4 Nr. 38. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Summer mit illuftrirter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1899 unter Dr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts D Berliner Volksblaff. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für polttische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Bernsprecher: Amt I, Br. 1508. Telegramm- Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Auch eine Flucht in die Oeffentlichkeit. Für die Geheimrichter des Dresdener Zuchthanskurses fucht man die erregte öffentliche Meinung zu beschwichtigen, indem fie offiziös an die Oeffentlichkeit, appellirt: Wir erhalten folgendes Telegramm: Dresden, 13. Februar. Das fächsische Regierungsorgan ,, Dresdener Journal" beröffentlicht im nichtamtlichen Theil der heute Abend erschienenen Nummer das Urtheil und den angeblichen That bestand des Bauarbeitertrawall- Prozesses. Daran schließt sich ein Hezartikel gegen die Sozial demokratie und gegen die sozialistische Reichstagsfraktion. ( Wir veröffentlichen den uns telegraphisch übermittelten Wortlaut des Aftenstücks auf der vierten Seite des heutigen Hauptblattes.) Das verbrecherische Gesetz. " M Paris, 12. Februar. Dienstag, den 14. Februar 1899. Nun ist die Reihe an dem Senat bas lekte bischen Recht auf dem Altar der Verbrecherbande zu opfern. Niemand zweifelt mehr an der Gefügigkeit des Senats. Sein Ja- Votum wird bereits ohne weiteres angenommen. Der Bündlertag. Wie alljährlich, so tagte auch diesmal die große Berliner Kriegsversammlung des Bundes der Landwirthe zur Faschingszeit im Zirkus Busch. Die heurige Versammlung indessen war offenbar nicht recht bei Stimmung. Die Lage der Landwirthschaft hat sich wesentlich ge= bessert; die Regierung an ihrer Spize die Herren Miquel und Hammerstein, der durch verstärktes Agrarierthum dem Verdacht zu begegnen sucht, gleich Null zu sein, sind ganz und gar bündlerisch gesonnen und thun für die Geliebten alles, was möglich ist; und endlich stehen keinerlei Wahlen vor der Thür, die zu agitatorischen Kraftaufwendungen nöthigen. 0 Der zweite Vorsitzende, Dr. Röficke, hielt hierauf eine Gedächtnißrede für v. Plöz Döllingen. Der Redner erwähnte gleichzeitig des Dahinscheidens des Fürsten Bismard: Uns Landwirthen war Fürst Bismarck nicht nur allein der Held, der er Allen war, uns war er noch mehr: er stand uns als unser Berufsgenosse, als deutscher Bauer menschlich nahe und war uns in inniger Verkettung der Gefimmung der geistige Wegweiser unseres Wollens, Fühlens und Denkens. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. ländischen Arbeit als das Hauptziel jeder Politik der Sammlung ausgesprochen worden war, nunmehr auch die Reichsregierung fich auf diesen Boden gestellt und die Nothwendigkeit der Umkehr zu der Bismarck'schen Wirthschaftspolitik anerkannt hat. Die Generalbersammlung erwartet aber, daß die Regierung nicht allein in der richtigen Ausgestaltung des Bolltarifs und den darauf neu zu be gründenden wirthschaftlichen Beziehungen zum Auslande die Erfüllung einer nationalen Wirthschaftspolitik erblicken möge, sondern in gleicher Weise in dem Schuße der produktiven Arbeit gegenüber allen denjenigen wirthschaftlichen Mächten, welche im Inlande durch Vertheuerung des Geldes, durch spekulative Einwirkung auf die Preisbildung der meisten Produkte, sowie durch großkapitalistische Unternehmungen, welche den Handwerker- und Kaufmannsstand bedrohen, durch Einrichtung immer neuer Surrogatindustrien u. s. w. den redlichen Erwerb der schaffenden Stände des Vaterlandes beeinträchtigen. Gegenüber dem sogenannten Fleischnothschwindel erwartet die heutige Generalversammlung von der Reichsregierung, daß auf dem Gebiete der Vieh- und Fleischeinfuhr das Ausland nicht vor dem Inlande bevorzugt werde."( Stürmischer Beifall.) ins Wenn auch Unterfatholischem und evangelischem Roggen.( Beifall und Heiterkeit.) Die Leitung des Bundes hatte den Befehl gegeben, bei einer Stich wahl zwischen Sozialdemokraten und dem Freifinn für den Freisinn zu stimmen. Die Landwirthe in der Provinz wünschen sehnlichst, daß eine solche Parole nicht mehr gegeben werde, denn der Freifinn ist ebenso gefährlich, wie die Sozialdemokratie,( Stür mischer Beifall.) So ergab sich die Taktik, einerseits der Regierung gegenüber nicht allzu unhöflich zu sein, andererseits aber auch den Anhängern zu zeigen, daß die Taktik des Schreiens durchaus nicht verlassen, Der Mittelstand wende fich in seinem Kampfe gegen die Uebermacht die oppofitionellen Krallen nicht gänzlich eingezogen seien. Statt des Großtapitals und des Großjudenthums nicht mehr um Hilfe an der Ausbrüche echter Erregung gab es diesmal nur den Schein der die politischen Parteien, sondern an die so sehr verschrienen Agrarier. Empörung. Der„ Erdgeruch" war höfisch parfümirt. Im Uebrigen Der Kampf gegen die Uebermacht des Großkapitals werde siegreich Dupuy, der Vater der verbrecherischen Ausnahmegeseze von wurde die Sache durch ein Bischen Todtenkultus feierlicher gestaltet. zu Ende geführt werden mit oder ohne die Regierung. 1894, hat nun die bourgeoise Afterrepublik um ein neues ver- Drei Verstorbene walteten im Saale. Zwei vertraten das gute,( Stürmischer Beifall.) Als patriotisch gesinnte Männer müssen wir brecherisches Gesetz bereichert- so wird mit Recht das Gesetz einer das schlechte Prinzip. Die beiden Lichtgötter waren der größte allerdings wünschen, daß die Regierung sich an die Spize des gegen die Revision des Dreyfus- Prozesses genannt. 1894 und der zweitgrößte Deutsche: Bismard und Vater Plötz. Der Kampfes für Erhaltung des Mittelstandes stelle. Um so schneller rettete Dupuy die" Gesellschaft" vor anarchistischen Bomben. Jetzt Dämon der Finsterniß erschien in der verruchten Erscheinung des und sicherer wird der Kampf siegreich beendet werden.( Stürmischer rettet er das in einer militärischen Fälscherbande verkörperte Bater- Grafen Caprivi. Beifall.) land" vor der verdienten Strafe, vor der gesetzlichen Sühne. Diese Der Saal war natürlich in allen Theilen dicht gefüllt. Die von dem Redner beantragte Erklärung, die an die Stufen Gegenüberstellung zeigt, welches Stück Weges die Bourgeoisrepublik Der erste Vorsitzende, Abg. Freiherr v. Wangenheim, eröffnete des Thrones gelegt werden solle", gelangte danach einstimmig zur in den letzten Jahren ihrer Bersehung entgegen zurückgelegt hat. die Versammlung, indem er zunächst des im Sommer vorigen Annahme. Einige Tage vor der verhängnißvollen Kammerfizung vom Jahres verstorbenen ersten Bundesvorsitzenden v. Plötz- Döllingen Reichstags und württembergischer Landtags- Abgeordneter 10. Februar, in welcher das Staatsstreichs Gesetz vptirt wurde, gedachte. Im Kampfe für unsere heilige Sache hat er sein Leben Schrempf( Stuttgart) sprach hierauf über die handelsschrieb Genosse Jaurès in der Petite République":" Welche Schmach geopfert, mit so manchem unserer tapfersten Vorfämpfer ruht er jest politische Saltung des gegen Dentschland. in dem Gedanken, daß es Banditen sind, die zur Stunde regieren in deutscher Erde, die uns nur noch theurer geworden ist, feit sie so Es sei nicht zu verkennen, daß der deutsche Export auf künstlicher Quesnay( de Beaurepaire) ist nur ihr Agent; die Regierung, die kostbares Gut birgt." Jm Weiteren gedachte der Redner des Dahin- Grundlage beruhe. Der Redner behandelte alsdann das handelsQuesnay gehorcht, führt aus die Befehle einer wahren Bande von scheidens des Fürsten Bismarck. In all seiner schier übermenschlichen politische Verhalten Ameritas und bemerkte, daß sich eine so große Verräthern und Fälschern. Oh, die Geschichte wird darob staunen: Größe stand er doch uns besonders nahe, denn er war Einer der Nation wie die deutsche nicht an der Nafe herum langen lassen dürfe. wir leben buchstäblich unter der Regierung des Verbrechens, Unseren. Unser Bolt fängt an, sich auf sich selbst zu besinnen und Aber auch der Nachbar im Osten sei der deutschen Nation nicht Freund; und eine Rotte Menschen, die im Bagno sein sollten, die Fesseln einseitiger großkapitalistischer Ausbeutungspolitit abzu- er habe Deutschland stets die Bärentage gezeigt.( Beifall.) In dent diktiren die Geseze Frankreichs!" Man sieht, wie schütteln. Wir können stolz darauf sein, daß es gelungen ist, die fleinen Gänsefrieg habe die deutsche Regierung leider zurückwenig man im Lager des Rechts auf den Widerstand Berechtigung unserer Bestrebungen allgemein zum Bewußtsein zu weichen müssen, obwohl die Maßregeln, die im Gesundheitsder Kammer gerechnet hatte. Das Schmachvotum des 10. Februar ist bringen.( Stürmischer Beifall.) Zwei Ursachen sind es, welche ver- interesse unternommen wurden, sich ebenso gegen das die unvermeidliche Folge, der adäquate Ausdruck des thatsächlichen stimmend auf das Gemüth unseres Volkes wirken: Einmal die ländische wie gegen das ausländische Geflügel richtet. Kräfteverhältnisses zwischen Militär- und Zivilgewalt. Ein paar parteipolitische Zerrissenheit, das unproduktive Schaffen in unseren Major a. D. Freiherr v. Los bemerkte: Wenn die ReichstagsMonate nur dauerte im Gefolge der Entlarvung der Fälscher die Parlamenten, zum Anderen das Fehlen eines flar und fest auswahlen im Februar stattgefunden hätten, dann wären dieselben be Schwantung jenes normalen Kräfteverhältnisses in der militarifirten gesprochenen wirthschaftlichen Programms feitens der Reichs- deutend günstiger ausgefallen als im Juni, zu einer Zeit, wo die und chauvinistisch verseuchten Republik. Der Staatsstreich gegen die regierung. Das deutsche Volt ist gewohnt, von starter Hand Bauern auf dem Felde zu thun hatten. Mit Freuden sei es zu be Revision stellt es wieder her. zielbewußt gelenkt zu werden. Die Unsicherheit, wohin die grüßen, daß innerhalb der nationalliberalen Partei eine große So furchtbar ernst die Lage ist, so entbehrte doch der in elfter Fahrt geht, lastet schwer auf unserem Volke. Wir fordern von der Besserung stattgefunden habe. Die agragrische Bewegung finde in Stunde erlassene Aufruf der Führer sämmtlicher republikanischer Regierung eine kraftvolle Vertretung unserer Interessen nach innen nationalliberalen Kreisen immer mehr Eingang. Dasselbe sei auch Gruppen von den Bourgeoisrepublikanern bis zu den und nach außen. Wir haben aber auch in einem tonftitutionellen bezüglich des Zentrums festzustellen.( Beifall.) Sozialisten nicht eines komischen Beigeschmacks. Erstens Staate die Pflicht, der Regierung diejenige Macht zur Verfügung zu zwischen Katholischen und Evangelischen so manche fam er viel zu spät. Und dann enthielt er neben vergiveifelten stellen, deren sie bedarf. Der Redner schloß mit einem Hoch auf schiede bestehen, so gebe es doch keinen Unterschied zwischen Warnungen vor vor der drohenden Klerikal zäsaristischen Gefahr den Kaiser. did aufgetragene Komplimente an die„ Armee":" Es hieße die Armee beleidigen, wollte man sie für fähig halten, eine Rebellion au beginnen gegen die zivilen Einrichtungen, die der Größe und dem Gedeihen des Landes am unentbehrlichsten sind..." Als ob die flerital- zäsaristische Gefahr nicht gerade auf den rebellischen Umtrieben der„ Armee" beruhte, als ob die Armee" nicht bereits seit einem Jahre und mehr in offener Rebellion gegen die Zivilgewalt stände!... Die bourgeoisen und bürgerlich- radikalen Unterzeichner des Aufrufes fetzten ihrer Halbheit die Krone auf, indem sie in der Der Bundes- Direktor, Hahn, gab den Geschäftsbericht, der so Kammer, wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Aufrufes, abgefaßt war, daß er die schnöde Verleumdung widerlegen sollte, mitten in der Schlacht Reißaus nahmen. Keiner von ihnen wagte als wäre der Bund eine ostelbische Junkerschustruppe. ein Wort des Protestes. Sie beschränkten sich auf das stumme Votum Der Bericht aber fann nicht leugnen, daß die Werbetraft des Bundes gegen das Gesetz, das Risiko des Kampfes dem Sozialisten nicht allzu start ist. Der gänzliche Mißerfolg bei den Wahlen hat Millerand und dem Linksradikalen Camille Pelletan überlassend. das deutlich bewiesen. Es wird Mühe genug gekostet haben, einen Chefredakteur Dr. Oertel( Berlin): Man habe die Regierung Es kam übrigens zu feinem eigentlichen Kampf. Regierung und Zuwachs von 1000 Mitgliedern herauszurechnen. Der Bund zählt zur gegen die Agrarier um Hilfe angerufen. Die Regierung habe aber Opposition waren in gleicher Weise von vornherein des Ausganges Beit 188 000 Mitglieder. Davon wohnen 97 000 westlich und 91 000 biese Hilfe nicht bringen können, da sie alsdann den Ast abgesägt ficher. Diese Kammer ist für jedes von den Prätorianern ge- östlich der Elbe. So weit östlich der Elbe werden die 97 000 hätte, auf dem sie selbst size. Der Bürgerstand wende sich immer forderte Schandgesetz zu haben. In früheren Zeiten gehorchte sie nicht wohnen, und außerdem giebt es ja auch im Westen ostelbische mehr den Agrariern zu. Der größte Feind der Agrarier sei die noch dem Generalstabe mehr aus blödem Chauvinismus und vor den Kolonisationsgebiete. Aber nicht nur feine Ostelbier, sondern auch immer vorhandene Uneinigkeit. Wahlen aus Furcht vor den chauvinistischen Wählern. Jetzt keine Junker wollen die Bündler sein: 158 600 Kleinbefizer stehen Böhmer( Schlesien) befürwortete die Nothwendigkeit eines Geund wonach Arbeiter. Arbeiterinnen unter gehorcht fie immer sichtlicher und zhnischer aus der nadten 28 000 mittleren und 1400 Großgrundbesigern gegenüber. Für setzes. Furcht vor einem militärischen Staatsstreich. Sie Staffage ist also gesorgt. 18 Jahren in Bergwerken und Fabriten nicht be zieht es vor, auf gefeßlichem" Wege die Grundlagen des Nechts- Für die Reichtagswahlen wurden rund vier Millionen Flugschäftigt werden dürfen. staate& zu untergraben, dem offenen gewaltsamen Staatsstreich en blätter in 16 verschiedenen Fassungen in das Land versendet. Es Dr. Hahn verlas aldann mehrere Begrüßungstelegramme, dar gros durch versteckte parlamentarische Staatsstreiche im Kleinen wurden 2804 Versammlungen abgehalten. Die Eingänge zur Bundes- unter eins von dem Reichsraths- Abgeordneten Schönerer( Wien). zuvorzukommen taffe haben 541 700 m. betragen. Danach wurde die Generalversammlung mit einem dreifachen Hoch So bedurften denn Justizminister Lebret und Ministerpräsident Dann hielt Dr. Hahn dem Grafen Caprivi den Nachruf, der an auf die deutsche Landwirthschaft geschlossen. Dupuh keiner, gar keiner Argumente, um eine Mehrheit von 326 die Stelle der Bismard'schen Wirthschaftspolitik eine einseitige Begegen 206 Stimmen zu erzielen. Sie hatten auch keine Argumente. Die günstigung der Exportindustrie und des internationalen GüterausPolitische Uebersicht. Kampagne der Generalstäbler gegen die Kriminalfammer des Staffations- tausches setzte, der gerade zu der Zeit, wo die deutsche Landwirthhofes warja offiziell als verleumderisch erwiesen. Selbst die zwei Mit- schaft bei zunehmend schwieriger werdender Konkurrenzlage ganz beDer Reichstag glieder der Kammerkommission, welche für den Gesezentwurf gestimmt sonders des Schutzes bedurfte, uns auf 12 Jahre, bis zum Jahre hatten, erklärten mit den neun Kommissionsgegnern des Entwurfs 1904, die Hände gebunden hat, der die Getreidezölle und die Bieh. war heute von etwa 40 Mitgliedern besucht, als Graf die Anschuldigungen gegen die Kriminalfammer für grundlos. Man zölle festlegte, so daß wir der Verfügung über unsere wirthschaft- Posadowsky das Wort ergriff, um die Invalidendarf sagen, daß noch niemals ein so folgenschwerer Rechtsbruch lichen Geschide dem Auslande gegenüber bis zum Jahre 1904 be- berficherungs- Vorlage zu begründen. Die Zahl von einer Voltsvertretung so ganz und gar unbegründet votirt raubt find. der Anwesenden vermehrte sich allmälig, war aber auch dann wurde.. Erst im verflossenen Jahre hat die Reichsregierung sich zu einer noch gering, als interessantere Redner zu Wort kamen. Graf Das Ministerium Dupuy, ein Ministerium der republikanischen wirthschaftlichen Umtehr bekannt. Mehrheit", kann sich sogar rühmen, auch für das Staatsstreich- Ist Hahn mit der Regierung zufrieden, die er als eine Art Posadowsky ware ehrlich genug, zu sagen, daß die sogenannte gefeß eine, wenn auch sehr fleine„ republikanische" Mehrheit Oberdirektion des Bundes auffaßt, so bellagt er die Sprödigkeit des Sozialreform blos dem( lauteren oder unlauteren) Wettgewonnen zu haben mit Hilfe von 46 chauvinistischen„ Nadi- Bentrums. Aber das Liebeswerben seitens des Bundes soll darum bewerb mit der Sozialdemokratie ihren Ursprung verdanke, daß es im Interesse der Regierung sei, die Arbeiter glauben falen". Und gar erst die Poincaré und Barthou, letzterer der nicht aufgegeben werden. Vorsigende der Bourgeoisrepublikaner, wurden von ihren Der Redner beleuchtete im Weiteren die Stellung des Bundes zu machen, der Staat habe ein warmes Herz" für sie( und Truppen- bis auf ein einziges Fähnlein von 35 Mann zur Reichsbant, zum Börsengesetz, zum Fleischnothschwindel", zur ein faltes Buchthausgeset"); und daß die Mehrbelastung verlassen, wie übrigens sie selber, die Unterzeichner Leutenoth u. f. w. und führte aus: Der Bund der Landwirthe ſei der Städte, für welche die Vorlage eintritt, ein„ Correlat des erwähnten Aufrufes, dem Stampfe auf der Kammertribüne aus der zuverläffigste und beste Freund des deutschen Mittelstandes. Der Freizügigkeit sei. Der Herr Graf wollte wohl sagen: gewichen waren. Dann verlas er folgende Resolution: eine Korrektur ähnlich wie die Beseitigung Die sechste Generalversammlung des Bundes der Landwirthe spricht ihre Freude darüber aus, daß, nachdem auf der fünften der geheimen Stimmabgabe eine Korrektur" des Wahlrechts Generalversammlung des Bundes in verflossenen Jahre die ist. Es redete ein Freifinniger( Schmidt), ein KonservaWiederaufnahme der Wirthschaftspolitik des Fürsten tiver( Richthofen) und ein Zentrumsmann( Hize), die Bismarck zum gleichmäßigen Schuße der gesammten vater- Alle fagten, was von ihnen erwartet wurde. Herr Hize Hervorzuheben ist noch, daß Jourde, Mitglied der sozialistischen Frattion und der guesdistischen Arbeiterpartei, mit der generalstäblerischen Mehrheit votirt hat... Hoffentlich wird der unsichere Stantonist, übrigens ein ehemaliger Boulangist, endlich einmal aus der Partei hinausgeworfen werden... Ein Mann von der Tribüne: Niemand hat den deutschen Namen so geschändet, niemand an dem deutschen Wolfe so gesündigt als der Freisinn.( Stürmischer Beifall.) Frhr. v. Loë( fortfahrend): Ich freue mich, daß man in Berlin derselben Ansicht ist wie auf dem Lande. Dem Freisinn fehlt das vaterländische Gefühl und die monarchische Gesinnung.( Stürmischer Beifall.) wünschte, daß auch eine Wittwen- und Waisen- Versicherung| raths gemäß§ 1200 der Gewerbeordnung erforderlich sei, bejaht wahl die Mitglieder des Vereins mit über eingeführt werde, erklärte aber, daß er nur in seinem eigenen worden. Sie hat besonders die Ueberzeugung Sie hat besonders die Ueberzeugung ausgesprochen, wiegender Mehrheit ihre Stimme für den Namen das sage. Von unserer Seite sprach Moltenbuhr, daß die in einem großen Theil der Mühlen festgestellten sozialdemokratischen Kandidaten abgegeben haben. dessen vorzügliche Rede Graf Posadowsky und Fürst Fürst Arbeitszeiten dasjenige Maß von körperlichen Anstrengungen über- Der Monarch von Spielhölle Gnaden, der Fürst von von Hohenlohe mit gespannter Aufmerksamkeit zuhörten. auf die Dauer zu ertragen vermag. Gleichwohl hat die Kommission Mitglieder des gesprengten Klubs der Harmlosen" als Croupiers mit gespannter Aufmerksamkeit zuhörten. steigen, das der menschliche Körper ohne Schädigung der Gesundheit Monaco, weilt gegenwärtig in Berlin, vermuthlich um eine Anzahl Mögen sie etwas gelernt haben! Die inhaltreiche Rede unseres davon abgesehen, für Windmühlen die gesetzliche Regelung Mitglieder des gesprengten„ Klubs der Harmlosen" als Croupiers Genosseu findet der Leser im Reichstagsbericht. einer festbegrenzten Arbeitszeit zu empfehlen, weil hier die Mög für seine Spielbank anzuwerben. Morgen Fortsetzung. Unsererseits wird noch Wurm lichkeit der Durchführung bezweifelt wurde, außerdem die Pref Verbrecher- Enquete. Die sozialdemokratische Leipziger reden. Uebermorgen Schwerinstag und Interpellation Beiten des ununterbrochenen Tag und Nachtbetriebes sehr kurz Volkszeitung" meldet, daß die sächsischen Behörden angewiesen seien, Johannsen. feien und ber schon lo schwere Eristenatampf der über die in den letzten Jahren vorgekommenen Strafver tleinen Mühlen mit den großen durch eine der folgungen der Redakteure der sozialdemo artige Vorschrift wesentlich erschwert werde. tratischen Zeitungen Bericht an die betreffenden KreisDiese Ausnahmestellung soll aber nur Senjenigen Wind Hauptmannschaften zu erstatten. Das Abgeordnetenhaus wandte sich heute der zweiten Lesung mühlen eingeräumt werden, die ausschließlich auf den Wind als des Etats des Ministeriums des Innern zu. Zu dem Triebkraft angewiesen sind und Hilfsmotoren nicht verwenden. Nach den Voss. 8tg." handelt es sich um eine allgemeine Titel Ministergehalt" lag ein Antrag des Abg. Dr. Wiemer Für die übrigen Mühlen sind folgende Vorschriften vor- Will man nachweisen, daß zu viel oder daß zu wenig sozial( fri. Vp.) vor, das Haus wolle erklären, daß der bekannte Rede'sche geschlagen. Jedem Arbeiter ist innerhalb 24 Stunden eine ununter- demokratische Redakteure sich von Hülsenfrüchten nähren? Schießerlaß ebenso fachlich ungerechtfertigt wie die Ueberbrochene Ruhezeit von 8 Stunden zu gewähren, doch sollen lieferungen der preußischen Gesetzgebung über den Waffengebrauch der bie Mühlen an Sonntagen, an benen ihnen der Betrieb gestattet ist, Gefeßentwurf zugegangen, durch welchen die SteuerumlagenMilitär- und Zivilpersonen widersprechend sei. von der Einhaltung dieser Vorschrift insoweit befreit sein, als dies und Bollfreiheit der Standesherren vom 1. Januar zur Bewirtung des Schichtwechfels erforderlich ist unge 1900 ab gegen einmalige Rapitals abfindung aufente unter 16 Jahren follen in den Getreidemühlen nur in der Zeit von 51/2 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends beschäftigt gehoben wird. Die Abfindungssumme ist auf das 18 fache des werden. Jahreswerthes der aufgehobenen Privilegien festgesetzt. Abgeordnetenhaus. Der Eristenglampf der Windmüller foll also auf Kosten der Gesundheit der Gesellen geführt werden; hoffentlich redet hier auch der Reichstag noch ein Wörtchen mit. " deutsche Erhebung. München, 12. Februar. Dem bayerischen Landtage ist ein In jedem anderen Parlament der Welt würde fich an einen solchen Antrag eine hochpolitische Debatte knüpfen. Anders im DreiKlaffen- Parlament, dessen Mitglieder in ihrer überwiegenden Mehr heit nur Sinn für ihre eigenen Interessen haben, die aber dem, was die Masse des Volfes bewegt, fühl bis ans Herz gegenüberstehen. War schon die Begründung des Antrags durch den Abg. Dr. Wiemer wurde in Straßburg ein Parteigenosse, der auf dem Wege nach Polizeiwillkür in Elsaß- Lothringen. Am Donnerstag Abend äußerst zahm, so brachten es andere Neduer sogar fertig, den dem Vorort Neudorf eine Anzahl Agitationsegemplare unseres neuMinister des Innern ob seines thatkräftigen Vorgehens warmes Lob zu spenden. Allen voran der Abg. Dr. von Heydebrand( k.), Die Vernichtung der Ramschbazare" macht den Mittel- gegründeten reichsländischen Partei- Organs an die dort zahlreich der in dem Schießerlaß das Anzeichen einer zielbewußten und that stands- Politikern schwere Sorgen. Von einem großen Verbande passtrenden Arbeiter austheilte, durch einen Schutzmann verhaftet und nach dem Bolizeirevier geführt. In Elsaß- Lothringen befindet fräftigen Regierung erblickte. In ähnlicher Weise äußerte fich wurde neulich vorgeschlagen, man folle diejenigen Geschäfte mit einer und nach dem Polizeirevier geführt. In Elsaß- Lothringen befindet b. Kardorff( ft.) und selbst der Nationalliberale Dr. Krause, Umsatzsteuer belasten, die mehr als 3 Branchen betreiben. Demgegenüber sich, wie bekannt, ſeit dem 1. September v. J. ein neues der vor zwei Jahren bei Berathung der lex Rede dem Minister so wurde jedoch darauf hingewiesen, daß auch solide" größere oder fleinere res gefes in Straft, durch welches die früheren Bebittere Wahrheiten gejagt hatte, bewies heute, daß er dem Schieß- Geschäfte häufig unter diese Bestimmung der 3 Branchen fallen würden. und durch die einschlägigen Bestimmungen des Reichs- Breßschränkungen der Kolportagefreiheit für Zeitungen aufgehoben erlaß zum mindesten nicht ablehnend gegenübersteht. Diese Schwierigkeit ist jedoch im in einer der Deutschen Tagesztg" geseges ersetzt worden sind. Troy allebein konnte der erwähnte Die Anwort des Ministers war so, wie wir sie erwartet hatten. von sehr geschäßter Seite zugehenden Zuschrift ebenfalls gelöst. Schugmann bei der Berhaftung unseres Parteigenossen sich auf eine Herr v. d. Nece kümmert sich nicht um die Stimmung des Voltes. Es heißt da: Soch erhaben steht er über allen Angriffen der Person und erklärt" Der Gemeingefährlichkeit der Ramschbazare entgegenzuwirken, amitliche Instruktion berufen, die ihm angeblich erst am vorherkühn und heiter, daß diejenigen, die feinen Erlaß verurtheilen, ihn würde sich ebenfalls eine Form finden lassen. Für Geschäfte dieser gegangenen Tage zu theil geworden und derzufolge die Vereinfach nicht verstanden haben und daß er sein Werk auch nicht in Tendenz einen bestimmten Begriff zu finden, der sie von reellen laubniß verboten sei. Auch das bischen Versammbreitung von Beitungen ohne polizeiliche Ereinem Punkte ändern werde. Häusern unterscheidet, dürfte schwer fallen; doch würde die Ber- lungsfreiheit, welches das Buttkamer'iche Dittaturregiment Roch selbstbewußter benahm sich Frhr. v. d. Rede dem Abg. anlagungs- Kommission zur Gewerbesteuer diesen Unter der Arbeiterschaft Elsaß- Lothringens eingeräumt hat, wird von den Dr. Langerhans( frf. Vp.) gegenüber, der die Frage der Befchied sehr wohl feststellen können. Es ist dies eine Sache des stätigung des Oberbürgermeisters Kirshner an- Gefühls, ähnlich den Urtheilen der Geschworenen: Polizeibehörden fortwährend in der ärgsten Weise beschnitten. Bei schnitt und die Nachtheile schilderte, die der Stadt Berlin aus der Gerichte, wo Männer, welche nicht ein Rechtsstudium zurückgelegt haben, mit dem Direktor einer Straßburger Großbrauerei theilte der einer Unterredung der Vertreter unseres reichsländischen Parteiorgans Ingewißheit erwüchsen. Er verweigerte überhaupt die Auskunft, in nach ihrer unbefangenen Anschauung Recht sprechen. Sie dürften das dem er meinte, er trage die Verantwortung für das Unglüd, das Richtige treffen, wenn sie sich von Gesichtspunkten, etwa wie den letztere mit, es bestehe seinerseits ein generelles Verbot an alle Zapfwirthe, ihre Lokale au politischen Versammlungen zur Verdaraus entstehe, daß die Entscheidung sich um einige Wochen ver- folgenden, leiten ließen: zögere. 1. Wie ist die historische Entwidelung des Geschäfts, fügung zu stellen, weil sonst seitens der Polizei Maßist dasselbe aus Kleinen Anfängen langsam durch Solidität empor- egelungen eintreten würden. In Me z drang die Polizei kürz gewachsen, oder ist es plöblich in großem Maßstabe entstanden und ich in eine stark besuchte Versammlung der Bädergefellen ein, in der erweist es sich dadurch als großlapitalistische Gründung? 2. Be- zur Gründung einer Zahlstelle des Deutschen Bäckerverbandes geschritten werden sollte. Obwohl durch den Charakter der Zusammens dient fich die Firma unre eller oder nicht an= ständiger Lod mittel zur Heranziehung der Kundschaft, Verkauf fammlungsrechtlichen Bestimmungen jebe polizeiliche Einmischung funft als einer privaten Vereinigung im Sinne unserer verbekannter Marken zu Schleuderpreisen, Schwindelannoncen, Verkauf ausgeschlossen war, erschien während der Berathungen ein Polizeizu verschiedenen Preisen an verschiedenen Tagen und zu ber schiedenen Tageszeiten? 3. Hat die Firma alle nur denkbaren, in öffentliche, stellte den Namen des Einberufers fest und forderte die fommissar im Lokale, erklärte kurzer Hand die Versammlung für eine feinem organischen Zusammenhange stehenden Artikel wie Stoffe, Amvejenden auf, sofort auseinanderzugehen. So respettitt man im Bekleidungsartikel, Kolonial- und Konditorwaaren, Möbel, Drud- Lande der wiedergewonnenen Brüder" die staatsbürgerlichen Rechte und Mujitschriften, Gold und Silberwaaren, Herstellung von der Arbeiterklasse! Photographien, Licht und Seifenwaaren, Weine, Spirituosen, Welchen sonderbaren Begriff von der Berantwortlichkeit eines Ministers in einem konftitutionellen Staate die konservative Partei hat, zeigte die Rede des Herrn von Heydebrand, der unter dem Beifall seiner Freunde die Theorie entwickelte, ein Minister sei nur vor sich oder seinem königlichen Herrn verantwortlich. Die Herren scheinen in der That zu glauben, daß wir bereits wieder in dem absoluten Staate leben, den sie so sehr herbeiwünschen. Im llebrigen ist aus der heutigen Debatte nur noch die scharfe Rede des Ministers Dr. v. Miquel gegen die Polen zu erwähnen. Morgen wird die Berathung fortgefegt. Deutsches Reich. haben." zu " Cigarren, Konserven, Fleischwaaren u. f. w. angehäuft? Wenn pus Dresdener Zuchthauskurs. die Einschätzungskommission diefe Punkte in Erwägung zieht, Berlin, den 13. Februar. wird fie sehr wohl beurtheilen können, welche Geschäfte In bürgerlichen Kreisen, soweit sie nicht ganz verrottet find, als schädlich Das entschliche Bannunglück in Halensce betrachten und einer Sondersteuer herrscht über das Urtheil des Dresdener Schwurgerichts ein weit hat in mehrfacher Hinsicht auch eine politische Bedeutung. Dem heranzuziehen find, die ihnen in Form einer Berschärfung der sonst größeres Unbehagen, als es nach den Meinungsäußerungen der ortsüblichen Gewerbesteuer auferlegt werden könnte. Durch eine bürgerlichen Presse scheinen möchte. Dafür legen die Briefe Beugniß Reichstag liegen nämlich Petitionen der Zünftler des Baugewerks derartige Maßregel würden gerade diejenigen Waarenhäuser ge- ab, die an sozialdemokratische Redaktionen gerichtet sind. Wir theilen vor, unter diesen auch die bekannte Petition des geschäftsführenden troffen werden, welche durch ihre rüdsichtslose Geschäftsführung ben als Probe dieser Stimmung- folgende Stellen aus einem uns Ausschusses des Innungsverbandes deutscher Baugewerksmeister, Anlaß zu den Mißständen und der heutigen Bewegung gegeben zugegangenen Schreiben mit, dessen Stil und Handschrift auf einen Felisch u. Ko., welche verlangt, der Reichstag solle dafür eintreten, einfachen Mann aus dem Bürgerthum schließen lassen: daß bei den in den§§ 222 und 230 des Strafgesetzbuchs für das Die nach dem Gefühl urtheilenden Steuer Ein Aus Menschlichkeitsgefühlen sende ich Ihnen inliegend 500 M. Bergehen der fahrlässigen Tödtung oder Körperverlegung angedrohten schäzungs- Geschworenen, die historische Studien über die zur Unterstützung der zum Opfer gefallenen hinterlassenen Familien. Gefängnißstrafen auf& e stungshaft erkannt werde. Die Stunims Frage treiben, ob ein Geschäft durch Solidität emporgewachsen oder Ich halte es für nöthig, eine kurze Erklärung folgen zu lassen, linge vom Baugewert wollen selbstverständlich nicht ihre Arbeiter ob es ein„ Stamschbazar" ist, sind ausgezeichnet. Die Deutsche weshalb ich mich zu diese Gabe veranlaßt fühlte. ihres Gewerks, die sich im Affeft zu thätlichen Angriffen auf Wits Wenn mehrere angetrunkene Arbeiter andere Arbeiter ihrer arbeiter hinreißen ließen, milder beurtheilt sehen- nein, fie forgen Lages Beitung" findet diese Vorschläge sehr beachtenswerth. Branche durch Worte zu veranlaffen suchen, feine Ueberstunden zu arbeiten, oder wenn Bürger, Geschäftsleute, Studenten, Militärs 2c. ähnliche oder noch schlimmere Vergehen in trunkenem Zustande ausführen, was ja in allen Kreisen auch oftmals vorkommt, und es würden auf dieselben Schüsse abgefeuert, wie es hier der Fall ge wefen ist( wenn auch nur blinde), so kann dies Niemand befremden, wenn Betreffende fich bedroht fühlen und handgreiflich werden und daraus eine große Schlägerei entsteht. Daß derartige Leute entsprechend bestraft werden müffen, liegt auf der Hand und dürfte hier eine Gefängnißstrafe von 1/4, 1/2 und selbst bis Jahre am Blake fein. Daß man aber folche Leute gleich Mördern mit 10, 7, 5 Jahren Zuchthaus bestraft und dadurch die armen Familien ihres Ernährers so lange beraubt, muß Jedermann, der ein menschlich fühlendes Herz im Leibe hat, gewiß sehr empören. Kein Gleichgesinnter Ihrer Partei, aber ein Menschenfreund. für ihre Klaffengenossen. Sie wollen die Bauherren vor dem Ge Würzburg, 9. Februar. Die von 1300 Handels- und Gewerbefängniß schüßen, die fich obiger Vergehen schuldig machten und dabei, treibenden an das Gemeindekollegium eingereichte Petition um wie die Betenten fagen, dem Thäter eine ehrlose Gisimmung volle kommunale Besteuerung der Namsch bazare und Waaren ständig fern lag und überwiegend nur ein unglückliches Zusammentreffen häuser, die einstimmig an den Magistrat zur Berücksichtigung verschiedener zufälliger, aber nicht voraussehbarer Ereignisse die hinübergegeben wurde, ist von diesem abgelehnt worden. Der Unfallursache abgab, welche zu dem bellagenswerthen Ausgange Magiftrat erklärte sich in dieser Angelegenheit nicht tompetent, führte." weil§78iffer 6 der Gewerbe- Ordnung eine gefez Die blutigen und zerschmetterten Arbeiterleiber bei dem Bau- liche Grundlage zur Erhebung einer solchen Unglüd von Halensee sind eine Warnung, daß die Gesetzgebung den tommunalen Steuer nicht biete. von den Baugewaltigen vorgeschlagenen Weg nicht betrete. Milderung der Strafbestimmungen würde nur zur Folge haben, daß zahlreiche Bauherren mit noch größerem Leichtmuth als bisher Schuß bestimmungen außer Acht lassen. Aber das Bild past in unsere Zeit! Für streitende Bauarbeiter, die gegen die Strafgeseze verfehlen, dünft denen um Stumm teine Zuchthausstrafe scharf genug, für die Bau- unter nehmer ist ihnen die jetzt angebrohte und meist in übergroßer Milde bemessene Gefängnißstrafe noch zu scharf! Dem Ministerialdirektor Kügler, Ausland. Frankreich. zu einem ganzen Der Entwurf eines Telegraphenwegegefehes, der dem Bundesrath zugegangen ist, ermächtigt die Telegraphenverwaltung, die öffentlichen Wege, Bläge, Brüden und Gewässer, nebst deren dem öffentlichen Gebrauche dienenden Ufer, mit Einschluß des Luftraums und des Erdkörpers für ihre Telegraphenlinien zu benutzen, soweit nicht dadurch der Gemeingebrauch der Verkehrswege dauernd be schränkt wird. Unter Telegraphenlinien sind die Fernſprechlinien mitbegriffen. Die Telegraphenlinien find nach Möglichkeit fo auszuführen, daß fie die vorhandenen besonderen Anlagen ( Sanalisations, Wasser-. Gasleitungen, Schienenbahnen, elet Paris, 18. Februar. Die Annahme der Regierungsvorlage trische Anlagen und dergleichen) nicht störend beeinflussen. durch die Deputirtentammer läßt den ungestörten Fortgang der Reder am Sonnabend im preußischen Abgeordnetenhause Die Telegraphen- Berwaltung ist befugt, Linien durch den Luftraum vifions- Angelegenheit wieder für längere Beit als ausgeschlossen erdie Interessen der Schule den Junfern gegenüber zu vertreten über Grundstücken, die nicht Verkehrswege im Sinne des Gesetzes fcheinen. Im Senat bringt der Justizminister 2e bret den Gefeßwagte, lieft, wie zu erwarten, die treuz- Beitung" gehörig den Text. find, zu führen, joweit nicht der Eigenthümer dadurch nach den zur entwurf, betreffend Abänderung des Revisionsverfahrens ein. Der Mit dem Landwirthschaftsminister, der gleich Null ist, ist sie höchlichst Zeit der Herstellung der Anlage bestehenden Verhältnissen in ber Gesegentwurf wird den Bureaus überwiesen, welche eine besondere zufrieden. Freilich, Herr v. Hammerstein wußte, was er den Bemngung seines Grundstücks beschränkt wird. Die auf die Vor Kommission zur Berathung desselben ernennen werden. Allgemein Agrariern schuldig jei. Er hatte bedauert, daß die Lehrer heutzutage schriften dieses Gesezes bestehenden Erfazansprüche verjähren in wird angenommen, daß der Senat dem Entwurf zustimmen dem landwirthschaftlichen Leben viel zu fern ständen, wodurch auch einem Jahre. Das Gesetz soll am 1. Januar 1900 in Straft treten. werde. Dem Soir" zufolge ist ein ernster Konflikt zwischen die Kinder den Begriff dafür verlören, weshalb der Liebe Gott Herbert Bismarck soll sich jetzt mit bem neuen Kurs wirklich dem Präsidenten Maze au und dem Vorfigenden der Kriminalsie auf das Land gesezt habe; anstatt etwas Praktisches für ihren Beruf zu lernen, lernten sie in der Schule sticken und wer versöhnt haben. Durch den Friedensschluß dürfte wohl die Ver- tammer 2o e w ausgebrochen, da Letzterer sich weigere, die Akten der von ihm geführten Untersuchung Mazeau auszuhändigen, obweiß sonst was. Wenn für die Seßhaftmachung der ländlichen öffentlichung des dritten Landes der Memoiren seines Vaters arg wohl doch die Untersuchung gestern abgeschlossen worden sei. Der Arbeiter etwas Ersprießliches erreicht werden soll, so müsse auch an Soir" hält trok gewisser Dementis die Nachricht von der Demission diese Wunde die Hand gelegt werden. Er hoffe aber, daß der Nichts gelernt und nichts vergeffen haben in den Debatten bes Generalprofurators Manau und seiner Ersetzung durch Kultusminister in dieser Beziehung das Seinige thun werde, ohne über die Arbeiternoth die immer frecher fich gebärdenben Desjardin aufrecht. Anderen Blättermeldungen zufolge wollen daß dadurch das Bildungsniveau herabgedrückt werde. Agrarier. Die Deutsche Tagesztg." schreibt in ihrem Schlußresumee die Richter der Kriminalfammer sich ihre Entscheidung vorbehalten, „ Leider war" nun, schreibt die Streuz- Zeitung", der Stultus- jener Verhandlungen: bis der Senat gesprochen hat, dann aber eventuell ihre Demission minister Dr. Bosse durch Erkrankung gehindert, sich persönlich Alles in Allem ist als Ergebnis der Berathungen festzustellen, einreichen. über diese Frage zu äußern; das übernahm Tags darauf der daß ohne eine Beschneidung der Answüchse der FreizügigZu den französisch englischen Streitfragen meldet die Ministerialdirektor Dr. Rigler. Wieweit dieser sich hierbei aber feit, wie sie von uns mehrfach im Einzelnen dargelegt worden ist. offiziose„ Agence Havas". Dem Vernehmen nach werden die Verin Uebereinstimmung mit Dr. Bosse befand oder auf eigene Faust eine wesentliche Besserung der Verhältnisse nicht eintreten wird. Bolitit trieb, müffen wir dahingestellt fein laffen; ganz ungewöhnlich Im übrigen ist auch trotz der üblen Lage der Landwirthschaft handlungen zwischen Frankreich und England in nächster Zeit zu ist es jedenfalls bei uns in Preußen, daß ein Ministerialdirektor dem das Nahrungs- und Lohnverhältniß der ländlichen Arbeiter im einer befriedigenden Lösung führen. England giebt zu, daß die Chef eines anderen Ressorts so entgegentritt, wie Herr Dr. Kügler Wesentlichen aufriedenstellend, und Herr v. Wangenheim Forderung Frankreichs, einen Zugang zum Nil zu erhalten, berechtigt bein Frhrn. v. Hammerstein gegenüber es gethan hat. Denn darauf hatte vollständig recht, wenn er erflärte, daß der Abgeordnete fei. Man hofft, daß die Festlegung der beiderseitigen Besitzungen liefen die Auslassungen Dr. Stigler's hinaus." Hirsch, hätte er vor einer Versammlung von Landarbeitern feine ab- und Einflußsphären in den Gegenden am Bahr- el- Ghazal und gebrochene Hegrede gehalten, er nicht mit einem Lorbeerkranz, wohl Ubangi ziemlich leicht von statten gehen werde. Uebrigens werde aber mit einer falten Kompresse um seinen in Fieberphantasien er- das Uebereinkommen auf diplomatischem Wege bestätigt werden, ohne daß man die Einzelheiten der Festsegung abwarte. glühten Kopf geehrt worden wäre." Rußland. Das Blatt hofft von der Rigler'schen Improvisation eine ganz andere Wirkung" als etwa die Demiffion Hammerstein's. Das heißt: der waghalsige Ministerialdirektor soll gedelbrückt werden. Nicht in das Junkerlob der Dummheit und Unwissenheit einstimmen das ist freilich heute das größte Verbrechen, das ein Vertreter der Regierung begehen kamu.verzögert werden. " Merkwürdig ist nur, daß trotz der befriedigenden Lage der Landarbeiter und ihrer Geneigtheit, den Hezrednern aus der Stadt talte Umschläge zu verabreichen, eben dieselben Landarbeiter, ihren großgrundbesitzenden Wohlthätern in solchen Massen davonlaufen, Arbeiterschutz in den Getreidemühlen. Die jahrelangen Er- Saß die Großgrundbefizer in der Beschränkung der Freizügigkeit den hebungen über die Arbeitszeit der Müllereiarbeiter einzigen Rettungsweg erbliden. Etwas traus muß es in den find nunmehr abgeschlossen, und der Bericht der Kommission für agrarischen Schädeln wirklich aussehen. Arbeiterstatistit liegt jetzt im Wortlaut vor. Danach ist von der Auflösung von Kriegervereinen. Aus Goslar wird geüberwiegenden Mehrheit der Kommission die Frage, ob die Ge- meldet: Die Kriegervereine zu Haverlah und Oftlutter sind treidemühlen zu den Betrieben gehören, in denen durch fiber durch Verfügung des tgl. Landraths hier aufgelöst worden, b. h. die mäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit ihnen früher ertheilte obrigkeitliche Bestätigung ist den Bereinen der Arbeiter gefährdet wird, so baß ein Einschreiten des Bundes- wieder entzogen worden, weil bei der vorjährigen Reichstags- Stich St. Petersburg, 10. Februar.( Eig. Ber.) Trotz der Initiative aur allgemeinen Abrüstung wird in diußland Heer und Flotte für den kommenden Weltkrieg immer weiter ausgestaltet. Dabei ist es erheiternd zu sehen, wie die russische Preise sich in beweglichen Klagen über die nicht enden wollenden Rüstungen anderer Völker ergeht. Die" Novosti" veröffentlichen eine melancholische Betrachtung. die sich besonders gegen die Rüstungen der Kleinen Staaten richten, denen z. B. die Integrität von Europa garantirt ist. Die„ Novosti“ finden es nicht verständlich, weshalb Schweden und Norwegen, Däne marl, die Schweiz, Holland und andere Kleinstaaten es ben großen gleich thun wollen und die Kräfte des Landes für militärische An strcngungen weit über das zulässige Maß belasten. Die„SRobofti' chen von der Anschauung auS. daß gerade die Kleinstaaten Europa'S n der bevorstehenden Konferenz für die allgemeine Abrüstung eine höchst wirksame Propaganda entfalten könnten; die Blätter vergessen, daß die wirksamst? Propaganda von Rußland selbst entfaltet werden könnte, sobald eS jede weitere Heeres« und Flottenvermehrung ein« stellen würde.— Afrika. Kämpfe im Kongostaat. Aus Brüssel wird berichtet: Räch einer SpezialMeldung des„Petit bleu" fanden zwischen den Truppen deS Kommandanten Lothaire und den Budjas ein Zusammenstoß statt, bei welchem die letzteren vollständig aufgerieben wurden. Eine große Menge Waffen, darunter auch solche, welche den kongolesischen Truppen vor einiger Zeit abgenommen worden waren, wurden erbeutet. Die beiden Führer' der Budjas wurden gefangen ge- nommen.— Amerika. Zum Konflikt zwischen Chile und Bollbka. Die Regierung sandte ein halbes Regiment Infanterie und ein halbes Regiment Kavallerie nach der Grenze von Bolivia zur Bekämpfung der In» dianer, welche, wie berichtet, chilenische Besitzungen verheerten.— Im Tcniorcnkonvent de? Reichstages wurde gestern die Ge- schäfislnge besprochen. Der Präsident gab dem Wunsche Ausdruck, daß vor Eintritt der Osterferien, die am 22. März beginnen sollen, der Etat nnd die ersten Beralhungen der Gesetzesvorlagen erledigt werden, damit die letzteren in Kommissionen verwiesen und dort weiter bearbeitet werden können. Die Vertreter der Fraktionen äußerten sicki im Allgemeinen zustimmend, vermochten jedoch be- stimmte Erklärungen über die vom Präsidenten befürwortete Ein- schränknng der Redelust nicht zu geben. Ein Vorschlag, die Schwerinstage vor Ostern auszusetzen, wurde von dem Abg. Singer bekämpft nnd in dieser Form fallen gelassen, dagegen dem Prä- sidentcn anheimgegeben, aus besonders dringendem Anlaß ausnahms- weise einen Schwerinstag ausfallen zu lassen. Nach Beendigung der EtatSberathung sollen die Berichte der Wahlprüfungs-Kommission nnd, soweit möglich, die dem Reichstage vorliegenden juristischen Gesetzentwürfe, sowie das Postgesetz und das Hypothekengesetz vor den Osterferien in Angriff genommen werden. DaS Gesetz, betreffend die Patentanwälte hat die Zu- stimmung deS Slnatsministeriums gefunden und wird demnächst dem BundcSrath zugehen. Ein Gesetzentwurf, betreffend die Dienststellung des Kreisarztes und die Bildung von Gesundheits- kommisstonen wird im Staatöministerium vorbereitet, um dem Landtag unterbreitet zu w-rden. Zur Neuwahl im Ä. Wahlkreise geht uns von einem Genossen aus dem Kreise folgendes zu: Gestatten Sie mir, zu den Ausführungen des Mitgliedes der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in Nr. 36 Einiges zu be- inerken. In den meisten Punkten bin ich mit ihm einig, besonders darin, daß es eine ganz grundlose Angst ist, in Berlin, wo jede Kontrolle seitens des Arbeitgebers unmöglich ist. wo auch für die Beamten bei der Gleichheit der Stimm- zettel in Papier und Format gar keine Gefahr m der Abgabe des sozialdemokratischen Stimmzettels liegt, gegnerische Stimmzettel zu benutzen, indem man über den durch- strichenen Namen oeS Gegners den Namen des sozialdemokratischen Kandidaten schreibt. Aber es sind doch auch Fälle denkbar— besonder? im Westen, wo der Portier den Auftrag hat, alle Briefe, Drucksachen ec. in Empfang zu nehmen und sie selber den Miethern abzugeben, oder wo er direkt angewiesen ist, Flugblätter- und Stnnmzettelvertheiler nicht einzulassen, und solcher Häuser haben wir eine ganze Anzahl— daß ein Wähler gar keinen sozial- demokratischen Stimmzettel in die Hände be- kommt und daher auf diese Weise sich helfen muß! Daher komme ich zu einem anderen Schluß: Könnte man nicht von den freisinnigen Berliner Wahl- borstehern verlangen, daß auch sie das Gesetz kennen und wissen sollten, daß solche durchstrichene und mit einem anderen Namen beschriebene Stimmzettel gilt ig sind. Und wenn trotzdem bei jeder Wahl freisinnige Wahlvorsteher— und sehr oft sind eS immer die gleichen Personen— solche Stimmzettel für ungilttg erklären, dann kann man a n ch b e- greifen, daßmanche Genossen, wenn auch zu Unrecht, auf den Gedanken kommen, da und dort könnte solch' ein freisinniger Wahlvorsteher m i t vollem Bewußtsein der Ungesetzlichkeit solche Stimmzettel nur deshalb für ungilttg erklären, weil er die Hoffnung hegt, durch solche Manipulationen, besonders wenn das Stimmen- verhältniß so nahe zusammenrückt wie bei der letzten Wahl, dem freisinnigen Kandidaten zum Siege zu ver- helfen; wenn dann später die Wahl auch kassirt würde, schadet das nicht; vorläufig sei seine Partei Siegerin I Und wenn man daneben in zahlreichen Fällen(wie bei den letzten Wahlen) sieht, daß frei« sinnige Wahlvorsteher mit allen Mitteln die Kontrolle der Wahlhandlung durch die Wähler zu verunmüg- l i ch e n suchen, indem der freisinnige Magistrat auffallend kleine Nebenzimmer als WahUokale aussucht, oder die freisinnigen Wahlvorsteher unseren Genossen den Zu- tritt verweigern, andere wieder von jedem Arbeiter« Wähler LegilimattonSpapiere verlangen oder die Wähler einschücbtern durch das Verlangen, die Stimmzettel nur einmal unischlagen, statt doppelt gefalzt abzugeben.— ist da ein Mißtrauen unserer Genossen nicht begreiflich? Zumal wenn man sieht, wie seit Jahren die freisinnige Coterie ängstlich bemüht ist, womöglich ausschließlich oder doch vorzugsweise ihre Leute in die Wahlbureaus zu bringen! Ich frage blos: was würden die Bourgeois aller Schattirungen für ein Geschrei über sozialdemo- kratischen Terrorismus erheben, wenn solche Wahlpraktikeu unter sozialdemokrattschen Wahlvorstehern auch nur einmal, geschweige denn immer und wieder vorkämen! Nicht w i r sind also für das Mitzttauen verantwortlich, sondern die Freisinnigen, und s i e haben eS in der Hand, durch Anweisung an ihre Parteigenossen in den Wahlbureaus dem Mißtrauen ein Ende zu machen l So lange s i e aber solche Zustände ohne Protest sich g e- fallen lassen, müssen sie auch die Verantwortung für deren Folgen wagen! Dagegen stimme ich ganz den Ausführungen bei, die sich gegen den albernen Unfug wenden, durch läppische Witzeleien auf den Stimmzetteln den Werth der Sttmmabgabe zu gefährden. Da kann nicht ernst genug gewarnt'werden, zumal es auch der Sache durchaus unwürdig ist. Aber noch ein anderer Umstand muß hier den Genossen vor Augen geführt werden: Eine Anzahl Sttmmzettel, die hingereicht hätten, den Sieg Fischer's zu entscheiden, muhten deshalb für ungiltig erklär: werden, weil auf den Stimmzetteln für Fischer auch noch der Name des Wählers stand. Die Wähler müssen sich also merken, daß außer dem Namen des Kandidaten gar nichts auf den: Stimmzettel stehen darf. Bezüglich der Frage, ob K r e i t l i n g schon vor Entscheidung der Wahlprüfungskommission das Mandat hätte nieder- legen sollen, meint der Einsender, bisher fei eine solche Eni- sagung im Reichstag nicht üblich gewesen. Im Allgemeinen stimme ich auch dem bei. So lange, bis die Wahlprüfungskommission untersucht und entschieden hat, bleibt jeder Wahlprotest eine ein- seitige Parteibehauptung: und wenn streitige Fragen auf- tauchen, über welche sogar die Wahlprüfungskommission getheilter Meinung ist, oder wenn eine Parte: sich durch einen MajoritätS- beschluß vergewaltigt fühlt, wird niemand etwaö dagegen einwenden können, wen» der Abgeordnete sogar, im Interesse seiner Partei und semer Wähler, die Entscheidung be» Plenums abwartet. Aber anders lag die Sache doch im zweiten Wahlkreise. Schon vor Monaten hat Herr Kreitling selber privatim und öffentlich vor mehr als tausend Wählern erklärt, er sei z« Unrecht gewählt, und sein Mandat müsse kassirt werden. Da frage ich nun: Wenn ein Abgeordneter selber seine Ueberzeugung dahin ausspricht, daß er sein Mandat nur zu Unrecht ausübe, heißt eS da, vom politischen Anstand des Gegners zu viel ver- langen, wenn der oder jener die Mandatsniederlegung nicht erst in dem Augenblick erwartete, als die Wahlprüfungs-Kommission die Ausübung moralisch unmöglich machte, sondern schon von dem Tage an, da Herr Kreitling von der Unrechtmäßigkeit seiner Wahl über« zeugt war? So und nicht anders steht die Frage. Im Uebrigen handell es sich heute, wie der Genosse auS der Fraktion mit Recht hervorhebt, um All' das gar nicht mehr; jetzt gilt es, alle Kräfte einzusetzen, den KreiS wieder zu erobern; ich hielt meine Einsendung nur um deswillen für angebracht, weil sie meines Erachtens auch eine Seite hervorhebt, die nicht unerwähnt bleiben dürfte, sollten die Ausführungen des Genossen aus der Fraktton nicht einer Mißdeutung unterliegen. AnS der Redaktion des„Vorwärts" scheidet mit dem heutigen Tage unser Kollege August Enders aus. Geborener Sachse, war Enders während der siebziger und achtziger Jahre zu Leipzig in der Buchdruckerbewegung und unter dem Sozialistengesetz auch in der politischen Bewegung thättg. Nach Aufhebung de? Sozialistengesetzes wurde er geschäftlicher Leiter des„Wähler"— Vorläufers der„Leipziger Volkszeitung"— ging dann als Redakteur der„Thüringer Tribüne' nach Erfurt, von wo er im Sommer 1892 in die Redaktion des„Vorwärts" eintrat. Der Redaktion des„Vor- wätts" gehörte er also nahezu acht Jahre an; er behandelte Haupt« sächlich die Parteinachrichten und Soziales— eine mühsame Arbeit, die, weil die ganze Parteipresse verfolgt werden muß, viel Fleiß und Gewissenhaftigkeit erheischt— Eigenschaften, die Enders in hervor« ragendem Maße besitzt. Eine Zeit lang zeichnete er den„Vorwärts" als verantwortlicher Redatteur; die in Deutschland unvermeidliche Folge war eine Anzahl Prozesse, die eine Gefängnitzstrafe von zusammen 11 Monaten einbrachten. Alle Redaktionskollegen bedauern lebhaft den Fortgang EnderS', der jetzt nach Chemnitz geht, um die Redaktion des dortigen Partei- Organs zu übernehmen. Die Redaktton deS„Vorwärts" in ihrer Gesammtheit wünscht ihm für seine neue Laufbahn den Erfolg, welchen sein Charakter und seine Fähigkeiten verdienen. An Enders' Stelle tritt Ende des Monats Genosse Wetzker, bisher in der Redaktion der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung" thätig, in die Redaktton des„Vorwärts".— Genosse Stadthagen ist unverhofft am Montag Nachmittag �,5 Uhr auS der Strafhaft in Plötzensee entlassen worden. Bei dem am 18. Oktober erfolgten Anttitt seiner fünfmonatlichen Strafe, die am 18. März abgelaufen wäre, ist übersehen worden, daß zu der sechs« wöchentlichen Strafe, die er im Jahre 1893 verbüßt hat. das Ver- fahren betreffs Zusammenziehung der Strafen noch nicht erledigt war. Die Gesammtstrafe kann zwischen 6 Monate und 1 Tag und 6 Monaten und 41 Tagen liegen. Dazu tritt dann 1 Monat aus der Hanauer Affäre, der noch nicht verbüßt ist und auch eine Zusammenziehung erfor- dert. Wird bei der Zusammenziehung auf die geringste Strafe erkannt, so wären die Gesammtstrafen am 6. Februar verbüßt. Außerdem tritt hinzu, daß das Hanauer Verfahren durch den Reichstag eingestellt ist. Auf Antrag Stadthagens hat daraufhin der Staatsanwalt die Entlassung verfügt. Die interessanteste Frage in diesem Falle ist die mitsprechende Verfassungsfrage, ob Art. 31, wie der Staatsanwalt anzu« nehmen scheint, überhaupt nicht mehr nach Entscheidung durch das Reichs- gericht anwendbar ist oder ob, wie die allgemeine Ansicht ist, zweifellos auch dies das Zusammenziehen betteffende Strafverfahren durch den Art. 31 des Strafgesetzes getroffen wird und endlich ob nicht auch die Strafhaft durch Beschluß des Reichstags aufzuheben ist. Die Sache liegt zunächst so, daß infolge des Z 190 Gerichtsverfassungs- GesctzeS möglicherweise diese Frage endlich durch daS Reichs- gerrcht als letzte Instanz entschieden werden wird. Wir freuen uns mittheilen zu dürfen, daß Genosse Stadthagen trotz der fast 4 Monate langen Haft, sich bei verhältnißmäßig guter Gesundheit befindet. Zum Kommunal-Wahlsystem. Der Erfurter Sozial- demokratische Verein hat an den Magistrat der Stadt daZ Ersuchen gerichtet, bei den zukünftigen Stadtverordnetenwahlen, so auch schon bei einer event. Stadtverordneten-Ersatzwahl eine Aenderung des Wahlverfahrens in dem Sinne eintreten zu lassen, daß 1. die Wahl an einem Tage stattfindet; 2. daß die wahlberechtigten Bürger der 3. Wählerklasse in den einzelnen Stadtbezirken, in denen sie wahlberechtigt sind, ihr Wahlrecht auszuüben haben. Begründet wird das Gesuch mit dem berechtigten Hinweis auf die Unzulänglichkeit eines einzigen Wahllokals für die große Masse der Wähler. Namentlich seien es die Wähler aus den Kreisen der Arbeiter, die meist zur selben Zeit— in der Mittagsstunde— ihr Wahlrecht auszuüben gezwungen sind. und die dann. bei großem Andränge, vielfach uiwerrichteter Dinge wieder fortgehen müßten, wie es frühere Wahlen gelehrt haben. Der Kongreß der ungarischen sozkaldemokratischrn Partei. der zu vergangenen Weihnachten geplanr war, findet nun am 2. und 3. April(Ostern) statt. An diesen schließt sich in den darauffolgenden Tagen an ein Kongreß der ungarischen Feldarbeiter und Kleinbauern, die in Ungarn zum größten Theil der sozia- listischen Partei angehören. Der Kongreßort ist, wahrscheinlich um unliebsame Störungen zu vermeiden, nicht bekannt gegeben. GemevKMslsiliifzeS. Deutsches Reich. Eine cigenarttge Begründung wählt der Herr Amtsvorsteher v. Sandwisst. Der Metallarbeiter- Verbaue, Zahlstelle Magdeburg, hatte in einem nahen Vorort von Magdeburg eine Versammlung einberufen. Der Amtsvorsteher verbot die Versammlung, da ihm im Orte ein Zweigverein unbekannt geblieben ist. Früher hätte cin solcher bestanden, er habe sich aber aufgelöst, seine Mitglieder sich der Verwaltung in Magdeburg angeschlossen. Nun könne» die früheren Mitglieder(so meint Herr Amtsvorsteher v. Sandwust) in die Versammlungen nach Magdeburg gehen. Die Begründung ist entschieden originell, wenn auch keine rechtliche Grundlage dafür zu finden ist. Eilie Landcskouferenz der organisirten sächsischen T e x t i l- arbeiter tagte am Sonntag in Chemnitz. Zunächst wurde die Absendung einer Sympathietundgebuiig an oie Krefcldcr Weber beschlossen. Ans dem Bericht der Agitationskommission ging bervor, daß die Einnahmen und Ausgaben für vergangenes Jabr mit 700 M. balanziren. Ende Januar waren in Sachsen von 82 374 weiblichen nnd 72 093 männlichen Textilarbeitern zirka 8900 organisirt, darunter nur 1272 weibliche. Beschlossen wird, daß fortan jedes Verbandsmitglied pro Halbjahr 2 Pfennig für das Agitationskomitee entrichten soll, bisher war der Satz 2 Pf. pro Quartal, wurde aber sehr unregelmäßig entrichtet. AuS den Be- richten der Delegirten ist zu entnehmen, daß die Organisation in manchen Orten im Verhältniß zur Zahl der beschäftigte» Arbeiter und Arbeiterinnen eine sehr minimale ist; in Pulsnitz und Umgegend z. B. sind von 1000 nur 20 Personen orgamsirt. Allgemein ivird über das Sinken der Löhne geklagt. Redakteur Wagner hält nun einen längeren Vortrag über das sächsische Vereinsgesetz und bringt eine Resolution ein, welche sich wegen der Unsicherheit der vereinsgesetzlichen Zustände und der verschiedenartigen Auslegung deS Vereinsgesetzes gegen die Gründung von Filialen und für Auftechterhaltung der zetzigen OrganifationSform erklärt. Diese Resolution wird mit dem in dir Debatte gestellten Zusatzantrag.„wenn nicht die lokalen Ver- Hältnisse und die Ausbreitung der Organisation die Gründung einer Filiale für praktischer erscheinen lassen als das Bevoll'- mächttgten-Shstem", angenommen. DaS v bisherige Agitations- komitee wird wieder gewählt. Weiter soll lebhaft für Einführung der Arbeitslosen-Unterstützimg agitirt werden. Znm Gewerkschaftskongreß sollen drei Delegirte gewählt werden. Hübsch, Vor- sitzender des Verbandes, befürwortet die Agitation für Erhöhung der Beiträge; dem wird zugestimmt. Soziales- Konsumvereine«nd Sozialpolitik. Bei der Sucht/ in Arbeiterkreisen Konsumvereine zu gründen, muß nachdrücklichst darauf aufmerksam gemacht werden, daß eS alsdann auch eine ein- fache Anstand sp flicht ist, dem Bedienungspersonal diejenige Stellung einzuräumen in Bezug auf Bezahlung, Arbeitszeit, Sonntagsruhe:c., die seit Jahren die Arbeiterklasse' gegenüber den Unternehmern verlangt. Gegen diese Forderungen verstößt aber noch immer ein Theil der von Arbeitern geleiteten Konsumvereine auf das Schroffste. Die Sucht nach Dividende darf die einfachsten Forderungen der Gerechtigkeit nicht in den Hintergrund drängen, sonst kann man eS den Gegnern nicht verdenken, wenn sie aus solchen Widersprüchen zwischen Theorie und Praxis ihre Vorwürfe herleiten. Einer der größten Konsumvereine ist der Schedewitzer, der in den letzten Jahren 12 und 16 pCt. Dividende vertheilte, der aber. wenn die Anklagen der Wahrheit entsprechen, die das„Handlnntjs- aehilfen-Blatt" in seiner Nr. 39 gegen den Verein erhebt, sich eine schwere Ausbeutung seines Personals zuSchulden kommen läßt. Auch die Behandlung des Personals scheint nach jenem Bericht viel zu wünschen übrig zu lassen; kurz der Verein wirthschaftet nach jenem Bericht auf Kosten seiner Angestellten, daß ein kapitalistischer Aus» bcuter es kaum schlimmer machen könnte. So viel wir wissen, stehen bekannte Sozialdemokraten an der Spitze des Schedewitzer Vereins, und da entsteht die Frage, wie diese die Zustände im dortigen Konsumverein mit ihrer Parteistellung vereinigen können. Der AnSschnß des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise hat dieser Tage hier in Berlin eine Sitzung abgehalten. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war, wie schon auf dem Münchener Verbandstage, wiederum:„M aßnahn, en des Verbandes bezüglich der Versorgung der Landwirthschaft mit Arbeitern". Es wurde beschlossen, an sämmtliche Arbeitsnachweise des Verbandes ein Zirkular zu senden, in welchem diese ersucht werden, den lokalen Verhältnissen entsprechend die Vermittlung von Arbeitskräften für die Landwirthschaft möglichst zu befördern und die im Laufe des Jahres sich ergebenden Erfahrungen der Zentral- stelle mitzutheilen. Auf der nächsten Verbandsversammlung soll sodann, an der Hand dieses Materials, der Gegenstand nochmals verhandelt werden. In Bezug auf den zweiten Punkt der Tages- ordnnng:„Einführung einer einheitlichen Arbeits» n a ch w e i s st a t i st i k", war man sich, wie es heißt, von vorn- herein klar, daß eine streng einheitliche Arbeitsnachweis- statistik nicht durchführbar fei— auch nicht als eine reine G e s ch ä f t s st a t i st i k. Im Hinblick auf die grundverschiedenen Einrichtungen der einzelnen Arbeitsnachweise wurde beschlossen, die Verbands- Arbeitsnachweise zu ersuchen, die folgenden Punkte in ihrer Geschäftsführung zu berücksichtigen: i vor allem den Grundsatz anzugeben. wonach sie ihre Statistik anfstellen, 2. männliche und weibliche Arbeitnehmer getrennt in den Listen zu führen, 3. Passanten, selbst wenn sie nicht in die Listen eingetragen werden, wenigstens summarisch anzugeben, 4. ihren Geschäftsbericht an die Verbandsschrift Arbeits- markt möglichst eingehend abzufassen und die Gründe für etwaige auffällige plötzliche Aenderungen anzugeben, 2. ihrer Geschäftsführung das in einigen Punkten abgeänderte und vereinfachte Formular der Rhein-Mainischen ArbeitsvcrmittelungSstellen zu Grunde zu legen. Endlich wurde übereinstimmend betont, daß es für die gedeihliche EntWickelung der Arbeitsnachweise, namentlich im Interesse der Landwirthschaft, unerläßlich sei, daß Post und Telephon mehr in ihren Dienst gestellt würden, entweder dadurch, daß den un- parteiischen Arbeitsnachweisen Gcbührenfreiheit gewährt oder, nach dem Vorgang süddeutscher Staaten, auch vom preußischen Staate ejn entsprechendes Pauschquantum an die einzelnen Arbeitsnachweise ge- zahlt würde. Die Sonntagsarbeit in Barbier-«nd Frisenrgeschäften war in Leipzig während der Meßzeit durch Verordnung bis um 6 Uhr Abends gestattet. Diese Vergünstigung der Unternebmer hat der Rath der Stadt Leipzig jetzt vernünftigerweise wieder zurückgezogen._ Gevichks�Äettung. DaS Bereinögrsctz gegen die Maifeier. Die Maifeier der Arbeiterschaft von Halle und Umgegend fand im vorigen Jahre auf einer großen Wiese bei Ammendorf statt, die von einem Draht- zäun umgeben war. Es wurde ein Eintrittsgeld von 10 Pf. erhoben, ivofür jeder Theilnehmcr ein Abzeichen erhielt. Gegen 2000 Personen kamen zusammen. Polizei, Staatsanwaltschaft nnd Gerichte erklärten daS Fest für eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel, für die die polizeiliche Erlaubniß hätte eingeholt werden müssen. DaS Landgericht vernrtheilte den sozialdemokratischen Vertrauens- mann Schade, den Arbeiter Marx und den Verleger des„Volks- blattes für Halle", der zugleich dessen Jnseratentheil verantwortlich zeichnet, wegen Vergehens gegen den tz 17 des Vereinsgesetzes zu Geld- strafen. Schade und Marx wurden als Einbenifer, Leiter nnd Ordner der nicht genehmigten angeblichen„öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel" bestraft, und Groß, der Verleger der Zeitung, sollte sich strafbar gemacht haben durch die Aufnahme eines Inserats, wodurch alle Proletarier und Genossen zur Theilnahme an der Mai- feicr eingeladen wurden. Die Vernrtheilte» legten Revision ein und»lachten geltend, daß es sich hier nicht um eine Versamm- lung, sondern um ein Volksfest handele. Die eigentliche politische Bedeutung der Maifeier wäre schon an den Tagen vorher in wirk- lichcn Versammlungen gewürdigt worden. Auch habe der Vorder« richter die Begriffe„öffentlich" und„unter freiem Himmel" ver- kannt. Der Strafsenat des Kammergerichts verwarf jedoch gestern die Revision mit folgender Begründnng: Die Maifeier sei in diesem Falle mit Recht als eine öffentliche Versamm- lung angesehen worden. Die Einladung im„BolkSblatt" habe sich an eine unbestimmte Menschenmenge gerichtet und es sei auch jedermann, sofern er nur 10 Pf. zahlte, zugelassen worden. Auf den Zweck der Zuscunmenkunft komme eS g a r n i ch t an. Die Ver- sammlung habe aber auch unter freiem Himmel stattgefunden, da der fragliche Raum nicht nach oben abgeschlossen gewesen sei. Groß sei dadurch für die Versammlung eingetreten, daß er das ihm bekannte Inserat in die Zeitung aufgenommen habe. Wegen Vergehens gegen 8 15# der Gewerbe- Ordnung war der Tabakarbeiter Mecdow vom Landgericht vcrurtheilt worden. Er sollte»ach der gerichtlichen' Feststellung ge- legentlich eines bei einem Bernauer Zigarrenfabrikanten aiisgebrochoncn Streiks zu dem Arbeitswilligen D. gesagt haben:„Er würde ihm ja nichts thun, aber Andere würden nicht davon abschen." Im fraglichen Falle handelte es sich um eine Arbeitsniederlegung zu Gunsten eines gcmaßregelten Kollegen. Die Streikenden verlangten die Wiedereinstellung des Mannes. Auf die von, R.-A. Freudenthal eingelegte Revision hob gestern der Strafsenat des K a m m e r g e r i ch t s die lnndgerichtlichc' Entscheidung ans und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung an die Borinstanz zurück. Der Vorsitzende führte begründend auS: Der§ 122, ans den sich§ 123 beziehe, spreche nur von solcher Verabredung, die eine Erzielung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen, d. h. eins Verbesserung der bisherigen bezweckten. Der Vorderrichter habe nun aber nicht genau festgestellt, ob diese Absicht hier vorgelegen habe. Die Z8 122 und 123 wären nicht anzuwenden, wenn der Streik und die über die Fabrik verhängte Sperre nur Racheakte tuSrcn, Auch könnte sie nicht angewendet werden, weim mit dem Streik und der Sperre nur die Wiedereinstellung eines eutlasienen Kollegen bezweckt worden wäre. Der Augeklagte müßte dagegen verurtheilt werden, wenn es sich auch nur darum gehandelt ! e � i 9 1 i für den Entlassenen neben der Weiter- beichaftigung bessere Arbeitsbedingungen zu erwirken. Denn nach dem Wortlaut der Zz 1S2 und 153 sei die Anwendbarkeit des Z 153 nicht ausgeschlossen, wenn die Koalilion der Ar- beiter nur die Hebung der wirthschaftlichen Lage eines Ein- z e l n e n verfolge.— Diesen zuletzt wiedcrgegcbenen Grundsatz hat das Kammergericht gestern zum ersten Male ausgesprochen. -» �ltfitioilsrechtimZuchthailskurs. Eincjselbst derheutigen Rechtsprechung zu weit gehende Ausdehnung Ivollte der Staatsanwalt dem§ 153 der Gewerbe-Ordnung geben, der gestern wieder einmal die Grundlage einer vor dem Schöffengericht verhandelten Anklage gegen die Zimmerleute Schulz und Bansmann bildete. Auf einem Neubau hatten sämmtliche Bauhandwerker die Arbeit nieder- gelegt, weil vier verheirathcte Zimmerlente, die sich qe- weigert hatten,»ach Feierabend noch eine Arbeit zu v'er- richten, gematzregelt waren. Die übrigen Bauarbeiter erklärten sich mit den Entlassenen solidarisch und verließen die Arbeitsstätte. Der Zimmermann Bremer, der ans dem Bau Arbeit aufnahm, be- hauptet, daß er diescrhalb von den beiden Angeklagten belästigt worden sei und daß diese ihm Vorwürfe über seine unkollegialische Handlungsweise gemacht und ihm gesagt hätten:„er solle sich nur in acht nehmen, daß ihm nicht die Hosen stramm gezogen würden." In diesem Vorgange erblickte der Staatsanwalt einen Verstoß gegen 9 153 der Gewerbe- Ordnung und beantragte gegen die bisher unbestraften Angeklagten je eine W o ch e'G e f ä n g n i tz. Der Gerichtshof war dagegen mit der Vertheidignng der Ansicht, daß nicht abzusehen sei, daß eine Arbeitseinstellung, deren Grund die Entlassung von vier Arbeitern gewesen,„zum Bchufe der Erlangung gunstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen" unternommen worden sei. Da somit die Voraussetzungen des§ 153 überhaupt nicht zutreffen, erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung der Angeklagten. Der Rechtfertig«, tgsversuch der Dresdener Justiz. Die bereits angekündigte Absicht ist heute Abend zur Aus- führung gelangt. Für das Dresdener Gericht hat man offenbar unter Benutzung der Anklageschrift und der Urtheils- begründung einen offiziösen Vertheidigungsartikel veröffent- lichen lassen. Zu Gunsten des Gerichts, das die Oeffentlichkeit in der entscheidenden Verhandlung ängstlich ausgesperrt hat, sieht man sich nun unter dem Druck der öffentlichen Meinung veranlaßt, nachträglich die weiteste Oeffent- lichkeit in Anspruch zu nehmen. Freilich, diese verspätete, mangelhafte Oeffentlichkeit ist kein Ersatz für die der Oeffent- lichkeit entzogenen Verhandlungen. Wir lassen nachstehend die uns telgraphisch übermittelte Auslassung des amtlichen„Dresdener Journals" folgen: Die Hauptverhandlnng, der sechs Vertheidiger— darunter ein bekannter sozialdemokratischer Rcichstags-Abgeordneter und forensi- scher Redner aus Berlin— beiwohnten, nahm drei Tage in An- fprnch; sie ergab ein grauenhaftes Bild der Ver- Bewältigung der„Orgauisirten" gegen die„Nichtorganisirten". Der Thatbcstand ist im Wesentlichen folgender: Am 6. Juli 1898 hatte auf dem Grahl-Hempel'schcn Baue in Löbtau von früh 9 Uhr ab und nach Schluß der Arbeit um 9 Uhr für die dort bcschäftigrcn Mauer, Zimmerleute und Bauarbeiter, ungefähr 35—40 Mann. Hebeschmanß stattgefunden. Dabei waren fünf Faß Münchener und Lagerbier, zirka 150 Liter im Ganzen ausgelegt worden. Gegen 8 Uhr Abends rief jemand in die Baubude „Die Zimmerleute alle rauskommen, bei Klemm arbeiten sie noch!" Sofort verließen Gedlich, Geißlcr. Hecht, Zwahr. Pfeifer. Leiber und an ihrer Spitze Moritz den Bauplatz und eilten in schnellem Schritte trotz Warnung ihres Arbeitgebers:„Macht keine Dummheiten!" nach dem Ecke Süd- und Herbertstraße gelegenen Neubau des Bauunternehmers Klemm um die dort arbeitenden Zimmerleute von der Arbeit abzuhalten. In der Nähe des Neubaues lief Moritz voraus, betrat als erster den Platz, dessen Zugang äußerlich offen, aber durch das Plakat:„lln- befugten ist der Eintritt verboten!" gesperrt war. und fragte, wie er selbst zngiebt, lediglich, um einen Vorwand zu haben und den Platz befugt betreten zu können, den Polier Pollack nach Arbeit. Als Pollack ablehnend antwortete, wandte sich Moritz sofort an die dort noch arbeitenden 6 Zimmerleute mit den Worten:„Arbeitet Ihr noch! pfui schämt Ihr Euch denn nicht?" Gleichzeitig betraten die Anderen, die bisher vor dem Thore außerhalb des Platzes gc- standen hatten, den Bauplatz und machten den Arbeitern unter Schimpfworten Vorwürfe. Nun kam der Baugewerke Klemm jun., der mit seinem Vater vor dem Neubau« auf der Südseite im Gespräch gestanden hotte, auf den Platz und forderte die sämmtlichcn fremden Arbeiter, denen sich außer Schmieder, Schär, die vom Grahl'schen Neubaue gekommen waren, und Wobst, der ans seiner in der Nähe gelegenen Wohnung herbeigeeilt war, noch eine große Anzahl Arbeiter zugesellt hatte, auf, den Platz zu verlassen. ,_ Sofort fielen nun die Verurtheilten über Klemm jun. her(1. Angriff), drängten ihn hinter dem ersten Zicgelhaufcn herum nach der Laterne, in deren Nähe Klemm zu Falle kam und schlugen fortgesetzt mit Fäusten auf ihn ein. Da eilten Pollack, dessen Bruder'Emil, die auf dem Älemmffchen Neubau beschäftigten Zimmerlente Wende und Petrich und Klemm sen. zu Hilfe. Klemm jun. kam in die Höhe und lief sofort hinter das Hans in die dort befindliche Baubude. Dabei wurde er noch von einem Ziegelstück ins linke Auge getroffen. Während dessen wendeten sich die fremden Arbeiter gegen Klemm's Leute, die ihm zu Hilfe gekommen lvaren. Klemm jun. kam inzwischen wieder hinter dem Hause vor bis in die Nähe des Sandhaufens und forderte von dort aus die fremden Arbeiter nochmals auf, den Platz zu verlassen. Da diese nicht sofort Folge leisteten, gab Klemm jun. aus einem mit der Mündung dem Boden zugekehrten Revolver und gestrecktem rechten Arme zwei Schreckschüsse ab. Sofort stürzten nun die Nächststchenden auf Klemm jun. los. Von der Straße her ertönte hierbei aus der stark angewachsenen Menge, die jedenfalls durch Zwahr's Ausruf:„Ich bin geschossen l", aufgestachelt worden war, der Rus:„Schlagt den Hund rodt", und der Haufen auf dem Platze schrie:„Wart Luder, Du mußt sterben!" und insbesondere Wobst brüllte:„Schlagt den Hund tobt!" Sie schlugen auf ihn ein(zweiter Angriff) und warfen ihn in der Nähe des ersten Ziegelhaufens zu Boden. Dort packten Moritz und Zwahr den Klemm jun. am Halse und würgten ihn mit den Worten:„Hund, ich erwürge Dich!" Klemm jun. wurde nun mit Fäusten geschlagen, mit Füßen getreten und mitZiegel- und Balkenstückcn bewogen. Inzwischen arbeitete sich Pollack von der Laterne her zu Klemm jun. durch, erhielt dabei mehrere Faustschläge auf den Kopf und ins Genick, hob aber Klemm jun. doch endlich auf und führte ihn, der infolge der Mißhandlungen nur schlver gehen und kaum noch sprechen konnte, nach der hinter dem Hause gelegenen Bude und legte ihn dort ans eine Bank. Auf dem Wege hinter das Haus flogen Ziegel- steine und Balkenstücke hinter Klemm jun. her. Bei dieser Gelegen- jjeit hat Pfeifer geständigermaßen'/.Stück Ziegel st eins!) nach Klemm jun. geivorfcn. Pollack verschloß die Baubude und begab sich nach der Straße zu, um die Bretterplanke, die umgefallen � Verantwortlicher Redakteur: Auaiist Jacobe», in Berlin. Für den Ins« war, wieder aufzurichten, er wurde aber durch Reichelt mit den Worten daran gehindert:„Das ist keine Sache, das darf nicht gelitten werden, daß hier länger gearbeitet wird; eS wird eben nicht zugemacht!" Da hörte er Klemm jun. um Hilfe rufen. Es waren nämlich Zwahr mit den Worten,„er wolle nachgehen und den Hund todt- schlagen" und andere hinter Klemm jun. her nach der Bude ge- gangen. Zwahr hatte die verschlossene Thür« erbrochen. Er betrat als Erster die Bude, erfaßte eine leere Selter- Wasserflasche am Halse und schlug mehrere Male mit ihr so stark auf Klemm's Hinterkopf, daß die Flasche in Stücke zersprang, obwohl Klemm vor Schmerzen wimmernd gebeten hatte:„Schlagt mich doch nicht todt, ich habe doch auch Frau und Kinder." Während des Schlagens rief Zwahr aus:„Jetzt haben wir Dich Hund, jetzt schlagen wir Dich todt, Du hast es nicht anders verdient." Hierauf ergriff S ch m i e d e r ein Balkenstück und schlug mit diesem wiederholt auf Klemm's Hinterkopf. Bei diesen scheußlichen Mißhandlungen hatte Klemm jun. um Hilfe gerufen und war mit Aufbietung seiner letzten Kräfte noch bis an die hintere Hausecke gelaufen, dicht gefolgt von Zwahr; dort aber brach er zusammen. Pollack nahm sich nun seiner an und führte ihn stützend nach dem Eingange zu. An der Bretterplanke riß aber Zwahr die Beiden nieder und schlug mit Fäusten auf sie los. Dabei unter- stützten ihn die ftemden Arbeiter wieder, ermuntert durch den Zuruf aus der Menge und durch Wobst's Mund:„Schlagt den Hund todt I" s3. Angriff.) Als nun Klemm hilflos am Boden lag, kniete Zwahr auf ihm(4. Angriff), Moritz versetzte ihm einen Fußtritt ins Gesäß, dessen er sich später auch noch gerühmt hat, endlich stieß ihn auch Wobst mit den Füßen und rief dabei:„Jetzt habe ich Dir den Gnadenstoß gegeben I" Während dessen hatte sich Pollack befreit und lief nach der Wils- drufferstraße zu, um Polizei zu holen, ihm begegnete der Steinmetz Schräder, den er bat, dies für ihn zu thun, dann arbeitete er sich wieder zu Klemm jun. durch, wobei er wieder mehrere Fausffchläge auf den Kopf erhielt. Er brachte Klemm jun. in die Höhe und schleifte ihn, da dieser nicht mehr gehen konnte, die Südstraße entlang nach der Wilsdruffcrstraße zu. Noch ehe er diese erreichte, hatte ihn eine Anzahl fremder Arbeiter, darunter Zwahr, Schmieder und Gedlich eingeholt. Sie rissen Klemm jun. von Neuem nieder<5. Angriff), würgten ihn am Halse mit dem Rufe:„Nun mußt Du sterben!" In diesem Augenblicke kam Schräder herbei. Als dieser Klemm jun. aufheben' wollte, versetzte Schmieder dem Klemm mit dem Stiefel einen Tritt ins Gesicht, daß Klemm den Kopf wie leblos fallen ließ. Von da schafften dann Pollack und Schräder den Schwerverletzten nach der Wache. Die versammelte Menschenmenge wurde auf 3—400 Leute ge- schätzt. Klemm jun. hat infolge dieser Mißhandlungen starke Schwel- hingen und Blutergüsse um und in das Auge, ausgedehnte Haut- und MuSkclverletzu'ngen üben den ganzen Körper und einen Bruch der Schädeldecke davongetragen. Die Kleider hingen in Fetzen von ihm, er hat mehrere Tage Blut gespuckt und war einige Monate schwer krank. Noch gegenwärtig behauptet er, Schwindel und Kopfdruck zu empfinden. Sein Auftreten in der Verhandlung war das eines Menschen, der geistig wie körperlich sich von den erlittenen Mißhandlungen noch durchaus' nicht völlig erholt hat. Es läßt sich nun nicht verkennen, daß der Ausschluß der Oeffentlichkeit bei den Verhandlungen die sozialdemokratische Hetze wesentlich erleichtert hat. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages hat im„Vorwärts" sogar erklärt, daß der Gerichtshof«nach ihrer Meinung" unter falscher und unzulässiger Anwendung der einschlagenden Bestimmungen des Gerichtsverfassungs-Gesetzes über den Ausschluß der Oeffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen, den Prozeß hinter verschlossenen Thüren geführt habe. Selbstverständlich kann von einer unzulässigen Anwendung dieser Bestimmungen gar nicht die Rede sein. Abgesehen davon, daß der Gerichtsbeschluß lautet:„Die Beamten der gerichtlichen und Verwaltungsbehörden, nicht ausgelooste Geschworene, Rechtsanwälte und Referendare bei Rechtsanwälken haben ungehindert Zuftitt", kann höchstens die Frage aufgeworfen werden, ob diese ivtaßregel auch nothwendig war. Diese Frage ist aber unbedingt zu bejahen, denn leider macht sich heute der Terrorismus der Sozialdemokratie bis in den Gerichtssaal und vor die Augen des Richters bemerkbar. Die Genossen der Angeklagten und der Zeugen wissen sich diesen bemerkbar zu machen und ihre Angaben zu beeinflussen, so daß es dem Richter unmöglich ist, in der Haupiverhandlung ein klares Bild von den Vor- gängcn zu bekommen, wenn auch»ach den Ergebnissen der Vor- Untersuchung bereits jeder Zweifel beseitigt erschien. Durch die Oeffentlichkeit wird in einem solchen Prozesse, wie dem vorliegenden, wo politische Momente die Triebfeder des Handelns bildeten, der Ausgang vollkommen in Zweifel gestellt. Dabei mutz in Erwägung gezogen werden, daß auch Ans- schrcitnngen im Zuschauerräume zu befürchten sind, welche die Würde des Gerichts beeinträchtigen und nur zu neuen, die Allgemeinheit beunruhigenden Strafverhandlnngcn führen werden. Mir Rücksicht darauf, sowie auf die jetzige Zeit der Klassenkämpfe, wo planmäßig Haß und Zwietracht zwischen Unternehmern und Arbeitern gesät wird, ist in der Oeffentlichkeit der Verhandlungen in der That eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu erblicken. Was schließlich die Höhe des Strafmaßes anlangt, so ist das Höchstmaß für den Todtschlagsversuch 14 Jahre 11 Monate Zucht- haus, für schweren Landfriedensbrnch 10 Jahre Zuchthaus und für einfachen Landfriedensbruch und gefährliche Körper- Verletzung je 5 Jahre Gefängniß. Es ist daher i n keinem Falle auf das Hoch st maß der Strafe, sondern vielmehr, abgesehen von den Fällen des einfachen� Land- friedcnsbruches, nur um ctlvaS über die Hälfte der zulässigen Höhe hinausgegangen worden. Wenn man nun bei Abmessung der Strafen auch zu Gunsten der Verurtheilten berücksichtigt, daß sie sich— bis auf Wobst— in einer durch den Genuß geistiger Getränke, durch anftcizende Zu« rufe und später durch das Schießen des Baugcwerken Klemm jun. ver- ursachten erregten Stimmung befanden, so muß dagegen zu ihren Ungunsten in Betracht kommen, daß es sich um eine sehr schwere Auflehnung und Störung des öffentlichen Friedens handelt, daß sich außer den Verurtheilten mit deren Wissen noch eine große Anzahl Personen daran betheiligte, daß eine Mehrzahl von Per- sonen in roher Weise gemitzhandelt und der Baugewerke Klemm jun. geradezu gemartert") wurde, daß die Angeklagten friedliche Arbeiter überfielen und daß sie— bis auf Wobst— vorher durch ihren Arbeitgeber, den Bauunternehmer Hempel, vor Ausschreitungen gewarnt worden waren. Zudem mußte erschwerend ins Gewicht fallen, daß Zwahr wegen Körperverletzung, Pfeifer wegen groben UnfugS, Leiber wegen schweren Diebstahls, Bcttclns, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und schweren Hausfriedensbruches vorbestraft sind, daß Zwahr, Schmieder, Moritz, Gedlich und Wobst sich bei den mit großer Gefühllosigkeit gegen den hilflosen Klemm jun. verübten Mißhandlungen besonders hervorgethan haben, Zwahr mit einer starken Glasflasche, Schmieder mit einem schweren Holzklotz gegen den Kopf Klemm's jun. geschlagen. Wobst ihn mit den Füßen gestoßen, daß Schmieder, Moritz, Wobst sich ihrer unmenschlichen Handlungsweise auch noch gerühmt haben, endlich) daß Zwahr und Moritz die Zusammenrottung zu Wege gebracht, die Menschenmenge angeleitet und angefeuert haben. Sämmtliche Verurtheilte haben sich alsbald nach der Haupt- Verhandlung vorführen lasten und fteiwillig die Erklärung abgegeben, daß sie sich' dem Urtheile unterwerfen. Dieser Artikel des„Dresdener Journals" entwickelt mehr Eifer als Glück in seiner Tendenz, alles zu entschuldigen. Fast genau derselbe Ausdruck kam in dem neulich von uns erwähnten Stettiner Prozeß vor, in dem der Staatsanwalt selbst die Mißhandlungen des Hausdieners Mühlbruch im Polizei- gefängniß als eine Tortur bezeichnet hatte. Von den beiden Ge- fängmßaussehern, welche diese Tortur an einem Wehrlosen verübt hatten, erhielt der eine zwei Monate Gefängniß, der andere hundert Mark Geldstrafe._ Uentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mi was das Gericht gethan hat, und der Sozialdemokratie möglichst viel Schuld aufzupacken. Zunächst enthält der sogenannte Thatbestand an That- fachen nichts Neues, nichts Wesentliches, das wir nicht auch gemeldet hätten, aber die Einseitig- keit seiner Darstellung liegt in dem, was er verschweigt. Er läßt nicht erkennen, daß Klemm jun., wie die An- geklagten behaupteten und wie Zeugen bestätigten,„Spitz- buben" und„Einbrecher" geschimpft hat, eine That« fache, die so offenbar die Wahrscheinlichkeit für sich hatte, daß sie durch Klemm's Leugnen nicht beseitigt werden kann. Der Bericht verschweigt, daß Klemm selbst sich der ersten Rempelung. ehe er den Re- volver holte, nicht mehr erinnerte, ein Beweis, wie unbedeutend sie gewesen sein muß, Der Bericht er- wähnt nichts davon, daß Klemm bereits einige Zeit vorher eine ebenso unnütze Schießerei vorgenommen hatte. So wird es völlig verwischt, daß erst die Schüsse Klemm's einen Theil der Angeklagten und die zuschauende Menge in die maßlose Wuth brachten, in der die folgenden Ausschreitungen begangen wurden. Je dürftiger der thatsächliche Inhalt dieser Enthüllungen ausgefallen ist, um so ungenirter wird die durch nichts be- Wiesens Behauptung aufgestellt, daß politische Momente die Triebfeder des Handelns der Angeklagten gebildet hätten. Geradezu kindlich ist. daß. um dies zu beweisen, selbst die Person des einen Vertheidigers herangezogen wird, der erst wenige Tage vor der Verhandlung zum Ersätze für einen sächsischen Vertheidiger, der verhindert war, zugezogen werden mußte. Wir beziehen uns einfach auf das, was Rechtsanwalt Wolfgang Heine kürzlich selbst jm„Vorwärts" über diesen Punkt geschrieben hat: die Ausschreitungen entsprangen keinerlei politischen Motiven, sie waren lediglich Ausflüsse der Ge- reiztheit durch Klemm's Auftreten. Die Weitschweifigkeit, mit der versucht wird, den Aus-�. schluß der Oeffentlichkeit zu rechtfertigen, zeigt, wie wenig angenehm den Vertheidigern des Urtheils bei diesem Punkte ist. Wir brauchen wohl kaum besonders darauf hinzuweisen, daß die dreiste Behauptung vom„Terra- rismus" der Sozialdemokratie im Gerichtssaale und von der Beeinflussung von Zeugen auch nicht mit einer einzigen Thatsache belegt wird. Sie ist und bleibt eine grobe Unwahrheit. Aber weiß denn der freiwillige Vertheidiger dieses Verfahrens nicht, daß das Gesetz für den Ausschluß der Oeffentlichkeit die Befürchtung, daß Zeugen falsch aus-. sagen möchten, nicht als Grund anerkennt? Das Dresdener Gericht hat denn auch nicht daran ge- dacht, dies zur Begründung seines Beschlusses anzuführen, sondern es hat den Ausschluß der Oeffentlichkeit lediglich damit motivirt, daß eineStörung der öffentlichen Ordnung zu befürchten sei. Will der schlaue Offiziosus des„Dresdener Journals" die Richter bezichtigen, daß sie einen falschen Grund an- gegeben häten?— Wahrlich, der Schwurgerichtshof kann sagen:„Gott behüte uns vor unseren Freunden". Wir brauchen nicht zu betonen, daß unseres Erachtens auch nicht die geringste Gefahr einer Ordnungsstörung im Gerichtssaal vorlag. Ein Publikum, das sich bezwang, die Verkündigung dieser fürchterlich hohen Strafmaße ohne einen Laut des Mißfallens mit an- zuhören, hätte auch die Ruhe in der Verhandlung nicht gestört. Alles in Allem die Veröffentlichung dieses Arftkels ist als Versuch der Rechtfertigung des Urtheils im höchsten Grade mißglückt, aber sie rechtfertigt gänzlich, was wir stets über den Fall gesagt hatten. Was in Löbtau geschehen, ist nicht mehr und nicht weniger als eine trunkene Prügelei, wie sie täglich vorkommen, nicht zum zehnten Theile so roh und widerwärtig wie einige im Stadthagen'schen Prozeß ent- hüllten Prügeleien durch Schutzleute, wie der Eislebener Krawall und der Ueberfall von Spenge. Der Schluß des Arftkels scheint andeuten zu wollen, daß die Angeklagten selber durch den Verzicht auf das Rechtsmittel dies Urtheil für gerecht- ferttgt anerkannt hätten. Das ist grundfalsch. Lediglich die im Gesetze begründete Unmöglichkeit, in der Revisionsinstanz eine Strafmilderung zu erreichen, war dabei für sie aus» schlaggebend. Wir begrüsten die offiziösen Ausführungen de? Dresdener Regierungsblattes. Sie sind uns will- kommen als endgiltige Bestätigung der Richtigkeit unserer Anffaffung über dieses furchtbare Justizdrama, als Bekräftigung der allgemeinen Verurtheilung des Urtheils durch die öffentliche Meinung. Uetzke Mschvichke««nd DepeMen. Karlsbad, 13. Februar.(B. H.) Der Hotelneubau, welcher gegenwärtig vis-a-vis vom Zenftalbahnhof errichtet wird, ist in der vergangenen Nacht eingestürzt. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekommen. Der Einsturz ist auf mangelhafte Bau-AuSführung zurückzuführen. Wien, 13. Februar.(B. B.) Der„Ostdeutschen Rundschan" zufolge wurde eine Anzahl Polizei-Agenten beordert, in den Wiener Kaffeehäusern die ausländischen, namentlich die reichsdeutschen Zeitungen zu überwachen und anstößige Artikel zur Kenntnitz zu bringen, damit die Beschlagnahme erfolgen könne. Prag, 13. Februar.(B. H.) Die Bezirkshanptmannschaften haben den czechischen Gemeindevertretungen mitgetheilt, daß der von ihnen gefaßte Beschluß, die Annahme von deutlchen Zuschriften der Militär- und Staatsbehörden zu verweigern, gesetzwidrig sei, da die Dienstsprache des Militärs und der Gendarmerie deutsch sei. Weint die Gemeindevertreter deutsche Zuschriften nicht verständen, so seien sie verpflichtet, sich dieselben bei den Bezirkshanptmannschaften über- setzen zu lassen. Zürich, 13. Februar. Die Bergruffchungen bei Airolo dauern fort und werden immer bedrohlicher. Auch am Eingang deS Gotthard-Tunnels fanden Rutschungen statt. Paris, 13. Februar. sW. T. B) Präsident Loew hat heute Nach- mittag dem Generalprokurator Manau die Untersuchungsakten über- geben: Manau ist nunmehr offiziell mit dem Revisionsverfahren betraut. PariS, 13. Febniar.(W. T. B.) Die drei Personen, welche im September vergangenen Jahres den Leiter des Blattes„l-a Arands bataiUe", Roger, angefallen hatten, sind vom Schwurgerichte frei« gesprochen worden. Das Urtheil wurde von den Zuhörern mit den Rufen„Hoch die Geschworenen",„Hoch die Armee" begrüßt. Ernst- haste Zwischenfälle sind nicht vorgekommen. t Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. NnterhaltnngSblatt. Br. 38. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstage 81. Sigung, Montag, 13. Februar 1899, 1 hr. Am Tische des Bundesrathes: b. Posadows. Zunächst wird die Vereinbarung zwischen dem Deutschen Reiche und eru betreffend die Stellung der deutschen Konsuln in Peru und der peruanischen Konsuln in Deutsch land in erster und zweiter Lesung debattelos genehmigt. Es folgt die erste Berathung des Entwurfs eines Invalidenversicherungs- Gesetzes. Staatssekretär Graf v. Posadowsky: Die Vorlage ist wichtig für diejenigen, welche die Kosten der fozialen Gesetzgebung zu tragen haben, und für die, denen ihre Vortheile zufallen. Die Debatte über die einzelnen Punkte gehört eigentlich in die Kommission, deshalb will ich nur auf einige befonders wichtige Punkte hier eingehen. und Dicuflag, 14. februar 1899. W min zu DI Abg. Schmidt- Elberfeld( frf. Bp.): of fi silquas räften Fähigkeiten entsprechende Lohnarbeit Jede Versicherungsthätigkeit, auch die staatliche, muß durch ihre bestens ein Drittel des für ihren Beschäftigungsort Einnahmen ihre Ausgaben deden fönnen. Der von der Re- nach§ 8 des Kranken Versicherungsgesetzes festgelegten Tage Arbeiter gierung vorgeschlagene Vermögensausgleich giebt daher zu den Tagelohns gewöhnlicher schwersten Bedenten Anlaß. Der sozialpolitischen Seite der Sache verdienen. Der neue Paragraph will dieses Drittel nicht nach ist man ja ohnehin bereits nachgekommen, z. B. durch den Reichs- dem festgesetzten Durchschnittstagelohn bemessen, der immer hinter zuschuß. Die verschiebente Alters- Gruppirung tommt später weniger dem zurückbleibt, was die Arbeiter wirklich verdienen, sondern nach in Betracht. Eigentlich ist es doch nur Ostpreußen, das die Mittel dem wirklichen Verdienst, den törperlich und geistig gesunde Lohnfür seine Versicherung nicht selber aufbringen kann. Ich bin dagegen, arbeiter derselben Art durch Arbeit zu erwerben pflegen. daß wir jetzt schon ein Definitivum schaffen. Eine solch fundamentale Eine weitere Verbesserung liegt im§ 10, wonach zur Erlangung Aenderung, die die Selbstverwaltung in Frage stellt, darf nicht vor der Jnvalidenrente nicht mehr die dauernde Erwerbsunfähigkeit genommen werden, bevor ein ganz dringender Beweis für ihre Noth- während eines Jahres, sondern nur während 26 Wochen ges wendigkeit erbracht ist. Das Bahlenmaterial genügt trop feiner Waffen- fordert wird. Noch besser wäre es freilich, den Zeitraum in Ans haftigkeit nicht; denn die Erfahrungen erstreden sich über eine schluß an das Krantenlaffengesetz auf 13 Wochen herabzusetzen viel zu turze Zeit. Die Grundlagen find ungewiß und oder richtiger noch das Krankentassengesetz entsprechend auszubauen, werden es noch mehrere Dezennien bleiben. Die Ver Eine Verbesserung ist es weiter, daß der Ersatz für die gezahlten schiedenheit in den Vermögensständen der einzelnen Anstalten Beiträge an Hinterbliebene verstorbener Frauen ausgezahlt werden Auf dem gesammten sozialpolitischen Gebiet hat sich bisher die rührt wahrscheinlich her von den verschiedenen Berwaltungsjäßen, soll. Hier hätte man nur noch etwas weiter gehen und auch denDiskussion mehr mit dem Formalen als dem materiellem Inhalt und dann auf der Lohnklaffengruppirung und den hieraus rejul- jenigen Leuten ihre Beiträge zurückerstatten sollen, die invalide deffelben beschäftigt, wie ich glaube aus der Erkenntniß heraus, daß tirenden Zahlungen, die für die höheren Silaffen zu hoch, für die werben, bevor sie in den Genuß der Rente gelangen. Heute kann man zunächst die gesammte sozialpolitische Gesetzgebung durchsichtiger erste wahrscheinlich zu niedrig angesetzt find. Gerade für Ostpreußen es vorkommen, daß ein Arbeiter 4 oder 4/2 Jahre Beiträge zahlt und einfacher organisiren muß, ehe man in der Lage ist das unzweifelhaft erwiesen. Das geht schon daraus hervor, daß und dann aus der Arbeit ausscheidet: er wird invalide, bevor er die ift. dieser systematischer ausgebauten Organisation Aufgaben zu übertragen. neue in drei anliegenden Provinzen: Westpreußen, Posen und Pommern, Karenzzeit vollendet hat. Er fann dann seine Beiträge nicht zurückmacht worden ist, war der, die Kranken-, Unfall- und Invaliditäts- nicht zeigt. Jorritinu sid Der radikalste Vorschlag, der ge- wo die Verhältnisse doch ganz ähnlich liegen, sich jenes Mißverhältniß bekommen, empfängt teine Invalidenrente und hat seinen Rechtss anspruch verloren. Wenn er nachher auch hin und wieder bes versicherung in einer Organisation miteinander zu verbinden. Ich Eine anderweitige Vertheilung des Reichszuschusses würde viel schäftigt wird, er tommt nicht in den Genuß der Invalidenrente. erkenne an, daß diese Forderung theoretisch ganz berechtigt ist, in leicht zur Beseitigung dieses Mißverhältnisses beitragen. Ich hoffe, Bielleicht ist es auch eine Verbesserung, daß man eine Erhöhung der Pragis würde diese Zentralisation zu einem Schematismus daß die Kommission Wege finden wird, um die finanziellen Schwierig der Grundbeträge der Rente vorgeschlagen hat, weil dadurch führen, der gerade die liebevolle Behandlung des einzelnen Falles feiten zu beseitigen. Mit der Einrichtung der Nentenstellen fann eine vorläufige Erhöhung der Rente stattfindet, mit alleiniger Ausvollkommen ausschließen würde. Die Vorbedingung für eine man nur einverstanden sein, soweit sie Gewähr bieten für eine mehr nahme der Altersrente für die erste Klasse. Für die erste Klaffe, günstige Entwickelung dieser Zweige der sozialpolitischen Gesetz- fach als attenmäßige Erledigung der Gesuche. Die Frage wäre die ja gegenwärtig neben dem Grundbetrag der Rente von 60 M.. gebung ist die Dezentralisation. Die Vorlage kommt diesem Bedürfniß nur, ob nicht bei dieser Organisation die Schiedsgerichte überflüffig Reichszuschuß von 50 M. und einen Steigerungssatz von 4 Pf. hat, Das Mitglied entgegen durch die Schaffung der örtlichen Rentenstellen, würden.- Was die Vereinigung der Unfall-, Alters- und Invaliditäts- wird in Zukunft der Steigerungsfat wegfallen. in denen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichmäßig vertreten find, versicherung in eine Organisation anlangt, jo halte ich diese ebenfalls 1. Klasse, welches gegenwärtig nadh 1410 Wochenbeiträgen in den die das Gesuch des Arbeiters mündlich entgegennehmen, ihn vielleicht für unmöglich. Eine gewisse Vereinigung Eine gewisse Bereinigung der Unfall und Genuß der Altersrente tommt, würde nach dem bestehenden Gefeße an Ort und Stelle vom Arzte untersuchen lassen und danach ihr der Invalifitätsversicherung in eine Organisation wäre indeß fehr 165,40 m. haben, während es nach der Vorlage mur noch 110 M. Gutachten an die Versicherungsanstalt abgeben, ob die Rente zu erwünscht, da sich diese Gebiete oft sehr nahe berühren, Ich be Altersrente erhalten würde. Also hier ist ein diretter Nentenabzug zahlen sei oder nicht. Man hat nun gemeint, wenn man die Feit- antrage, die Borlage einer Stommission von 28 Mitgliedern zu über- vorgeschlagen. fegung der Rente den örtlichen Rentenstellen überträgt, so weisen. bit Dasselbe tritt aber ein bei den vorgeschlagenen Steigerungs find die Versicherungsanstalten nur noch Zahlstellen. Das ist nicht Abg. Dr. Hihe( 8.): msd si lisu otov fäßen der Invalidenrente. Es ist bereits vom Abg. Schmidt darauf richtig. Den Versicherungsanstalten bleiben noch sehr 33. die große Majorität des Zentrums seiner Zeit hat, Dies ist das einzige der sozialpolitischen Gesetze, gegen das sich hingewiesen worden, daß 3. B. der Say von 450 M., der gegen, Organisation fragen: wie wird der Zweck am besten erreicht. Die wir wollten es zunächst beschränkt wissen anf die industriellen Arbeiter die vierte Klasse, die zwar dieselben Beiträge zahlen soll, die sie Behörden sind da, um dem großen Zweck zu dienen, der gived dart Der landwirthschaftliche Arbeiter, besonders im Westen, besitzt meist gegenwärtig zu zahlen hat, würde, wenn sie nach 2350 Beitragswochen fich aber nicht nach der Organisation der Behörden richten.( Sehr ein kleines Eigenthum, und wenn er invalide wird, forgen die Kinder bekommen. Die Höhe von 450 W. werden nur diejenigen Leute erreichen Invalidenrente erhalten würde, nach der Novelle nur noch 350 m. links.) man für ihn. Ebenso waren wir dann gar nicht mehr zu entscheiden, da schon eine ge Staufleute und Dienstboten, da diese sehr oft später selbständig fönnen, die in der fünften Klasse Beitrag zahlen und zwar dann, wenn borliege. Das gebe ich zu, bin aber der Ansicht, daß die werden. Auch heute stehen wir auf dem Standpunkte, daß es feiner fie 3080 Bochen Beitrag entrichtet haben, also in der glücklichen Lage waren, 77 Beitragsjahre Beitrag zu zahlen.( Hört! hört! links.) Das Rentenstelle die Sachlage am allerbesten beurtheilen fönnen wird. Beit beffer gewesen wäre, die Grenzen der Versicherungspflicht enger ist also eine rein platonische Einrichtung. Empfindet man die hohen Dann hat man gegenüber der Besetzung der Rentenstellen gemeint, zu ziehen, und werden eventuell in der Kommission einen Antrag Summen, die angesammelt werden, als Kalanität, dann sollte man daß die Arbeitgeber fich leicht scheuen würden, ihre von der des auf Ausscheidung der betreffenden Personen stellen. Ich komme doch nicht mit derartigen Abzügen vorgehen, sondern die SteigerungsArbeitnehmers abweichende Meinung über den Fall auszusprechen industriellen und landwirthschaftlichen Gebieten. Das ist ein Ueber- lage mindestens verdoppeln. Dann würden sie die Höhe haben, die unter dem Drucke der fürwahr ein sehr trauriges Zeichen für den Stand, den der Kampf gangsstadium, daß man vorausgesehen hat und zu dessen Abhilfe gegenwärtig die Steigerungsfäße der Altersrente erreichen, also nicht zwiſchen Sozialdemokratie und bürgerlichen Klassen bereits erreicht festgehalten werden, daß wer mehr Beiträge bezahlt, auch mehr sind. Dann würde doch diejenige Rentenhöhe zu erreichen sein, die der Staatszuschus feſtgefegt wurde. Jedenfalls muß der Grundfaz o hoch sein, wie sie gegenwärtig im Invalidengesetz vorgeschlagen hat, Uebrigens hätte man diesen Einwand auch gegen die Zusammensetzung der jetzt bestehenden Schiedsgerichte Renten bezahlen muß. Ein Ausgleich in der Belastung muß herbei- sonst erreicht worden ist. Nun meint man, die Mathematiker haben es ausgerechnet, daß, erheben können, das ist indeß nicht geschehen. nicht geschehen. Während geführt werden, aber nicht auf dem Wege der Vorlage. Das Vermögen, wenn man am Anfang die Rente erhöht, sie dann in den späteren jetzt der Renten Antragsteller die Rolle des Klägers welches die Versicherungsanstalten erworben haben, befizen fie auf Grund beim Schiedsgericht übernehmen kann, wird in Zukunft der Ber- des bestehenden Gesetzes und es kann ihnen nicht so ohne Weiteres Jahren entsprechend erniedrigt werden muß, wenn man mit den Beiträgen austommen will. Doch auf diese Berechnungen der ficherungsanstalt diese Rolle zufallen. Und das bietet nach beiden genominen werden.( Sehr richtig!) Andererseits bringt die Vorlage Mathematiker gebe ich nicht viel, weil sie hier auf einem ihnen ganz Richtungen erhebliche Vortheile. versicherung viel Haarspalterei treiben; die grundlegende Frage aber: organische Verbindung der Krankenversicherung mit der Invaliditäts- unbekannten Gebiet arbeiten. Bei allen Wahrscheinlichkeits- Rech ist der Mann invalide oder nicht? kann immer die Rentenstelle ani versicherung. Ebenso begrüßen wir die Erhöhung der Invaliden nungen auf diesem Gebiete hat man bisher erheblich am Biel besten beurtheilen. rente in den ersten Jahren sowie die Einrichtung der örtlichen Die Bureaubeamten der Rentenstellen werden Nun sollen die Beiträge neu regulirt werden und zwar beginnt in die Materie derartig eingearbeitet sein, daß die Arbeiter sich da Rentenstellen. Diese lezteren sind der einzige Weg, um endlich eine stets und am besten Raths erholen können. Auch die Kartenkontrolle persönliche Fühlung zwischen den Arbeitern und den betreffenden da gleich die Liebesgabe, welche man der Landwirth wird da ganz anders und viel wirksamer durchgeführt werden können. Behörden herbeizuführen. Die Einrichtung dieser Rentenstellen ist haft zuwenden will. Es mag vielleicht recht sein, wenn man Was die Kosten anlangt, so hat man sie wohl etwas übertrieben um so nothwendiger, als sich die Fälle der Invalidität bedeutend einen bestimmten Einheitsfazz nimmt; aber die Herabsetzung des dargestellt. Ein erheblicher Theil des Personals der Versicherungs- vermehren werden, da jezt schon nach 26 Wochen die Versicherungs- Beitrages für die erste und zweite Klasse wird die Nothlage gerade anstalten wird frei werden, und diese werden in die Rentenstellen anstalt sich um den Invaliden fümmern muß. Schließlich will ich Nothlage befinden, noch mehr verschärfen.( Sehr richtig! links.) Es derjenigen Versicherungsanstalten, die sich gegenwärtig bereits in der nur noch ein warmes Wort einlegen für die möglichst baldige in eingestellt werden. Und dadurch werden diese Kosten vermindert. würde zur Zeit für die ostpreußische Versicherungsanstalt einen Je mehr wir die Meinung befestigen, daß die Arbeiter bei den führung der Wittwen- und Waisenversicherung. Ausfall von 10 pct. ihrer Einnahmen bedeuten und für die niederdie auch die Sympathien der großen Masse für die Vorlage beBehörden für ihre Lage und für ihre Schmerzen Verständniß finden, deutend vermehren würde. Diese ist bedeutend wichtiger als etwa bayerische fogar einen solchen von 15,17 pet.( Hört! hört! links.) um so mehr arbeiten wir den bestruktiven die Herabfegung der Altersgrenze.( Sehr richtig! links.) Tendenzen der Sozialdemokratie entgegen. Durch eine allseitige sozialpolitische Fürsorge beseitigen wir auch mehr als bisher Und der Staat M nur 19311 damit auf die verschiedene Belastung der Versicherungsanstalten in der Frhr. v. Richthofen( f.): Jolo Abg. Molkenbuhr( Soz.): borbeigeschoffen. Ferner ist der Vorschlag der Rentenstellen im Gesetz jim gemacht, der von dem Herrn Staatssekretär mit großer Begeisterung Shop bertreten worden ist. Richtig ist, daß es von großem Nugen ist. die Ursache von Streifs. Wir können die sozialpolitischen Maß- Auch wir würden uns sehr über die Einführung der Wittwen- wenn die Versicherten selbst nach der betreffenden Anstalt gehen nahmen nicht mit einer lässigen Handbewegung bei Seite schieben und Waisenversicherung freuen, wenn die Mittel dazu vorhanden tönnen, wo der Rentenantrag vorbereitet wird. Die Konkurrenz und den berechtigten Anforderungen der Arbeiter fönnen wir fein: wären. Das ist aber nicht der Fall; wir müssen uns auf das Er- dieser Rentenstellen gegen Sie sogenannten Arbeitersekretariate " Noli turbare circulos meos!"*) entgegemufen. Denn sonst werden reichbare beschränken und alle Phantasmagorien bei Seite lassen. fürchten wir durchaus nicht.( Sehr richtig! bei wir das Terrain verlieren, Andere werden es gewinnen. Die Vorlage muß unbedingt Gesetz werden, und deshalb bedauern den Sozialdemokraten.) Im Gegentheil wünschen wir, daß auf die Arbeiter. wir sehr, daß fie mit einigen zu weitgehenden Forderungen belastet die Regierung sich soviel wie möglich Kenntniß über die thatsächliche Zu diesem Zweck find örtliche Verwaltungsstellen für die sozial- ist. Vor allem rechnen wir dazu die Einrichtung der örtlichen Renten- Lage der arbeitenden Klaffe verschafft, weil sie auch innerhalb des politische Gesetzgebung nothwendig. Die große Maffe der Arbeiter stellen. Dringend nothwendig war ein Ausgleich zwischen den armen, Rahmens der heutigen Gesellschaft manche Verbesserungen treffen ist jest nicht in der Lage, mit den Staatsbehörden unmittelbar zu mehr und mehr dem Ruin entgegengehenden Anstalten und den könnte, wenn sie die Natur der Uebelſtände kennen würde. Heute verkehren. Durch eine folche Organisation wird den Bestrebungen jenigen, die Ueberfluß an Kapital haben und Kapitalien über Kapi- find die Regierungen viel zu wenig unterrichtet, und daher kommt der Sozialdemokratie nicht Vorschub geleistet, sondern es wird die talien ansammeln, zumal es unzweifelhaft ist, daß die Kalamität es auch wohl, daß fie gleich mit Buchthaus und ähnlichen Autorität und der Einfluß der staatlichen Beamten gestärkt. Ich komme jetzt zur Frage des Vermögens Aus- praris verschuldet armen Anstalten nicht durch eine falsche Verwaltungs- Witteln die fozialen lebel betämpfen wollen. ist, sondern durch das leberwiegen( Sehr richtig!) Leider bleibt auch bei den Rentenstellen wieder der gleichs. In dieser Beziehung sind wir bisher stets einer geradezu der Bahl der Altersrentner gegenüber den anderen Provinzen. Wir ganze bureaukratische Charakter gewahrt. Der Vorsitzende ist ein privatrechtlichen Auffassung des Wesens der Versicherungs- Anstalten wollen aber das Versicherungsprinzip selber nicht aufgeben, es viel Staatsbeamter, die Beijizer ſollen gewählt werden, aber nach begegnet. Daher will ich betonen: Wenn wir den Vermögens mehr zur Grundlage der Kommissionsberathung machen. Ein Theil einem Wahlverfahren, das bei den Arbeitern sehr unAusgleich nicht herbeiführen, so ist die Konsequenz die, daß einige von uns will die Bersicherungspflicht einschränken. Doch die Land- beliebt ist, da man den Vorständen der Krankenkassen allein Anstalten ihre Beiträge verdoppeln, verbreifachen, vervierfachen, arbeiter gänzlich auszuschließen, das halte ich in sozialer Hinsicht das Wahlrecht überläßt. Bei diesem Wahlrecht hat die kleinste andere sie herabseßen werden. Das würde aber dem Sinn des für unmöglich. Gewiß find gerade bei den ländlichen Arbeitern Betriebs- Innungstaffe genau dasselbe Recht wie die größte Orts. Reichsgesetzes strikte widersprechen. Man hatte ursprünglich die Ab- besondere Schwierigkeiten vorhanden, wegen ihrer Unständigkeit. frankentasje. Weshalb greift man nicht zu dem Wahlrecht, das bei ficht, eine einzige große Reichsanstalt zu schaffen; sie mußte fallen In der Vorlage ist eine Reihe guter Maßnahmen enthalten, die ich den Gewerbegerichten gilt? Da könnten die Arbeiter sich die passen Wir haben daher die Berwaltung dezentralisirt. Bei dieser Konstruktion lage für die Stonmissionsberathung.( Beifall rechts.) Arbeiter schließlich illusorisch gemacht werden können. gelassen werden, weil sie einen zu großen Apparat erfordert hätte. im Einzelnen nicht berühren will. Sie giebt eine vortreffliche Grund- den Beifizer aus ihren Reihen aussuchen, da würde nicht durch die Gründung verschiedener Betriebs- Strankenkassen das Wahlrecht der der Sache hat man aber selbstverständlich daran festgehalten, daß die Beiträge das Vermögen des Staates, nicht etwa das der einzelnen asist Nun wird zwar hervorgehoben, daß die Unkosten nicht so große Versicherungsanstalten sind. Es handelt sich um Summen, die auf Die Versicherungs- Gefeßgebung foll nach der offen bekannten find, aber ganz unbedeutend sind sie auch nicht. Wenn ca. 1000 Grund eines Reichsgesetzes für einen Reichszwed angesammelt find, Absicht der Regierung zwei gwede verfolgen, einmal die wirklichen Rentenstellen im Deutschen Reich errichtet werden und wir für jede der in Deutschland einheitlich erfüllt werden soll. Es liegt ein Versicherungszwecke und dann die Aussöhnung zwischen Unternehmern Rentenstelle nur 5000 M. rechnen, dann werden 5 Millionen erforder innerer Widerspruch darin, daß wir die Freizügigkeit aufrecht er- und Arbeitern. Es ist nur immer ein mißliches Ding, mit einer lich sein. Diese können aber aus den gegenwärtigen Verwaltungshalten und diejenigen Landestheile, die unter der Freizügigkeit leiden, Sache zwei Zweden dienen zu wollen. Man kommt da leicht in die ausgaben nicht erspart werden, da z. B. die Verwaltungskosten dafür noch strafen sollen, indem wir den Versicherten dort höhere Lage des Mannes, der sich zwischen zwei Stühle segt und dann sehr der 31 Versicherungs- Anstalten aus den Kapiteln 5 bis 9 ins. Beiträge auferlegen. Dadurch jagt man die Leute ja nur aus diesen verwundert über seine unbequeme Stellung ist.( Heiterkeit lints.) gesammt nur 61/2 Millionen find. Davon können doch nicht Gegenden fort, vergrößert die Leutenoth daselbst, und dadurch Diesen Mißstand, zwei Zweden dienstbar sein zu wollen, zeigt auch in Wegfall gebracht werden. Sparen werden allerdings werden die unglüdlichen Verhältnisse dort nur verschärft. die Vorlage. Vielleicht hat man es aufgegeben, die Industrie- die unteren Verwaltungsbehörden dabei, die großen Gemeinden, die Die Frage des Vermögensausgleichs muß jezt gelöst werden. Arbeiter mit den Unternehmern versöhnen zu wollen, dafür besondere Bureaus eingerichtet haben und es werden Ausgaben, die Ein Kompromiß, etwa dergestalt, daß unter gewissen Ümständen mit fucht man hier die Agrarier mit der Regierung zu ver bisher von Staat und Gemeinde gemacht wurden, den Versicherungss Genehmigung des Bundesrathes die Ueberschüsse der reicheren An- föhnen. Die Herren aus dem Osten können sich über die anstalten zugewälzt, also aus den Beiträgen der Arbeiter gezahlt stalten für die anderen verwandt werden dürfen, würde einen ganz Gefälligkeiten nicht beklagen, die der Entwurf ihnen bringt werden. Das ist ein Mangel, nichtsdestoweniger aber sind wir unzureichenden Nothbehelf darstellen. Was das Martensystem anlangt, Die Begründung der Vorlage stellt es als große Kalamität hin, daß für die Errichtung der Rentenstellen. Sehr charakte so habe ich bis jetzt noch keinen praktischen Vorschlag gehört, der es einzelne Versicherungsanstalten so foloffale Summen aufspeichern. ristisch ist, daß in den Motiven zugegeben wird, daß ein Theil der Ausüberflüssig machte. Ein System der Listen ist bei Wanderarbeitern Ja, an einer Stelle wird gefagt, vielleicht sei diese Ansammlung gaben für die Rentenstellen dadurch eingebracht wurde, daß die Beigänzlich unmöglich. eine größere Kalamität noch, als die Nothlage der anderen Anstalten. träge besser eingehen würden. Es wird also zugegeben, daß in Bei der Ausarbeitung der Novelle sind wir den Weg gegangen, An sich sehe ich in dem Vorhandensein mächtiger Geldsummen feinen recht weitem Maße gemogelt wird und ich glaube, diese den Fürst Bismard einst für die sozialpolitische Gefeßgebung vor- so großen Uebelstand. Man könnte mit den vorhandenen Geldern Mogelei wird besonders auf dem platten Lande zu gezeichnet hat, d. h. es soll dem Arbeiter feine Eristenz gefichert fehr viel Gutes erreichen und manchen Fehler des manchen Fehler des alten finden sein und da werden gewiß die Rentenstellen sehr wirksam werden, so daß er die Wohlthaten und die christliche Hilfsbereit Gesezes damit beseitigen; mur müßte dann ein anderer Weg ein- sein. Wenn der Gutsbesizer selbst Obrigkeit ist, ist es sehr fraglich, fchaft des Staates für sich und seine Interessen fühlt, und das in geschlagen werden, als ihn die Vorlage nimmt. ob die nachgeordnete Behörde mit der nöthigen Energie revidiren dem Sinne, daß dabei die Macht des Staatsgedantens wächst. ( Beifall.) Störe mir nicht meine Kreise!" Das bekannte Wort bes griechischen Mathematikers Archimedes, das er, mit einer geometrischen Konstruktion beschäftigt, den feindlichen Soldaten zurief, die ihn niederstechen wollten. 3800005 Gern erkenne ich an, daß das neue Gefeß einige Ber- wird, ob der Herr Gutsbefizer regelmäßig die Beiträge entrichtet. befferungen bringt. Als eine Verbesserung sehe ich in erster Ganz gut ist es auch, daß man das Heilverfahren etwas energi Linie die Verkürzung der Karenzzeit an. Eine Ver- fcher in Angriff nehmen will. Aber hier sind gleich eine Masse Bea befferung liegt ferner in dem neuen§ 4. Das alte Gefeß sagt hier: Stimmungen eingeschaltet, die sehr wenig Wohlwollen für die Die Versicherungspflicht tritt für diejenigen Personen nicht ein, Arbeiterklasse beweisen. Da wird durch§ 33 z. B. der Invalidens welche infolge ihres körperlichen oder geistigen Zustandes renten- Empfänger einfach zum Leibeigenen der Anstalt bauernd nicht mehr im Stande sind, durch eine ihren gemacht. Sobald die Anstalt verlangt, er soll ein Heilverfahren über Nun ist unstreitig ein Fehler bereits im Gesez, daß nämlich den Versicherungsanstalten die Konfiskation des Krankengeldes zusteht und die Familie die Hälfte des Krankengeldes nur bekommt, wenn der Mann in eine Heilanstalt gebracht wird. In welche Lage wird da die Familie gebracht! Kann sie mit 6 M. wöchentlich auskommen? Sie geräth in Schulden. Und wenn der Mann nach einem Vierteljahr entlassen wird, sagt man ihm wohlmeinend: Sie müssen sich noch eine Weile pflegen und schonen. Er aber muß entbehren und sich überanstrengen, um seine Familie aus den Schulden herauszubringen! Das muß beseitigt werden. Schluß 53/4 Uhr. Abgeordnetenhaus. 18. Sigung vom 18. Februar. 11 Uhr. Die zweite Etatsberathung wird fortgesetzt. Etat des Ministeriums des Innern. sein soll, daß dann, aber auch nur dann, nicht flach gehauen, nicht blind geschossen werden soll.( Unruhe lints.) Jch bestreite also, daß der Erlaß irgend eine neue Bestimmung enthält.( Widerspruch links.) Ich habe auch nicht die geringste Veranlassung, an diesem Erlaß irgend etwas abzuändern.( Lebhafter Beifall rechts. Bischen links.) fich ergehen lassen, muß er sich fügen. Kranke sind mißtrauisch, mitr Ob das Gesetz die agrarischen Wünsche alle befriedigen wird, ist Allem unzufrieden. Wenn sie so gezwungen werden, werden viele mir zweifelhaft. Sicher ist, daß es in industriellen Kreisen große Erbitterung ihre Rente verlieren, weil fie fich nicht fügen. Geht man so rigoros hervorrufen wird. Für eine Reform der Versicherung sind auch wir. gegen den aus dem Dienst geschiedenen General etwa vor, daß man Wenn aber dieser Novelle die agrarischen Krallen nicht ab ihm sagt: Du verlierst Deine Pension, gehst Du nicht in diese heil geschnitten werden, fo werden wir gegen das Gefeß anstalt. Das wagt man nur dem Arbeiter zu bieten!( Sehr richtig! it immen. Verbesserungen sind nicht schwer anzubringen. Die bei den Sozialdemokraten.) Novelle ist so voller Mängel, daß fast jede Menderung an ihr eine Verbesserung darstellen wird.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Langerhans( freis. Bp.): Die Antwort des Ministers Hierauf wird die Fortsetzung der Debatte auf Dienstag 1 Uhr hat uns nicht genügt. Die Bestätigung ist auch bis heute noch nicht bezüglich der Nichtbestätigung des Berliner Oberbürgermeisters vertagt. cond perfolgt. Wir haben keinen Einfluß auf den König in Bezug auf die etwas schnellere Entschließung. Aber in einen konstitus tionellen Staate follte doch der tonftitutionelle Minister darauf bringen, daß die Gesetzgebung so gehandhabt wird, wie ihr Sinn es deutlich ausspricht. Der Sinn der Städtes Ordnung, die bezüglich der Wahl des Oberbürgermeisters die Bes ſtätigung dem Könige vorbehält, ist der, daß jedenfalls ein Beamter zur rechten Zeit in sein Amt eingeführt werden fann. Der Minister Erlaß des Ministers vom 22. Juni 1898, wonach, falls zur was geschehen ist, oder er hat ihn nicht. Hat er ihn nicht Es liegt hierzu vor ein Antrag des Abg. Wiemer, den hat also entweder den Einfluß auf den König, daß er für gut heißt, Herstellung der öffentlichen Ordnung zum Gebrauch der dann ist eine Regierung mit einem derartigen Minister des Innern ja, Waffen geschritten werden muß, unter allen Umständen nur scharf nicht möglich.( Sehr richtig! links; Lachen rechts.) Wenn ein Minister eingehauen und scharf geschossen werden darf, ebenso des Innern einsieht, daß er feine Einwirtung in Bezug auf die fachlich ungerechtfertigt, wie den Ueberlieferungen der preußischen wichtigsten Angelegenheiten des Staates hat, dann soll er doch zurückGesetzgebung widersprechend zu erklären. treten. Der Oberbürgermeister von Berlin hat eine Verwaltung unter sich, die viel größer ist als diejenige mancher Königreiche. Uebermäßige bellagt sich über die systematische Beschränkung der den Polen feier- man diese Rechte noch mißversteht oder beschneidet, dann stört man Nechte sind der Selbstverwaltung ohnehin nicht verliehen. Wenn lich verbürgten politischen Rechte, wie sie jetzt durch die Regierung unsere Selbstverwaltung im höchsten Grade.( Sehr richtig! links.) betrieben werde. Namentlich sei auf dem Gebiete des Vereins- Wenn ich minister wäre und nach meiner heiligsten Ueberzeugung und Versammlungsrechtes ein völlig ein völlig gefezwidriger Zustand alles thäte, was ich für Recht hielte und dennoch eine solche Maß eingerissen. Man scheine die Ministerial Verordnung vom regel nicht durchsetzen könnte, würde ich nicht einen Augenblick länger April 1890, welche allerdings geeignet war, die Gegensäße aus- in meinem Amte bleiben.( Sehr richtig! lints; Heiterfeit rechts.) zugleichen, völlig vergessen zu haben. Gerade in den Vereinen Man kann ja mur sagen, daß wir nicht in dieser Weise vorgehen haben Bolen und Deutsche friedlich nebeneinander gewirkt. Gegen follten und nicht den König irgendwie reizen oder Se. Majestät die Staatstreue der Polen könne man nichts vorbringen. den König fränten...( Glode des Präsidenten.) Vizepräsident Dr. Krause: Nun die Hauptfache: Das Theilen! Uns macht man immer den Vorwurf, wir wollten theilen, jezt kommt die Regierung auf den Einfall, die von den Arbeitern aufgebrachten Vermögens ansammlungen sollen getheilt werden. Es wäre ja vielleicht gut, ein Gesetz zu erlassen, daß von allen angesammelten Vermögen im Deutschen Reiche 60 pct. in einen gemeinsamen Fonds gethan werden.( Heiterkeit.) Dann tönnte man es auch auf die Invalidenbersicherung anwenden.( Heiterkeit.) Das hätte dann eine gewisse Begründung; aber zu einem solchen Gesetz wird sich die Regierung schwerlich entschließen. Hier aber, wo es fich um Arbeitervermögen handelt, da ist man nicht so penibel. Da heißt es: Gebt einmal 60 pCt. Eures Geldes her, damit wir diese zum Ausgleich brauchen, wo ein Nothstand vorhanden ist. Es wäre wohl zu rechtfertigen, rundweg zu erklären: da die Altersgruppirungen in verschiedenen Gemeinden verschieden sind, foll Sadurch ein Ausgleich herbeigeführt werden, daß zur Bezahlung der Altersrenten alle Anstalten im Verhältniß zu ihren Einnahmen beitragen müssen. Die Agrarier find ja freilich ausgemachte Feinde des Klebegesetzes; und daher will man ihnen so weit wie möglich entgegenkommen, so auch durch Einengung der Versicherungspflicht. Man will jetzt alle die ausschließen, die nicht mehr als 12 Wochen regelmäßige Lohnarbeit verrichten. Dadurch würden die Insten auf den adligen Gütern zum großen Theil ausscheiden. Ferner sollen auch alle Ausländer aus der Versicherung ausscheiden, welche nur zu einer bestimmten Jahreszeit zugelassen werden. Abg. Dr. v. Jazdzewski( Pole) Abg. v. Standy( k.): Abg. Dr. Langerhans( fortfahrend): Das Traurigste, was den Polen passiren tönnte, wäre eine Politik, wie Sie( zu den Polen) sie wünschen. Graf Caprivi hielt die Ich muß den Herrn Abgeordneten daran erinnern, daß es doch Bolen für polnisch sprechende Preußen; manches, was er gethan, nicht üblich ist, die Person Sr. Majestät des Kaisers fönnen wir heute nicht mehr öffentlich erörtern. Daß aber weiß auch in die Debatte zu ziehen.( Beifall rechts. Unruhe links.) der Vorredner, daß das Deutschthum in den polnischen Städten zurüdgeht; das macht einen strengeren Schutz der Deutschen doppelt nöthig. Es hat mit aller Kraft gekämpft werden müssen gegen den überwiegenden Einfluß des Polenthums in den Kriegervereinen. Aus polnischen landwirthschaftlichen Vereinen müssen die Deutschen austreten, weil sie den polnischen Vorträgen nicht folgen konnten. and Minister v. Miquel Ja, ich werde es beachten. Ich will bemerken, daß wir in Bezug Dadurch wird freilich den Herren im Osten das Kleben ganz auf die Beschleunigung unserer Geschäfte in dieser Beziehung nichts erheblich erleichtert. Aber zu einer besonderen Liebesgabe an die ausrichten können, wenn wir den Beistand des Herrn Ministers des östlichen Gutsbesizer haben wir keine Veranlassung. Dadurch, daß Innern entbehren. Wir mußten nach dem, was der Minister man die Versicherungspflicht unter den ausländischen damals auf die Rede des Abg. Richter gesagt hat, glauben: es Arbeitern beseitigt, schafft man eine Ungleichheit, die geeignet fönnte jeden Augenblick die Bestätigung oder Nichtbestätigung von ist, schwere Unzuträglichkeiten zu schaffen. Dadurch benachtheiligt weist auf den Inhalt der Ministerialverfügung hin, wonach die wirth Sr. Majestät dem Könige kommen, und darum haben wir keine man den heimischen Arbeiter, der natürlich den Guts- schaftlichen und religiösen Interessen der polnischen Bevölkerung nach bleibende Einrichtung geschaffen. besitzern dann weniger willkommen sein wird, als der Kräften gefördert werden sollen. Wird gegen die Anordnungen ver Es ist zweifellos, daß in dieser Zeit, wo wir eine Veränderung ausländische, für den er nicht zu fleben braucht. Ich stoßen, so können Beschwerden hiergegen erhoben werden, das würde in der ganzen Beamtenstellung vornehmen, dadurch, daß wir keinen halte das um so mehr für ein Unrecht, als der heimische mehr nügen, als lange Reden hier im Hause. Deutsche und zweiten Bürgermeister haben, eine Vorlage vor dem 1. April nicht Arbeiter, wenn er ins Ansland geht, ja auch seiner Rente ver- Bolen werden vollständig gleich behandelt. Wenn troß an die Stadtverordneten- Versammlung gelangen kann, und daß Lustig geht. dem in Polen Unzufriedenheit herrscht, so wird sie erzeugt hunderte von unseren Beamten eine Verbesserung ihres Gehaltes durch die von den Polen gehegte Hoffnung, daß es einmal anders auf ein Jahr entbehren müssen; denn es kann dann werden könnte. Jeder Beamte, der in Polen war, bestätigt, daß die erst in dem nächsten Etat beschlossen werden.( Hört, Polen aggressiv vorgehen. Was sollen nun diese Klagen bedeuten? Die hört! links.) Solcher Uebelstände lassen sich eine ganze Reihe Sokol- Vereine, die polnische Presse beobachten eine Haltung, die dem anführen. Wir konnten das nicht erwarten, daß der Herr öffentlichen Recht zuwiderläuft. Was hilft es, wenn der Vorredner diese Minister, der eine aufschiebende Erflärung vor einigen Wochen geHaltung nicht anerkennt? Die Presse erklärt offen, daß man einem Polen geben hatte, doch in seinem Amte bliebe. Wir mußten hoffen, daß feinen größeren Schimpf anthun kann, als wenn man ihn einen Preußen jeden Augenblick die Bestätigung von Sr. Majestät dem Könige einnennt!( Hört, hört!) Alle diese Feindseligkeiten würden aufhören, treffen würde. wenn die Polen sich entschließen fönuten, mit ihrer historischen Vergangenheit zu brechen und sich als Preußen zu fühlen. Ihre polnische Sprache genirt uns gar nicht. Es hängt also alles von den Polen selber ab.( Beifall rechts.) die Meine Herren, ich bringe das. hier nochmals zur Sprache, nicht blos um Berlins willen, nicht blos der Beamten willen, die das durch geschädigt werden, sondern ich bringe es zur Sprache, weil es eine Verkürzung des Selbstverwaltungsrechts aller unserer Gemeinden ist, und weil ein konstitutioneller Minister nur so lange Minister Herrn findet, der ihn anstellt.( Lebhaftes Bravo links.) sein kann, so lange seine Ueberzeugung ein geneigtes Ohr bei dem Nun werden freilich alle diese Maßregeln lediglich zu dem Zwecke empfohlen, um der nothleidenden Landwirthschaft zu helfen. Der Herr Staatssekretär hat ja heute ausdrücklich erklärt, man dürfe nichts thun, was die Flucht vom Lande befördern könnte. Man hat doch eigenthümliche Begriffe davon, weshalb die Leute vom Lande fortgehen, wenn man die allgemeine Redensart ausspricht: die Leute reizt es, in die Stadt zu gehen, weil sie dort geringere Beiträge zu Teisten haben. Ueberhaupt: worin suchen die Agrarier nicht die Ursachen der Leutenoth? Einmal soll die Vergnügungssucht schuld daran sein. Ich glaube, die Erdarbeiter draußen find gar nicht so vergnügungssüchtig. Was haben sie auch, wenn sie in die Stadt gehen? Die Genüsse, die der Student, der Offizier, der nothleidende Agrarier bei großen Zirkus- Vorstellungen( Großer Lärm rechts) fich verschaffen, fie existiren für den Arbeiter nicht. Die Arbeiter führen kritisirt den Erlak über den Waffengebrauch. Es ist aus dem Abg. Dr. Wiemer( frs. Vg.) in der Stadt ein ebenso tristes Leben wie in dem entlegensten Dorfe Ostpreußens. selben nicht zu entnehmen, daß auch der Gebrauch milderer Mittel Minister des Innern Freiherr von der Recke: Was hier in Frage kommt, ist vielmehr, daß man den Land- zulässig sein soll, vielmehr soll danach sofort mit aller Strenge arbeiter gefeßlich nicht gleich stellt dem industriellen Arbeiter. Aus vorgegangen werden, während bisher als Grundsatz galt, daß Ich beziche mich auf die Erklärungen, die ich vor einigen Tagen der Krankenversicherung ist er ausgeschlossen. Diese Ungleichheit zunächst alle milderen Mittel fruchtlos angewendet fein bei der ersten Lesung des Etats hier abgegeben habe. Ich füge wird von dem Landarbeiter sehr schwer empfunden. Wenn ein Ar- müſſen. Selbst für das Einschreiten militärischer Kräfte gelte hinzu, daß ich meinerseits es in hohem Maße bedauere, daß beiter auf dem Lande krank wird, so hat er keine andere Hilfe, als werden soll. In weiten Kreisen hat man die Nothwendigkeit und die Debotte hineingezogen hat.( Lebhafter Beifall, rechts. Widers bie Armenkasse; er geräth dann int eine Noth hinein, aus der er sich nicht wieder herausreißen kann. Was Wunder, Recht besteht ist zweifelhaft, jedenfalls widerspricht sie der Toleranz, gehabt, dies zu rügen.( Zustimmung). Wenden Sie sich in aus der er sich nicht wieder herausreißen kann. Was Wunder, Müzlichkeit der neuen Verordnung nicht einsehen können. Ob sie zu spruch links). Der Präsident hat schon die Gewogenheit daß er zum verzweifelten Mittel des Fortziehens greift? Die die bisher verfolgt wurde. All zu scharf macht schartig und es diesen Angelegenheiten an mich, der ich die Verantwortung dafür Krankenversicherung müßte auf die Landurbeiter ausgedehnt werden. Dazu macht die Vorlage allerdings einen Ver- tönnte leicht geschehen, daß dieser Erlaß provokatorisch wirken kann. trage!( Unruhe links). Ich trage die Verantwortung auch dafür, fuch, aber einen recht eigenartigen. Man will die Krankentosten für Gerade in großen Städten können leicht Aufläufe entstehen und daß kein Unglück entsteht, wenn sich diese Angelegenheit um die Landarbeiter auf die Juvalidentassen abwälzen. Das man ist doch bisher mit den milderen Mitteln ausgekommen. In einige Wochen verzögert.( Lachen links, Beifall rechts). würde für diese eine Ausgabe von etwa 30-35 Mill. Mart bedeuten, nicht und für die Schneidigkeit besteht im Wolfe wenig Verständniß. wünscht, daß die konstitutionellen Regierungs- Grundsätze auch bel England fennt mant diese Waffen Anwendung Abg. v. Kardorff( ft.) wenn lediglich die Kosten für Arzt, Apotheker und Anstaltsverpflegung ge- Höchste Strenge ist nicht immer die höchste Humanität, wie man wünscht, daß die konstitutionellen Regierungs- Grundsätze auch bet rechnet sind. Eine solche Einschmuggelung der Krankenversicherung wohl gesagt hat. Nach dem Erlaß muß der Beamte sofort so schroff Bestätigung der Selbstverwaltungsbeamten gewahrt bleiben. der Landarbeiter auf Kosten der industriellen könnte Ihnen( nach und schneidig wie möglich anftreten und das würde die Kluft zwischen Antrag Wiemer bittet er an eine Kommission zu verweiſen. rechts) so passen, weil Sie da eine Krankenversicherung haben, ohne Polizei und Publikum unnöthig erweitern. Der Erlaß war politisch Land- und induſtriellen Arbeitern ist unstreitig eine Ursache der unlug, denn er hat von Neuem Unzufriedenheit in die Maſſen geglaubt nicht, daß die Verantwortlichkeit des Ministers dem ParlaFlucht vom Lande. Es wirken da viele Dinge mit. Die Grund- tragen und der Sozialdemokratie neue Stimmen zugeführt. besizer können eben meistens noch nicht begreifen, daß die Leib- Erlaß dürfte dem Herrn v. d. Rece seine historische Bedeutung geben mente gegenüber so weit ausgedehnt werden kann, daß er für ( Ha! Sie rufen Ha! Ha! Jit nicht noch vor einigen Tagen im preußischen nicht für das Ideal eines modernen Staatsmannies halten.( Beifall fennen zu lassen, daß die Verordnung gerechtfertigt ist. Auch Landtage davon die Rede gewesen, man solle den Kontraktbruch der lints.) Die Ungleichheit zwischen S überhaupt Abg. v. Heydebrand( f.) Den eigenschaft bereits aufgehoben ist.( hal hal große Unruhe rechts.) und zwar eine ähnliche, wie die des Miniſters Buttkamer, den wir Aufklärung über den Waffengebrauch genügt ſchon, die Fälle des Bestätigungsrechtes einzustehen hat. Die erfolgte Minister des Innern Freiherr von der Recke: 1m erdie bei solchen Aufläufen mitlaufenden Neugierigen mögen wissen, Arbeiter mit Prügel bestrafen?( Sehr richtig bei den Sozialdemo daß auch für sie die Sache gefährlich ist. Wir können den Antrag fraten. Große Unruhe rechts. Glode des Präsidenten.) Das war Die Ausführungen des Abg. Dr. Wiemer geben wir keinerlei Wiemer nicht annehmen. Herr von Korn, der nach dem Bericht der Kreuz- Zeitung" Folgendes Anlaß, diesen so scharf getadelten Erlaß auch nur in einem Bunfte Abg. Dr. Krause( natl.) fagle: Gegen den Kontrattbruch ist schiver anzulämpfen; abzuändern.( Lebhafter Beifall, rechts). An diesem kann dem Abg. Heydebrand in der Auffassung des BestätigungsHumanitätsdusel hat aber feinen Zived. Die Strafen müssen Erlaß wird auch nicht ein Titelchen geändert werden.( Hört! rechts nicht beitreten; anscheinend sei die Auffassung des Ministers virtsam fein, und bei Minderjährigen wirkt am besten, hört! lints. Sehr richtig! rechts). Ich habe es sehr bedauert, daß eine andere und richtigere. Die Verordnung über den Waffengebrauch wenn sie zur rechten Zeit angewendet wird, die Prügelstrafe"( Hört! in der Budgetkommission keine Gelegenheit genommen ist, auf diese bedürfe noch der Klarstellung; ihr Wortlaut läßt die Auslegung des hört! bei den Sozialdemokraten. Großer Lärm rechts, während der Sache zurückzukommen. Die Herren hätten dort ihre Verlesung. Viele Burufe: Bei den Minderjährigen!) Ja, Beschwerden vorbringen können, denn es ist nicht einfach, Ministers mindestens zweifelhaft erscheinen. Ich kann Abg. v. Jazdzewski( Pole) bei den Minderjährigen! Der 20 jährige Mann, ist das nicht ein über eine derartige Frage juristisch zu diskutiren. Abg. Schmit( 8tr.) Mensch?( Anhaltende Erregung.) Ich hätte einmal Herr von Korn dem Abg. Dr. Wiemer bezeugen, daß er den Erlaß auch jezt noch giebt ebenfalls zu, daß die Verordnung über die Waffenanwendung hören wollen, wenn er, sobald er als Student seine Schulden nicht nicht verstanden hat( Sehr gut! rechts. Lachen links), daß deswegen verschiedener Auslegung fähig ist. bezahlt hätte, hätte Brügel bekommen sollen.( Erneuter Lärm rechts.) seine ganzen Ausführungen, die er an den Erlaß geknüpft hat, Aber das bedeutet dasselbe, wenn Herr von Wangenheim tommt und ebenso hinfällig find, wie die Ausführungen einer verständnißjagt, daß ungebrannte Buchenasche am besten wirkt.( Die Zwischenrufe to jen Presse. Der Abg. Dr. Wiemer behauptet noch immer, diese stellt einige thatsächlichen Anführungen des Abg. v. Staudh richtig. rechts mehren sich.) Das sind Aussprüche, welche Ihre ganze Dent- meine Verfügung enthalte eine Aenderung derjenigen Bestimmungen, Die Aufrufe in der polnischen Presse: Kauft bei den Euren! habe weise tennzeichnen. Die Prügelstrafe wird viel mehr vollzogen, als die über den Waffengebrauch in der Gendarmerie- Instruktion entfeine antideutsche, sondern eine antisemitische Tendenz; es ſei an Tageslicht tommt. Wie wäre es sonst zu erklären, daß Sie es halten find. übrigens auch gar nicht zu bestreiten, daß das Judenthum in Polen fertig gebracht haben, die Arbeiter massenhaft aus dem Berufe weg- Ich habe schon bei der ersten Berathung hervorgehoben, daß dem wirthschaftlich besonders schädlich gewirkt habe. Das müsse man zus zuckeln, der eigentlich für sie sonst der schönste ist?( Sehr richtig! nicht so ist. In dem Erlaß steht im Gegentheil, daß diese Bestim geben, auch wenn man nicht Antisemit ſei. Gewähre man uns unser bei den Sozialdemokraten. Großer Lärm rechts. Redner unbeirrt:) mungen für die Gendarmerie bezüglich des Waffengebrauchs auch Recht, so werden wir lieber mit Preußen und Deutschen als mit Slaven Unstreitig ist doch die Landarbeit eine der besten Arbeiten, die ein für die Polizeibeamten maßgebend sein sollen. Ich werde doch verkehren. Die deutsche Presse steht übrigens in plumpen Angriffen Wiensch sich denken kann, und auch eine der gesundesten. Die Arbeiter ichließlich am besten wissen, wie der Erlaß auf der ungeschickt redigirten polnischen Bresse nicht nach. Ein Einschreiten würden die Arbeit in der dumpfen Fabrit nicht der in freier Luft zufaffen ist.( Große Heiterfeit. Beifall rechts.) Ich bestreite gegen die deutsche Hespresse wäre sehr zu empfehlen. vorziehen, wenn nicht andere Ursachen vorliegen würden.( Sehr ebenfalls, daß der bezüglich des Waffengebrauchs der Polizeibeamten Hierauf vertagt das Haus die Weiterberathung auf Dienstag richtig! bei den Sozialdemokraten.) gegebene Erlaß in Widerspruch steht mit den Bestimmungen, die be- 11 Uhr; vorher definitive Wahl des Präsidiums. Nun fragt es fich, kann die Landwirthschaft die Kranken- züglich des Waffengebrauches des Militärs gegeben sind. Einen versicherung tragen? Ich meine recht gut, ebenso gut, wie die besseren Interpreten als den Herrn Kriegsminister über diese BeIndustrie, welche für die Krankenversicherung 20 Millionen, für die ſtimmungen werden auch Sie sich wohl kaum vorstellen können. Der Berliner Stadthaushalts- Etat Unfallversicherung 18 Millionen, für die Invaliditätsversicherung( Rufe: Na, na! links.) 15 Millionen aufwenden muß. Das sind im Ganzen 53 Millionen, für 1899. Er hat im Reichstag ausdrücklich erklärt, daß die schon bedie gar nicht so schwer aufzubringen sind, wenn man bedenkt, daß stehenden Bestimmungen über den Waffengebrauch der Polizei- Wie der Etat des preußischen Staates, trägt jetzt auch der bie Landwirthschaft 47 Millionen als Branntweinprämie, 27 Millionen beamten und Gendarmerie genau übereinstimmen mit denjenigen städtische Etat nur eine Jahresziffer und zwar diejenige, auf welche als Buderprämie als Liebesgabe erhält. Wir sind auch für ein ver- Bestimmungen, die über den Waffengebrauch des Militärs gegeben der größte Theil des Etatsjahres entfällt. In Einnahme und Ausnünftiges Heilverfahren, das rechtzeitig eingreifen muß. Wenn nun worden sind.( Sehr richtig!) Mit anderen Worten, es ist absolut gabe schließt das Jahr 1899( 1. April 1899 30. März 1900) mit die ländlichen Arbeiter ebenso wie die industriellen unter das Stranten nichts geändert worden ant den Bestimmungen über die 100 591 769 m. ab; das ist gegen das Vorjahr 2 557 227 M. mehr. Lassen- Gesez gestellt werden, so wird auch auf dem Lande eine vernünftige Entschließungen der Machtbefehlshaber, ob, wann und gegen Von der Einnahme entfallen aus den Ueberschüssen der städtischen Krankenbehandlung Plaz greifen können und die Invaliditätsziffer wen eingeschritten werden soll. Es ist vor allem nichts Werke und aus Gebühren, nach Abzug der Zuschüsse für die wird dann zweifellos herabgemindert werden. Deshalb ist es nöthig, geändert worden an der Bestimmung, daß stets machtvoll Kanalisation 3 684 788 M. Aus Kämmereiverwaltung, Grundstüden daß mit dieser Novelle cine Novelle zum Krantentassen Gesetz ver- eingeschritten werden soll. Es ist nun den Gendarmen und verschiedenen Einnahmen entspringt eine Mehrausgabe von bunden wird, welche die Ausdehnung dieses Gesezes auf die land- sowohl wie den Polizeibeamten wieder eingeschärft worden, 58 684 788., so daß durch Steuern 55 000 000 W. zu decken find. lichen Arbeiter vorsieht, und außerdem die Periode, in der Kranken- daß, wenn sie überhaupt dazu übergehen, die Waffen zu gebrauchen, hiervon entfallen auf die festen Steuern nach Abzug der geld bezahlt wird, verlängert. dann dieser Gebrauch nicht nur ein spielender, sondern ein ernster Einziehungskosten 2620000 M. und müssen somit durch die Real- und Bersonalsteuern 52 380 000 m. aufgebracht werden. Diese Summe todt stellen, wenn dem Geschäft schädigende Dinge zur Sprache kommen. I auszubilden. Der Unterricht soll sich erftreden auf Wagen und vertheilt sich: Gemeindegrundsteuer. Gewerbesteuer. 100 pCt. Einkommensteuer in Summa wie oben. 17 400 000 m. 8 100 000 26 880 000 52 380 000 M. " " Gegen das Vorjahr ist die Einkommensteuer mit 3 120 000 Das ist die Taktik, die bisher im Lokal Anzeiger" mit Geschirrlehre, Pferde- und Stallpflege, die erste Hilfe bei Unglücksstoischer Nuhe befolgt wurde. Nun ist er aus dem Gleichgewicht fällen, Pferde Erkrankungen, Hufbeschlag und Huffrankheiten und gerathen, nach wochenlangem Schweigen hat der sonst so Geschwäßige Heimathstunde. " W den D = Tokales. Worte der Vertheidigung gefunden. Aber nicht in der Geschwäßig Die Subkommission schlägt vor, zwei Arten von Schülern auss feit liegt diesmal seine Stärke, sondern der helle Zorn lodert zubilden: a) Tagesschüler, welche einen ganzen Kursus von drei m., aus den Spalten hervor für die geheiligsten Güter dieses Reklame- Monaten nehmen; b) Stundenschüler, welche täglich oder jeden die Grundsteuer mit 600 000. und die Gewerbesteuer mit blattes den Abonnentenstand. Solche Töne des Schmerzes und zweiten Tag nur stundenweisen Unterricht genießen. Als Schulgeld m. 1050 000 m. mehr eingesetzt. der Wuth, die können nur dann zum Ausbruch kommen, wenn das hat die Kommission in Aussicht genommen: für die Tagesschüler Die Anleiheschuld der Stadt Berlin wird Ende März 1899 Werthvollste, das mit so viel Mühe, Geld und Geschäftsspekulation monatlich 20 M., für die Stundenschüler 6 M., d. H. für eine der Abonnenten- Stunde täglichen Unterrichts während eines Monats. 276 037 390 M. und am Schluß dieses Etatsjahres 286 906 321 m. zusammengetragen wurde, angetastet wird stand. So war die Arbeiterschaft auf dem rechten Wege, betragen. In Aussicht genommen ist ein Betrieb mit 20 Pferden; zu warum dieses spaltenlange Geschimpfe im Lokal Beginn des Unterrichts wird vorgeschlagen, vorläufig erst 10 Pferde An den Mehrausgaben ist die Schulverwaltung betheiligt mit dem über den unlauteren Wettbewerb, wenit die nebst den nöthigen Wagen und sonstigen Utensilien anzuschaffen. 890 824 M., die Armenverwaltung mit 432 723 m., die Kranken- Anzeiger" Niemand wird dem Die Kosten der Schule würden aufzubringen sein: 1. durch und Gesundheitspflege mit 228 708 M., die Park- und Garten- Abonnentenzahl dieselbe geblieben ist? verwaltung mit 94 974 M., die Bauverwaltung mit 2 063 410 M., Blatte, das soust mit dem größten Gleichmuth über alle Angriffe das Schulgeld, 2. durch den Zuschuß der Innung, 3. durch die Verwaltungskosten erhöhen sich um 522 053 M., die Kosten für hinweghüpfte, glauben, daß der Abonnentenstand auf gleicher Höhe Buschüsse sonstiger Interessenten, 4. durch den Zuschuß der Stadt. Namhafte Buschüsse der Interessenten sind dem Unternehmen bereits Bolizeiverwaltung um 7571 M., für Straßenbeleuchtung 2c. um geblieben ist. 274 610 M. und endlich der Posten Verschiedene Einnahmen und Mehr denn einmal war der Anlauf genommen, das Schweigen zugesichert. Ausgaben um 350 311 m. zu brechen. In Flugblättern sollte dem Publikum eine Ber- Die Ausgaben für die Schule würden nach dem Voranschlage Ganz gegen seine sonstige Gewohnheit hat diesmal der Magistrat theidigungsschrift des Herrn Scherl dargeboten werden. Aber der Kommission betragen: a) Einmalige Ausgaben( ohne Baukosten) der gesunde Ge20 000 m., b) laufende Ausgaben 16 900 m. bei einzelnen Berwaltungszweigen auch ohnerhöhungen für immer fiegte zur rechten Beit Als Uebungsplatz für die Schule ist ein in der Prinzen- Allee einen Theil der städtischen Arbeiter ausgeworfen, die allerdings schäftssinn, der sich sagte, das ist keine Propaganda, mit der in keinem Verhältniß mit den Gehaltsaufbesserungen der höheren man auf den Abonnentenfang gehen kann, und hinter aller belegenes städtisches Grundstück in Aussicht genommen. Die Gewerbedeputation erklärte sich nach kurzer Diskussion mit Beamten stehen, und um so ungenügender sind, als sie schon vor einer Kunst der Sophistit gudt die Wahrheit doch zu deutlich hervor: Reihe von Jahren hätten eintreten müssen. Aus einzelnen Etats, so die Arbeiter sind wegen der Zugehörigkeit zur Organisation ge- den Vorschlägen ihrer Subkommission einverstanden und beschloß, aus dem der Wasserwerte ist überhaupt nicht zu ersehen, mit maßregelt! beim Magistrat die Errichtung der Fahr- und Fachschule zu be welchen Löhnen die Arbeiter abgespeist werden. Auch in Bezug auf Nun hält das Blatt seinen Lesern auch eine Vorlesung über An- antragen. die Gehälter des Wärterpersonals in den Krankenhäusern ständigkeit der Presse und es will selbst als anständiges Blatt sich Fachschulen. Für den Besuch der Fachschule der Sattler und Irrenanstalten wird den berechtigten Wünschen durchaus nicht empfehlen, indem es schreibt, der Konkurrenzkampf wird auf der vom 1. April 1899 ab sollen erhoben werden: für Lehrlinge 2 M. Rechnung getragen. Seit Jahren schon klagen die Verwaltungs- ganzen Linie von der unanständigen Bresse gegen den Lokal- Anzeiger" und für Gesellen 6. M. halbjährlich, indessen soll das Kuratorium berichte namentlich der Frrenanstalten über die Unzuverlässig geführt. Und an anderer Stelle heißt es: bis 10 pCt. Freistellen gewähren können. Die Töpfermeister, teit des Wartepersonals und sie führen sehr mit Recht diesen un- beer geboren hat, liegt es both flar zu Tage, daß eben auch der gehören, sollen berechtigt sein, ihre Lehrlinge ohne Schulgeld in " In einer Aera, die das Gesez wider den unlauteren Wett- welche in den Vororten wohnen, aber zur Berliner Töpferinnung haltbareu Zustand auf die ungenügende Besoldung zurück. bewerb" Von der Verpflichtung, welche das sogenannte Beitalter der ganz normale Stampf ums Dasein", das, was man schlechtweg mit bie Töpfer Fachschule zu schicken. Die Tischlerschule Sozialreform" den Gemeinden auferlegt, finden sich in dem dem geläufigen Fremdwort Konkurrenz" bezeichnet, sich nur zu oft wird durch Beiträge der Stadtgemeinde, der Innung und Die Imung will ganzen Etat nur verschwindend wenige Spuren. In der Stadt von den Bahnen der Sittlichkeit, des Anstandes das aufkommende Schulgeld erhalten. verordneten- Versammlung ist schon oft darüber geklagt worden, daß entfernt." fich verpflichten, jährlich 1000 m. zu zahlen, wenn ihr das Recht zuzu theuer gebaut werde; warum wird nicht endlich einmal der O, diese verfolgte Unschuld! Das ist denn doch die Schminke gesprochen wird, sechs Mitglieder in das Kuratorium der Schule zu Bersuch gemacht, die städtischen Bauten in eigener Regie herzustellen? zu start aufgetragen und wenn dies Weltblatt auch noch so sehr sich entsenden und der Innung eine Anzahl Freistellen in der TischlerNach unserer Meinung würden sowohl Stadtverwaltung als bemüht, in den Geruch der Wohlanständigkeit zu fommen, so über- schule und in der Fortbildungsschule gewährt werden. Die Tischlerauch Arbeiter einen wesentlichen Vortheil davon haben, wuchert doch der Heirathsmarkt im Annoncentheil so start alle schule ist der Gewerbedeputation unterstellt und wird von einem wenn der überschüssige Gewinn der Zwischenunternehmer in bürgerliche" Tugend, daß hiergegen die Kunst von Treu und Ruglisch Kuratorium verwaltet. Zu demselben gehört stets der Direktor, Wegfall fäme. Gerade in den künftigen Jahren, in denen pleite geht. sechs Mitglieder werden von der Innung gewählt, die übrigen von eine große Bahl städtischer Bauten zur Ausführung kommen soll, O, anständig ist der Pokal Anzeiger", wie anständig hat er der Gewerbebeputation, den Vorsitz führt der Kommissar derselben. würde eine solche Ersparniß einen nicht unwesentlichen Faktor im nicht im Jahre 1894 die Polizei bei dem Angriff auf die Arbeitsstädtischen Etat bilden. Vielleicht würden dadurch aber auch die losen im Friedrichshain herausgehauen. Er war das Blatt, das Bauten beschleunigt. Und eine solche Beschleunigung ist dringend mit größerer Begeisterung von den Thaten der Polizei sprach, als die nothwendig. Das Hilfskrankenhaus in der Gitschinerstraße wird in reaktionärste konservative Presse. Und aus neuester Zeit. Wie Unterhaltungskosten der Berliner Gemeindeschulen. Jin diesem Jahre voraussichtlich schon unter normalen Berhält tapfer hat das Blatt sich von jeder Kritik über das nissen voll besetzt werden, und damit steht die Verwaltung bei Urtheil des Dresdener Schwurgerichts, das neun Bau- Jahre 1897/98( beziv. im Vorjahre 1896/97) beliefen sich die ges jammten Ausgaben für die Gemeindeschulen auf 11 296 087 einer ausbrechenden Epidemie vor der Frage: Was nun? Beim arbeiter auf 53 Jahre ins Zuchthaus und auf acht Jahre ins Gefängniß( 10 903 933) M., das find 57,55( 57,31) W. pro Gemeindeschulkind. 4. städtischen Krankenhause wird in diesem Jahre kaum mit dem Bau warf, ferngehalten. Allerdings, was sollte es sagen, wenn in der Nach Abzug einer Einnahme von nur 132 348( 135 937) M. oder begonnen werden. eigenen Offizin die selbständige Regelung der Vereinszugehörig- 0,67( 0,71) M. pro Kind, waren 11 163 789( 10 767 996) M. oder Aehnlich liegen die Verhältnisse mit unseren städtischen Irren- feit unterdrückt wird, das Koalitionsrecht verbannt ist. Schweigen 56,88( 56,60) M. pro Kind aus städtischen Mitteln zuzu anstalten, wenn auch für die Verwaltung der Ausweg bleibt, war auch hier die Taktik des wohl anständigen" Blattes. Dieses i chießen. Das ist bekanntlich noch nicht halb so viel die Kranken in Privatpflege oder aber in Privatanstalten anständige" Blatt ist schlimmer als die ärgste reaktionäre Zeitung, wie der Zuschuß pro Kopf, den die Stadt für unterzubringen. Diese Verpflegung in Privatanstalten läßt aber weil es zur Denkfaulheit erzieht und das Empfinden für das politische die Schüler der höheren Lehranstalten zu leisten naturgemäß viel zu wünschen übrig; nimmt doch der Besizer solcher Leben eritidt; weil es im Trüben für die Reaktion zu wirken sucht, Anstalten städtische Kranke nur, um an ihnen zu verdienen. Nach während der ehrliche Gegner offen zu erkennen giebt, was ſeine hat. Von Interesse ist, aus welchen einzelnen Posten fich die Gesammtausgabe von 57,55( 57,31) M. pro Kind zusammensetzt. dem diesjährigen Etat sollen 1327 Krante unserer Jrrenanstalten Absicht ist. Allein 50,99( 50,83) M. tamen auf Gehälter und zwar in Privafanstalten untergebracht werden, und trotzdem die Ver- Mit einigen Entstellungen möchten wir uns noch beschäftigen. 50 W. 141, f.( 49,96 m.) auf die Gehälter für das Lehrpersonal zögerung im Bau der vierten Anstalt. Es heißt an einer Stelle: In der Scherl'schen Druckerei fämpfen und 841/2 f.( 0,87 m.) auf die für die Schuldiener. Die Noch eine Anregung möchten wir uns gestatten: Seit Jahren zwei Parteien, die Sezer, die zu dem Gutenberg- Bunde gehören, ächlichen Kosten beliefen sich auf nur 6,56( 6,48) M. find allen betheiligten Kreisen die überaus traurigen und völlig und die sogenannten Verbandsseyer gegeneinander. Der in ewigen Von diesem Betrag famen 0,71( 0,67) W. auf Unterrichtsunhaltbaren Zustände der Haus industrie bekannt. Nun haben Reibereien, Rörgeleien und gegenseitigen Anfeindungen sich kenn fast alle Berwaltungen alljährlich bedeutende Anschaffungen zeichnende Kampf zieht sich Jahre hindurch. Ich glaube, selbst die mittel- darunter z. B. 0,20( 0.17) auf Lehrbücher, Schreibferner 0,23( 0,21) M. an Kleidern für Angestellte, Arbeiter, für verpflegte Strante u. 1. w. höchste Achtung vor dem vielgenannten„ Koalitionsrecht" der materialien u. f. w. für bedürftige Kinder auf Schulutensilien sowie Haus und, Turngeräthe, 2,18( 2,14) auf zu machen, bei denen es ein Leichtes wäre, den betheiligten Sub- Arbeiter fonnte unmöglich Arbeitgeber des Nechtes, Heizung, Erleuchtung und Wasserverbrauch, 0,53( 0,53) auf Reinigung mittenten nur dann den Zuschlag zu ertheilen, wenn sie sich zu der ia der Pflicht berauben, sich auf Seiten derjenigen Partei zu stellen, einschließlich Desinfektion, Entleerung der Abort-, Müll- und SentVerpflichtung verſtünden, die Arbeiten nur in eigenen Betriebs- die ihm die bessere, arbeitswilligere, wenn auch schwächere zu sein gruben, Abfuhr u. i. iv., 2,40( 2,43) auf bauliche Unterhaltung, Abs werkstellen anfertigen zu laffen. Das ließe sich nach unserer Mei- schien." mung sehr gut durchführen und damit würde die Stadt einen Schritt Von diesem Streit weiß kein Mensch in der Offizin, er sputt gaben, Lasten u. f. 1., 0,10( 0.11) auf Prämien und Schülerunternehmen, dem vielleicht andere Behörden folgen würden. Für nur im Kopfe des Herrn Scherl, der ja selbst bis vor kurzem noch bibliotheken, 0,38( 0,35) auf verschiedene Ausgaben, 0,03( 0,04) auf Gesundheit und Wohlergehen eines beträchtlichen Theiles der glaubte, feine Arbeiter gehören dem Verband der Buchdrucker Ausgaben aus Vermächtnissen. Berliner Bevölkerung könnte ein solches Vorgehen nur von nicht an. Die Arbeiter wurden hinausgeworfen nicht weil Streit Der Friedhof der Märzgefallenen wurde am letzten Sonntag Nußen fein. unter ihnen war, sondern weil herr Scherl in Er- bei dem schönen Frühlingswetter wieder von vielen Hunderten von fahrung brachte, daß fie einer Organisation an- Personen aufgesucht. Am Spätnachmittag zog eine dichte Menge gehören. Achtung befigt Herr Scherl vor dem Koalitionsrecht von Besuchern zwischen dem epheubedeckten Rasen hindurch. Wer nicht, nach seinem Berhalten fühlt er mir Hohn und Mißachtung oft nach dem Friedrichshain tommt und es nicht versäumt, dabei gegen ein solches Arbeiterrecht. Schließlich wird Herr Scherl jedesmal auch auf die Gräber der Märzgefallenen einen Blick zu wieder als der noble Herr dargestellt, der den 24 Arbeitern freiwillig werfen, der wird finden, daß es dieser Stätte eigentlich zu feiner den Lohn für die 14tägige Kündigungsfrist auszahlte. Daran mag Jahres- oder Tageszeit ganz an Besuchern fehlt. Der fleine, ver glauben, wer will; freiwillig giebt ein Mann, der mit diesen steckte Friedhof wird bei all' seiner unscheinbarkeit und trop des Mitteln gegen die Arbeiter vorgeht, sein Recht nicht preis. Mit vernachlässigten Zustandes, in dem er sich seit Jahren befindet, dem Augenblick, wo Herr Scherl den Lohn zahlt, erkennt er das verhältnismäßig mehr beachtet und aufgesucht. Recht der Arbeiter auf Kündigungsfrist an und stellt sich in Wider- als manches pruntende Denkmal, das mitten in Da ist ja spruch mit seiner ersten Erklärung, in der behauptet wird, den den fluthenden Straßenverkehr hineingestellt wurde. Arbeitern sei der Lohn für die Kündigungsfrist auch für gewisse Leute Grund genug, die Schließung und ausgezahlt, als sie aus dem Geschäft austraten. Beseitigung des Friedhofes zu fordern. Zum Schluß schreibt der„ Lokal Anzeiger" etwas refignirt: " Ich glaube, alles Weitere fann ich mir ersparen. Es ist für einen Beitungsmenschen demüthigend genug, sagen zu müssen, daß das die Art und Weise ist, in welcher auf der großen Konkurrenz Im Uebrigen bewegt sich auch diesmal der Etat in dem alten arena der Presse gefochten wird, der Presse, die mit vollem Athem Der von Ihrem geschägten Blatte unter der Ueberschrift:„ Eine ausgetretenen Geleise, nirgend ein fröhlicher frischer Fortschritt. die Trompete der Gerechtigkeit, der Freiheit, des Idealismus bläst eigenartige Harmonie" erstattete Bericht über eine Versammlung des Die längst unter den heutigen Verhältnissen für ungenügend an- und wir hätten ja eigentlich nach Lage der Sache wirklich keinen Vereins Jugendschutz" enthält eine dort gefallene Behauptung des erkannten Pflegefäße in der Armen und Waifen Grund, über alle diese widerwärtigen Vorgänge uns aufzuregen. vereins für weibliche Angestellte eine den Thatsachen widerberwaltung bleiben auch für dies Jahr bestehen; mögen doch die Können wir doch mit einem gewissen Stolze sagen, daß alle diese Herrn Rechtsanwalt Bieber, welche über die Leitung des Hilfs unterstützungsbedürftigen Armen sehen, wie sie sich mit dem Ge- Feindjeligkeiten ihren Zwed verfehlt haben. Aber was frommt's, sprechende Ansicht zu verbreiten geeignet ist. Den Vorstand des botenen durchhungern! Nur daß die Einkommensteuer nicht über Thatsachen schämig zu verhüllen, die dem aufmerksamen Beobachter Vereins haben niemals irgendwelche Rücksichten nach rechts oder nach 100 pct. zu steigen braucht, um dem Staat von seinem Einspruchs- unseres öffentlichen Lebens, wie es in der Druckerschwärze zu Tage links beeinflußt, das Interesse der Angestellten irgend einem anderen recht keinen Gebrauch machen zu lassen: daß ist der Maßstab, nach tritt, ja doch längst bekannt sind." dent Magistrat und Stadtverordnete die Bedürfnisse der Stadt ein- Ja, Herr Scherl, die Druderschwärze kann auch dem verstocktesten Interesse unterzuordnen. Soweit Klagen und Beschwerden zu seiner engen. Heißt es nicht die Waisenpflege gerade in ihr Gegentheil Sünder die Zunge lösen. Die Aufregung wäre unnöthig, wenn der Kenntniß kommen, hat er dieselben stets nach ordnungsgemäßer Unterverkehren, wenn man die Kinder bei so gering bemessenen Pflege- Kampf so spurlos am 2otal- Anzeiger" vorübergegangen fuchung einem der beiden Herren Rechtsanwälte, welche bereits seit fägen in Privatpflege giebt und dadurch gewissermaßen die Pflege- wäre, und so müssen wir in Zukunft die Aufregungen fortseßen. Der Jahren ihren Beistand dem Verein zur Verfügung gestellt haben, eltern zwingt, die Waisen, für deren Wohlergehen die Stadt zu sorgen Ruf: Fort mit dem Lotal Anzeiger" soll Herrn zur weiteren gerichtlichen Verfolgung übergeben. Ein davon zu un gunsten der Angestellten abweichendes Verfahren ist zu feiner Zeit hat, als Ausbeutungsobjekte zu benutzen? Scherl noch lange in die Ohren gellen. und Gelegenheit eingeschlagen worden, und ist dafür auch nicht der Zu unserem Bedauern haben wir auch diesmal wieder festSchatten eines Beweises zu erbringen. Ebenso ist es niemals vorstellen können, daß im Bau- Etat Gelder eingestellt sind zu Bauten, gekommen, daß der Vorstand des Hilfsvereins, um selbst aus denen der Stadtverordneten Versammlung noch nicht die Projette borgelegen haben. Uns son In dem Ausschuß der Stadtverordneten Versammlung zur dem Spiele zu bleiben, den Verein Jugendschutz" mit der Einberlangen, wie lange der Magistrat sich noch erlauben darf, das Borberathung der Magistratsvorlage wegen der Dienstalters reichung einer Denunziation beauftragt hat. Gleichzeitig erklärt Fr. Cauer in einem der Berichtigung" bei Geldbewilligungsrecht der Stadtverordneten- Versammlung auf diese die Bewilligung bon Stellenzulagen haben gegebenen Begleitschreiben: Niemals habe ich irgendwo eine enßegehälter für verschiedene Beamtentategorien und Weise zu verkümmern. Leider sichert ja die Städte- Ordnung den besigenden Klassen den die Stadtverordneten Singer und Borgmann den Antrag gestellt: rung gethan, die darauf schließen ließe, daß der Hilfsverein für maßgebenden Einfluß auf die Geschide der Gemeinde, und sie ver- den Magistrat zu ersuchen 1. um eine Nachweisung über die Löhne weibliche Angestellte in der Vertretung der Interessen der Ge ſtehen es, diesen Einfluß zum Schaden der großen Masse der Be- und Arbeitszeit der in den städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter, bilfinnen sich durch irgend welche Rücksichten habe beeinflussen lassen; völkerung aus zunußen. An den Arbeitern, an den Partei- für die in den städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter auf haben." 2. um eine Vorlage betreffend die Errichtung einer Pensionskasse eine solche Aeußerung würde den Thatsachen nicht entsprochen genossen liegt es aber, so weit wie das Wahlrecht es zuläßt, von Grundlage von Beiträgen der Verwaltung und der Arbeiter. Wenn Herrn Bieber's Behauptungen den Thatsachen nicht ent ihrer Macht Gebrauch zu machen. Wenn es uns auch nicht gelingt, das kapitalistische Element der Stadtverwaltung zu Die Errichtung einer Fahr- und Fachschule für Kutscher sprechen, so fallen damit selbstverständlich auch die Schlußfolgerungen, die wir daran geknüpft hatten. zersprengen, so kann der Arbeiter doch wenigstens als Gewissens- in Berlin. Der Verband deutscher Lohnfuhr- Unternehmer zu FrankGeknebelte Kinder. Die Sünden, die die heutige Gesellschaft mahner wirken und den Einfluß, den die sozialdemokratische Partei furt a. M., sowie die Fuhrherren- Innung zu Berlin waren an den im öffentlichen Leben befizt, auch in der städtischen Ver- Magistrat mit dem Antrage herangetreten, in Berlin eine Fuhr- und an den Kindern begeht, fallen dem Menschenfreund namentlich ver waltung befestigen. Fachschule für Kutscher in's Leben zu rufen, welche nicht nur im legend ins Auge, wenn er den Transport solcher Knaben beobachtet, Interesse des Fuhrgewerbes, sondern auch im öffentlichen Interesse die der Erziehungsanstalt überwiesen werden. Aus dem bringend nothwendig sei, da durch die Umwandlung der Pferdebahnen Vorortszug der Mittags 134 Uhr in Lichtenberg an tommt, steigen an manchem Tage mehrere dieser unglüc heblich gesteigert hätten. lichen Wesen aus, und zivar sieht man nicht selten, daß sie Der Magistrat hatte die Angelegenheit der Gewerbe deputation mit einem Knebel an der Hand befördert werden. Vorgestern Das war ein Schmerzensschrei in der Sonntagsnummer des Weltblattes", so voller Wuth, wie wir es im otal- Anzeiget" zugewiesen und diese eine Subkommission zur Vorberathung ein wurden drei Knaben im Alter von vielleicht acht bis dreizehn Jahren noch nie antrafen. Erst schien es, als ob die Wanzentattik weiter gefeßt, welche sich durch Sachverständige ergänzte. in die Anstalt gebracht und zwar in Begleitung von fünf Anstaltszu ihrem Rechte kommen sollte; nur Schweigen über den Konflikt In der letzten Sigung der Gewerbedeputation erstattete die personen. Einer der Beamten ging etwa dreißig Schritt voraus, im eigenen Haus, nur nichts melden über die Entrüstung, Subfommission Bericht. Ihr Antrag ging dahin, beim Magistrat dann kam ein anderer, der einen achtjährigen und einen zwölfbie in der Arbeiterschaft über das rüdsichtslose Ber- die Errichtung der Schule zu beantragen. Die Schule soll den jährigen Stnaben führte. Dem ältesten Rinde war ein Knebel halten des Herrn August Scherl sich bemerkbar macht- fich Zweck haben, die Schüler im Ein- und Zweispännigfahren sachgemäß am Handgelent befestigt. Hierauf folgte wieder ein In Bezug auf das Submissions wesen scheint vorläufig ebenfalls noch Alles beim Alten bleiben zu sollen. Daß auf diesem Gebiete nicht eine durchgreifende Reform eintritt, trogdem fast alle Betheiligten von der Unhaltbarkeit des jezigen Systems fiberzeugt find, und trotzdem es eine geradezu mörderische Rückwirkung auf die Arbeiter ausübt, das ist in der That bezeichnend für das sozialpolitische Niveau der städtischen Verwaltung. Genau fo unfruchtbar bleibt die Gemeindeverwaltung in Bezug auf Arbeiterausschüsse, Pensionstassen, sowie in Bezug auf die Ausdehnung der Krantenversicherung auf die Hausindustrie. Sind auch andere Städte mit ihren mehr oder minder verknöcherten Bourgeoisregierungen gewiß feine Ausbunde sozialpolitischer Fürsorge für die Arbeiter, so haben sie denn doch zum Theil Berlin bei weitem überholt. Der Kommunal freisinn in Berlin hat gerade hierin von seiner Unfähigkeit in der Förderung des Gesammitwohles den Arbeitern einen bündigen Beweis geliefert. zu " Kommunales. Scherl schäumt! 7 in elektrische Straßenbahnen die Gefahren im Fuhrverkehr sich er Nummer äußert sich jetzt, unserem Wunsche entsprechend, der Vor Eine eigenartige ,, Harmonie"! Zu dieser Notiz der Freitagsstand des" ilfsvereins für weibliche Angestellte" in folgender Berichtigung": " " Beamter mit mit bem größten ber Knaben, ber gleich falls gefeifelt war, und hinterher gingen und hinterher gingen abermals zwei Angestellte. So ein Anblick wirkt empörend. Wie oft mag es vorkommen, daß die unmündigen Kinder an den Leiden, die über sie verhängt werden, keine oder doch nur geringe Schuld tragen, wie oft mag mur findlicher Frevelmuth oder ein durch unsere herrlichen Gesellschaftszustände bedingter Mangel an Erziehung die luglücklichen in die Zwangsanstalt geführt haben! Wie muß es auf das Ehrgefühl eines solchen Stindes wirken, wenn es gefnebelt durch die Menschenmenge befördert wird: Hoffentlich entspricht die Erziehungsmethode in der Anstalt nicht der Transportmethode, sonst wehe den Kindern! sic M. Stammler. Wie viele Monate Gefängniß würde es wegen Grpreffung feßen, wenn Arbeiter ihrem Unternehmer in einer Streitangelegenheit einen ähnlichen Drohbrief zugesandt hätten? Bemerkt sei noch, daß der Besitzer des betreffenden Hauses ein Superintendent Röhricht in Frankfurt a. D. ist. Schaden war unbeträchtlich. Ein anderer Kellerbrand war Außen wichtig, innen nichtig. Einiger oberflächlicher Buzz an der Bant str. 25 abzulöschen. Im Wesentlichen wurde hier nur Stroh Front, und im Gefüge Sand- nichts als Sand. und Papier eingeäschert. Ryte str. 25 hatten Gardinen und Möbel Das Verbindungsmaterial bestand aus selbstgemachtem Weißtalt, Feuer gefangen, das aber noch im Entstehen beseitigt werden konnte. der mit dem Sand, wie er auf der Baustelle ausgehoben wurde, ges in drei Alamirungsfällen lag blinder Lärm vor, von denen der eine mischt war. Solchem Material fehlt die Bindekraft, Montag früh 2 Uhr nach Louisen Ufer 50 auf Mißbrauch des es ist schlaff und weich und trodnet selbst, nachdem es monatelang öffentlichen Feuermelders zurückzuführen war. berarbeitet worden, nicht völlig. Proben, die am Sonntag Vormittag Auf der Unfallstelle, wo sich Freitag der Zusammenstoß aus dem Gefüge genommen waren hatten sich leicht von den Steinen zwischen einem Straßenbahnwagen der Nixdorfer Linie und einem gelöst und zerrieben sich zwischen den Fingern wie Mehl. GeFeuerwehrwagen ereignete, ist, wie uns das Kuratorium mittheilt, wissenhafte Baumeister lassen den selbstausgehobenen Sand der Wagen der Unfalstation bereits nach einer Viertelstunde ein zur Hälfte mit scharfem Maurersand mischen. Erst dann ist die nöthige Bindetraft hergestellt. getroffen. sumptit Rum kommt noch hinzu, daß bei der Attorbarbeit, wo es Ein Beitrag zum Kapitel ,, Terrorismns". Uns liegt gilt, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Steine zu vermaurern, folgendes Schreiben eines Hausverwalters an einen Miether vor: dud Aus den Nachbarorten. auf die schwierige und zeitraubende Arbeit der Kalts Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 120 b, den 10. 12. 98. verwendet Herrn..... hier. Spandan. Heute, Dienstag, Abends 81/2 Uhr, findet bei ebe, bereitung selten die nöthige Aufmerksamkeit Falls Sie bis morgen Sonntag Nachmittag 8 Uhr die fällige Bichelsdorferstr. 39, die Mitgliederversammlung des fozialwird. An dem Unglücksbau ist ferner die Bauregel des Verband Miethe per Dezember nicht bei mir gezahlt haben, werden Sie von demokratischen Arbeitervereins" statt. Bahlreicher Besuch wird mauerns" völlig außer Acht gelassen worden, durch die die Last des mir sofort ermittirt. Aber die Miethe bis Ende Dezember sollen erwartet. Neue Mitglieder werden in der Versammlung auf- Gebäudes erst auf alle Steine gleichmäßig vertheilt wird. An dem Punkte, wo sich die Wand der Hinterfront mit der Wand des Sie trotzdem zahlen. Außerdem werde ich Ihren Namen den genommen. Treppenhauses trifft, hatte sich das Treppenhaus glatt abgelöst und fänumtlichen Grundbesitzer Vereinen mittheilen und Ihre Ein- Das herrliche Frühlingswetter hatte am Sonntag viele war vom Dach bis zum Keller in fich zusammengestürzt. Kein tragung in die betreffenden Listen der nicht zu empfehlenden Miether Tausende ins Freie gelockt. Vor allem ließen die Schaaren der Wunder, wo die Verankerung fehlte und die Akkordarbeit eintragen. Radler und Nadlerinnen kaum dem Gedanken Raum, daß es nach die nothwendige Sorgfalt gänzlich außer Acht ließ. Hochachtend dem Kalender noch Winterszeit fei. Weiter als bis Hundekehle Nach den Regeln der Baukunst soll jede Etage verankert werden, tamen diese Ausflügler allerdings nicht. Von dort ab versperrten an diesem Bau war tein einziger Anker vorhanden- Eisen heillose Schmußmassen den Fahrweg der Grunewald- Chaussee, deren kostet Geld! stain Zustand von Jahr zu Jahr entseglicher wird. Was hat der Staat Num ist es freilich verwunderlich, daß der Bautommission eigentlich gegen die Radfahrer, daß er ihnen das Leben auf jede das Fehlen der Anker völlig entging. Lauter geprüfte Baus Weise sauter macht? meifter, Maurer und Zimmermeister sind bei der RohbauDer Amtsvorsteher v. Oppen in Adlershof ist am Sonntag Abnahme zugegen, sehen sich die Sache gewissenhaft an und Städtische höhere Webeschule. Die Tagesabtheilung beginnt zu seinem 25jährigen Jubiläum durch Fackelzug und ähnliche billige merken nichts! Thre neue Unterrichtsturse für Weberei, Musterzeichnen, Wirterei, Dinge gefeiert worden, die nach den Prinzipien des Angefadelten Das so etwas möglich ist, erklärt sich aus der völlig un Posamentirerei, Stickerei und Färberei am Donnerstag, den eigentlich einen groben Unfugsprozeß für die Theilnehmer zur Folge genügenden Beaufsichtigung. Wann hätte ein Maurer 6. April d. J. In der Abend- und Sonntagsabtheilung wird haben müßten, da sie bei der großen sozialdemokratischen Mehrheit ie einen Beamten außer bei der Abnahme auf dem Ban geschen? Unterricht ertheilt für Weber und Wirker, Musterzeichner, Bosamentirer, der Bevölkerung- immer nach den Grundsäßen des Herrn Bur Zeit der Rohbau- Abnahme aber giebt es ein nothbürftiges Sticker und Färber. In dieser Abtheilung beginnen die neuen Kurse v. Oppen doch Anstoß erregen und mithin eine lebertretung des Scheuerfeſt, man bessert defette Bögen an Fenstern und beffert defette Bogert ein am Sonntag, den 9. April d. J. Nähere Auskunft ertheilt der berühmten§ 360 in fich schließen. Doch wollen wir nicht boshaft Thüren aus, vertuscht" die Risse in den Wänden, und dann sicht Direktor der Schule, Herr Professor Gürtler, im Schulhause Markus- sein und dem Jubilar wünschen, daß ihn die Anhochereien über seine die größte Pfuscherei, bei deren Herstellung die Arbeiter ständig straße 49. geschwebt haben, beinahe Mißerfolge im Kampfe gegen die Sozialdemokratie und besonders 3 wijchen Leben und Tod Ein Kampf auf Tod und Leben zwischen einem Sträfling über die Niederlagen, die er in diesem Stampfe an Gerichtsstelle nobel aus! Die Parole muß sein, daß auch während der Ausführung und seinem Transporteur war die Veranlassung, daß auf der Berlin erlitten, wenigstens für einen Augenblid hinweggetröstet haben des Baues behördliche Kontrolle zur Stelle sei. Magdeburger Eisenbahn ein nach Berlin gehender Fernzug plötzlich mögen. zum Halten gebracht wurde. Und da kommen wir auf einen Punkt, der wieder für unsere fangenen, einen schon oft vorbestraften Schiffer Namens Fischer, in der Nacht zum Montag, um 1 Uhr, am Spandauerberg zu Charlotten- sozialpolitischen Zustände bezeichnend ist. Der Transporteur hatte den Ge- Zu einer Schlägerek zwischen Militär und Zivil kam es in Das bischen Besichtigung bei der Abnahme ist für die Kaz. Bon gewissenhaften Stendal übernommen und ihn an das Brandenburger Zuchthaus zur burg, nahe am Bahnhof Westend. Der Arbeiter Kammrath aus der Arbeitern, und solche giebt es selbstverständlich fast nur unter denen, Verbüßung einer fünfjährigen Zuchthausstrafe abzuliefern. Fischer, Sophie- Charlottenstr. 22, der mit seiner Braut des Weges tam, be- die sich Klassenbewußt organisirt haben von gewissenhaften der in Anbetracht seiner Gefährlichkeit an beiden Händen Fesseln gegnete zwei Unteroffizieren und einem Gefreiten aus Spandau. Arbeitern werden in gar zu argen Fällen Anzeigen bei der trug, bat in der Nähe von Genthin den Transporteur, er möge ihm ufolge von Rempeleien gerieth man aneinander; es tamen Bolizei erstattet. Erfährt der Unternehmer davon, so erfolgt doch eine Hand frei machen, da er ein Stück Brot verzehren noch andere Personen hinzu, und bald war eine allgemeine die Maßregelung auf dem Fuße, die Polizeibehörde aber verwolle. In seiner Gutmüthigkeit willfahrte der Betreffende Nauferei im Gange. Die Soldaten gebrauchten Säbel, die hält sich solchen Anzeigen gegenüber gegenüber in demselben Grade den Bitten, worauf der Gefangene anscheinend mit Heißhunger Zivilisten ihre Stöcke. Schließlich suchten sich die Soldaten in einer mißtrauisch, wie sie den auf den Buchthauskurs hinausdas Brot verzehrte. Plöglich, als der Aufseher ihn einen Droschte zu entfernen, das Pferd wurde aber angehalten. Nun laufenden Demunziationen der Unternehmer mit geneigtem Ohr Moment lang aus den Augen ließ, sprang er auf und machte den sprangen die Soldaten auf der anderen Seite des Wagens wieder entgegen kommt. Versuch, die Thür zu öffnen, um aus dem Zuge zu springen. Ehe heraus und rannten nach dem Bahnhof, wo ein Grenadier vom er sein Vorhaben ausführen konnte, hatte ihn der Wächter schon ge- Regiment Elisabeth die Verfolger zurückhielt. Da aber kein Zug pact. Es entspann sich nun ein heftiger Kampf. Der Sträfling mehr ging, mußten die Soldaten bleiben und wurden später von faßte den Transporteur, warf ihn zur Erde und würgte ihn. Nur einem Offizier mitgenommen. Auf beiden Seiten waren wuchtige mit Aufgebot aller Kräfte gelang es dem Transporteur, fich frei zu Hiebe gefallen; die Unteroffiziere bluteten und auch die Zivilisten machen und die Nothbremse zu erfassen. Der Zug hielt sofort auf trugen Zeichen des Kampfes davon. Einer der letzteren wurde von freiem Felde; der Sträfling wurde überwältigt und unter sicherer einem Schutzmann festgestellt. Bedeckung nach Brandenburg geschafft. Und dann tritt natürlich das alte Leiden ein, daß die Ban inspektoren rein aus 8eitmangel ihre Aufgabe nicht entfernt erfüllen können. Ist es doch in einem bestimmten Falle vor gekommen, daß ein Polizeiwachtmeister bei der Nachfrage eines Arbeiters erklärte, er wisse wohl, daß auf dem in Betracht kommen den Bau Ungehörigkeiten pafsiren, er hätte auch mehrere Male bei der Bau- Inspektion Anzeige erstattet, doch hätte man dort noch Zur Einführung des Neun Uhr Ladenschlusses ist in immer teine 8eit gefunden, durchgreifende Abhilfe zu schaffen! Das Polizeipräsidium theilt mit: unter Bu- Steglig von der Kommission, welche vor einiger Zeit von einer Seit Langem wird von den Ausgebeuteten ein Bauarbeiter ziehung eines Aichmeisters stattfindenden technischen Revisionen Anzahl Geschäftsleuten mit den Arbeiten dafür betraut worden ist, schutz von Reichs wegen gefordert. der Maaße und Gewichte werden im laufenden Jahre mit ein Aufruf an alle Stegliger Gewerbetreibenden und Geschäfts- Wird die Regierung, die mit so regem Eifer für das Zuchthausdem 5. April beginnen. Die Gewerbetreibenden werden aufleute erlassen worden, in welchem dieselben gebeten werden, ihre geses Material sammelt, jest ans Werk gehen, Leben und Geſundgefordert, ihre Maaße u. f. w., soweit deren fortdauernde Richtigkeit Geschäfte einheitlich um 9 1hr zu schließen, während das heit der Bauarbeiter wenigstens ganz nothdürftig zu zweifelhaft erscheint, vorher aichamtlich prüfen zu lassen. Bublifum gebeten wird, seine Einkäufe stets vor 9 Uhr zu besorgen. sichern? Von den Geschäftsleuten haben 120 bereits schriftlich die bindende Erklärung abgegeben, vom 6. bis 28. ds. Wits., mit Ausnahme der Sonnabende, probeweise um 9 Uhr schließen zu wollen. " Gerichts- Beitung. Beseitigung der Rauchbelästigung. In den Fabriken und anderen mit großen Steffelfenerungen versehenen gewerblichen AnLagen beginnt man, sich auf das am 1. Oftober d. J. stattfindende Inkrafttreten der Polizei- Verordnung gegen die Rauchbelästigung Großstädtisches and Schöneberg. Die Eisenacher und die Die Mutter der Bertha Rother. Wegen schiverer Ruppelei einzurichten. Es werden bis zu diesem Zeitpunkt noch zahlreiche Barbarossastraße, welche mit 19 resp. 18,80 Meter Breite projektirt Erneuerungsanlagen geändert werden müssen, und viele in diesem waren, sollen auf 26 resp. 22,60 Meter berbreitert werden, und stand gestern die verwittwe Frau Auguste Rother geb. Jante Fach erfahrene Baumeister sind schon heute mit Aufträgen dieser Art zwar jo, daß die Verbreiterung von der Achse der Eisenachers vor der 7. Straffammer des Landgerichts I. Die Angeklagte, eine überhäuft. Auch in mehreren städtischen Anlagen, jo namentlich in ftraße nach beiben Baufluchten 13 Meter, der Barbarossastraße alte, träntliche und geistig nicht mehr rege Frau, ist die einzelnen Kanalisationssammlern, werden diese Einrichtungen ge- 11,30 Meter beträgt. Die Entwässerung, sowie die Vor- Mutter der Bertha Rother, die als„ Märchen"-Modell des Professors schaffen werden müssen. fluth dieser Straßen soll nach Hobrecht'schem System unter- Gräfe bekannt geworden ist. Die Angeklagte ist durch eine Arbeiter- Sanitätskommission. Wir erhalten zu den in irdisch in 1,40 Meter hohen Haupttanal von Deutsch Strafanzeige ihres eigenen Schwiegersohnes beschuldigt worden, nur die Frau des Anvon nach sondern auch ihre ihre Tochter Anna Nummer 22 des Vorwärts" über die Zustände im Hause Weißen- Wilmersdorf und von dort weiter nach der Charlottenburger geduldet zu haben, daß nicht burgerstr. 47a von der Kommission veröffentlichten Mittheilungen Pumpstation und den Rieselfeldern geführt werden. Zu gleicher Zeit zeigenden folgende Buſchrift: Der fragliche Steller hat vor dem jezigen Inhaber, will man von der besonders in Berlin üblichen einförmigen Straßen- Tochter Bertha ihre Wohnung zu unfittlichen Zweden benutzt habe. der ihn etiva 7 Monate befigt, zu Klagen über Pilzbildungen nie Veran- eintheilung abgehen und die Straßen in Schöneberg so verschieden Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Wie laffung gegeben. Er galt im Gegentheil als der schönste des als möglich anlegen. Berlin habe den Fehler begangen, die Straßen sich aus der Urtheilsverkündigung ergab, hat der Gerichtshof durch Hauses. Auch hat das Haus einen frodenen, vorzüglichen Baugrund. zu einheitlich zu machen. Von diesem neuen Bebauungsplan er- die Beweisaufnahme für erwiesen erachtet, daß die Beschuldigung Bezüglich der Ratten habe ich im August und September v. J. nichts hofft man für die neue Stadt große Erfolge und eine glänzende nur bezüglich der Tochter Anna, nicht aber bezüglich der Bertha zutrifft und die Angeklagte sich in den Jahren 1892-1894 des ihr unversucht gelassen, um sie zu vertilgen, und im Interesse dieses Bufunft. zur Laft gelegten Verbrechens schuldig gemacht hat. Die Vers Kellers allein 30 m. ausgegeben. Seit dem Herbst haben weder ich In leichtfertiger Weise hat in Spandau ein Mann den theidiger St.-A. Dr. Werthauer und Mosse hatten geltend noch mein Verwalter Klagen über vorkommende Ratten gehört. Tod seines Kindes verschuldet. Der Schiffs eigenthümer Geißler aus gemacht, daß die in dürftigen Verhältnissen lebende Angeklagte, für Die fragliche Wohnung liegt parterre und hat, wie alle folche Charlottenburg liegt auf der Havel mit seinem Fahrzeug im Winter welche ihre Tochter die Miethe bezahlte, vollständig unter der Wohnungen, weniger gute Luft als höher gelegene. Das quartier. Sonnabend war er in Begleitung feines jüngsten, drei Direktive derselben stand, feinen eigenen Willen besaß und geistig unter einem Fragezeichen darauf bezogene Slojet liegt auf dem Hof, Jahre alten Knaben an Land gegangen und hielt sich geraume Zeit nicht frei fei. Der Gerichtshof tonnte nur zugeben, daß die freie also günstiger als die üblich gelegenen und ist polizeilich genehmigt. in einer unweit des Ufers in der Potsdamer Vorstadt von Spandau Willensbestimmung der Angeklagten allerdings herab. Dagegen werden in der Wohnung( wegen einer Taubenbörse" des belegenen Schänke auf. Erst nach Mitternacht, als man ihn baran gemindert, aber nicht gänzlich ausgefchloffen sei und Inhabers) zahlreiche Tauben gehalten, deren Abgänge die Luft aller- gemahnt hatte, daß er doch das Kind in die Kajüte bringen möchte, 3 as genügte, um das arme Weib ins Zuchthaus dings nicht verbessern dürften. H. Salowsky, Eigenthümer des verließ er die Kneipe. Dicht am Ufer ist er nun in der Dunkelheit zu bringen. Die Angeklagte wurde zu 1 Jahr Buchthaus. Hauses. mit dem Kinde auf dem Arm zu Fall gekommen und über das gerechnet. Auffchen erregt, namentlich in den Kreisen der Holzindustriellen, Bollwerk in den Fluß gestürzt. Er selbst half sich bald wieder aufs berurtheilt, 8 Monate wurden auf die Untersuchungshaft anLand und suchte dann von einem Boot aus nach dem Kinde, das, die Verhaftung des Holzschneidereibesizers Wilhelm Bürger vom von der Strömung eine Strecke fortgeführt, auch noch gefunden Für den Ziethenfonds habe ich von Freie Sänger" 3 M. Grünen Weg 119 und feines Wertführers Adumeit wegen Wechsel- wurde. Die von einem Arzt angestellten Wiederbelebungsversuche und durch Herrn J. Matiste, Breslau, 4,15 W. erhalten, wofür ich fälschung. Geschädigt find außer einer Bank mehrere Möbelhändler hatten zwar Erfolg, Sonntag Morgen ist das Kind aber doch ge- hiermit dankend quittire. und Tischlermeister. 138. Februar 1899. storben. Gegen den Vater ist die gerichtliche Untersuchung eingeleitet. Dermischyfes. W. Liebknecht. In Frankfurt a. D. wurde Sonntag Nachmittag der in der Stroffenerstraße wohnhafte Maurer Krebs von dem Bereiter Leidecke Das Olympia- Riefentheater, über welches schon lange Krisengerüchte in die Oeffentlichkeit drangen, ist nunmehr endgiltig ver Todtgefahren wurde durch den Schnellzug Warnemünde- Berlin Fracht. Sonntag Abend fand die letzte Vorstellung statt. Seit dem Montag früh 1,26 1hr bei Granje e der Landwirth Rudolf Müller 1. Februar haben die engagirten Kräfte zum größten Theil keine von dort. Kopf und beide Häude wurden ihm abgefahren. Der VerGage mehr erhalten, und eine große Anzahl anderer Gläubiger, unglückte stand im Alter von etwa 18 Jahren. Lieferanten 2c. find durch den Zusammenbruch arg geschädigt. Das Effektstück„ Mene Tetel" hatte nicht den von der Direktion erhofften Wegen Durchführung der Straßenbahn Alexanderplatz- im Streite erstochen. Der Thäter ist verhaftet. Erfolg, auch das schließlich zur Unterstüßung hinzugenommene Schöneberg bis Steglitz auf den Geleisen der westlichen VorortSpezialitätenprogramm konnte das drohende Unheil nicht mehr auf- bahn ist jetzt zwischen der letzteren Gemeinde und der Großen halten. Für gestern Nachmittag war dem„ Berl. Tagebl." zufolge Berliner Straßenbahn der Vertrag abgeschlossen worden, wonach die eine Versammlung der Mitglieder, Lieferanten 2c. einberufen, in der Weiterführung vom 1. April d. J. an erfolgen soll. man versucht haben soll, ein Arrangement zu treffen. Das Banunglück in Halensee Völlig aufgeklärt ist nun der Leichenfund, über den wir fürzlich berichteten. Es steht nun fest, daß das junge Mädchen, die 21 jährige Tochter des Pferdebahnschaffners Galley, Selbstmord gestaltet sich zu einer um so furchtbareren Auflage gegen das verübt hat. Man fand bei der Todten baares Geld im Betrage von heutige Bauwesen, je mehr seine Ursachen ans Tageslicht treten. Seit Jahren haben die organisirten Arbeiter im Baufach die 17 Mart, welches sie sich am Sonntag als noch zu fordernden Lohn hat geben lassen, ferner hatte sie in der Tasche einen Brief, welcher Regierungsfreise auf die moderne Baukunft" aufmerksam zu machen gesucht vergeblich! " Bet dem Eisenbahnzusammenstoß in St. Quentin am Sonnabend sind über 30 Personen verwundet worden. Schwer verletzt ist nur ein Infanteriehauptmann aus Valenciennes, dem ein Bein abgenommen wurde. Unter den Verwundeten befinden sich Otto Feibler, Spißenfabrikant aus Blauen, Frau Horn- Barmen, Fräulein Tallentamp- Bornheim, ferner Ruprecht und Hirschfeld aus Paris, Roevekten aus Breslau. 著 Witterungsübersicht vom 13. Februar 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Barometers stand mm Wind mit Frau von N... m unterzeichnet war, und welchen die Man hatte oben ja vollauf mit dem Schuße der ArbeitsBolizei aus guten Gründen auch beschlagnahmt hat. Wie nachträglich willigen" und der Unternehmer zu thun wer sollte sich bekannt wird, hatte die Galley mit einem Herrn der besseren" Ge- namentlich im Zeichen des Zuchthausturses eingehend um die sellschaft, der als sehr hübsch und fein" geschildert wird, eine Be- Schäden im Baufach kümmern. Nunmehr hat der Tod einer Anzahl Be- namentlich tanntschaft und jedenfalls auch öfters Zusammenfünfte gehabt. Um Arbeiter die Situation auf einige Zeit geflärt", wie es ja wohl die Folgen dieses Verhältnisses nicht zu erleben, hat sich das un im Jargon der politischen Sprache heißt. Auch das Publikum ist Swinembe. 740 Hamburg glückliche junge Mädchen ins Wasser gestürzt. gewahr geworden, welchen Gefahren es ausgesetzt ist, wenn es in Berlin Feuerbericht. Nenn Alarmirungen hatte die Feuerwehr am den modernen Schwindelbauten zu wohnen hat, und man wird Wiesbaden 756 2 Sonntag zu verzeichnen, die jedoch sämmtlich nur fleinere Brände fich mun gewiß auf einige Tage in Untersuchungen und Erhebungen München betrafen. Neue Friedrichstraße 37 waren Garnvorräthe in abmühen. Wien 750 S 752 23 761 S richtung Windstärke Wetter 5wollig 4woltig Temp. n. G. 5° C. 4° R. જેથ Stationen Barometer៩៩ និ l៩ Piland mm Winds 749 PD 5 Haparanda 749 NO 4hlb. bed. 6 Cort 2 bedeckt 7bedeckt 2516. beb. 5 Petersburg Bunz Windstärke Wetter Temp. n.. 15° G.= 4° R. 11 2Schnee 732 SS6wolfig 7 Aberdeen 739 SO 2 bedeckt 8 Paris 5 958 755 SS 5olfig 761 23 einer Spulerei in Brand gerathen, der auch den Fußboden ein- Wird etwas dabei herauskommen? Man sollte es eigentlich Wetter Prognose für Dienstag, den 14. Februar 1899. äscherte. Müllerstraße 166 a ging in einer Bäckerei ein denken. Warm und zeitweise heiter, vielfach wolkig mit leichten Regenfällen größerer Posten Brennholz in Flammen auf. Ein Küchen- Wie man uns von bautechnischer Seite mittheilt, ist der Bau und ziemlich frischen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. brand rief die Wehr nach Annenstraße 14. Der verursachte in der Ringbahnstraße 121 gewissermaßen typisch in seiner Art. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. r. 38. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 14. Februar 1899, Der London, 8. Februar. Es wäre aber sehr falsch, wegen der Sozialisten hier und soweit sind wir noch nicht. Die Liberalen haben nicht einmal die Krach in der englischen Staatskirche. der Bietisten dort die ftreitenden Parteien politisch und sozial Staatskirche in Wales entſtaatlichen können, wo fünf Sechſtel der charakterisiren zu wollen. Im Ganzen ist die ritualistische Be- Bevölkerung außerhalb derselben steht. Wie sollen sie es für EngSeit längerer Zeit hat England wieder einmal eine religiöse, wegung als firchliche Romantik zu bezeichnen, in der sich ein land fertig bringen, wo die Masse deffen, was zählt": Rang, Befis, oder vielmehr kirchliche Frage". Es kracht in der englischen Staats- berechtigter Gegensatz gegen das nüchterne, engherzige Muderthum Stellung, und auch ein großer Theil der Arbeiterflaffe zur Staats Kirche, und in der Presse und in Versammlungen tobt ein erbitterter bie Einen durch Wiedereinführung katholischer Niten und Symbole Standpunkte frenzen sich so mannigfach, daß nur Eines sicher ist: mit Bestrebungen sehr reaktionären Charakters trifft. Wollen tirche steht? Die Dinge liegen da so verwickelt, die Interessen und Streit zwischen„ Romanisten" und Protestanten, Episkopaliern und den Massen in einem reformirten Ratholizismus eine die wertthätige tein Vorschlag, der eine Lösung bedeutete, hat unter den obe Graftianern, welch' beiden Letzteren wieder die Freikirchler als ge- ebensfreude fördernde Boltsreligion bieten,") fo find den Andern waltenden Verhältnissen auch nur die geringste Aussicht auf eine diefe Riten und Symbole Mittel der Stärkung des Klerikalismus. Mehrheit. Und so bleibt die Frage eine meinsame Gegner gegenüberstehen. Zum Verständniß dieser Gegensäge kurz das Folgende: Die englische Staatskirche, oder die vom Staat etablirte„ Stirche Der Hochkirchliche Gottesdienst ist sicher weniger triste als der rein Ereignisse sie in den Hintergrund drängen. bon England" ist das Produkt einer ganzen Reihe von Kompromissen. Durch und seit Heinrich VIII. eine Kirche, deren Oberhaupt das jeweilige Staatsoberhaupt ist, untersteht sie doch einer von Bischöfen oder deren Rath ausgeübten hierarchischen Leitung. Ihr Glaubens protestantische, aber er sorgt für die Sinne auf Kosten des Gebankens, Liturgie und die äußerlichen Zeremonien beeinträchtigen die Reflektion. Die hochkirchliche Bewegung hat die Macht der Staatskirche im Ganzen sehr gestärkt, aber bor wiegend tonservativen Interesse. Die jetzige Gegen " im Frage, bis andere Versammlungen. Der nunmehrige Erführer der liberalen Partei, der Kampflustige vorlage und sprach sich im besonderen gegen das Prinzip aus, zu Ritter aus dem Geschlecht der Plantagenat, hat sich mit großer Gunsten der Agrarier die Industrie zu belasten. In der hierauf folgenden Times" legt er seine Klinge aus und ruft er die Bischöfe zur Ord- die Invalidenrente schon wenigstens nach 26iwöchentlicher Erwerbs Vehemenz auf die Kirchenfrage geworfen. In den Spalten der Diskussion bezeichnet Dr. Friedeberg es als einen Fortschritt, daß mung. Die Bischöfe haben ihre Macht vom Staate erhalten, um die unfähigkeit bezahlt wird, und zwar besonders deshalb, weil die VerSchranken der 39 Artikeln der Staatskirche halten. Thun sie das Invalidität vorbeugende Heilverfahren einzuleiten. Die Krankenniedere Geistlichkeit zu überwachen, daß sie sich innerhalb der sicherungsanstalten dadurch viel mehr veranlaßt werden, das der nicht, so müssen sie zur Rechenschaft gezogen werden. Die Geistlich- tassen müssen andererseits ihre Mindestleistungen auf 26 Wochen ausfeit muß sich an die Uniformitätsatte anpassen oder aus der Staats- dehnen und während des Heilverfahrens zum Unters firche heraus. halt der Familie der Versicherten, insbesondere angesichts Abbes bekenntniß ist streng trinitarisch- protestantisch, aber die Vorschriften bewegung zur Wiederherherstellung des protestantischen Charakters eine gut besuchte Versammlung ab, um einen Vortrag des ReichsDer Berliner Arbeitervertreter- Verein hielt am Dienstag über die Ausübung ihres Gottesdienstes lassen den größten Theil der Staatskirche dagegen wird, wenn auch nicht ausschließlich, so zu tags- Abgeordneten Molkenbuhr über die neue Novelle zu über die Ausübung ihres Gottesdienstes lassen den größten Theil der Riten der römisch- katholischen Kirche zu, und ihre Kampfhähne drei Vierteln, von Liberalen geführt, und Sir William Harcourt ist Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesez zu hören. Der Referent, nehmen für sie das Recht in Anspruch, sich als direkten Abkömmling der bon Christus und den ihr Hutten. Aposteľn eingesezten Kirche zu bezeichnen. Die Weihe, welche welche die Geistlichkeit heute bei der Einsetzung empfangen, fommt danach in regelrechter Folge, die durch die Reformation feineswegs unterbrochen worden sei, von den ursprünglichen Stiftern der Kirche durch fie herab. Diejenigen, die diese Vorstellung besonders pflegen, gehen in der Praxis des kirchlichen Ritus so weit als nur möglich auf die Gebräuche der römischen Kirche zurück. Sie bilden den äußersten Flügel der hochkirchlichen Richtung und werden von ihren Widersachern als Romanisten", als mehr oder weniger bewußte Helfershelfer der römisch- katholischen Propaganda attadirt. Ihre extremste Gegenpartei innerhalb der Staatskirche Staatskirche sind die Und dies war auch das Losungswort der großen Versammlung der oft sehr niedrigen Beträge, anstatt das halbe, das evangelischen Protestanten der niedrigen Kirche"( low church), Blas gefüllt, und 8000 Gesuche um Zutritt hatten abgelehnt werden anderung des§ 12 des Invalidenversicherungs- Gesetzes besonders in Albert Hall. Das mächtige Gebäude war bis auf den letzten ganze Krankengeld auszuzahlen. Ferner fet eine die in Dentweise und Pragis sich wenig von den pietistischen Sektirern unterscheiden. Die Anhänger eines auf das weitreichende Interesse an der Versammlung. Der Name des befugt, sondern verpflichtet sind, das Heilverfahren in den in Die Anhänger eines auf- müssen. 744 Telegramme, die am Nachmittag einliefen, bezeugten dahingehend nothwendig, daß die Versicherungsanstalten nicht nur geklärten Kirchenthums nach Art der deutschen Protestanten vereinler nemmen fich die Partei der weitherzigen Kirche( broad Primats der Staatskirche, des Erzbischofs von Canterbury, wurde Betracht kommenden Fällen zu übernehmen. Gegen die Schaffung church). Hinsichtlich der Stellung der Kirche zum Staat giebt es mit Biſchen aufgenommen, der Name des Mr. Kenfit, der fich die der geplanten Rentenstellen wendet sich in längeren Ausführungen die Partei der Unterordnung der Kirche unter den Staat, die in Störung besonders ausgesprochen römischer Zeremonien in Staats- und mit verschiedenen Gründen ein Arbeitervertreter von der England Erastianer genannt werden, und die Vertreter einer dem firchen zur Aufgabe gemacht hat, mit stürmischem Applaus. Re- württembergischen Versicherungsanstalt. Derselbe Redner spricht Staat untergeordneten nationalen Kirche, hinsichtlich der inneren folutionen und eine Petition an die Königin, die gefeßliches Ein- sich auf das Entschiedenste gegen die im Entwurf Verwaltung der Kirche die Anhänger der bischöflichen Zentralisation schreiten gegen die„ Gefeßbrecher" verlangen, einstimmig angenommen. abfichtigte Erweiterung der Befugnisse der Landes ZentralEpiskopalier- und die Barteigänger einer weitgehenden Dezentra- Den Mitgliedern der Regierung ist diese Bewegung nichts weniger behörden aus, wodurch das ganze Selbstverwaltungsrecht lisation mit starker Vertretung des Laienelements. Schließlich giebt es wegung gut gegen diese vorgehen, und sie können auch wieder die schriften für Krankheitsverhütungs- Maßregeln für durchaus noth als angenehm. Sie können bei der Stärke der ritualistischen Be- ganz erheblich beschränkt wird. Günther hält gesetzliche Vorauch im Schooße der Staatskirche selbst Anhänger der völligen Gegenbewegung nicht ignoriren. Denn wenn in dieser das politisch- wendig und spricht sich dafür aus, daß nicht die Gewerbe- AufsichtsTrennung der Kirche vom Staat, welche Forderung aber bei ihnen liberale Glement überwiegt, so zählt sie doch auch viele Konservative beamten, sondern eine besondere Arbeiterorganisation mit der den Sinn hat, daß der Kirche bei der Trennung ihr historisches in ihren Reihen. Das ganze evangelische Protestantenthum bäumt Kontrolle betraut wird. Als einen großen Fehler und für die Eigenthum, bezw. dessen Werth ausgeliefert werden soll. Wie sich all' diese Parteien geschichtlich entwickelt haben und die fich gegen das Vordringen des„ Romanismus“ auf, zumal es nicht völlig Arbeiter fehr nachtheilig bezeichnet Barnst es, daß die Beiträge verschiedenen Strömungen sich bezüglich der einen oder anderen aus der Luft gegriffen ist, daß der Ritualismus der römisch- katholischen nicht nach dem thatsächlichen Verdienst, sondern nach dem sogenannten Gruppe von Fragen kreuzen, fann hier unerörtert bleiben. Kirche in die Hände arbeitet. So sucht die Regierung zu dämpfen und ortsüblichen Tagelohn berechnet werden. Der Redner wendet sich Daß die ritualistischen Hochkirchler seit Jahren in fortgesettem 3u beruhigen aber ohne großen Erfolg, denn die Ritualisten auch dagegen, daß den Unternehmern eine längere Frist für die Vorrücken begriffen sind, wurde schon früher berichtet. Innerhalb der zeigen keinerlei Neigung, von ihrer Praxis abzuweichen, und die Beitragsleistung gewährt wird, zumal eine richtige Kontrolle nach Staatskirche bilden fie heute die stärkste Nichtung. Mit wenigen Ausnahmen Mehrheit der Bischöfe wenig Luft, gegen andere als ganz grobe längerer Zeit fast unmöglich ist und schon bisher eine große Anzahl find die Bischöfe auf ihrer Seite. Desgleichen die meiſten ſozia erwerbent Uebergriffe einzuschreiten. Die liberalen Parteiführer ihrerseits Unternehmer sich der Versicherungspflicht entzogen hat. Im Weiteren listischen Geistlichen der Staatskirche. Der bekannte radikale christ- zeigen auch wenig Lust, sich die Finger zu verbrennen, da eine befürwortet er, daß denjenigen, die innerhalb der Karrenzzeit erwerbsliche Sozialist Stewart Headlem, ist entschiedener Ritualist. Lange Minderheit von Liberalen es mit den Ritualiſten hält, und der unfähig werden und keine Rente erhalten, wenigstens die eingezahlten Jahre ist er als solcher sogar verfolgt, ihm das Predigeramt ent- Eraſtianismus, die Doktrin von der Unterordnung des Kultus unter Beiträge zurückerstattet werden. Nach Schluß dieser Diskussion zogen worden. Aber der jezige Bischof von London, Dr. Temple, den Traditionen Disraeli- Beaconsfield's, der 1874 durch sein Gesetz des Vereins in die Zentralkommission gewählt. den Staat, gar nicht liberal iſt. Harcourt folgt in diesem Punkt wurden hierauf E. Simanowski und Vader als Vertreter hat es ihm zurückgegeben. Ein anderer bekannter sozialistischer Ritualist ist der Geistliche Perch Dearmer, der jüngst auf einer Ge- über den öffentlichen Gottesdienst dem damals viel schwächeren dächtnißfeier für den„ Märtyrertönig“ Karl I. antirte und auch sonst sieht, mit nichts weniger als dem gewünschten Erfolg. fuchte zu machen in letzter Beit viel genannt wurde. Daß Karl I. ein aufrichtiger radikale Lösung wäre natürlich die Tremmung von Freund der Armen und ein Opfer der Klassenjuſtiz von Bourgeois- und Staat die Entstaatlichung der Staatskirche, und viele Liberale politikern war, ist eine bei englischen Sozialisten stark verbreitete treten auch dafür ein Anschauung. Bezeichnenderweise wurde umgekehrt in einer fürzim Prinzip. Aber in der Praxis heißt es: lich in der mächtigen Albert Hall abgehaltenen großen Protestbersammlung gegen das Ritualistenthum, an der sich auch viele*) Stewart Headlam z. B. ist Leiter des Bundes für Freundpietistische Settirer betheiligten, der Geist Cromwell's angerufen, die schaft zwischen Kirche und Theater und großer Vertheidiger des Römlinge" in der Staatskirche zu Paaren zu treiben. " Nene Galgenffizzen. Ritualismus den Garaus Ballets. wie man Die Kirche Der sozialdemokratische Agitationsverein für den Wahlfreis Stralsund- Franzburg- Rügen hielt am 29. Januar seine Generalversammlung ab. Die Quartalsabrechnung ergab eine EinBeitungen und Broschüren wurden 20 Kilogramm gesammelt. Die nahme von 18,74 M. und eine Ausgabe von 3,07 m, Gelesene Sigungen werden jeden Sonntag nach dem ersten im Monat, Vormittags 10 Uhr, bei Mörschel, Jüdenstr. 35, abgehalten. hielten am 8. Februar in den Arminhallen eine gut besuchte Vere Die Zimmerer Berlins( Vertrauensmänner Zentralisation sammlung ab, in welcher zum ersten Punkt der Vertrauensmann D Um nun zu den Behauptungen Baumann's über ostafrikanische Trinkgeld folle er auch selbst behalten. Diese fünfundzwanzig, Sitten überzugehen, so muß ich leider sagen, daß es nur, zwar be- chamse na aschrin, find geradezu sprichwörtlich am Indischen dauerliche, aber unstreitige Thatsachen sind, die er berichtet. An Meere. Wie die Tochter des Nilpferdes, um arabisch zu reden, also In der Zeit" meldet sich ein Freund und Bewunderer Ostar alledem trägt die Hauptschuld meines Erachtens die unsinnige Ueber- dazu diente, die Leute zu bestrafen und zu bessern, so ward sie Baumann's, um ihm zu bezeugen, daß seine Schilderungen über die hebung, die viele Europäer in den Tropen zu befallen pflegt, der auch afrikanischen Greuel von der Empörung dittirt feien. Die Fronie Tropentoller und die daraus entspringende empörende Meinung dazu benützt, die Verstockten zur Wahrheit zu bringen, da sie diese neue vortreffliche Seite gewann man ihr bald ab ſeines Artikels ſei nicht verstanden worden. Da dieser Schauerzeuge über die Schwarzen. Zwar ist die Zahl derer, die sich in das Leben eine ſo gute Folter wie die eiserne Jungfrau ist. Ich war zugegen, Baumann's, Bernhard Heine, weitere Einzelheiten über koloniale der Neger vertiefen, um sie verstehen zu lernen, und die dahin ge- wie auf diese Weise ein Uhrendiebstahl richtig entdeckt wurde. NichtsNichtswürdigkeiten erzählt, sei Einiges aus seinem Schreiben wieder kommen sind, auch sie für Menschen zu halten und als solche zu destoweniger konnte ich in meinem europäischen Humanitätsdusel gegeben: behandeln, unter Gelehrten, Beamten, Offizieren und Kaufleuten meine Verwunderung über diese etwas rückständige Rechtspflege nicht Es ist eine wundervolle Heldenthat der reichsdeutschen Zeitungs- nicht gering in Ostafrika, aber wie überall, so verdirbt ein Un- ganz unterbrüden, wurde aber sofort des Besseren dahin belehrt, der fchreiber, einen Abwesenden mit den gröbsten Verunglimpfungen, gerechter mehr, als zehn Gerechte bessern können. Wie oft, sowohl Kerl sei einmal schuldig; ob er seine Strafe vorher oder nachher verächtlichen Unterstellungen und hämischen Verleumdungen zu über bei Deutschen als bei Arabern, bin ich der Ansicht begegnet, daß friege, sei ganz gleichgiltig. Ein anderer, irre ich nicht, ein Schiffer, schütten, einen Mann, der durch seine Tüchtigkeit überall bekannt und der Neger ein Vich sei, bei den Arabern als einer ruhigen lang der gepascht haben sollte, wurde so kräftig in Voruntersuchung geoft erprobt worden ist, von seinen Freunden hochgeschätzt, von den überlieferten Meinung, die man nicht angreifen könne, bei den nommen, daß er binnen zwei Tagen in den verschiedenen Instanzen, Weißen geachtet, von den Negern bewundert wird, der sich Deutschen aber als einer mit Ingrimm geäußerten Behauptung, die mit zweimal hundert, ein Dußend drüber oder drunter, vollwuchtige große Verdienste um die deutsch- ostafrikanische Kolonie erworben hat Naserümpfen und verächtlich verzogenem Munde vorgebracht wurde. Siebe erhielt; es war ein Wunder, wie er' 3 aushielt. Aehnliches und mit Undank belohnt worden ist. Und dies alles warum? Weil Mit welcher efelhaften Freude äußerte ein weniger gebildeter als leisteten sich auch die Engländer. Zwei schwarze Sklaven entflohen diese trefflichen Voltsaufflärer nicht so viel Wiz besitzen wie die Neger eingebildeter Hamburger Kaufmann seine Befriedigung über die ihrem grausamen Herrn, einem Araber auf Pemba, auf einem in Sansibar. Als wir, Dr. Baumann und ich, nach der Hängerei in der Sonne dörrenden und bleichenden Glieder der Einbaum über die 40 bis 50 Kilometer breite Meerenge zwischen in Kilwa, von der Baumann erzählt, eines Tages, wie häufig Schwarzen, die vor Kilwa verwundet und von den entmenschten dieser Insel und dem Festlande und wurden unterwegs von im Regerviertel von Sansibar, spazieren gingen, begegneten uns Sudanejenweibern wie die Hunde todtgeschlagen worden waren. einem englischen Kriegsschiffe aufgefischt. Nach der Brüffeler Atte, einige schwarze Freunde Baumann's und fragten ihn, nach den üb- Schwarzes Biest oder stinkendes Thier war eine die England als Vertragsmacht mit unterzeichnet hat, waren sie lichen Begrüßungen, wo er hertäme, sie hätten ihn so lange nicht häufige Lieblingsanrede dieses reinen Ariers an feine Diener. freie Leute, sobald sie das Deck eines Kriegsschiffes betraten. Der gesehen. Aus Kilwa."" Wie geht's in Stilwa; was machen die Dieser Hochmuth ist, wie ich glaube, nicht etwa deutschen Ursprungs, englische Kapitän übergab fie dem englischen Vertreter in Mombasa Leute?" Es geht gut; die Leute werden gehenkt." Ein obwohl auch der gute Michel einen gehörigen Sack voll Dünkel und dieser fandte freie Menschen in die Sklaverei nach Bemba kurzes Auflachen von Allen war die Antwort, und schweigend fahen nach Afrika gebracht hat, sondern geht von den Engländern aus, zurück. Der eine Sklave verschwand nach einem halben Jahre, p sie ihn Alle mit leuchtenden Augen an. Er hatte verstanden, mit die ihn von Indien, dem klassischen Lande der Kasten, mit nach daß keine Spur von ihm übrig blieb, vom andern fand man mur einem Worte die Ereignisse und die Stimmung an der Küste zu Sansibar, wo es Jnder in Mengen giebt, eingeführt haben. ein schreckliches Gerippe, das, mit Eisen an Sänden und schildern, und sie hatten verstanden, was die Beschimpfer Bauman's So lange er sich nicht in Thaten offenbart, mag er hingehen, da Füßen bis auf die Knochen, an einen Nelkenbaum gefesselt zu wenig Wig haben, zu verstehen, die Kraft der Ironie, kraft er nur lächerlich wirft. Schlimm wird er schon. wen er die Unter- war und bei Tag die glühende Sonne, des Nachts den schädlichen beren ihr Meister sich die Freiheit nahm, das Scheußliche gefällig drückung der Sklaverei zu hemmen sucht, aber geradezu schrecklich, Thau ertrug. So war der Bericht der Neger über diesen Fall, deren auszudrüden, damit dessen Scheußlichkeit recht augenfällig werde.... wenn er henkt und prügelt. Erzählungen vor den europäischen Zeitungen, so sehr sie ihnen auch Mit welch' ingrimmiger, aber treffender Fronie geißelt nun Bau- Das Henken freilich war als vornehme Leidenschaft nicht in der Kunst der Uebertreibung und der Entstellung nachstehen, doch mann die verschiedenen Erscheinungen, zuerst das Hängen in Defter- jedes unteren Sterblichen Sache, allein zu prügeln oder vielmehr den Vorzug getreuer Wahrheit haben. Eine Sühne fand ja schließ reich, dann die Segnungen der portugiesischen Mission, ferner die prügeln zu lassen fühlte fich jeder der überhaupt so fühlte lich die That, indem die Engländer den Schurken von Araber, ich Rohheit der Gesinnung, mit der man die Strafe des Erschießens für berechtigt. Man fand diese Strafe so heimisch im Lande, daß man glaube zu acht Jahren Kerkers, verurtheilten. die Muselmänner, um sie noch härter zu treffen, abschaffte, weil sie die Schwarzen ebenso daran gewöhnt glaubte, wie die Aale ans Und wie behandelt Baumann die Neger? So, daß ihm auf ihrem Aberglauben ehrenvoller dünkt als das Hängen. Lebendiggeschunden gewöhnt werden. Ein junger Kaufmann ließ einer Reise von vierzehn Tagen, die er durch Sansibar machte, mehr Irgend ein für Recht und Wahrheit" streitendes Blättchen sein schwarzes Liebchen verhauen, weil es ihn mit einer Krankheit als zehu Sklaven zuliefen, die von ihm befreit sein wollten. endigte seinen Leitartikel über Baumann mit dem nachdrucks- beschenkt hatte, die ihre fernere Liebe start zu beeinträchtigen Seine ausgezeichnete Fertigkeit im Suahelischen befähigt ihn, die bollen Ausruf: Und das war der Hauptzeuge im Prozeß Peters!" drohte. Seele und den Verstand des Schwarzen klar aufzufassen. Wie unsinnig ist dieser Ausruf! Denn, wenn Baumann wirklich der Da auf der Insel Sansibar die Gelegenheit, amtlich prügeln Deshalb scheut er sich nicht, zu erklären, wie ich öfter aus wäre, für den man ihn jezt zu halten beliebt, müßte dann nicht zu lassen, sehr ungünstig ist, so benußte ein Deutscher eine seinem Munde gehört habe, daß der gewöhnliche Neger an Fähigfeine Glaubwürdigkeit als eines Mitschuldigen, als eines gleichwerthigen Vergnügungsreise nach Dar- es- Salaam, um seinem Diener, einen teiten und geistiger Regsamteit dem Europäer niederer Klasse ebenVerbrechers, um so höher steigen, da er doch fürchten mußte, sich selbst nichtsnußigen Burschen, dem er schon lange etwas zugedacht hatte, bürtig, wenn nicht überlegen sei. Er ist längst über den Gegensatz mit zu bezichtigen oder von dem Verrathenen wieder angeschuldigt zu eine gute amtlich ausgetheilte Prügelfuppe verabreichen zu lassen, zwischen Schwarz und Weiß hinaus, der überall, wo die so Ge werden? Ich habe amtlich, als Gerichtsschreiber, ihn sein Zeugniß geben, und lachte noch in der Erinnerung an das dumme Gesicht des färbten zusammenkommen, arge Mißstände hervorruft und zum aber auch sonst häufig darüber sprechen hören, da ja Peters' Helden- Schwarzen, der sich solcher Bewirthung fremder Gäste" nicht Beispiel in Nordamerika ein grimmiger Hohn auf die Freiheit und thaten ein offenes Geheimniß an der ganzen oftafrikanischen Stüfte versehen hatte. Bis 1896 ich weiß nicht, ob es seitdem anders Gleichheit der Republik ist. ich weiß nicht, ob es seitdem anders Gleichheit der Republik ist. Seinen Ansichten entsprechend, bewaren. Ueber das Amtliche schweigend, theile ich nur seine privaten geworden ist war es ziemlich leicht, den Arm der Obrigkeit, handelt Baumann die Neger zwar strenge, aber menschlich und anAcußerungen mit, wie er in Born gerieth über gewiffe faubere verstärkt durch eine wohlgeschwungene Nilpferdpeitsche, auf die Nord- gemessen. Berliner, Peters' offene Freunde und versteckte Feinde, die feite eines Negers fallen zu lassen: Man schickte ihn einfach in die Indessen, da er einmal durch die Zeitungen gerichtet ist, so längst von allen seinen Thaten Bescheid wußten, Boma, aufs Amt, mit einer Anweisung des Juhaltes: Ueberbringer würde ihn, so lange er lebt, der liebe Gott selbst nicht wieder zu aber den ihnen günstigen Augenblic herauszusuchen verstanden, ist berechtigt, 25( in Worten fünfundzwanzig") sofort ausgezahlt zu Ehren bringen, wie ungelehrt in gewissen Kreisen Peters, obwohl gegen Peters vorzugehen, wie er ferner, ohne sein Zeugniß zu empfangen." Da, wie man sieht, das Papier auf den Inhaber seine Thaten offenbar sind und, was noch im Verborgenen lebt, auch fahminken, die für Peters günstigen Umstände Herausjuhte, ins- gestellt ist, so bildete sich natürlich sofort die köstliche Anekdote, nicht schön ist, selbst vom Teufel nicht um seinen Ruf als Voltsheld besondere dessen Prahlsucht, die ihn verleitete, sich selbst Schänd- ein schlauer Bursche, der schon öfter dergleichen Uriasbriefe, bestellt gebracht würde. Das ist die öffentliche Meinung einen Peters liches anzudichten, mur um von sich reden zu machen, turz, wie er und die Antwort in Keilschrift, mit Blut geschrieben, heimgebracht loben sie, einen Baumann verkeßern fie. Ein wahres Wunder, daß wahrhaft menschlich alles zum Besten kehrte, ohne die Wahrheit zu hatte, habe eines schönen Tages den Brief an einen begegnenden Wißmann noch so hoch gehalten wird, obwohl er ein Ehrenmann ist. Freund weitergegeben mit der Bitte, ihn eiligst zu besorgen, das perlehren. " Th. Fisher ben Bericht für das Jahr 1898 gab. Nebner berührt trag zum Agitations- und Unterstüßungsfonds bis auf Weiteres auf 150 m. hätten, eine Thatsache, auf die auch bei der Debatte über kurz die zu Anfang des Jahres gescheiterten Einigungsverhandlungen 20 Pf. zu belassen, jedoch ist jeder Zimmerer verpflichtet, diesen bas Reichsamt des Innern im Reichstage hingewiesen worden sei. und die daraus entstandenen unliebfamen Zustände in den Ver- Beitrag bestimmt zu leisten. Alle diejenigen unserer Berufs- Der Referent empfahl energisch die Verstärkung der Organisation. sammlungen sowohl als auch auf den Arbeitsplätzen, die es dahin genossen, welche infolge der ungünstigen Arbeitsverhält Die Anwesenden nahmen hierauf Stellung zu der vom Berliner brachten, daß es den Unternehmern eher möglich war, den Lohn zu kürzen nisse gezwungen find, fich anderweitig Beschäftigung zu Anwaltsverein geplanten Regelung der Arbeitszeit. Bauer brachte als zu erhöhen. Erst nach erfolgter Trennung trat die nöthige Sachlichkeit ſuchen, aber bei uns organisirt bleiben, müssen entweder in längeren Ausführungen zur Darstellung, daß die vom in der Beurtheilung der in Betracht kommenden Fragen wieder ein die Marken desjenigen Berufes taufen, in welchem fie ar- Anwaltsverein geplante Arbeitszeit die eberarbeit nicht dauernd und dadurch besserten sich auch die Verhältnisse. Während im April beiten, oder zum Agitations- und Unterstügungsfonds der Zimmerer beseitigen werde, vielmehr der Achtstundentag anzustreben sei. Eine 1518 Bimmerer bei Unternehmern arbeiteten, welche den Minimal- Berlins steuern. Wer feine Marken fauft, erhält bei Streits und Resolution, die diesen Standpunkt begründete, fand einstimmige AnLohn, und 1579 bei solchen, die Klaffenlohn zahlten, stieg die Zahl im Aussperrungen keine Unterſtügung. Im Uebrigen gelten auch für die name. Im weiteren Verlauf der Bersammlung wurden die lebJuli auf 2208 beziv. 1644, unter letteren befand sich ebenfalls noch Berliner Zimmerer die auf der Konferenz der Vertrauensleute fest- haften Klagen der Angestellten laut über Behandlung und Bezahlung ein großer Prozentsat, welche 60 Pf. erhielten. Dieser Zustand gesetzten Bestimmungen. in hiesigen Versicherungs- Gesellschaften. Die Besprechung dieser blieb auch bis zum Schlusse des Jahres derselbe. Im Ganzen Von der Neuwahl einer Lohnkommission wurde Abstand ge- Angelegenheit soll in einer besonderen Versammlung stattfinden. As tam e3 im Jahre 1898 bei 29 Firmen zu Differenzen, nommen, dafür als Vertrauensleute Dahms und Fischer Delegirter in das Gewerkschaftskartell wurde Danziger gewählt. an welchen 370 Witglieder der Vertrauensmänner- Bentralisation be- und als Kassirer Ne pichläger wiedergewählt. Bu Revisoren wählte Mit einem Schlußwort des Referenten erreichte die Versammlung theiligt waren, von diesen mußte bei 26 Firmen an 87 Mann für die Versammlung Die gnaz und hoff. Der 4. Punkt der Tages- ihr Ende. 744 Tage Unterstützung gezahlt werden. Die Gesammtsumme belief ordnung wurde der vorgerückten Beit wegen vertagt, dafür aber beIn dem Versammlungsbericht der Dekateure, der in der fich auf 1669,05 M. Die Sperren vertheilten sich über das ganze schlossen, mindestens alle 6 Wochen eine Plaz- Deputirten- Versamm Nr. 35 des„ Vorwärts" enthalten ist, ist die Angabe aus der VerJahr, die erste begann am 11. Januar, die letzte endete am lung stattfinden zu lassen, deren erste sich noch einmal eingehend mit 17. Dezember. Davon dauerte die kürzeste 4 Tag, die längste der Lohnfrage zu befassen hat. sammlung wiedergegeben, daß bei der Firma Gottschalt u. Laste 24 Lage. Sie entstanden bei 20 Firmen bei dem Versuch, die organisirten Arbeiter entlassen werden sollen. Wie uns die Der Zentralverband der Zimmerer hatte im Laufe der ver Firma berichtet, besteht eine solche Absicht keineswegs, im Gegenden Stundenlohn von 60 Pf. einzuführen, bei 1 wegen zu gangenen und in dieser Woche mehrere Bezirksversammlungen ein theil ist in legter Beit erst ein organisirter Arbeiter eingestellt schlechter Behandlung seitens des Poliers, bei 3 durch Maß berufen, die sich speziell mit der Frage zu befassen hatten: Welches worden. regelung einzelner Kameraden, bei 2 wegen Lohnabzug, bei Interesse haben die Zinimerer Berlins daran, mit den Arbeitgebern 1 wegen Verweigerung von leberstunden, bei 1 wegen zu späten feste Lohn- und Arbeitsbedingungen zu vereinbaren? Kube als Charlottenburg. Eine sehr gut besuchte Boltsversammlung Geldanszahlens und bei 1, weil mit Streitbrechern zusammen Referent führte folgendes aus: Betrachten wir unsere Lohn- und tagte hier am 9. Februar im Lokale Bismarckshöhe. Fräulein Dr. Luxemburg sprach in einem mit großen Beifall aufburde bei 15 Arbeitsniederlegungen erreicht, bei 5 war der Erfolg daß es uns zur Zeit einer günſtigen Baukonjunktur möglich war, den genommenen Vortrag über:" Der jezige Kurs und die Sozialdemo ein theilweiser und 9 Arbeitsniederlegungen waren erfolglos. Beitverhältnissen entsprechende Bedingungen an die Unternehmer zu verflossenen Reichstage, der eingeleitet wäre durch Bewilligung der fratie". Rednerin schildert in zündenden Worten die Thätigkeit des Unter legteren verdient besonders die Aktiengesellschaft für stellen, resp. mit Nachdruck zu fordern. Jedoch wurden dieselben Militärvorlage und endigte mit Annahme der Tirpis'schen FlottenBauausführungen hervorgehoben zu werden, denn trotz der fofort illusorisch gemacht, wenn eine weniger lebhafte Bauthätigkeit vorlage, sie weist auf die steigenden Ausgaben für Militär hin und bielen Versuche, den Minimallohn einzuführen, scheiterten sich einstellte. Legten die Unternehmer, bisher war es die Innung, dieselben stets att an der Willenstraft der dort beschäftigten auch unter sich einen Tarif fest, so konnten sie selbst diesem nicht kommt dann auf den neuen Reichstag zu sprechen, aus deſſen Bimmerer; ber bort herrschende Indifferentismus und die in- gegen die Ausbeutungsgier ihrer Kollegen für längere Dauer Buſammensetzung nach der Stellung des Zentrums als Regierungsfolidarität ſpottet feder Beschreibung. Sonntags- und Ueberstunden- Geltung verschaffen. Durch Organisation und Streits nur find wir partei für die Arbeiterschaft nicht viel Gutes herauskommen kann. arbeit sind an der Tagesordnung, genau so verhält es sich mit den wiederum im Stande, unsere zeitentsprechenden Bedingungen vorlage, welche bereits ihre Schatten vorauswirft, wie das Dresdener Zimmerern bei noch einer Anzahl anderer Firmen, deren Verhalten zur Annahme zu bringen. Derartige unerträgliche Zustände können bes Urtheil gegen die Löbtauer Bauarbeiter beweise. In beredten Worten Redner kritisch beleuchtete. An Unterstützung für Verurtheilte und feitigt werden, wenn zeitgemäße Lohn- und Arbeitsverhältnisse gemeinsam wurden eingenommen intl. eines am 20. Februar vorhandenen Bestandes In den legten Bezirksversammlungen konnte der Vorsitzende schon und schließt ihre Ausführungen mit den Worten: Es giebt ein Bolt, an Gerichtstoften mußten 877,48 m. gezahlt werden. Insgesammt festgelegt werden. Alle Redner sprachen im Sinne des Referenten. fordert fie dann die Arbeiter, ebenso die Frauen auf, zur Geltendmachung ihrer noch bestehenden Rechte sich zu organisiren bon 6492,37 M. bis zum Schluffe des Jahres 15 747,77 m., aus bekannt geben, daß der Arbeitgeberbund auf Anfrage hin sich geneigt vor dem wir alle zittern, und eine Freiheit, für die wir alle sterben. gegeben 13 130,04 m., so daß ein Bestand von 2617,73 m. verbleibt. zeigt, mit dem Verband in Verbindung zu treten. Zum Schluß Diskussion fand nicht statt und gelangte hierauf eine ProteſtUnter den Ausgaben befinden sich 4700 M. an den Verein der wurde nicht vergessen, die Aussperrung der Buchdrucker durch Herrn Zimmerer Berlins und Umgegend, welche beim Streit 1897 als Scherl ins gehörige Licht zu rüden. Das Andenten des verunglückten resolution gegen das Dresdener Urtheil zur Annahme. Auf Antrag Darlehn aufgenommen wurden, desgleichen an die Verbandszahlstelle und verstorbenen Mitgliedes H. Kurz wurde in der üblichen Weise Koppen wurde der Ertrag der Tellersammlung den Angehörigen der Berlin 500 m., an andere Gewerkschaften 400 m. und laut geehrt. Im Uebrigen verwies der Vorsitzende noch auf die am Dresdener Verurtheilten überwiesen. Spruch eines durch die Berliner Gewerkschaftstommiffion ein- 17. Februar in den Arminhallen" stattfindende Krankenkassen- Reinickendorf. Hier sprach am 10. februar Reichstags gefesten Schiedsgerichts an die Verbandszahlstelle Berlin 593,35 M. Bersammlung. Abgeordneter Liebknecht vor einer gut besuchten Versammlung Sammelfarten wurden ausgegeben 1778 Stüd, darunter in der Beit vom 1. Januar bis zum 20. Februar an Verbandsmitglieder im Louisenstädtischen Konzerthaus eine Mitglieder- Bersammlung ab. Redner behandelte eingehend die Lage der Landwirthschaft. Die Maurer der zentralen Nichtung hielten am 8. Februar über die wirthschaftlichen und politischen Zustände in Deutschland. 247 Glüld; bieſe ſtellten fich aber nicht zur Kontrolle und betheiligten Im 1. Bunft der Tagesordnung gab Fritsch den Geschäftsbericht. England sei der Bauernstand vollſtändig vernichtet, der Grund und fich auch nicht an den Sammlungen. Die thatsächlich in Betracht Er ftreifte in furzen Umrissen die Lohnbewegung des vergangenen Boden ist in den Händen von einigen Lords und die Bewirthschaftung tommende Zahl beträgt 1581 Mann. Von diesen erhielten den Schlußstempel bis zum 15. Januar 949 Mann, wochenweise bes Jahres und berichtete sodann, daß die Bahlstelle II eine Gesammt geschieht durch Pächter, die sich in einer äußerst gebrüdten wirthzahlten 284 Mann und 298 Mann legten ihre Karte zur Kontrolle Mitgliederzahl von 3539 aufweist. Hierauf folgte die Abrechnung fchaftlichen Stellung befinden. Auch bei uns habe der Bauernstand nicht vor, jedoch ist die Abstempelung noch nicht beendet; durch die inkl. Bestand vom III. Quartal( 2032,21) 11,608,61 M., Ausgabe fach zu Sachverwaltern der Hypothekengläubiger herabgefunken. om bom IV. Quartal 1898, die folgendes Resultat ergab: Einnahme nicht mehr die freie unabhängige Stellung, er fei viel täglich noch einlaufenden Starten tritt noch eine wesentliche 9356,81 m., bleibt ein Bestand von 2246,80 M. Die Abrechnung ebergehend zur Industrie schildert Redner die Ausdehnung Veränderung in den angeführten Zahlen ein. Es ist hier gegen das Vorjahr ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen. Das III. Quartal( 6,03 M.) 875,53 M. und in Ausgabe 112,40 m. auf. fchaften. Zum Schluß tritifirt der Vortragende die politischen Maßvom Vergnügungsfonds weist in Einnahme inklusive Bestand vom der Unternehmerorganisation und ihren Gegensatz zu den Gewert ſelbe ist bei der Feſtſtellung der Arbeitslosigkeit der Fall, jedoch Die Jahresabrechnung ist folgende: Einnahme inklusive Bestand nahmen der reaktionären Parteien und schließt unter lebhaftem Beifall fann der Gedanke, im Zimmerergewerbe in Berlin einen voll vom Jahre 1897( 846,56 2.) 25 126,11 M., Ausgabe 22 879,81 m. der Versammlung seinen interessanten Vortrag. ständigen Ueberblick über die Arbeitslosigkeit zu erhalten, vorläufig Die Jahresabrechnung vom Vergnügungsfonds hat in Einnahme Rummelsburg. Ueber die Gewerkschaftsbewegung und ihre noch nicht ausgeführt werden, einmal weil die Kontrolle an zwei inkl. Bestand vom Jahre 1897( 25,98 M.) 684,08 m. und in Aus- Gegner sprach Reichstagsabgeordneter Sachse am 6. Februar in verschiedenen Stellen ausgeführt wird, und das andere Mal, weil theilweise Bequemlichkeit, zum großen Theil aber auch Nach gabe 420,90 M. zu verzeichnen. Dem Kaffirer wurden 100 m. für einer von über 300 Personen besuchten Versammlung. Rebner führte Täffigkeit der Kameraden selbst daran schuld ist. Nach den der eine Mühewaltungen bewilligt und hierauf Friß abe zum Dele- aus, daß augenblicklich gegen die Gewerkschaften ein scharfer Wind Kommission vorgelegten Karten waren 313 Zimmerer nicht arbeitslos, girten für den Verbandstag und Frenzel und Helterhof zu wehe, um die Arbeiter nach Stumm'scher Manier mundtodt zu Ersatzmännern gewählt. Die Wahl des Borstandes ergab folgendes machen. Den Arbeitswilligen größter Schuß, den Streifenden 90 Mann waren 1062 Wochen frant und 620 Mann waren Resultat: Panser, erster, Schulz, zweiter Bevollmächtigter; aber schwerste Strafe, sei die Loosung. Die Arbeiter müssen danach 4833 Wochen arbeitslos, was für dieselben einen Lohnausfall von 129 990 m. ausmacht, die Woche mit 30 M. Arbeitslohn gerechnet. fennig, zweiter Kassirer; Frådrich, Schriftführer; Braun, trachten, als gleichberechtigte Klasse anerkannt zu werden, damit Die fürzeste in Betracht kommende Arbeitslosigkeit war eine Woche, die Baganz und hohlke, Revisoren. Am 7. Februar fand eine gleiches Recht und gleicher Schutz für Alles, was MenschenLängste 50 Wochen, die fürzeste Krankheit war zwei Wochen, die längste, Bersammlung im Lokale von Ewald, Schönleinſtr. 6, statt, in der antlig trägt, vorhanden ist. Mit der eingehenden Ermahnung, sich 23 o If einen Vortrag hielt über Egoismus und Solidarität. zu organisiren, schloß der Referent seinen beifällig aufgenommenen von einem Berufsunfall herrührende 52 Wochen. Durch die im wolf einen Vortrag hielt über Egoismus und Solidarität. Frühjahr eingetretene Veränderung der Verhältnisse wurde auch Eine öffentliche Verjamminng der Bureau- Angestellten Vortrag. Hierauf gaben verschiedene Gewerkschaftsleiter ihre Bahl Sie Agitation eine andere. Eine am 30. Oftober stattgefundene der Anwälte, Notare, Gerichtsvollzieher, Versicherungsanstalten 2c. stellen bekannt und ersuchten um regen Zuspruch. Die Bahlstelle ber Konferenz der Vertrauensleute beschloß eine Veränderung des fand am Donnerstag Abend im Englischen Garten, Alexanderstraße Metallarbeiter befindet sich bei Burgenger, Kantstr., der Holzarbeiter Sammelwesens und die Errichtung selbständiger örtlicher Fonds, fo- statt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung der gut besuchten Ver- bei Beutling, Kant- und Goethestr.- Ecke, der Textilarbeiter bei Rosenwie die Wahl einer Agitationstommiffion. Für das Jahr 1899 find fammlung sprach zunächst Neichstags- Abgeordneter Rosenow über Franz, Lessingstr. 10, der Maurer bei Schröder, Kant- und Mozartstr.bisher an 10 Orten derartige Fonds eingerichtet und die Lage der Bureau- Angestellten. Er wies darauf hin, wie die Ede. Zum 2. Punkt der Tagesordnung: Die Vorkommnisse im ca. 1800 Rarten Rarten in Umlauf gesezt. An der Diskussion Schwindsucht unter den Angehörigen des Berufes ihre Opfer fich Lokal- Anzeiger" schildert Schriftfezer Meusel die Verhältnisse und Hand über den Bericht betheiligten fich Obst, Sinz und Schüler, fuche und die Bureau- Angestellten mit 70-90 pet. an der Spige der lungsweise des Herrn Scherl. Nach längerer Debatte wurde die welche besonders die drakonischen Urtheile des Buchthauskurses be- Berufe ständen, die der Proletarierkrankheit die meisten Opfer bekannte Berliner Resolution einstimmig angenommen. Zu Gunsten Ieuchteten und zu ruhiger, selbstbewußter Agitation aufforderten. lieferten. Seit Anwendung der Schreibmaschinen beginne die Frauen- der Löbtauer Zuchthäusler fand eine Tellersammlung statt. Im zweiten Punft gab der Kassirer Repschläger die spezialifirte arbeit ihre Folgen zu zeigen. Sinkende Löhne, Verschlechterung Nowawes- Neuendorf. Hier tagte am 8. Februar eine Baus Abrechnung vom 7. August bis 31. Dezember. Danach betrug die der allgemeinen Verhältnisse im Beruf seien diese Folgen, arbeiter- Versammlung, in der Reichstags- Abgeordneter Hoch die Einnahme 6825,78 M., der eine Ausgabe von 4208,05 M. gegen- denen gegenüber man gleichen Lohn für gleiche Leistung fordern Nothwendigkeit einer gesetzlichen Regelung des Bauarbeiter- Schutzes müsse. Eine 1896er Statistik über die Alters- und Gehaltsklassen der darlegte. Die Versammlung wählte hierauf Krzeminiedi zum In übersteht. Den Angehörigen der im Löbtauer Prozeß zu Buchthaus Mitglieder der Ortskrankenkasse für die genannten Betriebe zeige, Delegirten für den Bauarbeiter- Kongreß. berurtheilten Bauarbeitern bewilligte die Versammlung 100 Wart. Daß die größte Zahl der in der genannten Staffe befindlichen An- Eine tombinirte Versammlung der Tapezirer findet am Mittwoch Hierauf wurde folgender von den Plazdeputirten berathener Antrag gestellten bei Anwälten und Gerichtsvollziehern sich in der dritten den 15. Februar in den„ Arminhallen", Kommandantenſtr. 20, statt. G8. angenommen: Die Versammlung beschließt, den wöchentlichen Bei- Klasse befänden, d. h. einen monatlichen Arbeitsverdienst nur bis zu list Pflicht der Kollegen, bolzählig zu erscheinen. Die Agitationskommission. Für den Inhalt der Inserate ubernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 14. februar. Opernhaus. Der Barbier von Sevilla. Bergißmeinnicht. An fang 7 Uhr. Schauspielhaus. Nuf der Sonnen: feite. Anfang 71/2 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 Uhr. Bestien. Leffing. Die Beche. Unter blonden Ein Ehrenhandel. Liebesträume. Anfang 7 Berliner. Zaza. Anfang 71/2 11hr. Residenz. Der Schlafwagen Kon 1hr. trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 7 Uhr. Menes. Der Sohn der Frau. Anfang 7 Uhr. Metropol. Die Kleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Anfang 7 1hr. Schiller. Die Bürgermeisterwahl. Unter vier Augen. Anfang 8 Uhr. Westen. Das Glöckchen des Eremiten. Anfang 7 Uhr. Urania. Taubeustraße 48-49. Metropol- Theater. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr Vor: mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 Uhr:„ Das Land der Giorde". Operntelephon. Juvalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 thr: Stern warte. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Feen. Valast. Spezialitäten- Borftelling. Paffage Panoptifum. Speziali täten Vorstellung. Schiller Theater ( Walluer Theater). Dienstag 8 Uhr: Die Bürgermeisterwahl. Vorher: Unter vier Augen. Mittwoch 8 Uhr: Othello. Donnerstag 8 Uhr: Bum ersten Male: Der Dornenweg. Central. Die Puppe. Anf. 7 5 Ostend Carl Weiß- Theater. Thalia. Schibdebold's Engel. An fang 7 Uhr. Luisen. Kean, ober: Genie und Leidenschaft. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Pariser Taugenichts. Anfang 8 Uhr. Oftend. Der Brandstifter. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Das Herz von Maryland. An: fang 8 Uhr. Meganderplatz. Die Sünde. Anfang 8 Uhr. Parodie. Johann Bückler( Schinder: hannes), der Räuberhauptmann am Rhein. Anfang 7½½ Uhr. Apollo. Spezialitäten Borstellung. Anfang 7 Uhr. Gr. Frankfurterstraße 132. Zum 53. Male: Der Brandstifter Sensationelles Ausstattungsstück mit Gefang in 5 Aften( 12 Bildern) von G. Ofonkowsky. Musik von L. Fall. Anfang 8 Uhr. Jm Tunnel von 7 Uhr an FreiKonzert. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Motto: Immer halb und halb Herr Prinzipal. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute und folgende Tage: Die kleinen Michu's. Operette in 3 Akten v. André Messager. Hierauf: Die Engelsjäger. Tanzpoëm in 14 Bildern von 5. Regel und J. Bayer. Morgen und die folgenden Tage: Dieselbe Borstellung. Donnerstag: Male: " Die Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Ordonneau und Sturgeß. Musik von Ed. Audran. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Jeden Sonntag: Morgen und folgende Tage: Die Ball Puppe( La Poupée). Sonntag Nachmittag zu halben Preisen: Die Fledermaus. Walde aus Hamburg a. Gast. Borde Die feinen Michu's" und„ Di Thalia- Theater. Engelsjäger". Dresdenerstr. 72/73. Luisen- Theater Gastspiel Emil Thomas 34. Reichenbergerstraße 31. Abends 8 Uhr: Anfang 4 Uhr. Jeden Mittwoch: Hippel's Stettiner Gesellschaft. Anfang 8 Uhr. Passe- partouts haben Giltigkeit. C. Peters. Siddebold's Engel. Concerthaus Boffe mit Gesang in 4 Aften von Sean oder Genie u. Leidenschaft. Quftspiel in 5 Aften nach dem Franzö: fifchen des Alexander Dumas ( Bater) von Ludwig Barnay. Mittwoch: Othello, der Möhr von Venedig. Donnerstag: Das Käthchen von Heilbronn. Nachmittag: Jeden Sonnabend Schüler- Vorstellung zu besonders ermäßigten Preisen. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Das Land der Fjorde. Im Hörsaal: Wannstabt. Musik von beniſelben. Kouplets von Alfred Bender. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. y Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Neu! Dreyfus- Esterhazy. Mähr's Theater Oranienstr. 24. Täglich: Dr. Nass:„ Die Kohle". Berliner im Hochland. ( Experimentalchemie 6). Invalidenstr. 57/62: Boffe mit Gefang in 2 Atten. Und das gesammte Personal. Hot Sonntags 6 Uhr. Morgen und folgende Tage: Der Tagl. Sternwarte. Bons baben Wochentags Giftigkeit. Brandstifter. Sonntag Nachmittag: Lorbeer Nachmittags täglich 5-10 Uhr. baum und Bettelstab. Freitag, 17. d. D.: Familienabend Die Lieder des Musikanten. Leipzigerstr. No. 48. Heute Dienstag: Gr. FastnachtsSoirée und Ball arrangirt vom Tyll Eulenspiegel. Anfang 9 Uhr. Entree 3 M. Billets vorher 2 M. Gesellschaftstoilette. Mittwoch: Guten Morgen Herr Fischer. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Große Extra- Theater Borstellung Unsere Jungen ober: Da kennen Sie Schliemann schlecht Lebensbild mit Gesang in 4 Aften von H. Hirschel. Nach der Borstellung: Lauzkränzchen. Jmbs' Festsäle ( Ostbahn- Park) 71 Rüdersdorfer Straße 71, am Rüstriner Plaz. Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger Herren Gäme, Cahnbley, Zimmermann, Stangenberg, Grubow und Raake. Nachher: [ 455b Frei- Tanzkränzchen. Wedding- Park Passage- Panopticum. Müller- Strasse 178. 2 Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Nur noch kurze Zelt: 40 Krieger des Mahdi. Jm Theatersaal bon 6 Uhr ab: Théâtre variété. Jeden Dienstag: Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger. Biegler, Wolf, Hohenberg etc. Entree 20 Pf., Vorzugsbillets 15 Pf Achtung, Maler! Ahtung! IV. Wahlkreis. Achtung! tate weben e Maskenball Dienstag, 14. Februar, Abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Gr. Kommandantenstraße 20: r. öffentliche Versammlung. Tages 1. Vortrag. 2. Der Bauarbeiter Rongreß in diesem Jahre und die Stellung der Berliner Maler dazu und eventuelle Wahl der Delegirten. 3. Diskussion. Mittwoch, den 15. d. M., Abends 8 Uhr: A- 15 Volks- Versammlung Stiefel vers lieben Sorauerstr. 25.[ 6410* Fahrrad- Umbau. Für 20 M. wird jedes Rad modern gemacht. A. Zimmer, Andreasstr. 70. Zahrrad verkauft Ahrend, Brimauerstr. 35, Seitenflüger. zahlreiches Erideinen in Bilidt, fer B12 in Keller's Lokal, Koppenstraße Nr. 29.28 19 Selle Arbeits- u. Wohnist Pflicht. Der Vertrauensmann der Maler Berlins und Umgegend. Karol Weil's Seifenextrakt ist das beste Waschmittel der Welt. Apollo- Theater. Lehte Wochet Eifter Abend: Madame Yvette Guilbert. Ferner: 16 hervorragende Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vorverkauf an der Theaterkasse von 10-1 Uhr u. beim ,, Künstlerdank", Unter den Linden 69. 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Referent: ReichstagsBum 92. Male: Abgeordneter Wilhelm Liebknecht. PERSIEN Besonders hervorzuheben: Ritt über die hundert Fuss hohe Burgmauer. Debut des weltberühmten Polo en bicyclette. Direktor Busch mit feinen Frei heitsdreffuren: 12 Fuchshengfte und 6 Schimmelhengste. Auftreten der vorzüglichen Klowns der Gesellschaft Daniels, Boganowsky, Cavallini, mit ihren drolligen neuen Späßen. Morgen Mittwoch, den 15. Februar, Abends 71/2 Uhr: Persien. Stempel Fabrit HECH R.HECHT BERLIN von Robert Hecht, Berlin S., Oranienstr. 142, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester Ausführung. Kautschuk Typen„ Perfekt zum Zusammensetzen einzelner Wörter fowie ganzer Säge von 1.50 M. an. und Mandoline lehrt nach musikalischen Grundsätzen Zither E. Hein, Manteuffelstr. 95II. 802ɓ Masten- Garderobe. Größte Auswahl. Zahlreichen Besuch erwarten Achtung! Die Vertrauensleute des 6. Kreises. Maurer. 219/15 ränme z. 1. April preisw. zu verm. Michaelfirchstr. 27/28. 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Die arbeitslosen Kollegen bitten wir, sich am Donnerstag oder Freitag in den rigen Stempelstellen in Besitz der Flugschrift zu ſeßen. 131/10 Die Lohnkommission. J..: Karl Panser. Sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! Achtung! Kranken- und Begräbnißtaffe für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. für die im Berliner GürtlerDienstag, den 14. Februar 1899, Abends 8 1hr, in Schulz' Salon ( früher Martens), Friedrichstraße 236: Versammlung. und Bronceurgewerbe beschäftigten Personen. ( E. 5. Nr. 60.) Mittwoch, den 22. Februar cr., Abends 8 Uhr, bet Möhring, Admiralstraße 18c: Ordentliche 238/3 General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Th. Schwarz ( Lübeck) über die politische Lage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Tages- Ordnung: III. Wahlkreis.resberidit pro 1998. Bei der Firma Carl Lutze ( Adlershof) haben fämmtliche Arbeit eingestellt Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Achtung! Rabitpuker! 76/20 Bei der Firma Paul Zöllner & Comp. haben sämmtliche Kollegen wegen Lohnabzug die Arbeit eingestellt. Zuzug ist streng fernzuhalten. 252/3 Der Vertrauensmann. Tüchtiger Feilenschleifer um sofortigen Antritt gesucht.( 8125 Mägdefrau, Pankow, Damerowstr.6/ 7, Fleißige und ftrebsame Vermittler in Berlin und den Vororten für Feuerversicherungen gesucht. hohe Provision und Kostenantheir 44/ 4*: hoher Verdienst. Offerten sub J. V. 6935 Rudolf Mosse, Berlin SW. Durch Liniirer, zuverlässige, auf Leip ziger Maschinen, wollen sich melden 2. Wahl des Borstandes und der Aus: bei Riefenstahl, Zumpe& Comp., Ges schußmitglieder. schäftsbücherfabrit, Holzmarktstr. 67. Billigite Preise.* Donnerstag, den 16. Februar 1899, Butritt haben nur großjährige MitVerein. Preisermäßigung. Abends 8 Uhr: 品質 Fr. Panknin, Volks- Versammlung Oranienstraße Nr. 178 II. Adalbertstraße 91, Ecke Oranienstraße. Masken- Garderobe gr. Auswahl, folide Preise, empfiehlt Stenzel, Rottbuser Damm 8. 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[ 228L 82/3 Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vertrauensmann. Spandau. 3 Sente, Dienstag, Abends 8 Uhr, bei Wehe, Pichelsdorferstr. 39: Mitglieder- Versammlung des Sozialdemokratischen Arbeitervereins. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand, 95 bis 300, Hochelegante 400 bis 4000 perl. Löwenstein, Wallstr. 11. Zahle f. 47 om gesäumt Baumwolle 1,50. 5. April stehen, werden durch eigene Gespanne in die Wohnung gebracht, auch nach außerhalb. Auch gebe ich an sichere Leute auf Theilzahlung.* Sofort verkäuflich. und Blousenhemden Näherin Plätterin, außerm Hause, verlangt C. Fernbach, Rosenstr. 5/6, 3 Tr. Bierfahrer Kreissägenschneider 7925 für hiesige Lagerbierbrauerei fofort Mein gut gehendes Haus- u. Küchens verlangt. Offert. sub J. S. 1546 geräthes, Lampen-, Glaswaaren- Ge- bef. Rudolf Mosse, Berlin SW. fchäft, in guter Lage des Westens, unter günstigen Bedingungen Familienverhältnisse halber für halben Werth zu verl. fof. A. 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( Ohne Gewähr.) 187 98 201 44 591[ 150] 623 42 722 1100 403 714 85 2028 89 130 40 207 75 858 87 543 788 3023 62 249 93 559 610 34 744 76 4048 255 80 594 615 28 731 89 891 933 75[ 150] 5005 63 207 76 678 749[ 500] 848 3078 136 267 406 49 767 948 95[ 150] 7180 96 245 692 782 840 47 8016 187 89 269[ 300] 93 303 86 441 640 0098 346 437 64 552 775 10032 67 122 26 58 87 458 78 88 578 904 26 34 92 11072 85 109 214 96 338 560 645 71 705 51 902 12046 172 437 67 92 569 81 635 13115 37 216 381 490 593 629 45 51 98 956 14077 103 308 44 48 66 402 15014 39 46 396 486 572 634 97 877 914 38 16088 423 506 66 637 47 737 913 38 92 17080 83 92 153 206[ 300] 15 432 669 784 980 18167 647 74 19152 89 266 369 448 52 74 685 758 98 866 20078 267 509 25 664 796 831 21075 176 281 457 87 589 640 743 78 849 70 974 84 22012 142 72 374 555 667 76 23126 56 97 243 98 363 539 59 704 11 908 57 24023 47 66 269 73 361 629 837 25031 108 91 248 388 408 79 517 61 681 743 64 75 859 977 26097 258 615-856 60 934 27061 168 302 49 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Berichtigung. In der Liste vom 10. Februar vermittags fies 217 101 ftatt 117 101. besteht aus Nordlicht 1,00 Mark. 744L* Nordlicht& Original- Literflasche. Nordlicht- Magenwein mit süssem Ungarwein käuflich in allen besseren Colonial- Originalflasche 1, 25 } à Mark. und Destillations- Geschäften Kornbranntweinbrennerei Berlin, Waldemar- Strasse 29. Paterre, kein Laden. Einziges seit 29 Jahren bestehen des Spezialgeschäft offerirt neue Muster in gestickt. Tüll-, Mull mit Tüll und engl. Tüllgardinen etc. in garantirt dauerhafter Waare Ebenso Reste von 1 bis 4 Fenster spottbillig. Neuheiten treffen täglich ein Proben nach ausserhalb portofrei. Günstige Omnibus- u. Pferdebahn Verbindung. Sonntags geöffnet von 8-10 und 12-2 Uhr. Gänsefedern 60 Pf. pr. Pfd.( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Gänserupf m. 2.00, beffere daunige Waare m. 2.50, 3.00, beste schneeweiße M. 3.50, russische Daunen m. 3.50, weiße böhm. 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( Ohne Gewähr.) 15 72 100 81 245 475 539 600 4 5[ 300] 66 771 987 1230 84 502 19 55 65[ 200] 691 804 923 2009 70 158 84 86 257 321 70 444 675 887 3029 42 177 87 409 38 722 821 33 4039 99 119 92 260 65 79 359 502 679( 150) 991 5104 212 73 415 756 810 11 82 91 977 93 6007 74 87 192 259 302 53 89 446 716 802[ 150] 7013 106 342 433 60 650 791 916 94 8057 161 383 576 91 601 95 803 9036 68 117 56 215 33 391 814 904 60 10188 360 61 520 759 907 43 11009[ 150] 441 683 922 12300[ 200] 472 854 981 13069 436 929 14024 162 88 275 694 777 867 15018 43 329 46 588 997 16109 336 85 422 741 82 834 65 68 988 17010 145 261 441 524 614 753 18117 316 48 462 731 865 964 19181 94 219 344 439 640 54 749 20372 402 98 554 700 10 983[ 150] 21088 145 97 255 353 493 616 750 878 84 96 22073 104 16 61 448 745 929 71 23099 132 92 240 89 399 662 84[ 200] 791 936 24216 664 77 748 64 72 825 992 25096 168 316 802 13[ 200] 17 947 26059 107 432 97 532 53 868 27057 216 712 841 995 28016 25 48 77 461 580 94 727 964 29015 21 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86 [ 150] 664 87 58008 67 69 211 361 87 675 814 59227 348 696 824 50 75 60182 354 624 717 61410 97 523 65 62009 82 82 226 49 338 443 656 788 807 39 65 63078 131 399 405 68 93 948 64362 80 688 730 896 980 65074 127 224 44 70 405 655 72 771 85 873 66071 285 93[ 150] 581 8667( 150) 81 939 67171 283( 150) 719 35 79 879 68135 321 420 27 517[ 150] 848 950 74( 200) 69300 60 472 99 550 74 760 93 880 87 928 95 70216 77 302 425 515 730 71082 172 303 504 92 862( 3000) 74 904 72077 291 846 70 585 632 725 950 73530 73 171 368 489 552 728 38 97 868 84 978 74016 108 29 278 756 86 814 31 75045 62 68[ 150] 82 425 781 852 982 95 76076 295 529 455 529 624 872 76 955 77360 591 678 710 35 814 85 950 78051 72 80 300 2 46 466 88 653 877 961 70040 212 353 722 836 64 928 40 44 77 80186 93 235 504 10 651 758 68 81080 327 459 786 914 41 82006 324 94 524 97 600 21 26 34 759 808 904 S3161 403 10.630 76 84023[ 500) 91 135 76 571 813 37 85423 658 720 67 817 21 969 86001 54 116 278 98 336 416 56 656 995 87061 210 347 716 24 836 968 88095[ 150] 305 415 531 54 643 781 959 74 89328 41 48 404 534 785 855 914[ 150] 50 90017 51 141 75 887 412 59 616 781 885 91037 120 22 83 287 94 394[ 200] 574 626 92424 35 60 81 675 81 737 84 87 864 928 50 93024 593 620 879 972 94099 108 30 65 222 84 419 62 76 501 80 747 75 95111 54 388 411 596 803 990 96199 342 465 524 53 893 990 ( 150) 97217 19 29 35 308[ 150] 99[ 150] 505 850 57 975 98126 372 759 868 99135 263 491 807 100134 64 219 36[ 150] 397 457 755 57 822 72 101128 247 59 325 97 590 621 858 102443 561 69 75 659 918 103298 306 64 569 756 91 918 63[ 150] 104851 105004 14 208 33 788 803 14 27 106043 197 269 355 88 409 566 613 24 828 65[ 150] 99 1500) 933 60 95 107099 254 490 684 74 775 886 108173 219 37 317 505[ 200] 636 821 26 31 109034 35 74 86 91 154 238 93 801 406 32 68 647 775 874 84 997 RANGE 110393 408 97 508 651[ 200] 78 901 51[ 150] 111030 122 252 80 97 382 449 93 583 861 952 112041 176 91 811( 150) 49 569 639 894 988 113144 591 615 700 5 913 114161 429 81 536 645 878 115056[ 150] 142 499 786 61 406 508 20 797 866 948 118048 128 41 268 485 47 534 61 72 713 75 84 886 923 60 119 195 294 340 86 509 952 55 121218 811 28 120064 187 280 875 537 898 980 94 401 19 94 607 83[ 150] 781 86 917 122080 414 512 736 42 128188 96 296 807 409 87 997 124075 183 71 379 569 685 90 125011 155 58 67 405[ 200] 695 859 912 62 126138 340 583 706 47 878 979 127132 288 94 330 81 413 502 63 610 97 722 128161 275 91 438[ 150] 576 605 10 724[ 150] 42 804 923 38 129070 178 267 436 616 89 731 52 899 130023 203 9 574 609 84 705 11 858 64 70 88 905 94 131072 371 83 490 182112 217 88 374 188185 213 300 524 818 64 134188 329 564 707 68 72 897 901 48 54 135095 246 429 508 97 621[ 150] 714 18 28 994 ( 150) 136001 81 259 65 554 624 28 907 137281 54 309 685 745 819 82 188000 50 339[ 150) 478 540 48 630 76 751 835 139005 9 164[ 150] 398 444 600 23 687 97 737 856 140024 68 104 202 589 771 83 141196 205 428 76 86 604 9 98 842 142081 118 97 809 11 773 812 71 90 143028 38 191 202 375 446 813 955 144126[ 150] 69 [ 200] 286 529 620 25 81 90 95 785 145105 58 213 658 98 714 859 84 997 146252 70 572 726 826 91 984 147068[ 200] 167 95 212 70 419 577 79 846 67[ 150] 920 148371 401 149180 207 21 84 409 29 31 72 644 731 80 859 934 150019 57 236 523 91 600 715 804 45 68 911 43 151032 369 429 535 642 768 821 73 915[ 150] 152010 162 267 363 682 907 55 153182 260 62 364 519 22 68 76 94 775 945 154478 574 91 155009 26 351 915 156134 536 603 748 934 157052 133 205 38 492 509 871 158125 243 54 306 48 71 434 62 83 936( 150) 159019 215 600 854 919 100124 238 45 367 603 791 943 161036 67 158 91 432 71 72 695 728 48 94 888 942 162015 81 472,557 647 761 826 95 163076 91 98 105 37 73 256 389 507 649 73 164006 12 72 260[ 200] 84[ 800] 86.536 671 97 796 105057 77 264 825 91 413 51 660 707 34 76 869 929 72 166095 97 213 506 18 635 58 82 787 167898 583 668 718 39 810 41 68 168160 253 332 88 96[ 150] 638 706 829 57 169014 38 45 598 681 717 170038 226 89 388 94 621 722 832 62 904 50 171153 228 489 569 763 800 62 992 172026 51 643 59 833 173043 160 218 24 315 56 58 564 627 949 62[ 500] 174009 181[ 150] 434 65 678 779[ 150] 863 66 175086 327 51 70 405 656 806 64 71 953 170128 415 640 973 177043 241 425 562 720 178081 143 44 223 46 49 427 64 82 538 603 765 824[ 150] 35 179272 871 81 540 620 51 80 701 20 750 57 807 180054 371 83 459 60 582 601 841 95 960 181020 25 135 63 306 498[ 300] 683 725 182061 261 467 707 25 83 18 1034 56 1500] 216 359 79 401 611 99 866 184237 79 92 368 185178 83 203 8 608 42 88 829 900 180003 26 87 474 548 673 974 187127 645 846 18 030 98 120 207 60 681 729 956 180314 65 415 566 812 57.984 190099 146 327 68 87 91 431 573 682 64 722 822 923 101231 60 675 732 50 874[ 150] 192041 258 60 347 610 744 814 193014 47 197 269 74 614 76 717,979 194059 134 339 85 452 521 195124 772 196214 478 514 63 646 746 858 926 107085 158 208 36 67 74 434 611 703 18 198024 56 169 611[ 300] 717 59 830 199066 861 970( 150) 79 200096 267 96 490 549 802 985 201279 448 712 72 821 76 79 908 202019 207 98 373 545 641[ 150] 900 69 84 203106 288 303 96 543 635[ 200] 83 798 939 201430 ( 500) 540[ 150] 84 605 28 59 71 205035 83 133 257 88 [ 150] 309 483 534 605 78 748 208098 120 27 62 322 94 567 758 207066( 200) 305 492( 150) 685 744( 150) 208231 521 616 39 62 823 916[ 150] 98 209052 99 102 257 68 336 79[ 150] 462 75 509 66 716 800 45 83 908 63 94 210107 83 247 515[ 150] 620 54 82 858 979 211847 87 467 79( 150) 749 811 986 212012 384 444[ 150] 645 67 863 926 213092 121 506 214114 41 88 816 622 67 801 73 96 215090 376 82 445 57 77[ 300] 86 91 508 62 614 777 824 67 911 216003 18 22 127 239 64 586[ 300] 715 811 67 916 217038 89 221 415 35 547 793 814 70 218011 535 607 219180 388 94 467 551 635 736 803 965 220052 82 181 91 388 581 798 834 905 221124 222 064 117 482 500 5 653 763 960 228002 34 66 158 239 337 43 78 859 928 224043 72 189 248 827 93 697 736 225068[ 150] 309 97 536 Berichtigung. In der Lifte vom 11. Februar lies 117 184 ftatt 117 484. Die Ziehung der britten Rlaffe ber Königlich Preußischen 200ften Klaffenlofterie beginnt am 17. März 1899. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Br. 38. 16. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Privatpost- Angestellten und die neue Vorlage. Es wird uns geschrieben: Die Postvorlage ist wohl von niemandem fehnlicher erwartet worden, als von den Angestellten der Berliner Packetfahrt. Die Vorlage ist für dieselben etwas günstiger als die vorjährige. Es erscheint aber dennoch fehr wünſchenswerth, eine turze Dar, stellung der Verhältnisse der Angestellten der Berliner Packetfahrt zu geben, da erst aus der Kenntniß dieser Verhältnisse gefolgert werden fann, zu welchen Ansprüchen diefelben wohl berechtigt sind und ob nahme die bei den Privat- Postanstalten zurückgelegte Dienstzeit mit angerechnet werden würde. Die Angestellten der Berliner Packetfahrt aber werden gut thun, sammlungen und Petitionen an den Reichstag zum Ausdruck zu alle ihre Wünsche in Bezug auf die Bostnovelle baldigft in Verbringen, wenn sie sich vor schwerem Schaden behüten wollen. Konsum, Bau- und Sparverein Zu einer brider umb anulietdA- b Dienstag, 14. februar 1899. mit benes Benolie Arons feinen Angriff( Frontpuser) 0,50. Arbeitergefangverein, Stingefumter ſcher Männerchor Produktion". aeuirioeleend Wert 6,75. Drahtzaunfabrik Paul Heinze, Röpniderstr. 109a 16,50. Pianos fabrit von Schulz, Blumenstraße 9,55. M. W. 2,-. Tischlerei F. u. B. Glaholz, Saal I u. II, Strautstr. 52 20,-. Tischfabrit Abolf Richter, Rauchklub Blumenstr. 30, 2. Rate 18,20. Pianofabrit von Giese u. Reinide, Dieffenbachstraße 9,50. Tischlerei Dünnebeil u. Ko., Gewerbehof, Krautstraße 4,-. Wahrer Jacob" 6,50. Pianofortefabrit A. Heindorf 5,-. Möbelfabrik H. Witte, Königsbergerstr. 11,65. unstein u. Ko., Wert, Chars Tottenstraße 9/10 28, Verein Berliner Schirmmacher b. S. 27,40. Glas mosait" 5,- Lohntommiſſion ber Bäder Berlins 60,- Ortsverein Buchdrucker und berwandter Berufsgenossen( Gewerkschaft) 2. Rate 20,-. Typographia, Gesangverein Berliner Buchdruder 30, Wirth Pianofortefabrik Ad. Lehmann u. Komp. die Vorschläge der Regierung genügen. Die vorjährigen Debatten des Reichstages über die Bostnovelle auf meinen Artikel in Nr. 80 des Vorwärts" zu rechtfertigen sucht, Bautischlerei Wolff, Waldemarstr. 27, 8,50. Buchbruckerei Harrwis Nachflg. 6,-. Maskenball der Fliesenleger Berlins durch Wegner u. Fieze 4,45. haben sepeigt, baß hinsichtlich ber Löhne, des Dienſtalters u. f. w. habe ich zu bemerken: 9 bes Genossenschafts- Geſetzes kannte,& Siewert 5,10. Lele und Distutirsk lub 6,50. Biseleure der Silberwaaren- Fabrit E. H., 4. Rate, 1,75. Pianofabrit Wenn Genosse Arons den§ C. Süd- Ost" 15, den Tischlerei dann ist es um so schlimmer, daß er versuchte, aus der Fassung des Lion Kießling 9,65. Stockfabrit Remmert 5,20. Bau Neue Königsstraße, § 4 unseres Statuts einen Unterschied zwischen uns und anderen vier Puzer 4,-. Verſumpste Metallarbeiter, Swinemünderstraße, 1,50. konsumvereinen zu konstruiren, die er uns als Muster vorhielt, wo Buchbruckerei Balfe 1,20. Tischlerei Ernst Gossow, Teltowerſtraße, 11,70. doch deren Statuten ganz denselben Unterschied enthalten wie unsere Spielverein" Hoffnung", 4. Rate, 3, Morgensprache der Bementirer und Berufsgenossen am 5. Februar 1899 8,05. Tischlerei Stein, §§ 4 und 29. NM 4. Rate, 6,25. Tischlerei Klinke, Königsbergerstraße 2,30. Zu dem Bitat des Genossen A. aus unserem Kommentar, das fabrik Knabe und Thal 7,40. Metallwaaren Fabrit Stock u. Comp. er mit den Worten einleitet: Was soll man dazu sagen" habe durch G. 14,65. Schuhwaarenfabrik Jacobi, 4. Rate 7,20. Schmiede Der Betrieb der Badetfahrt zerfällt in zwei Abtheilungen. In ich zu entgegnen, daß z. B. die Rochdaler sehr wohl im Stande Berlins durch den Vertrauensmann 50, Militärschneider: Branche, der Briefabtheilung, die in Bezug auf die Postvorlage allein in wären, in dieser Richtung vorzugehen, angesichts der Thatsache, daß 8 Kollegen d. gen d. Wg. 10,-. Arbeiterverein Noivawes b. 23. 10,-. Berband Betracht kommt, find insgesammt 913 Personen( wovon 555 Ver- fie bereits alle möglichen Kunststüde machen müssen, um nicht der Bau, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter, Bahlstelle Berlin I 100, heirathete mit 865 Stindern unter 14 Jahren) beschäftigt, und zwar: 618 Briefträger, 138 Bureau- Angestellte, 105 Sammler Weber haltet aus, 44" 3,10. Gesammelt in der Wenn Genosse A. übrigens meint, daß wir mit dem Grund" Görit" 3,- Theaterein Bohemia" 57 10, ( Brieftastenleerer) und 67 Laufburschen. Von denselben waren im erwerb weitere Ziele ins Auge faffen, als es bie Engländer heute wolfsschlucht durch Weißner 2,25. Buchdruckerei Denter u. Nicolas, Neue Friedrichstraße, 17,-. Gesangs Dienste der Gesellschaft: thun, dann empfehle ich ihm einen Artikel„ Cooperator and berein unverzagt II Moabit it b. C. B. 8.- 11 Wrobelfabrik Stein, 4. Rate 5,40. Land Question" in" The Cooperative der Angestellten bei den Privatpoftanstalten große Irrthümer auch in den Kreisen der Abgeordneten herrschen. So wurde u. A. behauptet, die Beschäftigung wäre nur eine vorübergehende, die Löhne wären niedriger als bei der Reichspoft u. s. w. Alles das trifft aber für die Angestellten der Badetfahrt nicht zu, wie aus einer Statistik hervorgeht, die kürzlich von Angestellten der Packetfahrt selbst über Lebensalter, Dienstalter, Gehalt u. f. w. der bei der Gesellschaft Befchäftigten aufgenommen wurde. unter Monats: 1-4 Gehalt 5-9 Gehalt 10-15 Gehalt 1 Jahre alt Jahre Mr. Jahre M. Le Jahre Mr. Briefträger. 141 65 u. 70 304 80-85 107 90-95 61 100 Bureaus Angestellte 15 Sammler 1855 30 50? 28? 45? 61 60-65 20 70-75 12 80 81 85-45 2170-751 Laufburschen 26 Insgesammt 194 unter 1 3. 446 1-4 3. 155 5-9 3. 118 10-15 3. Wie man sieht, find noch immer 118 Personen länger als zehn Jahre bei der Geſellſchaft thätig. Gewiß ein ziemlich hoher Prozent ſay, wenn man bedenkt, daß die Badetfahrt vor 10 Jahren auch noch Daß die Gehälter der Angestellten, bie gewiß nicht als hoch zu bezeichnen sind, doch noch immer einen Vergleich mit den von der Reichspoft gezahlten aushalten, zeigt folgende Gegenüberstellung: würde zabien erhalten jährlich Die Reichspost 900 M. 141 Briefträger im ersten Jahre beschäftigt 810 m. 232 72 " D 53 4.- 5. 6.- 7. 1020 900 900 " " " 1080 900 20 " " " 54 D 8.- 10. D " 11.- 18. 1140 1200 900 " 0 " " 1020 61 " " Die von ber Reichspoft gezahlten Gehälter find nach der jetzt geltenden Stala angegeben. Vom 1. April 6. J. ist eine Erhöhung derfelben vorgesehen. Ueber die Gehälter der Bureau- Angestellten lassen sich in dieser summarischen Weife feine Angaben machen; doch soll nicht verschwiegen werden, daß das Gehalt in feinem Verhältniß steht zu den Anforderungen, die an diese Arbeiterkategorie gestellt werden. Von den Sammlern, die ein Gehalt von 55-80 W. pro Monat beziehen, ist zu bemerken, daß deren Dienst leichter und deren Arbeitszeit fürzer ist als der der Briefträger; so daß dort nicht nur alle Altersstufen von 17-71 Jahren vertreten sind, sondern auch Leute ihren Dienst zufriedenstellend verrichten, die zu Krüppeln geworden, für andere Arbeit oft untauglich sind. Ueber das Lebensalter der Packetfahrt- Angestellten giebt folgende Tabelle Auskunft: Lauf Ins Jahre alt. Briefträger. burschen. gesammt. Bureaut Angestellte. Sammler. bis 20 7 5 29 57 20-25 142 25 98 173 26-30 AM 201 S 40 9 31-35 132 36-40 70 18 13 41-45 14 PROLLR4222 32 46-50 19d 15 basHedoü 51-55 56-60 8 5 2604378278 250 160 101 M 53 25 11 23 14 61-65 Obrestu 8 6 66-71 19 618 has 188 8 105 10 57 913 " 7 V Pianos von den Mitgliedern zu viel Kapital zu erhalten. Mid- Felgentreff, 3. Rate 5, Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer d. M. 500,- Buchdruckerei aldret M8 Vertrauen the News" bom Gürtler von Schmidt u. Co., Stallschreiberstraße, 4,20. Tischlerei Rose, 14. August 1897 und in derselben Nummer Speech by Tom Biegelstr. 8/9, 2,20. Sardorffer Erntefest der Wäschebranche, Salzprezel- GlücksMann". rad 3,05 und Salzstange amerikanische Auktion 9,-. Bildhauerwerkstatt Arbeiter der Firma Hirschmann 2. Rate 21,75 Wie man fagen fann, im Webb'schen Buch fei feineswegs belte Jakobstr. 8, 8,-. hauptet, daß in England Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften upferschmiede Berlins d. Keiner 50,- Porzelliner Jungfernhaide" 7, Etliche Freunde d. M. 2,85. Klub Humor Berlin" 5, δας Möbelfabrik in wechselseitiger Denning u. Jasty, Rüdersdorferstr. 3 22,20. Gesammelt bei Marsch, Steins begreife ich nicht unterſtüigung in die Höhe gekommen seien Mmeßstraße d. Ehnter 2,15. Buchdrucker d. Uniondruckerei 3. Rate 5,60. Es ist nicht wahr, daß Sidney Webb von nur zukünftigem Stodfabrit Gebrüder Gembecki 15,-. Verein der Dekorations, Holz- und nothwendigem Handinhandarbeiten von Gewerkschaft und Genossen- Marmormaler Auguststraße 20, 20, Bade Apparaten Fabrit Ernst Metallarbeiter von schaft spricht; er führt im Gegentheil sehr auf, in wieweit das Schiegni 5,85. 15,- Buchdruckerei Gebr. U. 11,65. bereits geschehen ist und betont bie Rothwendigkeit, pay the bus taurer H. Go. 6, Buchbrideret Strebs, 3. Mate 3,80. Meyer's Buchdruckerei u. 4. 7,-. Möbelfabrik mehr und nicht erst fünftig, sondern sofort geschehe, nicht. Nate 9,60. t. 169 3. G. 9. 3. Stofje Geburtstagsfeiert, abet quis, erst, wenn beide Organisationen bereits ausgewachsen sind. Hätte morgenroth, Charlottenburg 10,31. Ertrag einer Hundeauftion in ich Sidney Webb nur noch einen einzigen Gas weiter sitirt, jo 1. Rate 4,-, 2 rotje Vandlungsgehilfen 4,50. Philipp Bernſtein 3, ppen, würde Genosse A. wohl nicht geschrieben haben: Glücklicherweise und Diskutirklub Reimer 10,-. Arbeiter der Möbelfabrik Boigt u. Cremer scheinen die Hamburger Gewerkschaften selbst auf diesen Standpunkt zu 8,65. Dachdecker Süd- Ost- Berlin 10,- Stockarbeiter von Kunz und Co., treten"( nämlich auf denjenigen der Ablehnung einer Konsumgenossen- Brunnenstr. 3, 656. Bezirk 6. W. F. 3,-. G. V. Liegnizer Schweiz 3, fchaft). S. Webb hat solches Verhalten, welches Genosse A. glücklich" Berband der Maurer, Bahlstelle Friedrichsfelde 5,-. Männergesangverein Nordwacht" 50,-. Ortsverein der Glacehandschuhmacher zu Neuhaldens nennt, geradezu verurtheilt. Der Saz, vor welchem ich aufgehört leben 10, Berliner Zeitung, 3. Rate 6,50. Morgenpost 3. Rate 5,60. hatte, zu zitiren( weil ich doch nicht das ganze Buch abschreiben Knopffabrit Manasse, 2Ballstr. 17/18, 2. Rate 7,45. Junges Hühnchen wollte), lautet wörtlich:" Wir wollen zuerst die ökonomischen 2,- Bilanzerverein Süd- Ost 15, Geburtstagsfeier, Manteuffelstr. 126 Mängel einer jeden dieser Organisationen getrennt betrachten; 2,20. Tischler von J. C. Pfaff, Beughofstr. 3, Saal 4 12,65. Saal 2, zweitens die Unterstützung, die sie sich gegenseitig bereits gewähren, 2. Rate, 9,35. Saat 3, 2. Rate 10,35. Bildhauer und Tischler J. C. Pfaff, die de bebe ufagbare Straße 3, 3. Nate 7,42. Möbelfabrik M. Barth, Fruchtstr. 8, 3. Nate 13,50. welche beiden aus einem auf stöberem Berat, no. 3. Caal 1, 3. Rate 14,80. Wöbelpolirer J. C. Pfaf, Beugpof und unentwegterer Treue beruhenden Berhältniß berg b. Richter 5,-Gesangverein" Grohe Stunden" h Buchdruckerei Paß u. Garleb d. Welt 19,70. Gesangverein Hoffnung, Friedrichs Arbeiter- Raderwachsen würde." Gefange fahrerverein Berlin 25,-. Arbeiter der Firma Menzenhauer, Bietherfabrik Ferner heißt es am Schluß des 6. Kapitels Ein Staat im 7,10. Von den Berliner Metallarbeitern( darunter 20,- v. d. Arbeitern d. Staat", Seite 178: Die Gewerkschaften schulden dem Konsum Firma Kleber) 500,- Mälzer des Böhmischen Brauhauses, 3. Rate 6,40. verein eine treuliche Unterſtügung. In diesen Angelegenheiten Verband der Gastwirthsgehilfen Deutschlands, 3. Rate 30, herrscht zuviel turzsichtige Heuchelei" mid weiter Wenn die werk- millarg, Annenstr. 16, I, entgegen. Geöffnet Wochentags 9-1 Uhr Bors Weitere Beiträge nimmt im Berliner Gewerkschaftsbureau, Rudolf stätte des Konsumvereins zu einem mächtigen Hebel zur Hebung mittags und 6-8 Uhr Nachmittags. der Arbeitsbedingungen gestaltet werden soll, dann müssen die Gewertvereinler energische Genossenschafter werden"." Die große Menge der Konsumvereins- Mitglieder( von denen die meisten selbst Gewerkvereinler sind, oder wenigstens Gewerkvereins- Familien an muß gehören) das Schweißtreibern vou gelieferte Er= zeugniß von dem Ladentisch des Konsumvereins verbannen. Die Konsumenten aus dem Arbeiterstande müssen die nichtgenossenschaft lichen Läden energisch boykottiren und dem Konsumverein durch Did und Dünn anhängen." Denn nur durch die unbedingte Hingebung sämmtlicher Gewerkschaftler an ihre Pflichten als Konsumenten tönnen wir aus dem gegenwärtigen Zustand gewerblichen Strieges Bur Angelegenheit Andrée's wird aus Stocholm bes eine große, auf dem Genossenschaftsgrundsatz Alle für Jeden und Jeder für Alle" festgegründeten Republik der Industrie ins Leben rufen: Orbie Mitglieder des ganzen Volkskörpers müssen mit Entschlossenheit und Verständniß ihre Stellung als Mitglieder jenes genossenschaftlichen Systems der Industrie erfassen, der von Robert Owen entdeckt und durch die Aufopferung, Klugheit und yon Robert we ended up sombate hettichen " Nachfolger zu einem Staat im Staate" aufgerichtet worden ist." Ist dies mum noch der Standpunkt des Webb'schen Buches, auf Soviel fiber die Bahl, Löhnung zc. der Badetfahrt- Angestellten. Den fich eine Heine Minderheit der nach tausenden zählenden Ham Die neue Novelle macht nun die Privatpost Betriebe so gut burger Gewerkschafter glücklicherweise" gestellt hat? W Hamburg, am 6. Februar 1899. Avon Gim. wie unmöglich. Sie stellt es in das Belieben des Reichskanzlers, die Errichtung bez. den Weiterbetrieb von Privatbetrieben zur Beförderung auch von unverschloffenen Briefen, Karten, Drucksachen und Waarenproben zu genehmigen, und die Motive der Vorlage sagen Drudfehler Berichtigung. In dem Artikel über den flar, daß man es auf vollständige Beseitigung des Privatpost- Konjum, Bau- und Sparverein Produktion" Nr. 30 d. BL muß betriebes absieht. es in Spalte 3, 25. Zeile von oben, heißen: S. Vermischtes. Ueber ein Eisenbahnunglück wird aus Bruchsal berichtet Der Schnellzug, welcher von Stuttgart Nachts 8 1hr 51 Min. hier eintrifft, entgleifte Montag auf dem hiesigen Bahnhofe beim Durch fahren der Kurve. Die Maschine stürzte um; ein Reisender aus Frankfurt a. M. wurde getödtet, eine andere Person schwer verletzt. Drei Wagen wurden zertrümmert. richtet: Der schwedische Gesandte in Petersburg v. Reuterskiöld telegraphirte, der Gouverneur von Ostsibirien habe bestätigt, daß zwei Tungusen einem Beamten die früheren auf Andrée gedeuteten Nachrichten mitgetheilt hätten. Der Gouverneur habe den Inspektor des Goldbezirks abgesandt, um an Ort und Stelle Untersuchungen anzustellen. pa. 9 Der auf der Tieffee Expedition befindliche Dampfer Baldivia" ist Montag früh wohlbehalten in Colombo einge troffen. on to Zum Kapitel Religion und Verbrechen. Psychologisch von Interesse sind die näheren Umstände eines Mordes, der bor einigen Tagen in der Nähe von Antwerpen vorgekommen ist, und über den die Köln. 3tg." Folgendes berichtet: Auf dem Ge leise der schmalspurigen Bahn von Heyst- op den Berg nach Antwerpen war vor einigen Tagen die verstümmelte Leiche eines seit mehreren Jahren erblindeten, in der Umgegend unter dem Namen„ Boerke Moris" bekannten Kleinbauers entdeckt worden. Den Mörder Es wird also die große Mehrzahl der Angestellten der Packet- So fönnen der Konsumverein und die von ihm u. f. w. verhaftete die Polizei ant Moutag in der Person des fahrt brotlos gemacht werden. Wie sieht nun die von der Regierung und ferner Spalte 3, 33. Beile: noma 22jährigen Pflegefohnes des Ermordeten, Namens Ernst Dillen, vorgeschlagene Entschädigung aus? Die Befürchtungen der statt mußten: müssen, statt Gewerkschafts: Genossen- Seinen umfassenden Geständnissen zufolge hat ihm am Sonntag Angestellten, daß ihre Interessen wenig berücksichtigt werden würden, ihafts. M 08. Abend, als Boerke Moris ins Wirthshaus gegangen war, Frau haben sich leider erfüllt. Auf den ersten Blick fällt das zweierlei Moris ein Seil mit den Worten überreicht:„, 00, is ins Breicht:„ Da, fieb zu, daß ber Maß auf, mit dem die Entschädigungssäge der Angestellten Schon in meinem ersten Artikel( Vorwärts" Nr. 12) hatte ich Alte nicht mehr wiederkommt." Dillen ging dem Alten auf dem einerseits und der Besitzer resp. Attionäre andererseits ab- angedeutet, daß meine Ausführungen auf das Hamburger Unter Weg entgegen und erwürgte ihn. Da er jedoch vergessen hatte, den gemessen werden sollen. nehmen wohl ohne Einfluß bleiben würden, daß sie nur„ bie Strid mit nach Hause zu bringen, tehrte er Abends um 10 Uhr zur Während den Anstalten außer der Entschädigung für die Ver- Arbeiterkreise anderer Industriezentren zu ernstlicher Erwägung Mordstelle zurück, trennte den Strick vom Halse seines Opfers und minderung des eigentlichen Vermögensstandes auch noch der ent- unserer Bedenken veranlassen" sollten. Es wird also auch meiner überbrachte ihn seiner Pflegemutter. Gegen 2 Uhr Nachts wurde gangene Gewinn, der bei der Berliner Packetfahrt in den letzten Jahren Ansicht nach in Hamburg zur Ausführung des Experimentes er von dieser gewedt und aufgefordert, die Leiche zu verstümmeln 20-23 pet. Dividende betrug, bis zur achtfachen höhe kommen die Erfahrung wird zwischen Genossen v. E. und mir und auf das Bahngeleise zu tragen, um die Polizei irre des jährlichen Reingewinnes der auf Grund dieses Gesetzes ihrem entscheiden. Damit erübrigt sich wohl eine Fortführung der zu führen. Auch diesem Befehl tam Dillen nach. Frau Betrieb entzogenen Gegenstände zugebilligt werden soll, ist für die länger theoretischen Auseinandersetzungen. Moris und Ernst Dillen waren seit drei Monaten ent als drei Monate bei einer Brivatpoſtanſtalt beſchäftigten Bediensteten, Nur eins muß ich auch heut wieder betonen: Die Gewerkschaften schloffen, der blinden alten durch Word zu ord zu beseitigen. beseitigen. Als fofern fie das 18. Lebensjahr vollendet haben, nur eine Entschädigung fromme Christen wollten sie ihn jedoch nicht ad patres be von einem Monatsgehalt bis zu einem Jahresgehalt vorgesehen. fördern, ehe er seine Rechnung mit dem Himmel geregelt hatte. Damit aber noch nicht genug; die Postverwaltung soll auch er Sie predigten ihm daher fortwährend von der Nothwendigkeit der mächtigt werden, den Angestellten die Entschädigung statt in einer Beichte. Am Sonntag war der Alte auf das Versprechen hin, 80 Summe, in monatlichen Theilbeträgen zu zahlen. anstatt 40 Centimes Taschengeld zu erhalten, zu den Sakramenten gegangen. Wie sich der Seelenzustand dieser fanatischen Mörder mit Renan's Behauptung verträgt, das Verschwinden der Religion beweise, daß sich die entartete Menschheit anschicke, in das Thierische zurückzuſinten, ist eine nachuß, die wir gern den Psychologen berlassen. fuchen. Wenn einmal eine gewisse Entschädigungssumme für den beiden fert bezeichtgegeten Körperschaften." Arons. haben als solche mit der Begründung von Konjumgenoffen fchaften nichts zu schaffen Daß beide Organisationen, einmal fest bestehend, sich gegenseitig Vortheile verschaffen können, habe ich im ersten Artikel selbst mit Beispielen belegt. Aber alle diese Vortheile und selbst alle, die Webb in ihrem Buch als möglich und er Man wird vergebens nach den Ursachen dieser Beschränkung strebenswerth bezeichnet, beruhen auf dem Busammenarbeiten der Einzelnen festgesetzt ist, warum soll dieselbe dann nicht sofort aus- Auf dieses Zusammenarbeiten beziehen sich alle Säge, die gezahlt werden? Wer jahrelang seiner früheren Beschäftigung fern Genoffe v. Elm aus dem Buch von S. Webb anführte. Wie weit blieb, und schließlich im vorgerückten Alter steht, der wird nicht dieses Zusammenarbeiten, das auch ich für sehr nüßlich halte, in so rasch, vielleicht auch niemals eine ihm zusagende Arbeit Deutschland möglich sein wird, wenn hier ein starkes Genossenschafts. In England herrschte am Sonntag starter Sturm; er war umb austömmlichen Verdienst finden, es fei denn, er wefen neben einer starten Gewerkschaftsbewegung entstanden sein überaus heftig im Kanal und an der Küste von Wales. Viele Fahr würde die ihm gezahlte Summe in einem leinen Handel oder sollte, wird wesentlich von den sozialpolitischen Verhältnissen ab- zenge erlitten Schiffbruch und mehrere Personen kamen dabei um, bergl. anlegen. Dies wird aber bereitelt, wenn er die Entschädigung hängen, für deren Befferung die politische Partei tänder Sturm war begleitet von außerordentlich hoher Fluth, beſonders 9. Februar. in monatlichen Theilbeträgen erhält. im Bristol- Kanal. Mehrere walisische Städte wurden überschwemmt; Ferner sollen von der Entschädigung diejenigen Angestellten aus- 05 Eisenbahnen wurden schwer beschädigt. geschlossen werden, die von der Bostverwaltung in eine ihrem bis- Nachdem die Genossen v. Elm und Arons ihre Anschauungen herigen Beschäftigungsverhältniß entsprechende Dienststelle fiber über die Hamburger Genossenschaftsgründung ausführlich dargestellt nommen werden oder die Aimahme einer solchen Stelle ohne aus haben, glauben wir nunmehr diese Diskussion schließen zu dürfen. reichenden Grund ablehnen. Was mag wohl in Die Redaktion. den Augen der Reichspostverwaltung als ausreichender Grund" für die Ablehnung einer angebotenen Dienststelle sein? Was ist eine entsprechende & bay Dienfiftelle"? Ueber diese Dinge muß der Reichstag Stlarheit schaffen. Für die Weber in Krefeld gingen bei der Berliner Gewerkschafts: Wie aus der oben bekannt gegebenen Gegenüberstellung der Kommission folgende Beiträge ein: Löhne hervorgeht, würde eine Uebernahme in den Dienst der ReichsGesammelt bei Michaelis, Ritterstr. 78 3,- Gießerei von Seinge, post für viele Angestellte der Packetfahrt einer Lohnreduktion bis zu Wasserthorstr. 8 3,-. Tischlerei Wustermart u. Sohn, Alte Jatobftr. 15, 25 pet. gleichkommen; dieser Schaden tönnte nur gemildert werden, Klingenberg's Start, G. Rate 1,75. Abtheilung 107, Siemens u. Halste, wenn der Reichstag beschließen würde, daß bei einer event. Ueber- Charlottenburger Werk 16,50. Einige Schlosser S. u. H., Charlottenburger sechs blieben erfolglos. quid 3d go du bare hunted dog den voitatt • Gewerkschaftliches. iegte ec aife ru Aus Petersburg wird berichtet: Der bekannte Philantrop Graf Anton Arpiya, ein vielfacher Millionär, ist gestorben. In jeinem Testament setzte er die Armen von Petersburg als seine Erben ein. Am Sonntag früh ist die Irrenanstalt des Staates -New- Yort in ganiton niedergebrannt. Siebzehn Krante sollen dabei umgekommen sein. olubn& Sechzehn Schlittschuhläufer verunglüdten, wie dus Chikago berichtet wird, am Sonntag auf dem Eise des MichiganSees. Behn wurden gerettet, die Nachforschungen nach den übrigen * EX Warenhaus A.Wertheim Versand- Abteilung # Berlin, Leipzigerstr.132/ 33 Probendstellofrel Rosenthalerstr. 27/29, 54/55 Oranienstr. 53/54 Damen- Hemden, Priesenform, Hemdentuch mit Spitze 1.50, 1.25, 95 Pf. Damen Jacken, Dimiti mit Spitze 1.75 Mk. u. • Damen- Hemden, Damen- GlacéAchselschluss, Renforcé mit Stickerei 2.25, mit Handlanguette 1.85, Pf. Hemdentuch m. Spitze Beinkleider, Parchend, mit Stickerei 1,75, 1.60 MK., extra weit 2.50, 1.85 StickereiRöcke, 3.35, 2.50, 1.75 Mk. Engl. Tüll- Gardinen, das Fenster, 2 Flügel 5 Mk. Engl. Tüll- Bettdecken Stück 3 Mk. Chenille- Divandecke, ca. 150x300 cm gross 1.75 MK. Damen Jacken, 1.50 MK Parchend mit Spitze Mk. Parchend- Röcke weiss, mit HandLanguette 4.40, 3 MK., mit Spitze 2.50 Mk, mit Languette Damen1.75 MK. Nachthemden, Hemdentuch mit Stickerei 2.75 Mk., mit Spitze 2.40 MK Handschuhe, farbig, 4 Knöpfe 1.25 Mk. Damenschleife, Seidenchiffon mit farbigen Bändchen 65 Pf. 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Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin.