht. jahrelangen Thätigkeit in der Küchenmöbel- Branche sich vollständig ein- sehr beschmutzt, so thun Sie allerdings besser ihn in einer Anstalt chemisch gearbeitet und den hohen Lohn durch ihre physischen Leistungen herausreinigen zu, laffeit. 3. Gegen den Terrorismus des Drudfehlerschelms giebt es geschunden. Der beste Beweis hierfür ist, daß die jetzt in der Fabrik weder ein gesetzliches noch ein ungefeßliches Abwehrmittel. Wie haben uns beschäftigten Arbeitswilligen, es find wohl 12 Mann, nur in einer an seine täglichen Ausschreitungen ziemlich gewöhnt, und ertrugen es darum Woche so viel leisten, wie sonst von den eingearbeiteten Tischlern auch mit vieler Fassung, daß er in der Sonntagsnummer in der Notiz Unter dem Zuchthauskurs. Eine sehr strenge Bestrafung widerfuhr zwei Mann fertigstellen. Die Disfuffion war eine sehr rege und Galgenſfizzen" am Schluß die Afrikaner" heimtüdisch in Voltskenner" dem Maurer Wilhelm Schröder aus Berlin, der sich gestern vor betheiligten sich an derselben Meier, Stusche, Mathes, der ersten Straffammer am Landgericht II wegen Körperverlegung, Gesche, Bittner, Triebs, Rohde, Noad und Rettig. T wegen Nöthigung durch Körperverlegung und wegen Vergehens Sämmtliche Redner bezeichneten die Forderungen der Streikenden gehen§ 153 der Gewerbe- Ordnung zu verantworten hatte. Wegen als gerecht. Zum Schluß wurde folgende Resolution angenommen: Des letzteren Vergehens war der Maurer Otto Peschel aus Berlin Jn Erwägung, daß die 18 Tischler in der Küchenmöbel- Fabrik von mitangeklagt. Im Herbst vorigen Jahres entstand auf dem Maurer- Luze gezivungen waren, wegen Lohndifferenzen die Arbeit einzumeister Bredereck'schen Bau in der Uhlandstraße zu Charlottenburg ein stellen, erklärt sich die am 29. Jamuar in Adlershof tagende VerStreit. Am 30. September erregte die Thätigkeit der arbeitswilligen" jammlung aller Gewerkschaften mit den Streitenden solidarisch und Maurer Bethge, Schulz und Kroll den Ünwillen der Arbeiterschaft erkennt im Gegensatz zu dem vom Unternehmer Luze herausgegebenen und als die Streifbrecher nach der Mittagspause wieder auf den Flugblatt die Forderungen der Kollegen als gerecht an. Die Ver- Swinemde. 764 NND Bau gehen wollten, bildeten die Ausständigen eine Kette vor dem sammelten verpflichten sich, in allen Kreisen eine rege Agitation zu Hamburg felben. Schulz und Stroll kehrten um und gingen nach einem Wirths- entfalten, damit der Zuzug von Streitbrechern ferngehalten wird, Berlin haus, Bethge aber sagte:„ Ihr könnt mich nicht hindern", und suchte und die Küchenmöbel- Fabrit von Luge so lange zu sperren, bis die Wiesbaden 761 NO die Kette zu durchbrechen. Er will zu Boden geschlagen und miß gestellten Forderungen der Tischler von dem Unternehmer aner- München handelt worden sein, bis ihm ein Schuhmann zu Hilfe tam. Von fannt sind. den Unstehenden denunzirte Bethge die beiden Angeklagten als Theilnehmer an den Thätlichkeiten. Gerichts- Beitung. Die beiden Hauptbelastungszeugen bestritten in der gestrigen Berhandlung ausdrücklich, daß einer der Angeklagten geschlagen habe. Trotz alledem kam der Gerichtshof zu einer Verurtheilung Ob Schröder mitgehauen, sei nicht erwiesen, auch nicht seine Rädelsführerschaft. Jedenfalls stehe aber fest, daß er ge holfen habe, in den Arbeitswilligen Furcht zu erweden. Es könne auch keinem Zweifel unterliegen, daß er auf die Zeugen sehr erheblich eingewirkt habe, so daß Bethge und Schulz, die im Polizeiprotokoll den Angeklagten belastet hatten, zum Meineid(!) bewogen worden seien. Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit solcher Handlungsweise sei Schröder zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, Peschke, der nicht überführt werden könne, dagegen freigesprochen worden. Es ist ein eigenthümliches Ding, jemanden, der augenscheinlich in dem Bewußtsein der Bedeutung des Eides die aufänglich im Unwillen abgegebene Ausgabe widerruft, zu bezichtigen, daß er sich zum Meineide habe verleiten lassen. lad ob Charlottenburg. In Bismardshöhe" fand am 2. Februar eine gut besuchte Voltsversammlung ftait, in der Albert Massini über den Ausstand der Buchdrucker im„ Berliner Lokal- Anzeiger" referirte. Nach einer regen Diskussion, an der Kişler, Meufel und Siegrist theilnahmen, gelangte die bekannte Berliner Refolution einstimmig zur Annahme. Vermischkes. In dem Elberfelder Skandalprozeß gegen Dr. 3. und Genossen wegen absichtlicher Untauglichmachung zum Militärdienst find bereits dreiundfünfzig junge Männer als Zeugen vernommen worden. Den militärpflichtigen Personen sollen Pillen, nach deren Genuß eine erhöhte Herzthätigkeit eintreten mußte, ausgehändigt worden sein. Die Untauglichkeit zum Waffendienst erschien bei den Personen, die nach dem Gebrauche der Pillen von Militärärzten untersucht wurden, erwiesen. Aus der Verhandlung sei noch die Episode bemerkt, daß der Jm Dorfe Uengsterode hat sich ein trauriger Vorfall zuges Vorsitzende, als der Zeuge Bethge vor Gericht seine protokollarischen tragen. Ein junger Bauernbursche besuchte in der Spinnstube seine Aussagen in Abrede stellte, folgendes sagte: So geht das immer! Braut, ein junges Bauernmädchen. Dort spielte er mit dem Revolter, Erst erstatten die Leute Anzeige, dann friegen sie es mit dem Mitaus welchem alle Patronen bis auf eine zu Ehren des Kaiserleid zu thun und dann soll Alles nicht wahr gewesen sein. Ge Geburtstages verschossen waren. Plöglich entlud fich die Waffe und logen haben Sie jedenfalls, entweder heute unter Ihrem Eide, die Kugel bringt der in unmittelbarer Nähe stehenden Braut in ben oder früher bei der Polizei oder dem Untersuchungsrichter!" Leib. Die Verlegung erwies fich troh rztlicher Hilfe als tödtlich. Anarchistisches. Eine recht unklare Mittheilung wird von einer Zwei Tage später ist die Aermste gestorben. Gerichtskorrespondenz verbreitet: Gelegentlich einer Haussuchung, Nach den vom ,, Bureau Veritas" veröffentlichten statistischen welche in einer Beleidigungssache bei dem anarchistischen Schriftsteller Listen sind im vorigen Jahre( soweit es sich hat ermitteln lassen) Pandauer vorgenommen wurde, fand man auch eine Nummer 1516 Siffe verloren gegangen und zwar 1154 Segelder Most' schen Freiheit". Gestern sollte von der dritten Straf- fchiffe mit 402 112 Registertons und 362 Dampfschiffe mit 310 973 tammer des Landgerichts I die verbotene Drudschrift auf ihren Inhalt Registertons. Unter den Segelschiffen befinden sich 69 deutsche mit geprüft und ihre Einziehung beschlossen werden. Es kam nicht dazu, 26 208 Registertons; unter den Dampfschiffen 26 deutsche mit benn der als Interessent geladene Schriftsteller Landauer erhob den 18 400 Registertons. Außerdem weist die Liste noch 5803 Schiffe auf, Einwand, daß das Landgericht I nicht zuständig sei, da die fragliche die durch Unfälle Beschädigungen erlitten haben. Darunter befinden Nummer nicht an seine Adresse, sondern an eine Decadresse in sich noch 406 deutsche. einem Vorort Berlins geschickt worden sei. Der Gerichtshof hielt diesen Einwand für begründet und verwies die Sache deshal an das Landgericht II. Soweit wir unterrichtet sind, geht es die Haussuchende Polizei und ebenso das Gericht garnichts an, was für verbotene Zeitungen jemandem zugefendet werden, wenn nicht nachgewiesen werden kann, daß diese Druckschriften in Deutschland weiter verbreitet worden sind. In legterem Falle machte sich aber selbstverständlich auch der Empfänger strafbar und daher hätte dann auch Herr Landauer an getlagt sein müssen. Ebenso seltsam klingt die Mittheilung, daß Herr Landauer dem Gericht eine Decadresse angegeben habe, denn eine solche Angabe sähe einer Denunziation verzweifelt ähnlich. verwandelte. " Witterungsübersicht vom 6. Februar 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Wien Barometerstand mm Windrichtung Windstärke 766 ONO 764 NNO 760 S Wetter Temp. n. G. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind: richtung Windstärke 3woltent- 5 paparanda 745 NW 2wolfent- 5 Petersburg 3wolfent- 6 Cort 751 S Wetter 6 heiter 2 bedeckt 1 Aberdeen 2 Paris 761 SO 757 O 35lb. bed. 6 bedeckt 2Dunst Temp. n. G. 15° G.= 4° R. -14 828 4 Regen 758 N 2 Regen Wetter Prognose für Dienstag, den 7. Februar 1899. Trocken und vielfach heiter, zeitweise wollig bei mäßigen südöstlichen Winden; Nachts ziemlich strenger, am Tage gelinder Frost. Berliner Wetterbureau. Vereine und Gewerkschaften!| Achtung, Holzarbeiter! Empfehle mein Weiß- u. Bairisch: Bei der Firma Bierlokal nebst franz. Billard und Fork, Kretzschmar& Co. Vereinszimmer für 40-50 Ber Barnimstr. 13, fonen, auch geeignet für Bahlstellen. Kommandantenstr.65,( Magazin Jannowitz Brücke), haben G. Ladewig, nahe Alte Zakobiraße. ( amuntliche Eischler wegen DiffeVereinszimmer[ 6005 renzen die Arbeit niedergelegt. vergeben, Schillingstr. 35a, Reft. Großes Vereinszimmer zu ver geben Zuzug fernhalten! Die Ortsverwaltung. [ 6206] Fichtestr. 24. Achtung! Holzarbeiter. Empfehle allen Genossen mein Ver: einszimmer, auch zur Zahlstelle. 6066 Maußer, Schantwirth, Friedrichsbergerstraße Nr. 24. Wein- Restaurant wegen Berheirathung fofort zu ver Bei der Firma Carl Lutze ( Adlershof) haben sämmtliche Tischler wegen Differenzen die Arbeit eingestellt 76/20 Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. faufen. Wiethe 600 W., paffenb für Achtung, Glasschleifer! Dame Gr. Präsidentenstraße 2. 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Lausitzerstr. 2. eller eines Hauses niedergelegt worden war, wurde in vergangener Nacht eine Explosion hervorgerufen, welche bedeutende ad Zähne 1,50 M. 2 M., schmerzl. Reparaturen Zahnzieh.1M., Plomben 1 M. 2c. E. Fuhrmann, Dentist, Schwedterstr. 245a, Ecte ,, Wiener Kastanien- Allee. 8282* Aus Laurahütte, der bekannten Gründung des Herrn von beschädigungen verursachte. Menschen sind bei der Explosion nicht Kardorff, erhalten wir eine Mittheilung, die abermals zeigt, zu Schaden gekommen. Drei Personen wurden verhaftet. wie verhältnißmäßig milde ein Angehöriger der bürgerlichen GesellVon der Wiege bis zum Grabe. Wir lesen im fchaft, der sich an Leib und Leben von Arbeitern schwer verging. Tageblatt": Seit 1. Februar giebt es in Wien einen weiblichen Masken- Garderobe bestraft wurde. Man schreibt uns:" Zu einem Jahre Gefängniß Todtengräber. Der Stadtrath hat nämlich die Todtengräberstelle wurde vom Beuthener Landgericht der Maurermeister Schröder am Grinzinger Friedhofe der Wittwe des bisherigen Todtengräbers verurtheilt, dem im vorigen Jahre hier ein Neubau einstürzte, weil verliehen. Diese Verleihung ist geeignet, ernste Gedanken hervorzudas Bauwerk vorschriftsmäßig aufgeführt worden war. Der rufen, ja es liegt ein Stück Lebensphilosophie in dieser neuen ErGinsturz hatte vier Personen das Leben und zweien rungenschaft des weiblichen Geschlechtes. Erst jetzt ist sozusagen der die Gesundheit gekostet. Im vorigen Jahre find Kreis geschlossen; erst jetzt fann man eigentlich sagen, was uns die in oberschlesischen Industrie- Revier nicht weniger als fünf Frauen Alles sein können. Sie bringen uns zur Welt, sie heirathen Neubaue zusammengebrochen, alle wegen lüderlichen Bauens. uns und jetzt begraben sie uns. Wie lange noch und ein neuer Man scheint im oberschlesischen Industriebezirk die Errichtung Göthe wird schreiben können:„ Das ewig Weibliche zieht uns pon Neubauten nach ähnlichen Prinzipien zu betreiben, wie weiland hinab!" Has Gründen. Bei einem heftigen Sturme in Barrios( Provinz Cadiz) Vor dem Schwurgericht am Landgericht I begann gestern wurden mehrere Personen durch einen Blig strahl getödtet und abermals ein auf mehrere Tage berechneter Prozeß wegen bemehrere verwundet. Die Flüsse sind aus den Ufern getreten. frügerischen Banterotts und Betruges, bezw. Beihilfe zum betrügerischen Bankerott. Die Anklage richtet sich gegen Advokatenstreik. Infolge eines Streites mit einem Richter Ben Schiffsbaumeister Otto Heinrich Erpel und den Kaufmann des Gerichtshofes zu Alicante sind die dortigen Advokaten May Möser; beide sind unbestraft, Erpel saß seit dem 22. Dezbr. übereingekommen, bon der Ausübung ihres Amtes Abstand zu 1897 in Untersuchungshaft. Sie sind angeklagt, mit einem später für nehmen. Zuzug ist fernzuhalten. imgiltig erklärten Batent zur Anlegung von Trodendods schwindel haft gewirthschaftet und mit den 100 000 M. Attien einer von ihnen gegründeten Allgemeinen deutschen Trockendocks- Aktiengesellschaft Betrügereien verübt zu haben. Die Verhandlung soll drei Tage Sauern Versammlungen. gr. Auswahl, solide Preise, empfiehlt Stenzel, Rottbuser Dammt 8. Dr. med. Schaper, prakt. Homöopath. Arzt n. Spezialarzt f. Haut, Harn, Geschlechtsleiden, Frauenkrankheiten. Spr. 9-1, 4-8. Schöneberger Ufer 25. Homöopath. Poliklinik: Poliklinik: Montag, Mittwoch, Sonnabend 2b. 7-8. Friedrichstrasse 114, I.[ 829L* Der Streit bei der Firma Melcher ,. Oranienstraße 21, ist zu Gunsten der Arbeiter beigelegt. 6076 Die Ortsverwaltung. Mamfells auf gute Capes und Kragen verlangt Grün, Jerusalemer 5976 straße 23, Hof 2 Tr. Mamsells auf schwarze Kragen und Capes sowie Garnirerinnen. 6036 Schumann, Langestr. 16. 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Einnahme 80 bis 90 M., durch Todesfall zum Einrichtungswerth, 1000 M., verkäuflich. 6086 Helm, Neanderstr. 16. Sel. einf. möbl. Zimmer. Off. unter Karl v. Feld, Brückenſtr. 8, 2 Tr. r. Arbeitsmarkt. Die ehelichen Pflchten im Bürgerlichen Gesetzbuch. Ein Jurist schreibt der Frantf. 8tg.": Im§ 1901 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist von den Pflichten des Vormundes im Allgemeinen und von den Pflichten des Vormundes einer Ehefrau im Besonderen die Nede. Hierzu giebt der Kommentar von Fischer und Heule folgende Erläuterung: Der Vormund hat, auch wenn es sich um eine verheirathete Frau handelt, die Sorge um die Person im gleichen Umfang, wie nach§ 1901 Abs. 1. Die Sorge um die ent Fleißige und firebfame Vermittler Adlershof. Am 29. Jamar tagte hier eine öffentliche Holz- mündigte Frau ist nicht deren Ehemann allein überlassen.... Der in Berlin und den Vororten für Durch arbeiter- Versammlung, an der auch die anderen Gewerkschaften theil- Vormund hat hiernach den Ehemann zur Erfüllung der ihm aus Feuerversicherungen gesucht. nahmen. Das Thema lautete: Der Streit bei Luze. Albrecht der ehelichen Lebensgemeinschaft erwachsenden Pflichten hohe Provision und Koſtenantheit hoher Verdienst. 44/ 4* gab zunächst den Bericht über die Ursache des Streiks und verlas anzuhalten und nöthigenfalls selbst einzuOfferten sub J. V. 6935 Rudolf dann ein von Herrn Luze herausgegebenes Flugblatt, welches eine greifen." Also zu lesen auf Seite 804 der Handausgabe des Mosse, Berlin SW. bollkommen unrichtige Darstellung des Streits giebt. Herr Luge Bürgerlichen Gesetzbuches mit Einleitung, erläuternden Anmerkungen behauptet unter Anderem, nie Lohnabzüge gemacht zu haben. Dem- und Sachregister, in Verbindung mit Eugen Ebert( Amtsgerichtsrath gegenüber wurde in der Versammlung dargelegt, daß im Jahre 1896 in Breslau) und Heinrich Schneider( Regierungsrath in München) mit den Tischlern einen Tarif vereinbart worden sei, in welchem herausgegeben und Professor Dr. Otto Fischer in Breslau und eine bestimmte Sorte Spinde mit einem Preis von 2,25 m. ver- Neg.- Nath Wilhelm Heule in München, München 1897, C. H. Beck'sche zeichnet waren. Nun hat Herr Luze aber im Jahre 1897 für die Verlagshandlung. oben genannten Spinde per Stüd 15 Pf. abgezogen. Diesen Abzug ließen sich die Tischler damals gefallen, weil feine Einigkeit in der Werkstatt herrschte. Ferner behauptet Herr Luze, daß er den Arbeitern die maschinellen Vortheile immer mehr zur Verfügung gestellt habe und deshalb der Lohn nicht reduzirt sei. Nun geben aber alte Arbeiter, die jahrelang in der Fabrik beschäftigt waren, F. S. Um in Berlin Hebamme zu werden, meldet man sich beim zur Entgegnung, daß sie die Maschinen von Anfang an eben so gut ausgenugt haben wie heute. Außerdem versprach Herr Luße, Bezirksphyfitus Schulz am Tempelhofer Ufer 29; Frauen aus dem Regierungsbezirk Potsdam melden fich bei ihrem Kreisphysilus. Diese erste Bas Material an die Bank zn liefern, was aber nicht geschah. Vor Meldung geschieht zum Zwecke der Vorprüfung und Untersuchung. Hierauf Kurzem wurde zwei Arbeitern plöglich ein Abzug von 1,20 M. per haben die Frauen beim Polizeipräsidenten und die aus dem Regierungs Lieferung Thüren gemacht, nachdem sie 2/2 Jahr 1,20 m. für eine| bezirk Potsdam beim Regierungspräsidenten ein Gesuch um Bulaffung zur Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. Liniirer, zuverlässige, auf Leip: siger Maschinen, wollen fich melden bei Riefenstahl, Zumpe& Comp., Ge schäftsbücherfabrit, Holzmarktstr. 67. 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Herren- Kragen 55, 40, 30 Pf. Herren- Kravatten, hell u. dunkel gemustert Schleifen 40 Pf. 70, Regattes 40 Pf. 85, KnabenAnzüge, dunkelblau mit Satin Ueberkrag. für ca. 2-8 Jahre, 8., 7.50, 7.-, 6.50, 6.-, 5.50 MK. Portièren m. Bordüre, in versch. Farben, Stück 5.-, 4.50, 3.50 Mk. SealskinReisedecken 10.-, 8.75, 6 Mk. Schlafdecken in versch. Must. 2.-, 1.75, 1.35 Mk. Fusskissen 2 MK. 3. 3.75 Mk. Gobelin- Deckchen 40 Pf. 1.70 3.3.75 braun zum Schnüren, 1.70 2.80 3.75 Mk. Chines. Ziegenfelle grau 5 Mk. u. weiss, ca. 80/180 cm, Die neue Preisliste über Leinen- und Raumwollwaren, Tischzeuge und Wäsche wird kostenfrei versandt, 320 Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Dienstag, Br. 32. 16. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dicas, 7. Februar 1899. Die Rentabilität der Industrie " pet. 5-93/ 4 10-15 über 15 " " 105( 21 pt. der Gesammtzahl) unter 5 191( 39 151( 31 45( 9 Diese Gesellschaften nach Branchen geordnet, so ergiebt sich folgendes Verhältniß: " wird annähernd veranschaulicht durch die Dividenden der Aktiengesellschaften. Wir sagen annähernd, denn in den Dividenden kommt nicht der volle Reingewinn zum Ansdruck, da von dem felben die meist sehr hohen Zantiemen der Vorstandsund Aufsichtsrathsmitglieder, sowie die leberweisungen an Reserve und sonstige Fonds vorweg genommen werden. Manche gut rentirende Gesellschaften machen auch 2 mit 30 pCt. und 1 mit 60 pct.) unverhältnißmäßig hohe Abschreibungen, die wirkliche Höhe des Gewinnes vor der Oeffentlichkeit zu verdecken. Der thatsächlich erzielte Reingewinn ist demnach oft beträchtlich höher, als es nach den gezahlten Dividenden den Anschein hat. Von 122 Bergwerks- und Hüttengesellschaften zahlten Dividenden unter 5 pet: 31 Gesellschaften, 5-93/ 4 pet.: 40, 10--15 pet.: 39, über 15 pet.: 12.( Darunter find 3 mit 20 pCt., 1 mit 221/2 pct., um Von 57 Brauereien zahlten unter 5 pCt.: 7, 5-93/ 4 pet.: 26, 10-15 pt.: 19, über 15 pet.: 5.( Darunter find 1 mit 20 pct. und 1 mit 24 pet.) Ein ungefähres Bild von den Profiten, die die industriellen Unternehmungen abwerfen, wird man sich nach der Lektüre folgender Bus fammenstellungen machen können. Dieselben erstrecken sich auf Industriegesellschaften, deren Papiere an der Berliner Börse gehandelt werden. Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 1897, da für 1898 noch kein vollständiges Verzeichniß vorliegt. Bon insgesammt 492 Gesellschaften zahlten Dividende: Für den Inhalt der Inserate Thalia- Theater. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 7. februar. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Julius Cäsar. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 Uhr. Leffing. Die guten Freundinnen. Anfang 7/2 Uhr. Berliner. Baza. Anfang 712 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen Kontrolleur. Borher: Zum Einsiedler. Anfang 7 Uhr. Nenes. Kraft. Anfang 72 Uhr. Metropol. Die kleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Anfang 72 Uhr. Schiller. Die Leibrente. Anfang 8 Uhr. Westen. Zar und Zimmermann. Anfang 7/2 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 7 Uhr. Thalin. Schiddebold's Engel. Anfang 7 Uhr. Luifen. Wildes Blut. Hierauf: All Heil! Anfang 8 Uhr. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas Schiddebold's Engel. Posse mit Gesang in 4 Aften von W. Mannstädt. Musik von demselben. Kouplets von Alfred Bender. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Bum 41. Male: Die kleinen Michu's. Operette in 3 aften v. André Weffager. Hierauf: Die Engelsjäger. Tanzpoëm in 14 Bildern von H. Regel und J. Bayer. Morgen und die folgenden Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, 11. Februar: Benefiz für Herrn Wilhelm Bauer. " Die kleinen Michu's."( Major Rigaud: Wilhelm Bauer.) Olympia Belle Alliance. Der Schlagbaum. Spezialitäten- Theater Anfang 8 Uhr. Oftend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 8 Uhr. Berliner Mädel. Alexanderplatz. Anfang 8 Uhr. Parodie. Die schöne Klosterbäuerin, ober: Der Lawinensturz bei St. Anna. Anfang 7 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. TägKarlstr.( Circus Renz) Karlstr. Volksthümliche Preise. Abends 72 Uhr: Strohschneider und das kolossale Eröffnungs Programm. Zum 147. Male: Mene Tekel. Sonnabend, den 11. Februar: lich geöffnet von 10 Uhr Bor: Dritter großer Maskenball. mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 Uhr:" Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern warte. # Apollo. Spezialitäten Borstellung. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. 1 Feen Palaft. Spezialitäten Vor: stellung. Paffage Panoptikum. Speziali täten- Borstellung. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Dienstag 8 Uhr: Die Leibrente. Mittwoch 8 Uhr: Die Bürgermeisterwahl. Unter vier Augen. Donnerstag 8 Uhr: Othello. Oftend- Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Novität! Wirkliches Wasser! Bum 46. Male: Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert u. SpezialitätenVorstellung mit stets wechselndem Programm. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Das neue' großartige Febrnar Programm. Neu! = Berliner Neu! Konfektioneusen. Gesangsposse von W. Geride. Rizzeberg aus Kalau: Direktor Fröbel. Durchweg neue Spezialitäten. Felicitas- Truppe. Beo Ba. Gebrüder Alfredo. Osadasan. Roberty Trio. Teo Pilotti. Marietta Berndt. Helene Voss. Lebende Photographien, das Interessanteste der Neuzeit. Anfang 72, Sonntags 6 Uhr. Billet- Vorb. Vorm. v. 11-1 Uhr. Der Brandstifter Mähr's Theater Sensationelles Ausstattungsstüd mit Gesang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Okonkowsky. Musik von L. Fall. Anfang 8 Uhr. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Oranienstr. 24. Täglich Vorstellung. Täglich: Von 22 Chemischen Fabriken zahlten unter 5 pet.: 6, 5-93/ 4 pet.: 9, 10-15 pet.: 4, über 15 pct.: 3.( Darunter ist 1 mit 26 pet.) Von 15 Chamotte: und Zementfabriken zahlten unter 5 pet.: 2, 5-93/ 4 pet.: 3, 10-15 pet.: 8, über 15 pet.: 2.( Darunter ist 1 mit 20 pt.) Von 16 Elektrizitäts- Gesellschaften zahlten unter 5 pet.: 1, 5-93/ 4 pet. 7, 10-15 pet.: 8. Urania Alcazar- Theater Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Das Land der Fjorde. Im Hörsaal: Dr. Nass: Schwefel u. Phosphor. ( Experimental- Chemie V.) Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Passage- Panopticum. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Nur noch kurze Zeit: 40 Krieger des Mahdi. Im Theaterfaat von 6 Uhr ab: Théâtre variété. Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Neu! Dreyfus- Esterhazy. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Täglich: Hoffmann's Quartett Humoristen Zum Schluß: Guten Morgen Herr Fischer. Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direttion: Richard Winkler. Dienstag, den 7. Februar: Benefiz für Robert Dill Neu! 8um 1. Male: Neu! Markthalle VII Burleske von O. Victor- Roeder. Neu! Großer Erfolg! Neu! Carl Jörgensen, di der beste Mimiker der Jetztzeit. Neu! Vorher: Neu! Ich werde den Major einladen. Lustspiel von Labiche. Kaffeneröffnung 61/2 Uhr, Anfang der Vorstellung 72 Uhr. Entree 30 Pf. Referv. Platz 50 f. Numerirter Sperrsiz 75 Pf. Quarg's Spezialitäten- Theater im Grand Hôtel Alexanderplatz. Täglich: Hervorragende Kunstkräfte! Horley- Trio, Louis Höhn, Willy Walde, Clemence, Frieda Schwarz Neue Bilderserie des Micrograph etc. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Moabiter Von 7 Gesellschaften für Gas- und Wafferanlagen zahlten unter 5 pt.: 1, 5-93/ 4 pet.: 8, 10-15 pet.: 3. Bon 8 Gummifabriken zahlten unter 5 pet.: 1, 5-98/ 4 pt.: 5, 10-15 pt.: 1, über 15 pCt.: 1.( Lettere hatte 29 pCt.) Von 55 Maschinen- und Eisenbahnbedarfs- Fabriken zahlten unter 5 pet.: 11, 5-93/ 4 pt.: 18, 10-15 pCt.: 16, über 15 pet.: 10. |( Darunter sind 1 mit 20 pct., 1 mit 222 pet., 1 mit 24 pct., 1 mit 25 pet., 1 mit 35 pCt.) Bon 10 Papierfabriken zahlten unter 5 pet.: 2, 5-98/ 4 pct.: 8, 10-15 pt.: 4, über 15 pCt.: 1.( Diese brachte 24 pct.) Bon 36 Spinnereien, Webereien und Tuchfabriken zahlten unter 5 pet.: 14, 5-93/ 4 pt.: 15, 10-15 pet.: 7. Von 43 Transport- Gesellschaften zahlten unter 5 pct.: 8, 5-93/ 4 pet.: 24, 10-15 pet.: 9, über 15 pet.: 2.( Darunter 1 mit: 20 pet.) Von 7 Buckerfabriken zahlten unter 5 pet.: 4, 5-984 pt.: 1, 10-15 pet.: 2. Von 94 Gesellschaften verschiedener Branchen zahlten unter 5 pet.: 17, 5-93/ 4 pct.: 37, 10-15 pet.: 31, über 15 pet.: 9. ( Darumter find 2 mit 20 pCt., je eine mit 22, 221/2, 25, 50, 80 pct.) Neue freie Volksbühne. Sonntag, den 12. Februar, Nachmittags 2% Uhr, im sidda Ostend- Karl Weiß- Theater: Drei. Sierauf: Unter vier Augen. Drama in 3 Atten v. M. Dreyer. Lustspiel in 1 Att von 2. Fulba. Regie: Cord Hachmann. Um Störungen zu vermeiden, werden die Mitglieder ersucht, recht pünktlich zu sein. Einige Neuaufnahmen werden noch durch die Zahle stellen vorgenommen. Avis: Sonntag, den 26. Februar, Nachmittag: Extra-. Vorstellung im Schiller- Theater: ,, Die Bürgermeisterwahl". Ländliche Komödie in 3 Atten von M. Burchard. Karten à 75 Pf. intl. Garderobe find bereits am Sonntag im Theater zu haben. Für den Vorstand: 150/2 Ad. Löhr, Kassirer, Ackerstraße 40. B. Günzel, Lothringerstr. 52. Spezialität: Porträts sozialistischer Führer, Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten Bildern u. dgl., fowie jede Drechslerivaare u. Repar.( Man verl. Preisturant. Großer Frauen- Vortrag im, Neuen Naturheilverein", Charlottenburg- Berlin ( Vorsitzende M. Kube) im Rest. ,, Bismarckshöhe", Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39. Mittwoch, den 8. Februar 1899, Abends 82 Uhr, spricht Fräulein M. Kube, Naturheilkundige über: Weniger Menschen, aber glücklichere!" Künstliche Beschränkung eines allzureichen Kinderfegens bek franken, geschwächten und armen Frauen. Nur für verheirathete Franen. Um zahlreichen Besuch bittet Entree 20 Pf. Gesellschaftshaus, Wer Alt- Moabit 80-81. Jeden Sonntag: Ball. Anfang 4 Uhr. Jeden Mittwoch: - keinen 265/11 Der Vorstand. Stoff hat zum Anzug, Paletot oder Hose, tauft bet mir billiger wie beim Tuchfabrikanten, da ich große Posten Partie- Waaren per Kaffe spottbillig einfaufe. Stoff zum Herren- Anzug 9 M., reine Wolle neueste Muster, ff. Tuch, Kammgarnstoffe, nie glänzend werdend, in schwarz. Hosen Rest e, schönste Muster zu 4-5-6 m.[ 7569* Reffe Knaben- Anzügen. zu Hippel's Stettiner Gleichzeitig Schneiderei! Anzug zu fertigen 20 M. Feinste Butyaten, zwei Gesellschaft. Anfang 8 Uhr. Passe- partouts haben Giltigkeit. C. Peters. Anproben, nur unter Garantie für guten Sitz. Ludwig Enge Herren- Beleidung, Münz str. 26 part. F.-A. III. 1815. Dirbag, ben 14. Bebru W. Noack's Theater In Wahrheit eine Revo- und EvoDienstag, Februar: Fastnachts- Soirée und Ball vom Tyll Eulenspiegel. Reichshallen. Stettiner Sänger Neu! ( Meysel, Pictro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Neu! Frauen- Emanzipation Burleske von Meyfel. Im Tunnel von 7 Uhr an rei Gediegene Gesellschaft. nfang 8 Uhr. Entree 50 Bf. Ronzert. Morgen und folgende Tage: Der Brandstifter. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel bon Ordonneau und Sturgeß. Musik von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntag Nach. 3 Uhr zu halben Preisen: Der Zigeunerbaron. Luisen- Theater 34. Reichenbergerstraße 34. Novität! Abends 8 Uhr: Novität! Wildes Blut. Lebensbild in 3 Aften von M. Schwab. Novität! Hierauf: Novität! All Heil! Schwant in 1 Alt von Meo Breo. Mittwoch: Scanber Genien.Leidenschaft. Jeden Sonnabend Nachmittag: Schüler- Vorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Schwant von Leopold Ely. Und das gesammte Personal. Sonntags 6 Uhr. Bons haben Wochentags Giltigkeit. Saal durchweg Vorverkauf 40 Pf. Numerirt 75 Pf. bis 2 Mart. Tageskaffe von 11-1 Uhr. Jeden Freitag: Neues Programm. CIRCUS BUSCH Apollo- Theater. Dienstag, den 7. Februar: Elite- Abend. Bum 85. Mal: PERSIEN. Besonders hervorzuheben: Ritt über die hundert Fuss hohe Burgmauer. Debut der vorzüglichen Redturner Riego. Außerdem: Contre- danse zu Pferde, geritten von 4 Damen und Direktion E. Waldmann. Vierter Abend: Madame Yvette Guilbert. Ferner: 4 Herren auf 8 Schulpferden. Direttor The black Troubadours Busch mit seinen neuen Freiheits: dreſsuren. Auftrreten des berühmten Schulreiters Burghardt- Foottit. Ferner Amateur- Konfurrenzretten.( Wer dreimal stehend die Manège umreitet, er: hält eine Prämie von 50 Mark.) Auf: treten des Gigerl- Clowns Daniels als Schnellmaler. Morgen Mittwoch, Abends 7 Uhr: Persien. Mr. Segommer Geschw. Alexia. Anfang 7 Uhr. Vorverkauf an der Theaterkasse von 10-1 Uhr u. beim ,, Künstlerdank", Unter den Linden 69. Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Intion bringt Palmin im Haushalt. Palmin ist blüthenweißes, denkbar reinstes Pflanzenfett, das, von Fettsäure befreit, nicht ranzig werden kann und das Naturaronia aller Speisen, wie bisher nicht gekannt, zur Geltung Große Extra- Theater Borstellung kommen läßt. Taufende vont kleinen Familien haben die Anregung zu Unsere Jungen oder: Da kennen Sie Schliemann schlecht Lebensbild mit Gesang in 4 Aften von H. Hirsch e L. Nach der Borstellung: Lanzkränzchen. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Jeden Dienstag: Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger. Blegler, Wolf, Hohenberg etc. Entree 20 Pf., Borzugsbillets 15 Pf Jmbs' Festsäle ( Ostbahn- Park) 71 Rüdersdorfer Straße 71, am Rüstriner Play. Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger Herren Gäme, Cahnbley, Zimmermann, Stangenberg, Grubow und Raake. Nachher: [ 455b Frei- Tanzkränzchen. Krankheitshalber ein fast neues Geschäftsrad zu vert. Rummelsburg, Prinz Albertstr. ba, bei Forgbert. D. Wurzel& Co., Wrangelstr. 17, Ecke Manteuffelstraße. Wäsche ausschließl. eigenes Fabrikat. Spezialität: Arbeiter: BerufsKleidung: Blau Cöper- Jacken M. 1,65, fteigend je Größe um 10 Bf., blau Coper- Hofen, in allen Längen, M. 1,65. Arbeiterhemden, Blousen, Maler tittel und Monteurhemden. D. Wurzel& Co., Wrangelstr. 17. 8148* ersten fleinen Versuchen nicht zu bereuen gehabt. Das Pfund 65 Pfg.! Ueberall zu haben! Generalvertreter Elfreich& Menzel, Pant: ftraße 31a. Tel. Amt II. 2160. Mit dem Ausstoss unseres rühmlichst bekannten Kloster Bockbieres haben wir begonnen und empfehlen dasselbe in hochfeiner Qualität zum Preise von 2820024 24 Mark pro Hektoliter. Bestellungen erbittet 781L* Actien- Brauerei- Gesellschaft Moabit, Strom- Strasse 11/16. 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Febr., Abcuds 8 Uhr, im Saale des Handwerkervereins, Sophienste. 15: am Sonnabend, den 4 Februar, Volks- Versammlung. Lages Ordnung: Am 4. verstarb unser Mitglied Serr Hübner im Alter von 30 Jahren. Die Beerdigung findet am Mitt: woch, den 8. Februar, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Simeon- Kirchhofs aus statt. Um rege Betheiligung bittet 198/4 Der Vorstand. 1. Bortrag des Genoffen Richard Fischer über: Die politische Lage. Berband der Bau-, Erd- und Zahlreiches Erscheinen erwarten 2. Diskussion. Die Vertrauenspersonen. SUD- OST. Achtung! Genossinnen und Genossen! Donnerstag, 9. Februar, Abends 8 Uhr, im Saal der Arends'schen Brauerei( Moabit), Turmistr. 26-27: Volksversammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Kaden über: Die neue Militärvorlage und das Friedensmanifest des Baren. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein gewerbl. Silfoarb. Deutschl. für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Zahlstelle Berlin I. Todes- Anzeige! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonntag, den 5. b. M., der Kollege Reinhold Wende Dienstag, den 7. Februar, Abends 82 Uhr, im Lokal von Brüder, Waldemarstraße 75: verstorben ift. Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 365/12 32/4 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. d. M., Nachmittags pünktlich 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Briz aus statt. Um rege Betheiligung der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. Am 5. Februar, Morgens 91/2 Uhr, starb nach langen, schweren Leiden Hedwig 1. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Steinschneider über: Der unsere unvergeßliche einzige Tochter Werth der Konsum= Genossenschaften und die Stellung der Arbeiterschaft im 21. Lebensjahre. Alle, die fie zu denselben." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.ed Der Einberufer. Maurer Berlins n. Umgegend! Mittwoch, den 8. Februar, Abends 8 Uhr: 83 Gr. öffentliche Versammlung in den Borussia- Sälen, Ackerstraße 6-7. Tages Ordnung: fannten, werden unseren Schmerz zu 6225 würdigen wissen. F. Wedeking nebst Frau und Sohn. Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 8. Februar, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus: Kirchhofes aus ftatt. Versammlungen am Dienstag, den 7. Februar 1899, Abends 8% Uhr, für den Wedding: im Gesellschaftshaus", Schulstr. 29; für die Rosenthaler Vorstadt: in den Boruffia Säleu", Ackerstraße Nr. 7. Tages Ordnung: Für den Wedding: Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Rosenow: Diskussion. Die deutsche Bauernbewegung von 1525 und ihre Ursache. Für die Rosenthaler Vorstadt: Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Diskussion. Thiei- Halle über: Politische Macht und politische Reise. 246/5 Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 8. Februar, Abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Hiermit fagen wir allen Berwandten Moabit: im Lokale des Herrn Joksch, Thurmstraße 84. fowie Bekannten für die rege Theilnahme an der Beerdigung unseres unvergeßlichen Bruders, insbesondere den Mitgliedern des Wahlvereins int 4. Berliner Wahlkreise Süd- Ost, den Kollegen des Deutschen Metallarbeiter im Verbandes, sowie den Herren Meister und Kollegen der Firma C. F. Schulze Gebrüder Kulow. 1. Sozialpolitischer Vortrag. 2. Diskussion. 8. Die Tattit für unsere diesjährige Lohu:& Co. unseren tiefgefühltesten Dant. bewegung und die Gestaltung des Sammelwesens. 131/9 Die Kollegen werden dringend ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Achtung! Die Lohnkommission. J. A.: Fritz Kater. Maurer. 6015 Kranzbinderei n. Blumenhandlung von 5769* Achtung! Robert Meyer, Tages Ordnung: Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. 77/8 In dieser Versammlung müssen sämmtliche Wertstellen vertreten sein. Wedding und Gesundbrunnen: Lokale des Herrn Raabe( Kolberger Salon), Kolbergerstr. 23. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- und Verbands: angelegenheiten. Die Kollegen der Werkstatt von Springborn, Liebenwalderstraße, sind hierzu besonders eingeladen. Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt bei Wernan, Schwedterstr. 23. Tages Ordnung: Mittwoch, 8. Februar, Abends 8% Uhr, im Louiseustädtischen Konzerthaud, Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ball- tattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Alte Jakobstraße 37: Mitglieder- Versammlung bes No. 2. Mariannenstr. No. 2. sträußchen, Bouquets 2c. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert Berloren 6026 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Verbands: und Werks Hierzu sind besonders die Bauwerkstatt von Uhlig, Kastanien- Allee 44, und die Werkstatt von Krug, Prenzlauerstr. 52, besonders die Kollegen Elfaffer und Bausch eingeladen. wurde von der Schäferſtraße bis Often und Nordoften: bei Mann, Straußbergerstr. 3. Bentral- Derbandes deutscher Maurer, Filiale Berlin II. annowigbrüde ein Badet mit SchriftTages Orbnung: 1. Jahresbericht und Abrechnung des Vorstandes. 2. Neuwahl des gesammten Borstandes. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Guten Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. J. A.: Wilh. Fritzsch. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Ortsverwaltung Berlin). Am Mittwoch, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Feststellung des Resultates der Delegirtenwahl. Die Mitglieder des Wahlfomitees werden gebeten, pünktlich zu er fcheinen. Die Ortsverwaltung. Metallarbeiter! 110/9 136/5 stücken, m. d. Aufschrift: Tischler Herder. Der Finder wird gebeten, dasselbe an Herder, Höchstestr. 21, abzugeben. Charlottenburg. Donnerstag, den 9. Februar, Abends 8% Uhr, im Lokale ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstraße 39: Volksversammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Bericht der Obmänner. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt des Bezirks muß vertreten sein. Die Zahlstelle Langestr. 46 wird am 11. Februar nach Frucht ftraße 20 bei Zimmerling verlegt. Südosten: bei Rautenberg, Oranienftr. 180. Tages Ordnung: 1. Besprechung über Werfftattangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Parquettbodenleger. Sigung Mittwoch, 8. Februar, Abends 81/2 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106: Tagesordnung: 1. Der jetzige Kurs und die Sozialdemokratie. der Werkstatt- Kontrollkommission mit Vertrauensleuten. Referentin: Dr. Rosa Luxemburg. 2. Diskussion. Die Vertrauenspersonen. Dienstag, den 7. Februar, Abends 8½ Uhr, im Kolberger Donnerstag, den 9. Februar 1899, Abends 8 Uhr: Salon, Kolbergerstraße Nr. 23: Deffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Rigdorf. Volks- Versammlung 15/4 im Apollo- Theater( Viktoria- Säle), Hermannstr. 48. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Firma ,, Cyklop", Mehlis& Behrens. Referent Sollege Moricke. Bu dieser Versammlung sind speziell die Kollegen der Firma„ Cyklop", Mehlis& Behrens eingeladen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Achtung! Zimmerer. Achtung! Tages Ordnung: 1. Der Ausstand der Buchdruder im Berliner Lokal- Anzeiger"( Serr Scherl und das Koalitionsrecht). Referent Genoffe Massini. 2. Dis: fuffion. 3. Der Weberstreit in Krefeld. Neferent Genoffe Hübsch. 202/4 4. Disfuffion. 5. Verschiedenes. Bur Deckung der Unfosten 10 Pf. Entree. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vertrauensmann der Gewerkschaften Nigdorfs. Betten, schöner Stand, neu, sofort, Mittwoch, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale der Nach beendeter Inventur! 20 M. Ritterstr. 118, vorn II rechts. Gardinen- Fabrik Deutscher Porter Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Oeffentliche Versammlung Lager von 7748* der Zimmerer Berlins und Umgegend Bruno Güther, ( Vertrauensmänner- Zentralisation). Tages Ordnung: 1. Jahresbericht der Lohnfommission. [ 256/2 2. Abrechnung vom Agitations- und Unterstügungsfonds pro AugustDezember 1898. 3. Neuwahl der Lohnkommission. 4. Stellungnahme zur Lohnbewegung in diesem Jahre. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lohnkommission. Zentralverband der Zimmerer WSJ( 3ahlstelle Berlin). Am Mittwoch, den 8. Februar 1899, Abends 8 Uhr, in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29: Versammlung für Often, Nordosten und Friedrichsberg, und Donnerstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Mewes, Stromstr. 28: Versammlung für Moabit n. Wedding. Tages- Ordnung in beiden Versammlungen: 1. Wie ist es möglich, in unserem Beruf für Berlin und den Bororten feste Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen, mit besonderer Berücksichti gung der örtlichen Verhältnisse. Referent: H. Kube. 2. Disfuffion. Grüner Weg 80. Paterre, tein Baden. Einziges seit 29 Jahren bestehendes Spezialgeschäft offerirt neue Muster in gestickt. Tüll-, Mull mit Tüll und engl. Tüllgardinen etc. in garantirt dauerhafter Waare. Deffert u. Malzkraftbier 1. Rang. Brauerei Burghalter, gegr. 1736, 70/ 1* besond. für Blut arme, Brustkrante Jede Werkstatt muß vertreten sein. Musikinstrumenten- Arbeiter im Lokale des Herrn Zubell, Linden Straße 106. Tages Ordnung: 1. Unfere gegenwärtige Lage und wie verbessern wir dieselbe. 2. Branchen. angelegenheiten und Verschiedenes. Kollegen, es ist Eure Pflicht, daß jede Werkstatt vertreten ist. Modell- und Fabrik- Tischler 1920 bei Herrn Dieke, Aderftr. 123. Drechsler. N.: Aderstr. 145 b. Hoppe. SO. u. SW.: Oranienftr. 184 b. Metzner. Tages- Ordnung: Vortrag des Kollegen Mohs über: Pflichten und Aufgaben der Vers trauensmänner im neuen Jahre. Besonders eingeladen find hierzu die Kollegen von Seßler, Man teuffelstraße 82; Stlanie, Grünauerstraße 5; Wolf, Wrangelstraße 7; Beyer, Brizerstr. 7. 0. und NO.: Koppenstraße 41 bei Mühle. Tages Ordnung: Verbands: und Werkstattangelegenheiten. Es ist Pflicht, daß jede Werkstatt vertreten ist. Branchen- Versammlung der Stellmacher am Donnerstag, den 9. 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