Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwallung: Prag, II., Nelazania 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Machtredattion: 26797. Boffschedamt: 57544 Inferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Zschechoslowakischen Republit. Gewitterschwüle in Bortugal. Baris, 12. April. Nach Berichten der Londoner Berichterstatter herrscht in Portugal Auf ruhratmosphäre. Die Regierung hat den Belagerungszustand auf den Azoren verkündet und Militärabteilungen dorthin entsendet. In Lissabon wurden sehr strenge militärische Maßnah men zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen. Bewaffnete Militärpatrouillen ziehen des Nachts durch die Straßen. London, 12. April.( Reuter.) Der. Lissabo ner Korrespondent des Reuter- Büros, der sich nach Spanien begeben hat, um ungehindert durch die strenge Zensur in Portugal berichten zu kön nen, stellt die Lage in Portugal als ernst dar. Mehrere in den Provinzen stationierte Regimen ter hätten sich geweigert, den Anordnungen der Regierung Folge zu leisten. Trotz aller gegentei ligen Gerüchte sei jedoch die Regierung noch Herrin der Lage und die von ihr unternomimenen Schritte hätten den Eifer der Revolutio näre etwas abgekühlt. Die Straßen von Lissabon würden allnachtlich von Abteilungen der Nationalgarde in Last kraftwagen, die mit Maschinengewehren ausge rüstet seien, patrouilliert. Wie sich jetzt herausgestellt hat, so heißt es in dem Bericht weiter, war ursprünglich ein Handstreich in Lissabon für gestern Nacht geplant, jedoch haben die Ereignisse in Madeira die Entwicklung beschleunigt. Dienstag, 14. April 1931 Bernichtende Niederlage des spanischen Monarchismus. Gemeindewahlen bringen in 47 von 50 Provinzhauptstädten eine republikanisch lozialistische Mehrheit. Bor der Demiffion des Kabinetts? Paris, 13. April. Die gestrigen Gemeindewahlen in Spanien haben nach den bisher vorliegenden Meldungen namentlich in den größeren Städten den vereinigten Linisparteien, Republikanern und Sozialisten, einen entscheidenden Sieg gebracht, dessen Folgen für das ganze monarchistische System in Spanien nicht abzusehen sind. Die definitiven Ergeb nisse aus allen Gemeinden werden erst Ende der Woche bekannt werden, und es ist wahr scheinlich, daß noch in zahlreichen fleinen Orten und Gemeinden die monarchistische Koalition Erfolg haben wird. Nichtsdestoweniger aber ist es Tatsache, daß der Triumph der republikanischen Kandidaten in Madrid, Barcelona und 45 anderen Hauptstädten der 50 spanischen Provinzen die Sieger selbst überrascht hat. Die monarchistischen Kreise machen kein Hehl daraus, daß sie eine vernichtende Niederlage erlitten. Aus einer Unterredung, welche der Madrider Vertreter der Agence Havas mit dem Außenminister Grafen Romanones hatte, erlangte er den übrigens von den Privatberichterstattern in Madrid bestätigten Eindruck, daß die Demission des Kabinet= tes Aznar nahe bevorsteht. Der Führer der republikanisch- sozialistischen Stoalition Albornoz, der erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden war, erklärte dem Korrespondenten der Agence Havas, die gestrigen Ergebnisse bewiesen voll, daß die große Mehrheit der öffentlichen Meinung Spaniens republikanisch und sozialistisch sei. Das Ergebnis ist auch ein Beweis dafür, daß in Spanien fein Kommunismus eristiert. Die Kommunisten vereinigten nur eine ganz geringe Stimmenzahl auf sich. * Bezugs Bedingungen: Bei Zuftellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: inonatlich... Kč 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig 48.96.192.Rückstellung von Manustripfen erfolgt nur bei Ein sendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Nr. 88. Volksurteil über eine Diktatur. Was wir vor wenigen Wochen an dieser Stelle vorausgesagt haben: daß die spanische Revolution nur aufgeschoben und nicht aufgehoben, daß die monarchistische Regierung Aznar nur eine Episode sein würde, wie das Kabinett Berenguer eine war, und daß die Entmachtung des spanischen Königtums unaufhaltsam sei die Gemeindewahlen, die Sonntag in ganz Spanien stattge funden haben, beweisen es. Die spanischen Demokraten, bürgerliche Republikaner und Sozialisten, haben vom ersten Augenblick der neuen Aera an, die durch den Sturz Primo de Riveras geschaffen wurde, die Ausschreibung von Wahlen in eine, verfassunggebende Versammlung und für die Person des Königs Enthaltung von den Staatsgeschäften während der Periode des Wahlkampfes gefordert. Die Forderung, daß die neugewählten Cortes völfig souverän über die Staatsform und Verfassung Spaniens entscheiden sollten, und die andere, daß Alfonso das Heft aus der Hand geben sollte, bildete den eigentlichen Streitpunkt zwischen dem Kabinett Berenguer und den Linfen. Berenguer wollte feineswegs die Ein befannter Flieger, der sich mit seinem Die bis Montag nachts eingelangten Gesamt- sechs Site. In Cordoba ist das Verhältnis 27 zu Diktatur wiederkehren lassen. Daß die DittaFlugzeug aufwieglerisch betätigt hatte, sollte ver haftet werden. Er weigerte sich jedoch, dem mit Monarchisten 575 und den Republikanern 1026 in Guadalajara 13 zu 7, in Sevilla 32 zu 18, menbruch des Könignums nur beschleunigen haftet werden. Er weigerte sich jedoch, den mit ergebnisse bringen in den Gemeinderäten den 17, in Granada 27 zu 10, in Almeria 20 zu 9, tur ein gefährliches Spiel sei und den Zusamfeiner Berhaftung betrauten Offizier zu folgen, mandate. in Saragossa 30 zu 17, in Santander 25 zu 15, fönne, weiß man in Spanien seit dem Scheiund feste fich telephonisch mit dem Kriegsmini In Madrid selbst verfügt die Links in Toledo 15 zu 10, in Valencia 32 zu 18, in ſter in Berbindung. Wahrscheinlich als Ergebnis opposition über eine Mehrheit von 30 Mandaten Genta 20 zu 2, durchwegs zugunsten der ver- tern de Riveras nur zu gut. Berenguer wollte legal bleiben, aber er wollte doch den König dieser Unterredung entjandte der Kriegsminister von insgesamt 50. Das Stimmenverhältnis ist einigten Republikaner und Sozialisten. den Kommandanten des Flugwefens, um die jür die Linlsparteien aber noch viel günstiger, da In einer großen Anzahl Heinerer Pro reiten; und niemand zweifelte daran, daß eine Berhaftung vorzunehmen. Dieser fuchten den 91.111 Stimmen der Linksparteien uur 34.414 vingtädte haben die Lintsparteien ia mt- mit verfassunggebender Macht ausgestattete Flieger auf und führte ihn im Flug Stimmen der Monarchisten gegenüberstehen. Die liche Sige erobert, in vielen anderen die Mehr- Versammlung die Monarchie beseitigen, daß 3eug über die cre Alfonso von seinem Urlaub nie mehr zurüdLinksparteien hatten mit einem derartigen Er heit errungen. In manchen fleinen Städten, namentlich in fchren würde. Darunt willigte Berenguer folge gar nicht gerechnet, sonst hätten sie bedenBerschlechterung der Sozialversicherung tend erweiterte Kandidatenlisten aufgestellt und der Provinz Cordoba, sollen dagegen die Monar- nicht in die Forderungen der Linken ein. Wie eine noch weit größere Mandatszahl erreicht. chisten starke Mehrheiten erlangt haben. Von den wenig Kraft sich die Reaktion aber noch zuin Desterreich? Selbst im Bezirk des königlichen Pa 50 Provinzhauptstädten haben jedoch nur drei, Wien, 13. April.( Eigenbericht.) Der Vor- lastes, wo die Monarchisten fünf Mandate zu Cadiz, Pampeluna und Avila, der Mehrheit nach traut, zeigte sich ja nach der Niederlage der republikanischen Putschisten in Jaca. Es folgte stand des sozialdemokratischen. Abgeordnetenver- erringen hofften, hatte um 19 Uhr abends die monarchistisch gewählt. dem Sieg der Monarchie feine fräftige Geste, bandes hat heute beschlossen, an den Präsidenten republikanisch- sozialistische Koalition um ein im Gegenteil, binnen wenigen Tagen, als die des Nationalrates das Ersuchen zu richten, der Drittel mehr Stimmen als die Monarchisten. Die Republikaner feste Haltung bewahrten und fich Hauptausschuß einzuberufen, damit die Regie Priester der Pfarre St. Marcus nahmen korporung Gelegenheit habe, über ihre Besprechungen rativ an den Wahlen teil. Sie gaben die Stimm Bei den Wahlen ist es zu einigen 3 wischen nicht entmutigen ließen, der Rücktritt Berenbetreffend die Zoffgemeinschaft und das Kontor zettel offen und in solcher Weise ab. daß jeder fällen gekommen. Soweit bisher bekannt, sind guers und Alfonsos Appell an die Demodat zu berichten. sehen konnte, daß sie für die sozialistisch- republi- in Madrid spanische Legionäre mit republikanischen fraten. fanische Koalition stimmen. Elementen zusammengestoßen. In der Provinz In Barcelona erreichten die katholischen und Valencia wurden mehrere Wahlurnen zerbrochen. die radikalen Republikaner 38, die Monarchisten In Valencia trieb die Polizei einen Umzug aus teine Illusionen über die Stärke der monarnur 12 Mandate, in San Sebastiano entfallen einander. Im Verlaufe des Zusammenstoßes wur- chischen Idee und Institution in Spanien. Es auf die Linksparteien 20, auf die Monarchisten den mehrere Schiffe gewechselt. Tie Tagung der österreichischen Arbeiter tammern hat heute ein von der Wiener Arbei terfammer vorgelegtes Gutachten, das sich in der fchärfsten Weise gegen die von der Regierung geplante Verschlechterung der Sozialversicherung und der Sozialpolitik überhaupt wendet, cint stimmig bei fünf Stimmenenthaltungen der christlichsozialen und deutschnationalen Gemertschaftsvertreter angenommen. Auch diese fünf hatten sich in der Debatte gegen die Regie rungsvorlage ausgesprochen, wünschten aber noch weitere Verhandlungen mit der Regierung über eine Berbesserung der Vorlage. * Zwischenfälle bei den Wahlen. Die Sieger offen für die Republik. Rundgebung der Führer der Linksparteien. iſt Auch das Kabineti Aznar machte sich war sich der Tatsache bewußt, daß nur ein vor sichtiges Haushalten mit dem kleinen Kapital ant Vertrauen und Macht, über das die Bourbonen noch verfügen, den Sturz der Krone in ein leises Entgleiten des Szepters abmildern könnte. Der Admiral Aznar beeilte sich die Wahlen auszuschreiben, wobei er aber nicht Madrid, 13. April. Verschiedene republi- janvertrauen. Das Plebiszit, das die verfassungs- alles auf eine Starte jezzen wollte. Wählte tanische und sozialistische Persönlichkeiten hielten treuen Abgeordneten durchführen wollten, man gleich ein Parlament und fiel die Wahl heute Rachmittag in der Wohnung Alcala Zamo- fertig: Spanien ist republikanisch. Desras cine Bersammlung ab. Nach Schluß derselben gleichen ist die Diktatur unmöglich, da sie schlecht aus, so daß man plötzlich einer repuWirtschaftliche Annäherung der wurde eine Erklärung veröffentlicht, in der es direft zur Revolution führen würde. In einem blikanischen Cortes- Mehrheit gegenüberstand, heißt: Der geftrige Tag war der erste Triumph der solchen Falle wären alle Mittel, Attentate inbe so war guter Rat teuer und der sofortige ZuNordstaaten. Republik. Die Abstimmung in der spanischen griffen, zu ihrer Belämpfung gerechtfertigt. Die jammenbruch zu befürchten. Aznar wollte Stockholm, 12. April. Beide Kammern des Hauptstadt und in den städtischen Hauptzentren internationale öffentliche Meinung weiß jekt, darum in drei Etappen wählen lasReichstages billigten gestern die Regierungsvor hat die Bedeutung eines für die Monarchie un- wie die Lage in Spanien ist. In unserem Lande fen: zunächst in die Gemeindevertre lage über den Beitritt Schwedens zum Abfom günstigen, für die Republit günstigen Plebiszits. iit teine andere gefeßliche Regierungsform mög- tungen, dann in die ProvinzialSie trägt gleichzeitig die Merkmale eines Schuld- lich, als die Republit. men von Oslo, durch das eine wirtschaftliche spruches gegen den höchsten Träger der RegierungsMadrid, 13. April. Die Konstitutionalisten Landtage und dann erst in die Cortes. Annäherung zwischen Schweden, Norwegen, gewalt. Wir fordern sämtliche zivilen und militä- gaben nach einer Versammlung bekannt, daß die Das sollte, ging es schlimm, den Stoß aufDänemark, Holland und Belgien herbeigeführt rischen Institutionen des Staates auf, die Ent- Lösung der Regimefrage durch die verfassung- fangen und dämpfen, ging es gut, die Repu scheidung des Boltes zu respektieren. Wenn die gebenden Cortez nicht mehr nötig sei, denn blikaner bis zur entscheidenden Corteswahl Wachthaber nicht dem Wunsch des Landes nach das Land habe gestern bereits das getan, was die einschüchtern und schwächen. Der Schachzug kommen sollten, würden wir vor der Nation und Konstitutionalisten selber, allerdings mit einer war nicht schlecht und die republikanisch- soziaEnde der Reparationsfommission. der internationalen öffentlichen Meinung die Ver- anderen Formel, hätten tun wollen. Sie würden listische Koalition ging in die ersten Wahlen Peris, 13. April. Heute vormittag fand die antrortung für das, was unvermeidlich eintreten deshalb nicht die Regierung übernehmen, auch nicht mit den besten Hoffnungen. Sie waren bei wenn sie ihnen angeboten werden sollte. der Nominierung der Kandidaten von allem lette Sigung der seit Feber 1920 eristierenden wird, ablehnen. Der Ministerrat ratios. Anfang im Nachteil, weil bei den GemeindeReparationskontnission statt, die konstatierte, daß das Pariser Abkommten vom 28. April 1930 über Madrid, 13. April. Der Ministerrat hat wahlen nur jene Kandidaten zugelassen werdie sogenannten Ostreparationen von allen inter essierten Staaten ratifiziert wurde und daß da Wunsch der Nation durch Errichtung der vier Stunden über die durch das Ergebnis der den, die von zwei amtierenden Stadträten her die Beziehungen der Reparationsfommiffion Republik in Spanien Genugtuung zu geben. Gemeindewahlen geschaffene Lage beraten, ohne empfohlen werden. Woher aber die Empfeh Madrid, 13. April. Der Generalsekretär zu einer Entscheidung gelangen zu können, da lung nehmen, wenn sich unter den Stadträten zu Ungarn und zu Bulgarien bis auf die daher einer gewaltigen Zahl von monarchistiDurchführung einiger reftlicher Formeln beendet der Allgemeinen Arbeiterunion Largo Cobal fich die Auffassungen der Liberalen und der Kon- feine zwei Republikaner finden? Es stand seien. Während die Reparationskommission für lero, der gleichzeitig Obmannstellvertreter des fervativen scharf gegenüberstanden. Ministerpräsident Aznar wurde vor Be- schen Kandidaten eine bescheidene Gruppe von Deutschland seit dem 17. Mai 1930, für Sefter Nationalausschusses der sozialistischen Partei ist. reich feit 28. Juni 1930 zu bestehen aufhörte, gab dem Vertreter der Agence Havas folgende Er- ginn des Ministerrates von den Pressevertretern Republikanern gegenüber. Die Regierung sah wegen der zahlreichen Gerüchte über eine bebor eriftierte sie für Ungarn und Bulgarien bis zum tlärung ab: heutigen Tage. Bezüglich dieser beiden lezige Die monarchistischen Kreise wurden in ganz stehende Krise befragt. Er erwiderte: Die den Wahlen zuversichtlich entgegen. Gelang es nannten Staaten trat die Reparationsfommis- Spanien vollständig geschlagen. Wegen Krise ist schon da, wenn ein Land, das sich ihr, eine starke und sichtbare monarchistische nern nicht mehr als ein Achtungserfolg be fion heute zum letztenmale zusammen, so daß fie der Niederlage, aller monarchistischen Parteien für monarchisch hielt, sich als radikal- republikas Mehrheit aufzubringen, war den Republikafann der König feiner von ihr die Regierung nisch herausstellt. nur noch der Geschichte angehört. wird. Im Namen Spaniens, das wir vertreten, da wir die Mehrheit besigen, erklären wir öffentlich, daf; wir energisch vorgehen werden, um dem Seite 2 Str. 88. Dienstag, 14. April 1931. schert, so konnten die Provinzialwahlen mit größerer Energie, das heißt mit kräftigerem Terror, vorbereitet werden, dann durfte man sich gegen die Linke etwas erlauben und brauchte auch bei den Corteswahlen keine unangenehmen. Ueberraschungen zu befürchten. Die Wahlen sind aber ganz anders ausgefallen, als die Regierung gehofft und als die Opposition gefürchtet hatte. Die' Bevölkerung der Städte hat sich mit großer Mehrheit für die Republik ausgesprochen. In der Hauptstadt Madrid steht das Verhältnis der Königstreuen zu den Republikanern und Sozialisten mit 34.000 zu 91.000 Stimmen fast wie 1:3. In Barcelona, der großen katalonischen Industriestadt, sind 38 Republikaner und nur 12 Monarchisten(und auch die noch aus der national-oppositionellen katalonischen Gruppe), in Valencia 32 Republikaner und 18 Monarchisten, in Sevilla ebenso 32 Republikaner und 18 Monarchisten gewählt worden, genau so ist das Ergebnis von Saragossa; in Bilbao sind gar nur zlvei Mo- narchisteff gegen 50 Repitblikancr, in der königlichen Sommer-Residenz San Scba- st i ä n 30 Republikaner und 24 Monarchisten gewählt worden. Stehen auch noch die Resultate der kleinen Orte aus, so ist doch schon zu ersehen, daß in den großen mrd kleinen Stiften die Republikaner über eine Mehrheit verfügen, die an die Zweidrittelmajorität heranreichen dürste. Der Außenminister Romanones hat die Niederlage unumwunden zugegeben und erklärt, daß die Wahlen für die Regierung„nicht schlechter hätten ausfallen können". Er fügte hinzu— und das ist das für uns Bedeutsamste an diesem Wahlergebnis —:„Wenn die Monarchisten heute geschlagen wnrden, so ist es die Folge der Diktatur." Denn das ist tatsächlich das Allgemein- Wichtige an dem Wahlausgang, daß er die Quittung für sieben Jahre Diktatur darstellt, daß er die Antwort des Volkes auf das fascistische Experiment ist, das Primo de Rivera angestellt und dem der König zugestimmt hatte. Hätte es sich in Spanien um die Entscheidung zwischen der monarchischen und der republikanischen Staatsform schlechthin, um die Wahl zwischen einer konstitutionellen Monarchie und einer demokratischen Republik gehandelt, so bliebe das Ereignis ohne große Bedeutung für das übrige Europa, in tarn eine monarchistische Reaktion ja kaum aktuell ist. In diesem Fall würde es ärkch kaum mehr als eine Illusion bedeuten/ wenn das spanische Volk sich von dem Wechsel der Staatsform eine ninnenslverte Besserung der Zustände des Landes verspräche. Die spanische Monarchie soll aber nicht als solche, nicht als Staatsform, sondern wegen ihrer Sünden unter der Diktatur, wegen ihrer Verantwortung für die Diktatur getroffen werden. Alphonso hat Primo de Rivera gehalten und gestützt. Alphons XIII. hat die Diktatur benützt, um seine persönliche Machtgier, seine militärischen Lärmen zu befriedigen. Sein Volk antwortet darauf mit dem lauten Bekenntnis zur Republik. Was wird Alphons tun? Wird er sich der großen Flut entgegenstemmen und statt der publik schon Sonntag gesiegt, das Königtum (von dem unsere Hakenkreuzpresse nach de Riveras Sturz noch behauptete, es sei„fest im Volke verwurzelt"!) ist gerichtet und erledigt, es hat nur noch die Wahl zwischen friedlicher und blutiger Liquidation. Das fascistische Experiment in Spanien endet als erstes und beispielgebend so, wie alle anderen enden weiteren Wahlen dem Volke aufs neue die Diktatur bieten? Sie würde nach dieser Volksabstimmung nur kurze Frist zu leben haben und im Blute erstickt werden. Wird er freiwillig weichen und nun Abdankung und Ausschreibung der Konstituante zugestehen? Oder wird er die Lawine rollen lassen, das Ergebnis der lveiteren Wahlen abwarten? Es sind Fra- f gen zweiter Ordnung. Moralisch hat die Re-j werden! Hungernde Millionen »«ter der Geißel des Welttapitalismus. Ein erschütterndes Bild von der Arbeitslosigkeit in der Welt enchüllt eine Untersuchung des deutschen Statistischen Reichsamtes. Darnach standen Ende 1980 neunzehn bis" zwanzig Millionen Menschen unter der Geißel der Erwerbslosigkeit. Diese Zahl ist aber nicht vollständig, denn es gibt noch eine Reihe von Ländern, in denen die Arbeitslosigkeit, wie z. B. in"Südamerika, in Afrika und in Asien, statistisch gar nicht erfaßt werden. Die Verschärfung der Krise seit dem Herbst des vorigen Jahres hat im Zusammenhang mit der saisonüblichen Zunahme der Erwerbslosigkeit im Winter allein im letzten Vierteljahr 1930 etwa 4 bis 5 Millionen Menschen neu in die große Elendsarmee cingereiht. Bon den schätzungsweise erfaßten Erwerbslosen der Welt entfallen allein auf die drei großen hochkapitalistischen Länder«Deutschland, England und die Bereinigten Staaten vierzehn bis fünfzehn Millionen, also rund vier Fünftel. Bei diesen drei Industrieländern ist der Beschäftigungsgrad der erwerbstätigen Bevölkerung seit Mitte 1929 um 10 bis 12 Prozent zusammengeschrumpft. Jeder achte Erwerbstätige ist arbeitslos, d. h. 6 bis 7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im einzelnen hat in Deutschland von Ende 1929 bis Ausgang 1930 die Zahl der bei den Arbeitsämtern angemeldeten Erwerbslosen von 2.85 auf 4.38 Millionen, also um 54 Prozent, zugenommen. JnGroßbritannienift in der gleichen Zeit eine Zunahme um 86 Prozent, nämlich von 1.34 auf rund 2.5 Millionen Erwerbslose festzustellen. Die englische Statistik umfaßt aber nur die versicherten Arbeitslose» und da in England verschiedene Avbeiterkategorien nicht in die Arbeitslosenversicherung einbezogen sind, dürfte die Gesamtzahl der britischen Erwerbslosen noch höher liegen. Bei den Vereinigten Staaten sind infolge fehlender statistischer Erhebungen nur Schätzungen möglich. Auf Grund dieser Schätzungen wird die Arbeitslosigkeit in den Bereinigten Staaten für Ende 1929 auf drei Millionen und für Ende 1980 auf 7.5 Millionen beziffert. Das ivürde einem Zuwachs von 150 Prozent entsprechen. Man wird jedoch auch ruhig 10 bis 11 Millionen annehmen können. Mit welcher Wucht die Weltwirtschaftskrise auch die nicht rein industriellen Länder und auch die kleineren Staaten erfaßt hat, geht daraus hervor, daß z. B. in Holland un letzten Jahr die Arbeitslosigkeit um rund 95 Prozent, in Polen um 62 Prozent, in der Schweiz um 73Prozent und in Jugoslawien um 76Prozent gestiegen ist. In Bclgien Hot sich die Arbeitslosigkeit im letzten Jahr sogar verdreifacht; in der Tschechoslowakei ist eine Zunahme um 377 ProMt, in Palästina um 511 Prozent und in R u m ä n i en um 514 Prozent eingetreten. Länder mit allgemeiner Wehrpflicht! Am schärfsten prägt sich die Arbeitslosigkeit, auf den Kopf der erwerbslosen Bevölkerung berechnet, in den BereinigtenStaaten.mit 18 bis 15 Prozent(geschätzt in Deutschland mit 13.3 Prozent und in Großbritannien um 12.1 Prozent) aus. Da in England, wie bereits erwähnt, nur die versicherten Erwerbslosen, in Deutschland dagegen die Arbeitsuchenden erfaßt werden, dürfte der Anteil der Arbeitslosen, an der Gesamtzahl der berufstätigen Bevölkerung bemessen, in Großbritannien fast ebenso hoch sein wie in Deutschland. Es fotzt dann an vierter Stelle Oesterreich mit 9.2 Prozent und unmittelbar darnach der Australische Bund mit 7.8 Prozent, die Tschechoslowakei mit 6.2 und Italien— offiziell— mit 5.6 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung. Rechnet man diesen Elendsziffer« noch den milliardenhohen Berdienstausfall der Arbeiterschaft durch Kurzarbeit hinzu, dann zeigt sich wahrhaft erschreckend, in welch ungeheurem Ausmaß die Krise des.Kapitalismus an der Kaustraft und der Lebenshaltung des Weltproletariats zehrt. „ffuropa soll kein Getreide bauen." „Wie der Sozialdemokrat seine Leser belehrt;" Unter diesem Titel, den die ,/Deutsche Land, post" zweispaltig aufmacht, versucht das Hauptorgan des Bundes der Landwirte gegen uns zu polemisieren. Es handelt sich da um folgendes: Der stellvertretende Direktor des internationalen Arbeitsamtes in Genf, Butler, ein hervorragender Wirtschafts- und Sozialpolitiker, der die internationale volkswirtschaftliche Literatur schon um ein« Reihe bedeutender wifftnschaftlicher Arbeiten bereichert hat, hat vor einiger Zeit eine Studienreise nach Südamerika unternommen und hat sich bei dieser Gelegenheit auch mit den internationalen Agrarproblemen befaßt. Er begründet nun die Erkenntnis, die im übrigen schon früher bekannt war und vor der sich auch die Agrarier nicht verschlossen haben, daß nämlich die Produktionskosten der Landwirtschaft in den Kolonialgebieten niedriger sindalsinEuropa. Daraus fotzert er nun: „In weite» Gegenden Europas wird Getreide angebaut, obwohl in vielen dieser Länder dieser An- ! bau weltwirtschaftlich völlig ungerechtfertigt ist und nur mit Hilfe höherer Zölle und ungeheurer I Steuermittel geschützt werden kany." Butler rührt da ein altes Problem an, nämlich an das der internationalen Arbeits- tcrlung. Es liegt selbstverständlich im Jntereffe der gesamten Menschheit, daß alle Waren dort erzeugt lverden können, wo man sie am billigsten herstellen kann und daß durch diesen Austausch billiger Waren das allgemeinePreiS- Niveau uns der ganzen Erde sinkt. Allerdings Berichtet von iS. Sch lost. Er lächelte begütigend. Nu» muß ich mich Ihnen wohl erst einmal ordentlich vorstellen und von Ihnen noch allerhand erfahren. Sie muffen mir das wahrheitsgetreu erzählen. Ich bin nämlich /Ar Verteidiger, Rechtsanwalt de Bries."... Nach einer halben Stunde verließ er Loni. -Es war ein heißer Tag. de DneS, der im offenen Auto fuhr, nahm den Hut ab. Ein eigen- arrigcs Gefühl beschlich ihn. Er mußte an Loni denken. Er sah ihr schmales, weißes Gesicht, in dem die großen traurigen Kinderaugen in seltsamem Gegensatz zu dem herb gewordenen Mund standen. Es war nicht nur Mitleid, das ihn immer wieder an sie denken ließ... Er lachte leis« auf... Lächerlich... Er würde doch nicht... Aber es war keineswegs so lächerlich. Das bewies ihm am besten Abbh Golderns erstauntes Gesicht, als er bei Tisch über feine Begegnung mit Loni berichtete. „Ich muß sie frei bekommen, unbedingt", sagte er. Er stand auf, ging in das anstoßende Arbeitszimmer, zündete sich eine Zigarre an. Er blieb vor Abby stehen, der es sich in einem Sessel neben dem Rauchtisch bequem gemacht hatte. „Du glaubst natürlich, ich fei verliebt. Vielleicht hast du.recht, vielleicht auch nicht. Ich kann dir das nicht'sagen. Ich habe bisher keine Zeit gehabt, mich um Liebe und Frauen zu kümmern. Du kennst meinen Standpunkt: die Allgemeinheit und das Schicksal der anderen, der Armen und Abhängige» gehen vor. Aber heute... ich weiß nicht..." Er strich sich das Haar aus der Stirn... „Aber denke nicht, daß eS das ist, weshalb ich sie frei bekommen muß. Es geht um Grundsätzliches. Es geht um Gerechtigkeit, um Menschenwürde... Dieser schreckliche Paragraph, der so viel Not und Elend über Unschuldige bringt, muß endlich fallen. Loni' ist wieder ein eklatantes Beispiel..." Er setzte sich an seinen Schreibtisch und kramte in Papieren, die verstreut auf der Schreibtischplatte lagen. Mby beobachtet ihn, er glaubte schärfer zu sehen, als der Jugendfreund. * Der.Gerichtssaal tvar lange vor Beginn der Verhandlung überfüllt. Die großen Organisationen, die seit Jahren um die Aufhebung eines unsozialen Gesetzes kämpften, hatten ihre Vertreter geschickt. Eintze bekannte Parlamentarier waren anwesend. Viele Frauen, in der Mehrzahl verhärmte, von Arbeit und Leid gebeugte Frauen waren gekommen. War es doch ihr Schicksal, das in diesem kalten, nüchternen Saal entschieden werden sollte. Als Loni auf der Anklagebank erschien, blaß, die großen Augen zu Boden gerichtet, ging ein Raunen durch den Saal. Die Prefsezeichner stürzten sich über ihre Skizzenbücher und die Berichterstatter warfen rasch ein paar Notizen auf die vor ihnen liegenden Blätter. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Verteidigungsrede de Vries'.„Ein Meisterstück der Rhetorik und Phrase", schrieben die Blätter der Rechten. „Ein ergreifendes Bekenntnis für Menschlichkeit und Gerechtigkeit", hieß es in den Blätterst der Linke«. de Bries verstand es, das erschütternde Schicksal eines Proletariermädchens aufzureitzen. Sein„schuldig ist nicht dieses arme, unwisMde Geschöpf, schuldig find jene, die eine Gesellschaftsordnung als unabänderlich verewigen Wollen, die einem Bruchteil der Menschheit alles erlaubt und der Mehrheit, den Mühseligen und Beladenen alles verweigert", fand über die Wände des Gerichtssaales, über die Druckzeilen der Zeitungen hinaus millionenfaches Echo in den Herzen der leidenden und kämpfenden Masse. Loni wurde freigefprochen. Selbst der Staatsanwalt konnte sich den tragischen Verket- tungen, die zu ihrer Tat geführt hatten, nicht verschließen. Die Rudens kam mit einer geringfügigen Strafe davon. * Abbh Goldern und de Bries warteten in dem kleinen Zimmer neben dem Gerichtssaal aus LoNi. Sie wagte kaum aufzublicken, als man sie ins Zimmer führte. Wieder beschlich de Bries jenes eigenartige Gefühl, das er damals im Auto gehabt hatte und das Abby Goldern mit„verliebt" bezeichnete. Er streckte die Hände aus und rief leise: „Loni!" Loni fuhr auf, wie aus einem Traum, sah die Augen de Vries', spürte ein warmes, ruhiges Leuchten in sie dringen, sah die ausgestreckten| Hände. Und ehe es de Bries hindern konnte, hatte sie sich über seine Hände gebeugt und küßte sie.■_,' „Aber Loni!", rief de Bries bestürzt. Seme stimme klang unsicher und verlegen. ,Loni, hier ist noch jemand". Sie wandte sich um... „Abby", sagte sie leise, ihre Stimme zitterte vor Freude. Abby Goldern stand da und konnte nichts sagen, gar nichts. Er stand da und starrte Lom ay. Sern ganze-, armseliges Leben war in diesem Augenblick zusammengedrängt: die Mühen und vergeblichen Hoffnungen versanken vor diesem i einen: Loni. Und zugleich wußte er, daß seine Wünsche nie Erfüllung würden... de Bries machte allen Verlegenheiten ein Ende, er schob seinen Arm ist i ü» nicht ein Problem, das von heute auf morgen gelöst lverden kann, aber als Ziel der mter- nakionalen Wirtschaftspolitik muß man sich diese Tatsache, die inan zur Kenntnis nehmen muß, vor Augen halten. Wenn wir nun etwas aus dieser Studie Butlers gebracht und das Resultat, zu dem dieser hervorragende Wirtschaftspolitischer gelangt ist, zitiert haben, so haben wir durchaus nicht, wie der kurzsichtige wirtschaftspolitische Redakteur der „Landpost" anzunehmen scheint, etwa verlangt, daß die Bauern der Tschechoslowakei morgen kein Getreide mehr anbauen sollen. Dieses Ziel der internationalen Wirtschaftsteilung, der planmäßig organisierten Weltwirtschaft im Jntereffe der Menschheit ist nur auf dem Wege einer längeren Entwicklung zu erreichen, aber man muß sich das Z i e I vor Auge« halten, ivenn mau nicht in die Irre gehen und dem Wohle der Menschheit dienen will. Wir hoffen damit dem wirtschaftspolitischen Redakteur des Haüptorgans des Bundes der Landwirte, die Lektion erteilt zu haben, die er von uns verlangt. Senofsexschaftliche Tagungen. Wie wir der„Konsumgenossenschaft" entnehmen, findet Samstag, den 16. Mar 1931 im Gec-Lagerhaus in Karlsbad eine Genossenschaftsrats- Tagung des Verbandes deutscher Wirtschaftsgenossenschaften statt. Auf der Tagesordnung befinden sich u. a.: Stand unserer Konsumgenossenschaften, Ausbau unserer Kreditoraanisation, das Wirtschaftsprogramm des I. G. B.— Sonntag, den 17. Mai findet ebenfalls in Karlsbad eine außerordentliche Generalversammlung des Gec- Verbandes statt. Tagesordnung: Berichte, Jahresrechnung, Stabilisierungsbilanz, Ergänzungswahlen. zehn Jahre Kerker für den Warschauer Bombenanschlag. Warschau, 13. April. Heute um 18 Uhr lvurde in dem Prozeß gegen den Urheber des vereitelten Bombenanschlages gegen das sowjetrusfische Gesandtschaftsgebäude in Warschau, Johann Po- l a n s k i, das Urteil gefällt, durch das Polanski zu zehn Jahren schweren Kerkers verurteilt wird. Der«Staatsanwalt hatte' vorher konstatiert, daß daS geplante Attentat gegen das sowjetrussische Gesandtschaftsgebäude in Warschau eine Tat darstellte, die die Jntereffe» des polnischen Staates schwer bedrohte; die Gerichtsverhandlung habe ergeben, daß entgegen der Behauptung des Angeklagten das Attentat tatsächlich vollführt werden sollte. Der Verteidiger des Angeklagten behauptete in seiner Rede, daß Polanfli bloß eine Demonstration gegen die sowjetrussische Gesandtschaft durchfuhren wollte. Seine Tat war die Tat eines Fanatikers, die keine schlechten Folgen haben kennte. Die Sthüffe im Budapester Tempel ein vorbereitetes Komplott? Budapest, 13. April. Ein hiesiges Blatt berichtet, daß das kürzliche Revolverattentat im jüdischen Tempel in Budapest sticht die Tat eines Jähzornigen war, wie es auf Befehl der Regierung die ungarische Preffe behaupten mußte, sondern ein sorgfältig vorbereitetes rcchtsnatio- nales Komplott. Tie Schüsse seien an dem Tag abgefeuert worden, an dem vor neun Jahren das Attentat im Elisabetstädter Kasino verübt wurde. Die Regierung suchte aber die Affäre zu vertuschen, um nicht in der Zeit des Regierungsjubiläums der europäischen Oeffent- lichkeit zu verraten, wie es in Wirklichkeit um die angebliche Konsolidierung Ungarns steht. unter den Lonis; indem er di« Tür öffnete, erklärte er: ,Lch habe Hunger und ich glaube, ihr auch." Damit brachte er Loni zu seinem Auto, das vor dem Gericht wartete. Abby Goldern fotzte. IX. Loni schlägt eine Karriere aus Loni hatte ihr Zimmer in der Uhlandstraße wieder bezogen. Sie besuchte die Kurse einer Handelsschule. de Bries kümmerte sich absichtlich so wenig wie möglich um Loni. Er sah sie eigentlich nur während des Mittageffens, an dem auch Abdy Goldern teilnahm. Immer wieder überkam de Bries in Lonis Nähe jenes eigenartige Gefühl der Sehnsucht, die in ihm verschwiegene, ferne Wünsche weckte. Er scheute sich, diesen Wünschen nachzugeben. Er konnte sie auch nicht fassen. Es war alles so merkwürdtz versponnen. Er mußte immer wieder an die Worte Abbys denken. Er wollte Zeit gewinnen, um Klarheit zu haben. Er wollte alles prüft«, Er mied Loni. Ihre Nähe verwirrte ihn. Aber er konnte es nicht verhindern, daß er inüster häufiger an sie dachte und unbewußt be- ' flamt, schon sein Leben auf sie einzustellen. Loni hingegen hing mit fast schwärmerischer Verehrung an de Bries. Ost spurte sie das warm« Leuchten seiner Augen, das sie an jenem Mittag am Gefängnis getroffen hatte. Er saß in ihrem Herzen. Sie würde es ebensowenig herausreißen können, wie die traurige Erinnerung an ten Holt. Aber sie ließ es nicht hinaus. Niemand sollte erfahren, am allerwenigsten de Dries, daß dieses Leuchten etwas in ihr geweckt hatte, das mehr war als ein Gefühl der Dankbarkeit.«So verschloffen sich beide voreinander, sprachen miteinander lieb«, freundliche Worte und waren doch jeder geradezu ängstlich darauf bedacht, ihre Herzen einzusperren.., (Fortsetzung folgt.) Mr. 88. Magyarisches Jubelfest. Zehn Jahre Bethlen. Dienstag, 14. April 1931. Hermann Wendel. Seite 3 Wer wird Präsident von Frantreich? Paris, Mitte April 1931. von den Arbeitern schon ganz zu schweigen, nicht die Grausamkeiten der Czernowißer Siguranza mehr bei der Stange zu halten. Aber wenn sich eingebracht. Er berichtete über das Vorgehen der Ungarn mit Händen und Füßen dagegen sträubt, Bolizei gegenüber Teilnehmern einer Bersammein Balkanstaat genannt zu werden, was Wahlen lung der sogenannten unitarischen Gewerkschaft. angeht, gibt es den trübsten Balkanvorbildern Als die Polizei von der Versammlung erfahren Am 16. April rundet sich ein Jahrzehnt, feit nichts nach. Die jeweilige Regierung, macht" hat, ließ sie eine ganze Reihe VersammlungsteilGraf Stefan Bethlen als Ministerpräsident die Wahlen, mit Terror, mit Korruption, mit nehmer verhaften und einsperren. Die Verhafteten Am 13. Mai ziehen die etwa 900 franzödie Geschicke Ungarns in Händen hält. Es wird allen Mitteln; namentlich auf dem flachen wurden, wie Dan ausführte: sischen Parlamentarier, 600 Kammerdeputierte bei dieser Gelegenheit nicht wie bei dem zehn- Lande wandelt sich dank der öffentlichen Stimmund 300 Senatoren, zur Wahl des neuen Repu,, mehrere Tage einem Verhör unterworfen, blikpräsidenten in den Barlamentssaal ein, der jährigen Amtsjubiläum des Reichsverwesers abgabe soziale Abhängigkeit nur allzu oft in Horthy lärmende Feste geben. Auf Wunsch politische Hörigkeit. Vielleicht wiegt sich darum bei welchem fürchterliche Bestialitäten angewendet einen Teil des linken Flügels des Schlosses von des Jubilars fallen alle Feierlichkeiten aus; er trotz der allgemeinen bedrohlichen Mißstimmung wurden. Die meisten der Häftlinge mußten am Versailles bildet. Seit 1926 hatten sie ihn nicht hat, meldet die Presse, lediglich gestattet, daß der erlauchte Jubilar doch in der Hoffnung, auch Schluß des Verhörs ärztliche Hilfe in Anspruch mehr betreten. Damals tagte die Nationalverihm ein Glied der weitverzweigten Familie wenn das Bolf in den nächsten Wionaten ge- nehmen, da sie schwer verwundet waren. Unter ſammlung in Versailles, um auf Wunsch Poingeben den rohesten Prügelhelden zeichnete sich wieder carés die französische Amortisationskasse zur Bethlen zu diesem Tag ein Geschent überreiche". sprochen" hat, sein übles Spiel fortzusetzen. Und also ist's recht und im Lot. Denn auf der Aber eines schönen oder minder schönen Kommissär Tiron aus, der bereits einige Zeit Frankenſtabilisierung zu schaffen. Seit Thiers einen Seite hat sich der Graf um die Feudal- Tages wird das Regime Bethlen doch wegen Ünforrektheiten vom Dienste enthoben war, aus Furcht vor den Bariser Kommunarden im sippe seines Landes, die engere und die weitere, ein Ende nehmen. Dann, nicht heute, ft sich aber dann wieder in die Reihen der Sigu Jahre 1871 Versailles zum Sitz der Nationalwohlverdient gemacht, auf der anderen Seite sind Anlaß zu einem magyarischen Jubelfest. ranzabeamten eingeschlichen hat." bersammlung bestimmte, tagt diese jedesmal in Die Interpellation endet mit folgender Frage: dem etwa 20 Kilometer von Paris entfernten Ich frage daher den Innenminister an, Vorort, wenn, wie 1926, ein die französischen welche Maßnahmen er gegen die Prügelhelden von Berfassungsgesetze änderndes neues Gesetz angeder Siguranza in Czernowik zu ergreifen gedenkt, nommen oder, wie zuletzt 1924, ein neuer Repuund ob er nicht der Ansicht ist, daß im Interesse blikpräsident gewählt werden soll. Von Gaston Doumergue, dem heutigen Reeiner unparteiischen Untersuchung die sofortige Suspendierung des Kommissärs Tiron vom publikpräsidenten, und von Briand, dem heuti gen Außenminister, hört man einstiveilen nur, daß sie bestimmt nicht Kandidaten sein wollen, obwohl beide die größten Aussichten haben.„ Die Tatsache, daß man mir versichert, ich tönne gewählt werden, wenn ich es nur will, genügt mir. Das Amt eines Republikpräsidenten mit den un vermeidlichen Verpflichtungen, die es auferlegt, sind nicht nach meinem Geschmack. In meinem augenblicklichen Amt habe ich schon genug Verantwortung, und ich habe viel zu sehr den Wunsch, dieser nicht zu entgehen, als daß ich an einen anderen Bosten denken möchte. Daher jage ich Nein", erklärte Briand vor einigen Tagen einem Mitarbeiter des Echo de Paris". die achteinhalb Millionen seiner Untertanen wahrhaftig nicht in der Lage und Laune, ihrem Herrn und Weiſter, weil er ihnen volle zehn Jahre auf dem Raden sigt, ein Eljen zuzujubeln, Bestialitäten der rumänischen Siguranza. Ganz im Gegenteil lagern schwarze Wolkengebilde über der ungarischen Tiefebene. Eine Der sozialdemokratische Abgeordnete Dan Wirtschaftskrise, schlimmer fast noch als hat in der Sigung der rumänischen Deputiertenin anderen hart getroffenen Ländern, drückt auf fammer vom 26. März eine Interpellation über Dienste notwendig ist." die Stimmung in Stadt und Dorf. Sicher handelt es sich dabei um einen Teil der allgemeinen, der Weltwirtschaftskrise, aber verschärfend fehlt die besondere magyarische Tönung nicht. Als sich nach Kriegsende Ungarn ganz auf eigene Füße gestellt jah, ging man daran, durch Schutzölle und Subventionen eine nationale Indu= strie", zu der es an wesentlichen Vorbedingungen gebrach, treibhausmäßig zu züchten; man wollte zum Belgien des Ostens" werden. Aber Der Düffeldorfer Maffenmörder vor dem Schwurgericht. Mehr als 300 Zeugen, 36 Sachverständige.- Boraussichtliche Prozeßdauer: ein Monat. Die Bestie. Düsseldorf, 13. April. Vor dem hiesigen der Bewohner hatte. Allerdings habe er nicht die Produktionskosten waren zu hoch, die Absatz- Schwurgericht begann heute der Prozeß gegen baran gedacht, daß jich in den angezündeten Heumöglichkeiten zu gering. Die Industrie, aus dem den Massenmörder Peter Kürten, der sich rühmt, schobern ettva Menschen befunden haben könnten. Nichts hervorgezaubert, steht heute vor dem mehr als 25 Morbe und Mordversuch e Nichts: 150.000 Arbeitslose sind die begangen zu haben. Die Anklageschrift Opfer ihres Niedergangs, und mit Recht wurde legt ihm nenn Morde und sieben Mox d unlängst auf dem Budapester Kongreß der versuche zur Last. Gewerkschaften der Regierung Bethlen vorgeworfen, daß fie dem Problem der MassenGleichgültigkeit gegenüberstehe. * Natürlich kann man einstweilen in keiner Weise sagen, inwieweit diese Erklärung Briands In Düsseldorf machte Kürten die Bekannt ernst gemeint ist, oder inwieweit sie nur feine schaft von zwei Hausangestellten, die er Ruhm Briands und seiner Locarnopolitik in Kandidatur vorbereiten soll. Immerhin hat der Er zog sich Als Tagungsraum dient die Turnhalle der mißhandelte und würgte. arbeitslosigkeit mit favaliermäßiger Polizei, weil der Schwurgerichtssaal des Land dadurch eine Klage wegen Not sucht zu, wurde Frankreich infolge des deutsch- österreichischen aber freigesprochen. Dann kam Kürten auf Bollabkommens sehr gelitten, spricht doch zum gerichtes für eine derartige Verhandlung viel zu Wenn sich in den drei lezten Jahren die klein ist. Haben sich doch aus dem Inlande sowie die Ueberfälle in den Jahren 1925 bis 1929 Beispiel sogar der Abgeordnete Oberst Jean Preisspanne zwischen industriellen und land- aus dem Ausland allein etwa 120 Presseveru sprechen. Er sagte aus, daß er sich bei diesen Fabry, der im vorigen Jahre für die Rheinwirtschaftlichen Erzeugnissen zu Gunsten der treter gemeldet, von denen wegen der Ueberfällen stets damit begnügt habe, sich landräumung eintrat, davon, daß Frankreich inBauern um 30 Prozent erweitert hat, ist über- Raumverhältnisse allerdings nur 70 zugelaffen an der Angst seiner Opfer zu weiden. folge des Zollabkommens daran denken sollte, haupt die Lage auf dem flachen Lan de werden konnten. Geladen sind mehr als 300 Der erste Mordverfuch ereignete sich am 3. Feber Mainz und Koblenz wieder zu bejeben. Jean nicht minder trostlos als im Großgewerbe. Nicht Beugen und 36 Sachverständige. Von 1929 in Gerresheim an Frau Kühn, auf die Fabry ist der politische Leitartikler der rechtsnur das Produkt, das Getreide, sondern auch das überall her haben sich ferner Seriminalisten er mit einer Schere, die er sich zu diesem stehenden Pariser Abendzeitung„ Intransigeant". Zwede mitgenommen hatte, mehrfach einstach. Verschiedene Kandidaten, an die man noch Produktionsmittel, der Grund und Boden, bleibt zur Teilnahme an den Verhandlungen gemeldet. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er mit der bis in die letzten Wochen hinein dachte, sehen unverkäuflich. Aber auch mit der Landwirtschaft Einsteilen rechnet der Vorsitzende Landgerichtsſteht es wie mit der Industrie. Im europäischen direttor Rose mit einer zweiwöchigen Dauer des Absicht aus gegangen sei, jemand zu töten, schwieg ihre Aussichten von Tag zu Tag sinken. Dazu geSüdosten ist die Agrartrije eine allgemeine Er- Prozesses, jedoch hat es den Anschein, daß die Sürten zunächst, gab aber dann die Tö hört Jean Hennessy, der frühere Aderbauminicheinung, nur tritt sie in Ungarn dank seiner Berhandlungen über mehr als einen Roja Ohligser zur Sprache, die Kürten 10 französischer Gesandter in Bern. Dazu gehört tungsabsicht zu. Sodann kam der Fall ster im ersten Tardieu- Kabinett und früherer Grundbesitzverfassung in besonders schwerer Form Monat sich erstreden werden. Aus der Art, wie der Mörder Kürten sich Minuten von seiner Wohnung entfernt, antraj. aber auch der lothringische Senator Albert YeAus der Art, wie der Mörder Kürten sich auf. Roch immer bildet, während in den län- bisher benommen hat, läßt sich noch immer nicht Er ging dem Kind entgegen und ſtach es mit brun, der sich um die Schaffung der Amortisadern ringsum die Bauernparzelle vorherrscht übersehen, ob er die Geständnisse, die er zum ein Kino, fehrte aber später zum Tatort zurück brun ist der Standidat Poincarés. Poincare ruht Ungarn den klassischen Staat des Latt Teil, abgelegt hat, aufrechterhalten oder wider und zwar mit einer Flasche Petroleum, sich zur Zeit auf seinem Landgut in Sampigny fundiums. Was die Regierung des Grafen rufen und ob er eina neue untaten heranziehen bie er neben die Leiche stellte. Morgens, etwa um aus. Sein linker Arm ist noch gelähmt. Er fann und Großgrundbesizers Bethlen eine Agrar ohne naß zu reform zu nennen wagte, wusch dem Bären den wird. Angesichts dieser Möglichkeiten hat das Ge- halb 7 Uhr, begab er sich abermals zum Tatort, jedoch schon wieder arbeiten. Er hat soeben seine zweifelhaften vor gehören an dem einen Pol 5.4 Millionen Joch 1130 Personen, das heißt 0.13 Prozent der Besizer, und teilen sich am anderen Bol 840.000 Bersonen, fast 99 Prozent der Besizer, in 8.1 Fälle ausgeschieden. Laffen. die gleiche Art wie die fleine Ohligser. leum und zündete sie an. Am 13. Feber fior" wieder aufgenommen, und er wird demDie Staatsanwaltschaft hat davon abgesehen, begegnete er dem Invaliden Scheer, der ange- nächst unter den Titel„ Berdun" ein neues die 20 Brandstiftungen die auf Kürtens trunken war und Kürten anrempelte. Kürten Buch erscheinen lassen.„ Wenn Lebrun AussichStonto kommen dürften, nicht behandeln zu stieß den Mann nieder und tötete ihn auf ten hat, gewählt zu werden, so fann er gan; Millionen Joch! Der Großgrundbesik herricht Für die Schuldfrage wird letzten Endes fozial, aber auch politisch, und sein Geschäfts- entscheidend sein, wie die Sachverständigen den führer, nicht der des magyarischen Volfes, ist Geisteszustand des Mörders bewerten und der Jubilar am 16. April. Seine Lobredner auch ob sie ihm den Paragraph 51 des Strafgesetzin Deutschland rühmen ihm nach, daß er in buches zubilligen. Wie es heißt, soll die Mehr bei Papendelle mit einer Schere nieder. dem Senatspräsidenten, der am 13. Mai, um Ansicht sein, daß genommenen Lande„ Ordnung" geschaffen habe. die Zubilligung des Paragraphen 51 nicht in rüd, verweilte dort längere Zeit und grub die In der Tat erscheint, was es vor seinem Betracht kommt. Regierungsantritt gab, weit schmachvoller und Die soziale Ursache: Trostlose Kindheit. auf meine Unterstützung rechnen," erklärte jo= Am 1. August 1929 lernte Kürten im 300- eben Poincaré einem Journalisten.„ Wenn er viertel die Sausangestellte Sahn kennen, Aussichten hat," das klingt schon nicht mehr sehr verabredete sich mit ihr zu einem Ausflug nach gut für Lebrun. Neandertal und stach sie auf dem Rückweg Sie und da spricht man von Paul Doumer, Leiche nachts ein. Nationalversammlung eröffnen wird, von Baul Painlevé, dem früheren Ministerpräsidenten, der Der Vorsitzende kam dann auf die Briefe 1924 nur 309 Stimmen erhielt, während Gaston schauerlicher. Damals tobte sich die GegenrevoluDoumergue 515 Stimmen bekam, von André tion aus, die hängte und ertränkte, Bethlen und verschiedene Düsseldorfer Tageszeitungen geleitete die Gegenrevolution ein, die mit nieder- Borjißende Landgerichtsdirektor Dr. Rose den schrieben hatte. Im Anschluß hieran wurden die kabinette, und von Fernand Bouisson, dem soziahält und einkerkert; damals war die Gegen- Eröffnungsbeschluß. Dann wurden die Sachverbrei Mordversu che besprochen, die listischen Kammerpräsidenten. Aber ganz plößlich revolution mit blutigen Fäusten obenauf, ständigen aufgerufen und vereidigt. Kürten am 21. August begangen hatte. Da steigen ungeheuer die Aussichten des JustizminiBethlen verkörpert die Gegenrevolu Auf die Frage des Vorsitzenden erklärt sich er seine Schere nicht zur Verfügung hatte, sters Leon Bérard, der auch stellvertretender tion in Glacéhandschuhen. Aber Sürten mit leiser Stimme bereit, auszusagen. taufte er sich ein Stilett, mit dem er Storn- Ministerpräsident ist. Pierre Laval, der heutige Gegenrevolution hier wie dort, von Demokratie Stockend und mit vielen Unterbrechungen schildert blum, Frau Mantel und Inge Goldhausen schwer Ministerpräsident, dürfte für ihn eintreten. Es feine Spur, der Parlamentarismus eine Bosse, er seine trostlose Jugendzeit. Er führt verlegte. Schon wenige Tage später, am 24. ist fennzeichnend, daß Leon Bérard als einziger die Verfassung ein Stück Papier und die Ditta- aus, daß sein Vater dem Trunt ergeben August, ereignete sich der Doppelmord an Louise Minister den Republikpräsidenten Gaston Dou tur in Wirklichkeit! Die Magyaren haben gewesen und mehrfach mit den Menschen in Kon- Lenzen und Gertrud Hammacher, denen er mergue zur Zeit auf seiner Tunis- Reise begleitet. eigentlich alles, wonach sich die Saffer unserer flikt geraten sei. Er selbst sei, da er es zu Hause in Düsseldorf- Flehe die Kehlen durchschnitt. Am Briand selbst hatte Bérard zur Begleitung des deutschen Demokratie und Republik sehnen; nicht aushalten fonnte, i'm Alter von 8 Jah- Düsseldorf- Flehe Ungarn mit seinem üppig blühenden Antisemi- ren für mehrere Wochen fortgelaufen nächsten Tage bereits unternahm er einen Mord- Republikpräsidenten vorgeschlagen. Bérard bat tismus wirft recht eigentlich als Westen- und dann wieder von der Polizei ausgegriffen versuch an der Gertrud Schulte, mit der er im persönliche Freunde in sämtlichen politischen taschenausgabe des Dritten Reich 8" worden, habe aber schließlich die Schule bis zum Anschluß an einen Besuch der Neuffer Kirmes Parteien beider Parlamente. In allen Parlaeinen Spaziergang nach Oberkaffel machte. In den mentskreisen spricht man ſeit einigen Tagen und dennoch wir wissen: gerade deshalb! 14. Lebensjahr weiter besucht und sei dann in ist es ökonomisch und politisch auf dem Hund. der Fabrik, in der sein Vater tätig war, in Oberkasseler Wiesen fiel er über die Schulte her nur noch von Leon Bérard, und die ernsthafteDie Massen sind denn weit eher geneigt, die Lehre gekommen. Um das Jahr 1895 herum und verletzte sie schwer. Am 30. September lernte ten Bolitiker fragen sich lediglich, ob Bérard Bethlen zu seinem Jubeltag einen Stroh- feien seine Eltern nach Düsseldorf gezogen. Im er die Ida Reuter in der Düsseldorfer Bahn- gleich im ersten Wahlgang gewählt werden kann, als einen Lorbeertranz zu winden. Die tief ein Jahre 1899 fei er 3 um er ft en male wegen hofshalle kennen und machte mit ihr einen Spa- oder ob er der große Außenseiter für den ziergang nach dem Pappelwäldchen. Auf dem wahrscheinlich notwendigen zweiten Wahlgang gefressene Unzufriedenheit mit dem Regime tam Unterschlagung bestraft worden. Rückweg schlug Kürten die Reuter mit einem fein wird. Schließlich hat auch Poincaré bereits bor einigen Wochen bei den Budapester Hammer nieder und tötete sie. Die Leiche wollte erklärt, daß er, falls fein Kandidat Lebrun Gemeinderatswahlen zum Ausbruch, er in den Rhein werfen, mußte aber davon Ab- keine Aussichten hat, für Bérard eintreten werde. bei denen tros eines zu ihren Gunsten ver- Kürten gab im weiteren Verlaufe seiner stand nehmen, da sich ihm ein Polizist näherte. Kurt Lenz. bogenen Wahlsystems die Regierungsparteien Bernehmung noch einen Fall zu, wo er sich in Von der Elisabeth Dörrier wurde am 12. Otschlecht abschnitten, während die Sozial- Düsseldorf in ein Haus in der Münsterstraße in tober auf der Straße angesprochen. Er nahm die Demission der albanischen Regierung. demokratie, bei der Schwäche des Bürger- der Absicht des Diebstahls eingeschlichen habe. Dörrier mit zum Torfbruch, wo er sie mit einem tums der einzige festgefügte und gegliederte Als er schon mehrere Zimmer aufgeschlossen Hammer tötete. Am 25. Oktober überfiel er eine Rom, 12. April. Nach einer Meldung der Heereslörper der Opposition, 14.000" Stimmen hatte, habe er einen Knaben im Bette liegen Frau Meurer in Gerresheim mit einem Ham- Agenzia Stefani qus Tirana hat der albanische und fünf Size gewann und zur stärksten politischen. Er wollte ihn mit einem Beil nieder- mer und später im Hofgarten die Prostituierte Justizminister wegen Weinungsverschiedenheiten schen Gruppe der Hauptstadt aufrückte. Da schlagen, wurde aber gestört und floh. Im Jahre Klara Wanders. Der letzte Fall in der Serie mit dem Parlament seine Demiffion eingereicht. felbit in der Schicht, die bisher Bethlen für 1913 lernte er ein 20jähriges Mädchen der Morde ereignete sich am 7. November an der Die albanische Regierung hat daraufhin die Gefeine und des Feudaladels Zwede geduldig Vor- fennen, das er auf dem Heimwege von einemt spanndienste leistete, unter den fleinen Land- Spaziergange nach Grafenberg vergewal- Gertrud Albermann, die er hinter die Fabriks- samtdemission des Kabinetts beschlossen mit der wirten, die unzufriedenheit gärt und schwärt, tigte und im Walde bis zum Morgen festhielt. mauer der Firma Haniel- Lueg schleppte und dort Begründung, daß die gegenwärtigen Meinungsmüßte er mit Bangen den bald fälligen Dann tam die Sprache auf die zahlreichen mit einer Schere ermordete. Nachdem diese Morde und Mordüberfälle fur; Parlamentswahlen entgegensehen. Ein Brandstiftungen, die Kürten verübt hat. jig mit der Aufpeitschung des Nationalismus Er erklärte, daß er die Brandstiftungen haupt durchbesprochen waren, wurde die Verhandlung bis zur Tollwut- man sagt Revision und man fächlich deshalb begangen habe, weil er Gefallen auf Antrag des Verteidigers auf Dienstag vor meint Revanche sind die Bürger und Bauern, an dem Feuerschein und an den Schredensrufen mittags 9 Uhr vertagt. Nach Eröffnung der Verhandlung verlas der 3u sprechen, die Kürten an die Polizeiverwaltung Maginot, dem ewigen Kriegsminister der RechtsDer erste Mord. verschiedenheiten charakteristisch seien für die andauernde feindselige Haltung des Parlaments gegen die Regierung, der es dauernd ernste Schwierigkeiten bei der Ausführung ihrer Aufgaben mache. Seite 4 Zagesneuigkeiten. Hopien und Matz verioren! Die heillose Bertrottelung der völkischen Preffc. Bejern einen Bericht über Wesen und Geschichte Wir haben in unserer Osternummer den des Gruben hundes" gegeben, dessen Erfinder, Ing. A. Schüg, wie wir in eben diesem Artifel mitteilten, die Geschichte des Gruben hundes als„ Kultursatire" in einem überaus interessanten Büchlein niedergelegt hat. Daß aber selbst eine eingehende theoretische" Belehrung, eine geschichtliche Darstellung und eine technische Anleitung den für Grubenhunde empfäng. lichen völfischen Schriftleiter nicht zu belehren vermögen, beweist ein Wiener völfisches Blatt, dem das Buch Schütz' vorgelegen hat und das seinen Lesern daraufhin folgende Erflärung des Begriffes ,, Grubenhund" vorsetzte, die selbst wieder als ein Grubenhund bezeichnet werden könnte, hätte die Schriftleitung sie nicht selbst verfaßt: Im gewöhnlichen Sprachgebrauch bezeichnet dieses Wort einen Rollwagen auf vier Rädern, der, auf Schienen durch Menschenkraft bewegt, in Bergwerfen zum Transport allgemein üblich ist. Unter einer Bauffage" versteht man jenen Teil eines Kranes( Hebevorrichtung), über ben die Krankette direkt zum Traghalen läuft, an den die zu hebenden Lasten gehängt werden; sie ift meist auch als Rollwägelchen ausgebildet, fährt auf Schienen, die oben am Kran angebracht sind. Diese technisch ähnliche Sonstruttion als Wagen, ferner der in der Natur herrschende Gegensas zwischen Hund und State brachte vor Jahren einen Wigbold jamen Zeitungslejer. nahmen. Seitdem nennt man deit geglückten Wie aber nennt man den Blödsinn, den Dienstag, 14. April 1931. wahrscheinlich bereits früher ermordet haben. Da bei dem Hause der Eheleute viele Leute vor übergingen, fonnte der Mörder seine Tat nicht vollenden und flüchtete, ohne etwas geraubt zu haben. Die Leichen wiejen ser trümmerte Schädeldeden auf. Ein Polizeihund verfolgte eine Spur bis zum Postizzer Bach, wo nach dem Mörder. wenigstens nicht die Sittlichkeit der Schnüffler und Moralfagfen! -173Bom Rundfunt. Mittwoch. Nr. 88. Brag: 11,15 Schallplatten. 12.20 Mittagsfon Aerzte in Karlsbad. Während der PfingstInternationaler Kongres sozialdemokratischer feiertage 1931 findet vom 23. bis 25. Mai ext. 16.00 Schallplatten. 18.25 Deutsche Arbeiin Karlsbad die erste internationale tersendung. 19.00 Bunter Abend. 20.00 Sinsie sich verfor. Die Gendarmerie fahndet eifrigo gung der sozialistischer Aerzte foniekonzert.- Brünn: 11.15 Schallplatten. 18.25 anit folgender Tagesordnung statt: Deutsche Sendung: M. Pereles: C. Meunier, 1. Bericht der Sektionen. 2. Gründung der so- der Bildhauer d. Arbeiterlebens. Breßburg: 11.30 Rückkehr des Zeppelin. sialistischen Aerzteinternationale. 3. Internatio- Schallplatten. 12.25 Mittagskonzert. 16.00 Schall Mähr.- Ostrau: 11.00 nales Bureau. 4. Der Sozialismus des Heil- platten. 18.50 Schallplatten. Friedrichshafen, 13. April. Das Luftschiff wesens. 5. Wirtschaftskrise und Volksgesundheit. Schallplatten. 13.55 Schallplatten. 18.25 Leichte Mu Graf Zeppelin" traf von seiner Reife itach 6. Die gesundheitlichen Folgen der Rationalisie- fif. 19.00 Programm von Prag. Berlin: 18.4) Aegypten um 6 Uhr 15 über Friedrichshafen ein rung. 7. Internationale Bevölkerungspolitif. 8. Blasorchesterfongert. 20.30 Mörder guten Glaubens, und landete um 7 Uhr auf dem Werftgelände. Um Arzt und pharmazeutische Industrie. Gleichzeitig Sörspiel von O. Jahn. Königsberg: 18.30 Russi Leipzig: 20.00 Chorkonzert. Mitternacht hatte das Luftschiff auf der Heimreise find geplant Tagungen der Arbeiter- iche Novellen. wien überflogen. gesundheitsfomitees aus verschiedenen München: 20.10 Sinfoniekonzert. Wien: 20,00 Ländern. Die Hauptreferate werden in deutscher, Anton Wildgans( 3. 50. Geburtstag), Aus eigenen englischer, eventuell auch französischer Sprache Werten. der Tagung gedrudt vorliegen. Gleichzeitig findet Biehung der Klaffenlotterie Zweiter Ziehungstag. 20.000 K: 66.886. 10.000 K: 40.193, 47.425, 44,920, 78.614, 93.811. 5000 K: 4877, 9658, 18.643, 30.814, 35,363, 35.503, 38.789, 49.675, 61.165, 62.740, 70.453, 72.262, 82,541, 86.884, 87.186, 90.920, 96.109. Schulplatz 5, anzusprechen. 15 Personen verhaftet, das Die in Karlsbad eine öffentliche Kundge- zugestellt erhielten. Gegen diese Maßnahme haben bung statt mit dem Thema„ Sozialismus die betroffenen Arbeiter gerichtliche Beschwerde ernd Boltsgesundheit". Die sozialistischen haben, doch sprach das Bezirksgericht Tannwald in erzte und die Funktionäre der Partei, der Ar- der Berufungsverhandlung aus, daß die 29 Arbeiter beiterfürsorge, der verschiedenen Kulturorganisa- samt ihren Familienangehörigen die bisher bewohntionen und des Kranfeitkassenverbandes sind als ten Räumte in den Häusern der Tannwalder 2000 K: 1884, 2131, 3436, 5900, 7046, 7199, Gäste auf der Tagung willkommen! Für entspre Maschinenfabrik binnen 14 Tagen unter Exekutions10.373, 12.981, 15.626, 16.337, 16.369, 19.168, 21.491, chende Unterkünfte sorgt das Lokalfomitee, An- folgen zu räumen und die Streitkosten zu bezahlen 25.583, 26.488, 27,497, 28.860, 34.431, 35.857, 36,577, meldungen zur Tagung sind zu richten hätten. Gegen dieses Urteil wurde die Beschwerde 37.598, 38.141, 39.644, 40.744, 41.149, 41.363, 43.013, an deffen Obmann Dr. Ostar Simon, beim Reichenberger Kreisgericht eingebracht, das 43.482, 48.740, 52.951, 52.969, 53.303, 55.388, 57.633, Karlsbad, Neue Wiese 7. munmehr den Berufungen Folge gegeben und aus62.460, 64.783, 72.691, 73.880, 76.749, 81.105, 81.348, Der Verband der deutschen Selbstverwal- geführt hat, daß die Wohnungsauftündigung an die 81.406, 81.449, 82.936, 85.941, 88.578, 89.316, 89,437, fungsförper in Teplit- Schönau hält vom 14. bis 29 Arbeiter mit ihren Familienmitgliedern, die weit 91.076, 95.679, 96.103, 98.581, 98.867. 17. Mai 1931 seine 11. Hauptversammüber hundert betragen, sich für die Gemeinde Tannlung in Mähr. Schönberg ab. Die wald tatastrophal auswirken müßte, so daß im allErdstöße in Troppau. Tagesordnung umfaßt neben den amtlichen Be- gemeinen Intereffe eine Einschränkung des GigenTroppau, 13. April. Am Samstag um halb Land und Bezirt",„ Die Arbeitslosenfürsorge der greifen müffe. richten Referate über„ Die Selbstverwaltung in fumsrechtes der Tannnwalder Maschinenfabrik plag auf den Gebanten,„ Grubenhund" und 5 Uhr wurde hier ein schwacher Erdstoß Gemeinden", die für die Gemeinden von großen Großzügiger Alloholschmuggel. Einer riesigen, Lauffage in Beziehung zueinander verspürt. Sonntag wurde um 10 Uhr 25 Minu intereffe sein werden. Wohnungsanmeldungen vollkommen organisierten Bereinigung für den Alzu bringen, was ihm schon beim ersten Ver- ten 30 Sekunden ein starker Erdstok verspürt, find bis 30. April 1931 an das Bürgermeisteramt tohol- Schmuggel nach den Vereinigten Staaten find fuch glänzend gelang, zum Gaudium der aufmert welchem um 2 Uhr 30 Minuten nachts und um Mähr. Schönberg zu richten. Für die Teilneh- die Prohibitionsbehörden in New Orleans auf die halb 5 Uhr früh zwei weitere schwächere wellen- mer an der Hauptversammlung sind Stimm Spur gekommen. Dieses" Syndikat" hatte Motor. Besagier Herr telephonierte- zur Erförmige Erdstöße folgten. Durch dieselben gerieten führer- und Gastfarten beim Verbande der deutschnellbote, Flugzeuge und sogar Radiostationen in höhung der Wirkung- eines Tages aus dem verschiedene Gegenstände ins Wanten, sonst wurde ichen Selbstverwaltungskörper Teplitz- Schönau, der nächsten Umgebung von New Orleans in jeine Oftrauer Bergwerksrevier an die Schriftleitung fein Schaden angerichtet. Dienste gestellt, mit deren Hilfe es über die Bewe einer der größten Tageszeitungen Desterreichs Das öffentliche Aergernis" ist bekanntlich Bier Kinder von einem Jrren ermordet. In gungen der Küstenwachtschiffe auf das genaueste N. Fr. Pr."), berichtete von einent merf würdigen Unglüdsfall im Bergwert, die Voraussetzung zu allerhand Sittlichkeits- dem fleinen Dorfe Teufenbach( Schweiz) erschok unterrichtet wurde. Die Radiostationen standen dadurch hervorgerufen, daß sich da prozessen. Um jemanden wegen Nadtbadens, der 35jährige Büroangestellte Barth Samstag gleichfalls in direkter Verbindung mit dem einzelunten eine Sauftage mit infernali- wegen eines Russes, wegen einer intimeten Bärt abends, offenbar in einem Anfall von Geistes- neu Agenten des Syndikats", denen auf diese Weise scher Wut auf einen Grubenhund ge- lichkeit oder wegen sonst eines Delikts", das gestörtheit, mit einem Revolver seine beiden vier Binte gegeben wurden. Im Zusammenhang mit stürzt und sich in ihn in einer bisher feinen anständigen, keinen vernünftigen, feinen und sechs Jahre alten Buben und zwei Mädchen der Affäre wurden ungekannten Art verbissen hätte, wirklich jittlichen Menschen stören würde, aus Zürich im Alter von fünf und acht Jahren, gleiche Schicksal dürfte etwa weitere 100 Berjonen schmückte dieser Rauferzeß der„ Tiere" mit vor Gericht zu bringen und wegen Verlegung der die bei ihm die Ferien verbrachten. Barth ver- ereilen. Die Dame am Volant. Auf der Landstraße blühendem Unsinn weiter aus in craft zu öffentlichen Sittlichkeit zu bestrafen, bedarf es übte dann Selbstmord durch einen Kopfschuß. ernst Auf dem Fluge von Prag nach Prognik Bremen- Bremerhaven geriet am Sonntag abends nehmender und im ersten Moment glaubhafter des Anstoßes, des Aergernisses, das einer genomWeise. Sich' da! Ten folgenden Tag stand diese men haben muß, und des Moments der Seffent- war am Montag das Militärflugzeug S 18-16 bei dem Dorfe Hagen infolge des schlüpfrigen lichkeit. So weit sind wir nämlich schon fort gezwungen, bei Abtsdorf, nördlich von 3mit Bilasters ein mit sechs Personen besester Kraftwagen Meldung wörtlich in der betreffenden Zeitung zum Gelächter derer, die davon bericht Mergernis negmen fann. Behe aber, wenn Flugzeug havarierte. Die Mitglieder der Be- war sofort tot. Der bekannte Afienforscher Dr. schrittlich, daß einer, der durchs Schlüsselloch gudt, fau, eine Notlandung vorzunehmen, wobei das ins Schleudern und stürzte um. Der Chauffeur durch das offene oder unverhangene Fenster fabung, der Pilot Major Schindler und der Trinkler erlitt einen Stieferbruch, eine Bein Bersuch einer Zeitung, einen offensichtlichen Unwände hörbar wird! Dann ist die Oeffentlichkeit vom Nationalverteidigungsministerium, wurden lebensgefährlicher Natur sind. Frau Trinkler blieb Bersuch einer Zeitung, einen offensichtlichen Unuſittlichkeit sichtbar, wenn sie durch dünne Beobachter Generalstabsmajor Gaduref, beibe belegung und innere Verlegungen, die jedoch nicht sinn in verhältnismäßig geistreicher Art anzu da und es braucht. nur eines Schweines ,, das ernstlich verwundet. Die verlegten Offiziere wur- unverlegt. Von den übrigen Insassen erlitten drei hängen, eine Grubenhund"." Anstoß nimmt und sein Aergernis denunziert. den in das Zwittauer Stranfenhaus überführt. Damen leichtere Berlegungen. Zur Zeit des Un ein Blattfreiwillig und ohne jeden äußern Eigentlich sonderbar, daß noch niemand darauf Die Ursache des Unfalls ist in dem herrschenden glücks wurde der Straftwagen von einer Dame Anstoß von sich gibt? Entweder ist der Autor die- berfallen ist, an wirklich anstößigen Din- starten Sturme zu suchen, der den leichten geführt. gen Aergernis zu nehmen und sich auf den Apparat in einen Schraubensturzflug versetzte, Berzweiflungstat einer franken Mutter. fer Erklärung, die von A bis Z Falschmeldungen ergernis- Baragraph zu berufen. Ich fuhr dieser der nicht mehr ausgeglichen werden konnte. sijährige Marie Bohdai, die im März einen Selbstund Unsinnigfeiten enthält, über der Lektüre der Tage in der Straßenbahn. Wir gegenüber fitt Grubenexplosion. In einem Schacht der mordversuch durch Ertränken unternommen hatte, nielen Grubenhunde", die er mit seiner ange ein Sterl mit rotgedunsenem, pusteligem Gesicht, Neasham- Grube( Grafschaft Leicester, England) war vor zwei Tagen aus dem Budweiser Strankenstaminten Intelligenz nicht zu aguoßzieren per- mit einem ftieren Blick, der Dummheit, Roheit, ereignete sich am Sonntag eine Grubenexplosion. haus entlassen worden. Sie wurde damals. vor mochte, irrsinnig geworden, oder es trifft doch die Apathie und Jähzorn, nichts Gutes auf jeden Bon der 73 Mann starken Belegschaft erlitten dem sicheren Tode nur durch beherzte Bassanten oft geäußerte Bermutung zu, daß die völkischen Fall, aber alles Schlechte bedeuten konnte. Er ist neun Bergarbeiter schwere Brandwunden. gerettet. Montag früh sprang die Bohdal abermais Bublizisten des Leseus ebenso unfundig sind wie ein Schlächter, und seine Hände, deren Finger Sie wurde sivar von einigen Hände hoch!" Montag vormittag gegen in die Moldau. des Schreibens und daher nur vom Sörensagen in lange, gekrümmte, trallenartige und schmutzige 9 Uhr wurde auf die Filiale der Deutschen Bank vorübergehenden Personen unter Einsatz des eigenen wissen, was ein Buch enthält. So hat vielleicht Nägel enden, find über und über mit Blut be- am Wilhelmshöher Bahnhof in Kassel ein dreifter Lebens aus dem Wasser gezogen, doch war sie be auch dieser sich's vom Bürodiener vorlesen oder schmiert. Er hat es nicht für nötig befunden, sie leberfall verübt. Zwei junge Burschen, die reits tot. Marie Bohdal ist Mutier von vier erklären lassen und dann den Setzer veranlaßt, zu reinigen. In diesen dredigen, blutbeschmierten schwarze Masten vor dem Gesicht trugen, traten unmündigen Kindern. etwas dergleichen in Drud zu geben. Die aber Händen hält er eine Schweinsharen, von der er in den Vorraum der Bank und hielten dem einer unheilbaren Nervenkrankheit begangen. haben ihm einen Beffen gespielt und so ist der in regelmäßigen Abständen Stüde beißt, mit Beamten eine Pistole vor mit dem Ruf:„ Hände Die gesamte Preffe. in Chicago ist des Lobes potenzierte Grubenhund entstanden. Haut und Haar, Borste und Schwarte; dann fist hoch!" Der Beamte ergriff einen Stuhl und voll über den deutschen Oberfellner Franz Abler, Sier ist jedenfalls Hopfen und Malz verlorent. er Momente lang stupid und widerlich kauend; drang auf die Täter ein. Einer der Burschen der Sonntag in den frühen Morgenstunden in Man fann ihnen den größten Blödsinn andrehen, die andere Hand bringt aus der Rodtasche ab und feuerte auf den Beamten, ohne ihn einem Nachtlokal allein drei Banditen, die einen fie merken es einfach nicht, auch wenn die ganze sit ein Stüd Brot; nachdem das Hagel verzehrt edoch zu verlegen. Als er weiterschießen wollte, Raubüberfall auf das Lokal versuchten, entgegenNachbarschaft lacht. Wahrscheinlich haben sie im ift, tommt ein Mordstrumm Faschiertes dran, er hatte er eine Ladehemmung. Beide Burschen trai, zwei von ihnen niederschoß und den dritten I ag" auch bis heute nocy nicht fapiert, worin hält es wieder in den bloßen, dredigen, blutigen flüchteten sodann auf die Straße, wo sie in einem verwundete. Es befanden sich etwa 400 Männer eigentlich ihr Hinemfall mit den Geheim- sänden. Ich muß wegsehen; zehn Minuten der roten Oppelwagen in rajendem Tempo davon und Frauen in dem eleganten Restaurant, als in fächern der Literaturgeschich te" be Sterl frist noch, frißt mit Gebärden und Be- fuhren. Der Beamte konnte die Nummer des den frühen Morgenstunden drei mastierte Banditen stand. wegungen, wie fein Lier fressen würde; neinwagens feststellen. Die Räuber find entfommen. einbrangen und die Anwesenden mit dem Revolver auch jenes nicht, an das man bei solchem Anblid Zwei Höllenmaschinen auf dem Bahnhof von in der Hand aufforderten, die Hände hoch zu heben. zuerst denkt; denn es ist kein Seißhunger, fein Risch. Privatmeldungen aus Nisch zufolge fand Während zwei der Banditen das Bublifum in gieriges Schlingen bei diesem gleichgültigen lang die Polizei in der Nacht zum Freitag auf Sams Schach hielten, ging der dritte von Tisch zu Tisch Auffig, 12. April. Heute unt 1 Uhr flachts samen Schweinefraß. 15 Minuten das Mahl tag in dem dortigen Bahnhofsgebäude zwei und beraubte die Anwesenden ihres Geldes und um wurde von einem Manne auf der Polizeiwacht ist noch im Gange, blöde stiert der Kerl vor sich sollenmaschinen, welche auf die Zeit von Sams- ihrer Schmucksachen. Er war aber noch nicht weit stube in Boda u gemeldet, daß in der Postiger hin. Ich steige bei der nächsten Station aus, es Gaffe jemand beim Hause der Eheleute Jedlowe ist mir kräftig übel geworden. Joh habe Anstoß tag 7 Uhr, bzw. 9 Uhr vormittags tempiert gekommen, als Abler, der in dem Lokal afs Oberwaren. Die Höllenmaschinen konnten rechtzeitig fellner tätig war, ihm mit einem Revolver in der mit einer Taschenlaterne an die Tür geleuchtet und ergernis genommen. Ich finde das scheu- demontiert werden. Eine verdächtigte Person Hand entgegentrat und ihn furzerhand niederschoß. habe und ins Haus hineingegangen fei. Bald lich, widerlich. Ich sah die Qualen der Tiere, die darauf begegnete der Mann, der dies bei der unter den Händen dieser gefühllosen Freßmaschine wurde verhaftet. Die Polizei hat eine strenge Bon den beiden anderen Räubern streckte Abler den Untersuchung eingeleitet. einen ebenfalls mit einem wohlgezielten Schuß nic Polizei gemeldet hatte, die Theresie Jedlowe, sterben müssen, ich schauderte bei dem Gedanken, Raubmord bei Eisenbrod. Der 32jährige der, der andere wurde schwer verwundet. Als die die Besizerin eines Staffeehauses in Aussig, die daß diese Hände eine Frau fassen, Kinder streiaus der Stadt zurückkehrte und in ihr Haus ging. cheln, Kinder prügeln fönnten. Aber ich glaube, ledige Steinschleifereibesizer Jaromir B. Sus ef, Polizei eintraf und Abler zu seinem tapferen BerGleich darauf hörte man aus dem Hause berich hätte weder bei einem Schaffner, noch bei wohnhaft in Bratřitom im Bezirk Eisenbrod, halten beglückwünschte, erwiderte dieser, daß er zweifelte Rufe. Als ein Polizist mit drei einem Bolizisten, noch bei einent Richter Berpurde, als er in der Nacht auf Sonntag nach mehr als zwei Jahre lang mit einem Maschinenjungen Leuten, die er auf der Gaffe begegnet ständnis für mein Aergernis gefunden. Für so Sause tam, in seiner Wohnung überfallen und geinchrzug im Schüßengraben gelegen habe. Ein überladener Omnibus stürzt um. Ein hatte, zum Hause der Eheleute Jedloweg fant. ias ist doch der Paragraph nicht da! Ja wenn durch Schläge mit einer Art oder Hacke auf den fand er die Tür in den Garten versperrt. Hinter in einer Auslage das Bild eines nadten Mäd- Stopf schwer verletzt und ihm 31.000 K aus seiner Berkehrsauto mit Stommunionskindern und deren dem Gartenzaunpfeiler erblickte er eine große chens hinge, wenn sich auf der Straßenbahn zwei Bruittasche geraubt. Hušek hatte noch die Kraft, Angehörigen fuhr Sonntag vormittags von Blutpfüße und herumliegende Kleidungs- Menschen füßten! Und gibt es nicht ergernis sur Gendarmerie zu gehen und dort die Anzeige fleinen Torfe Thum( Kreis Düren) zur PfarrAuf der Rüdfahrt geriet der Wagen in ftüde. An anderer Stelle fand der Polizist ein die Fülle für Tausende Menschen. Darf der zu machen, worauf er bewußtlos zusammenstürzte. firde. Eisenrohr und in der Nähe desselben die Arbeitslose an den Belzen und Bril Er wurde in das Semiler Krankenhaus gebracht, einer Sturbe ins Schleudern und stürzte unt. Bon Seichen der beiden Eheleute. Am Tatlanten der Mitmenschen, der Hungernde an wo er Sonntag verschied. Er hat zwei Schläge den etwa 60 Injaffen trugen orte fand sich die Polizei von Aussig und die Gen- den überfüllten Auslagen der Delikatessen auf den Stopf erhalten, die den Schädelknochen Frauen und zwei Kinder sehr schwere und füif darmerie von Leitmeris und Bockau ein. geschäfte, der Laufbursch an den Luxusautos der beinahe palteten und tödlich waren. Von den weitere Personen leichtere Berlegungen davon. Sie wurden in das Krankenhaus gebracht. Einige wej Nach der bisherigen Untersuchung dürfte sich Bourgeois- Damchen feinen Anstoß nehmen? Täterit fehlt bis jetzt jede Spur. 29 Arbeiter finden ihr Recht. Aus Tanntere Insassen wurden so leicht verlegt, daß sie in das Berbrechen folgendermaßen zugetragen haben: Wenn Hunde und Stinder geprügelt, Frauen und Die Jeblewek wurde täglich bei ihrer Rüdfehr Pferde geschunden werden warum de feina( d, bei Gablons wird uns berichtet: Im Jahre ihre Wohnungen gebracht werben fonnten. Die aus einem Kaffeehaus in Aufsig von ihrem Aergernis"? Entweder jedem das gleiche Recht, 1929 entließ im Zuge einer Aftion zur Betriebsein Schuldfrage ist noch nicht geklärt, doch scheint es Manne an der Endstation der Elektrischen er Anstoß und Aergernis zu nehmen oder keinem schränkung die Tanuwalder Maschinenfabrik eine nicht ausgeschlossen, daß durch die zahlreichen im wartet. Da er geitern ausblieb, fehrte fie allein eines! Wenn wir die Sittlichkeit, die Nächsten Anzahl von Arbeitern, von denen 29 zugleich mit Bagen stehenden Personen ein Schleudern des nach Hause zurüd, wo sie der Angreifer beim liebe, Mitgefühl, Reinlichkeitsgefühl bedeutet, der Arbeitsauffündigung auch die Kündigung der Autos herbeigeführt wurde, so daß es dent WagenGartentor ermordete. Ihren Mann dürfte er nicht schützen können, dann schütze man doch bisher von ihnen innegebabten Tienstwohnungen führer nicht möglich war, die Kurve zu nehmen. 17 Doppelmord bei Aufsig. dem bier Tlr. 8». Trenstaa, 14. April 1931. Teil« 5 Kaffeneinbrüche. In d«r Nacht auf Montag wurden aus einer feuersicheren Kasse in Stafirjch bei.Mistel fast 5000 K entwendet. Ti« Einbrecher sind spurlos verschwunden. In der gleichen Nacht versuchten. unbekannte Täter in das Postamr in Königsberg(Bezirk Wagstadt) einzubrechen. Sic wurden aber vom. Nachtwächter aufgescheucht, worauf sie, unter Zurücklassung von Einbruchswcrk- zeug dir Flucht ergriffen. In der Kasse befanden sich 8000 K.- Der Wächter konnte«ine Beschreibung der Täter geben, so daß ihnen di«. Gendarmerie bereits auf der Spur ist. Im Wiener Bürger-Theater hätte am Freitag Las Gastspiel eines Ensembles des Neuen Wiener Schauspielhauses beginnen sollen. Ti« Ausführung konnte aber nicht stattfinden, weil sich tu der lieber» tragung der Konzession in der Berlasscnschaft nach dem verstorbenen Direktor des Bürgertheaters an di« neue Theaterleitung Schwierigkeiten ergaben und di« Behörden bis auf weiteres die Vorführung von Theaterstücken inhibiert hatten. Unter dem Publikum entstand große Erregung, und es drängte unter andauernden Tumultszenen an die Kasse, um das Eintrittsgeld zurückzufordenr. Tas Theater wurde bis auf weiteres geschlossen.. Die Auswanderungsbewegung im Feber 1931. Nach den vorläufigen Auszeichnungen des Statistischen Staatsamtes wurden im Feber 1931 in d«r ganzen Republik für 1080 Personen(im. Jänner 1931 für 73s Personen) Auswandererpässe ausgestellt. Davon gaben 719(110) Personen als Reiseziel europäische Staaten an, und zwar: Frankreich 289(179), Deutschland 100(68), Sowjetrußland 109 (60),-Belgien 61(87), Jugoslawien§0(12), Oesterreich 19(66,) Palen 1(7), Ungarn 2(4), Rumänien 1(—) und sonstig« europäische Staaten.41(13) Personen. Überseeische Staaten gaben als Reiseziel im ganzen 301(286) Personen an, und zwar: Argentinien 138<130), di« Bereinigten Staaten von Nordamerika 80(117), Kanada 56(26), Uruguay 10(7), Brasilien 6(4) und sonstig« überseeische Staaten 11.(19) Personen. Mißglücktes Interview. Der Pater Lascar'n« in N«w Aork ist«in berühmtrr Mann, und daß ihm insolgedessen die amerikanische Press« aus den Fersen ist, dürfte wohl selbstverständlich sein. Aber auch die geriebensten Reporter haben kein Glück: Der Pater Lascarne erteilt keine Interviews.— Eines Tages kam«in Berichterstatter auf di« Id«, zu Lascarne zum Beichten zu gehen. Ws der Pater tm Beichtstuhl saß, kam denn auch richtig unser kühner Freund und sprach: Erlauchter Batre, ich kqmme von der„Evening Sun", um Euch um Eure Meinung zu bitten".— Der Pater glaubte nicht recht verstanden zu haben.—„Woher?" fragt« er. Bon der„Evening Sun", der Abendzeitung."—„Och! Ich erteile Ihnen Absolution für diese Süitde", sagte der Pater, und der Reporter mußte mit langem Gesicht abziehen. £; Herein mit der Frühliugsluft- Srat richtigen und falschen Lüste«.-Ü> Des»acht, geöffnete Fenster. Jetzt ist die Zeit, in der di« Mensche», di« im Winter ihr« Fenster stet- verschlossen hielten, weil sie die Wärme nicht entweichen lassen wollten oder weil sie zu ängstlich waren, der srischen Luft wieder Zutritt gewähren, und dies manchmal in«in«m Maß tun, das der Gesundheit nicht zuträglich«st. ES ist deshalb notwendig, einmal auf den Nutzen und Schaven det richtigen und falschen Lüftens hin- zuwchftn. Im Schwarzwald gibt es ein altes Scherzwort: „Die Lust ist dort so gut, weil di« Leute die Fenster nicht aufmachen.' Gerade auf dem Lande'findet «an überhast noch häufig di« Angst davor, die Fenster zu öffnen und di« Stuben zu lüsten. Man hat sich oft den Kopf zerbrochen, wie«S komme» mag, daß die LarMewohner so schwer dazu zu brin. gen sind, diese erste Forderung der Hygiene zu erfüllen. Man muß aber nur ihrer Lebensweise nachgehen, um zu begreifen. Wer von frAH bis spät, Sommer und Winter, gezwungen ist, sich in der srischen Luft aufzuhalten, dem mag wohl di« Stube gerade dadurch angenehm sei»,-aß sie anders ist, daß man hier eben vor der allzu frischen Luft gesetzt ist. Auch wird im Wnter-ie Wärme so teuer erkauft, daß man sie nicht leichtsinnig zum Fenster heravslassen will. Hinzu kommt, daß viel« Menschen vor Zugluft«in« Himmelangst haben und alle mögliche» Krankheiten dadurch herbeizuziehen glauben. Da nützt alles Predigen nicht, daß Krankheiten nirgends so gut gedeihen, wie in schlechter Luft. In manchen Häusern auf dem Lande findet man sogar, daß die Fenster zugenagelt sind, um nur sa«inen Leichtsinnige» zu Hitwern, sie zu öffnen. Luft genug kommt fa durch di« Tür herein. Den Menschen von heute braucht man kaum »och zu sagen, wie töricht dies Verhalten ist: demgegenüber aber wird auch von ihnen oft durch falsches Lüsten bewiesen, wie wenig sie im Grunde in di« Idee des Lüftens überhaupt«ingedrungen sind. Wenn man ein Zimmer rasch und wirksam durchlüften will, rnuß man Durchzug machen. Natürlich ist«t dann besser, wenü, niemand sich in dem Raum aufhält, denn sich unnötig einer solchen Zugluft aus- zusetzen, kanit wohl schädlich sein. Zimmer, in denen wirklich schlechte Luft ist, sind überhaupt nur durch siüche» energischen Durchzug in Ordnung zu Lrin- gru. auch Tabakrauch läßt sich am allerbesten auf diese Weis« entfernen. Immer muß man beim Lüften Borhäuge und Gardinen, zurückziehen. Die Luit, muß frei durch bas geöffnete Fenster«inströmcn können/ sonst ist di« ganze Mühe Avecklos. Und wie oft sieht man, daß die Hausfrauen pvar die Fensterflügel öffnen, aber den Vorhang ruhig davor lasse» Ein besonderes Kapitel, über das schon viel gestritten wurde, ist das Lüsten im Schlafzimmer Biele Aerzte und Laien vertreten den Standpunkt, haß es«»bedingt förderlich sei, nachts während des FranenRol" in Berlin! 99 „Rat und sichere Hilfe". Unter der Rubrik„Rat und sicher« Hilf« in schwierige» Fällen" findet man in bestimmten Berliner Boulevardblättern seitenlange Anzeigen für Frauen und Mädchen, die sich in einer gewissen peinlichen Situation befinden. Tie Inserierenden nennen sich mit mehr oder minder Recht: Hebamnten, Oberschwester, oder auch frühere Assistentin in der Geburtsklinik irgend eines berühnlten Arztes. Es gibt unter ihnen feudale Angebote, die einen Pensionspreis von 20 bis 30 Mark täglich berechnen. Aber die Mehrzahl sind kleine bescheidene Privatquartiere, wo die werdetlden Mütter schon von fünf Mark an, ein Asyl finden. Es gibt in Berlin— wenig gerechnet— über 2000 solcher weisen Frauen, die privat ihr nützliches Gewerbe ausüben. Tabei sind die amtlich zugelassenetl-Hebammen und Geburtshelferinnen nicht eingerechnet. Bei diesen Inseraten handelt es sich natürlich nur um legale Dinge. Man ist„Geburtshelferin" und sonst nichts weiter. Aber cs gibt auch andere Fälle.... „Ziehmütter und Engelmacherinnen". Diese weisen Frauen haben eine ebenso intensive wie enge Geschäftsverbindung mit Ziehmüttern, d. h. solchen, meist älteren Personen weiblichen Geschlechts, die nach der Geburt gegen geringes Entgelt die armen unehelichen Würmer in Pflege nehmcrt. Besorrders in den volksreichen Vierteln am Wedding, am Schönhauser Tor und in der Gegend des Schlesischen Bahnhofs haben sie ihr Domizil. Sic nehmen gewöhnlich nur recht geringe Tagessätze. Ein bis drei Mark ist der Durchschnitt. Biele von ihnen begnügen sich mit einer einmaligen Abfindung. Ist diese verbraucht— geht es dem Kinde oft schlecht. Aber auch so betreiben die Ziehmütter ihr Geschäft al« Industrieunternehmen. Nach dem Grundsatz: Großer Umsatz— Keiner Nutzen. Es ist kein Zufall, daß die Säuglingssterblichkeit bei diesen Ziehmüttern erschreckend hoch ist. Si« stehen zwar tneistens unter amtlicher Kontrolle. Es geht auch äußerlich alles korrekt zu. Aber es gibt auch andere Mittel: Die Milch ist sehr dünn,- das Kind ist erhitzt und wird dem Zug ausgesetzt. Es ißt irgendwas schwer Verdauliches— so ein kleiner Wurw ist ja so hinfällig! Viele der unehelichen Mütter können und wollen auch sich um ihre Kinder nicht so viel kümmern. Sind cs doch in der Mehrzahl Berufstätige: Dienstmädchen, Büroa»gestellte, Arbeiterinnen und Verkäuferinnen, die den Zieh- tnuttern ihre Kinder überliefern. „Heilkundige". Die Fälle der unerwünschten Mutterschaft find in Berlin naturgemäß nicht genau zu schätzen. Aber man wird mit einer Zahl von o0W> eher zu- niedrig als. zu hoch greise»,.Für die. Mehrzahl dieses unfreiwillige» Mütter bedeutet die Leibesfrucht eine furchtbare Sorge. Für viele die glatt« Vernichtung der Existenz. Nicht nur die ungeheure Wirtschaftsnot zwingt sie, das Ustgcborene zu beseitigen, mehr noch find cs die scharfen Moralbegriffe und Vorurteile gegen die uneheliche Mutter und das uneheliche Kind, die heute noch in vielen Kreisen vorherrschen. Nirgendwo findet sie Rat. Tie Aerzte stellen ihren Zustand fest und überlassen sie i>n übrigen ihrer Verzweiflung. Tann findet sie durch gute Freundinnen Rat und Hilfe. Es gibt überall in Berlin Männer und Frauen, die bei vorkommcnden Fällen gerne eitlen Dienst erweisen. Manchmal betreiben die^ Leute ihr trauriges Geschäft in großen: Ilaßstabe, Vor einigen Monaten wurde in einem Berliner Vorort ein„Heilkundiger" verhaftet. Es war ein Mann von etwa 30 Jahren, der nachweislich bei über 300 Frauen und Mädchen verbotene Eingriffe vovgenommen hatte. Bei den meisten Fällen war dieser Eingriff geglückt. Immerhin blieb die erschreckend hohe Ziffer von über 18 tödlich verlaufenen Eingriffen. Wie viele aber schwere Schäden an Leib und Seele davongetra« gen haben, war nicht mchr zu ermitteln. Dabei hatte der Mann kein Geschäft mit diesen gefährlichen Dingen gemacht. Man hatte ihm durchschnittlich ein„Honorar" von 6 bi« 20 Mark gezahlt. Gewiß war das für viele dieser armen unglücklichen Frauen schon sehr viel Geld. Aber von einer„geiverbsmäßigen Abtreibung" im Sinne des habgierigen Gelderwerbs zu sprechen, ist wohl kaum angängig. Dazu war das Risiko zu groß und der dabei erzielte Gewinn nicht verlockend genug. Dieser Heilgehilfe hatte sein Gewerbe mehrere Jahre lang ungestört ausüben können. Es war in der Nachbarschaft allgemein bekannt, daß er„gefällig" tvar. Erst dem plötz- lichett Tod einer Frau, die infolge zu späten Eingriffs verblutete, kam die Sache zur Anzeige. „Mörderische Selbsthilfe". Tie ärztlichen Rettungsstellen und Klinikerr registrieren intmer wieder Fälle, wobei junge Mädchen in schwerverletztem Zustand und mit tödlichen inneren Verblutungen eingeliesert werden. Tie Untersuchung ergibt dann fast immer, daß die Patientinnen schwanger sind und einen Eingriff an sich selber vorgenommen haben. Biele von ihnen haben dabei den Rat einer „guten Freundin" befolgt und sich mit den unmöglichsten Instrumenten die Leibesfrucht zu entfernen versucht.■ Zu welch verzweifelten Mu- teln diese unglücklichen Frauen dabei greifen, dafür nur ein Beispiel: Manche greifen zu so gefährlichen Instrumenten, wie Stricknadeln. Es ist in cinaeweihten Kreisen kein Geheimnis, daß z. B. polnische Landarbeiterinnen unerwünschten Geburten, durch einen kleinen operativen Eingriff mittels eines spitzen Pfriems, sehr geschickt vorzubeugen wissen. Auch die„Tippelschicksen", weibliche Ritter von der Landstraße, haben ihre eigenen Methoden, um sich aus der Verlegenheit zu Helsen. Das Schlimmste bei diesen verzweifelten Versuchen zur Selbsthllse sind jedoch di« unzähligen„Mrttelchen", die viel« Frauen für solche Fälle parat halten. Schwere Erkrankungen sind s«hr oft die Folg«. Es ster- beu jährlich in Deutschland Tausende von Frauen und Mädchen an den indirekten Folgen derartiger Selbsteingriffe. „Lexualberatungsstellrn". Tag für Tag kommt der niemals endende Strom von Frauen und Mädchen, die hier Rat und Hilfe suchen. Immer wieder ist die Antwort auf die Feststellung der Schwangerschaft:„Wie gerne würde ich das Killd austragen. Aber ich kann es ja nicht ernähren." Die praktischen Erfahrungen der Aerzte beweisen, daß es sich hierbei nicht um Heuchelei oder persönliche Beauem- lichkeit handelt, sondern daß die meisten meser Frauen nur zu gern Mutter werden möchten-- wenn nur die sozialen Voraussetzungen dafür gegeben. Am schlimmsten sind die zahlreichen Falle, wo tuberkulöse oder Herzschwäche Frauen, die schon mehrere Kinder Hecken, durch eine neue Geburt auf« schwerste geschädigt oder sogar am Lcken gefährdet werden. Da der Begriff Lebensgefahr sehr eng gezogen ist, darf in den allermeisten Fällen kein Eingrift vofgcnomMn wer- dörf. Daß bei dcss^augcnbllckliche« Gesetzgebung der Begriff der sozialen-Indikation überhaupt nicht berücksichtigt wird, wirkt angesichts einer Zahl von fünf Millionen Arbeitslosen mehr als unverständlich. In diesem Zusammelchange wird gerade von ben Aerzten, die gegen eine radikale Abschaffung des 8 218 Bedemen haben, die Geburtenregelung als beste vorläufige Lösung dieser ungeheuer wichtigen Frage betrachtet. „Bei den oberen Zehntausend". Der 8 218 gilt in seiner praktischen Antven- dung heute, in der-Hauptsache für die ärmeren Volksschichten. Am Kurfürstendamm'und am Bayerischen Platz nimmt man di« unerwünschten Folgen eines zärtlichen tete-a-tete nicht so tragisch. ES gibt Mittel und Wege genug, um auf völlig korrekte Art und Weise eines kleines Lie- besmrßgeschick zu korrigieren. Man geht zu einem guten Arzt und laßt sich von ihm attestieren, daß man schwer leidend ist und die Geburt, die man natürlich sehnlichst wünscht, den sicheren Tod der Mutter zur Folge haben würde. Deshalb muß man zum aufrichtigsten Bedauern der davon Betroffenen ein Eingriff vorgenommen werden. Das kostet uatüAich eine Kleinigkeit. Immerhin soviel, daß viele Aerzte ihre gesamte Praxis mit Kliniken und Pflegepersonal darauf aufbauen können. Alles geschieht durchaus korrekt und unangreifbar. Der 8 218 verliert seine Schrecken für die Insassinnen der erst«: Klasse der Berlin-W-Sanatorien.H. Wesemann. Schlafens die Fenster zu öffnen, ober hier muß eigentlich jeder selber wissen, was ihm gut tut. Es ist unmöglich, hier, irgend eine Regel auszustellen, denn«S kann sehr wohl sein, daß ein zarter, empfindlicher Mensch ernsten Schaden an seiner Gesundheit nehmen kann, wenn in ftinem Schlafzimmer nachts di« Fenster geöffnet sind. Bedingung ist, daß man apl Tage sehr wirksam lüftet, am besten auch durch Gegenzug, also durch Oeffnen von Fenster und Türen. Im Sommer wird wohl auch jeder ohne Besorgnis ein Fenster öffnen können. Sobald es ihm aber ungemütlich wird, soll er es lieber wieder schließen, denn zu ruhigem, gesundem Schlaf braucht der Mensch nun einmal Wärm«. Man sieht das an dem Tier, das sich zum Schlafen am liebsten doch ein warmes Plätzchen sucht und sich aufrollt, um dem Körper eine möglichst gleichmäßige Därme zu vermitteln. Der Mensch sollt« sich nchig daran ein Beispiel nehmen. Auch soll man nie ein Fenster össnrn, das sich allzunahe dem Bett befindet; besonders für die Augen und Ohren kann Zugluft während des Schlafens höchst gefährlich sein. Ist das Zimmer zu klein,, als daß man das Bett in genügender Entfernung vom Fenster aufstellen könnte, so kann man den unteren Teil des Fensters mit einer Decke verhängen. Jedenfalls soll man sich vor jedem Leichtsinn beim Lüsten hüten. Ein« Cr- tältung.ist viel leichter erworben, als überwunden Gertrud Hessel. Zentralbank der deutschen Sparkassen. In der Generalversammlung der Zentralbank der deutschen Sparkassen kam auch ein Vertreter der Beamten zu Worte, der u. a. ausführt«: Die Zentralbank ist ein Konzentrationsinstitut der Bolksgeldanstalten und wird durch die Unterbringung ihrer Aktien in deutschen Gemeinden erst recht zu einem Institut«, in welchem Gelder der brertestcn Schrchten der Bevölkerung verwaltet werden— sind doch nach den Ausführungen des Geschäftsberichtes zwei Drittel des gesamten Aktienbestandes in den Händen der Gemeinden und Sparkassen. Wenn sich die Beamtenschaft der Zentralbank trotzdem gezwungen sieht, sich in ihrem Kampfe um Hesse re Lebensbedinaungvn unter anderem heute an die Generalversammlung zu wendcn, um sich hier über die seit Jahren in der Zentralbank gehandhabte Personalpolitik zu beschweren, hat dies gute Gründe. Die letzte VertragSregelung crfplgte mit 1. Jänner 1928, nebenbei bemerkt auch erst nach ernsteren Auseinandersetzungen mit der Bankkettung und mit Zuhilfenahme der Oeffertt- lichkeit. Diese" Regulierung,'die nük zum Teile, das besondere Entgegenkommen der Beamtenschaft aus jenen Zeiten, in welchen- es der Bank nach Angabe der Geschäftsleitung schlecht ging, tvettgemacht, ist im Laufe der letzten Jahre nicht nur durch die Vertragsabschlüsse in den Großbanken, sondern auch in den Mittelbanken längst schon überholt, nicht z» reden davon, daß aus der seinerzeitigen provisorischen Gehaltskürzung die Zentralbank der Beamtenschaft- heute noch Beträge schuldet/- die ohne Zinse»'durchschnittlich 1200 X pro Person betragen. Der Beamtenkörper der Zentralbank, dem es nach all dem Gesagten zweifellos nicht gut geht, hat im Wege unserer Organisation in feder Beziehung angemessene Forderungen zum 1. Jänner 1931 gestellt, die in der Hauptsache in einer Aufwertung de-S Gehalteschemas, in einer Aufwertung der vollständig veralteten Uebcrstundensätze und in einer Reihe sonstiger Bestimmungen, die in anderen Banken bereits eingeführt sind, bestehen. Auf die berechtigte und angemessene Forderung der Beamtenschaft ist eine Arttwort der Banklcitung eingelaufen, die nicht akzeptabel ist und die auf das Entschiedenste av- gelehnt tverden muß! Ein weiteres trauriges Kapitel ist unsere noch immer unerledigte Forderung nach Schaffung einer von den Beamten mitverwalteten, statutarisch festgelegten Pensionszuschuß- normales, wie es in den meisten anderen Banken schon lange besteht. Eben so traurig ist es, daß laut Geschäft? bericht aus dem Reingewinne der Jahres 1930 zugunsten dieses Pensionszuschußfonds keinerlei Zuwendung vorgesehen ist. In den letzten Tagen hat nun die Direktion der Zentralbank in einer vollständig eirckeutigen Weise zu verstehen gegeben, daß sie ihre Stellungnahme in keiner Weise zugunsten der Beamtenschaft zu verbessern beabsichtigt. Im Auftrage des Verbände« der Bank- und Sparkassenbeamten und im Auftrage der Beamtenschaft der Zentralbank der deutschen Sparkassen sehe ich mich daher veranlaßt, gegen diese Borgangsweise schärfften Protest einzuleaen und zu erklären, daß sich die Beamtenschaft diese Behandlung keinesfalls gefallen lassen wird. Seritztrsfflü. Lauter schwere Fälle. Das Gesetz der Serie bei de» Prager Strafsenaten. Anklage der Teilnahme Si« ist eigentlich fei» erstes ihr als Doktor der M«- Assistent an der tschechischen mit ihr unter.Vorlage Prag, 13. April. Wir haben neulich von uvei großen Einbruchsprozessen berichtet,-ft mit Verurteilung zu mehrjährigen Kerkersttafen endeten. Das Gesetz der Serie scheint sich nun auch hier erfüllen zu wollen: Bor dem Senat des OGR. Maryska stand heut« abermals«in schwerer Jung«—«in Hochstapler großen Formates. Diesmal, handelt es sich um Bet r.» g und.11 tt t«r. schlagu ng.•■,.'/■ Nicht weniger als 69 Einzelpersonen und. Firmen sind zu Schoden gekommen, Der Zuhörerraunr muß geräumt werden, um allen Geschädigten Platz zu schaffen— und selbst da reichen di«. Sitzplätze nicht aus. N«brn d«m Angeklagten sitz! auch sein« Gattin unter der an seinen Verbrechen. Opfer. Er stellt« sich d i z i n u»d leitender Klinik vor, ließ sich WWDWWWDWW falscher. Dokumente trauen und si« glaube dem Schwindler bis zum Augenblick seiner Verbaf- tung. Gleichzeitig begann er«in Verhältnis mit einem anderen Mädchen, das er unter Zusage der Ehe gefügig macht« und schwängert«. Er beraubt« diese- Opfer unter verschiedenen Vorspiegelungen um ihr« letzten paar Groschen, im ganzen 13.000 K, und ließ sie mit ihrem Kind« daN» sitzen. Neberhaupt scheint dies««' kleine, schmächtige, hochgradig tuberkulös« Mensch eine unheimlich« Suggestionskrast zu besitzen. Di« geriffen- sten Händler wußte er hineinzulegen. Er hatte«in gan^S Lager von Grammophonen herguSge. lockt und dann sofort verschleudert, Niesenposten van Luxuswäsche,«ine Wohnungreinrich- tung, Stoff«, Pelz«, mit einem Wert, all« erdenklichen teuren Ding« mit einer kleinen Anzah. lung gedüst und sofort zu Geld gemacht. Nur«in kleiner Teil der ergaunerten Waren konnte eruiert werden. Trotzdem er in allen wesentlichen Punkten geständig war, dauert« die Verhandlung irffolg« des umfangreichen BeweiSperfahrenS über vier Stunden. Er wurde, während feine Frau freigesprochen wurde, zu drei Jahren schwerem Kerkers und Rückersatz de« verursachten Schadens verurteilt. Er lächelt« zynisch— wer dnn ihm etwas nehmen'? Er besitzt nichts. Auch das Mädel, das er um sein« Ersparnisse gebracht und dem er dafür«in Kind angehängt hat(tt, der Schwert über ku los«!). Wick nicht«inen Heller Alimente für bi« Erziehung dieses Kindes erhalten, das möglicherweise von ftinem Vater Psychische und moralisch« Defeft« ererbt hat. Und kurz vorher waren zwei jugendlich« La- dendieb« abgeurteilt worden, bft aus der AuS lagescheibe eines Pelzg«schSfte» zur Nachtzeit eine ganze Kollektion kostbarer Pelze entwendet hatten. Die Pelz«'hatten«inen Wert pon 26.000 kl, von denen nur 3806 K durch Versicherung gedeckt waren. L mid, der Anführer, dürfte den Rekord seiner Altersklasse in abgebüßten. Kerkersttafen halten. Dieser Wjährkg« Mensch hat nicht.weniger als 104 Monat« seines Lebens hinter. Schloß und Riegel verbracht, das sind etwa, acht dreiviee- tpi Jahr«. Er wurde neuerlich zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt und wird«ach Verbüßung bei Straft in der Z'w angs- arbeitsanstalt interniert werden.; rd. Seite 6 Kinderfreunde Prag. Mittwoch nachmittag, 4 Uhr, erzählt Genoffe Gustav Hermann, unser beliebter Märchenonkel in der Gec Märchen. Rommet alle, es wird sehr schön sein! Dienstag, 14. April 1931. Spalten der Darstellung durch Frau Schencher| fehlerhafte Bewegungen abzustellen. Viele Sportler Raum geben wird, da es ihr Herr Ströbel unmög- wissen, daß ihre Bewegungsvorgänge noch nicht auflich machte, sich vor einem Schiedsgericht zu er einander abgestimmt sind, fönnen aber schwer von ich aus den Hauptfehler feststellen und beseitigen. flären. Boris Greverus vont Stadttheater in Essen E. J. mer aufrollten, meldet das gestrige Montagsblait", Zum Fall Széll, den wir in unserer Osternum daß Professor Széll im nächsten Jahr der übliche Amerika- Urlaub nicht mehr erteilt werden soll, daß Sozialistische Jugend, Prag. Nr. 88. Der Leipziger Vortragskünstler, Genosse Mittwoch, den 15. d. M., im Kleinen Uraniajaal( 1. Stod) Dichtungen von Frank Wedekind. Beginn 8 Uhr. Wir laden alle Prager sozialistischen Organisationen zu zahlreicher Beteiligung ein. jang gestern im Deutschen Theater als Gaft Beit gegen Elektra 0: 0, Phönix Schwechat gegen Wiener Arbeiter Fußball. Liga: Gaswert St. Gustav Herrmann spricht mit Anstellungsabsichten den Dichter Rudolf in E- Weil 2: 2( 1: 0), Weidling gegen Rudolfhügel Buccinis lyrischer Oper Boheme. Man 3: 2( 2: 1), Selfort gegen Humanitas 1: 0( 1: 0), lernte in ihm einen Tenor von beachtlichen und Nordwien gegen Straßenbahn 3: 1( 3: 0), Florids in gewissem Sinne jogar bestechenden Stimmqualtdorfer SC. gegen Red Star 6: 2( 1: 1).- Erste täten fennen. Vor allem join Singorgan on fich& lajie: Gruppe Nord: Donaufeld gegen WestbahnDie mißgönnte Leberwurst. tit füllig, geschmeidig, von baritonaler Ergiebigkeit Fünfhaus 2: 0( 1: 0), Feuerwehr gegen ASC. Briin der Mittellage und Tiefe, gut gepflegt und von Brag, 11. März. Wenzel Strivet aus der wegklautendem Timbre sowie füßem Schmelz. Nur gittenau 1: 0( 0: 0), Oftbahn 10 gegen Landstraßer Altbunzlauer Gegend hat einen Zorn auf den Kom- in der Höhe, etwa vom Registerbruch aufwärts, Columbia 8: 3( 3: 0), Phönizia gegen Hacking 0: 0, Sportfreunde 4: 3( 1: 2), Ostbahn Simmering gegen mandanten des Gendarmeriepostens seines Heimat wird diese Tenorstimme merkwürdig dünn, verengt Favoritener AE. gegen Neutral 2: 1( 1: 1); Gruppe glauben, die um seine Wertung fämpfen, werden dorfes. Als dieser mit seinen givei Amtskollegen an Em Tonanjay, verliert an Volumen und dadurch Süd: Poſtgewertschaft gegen Union 2: 1( 2: 1), Chaplin doppelt dankbar sein, daß er jetzt, wo es gilt, einem Schweineschlachten im Ortswirtshaus teil auch an Glanz und Durchschlagstraft. Da Herr ASC. Simmering gegen Reford Rider 1: 0( 1: 0), die stärksten Sträfte für diese Sache wachzurufen, den nahm und sich ahnungslos an den frischen Leber- Greverus auch ein ganz vorzüglicher, immer tätiger Rennweg gegen Germania 14 2: 2( 1: 1), Hochstädt Beweis erbracht hat, daß der Film nicht tot ist und würsten gütlich tat, reifte in Krivet der Pian Darsteller ist und eine sehr sympathische äußere Erzur Rache. Er ging zu einem Freund, der eine scheinung befist, wäre es gut, ihn uns noch in einer gegen Neu- Kettenhof 5: 1( 1: 1), Nußdorf gegen in seiner Wirkung den Tonfilm heutiger Unart mit Donau 4: 3( 0: 2), Felten gegen Göc 3: 1( 2: 0). verächtlicher Geste erschlagen kann! schönere Handschrift hat als er, und diftierte diesem anderen, größeren Partie, etwa in Verdis Der Film lebt wieder! Wie bescheiden einen Brief an das Landesgendarmerie Maskenba!!", zu präsentieren, um über die Der Frühjahrswaldlauf des Verbandes der dem es hieß, die Gendarmen Suverlässigkeit und den Umfang seiner Stimme Arbeiter- Fußballvereine Oesterreichs wurde Sonntag mußte man werden, nach all dem, was uns die letzließen sich vom Wirt bestechen, sie bekämen umsonst besseren Aufschluß zu erhalten. in Wien auf der Strecke Kriau- Heustadelwasser und ten Jahre an Verkennung und Geschmacklosigkeit geLeberwürste und sonstige gute Dinge, wofür sie sich zurück durchgeführt. Gelaufen wurde über die Strek- bracht haben; das optische Geschehen, es lebt noch erkenntlich zeigten usw. Den Brief unterjertigte er fen von 6 und 12 km. und für die Jugend über 1500 auf der Leinwand, die für die Millionen und Aberselbst und schickte ihn ab. Das Landesgendarmerte Meter. Die Ergebnisse: 6 Kilometer: 1. Adamus millionen der Menschheit das beste Vergnügen bietet, kommando leitete jofort eine ſtrenge Untersuchung ( ASV.) 16: 21.1 Min., 2. Jeruschek( 3V.) 16: 22.2 von der aus die wahren Vertreter der Kulein und die drei Gendarmen, die wie vom Himmel 12 Kilometer: 1. Frisch( ASV.) 35: 27.9 sprechen müßten: Charlie ist von unten gekommen und hat uns das Unten bildlich erhalten, Min., 2. Hrabatich( 3.) 35: 36.9 Min. gefallen waren, überreichten die EhrenbeleidigungsChaplin ist der einzige Mensch dieser Filmvelt, der flage. Da der Anzeiger selbst nicht das Mindeste anMeter( Jugend): 1. Zima( ASV.) 5:27 Min. Mittwoch„ Das Rheingold" von Richard Wagdie individuelle Leistung zur vollkommenen Rundung führen konnte, was einen Verdacht gerechtfertigt Bürgerlicher Sport. ausarbeiten kann, der dazu keine Mittel äußeren hätte, wurde er vom Bezirksgericht zu einer ner. Dirigent: Széll. Regie: Schindler. Für den Desterreich gegen Tschechoslowakei 2: 1( 2: 1). Scheins oder verlogener Bracht braucht, der die chweren Arrest strafe verurteilt, und zwar unerfranften Herrn Reiter singt die Partie des„ Fafbedingt, unter Sintoeis darauf, daß solche leichte ner" Herr Eugen Guth von den Vereinigten Deut- In Wien sand Sonntag dieses zum Europa- Cup Wahrheit des Daseins der Millionen Großstadtmen fertige Denuniziationen den Beamten die Existenzschen Theatern in Brünn a. G. Anfang halb 8 Uhr zählende Treffen statt, das mit einent Inappen, aber schen zeigen darf. Sein Humor ist der Tra ( Seriensprung 156-4, und Sonder- Abonnement für verdienten Siege der Desterreicher endete. Die Elf gif näher als der Komit: wenn er mit aushätte fosten können. der Tschechoslowakei hatte im Angriff und im Half getretenen, müden Füßen, oft mit Galoschen den bie größten Schwächen; aber auch der österreichische schweren Pfad zum Erfolg vergeblich erstürmen will; Angriff verjagte in Punkto Schießen, so daß die wenn ihn im letzten Moment vor dem Ziel ein grauteilweise starte Ueberlegenheit im Store nicht den james Schidfal immer wieder zurüdreißt, dann ist das Wahrheit des Lebens. Die Tücke des Objekt richtigen Verlauf des Spieles wiedergibt. Wien gegen Prag 5: 2. Das Spiel am Samstag wird bei ihm zur Tücke menschlichen Ungeichicks, des in Brag endete bei gleichmäßigem Spielniveau mit gesellschaftlichen Schidsals! Wie immer ist auch dieser Film episodenhaft einem hohen Siege der Wiener, deren Sturm sehr schußfreudig war und im Prager Torhüter fein ernst- geteilt:„ Chaplin, und die Denkmalweihe“,„ Chaplin und das blinde Mädchen",„ Chaplin und der Millioliches Hindernis fand. när sind die Phasen des Geschehens; er liebt ein blindes Blumenmädchen, er lebt nur für fie, reitet ihi Augenlicht, ihre Eristens und dannen, als sie den zerlumpten Strolch mit dem unendlich großen Herzen erkennt. Sie erfennt ihn an der Hand, am abgeschabten Rod, sie bleibt für aber Széll gegen diese Absicht Schritte unternehmen" werde. Der Verurteilte legte Wichtigkeitsbeschwerde und den Zyklus). Berufung beim hiesigen Streisgericht ein, dessen Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Berufungsfenat heute die Sache verhandelte. Da Dienstag, halb 8 Uhr( 154-2): Amphi Křivek die erschienenen Stläger persönlich um Ver tryon 38" Mittwoch, balb 8 Uhr( Serien zeibung bat und feine Rene zu Brotokoll gab, wat sprung 156-4): Ring I:„ Das Rheingold" der Berufungsfenat milder als der Erstrichter und Donnerstag, 7% Uhr, Ensemblegastspiel Moser: gab der Berufung insoweit statt, daß dem Ver- Das rote Tuch". Freitag, 7% Uhr, Ensemble urteilten bei Aufrechterhaltung des Strafausmaßes gastspiel Moser:„ Der Igel". Samstag, 6 Uhr der bedingte Strafvollzug zugebilligt wurde.( 155-3), Ring II: Die Walküre". Sonntag, 11 Uhr: Kammermusit; 2% Uhr, Arbeitervorstellung: ,, Voruntersuchung"; 7% Uhr( 157-1):„ Voruntersuchung". Montag, 7% Uhr( 158-2): Mitteilung aus dem Bublifum. Das Rezept des Augenarztes rb. fann nur dann seinen 3wed erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepakt wird. Lassen Sie Obr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag, Graben 2. Balais„ Koruna". ausführen. Kunst und Willen. Künstlerin und Kritiker. Zu dem Zwischenfall in der Prager„ Bohemia". Bor furgem berichtete die Bohemia" einen Berfall, der nicht nur lofales Interesse in Brag und sich " 1 Min. 1500 In: Mai Sonstige erwähnenswerte Spiele. Budapest: Ungarn gegen Schweiz 6: 2( 2: 2), Europa- Cup. Robinsonade". Sporto: Italien gegen Portugal 2: 0( 2: 0). Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, 7% Uhr:&: Jtalien B gegen Luxemburg 3: 0( 2: 0). „ Meine Schwester und ich. Mittwoch, Belgrad: Budapest gegen Agram 5: 0( 3: 0), 7 Uhr( Bankbeamten II):„ Die Wunder Belgrad gegen Laibach 2: 1( 1: 0). Bar". Donnerstag, 7% Uhr: Vorunterland gegen Köln 2: 2( 1: 0). suchung". Freitag, 7% Uhr( Kulturverbandsfreunde): Stommt ein Vogel geflogen". Samstag, 7% Uhr, neueinstudiert: Ostern". Sonntag. 3 Uhr nachmittags:„ Weine Schwe ster und ich"; 7% Uhr: kommt ein Vogel geflogen" Montag, 7% Uhr: Die WunderBar". Sport- Spiel # Training. Körperpflege hier wieder besonders in allen mit dem Theater Die höher steigende Sonne lockt zum befassenden Kreisen hervorrief, sondern mit dem sich auch ein Teil der Presse außerhalb Brags, selbst des Auslandes, beschäftigte. Wir sind bisher auf den Gegenstand nicht eingegangen, weil er uns unauf geklärt schien. Nun ist zwar völlige Klarheit aud) bis heute nicht eingetreten, aber die Mitteilungen, die uns jetzt zur Verfügung stehen, gestatten Sdcc ziemlichen Einblic. Frauenorganisation Brag. Heute Dienstag abends muß von ihn auch weiterhin das Schöne des Lebens... fir den kleinen Tramp unerreichbar. Er wird Freund des Millionärs, der ihn aber nur fennt, wenn er betrunken ist; er rettet dem Millionär das Leben, er zeigt den Millionär überjättigt, unglüdlich und unsympathisch arrogant, venn um halb ihn die milden Geifter des Alkohols verlassen brauchen wir einen politicheren iim? acht Uhr im Jägerstübl des Café Nizza Charlie ist Spaghetti, lange, Lange Nudeln haben Frauenabend verschlingt dabei eine Bapierschlange: Fann man hie Nudelschlange besser symbolisieren? Er stellt in über das Thema:„ Ehekrise." Rommet vornehmes Nachtlokal auf den Kopf, indem er sich alle und seid pünktlich! Aus der Bartei. Jugendbewegung. Sozialistische Jugend. Heute in der Gec Lieder abend. Sorgt für einen guten Besuch! Morgen Vorlesung Gustav Hermann! Bestimmt dommen und pünktlich sein! Sonntag, den 19. April Werbeber anstaltung der Naturfreunde im großen Uraniajaal ( deutjes Sino). nur tilgemäßer benimmt als die anderen Gäste, er wird mit einem prachtvollen Rolls- Royee- Auto beichenf und fährt einem Bassanten nad, um den Bigarrenſtammel zu erhaschen, weil er feinen Groschen bei jih bal: wenn da ein anderer Streich über diese Möglichkeiten der Zeit den Kopf ſchüt tel:... brauchen wir da noch mehr Tendenz? Chorlte liebt und diese Liebe muß m 22 Dollar Meie jagen, Charlie wird Straßenfehrer, um sich seinent blinden Mädchen als Besitzender aufspielen zu fönnen, Charlie muß dann ned; 22 Dollar haben und noch das Geld für den Augenarzt, er verdingt sich) als Boyer, er findet semen Millionär, pieder und raubt das Geld, mit dem er sie glücklich macht, um 3. J. Prag. Unsere nächsten Veranstaltungen: jie zu verlieren: haben wir Dienschlicheres vielleicht Dienstag, den 14. ds., Zieder- und Musilabend auf dem Theater geschen? Er mah: ein wüstes fest in der Gec., 20 Uhr. Musikanten früher! Wittmit, fchlidt ein Biciferi und stört so den Herrit woch, den 15. ds., Gustav Herrmann.( Siche Balten Sänger" durch Rülpsen, immer an unrechten Ort, notig!) Sonntag, den 19. ds., Teilnahme an obwohl er ihm doch applaudiert... Man müßte Seiten füllen, wollte man die der Jubiläumsfeier der Naturfreunde. Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Arbeitsgemein leberfülle der Einfälle aufzählen; and o fei nur ich often. Anmeldungen in jeder S. 3.- Beraus darauf hingewiesen, daß Charlies Technik die alte staltung sowie bei allen Funktionären. Eventuele ist, daß er nur mechanische Mujit meisterhafter Anfragen bezüglich der S. J. bei Genossen Wanka, Komposition zu Hilfe nimmt und den Tonfilm ein Sozialbemofrat", Refoganta 18. Junge Angestellte und Arbeiter! Mittel- und Hochschüler! Kommt zur Sozialistischen Jugend! gangs benügt, menu c: bei der Denimalveihe der Festredner nur im Wortgegurgel hörbar zeigt, oder Rudelu hörbar einzieht und pfeift. Freundlich ge dacht jei noch seiner reizenden Partnerin Cherill und des trefflichen Millionärs hers. Jeder Sonntag vormittag muß jetzt schon zum Leben ausgenugt werden, um beizeiten in Form zu jein. Das jetzt beginnende Training soll eher als ein Spiel angesehen werden, die Zeit für kraftvolle Würfe oder Sprünge ist noch nicht da. Der Trai ningsanzug, eventuell noch Unterkleidung, muß für Die„ Bohemia" veröffentlichte am 1. April eine warme Glieder jorgen, um Muskelrijje zu vermeiden. Notiz ihres Mujitreferenten a. st., in der diejer Gymnastische Vorübungen müssen zuerst die Glieder unter gehässigen und beleidigenden Bemerkungen lodern, dann werden die einzelnen Wurf und gegen die Operettensängerin des Prager Deutschen Sprungarten ohne Straftanstrengung ausgeführt, am Theaters, Frau Sonja Schen der, mitteilte, daß die notwendige gefühlsmäßige Erlernung der Technik er von dieser Künstlerin im Treppenhaus der„ Bo- zu erreichen. Nebenbei ist es notwendig, durch locker hemia" attadiert worden sei. Und die Redaktion ausgefüorte Läufe die Beinschnelligkeit zu steigern, fügte dieser Darstellung eine eigene Bemerkung bet, denn auf die Schnellkraft der Beinmuskeln bauen die als Att der Solidarität der Redaktion mit jich ja alle weiteren Bewegungen auf: Schnelligfeit ihrem Mitglied aufzufassen war. Der Kritiker a. st. wird zu jeder Uebung gebraucht. Was nußt den felber, Herr Redakteur August Ströbel, wen Beit und Stabhochspringern eine ausgezeichnete dete sich an den Ausschuß der Prager Deutschen Kri Technif, wenn der Anlauf nicht schnell genug ist, tiferorganisation mit dem Ersuchen, den Fall zu be- cder den Werfern und Stoßern starke Arme, gute reinigen und dieser Ausschuß unterbreitete darauf Technif, aber der energische Antrieb aus den Beinen hin beiden Teilen den Vorschlag, die Sache durch ein fchit. Also nochmals, furze Schnelläufe auf Steige von Kritikern und Künstlern paritätisch gebildetes rung sind unbedingt notwendig. Die Kurzstreler Schiedsgericht bereinigen su laffen. Frau werden nach ein eder zwei locker gelaufenen Runden Scheucher nahm diesen Vorschlag at, su Starts und Steigerungsläufen übergehen. Herr Ströbel lehnte ihn ab. Mittel- und Langstreckler werden schon mit dem Die Ablehnung dieses Schiedsgerichtes durch den einsetzenden Waldlauftraining ihre Läufe in der Sournalisten macht es unseres Erachtens zur Hauptsache auf Ausdauer, die für diese Streden not Pflicht, das Wesentliche aus der Darstellung des wendig ist, aufbauen. Dann müssen die Mittelstreden Borjalles jelber durch Frau Scheucher der Dar läufer fich auf Schnelligkeit umstellen, weil die stellung des Herrn Ströbei entgegenzuhalten, weil Schnelligfeit bei mittleren Streden eine größere der größte Teil der Oeffentlichkeit bisher ein Rolle spielt als bei längeren Streden. Die 800- bis feitig informiert ist und weil die Aufklärung 1500- Meter- Läufer müssen Streden von 100 Meter durch ein etwaiges gerichtliches Nachspiel monate auhvärts auf Steigerung und Schnelligkeit laufen, Tang auf sich fönnte warten lassen. Nach der Dar um durchhalten zu können. Auch die Langstreckler stellung der Frau Scheucher hat sie den Kritiker in müssen 800 und 1500 Meter auf Steigerung und Eine besondere Auszeichnung. Die Jury der der Redaltion antijuchen wollen, unt ihmt vor Augen Zeit Taufen, um für lange Streden die notwendige 311 führen, daß seine fritischen Bemerkungen über das Schnelligtelt zu erreichen. Viele Mittel- und Lang- Fassung wenigstens aufs Haupt geschlagen, er entschen Buchfunststiftung, die alljähr After der Künstlerin sie ist in Wahrheit eine streckler machen den Fehler, nur auf Ausdauer zu liegt!. o. am Beden der Rebensächlichkeit angesichts fich zum Tag des Buches unter der gesamten deut junge Frau, jie beruflich zu Unrecht schädigen. trainieren. Runde für Runde wird gelaufen, mög- des großen Erlebnijjes, das dieser Film gebracht schen Buchproduktion des vergangenen Jahres die Fran Scheucher traf den Kritiker in der Rebaltion licht recht viel, darunter leidet natürlich die Schnet hat. In der Zeit tonfilmischen Ueberrummeis, just 50 bestausgestatteten auszuwählen hat, nahm in die nicht an, begegnete ihm aber in Hausflur. Es fam ligkeit, auch wird die Zeit nie besser, sondern schlech in den Monaten, da Buster Keaton sich zum sem Jahre wieder zwei Werke der Bücher dort ohne Zeugen zu einem Wortechfel, in dessen ter. Schnelligkeit und Ausdauer muß in den Mittel- glänzend bezahlten Tonfilmclown herabgewürdigt gilde Gutenberg unter die Preisträ Verlauf Herr Redakteur Ströbel, nach Darstelstreden gleichstart sein. In den langen Strecken und sich damit aus der Reihe ernst zu nehmender 80 auf. Damit ist erneut bestätigt worden, daß Jung der Frau Scheucher, diese als eingebiltommt erst Ausdauer und dann Schnelligkeit, aber Künstler für immer ausgestoßen hat, da Harold diese Gemeinschaft werftätiger Buchlejer, die thr Lloyd so viel als möglich der neuen Flut des Un literarisches Programm fortgefent ausbaut, auf dem dete Gans" beschimpfte, was ihm eine Ohr- leytere darf nicht fehlen. feige eintrug. Herr Redakteur Ströbel bestreite: Tie jetzt beginnende Trainingsarbeit soll sich geistes Konzessionen macht, hat Chaplin den Mut Gebiete neuzeitlicher Buchkunst Vorbildliches feistet. allerdings, dieje jawer beleidigende Aeußerung gelan nur auf Technik und Siilverbesserung aufbauen. besessen, gegen die übermächtigen und ebenso gewis 34 habent, während Frau Scheucher-man möchte Sept schon auf Leistung zu trainieren, ist falsch. fenlosen Elektroproduzenten seinen Weg weiter fast jagen: männlich die Ohrfeige zugibt. Die Grundbedingung ist, den Körper erst an die zu gehen und in drei langen, schweigsamen Jahren Wir begnügen uns zunächst damit, den Vorfall reihenmäßige Abwidlung der einzelnen Bewegungen ein Wert zu schaffen, das in seiner Art vollkommen Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Prog. in dieser Weise, wie er sich durch die Schilderungen zu gewöhnen und bestehende Mängel zu beseitigen. ist und mit seinen früheren Filmen, etwa demir. Drud: Nota*.- G. für Zeitung und Buchdruck. Brag. beider Teile darstellt, zu registrieren und abzuwar Darum ist es von Vorteil, wenn das Training nurtus" und" Goldrausch", eine Reihe bildet. Alle, Für den Drud verantwortlich: Otto Solit. Brag. ten, ob die Redaktion der Bohemia" in den eigenen unter Zeitung erfahrener Sportler erfolgt, um die an die fünstlerische Sendung des Films noch Der Film. „ Lichter der Großstadt.“ Chaplins neuer Film. Der Toufilm erscheint in seiner heutigen Die erfte Szene jei Symbol des Films: Charlie schläft als Bündelchen Mensch in den Armen ciner weißen Statue und wird von der Menge gernien: er tommit auch, trotz Nationalhymne, geh: aber seine eigenen Wege, die ihn wieder zur Masse fügren.. Walter Luftig. Literatur. Herausgeber: Siegfried Taub. Chefredakteur: Wilhelm Nießner. Die Zertungsmartenfrantatur wurde von der Box u. Telegraphen Diretson mit Erloh Nr. 18.800/ VII/ 1930 bewilligt.