Ur. 87. Abomkmrnt»-Kedwgungen: Bbonnement«• Pret» pränumerando: vterteljährl. 3,30 Ml,, monatt 1,10 Ml,, wöchentlich LS Pfg. frei in« Hau«. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntag«, Rummer mit illustrirttr Sonntag«, «eilage„Die Neue Well» 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. «ingetragen in der Post, Zeitung«, Preisliste für 1SSS unter»r. 7830. Unter«reu, band für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 8 Marl, für da» übrige«u«land 3 Mark pro Monat. 16. Jahrg. Erscheint Liglich nustrr Montag». Derlinev VolKsvl�kk. Dt« Inftrtions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zetle oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerlschaftltche Berein«- und Versammlung«-Anzeigen, sowie ArbeitSmarlt 20 Pfg. Inserats für die nächste Nummer müssen bi« 1 Uhr nachmittag« in der Expedition abgegeben werden. Die«xpedttton ist an Wochen- tagen bi« 7 Uhr abend«, an Tonn- und Festlagen bi« SUhr vormittag« geöffnet. Fernsprecher: Smt I, Nr. 1508. Telegramm-Adreffe: ,,S»l>»ld»nroKr»t Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Uartei Deutschlands. Redaktion: LW. 19, Beulh-Stratze 2. Sonntag, den 1Ä Februar 1899. Expedition: SW. 19, Beuth-Stratze 3. Quittung. Für die Familien der Opfer des Dresdener Schwurgerichts- Urtheils gingen bei dem Unterzeichneten folgende Beträge ein: Berlin: P. S. 30,—. 81. B. 20,—. I.A. 10,—. W, P, 10,—. A. 10,-. 2. u, H. B, 10.—. P. St. 10,-. Von den Tischlern der Werkstatt Hellner, Waldemarstr. 62 5,—. A. Bl. 20,—. Rosenthal 5,—. Rechtsanwalt F. V. 3,—. H. Krüger, Adalbertstr. 2,—. Lagen, Eich und Strosser 6,—. Ernstloh 0,30. Dr. L. 10,—. Unerhört I durch Röstel 1,—. Lankow 5,—. O. B. 30,—. Die rothen Buchbinder Grünstr. 10,—. Durch Koppen 3,—. Gesammelt von R. K. 18,50.„Barbier-Zeitung" 24,—. Akademiker 2,—. Von Einem, der kein Arbeiter ist, aber tiefes Mitgefühl für die Verurtheilten empfindet 30,—. Ein Leser der„Berliner Zeitung" 1,—. W. R. u. Co 300,—. Aus Dömitz 1,—. Charlottenburg, durch I. Bey 3.—. Stenn. I. Schi. 23,—. Aachen. A. B. 10.—. Charlotten bürg: Häntschke 3,—. Dr. Wenncke 3,—. Zachemack 3,— Jbscher 1,—. Porzelliner Jungfernhaide 7,—. Billardklub„Sanfter Heinrich" 2,75. In Briefmarken eingesandt 3,—. Berlin: C. Freund 3,—. Von Familie Tietz 2,—. M, Sch,, stuck, zur,, 3,—. Ein sozialisttscher Sttldent 2,—. A. F. 100, 6,—. Mittagsttsch v, Dorotheenstrahe durch R. A, Roth 8,—. Dr. zur. A. B 30,—. Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit 1,30.„Wenig, aber von Herzen" A. B. A. B. C. B. 3,—. Gesangverein Seeger'scher Männerchor 10,—. Tellersammlung der öffentlichen Bildhauer Versammlung vom 7. Februar im„Englischen Garten" durch Krippahle 18,80. Leipzig, M. Krause 30,—. Rixdorf, 81. H. 2, Marienwerder i. Westpr., H. B. 3,10. Wesel, A, R. 3,—. Forst i. d. Lausitz, von den Genossen 200,—. AuS Beuthen, (Oberschl.) 13.-. N. N, in R, 10.—. Ratibor: M. 6.—. R. 4,— Sa. 10,—. Hannover, H. F. 3.—. Frankfurt a. M„ 6 nicht soziab demokratische aber menschlich sühlende Bnreaugehilfen 13,—. Aus Hamburg 3.—. Birkersdorf sRheinl.)„Solche Urtheile sind empörend 3.25. Wilmersdorf, v. A, K. 3,—. Laufach, Dr. M. 3,—. Frank furt a.M„ L. Sonnemann 100,—. Spandau, Restaur. BiSmarckstr, 2,— Ruhla, Volksverein 10,—. Mühlhausen i.TH,, von mehreren HandlungS gehilfen d. H. Sch. 12,30. Schneidemühl I. M. 5,—. Crimmitschau, von den organisirten Texttlarbeitern 30,—. Zwickau, 1. Rate der Parteigenossen v, Zwickau und Umgegend 200.—. Memel, von den Parteigenossen 13,—. Glatz, Ungenannt 2,33. Aus Holland. R. H 3,—. Leer, sOstfrieSland), I. B. 2,—. Wien, C. R. 1,—. Chemnitz aus dem IS. sächs, Reichstags-Wahlkreis 300,—. Berlin: E. N stuck, zur. 3,—, E, R, 3,—. Ein kaufmännisches Personal für die Familien der Rechtsgarantirten 16,30.„Ich wünschte die Gabe verzehnfachen zu können" 3,—. E, M, 20,—. B. R. 5,—. H. H. R. 4,—. Ein Wcihlackirter v, Bahnhof Friedrichstr. 3,—. L. M,. Melchiorstr. 3,---. Donnerstagsspende 132,—. H, v. H., stuck, odsm,, 3,—. Herr Müller 3,—. Ges. bei einigen Bekannt, d, Rechtsanwalt K. 10,—. Gesammelt in einem kleinen Kreise freisinniger Stadt verordneten, übersandt durch Rechtsanwalt S. 90,—. Friederike K 1,—. Winter 1,—. Bis zum 11. Februar in der Expedition des »Vorwärts" eingegangen 1223,62. Summa 3514,37' Mark. A, Gerisch, Berlin SW., Katzbachstr. 9, gic dere Wieder eine Liebesgabe! Abermals sollen die nicht-agrarischen Bevölkerungsschichten dem Grundbesitz unfreiwillige Äillionengeschenke machen! Die Novelle zu mJnvalidenversicherungs-Gesetz, die in den nächsten Tagen im Reichstage zur Berathung kommt, nimmt den Vorschlag des Botticher'schen Entwurfes von 1897 in noch erweitertem Umfange auf und will das Defizit der landwirthschaftlichen Ver sicherungskosten durch die in den Industrie b e z i r k e n sich ansammelnden U e b e r s ch ü s se noch reichlicher decken! Dieses Bestreben ist die H a u p t s a ch e bei der ganzen Novelle. Die den Forderungen der Arbeiter gemachten Zu- geständnisse sind meist ganz unwesentliche Ver besserungen, wie zum Theil in der Begründung des Gesetzentwurfes von der Regierung offen zugestanden wird. So heißt es z. B. in der Denkschrift, Seite 22, über die scheinbar wesentliche Verbesserung in der Berechnung der Jnvaliditätsgrenze, deren Ueberschreiten zum Rentcnbezug berechtigt: „WaS die anderweite Bestimmung über die Jnvaliditäts- lenze in den§§ 4 und 9 des Entwurfs anbetrifft, so wird in reu Folge für die Zukunft vielleicht eine geringe M e h r b e l a st u n g wegen Vermehrung der Zahl der Invaliden- reuten eintreten können. Wie groß diese sein wird, läßt sich mit Sicherheit nicht angeben, indessen wird man annehmen dürfen, daß sie bei verständiger Handhabung der neuen Be- stimmung nicht erheblich sein und daß die Gesammt- belastüng jedenfalls denjenigen Betrag nicht erreichen wird, der bei Erlaß des Gesetzes auf Grund der damaligen Rechnungsgrundlagcn angenommen worden ist." Die„verständige Handhabung"— das heißt: auch künftig nicht mehr Renten zu gewähren als jetzt, trotz der angeb- lichen Verbesserung im Gesetz I llebrigens: als unser Grillen- berger 1888 bei Vorlage des Gesetzes bestritt, daß die in Aussicht gestellten zahlreichen Rentenbewilligungen ein- treten würden, war er selbstverständlich ein„berufsmäßiger Hetzer" und„Feind der Sozialreform". Jetzt zeigt sich bei allen Punkten, die wir in diesem Gesetz als unhaltbar kritisirten, daß wir im Rechte waren. Eine andere als sehr wesentlich ausgegebene Verbesserung ist, daß nach§ 19 des Entwurfs auch derjenige nicht dauernd erwerbsunfähige Versicherte Rente erhalten soll, der während 26 Wochen ununterbrochen erwerbsunfähig ist, während das bestehende Gesetz 52 Wochen festsetzt. Auch hier beruhigt die Denkschrift(S. 23) diejenigen, welche etwa fürchten, daß nun den Arbeitern zu viel in den Hals gesteckt werde. Sie sagt: „Diejenigen Fälle, in denen die Erwerbsunfähigkeit nicht ein Jahr lang andauert, werden voraussichtlich keine sehr erhebliche Mehrbelastung herbeiführen. Denn es liegt auf der Hand, daß die frühzeitige Gewährung der Rente in ,nanchen Fällen den Eintritt dauernder Erwerbsunfähigkeit ver- hüten wird und damit im Ergebnisse sogar zu einer Ent- lastung der An st alten führen kann." Gewiß ist es für die Arbeiter besser, wenn sie durch früheren Rentenbezug vor dauernder Invalidität noch eine Zeit lang geschützt werden. Aber diese Maßnahme ist nicht als nur im Interesse der Humanität diktirt hinzustellen, wie dies von den Offiziösen geschieht, sondern als eine verständige Maßregel zur Entlastung der Anstalten, d. h. ein Schutz vor der Gefahr, die Beiträge erhöhen zu müssen. Und diese letztere G e f a h r ist es ja hauptsächlich, welche von den Unternehmern, besonders auf dem Lande, gefürchtet wird. Dort geschah nämlich etwas Furchtbares: es ist, wie die Motive S. 183 so hübsch sagen,„vorzugsweise bei ländlichen Arbeitern das unberechtigte Bestreben hervorgetreten, die vollen Beiträge auf den Arbeit- g e b e r abzuwälzen." Eine Beitragserhöhung würde also die agrarischen Unternehmer mehr treffen als die Industriellen, da diese nur die Hälfte, jene das Ganze zu zahlen haben! Und dann hat, gerade für die Agrarier, die ganze Invalidenversicherung nicht mehr den Werth, den sie haben soll: daß sie ihnen nämlich die A r m e n l a st e n erleichtert. Daß dies die Hauptaufgabe der Arbeiterversicherung ist, wird zwar unter Hinweis auf die kaiserliche Botschaft vom 16. November 1881 bestritten! Demgegenüber können wir jetzt zum Beweise für die Richtigkeit der von uns vonAnfang an aufgestellten Behauptung, daß besonders die Jnvalidenversiche- r u n g eine Abwälzung der Armenlasten auf die Arbeiter sei, die Mittheilungen des Kaiserlichen Statt st ischen Amts anführen. Im zweiten Heft des Jahrgangs 1897 der„Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reiches" befindet sich ein sehr beachtenswerther Artikel:„Die Einwirkung der Versicherungs-Gesetzgebung auf die Armenpflege." In diesem heißt es: „Der weitaus größte Theil der befragten Armen-Verwaltungen konstatirt, daß die Versicherungs-Gesetzgebung auf die Armenpflege entlastend eingelvirkt habe. (Seite 5.) „Der merkbarste Einfluß auf die Armenpflege wird dem Jnvaliditäts- und AltersversichernngS-Gesetze beigelegt, indem ein großer Prozentsatz aller derer, die eine Rente beziehen, zu jenen zählen, für welche andernfalls die Armen- pflege hätte eintreten müssen." Wenn trotzdem die Annenlast zunehme, so ergeben sich dafür nach den Berichten des Kais. Statistischen Amts folgende Gründe: „Eine Reihe Hilfsbedürftiger wird von den Vcrsichernngs- esetzen getroffen, z, B. Dienstboten, landwirthschaftliche Arbeiter, elbständige Handwerker, die allein arbeiten." Ferner langt oft die Unfallrente nicht zu, weil„die Halb- oder Dreiviertel-Rentner, auf Gelegenheitsarbeit angewiesen, selbst bei gutem Willen außer Stande seien, ihre Arbeitsfähigkeit zu verwerthen, und daß sie daher der Armenpflege an- he im fallen," Außerdem wird diese dadurch belastet, daß„be ziiglich der Empfänger der Alters- und Invaliden- Renten mit Einstimmigkeit aus allen T h e i l e n des Reiches berichtet wird, daß die Armenpflege sehr häufig ergänzend eingreifen müsse, weil die Rente gegenwärtig noch niedrig bemessen sei, dagegen beim Empfänger nicht selten gänzliche Erwerbsunfähigkeit und Krankheit vorliege und ihm zudem die Sorge für eine mehr oder weniger große Zahl erwerbsunfähiger Familienangehöriger vielfach zur Last falle; auch sonst reiche die Rente für die in größeren Städten, besonders in Berlin und Hamburg übliche Lebenshaltung nicht aus. wenn Ersparnifie oder Familien Mitglieder, die mit ihrer Hilfe eintreten, fehlen." Trotzdem ist ini neuen Gesetzentwurf die Rente für die hilfsbedürftig st e unterste Lohnklasse nicht im ge ringsten gesteig ert, sondern nur der Beitrag von 14 auf 12 Pf. erniedrigt worden. Gerade diese Lohn klaffe aber(bis 359 M. Einkommen) ist hauptsächlich uf dem Lande beschäftigt! Dort sollen also die Invaliden nach wie vor darben, die agrarischen Unter n e h m e r aber werden e n t l a st e t! Gleichzeitig wird dadurch das Defizit in den Versicherungs lassen der agrarischen Bezirke noch vergrößert, der geforderte Zuschuß aus den Kassen der industriellen Bezirke noch erhöht I Und dieser Zuschuß ist keineswegs gering, da die vorwiegend landwirthschaftlichen Bezirke eine weit größere Anzahl von Arbeitern haben, welche Invaliden- und Alters- rente bekommen. Dies hat seine Ursache darin, daß die chlechte Bezahlung auf dem Lande, der Zwang der Gesinde- ordnungen und der Militarismus, der den Landarbeitern die Freuden der Großstadt sehen läßt, zu jener„Flucht vom Lande" führt, die selbstverständlich zumeist nur von den jüngeren Arbeitern ausgeführt wird, die sich doch den Ansprüchen der Jndustriearbeit anpassen können. Es bleiben also vorzugsweise die älteren Arbeiter zurück— und so kommt es. daß nach den Mittheiluugen der Motive in der Land- und Forstwirthschaft auf je 1999 Versicherungspflichtige fast doppelt so viel Invalidenrenten und fast viermal so viel Altersrenten kommen als in der Industrie! Infolge dessen haben die Versicherungskasseu der I n d u st r i e- gegenden Ueberschüsse: so Berlin 49 Millionen Mark, Rheinprovinz 52 Millionen Mark, Königreich Sachsen 59 Millionen Mark, die Hansastädte 24 Millionen Mark, Provinz Sachsen und Herzogthum Anhalt 25 Millionen Mark. Die landwirthschaftlichen Bezirke haben Fehl- betrüge, so Ostpreußen 19 Millionen Mark, Niederbayern 1.3 Millionen Mark, oder so geringe Ueberschüsse, daß die Fehlbeträge bald kommen müssen, so in Westpreußen, Posen, Oberpfalz, Oberhausen, Unterfranken, Schwaben, Mecklenburg, Oldenburg, Schleswig-Holstein. Das Nächstliegende wäre nun, daß in den Bezirken, welche mit ihren Beiträgen nicht auskommen können, diese er- höht würden. Aber das thut unsere Regierung den Agrariern nicht an, und in den Motiven begründet sie es offenherzig: „Durch solche Ungleichheiten würde ein neuer Anlaß für den Zufluß der Versicherten zu den großen Städten, für welche geringere Beiträge oder höhere Leistungen in Betracht kämen, geschaffen und dadurch eine noch stärkere Verschiebung der 8lrbeitsbedingnngen herbeigeführt werden." Und deshalb sollen die Jndustriegegenden ihre zu viel gezahlten Beiträge hergeben, indem nur zwei Fünftel des vorhandenen Vermögens und zwei Fünftel aller künftig zu zahlenden Beiträge den Anstalten verbleiben (Sondervermögen), drei Fünftel aber in eine g e- meinsa me Kasse abgeliefert werden(Gemeinvermögen)! Das heißt, 223 Millionen Mark, die von den Arbeitern beigesteuert sind, sollen in die gemeinsame Kasse wandern, also zur Deckung des agrarischen Defizits dienen. Es konnte nun auch aus unseren Reihen behauptet werden, daß wir gegen eine zentralisirte Reichsanstalt grundsätzlich nichts einzuwenden hätten. Dies ist aber nur unter der Voranssetzung der Fall, daß, wie wir 1838 beantragten, die Beiträge zur Invaliden- Versicherung für alle Arbeiter, welche weniger als 559 M. jährliche Einnahme haben, auf die Reichskasse übernommen werden, und daß alle Auftvendungen des Reichs(auch der R e i ch s z u s ch u ß, der jetzt 59 M. beträgt und auf 99 M. erhöht werden sollte) durch eine progressive Einkommensteuer aufgebracht werden, wozu diejenigen herangezogen werden, die ein Einkommen von 3999 M. und mehr haben! Das ist doch ganz etwas anderes, als das jetzt geplante Wegnehnien der zur Hälfte von den Ar- beitern der Industrie aufgebrachten lieber- s ch ü s s e zu Gunsten der landwirthschaftlichen Unternehmer T Denn diese sind es, welche das Defizit zu decken hätten, um so mehr, als gerade doch die landwirthschaftlichen Unternehmer von Beiträgen befreit sind, welche die der I n d u st r i e zahlen, so die Beiträge zur Krankenkasse, die für landwirthschaftliche Arbeiter ja gar nicht besteht und an deren Stelle der neue Gesetzentwurf, wieder haupisäch- I i ch zu Gunsten der Agrarier, durch Erweiterung der Bestimmungen des§ 12 auf Kosten der Jnvaliditätskasse eine Krankenpflege für die nicht zur Krankenversicherung gehörigen Landarbeiter hineinschmuggeln will I Diese Erhöhungder U n k o st e n hätten dann wieder dieJndustrie-Ärbeiter mit zu bezahlen, während die a g r a r i s ch e n Unternehmer die Beitragsleistung in der I. Lohnklaffe(bis 359 M. Lohn) von 14 auf 12 und in der II.(359—559 M. Lohn) von 29 auf 18 Pf. ermäßigt erhalten! Die Sozialdemokratie hat da doch nicht den gering st en Anlaß, diese auf Koste« der Industrie- Arbeiter geplante Entlastung der Agrarier zu unter- stützen! Im Gegentheil hätten wir zu fordern, daß die Agrarier durch erhöhte Beiträge zur vollen Er- f ü l l u n g ihrer Verpflichtungen angehalten werden. Sie zahlen keine Krankenkassen-Beiträge, auch sind sie durch die Unfallversicherung nicht so belastet wie die Industrie. Dafür bringt es das landwirthschaftliche Gewerbe heute mit sich, daß sie mehr Alters- und Jnvalidenrentner haben, folglich gebührt den Agrariern auch die„vornehme Verpflichtung", für diese aus eigener Tasche zu sorgen— zumal ihnen ja dadurch doch die Armenpflege ver- r i n g e r t wird! Da aber die Landarbeiter bei ihren miserablen Lohnen eine Erhöhung der Beiträge sehr schwer empfinden würden, und ebenso die ihnen an Lohn gleich- gestellten in der Industrie oder in anderen Berufen be- schäftigten Arbeiter der untersten Lohnklassen, so wäre. falls'man unseren oben angegebenen grundsätzlichen Forderungen nicht nachkommt, mindestens zu fordern, daß für die beiden untersten Lohnklassen die Beiträge nicht erniedrigt, sondern entsprechend erhöht würden und die U n t e r n e h m e r zwei Drittel der Beiträge zahlen, die Arbeiter ein Drittel! So wie der Gesetzentwurf jetzt den„Ausgleich" herbeiführen will, nmß ihm von der Sozialdemokratte ein entschiedenes Nein entgegengesetzt werden I Voliiischv MebevtfiJik. Berlin, den 11. Februar. Der Reichstag. Wer heute den honigsüßen Worten des Grafen Kanitz und des Herrn R ö s i ck e(des Agrarierhäuptlings) lauschte. der mußte sich erstaunt fragen: sind das die- selben Männer, die noch vor Kurzem gegen Amerika losdonnerten und mit tobendem„Geschrei" den Zollkrieg sorderten? Ach! die Wahlen des vorigen Juni haben den Herren Agrariern gezeigt, daß das Volt sie durchschaut hat und daß ein Strafgericht sich über den Fleischvertheuerern und Groß" " " Junker Miquel. " Beitung" entnehmen, einen Brief erhalten, aus dem wir folgende interessante Stellen wiedergeben wollen: " 132 Herr v. Miquel kehrt immer deutlicher zu seiner alten Es ist wahr, ich habe viel Jnteressantes erlebt, und fornwucherern zusammenzieht. Sie fühlen sich gedrückt im Reichs- Liebe zurück, aber die Liebe des Greises ist glücklicher, als die wenn ich auch nicht das Talent hätte, mein Schriftwert auf das Niveau tag, und sie sind vorsichtig geworden. Wir wollen keinen seiner jungen Jahre. Was er in der Jugend vergebens der französischen Memoiren zu erheben, so brauchte das Buch nicht Bollfrieg!"„ Wir reden nicht für agrarische Interessen! Wir träumte, das gelingt ihm jest mühelos: er wiegelt die langweilig zu werden. Aber andere Schwierigkeiten persönlicher Art haben nur das Wohl der Industrie und der Arbeiter Bauern auf. Natürlich treibt er heute dies Handwerk dent stehen im Wege. Gerade die interessantesten Dinge zu im Auge." So predigten sie dem Reichstag, wie der Fuchs modernen Komfort und dem heutigen Sprachgebrauch gemäß: erwähnen, müßte ich mir versagen. Das würde nicht blos den Gänsen predigt. Ach, die Trauben sind sauer. Der Bauer beginnt erst beim Baron und muß mindestens von meiner Kanzlerzeit gelten, sondern auch vom Chef der Staatssekretär Bülow, der zunächst eine Erklärung ab 1000 Heftare Landes besigen. Admiralität, von den drei Kriegen und von meiner langjährigen Zeit im Kriegsministerium. Ich bin meiner Natur nach in der las, dann aber sich in eingehender Rede äußerte, beantwortete Auch die Methode der Aufreizung dürfte nicht ganz den Opposition gewesen und habe mich nicht selten im Widerdie offenbar bestellte Interpellation dahin, daß die Reichsregierung Absichten seiner Jugend entsprechen. Damals hatte er die spruch zu den maßgebendsten Stellen befunden. Das find in durchaus freundschaftlicher Verhandlung mit der amerikani- Stulturbegehrlichkeit der Bauern erregt, heute schmeichelt Dinge, über die sich nicht sprechen läßt, ohne Personen zu nennen. schen Regierung stehe und daß alle Aussicht auf eine gütliche er ihrem Aberglauben und erhebt die Bauernschlauheit, auf Sie zählen ganz richtig zu dem Interessantesten aus meiner Kanzlerund für beide Theile vortheilhafte Erledigung aller Streit die auch der märkische Junker stolz ist, zum höchsten Maßstab zeit; den Eintritt und das Ausscheiden aus dieser punkte vorhanden sei. berechtigten Urtheilens. Stellung. Das ist aber garnicht zu schildern, ohne die Person Für ein erheiterndes Intermezzo forgte Graf Bismard, Niemals hat Herr v. Miquel feinen lieben Getreuen aus Sr. Maj. zu berühren, was ich aber nach meiner Auffassung. der ein paar Trivialitäten hervorstotterte und in demüthigster der Ar- und Halmschaft eine solche Herzensfreude bereitet, wie der Pflichten eines Offiziers oder Beamten ganz unthunlich finde. Ich muß mir also jedes Auftreten in der Literatur ver Verehrung vor den heutigen Leitern der deutschen Politit" heute im preußischen Abgeordnetenhause. Der Verein sagen, und wenn es in der Presse auf mich regnet, so werde ich erstarb. Glaubt Herbert noch Staatssekretär werden zu können? für Sozialpolitit", dem Miquel einst selbst ein geeben naß. In dieser Beziehung vermag ich einen Unterschied Oder bettelt er um gut Wetter zur Beschwichtigung des schäkter Mitarbeiter war, hat eine Untersuchung über die zwischen Memoiren und der Benugung der Tagesliteratur nicht zu Sturms, den gewisse herausfordernde Worte und Thaten vor ländlichen Arbeiterverhältnisse veranstaltet, die den Agrariern finden. Auch würde die Arbeit für mich viel zu groß. Ich habe und nach dem Tod seines Vaters heraufbeschworen haben? nicht gefällt, weil sie nicht im Stile der„ Deutschen Tagesztg." wörtlich gar teine Aufzeichnungen, und die BeWollte er sich feierlichst vom bösen Büsch'chen" lossagen? gehalten ist. muzung der Aften der Reichskanzlei oder des Auswärtigen Amtes würde ich nicht erbitten, nian ntar würde sie mir auch Genug die Fronde" ist zu Kreuz gefrochen. Ob für Herr v. Miquel aber hat seinen Freund glänzend herausimmer das ist eine andere Frage. Jedenfalls hat Graf geriffen. Jene Untersuchungen des Vereins für Sozialpolitik, mit Recht abschlagen. Es eristirt also für mich nach wie vor Bismard sich als guter Komiter wider Willen gezeigt, was meinte er, seien nur rein wissenschaftlich und deshalb unzu tein Zweifel, mir bleibt nichts übrig, als zu schweigen, und selbst da zu schweigen, wo das Schweigen zu meinem ihm von Richter bescheinigt worden ist. Auch Posaverlässig; die Herren von der Praxis aber wüßten das Nachtheil ausfällt, was ja bei jeder Differenz mit dem dowsky sprach, und im Ganzen recht vernünftig. Das alles selbstverständlich viel besser. Welch Labsal, die schlechte Das alles selbstverständlich viel besser. Welch Labsal, die schlechte Fürsten Bismarck ohne weiteres der Fall ist. Lassen Sie mich koloffale Wachsthum der amerikanischen Industrie hat ihm Bauernschlauheit, die so gar nichts von der Studirlampe zu an dem genug haben, wie der Wallenstein'sche Reiter, wofür ich gewaltig imponirt, und mit pathetisch- naiver Verwunderung wissen braucht, zur ausschlaggebenden Autorität zu erheben! mich halte in meinem Herzen." betonte er: daß Amerika aus einem Ackerbaustaat sich in Die Wissenschaft ist des Teufels die einfache Erfahrung des Man sieht aus diesem Briefe, der einen, wenn auch in den Aneinen Industriestaat verwandelt hat. Es war ihm etwas Bauern löst und entscheidet alle Fragen, schnell, sicher und schauungen preußischer Beamtendisziplin befangenen, Gentleman ganz Neues. Daß die deutsche Reichsregierung den Amerikanern profitabel. Unser alter Bauernaufrührer versteht es, die verräth, daß Caprivi ehrlicher und wahrhaftiger die Aufgabe auf hierbei geholfen hat, indem sie durch den Kasernen Bauern, die beim Baron anfangen, an ihren Schwächen zu ber tönenden, aber durch seine ganze Wirksamkeit widerlegten Phrase faßte, ein treuer Diener seines Herrn zu sein, als Bismard, der mit dienst und politische Unterdrückung namentlich faffen, und zwischen Pfaff und Stumm, die das Lob der Un- sogar seinem eigenen Grabstein einen offiziösen Charakter verUnder unter dem Sozialistengefet- hunderttausende der wissenheit feiern, steht schmunzelnd Junker- Bauer Miquel. besten deutschen Arbeiter nach Amerika trieb davon sprach Herr von Posadowsky nicht. Da die Agrarier sich nicht herauswagten und ihre Fahne flug versteckten, so gab es keine Opposition gegen das von der Regierung entwickelte Programm. Die Sozialdemokratie hatte keinen Grund, in die Debatte einzugreifen, da die berechtigten Klagen, die DeutschLand in Bezug auf die zollpolitische Behandlung seitens der Vereinigten Staaten zu erheben hat, von Seiten der Reichsregierung- wie die Bülow'sche Erklärung zeigte anerkannt werden und sie bestrebt ist, dieselben auf dem Bege freundschaftlicher Verhandlungen zu erledigen. Auch sonst zeigte die Erklärung des Staatssekretärs des Aeußeren, daß die Reichsregierung es für ihre Aufgabe erachtet, mit den Vereinigten Staaten in freundschaftlichem Verkehr zu bleiben unter voller Wahrung der deutschen Interessen. Nach dieser Erklärung Bülow's hatte die Debatte nur ein rein akademisches Interesse. Montag: Das neue Juvaliden- Versicherungsgesetz. = lichen hat. Was hier Caprivi von seiner oppositionellen Natur spricht, erklärt Der ungläubige Kriegsminister. vielleicht mehr als sein äußeres maßvolles Auftreten den ingrimmigen Herr v. Goßler ist unter die Ungläubigen gegangen. Der Haß der Junker, der ihn unerbittlich verfolgte, obwohl seine strenge allerchriftlichste Soldat glaubt, wie er schon bei der ersten Beamtenauffassung seinem Naturell ein volles Ausleben nicht geBerathung der Militärvorlage zeigte, nicht recht an die evan- stattete. Sie sahen in ihm ihren Feind, dem die moralische und gelische Verkündigung des„ Friedens auf Erden" und deren intellektuelle Verrottung der herrschenden Juntersippe antipathisch ſein neueste Verirdischung in Gestalt des zarischen Manifestes. In Der Verlust der Caprivi- Memoiren ist zu bedauern. Sie wären der Budgetkommission hat der Kriegsminister diesen Unglauben sicher wahrhaftiger gewesen, als der posthume Rachealt des ersten von neuem und in kräftiger Betonung befundet. Er befür Kanzlers.wortete die Vermehrung der Artillerie und erklärte: 49 " mochte. zu hojiber den tommen, Der Friede sei nur durch unsere gute Heeresrüstung erhalten Der Schwager des Kaisers. In den Reichslanden wird nach worden und weiter zu erhalten; wir müßten nothwendig in den Münchener Neuest. Nachr." seit einiger Zeit schon in wirklich unseren technischen Einrichtungen und insbesondere jezt in unserer gut unterrichteten Streisen sehr ernsthaft mit einem noch in diesem Artillerie den anderen Mächten vorauseilen, um sie in Respett Jahre zu erivartenden Wechsel in der Person des Stattvor unserer Bewaffnung zu erhalten und dadurch den Frieden halters gerechnet. Es unterliege faum noch einem Zweifel, daß zu sichern. in Berlin an hoher Stelle thatsächlich der Wunsch besteht, den Herrn v. Goßler's Gedanken gehen also gerade den um- Prinzen von Schaumburg, Schwager des gefehrten Weg als das zarische Manifest. Das Manifest will aifers, zum Statthalter von Elsaß- Lothringen zu ernennen. den Frieden sichern durch Einhaltung der Rüstungen oder gar Vielleicht wird bei dieser Ernenmmg gleich der alte Plan verOftwinde. Verminderung. Der Leiter des deutschen Heerwesens dagegen wirklicht, die Reichslande in einen monarchisch regierten Bundesstaat Nach breitägiger Debatte hat bas Abgeordnetenhaus will den Frieden sichern durch schleuniges Voraus eilen vor 34 verwandeln. Nach dreitägiger Debatte hat das Abgeordnetenhaus Die Gewehrfrage. Die Freif. 8tg." giebt die Erklärung des heute die auf die Abhilfe des ländlichen Arbeitermangels bezüglichen den Müftungen ber freundnachbarlichen Feinde. Auch die Anträge an eine Kommission zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Rüstungen find offenbar eine Folgeerscheinung der Erbsünde. Kriegsministers in der Budgetkommission über die Blättermelbung, daß neue Gewehre eingeführt werden sollen, jekt nach dem Protokoll Schabe, daß die Verhandlungen nicht noch länger gedauert haben! Man darf neugierig sein, wie diese schneidenden Gegen wieder. Danach erklärte der Kriegsminister: Wir hätten fonft sicher noch mehr erfahren von den reaktionären fäße zwischen den Herren Murawjew und Goßler auf der Versuche mit Gewehren würden immer angestellt. Das Kleinkalibrige Plänen, die die Junter ausheden, um das Volk zu verdumunen, die Haager Friedenskonferenz harmonisirt werden sollen! ( 61/2 Millimeter- Saliber) habe verschiedene Borzüge. Ob aber die Berdummten zu entrechten und die Entrechteten zu zwingen, einer Aber Herr v. Goßler geht noch weiter in seiner Ungläubig. Wirkung des Gefchofies auf großen Entfernungen zureichend fleinen, bevorzugten Klasse Frohndienste zu leisten. feit. Er glaubt auch nicht an die Schraube ohne sei, fei zweifelhaft; er fegt die verschiedenen Vorzüge der vers So ungenirt haben die Junker selten ihre Karten aufgedeckt, so Ende". Er sprach die Meinung aus: Bewilligt diese schiedenen Geschosse auseinander. Man habe auch nach den fed ihre legten Ziele gepredigt, so anschaulich ein Bild ihres Artillerieforderungen, dann kann uns Frankreich und Ruß. Resultaten im letzten spanisch- amerikanischen Strieg geforscht, Zukunftsstaates gegeben, wie in der letzten dreitägigen Nede schlacht. land nicht so leicht überholen. Mit anderen Worten: Noch Bei der Schwierigkeit, zu sicheren Resultaten zu habe man vorläufig darauf verzichtet, ein leinEine Rotte von Heuchlern, diese Junker, die unter dem Deck- diese Vorlage durchgeführt und die Schraube kann nicht talibriges Gewehr einzuführen. Das teue mantel der Arbeiterfreundlichkeit die arbeiterfeindlichen weiter bohren. Mauser'sche Schloß sei sehr genial. Die jährlich aufAnträge dem Hause unterbreiten. Nichts wollen diese Herren Leider haben in ähnlicher Art a Ile Kriegsminister a Ile zuwendenden Erfazquoten und der noch aus einmaliger Bewilligung davon wissen, den unter der veralteten Gesinde Ordnung Militärvorlagen zu begründen" versucht. Allemal hat vorhandene Rest werden zur Beschaffung von Gewehren des bisschwer feufzenden Landarbeitern die Ketten zu lösen und ihnen die Wirklichkeit diese Begründungen ad absurdum geführt. herigen Stalibers aber mit neuen Schlössern und unter wenigstens diejenigen Rechte zu gewähren, deren fich die Industrie- und jeder weiß, daß in der jetzigen Vorlage die Keime zu Berüdfichtigung einiger anderer Berbesserungen Arbeiter, wenn auch oft nur in der Theorie, erfreuen. Im Gegen weiteren, noch umfangreicheren Militärforderungen liegen. verwendet." theil, fie berlangen neue und schärfere Ausnahmegefehe für die Landbevölkerung; fie fordern, daß der Kontrattbruch, der Den Unglauben an die Schraube ohne Ende" können wir heute schon triminell geahndet wird, mit noch strengeren also nicht theilen. Diese Schraube hat noch lange nicht ein Strafen belegt wird, und mit hohugelächter beantworten fie Ende. So tief sie auch im Voltskörper steckt und so schmerz das Verlangen, endlich einmal den Landarbeitern das Stoalitions- liche Wunden sie bohrt, mit Herrn v. Goßler's und feiner recht zu gewähren. Nachfolger Hilfe wird sie noch weitere Drehungen und WinAber all das genügt den Junkern noch nicht. Als geschworene bungen vollbringen. Feinde jeder Kultur wollen fie die antite Stlaberei wieder einführen und das Recht für fich in Anspruch nehmen, mit der Auch am perfifchen Meerbusen scheint es jetzt ernstlich an Hundepeitsche jedes Gefühl einer freieren Begung bei den Arbeitern die uftheilung zu gehen. Gestern berichteten wir, daß niederzudrückent. Das Verlangen nach Wiedereinführung der Frankreich im Staate Oman an der Ostküste Arabiens einen Prügelftrafe für Minderjährige, das die Storn und Wangen Safen erwerben werbe. Heute liegt die Nachricht vor, am Schweinezüchter.heim unter dem Jubelgeschrei ihrer Freunde erhoben, ist der Berfischen Golfe sei wieber das Gerücht aufgetaucht, daß Zwangsweise Körpermessung. Auf die Beschwerde, bie ber Ausfluß einer Gesinnung, wie sie nur den Junkern und Junker- Deutschland Koweit am nordwestlichen Ende des Golfes Herausgeber der Zeitschrift„ Der Eigene", Adolf Brand Neugenossen eigen ist. Ist es nicht der Gipfel der Heuchelei, erwerben werde. Soweit oder Storein el Stoweit ist ein Ort mit Rahnsdorf, gegenüber der förperlichen Messung erhob, der er sich auf in bemfelben Athemzuge, wo man über die stetig zunehmende 20 000 Einwohnern und sehr gutent Hafen im nördlichsten Theile der Oberförsterei Köpenid am 2. Januar wie ein Verbrecher unterBerrohung und den fittlichen Niedergang der Winderjährigen lagt, bes Landes El- Safa, im Südwesten der Mündung des Schatt el. ziehen mußte, hat der juristische Beistand deffelben, Herr Rechtsdasjenige Mittel zu empfehlen, das am geeignetsten ist, verrohend Arab. Das Gebiet gehört zum türkischen Bijalet Bafforah. Auch anwalt Richard Berg Berlin, trotzdem er ausdrücklich den Ueberzu virten, nicht nur auf den, der sich dieses Mittels bedient, sondern Rußland vergrößert die Zahl seiner Stonfulate im Süden Perfiens griff des Amtsvorstehers in der Beschwerde als eine Beleidigung auch auf den, gegen den es angewendet wird! in auffallender Weise und man nimmt an, daß, falls Deutschland des Herrn Brand und einen Eingriff in dessen persönliche Arbeiter, die nicht die Bildung befißen, die die Junker für sich am Persischen Golfe eine Station erhält, Rußland fich des Blazes Freiheit kennzeichnete, besonders aber die stattgehabte Anordnung in Anspruch nehmen, werben, wenn sie sich unter dem Eindruce, daß von Bunder- Abbas versichern werde, ber allerdings auf perfischem förperlichen Zwanges. Herr Brand sollte durch einen Amtsdiener es auf ihr Leben abgefehen sei, dazu hinreißen lassen, einen Neben Boden liegt, aber für Rußlands Zwede besonders geeignet zu sein festgehalten werden! als eine völlig ungefehliche Handlung hervormenschen zu prügeln, mit langen Jahren Zuchthaus bestraft, die scheint. did hob, den charakteristischen Bescheid erhalten, daß ja eine unmittel Junker aber dürfen unter dem Schuße der parlamentarischen Redeasbare Anwendung förperlichen Zwanges" nicht stattgefunden habe und freiheit zu den rohesten Gewaltthätigteit en anstiften. man deshalb ein Einschreiten ablehne. Es heißt dies den eigents Wenn die Löbtauer Arbeiter mit 53 Jahren lichen Gegenstand der Beschwerde in einer Weije ignoriren, deren 8uchthaus bestraft sind, welche Strafe giebt es Naivetät Herr Rechtsanwalt Berg sofort veranlaßt hat, gegen diesen dann wohl, die hoch genug ist für die Elemente, die nicht blos einen einzelnen Menschen mißhandeln, sondern die gesammte Bescheid wiederum Beschwerde zu führen. Kultur zu verwüsten trachten? " Deutsches Reich. Die reine Lehre. Die große ,, Landwirthschafts- Woche" beginnt nächsten Montag in Berlin. Sie wird nicht weniger als 53 Versammlungen bringen, 35 entfallen davon auf die Deutsche Landwirthschafts- Gesellschaft, 5 auf den Deutschen Fischereiverein, 3 auf den Verein der StärkeInteressenten, je 2 auf den Verein der Spiritusfabrikanten in Deutschland und auf die Vereinigung der Steuer- und Wirthschaftsreformer und je 1 auf den Bund der Landwirthe, auf den Deutschen milchwirthschaftlichen Verein, den Verein zur Förderung der Moorkultur im Deutschen Reich, den Zentralverband der Rinder züchter Vereinigungen der norddeutschen Tiefebene, den Ausschuß für Wohlfahrtspflege auf dem Lande und auf die Vereinigung deutscher 9 Aus Burgstädt in Sachsen wird uns mitgetheilt, daß die dortige Bezirks- Schulinspektion, unter Führung des Schulinspektors München, 10. Febr. Abgeordnetenkammer. In Fortsekung Ein Lob freilich müssen wir den Junkern spenden, sie sind Dr. Böhme in Rochlitz und des Bürgermeisters Dr. Bahu, die Wahl der Berathung der Steuervorlagen ergriff Genosse Ehrhart in wenigstens fonfequent. Ueberzeugt, daß eine aufgeflärte Arbeiter des sozialdemokratischen Stadtverordneten Landgraf in den der Donnerstagßigung den Finanzminister scharf an. Gestützt auf fchaft sich die von den Junkern beliebte Behandlung nicht bieten Schulausschuß beauftandet und eine Neuwahl" angeordnet hat. eit umfangreiches Material, charakterisirte unser Genosse die ganze läßt, fordern sie, daß eine planmäßige Verdummung des Die Bezirks- Schulinspektion hat an der Persönlichkeit Landgraf's nichts Steuerreform als ein Flickwerf, welches von der direkten progressiven Boltes angebahnt wird. Nicht für das Bolt, sondern für die Junter anderes auszuseßen, als daß er Sozialdemokrat ift. Sozialdemokraten Einkommensteuer, als deren Freund sich Finanzminister v. Siebel soll die Volksschule geschaffen sein nicht etwa, daß die Söhne der aber so erklärt der weisheitsvolle utas bekämpfen alles, was aufspiele, direkt abführe. Ebenso treffend kennzeichnete Ehrhart Junker diese Schulen besuchen sollen, was ihnen nebenbei bemerkt Monarchie und Vaterland zusammenhält", Sozialdemokraten sind die Haltung der Zentrumspartei, die bezüglich der direkten pros manchmal ganz nüglich wäre nein, den Kindern der Land- Gegner einer, von dem Gedanken monarchischer und vaterlands greffiven Einkommensteuer seit einigen Jahren einen völligen Fronts bewohner soll in der Volksschule eingetrichtert werden, daß fie ge- liebender Gesinnung getragenen und im Geiste der reinen Lehre wechsel vollzogen hat. schaffen sind, den Junkern hörig zu sein, und die Lehrer sollen sich unserer evangelisch- lutherischen Kirche gehaltenen Jugenderziehung. Im Namen der„ reinen Lehre" wurden Kezer verfolgt und Heren hierzu eines echten Junkermittels, der 2üge bedienen. " Hothif Chronik der Gewaltthätigkeiten. Wie sehr sich die Junter als Herren der Situation fühlen, das verbrannt. Jin Namen der reinen Lehre" sprach stets die ver-( Vergleiche zum Dresdner Zuchthaus Prozeß.) zeigt der Lärm und das Zischen, mit dem sie die Rede des knöcherte Hartherzigkeit einer veralteten Weltanschauung. Im In der Kösliner Zeitung" vom 7. Februar d. J. befindet sich Ministerial- Direttors Rügler aufnahmen, der es als Namen der reinen Lehre", der Lehre von der Nächstenliebe und folgender Bericht über eine Verhandlung des dortigen Schöffens oberste Pflicht des Lehrers bezeichnete, wahrhaft zu sein. Herr Brüderlichkeit, werden in unseren Tagen diejenigen verfolgt und gerichts:„ Am 15. Dezember v. 3. schoß ein Handbesitzer aus Kügler fand so energische und erfrischende Worte gegen die junter- ausgestoßen, welche die reine Lehre" in der harten Wirklichkeit berlisenstraße mehrmals auf den Polizeiwachtmeister B., liche Anmaßung, wie wir sie lange nicht vom Regierungstische ge- lebendig machen wollen. Die die reine Lehre" im Munde führen, welcher in der Rogzower Allee ging, ohne ihn zu treffen. Es gelang hört haben. So redet heutzutage nur einer, der sterben will. zeigen durch ihre Thaten, daß sie von der reinen Lehre" auch nichts dem Beamten kurz darnach, dem Betreffenden die Schießwaffe abzu Herr Bosse hätte sicher eine andere Form" gewählt. begriffen haben. Außer dem verwegenen Ministerialrath hatte natürlich niemand von der Regierung Luft, dem Ansturm der Junker Einhalt zu gebieten. Im Gegentheil, die Miquel und Hammerstein munterten durch ihr Verhalten diese Gesellschaft noch förmlich dazu auf, ihr dreistes Berlangen bis auf die äußerste Spize zu treiben. Ostwinde treiben das Boot der hohen Regierung.. Caprivi: Memoiren nehmen. Während beide noch zusammenstanden, sprang der Attens täter plötzlich auf den Wachtmeister los und schrie: Geben Sie mir mein Gewehr' raus, oder ich schieß' Sie mit meinem Revolver todt." braucht die Welt der Regierenden nicht zu fürchten. Ein Verehrer Wegen dieser Affäre wurde er in der letzten Sigung des Schöffens des zweiten Stanzlers, Prof. Schneidewin in Hameln hatte ihm gerichts wegen Bedrohung mit dem Verbrechen des Todtdie Bitte ans Herz gelegt, feine Erinnerungen weiter zu schreiben. fchlags zu 25 M. Geldstrafe event. 5 Tagen Gefängniß vera Darauf hat Herr Schneidewin, im März 1898, wie wir der Köln. urtheilt." Die Wahl im». Berliner ReichStagS-Wahlkreise. Herr K r e i t I i n g ist bereit, die Kandidawr wieder anzunehmen »» so theilen freisinnige Blätter mit. Die„Volks-Ztg." bemerkt dazu:„Wenn Herr Kreitling die Kandidatur annimmt, so des« avouirt er entweder seine in Marten's Salon vor 1100 Wahl« männern mit größter Bestimmtheit abgegebene Erklärung, mit der er die Uebernahme des Landtags- Mandats rechtfertigte, als er dem Einwände begegnete, es werde durch seine Wahl ein neues Doppelmanoat geschaffen. Die Erklärung ging bekanntlich dahin, ein Doppelmandat sei nicht zn befürchten, da voraussichtlich seine Wahl zum Reichstags-Wgeordneten hinfällig werde. Oder, wenn Herr Kreitling, sich selber des- avouirend, jetzt dennoch sich wieder zur Wahl stellt, so läßt die? den Rückschluß zu, daß er selbst an seine abermalige Wahl nicht glaubt. Für den Wahlkampf der Freisinnigen ist das gerade nicht sehr ermuthigend. Ermuthigend ist es nur für die Sozial- demokratie." Die„Kons. K o rr e s p." schließt eine Betrachtung über die Neuwahl mit den Worten: „Grundsätzlich werden die konservativen Männer der alten Wahlparole: unter allen Umständen gegen die Sozialdemokratie!, eingedenk bleiben müssen."— Dresdener ZnchthauöknrS. „Meine Herren! Wir waren jetzt beinahe drei Wochen zu schwerer Arbeit beisammen. Ich will nicht unterlassen, Ihnen hierdurch öffentlich zu danken, für die G e wissenh a fti g- k e i t und Treue, mit der Sie Ihres Amtes gewaltet haben. Ich danke Ihnen im Namen des Gerichts, meine Herren." Diese Worte richtete Herr Landgerichtsdirektor Frommhold am Freitag als Vorsitzender dcS Schwurgerichts am Schluß der ersten dicsiährigen Schwurgerichtsperrode an die Geschworenen. Deren Obmann gab die mit erhobener Stimme und besonderer Bc> ronung gemachten Komplimente mit der Bemerkung zurück, daß die Geschworenen immer nach bestem Wissen und Gewissen ihr Votum abgegeben hätten. Nach bestem Wissen und Gewissen, wer wollte dies in Frage stellen, wurden brave unbescholtene Arbeiter wegen gering- füglger Ausschreitung auf 8, S, 10 Jahre ins Zuchthaus ge- worfen! Ausland. Frankreich. Paris, 1l. Februar. Das gestrige Kammervotum beschäftigt heute die ganze öffentliche Meimmg. Die radikalen und revisions- freundlichen Blätter erheben lebhaste Vorwürfe gegen Bourgeois, Poincarö und Barth ou, weil dieselben nicht das Wort er- griffen haben. Bourgeois begründet seine Weigerung mit der Erklärung. er wolle nicht, daß in seiner Person das Kabinet Brisson eine Niederlage erleide. Die revisions� feindlichen und neutralen Blätter sprechen sich befriedigt aus und erhoffen von der gestrigen Abstimmung theils eine Be ruhigung und theilS die Ablehnung der Revision; die meisten sind überzeugt, auch der Senat werde nunmehr das Gesetz votirerr.— Als am Freitag Abend die Abstimmung bekannt wurde, demon strirten die Antlseiniten in den Straßen und es kam zu einigen Zusammenstößen.„Libre Parole" hatte illmninirt und geflaggt. Das Geschrei:„Hoch die Armee!" und„Nieder mit den Juden!" erinnerte an die besten Tage der DreyfuS-Hetze.— England. London, S. Februar.(Eig. Bericht.) Die Wahl des Herrn Canrpbell-Bannerman zum Führer der Liberalen im Haus der Gemeinen ist, wie vorauszusehen war. mit Einstimmigkeit erfolgt. Nachdem die Sache hinter oen Coulissen abgemacht ivar, war der öffentliche Wahlakt eine reine Demonstration oder Scham stück, von all den vorhergegangenen Stürmen war in der Wahlversamm. Inno nichts zu spüren. Kein Familienrath konnte friedlicher verlaufen. Selbst Herr Labouchere erklärte sich mit der Wahl Bannernian's einver- standen. Der sehr weit nach links stehende Abgeordnete Scott. Redakteur des„Manchester Guardian", und der ebenfalls linksradikale Abgeordnete L. Atherley Jones, der Stiefsohn des Chartistenführers Ernest Jones, setzten einen Zusatz zur üblichen Dank-Resolution an die Adresse Harcourt'S durch, ,n dem der Wunsch ausgedrückt wird, datz Harcourt bald wieder der Partei seine Dienste werde widmen können. Ihre Reden ließen, bei aller Zurückhaltung in der Forin, die Thatsache zum«lisdruck kommen, daß der Familienkonflikt vorerst nur über- kleistert ist. Gestern hielt Herr Campbell-Bannerman bei Wiederzusammen- tritt des Parlaments seine Jungfernrede als Oppositionsführer. Sie zeigte ihn als geschickten Praktezirer der Kunst, aus Nichts Etwas zu inachen, d. h. eine Opposttionsrede über Dinge zu halten, wo es im Grund« keine Opposition giebt. In der auswärtigen Politik weicht die liberale Partei heute nur in Nuancen von der konservativen Partei ab, und daS auf die innere Politik der Regierung bezügliche Arbeitsprogramm weist nur Maßregeln auf, über die nur hinsichtlich der Detail? Meinungsverschiedenheiten zwischen Liberalen und Konser- vativen bestehen. Bezüglich der Fragen, auf die Bannerman das Haupt- gewicht legte, und die an sich geiviß alles Interesse verdienen: die Frage der Begünstigung der ärmeren Klassen und der Alterspensionen, haben die Liberalen bisher noä, keine eigenen Vorschläge produzirt, die der Welt zeigten, was Durchgreifendes auf diesem Gebiet sie schaffen würden, wenn sie an die Regierung kämen. So entbehrte die gestrige Debatte der Realität. Stoff zu ernsthafteren Scharmützeln wird die Berathung der von den un- abhängigen Mitgliedern ausgehenden Znsatzanträge zur Antwort auf die Thronrede liefern. Welch' ein barbarische» Land dies England ist! Die Jrländer haben von Einbringung eine« Amnestie-AntrageS zur Adresse auf die Thronrede Abstand genommen, weil— nur noch ein politischer Sträfling im Portland-Gcfängmß sitzt und dessen Entlassung nahe bevorsteht. Kein« politischen Sträflinge, man denke I Da muß doch Mord und Todtschlag herrschen. Könnte das Reich der Mitte nicht mit ' einigen Mandarinen aushelfen?— Spauien. Die wtrthschaftlichc Roth in Spanien»ach dem Kriege. Aus Madrid tvird gemeldet: In allen Südprovinzen Spaniens bat die Arbeitslosigkeit einen beängstigenden Grad erreicht. In Cadix und den benachbarten Orten stehen die aus den Marine- Arsenalen entlassenen Arbeiter an der Spitze einer Bewegung. In Malaga wird die Zahl der Arbeitslosen auf 20 000 geschätzt, in Valencia ist die allgemeine Roth noch großer, und auch auf dem Lande konnte bisher nur eine geringe Zahl der Arbeiter auf den Tabak- lind Rcispflanzungen Beschäftigung finden. Es werden daher aus sehr vielen Orten täglich Kundgebungen der Arbeitslosen gemeldet, wobei oft Angriffe ans LebenSmittclmagazine vorkommen. Asien. Vom Kriegsschauplatz. Die„freien Amerikaner" scheinen sich ganz schnell in der Rolle der Eroberer fremder Länder und der Niedermctzclung„wilder Völkcrstärnme" zurecht zu finden; ihre offi- ziellcn Berichte sind ganz in dem Stil europäischer Kulturträger ge- halten. Ein Telegramm deS Generals Otis, das über die Ein- nähme von Caloocan berichtet, besagt, daß die Filipinos leicht ans dem Dorfe vertrieben worden seien. Der Verlust der Amerikaner sei gering, derjenige der Filipinos erheblich gewesen. Die Verschan- znngen wurden glatt erobert und die Hütten derEingeborenen niedergebrannt. Die Filipinos wurden von dem Feuer der Ameri- kaner geradezu niedergemäht. Amerika. Der MilitariSmnS fängt an. auch die Aankee-Republik in Schulden zu stürzen. Blättermeldungen aus Washington zufolge erklärte C a u n o n, der Vorsitzende des Komitees für Ver- Wendung der Staatseinkünfte, im Repräsentantcnhause, der Schatz- sekretär habe das Defizit für das mit dem 80. Juni abschließende Rechnungsjahr auf 112 Millionen Dollars geschätzt, wobei die für die Abtretung der Philippinen zu zahlenden 20 Millionen nicht eingerechnet seien und ebensowenig die außerordentlichen Aus- gaben für Heer und Flotte. Auch die Beschaffung von 12 weiteren Kriegsschiffen werde, wie er annehme, eine neue Erhöhung des Defizits bewirken, weshalb die Regierung sich veranlaßt sehen werde, die Kriegs st euern noch für zwei weitere Jahre aufrecht zu erhalten.— Revolution in Nicaragua. Es wird gemeldet, der Präsident von Nicaragua habe infolge einer Revolution, die unter der Führung des Generals Neyes ausgebrochen sei, alle atlantischen Häfen schließen lassen. Die Aufständischen hätten den Hafenort Grehtown. den Aus- gangspunkt des zu erbauenden neuen Kanals, genommen. Der Kreuzer„Marietta" habe von der Verwaltung bereits Befehl erhalten, zum Schutze der amerikanischen und anderen fremden Interessen nach Grehtown zu gehen.— Veichsksg« 30. Sitzung, Sonnabend, 11. Februar 1889, 1 Uhr. Am Tische des Buudesrathes: Graf Posadowsky, v. B ü l o w, Frhr. v. T h i e l m a n n. Auf der Tagesordnung steht die Interpellation Kunitz und Genossen; sie lautet: „Ist der Herr Reichskanzler bereit, über den Stand der Ver- Handlungen zur Regelung der handelspolitiscken Beziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und den Bereinigten Staaten von Nordamerika Auskunft zu geben?" Staatssekretär v. Biilow ist bereit, die Interpellation sogleich zu beantworten. Abg. Graf Kanitz sk.)i Wenn der gegenwärtige Stand des amerikanischen Imports an- dauert, so dürfte Amerika bald den europäischen Staaten in jeder Hinsicht den Rang abgelaufen haben. Das rührt nicht von der höheren Tüchtigkeit der Amerikaner, sondern von ihrer rücksichtslosen Tarifpolitik her. Das Schutzzollsystem hat in Amerika einen Grad erreicht, den man bereits als Auswuchs des Systems bezeichnen kann. Vor zehn Jahren begann in Amerika dieser übertriebene Schutzzoll, während der frühere beiden Welttheilen durch einen geregelten Waarenaustausch 5» Gute kam. Gefördert wurde diese Uebertreibung des Schutzzoll- Systems durch die in Amerika dominirenden Trusts. Seit dem 27. Juni 1887 ist der Dingley-Tarif in Kraft getreten, der die äußerste Spitze des Schutzzolls überhaupt darstellt. Damals glaubte man, daß diese sireng schutzzöllnerische Strömung nicht lange anhalten könne, daß der Bogen bald überspannt sein würde. Jetzt find mehr als l1/» Jahre verflossen, und an ein spontanes Nachgeben der Amerikaner ist nicht zu denken, zumal da dort die einzelnen Interessenten unter einander koalirt sind, die Einzelnen also nicht nachgeben dürfen, ohne vertragsbrüchig zu werden. Schon seit dem Inkrafttreten des Mac Kinley-TarifS 1894 ist der deutsche Export bedeutend gefallen. Aber seit dem Dingley Tarif ist dieses Sinken des Exports ein rapider. 1886—1887 betrug die deutsche Einfuhr in Amerika III Millionen Dollars, im folgenden Fahre ist sie ans 69 Millionen Dollars zurückgegangen. das macht eine Abnahme von 42 Millionen Dollars. Ich bemerke noch, daß diese Zahlen der amerikanischen Statistik entnommen sind, die vermöge der amerikamschen Einrichtungen zur Feststellung der Provenienz aller Waaren viel zuverlässiger ist als die deutsche. In demselben Zeitraum nahm die amerikanische Ausfuhr nach Deutschland von 125 auf 154 Millionen Dollars zu, das heißt um 28 Millionen Dollars. Addirt man die Abnahme der Ausftihr und Zunahme der Einfuhr in Deutschland, so ergiebt sich für diesen Zeitraum eine Differenz von 71 Millionen Dollars. sHört! hört!) Alle die Maßnahmen, die in den letzten Tagen bei Berathung des Bankgesetzes zur Berhinderung eine» bedenklichen Goldabflusses nach dem Ausland vorgeschlagen wurden, würden fich als provisorisch erweisen, so lange dieses Mitzverhältniß im Waarenverkehr andauert. (Sehr richtig l) Wir stehen jetzt erst im Anfange der Wirksamkeit des Dingley-Tarifs. Diese verfolgt den offenkundigen Zweck, die ein- heimische Industrie vom Auslände unabhängig zu machen. Unsere Industrie Ivird also immer weniger in der Lage sein, ihre Erzeugnisse in Amerika unterzubringen. Außerdem ist es bekannt, daß unsere Industriellen auch heute schon an den Produkten, die sie nach Amerika cxportiren, so gilt wie gar nichts verdienen. Einer dieser Herren schreibt mir: gewiß, wir exportiren heute noch nach Amerika, aber mit Verlust. Wir thun es in der Hoffnung, daß sich die Verhältnisse noch zu unseren Gunsten verschieben werde». Es steht also fest, daß unsere Ausfuhr nach Amerika immer mehr abniimnt, es fragt sich nur, was können wir dagegen thun. Seiner- zeit haben wir den Fehler begangen, Amerika unseren Tarif ohne besondere Gegenkonzesfionen zuzugestehen. Frankreich hat ein weit günstigeres Abkommen abgeschloffen. Nun hat Herr v. Marschall bereits am 5. Mai 1887 hier erklärt. eS fei eine Protestnote an die amerika- nische Regierung gerichtet; für den Fall, daß der Dingley-Tarif Ge setzesfraft erlange, sollte der Meistbcgünstigungs« Vertrag gekündigt werden. Nach meiner Meinung bestebt aber dieser Vertrag gnrmcht mehr zu Recht, da sich Amerika über ihn ourch seinen Vertrag mit Frankreich hinweggesetzt hat. Die nothlvendige Konseguenz der damaligen Note des Herrn von Marschall wäre nunmehr die Anwendung unseres Generaltarifs auf die amerikanische Einfuhr. Ich will diese Maß- nähme zlvar nicht gerade einpfehlen, immerhin aber ist es doch wichtig darauf hinzuweisen, daß wir bei einer Reihe von Artikeln durchaus nicht auf die Einfuhr aus Amerika angewiesen sind. ES trifft dieS zu bei allen landwirthschaftlichen Artikeln. Obst u. f. w., mit denen uns Amerika versorgt. Ebenso sind wir in der Lage, unfern Kupferbedarf, den wir heute zum größten Theil aus Amerika beziehen, im eigenen Lande zu produziren. Petroleum könnten wir vielleicht mehr aus Rußland, Baumwolle mehr aus England bei ziehen. Andererseits beträgt der Export Amerika's in diesen Artikeln nach Europa 70 pTt. seines Gesammtexportes. Eine lollerhvhung dieser Artikel wäre daher sehr zu empfehlen. Einen Zollkrieg mit Amerika halte ich dagegen für unmöglich, jeden- alls wird er von amerikanischer Seite nicht ausgehen. Ändere europäische Staaten befinden sich Amerika gegenüber in der gleichen Lage. In Ungarn und Frankreich sind Vorschläge zur Entfesselung eines Zollkrieges auch wirklich gemacht worden. Aber von einer europäischen Zollunion dürfte schwerlich ernsthaft die Rede 'ein. Die voraussichtliche EntWickelung dürste daher die sein, daß «des Land einen autonomen Zolltarif aufsetzt, der dem Dingley-Tarif entspricht. Dadurch würde wohl ein unerfteulicher Zustand her- beioeführt. aber er ist der einzige, der überhaupt eine Aenderung herbeiführen kann und zwar durch die allgemeine Ueberspannung, die auf die Dauer von keinem Lande ertragen werden könnte. Meine Herren, ich habe mich bemüht, mit Objektivität, dem Ernst der Sachlage entsprechend unsere Beziehungen zu Amerika zu erörtern. Die Regierung möge die Ueberzeugiing haben, daß eine zielbewußte Aktion i» ganz Deutschland einen kräftigen Widerhall finden wird. Großer Beifall rechts.) Staatssekretär v. Biilow verliest folgende Erklärung: Eine erschöpfende Acußerung über den Standpunkt der deutschen wie amerikanischen Regierung zu den ein- zelnen Fragen ist angesichts der schwebenden Verhandlung heute nicht angängig. Die Differenzen mit Amerika sind im W esentlichen auf verschiedene Auslegung der vertragsmäßig zugesicherten Meist- bcgünstigung zurückzuführen. Die deutsche Regierung hat aus Artikel 5 und 8 dieses Vertrages stets unbeschränkte Meist- begünstigung für Deutschland in allen Zollftagen gefolgert. Begünstigungen anderer Art, die Amerika einem dritten Staate gegen Entgelt gewährt, will Deutschland für sich nur unter cutsprechender Gegenleistung an die Union in Anspruch nehmen. Von dieser Anschauung, die nach Sinn und Wortlaut der Verträge vollauf berechtigt ist. vermag die deutsche Regierung nicht abzugehen. Gegen die Differenzirung deutschen Zuckers, die aus dem Dingley- Tarif folgt, hat die deutsche Regierung durch den Hinweis darauf, daß die Differenzirung im Widerspruch mit der Meistbegünstigung stehe, und ver Zollzuschlag unrichtig berechnet sei, durchgesetzt, daß diese Differenzirung beseitigt wird. Die weitere Forderung Deutsch- lands auf Abzug des Steuerzuschlages für das sogenannte Ueber- konttngent ist von Seiten der amerikanischen Regierung abgelehnt worden. Den gleichfalls von unserer Seite beantragten Abzug der auf deutschem Zucker ruhenden allgemeinen Betriebssteuer hat die amerikanische Regierung zu erwägen versprochen. Die Tonnengelder- Frage ist dadurch hervorgerufen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten auf Grund unserer Erklärung vom Jahre 1888, wonach in deutschen Häfen keine Tonnen- oder Leuchtfeuer- Abgaben erhoben werden dürfen, auch den aus deutschen Häfen kommenden Schiffen Befreiung von amerikanischen Tonnengelder-Abgaben gewährt, dann aber diese Befreiung zurückgezogen hat, obgleich in der Zwischenzeit in den deutschen Schiffsabgaben keinerlei Aenderung eingetreten war. Es liegen Anzeichen dafür vor, daß auf Seiten der amerikanischen Regierring die Neigung besteht, durch eine Abänderung oer Gesetzgebung diese Frage gegenstandslos zu machen. Unsere Auf- fassung von der Meistbegünstigung widerspricht ferner die Thatsache, daß die Vereinigten Staaten nicht von selbst uns die gleichen Zoll- erleichterungen gewährten, wie Frankreich sie nach dem vorjährigen Reziprozitätsabiommen für verschiedene Waaren erlangte und wie sie neuerdings ans die gleichen Erzeugnisse der Schweiz ausgedehnt worden sind. Was die Beschwerden unseres Exporthandels über die höheren Zusätze durch den Dingley-Tarif und die Handhabung der AuSftihrungsbestimmungen zur amerikanischen Zollgesetzgebung an- langt, so haben wir sie wiederholt zum Gegenstand dringlicher Vor- stellungen bei der Regierung der Vereinigten Staaten gemacht. Wir stiid willens, in dieser Hinsicht auch fernerhin alles Erforder- liche zu thun und nachdrücklich dafür eingetreten, daß die Jiiteresien unseres Ausfuhrhandels durch die Handhabung der amerikanischen Verzollungsvorschriften nicht gefährdet werden. Zur Be- aleichung der entgegenstehenden RechtSanffassung bedarf es auf beiden Seiten der Erkeiiiitniß, welche weittragenden Interessen für jeden der betheiligten Staaten in Frage stehen. Von dieser Erkennttiiß durchdrungen, dürfen wir zumal im Hinblick auf die zunehmende Entwickelüng der amerikanischen Einfuhr in Deutschland die gleiche Auffassung bei den Vereinigten Staaten voraussetzen. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß in nicht zu ferner Zeit eine beide Theile befriedigende Lösung der vestehenden Schwierigkeiten erzielt werden wird. Die verbündeten Regierungen sind sich der Pflichten bewußt, welche die Vertretung und Wahrnehmung der uns zustehenden Rechte nnS auferlegt. Wir beanspruchen aber zugleich das Vertrauen des Reichstags dafür, daß wir die Wege zu verfolgen wissen werden, durch welche die unserer Pflege anvertrauten vaterländischen Interessen auf die Dauer am besten und fichersten gewahrt bleiben.(Großer Beifall rechts.) Auf Antrag deS Abg. Lieb er findet eine Besprechung der Interpellation statt. Abg. Lieber(Z.) versichert die verbündeten Regierungen seine? Vertrauen». Die Beantwortung der Jnterpellatton hat fich streng an die Frage- stellung gehalten. Die allgemeinen Erwägungen oeS Grafen Kanitz sind da weiter nicht berührt worden. ES ist auch müßig, solche ?uiunftsbetrachtunaen anzustellen. Ueber die schwebenden Ver- andlnngspuntte dürfen wir uns mir mit der größten Zurückhaltung äußern. In der Auffassung der Meistbegünstigungsklausel werden wir wohl alle einer Meinung sein mit dem Herrn Staatssekretär. Auch sonst haben wir mancherlei Anlaß zu Beschwerden über Amerika. Der Legalisirungszwang für unsere Rechnungen ist eine dirette Chikane gegen unsere Exporteure, wie sie kein anderes Land bietet; eine fast noch schlimmere Chikane haben jwir in der willkürlichen Werthabschätznng der Verzollung in New« Aork. Aber auch auf unserer Seite sind manche Maßregeln getroffen worden, die man drüben als Chikane ansieht. ES liegt da» zum theil an einer gewissen Gereiztheit, die in beiden Ländern gegen einander platzgegriffen hat. Wie stark diese in Amerika ist, habe ich bei meiner letzten Anwesenheit dort persönlich kennen gelernt. Die Besprechung der Interpellation kann daher heute mir dann von wirklichem Werths fein, wenn von unserer Seite klar und unzwei- deutig erklärt wird, daß wir gegenüber Amerika keinerlei feind- selige Haltung einnehmen. Die Frage der Philippinen ist' von Manchen benutzt worden, um unsere Beziehungen zn Amerika zu trüben. In politischen Dingen muß aber vollste Klarheit geschaffen werden, ich bitte daher den Herrn Staatssekretär, sich auch über unsere politischen Beziehungen zu Amerika zu äußern. (Beifall im Zentrum.) Abg. Fürst t>. Bismarck(f.): Wir als Vertreter des Volkes müssen uns der Regierung gegen- über bescheiden, wenn diese erklärt. daß die Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Die beiden Ressortchefs, die die Regierung vertreten, verdienen im vollsten Maße unser Ver- trauen(Beifall), das Vertrauen des gesammten Reichstages. Wir können hier von dem einen äußersten Flügel bis zum an« deren nicht verschiedener Meiiinng sein. Die ganze Frage ist eine Vertrauensfrage. ES könnte niemand wohl angeben, werden Platz des jetzigen Herrn Staatssekretärs des Aeußer'en besser aus- füllen könnte.(Heiterkeit links). Redner verbreitet sich dann dcS Weiteren über die trefflichen Qualitäten des Herrn Staatssekretärs. Viel Neues hätte er zwar nicht gesagt, aber daS gerade sei ihm sehr zum Lobe anzrirechnen. Eine weitere Polemik, ein Aufrollen der verschiedenen Parteistandpunkte könne hier von Schaden sein. Unsere Rechtsftajje ist so klar, daß sie jeder Klippschüler einsehen könnte. Von zwei Dingen giebt eS nur eines; entweder bleibt das Saratoga-Abkommen maßgebend oder die neuere Auffassung der Amerikaner vom Jahre 1888. Nne Nation, die so die Gerechtigkeit und Billigkeit bei sich zu Hause liebt, wie die Amerikaner, wird auch nach außen gerecht sein. Aus meinen amtlichen Erinnerungen kann ich nur mittheilen. daß Verhandlungen mit den Amerikanern stets koulaitt verlaufen. DaS ist ja auch bei dieser gebildeten Nation verständlich. Wenn ich nun bei den Staatsmännern angelangt bin(die Linke bricht in ein schallendes Gelächter aus; Siedner, völlig verdutzt, schweigt eine Weile, mustert die lachende Linke und ruft dann mit starker Stimme, aber etwas stotternd): Meine Herren, es giebt ein Sprichwort vom Lachen, wen man daran erkennt I(Erneute stürmische Heiterkeit.) Wenn Staatssekretär v, Bülow Herrn Lieber auf seine Anfrag« antworten sollte, so wird er sich wohl nur so aussprechen können, wie eS ftüher Fürst Bismarck gethan hat, nämlich, daß unsere Be- Ziehungen zu Amerika seit Friedrich« deS Großen Zeiten stet? un« gettübte gewesen sind. Wir befinden uns im 4. Akt de» Drama». Der Knoten ist geschürzt, die Regierung ist dabei, ihn mit geschickten Händen zu lösen. Warten wir also den fünften Akt der Lösung ab, che wir polemisch werden. Ich will keine Vorschläge zur Lösung machen, das muß lediglich Sache der Herren sein, denen dre Geschäfte deS Reiches anvertraut sind. Die Diplomatie ist ein so schwieriges Gewerbe, daß mau von ihr mit größerem Recht als bei irgend einem anderen sagen kann, viele Köche verderben den Brei. Staatssekretär v. Biilow: Von zwei Seiten ist die Regierung angefragt worden über ihre Beziehungen zu den Vereinigten Staaten während des amerikanisch- kubanischen Krieges. Unsere Haltung während der ganzen Dauer des Krieges war eine streng neutrale und loyale. Allerdings haben wir es für unsere Pflicht gehalten, unsere dort lebenden Volksgenossen, den deutschen Handel, die deutschen Kaufhäuser, Firmen und Betriebs soweit vor Schaden zu bewahren, als es der Kriegsznstand zuließ. Deshalb haben wir beschlossen, einen Theil des ostasiatischen Geschwaders nach Manila zu schicken. Die Anwesenheit unserer Schiffs vor Maiiila— das will ich hier mit besonderem Nachdruck hervor- heben— hatte kein anderes Motiv als die legittme Vera pflichtung, deutsches Leben und Eigenthum zu schützen. Si» hat sich als nützlich erwiesen auch für die Angehörigen anderer Staaten, deren Regierungen spontan unseren Schutz nachgesucht hatten. Wir haben diesen Schutz gewährt, ohne den Amerikanern irgend wie zu nahe zu treten. Die Neutralität ist von uns keinen Augenblick verlaffen worden. Wenn eine fremde Preff« «I anders dargestellt hat, so Ludert daS nichts an der absoluten Korrektheit unseres Verhaltens. Die Behauptung, wir hätten den Kubanern Unterstützung geleistet, ist eine dreiste Unwahrheit und die Meldung, unser Generalkonsul von Hongkong hätte Waffen dorthin geliefert, ist eine der feistesten Enten, die je aus einem trüben Pfuhl aufgeflogen sind.(Große Heiterkeit.) Der Verkehr� zwischen unseren und den amerikanischen Offizieren war frei von jeder Spannung und bewegte sich in den Grenzen ausgesuchtester Courtoisie. Daß das Verhalten unserer See-Offiziere tadellos und einwandsfrei war, braucht nicht besonders hervor- gehoben zu werden, aber auch die amerikanischen Offiziere sind den unseligen in durchaus ritterlicher Weise entgegengekommen. Im Aus- lande lebende deutsche Bürger während eines Krieges zu schützen, ist unser gutes Recht und unsere nationale Pflicht. Wir werden uns niemals abhalten lassen, dieses Recht und diese Pflicht mit ruhiger Besonnenheit, aber auch in vollem Umfange wahrzunehmen. Nach- dem der Kriegszustand beendet war, haben wir unsere Schiffe bis auf einen Kreuzer zurückgezogen, denn wir sind überzeugt, daß die Interessen unserer deutschen LandSlente unter amerikanischem Schutz nicht gefährdet sind. Nicht nur nach den Philippinen haben wir Schiffe gesandt, auch nach Kuba und Portorico, nachdem wir von sehr angesehener Bremer Seite— Herr Frese wird das bestätigen können— aufge- fordert worden sind. Trotz der geringen Anzahl disponibler Kriegs- fahrzeuge sind wir diesem Wunsche sofort nachgekommen, und das Schiff„Geier" hat dort bewiesen, was Männerzucht, Pflicht, Menschen- liebe zu leisten im Stande ist. � Ich bin dem Herrn Vorredner sehr verpflichtet für die gütige Weise, in der er sich über die Staatssekretäre im Allgemeinen und nieine Person im Besonderen(Heiterkeit) ausgesprochen hat. Er wird es besonders gut verstehen, wenn ich mich über die hier zu verhandelnde Frage nur diplomatisch auslasse, doch ich will nicht zu diplomatisch sein, denn zwischen zwei starken männlichen Völkern halte ich Offenheit und Gradheit für die beste Politik.(Sehr richtig I) Unsere Beziehungen zu Amerika sind gut und freundlich und haben nie aufgehört, freundliche zu sein. Mr. White hat das erst unlängst in einer Rede anerkannt. Auch ich muß anerkennen, daß das politische Verhältniß der amerikanischen Regierung uns keinen Anlaß zu Aus- stellungen geboten hat. Vom Standpunkt einer verständigen Politik liegt gar kein Grund vor, warum nicht unser Verhältniß zu Amerika auch in der Zukunft stets freundlich sein soll. (Sehr richtig!) Freilich sind für das Verhältniß zweier Staaten nicht allein die politischen Beziehungen niaßgebend. Es fallen da starke Stimmungen und Verstimmungen ins Gewicht. Diese Stimmungen und Verstimnmngen tragen die Gefahr in sich, daß man mit logischen Gründen gegen sie nicht ankämpfen kann. (Sehr richtig!) Ich meine aber, gegenüber solchen Gefühls- Verstimmungen muß man erst recht die Sprache kühler Vernunft reden. Die Amerikaner bilden sich ein, Deutschland sei von Ab- neigung gegen sie erfüllt, während sie dieses Gefühl Deutschland gegenüber nicht kennen. Woher kommen diese Mißverständnisse, denn um nichts anderes als Mißverständnisse handelt es sich. Deutschlands öffentliche Meiimng ist jedenfalls Amerika nicht feindlich gesinnt, hier erkennt gewiß jeder freudig an, was die amerikanische Union in rastloser Arbeit sich errungen, hier gönnt auch jeder den Amerikanern ihre Erfolge. Aber eine gewisse Presse— Fürst Bismarck hat darauf an- gespielt und ich sage es ganz offen hat in der verfidesten Weise Mißtranen gegen uns in Amerika zu erwecken verstanden(Sehr richtig) und ganz falsche Vorstellungen über unsere Gefühle Amerika gegenüber verbreitet.(Sehr richtig.) Die Beziehungen zwischen Deutsch- land und Amerika datiren nicht von gestern. Während des Sezessions- krieges hat das deutsche Volk vor allen anderen Nationen nicht nur mit Worten, sondern durch die That der amerikanischen Union seine Sympathie bewiesen. Man kann sagen: in keinem ander» Lande hat Amerika während des letzten Jahrhunderts besseres Verständnitz gefunden als in Deutschland. Die Bande, welche Deutschland und die Vereinigten Staaten verknüpfen, sind zu werthvoller Natur, als daß sie leichten Herzens preisgegeben werden könnten. Wir werden mit Amerika verbunden durch die handelspolitischen Interessen; und ich glaube: auch in Amerika werden sich die Stimmen mehren, welche darauf hinweisen, daß wirthschaftliche Reibungen auch nicht dem Interesse Amerikas entsprechen, und daß auch auf wirth- schaftlichem Gebiete das Wort gilt: Wenn Du nehmen willst, so gieb:(Sehr richtig I) Wir sind ferner mit Amerika verbunden durch unsere Söhne, die drüben eine neue Heimath gefunden, Männer zun, Theil, auf die beide Länder stolz sein können. Ich will ferner auf die geistigen Bande hinweisen, auf den fruchtbaren literarischen Gedankenaustausch, den wir mit Amerika unterhalten. Alle diese Bande wollen wir nicht zerreißen. Die deutsche Regierung wird daher ihren Weg weiter verfolgen, ohne Provokation. Ich hege die Hoffnung und den Wunsch, daß auf der Basis voller Reziprozität, im Zeichen der Gerechtigkeit, die Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika immer ruhige, sichere und freundschaftliche sein werden. (Großer Beifall rechts.) Abg. Frhr. Hehl zu Herrnsheim(natl.): Es ist Thaffache, daß seit der Einführung des Mac Kinleh- Tarifs die Meistbegünstigungsbestimmungen seitens Amerikäs ganz bedeutend verletzt worden sind. Ich gehe sogar weiter, ich glaube, daß die Amerikaner den Vertrag von 1828 gar nicht mehr an- erkennen.(Hohenlohe tritt in den Saal.) Die Lage unserer Industrie würde nach dem 1. Juli noch schwieriger werden, denn nach Ablauf des deutsch- englischen Handelsvertrages wird die amerikanische Industrie die unselige auf allen englischen Märkten zu verdrängen suchen. Und ferner wird man in Amerika mit den Bc- schränkungen der deutschen Einfuhr fortfahren. Es wird kaum mög- lich sein, auf der Basis des Dingley-Tarifes einen Handelsverträg niit Amerika abzuschließen. Was die Petroleumfraae anlangt, so sind wir jetzt völlig unter dein Monopol des Herrn Rockefeller, der bei einenc Jahresgewinn von 53 pCt. jährlich 30— 40Millionen macht. Wenn der Vertrag niit Amerika nicht wäre, wer könnte es hindern, das rohe Petroleum zu differenzircn?(Sehr richtig I rechts.) Wir könnten das rohe Petroleum in Deutschland reinigen, und einen schönen Industriezweig neu gewinnen. Fünf Jahre haben wir maß- voll mit Amerika verhandelt, da können wir jetzt endlich erwarten, daß den amerikanischen Anmaßungen ein Ende gemacht werde. lBravo l rechts.) Abg. Nichter(frs. Vp.): Der Herr Staatssekretär hat die Stimmung Deutschlands gegen Amerika richtig benrtheilt. Wir verfolgen die auswärtige Politik als Oppositionspartei mit Anftnerksamkeit, wir haben aver nichts entdecken können, was das Mißtrauen rechtfertigen könnte, das die auswärtige Presse gegen unsere Regierung in Amerika zu nähren sucht. Was wir heute vmn Rcgierungstisch über unsere Handelsbeziehungen zu Amerika gehört haben, war nichts Neues. Mit Genugthuung konstatire ich aber, daß die Regierung an dem Meistbegünstigungs- vertrag zwischen Preußen und Amerika von 1828 festhält. Meine Genugthuung ist um so größer, als ohne Festhalten an diesem Vertrag unsere Handelsbeziehungen zu Amerika ganz in der Luft schweben würden.' Herr Hehl von Herrnsheim meinte, daß wir mit allen unseren Verhandlungen auf Grund dieses Vertrages nichts erreicht hätten. Das ist nicht richtig, nach allem, was wir heute vom Regienmastisch gehört haben. Die Zuckerftage ist um so weniger' schroff zu nehmen, als der Herr Staatssekretär selbst die amerikanischen Zuschlagszölle als den Hecht im Karpfenteich begrüßt hat, der dazu führen würde, die Prännenwirthschaft endlich überall abzuschaffen. Herr v. Herrnsheim hat dann weiter die Frage der amerikanischen Versichcrungsgescll- schaften in Deutschland berührt. Ich stimme ihm zu, wenn er das Verhalten der preußischen Regierung in dieser Frage tadelt. Die Petroleumftage liegt so schwierig, daß sie mit einigen Bemerkungen bei diesem Thema nicht zu erledigen ist. Herr v. Hehl stellt es so dar, als wenn wir in nächster Zeit mit allen englischen Kolonien in Zollkrieg kommen würden. Das glaube ich nicht. Sollten wir nicht zum Abschluß eines neuen Handelsvertrages mit England gelangen, dann wird das Provisorium eben verlängert werden. Herr v. Heyl schwänut für einen Maximal- Verantwortlicher Redakteur: Angnst Jacobey in Berlin. Für den Ins« tarif, aber kann denn der aus der Pistole geschossen werden? Der Dingley-Tarif hat unsere Ausfuhrindustrie sicherlich schwer geschädigt. Der Unterschied ist aber nur in der UebergangSzeit so groß, all- mälig findet wieder ein Ausgleich istatt. Die Zahlen des Grafen Könitz beweisen also garnichts. Graf Kanitz ist mir überhaupt immer verdächtig, wenn er als Anwalt der Industrie auftritt. In Wahrheit ist Graf Kanitz kein Freund erweiterter Handelsbeziehungen, sondern ein Freund weiterer Absperrungen.(Sehr richtig! links.) Der erste Theil der Kanitzh'chen Rede gehörte auch garnicht zur Interpellation, er sollte wohl die Ouvertüre zur agrarischen Mache bilden.(Heiterkeit.) Der Dingley- und Mc Kinley-Tarif hat das Schutzzollsystem eingeführt. Die Amerikaner machen nur, was hier die Kanitze machen. Es ist Fleisch von ihrem Fleisch.(Heiterkeit.) Mc Kinley hat ausdrücklich sich als Schüler des Fürsten Bismarck bezeichnet, dessen Schutzzollpolitik ihn zu seinen Thaten begeistert hat. Sie, meine Herren Agrarier, schließen sich ja jetzt zu einem Spiritusring nach amerikanischem Muster zusammen.(Heiterkeit.) Die Hamburger Handelskcmuner, auf die sich Graf Kanitz berufen hat, hat ausdrücklich vor Animosität gewarnt. Es kommen dabei die„sanitären" Fleischeinfuhrverbote in Betracht. Gegen ungesundes Fleisch mögen sich die Konsumenten wehren; wenn es die produzirenden Konkurrenten thun, dann erwecken sie von vornherein den Verdacht, daß ihnen mehr die Kon- lurrenz, als die Gesundheitsschädlichkeit nahe geht.(Sehr richtig! links.) Ich hoffe, die heutigen Verhandlungen werden die Animosität hüben und drüben vermindern. Ich hoffe, wir werden zu neuen Tarifverträgen kommen.(Beifall links.) Staatssekretär Graf v. PosadowSky: Ich schreibe den Rückgang unseres Exports nach Amerika nur zum Theil der amerikanischen Zollpolitik zu. Zum anderen Theil ist die natürliche EntWickelung der amerikanischen Industrie daran Schuld. Wir sehen ein fortgesetztes Sinken der Einfubr und ein fortgesetztes Steigen der Ausfuhr in Amerika, ebenso ein fortgesetztes Steigen der Handelsbilanz zu Gunsten Amerika's. Die Äusfuhr Amerikas ist jetzt doppelt so groß, wie seine Einfuhr, und Amerika war im Stande, den kolossalen Werth von 1�/» Milliarden liquidiren zu können. Wir sehen weiter einen fortgesetzten Rückgang in der Ausftchr von Naturprodukten und dem gegenüber eine fort- gesetzte Steigerung der Ausfuhr von Fabrikaten. Amerika entwickelt sich eben aus dem Agriknlturstaat zu einem reinen Industriestaat. Deutschland ist nächst England das wichtigste Land für den amerikanischen Export. Aber ganz ähnliche Verhältnisse wie mit Deutschland haben sich auch in Bezug auf die Ausfuhr in Eng- land. Belgien und Oesterreich-Ungarn entwickelt. Deutschland ist vielleicht dabei am ungünstigsten gestellt. In den letzten Jahren sind zwei Drittel aller' exporiirtcn amerikanischen Fahrräder nach Deutschland hinllbergekomnien. Nach der großen amerikanischen Krisis in der Fahrrad-Jndustrie mußten die überschüssigen Fahrräder a tout prix ins Ausland verkauft werden. Amerika konnte dabei infolge der hohen Schutzzölle die Preise im Jnlande hochhalten und nach dem Auslande billig exportiren.(Abg. Singer: Wie hei unseren Schutzzöllen. Hier bestreiten Sie aber die Wirkung.— Heiterkeit.) Wir halten auf Grund des im Jahre 1828 abgeschlossenen Ver- träges daran fest, daß uns die unbeschränkte Meistbegünstigungsklausel gewährt wird. Wir sind dazu im Recht nach einenc Vorgang, der sich mit Oesterreich-Ungarn abgespielt hat und den ich hier vorbringen will. Von Amerika wurden einmal österreichische Flaschenweine höher tarifirt als sizilianische. Auf erfolgte Beschwerde erließ die ameri- konische Regierung ein Rundschreiben, in welchem das Unberechtigte der höheren Tarifirung zugegeben wird, da diese dem§ 5 des im Jahre 1829 mit Amerika abgeschlossenen Vertrages widerspräche. Nun ist der§ 5 des österreichischen Vertrages ganz gleichlautend mit dem§ 5 des preußischen Vertrages. Die verbündeten Regie- rungen sind also im Recht, wenn sie auf voller Gewährung der Meistbegünstigungsklausel bestehen.(Beifall.) Abg. Röstcke(Bund der Landwirthe): Daß in unseren Be- Ziehungen zu Amerika eine scharfe Wendung eintreten muß, wird jetzt nicht nur von den Vertretern der nationalen Produktion be- hauptet, sondern z. B. auch vom„Berliner Tageblatt". Wir müssen aus dem Vorgehen Frankreichs lernen, das Amerika zum Nachgeben gezwungen hat. Abg. Miinch-Ferber(natl.) schließt sich den Ausfühnmgen des Abg. Heyl von Herrnsheim an. Er weist auf die erbitterte Stimmung der deutschen Textilindusttie über die Zollquälereien der amerikanisckien Regierung hin. Abg. Brömel(frs. Vg.) spricht sich erfreut darüber aus, daß eine Störung des handelspolittschen Friedens nicht zu besorgen sei. Die Rednerlifte ist damit erschöpft, das Haus vertagt sich. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr.(1. Konsularvertrag mit Peru. 2. Novelle zum Jnvaliditätsgesetz.) Militärvorlage. In der Bndgetkommission des Reichstages wurde gestern die Be- rathung des Gesetzes über die Frieden's Präsenz st ärke des deutschen Heeres fortgesetzt. Seitens der Regierung sind die in voriger Sitzung erbetenen Mittheilungen über die einmaligen Ausgaben aus Anlaß der in den Jahren 1899 bis 1992 durch- zuführenden Aenderungen in der Organisation des Reichsheeres ein- gegangen. Nachdem der Referent Bassermann diese Vorlage kurz erläutert, führt Abg. Richter ans. daß die Hauptkosten auf die Artillerie entfallen. In der jetzt vorgeschlagenen Artillerie- Organisation liege ein Wechsel auf die Zukunft, sie werde eine weitere Vermehrung der Artillerie in den nächsten Jahren zur Folge haben. In der weiteren Kritik des Entwurfes äußert Redner die Befürchtung, daß die jetzigen Regimenter mit 2 Bataillonen später dritte Bataillone erhalten würden. Von den 598 französischen Batterien müssen 12 Batterien in Abzug gebracht werden, welche in Algier und Tunis stehen. In den letzten Jahren seit 1893 sei die Vermehrung der Artillerie in Deutschland bedeutend stärker gewesen als in Frankreich. Schon gegenwärtig seien wir in Bezug auf die Artillerie den Franzosen durchaus gewachsen. Von den 544 russischen Batterien ständen 39 in Asien, auf die Division vertheilt habe Rußland nur 56 Geschütze, wir dagegen jetzt schon 69. Eine Vermehrung im Sinne der Vorlage erscheine nicht gerechtfertigt, dieselbe würde nur weitere Verstärkungen der französischen und russischen Artillerie zur Folge haben. General v. d. Boeck spricht gegen diese Ansichten. Die Haubitzbatterien seien unbedingt nothwcndig, um die Deckungen der Gegner zu zerstören. Die Franzosen besitzen pro Armeekorps 23 Kanonenbatterien und dazu noch� ihre leichten Mörserbatterien. Die weiteren Ansführungen, ebenso wie die Mittheilungen des Kriegsministers v. G o ß l e r sind sckrcter Natur. Graf R o o n und Graf S t o l b e r g Iveisen darauf hin, daß die richtig wirkende Artillerie uns im Kriege Ströme von Blut erspare. Im Kriege von 1866 habe unsere Mainarmee zu wenig Artillerie gehabt und das habe uns bedeutende Verluste an Infanterie gekostet. Minister v. Goslcr betont wiederholt die Pflicht der Militärverwaltung, die Verhältnisse überall eingehend zu studiren und stets auf der Höhe zu bleiben. Der Friede sei n n r durch unsere gute Heeresrüstung erhalten worden und weiter zuerhalten. Unsere technischen Einrichtungen müßten den etwaigen Gegnern voraus sein. Die vorgeschlagene Orgonisatton werde den Frieden auf lange hinaus sichern. Die gegnerischen Staaten könnten diesen Schritt nicht so schnell nachmachen. Er glaube nicht an die Schraube ohne Ende. Bei der Abstimmung wird die geforderte Vermehrung der Feldartillerie mit 11 gegen 19 Stimmen angenommen. 7 Mitglieder fehlten(v. Kardorff. Graf Klinckowström, Graf Hompesch, Schädler, v. Wollmar, Frese und Werner(Antis.j). Dafür stimmten beide konservative Parteien, die Nationalliberalen und vom Zentrum Dr. Lieber, Frhr. v. Hertling und Prinz Arenberg. Dagegen die Freisinnigen, Sozialdemokraten, süddeutsche Vollspartei, Polen und vom Zentrum Gröber, LingenS und Müller- Fulda.— Die Vermehrung der Fußartillerie wurde darauf mit 12 gegen 9 Stimmen bewilligt, da Dr. Lingens jetzt mit der Mehrheit stimmte. — Die Kommission vertagte sich sodann bis Dienstag. ttuitheil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verla» von M Gvwevkscholftliüzes« Deutsches Reich. Ein internationales Korrespondenzbureau für Arbeiter- angelegenheiten ist nachgerade ein dringendes Bedürfniß geworden. Aus privatem Wege wird ein solches Bureau sich wohl kaum er- richten lassen. Ein Versuch wird jetzt allerdings in England gemacht; jedoch wird das Unternehmen schon daran scheitern, daß die Aus- künfte zc. nicht unentgeltlich gegeben werden können. Das inter- nationale Arb e i t e r- Sekretariat, welches auf allen inter- nationalen Arbeiterkongressen gefordert wurde, steht vorläufig noch in der Lust. Unseres Erachtens ist durch die beschlossene Föderation der englischen Gewerkschaften die Möglichkeit geboten, die so nothwendige Organisation in der einfachsten und sozusagen natür- lichsten Weise zu schaffen. Die Zentralstelle, deren die verbündeten Gewerkschaften bedürfen, würde zu gleicher Zeit auch die geeignetste Stelle für internationale Information und Korrespondenz sein. In englischen Gewerkschaftskreisen ist man dem Plane bereits nahe ge- treten, und sind in der nächsten Zeit vorbereitende Schritte zur Ver- wirklichung des Planes zu erwarten.— Achtung, Klaviatnrarbeiter! In der Klaviaturfabrik von G. Wilh. Bühl in Barmen sind Differenzen zwischen dem Fabrikanten und den Spiclraumhoblern ausgebrochen. Letzteren sollten 15 pCt. von ihrem Lohn abgezogen werden, worauf sie die Arbeit nieder- gelegt haben. Die Post und das Arbeitersekrctarkat. Bisher wurden Post- sendungen an das Beuthener Arbeiter sekretariat, auch wenn dieser Adresse der Name des Sekretärs nicht beigefügt war, anstandslos richtig bestellt. Plötzlich weigert sich die Bemhcner Post- direktton, derartige Sendungen auch fernerhin zu bestellen. Als Nachweis der Existenz des Sekretariats— es ist längst überall bekannt— verlangt sie eine polizeiliche Bescheinigung über die polizeiliche A n'm e l d u n g des Bureaus(!), sowie die E i n r e i ch u n g seiner Statuten(!). Diese Forderungen sehen so aus, als ob sich der Beuthener Postdirektor als Leiter einer Polizeibehörde statt eines Postamtes bewachtet. Die Angelegenheit deschäftigt bereits die Oppelner Obcr-Postdirektion. Auf ihre Entscheidung darf man ge- spannt sein. DerFormcrstreik in der Eisengießerei von Thiel e undLindnet in Alt- und Ncugersdorf(Sachsen) dauert unverändert fort. Bisher sind die Bemühungen der Firma, andere Arbeitskräfte heranzuziehen, erfolglos geblieben, da aber diese Bemühungen mit größerem Eifer fortgesetzt werden, so mögen alle Berufsangehörige auf diese Anwerbungen acht geben. Christliche Gewerkschaften sollen in nächster Zeit in Frank- furt a. M. in Thätigkeit treten. Die vorbereitenden Schritte sind geihan und haben sich die in Frankfurt maßgebenden evangelischen und katholischen Vereine zu einem gemeinsamen Vorgehen ver- ständigt/ Wie es heißt, soll die Gewerkschaft folgendes anstreben: Unterstützung bei berechtigten Wünschen und Beschwerden sowie bei Lohnsragen, unentgeltlicher Rechtsschutz in allen gewerblichen Streit- fällen, unentgeltlichen Arbeitsnachweis, unentgeltliche Auskunft in allen Rechtsfragen durch mehrere Rechtsanwälte, die sich hierzu bereit erklärten, Verttetung bei Klagcsachen gegen geringes Honorar. Der Zentralvorstand soll zur Hälfte aus Katholiken und Pro- testanten bestehen, im ganzen aus 16 Mitgliedern. Abwechselnd soll der Vorsitz einem evangelstchen und katholischen Mitgliede übertragen werden. Man gedenkt weiter den Wirkungskreis dieser Organisation nicht auf Frankfurt zu beschränken, sondern auch in Offenbach, Mainz, Aschaffenburg, Fulda u. f. lv. die Gründung von Zweigvereinen vor- zunehmen. Ausland. A»S Dänemark. Der Schlächter st reik in Kopen« Hägen immt immer größere Dimensionen an. Anfangs hielten sich die Gesellen der Wurstfabrikanten und Fettwaarenhändler vom Streik fern, da der Meisterverein derselben sich den Anschein gab, als wollte er die Forderungen der Gesellen erfüllen. Als diese Meister aber auch nicht die Arbeitsordnung unterschrieben, legten die Gesellen die Arbeit nieder, etwa 299 Mann. Der Streik umfaßt jetzt im ganzen 599 Mitglieder. In dem Buchbinder-Streik in Kopenhagen haben die Gesellen auf eigene Hand, ohne eine Entschließung der Organisation gehandelt. Da schreien nun die Bourgeois- Blätter über die „Anarchie"— aber wenn der Fachverein den Streik erklärt hätte. dann hätten dieselben Blätter über„Tyrannei" geschrieen. Die Ar- beiter können es ihnen eben niemals recht machen. Die in der H e r r en s ch n e i d e r e i beschäftigten Arbeiterinnen haben in ihrem Streik gesiegt und ihre Lohnsätze durchgesetzt. Dieser Erfolg ist, wie wir schon am Mittwoch mitthcilen konnten, nur dem Umstand zuzuschreiben, daß 1399 Arbeiterinnen organisirt sind und nicht eine in dem 14tägigen Streik abfiel. Dabei ist diese Organisatton ganz neu. Noch vor einem Jahr hatte sie nur 159 Mitglieder. Durch energische Agitation, die besonders schwer war, weil eS sich meist um„Heimarbeiterinnen" handelte, durch Versammlungen und durch vertheilte Flugblätter ist es gelungen, die Mitgliederzahl so schnell in die Höhe zu bringen. Der Erfolg, den diese Arbeiterinnen gehabt haben, die aus eigener Kraft den mächtigen Fabrikanten gegenüber siegten, giebt Veranlassung, daß nun versucht wird, auch einen Gesancmtverband der Näherinnen der Damen« Konfektion, Leinenwaarcn-, Korset- Branche, Schirm-Branche ec. zu begründen. Der Streit der Londoner Gipser und Stnckatenre mit dem Prinzipalvercin scheint ohne Aussperrung verlaufen zu sollen. Mit großer Mehrheit— wie es heißt, von drei gegen eins— haben die Londoner Mitglieder der Gewerkschaft sich gegen das von ein- zelnen Sektionen erhobene Verlangen erklärt, daß die Werkführer und sonstige Bettiebsleiter der Gewerkschaft beitteten sollen. Damit haben sie dem Mcisterverein dasjenige Argument entzogen, das einen Ausschluß beim großen Publikum populär gemacht hätte, und ohne einen sehr starken Kriegsgrund kann dieser bei der gegenwärtigen Geschäftslage und der guten Organisation der Arbeiter es auf leinen. Ausstand ankommen lassen. Neber die Arbeitszeit in de» gewerblichen Betrieben in England giebt das Labour-Departcmcnr eine vorläufige Zusammen- stellung. Danach hat im verflossenen Jahre eine geringe Aenderung stattgefunden. Vorzüglich waren es die Arbeiter im Baugewerbe. die für 19 396 Arbeiter eine wöchentliche Reduktion der Arbeitszeit um 1'/» Stunden durchsetzten; in der Maschinen- und Metallindustrie konnten 5286 Arbeiter ihre wöchentliche Arbeitszeit um 2�/« Stunden reduzircn und 2599 Arbeiter in der schottischen Schuhindustrie setzten eine wöchentliche Arbeitszeit-Verringerimg von 2 Stunden durch. Bemerkenswerther Weise errangen etwa 1599 Brauerei-Arbeiter den Achtstundentag, was eine Reduktion ihrer Arbeitszeit um 6 Stunden wöchentlich bedeutet. Jnsgesammt wurde die Arbeitszeit für 36 999 Arbeiter um durchschnittlich 2'/« Stunde pro Kopf und Woche herabgesetzt. Lthkv Mktchvichken und DopefchVN. Stuttgart, 11. Februar.(W. T. B.) Im Hinterhause der Dampfsägerei Aupperle u. Richel vorm. Sprecher u. Ko. fand heute Vornnttag unter furchtbarer Detonation eine große Dampfkessel- Explosion statt. Durch die Gewalt derielben wurden die Trümmer des Kesselhauses über 35 Meter nach allen Richtungen hingeschleudert. In den Nachbargebäuden sind die Wände eingedrückt und zahlreiche Fensterscheiben zersplittert. Bei dem Unglück fand der H i l f s h e i z e r Schweizer den Tod, Mehrere Personen wurden theils schwer, theils leicht verletzt. Ein Stein, welcher in einer Entfernung von 39 Meter in das offene Fenster eines Hauses geschleudert wurde, brachte einer im Zimmer befindlichen Frau schwere Verletzungen am Kopfe bei. Die Explosions- stätte gleicht einem Trümmerhaufen. x Badi»» in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. llnterhaltungSblatt.' Nr. 37. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 12. februar 1899. Abgeordnetenhaus. 17. Sigung vom 11. februar. 11 Uhr. Die Debatte über die Interpellation Szmula( Leutenoth) wird fortgesetzt: Abg. Hoheisel( 8.): Trotz des höheren Lohnes befinden sich die städtischen Arbeiter meist in einer dauernden Nothlage. Zur Unzufriedenheit der Arbeiter trägt die verkehrte Schulbildung viel bei. Der unnütze Ballast muß aus dem Plan für die ländlichen Schulen entfernt werden, statt dessen muß größere Vorforge getroffen werden, daß die Leute nicht dem Unglauben anheimfallen.( Lebhafter Beifall.) Die Autorität der Eltern muß wieder gehoben werden.( Beifall.) Der Einfluß der Kirche muß wachsen; der Glaube bewahrt sie vor Verirrungen. Mit der angewandten Naturlehre werden Sie vergeblich dieselben Erfolge erreichen.( Beifall.) Ministerialdirektor Dr. Kügler: übernommen.( Große Heiterkeit.) Seine Aeußerungen über das bare Fluth des Hasses die Arbeiterschaft gegen die heutige Ordnung ländliche Schulwesen waren doch sehr bedenklich. Redner erklärt sich der Dinge treiben müsse, wenn die bürgerlichen Gerichte die Ver treiben in gegen die Prügelstrafe. Für sie sprechen sich immer nur die aus, fehlungen, die etwa in der Leidenschaft geschähen, mit denkbar bie wissen, daß fie nie von ihr betroffen werden.( Heiterkeit.) Die härtesten Strafen ahnbeten. Brügelstrafe verroht, und wir wollen nichts von ihr wissen.( Beifall lints.) " Die herbeigeeilten Polizisten und Gendarmen hörten dieser nur zu sehr angebrachten Strafpredigt schweigend zu, während die Abg. Dr. Barth( freis. Vg.): Die Herren rechts behandeln freiwillige Feuerwehr die gräßlich verstümmelten Körper der ver die Arbeiter so, als ob nur sie die Sache beurtheilen tönnen.( Sehr unglüdten Familienväter aus den Trümmern hervorholte und in richtig rechts.) Daher kommt dann auch die Einseitigkeit ihres Urtheils. die Krankenwagen schaffte. Besonders empört waren fie gegen den Abg. Hirsch, der doch nur 3itate aus der Enquete des Vereins für Sozialpolitit verlas, dem Bu dem schredenerregenden Unglüdsfall wird uns noch geschrieben: ja allerdings die Herren auch ihr Mißfallen ausgedrückt haben. Sie An der Hinterfront des vierstödigen Hauses waren fünf Maurer reden vom Schuße der nationalen Arbeit; aber sie wollen fremde mit der Aufführung einer Zement- Wendeltreppe beschäftigt, während Arbeiter ins Land rufen, um die heimischen entbehren zu können. acht Fassadenputzer, auf einem Holzgerüst stehend, die Wand verpuzten. Die angestrebten Reformen erinnern start an die Hörig Die Ringmauer der Wendeltreppe war bereits fertig und von der teit" der Arbeiter. Es giebt nur eine Möglichkeit, der Baukommission abgenommen. Im Durchmesser dieser Ringmauer war Arbeiternoth ein Ende zu machen, nämlich ihnen den Aufenthalt so ein frisch gemauerter Pfeiler aufgeführt, auf den die einzelnen angenehm zu machen, daß sie bleiben. Jeder Versuch, sie mit Bementstufen aufgelegt und dann in der Ringmauer eingeſtemmt Die preußische Schulverwaltung hat niemals Schönfärberei ge- 3wangsmaßregeln an die Scholle zu fesseln, wird das lebel nur wurden. Dieses Einstemmen wurde dem Ringe verhängnißvoll, weil er mit den unteren Etagen nicht verankert, trieben; sie hat Schäden des Schulwesens stets zugegeben. Der größer machen. Minister v. Miquel fonstatirt, daß der Arbeitermangel von sondern nur mit dem Dache fest verbunden Vorredner hat aber ganz schwarz gemalt; er hat behauptet, daß die Daß der war. Schon war die Wendeltreppe bis auf vier Stufen religiös- fittliche Bildung der Kinder in der Volksschule verwahrloft allen Seiten als eine Landeskalamität anerkannt ist. Wie Fachleute versichern, werde. Ich bestreite das auf das Entschiedenste. Zudem liegt der Verein für Sozialpolitit seine Erhebungen unter staat- fertig, als die Statastrophe eintrat. Religionsunterricht besonders in der katholischen Schule in den licher Autorität vorgenommen hat, davon ist mir nichts bekannt. trägt neben der Nichtverankerung hauptsächlich der Umstand an dem Händen der Geistlichen. Sie würden also in erster Linie die( Hört, hört! rechts.) Diese rein wissenschaftliche Be Unglück die Schuld, daß die Treppe in Affordarbeit viel zu schnell Verantwortung zu tragen haben, falls die Vorwürfe berechtigt handlung ist doch sehr unzuverlässig.( Sehr richtig!) aufgeführt wurde und das verwendete Bindematerial( gement) nicht wären.( Sehr richtig!) Es ist falsch, wenn der Vorredner be- Da ist doch die aus persönlicher Anschauung geschöpfte Erfahrung zu- Zeit zum Trocknen hatte. Kurz vor 5 Uhr begann der Treppenbau zu wanken. Die acht Fassadenputzer vermochten sich noch durch die hauptet, daß den Kindern in den ländlichen Schulen des Ostens verlässiger.( Beifall.) Fenster in das Innere des Baues zu retten, ebenso der HandStereometrie, Mathematik u. dergl. beigebracht würde. Davon ist Abg. v. Czarlinski( Pole): onders gar keine Rede. Die ländlichen Schulen find Halbtagsschulen, sie Es sei hier auch bei dieser Gelegenheit wieder die nationale langer Hermann Gäbede, der mit einem Bein auf der Wendeltreppe, mit dem anderen im Gebäude stand. Dagegen wurden find sehr überfüllt.( Unruhe rechts.) Der Unterricht wird im Frage in einer Weise betont, als ob die Polen besonders gefährlich fünf Personen mit der Treppe in die Tiefe geriffen und unter den Interesse der Landwirthschaft häufig verkürzt.( Unruhe rechts.) feien, obwohl Deutschland durch deren Mithilfe groß geworden Steintrümmern begraben. Es waren dies: Maurer HirschfelderKurz, in den ländlichen Volksschulen des Ostens wird den Kindern sei. Polen herans! wenn man deutsche Arbeiter genug Maurer Christburgerstr. 26, Albert Rabbinur das Allernothwendigste beigebracht.( Lärm rechts.) habe. Polen herein! wenn keine anderen da sind. Wie Berlin, Berlin, Eberswalderstr. 4, Maurer Gustav RudolphGrade in der Volksschule steht die Vorbereitung für das praktische man mit kleinen Leuten umgeht, die sich in Bosen ansiedeln Charlottenburg, Bestalozzistr. 78, Polier Walther aus Halensee Leben im Vordergrund. In den 70er Jahren ist der Hand- wollen, schildert Redner an einem Fall, wo der Ansiedler keine Bau- und der Klempner Felix Behn, Schöneberg, Siegfriedstraße 7. arbeitsunterricht auch auf dem Lande eingeführt worden. erlaubniß erhalten konnte und sich ein Loch in die Erde grub. Die vier erstgenannten Personen wurden als Leichen geborgen, Wer diesen Unterricht kennt, der weiß, daß den Kindern da nicht( Der Präsident hält die Beschwerde über einen Einzelfall nicht zur während der Klempner zwar noch lebend unter den Trümmern hervorfeine Handarbeiten beigebracht werden.( Unruhe und Widerspruch Erörterung im Plemum geeignet.) rechts.). Wenn das Mädchen heirathet, dann soll es in den Stand Abg. Seer( natl.) theilt mit, daß er mit dem Bau neuer gezogen wurde, aber auch auf dem Wege zum Krankenhause verstarb. gejezt sein, die Kleider ihres Mannes zu flicken.( Lärm rechts.) und guter Arbeiter- Wohnungen die besten Erfahrungen gemacht Nach Eintritt der Katastrophe waren die Wehren von Halensee und Grunes wald alarmirt, die sich auch hervorragend um die Bergung der Leichen Heimathstunde, der geschichtliche Unterricht wird nicht habe. Es seien sogar Arbeiter aus der Stadt zurück aufs Land ge- verdient machten. Außerdem waren sofort von Berlin Krankenwagen bernachlässigt. Was verlangen Sie eigentlich, das der tommen. Lehrer thun foll? Soll er mit den Kindern aufs Feld gehen Die Debatte wird geschlossen.- Nach zahlreichen persönlichen beordert, die zwar in kürzester Frist am Unglüdsort eintrafen, aber Nach zahlreichen persönlichen mit Ausnahme des Klempners keine Verwundeten zu befördern hatten. und ihnen die ländlichen Arbeiten zeigen?( Unruhe rechts.) Das Bemerkungen gehen die Anträge an eine besondere 21 er Kom- Der verunglückte Walther war der Vater des den Bau ausführenden ist doch unmöglich. Soll er den Kindern etwa sagen, sie sollten mission. Bauleiters und Baumeisters Walther zu Charlottenburg, dessen nicht in die Stadt gehen, denn da verdienten sie weniger, als auf Montag 11 Uhr: Etatsberathung( Ministerium des Bruder ebenfalls Bauten aufführt und zwar in Schöneberg. Beide dem Lande? Solche Zumuthungen sollten Sie an die Lehrer nicht Innern). Brüder waren seit Jahren verfeindet, versöhnten sich aber stellen!( Läm rechts.) Die erste Pflicht des Lehrers hier angesichts des Todes ihres Vaters. Die Verunglückten find ist, wahrhaft zu sein.( Stürmische Unruhe rechts.) Vor sämmtlich Familienbäter. Der Polier Walther trug die Wochenlöhmung für die Bauarbeiter in der Tasche während das Unglück geschah. Keiner der letzteren hat daher seinen Arbeitslohn ausbezahlt erhalten, da hieran in der allgemeinen Verwirrung nicht zu denten war. Die idate B 1191 den sittlichen Gefahren der Großstadt wird gewarnt. Aber athengel Parket- Nachrichten. mapit stopiti die Schule fann die Kinder doch nicht mit ScheuHappen erziehen!( Sehr richtig! lints.) Wenn wir den In Hamburg ist nächsten Freitag im 5. Bezirk die Wahl eines Kindern die Fabel erzählen wollten( Lärm rechts), wie schlimm Abgeordneten zur Bürgerschaft vorzunehmen. Unsere Partei es in der Stadt ist, die allgemeine Militärpflicht, die Eisenbahnen hat Betheiligung beschlossen und als Kandidaten den Parteigenossen würden uns ad absurdum führen; sie geben den jungen Leuten ein Joh. Fr. Ernst Hilmer aufgestellt. wahres Bild der heutigen Situation.( Widerspruch rechts.) 901 Polizeiliches, Gerichtliches u. f. w. Das Abströmen der Arbeiter vom platten Lande beruht doch eben darauf, daß die Landwirthschaft außer stande ist, so hohe-Zu den verhältnismäßig hohen Strafen von 15 und 21 M. Löhne zu zahlen wie in der Stadt. Es ist den Lehrern wurden fünf Erfurter Parteigenossen vom Gericht verurtheilt, borgeworfen worden, daß sie ihren Ader jezt lieber ver- weil sie beim Niederlegen von Kränzen am Grabe eines verstorbenen pachten. Das ist eben prattischer für sie; es fehlt ihnen an Freundes ein paar Worte der Widmung gesprochen haben, ohne die Zeit.( Widerspruch rechts.) Wenn der Lehrer den Ader selbst behördliche Genehmigung zu bejizen.msg al bewirthschaftet, zieht er nicht soviel heraus, als ihm bei der Bemm rechnung des Grundgehalts dafür angerechnet wird. Ich halte die Angriffe, die gegen den Lehrplan, die Schule und die Lehrer vom Borredner ausgesprochen find, für durchaus unberechtigt.( 3ischen rechts, lebhafter Beifall links.) Abg. Frhr. v. Wangenheim( fons.): Affordarbeit Mordarbeit! " wegen der n Der Bau wurde von der Polizei gesperrt. Eine behördliche Kommission wird ihn im Laufe des Sonntags untersuchen, um die Ursache des Unfalles festzustellen. Kommunales. 3 42.( 284, # 6 Die Neueintheilung der Gemeinde Wahlbezirke für omising sind die Stadtverordneten- Wahlen. Während bisher für die dritte Abtheilung 42, für die erste und zweite Abtheilung je 14 Wahl Toinbezirke bestanden, zählt jetzt die dritte Abtheilung 48, die erste und zweite je 16 Bezirke. Im einzelnen ist die Eintheilung Ein entsegliches Bauunglüd hat sich am Sonnabend Nachfolgende( die fett gedruckten Ziffern bezeichnen die Nummern der mittag auf dem Bau Ringbahnstr. 121 in Saleufee ereignet. In der Wahlbezirke, die eingeklammerten Biffern die Stadtbezirke, aus denen vierten Stunde stürzte plöglich das Treppenhaus des die Wahlbezirke zusammengesett find): II. Abtheilung: 1.( 1-10). Für feinen Stand ist im letzten Jahrzehnt so viel gethan worden, Neubaues ein und begrub vier Personen unter sich. 2.( 11-20, 24). 3.( 21-23, 25-30). 4.( 81-39, 45, 46). wie für die Arbeiter.( Sehr richtig! rechts.) Wo so viel Rechte geid Die Vorgeschichte dieses furchtbaren Vorfalles ist werthvoll genug, 3.( 43, 44, 47-49). 6.( 40-42, 50-53, 56). 7.( 54, 55, 57-63). geben sind, da müssen auch Pflichten gefordert werden. Es liegt um im Zeichen des Zuchthauskurses dem Unternehmerthum 8.( 67-74). 9.( 64-66, 75). 10.( 76-78). 11.( 80-86). mir fern, für die Beschränkung der Freizügigkeit einzutreten, aber deutlich vorgehalten zu werden. Der Unglücksbau wurde von dem 12.( 79, 87-94). 13.( 95-104). 14.( 105-108). 15.( 109 bis ihre Auswüchse müssen beseitigt werden. Namentlich minder: Bauunternehmer Walter aus Charlottenburg aufgeführt. 113). 16.( 114-121). 17.( 123-126, 131-134). 18.( 122, 127 jährige Personen müssen einer besonderen Beschränkung unter Bereits im Monat Ottober fühlten die auf dem Bau bis 130, 135, 143, 144). 19.( 136-142). 20.( 145-148, 150, worfen werden.( Sehr richtig! rechts.) Redner tritt für strengere beschäftigten organisirten Maurer sich berufen, 151, 201). 21.( 149, 162-166). 22.( 152-156, 158, 159). Ahndung des Kontraktbruches und für ausgedehntere Ber übermäßigen Ausnugung ihrer Arbeitskraft und 23.( 168-174). 24.( 167, 175-178). 25.( 161, 179 bis wendung von Strafgefangenen und Korrigenden in der Landwirth der zweifelhaften Qualität der Leistungen, die dadurch bedingt 181). 26.( 157, 160, 189-198). 27.( 184-188, 194, 195), schaft ein. Die Lage der Landarbeiter ist gut; es wird ihnen be- wurden, bein Unternehmer Beschwerde einzulegen. Statt nun den 28.( 182, 183, 196-200). 29.( 202-209, 226). 30. 210 bis willigt, was fie verlangen.( Sehr wahr rechts.) Wir wissen, daß wohlgemeinten Rathschlägen der Maurer Gehör zu geben, provozirte 215, 255, 256. 31.( 218-225). 32.( 229-236). 33. 237 wir auf teinen Dank zu rechnen haben, aber wir sorgen doch für der Unternehmer sie durch allerhand Ungehörigkeiten, die schließlich bis 241, 243, 244). 34.( 242, 247, 248). 35.( 245, 246, 249 unsere Arbeiter. Kommen Sie doch aufs Land, da werden Sie in die Maßregelung der Baudeputirten ausarteten bis 253). 36.( 254, 321). 37.( 227, 228, 257-259, 265-267). sehen, wie unsere Söhne und Töchter täglich mit den Dorf und damit die Niederlegung der Arbeit seitens der 38.( 260-264, 277). 39.( 268-272, 274). 40.( 273, 275, 276, jöhren spielen.( Lebh. Beif. rechts.) Die in Aussicht gestellte Enquete organisirten Arbeiter zur Folge hatten. 278, 305, 306). 41.( 216, 217, 279-283, 285, 286). über die ländlichen Arbeiterverhältnisse ist ja ganz wünschens- Der Unternehmer Walter war in seiner Art gescheidt und wußte, 287-289, 302). 43.( 290-292). 44.( 293-298). 45.( 299 bis werth, obwohl sie uns nichts Neues sagen wird, aber mit der Hilfe was er nun zu thun hatte. Er holte sich sofort von der arbets 301, 303, 304). 46.( 807, 308, 315-318). 47.( 809-314, 325, darf nicht gewartet werden, bis die Enquete fertig ist. Der Noth- willigen Organisation der Akkordmaurer, die 326). 48.( 319, 320, 322-324). II. Abtheilung. 1.( 1-12, 15). stand ist so groß, daß, wenn die Entwickelung so weiter geht, wir bekanntlich von der Baugeweris Jnnung als Streit 2.( 13, 14, 16-20, 31, 32). 3.( 21-30). 4.( 33-37). 5.( 38 gezwungen sein werden, vorübergehend zu Kulis unsere Zu brecher- Organisation" protegirt wird neue Arbeitskräfte, die bis 49). 6.( 50-53, 55-62). 7. 54, 63-78). 8.( 114-124, 126 flucht zu nehmen. Wit einem ( Sehr richtig! rechts.) Mit einem gewissen mit Todesverachtung den Bau in die Höhe brachten. bis 129). 9.( 79-113, 138-140). 10.( 125, 130-137, 141-144). moralischen Widerstreben komune ich nun zu der Rede des Abg. dauerte nicht lange, bis fleinere Unfälle eintraten; so lösten sich 11.( 145-151, 153, 162-178, 201). 12.( 152, 154-161, 179 bis Hirsch.( Beifall rechts.) Seine Rede bestand aus abgedroschenen zweimal aus der Front des Treppenhauses die Fensterbogen. Die 200). 13.( 202-217). 14.( 218-269). 15.( 279-285). 16.( 270 Phrasen und Hehereien...( Glocke des Präsidenten).fleißigen Affordmaurer achteten aber nicht dieser auf einem orbent bis 278. 286-326). I. Abtheilung. 1.( 1-12). 2.( 18, 14, 18, 19). Bizepräsident Frhr. v. Heereman: draglichen Bau unmöglichen Kleinigkeiten und schufteten unbekümmert weiter 3.( 20, 31). 4.( 15-17, 22-25). 5.( 21, 26-30, 50, 51). 6.( 32). Dieser Vortwurf ist unzulässig; ich rufe den Redner deshalb zur nicht geringen Befriedigung des Baumternehmers, der mun in 7.( 83). 8.( 84, 35). 9.( 36-38). 10.( 39-49). 11.( 52-78). Dieser Vorwurf ist unzulässig; ich rufe den Redner deshalb der glücklichen Lage war, den Bau ohne jegliche Kontrolle 12.( 79-144). 13.( 145-201). 14.( 202-254). 15.( 283, 284). zur Ordnung.( Beifall lints.) Der Arbeiter weiter aufführen zu können. Nicht oft genug tonnte 16.( 255-282, 285-326). Abg. Frhr. v. Wangenheim( fortfahrend): der Herr sich rühmen, daß ihm nun sein Bau um einige Der Abg. Hirsch versteht von den Zuständen auf dem platten tausend Mark billiger fame. Die vortheilhafte Situation Schulärzte. Der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung Lande gar nichts; da fümmere er fich lieber lieber um wurde selbstverständlich mit dem größten Raffinement ausgenugt; zur Vorberathung der Magistratsvorlage wegen kontraktlicher Andie Zustände in den Städten. Die Laster der großen wie leichtfertig gebaut wurde, erhellt daraus, daß das Treppen- nahme von Schulärzten für 20-25 Gemeindeschulen hat am Freitag Abend unter Vorsiz des Stadtverordneten Schwalbe und in Anwesen Städte sind auf dem Lande noch unbekannt.( Sehr richtig! haus nicht einmal die erforderliche Verankerung erhielt. rechts.) Von dem Koalitionsrecht wollen die Daß ein fo frevelhaftes Spiel mit Menschenleben nicht gut heit des Stadtschulraths Bertram in seiner zweiten mehrstündigen Ländlichen Arbeiter selber nichts wissen, und wir gehen konnte, mußte sich jeder Fachmann sagen; nur die Afford- Sigung endgiltig beschlossen, der Versammlung zu empfehlen, einen find froh, daß wir auf dem Lande keine Vereine haben. arbeiter waren und blieben fromm und tasteten ihrer Wohl- Versuch zu machen mit der kontraktlichen Annahme von 20 Aerzten Wenn der Abg. Hirsch auf dem Lande seine gestrige Rede hielte, erzogenheit gemäß die Autorität des Unternehmers auch vom 1. April 1899 ab, welche auf die bestehenden 10 Schulfreise Es waren eben Leute, möglichst gleichmäßig zu vertheilen sind. Ferner soll die Versammlung den Magistrat ersuchen, ihr baldmöglichst die Vorlage zur Beruhigung seiner erregten Nerven einen Kübel kalten Wassers ganz wie die Herren Felisch und Stumm sie sich wünschen. kommen lassen.( Große Heiterkeit rechts.) Mit der Humanitäts- Das Unglid traf erst gestern ein, als der Bau bereits gepugt einer Dienstinstruktion der Schulärzte zur Kenntnißnahme zugehen zu duselei kommen wir nicht weiter; gewiffe Schäden wurde. Ein unheimliches Krachen, ein Donnerschlag und das Furcht- lassen. können nur mit ungebrannter Asche geheilt werden. bare war geschehen. In den Etat der Gemeindeschul- Verwaltung find als Ent( Große Heiterkeit und Beifall rechts.) Wenn die frei Es sind getödtet oder lebensgefährlich verletzt worden awei schädigung an die Schulkommissions- Vorsteher für Vorhalten eines finnige Partei in ihrer zersetzenden Kritik fortfährt, dann Buyer, ein Bauarbeiter und ein- Walten der NemesisSprechzimmers, für Reinigung desselben und für sonstige Nebenkosten wird sich bald auf ihrem Grab als Monument eine große Null er der water des Unternehmers, Herr Walter sen., der als monatlich 15 M., zusammen 37 000 M., neu eingestellt worden. heben.( Stürmische Heiterkeit rechts.). Polier das Szepter führte und im Antreiben der Arbeiter Eine solche Entschädigung wird den Armenkommissions- Vorstehern Abg. Dr. Sattler( nat.- lib.): An sich ist die Leutenoth ein er geradezu Unglaubliches leistete. freuliches Zeichen für den gewaltigen wirthschaftlichen Aufschwung Der Vorfall rief natürlich in der mit Neubauten übersäeten feit Jahren gewährt und ist nun auch für die Schulkommissions- Vordes deutschen Volles. Der Inhalt der Szmula'schen Rede war: Gegend lebhafte Bewegung hervor, und die organisirten Arbeiter ſteher flüssig gemacht worden. weniger Schulen und mehr Polen. Das machen wir nicht mit. verfehlten nicht, die jederzeit zu Diensten stehenden Affordmaurer, dit om doodle Was nun die vorliegenden Anträge betrifft, so kann ich nur soviel die bereits neben dem Unglücksbau einen neuen Bau in Arbeit claim t fagen: Die Freizügigkeit wollen wir nicht antasten lassen; dagegen hatten, auf das Verwerfliche ihres Treibens aufmerksam Lokales. zu die halten wir eine Stärkung der väterlichen Autorität den minder machen. Auch versäumten ehrenhaften Arbeiter nicht, jährigen Arbeitern Den Parteigenossen des dritten Wahlkreises die MitDer Streifzug den Unternehmern, die mit bleichen Gesichtern auf der Arbeitern gegenüber für geboten. Kommandantenstr. 57, eine Volksversammlung stattfindet, des Landwirthschaftsministers in das Gebiet der Schulverwaltung Straße ftanden, einmal gründlich die Wahrheit zu sagen. theilung, daß am Donnerstag Abend 8 Uhr in der Berliner Reſſource, hat zu allerhand parlamentarischen Gerüchten Anlaß gegeben. Die Herren wurden auf die furchtbare Berantwortung in der Reichstags- Abgeordneter Wolfgang Heine einen Vor( beiterkeit.) Zuerst hieß es: statt der Wasserbau- Verwaltung sei jegt hingewiesen, die sie mit ihrer Profitgier im Allgemeinen trag hält. die Schulverwaltung unter das landwirthschaftliche Ministerium ge- und durch den Unglüdsfall felber, an dem sie moralisch stellt worden.( Große Heiterkeit.) Die Schulordnung solle jetzt mitschuldig feien, auf sich geladen hatten. Auch hielt man Freie Volksbühne. Mit einem Gastspiel der Frau Prasch vom Standpunkt der Gesinde- Ordnung aus reformirt werden.( Er- ihnen vor, wie das Dresdener Schwurgerichts- Urtheil, Grevenberg beginnt die 6. Serie der Vorstellungen heute, neute Seiterfeit.) Schließlich hieß es, es sei ein Wechsel im Ministe- das in Bauunternehmer- Kreisen so lebhafte Befrie Sonntag, Nachmittag 234 Uhr, für die I. Abtheilung im rium borgekommen: Herr v. Hammerstein habe das Kultusministerium digung erwedt hat, auf den Arbeiter wirken und welche furcht- Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater. Aufgeführt wird die Komödie. D " von May Dreher: Jn Behandlung"; für die folgenden Abtheilungen dasselbe Stück an den folgenden Sonntagen. Die VI. Abtheilung ist erst zu zwei Dritteln gefüllt, daher können sich noch Mitglieder in allen Zahlstellen melden. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. " " Die Berliner Rettungs- Gesellschaft eröffnet Mittwoch, den 15. d. M., Vormittags 11 1hr, in den Räumen der Sanitätswache Nr. 10, Adalbertstr. 10, den Tagesdienst einer Rettungswache. " werden. = Aus den Nachbarorten. " Gerichts- Beifung. nach Der brochen, am elektrischen Wagen wurde eine Glasscheibe zertrümmert. Ija abtreten. Die Ramnter IV verurtheilte den Beklagten zu, Die Schuld wird dem Führer des Straßenbahnwagens zugeschrieben. Bahlung der geforderten 120 m. und der Vorsitzende führte bes Biermal wurde die Feuerwehr in der Nacht wenn M. für jede Garderobe fünf Pfennige erhalten hätte, es handle gründend aus: Es wäre eine besondere Art der Lohnzahlung gewesen, Feuerbericht. zum Sonnabend gerufen. Brunnenstraße 52 war ein Schau- fich also hier um ein gewerbliches Arbeitsverhältniß. In den vom fensterbrand abzulöschen. Hüte, Pappkartons, Schaaldecke und Fußboden hatten hier Feuer gefangen. Kurz nach 12 Uhr wurde die Beklagten angeführten Thatsachen sei ein Entlassungsgrund nicht zu ſehen. Eine Rüpelet gegen den Lehrerstand hat der freifinnige Feuerwehr nach bederstraße 23 gerufen, wo die SchaalBezirksverein Moabit verübt. Die Berliner Lehrer, soweit sie sich decke brannte. Zwei Stunden später hatten sich Belle Alliancezur freisinnigen Partei rechnen, haben, veranlaßt durch die jämmer straße 74 a Preßkohlen entzündet. Nachdem sie abgelöscht waren, liche Haltung der freisinnigen Stadtväter in der Lehrerbesoldungs- mußten sie umgeschichtet werden. Die Anschlagfäule an der Ede frage, der Parteileitung, d. H. dem gewaltigen Engen, bei der Markgrafen und Zimmerstraße brannte Freitag früh ehrenhaften Arbeitern wegen Erpressung gang und Unter dem Zuchthauskurs ist ja auch die Verurtheilung von Landtagswahl zu opponiren gewagt, indem fie andere 5 Uhr. gäbe. Ein Fall dieser Art, der für die gegen Arbeiter geübte Rechts, als die von dem hochmögenden Parteipapst vorgeschlagene Kandidaturen durchzusetzen Eine deutsche Naturheil- Krankenhaus- Genossenschaft zur sprechung äußerst bezeichnend ist, kam gestern vor dem Reichsgericht sich bemühten. Solch frevel Gründung von Heilanstalten ist hier vor Kurzem ins Leben getreten. in Leipzig zur Verhandlung. Das erste Urtheil wurde am 22. Othaftes Beginnen mußte natürlich bont den blindergebenen Die Geschäftsstelle befindet sich Berlinerstr. 125 III. in Charlottenburg. tober vorigen Jahres vom Landgerichte Verden gefällt. Anhängern Eugen Richter's gerochen werden. In der auf einem Die Gesellschaft hofft, daß die Freunde des Naturheilverfahrens einen Die Schneidergesellen in Bremerhaven hatten einen fürzlich abgehaltenen Kommers des freisinnigen Vereins Moabit Theil der Kosten für die Errichtung des ersten Krankenhauses durch Tarif mit einer Anzahl bon Meistern vereinbart, herausgegebenen Festschrift wurde der Lehrerstand arg verhöhnt. Entnahme von Antheilscheinen und durch freiwillige Spenden decken welchem unter Beibehaltung des Wochenlohnes von 21 M.; Unter anderen Geschmacklosigkeiten enthielt die Schrift auch ein von die Arbeitszeit verkürzt und der Lohn für Ueberstunden von einem richterfreundlichen Bierpoeten verfaßtes Gedicht. Dasselbe 35 auf 55 Bf. erhöht wurde. Zwei Meister hatten sich dem Tarif spielt in Walhalla, die Lehrer sind die Zwerge, welche, bewaffnet mit Fibel und ABC, mit Kantel, Lineal und spigen Federn, noch nicht unterworfen und erhielten deshalb von den Schneidergefellen Karl 8iemte, Jürgen Kath und Karl Krüger einen gegen Odin( Freisimm) anstürmen, aber durch ein Stirnrunzeln Charlottenburg. Den Mitgliedern des Wahlvereins geben wir Brief, in welchem sie aufgefordert wurden, den Tarif anzunehmen, des Donnergottes( Richter) niedergeworfen werden. Natürlich hat bekannt, daß der erste Diskussionsabend am Dienstag im fleinen sonst würden anderweitige Maßregeln getroffen werden". Das Landdiese Rüpelei ihrer freifinnigen Barfeifreunde die Lehrer arg ver- Saale des Lokals" Bismarckhöhe", Wilmersdorferstr. 39, stattfindet. gericht Berden hat hierin die Androhung eines Uebels( Streit und Sperre) schnupft. Volts- Zeitung" und" Berliner Zeitung" nahmen sich der Dr. Borchard behandelt das Thema:„ Die Grund- und Bodenfrage". erblickt und angenommen, daß sich die Angeklagten durch diese Beleidigten an und ertheilten dem Vorstand des in Walhallapoesie machenden Vereins einen derben Rüffel. Rigdorf. Wegen der in kurzer Zeit bevorstehenden Stadtver- Drohung einen rechtswidrigen Vermögensvortheil( verkürzte ArbeitsFür den Charakter geordneten- Wahlen in unserm Ort findet am Dienstag Abends 81/2 Uhr zeit bei gleichem Lohne, höhere Bezahlung der Ueberstunden) verwiſſer Freisinnshelden ist es bezeichnend, daß der zweite Borſizende des genannten Vereins, der selber ein Lehrer, aber ein richtertreuer im Apollo Theater, Hermannstraße Nr. 48/50, eine Volts- fchaffen wollten. Rechtswidrig fei der Vermögensvortheil deshalb, des genannten Vereins, der selber ein Lehrer, aber ein richtertrener versammlung statt mit der Tagesordnung: 1. Was haben weil für sie ein Rechtszustand, auf Grund dessen sie diese Vortheile ist, in einer Zuſchrift an die Berliner Zeitung" nicht etwa die die Beleidigung, welche seinen Standesgenossen durch den von ihm ver- die Einwohner Nixdorfs bei den bevorstehenden Stadtverord- beanspruchen konnten, noch nicht bestand, d. h. weil die beiden Beleidigung, welche seinen Standesgenossen durch den von ihm ver- neten- Wahlen von den bürgerlichen Parteien zu erwarten? Referent Meister den Tarif noch nicht anerkannt hatten. In ihrer Revision, tretenen Verein zugefügt worden ist, bedauert, sondern sich nur ist der Reichstags- Abgeordnete und Stadtverordnete Fritz Zubeil, die gestern vor dem Reichsgericht zur Verhandlung kam, führten die darüber beklagt, daß die Angelegenheit über die Mauerit des 2. Diskussion, 3. Bericht des Wahlkomitees. Zur Deckung der Un- Angeklagten aus, das Inaussichtstellen der Kündigung möge für die Vereinslokals hinaus in die Oeffentlichkeit gedrungen ist. Wenn die Lehrer jetzt noch nicht einsehen, wie„ gut“ es die Freisinnigen kosten werden 10 Pf. Entree erhoben.( Siche Inserat und Säulen- Meister unbequem und lästig sein, aber es sei doch etwas durchaus anschlag) Wegen der Wichtigkeit dieser Versammlung werden die Erlaubtes; die Meister könnten darin nicht ein besonderes llebel mit ihnen meinen, und wie hoch man in der Umgebung Eugen Einwohner der 2. und 3. Wählerklasse ersucht, zahlreich zu erscheinen. sehen. Es sei das Recht jedes Arbeiters, das Arbeitsverhältniß zu Richter's die freie Meinungsäußerung schätzt, dann ist ihnen nicht Der Vertrauensmann. tündigen. Niemand erblicke z. B. darin etwas Strafbares, daß ein zu helfen. Miether dem Hauswirth unter der Ankündigung, Pankow Nieder- Schönhausen. Im Lokale von Thiele, daß er sonst das Miethsverhältniß lösen werde, Nieder- Schönhausen, Bismarckstr. 44, spricht am Dienstag Abend die Vornahme von Reparaturen u. f. w. verlangt. 8 Uhr Reichtsags- Abgeordneter Rosenow über:" Die bürgerliche Reichsanwalt erklärte das Urtheil für den Gesetzen entsprechend. Gesellschaft und die Sozialdemokratie". Dann folgt ein Vortrag: Allerdings sei nicht aus dem Urtheil zu ersehen, ob nicht Einen Kampf gegen den medizinischen Zunftzopf führen Die Koalitionsfreiheit im Berliner 2otal Anzeiger" die beiden Meister sich dem Tarif unterworfen hatten. die beiden hiesigent Aerzte Dres. med. Badet und T. FrendenDer Eingemeindungs- Vertrag zwischen Friedenau und tomme hierauf nicht an, da die Angeklagten nur wegen versuchter berg. Eine der in Berlin praktizirenden Aerztinnen hatte sich Schöneberg ist, wie er zwischen dem Schöneberger Magistrat und Erpressung verurtheilt worden seien und es genüge, daß fie an in der Berliner medizinischen Gesellschaft zur Aufnahme ge dem Friedenauer Gemeindevorstand vereinbart worden, von der nahmen, die Meister hätten sich noch nicht unterworfen. meldet; in der Sigung vont 4. Januar d. J. machte der Vorsitzende Gemeindevertretung Friedenau's am Donnerstag genehmigt worden. Das Reichsgericht erkannte auf Verwerfung der Reviſion. Herr Geheimrath Virchow die Mittheilung, daß die Aufnahme: Die Wichtigkeit dieser Eingemeindung erfordert die Wiedergabe der Die Auslegung der Aeußerungen der Angeklagten sei thatsächlicher tommission die Aufnahme der Kollegin abgelehnt habe; die Stommission wichtigsten Vertragsbedingungen. Die beiden Gemeinden treten zu Natur und könne nicht nachgeprüft werden. Ob in der Ankündigung wäre von der Ansicht ausgegangen, daß nur Männer aufgenommen einer einzigen, unter einer Verwaltung stehenden Ge- eines Streits eine Drohung mit einem Uebel erblickt werden könne, werden dürften. Nunmehr haben die beiden genannten Aerzte beantragt, meinde Schöneberg zusammen und ihre Gemeinde Angehörigen möge auf sich beruhen. Dagegen habe ohne Rechtsirrthum in der den Aufnahmebestimmungen der Gesellschaft eine Fassung zu geben, werden rücksichtlich aller bürgerlichen Rechte und Inaussichtstellung der Sperre eine Drohung mit einem Uebel ge= die in unzweideutiger Form auch weiblichen Aerzten den Eintritt in die Gesellschaft freistellte. Der betreffende Brief wurde noch am Pflichten, sowie rüdsichtlich der Theilnahme an den beider- funden werden können. Die Stadt In der Arbeiterschaft wird eine solche Rechtsprechung nicht vers Abend des 4. Januar an den Vorstand abgesandt. Nachdem die Schöneberg übernimmt die Verwaltung der Gemeinde- Angelegenheiten standen werden. feitigen Kommunalanſtalten einander gleichgestellt. Antragsteller bisher ohne Antwort geblieben waren, erjaheit sie am von Friedenau, sowie der den städtischen Behörden zugewiesenen staat- Die Durchstechereien in Plößensee. Das Landgericht II in 11. Februar aus einem Fachblatte, daß der Vorstand der Gesellschaft in der Sizung am 15. Februar aurathen wird, die Einberufung lichen Obliegenheiten. Die Gemeindeverwaltung Schönebergs tritt Berlin hat am 12. Dezember v. J. den früheren Hilfsin alle Rechte und Pflichten ein, welche durch das Gejet, orts- Gefangenenaufseher Fritz Bertram wegen Verbrechens im Amte einer außerordentlichen Generalversammlung zur Berathung des ge- ftatutarische oder sonstige Bestimmungen oder durch besondere Rechts- zu drei Jahren Zuchthaus und Nebenstrafen verurtheilt. Bertram vers stellten Antrages abzulehnen. Hierzu schreiben die Antragsteller:" Trotzdem die Fassung eines titel der Gemeindeverwaltung zu Friedenau zustehen oder obliegen. mittelte in unerlaubter Weise den Verkehr von Gefangenen des solchen Beschlusses ohne voraufgegangene Diskussion den elementarsten Die in Schöneberg bestehenden Ortsstatuten, Regulative, Blößenseer Gefängnisses mit ihren Angehörigen und übergab Ordnungen und Gemeindebeschlüsse erhalten in den ersteren Geld oder Nahrungsmittel, die von letteren Regeln einer Geschäftsführung widersprechen würde, können wir uns Friedenau Wirksamkeit und hat der Magistrat von Schöneberg die braucht worden waren. Dabei fiel dann gewöhnlich für ihn doch des Verdachtes nicht erwehren, daß der Vorsigende, im Ein doch des Verdachtes nicht erwehren, daß der Vorsitzende, im Ein verständniß mit dem Vorstande, beabsichtigt, überhaupt keine Dis- erforderlichen Anordnungen zum Zwecke der Einführung zu er felbft auch etwas ab, refp. er behielt sein Honorar" sogleich eigenmächtig für sich. Gegen die Ehefrau eines Gefangenen fussion zuzulaffen." Die beiden Aerzte hoffen nunmehr durch Ver- lassen. einen unjittlichen Angriff unternommen. Auf die hat er öffentlichung dieser Angelegenheit ihre Kollegenschaft aufrütteln zu Der Plan der Eingemeindung Friedenau's in Schöneberg Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht gestern das Tönnen. hat jetzt zu einem heftigen Konflikt zwischen der Friedenauere vision des Angeklagten hob das Reichsgericht gestern das Ein Gerüsteinsturz an der elektrischen Hochbahn verursachte Gemeinde Vertretung und dem dortigen Gemeinde Vorsteher, Urtheil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück, Sonnabend früh 10 Uhr in der Gegend des Wasserthores großes Major a. D. Rönneberg, sowie auch dem Landrath Stubenrauch weil ein Schriftstück anscheinend zu Unrecht verlesen worden ist und Aufsehen. Dort find zu beiden Seiten des Wasserthorbedens starte geführt. Die Gemeinde Vertretung billigte den Eingemeindungs- das Urtheil auch sonst noch Mängel aufweise. Auch eine Stüße der heutigen Gesellschaft. Der Amtsvors Granitsäulen errichtet, die als Stützpunkte für eiserne Träger dienen. vertrag mit allen gegen die zwei Stimmen des GemeindeSogleich nach dem steher des ostpreußischen Amtsbezirks Czadjuthen hatte gegen den Die letzteren werden durch ein eisernes Gerüst, das als Krahn Vorstehers und eines Schöffen. dient, emporgewunden und in die richtige Lage gebracht. Gestern Zustandekommen dieser Beschlüsse erklärte jedoch der Gemeinde- Konzipienten Bartschat mit dem Antrage geklagt, ihm die Bes dient, emporgewunden und in die richtige Lage gebracht. Gestern Borsteher, daß er dieselben auf Grund der Landgemeinde- forgung fremder Rechtsangelegenheiten zu untersagen, weil B. früh waren bereits am westlichen Pfeiler zwei Eisenträger ordnung beanstande, weil weil fie geeignet seien, seien, die eine unzuverlässige Person sei. Letteres schloß der Kläger von je fünfzehn Bentitern Gewicht emporgewunden, als plöglich Intereisen der Gemeinde Friedenau zu beraus den Bestrafungen des Beklagten. Bartschat war unter die Winde versagte. Um das Hindernis zu beseitigen, wurde auf der einen Seite mit eisernen Brechstangen nach eben. Die Gemeinde Vertreter erhoben zwar sofort entschieden Anderm wegen gemeiner Vergehen( Meineid) mit drei Gemeinde Vorstehers, Jahren 8uchthaus bestraft worden. Der Kreisausschuß in geholfen. Hierbei bekam jedoch die entgegengesetzte Seite das Ueber- Einspruch gegen dieses Vorgehen des das unzweifelhaft von Landrath veranlaßt worden sei, um Tilsit untersagte es denn auch dem Manne, feinen Gewerbebetrieb gewicht, und sowohl das Gerüst wie auch die beiden oben liegenden Friedenau im Kreise festzuhalten. Der Gemeinde- als Schriftkonzipient weiter auszuüben und der Bezirksausschuß wies Eisenträger stürzten herab. Wie stark der hierbei wirkende Schlag Borsteher hielt jedoch die Beanstandung aufrecht, worauf die Ver- die hiergegen eingelegte Berufung zurüd. Seine gegen die Abwar, erhellt daraus, daß die zehnzölligen Gerüstbäume durchbrachen. Die Eisenträger durchschlugen die in unmittelbarer Nähe befindliche tretung jofort beschloß, schon am Montag eine abermalige Sigung weisung eingelegte Revision begründete der Beklagte wie folgt: Er öffentliche Bedürfnißanstalt, in der sich glücklicherweise niemand be- abzuhalten, um in derselben die Beschlüsse erneut zu fassen und bei habe stets treu zu König und Vaterland und er bedauere feine Vorstrafen. Bei den fand. Hätte diese Baulichkeit den Fall der Eisenträger nicht ge- abermaliger Beanstandung gegen diese beim Streisausschuß Klage zu standen, Außerdem wurde gleich legten Freitag eine legten Reichstagswahlen habe er eifrigst für hemmt, so wäre ein in unmittelbarer Nähe anternder Kahn davon Deputation von vier Gemeindevertretern zum Regierungs- die konservative Partei agitirt und sich die getroffen und vernichtet worden. Menschen wurden durch den Unfall Präsidenten in Potsdam entsandt, um bei demselben über das größte Mühe gegeben, für ihren Kandis Verhalten des Gemeindevorstehers sowie auch des Landraths Be- daten Stimmen zu werben. Wenn er den Prozeß vers Der Spreetunnel zwischen Treptow und Stralau wurde am ich werde zu führen, und der Regierungspräsident hat nach Auf- lieren würde, müßte er dieser Partei seine Straft entziehen. Das Ober- Verwaltungsgericht( Senat III) tam nach längerer Donnerstag von dem Polizeipräsidenten v. Windheim eingehend besnahme eines Protokolls die Zusage ertheilt, daß Beide zur Erklärung fichtigt. Der Tunnel ist jetzt in der Hauptsache fertig, und die Ab- darüber aufgefordert werden sollen, weshalb sie der Ein- Berathung noch nicht zu einer Entscheidung. Das Urtheil soll den dichtungsarbeiten sind beendet. Es fehlen noch einige fleinere gemeindung Friedenau's in Schöneberg Widerstand entgegen- Parteien schriftlich zugestellt werden. Arbeiten, die voraussichtlich im Laufe dieses Monats beendet sein sezen. Versammlungen. werden. Dann soll der Tunnel von dem Minister der öffentlichen nicht verlegt. Arbeiten und den Mitgliedern der königlichen Eisenbahn- Direktion Berlin als der Aufsichtsbehörde besichtigt werden. Marder vermuthet. = V gea ge Die beiden Opfer der Eisenbahukatastrophe beim Bahnübergang Steinstücken, Bierfahrer Dürre und Schuhmacher Senst die Handelshilfsarbeiter hielten am 7. d. M. in den Arminaus Nowawes, sind gestern dort beerdigt worden. Der dritte Ber- hallen ihre Mitgliederversammlung ab, in welcher der ReichstagsAufsehen erregte vorgestern Nachmittag gegen 41/2 Uhr die Fest- unglückte, Musterzeichner Hermann Lüdecke befindet sich noch im Abgeordnete Schwarz über die sozialpolitische Debatte im nahme eines Mannes auf dem Postamt 4 am Stettiner Bahnhofe. Oberlinkrankenhause zu Nowawes. deutschen Reichstag referirte. Redner erörterte eingehend den StreifHier wurden in der letzten Zeit mehrfach postlagernde Briefe von Weißenfee. Das zweite Mal innerhalb eines Jahres brannte erlaß des Grafen Posadowsky, das Verhalten der bürgerlichen allen die Arbeiterschaft interessirenden Fragen waren. Erst fürzlich wurde eine Dame dabei erwischt. Vorgestern Nachs Freitag in der Bündwaaren Fabrit von A. Lange in und kommt sodann auf die Zuchthausvorlage zu sprechen, Leuten abgeholt, die dazu, wie sich später herausstellte, nicht befugt es Bündwaaren- Fabrit Parteien au die in der nächsten Zeit dem Reichstag zugehen soll. mittag übergab man der Polizei einen Mann, in dem man einen der Feldtmannstraße. Ein Holzschuppen, der als Laboratorium diente, und kommit sodann auf die Zuchthausvorlage zu sprechen, wurde vollständig vernichtet. Der Schaden trifft den Besizer um so schwerer, als er weder Gebäude noch Materialien versichert hatte. Eingehend behandelte Redner die Invaliditäts- und UnfallDie Feuerwehr, wie bemerkt werden muß, eine freiwillige, traf ein, versicherung und ermahnt zum Schluß, die Arbeiter- Organi sich nunmehr der Inhaber der Fabrit dazu verstehen, an Stelle des Es entfaltete sich nunmehr eine rege Diskussion, an der sich Arndt, als nur noch ein Trümmerhaufen vorhanden war. Jedenfalls wird fationen zu stärken. Der reiche Beifall bewies, daß der Vortragende es verstanden hatte, den Zuhörern aus dem Herzen zu sprechen. Schuppens ein massives Haus als Laboratorium zu errichten. Geflügeldiebe statteten dem Taubenboden in der Sedanstr. 7 Straube, uthes und Rhein betheiligten. Den Dresdener einen Besuch ab und entwendeten 10 Tauben. In der Eile ver- Berurtheilten wurden 50 M. bewilligt. gaßen erstere jedoch eine zu ihrem Zweck gebrauchte Laterne und Streichholzschachtel mitzunehmen. Man hofft, die Diebe hierdurch ermitteln zu können. Eine Reihe hiesiger Grund- und Hausbefizer haben den überaus löblichen Vorsatz gefaßt, in ihren Kreiſen dahin zu wirken, daß eine Regulirung und bessere Instandhaltung der Bürgersteige playgreift. Die Nothwendigkeit hierzu wird kein Mensch bestreiten, hoffentlich folgen diesen guten Vorsägen die entsprechenden Thaten! Abgenutzte Zehn- und Fünfpfennigftücke, die durch längeren werden jetzt von den Verkehrsanstalten eingezogen, um nicht wieder Gebrauch an Gewicht und Erkennbarkeit erheblich eingebüßt haben, verausgabt zu werden. Auf der Straße eines Mädchens genesen ist Sonnabend Morgen furz nach 5 Uhr eine taubstumme Frau Anna Wilke, die beim Früh raicht wurde. Bäckerjungen holten die erforderliche Hilfe und Mutter und Kind wurden sodann mit einem Kopp'schen Rettungswagen nach der Charitee gebracht. Beide befinden sich sehr wohl. Eine Droschke im Landwehrkanal. Auf der Mödern- Brüde wurde in der Nacht zum Sonnabend das Pferd einer Anzeiger droschke schen und stürzte mit dem Wagen vom Halleschen Ulfer in den Landwehrkanal, nachdem der Kutscher sowie der Fahrgast vorher Herausgesprungen waren. Pferd und Wagen wurden bald von Mannschaften der Feuerwehr herausgezogen. Soziale Rechtspflege. Die Garderobe im katholischen Vereinshause. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 13. Februar Abends 82 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Bortrag von Frau Zepter: Welchen Werth hat die Bildung für die Arbeiterin." Gäste willkommen. Der Vorstand. g Vermischtes. Zu dem angeblichen Funde von Ueberresten der Andrée schen Nordpol- Expedition wird aus Malmö berichtet: Der Bruder Andrée's, Direktor Andrée, erklärte einem Berichterstatter der Malmö Tidningens", daß er der Nachricht aus Krasnojarsk von der Auffindung eines Ballons und dreier Leichen Auf der Bühne wurde am Freitag Abend um 1/210 Uhr die Garderobier M. Hlagte beim Gewerbegericht gegen den Pächter einen Glauben schenke, weil die Gegend bewohnt und deshalb nicht Kommandantenstraße verhaftet. Sie hatte vor einigen Monaten in auf Gewährung einer Entschädigung von 120 m. unverehelichte Sängerin Klara Weinert in einem Variété in der des katholischen Vereinshauses, Restaurateur Krebs, gut anzunehmen sei, daß die Leichen und der Ballon während 11/2 Jahre unbeachtet gelegen hätten und weil bei einem durch Der Kläger Sturmwind verursachten Unfall der Ballon und die drei Leichen nicht einem Spandauer Variété einem Herrn, der in bezechtem Zustande M. machte geltend, er fet ohne rechtlichen Grund plöglich war, ein Portemonnaie mit einem größeren Geldbetrage entwendet entlassen worden. Herr Krebs erhob zunächst den Einwand der auf demselben Blaze zu finden gewesen wären. und wurde feit dieser Zeit stedbrieflich verfolgt. Es war in Erund wurde seit dieser Zeit steckbrieflich verfolgt. Es war in Er- Unzuständigkeit, den er damit begründete, daß M. als Garderobier Unglück auf der Saujagd. Auf einer Saujagd bei Falkenfahrung gebracht worden, daß die Betreffende unter dem Namen selbständiger Gewerbetreibender gewesen sei. Für jede ihm an- berg wurde Graf Hahn- Praschma auf Rogau von einem angeschossenen Claire Gladé in einem Berliner Variété auftrete und unangemeldet vertraute Garderobe, habe er 5 Pf. von der Einnahme behalten starken Keiler angegriffen und bei starkem Blutverlust zwar sehr tönnen. Ferner wandte der Beklagte ein, daß er berechtigt gewesen schwer, aber nicht lebensgefährlich verwundet. Aus Paris berichtet der Telegraph: Wie der Figaro" meldet, wäre, M. zu entlassen. Dieser habe sich wiederholt geweigert, ihn und eine Dame, die ihren Umhang verloren glaubte, in den Garderobenraum erfchoß ein junger Attaché der hiesigen chinesischen Ges hinein zu lassen; und als der Beklagte doch die Garderobe mit der sandtschaft im Verfolgungswahn den ersten Sekretär der GeDame betreten habe, da hätte Kläger erregt geäußert, nun tönnte er fandtschaft Lien- Yang. Hierauf tödtete er sich selbst. in der Elsasserstraße wohne. Auch am Sonnabend fam es zu einent schweren Busammen sto i zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Arbeitsfuhrwert. Das Unglück ereignete sich Bormittags 10 Uhr vor dem Hause Reichenbergerstraße 49. Dem Arbeitswagen wurde die Stange ge Briefkasten der Redaktion. Der A. B. T. Die Fragen sind ganz unverständlich. 203. H. Meitt. Müllerstr. 100. Sie können die Zwangsvollstreckung vornehmen lassen. Beklagter kann aber aus dem geschilderten Sachverhalt Einwendungen erheben. Witterungsübersicht vom 11. Februar 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm WindBunpa Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° C. 40 R. Stationen Barometer= stand mm Wind: richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 15°.= 4° 9. [ onebies Eigenthum derselben. Gen ohnedies Eigenthum derselben. Ju Uebrigen können sie gar nichts thun. Der Vertrag wäre ohne Weiteres anfechtbar. Y. Ja.-H. Nein. Sch. 22. Ihre Frau muß sofort unter Beibringung einer eidesstatt: H., Eisenbahnstraße. Dazu sind die beiden Töchter verpflichtet.-lichen Bersicherung Antrag auf Einstellung der Zwangsvollstreckung stellen. August 40. 1. Ihr Gegner wird vermuthlich nur zu einem ganz geringen 2. K. 16. 1. Nein. 2. Ja. R. 109. Dazu sind Sie überhaupt Theile der Kosten verurtheilt sein. 2. Es wird bei Ihnen deshalb Zwangs- nicht verpflichtet, können vielmehr Lohn beanspruchen. D. Sch. vollstreckung vorgenommen. A. 11. Nein. D. E. B. Wiederholen Richter hat Recht. Original 19. 1. Auf Grund eines Gerichtsbeschlusses, Sie sofort die Anfrage. G. R. 100. Nein. J. F., Swinemünder: ia. 2. Nein. F. C. 27. 1. Nein. 2. Nein. H. R. 73. Es bleibt R. S. 1. An fich ist nur der Weg der Klage übrig.- A. F. 770. Sie müssen vorher Antrag an ftraße 77. Nur wenn Sie ein Verschulden trifft. die Klage zulässig, wird aber vermuthlich abgewiesen werden. 2. Etwa das Polizeipräsidium stellen und die Erlaubniß abwarten. K. 1. Die 72. J. E. Dies ist nothwendig. Ein diesbezüglicher Sandlung des Betreffenden entspricht durchaus dem Gesetz. M. L., Antrag ist beim Amtsgericht zu stellen, schriftlich oder mündlich: Gesundbrunnen. Ihre Ansicht ist richtig. N. N. Er fann auch A. H. Potsdam. 1. Sie müssen den thatsächlichen Schaden auch von dort jederzeit Entlassung fordern. A. D. 1. Ja. 2. Ja. Swinemde. 757 SS 3 heiter 2 bedeckt E. R. 72. 1. Finderlohn steht Ihnen zu. seiner Höhe nach nachweisen. 2. Wie zu 1. 3. Ja. 4. Nein. 5. Nein. 2. Er muß das Wort er: Hamburg 757 SW 3hth. bed. 3eiter G. O. 10. 1. Nein. bitten. Gerlach. Ja. R. 100. Sie erhalten noch Bescheid. Staats: Berlin 759 SW 2wolfen! 6. Ja. 7. Sie müssen deshalb erst flagen. 8. Nein. 8 bedeckt wenn die Krankheit durch den Dienst oder bei Gelegenheit desselben ent: anwalt beim Königlichen Landgericht I Moabit. Die Adresse des Innungs- Wiesbaden 761 SO 2 heiter 3 Aberdeen 2 wolfig standen ist. 2. Ja. 3. Ja. Geöffnet während des München 765 SS 3olkent 2 Paris 2hlb. bed. M. F. Riesa. Eine gesetz: ganzen Vormittags. Sie sind vertretungsberechtigt. ohne Einfluß. R. W. L. 69. Wien - Still Nebel-0 liche Bestimmung steht dem nicht entgegen. T. F. 56. Wenden Sie sich Nein. Emma Schröder. Ja. F. K. 16. Dazu ist der Wirth be- Wetter: Prognose für Sonntag, den 12. Februar 1899. an den deutschen Konsul in dem betreffenden Ort. Ist kostenlos. rechtigt. 2. Bleichner. Die Wittwe hat Anspruch auf Erstattung der Warm und vielfach heiter, zeitweise wollig bei mäßigen südwestlichen A. M. 36. Die von Ihrer Frau in die Ehe eingebrachten Sachen sind Hälfte der Beiträge, wenn mindestens für 5 Jahre Beiträge entrichtet sind. Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. 10 M. 3. Jst für die gestellte Frage Korbmacher 58. 1. Nein. 2. Nein. Schiedsgerichts ersehen Sie aus dem Adreßbuch. An Achtung! Genossinnen und Genossen!, Deutscher Holzarbeiter- Verband die beiter Morbits Sonntag, Februar, Abends 6 Uhr, im Kösliner Hof Röslinerstr. 8: Seffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1/1 1. Vortrag der Genossin Ottilie Baader über: Proletarierkinder. 2. Diskussion. Die Vertrauensperson. Achtung! 2. Wahlkreis. Achtung! Sonntag, den 12. Februar 1899, Abends 62 Uhr, bei Zubeil, Lindenstrasse 106: Oeffentl. Derlammlung. Tages Ordnung: Bortrag des Herrn Dr. Weyl über: Sozialhygiene. Nachher: Tanz. [ 210/8 Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 14. Februar 1899, Abends 8 1hr, in Schulz' Salon ( früher Martens), Friedrichstraße 236: Versammlung. ( Zahlstelle Berlin.) Montag, den 13. Februar, Abends 84 Uhr: Bezirks= Versammlungen. Süden und Südoften:„ Märkischer Hof", Admiralstr. 18c. Tages Ordnung: ! 5 Haparanda 753 O 9 Petersburg 762 SO Cort 742 SSW 741 SW 759 S Deutscher -12 -17 10 27087 Behufs Gründung eines Kranten Metallarbeiter-Verband unterstützungs- Vereins ladet der Unterzeichnete die Arbeiter Moabits zu einer Besprechung im Lokal des Herrn Renfer, Beuffelstr. 23, Sonn tag, den 12. Februar, 5 Uhr Nachmittags ein. Zahlreiches Erscheinen erwartend J. A.: R. Rehbein. 7816 1. Bortrag des Reichstags: Abgeordneten Genoffen Rosenow über: Gesang- Verein heiten. Arbeiterbewegung früher und jetzt". 2. Diskussion. 3. VerbandsangelegenNichtmitglieder und Frauen haben freien Zutritt. bei Zubeil, Westen u. Südwesten: Lindenstraße Nr. 106. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Metzner. 2. Das Ueberstundensystem der Firma Prächtel und ihre Lieferanten. 3. Verschiedenes. Wedding und Gesundbrunnen: im Lokale des Herrn Kanbe( Kolberger Salon), Kolbergerstr. 23. Tages Ordnung: schiebenes.- Gäste, auch nichtmitglieder, haben Zutrit 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und VerRosenthaler und Schönhauser Vorstadt: Schwedterstraße 23 bei Wernau. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Hoffmann über: Himmel und Hölle und Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Th. Schwarz ihre Bewohner". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Vernheiten und ( Lübeck) über die politische Lage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 238/3 fchiedenes. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Frauen und nichtorganisirte Kollegen haben Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich um 8½ Uhr eröffnet. III. Wahlkreis. Donnerstag, den 16. Februar 1899, Abends 8 Uhr: Volks- Versammlung 213/1 in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11-12: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Nosenow über Dienstag, den 14. Februar 1899: Often und Nordosten: Straußbergerste. 3. Tages Ordnung: bei Mann, 1. Vortrag des Genossen Sassenbach über: Freimaurerei". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Frauen und Nichtmitglieder haben Zutritt. Die Versammlung wird präzise 8 Uhr eröffnet. Die Zahlstelle 25 ist am 11. Februar von Langestr. 46 nach Frucht: straße 20 bei Zimmerling verlegt worden. Friedrichsberg: bei Heinecke, Friedrich Karlstr. 11. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen der Wertstatt Posewert, Frankfurter Chauffee 121, insbesondere der Kollege Rettig hiermit ein geladen. Friedrichsfelde: bei Bube, Prinzen- Allee 30: Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Carl Diek über:„ China, Land und Leute". Die deutsche Bauernbewegung von 1525, ihre Ursachen und Wirkungen." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste sehr erwünscht. 245/3 Der Vorstand. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 13. Februar cr., Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Vortrag von Frau Zepler: Welchen Werth hat die Bildung für die Arbeiterin? Diskussion. Gäste willkommen. Der Vorstand. Achtung, Maler! Dienstag, den 14. Febr., Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Der Bauarbeiter- Kongreß in diesem Jahre und die Stellung der Berliner Maler dazu und eventuelle Wahl der Delegirten. 3. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Parkettbodenleger. Montag, 13. Februar, in den„ Sprechallen", Moabiter Brücke: Dersammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Kommission. Achtung! Perlmutt- Arbeiter. Achtung! Am Mittwoch, den 15. Februar 1899, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstraße 26: TES Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Der Kampf der Arbeiter um bessere Existenzbedingungen". Referent Kollege Mohs. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Berſchiedenes. Holzarbeiter! 126/1 Am Mittwoch, den 15. Februar, Abends 8 1hr, Der Vertrauensmann der Maler Berlins und Umgegend. Achtung! Sattler Charlottenburgs! Donnerstag, den 16. Februar, Abends 8 1hr, im Saale Bismarcks: höhe, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39: in der Brauerei Friedrichshain: Oeffentl. Versammlung der Holzarbeiter. Tages Ordnung: Große öffentl. Sattler- Versammlung. 2. Distuffion. 1. Bortrag des Reichstags: Abgeordneten Karl Kloss- Stuttgart. Tages- Ordnung: 1. Nuzen und Zwecke der gewerkschaftlichen Organisation. Referent: Kollege Sassenbach. 2. Gründung einer Verwaltungsstelle. 3. Verschiedenes. 7416 Der Einberufer. ,, Hülfe" zu Berlin. Krankenkasse für Deutschland( E. H. 133). Der Vertrauensmann. Tapezirer. 77/7 ,, Einig" ( Verwaltungsstelle Berlin.) Todes Anzeige. = Am Freitag, den 9. d. M., verstarb an der Schwindsucht unser langjähriges Mitglied der Schmied 0. Möller. Ehre seinem Audenken. Die Beerdigung findet Montag, den 13. Febr., Nachm. 4 Uhr vom Krankenhaus Friedrichshain nach Wihelmsberg statt. Die Ortsverwaltung. 7236 Verband aller i.d. Kürschnerei sucht stimmbegabte Herren als Mit: glieder. Uebungsstunde Dienstag Abend von 9-11 Uhr, Restaurant Scheere, Blumenstr. 38. Goldene DamenUhren von 16 Mk. an. Uhren, Goldwaaren. G.Wagner, Skalitzerstr. 126 , nahe Kottbus.Th. Billiger wie in jed. Laden Die Beleidigung gegen Alfred Kühne, Einsetzer, nehme ich hier: mit zurück. M. Schlodder. Rechtsbureau d. Kgl. Gerichtssekretärs a. D. für Bibit und Strafsachen Liegnitzerstr. 30. beschäft. Arbeiter und Arbeite: rinnen Berlins und Umgegend. Montag, den 13. Februar, abends Uhr im Restaurant Feind, Beinftr. 11: 8 Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Wollheim über: Naturerfenntniß und Weltfortschritt." 2. Diskussion. 3. Lokalfrage. 4. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht 93/2 Der Vorstand. Kostenlose Auskunft v. 3. verkaufenden Geschäften all. Art. Neanderstr. 16, Helm. Achtung! Schuhmacher. Am Montag, den 13. d. M., Abends 8½ Uhr finden [ 169/6 2 öffentl. Schuhmacherversammlungen 169/6 statt: Für den Westen im Nenen Klubhaus, Kommandanten straße 72. Schooß- und Schäftebranche. 2. Die gegenwärtigen Lohn- und ArbeitsTages- Ordnung: 1. Schlußabrechnung der Agitationsfommiffionen der verhältnisse in den Geschäften der Friedrichstadt. Die in der Schäftebranche thätigen Kollegen werden ersucht, an dieser Versammlung theilzunehmen. Für den Osten und Norden im Englischen Garten, Alexanderstr. 27b. gegenwärtigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den mechanischen Fabriken. Tages- Ordnung: 1. Schlußabrechnung der Agitationsfommission. 2. Die Die Beitragssammler find in den Versammlungen anwesend. Umt regen Besuch bitten Die Einberufer. Achtung! Zimmerer. Achtung! Freitag, den 17. Februar, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung ber Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2, Hamburg). Ortsverwaltung Berlin. T.- D.: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1898. 2. Wahl der Revisoren, 3. Anträge zur Generalversammlung. 4. Junere Rassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. 259/2 Der Vorstand. J. A.: August Grufe, Barnimstr. 41a. Achtung! Textilarbeiter. ( Filiale I. Berlin.) Am Montag, den 13. Februar, Abends 8 1hr bei Wilke, Andreas Strasse Nr. 26: Versamm mmlun Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen. 4. Verschiedenes. 197/4 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter! Hausdiener, Kutscher! Heute, Sonntag, 12. Februar, Abends präz. 6 Uhr: Große öffentl. Versammlung im„ Englischen Garten", Alexanderstraße 27 c. Tages Ordnung: 1. Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstage auf Abänderung des§ 316 des Str.-G.-B. betreffend die Gefährdung der elektrischen Bahnen. 2. Diskussion und Beschlußfassung. 3. Wahl der Delegirten zum Mittwoch, den 15. Februar, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Einigungskongreß in Leipzig. Kommandantenstraße Nr. 20: Kombinirte Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitationsfommission und Berathung des Streikreglements. Die ordentliche Generalversammlung findet statt: am 2. Verschiedenes. 5. März d. 3., Mittags 12 hr in Berlin im Panorama: Restaurant, Neue Friedrichstr. 23. Tages Ordnung: a) Borlegung und Genehmigung des Geschäfts: Achtung! berichtes für 1898. b) Grtheilung der Entlastung für den Vorstand und c) Bestätigung des Revisors und Genehmigung seiner Bezüge. Legitimation erfolgt durch Beitrags Duittung vom März und Berlin, den 8. Februar 1899. Mitgliedsbuch. Der Vorstand. 177/4 Achtung! Volksversammlung Mittwoch, den 15. d. M., Abends 8½ Uhr, GesundH. Hennig. F. Berringer. brunnen. Niederschönhausen- Pankow. in Ballschmieder's großem Saal, Badstr. 16: Das erste Naturheil- Krankenhaus in Deutschland. Dienstag, den 14. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Wie stellen sich die Mitglieder der Krankenkassen hierzu? Thiele, Niederschönhausen, Bismarckstr. 44: Volks- Versammlung Tages Ordnung: 1. Die bürgerliche Gesellschaft und die Sozialdemokratie. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genoffe Rosenow. Referenten: Frl. Minua Kube, Dr. Lutze, Professor Förster und andere. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Einberuferin: M. Kube, pr. Naturheilkundige, Charlottenburg, Berlinerstr. 125. 2. Die Koalitionsfreiheit der Arbeiter im„ Berliner Lokal- Anzeiger". 701b Im zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Zähne 2 M. 7646* 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Theilzahl. wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7 Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages ist zu dieser Versammlung eingeladen. 75/3 Bahlreichen Besuch sehen entgegen Die Vertrauensleute: Oertel und Wolf. Nach der Bersammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Achtung, Stockarbeiter! Am Montag, den 13. Februar 1899, Abends 8% Uhr, bei Stechert, Andreasstr. 21: Oeffentliche Versammlung der Stockarbeiter. Tages Ordnung: 1. Der Streit bei der Firma Gebr. Noa, Dresdenerstraße 38. 2. Verschiedenes. 176/6 In Anbetracht dieser wichtigen Angelegenheit erwarten wir jeden Kollegen pünktlich. Der Vertrauensmann. Grünau. Stockfarbeiter Grünan. Berlins und Mmgegend. Sonntag, den 19. Februar 1899: Winterausflug nach Grünau. Treffpunkt: Nachmittags 3 Uhr im Lotale von G. Lindenhayn, Mitgliedstarte legitimirt, An alle Schichten der Bevölkerung Berlins! Montag, den 13. Febrnar, Abends 8% Uhr: Parteigenoffen und Genoffinnen 3000 Rollen Dachpappe, Achtung! Holzarbeiter. 7166 empfehle meine Buchdruckerei Schaalbretter, Leisten, Dachlatten, fo und Buchbinderei.[ 9232 fort billig zu verkaufen. Saubere Ausführung. Solide Preise. M. Rühle, Rottbuser Damm 22. Constantin Janiszewski, Kinderwagen Dresdenerstr. 38, 2. Hof part. rechts. Fernsprecher Amt IV 1067. Gr. öffentliche Versammlungen möbelverkauf für Männer und Frauen in den Lokalen Konzerthaus Sanssouci, Kottbuser Straße 4a, und Aktien- Brauerei Moabit, Thurmstraße 25/26. Tages- Ordnung: Der Kampf ums Recht in dem Berliner Lokal- Anzeiger", Herr August Scherl und das Gewerbegericht. Oranienstraße 73, an der Rout mandantenstraße( früh. Schüßenstr. 2), in meinen vier Stagen hohen Fabrit gebäude, großes Möbel- Spezialgeschäft für fleine und mittlere Wohnungs gut erhalten, Preis 14 M. G. Müller, Röslinerstr. 5, Querg. r. 1 Tr. 3 Damen: Masken Anzüge zu berleiben ev. zu verkaufen. 780ɓ Klee, Lehrterftr. 43. Ladeneinrichtung vert. billig w. Geschäftsaufg. Obstgeschäft, Linkſtr. 38. 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M., Abends 8½ Uhr: Wolks- Versammlung 215/3 in Keller's Lokal, Koppenstraße Nr. 29. # Tages Ordnung: Die neuesten Dresdener Zuchthäusler und die reichstrenen Knüppelhelden. Referent: Genoffe Ad. Hoffmann. Achtung! Der Vertrauensmann. 6. Wahlkreis. Achtung! Donnerstag, den 16. Februar, Abends 8% Uhr: Volksversammlung im Kösliner Hof, Rösliner Straße Nr. 8. Tagesordnung: Unsere Rechtszustände. Referent: ReichstagsAbgeordneter Wilhelm Liebknecht. Zahlreichen Besuch erwarten Achtung! Die Vertrauenslente des 6. Kreises. Maurer. Achtung! 219/15 Mittwoch, den 15. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstr. 106: Baudeputirten- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über den Werth der inneren Einrichtung unserer Organisation. Referent: Genosse Maass. 2. Diskussion über die am Sonnabend beginnenden Sammlungen zum Streiffonds, sowie über die weitere Verausgabung der Sammelfarten. NB. Da in dieser Versammlung ein Flugblatt verausgabt wird, ersuchen wir die Kollegen eines jeden Baues, in derselben zu erscheinen. Die arbeitslofen Kollegen bitten wir, sich am Donnerstag oder Freitag in den bisherigen Stempelstellen in Besitz der Flugschrift zu setzen. 131/10 Die Lohnkommission. J..: Karl Panser. Allen Kollegen, Freunden und Betannten mache hierdurch die Mit Tägl. v. morgens 8 bis abends 11 Uhr theilung, daß ich die Destillation und Restauration des Hrn. Thiele, Rummelsburg, Thürrschmitstr. 37, Ecke Mozartstr. Täuflich erworben habe und bitte um gütigen Zuspruch. Auch ist daselbst ein Bereinszimmer mit Piano zu vergeben. August Radloff, Maurer und Buzzer. Partei- Vereinslokal 7726 mit Garten, nachweislich rentabel, verkäuflich. Näheres, Konitoir Holzmarktstr. 40, pt. v. 9-7, Sonnt. 10-12. Vereinszimmer 7005 als Zahlstelle für Gewerkschaften geeign. bet A. Zarges, Christburgstr. 13. Saal und Vereinszimmer zu vergeben. 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Sodann verliest Dupont bliden, aber auch nicht anstehen, ,, Lokal- Anzeiger". die Kollegenschaft selbst einen Aufruf an die an Bauten beschäftigten Bildhauer, sich mit verantwortlich zu machen, wenn dadurch eine Agi- an der Bewegung der Bauarbeiter zu betheiligen und Die Wirksamkeit des Boykotts, den die Berliner Arbeiterschaft über tation auf politischem Gebiete in unseren Reihen hintan- Mittheilungen über Mißstände auf Bauten an die gewählten den Lokal- Anzeiger" verhängt hat, macht sich namentlich in Ga stgesezt wurde. Die vom Vertrauensmann unterlassene öffent- Konmnissionen gelangen zu lassen. Der in diesem Jahr tagende wirthstreisen ganz empfindlich bemerkbar. In der letzten Ver- liche Bekanntmachung der heutigen Versammlung im Vor Bauarbeitertongreß soll von Bildhauern beschickt werden ſammlung des Vereins der Berliner Weißbierwirthe wurde wärts" bedeute„ Ausschluß der Oeffentlichkeit" und daher resultire und wurden Red, Pfarrer und Dietrichsen ernannt, die Der Bericht lebhafte Klage darüber geführt, daß jene Wirthschaften, die dieses der schwache Besuch der Versammlung, dies müsse in Zukunft unter nöthigen Vorbereitungen zu den Wahlen zu treffen. Organ noch weiterführen, geschäftlich durch das allen Umständen vermieden werden. Nach der Berichterstattung des der Kommission zur Verwaltung der Bildhauer Zeitung" wurde bis Fortbleiben der Kunden schwer geschädigt würden. Delegirten zur Gewerkschaftstommission, Göt, erstattet Winkler zur nächsten Versammlung zurückgestellt. Ebenso die Diskussion über Hierzu müsse der Verein Stellung nehmen. Es kam jedoch nicht den Bericht des Internationalen Agitationsfomitees. Die Ein- die geplante Gründung einer Zwangsinnung der Bildhauer. In dazu, weil vom Vorstandstische erklärt wurde, daß die Regelung der nahmen betrugen im Vorjahre für die Swede der Kommission dieser Angelegenheit soll erst untersucht werden, ob das Projekt der Augelegenheit jeden einzelnen Kollegen überlassen bleiben müsse. 773,38 M., die Ausgaben 146,86 m., so daß ein Bestand von Junung seiner Verwirklichung entgegengeht. Der Ertrag der auch Diese Erklärung des Vorstandes finden wir höchst verständig. 626,52 m. verbleibt. Die Agitation erstrecke sich besonders auf am Schluß der Versammlung fortgesetzten Tellersammlung wurde Sie mag von der Erwägung ausgegangen sein, daß die von Herrn Italien. Ein nothwendiges Bindeglied sei die Kommission ge- für die Dresdener Zuchthäusler bestimmt. Scherl verübten Maßregelungen namentlich in sittlicher Hinsicht so worden zwischen Deutschland, Desterreich- Ungarn, Böhmen, Rumänien, Freireligiöse Gemeinde. Heute, Sonntag, den 12. Februar, Vormittags bedenklich sind, daß sie sich nicht vertheidigen lassen und daß es Italien, Frankreich, Holland, England, Belgien, Amerika, 9 Uhr, im großen Festsaal der Berliner Ressource, Kommandantensir 57: daher moralische Pflicht der solidarisch handelnden Arbeiterschaft ist, Dänemark und Schweden. An Fachblätteru dienen der Versammlung. Freireligiöse Vorlesung. Um 11 Uhr Vormittags ebendaselbst: sich solchen Wirthen, die den Lokal- Anzeiger" troß alledem noch Agitation die Bildhauer- 3tg."" Das Bulletin"," Beeldhouwer", Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille:" Das Band, das die Einzelmenschen weiter auslegen, mit der in diesem unerhörten Fall nun einmal noth- l'Operaio Italiano" und" Statistical report". In der Diskussion verbindet." Gäste willkommen. wendigen Schärfe gegenüber zu stellen. wird der Kommission anheimgegeben, mehr Gelder als bisher für Samariter Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Heute Die Berliner Arbeiterschaft wird angesichts des bisher errungenen Agitation zu bewilligen. Nachdem dem Vertrauensmann und dem Nachmittag 6 Uhr bei Neumann, Brunnenstr. 150: Vortrag des Herrn Streifzüge in der modernen Medizin." Erfolges in der bewährten Kampfestaftit fortfahren und überall, wo Internationalen Agitationskomitee Decharge ertheilt wurde, werden Dr. Alfred Bernstein über: Nachher: Geselliges Beisammensein. Montag, den 13. Februar, Vers fie ihre Macht fühlbar machen kann, nach der Parole handeln: gewählt als Vertrauensmann Otto Krippable; als Delegirter fammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Dr. We y I spricht Fort mit dem Lokal Anzeiger", fort mit dem Blatt, zur Berliner Gewerkschaftskommission Winkler, als dessen Ersatz- über„ Gefahrdrohende Krankheitszustände". dessen Verleger das Koalitionsrecht des Arbeiters mit Füßen tritt! mann rippable. Zu Revisoren werden Donath und Allgemeine Familien- Sterbe- Kaffe. Heute Bahltag: Aderstraße 123 Böschel wiedergewählt; desgleichen die bisherigen Mitglieder der bei Dieke. Internationalen Agitationskommission Augenfeld, 3abel, 3entral- Kranken- und Begräbnißkaffe für Frauen und Mädchen Kern, Schmiedel und Winkler. Der zweite Punkt in Deutschland( Eingeschr. Hilfst. 26) Verwaltungsstelle Berlin I. Montag, Die Bildhauer hielten am 7. b. M. eine öffentliche Verfamm- der Tagesordnung, Stellungnahme zur Anstellung den 13. Februar, Abends 81/2 Uhr, Mitglieder- Versammlung in Rautenberg's Festsälen, Oranienstr. 180: Vortrag des Herrn Dr. med. 3 adet über: fung ab. Der erste Punkt der Tagesordnung wurde ausgefüllt mit zweiten Beamten im Berliner Gewerkschaftsbureau, wurde Moderne Medizin". der Berichterstattung des Vertrauensmannes, des Delegirten zur nach kurzer, fachlicher Debatte durch Annahme folgender Vergnügungsverein Alemania. Heute: Gesellschaftsabend im Eng Berliner Gewerkschaftskommission und des Internationalen Agi- Resolution Winkler's erledigt: Die Versammlung erklärt sich im lischen Hof, Neue Roßstraße 3. Anfang 6 Uhr. Gäste willkommen. tationskomitees der Bildhauer. Der bisherige Vertrauensmann Interesse einer guten Fortentwickelung der Berliner Gewerkschafts- Rigdorf. Am Montag, den 13. februar, Abends 82 Uhr, findet eine Göz fonstatirte am Jahresschlusse 1898 eine Einnahme von bewegung mit der Anstellung eines zweiten Beamten im Berliner öffentliche Versammlung aller Bauarbeiter Rirdorfs in Lautner's 282,51 M. und eine Ausgabe von 184,85 M.; mithin ist ein Bestand| Gewerkschaftsbureau einverstanden und ermächtigt den jeweiligen Salon, Bergstr. 151/152, statt. Tagesordnung: 1. Die Mißstände in Baubon 47,66 M. vorhanden. Ueber eine völlig unzulängliche öffentliche Vertrauensmann der Bildhauer Berlins, bis auf Weiteres pro Jahr gewerbe und der Kongreß am 20. bis 21. März dieses Jahres zu Berlin. Agitation unter den Bildhauern äußern sich Winkler und im Höchstfalle( 100 m. mehr als bisher) 160 M. aus dem zur Ber- Referent: Reichstags- Abgeordneter Genoffe och. 2. Die Delegirtenfrage. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden im Baufach beschäftigten ArDupont kritisch, die in der Thatsache, daß im Vorjahre nur eine fügung stehenden Fonds des Vertrauensmannes an die Gewerkschafts- beiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann der öffentliche Bildhauer Versammlung, am 1. Mai, stattgefunden hat, kommission zu zahlen, event. für die Aufbringung dieser Sunime Gewerkschaften. " # Versammlungen. 0 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. ste Theater. Sonntag, 12. februar. Freie Volksbühne. Friedrich Wilhelmstädt. Theater: Jn Behandlung. 1. Abtheilung ( rothe Karten.) Anfang Nachmittags 23 Uhr. Opernhaus. Der Waffenschmied. Bergißmeinnicht. Anfang 7 Uhr. Montag: Der fiiegende Holländer. Schauspielhaus. Julius Cäsar. Anfang 72 Uhr. Montag: Don Carlos. Neues tgl. Opern- Theater( Stroll). Auf der Sonnenseite. Anfang 71 Uhr. Neichshallen. Stettiner, Sänger. Anfang 7 Uhr. い Teen Palast. Spezialitäten Vor: stellung. # Passage Panoptikum. Spezialttäten- Vorstellung. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Sonntag Nach m. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends 8 Uhr: Der Millionenbauer. Montag 8 Uhr: Ehrliche Arbeit. Dienstag 8 Uhr: Die Bürgermeisterwahl. Vorher: Unter vier Augen. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Central Theater Anfang 7 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Johannes. Montag: Fuhrmann Henschel. Direktion: José Ferenczy. Nachmitt. 3 Uhr zu halben Preisen: Leffing. Die Beche. Unter blonden Der Zigeunerbaron. Bestien. Ein Ehrenhandel. Liebesträume. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Hans Huckebein. Montag: Jm weißen Röß'l. Operette in 3 Aften von Joh. Strauß. Saffi: Lucie Engelte a. G. Bsapan: Richard Krammer a. G. Abends 712 Uhr, zum 37. Male: Berliner. Bidy. Anfang 7 Uhr. Die Puppe( La Poupée) Nachm. 22 Uhr: Othello, Mohr von Venedig. der Montag: Faust( 1. Theil) Residenz. Der Schlafwagen: Nontrolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Nachut. 3 Uhr: Jugend. Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ordonneau und Sturgeß. Musik von Ed. Audran. Montag und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Montag: Der Schlafwagen Kon Luisen- Theater trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Neues. Kraft. Anfang 7/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Die fleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Anfang 712 11hr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Schiller. Der Millionenbauer. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Ehrliche Arbeit. Westen. Das Glöckchen des Eremiten. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die weiße Dame. Montag: Die weiße Dame. Central. Die Puppe. Anf. 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Zigeuner: baron. Montag: Die Puppe. Thalia. Schiddebold's Engel. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Wildes Blut. Hierauf: All Heil! Anfang 8 Uhr. 34. Reichenbergerstrasse 34. Nachmittag 3 Uhr: Volks- Vorstellung zu kleinen Preisen. Metropol- Theater. Behrenftr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute und folgende Tage: Die kleinen Michu's. Operette in 3 Atten v. André Messager. Hierauf: Die Engelsjäger. Tanzpoëm in 14 Bildern von H. Regel und J. Bayer. Morgen und die folgenden Tage: Dieselbe Borstellung. Donnerstag: Zum 50. Male: eines Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Apollo- Theater. Concerthaus Direktion E. Waldmann. Neunter Abend: Madame Das Land der Fjorde. Yvette Guilbert. Im Hörsaal: Oberleutn. Wensky: ,, Klondyke!" Meine Reise ins neue Goldland. Ferner: Die kleinen Michu's" und" Die Montag im Theater: Das Land The black Troubadours Engelsjäger". der Fjorde. Invalidenstr. 57/62: Leipzigerstr. No. 48. Täglich: Hoffmann's Quartettu Humoristen Sonntag: Heinrich Heine u. Ein Dienstmädchen von heute Montag: Guten Morgen Herr Fischer. Dienstag: Fastnachts- Soirée und Ball vom Tyll Eulenspiegel. 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Montag: Der Kaufmann von Venedig. Belle Alliance. Anfang 8 Uhr. Der Nachruhm. Nachm. 3 Uhr: Der Schlagbaum. Montag: Der Pariser Taugenichts. Oftend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Nachmi. 22 Uhr: Neue freie Volks: bühne. Montag: Der Brandstifter. S Friedrich Wilhelmstädtisches. Das Herz von Maryland. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz. Die Sünde. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Schneewittchen und bie 7 8werge. Montag: Die Sünde. Parodie. Johann Büdler( Schinder: hannes), der Räuberhauptmann am Rhein. Anfang 7/2 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Urania. Taubenstrasse 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg lich geöffnet von 10 Uhr Vor: mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 Uhr:" Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Apollo. Spezialitäten Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Schiddebold's Engel. Bosse mit Gesang in 4 Aften von W. Mamstädt. Musit von demselben. Rouplets von Alfred Bender. Anfang 71/2 Uhr. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 12. Februar 1899. Soziales. Die Jahresberichte der bayerischen Fabrik und Gewerbe: Inspektoren sowie der Bergbehörden Bayerns auf das Kalenderjahr 1898 liegen im Druck vor. Arbeiter 7,5( im Vorjahre 7,8), der weiblichen Arbeiter über dagegen um 9,3 pCt. und die weiblichen Arbeiter über 16 Jahre 16 Jahre 20,3( i. 2. 21,5), der männlichen Arbeiter über 16 Jahre uni 1,2 pet. zugenommen. Im Handwerk betragen die entsprechenden 71,8( i. 23. 70,7). Zahlen 0,5, 3,0 und 3,8 pet. Das gegenseitige Verhältniß der Zahl Es ergiebt sich sonach eine wenn auch geringe prozentuale Ab- der männlichen und weiblichen, der jugendlichen und erwachsenen nahme der jugendlichen Arbeiter wie der Arbeiterinnen gegen das Arbeiter ist im Ganzen genommen und abgesehen von Schwankungen Vorjahr. innerhalb einzelner Gewerbegruppen ziemlich gleich geblieben. In den Handwertsbetrieben betrug die Zahl der jugend Was die Revisionsthätigkeit der Gewerbe- Aufsichtslichen Arbeiter 15,7( i. 2. 16,0), jene der Arbeiterinnen über 16 Jahre 7,2 beamten anlangt, so wurden in 8830( im Vorjahre 8091) Anlagen Die prozentuale Vertheilung der Arbeiterkategorien nach( i. 2. 7,0) und jene der Arbeiter über 16 Jahre 77,4( i. 2. 77,0) pet. 9184( i. 23. 8881) Revisionen vorgenommen, und insbesondere Alter und Geschlecht im Vergleiche zur Gesammtarbeiterschaft der Gesammtarbeiterschaft. 58,7 pct. bez. 64,2 pCt. Fabriken mit jugendlichen bez. ist folgende: Zur Zeit sind in Bayern 8031 Fabriten und 92 987 Handwerksbetriebe mit 438 247 männlichen, 90 855 weiblichen, zusammen 524 102 Arbeitern der Gewerbe- Aufsicht unterstellt. A Sela mortarbeiterschaftsorjahre haben in den Fabriken die jugendlichen arbeitet in pet, der bebeuren mehr als die pälfte biefer In den Fabriken war der Prozentsatz der jugendlichen lichen Arbeiter um 5,7 pct., die männlichen Arbeiter über 16 Jahre Betriebe. Die Geschäfts- Erweiterung des Schuhwaarenhauses Carl Stiller, Jerufalemerstr. 40, am Dönhoffplatz.19 mile Dienstag, den 14. 14. Februar er. T A nilve Eröffnung der Verkaufsräume in der ersten Etage. * 1838 Wie schon in früheren Kundgebungen angedeutet, war eine bedeutende Erweiterung der Verkaufsräume geplant. Nun ist solches zur Thatsache geworden, und Berlin ist durch modernes, diese Vergrößerung um e allen Ansprüchen genügendes Kaufhaus für Schuhwaaren bereichert. -1918 rebind tollensiastic ende, sesib at madad Wa 8.00 arasdalanilad sisilleen 0- USA- pode Es wird die geehrten Kunden der bekannten Schuhwaarenfirma Carl Stiller gewiß intereffiren, zu vernehmen, in welcher Weise die vorgenommenen baulichen Veränderungen ausgeführt worden sind, und insbesondere, aus welchen Gründen sie geschaffen wurden. Die heutigen Ansprüche au ein großes Schuhwaaren- Kaufhaus sind anderer Natur als früher. Das Publikum wünscht neben einer großen Auswahl eine rasche, prompte Bedienung und möglichst große Uebersicht über die zum Verkauf gestellten Waaren zu haben, und das mit Recht. " Wahl the tie nun Der Artikel Schuhwaaren" bringt es mit sich, daß der Verkauf derselben sich wesentlich unterscheidet von jenem für andere Bekleidungsgegenstände. Bei keinem anderen Artikel ist es für den Käufer oder die Käuferin mehr erwünscht, mit Muße und Zeit die Wahl zu treffen, als bei Schuhwaaren. Ein Uebereilen ist hier nicht angebracht, denn ein schlecht sitzender Stiefel erzeugt bekanntlich unsagbare Beschwerden. Nicht zum Wenigsten werden daher die nun vorhandenen Gesammt- Verkaufsräume des Stiller'schen Schuhwaarenhauses, welche hinsichtlich ihrer Größe ohne Gleichen in Berlin sind, dazu beitragen, den geehrten Kunden die wünschenswerthe Zeit und Bequemlichkeit zu bieten, um deren Wünsche in jeder Hinsicht befriedigend zu erfüllen. Stiller's Verkaufsräume waren bis heute gewiß schon recht anheimelnd, und sicherlich konnte Niemand über die Bedienung flagen, denn der Inhaber hatte stets sein Hauptaugenmerk auf eine rasche und dabei sachgemäße Abfertigung seiner verehrten Kundschaft gerichtet. In richtiger Würdigung dieses wichtigen Punktes war Stiller auch stets bemüht, für ausreichendes Personal zu sorgen, außerdem überwachte er stets persönlich den Verkauf, unterstützt von seiner sachkundigen Gattin, welche seit ihrer Jugend in dem Geschäftszweig thätig ist. Der ständig wachsende Verkehr in Stiller's Schuhwaarenhaus, der steigende Umsatz und das Zulegen immer neuer, moderner Sorten machte nun eine bedeutende Vergrößerung der Verkaufslokalitäten zur gebieterischen Nothwendigkeit. So hat denn das Schuhwaarenhaus Carl Stiller, mit Rücksicht auf eine noch promptere Abfertigung, sich entschlossen, die erste Etage seines Kaufhauses hinzuzunehmen, um das gesteckte Ziel, nämlich ein modernes, allen Ansprüchen genügendes Verkaufslokal zu schaffen, zu erreichen. Die bisherigen Parterre- Räumlichkeiten sind zum Verkaufslokal für Herren- und Knaben Schuhwaaren bestimmt. Beide Gattungen werden in ungewöhnlich reicher Auswahl und in nur besten Qualitäten zu finden sein, und zwar in allen möglichen zweckmäßigen Sorten. = Das Schuhwaarenhaus Carl Stiller wird für Jedermann, ob och oder Niedrig, eine reiche Auswahl in Herren- Schuhwaaren darbieten. Wer auch immer Stiller's Schuhwaarenhaus mit seinem Besuch beehrt, ist sicher, nicht nur höflich und zuvorkommend bedient zu werden, sondern auch seine Ansprüche in der denkbar vollendetsten Art erfüllt zu sehen. Nach denselben Grundsäßen ist die Einrichtung der Damen- Abtheilung in der I. Etage vorgesehen. Eine wunderbare, äußerst bequeme, von einem ersten Fachmann fonstruirte Treppe führt von den Parterre- Räumen in die erste Etage, wo in überreicher Auswahl die herrlichsten Damen, Mädchen- und Kinder- Schuhwaaren gruppirt find. Reizende und bequeme Anprobirräume harren ihrer Benutzung. Besonders trefflich geschulte Verkäuferinnen werden Alles aufbieten, um die geschäßten Damien auf das Beste zu bedienen. Das verehrte Damenpublikum wird erstaunt sein über die Mannichfaltigkeit der hier lagernden Schuhivaaren. Neben dem zierlichsten Ballschuh paradirt der elegante Straßenftiefel in allen Formen und Ledersorten. Die hübschesten Morgen- und Negligee- Schuhe sind ebenso zahlreich vertreten, wie die gediegendsten Qualitäten von Mädchen- und Kinder- Stiefeln. Das Schuhwaarenhaus Carl Stiller hält natürlich auch Lager in billigen Qualitäten. Es hat sich auch in der neuen Gestaltung zum Prinzip gemacht, Schuhwaaren für Jedermann zu führen; auch die billigen Sorten sind in entsprechend guter Qualität am Lager, da das Schuhwaarenhaus Carl Stiller nur gute Waare führt; sollte trotzdem aber wirklich einmal ein Paar Stiefel oder Schuhe nicht den Ansprüchen genügen, die man an einen dauerhaften, soliden Stiefel stellen darf, so ist die Firma Stiller in der auvorkommendsten Weise zum Umtausch oder Ersat bereit, so daß der auf Käufer alle Fälle gesichert ist. Der stetig wachsende Umsatz beweist ja zur Genüge, daß die Bestrebungen des Inhabers voll und ganz anerkannt werden, und benutzt derselbe gern die Gelegenheit, seiner verehrten Kundschaft i'n herzlichster Weise zu danken für das ihm bis jekt dargebrachte Wohlwollen und Vertrauen, gleichzeitig die Versicherung gebend, daß er stets bemüht sein wird, das Beste und Gediegendste zu mäßigen Preisen zu bieten, immer und allezeit dem Grundsake huldigend, daß nur das Beste gut genug für seine Kundschaft sei. Selbstverständlich bleiben die bishigen Einrichtungen für Maaßarbeit nicht nur bestehen, sondern erfahren durch die allgemeine Vergrößerung der Geschäftsräume gleichfalls eine Erweiterung, so daß das Stiller'sche Schuhwaarenhaus sich auch als Lieferant von Schuhwaaren nach Maß gefertigt, als obenan stehend, bezeichnen darf. 118 308 Zur Einsegnung! 08 hervorragend billige Angebote in 2868 002 000 Broad 308 221( 03) Ce To TE 100.028 TT 820 108 Telmot 003 81 88 888 8 1 808 en 9 O schwarzen und weissen 08.029( 021) 881 1880( 002) 01 008 # 20181 808 86( 0) 00 00 10 7 0 82081 veroa 090 820584 38 10 TEA 89 248 S 10294 086 20 900 08 887 10 980 00 268 FT 10 19 OF 1031) See 848( 002) 0614 815 14 c 84 018 227418 01( 000) 380 6 10 183 20 056 128 ta 22 BOT 20 10 180 46 EERS webes 080 88 18 18 18( 408) ago 200$ 19 JIA 996 06 TO 130 15 211 10 POR ESE 084 8 20 22 TO 549 100 101 0 Tina far 105 86 802 20 at SIE C0930 620 GUE 18 894 29 31000( 00gr at coe ras C toto T3 248 580 928 21 812 888 20 388 500 28 3 0C8 S Kleider- Stoffen. 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Februar 1899, vormittags. Nur die Gewinne über 110 Mark find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 99 203 38 386 94 411 653 79 884 915 77 1021 87 842 481 601 741 55 866 2227 48[ 150] 368 599 740 71 33038 40 65 189 305 467 70 72 573 652 56 797 4230 33 488 508 79 677 837 990 5399[ 150] 437 549 879 84 931 53 G024 143 368 422 97 584 647 87 749 889 7001 47 133 56 70 804 507 610 720 88 868 950 8121 51 563 675 98 785 913 9028 73 112 49[ 150] 397 478[ 200] 686 736 53 907 45 110098 128 601 788 97 807 11230 677 760 820 96 12264 339 418 655 888 980 13046 55 103 204 14 57 358 834 89 92 910 21 91[ 150] 14039 191 233.93 316 447 $ 3 623 52 705 95 877 80( 150) 962 15085 135 78 281 355 498 558 610 50 823 971 16220 321 39 83 496 524 88 675 724 925 40 86 17056 519 32 866 930 18020 164 210 331 641 45 98 710 832 58 86 93 970 19031 44 202 435 590 94 628 702 96 20198 257 94 497 763 810 975 86 96 21337 548 703 823 88 2203954 296 353 403 66 532 34 54 85 609 751 38 910 69 23007 14 281 435 62 518 627 785 854 24312 22 50 646 932 25212 345 567 936 26073 187 205 99 426 535 696 798 846 27202 37 489 535 70 78 717 875 924 38 28108 18 48 93 99[ 150] 280 98 327 41 638 42 55 96 971 29016 65[ 150] 413 67 545 643 930 68 30081 218 52 349 417 24 51 97 508 56 72 74 625 49 83[ 300] 763 31885 94 500 14 710 73 32088 97 180 286 338 535 660 760 800 33160 218 74 666 745 852 980 90 34303 466 541 45 65 35414 64 519 97 98 759 800 36199 241 73 306 13[ 200] 24 33[ 150] 446 526 60 643 742 853 37412 508 664 870 38097 169 306 37[ 200] 494 761 842 83 39008 50 292 305 75 481 629 850 933 40126 382 457 58 95 540 60 640 722 69[ 150) 947 41010 62 394 502 92 989 42221 72 358 65 447 514 664 70 848 924 59 43015 140 358 496 632 71 738 90 817 936( 1000] 50 44150[ 200] 838 902[ 150] 46 94 45006 90 327 97 528 729 39 829 32[ 150] 43 72 93 902 46148 315 34: 569 614 741 877 993 47199 354 818 29 54 963 48143 55 223 67 509 33 685 754 950 49175 409 86 553 689 95 724 40 870 50157 58 296 362[ 300] 694 700 51026 41 274 480 83 979 52011 206 834[ 150] 47 85 459 555 953 53163 414 35 70 531 61 645 54088( 1000) 129 614 755 836 58 970 55323 434 534 61 68 708 28 51 881 920 99 58069 171 96 840 662 771 842 57199 241 320 483 665 813 58 902 58379 97 626[ 300] 31 94 811 38 980 59252 507 628 82 714 904 60027 323 408 649 714 61 954 67 01190 822 414 50 67 716 45( 150) 80S 937 72 97 62042 63 223 432 581 670 880 97 971 063021 245 97 322 63 464 559 82 772[ 150] 988 64269 312 16 98 509 58 604 715 61 65347 458 518 727 39 861 909 18[ 200] 66015 284 473 84 599 604 703 60 846 57 67017 100 254 465 714 867 83 944 68155 270 822[ 150] 69498 516 763 884 954 70365 415 822 983 71048 91 95 119 21 243 375 ( 150) 486 500 722 35 42 886 918 84 72191 200 8 99 380 419 82 690 864 82 937 73353 61 480 541 57 72 83 654 97 932 43[ 150] 74096 116 529 625 718 836 67[ 150] 75166 316 420 33 91 608 26 776 930 50 60 76068 86 117 90 96 270[ 200] 389 451 98 608 22 827 56 965 7002 151 201 340 56 451 580 81 94 702 27 30 920 29 78105 51 80 250 84 326 400 42 635 854 56[ 150] 79014 20 219 85 841 77 446 521 52 871 80198 254 405 24 873 80 95 917 81081 173 261 77 80 96 350 508 664 84 748[ 150] 856 940 82092 157 67 262 344 576 639 787 815 21 940 83132 256 386 487 634 839[ 300] 913 38[ 200] 89 84309 499 513 92 659 772 805 22 23 947 85455 534 897 922 151 61 87 288 56 313 411 27 41[ 150] 62 111 24 28 427 30 46 510 706 813 50 69 991 86028 59 87027 36 88026 44 97 164 854 89083 140 62 233 37 60 382 654 886 909 90045 108 306 427 598 764 843 902 30 67 91064 213 434 673 89 720 52 841 93 92042 122 34 222 52 474 535 663[ 150] 76 939 49 S1 89 93043 275 413 51 570 618 70 810 974 94019 36 76 103 87 212 23 301 4 72 89 404 616 738 874 89 956 62[ 150] 95414 95 518 902 8 5 96206 440 544 618 956 97015 31 485 581 776 842 98016 48 80 98 118 23 370 83 440 554 672 706 60 649 99141 369 444 690 778 100042 112 73 258 77[ 200] 561 664 930 101094 233 386 467[ 150] 79 879 9S 961 102096 132 217 318 780 850 946 103141 314 21 599 605 877 104026 179 370 614 88 96 782 958 68 105299 333 413 90 513 662 94 748 49 978 106131 41 45 67 251 400 517 50 630 4 107277, 484 523 636 760 895 982 108026 59 64 133 308 457 978 109017 66[ 500] 274 345 67 447 93 635 778 96 113090 287 311 668 888 911 114069 147 214 63 353 88 534 43 94 647.740 912 115003 240 89 300 452 635 817 116162 382 453 570 90[ 300] 94 682 867[ 150) 931 70 86 117036 47 73 88[ 150] 117 21 402 87 785( 150) 913 28 118059 162 92 383 417 41 511 653 73 119074 246 47 841 65 459 555 619 1500 270 2 120290 310 21 39 497 505 57 620 56 777 843 121080 140 65 230 35 67 382 85 476 568 81 634 86 780 915 122268 364 965 79 123043 94 168 232 325 75 470 524 705 13 890 121182 362 528 698 723 54-872 944 4 125170 87.208 346[ 150] 99 474 518 65[ 150] 705 873 [ 150] 900 126196 294 388 479 95 596 1150] 910 127011 70 212 455 627 707 37 962 128285 415 84 515 34 732 823 129066 460 526 615[ 150] SS9 974 No. III. Berlin NW., Lüneburger Strasse, Ecke Paulstrasse, Stadtbahnbogen 389( Zentrallagerei). No. IV. Im Schlesischen Bahnhof, Madaistr. 22. No. V. Berlin N.( Wedding), Reinickendorferstr. 1, Eingang Schulzendorfer Strasse. No. VI. Prinzenstr. 30, zwischen Moritzplatz und Ritterstrasse. 2.Biehung d. 2.Klaffe 200. Kgl. Preuß.Lotterie.| 642 51 95[ 150] 730 76 887 906 33 115041 168 296 507 Ziehung vom 11. Februar 1899, nachmittags. Nur die Gewinne über 110 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 108 221 311 52 484 508[ 150] 743 46 53 905 94 1257 394 497 901 11 92 2104 21 327 603 20 83 721 24 828 45 3024 313 40 451 636 80 704 823 28 4404 81 753 948 5017 54 589 812 21 59 93 94 6035 37-154 501 40 611[ 150] 93 715 22 29 850 69 945 7111 202 649 905 065 70 144 204 312 46 64 539 667 772 960 96 9107 33 243 75 344 68 88 447 903 77[ 200] 10326 68 86 418 84 513 835 11029 45 139 57 235 301 41 83 680 726 895 910 12012 183 377 431 32 39 817 83 916 62 83 97[ 150] 18011 218 377 475 683 762 84 89 967 81 14050 56 143 87 359 818 900 29[ 150] 53 S2 15138 309 20 71 417 587 622 777 842 58 16033 6153 333 74 445 634[ 150] 717[ 150] 880 17036 128 201 30 78 447 850 910 59 18087 133 289 466 532 750 82 52 831 939 95 116031 213 34 464 959 117128 82 210 422 36 70 84 88 533 795 829 943 118015 153 358 593 659 865[ 200] 68 119051 147 304 67 435 38 570 631 52 66 120108 486 70 569 688 95 724 917 121199 584 789 97 122051 81[ 300] 146 98 266 98 860 123087 213 696 753 833 124123 30 268 306 15 69 94 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Berantwortlicher Redakteur: Nuauit Jacobeh in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Tb. Glode in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in Berlin.