Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Berwaltung: Brag, U., Hefazanfa 18. Telephone: Tagestebattion: 60591726795, 31469. Rachtredaktion: 26797. Postschedamt: 57544 Inserate werden laut Zarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Gandhi droht mit Selbstmord. London, 28. März. Wie ,, Daily Expreß“ aus Karachi meldet, drohte Gandhi gestern im nationalistischen Kongreß mit seinem Selbstmord, falls die vom nationalistischen Aktionsausschu vorgelegten Vorschläge, insbesondere aber das mit Lord Irwin abgeschlossene Abkommen, nicht genehmigt würden. Hiebei erklärte er: Es ist absolut notwendig, daß diese Bereinbarung angenommen wird. Ich habe mein ganzes Leben der Erreichung der Selbstverwaltung gewidmet, doch sagt mir heute eine innere Stimme, daß das Land mich nicht mehr braucht. Heute bin ich überzeugt, daß das Boll es abgelehnt hat, meinem Appell zu entsprechen. Ich werde freiwillig Hungers sterben. Troß den Kritiken, denen das Berhalten Gandhis ausgesetzt ist, glaubt man, daß Resolutionen schließlich vom nationalistischen Kongre werden angenommen und Gandhi einmütig als indischer Hauptdelegierter zu der Londoner Ronferenz entsandt werden wird. Der Friedenspatt genehmigt. & aratschi, 28. März. Der Ausschuß des allindischen Kongresses hat das Irwin- GhandiAbkommen mit überwältigender Mehrheit gebilligt. 124 Lote in Cawnpur. Allahabad, 28. März( Reuter). Wie Times of India" mitteilt, sind bis gestern abends noch mehrere weitere Opfer der blutigen Zusammenstöße in Camupur gestorben, so daß dieje Zusam Sonntag, 29. März 1931 Scharfe Maßnahmen der Reichsregierung gegen politische Ausschreitungen. Notverordnung schränkt verfaffungsmäßige Rechte ein. nur politischen Exzessen vorgebeugt, sondern Bezugs Bedingungen: Bei Zuftellung ins Haus ode bei Bezug durch die Post: monatlich. vierteljährlich Ke 16.48. DB 96.94 192. halbjährig ganzjährig Rüdftellung von Manustripten erfolgt nur bei Ein sendung der Refourmarten. Erscheint mit Ausnahme des Montag äglich früh. Nr. 76. Bilanz der Krisenwoche. Die Woche ungewöhnlicher Aufregung der internationalen Diplomatie neigt sich ihrem Ende zu. Die Temperamente jind ruhiger geworden, die Gemüter haben sich merflich abgekühlt. So heiß, wie die Köche der Berlin, 28. März. Reichspräsident von 1 Die Regierung gibt dazu eine Erläuterung, Ententediplomatie und mehr noch ihre jourHindenburg hat heute auf Grund des Artikels 48 worin es heißt, daß mit der Notverordnung nicht nalistischen Handlanger uns Sonntag und der Reichsverfassung eine Rotverordnung auch Ausschreitungen gegen religiöse Körper- Montag servierten, wurde denn doch nicht erlassen, die sich insbesondere gegen den Waf- schaften verhindert werden sollen. Die Verord gegessen. Die ruhige Haltung Deutschlands, fen mißbrauch und gegen politische nung soll nicht die Freiheit der politischen Be- der ehrliche Vermittlungsversuch Englands. Ausschreitungen wendet. In der Not- tätigung in fachlicher Form beeinträchtigen, son- der stärkere Dämpfer, den die englische und verordnung heißt es u. a.: dern lediglich den Mißbrau ch politischer amerikanische Oeffentlichkeit den Fanfaren Rechte, wie er in lester Zeit in unerträglichem von Paris und Prag aufsetzten, haben uns Umfang betrieben wurde, verhüten. bor all dem bewahrt, was uns anfangs der Woche angedroht wurde. x Berlin, 28. März. Reichsinnenminister Dr. Politische Versammlungen und Aufzüge tönnen beim Vorliegen bestimmter Vorausseßungen, vor allem dann, wenn zu besorgen ist, daß zum Ungehorsam gegen Gefeße oder Anordnungen der Behörden aufgefordert oder angereizt wird, Wirth hat an die Innenminister der Länder Bemerkenswert ist vor allem, daß der der Staat oder seine leitenden Beamten beschimpft folgendes. Rundtelegramm gerichtet: Auf Grund Bölkerbund sich hier doch in einer ganz oder verächtlich gemacht werden oder eine Reli- des Artikels 48 der Reichsverfassung hat der bescheidenen Rolle bewährt hat. Begann man gionsgemeinschaft beschimpft wird, verboten Reichspräsident heute eine Verordnung zur Benach der letzten Genfer Ratstagung und dem oder aufgelöst werden. Unterlassung der fämpfung politischer Ausschreitungen erlassen. nach der letzten Genfer Ratstagung und dem Anmeldung oder öffentliche Aufreizung zu Ge- Darnach können die das christliche Empfinden Verweis an Polen wieder an die Lebensfähig walttaten wird mit Gefängnis nicht unter drei schwer verleßenden kommunistischen Anti- Sstern keit des tristen Versailler Gebildes zu glauben, Monaten bestraft. fundgebungen verhindert werden. Ich darf Ihre so bleibt dieser Glaube nach den letzten Aufbesondere Aufmerksamkeit auf die politische Beregungen wenigstens insoweit unerschüttert, deutung der Verhinderung dieser Fahrten lenken. als sich der Völkerbund mittelbar als BrellMit Gefängnis nicht unter sechs Monaten wird bestraft, wer eine Schuhwaffe unbefugtführt und eine Gewalttätigkeit mit ihr begeht oder androht. Bereinigungen, deren Mitglieder wiederholt gegen die Bestimmungen der Berordnung berstoßen haben, und in denen solche Handlungen gebilligt oder geduldet werden, können aufgelöst werden. Für politische Bereinigungen fann das Tragen einheitlicher Kleidung oder von Abzeichen verboten werden. Haussuchungen bei kommunistischen Organisationen. bod, als Puffer internationaler Karambollagen erwiesen hat. Indem Henderson die Frage in die Kompetenz des Bölkerbundes abschob, gewann er vor allem Zeit. Das ist imBerlin, 28. März.( Eigenbericht.) Heute mit merhin viel, und kann unter Umständen enttags find in Berlin und in mehreren Orten des scheidend sein. Hätte man 1914 den österrei Reichs bei kommunistischen Parteiorganisationen chisch- serbischen Konflikt bis zu einer nächsten auf Anordnung des Untersuchungsrichters beim Rastagung verschieben können, so wäre es Reichsgericht umfangreiche Haussuchungen wahrscheinlich nicht zum Kriege gekommen. vorgenommen worden. Sie stehen im Zusam menstöße bisher 124 Menschenleben ge Blatate und Flugblätter, deren Inhalt ge menhang mit einem Berfahren, das gegen eine Benn im Mai die Diplomaten in Genf einfordert haben. Aus der Stadt sind etwa 10.000 eignet ist, die öffentliche Sicherheit und Ordnung angebliche Terrorgruppe der kommunisti- rücken, werden Curtius und Schober wissen, Bersonen aus Furcht vor neuen Ausschreitungen zu gefährden, tönnen beschlagnahmt und eingeschen Bartei eingeleitet worden ist. Die Gruppe, wie sie ihren Schritt zu rechtfertigen haben, aufs Land geflüchtet. Die Lage in Cawnpur zogen werden. Aufzüge unter freiem Himmel von der etwa 15 Personen verhaftet wurden, Briand und Beneš. werden im Vergleich zu hat sich nunmehr gebessert. Die Zahl vereinzel- find spätestens 24 Stunden vorher unter Angabe soll sich in den Besitz von Sprengstoffen ihrer jetzigen Nervosität abgeregt sein und ter Zusammenstöße verringert sich. Dagegen des Ortes, der Zeit und des Verhandlungsgegen zu sehen gesucht haben. Auch heute sind in Ber- werden sich inzwischen flargemacht haben, daß brechen aber ständig Brände aus. Fast 200 standes bei der Polizeibehörde anzumelden. lin wieder einige Personen in dieser Sache ver- ihre Paneuropa- Begeisterung sich entweder Häuser wurden bereits in Brand gesteckt. Es wird auch an vielen Stellen gerqubt. Die Polizei hat mehr als 150 Exzedenten verhaftet und bemüht sich, mit allen Kräften die Ordnung wieder herzustellen. haftet worden. Frankreich will Zollunion verhindern. durch Taten erweisen oder darauf verzichten muß, ernst genommen zu werden; sie werden also wissen, was sie, auch Deutschland und Desterreich gegenüber, ihrer eigenen Phrase schuldig sind, und Henderson wird inzwischen sein Office mit allen denkbaren Vermittlungsvorschlägen ausgiebig beschäftigt haben. Der Bölferbund ist also selbst wenn aus der maitagung nicht mehr herausschauen sollte der vergangenen Woche ist nicht ihre un auf jeden Fall zu etwas gut; diese Lehre Frau Sanau Briand tündigt Stillstand in den Beziehungen zu Deutschland an. zwei Jahre Gefängnis Paris, 28. März. Die 11. Französische Paris, 28. März. Der französische Senat| falls 48 Stunden vor allen anderen Straffammer hat heute das Urteil im Prozeß begann heute die Beratung des Haushaltes des Mächten unterrichtet worden, und er der Gazette du Franc" gefällt. Da die Haupt- Außenministeriums. Als erster Redner ging der habe den Botschaftern in Wien und Berlin soangeklagte, Frau Hanau, sich entschlossen hatte, Sauptberichterstatter Henry Bérenger auf fort Weisung gegeben, den beiden Regierungen sich weiterer Beteiligung an der Gerichtsver- das deutsch- österreichische Abkommen ein und er- den französischen Standpunkt darzulegen. handlung zu enthalten, ist der Urteilsspruch als flärte, Deutschland nehme die alte preußische Auf die verschiedenen Angriffe, daß Frank- erfreulichste. ein Contumaz- Urteil anzusehen, das Frau Ha- Einkreisungspolitik wieder auf, die dem Striege reich nicht mit genügender Energie dagegen nau anfechten könnte. Gegen Frau Hanau ist von 1870 vorausgegangen sei. Heute handle es Stellung genommen habe, erwiderte Briand: Für die deutsche und österrei eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und eine sich darum, Mitteleuropa aufzusaugen, indem Will man einen anderen Weg einschlagen und chische Diplomatie ergibt sich aus den Geldstrafe von 3000 Frants verhängt worden, man es um Berlin kristallisiere. durch Frankreich alles zerstören lassen, was es in Kontroversen der letzten Tage vor allem die gegen ihren Mitarbeiter und früheren Che In der Nachmittagssigung erklärte der harter zehnjähriger Arbeit aufgebaut hat? Wenn eine Lehre, daß sie auch heute noch mit aller mann Lazar Bloch eine Gefängnisstrafe von 18 Präsident des auswärtigen Ausschusses des ja, so muß man den Mut haben es zu jagen. Ich Vorsicht zu Werke gehen müssen, wenn sie Monaten und 3000 Frants Geldstrafe; einer Senats, Victor Bérard, daß das deutsch- öster- werde derartigen Wünschen gegenüber das aufihrer Rechtsberater Sersant wurde zu 3000 reichische Abkommen nicht nur dem Geist der merkjamite Ohr haben. Keine Minute länger ganz selbstverständliche und jedem anderen Franks Geldstrafe verurteilt. Der politische Re Berträge, sondern auch dem jeder Rechtsauf- würde ich dann auf meiner jetzigen Politik be- Staat erlaubte Dinge tun. Sie gelten noch dakteur der von Frau Hanau gegründeten Ga fassung zuwiderlaufe. Die österreichische Regie- harren. Wian muß es mir aber sagen, sonst werde zette de Nations" Pierre Audibert wurde frei rung habe die Verpflichtung verlegt, die sie frei ich die notwendige Saltblütigkeit bewahren." gesprochen, ebenso ein Mitglied des Verwal- willig(!) übernommen hätte, indem sie den tungsrates der Hanauischen Unternehmungen Artikel 88 des Vertrages von St. Germain unterzeichnete. de Courville. Außenminister Briand Weltgetreidekonferenz ergebnislos. ging in seiner Antwort auf das deutsch- österRom, 28. März. Nach den zweitägigen Arreichische Zollabkommen ein und erklärte, daß er beiten der Weltgetreidekonferenz herrscht in Kon-[ als erster ein unangenehmes Geferenzkreisen der Eindruck vor, daß die Arbeit fühl gehabt habe. Viel schwerer als die Tatsache kaum zu einem praktischen Ergebnis führen selbst sei die Art und Weise, wie sie sich vollzogen werde. Die Atmosphäre, in der die Konferenz habe. Diese Prozedur sei beunruhigend und arbeitet, ist infolge der zahlreichen einander widerspreche, allen Bedingungen einer eurowidersprechenden Standpunkte sehr schwierig. Es päischen Zusammenarbeit. Frankreich sei jedenscheint, daß das einzige Konferenzergebnis die bloße Annahme mehrerer Resolutionen sein wird, die keine unmittelbare Ergebnisse haben werden. Der Parteitag der SPD. Am 31. Mai in Leipzig. Der Parteivorstand der Sozialdemokratischen Kein Vergarbeiterstreit in Frankreich. Paris, 28. März. Der Lohnfonflitt im nordfranzösischen Kohlenrevier wurde heute durch ein Kompromiß beigelegt. Mit Rücksicht darauf, hat der Bergarbeiterverband den Streit widerrufen, der am Montag ausbrechen sollte und an dem gegen 300.000 Bergarbeiter teilnehmen sollten. Der Konflikt wurde durch den Entschluß der Gewerke, die Teuerungszuschläge für die Berg- rent: Rudolf Breitscheid. arbeiterschaft um 10 Prozent herabzusehen, her borgerufen. Bartei Deutschlands beruft den diesjährigen Barteitag zum 31. Mai und folgende Tage nach dem ,, Volkshaus" in Leipzig ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Rapitalistische Wirtschaftsanarchie und Arbeiterklasse. Referent: Frizz Tarnow! 2. Die Ueberwindung des Fascismus. Refe 3. Partei und Jugend. Referent: Erich Ollenhauer. Deutschland und Oesterreich hätten nicht das Recht gehabt, das zu tun, was sie unternommen haben, und Frankreich werde es im Rahmen der ihm gege= benen Möglichkeiten verhin dern. Natürlich werde nunmehr in den Beziehungen zu Deutschland ein Stillstand eintreten. Das Ereignis habe nirgend in der Welt sympathische Auf nahme gefunden und werde selbst in Deutschland mißbilligt(?). Von deutscher Seite habe er schon verschiedene Enttäuschungen erlebt. immer als die Besiegten", die Verträge wer den in Paris, Prag und Rom noch immer als einseitige Verpflichtungen der besiegten Staaten, als Fesseln für Deutschland, Desterreich und Ungarn, nicht aber als Instrumente des internationalen Rechtes angesehen. Denn es wird kein französischer und kein tschechoslowakischer Offiziosus behaupten wollen, daß es auch nur annähernd den gleichen Lärm gesetzt hätte, wenn zwei beliebige andere Staaten die Zollunion geschlossen hätten. Ob Polen mit Litauen, ob die skandinavischen Staaten miteinander, ob Serbien und Bulgarien oder die Staaten der Kleinen Entente untereinander, ob Frankreich mit Belgien eine Zollunion geBericht- schlossen hätten, das hätte niemanden angefochten oder besser, niemand hätte gewagt, es seinerseits ernstlich anzufechten. Ja es hätte Mar feinen der Giranten von St. Germain und Genf gestört, wenn Oesterreich mit den fleinen Donaustaaten, mit Italien, wenn Ungarn mit Rumänien oder Jugoslawien einen der Regionalverträge geschlossen hätten, die doch Briand selbst als Etappen zu Pan und 7. Wahl des Parteivorstandes und der Kon- europa" empfahl. Nur Oesterreich trollfommiffion. Deutschland soll verwehrt sein, was allen an4. Bericht der Reichstagsfraktion: erstatter: Wilhelm Soll man it. 5. Bericht der Parteivorstandes: a) Allgemeines. Berichterstatter: Westphal. b) Kaffe. Berichterstatter R. Ludwig. 6. Bericht der Kontrollkommiffion. Bericht erstatter: Wilhelm Bod. 8. Erledigung der Anträge, soweit sie durch deren erlaubt wäre. Ihre Politik wird sich die vorstehende Tagesordnung nicht erledigt sind immer vor Augen halten müssen, daß wir Seite 2 Sonntag, 29. März 1931 | Nr. 76 noch immer in einem Europa leben, in dem diesmal noch zu einem Sieg verhilft, bleibt den ,, Anschluß" verhindert, desto findiger aufhöre und das„ raffende" beginne. Ein im Recht nicht einfach Recht und ein Vertrag doch das Problem bestehen, dessen macht man die Berliner und Wiener Politik Schmuck des Gelbhemdes Posten stehender Hakennicht schlechthin ein Vertrag sind. Schritt für Lösung die Zollunion anstrebte. Das politische in der Suche nach Hintertürin. Der nationale frenzler gab die für ihn und seiner„ Pg." Schritt und mit äußerster Vorsicht nur wer- Verbot diefer Union ist doch nur das primi- Eifer und die diplomatischen Mühen dieser was die Versammlung mit stürmischer Heiterkeit Geistigkeit bezeichnende Antwort beim Jud", den sie den Weg zu ihrem natürlichen Recht tive Mittel des gehörnten Gatten, der den Woche waren in Prag umsonst vertan, wenn quittierte. Genosse Lange, der nach den mit gehen können. Divan hinauswirft, um den Ehebruch unmög- wir aus den Ereignissen nicht die Lehre zie großem Beifall aufgenommenen Ausführungen lich zu machen. Glauben wir nur ja nicht, hen, daß etwas in den Verträgen, etwas im des Genoffen Paul zu Worte tam, schilderte das Die Diplomaten des franco slawi- daß ein Mittel, mit dem wir diesmal in Konzept unserer Außen- und Wirtschaftspoli- schmachvolle Verhalten der Hakenkreuzler gegenschen Bündnis sy stems aber werden ler- Genf noch Erfolg haben können, auch in tit nicht stimmt. Wie immer Genf entscheide: über den Arbeitslosen. Die Zwittauer Arbeiternen müssen, daß 1931 immerhin nicht mehr fünf, in zehn Jahren verfangen wird. Das das Problem bleibt bestehen und die Frage fürsorge hatte beim Stadtrat das Ansuchen ge1921 ist. Die selbstverständlichen und wehr- geographische und wirtschaftliche Mitteleuropa- ist nur, ob es einmal mit uns, ohne uns, nichts Neues" unter der Boraussetzung zu bestellt, die Vorführung des Filmes Im Westen losen Opfer ihrer Herrschaftsgelüfte sind die Problem bleibt bestehen und je brutaler man gegen uns gelöst wird! Abfuhr der Hakenkreuzler. Nationalsozialististische Bersammlungen mit sozialdemokratischem Maffenbesuch in Mährisch- Trübau und Zwittan. * ,, besiegten" Staaten nun doch nicht mehr. willigen, daß das ganze Erträgnis den Arbeitslosen zugute fommt. Die Eine politische Haltung, die vor zehn Jahren Hakenkreuzler jedoch stimmten gemeinsam mit noch Erfolg versprach, ist heute bereits widersinnig geworden; sie kann nicht mehr mit der den bürgerlichen Parteien dagegen. Als der Vorsitzende dem Genossen Lange das Wort entGefolgschaft Englands, nur noch in geringem ziehen wollte, erhob sich ein Sturm der EntMaße mit der Italiens, auf keinen Fall mit rüftung. Arbeiter hoben den Genossen Lange auf der Amerikas rechnen. Die Definition, daß das Podium, während Hakenkreuzler erfolg Völkerrecht das sei, was die französischen Der Hakenkreuzlerische Abgeordnete Söh- gegen Herrn Köhler und seine feinen Methoden. dem so entstandenen Tumult löfte der Regielos bemüht waren, ihn herunterzuziehen. In Machthaber und ihre östlichen Trabanten als ler aus Reichenberg hat in den letzten Tagen Da unsere Genossen nicht gewillt waren, sich von rungsvertreter die Versammlung auf. Dem Recht bezeichnen, daß Frankreichs Interesse den Schönhengstgau mit seiner Anwesenheit be- dem Hakenkreuzler beschimpfen zu lassen, ohne Serrn Röhler blieb dadurch die unangenehme und Polens Sicherheit, daß die Bequemlich glüdt. Die Versammlungen sind aber wohl ein daß ihnen die Möglichkeit gegeben war, ihnen Aufgabe erspart, auf die Ausführungen unserer keit der Sieger das oberste Gesetz des Konti- wenig anders ausgefallen, als er und seine Leute zu erwidern die Nazis hatten nur eine Ver- Redner zu antworten. nents seien, wird an den meisten Rechtsschulen Bersammlung am 24. März stattfand, war der fidiums zu entgehen verließen sie und mit dieser Versammlungen sehr wenig befriedigt sein. nents seien, wird an den meisten Rechtsschulen es erwarteten. In Mähr- Trübau, wo die fammlung einberufen, um der Wahl eines PräDie Hakenkreugler werden von dem Verlauf heute nicht mehr gelehrt. Die ideologischen große Kinosaal überfüllt; allerdings waren nur ihnen der größte Teil der Versammlungsteil- Die Arbeiterschaft der beiden Städte des Schöndieser Versammlungen sehr wenig befriedigt sem. Waffen, mit denen man den Krieg zu Ende etiva ein Drittel der Besucher Hakenkreuzler, die nehmer das Lokal. gefochten und sich in den ersten Friedensjah- Mehrheit sozialdemokratische Arbeiter. Herr Köh hengstgaues hat jedenfalls bewiesen, daß sie die ren gegen die Revision gewehrt hat, erweisen ler, der sich der Zusammensetzung der VersammNationalsozialisten richtig einzuschätzen vermag In 3 wittau, wo die Versammlung am und daß sie imftande ist, ihnen die gebührende sich als zweischneidige Degen. Um den An- lung bewußt war, war in seinen Ausführungen 26. März stattfand, waren unsere Genoffen in Abfuhr zu bereiten. schluß und die Frage der deutschen Ostgrenze über Wirtschaftsnot und nationale Selbstver- einer geradezu beängstigenden Mehrheit. Herr aus allen Diskussionen auszuschalten, hat waltung" außerordentlich vorsichtig. Bei seiner Söhler, durch den Verlauf der Versammlung Briand die Deutschen beider Staaten auf Kritik der wirtschaftlichen Verhältnisse fand Herr in Mähr.- Trübau gewißt, war in seinen Dar- Meuseeland für die 36- Stunden- Woche! stöbler alle möglichen Schuldigen, nur Paneuropa vertröstet. Als sich aber zeigte, wie fonnte er absolut nicht auf den Namen fommen: hier dem Herrn Köhler entgegentrat, fonnte mit Röhler alle möglichen Schuldigen, nur einem legungen vorsichtiger. Genosse Paul, der auch wenig ein von Fascismen und Militärdemo- dem Kapitalismus. Wie die Kaze um den Brei Recht darauf hinweisen, daß ein zufälliger Be- zu den größten Besorgnissen Anlaß. RegierungsAuch in Neuseeland gibt die Arbeitslosigkeit fratien durchsetztes Europa zur überstaatlichen ging Herr Köhler um die Tatsache herum, daß es sucher der Versammlung gar nicht in der Lage instanzen, Unternehmer- und Arbeiterorganisas Organisation reif sei, mußte er den Ausweg sich bei der gegenwärtigen Wirtschaftskrise in gewesen wäre, die nationalsozialistische Gesinnung tionen bringen die verschiedensten Mittel und der Regionalverträge vorschlagen. erster Linie um eine Krise der kapitalistischen des unter einer Tarnkappe steckenden Herrn zu Methoden in Vorschlag, um das große Uebel zu Nun gehen die beiden deutschen Republiken Wirtschaft handelt. entdeden. Inzwischen hatte der Herr Köhler beseitigen. Die Frage ist um so brennender und diesen Weg. Wenn Briand ihn verlegt, gibt er Dem Herrn Köhler trat Genosse Paul aus unter Beherzigung der Lehren von Mährisch wird um so vorurteilsloser behandelt, als es in seine Paneuropa- Idee preis, denn dann hat Prag entgegen. Genoffe Baul erinnerte Herrn Trübau gefunden, daß die Krise eine Weltkrije Neuseeland noch nahezu feine FürsorgemaßnahKöhler daran, wie die Landkarte Europas aus- jei, daß es einen Kapitalismus gibt und daß auch men gegen die Arbeitslosigkeit gibt und man dess sie sich als Bluff erwiesen. gefehen hätte, wenn es nach dem Willen der das Unternehmertum an der Arbeitslosigkeit nicht halb an tein Mittel des Kampfes traditionell ges heutigen Salenkreuzler gegangen wäre, und wie ganz schuldlos sei. Er mußte auch auf die Maß bunden ist. Es ist deshalb von besonderer Bedeu Was aber im besonderen die Tsch e chofie sich in der„ Osterbegehrschrift" die Lösung der nahmen des sozialdemokratischen Fürsorgemini- tung, daß sich bei allen Erwägungen die Aufflowakei betrifft, so hätten die verantwort nationalen Frage vorgestellt hatten. Unser Red- sters zur Linderung der Not der Arbeitslosen hin- mertjamfeit immer wieder auf die Verkürzung lichen Lenker und nicht minder die unverant- ner legte die Ursachen der Wirtschaftskrise dar weisen, er versuchte allerdings, sie recht gering der Arbeitszeit konzentriert. Denn aus amtlichen wortlichen Inspiratoren und Zensoren ihrer und verwies auf die unter sozialdemokratischer schäßig abzutun. Er ging sogar so weit, daß er Feststellungen geht hervor, daß die Maschine in Außenpolitik wohl am meisten Grund, aus Initiative geschaffenen Maßnahmen zur Lin- fagte, die Arbeiter müssen zusammenstehen und den letzten acht Jahren von je 100 Arbeitern dem eben Geschehenen einige Lehren zu ziederung der Not der Arbeitslosen. Der völkische ihre Einheit wahren". Die nationale Selbstver- mindestens 30 broilos gemacht hat. Es steht demhen. Man verläßt sich jetzt auf den Bölker- Gewerkschaftssekretär, der wider beſſeres Wissen waltung erwähnte Herr Köhler nur mit einem nach feit, so folgert man in Neuseeland, daß, den Ausbau des Genter- Systems, die Ernäh- einzigen Sat. bund. Es ist aber doch fraglich, ob die Juri rungsaktion und andere Maßnahmen zum Schub wenn sich in den genannten acht Jahren die Produktionsweise nicht verändert hätte, es heute in sten des Völkerbundes in den zitierten Verträder Arbeitslosen verschwieg, mußte sich unter der Neuseeland feine Arbeitslosen gäbe. gen eine Handhabe zum Verbot der Zollunion Zustimmung der Versammlung unangenehme finden. Was soll geschehen, wenn der Völker- Wahrheiten fagen laffen. Genoffe Paul unterzog bund sich nicht berufen erklärt, Deutschland auch das Brogramm" der Hakenkreuzler, einer und Desterreich ein gutes Recht streitig zu machen? Was, wenn die betroffenen Staaten vor das Haager Gericht gehen und dort Recht erhalten? Mit unserem ,, Unannehmbar" wird dann weder unserer Industrie gedient, noch unserer politischen Isolierung abgeholfen sein. Wir sollten doch erwägen, wo sich in einer derartigen Situation als der beste Ausweg für die Republik zeigt und ob nicht das beste und sicherste Mittel gegen den Anschluß" unser Anschluß" an das Gebiet wäre, dent wir geographisch zugehören: an eine mitteleuropäische Zollunion, die das Gebiet der ehemaligen Mittelmächte umfaßt. Aber selbst dann, wenn der Völkerbund Ordre pariert und den Herren um Briand 64 -Genoffe Paul konnte in eindrudsvoller Weise, oft lebhaft von Zustimmung unterbrochen, das wahre Gesicht der Nationalsozialisten aufzeigen. Besonders nervös wurde Herr Köhler, Die Arbeiterbewegung Neuseelands", so als ihm auf Grund des Berichtes des„ Tag" schreibt The New Zealand Transport Worker", scharfen Kritik und legte den Unsinn dar, den die über den nationalsozialistischen Parteitag nachge- muß deshalb ihr Programm entsprechend cr famose Theorie vom„ raffenden" und schaffen wiesen wurde, daß er und die völkischen Gewer- gänzen. Angesichts der gegenwärtigen Produkden" Stapital bildet. Da Herr Köhler sich auch schaften die Frage der Arbeitszeitver- tionsweise ist uns mit bloßen Notstandsarbeiten, eingehend mit der Frage der nationalen Selbst- türzung eingehend mit der Frage der nationalen Selbst- türzung die ein wirksames Wittel zur mit Arbeitslosenunterstützungen und ähnlichen verwaltung beschäftigt hatte, ohne allerdings zu Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wäre noch sozialen Pflastern" nicht geholfen. Unsere erste fagen, wie er sich die Lösung vorstellt, fonnte eineswegs entschieben haben, son- Pflicht ist die Serabsetzung der wöchentlichen ArGenoffe Paul nachweisen, daß sich die Hakenkreuz- dern erst studiere". Genosse Paul fonnte an beitszeit auf 36 Stunden. Eine solche Maßnahme ler sehr spät auf diese Forderung besonnen haben Sand tonkreter Tatsachen nachweisen, daß durch würde jedem Arbeiter Neuseelands sofort Beschäfund daß sie die Bekämpfer des Leihkapitals, eine die vom Herrn Köhler so geringschäßig behan- tigung geben. Daneben kommt in zweiter Linie träftige Anleihe sozialdemokratischen delte Ernährungsaktion für den politischen Bezirk die Schaffung einer Art Sozialfonds in Betracht, macht haben. Unter stürmischem Beifall des abfolgt wurden. In Zwischenrufen wurde von gern fowie jenen, die beim Uebergang von einer Nationalitätenprogramm vom Jahre 1899 ge- Mähr.- Trübau allein schon 350.000 kronen ver- aus dem den alten und arbeitsunfähigen Bür überwiegenden Teiles der Versammlung schloß Arbeitern festgestellt, daß es deutsche Unterneh- in die andere Stelle arbeitslos werden, ein an unser Redner. mer gibt, die ihren Arbeitern nicht mehr als ständiger Lohn gesichert wird. Dies muß unser 20 Kronen an Lohn bezahlen. Unser Redner er- Programm sein. Denn es ist praktisch und fortzählte unter großer Nervosität der Hakenkreuzler schrittlich. Die Maschine darf nicht zum Vorteil einiges aus ihrer Geschichte und stellte auch hier einiger weniger, sondern sie muß im Dienste die Frage, wo denn das schaffende" Kapital aller verwendet werden." beim Herr Abgeordneter Köhler, der sich gern den Mantel der Sachlichkeit umhängt, begann in seinem Schlußwort sich von seiner anderen Seite zu zeigen. Ein Sturm des Widerspruchs erhob sich nicht darauf zurückzuführen, daß der Film zu, Schuld auf ihn; dann war aber auch sein Ruf, Foyer suchte die Polizei Ordnung zu machen. Die goldene Galeerealbern, sondern im Gegenteil, daß er zu hoch als verläßlicher Kenner des Bublikumsgeschmads Ein Ueberfallkommando fuhr an, Gummiknüttel fei, dem Publikum zu fern. Als der Film unter und als fluger Kaufmann dahin. begannen ihre unwiderlegliche Sprache. wütendem Zischen, einem schrillen Pfeiffonzere Mochten die Würfel wie immer fallen, er Mandelberg sak immer noch stumm. Die Anund ironischem verlachten Beifall geendet hatte, verlor. Lehre. gela stand auf, stieß an seinen Sessel, auch er mußte aufstehen, sie hätte ihn umgeworfen. Shre Blide trafen sich. In seinem Auge lag ein Schimmer von Triumph. In ihrem nur Haß und Wut. Sie wechselten kein Wort. Die Angela lief aus der Loge, versteckte sich im Direktionszimmer, bis der Auflauf vorüber war, die Lichter an der Straßenfront verzuckten, das Dunkel ihren Namen frag. Die Diener gingen durch den Saal, flaubten * Ein Roman aus der Filmindustrie. Bon 3ris Rolenie18. Copyright, 1930 by C. Soubiche Berlogsbuchhandlung. Bertin. lief Ulfar zu Prager, nicht um eine Niederlage, Er sah über die Schulter der Angela hinsondern um einen Sieg zu melden. Eine Lüge weg, über diese nadte, weiche Frauenschulter, Er schrieb einen Film für die Jupiter" war zusammengebrochen. Nun lag der Weg fret. von der ein seltsamer Duft ausging, noch mit A.-G. Stoff und Rollen waren festgelegt, die Schauspieler engagiert, der Film verkauft, bevor Prager ließ sich auch diesmal nicht mit- ten in die schwarzen Menschen hinein, er hörte man eine Seite des Drehbuchs hatte. Wieder reißen: es sei schon so mancher Film im Lärm ihre Rufe, er hörte das Stampfen ihrer Füße, wurde das Buch ein Mosait aus Konzessionen. und nachher waren noch schlechtere gedreht bruch der Empörung. eines Berliner Premièrenskandals versunken, er witterte an tausend Kleinen Zeichen den LosWieder war der ehrgeizige junge Mann mit der worden. Und es sei schon so mancher Film am Noch folgten sie dem Film; noch hatte das Welt, in die ein unerforschliches Schicial ihn Kurfürstendamm ausgepfiffen worden, der dann Spiel der Schatten Macht über sie. Ein Scherz Papiere auf, sprachen halblaut über den ungegesetzt hatte, unzufrieden, wieder überfah er das in der Provinz ein großer Erfolg war. Die fam, wurde belacht, schien die Situation zu ret- wohnten Zwischenfall. Als im Logengang Schritte ichlichte, tugendhafte Mädchen, das ihn heimlich Provinz würde sicher über das schlichte Mädchen ten. Dann aber ging die Angela in die Woh- hallten, faßte fich Mandelberg, der immer noch liebte, wieder trieb es ihn unter die Menschen, und sein Liebesleid bittre Tränen vergießen und nung ihres Geliebten, spielte jene Szene, die zu einsam dastand, die Augen an die leeren Sessel liebte, wieder trieb es ihn unter die Menschen, die in schönen Kleidern ein Leben des Reich tunts und der Sorglosigkeit führten. Wieder aufatmen, wenn der Held endlich zu ihm zurüd- wiederholen sie sich geweigert hatte, spielte eine reihen geheftet. Er nöpfte seinen Mantel zu, große, leidenschaftliche Liebesszene wie eine nahm den Hut vom Haken. fam er in schlechte Gesellschaft, wieder wurde er zum Spieler und Trinker, wieder verlor er ,, Aus", sagte er. Das Unglaubliche aber wiederholte fich: Grotesktomikerin, verdrehte die Augen, verdrehte alles, wieder war er dem Selbstmord nahe, wenige Tage später fiel Mandelbergs Film mit die Beine, verdrehte die Arme, ihr Partner wieder fand er im letzten Augenblick zu Mutters Mia Angela durch. Hinter der Bühne waren wußte sich nicht zu helfen, das Publikum nahm Ulfars Augen glänzten, er war erregt, wie nahrhaften Kochtöpfen und zum Herzen des Riesenbuketts bereit; sie erblickten nie das Licht die Szene von der heiteren Seite. Zurufe gell vor einer wichtigen Entscheidung: schlichten Mägdeleins zurück. Hundertemal hatte der Rampe. Das Grimassenschneiden der Angela, ten auf, schwollen an, Gelächter überbrauste sie, ,, Die Filmindustriellen mögen weiterhin von hatte der junge Mann diesen Weg zurückgelegt, der trostlose Stumpfsinn der Filmfabel, die eine große Woge des Lachens schlug hoch, die Film zu Film den Geschmad der Proving underhunderte Male hatte das Publikum dieses Sorglosigkeit, mit der der Regisseur den Film Worte der Schauspieler gingen ungehört unter, bieten. Wir werden Filme für den Teil des moralische Traktat angehört beim hundert gedreht hatte, wedten schon im zweiten Aft vom Rang her schrillte es: Schluß! Von unten Publikums zu drehen beginnen, der den Filmundersten Mal aber schlug es Lärm. Widerspruch. Mia Angela ballte in ihrer Loge brandete es auf: Unsinn! Von allen Seiten industriellen bereits die Freundschaft auffündigt." ,, Wer soll diese Filme drehen? Wollen Sie Das Unglaubliche geschah: die traurigsten die Fauft. Brach an diesem Abend das Traum- stürmte es ein: Standal! wieder den Weg von Bureau zu Bureau, bɔnt Stellen des erschütternden Lebensbildes" wur- gebäude ihres Ruhms zusammen? Muckte die ben bewißelt, die dramatischen Höhepunkte, bei dunkle Bestie dort unten auf? Draußen schrieEine Setunde erstarrten die Gestalten auf Enttäuschung zu Enttäuschung beginnen?" benen man Tränenfluten erwartet hatte, löften ben große, glühende Buchstaben ihren Namen in der Leinwand, das Wort in ihrem Mund starb, stürmisches Gelächter aus. Ditter rannte ber die Nacht. War dieser Anfang auch schon das dann floß Licht in den Raum, der Film brach zweifelt umber, sein Kompagnon sank in einen Ende? Sessel und schloß die Augen: er konnte das le Mandelberg faß hinter ihr, er blidte nicht Mia Angela hielt die Hand um das Probegreifliche nicht sehen. Nur Ulfar war nicht so auf die Leinwand, der Film interessierte ihn gramm geklammert, das Papier toand sich unter bestürzt, wie Ditter es gewünscht hätte. Er war nicht mehr. Er sah stumpf in die schwarze dem Drud ihres ohnmächtigen Zorns. Thre cher froh darüber, daß der Film ausgelacht Wenge hinunter, die heute nicht das Schicksal Augen waren glasig und starr, wie die einer wurde, obgleich es sein Film mar. Er hörte eines Films, die heute sein Schicksal entschied. Frren. ab. Standal! Schluß! Unsinn! Schluß! schon die Vorwürfe, die Ditter und fein Rom- Wurde der Film abgelehnt. dann war er von Der Saal leerte sich unter Särm. Die Mien. pagnon ihm machen würden: der Durchfall war der Angela befreit, denn sie schob sicher alle schen forderten das Eintrittsgeld zurüď. Im ,, Wenn die Filmindustrie diese Filme nicht dreht, dann werden wir sie ohne die Filmindustrie drehen." Ohne die Filmindustrie? Wer wird das Geld hergeben", fragte Prager. " ,, Wir werden sie ohne Geld drehen. Wir werden einmal der Welt beweisen, daß auch int Film die Schöpferkraft des Menschen allein gilt. ( Forthegung folgt.) Nr. 76 Sonntag, 29. Mär; 1831 Leite 3 MeiftbegiinftigW-»der Präferenz? Heldentaten der Frendenthaler Gendarmen. Fnterprlliüisv der Seruffen ZE und Polach im Senat. Ter Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion, der durch eine Woche Europa in Aufregung gehalten hat, wirft sowohl für uns als auch für Lie übrigen sozialdemokratischen Parteien die"Frage auf, ob es bei dem jetzigen System der Meistbegünstigung, die sich die Staaten gegenseitig zugestehen, bleiben oder ob man insbesondere in Mitteleuropa zum System der Vorzugszölle übergehen soll. Die europäischen Handelsverträge der Vorkriegszeit beruhten auf dem System der Meistbegünstigung, d. h., wenn zwei Staaten miteinander Handelsverträge abschlossen, ge- währten sie einander dieselben Vorteile, wie den am meist begünstigten Staaten. Das hatte naturgemäß ein allgemeines Sinken der Zollsätze zur Folge. Es gab in den einzelnen Staaten dadurch Ivei Zolltarife, den sogenannten autonomen Zolltarif, der jenen Staaten gegenüber an- gewendet wurde, mit denen kein Handelsvertrag bestand und dessen Zollsätze naturgemäß höher waren und den Vertragstarif, der Anwendung sand gegenüber Staaten, mit denen Handelsverträge bestanden und in dem die Zollsätze niedriger waren als im autonomen Tarif. Dieses System europäischer Handelsverträge wurde in den letzten Tagen des Juli und in den ersten Tagen des August 1914 durch die Kriegserklärungen zerrissen und nach erfolgtem Friedensschluß wurden die internationalen, wirtschaftlichen Beziehungen nicht so rasch wieder angeknupft. Erst einige Jahre später erstand wiäier in Europa ein normales System von Handelsverträgen, in die die Meistbegünstigungs- klausel wieder ausgenommen wurde, und wodurch die Zollsätze unter die Höhe der autonomen Zölle sanken.' Diese Anbahnung freien wirtschaftlichen Verkehrs nach dem Kriege wurde überall begrüßt, die sozialistischen Parteien setzten sich überall für den Abschluß von Hikndels- verträgen ein und die sozialistische Internationale sprach sich sür die Meistbegünstigung aus. In den letzten Jahren wurde nun immer wieder darauf hingewiesen, daß das System der Meistbegünstigung nicht mehr genüge und daß sich Staaten, zwischen denen ein besonders intensiver wirtschaftlicher Verkehr besteht, gegenseitig Vorzugszölle gewähren sollen. Dieser Gedanke ist nicht neu, England hat ein solches System gegenüber seinen Kolonien bereits durchgesetzt, in den Handelsverträgen der skandinavischen Staaten gcht es eine sogenannte ,;nor- dische Klausel", wonach sich Dänemark, Schweden und Nortvegen gegenseitig Vorzugszölle gewähren können, ebenso.in den Verträgen Estlands, Lettlands und Litauens eine sogenannte „baltische Klausel". Desgleichen haben Spanien und Portugal einen Präserenzvertrag. Für Mitteleuropa allerdings würden Vorzugszölle ein Novum bedeuten. Es entsteht nun die Frage, ob derartige Vorzugszölle nicht eine Gefahr für das auf der Meistbegünstigung aufgebaute europäische Handesvertragssystem bedeilten und wie man sich daher zu dem Gedanken der Vorzugszölle verhalten soll. Vom Standpunkt der Arbeiterkasse ist zweifellos ein Abbau der hohen Zollmauern in Europa und insbesondere in Mit? teleuropa notwendig. Diese Zollmauern sind ein, Hindernis der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung, welche, wenn ihr kein Hindernis entgegengesetzt wird, bewirkt, daß alle Waren dort erzeugt werden, wo sie am billigsten hergestellt werden können. Ein solches System der Warenerzeugung unter den günstigsten Bedingungen hätte das Sinken der Produktionskosten, dadurch das Sinken der Preise und dadurch wieder die Hebung des Lebensniveaus der Bevölkerung aller Länder zur Folge. Wenn nun das System der Vorzugszölle zum Abbau der Zollschranken führt, dann kann auch dieses als Mittel zur Verdichtung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und zum Aufbau einer von Zollschranken nicht behinderten Weltwirtschaft benützt werden. Es würde sich dann folgendes System der Zolltarife ergeben: Im Verkehr mit Staaten, die. Vorzugszölle genießen, würden die niedrigsten Zölle gelten, dann gäbe es Zölle, welche im Verkehr mit jenen Staaten Geltung haben, mit denen Handelsverträge nach bisheriger Art(ohne Vorzugszölle) abgeschlossen werden und dann schließlich autonome Zölle. Statt des bisherigen doppelten Zolltarifs gäbe es einen dreifach gestaffelten von Vorzugszöllen, Vertragszöllen und autonomen Zöllen. Wenn also der geplante Wirtschaftsvertrag zwischen Deutschland und Oesterreich zu einem Abbau der Zölle führt und wenn dieser doppelseitige Vertrag noch ergänzt wird durch ein ähnliches Vertragssystem anderer europäischer Staaten, dann würde der deutsch-österreichische Vertrag den Anfang zum Abbau der Zölle bedeuten, über den bisher, so viel gesprochen, ohne daß auch nur eine einzige Tät gesetzt Maßregelung eine» spanischen General». Madrid, 28. März. Der' Vorsitzende des Obersten Heeres- und Marinerates, General V u r g u e t t e, ist seines Amtes enthoben worden. Die Maßnahme ist auf eine Pressenotiz zurückzuführen, in der General Burguette erklärt hatte, daß der Oberste Heeres- und Marinerat unerbittlich vorgehen würde, falls ein General versuchen sollte, sich zum Diktator zu proklamieren. Der Kriegsminister hat den General zu 60 Tagen strengen Artest verurteilt. Im Senat haben die Genoffen Jo kl und Polach an den Innenminister eine Interpellation betreffend das gewalttätige Vorgehen der i« Freudenthal zusammeugezogenen Gendarmerie gegen di« streikenden Textilarbeiter gerichtet, in der angeführt wird, daß die Zuspitzung der Verhältnisse, in Freudenthal, wo seit zehn Wochen 3000 Textilarbeiter im Streik stehen, in erster Linie auf das scharfmacherische, diktatorische Auftreten des in Freudenthal amtierenden ausländischen Unternehmersekretärs zurückzuführen ist. Trotz der langen Streikdauer haben die Streikenden sich in musterhafter Weise verhalten. Am 17. März begaben sich einige Streikende zum Betrieb Marburg, um zu sehen, wie viel Streikbrecher nach Arbeitsschkuß den Betrieb verlassen.■ Als die ersten fünf(!) Streikenden unterwegs waren, kam ihnen im Lauffchritt eine Schwarmlini« von 25 bis- 30 Gendarmen unter Führung eines Stabskapitäns entgegen, fordert«« di« fünf Mann znr Umkehr auf und knüppelten di« Erschrockenen, bevor sie sich überhaupt der Situation bewußt waren, rücksichtslos nieder. Einer der Arbeiter, namens Hermann Englisch, warb« derart behandelt, daß er aus Schlagwunde« blntete»nd ihm di« Kleider samt dem Hemd Berlangenms der Krise«' Unterstützung. Mit Kundmachung vom 29. Dezember 1930, Zahl 23.200-III-E—30 hat der Minister für wziale Fürsorge im Einvernehmen mit dem Flnanzmmister, dem Minister für Industrie, Handel und Gewerbe und dem Landwirtschaftsminister mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1931 erkärt» daß die Vorbedingungen für die Anwendung der Bestimmungen des Artikels HI des Gesetzrs Zahl 74-1930 S. d.«.«.». für folgende Branchen eingetretrn find: Textil-, Glas», Metall-, Leder-Jndnftri«, Bergbau, Holzindn- trie und Buchdruckereigewerbe. Di« Gültigkeit dieser Kundmachung, die«r- prünglich mit 31. Mär; 1931 bestimmt war, wurde eben durch Kundmachung vom 26. März 1931, Zahl 25L14-HI-E—31 bis 30. April d I. verlängert. Gegen die Uebergrisie der Radiozeusur Interpellation des Gen offen Polach im Senat. ' Genosse Polach hat am Dounerstag im Se- nat eine Interpellation an die Minister für Post nnd Inneres eingebvacht, in der die Aufmerksamkeit der beiden Minister auf die in letzter Zeit immer häufiger vorkommende ungerechtfertigte Zensur deutscher Radiovorträge gerichtet wird. Die Interpellation führt an, daß am 18. März ein Vortrag des Genossen Polach in der Brünner deutschen Sendung auf Weisung der Prager Zentrale des Radiojournals vom Programm abgesetzt wurde, mit der kurzen Begründung, daß ich der Vortrag für Radiozwecke nicht eigne. Es 'handelte sich um einen Vortrag über die Pariser Kommune. Kur; vorher war ein Vortrag des Genoffen Bloch gleichfalls in Brünn mit der Begründung zensuriert worden, daß durch die Werbung für Alkoholabstinenz das Alkoholkapital sich in seinen Interessen betroffen fühlen könnte: Auch auf die von uns vorgestern erwähnte Verhinderung des Radiovortrages des Genoffen Goldschmidt, die sich inzwischen als Folge bloßer Schlamperei herausgestellt hat, wird in der Interpellation hingewiesen. Die Interpellanten stellen fest, daß durch das Verbot, bzw. die Zensur aller Borträge politischen Charakters, die für ein Arbciterpublikum bestimmt sind, das Radio direkt seines volkS- bilden Charakters beraubt wird: sie verwahren sich gegen diese einseitige Handhabung der Radiozensur und ersuchen die Minister, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um diesen Nebelständen abzuhelfen. Srämekr neuester Kronzeuge. Die„Tätigkeit", der der Herr Minister Monsignore Zramek während der Aera der glorreichen Bürgerkoalition oblag, ist bereits sprichwörtlich geworden: alle Welt weiß, daß Kramet nicht anderes war als ein Minister gegen oziale Fürsorge, daß er sein Ressort zur absoluten Untätigkit auf sozialpolitischem Gebiete zwang, aber immer dabei war, wenn es gellt, den Arbeitern und Angestellten ein Stück der Rechte zu rauben, die sie in der Nachumsturzzeit errungen hatten. Die politische Oeffentlichkit ist darüber schon genügend aufgeklärt und selbst sehr weit rechts stehende bürgerliche Blätter haben kein Hehl daraus gemacht, zu wessen Gunsten der Vergleich zwischen den: früheren und dem jetzigen Fürsorgeminister ausfallen muß. Und nun hat sich doch merkwürdigerweise jemarch gefunden, der die Verdienste des Herrn Zramek um die— Arbeitslosen herausstrich, weil er glaubte, so di« Arbeit des Genossen Dr. Czech schmälern »u können. Der es tat, war Kin Klerikaler, kein Bürgerlicher, sondern ein revolutionärer B o l- s ch e w i k, der Herr Senator Haken. Wie der„Internationale Metallarbeiter" berichtet, hat Laken in einer Versammlung in Botentvald erklärt, Zramek hätte den Arbeitslosen 24 Millionen K gegeben, buchstäblich in Fetzen geritten wurden. Aehn- lich erging es einer Reihe harmloser Zuschauer; ei« Arbeiter wurde bis.in das Arbeiterheim verfolgt und auf der Stiege niedergeschlagen. Dagegen werde« die Stren- brecher von den Gendarmen liebevoll beschützt; sie dürfen die Streikende» unter Gendarmerieschutz beschimpfe« und verhöhne«; wen« einer der Streikenden aber nur eine Gegenbemerkung macht, so wird er sofort verhaftet. Der Interpellation find eine ganze Reche von Protokollen beigelegt, in denen einwandfreie Zeugen ihre Erfahrungen mit der Gendarmerie niedergelegt Huben; bis die Jnter- Pellation immunisiert sein wird, behalten wir uns vor, Auszüge aus diesen Protokollen zu veröffentlichen. Die Interpellanten fragen den Minister, ob er es billigt, daß die Kanzlei des Gendarmeriekommandos in Freudenchock in dem Fabriksgebäude des größten Scharfmachers«ntergebracht wird und daß unter dem Schutz der Gendarmerie die streikenden Arbeiter von den Streikbrechern und den Herren Marburg ungestraft verhöhnt werden dürfen; endlich ob er gewillt ist, sowohl die schuldtragcnden Gendarmen als auch chren Kommandanten zur Verantwortung zu ziehen und den verursachten Schaden jÄer Art wieder gut zu machen. Dr. Czech aber nur 12 Millionen. Nun find die Zahlen, die Haken angegeben hat, natürlich falsch, sie sind währe Hausnummern. Denn unter 8ramek wurden den Arbeitslosen niemals 24 Millionen gegeben und Genosse Dr. Czech hat Beträge für Zwecke der' Arbeftslosenfürsorge (produktive Arbeitslosenfürsorge, Ernährungsaktion, Milchaktion ustv.) durchgesetzt, die ein Vielfaches von 12 Millionen ausmachen. Sollte Haken nun sich dahin ausreden wollen, daß er mit seinen beiden Zahlen die Leistungen auf Grund des Genter Systems gemeint hat, wäre feind Blamage noch größer. Denn unter Zramek haben diese Leistungen nie die angegebene Höhe erreicht und unter Czech wurden sie vervielfacht... Es wäre müßig, im Detail nachzurechnen, was Herr Hecken— also nicht irgendwer, sondern einstiger Vorsitzender der K. P. E— für Unsinn zusammengeschwätzt hat. Uns erscheint eine andere Frage wichtiger, nämlich die, wie tief die Kommunisten schon gesunken sind, wenn sie, um«inen Sozial- damokraten und noch dazu einen, der in einer, Minute seines Arbeitstages mehr für die Arbeiter leistet, als die Kommunisten seit der Existenz ihrer Partei, wenn sie, um den Gen. Dr. Czech schlecht zu machen, wider besseres Wissen und wahrheitswidrig den Arbeitern etwas über die Verdienst« erzählen, die sich ein geschworener Feind der Arbeiterschaft, ein reaktionärer Pfaffe angeblich um sie erworben hat! Diese geradezu krankhaft«« Emanationen kommunistischen Hassos gegen di« Sozialdemokratie werden einmal«in breites Kapitel in einer Kulturgeschichte der Gegenwart— etwa unter dem Schlagwort„Abnormitäten"— bilden müssen. Wie die Kranrenverstchenmgranstalten bemogelt werden. Allmählich wird eS klar, aus welchen Gründen die bürgerliche Presse, allen voran jene dec Deutschen Natronalpartei und auch die landbündlerische soviel an den BezirkSkranken- versicherungSanstalten auszusetzen haben, warurn ihnen so vieles an der Zentralsozialversicherungsanstalt nicht paßt und warum sie insbesondere gegen die sozialdemokratischen Funktionäre und Beamten dieser Anstalten in allen Tonarten Wettern. Solange die Kaffen in deutschnationaler Verwaltung standen, waren die Herrschaften mit ihnen zufrieden. Weshalb sie es jetzt nicht mehr sind, darüber wollen wir kurz berichten. Nach dem Kriege wurden von unseren Genoffen in den meisten Kaffe« Lohnrevisionen der Firmen eingeführt und seit einigen Jahren sind diese Revisionen allgemein eingeführt worden. Sie hatten den Zweck, den Ver- sicherungspflichtigen vor Unterversicherung zu schützen und ihn im Falle der Erkrankung vor Schaden zu bewahren. Wie notwendig diese Maßnahme war, geht aus einer Statistik der„Mitteilungen der Zentralsozialversicherungsanstalt" vom März 1931, Nr. 4, hervor. Wir entnehmen daraus folgende Ziffern: In den letzten drei Jahren wurden in Betrieben, deren Arbeiter in Bezirkskrankenversicherungsan st alten versichert sind, Lohnrevisionen vorgenommen und folgendes festgestellt: Krankenversicherungsbeiträge.. 221,165.012 X Invaliden- und Altersver- sicherunasbeiträge.... 179,914.067 X Nach durchgeführter Revision mußten den revidierten Betrieben folgende Nachträge vorgeschrieben werden: Krankenversicherungsbeiträge.. 13,628.763 X Invaliden- und Altersver sicherungsbeiträge 6,293.132 K Ohne die Lohnrevisionen hätten sich also die Herren Unternehmer die Kleinigkeit von insgesamt 21,921.895, d. s. rund 22 Millionen X zum Schaden der sozialen Institute„erspart". Dabei Wollt Ihr immer überlang arbeiten? Soll für euch nicht auch der Achtstundentag gelten? Arbeiters«»»«, Arbeitermädel! Sollt ihr nicht auch die Möglichkit haben,«inen ausreichenden Urlaub nutzbringend zu verwen» den? Sollt ihr immer Sklaven sein, die sich alle Mißhandlungen gefallen lassen müssen? Gibt es für euch nicht auch einen freien Sonntag? All dies wollen wir euch verschaffen! Die sozialistische Jugend kämpft für Jugendschutz und Jugendrecht. Der Sozialistische Jugendverband ist der einzige Anwalt der unterdrückten schaffenden Proletarierjugend. Kommet deshalb zu uns und kämpfet mit vielen Tausenden Burschen. und Mädeln für die Rechte der arbeitenden Jugend. Arbeikreltern! .Sorget dafür, daß eure Kinder nicht ausgebeutet werden. Erkundigt euch in allen Dingen, die das Berufsleben eurer Kinder betreffen, bei den Funktionären des Sozialistischen Jugendverbandes. Fugend, wir rufen dich! darf.man nicht übersehen, daß die angeführten Ziffern nicht alle Betriebe umfassen. Was di« industriellen Arbeitgeber fertig bringen, können aber die Herren vom Halm und Ahr noch viel bester. Den landwirtschaftlichen Kasten wurden in den letzten drei Jahren vorgeschrieben: Krankenversicherungsbeiträge,. 7,364.318 X Sozialversicherungsbeiträge... 6,419.900 X Nach durchgcführten Lohnrevisionen mußten den agrarischen Arbeitgeber^ folgende Nachträge vorgeschrieben werden: Krankenversicherung..... 917.179 X Invaliden- und Altersversicherung 261.893 X Bei der Krankenversicherung sind das 12,47 Prozent» bei der Alters- und Invalidenversicherung 4.08 Prozent od?r 1,189,072 X,. um die die eigenen Anstalten der Agrarier zu kurz gekommen wären und welche Beträge in die Tasche» der noblen Arbeitgeber zum Schaden ihrer Arbeiter geflossen wären. Diese Ziffern dürften wohl genügen und müßten den Arbeitern Ansporn sein, alles daran zu setzen, damit die Krankenverficherungsanstalten in den Händen der Arbeiter bleiben.- Der Handelsvertrag mit Ivaoslawien. Prag, 28. März. Der jugoslawisch« Gesandte in Prag Dr. Kramer stattete heute den: Außeu- mimster Dr. Benes einen Besuch ab und über- brachte ihm die offizielle Mitteilung, daß der gestern in Belgrad zusammengetretene Mnister- rat den» Text des tschechoslowakisch-jugoslawischen Handelsvertrages zugestimmt har. Handelsmirn- ster Demetrovrö trrfft Montag, den 30. d. M. in Prag zwecks Unterzeichnung des Vertrages ein. Die Regierungsverordnung über den Schutz der Gesundheit und des Lebens der bei der gewerbsmäßigen Durchführung der Bauten beschäftigten Arbeiter, die vom Ministerium für soziale Fürsorge ausgearbeitet wurde, wurde in der Sitzung des Ministerrates vom 26. Diärz 1931 genehmigt und wird in der Sammlung der Gesetze und Verordnungen in den nächsten Tagen verlautbart werden. Senatssitznng am Montag entfällt. Wie die Korrespondenz der Nationalversammlung mitteilt, findet die für Montag, den 30. Mar; um 4 Uhr nachmittags angesetzte Senotssitzung nicht statt. Di« nächste Sitzung wird auf schriftlichem Wege einberufen werden. 7leue. ZcziehuMQ lUt* Lehrer und Eltern« Zeitschrift der Relchsveielrtlgung deutsatter sozialdemokratischer Lehrer In der ÖSR. In den nächsten Tagen erscheint die zweite Nummer der„Neuen Erziehung". Sie enchält einen Aufruf an die sudetcndeutsche Lehrerschaft, firner einen Artikel über„Das In:presse der arbeitenden Bevölkerung und der Schulausbau". Bon Dr. Hel- mut von Bracken einen Aufsatz über die nationalsozialistische Schultyrannei in Braunschweig, weiter wird in einer Gegenüberstellung geleigt, wie die Völkischen die Wahrheit verfälschen. Zit der Rub' ik „Aus der Elternbewegung" wird an Hand von Beispielen den Elternausschußmitgltedern praktische Aufklärung zur Ausübung ihrer Funkucn vermittelt. Die Rubrifin„Bon den Gegnern" und„Aus der Organisation" bringen interessante Tatsachen. Di« „Reue Erziehung" kostet jährlich 12 X. Sie soll von jedem ErzichungSfunktionär der Arbeiterschaft gelesen werden. Bestellungen sind zu richten: An die G e s ch ä f t s st e l le der„Neuen Erzie h u n g"> Aussig, D r. B i l l r o t h st r- ß e 20. Seite'4 Gomttag, 29. März 1981 Nr. 76 Tagesneuigkeiten. Wettere Verhaftungen in Kafchau. Kafchau, 28. März. Im Zusammenhang mit her Assentierungsasfäre wurde heute der 26jährige Arzt Nicolaus Klein zur Polizei gerufen, der erst vor wenigen Tagen aus dem Militärdienst entlassen worden war. Er wurde einem Veryör unterzogen, worauf er sofort in Haft genommen wurde. Alle, die in die Affäre verwickelt sind und bisher festgestellt wurden, wurden heute von der Polizeidirektion in die Haft des Kreisgerichtes Äaschäu überstellt. Schiffe in tziruat. Riga, 28. März. Ter 2000 Tonnen große britische Frachtdampfer„A r n i st o n" ist in der letzten Nacht im Rigaer Meerbusen gesunken. Das Schiff befand sich in einer Dampferkara- wonne, die gegenwärtig von einem Eisbrecher aus Riga in die Ostsee geführt wird und mit ungeheuren Eisschwierigleiten zu kämpfen hat. Die Wände des englischen Dampfers wurden von den Eismassen eingedrückt und der Dampfer nach vierstündigen vergeblichen Bemühungen, ihn über Wasser zu halten. Seine 22 Mann starke Besatzung wurde von dem Eisbrecher gerettet. Auch die übrigen Schiffe der Karawanne sind, in kritischer Lage. Der deutsche Dampfer„Novcx" hat einen Steuerschaden,■ tin lettischer Dampfer ein großes Leck. Sie wurden von dem Eisbrecher in Schlepptau genommen. FSnf Kinder erfroren. Holly(Colorado), 28. März.(Reuter.) Fünf Schulkinder im Alter von 8 bis 14 Jähren sind heute in dem Schulautobus auf der Fahrt in die Schule in Holly erfroren. Der Autobus, der die Kinder täglich zur Schule brachte, geriet in einen starken Schneesturm und wurde vollkommen eingeschneit. Eine Rettungsexpedition rettet noch 18 Kinder, die aber halb erfroren waren. Eine gute Tat. Die holländische Exposition auf der Prager Mustermesse hat sich entschlossen, das gesamte Gemüse, das sie ausgestellt hat und das mehr als eine Wag- aonladung ausmacht, der Prager Aus- speiseaktion für die Arbeitslosen, dem Roten Kreuze, dem Bakuleinstitut, den Barmherzigen Brüdern und einigen andern, humanitären Anstalten, zu schenken. Es handelt sich um erstklassige, ganz frische Ware, deren Wert viele Tauferche ausmacht. IV. Gehörlosentag in Böhmisch-Letpa. Am 4. und 5. Avril 1931 findet in Bohmisch-Leipa der IV. Gehörlosentag, veranstaltet von der „Reichsvereinigung für deutsche' Taübstinm'neii- fürsorge in der tschechoslowakischen Republik", fcjto. den«»geschlossenen Vereinen„Delatave" in Komotau,„Biene" in Reichenberg und dem Ge- Hörlosen-Unterstützungsverein in Rumburg, statt. Die IV. Tagung der Gehörlosen in Böhm.-Lcipa soll kein Kongreß Unglücklicher sein, die über ihr hartes Schicksal hadern, sondern eine Aussprache zielbewußter Leidensgenossen, durch die Mittel und Wege gefunden werden sollen, die durch die Gehörlosigkeit besonders erschwerten Lebensbcdin- gungen nach Möglichkeit zu erleichtern und zu verbessern. Die Oefsentlichkeit soll auf diese Tagung durch diese Zeilen besonders aufmerksam gemacht werden. Durch die augenblicklichen wirtschaftlichen Bcvhältmsse werden in erhöhtem Maße auch die Gehörlosen betroffen, und ausgiebige Hilfe für diese ist dringend nötig. Tie neugegründete„Reichsvereiingung für deutsche Taubstummenfürsorge in der Tschechoslowakischen Republik" hat die Aufgabe, das Schicksal der Gehörlosen zu bessern.» Auf dem Heimweg von einer Beerdigung.. Aus Trautcnau wird uns berichtet: Die 50jährige Eisenbahnersgattin Pusch aus Trau- tenau beteiligte sich am Mittwoch an der Beerdigung des in Ausübung seines Dienstes tödlich verunglückten Eiseiwahnangestellten Flöget aus dem Trautenauer Friedhöfe. Auf dem Heimweg vonr Gottesacker stürzte die Frau Plötzlich ohnmächtig zu Boden und verschied nach tvenigen Augenblicken. Ein Herzschlag hatte ihrem Leben ein Ende bereitet. Eine Warnung. Die Ortsgruppe Aussig des Deutschen Musikerverbands schreibluns:- In letzter Zeit prehren sich die Fälle, daß in verschiedenen TageSblättern Inserate aus Deutschland erscheinen, worin Schüler zur Erlernung des Musiker- Berufes gesucht werden. Diese Lehrlingstavellen,' die im Volksmund: den eigentlich richtigen Namen „StadtPfeiferei" führen, bestehen aus einein oder mehreren Dutzend Lehrlinge» und zlvri bis drei Gehilfen, meist mindertauglichen Musi- k e r y, denen die musikalische Ausbildung der Lehrlinge anvertraut ist. Ter Lehrling muß jede Arbeit, die ihm zugemutet wird, unentgeltlich leisten: Küchenarbeit, Kinderwarten, Haus- üud Landarbeit, und Stuben- und Treppenscheuern, Diehställe auspntzcn u. a. m. Dem Lehrherrn steht das Zücht igitntzsrccht zu. Zudem haben die Eltern »leist. noch ein*b c t r ä ch t l i ch e s Lehrgeld ru zahlen, Instrumente, Kleidung und Wäsche zu ^schaffen und zu erhalten und bei Erkrankungen des Jungen die Kosten der Behandlung zu tragen. Ungenügende Ernährung, überfüllte Schlafstube», Ueberanstreilguna des jugendlichen Körpers durch Nachtarbeit(Tanzinupt), unausbleibliche alkoholische und sexuelle Ausschweifungen prädisponieren selbstverständlich für Krankheiten. So wie die Lehrlinge ihre Instrumente zu halten verstehen, werden sie vom Unternehmer ausgebeutct. Auf die allgemeine Ausbildung des f War Ter Richtigkeit seiner Entscheidung zu zeugen SPD. Rom, Mitte März.(Eig. Ber.) Seit fünf Jahren geht durch die Weltpresse der Fall des unbekannten Mannes mit dem verlorenen Gedächtnis; der Fall des Mannes, der:m Jahre 1926 zerlumpt und verhungert in len Straßen Turins aufgefunden wurche, ohne daß as zunächst möglich war, die Identität des Findlings, der keinerlei Angaben über sich machen konnte,.festzustellen. Die Sache beschäftigte vor drei Jahren das Turiner Gericht, zur Zeit findet der große Berufungsprozeß in Florenz statt. Das Turiner Urteil, gegen das die Berufung gerichtet ist, besagte ungefähr: Handelte es sich bei dem Findling um den früheren Professor Cane lla, oder um den Buchdrucker Brune ri? Das Gericht habe sich nach eingehender Be- weisaufnahme dafür entschieden, daß der Unbekannte nicht der Veroneser Professor Canclla fei, der als in Mazedonien verschollen zu gelten habe; vielmehr sei der seinerzeit in Turin in der Jrrenheilanstalt unter der Nummer 41.170 aufgenommene und dann wieder entlassene Unbekannte de: frühere Buchdrucker Mario B r u n e r i. Ter Unbekannte selbst behauptete, Canella zu sein. Die Macht des Glaubens. Bruneri hatte vor Jahren Frau und Kind verlassen, in Mailand mit einer Geliebten gelebt und war dann plötzlich verschollen. In der Zwischenzeit wurden gegen Bruneri wegen verschiedener kleiner Eigentumsdelikte, begangen aus Not, mehrere Haftbefehle erlassen. Nach dem Turiner Urteil hätte der Unbekannte als Mario Bruneri ins Gefängnis wandern müssen. Aber die Familie Canella, die weiterhin mit unumstößlicher UeberzeUgung daran glaubte, daß der gcheimnisvoll« Findling der Veroneser Professor sei und daß Gattin und Familie aufs neue des Mannes uiw Vaters beraubt werden sollte, setzte zum Beweise der Richtigkeit ihres Glaubens einen rissigen Apparat trt Bewegung. Jahrelang zogen sich die Erhebungen hin. All die Jahre lebte die Frau weiter mit dem Unbekannten in ehelicher Gemeinschaft. Bon ihm bekam sie zu den Zwei Kindern, die sie vorher hatte, in diesen letzten Jahren z>vei weitere." Der Besuch im Irrenhaus. Die Verhandlung vor dem Berufungsgericht in Florenz hat sich lange hingezogen. Die neuen PcweisEin genialer Schauspieler'? der Mann, wie daZ Turiner Gericht erkannte und wie, nach dem Verlaus des jetzigen Prozesses, wohl auch das Berufungsgericht von Florenz entscheiden wird, wirklich rin Simulant, ein Mensch, der sich bewußt verstellte? Ter Mann selbst gibt sich nach wir vor— in einer übrigens ympathischen Seelenruhe und würdigen Haltung— als Professor Canella aus. Wenn er für Bruneri ins Gefängnis wandern müsse, wenn rr weiterhin werde leiden müsse«, so werde er das auf sich nehmen. Aber niemals werde er von seiner geliebten Julia lassen, niemals von seinen Kindern. Die Richter, die das Sch'.cksalknäuel entwirren sollen, sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. F. GeHeiinnrs Rr. 44.170, Der Mann ohne Namen: ei« Simulantengeniek— Der Kamps der Familie Canella.— Die Ansprüche einer verlassene«» Ehefrau. anträge der Verteidigung Canellas wurden zunächst alle abgelehnt. Der Unbekannte wurde überhaupt nicht vernommen. Der Staatsanwal: plädier;« dafür, daß die Berufung zu verwerten;et. Das Turiner Urteil müsse, angesichts res überreichen Beweismaterials, bestätigt werden. Der Unbekannte sei, nach allen wissenschaftlichen Gutachten, trotz der ungemeinen Ähnlichkeit mit dem Veroneser Professor Canella unbedingt als der Buchdrucker Bruneri anzuerkennen, der sich Weib, Familie, Ehre und bürgerlichen Wohlstand der Familie Canella mit vollem Bewußtsein und in betrügerischer Absicht erschlichen/ habe. Das Berufungsgericht hat die Verkündung des Urteils auf vier Wochen hina--geschoben. Das Gericht mag sich für Bruneri oder Canella entscheiden, Zweifel müssen immer bleiben. Niemand kann einwandfrei feststellen, wer wirklich jener Mann ist, der im März 1928 in Turin ausgefunden wurde, der nicht wußte, wie er hieß, wer er war, wohin er gehörte, woher er kam. Die veröffentlichte Photographie des Mannes und dann der Besuch in der Irrenanstalt von Collegno ließen«r Frau Canella vollkommen sicher scheinen, daß sie ihren Mann wiedergefunden habe. Die Bruneris behaupteten, zusammen mit allen früheren Arbeüsgeuossen des Mannes, mit der gleichen Sicherheit das Gleiche. Der Unbekannte selbst entschied sich sofort für Julia Canella und ihre Familie und sand in seinem Gedächtnis sogar tausend kleine Einzelheiten wieder, die für di« scheinen. ' bei Bad Berka bei Weimar errichtet und dem Andenken der im Weltkriege Gefallenen gewidmet sein soll. Gleichzeitig hat auch das Reichskabinett die Errichtung eines Ehrenmales für Einheit und Freiheit am Rhein ins Auge gefaßt. Frecher Ueverfall. In nächster Nähe des Teufelsees(Spandauer Forst bei Berkin) wurde Samtas mittags aus die Lehrerin Anna Philipp, die sich auf einem Ausflug mit Kindern ihrer Schule befand, ein RaubÄcrfall verübt. Der etwa 30jährigc Täter riß die Lehrerin zu Boden, würgte sie und entwand ihr die Handtasche, in der sich zehn Mark Bargeld, ein Fahrschein für 30 Kinder urck> für die Lehrerin und eine goldene Armbanduhr befanden. Der Täter ist unerkannt entkommen. Maffenerkrankungen durch verdorbenen Topfen. In Blatna erkrankten die Mitglieder einiger Familien,, insgesamt 50 Personen, ernstlich nach dem Genuß von Topfen, der von der dortigen Molkerei verkauft worden war. Während die Erwachsenen bereits außer Gefahr sind, liegen noch einige Kinder schwer krank darnieder. Gattenmord. In Einsiedel bci Göllnitz(Slowakei) erschlug der 48jährige Bauer Mathias Nagy feine 54jährige'Frau Helene. Nag», der in der letzten Zeit sehr verschuldet war, sollte auf diese Werse feine Frau los werden, die gelähmt war und gerne trank. Er wollte durch eine neue Heirat zu Geld kommen. Nagy wurde dem Leutschäuer Gericht überstellt. Familienstreit mit tödlichem Ausgang, leitende Beamte der Budapester Berkehrsgosellschaft Theodor Törs geriet Freitag nachts aus bisher unbekannter Ursache mit seiner Frau in Streit nnd versetzte ihr mit einem Gegenstand mehrere Hiebe auf den Kopf. Die Frau rannte in Sen Hof, wo sie bewußtlos zusammenbrach. Törs jagt« sich aas einem Revolver«ine Kugel in die Brust und blieb auf der Stell« tot. Di« schwer verletzte Frau wurde ins Spital gebracht. Protest gegen eine neue Baka-Filiale. Die Schuhfabrst Baka eröffnete am Freitag in Bautzen eine Filiale. Gegen die Niederlassung Bakas war feit Tagen und Wochen protestiert worden, insbesondere von der.Geschäftswelt. Freitag vormittags gegen 9 Uhr kam«s vor dem neueröffneten Geschäft der Schuhfabrik zu stürmischen Kundgebungen. Kommunistische Redner hielten Ansprachen und verteilten Flugblätter mit der Parole:„Nieder mit dem Ausbeuter Baka!" Zu einem Orchesterstreik während einer Vorstellung kam es dieser Tage in Desto bei Mailand. Di« dort gastierende Truppe führte ein« Oper auf. Ta deu Orchestermitgliedern die Gagen nicht aus- gczahlt worden waren, legten sie w^rcnd der Vorstellung die Instrumente nieder und verließen das Theater. Di« Vorstellung mußte bei Klavierbegleitung zu Ende geführt werden. Schnee im Peleponnes. In zahlreichen Gegenden Griechenlands, so insbesondere in Mazedonien und Thessalien, ist Schn« gefallen. Es wird auch ein« «in Meter hohe Schneeschicht im PcleponneS ge- ,neidet, das ein« sehr selten« Erscheinung ist. Merkwürdiges von den Marsmonden. Zwei sehr schöne und Helle Stern« sind gegenwärtig nach ', Eintritt der Dunkelheit hoch am Abendhimmel;« kicher Kriegervereine in Form eines Ehrenhains beobachten, die durch ihr ruhiges Licht auffallen. Es Lehrlings wird kein besonderer Wert geletzt und so wird ans ihm ein DurchfchnittSmufiker, dem durch die falsche Berufswahl ein schweres Los beschieden wurde. 2cu-r der Tüchtige hat heute Aussicht, als Musiker fern karges Brot zu verdienen. Um Enttäuschungen zu ersparen, warnen wir daher alle Eltern im Interesse ihres Kindes, diese nicht in sogenannte Stadtkapellen noch Detrtschlemd in die Lehre zu schicken; Der Deutsche Musikervcrbaud Teplitz-Schöitau ist gerne' bereit, Eltern, die ihr Kind Musik als Beruf erlernen lassen wollen, mit Rat und Tat beizufteheu. Betrügerischer Univcrsitätsprofessor'? Bor dem Schöffengericht Hirschberg(Schlesien) haben sich zur Zeit der Univcrsitätsprofessor Dr. Jo- sephy ans Jena und der Inspektor Ewald Knauer aus Leutbach(Kreis Gkogau) zu verantworten..Beide werden beschuldigt, aus der Erb-! mässe des im Jahre 1927 verstorbenen Dr. Jv- scphy, der der Onkel des einen der Angeklagten war, 60.000 Mark unterschlagen zu haben. Der verstorbene Dr. Josephy, der bei einem Unfall »ms Leben kam, gehörte zu den Führern des schlesischen Landbundcs. Verschüttet. In Dortmund-Aplerbeck wurden zwei"Erwerbslose von Schlackenmassen verschüttet. Einer verunglückte tödlich, der andere wurde lebensgefährlich verletzt. Angeklagter als Dichter. Ein 78jähriger Justizsekrctär a. D., der vom Schöffengericht Berlin-Mitte wegen. fortgesetzten Betruges zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, überreichte dem Gericht seine Verteidigungsrede in Form eines Gedichts. Auf das Verlangen des Angeklagten verlas der Vorsitzende den Erguß als Schlußtvort. Keine Alkoholreklame in cnglifchen Postämtern. Uebcr Weisung des Postministers mußten aus allen Postämtern Englands Werbeplakate für Bier, Wein, Whisky usw. entfernt werden. Eine Interpellation der Oppositidn des Parlaments blieb ohne Erfolg. Das einzig richtige Rezept. Das Pariser Theater Ambiguc hat Donnerstag nach mehrtägiger Unterbrechung wieder die„Dreyfus- Affärc" auf das Programm gesetzt. Bei der Vorstellung kam es neuerlich zu Ausschreitungen der Royalisten. Einige der Manifestanten benützten Tränengas, was bei dem übrigen Publikum Empörting hcrvorrief. Einer der^zedcnten, ein royalistischer Student, wurde auf die Bühne gebracht, wo man ihm die Hosen auszog und ihn durchprügelte. Die Polizei mußte eipschrciten und ihn aus den Hätwen der empörten Zuschauer be- ireien. Bor dem Theater hatte eine Polizeibercit- schaft von 300 Mann Aufstellung genommen. Auch das royalistische Zentrum, die„Action 'rancaise" wurde von starken Polizeiabteilungen tewacht, da verlautete, daß da Royalisten beabsichtigen mit Gewalt in den Theaterraum einzudringen und die Vorstellung unmöglich zu machen. Ein Reichsehrenmal für die Toten des Weltkriegs. Tas Reichskabinett hat das Rcichsmini- termm des Innern beauftragt, die entsprechenden Schritte wegen Errichtung eines Reichs- chrenmal vorzunehmen, das über Wunsch samt-- Lom Rundsnnr. Montag: Prag: 11.1Z Schallplatten. 11.45 Schollpüitten. 18.30 Deutsche Sendung: I. Böser: Alm« richtig. Unterrichtsfliz;« nps der Arbeitsschule; 20.00 Gesang tschech. Lehrer. 2100 Ondricetquartr':. 21.85 Klavierkonzert.— Pretzburg: 11.30 Schallplatten. 13.30 Schallplatten. 16.30 NachmirtagSkimzert. 17.50 Kammermusik.— Brün«: 11.13 Schallplatten. 18.25 Deutsche Sendung: Bisom: WaS v-aucht der Stadtkörper Groß-Brünn?— Möhr.-Ostran: 11.00 Schallplatte«. 12.30 MittagLkonzerr. 15,00 BolkSrüinliche Schallplatten. 16.55 Musik für chromatisch« Harmonik. 18.26 Deutsche Sendung.— Berlin: 19.40 Unterhaltungsmusik.— Breslau: 21.00 Kammermusik.— Frankfurt: 19.45 Umerhalrungskonzert.— Köln: 20.00—20.55 Aus deutsch:« Opern.-- Königsberg: 19.00 Bläsermusik. 20.00 Ans dem Opernhous: ,Do-ea" von Puecini.— Leipzig: 20.15 V>e: Streitgespräche.— München: 18.45 Goldgräber in Alaska. — Wien: 18.85 Das Brot, im Wandel drr Zeiten. 20.00 Fesckonzert der Burgenländer Landesregierung anläßlich der zehnjährigen Zug-Hör'.pkei: zu Oesterreich.— Moskau: 20.00 Opern-Uebrrtragung. 21.00 Konzert. Dienstag: Prag: 11.15 Schallplatte». 11.45 Schallplatten. 18.30 Deutsche Sendung: F. Eym: Lova, Erlebnisse auf dem Aetna. Prof. Dr. St. Kühn: Die alte Stadt, ihr Schutz, ihr Umbau. 19.00 Volkslieder. 19.30„Aida", Oper von Verdi, Schallplatten.— Brünn: 11.15 Schallpl. 12.25 Mittagskonzert. 18.25 Deutsche Sendung: Dr.F.Frimmel und Dr.H. Hanisch: Technik und Organisation des Saatgutbanes. 19.80„Aida", Uebertr. aus Prag.—M.-Ostraur 11.00 Aeltere Schallplatten. 15.00 Bunte Schallplatten. 1630 NachmittagÄkonzert. 17.45 Komp, für chromatische Harmonik. 18.25 Deutsche Sendung, übertragen aitS Brünn.— Preßburg: 11.30 Schallplatte«. 13.90 Schallplatten. 16.30 NachmittagS-- konzert. 17.50 Slowakische Melodien von deutschen Ko-msipnisten. 19.00 Klavierkonzert. 19.30„Aida", Uebertragung aus Prag.— Berlin: 18.20 Arbeitslosigkeit— ein Problem der Volksgesundheit(Tr. I. Moses). 18.45 Unterhaltungsmusik. 20 80 L'Arlestcnne von G. Bizet.— Breslau: 20.10 Schuberllieder.— Frankfurt: 19.45 Mandolinenkonzert.— Köln: 20.10 Abend mit Josef Plaut.'— Königsberg: 18.30 Arbeiterdichtung»nd Arbeiterdichter: K, Kolpack. 19.25 Katastrophen 1980.— Leipzig: 1930 Das deutsch« Handwerk in Dichtung u,L Musik.— München: 1935„Othello", Oper vin G. Verdi. 0.30—1.30 Nachtkonzert.— Wien: 20.00 Wiener Schubert-Bund.— Moskau: 2109 Arbefterkonzert. — Rom: 21.00 Opernübertragung. sind zwei Planeten: der hellgelb leuchtende Jupiter und der rötlich leuchtende Mars. Ter Mars sicht in unmittelbarer Nah« der Zwillinge Kastor und Pol- mx. Bei dieser Gelegenheit ist es auch von Interesse, einige merkwürdige Tatsachen der beiden Mars-,, trabanten etwas näher zu betrachten. Erst feit etwa einem halben Jahrhundert find diese Mond« der Wissenschaft bekannt, denn sie wurden im August der Jahres 1877 auf der W a s h i n g t o u e r Sternwarte von dem Astronomen Asaph Hall entdeckt. Beide sind nur unter günstigen Umständen in den größten Fernrohren zu sehen. Den Durchmesser des PHobos schätzt man auf 16 Kilometer, und den Durchmesser des D e i m o S. auf 58 Kilometer. Es sind also nur ganz unscheinbare Weltkörperchen. Aeuherft merkwürdig ist es, daß sie dem Mars so nahe sind und deshalb den Planeten in sehr kurzer Zei: umkreisen. Phöbus, der nödtftc Mond, ist von der Marsoberfläche nur' 5900 Kilometer entfernt und gebraucht zu'einem Umlaufe nur etwas mehr als 7.5 Stunden. TeimoS befindet sich in einem Abstände von etwa 2300 Kilometer von der Oberfläche des MarS und umkreist diesen in etwa 8OJ4- Stunden. Eventuelle Marsbelvohner würden den Phcbos trotz seiner geringen Ausdehnung ungefähr ebenso groß sehen, wie uns unser Mond erscheint, wegen des größeren Abstandes des Mars von der Sonne allerdings nicht so hell. Deimos würde nur die Helligkeit haben wie bei uns der Morgen- und Abendstern, die Venus. Die Bahnen der beiden MarSmonde stitd fast vollständig kreisförmig und nur wenig gegen den Marsäquator geneigt. Bon den Monden aus gesehen, würde, der Mars«inen wunderbaren Aitblick bieten. Vonr Deimos aus sieht man den MarS als eine 32mal größere Scheibe afB den Erdmond von der Erde. Vom Phobos aus gesehen siehj man den Marsdurchmesser gar 82mal so groß, wie wir den Monddurchmesier sehen! Und dies« Miniatnrweltkugel ist von der Marsoberfläche ungefähr ebenso weit entfernt wie Paris von Re» York. Haftentlassung des Bezirksarztes Dr. Heisler. Der unter dem Verdachte des Verbrechens gegen den Paragraph 144 vechaftete Oberbezirksarzt Dr. Heisler aus Saaz wurde am SamStag aus der Untersuchungshaft des Brüxer KreisgrrichteS entlassen. Auch sein« Mutter, di« in Prag ansässig« Hebamme Marie Heisler wurde auf freien Fuß gefetzt. Die Untersuchung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Schüsse gegen«ine« Zug. Zwischen den Stationen Ksicnski und Aonbrzezne(polnischer Korridor) wur" den gegen den einem deutschen Durchgangszug an» geschlossenen polnischen Waggon Schüsse abA:g«ben. Bon einer Kugel wurde der Mantel einer polnischen Reisender: durchschossen. Der Fall wird von der Polizei untersucht. New Aork— eine jüdische Millionenstadt. Di« jüdische Bevölkerung der Bereüngten Staaten ist in den. letzten 50 Jahren von 250.000 Seelen auf 454 Millionen gewachsen. In Nerv Aork allein sis^ jetzt an 134 Millionen Juden, was achtmal so viel ist als die Juden in ganz Palästina.--' Nr. 76 Sonntag, 29. Mörz 1981 PRAG KLEIDER-COMPLETS KOSTÜME-MEIN TEL (Mitte des Grabens) i nur I. Stock um Eingang lm Hause PßlKOPY jy Hause Besuchet alle den Künstlerischen Abend am 1. April! Am kommenden Mittwoch findet, wie wiederholt angekündigt wurde, im Gewerkschafts- baus am Perstyn(Prag I) ein künstlerischer Abend nnt vorwiegend heiterem Programm statt. Dieser Abend, der vom Bezirksbildungsausschuß veranstaltet wird, hebt sich aus der Reihe der vielen Veranstaltungen heraus, die die Prager Bezirksorganisation in der letzten Zeit veranstaltet hat. An diesem Abend soll den Prager Genossen Gelegenheit gegeben werden, wieder einmal im Rahmen der Partei eine ganz aufs künstlerische gerichtete Stunde zu verleben. Die Prager Bezirksorganisation hatte es sich angelegen sein lassen, für diesen Abend das beste bereit zu stellen,»nb hat dafür unter ziemlichem materiellen Aufgebot eine Anzahl ausgezeichneter Kräfte gesichert. Die Kunst des Herrn B a n d- l e r, der vor seinem Prager Engagement als Baß-Buffo eine erste Rolle an der Wiener Bolks- oper gespielt hat, ist fa dem großen Teil unserer Genossen ebenso bekannt, wie das vorzügliche schauspielerische Talent der Frau Halo- v a n i c z. Walter Taub und Hans L i ch t w i tz, nicht zu vergessen den Chordirektor des Prager Deutschen Theaters, Herrn Schick, werden ein Uebriges tun, um diesen Abend so wertvoll und unterhaltend, wie nur möglich, zu gestalten. Wir halten es darum für selbstverständlich, daß die Parteigenossen, die in diesem Falle doch eine sehr angenehme Pflicht zu erfüllen haben, alle dem Abend beiwohnen! Die Unbestechlichen. Bor zwei Tagen erst hat das Ministerium für Nationalverteidigung es für nötig befunden, dem Publikum im Gerichtssaal seine absolute Unbestechlichkeit vor Augen zu führen. Unbekümmert Um frühere Erfahrungen, die bewiesen haben, daß auch unter der Uniform Menschen mit menschlichen Schwächen zu finden sind, hat es die forensische Austragung eines Falles erzwungen, der heutzutage und auch hierzulande an sich nicht weltbewegend wäre. Ein slowakicher Großgrundbesitzer, ehemaliger ungarischer Graf, muß dem Militär-Aerar einen tüchtigen Fetzen Boden verkaufen. Er bietet ihn mit 48 Millionen an und angeblich ist er das auch wert. Das Aerar bietet 21. Es stellt sich heraus» daß ein Oberstleutnant der Rocher de bronze ist, an dem jedes höhere Angebot zerschellt. Man rät dem Herrn Ex-Grafen, sich doch persönlich an diesen Herrn zu wenden. Das Ministerium nun tut so, als ob dieses Bor- gchen das Außergewöhnlichste wäre, was sich zu- tragen kann. Der Graf und die Vermittler, die ihm zu dem Vorgehen rieten und es übernahmen, mit dem Oberstleutnant zu unterhandeln, scheinen die Sache nicht für dermaßen ungewöhnlich gehalten zu haben, sonst hätten sie es nicht erst versucht. W:e dem immer sei, bis hieher ist es der Versuch der Amtsbestechung und der Oberstleutnant hätte eben abzulehnen und die Anzeige zu erstatten gehabt. Aber von oben kam der Auftrag, die Sache„laufen zu lassen", das heißt, den Ex-Grafen regelrecht hineinzulogen. ' Dreierlei scheint bei diesem edlen Beginnen Triebkraft gewesen zu sein: der Wunsch, dem »ungarischen" Grafen einmal zu zeigen, mit wem er cs zu tun hat, und ihm zu beweisen, daß es„bei uns" nicht so zugehe wie vielleicht anderswo...(denn daß man einen tschechischen Bankdirektor etwa auch erst gründlich hineingelegt und nicht einfach abaewinkt hätte, werden wir erst glauben, wenn es uns mit der gleichen Deutlichkeit ad oculos demonstriert wird!); weiter bestand wohl der Wunsch die Affäre aufzuziehen, um der Deffeutlichkeit und der„Burg" zu beweisen, welch Unbestechliches und mustergültiges Institut ein Ministerium unter agrarischer Leitung sei, damit Dar Leben einer LeginnSrr. '„Wenn Sie mir kein Geld geben, so gehe ich einfach zur Fremdenlegion". Schon manchmal standen junge Menschen mit bittenden Äugen vor mir und stießen diese Drohung aus. Aber so„einfach" ist das doch nicht. Im Invalidengebäude zu Paris, neben dem Grab Napoleons, der im Jnvalidendom ruht, ist die Hauptwerbestelle, aber es ist einfach grotesk, sagen iu müssen, daß auch noch an der Stelle, welche die schlechtesten überhaupt möglichen Löhne zahlt, täglich viele Bewerber als untauglich abgewiesen werden,— was allein schon die dumme «egende widerlegt, Frankreich habe eS nötig, ein hänzes Retz von Werbern zu unterhalten. Frankreich hat für bie. Fremdenlegion im Gegenteil überhaupt nichts nötig. Wo stehen die Kredite für die Legion? Im Budget des Kriegsministeriums würde man sie ebenso vergeblich suchen wie im Budget des Kolonialministeriums. Tatsächlich untersteht die Legion vor allem dem Kolonialministerium, aber sie erhält sich selbst, Frankreich verdient sogar noch enorme Summen wt der Legion, sie ist für den Staat ei« produktiver Truppenteil. Dies konnte sich auch durch di« jammervoll« Zähnung erreichen lassen. Der Legionär erhält pvar bei der Ankunst in Afrika 50Q Franken, dann aber hat er nur«och euren täglichen Lohn do« 25 Centimes(30 Heller) in den ersten gewisse Voreingenommenhe ten gegen den Dauerbesitz von Portefeuilles zerstreut würden; und endlich wollte man, wie aus der Verhandlung ersichtlich wurde, die Sache„exploitieren", das heißt den Verkäufer im Preise drücke». Das geschah denn auch und der schließlich hineingelegte Herr mußte aus die Drohung, draußen warteten zwei Detektive, einen Kaufvertrag auf 17 Millionen unterschreiben, den man allerdings später wieder änderte. Es oll für solche Gechaft.bräuche eine gesetzlich festgelegtc Definition geben, durch die sie unter gewisse verpönte Handmngen eingereiht werden; aber fern sei es von schlichten Bürgern, einem hohen Militär-Aerar solches anzusinnen. (Wir vermuten freilich, daß manchen! ein Fall im Kopfe umgehe, bei dem es anders ausfällt. Ein Kaufmann will einen anderen zu einer strafbaren Handlung verleiten. Der sagt scheinbar zu, droht aber, als er Beweise hat, mit der Klage und bringt ein Geschäft in Vorschlag, bei den« der Kaufmann A. zu Schaden kommt. Akzeptiert er nicht,.so wartet draußen die Polizei. Staatsanwälte und solche, die es werden wollen, sind wohl nicht im Zweifel, welchen 8 St.-G. das berührt. Aber selbstverständlich ist das ganz etwas anderes.) Die einigermaßen erstaunliche Art, in der das Ministerium die Sache des ungarrchen Grafen aufzog und die Unbestechlichkeit ferner Herrn im Gerichtssaal erwies, wäre vielleicht gerechtfertigt, wenn es nun wirklich in diesem Bereich nie und nimmer vorgekommen wäre, daß... Aber siche da, zwei Tage später wird ein Oberstleutnant wegen Assentschwindeltien verhaftet. Es ist natürlich möglich, daß auch er sich vom Verdacht reinwäscht und daß man wieder eininal eine Reihe lustiger Zufälle, bei denen man sich so trifft, wie schon einmal für Asserttschwindel gehalten hat. Immerhin, das Ministerium selbst dürste doch nicht so sicher sein, daß die Herren Offiziere ganz andere und generaliter ganz unbestechliche Menschen seien. Das Ministerium selbst traut einem Oberstleutnant immerhin zu, daß er Geld nehiire. Nur der Graf Palffy hatte das einem Offizier nicht im entferntesten zutrauen und, als man Geld verlangte, rundweg sagen sollen- Herr, Sie«nachen Witze, ich lege meine Hand ins Fester, daß kein uniformierter Beamter ein Trinkgeld von 600.000 Kronen einsteckt. Die schönsten Prozesse nützen nichts und können durch den Kontrast tatsächlicher Ereignisse nur einen falsche«« Eindruck erwecken. Das Minu- sterium sollte sich doch lieber gesagt sein lassen, daß auch für uniformierte Staatsbürger der schöne Grundsatz gilt: Menschen, Menschen sind wir alle! So erfreulich es ist, daß der Graf Palffy an den U n r e cht e n gekommen«st, so unerfreulich der Versuch bei dieser Gelegenheit beweisen zu wollen, daß cs den„R echte n", an den so einer koinlncn muß, überhaupt nicht gebe. Da und dort gibt es schon eine». Darum wäre es besser, die HerzenSreinhert sterblicher Beamter, die gegen kein Straucheln gefeit sind, auch wenn einmal einer nicht gestrauchelt ist, nicht an die große Glocke zu hängen. Es«nacht keinen guten Eindruck. Und«n der österreichischen Armee, di« doch Tradition und Erfahrung hatte, wäre es zwar auch möglich gewesen, daß einer genommen" hätte, und auch, daß einer nicht„genommen" hätte, aber alles andere, was sich da um die Affäre Palffy zutrug, das tväre, unserer beschei- Monaten. Nach 18 Monaten hat er etwa 75 Centimes, und wenn es ganz gut geht, so kann er es im Laufe der 5 Jahre, für die er fest angestellt ist, auf höchstens 5.40 Franken pro Tag bringe««. An sich gibt es nach den ersten 4 Monaten Dienstzeit noch eininal eine Prämie von 500 Franken. Aber wer erhält diese wirklich? Die»«eisten werde«« schon vorher als untauglich entlasse««. Wie aber die„Tauglichen" aussehen, das zu schildern, sträubt sich die Feder. Menschen aller Berufe sind da zusammengewürfelt, und es ist geradezu ein Wunder, wenn man einen Gesunden unter ihnen firrdet. Menschen aller Berufe, die auch auf ihrem Anmeldezettel irgendeinen Namen oder irgerweinen Beruf angegeben haben, aber bestimmt nicht den richtigem Nach 5 Jahren haben sie dann Papiere auf einen neuen Namen und können wieder austreten. Frankreich erleichtert eS ihnen auch ungeheuer, französische Staatsbürger zu werden. Ueberall in Sudfrankreich trifft man auf Deutsche, die in der Fremdenlegion waren. Sie sind nahezu alle krank. Besonders die Geschlechtskrankheiten wüten unter ihnen in furchtbarster Weise. Das Schlimmste ist, daß die Legionäre ihre Krankheit den Eingeborenen übermitteln uttb so die Ansteckung dauernd weitertragen. Besonders die Bevölkerung von Jndochina hatte schwer darunter zu leiden. Darüber, wieviel« Personen seit dem 9. März 1831, den Geburtstag der Fremdenlegion, bereits in dieser Trupp« gedient haben, gibt eS denen Meinung nach, doch nicht gut mög lich gewesen! P»>« AlMtzIvRt. X Gleich vornctveg soll gesagt werde», was uns in dieser Woche an unserem Prager Rundfunk geärgert hat— Aufrichtigkeit erhält gut« Freund schäft, gelt? Da ist erstens die Art, wie die Arbettrrsendung ohne jede Begründung abgesagt wurde— wenn eS wahr ist, daß das Manustript des Bortrags von der Filmzensur nicht rechtzeitig beigestellt wurde, trrtzdem eS ihr doch rechtzeitig übergeben worden war, so wär« darin ein drohendes Anzeichen gegeben dafür, daß dieses Amtsschimmelchen altersichwary wird und in Pension zu senden wäre. Unliebsam fxl ferner die chauvinistisch« Ungezogenheit des Raduyournals auf, das bei dem Repräsentationskonzert des Klubs der Orchestralkünstler am Freitag, den Ä). März, abends, zwar tschechisch, französisch, englisch und italienisch, aber nicht deutsch ansagen ließ. Wayrlich viel Rücksicht auf die Tausend« deutscher Abonnenten In der Republik, denen doch, bei der geringen Bemessung der deutschen Sendung, das musikalische Programm des Radiojournals mitgilt. Gespielt wurde übrigens unter der interessante» Leitung von Nikolai Malko sehr schön.— Die deutsche Sendung arbeiicte wieder noch dem Grundsatz:„Wer Vieles oringt, wird jedem etwas bringen." Nur dürft« unter dm» Biels«, in Anbetracht der kurzen Zeit,»ich: ausdrücklich Schwaches mitunterlaufen— jeder Geschmack mutz wirklich nicht berücksichtigt werden. hieher zahle« wir z. B. die„Familiensatireen". die Freu Gertrud Urzidil vortrug. Es war wohl das Milieu der „guten Prager Familie', dies« unnachahmliche Atmosphäre von Snobismus und Kleinstädlerei, treffend bis in die singend« Sprechart Hinern iargestellt. bar« Radrozert wegzunehmen. Auch das, was uns Frau Julia Wagner-Jauregg(Wien) über Frauenleben in der Sahara zu erzählen wußte, erhob sich nicht über das Anekdotische eurer scharfen, aber beschränkten Betrachtungsweise. Auch das von Red. Fritz Seemann geleitete Akustisch« Schall- plattenlabarett des Sonntags zeig«« nur n» den zwei Stücken von Hans Reimann wirklichen Humor, daS andere war ttilS spießerisch,:ei»S Limonade alten Stils. ES mutz doch wohl bessere Schallplatte» dieser Arr geben. Herr Manfred Förste«(Georgs- walde), wohl der berühmten.Klaviers'inta nahestehend, pries den Wert der Hausmusik und Fi« überragende Bedeutung des Klaviers'n derselben; Dr. Gerhard Hans Schulz(Prag)'ährte die Stellung von Mann und Frau zum Buch aus de>« altbekannten Schulgegensatz: Mann--- Geist, Kampf, Energie, Frau— Gefühl, Mitleid, Liebe zurück. Als Buchtagfeier war wohl etwas mehr zu erwarten gewesen. Nun aber genug der Kritik— dankbar vermerken wir wieder den klaren Vortrag des Herr» Leo Schleitzner(Prag) über die Instrumente des Orchesters(diesmal Violine und Bratsche) mit den hübsch gespielten Beispielen von Herrn Konzertmeister Josef Frankenbusch. Hier lernt der Lai« wirklich etwas und dabei in immer anregender Form. Fein war auch der Vortrag des Univ.-Prof. Dr. Max Eisler(Wen) über den Bildhauer Anton Hanak. Wie der Werdegang dieses geboren«« Brünners dargestellt wurde, sein von frühauf klar erkannter und folgerichtig gegangener Weg in sein« hohe Kunst hinein, das war wirklich genuhreich und gewinnend— typisches Bild des dornenvollen Aufstiegs des begabten Proletariers. Freilich bleibt, was Wer bildende Kunst nur gesprochen wird, immer offiziell keine Statistik. Ich habe mich vor einigen Tagen mit einigen früheren Legionären zusammengesetzt, und w«r berechneten, daß etwa 270.000 Menschen schon in der Legion dienten. Die Hälfte davon waren Deutsche. Heute stird 80 Prozent Deutsche in der Legion. Meist verkrachte Existenzen oder Arbeitslose. Seit Gründung der Legion hat diese schon an etwa 400 Schlachten teilgenommen. Der ge- wöhnliche Legionär kann für gute Bewährung nach 3 Jahren Korporal werden, und er kann es im Kriegsgebiet dann auf den Sergeanten bringen, wosur er etwa 1000 Franken im Monat und freie Verpflegung hat. Jeder Legionär will„dÄoriert werden". „Dekoriert Weichen" ist überhaupt ein Ausdruck, den die Legionäre dauernd unb für fast iebc Beschäftigung int Munde führen. Ein gewisser Abenteurergefft, der durch die Erzählungen der Vorgesetzten genährt wiich, verschafft manchem Legionär bei einer Schlacht tatsächlich auch die lang ersehnte Dekoratton. Ei« harter Drül herrscht bei der Trupp«, eine eiserne Disziplin. Nur abends nach der Arbeit ist man kameradschaftlich zusammen, da werden in dieser französischen Truppe auch manche deutschen Lieder gesuNger«.•— Jedes Lied ist zuaüassen, nur eins nicht: die»^International«". Wehe dem Legionär» der die Internationale" singt! Er erhält sofort acht Tage Arrest! Kurt Lenz. etwas problematisch; ohne das lebendige Beispiel der Anschauung können doch nur vag« Begriff« vermittelt werden. Sehr erfreulich ist die Neuerung, daß nun allwöchentlich eine Einführung in dar musikalische Programm der nächsten Woche gegeben wird; leider konnte Herr Do;. Dr. Paul N e t t l sein« kurzen, aber treffenden Charakteristiken nicht zu End« führen; hiezu müßte unbedingt mehr Zeit«ingeräumt werden. Das ist wohl das Mindeste, was di- oeulschcn Radiohörer erwarten könne». Der eigentliche Gewinn dieser Woche war der Vortrag des Herrn Red. Ernst Feig!(Prag):„Strafentlassene,«ine sozial«. Fürsorge". Das war höchst notwendige Aüshellurtg eines noch sehr dunklen Gebiets in unierem sozialen Leben. In der Art, wie die Gesellschaft den Sünder wider ihre Satzungen zwar straft, wobei sie sich auf ihre Befferungsabsichr ausredet, wie sie sich aber dann nicht darum kümmert, ob es ihm nach Verbüßung der Strafe praktisch möglich wird,«in neues Leben zu beginnen, darin zeigt sich di« ganze Heuchelei, die Verlogenheit unserer gesellschaftlichen Moral. Piel eiugefressenes Vorurteil, viel traurige Gedankenlosigkeit müssen hi«r überwunden werden und den Männern, die sich selbstlos dieser undankbaren Aufgabe widmen, dem Verein„Neues Leben" gebührt der Dank und di« lebhafteste Unterstützung der Allgemeinheit. Hier gilt«s, eine Stufe zu höherer Menschlichkeit hin zu erklimmen. Fürstenau. Gerichtssaal. Anfall und Schutzgesetz. Ein« slowakisch« Bäuerin schreibt dem Präsidenten. Prag, 28. März. Anna M a z a r aus der Tren- tschiner 2upa, Kleinbäuerin, Mutter von 17 Kindern, steht heute unter mehrfacher Anklage vor d«m Senat des OGR. M a s 4 k. Sie fühlte sich seinerzeit durch den für sie ungünstigen Ausgang eines Zivil- stritts mit einem Nachbar von der Trentschiner Sedria (Kreisgericht) benachteiligt. Än ihrer Einfalt beschloß sic, sich gleich an höchster Stelle ihr Rech: zu holen und diktierte ihrer Tochter(sie selbst kann nicht schreiben)«inen Brief an den Präsidenren der Republik, der das höfliche und ergebene Ansuchen enthielt, in Trentschin nach.dem Rechten zu scheu. Als sie kein« Erledigung bekam, urgierte sie' inchr- mals und ließ, als auch das vergeblich-blieb, am 22. März des Vorjahres«in«» Brief vom Stapel, der gar nicht mchr höflich war, sondern ganz im Gegenteil. Ten Trentschiner Richtern wurden darin unschöne Dinge nachgejagt, so z. B- sie hätten dem Prozeßgegner der Angeklagten deshalb recht gegeben, weil dieser ihnen Butter und Eier geschickt habe. Auch di« Republik im allgemeinen wurde gelästert, alle Maßgebenden seien„mamonari"(Mam- monSjünger) und endlich wurden dem Staatsoberhaupt« Vorwürfe gemacht, daß«s auf die mehrfachen Brief« der Angeklagten nicht geantwortet hab«. Zuletzt wurde noch di« Gerechtigkeit des Staatspräsidenten in ziemlich grober Art in Zweifel gezogen. Da nun der Präsident sein« Post nicht— toi« dies« kindlich« Seele es sich vorstellt— selbst öffnet, liest und beantwortet, sondern zu diesem Zivecke ein ganzes Büro besteht, dessen Beamte keinen Spaß ver- stchen, war di« Folge«in« Anklage wogen des Verbrechens der Verleumdung gegen di« Trentschiner Richter und des Vergehens nach 8 11 des Schutzgesetzes, welches„gröblich verunglimpfend« Aeußerungrn" und ehrenrührige Behauptungen gegen das Staatscberhaupt unter ein« Straf« bis zu sechs Monaten stellt. „Frauchen', sagt der Berhandlungsleiier,„was ist Ihnen denn eingefallen, den Herrn Präsidenten so zu beschimpfen?"— Die Slowakin äußert ihre Reue, sie wollte chn nicht beleidigen, sie hat sich nur geärgert, daß er so lange nicht ant- wortet.„Bier Briefe habe ich doch dein Herrn Präsidenten geschrieben." Und dann will sie von den bösen Richtern in Trentschin anfangen. Der Vorsitzende erklärt ihr, mit dieser Sache habe sich das Gericht nicht zu befassen. Wenn ihr Unrecht geschehen ist, so möge sie in Trentschin die Beschwerde einbringen, aber nicht solche Briefe schreiben. Das Urteil: vier Monat« Kerker bedingt auf drei Jahre. Es kostet noch einige Mühe, Hr das verständlich zu machen. Sie nimmt das• Urteil an und wird ihre Beschwerde auf dem' vorgeschriebenen Weg betreiben. tK Leiche«sch8«d»ng. Prag, 38. März. Ein nicht alltäglicher Fall der „Mißhandlung von Leichen"(8 306 St.-G.) wurde heut« vor dem Einzelrichter verhandelt. Am 8. November des Vorjahres hatte Josef Blai«k in Straschitz zuerst seine Frau» dann sich selbst durch Revokvevschüss« getötet. Vermutlich haben ehelich« Zerwürfnisse zu der Verzweiflungstat Anlatz gegeben. Di« Nachricht von der Familientragödi« versetzte nun die Tante der erschossenen Frau,«ine gewiss« Anna Hlina, in solche Erregung, daß sie in die Totenkammer des Dorfes, wo die Lerchen auf- gkbahrt war«», eindrang und mit den Wort«»:„D u elender Kerl!" di« Leiche des Mörders und Selbstmörders zweimal ins Gesicht schlug. Sie verantwortet« sich mit der furchtbare» Aufregung, in di« sie durch di« Todeshckkschaft versetzt worden war. Sie sei ihrer Anne kaum mächtig gewesen. Sie bekam drei Wochen sttengeu Arrest, bedingt auf zwei Jahre. rk>. GRAF ’S RINDSUPPE im WÜRFEL e« würfel spart Ihnen wirklich Geld, kostet nur 30h aber das Ganze ist doch zu unwesentlich, um di« kost Seite 6 Mitteilungen aus dem Bublikum. DIANA Sonntag, 29. März 1981 764 10 FRANZBRANNTWEIN Wir haben die soll in jedem Hause sein! Sie genießen Gnädigste Ihr neues Kleid, Ihren neuen Frühjahrsmantel länger und daher mehr, wenn Sie beides schon jetzt kaufen. Die Reise zur Messe nach Prag gibt Ihnen Gelegenheit, M jetzt aus dem reichhaltigsten, nocht nicht desortier- den Händen Dr. Karl Nowat 3, zeichnete jich aber| 15. März an den Sonntagvormittagen bis tem Lager, zu kaufen. Wir verweisen auf unsere mehr durch Gleichförmigkeit des Rhythmus als durch halb 12 Uhr feine sportlichen Wettkämpfe bekannte Aftion: Umsonst nach Prag". Siehe dessen Differenzierung aus. Solist des Konzertes war mehr stattfinden dürfen. Die Geraer Polizeidirektion Injerat auf Seite 5, Busch, Damen- und Mäd- der Pianist Hans Utschig, der sich auch als zum Beispiel hat die Sportvereinsleitungen sofort chen- Kleidung en groß& en detail, Prag, Pri ausgezeichneter Begleiter am Flügel in dem Chor- am 15. März früh davon in Kenntnis gesetzt. BoltTopy 27( Mitte des Grabens), nur 1. Stock. Erste syklus Kauns bewährte. geistreifen haben am Vormittag die Geraer SportStiege rechts. Auch mittags geöffnet. pläne abgesucht und selbst einzelnen Sportlern das Training verboten. Und das nennt sich Kulturfortschritt als Vorbote des Dritten Deutschen Reiches! Schöne Aussichten. Kunst und Wissen. Boruntersuchung. 1044 Parteinachrichten. Kreistonferenz in Troppau. e. j. Vereinsnachrichten. ,, Urania" Bremen, die Königin der Meere", Filmvor Ing. Goetschmann. Der Ozeanriese und spannende Rekordfahrt. Montag, 30. s., ,, Kulturprobleme der Sowjetunion", Dr. Mar * Wran- Urania- Kino. Am vergangenen Sonntag fand im neuen Saale May Alsberg und Otto Ernst esse, ein des Troppauer Voltsheimes unter sehr starker BeRichter und ein Dichter, sind die Autoren dieses teiligung- 176 Delegierte, davon 19 Gastrelegierte Schauspiels, das bei seiner gestrigen Erstaufführung die diesjährige Kreistonferenz statt. Nach einem in der Kleinen Bühne einen erfreulichen Erfolg er- Stampschor der Troppauer Arbeiterfänger eröffnete trag. zielte. Erfreulich, weil hier mit viel Geschid und Genosse Joll die Tagung mit einer Begrüßung der seine Talent durch triminalistisches Milieu, das die Mei Gäfte und einem Nachruf auf die im abgelaufenen 8 Uhr. 2-10 K. schen leider zumeist nicht aus rein ethischen oder Jahre gestorbenen Genossen. Nach der Wahl des fozialen Motiven interessiert, die Anteilnahme des Präsidiums( Jokl, Heeger, Dr. Wilhelm Haas und Bublikums an einer nicht nur in Deutschland bren als Schriftführer Genoffin Weiß) begrüßte Genoffe dann, Berlin, Dienstag, 31. ds., 8 Uhr. nenden Frage und die instinktive Achtung vor an anger namens der tschechischen Sozial- Uebersichtliches Material, aus dem sich jeder selbst ständiger Gesinnung geweckt wird. Die Methoden der demokraten die Konferenz mit einem Simveis ein Urteil bilden kann. 4-8 K. gerichtlichen Boruntersuchung" gegen wirkliche oder auf die erfolgreiche gemeinsame Arbeit der beiden vermeintliche Verbrecher stehen hier am Pranger und Parteien, die noch fester und inniger werden müsse, die leider so oft Wirklichkeit und dann Justizver- wenn das Proletariat dieses Staates zum Ziele ge-„ Der Mann, der den Mord beging." Bremiere brechen werdenden Möglichkeiten der Ueberführung" langen wolle. Namens der polnischen Genosim deutschen Wran Urana Kino Conrad und Berurteilung auf Grund von Indizien. Die en sprach Chobot. Es folgten sodann die Be- im deutschen Wran Uran a Kino Conrad Berechtigung des Kampfes um eine Verbesserung richte, vor allem der des Streissekretärs, Genossen Veidt, Heinrich George, Trude ven Molo. und Bermenschlichung der Strafprozeß- Ordnungen Seutsch a, über die Fortschritte der Parteibewegung.( Nach dem berühmten Roman von Claude Farrere.) und-Methoden auch in dieser Richtung ist in diesem In der Debatte über die Berichte wurde der Antrag Täglich halb 6 und 8% Uhr. Sonntag 2 Uhr( kleine Schauspiel dem Verstand und dem Gefühl nahe des Genossen Schober( Jägerndorf) angenommen, Breise); 4, 6, 8% Uhr. gebracht und darum begrüßten wir dieses Stück und der die neue Kreisleitung beauftragt, alle Zoral- Breife), 4, 6, 8% Uhr. sein Erscheinen im sonst doch so seichten Spielplan organisationen im Kreis zur Gründung von der Kleinen Bühne, selbst wenn es daneben nicht Ordnerwehren aufzufordern. auch noch beachtliche literarische Züge hätte. Dem Den Höhepunkt der Tagung bildete das Referat Dichter unter den beiden Autoren darf übrigens noch des Genossen Taus über die parlamentaris Kinderfreunde Prag. eine saubere Exposition und starke dramatische, che situation und die Gemeindetheatervirksame Begabung nachgerühmt werden, obwahlen. Der Reichsparteisekretär schilderte zuwohl es sich um eine Dichtung" eigentlich nicht nächst den Gang der Entwicklung über Smichow, handelt und obwohl sie ein paar krasse Schönheits- befaßte sich dann mit der schweren Strije, te je Wimpelweihe der Roten Falken fehler aufweist. " Ueber die Handlung Suche nach einem Mörber, Berhaftung und Voruntersuchung, endliche Klarstellung des Falles im letzten Augenblid, envas ffetchmäßig Verquidung mit Liebe, Freund schaft, Bater- Sohn- Sonflikt soll hier schon deshalb nicht Näheres ausgesagt werden, damit durch die Informierung des Lesers nicht das Interesse und die Spannung des etwaigen Besuchers abgeschwächt werden. = 9 Sonntag, den 29. März 1931, findet in der Gec eine statt, an welcher auch die Kindergruppe attiv teilnehmen soll. Wir laden herzlichst zur Teilnahme ein. Werbet für eine zahlreiche Beteiligung! Serausgeber: Siegfried Taub. Chetrebatteur: Wilbelm Nießne z. orzeton mi: Erla Nr. 13.300/ VII/ 1990 bewigt. Für Jünglinge. 400 Früh ahrs- Ueberzieher, einzelne, ausgemusterte Stücke, prima Qualität, werden per Stück Kč 250 abverkauft. KNABENKLEIDERHAUS 978 vor allem die deutschen Gebiete in der Tschechoilowakei betroffen hat, beschäftigte sich dann mit unserer parlamentarischen Bolitik und schilderte den Kampf der 61 Sozialdemokraten in der Regierung, die dem Bürgertum jeden einen Fortschritt abringen müssen, als einen ungeheueren& laffenkampf. Genosse Taub besprach dann das mer innigere Verhältnis zu den tschechischen Genossen und ging dann auf jene Frage über, die dieje Kreisfonferenz besonders beschäftigte, nämlich die der Die Aufführung ist im allgemeinen aus Jugendwerbung. Zum Schluß würdigte Taub gezeichnet. Regisseur Liebl sorgte für tabel- die Bedeutung der bevorstehenden Wahlen in Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Straub Prog lojes Zusammen und Gegenspiel und für die Echt- 60 Prozent aller Gemeinden des Staates, welche Drud: Rota.- G. fü: Zeitung und Buchdruck. Prag heit und Glaubwürdigkeit der übrigens sehr gut Wahlen eine große und bedeutsame Auseinander. Für den Drud verantwortlich: Otto Solit. Prog gesehenen Figuren. Nur das Tempo läßt zu wün- sehung der sozialistischen mit der bürgerlichen Politik Die Bettungsmartenfcantatur wurde von der Bont u. Telegraphen schen übrig. Uneingeschränktes Lob dem dha uicin wird. Das Referat des Genossen Tants wurde fpieler Sieb I, der mif reffloser Klarheit und mit großem Beifall und Jubel aufgenommen. Sicherheit einen typischen Richter jener Sorte hin- In der Debatte sprachen die Genossen Heidrich stellte, die über den Fall" den Menschen zu ver-( igstadtl), Hoffmann( Stadt Olbersdorf) Dr. Klein geffen Gefahr laufen, trog anständiger Gesinnung,( Troppau), Botisch( Witkowitz), Want( Sediniz), aber kraft der barbarischen Zwangsläufigkeit prozes Nitschmann( Neutitschein), Zahel( Mähr.- Ostrau), jualen Geschehens. Herr Ströhlin überzeugt, Richter( Jägerndorf), Jokt( Troppau), Sobet( Neuwie immer, durch seine Natürlichkeit, feine Intel titschein), Stamler( Neutitschein) und Seeger( Jägernligenz, padt auch zulveilen, aber die große Erschüt- dorf). Nach einem wiederum mit stürmischen: Beiterung, die das Schicksal des Untersuchungshäftlings fall aufgenommenen Schlußwort des Geauslösen mußte, bleibt aus, die Empörung über die nosen Taub wurde einstimmig ein Antrag des Wirklichkeit, die sich da widerspiegeln soll, tritt nicht Genossen Heidrich angenommen, laut dem die bollfräftig ein. Sehr charakteristisch Herr Renner Konferenz dem se l'ub der deutschen sozialdemokratials philosophierender Buchhalter, der trop feiner Ber- ichen Abgeordneten und Senatoren und dem Minister schrobenheit die Wahrheit vor den sogenannten Nor- Dr. Czech für ihr hingebungsvolles, umsichtiges malmenschen und Fachleuten entdeckt;( nur stört das und erfolgreiches Arbeiten für das Proletariat den Dank und das Vertrauen ausspricht. Bendeln zwischen Jüdeln und Schwäbeln). Dr. Schmerzenreich als nicht ganz einwandfreier Es erfolgten sodann die Wahlen in die KreisAußenseiter der Gesellschaft, frech, lustig, schlau und vertretung, Streiskontrolle, in das Frauenkreisdabei nicht ohne Gemüt, holte sich mit seiner prächtig fomitee, in den Streisbildungsausschuß, ferner die gespielten gene einen Sonderbeifall. Fräulein Wahl einer Kommission für die Aufstellung der Eger erweist sich als Darstellerin von aufwärts Kandidaten zu den Landeswahlen, die Wahl der ftrebender Entwidlung, in Einfachheit wirfjam Frau. Kreisschiedsrichter und des Kreiserziehungsbeirates. Jein Warnholy, Herr von Albrich macht sehr zum Kreisvertrauensmann wurde wieder erfreulich auf sich aufmerksam. Durchaus anerken Genosse Hans Jok! gewählt. nenswert auch alle anderen, von denen Frau Reinede und die Herren Jantjch, Padlejat und Müller genannt seien. Bir glauben, daß die Kleine Bühne mit diejem Schauspiel ein beachtliches Zugstüd gewann, was wir schon um seiner Tendenz willen wünschten. 2. G. Es folgte dann noch ein Referat des Genossen Ramler über die Aufgaben des Erziehungsbeirates und die Erledigung verschiedener organisatorischer Angelegenheiten. Genoffe of stellte in feinem Schlußwort fest, daß dies die stärkit besuchte Kreis? onferenz war, die je im Troppauer Kreis stattgefunden hat und appellierte an alle Funk tionäre und Delegierten, mit gestärktem Selbstvertrauen an die weitere Arbeit zu gehen. Den Abschluß bildete das Lied der Arbeit". Chorabend des Prager Denischen Bollsgejangbereins. Der um das Bolt3itet eifrig bemühte Verein hatte diesmal doppeltes Pech: in der Pro grammgestaltung und in der Wahl der Solisten. Das Tags vorher hatte unter Beteiligung von 36 Brogramm enthielt außer schön gefesten Boitsliedern Delegierten die Frauenfreistonferenz ftatt( Bearbeitungen von Thomas, Jarnach, Brahms, gefunden. Genojsin Weiz berichtete über den Aufe Georg Schumann und dem kürzlich verstorbenen stieg der Frauenbewegung und stellte fest, daß die Ehrenchormeister Seifert) für Männerchor und ge- Werbeaktion für Die Unzufriedene" diesem Blatt mischten Chor sowie den Frauenhören mit Beglei über 1000 Leserinnen gewann. Genoisin saber. tung von zwei Hörnern und groei Haifer: opus 17 settl aus Trautenau berichtete über„ Arbeitervon J. Brahms auch noch als Erstausführung den frauen und Wirtschaftskrise". Nach einer interessanZyklus Heimat" für Männerchor it, Beriton und ten Debatte und den Neuwahlen- Senoffin Selavier von dem Berliner Komponisten Hugo ok wurde wieder zur Vorsitzenden gewählt Kaun, ein Werk, das zwar ergichig umfangreich schloß Genoffin Joll als Vorsitzende der Tagung die ist, jeinem Stil und Ausdruck nach aber emer längst prächtige Konferenz. überholten Richtung angehört, die ewa die Mitte wischen Mayer- Hellmund und Alexander Fielik hält. Das Mizgeschid zu erhöhen, waren auch vie mitwirkenden Solisten( Frau 2öBI and Herr Graf) nicht auf der Höhe ihrer Aufgaben. Bortrefflich bewährte sich der Männerchor des Vereines, der durch ausgeglichene Selangfülle, Wortdeutlichkeit und gute Disziplin im rhythmischen und dynamischen Die neueste Tat des Kulturbringers für ein Sinne überzeugte, während sich der Frauenchor Drittes Deutsches Reich, des nationalsozialistischen als unzureichend im flanglichen und chorgesangs- thüringischen Innenministers Frid, ist eine Verord technischen Sinne erwies. Die Chorleitung lag in nung vom 14. März, nach der ab Sonntag, den Sport Spiel Rörperpflege . * Mitteralterliches Thüringen. Nazi- Frid verbietet sportliche Betätigung. Schutzmarke Ein Versuch überzeugt! In allen Apotheken. KE.28,, HIRSCH" PRAG, Železná 14. Togal unubertroffen bei RHEUMA- GICHT KOPFSCHMERZEN Ischias Hexenschuß u Erkältungs krankheiten Entfernt d.Harnsäure! 6000 Arztegutachten!/ Vollkommen unschädlich Fragen Sie Ihren Arzt Kc.12.Rc28 Generaldepot. BRAUNER'S APOTHEKE ZUM WEISSEN LOWEN PRAG II. PŘÍKOPY 12. 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