Cinzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Drag, H., Nefazanta 1& Telephone: Sagesredattion: 26795, 31469. Machtredattion: 28792. Bostschecamt: 57544 Inferate werden laut Carl billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowafischen Republik. Die Kleinen sollen nicht tritifieren! Auftakt für 1932: Paris mit Beneš und Marinkovič nicht ganz zufrieden. Donnerstag, 21. Mai 1931 Curtius fordert ehrliches Rüstungsbekenntnis. g Bezugs Bedingungen: Bei Zuftellung ins Hans oder bei Bezug durch die Past: monatlich.... Kč 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig 48.98.192-1 Rüdftellung von Manystripten erfolgt nur bei Einfendung der Refourmarfen. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich frlih. Nr. 119. Zum deutschen Parteitag. Verfassungsfragen Machtirage. Von Carl Severing, Preußischer Minister des Innern. Day Verfassungsfragen Machtfragen sind, hat uns der Gründer der deutschen ArParis, 20. Mai. Die Pariser Presse spricht ihre lebhafte Befriedigung über den gestrigen Verlauf der Debatten und über die Beschlüsse in Genf aus. Die Kundgebungen Dr. Beneš' und Dr. Genf, 20. Mai, Der Völkerbundrat hat sich, in den einheitlichem Fragebogen aufgenommen beiterbewegung, Ferdinand Lassalle, Marinkovič werden durchwegs zustimmend fom- heute vormittag mit dem deutschen Antrag und werden soll. Nach der Meinung der deutschen Re- in seinem berühmten Berliner Vortrag über mentiert. Einige Ueberraschung hat der dem englischen Vorschlag über die Offenlegung gierung müssen alle wesentlichen Rüftungsfaktoren Verfassungswesen überzeugend dargelegt. Lajfritische Standpunkt der Außen des Rüstungsstandes als Vorbereitung zur allge- darin enthalten sein, wenn der Zweck des Ratsbe- falle hat gelehrt, daß die in einer Klasse, in meinen Abrüstungskonferenz beschäftigt und nach schlusses vom Jänner d. J. erreicht werden soll. einer Partei zusammengefaßten gesellschaft. minister Jugoslawiens und der Tich e- längerer Aussprache beschlossen, am Freitag Es entspricht dies der grundsäßlichen Haltung, die choslowakei zu einigen Teilen des konstrul auf Grund eines bis dahin auszuarbeitenden Vor- der deutsche Vertreter von jeher eingenommen hat. lichen Sträfte, wenn sie in das allgemeine Betiben französischen Planes" hervorgerufen.„ Echo schlages des Berichterstatters eine Entschei= wußtsein dringen ,,, ein Stück Verfassung merDie Konferenz muß jedenfalls bei den und sind". Was Lassalle damals in den de Paris" meint zwar, daß diese Differenz befei- dung zwischen den beiden Vorschlägen zu ihrem Zusammentritt ein völlig um Anfängen der deutschen Arbeiterbewegung getigt und der französische Antrag des Präferenz- treffen. faffendes und genaues Bild des vor: Systems für die landwirtschaftlichen Produkte und für Oesterreich bis zum 15. Juni angenommen werden wird, macht aber darauf aufmerksam, daß diese Angelegenheit ziemlich tiefe Ursachen habe, die nicht übersehen werden dürfen. Frankreichs Dant an die Basallen. * Genf, 20. Mai. In der heutigen Sigung des Völkerbundrates begründete der deutsche Außenminister Dr. Curtius den deutschen Vorschlag zur Offenlegung der Rüstungen mit folgen. den Ausführungen: " Ich kann mich auf wenige Bemerkungen zur Begründung des deutschen Vorschlages beschränken. Nachdem der Rat im Jänner d. J. beschlossen hat, die Regierungen der an der Konferenz beteiligten Genf, 20. Mai. Der europäische Studien- Staaten zur Mitteilung des Standes ihrer Rüstun ausschuß verzeichnet nach der heutigen Nachmit- gen aufzufordern, hat sich der deutschen Regierung die Ueberzeugung aufgedrängt, daß die Aufstellung tagssigung ein gutes und verhältnismäßig rasches eines einheitlichen Fragebogens für die Angabe Ergebnis seiner Aktion, die auf die Schaffung des Systems eines internationalen Hypothekarfredites für Landwirte gerichtet ist. Die diesbe züglichen Empfehlungen des Unterausschusses, die 1. Einen Konventionsentwurf, 2. den Entivurf einer Gründungsurlunde für die Errichtung einer internationalen grar Kreditgesellschaft, 3. den Entwurf der Satzungen der neuen Gesellschaft enthalten, wurden angenommen. Durch die Annahme, welche bis auf einige Vorbehalte einnütig erfolgte, wird vor allem den dringenden Bedürfnissen Jugoslawiens und Rumäniens Genüge getan. des Rüstungsstandes unbedingt erforderlich ist, weil sonst die Antworten der einzelnen Staaten ihrem Charakter und ihrer Ausdehnung nach so start von einander abweichen würden, daß ein fachgemäßer Ueberblick über den gesamten Stand der Rüstungen nicht zu gewinnen wäre. Jch glaube, daß die Notwendigkeit einer Bereinheit lichung der Angaben über den Rüstungsstand in den verschiedenen Ländern, auf die auch die enghat, so eminent ist, daß ich mir weitere Darlegungen hierüber ersparen tann. Die Frage ist, was Bier Bergarbeiter erschossen. Eine handenen Rüstungsstandes haben. Ich sagt und geschrieben hat, ist auch heute noch fann es mir nicht vorstellen, wie sie ein nicht überlebt. Die realen Machtverhältnisse sachgemäßes Urteil über die notwendige in der demokratischen Staatsform sind wesentHerabsetzung des Kriegsmaterials bilden licher, als die geschriebene Verfassung, die fann, wenn sie über die vorhandenen ohne die Grundlage der tatsächlichen MachtStände, sei es die im Dienst befindlichen, verhältnisse nur bedingten Wert für die: polisei es die lagernden, keine Angaben tischen Entscheidungen hat. Die demokratische geben, ebensowenig wie ich glaube, daß Verfassung, die republikanische parlamentarische die Wehrkraft, die in den Mannschafts- Staatsform der Demokratie, wie wir sie in beständen der einzelnen Armeen verkör: Deutschland seit dem November 1918 befizen, pert find, sachgemäß geschätzt werden tann, ohne Berücksichtigung der gesamten gibt nur die Form und die Möglichkeit, in der Reserven. die politischen Kräfte sich auswirken fönnen. Die letzten Jahre innerpolitischer und Die englische Regierung ist auf Grund ähn wirtschaftspolitischer Auseinandersetzungen in licher Erwägungen, wie sie die deutsche Regierung angestellt hat, auch ihrerseits dazu gelangt, ein Deutschland haben die Richtigkeit dieser Aneinheitliches Schema für die Angaben der einzel- schauungen gerade der deutschen Arbeiterklasse nen Staaten einzurichten. Leider entspricht dies anschaulich bewiesen. Die deutsche Arbeiterbejedoch nach meiner Auffaffung nicht den Erfordernissen der vollständigen Offenlegung der Rüstun gen, weil es so wichtige Elemente, wie die eben erwähnten, unberücksichtigt läßt. Ich glaube daher, würde es sehr begrüßen, wenn der Rat ihm den Vorzug geben wirde." wegung ist gespalten, zwei sozialistische Parteien werben in der Arbeiterschaft für ihre Ideen, die Sozialdemokratische Partei und die Sommunistische Partei. Ich brauche hier nicht anzuführen, in welcher Form die Kommu nistische Partei den Kampf gegen die Sozialdemokratie führt. Aber eines, ist sicher: diese erbitterte Gegnerschaft zwischen den beifolgten. Auf diese Weise würde man nie zu den Parteien, deren Anhängerschaft sich aus praktischen Ergebnissen kommen. den Angehörigen der Arbeiterklasse zusammen Kratau, 20. Mai. In Jaworzno im Kra Francois Poncet( Frankreich) erläuterte in setzt, hat es den Rückschrittlern aller Schattiegroben Umrissen die Grundsätze der vorgelegten kauer Kohlenrevier fanden in Verbindung mit Heke gegen Gurtius. rungen ermöglicht, in der demokrar schen Vorschläge. Die Gesellschaft tritt ins Leben, sobald dem Lohn- Konflitt im Bergwesen eine Konferenz der als Sondergarantie der Staaten gedachte Be zwischen den Bergarbeitergewerkschaften und den Berlin, 20. Mai. In einem Artitel schreibt Deutschen Republit ihre Macht und ihren Ciairag in der Höhe von 5 Millionen Dollar erreicht Juduſtriellen statt, in welcher sich die Industriel die den Rechtskreisen nahestehende DAZ. heute fluß gerade in den letzten Jahren nicht me auf politischem, sondern wirtschaftlichem e ist. Die Gesellschaft wird unter besonderen Kau len bereit erklärten, von ihrer geplanten 8prozen- abend u. a.: biet zu festigen und zu mehren. Solange ein telen Obligationen im zehnfachen Werte des tigen Lohnsenkung Abstand zu nehmen. Der Genfer Spruch über die Zollunion mit Grundkapitals ausgeben. Die Staaten Mit größere Menge von Arbeitern drang heute in die Desterreich wirft die ernsthafte Frage auf, wie großer Teil der deutschen Arbeiterschaft das Wort von Karl Marr:„ Proletaries glieder des Völkerbundes werden bis Septem- Kohlengrube Marschall Pilsudsti“ ein und ver- sich Deutschland zur Mitwirkung im Völkerbund ber d. J. beitreten können. Die übrigen Punkte suchte, dort die Einrichtung zu demolieren sowie in Zukunft stellen muß, und ob es noch denkbar aller Länder, vereinigt Euch!" da der Empfehlungen betreffen die Verpflichtungen, die Grube durch Außerbetriebschung der Wasser ist, daß der deutsche Reichsaußenminister, dem hin interpretiert, daß es zweckmäßig sei, in welche nach der fiskalischen Seite der Staat über pumpen zu erfaufen. Es kam zu einem heftigen Genf unter Führung des englischen Außenmini- eigenen Lande einander aufs bitterste zu benimmt, auf dessen Gebiet die Gesellschaft ihren Zusammenstoß mit der zum Schuß der Grube sters eine schwere Niederlage beigebracht hat, den fehden, solange wird die politische Macht der Sit haben wird, das ist die Schweiz, da Frant aufgestellten Polizeitruppe, die schließlich Reichskanzler nach Chequers begleiten fann. Ein Arbeiterklasse zum Schaden der Arbeiterschaft reich von seiner Forderung, daß der Sitz der In- gegen die andrängenden Arbeiter eine Gewehr- toller Ansturm auf Deutschland und Desterreich empfindliche Einbuße erleiden. Das Wahlresultat vom 14. September Baris mung dazu aussprach, daß ihr Sit in Genf fei. die zufällig unter die Demonstranten geraten war. dere Berechtigung Deutschlands aller Welt flax Arbeiterschaft gespalten ist. Die National Die Von den Polizisten trugen zwei Verlegun- vor treffenden Sypothefar- oder anderer Agrar- ngen durch Steinwürfe davon. Größere Polizei stitute in den einzelnen Ländern einen langfri aufgebote, die zur Hilfe aufgefordert worden waftigen Sypothefarkredit gewähren. ren, griffen ein und stellten die Ordnung wieder her. Heute mittag hat sich eine behördliche Kommiffion zur Untersuchung der Borfälle am Schauplaße eingefunden. Das Strafella- Urteil bestätigt! Dem Generaldirektor der Bundesbahnen Unsauberkeit und Unforrektheit" nachgewiesen. Wien, 20. Mai.( Eigenbericht.) Drei Tage Yang hat sich der Berufssenat mit der Ueber1930 ist nur möglich weil die deutsche sozialistische Deutsche ArbeiterBeit gekommen ist, zu überlegen, ob wir in Genf oder außerhalb Genf stärker sind. Das deutsche partei, die ein Vortrupp der Reaktion und Volf erträgt die Fußtritte nicht mehr, die ihm im der Schwerindustrie ist, fonnte nur infolge der Völkerbund verabreicht werden. Wir haften nichts Zerrissenheit der Arbeiterschaft 6.5 Millionen von leeren Demonstrationen, aber es muß irber Anhänger gewinnen, von denen ein Teil bea legt werden, ob die offizielle Ankündigung des stimmt zum Proletariat gehört. Es wird die Austritts aus dem Völkerbund nicht ein flügerer dringlichste Aufgabe gerade der deutschen SoAft der Realpolitif sei als die weitere Duldung zialdemokratie sein, den deutschen Arbeiter: einer Genfer Komödie, die während einer schwelarheit darüber zu verschaffen, daß diese von ren Erschütterung unseres inneren Staatsgefüges die Gutmütigkeit der Deutschen auf allzu starke den Ewig- Gestrigen, von Junkern und Prin zen geführte sogenannte„ Arbeiter"-Partei Proben stellt, Verrat an den Interessen der deutschen Arbeiterklasse allein schon durch ihre Existenz übt. Denn in der Tat sind die Nationalsozialisten nichts weiter als eine Kampftruppe, die alle Rückwärtser mit Fug und Recht zu ihrer Briands verfehlter Plan. Genf, 20. Mai. In deutschen Kreisen wird prüfung des Prozesses befaßt, den der derzeitige auf eine scharfe Kritik verwiesen, die heute das Direktor der Bundesbahnen, Strafella, gegen Journal de Génève" an den Wirtschaftsplänen bie Arbeiter- Zeitung" angestrengt hat. Das Briands übt. Das Blatt schreibt, die französi Urteil der ersten Instanz war zwar in einigen schen Pläne brächten feineswegs die von aller Bunkten gegen die Arbeiter Zeitung" ausgeelt erwartete sofortige und energische Lösung. fallen, hatte aber ausgesprochen, daß der Wahr Das Gefühl der Enttäuschung sei allgemein. Es heitsbeweis für das„ unsaubere und untorrette" müsse festgestellt werden, daß die französischen Genf, 19. Mai. Dieser Tage ist den Mitglie- Front rechnen. Und der Wahlausgang des 14 Verhalten des Klägers erbracht sei. Die Regie- Pläne teineswegs den Abschluß von dern des Völkerbundrates der Bericht des Völker September 1930 hat in der Reaktion die Hoffrung Baugoin hat bald nach dem Urteil den 30llunionen, wie sie zwischen Deutschland bundkommissärs für Danzig über den gegenwärImmer wieder Polen. Dauernde Klagen gegen Polen. Stafella zum Direktor der Bundesbahnen er und Desterreich vorgesehen seien, überflüftigen Stand der Beziehungen zwischen Volen und nung starf werden lassen, innerhalb der demonannt und so das Urteil der zweiten Instanz sig machten. Die französischen Pläne enthielten Danzig zugegangen. Der Oberfommissär geht da- kratischen Deutschen Republik mit legalen beeinflussen wollen. Das Berufungsgericht hat nur in Form von Versprechungen eine von aus, daß die Spannung zwischen der Danziger Mitteln zu dem heiß erstrebten Ziele zu geaber das Urteil vollkommen bestätigt gewisse Erleichterung der Lage Desterreichs und Bevölkerung und den Polen in den letzten Mona- langen: den politischen Einfluß der Sozial und in ausführlicher Begründung den Vor- vielleicht noch die Möglichkeit, für Deutschland ten start zugenommen habe. Er macht dafür nicht demokratischen Partei als Vertretung der Ar wurf der Unsauberteit und Untor Kredite zu erhalten. Im großen jedoch würden nur das Anwachsen der nationalistischen Bewe- beiterinteressen auszuschalten. rektheit als berechtigt erklärt. Unfou- hierdurch die beängstigenden Fragen der gegen- gung und die wirtschaftliche Depression verant Die ich were Wirtschafts not, beres und unforrettes Verhalten sei vor allem in wärtigen Lage Deutschlands in keiner Weise ge- wortlich, sondern auch das Verhalten Bolens. Es unter der neben anderen europäischen Län den Wohnungsablösen in den Häusern des löft. Ganz Europa habe heute ein dringendes fei der polnischen Politit nicht gelungen, sich in dern Deutschland besonders schwer leidet, trifft Strafella und in seinen Häuserkäufen während Interesse an einer möglichst schnellen Lösung genügendem Maße die Unterſtüßung derjenigen der österreichischen und deutschen Inflation zu dieser Frage. Die gegenwärtige Lage sei bebau- Zeile der Deffentlichkeit im Gebiete der Freien in ihrer vollen Bucht naturgemäß zunächst erblicken. Dieses Urteil richtet nicht nur erlicherweise die, daß heute alle Regierungen Stadt zu sichern, die entschieden für eine wirksame die Arbeiterklasse. Fünf Wallionen Strafella, sondern auch das Regime Vau bestrebt seien, die Krise zu lösen, jedoch dabei wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Danzig Arbeitslose bedeuten eine schwere politische goin, dem seine Ernennung zuzuschreiben war. lediglich die Einzelinteressen ihrer Länder ver- und Bolen erforderlich sei. Schwächung der Arbeiterschaft, damit auch der Seite 2 Zur Jugendweihe. Donnerstag, 21, Mai 1931. Rasse oder Klasse. Einiges über das Rassenproblem. Von Desider Hort( München). II. Das schönste Geschenk für unsere Jugendweihefinder ist das vom Reichserziehungsbeirat herausgegebene Jugendweihebüchlein, das wirklich alle unsere Bierzehnjährigen lesen sollten. Der Inhalt des feindlichen Tendenzen auch in seinen Büchleins, für das Gen. Dr. Ludwig Die fascistische Demagogic Mussolinis ist grundsäglichen Wollen: im Versuch der AufCzech ein schwungvolles Geleitwort ge also unendlich folgerichtiger als die hitlersch- hebung der Klassenspaltung im Dienste der nationalen Einheit gescheitert ist. schrieben hat, gliedert sich in fünf Haupt- völkische. teile: Kampf um Freiheit und Brot.- Mussolini spricht nirgends von der Rasse, Die zynische Wirklichkeit zeigt in Italien Nie wieder Krieg! Geistige Befreiung.nicht einmal von dem Volk, immer nur von der ein anderes Bild, als die schönen Phrajen der Bub und Mädel. Gesundheit und Schön- Nation. Sein Mythus- denn er, der Carta des Lavoro von der nationalen Einheit. heit. Es werden also dem jungen Proletarier Sorel- Schüler, nicht der Hitler- Sachverstän- Sie zeigt ein Italien, wo die Arbeiterlöhne auf allen Gebieten wertvolle Anregungen dige, hat zuerst den Mythus" in der politischen niedriger sind als in dem armen Oesterreich, in und verstümmelten gegeben. Als besonderer Vorzug ist die Tattik gebraucht Mussolinis Mythus diesem lebensunfähigen mustergültige Ausstattung, vor ist die Nation. Nach der Carta del Bavoro" Staatsgebilde; sie zeigt ein Volt, dessen Klaffenallem der reiche und hochwertige Bild- sei die italienische Nation ein Lebenszusammen- spaltung durch die Mussolinische Staatsgewalt sch mit zu begrüßen. hang, dessen Zwede, Dasein, Mittel denen der wesentlich vertieft wurde, wo die feindliche GegenEinzelnen oder Verbände an Macht wie an überstellung der Klassen feudale Formen an Dauer überlegen sind; die Nation bilde jene nahm; wo die Klaffengegenseitigkeit nur durch sittliche, politische und wirtschaftliche Einheit, einen gemeinsamen Haß gegen die Fascisten und die sich vollkommen im fajcistischen Staate ver- ihren Duce überflügelt wird. wirklicht". = Der Reichserziehungsbeirat will dem Büchlein die weiteste Verbreitung sichern, er liefert es daher zum Selbst to sten preis, in Leinen gebunden um Kč 7.50. Wir hoffen, daß die Genossen von diesem äußerst günstigen Angebot Gebrauch machen und daß bei der Jugendweihe alle unsere Bierzehnjährigen ihr Buch erhalten werden. Bestellet sofort! Aber wenn auch die Gegenwart ernst und trübe erscheint, so ist gerade für die deutsche Sozialdemokratie tein Ist allen Mussolinischen Phrasen zum Troß nicht dies: die immer drohendere Klassenspaltung Grund zur Verzweiflung. Nichts die„ zhnische Wirklichkeit" des geschichtlichen beweist mehr die Unfähigkeit des kapitalistischen Berdens? Systems als diese Wirtschaftskrise, die ja nicht Also: Raffe oder Klasse? Klerikale Frechheit. Nr. 119. Sie möchten die Altpensionisten aufheben! Unter dem Titel„ Sozialisten und das Elend der Altpensionisten" schreibt die Deutsche Presse" Mayr- Hartings über eine Versammlung in Reutitſchein: ,, Sekretär der christlichen Gewerkschaften Heilbrunner besprach ausführlich den Werdegang des Altpensionistengesetzes und die Taktik über die Durchführung desselben durch die derzeitige Regierung. Er verwies auf die viel gebrauchten Schlagworte der Sozialisten vor den Wahlen und ihre jezige Arbeit seit dem sie Regierungspartei geworden sind. Die verblendeten Wähler folgten den sozialistischen Phrasen, gaben den Sozialisten ihre Stimme. Die Sozialisten sind heute an der Macht und die breite Masse des arbeitenden Volfes, darunter auch die Altpensionisten, leiden bittere Not. Wo bleiben die Demonstrationsversammlungen auf den Stadtpläzen der Sozialisten gegen die Brotverteuerer, gegen den Wucher, gegen den Militarismus? Die Sozialisten haben jest ihre Maste gezeigt, wie ehrlich sie es mit dem Volke meinen. Die Arbeiterschaft und auch die Pensionisten werden ihnen bei den tommenden Wahlen die richtige Antmort geben. Die versammelten Altpensionisten u. -Pensionistinnen richten an ihre parlamentarischen Vertreter die Bitte, sich ihrer anzunehmen und der derzeitigen Regierung mit den schärfsten Mitteln entgegenzutreten, um endgültig die Rechte der Aermsten zur Geltung zu bringen, damit chestens die Durchführung des Altpensionistengejezzes erfolgt. Die Altpensionisten und Pensionistinnen sind nicht mehr bereit, sich mit Worten befriedigen zu lassen, sondern verlangen, daß mit vollem Ernste an die Regelung geschritten wird, bevor sich die Erbitterung noch mehr steigert." Eine nette Mai- Andacht muß das gewesen Dementsprechend ist die Carta del 2a= voro und der korporative Staat, der den Klassenkampf durch diktatorische Gewalt Wir haben gesehen, daß die hitlerisch- völaufzuheben und auf das nationale Einverständ- tische ,, Rasse" eine inhaltsloje, nur in den Dienst nis( nationale Hervorbringung der Güter") bodenlosen Hasses gestellte Phrase ist; daß heute zwischen Arbeitern und Eigentümern der von einer rassischen Einheit zu sprechen( oder Arbeitsmittel die nationale Einheit zu errichten nur eine solche zu wünschen) eine Vergewaltigung Sozialdemokratischen Partei. In einer Zeit jucht, wenigstens eine logisch folge der Tatsachen dieser Grundlage aller Wissenschwerster Wirtschaftskrise kann die Arbeiter- richtige Unternehmung. schaft und aller wissenschaftlich geregelten Zielschaft nicht ungehemmt größere, entscheidende bestrebung bedeutet. Denn namhafte Berwirtschaftliche Kämpfe führen, bleibt sie in Hat aber auch die Carta del Lavoro, treter der Rassenforschung sind einig darin, daß ihrem Handeln und in ihren Entscheidungen die von Fascisten als die größte Tat des Duce ein Volt raffisch- biologisch umso höher steht, je nicht unberührt vom Druck der Wirtschafts- und des Mussolinischen Staates"( 20 stato größere Variationsmöglichkeiten der rassischnot. Diese Erkenntnis hat die Politik der So- Muffoliniano" wird in einem Sammelwerk das bedingten individuellen Fähigkeiten es aufweist. Dies Volk dies ,, RassenmischDies Volk zialdemokratischen Partei in den letzten Mona- beutige talien genannt) gepriesen wird, Damasch" erhebt sich dann zu einer neuen tul- sein! Thema der Predigt: Das achte Gebot„ u ten bestimmt. Man kann nicht um die Macht seinsberechtigung und Zukunft? Nicht in der Richtung entfaltet sich die turellen Einheit, zur Nation, wenn auch die sollst nicht lügen!" und seine praktische ringen, wenn die Kampfkraft geschwächt ist. tapitalistische Gesellschaftsordnung, day alle Arbeitenden imstande sind, an der nationalen Anwendung in der christlichsozialen Politif. Da Jetzt gilt es, die errungenen sozialen und po- inneren Zusammengehörigkeiten auch die Kultur teilzunehmen. hat diese Partei volle drei Jahre der Regielitischen Positionen zu verteidigen, mit aller nationale Einheit aufgelöst und die Wir haben andererseits aber auch gesehen, rungsmehrheit angehört, ohne den AltpensioniKraft dahin zu arbeiten, daß die Folgen der Einzelnen und ihre Verbände nach ihrer Stel daß auch die Nation mehr nur eine ſten zu helfen, hat das Gesetz von 1926 mitbeWirtschaftsnot nicht allein auf den Rücken ung im Verteilungssystem, das heißt danach Abstraktion, eine Sehnsucht bleibt, schlossen, das die Altpensionisten entrechtete, hat der Arbeiterschaft ausgetragen werden. organisiert werden, ob sie befiklose Arbeiter oder solange eine privilegierte Schicht der Klaffen in der Zeit der Konjunktur und der Kassenbefizende Nuznießer der gesellschaftlichen Pro- gesellschaft die Trägerin der nationalen Kultur überschüsse zwar den Besitzenden Millionen an ift und Privilegierte auch im Kulturbefize Kule Steuern geschenkt, aber für die alten Staatsduftion seien? diener nichts übrig gehabt und jetzt kommt tirlos- Arbeitender gegenüberstehen. S Wir haben gesehen, daß der Klassenkampfsie daher und wirft sich zum Anwalt der Ben dieser Kampf der aufstrebenden Klasse für eine höher stehende Gesellschaftsordnung und men= Inzwischen sind die Sozialisten in die Re Wir wissen, daß die Mussolinische„ Carta schenwürdigeres Leben zugleich einen Kampf gierung eingetreten; sie haben troy Krise und nur Deutschland, sondern auch England, del Lavoro" eigentlich der Gegenpol des Marx- für mehr Kultur, für die heute einzig mögliche Finanznot als eines ihrer ersten Gesetze die Amerika, Italien und Frankreich heimsucht. schen Kapitals" jein wollte: Es sei nicht wahr, Einheitlichkeit im Denken und Handeln bedeutet, Gleichstellung der Altpensionisten durchgesett, haben den Alten gegeben, was die Stleritaten Nur der Sozialismus, nur eine or- daß die Klassengesellschaft und der Klaffenkampf einen Kampf, der durch die Staatsgewalt ganisierte und planvolle Wirtschaft wird solche notwendigerweise und unaufhaltsam alle seelische nicht aus dem Wege zu schaffen, nur mit ihrer ihnen jahrelang veriveigerten. Die aber wagen schweren Heimsuchungen vermeiden können. Einheit diese Ureigenschaft aller Gemein- Hilfe in zivilisierteren Formen auszutragen ist. es, die alten Leute aufzuheben und ihnen die Die Zukunft gehört uns und unseren schaft ersticht. Es sei eine Lüge, daß, so lange Wir hoffen, daß die Antwort auf die Frage: Komödie noch einmal vorzuspielen. Gibt es wirfZielen! Diese Gewißheit läßt die organi einer privilegierten Klasse sind, gelegten kaum einem Zweifel mehr unterliegt. Der schärfste Kamps" gegen die derzeitige Redie Produktionsmittel in der Hand Raise oder Klasse? nach dem hier Ans- lich Trottel, die den schwarzen Demagogen auf den Leim gehen? Sie wären zu bedauern, denn fierte deutsche Arbeiterschaft auch die politi nur die Nation der Besitzlosen der der Besitzenschen und wirtschaftlichen Lasten dieser Zeit den gegenüberstehen kann. Es sei dagegen wahr, gierung fönnte ihnen höchstens eines bringen. **) Die Antropologie beweist unwiderleglich die neuerliche Kürzung ihrer Ruhegehälter und der Abwehr und der Verteidigung ertragen. daß die Produktion im Dienste eines Zieles schreibt Prof. Fr. Herz- Halle daß alle Ratio feinesfalls deren Erhöhung über das Maß hinDie politische deutsche Arbeiterbewegung hat und Ideals:„ die nationale Hervorbringung der nen eine Mischung verschiedener Rassen darstellen, aus, auf das sie die gegenwärtige Koalition erin den letzten Jahren manche Gefahr und Güter" möglich sei auch ohne umwälja man kann behaupten, daß gerade die kul- höht hat. So unangenehm manchen Ruheständ | Not überstanden. Sie ist allen Gegnern zum sende Verteilungsänderung( und da tiviertesten Nationen am meisten ge- lern die etappenweise Durchführung des GleichTroß von ihrem Wege nicht abgewichen, hat ist es, wo die Wege scheiden), wenn nur die mischt sind."( Archiv für Sozialwissenschaft und stellungsgesetzes sein mag, so war das doch der unbeirrt an ihren Zielen festgehalten, an dem Staatsgewalt einer selbst und zielbewußten Sozialpolitik", Feber 1931.) Auch im weiteren sehr einzige Weg, ihnen überhaupt zu helfen. In der Kampf für die Demokratie im Interesse der Elite zur Verfügung steht- Auserwählten, lehrreich für rassenmystisch benebelte Stöpfe: Zeit der Konjunktur, zugleich mit der GehaltsArbeiterklasse und ihrer Zukunft. So tragen fondern der nationalen Einheit dienen wollen. senphaniasten geworden. Aber wenn die Zugehörig natürlicher leichter Hand mehr geben können. die nicht der einen oder der anderen Klasse, jüngster Zeit ist Deutschland der Hauptsitz der Raj regelung der übrigen Beamten hätte man ihnen wir auch weiter in uns das Bewußtsein, daß Wir wissen jetzt auch( und wir Margisten feit zur deutschen Nation allen abgesprochen würde, Aber damals saßen doch die Christlichsodie Arbeiterklasse unüberwind waren davon schon im voraus überzeugt), daß die nicht ausgesprochen germanische Rassenmerkmaleialen in der Regierung, lich ist, wenn sie klar in ihren Zielen, auch die Carta del Lavoro eine Utopie: daß aufweisen, so würde ein solcher Nationsbegriff die für die Armen nie mehr als eine Bettelsuppe zut einig in ihrem Handeln zusam der Fascismus abgesehen von seinen deutsche Nation ärger dezimieren als zehn Welt haben war und die nur ein soziales Intereff menste htt tein fapitalistischen und arbeiter- friege und Versailler Diftate vermöchten."( S. 5-6.) tennen: die Kongrua! = ,, Wilhelm der Große" lag vor beiden sionisten auf! von denen Hinter englischem Stacheldraht. mit durch unser Berhalten ändert sich nichts Ankern in dem schmalen Fluß und gerade wollte jey" von lehmiger Farbe. Zwischen grünen Von August Wostupatsch. Rechdruck verboten. Alle Rechte vorbehalten. Am Rande der Kimm blättert weißes Gewölf. Die Rhede ist leer; wo mögen die britischen Schiffe kreuzen? Saben wir auch gesagt; aber der Konsul meinte, an der Kriegslage und zum Schluß wären wir bald herausgeworfen worden." Unser nach Taten dürstender Patriotismus ist empfindlich gedämpft. Sehnsüchtig guden wir nach den Austral- und Wörmanndampfern", nach dem hart über See liegenden grünen Gehölz. Unsere Pläne von der Errichtung einer Kanarienzucht, von der Gründung eines Exportgeschäfts im Großen, find, che sie noch begonnen, zu Ende. Heizer und Schmierer; von dieser Sorte Menschen hat das liebe Vaterland genug. Die andern Nachrichten, Fall von Lüttich, Schlacht bei Mons" usw. schaffen keine Begeisterung mehr und restlos fertigen wir in der Kajüte des Quartiermeisters den neuen Ver* er aus dem Vorrat der Walhalla" aufbunkern, als ihn der Engländer überraschte. Seine Bordgeschütze fonnte er ob der Manövrierunfähigkeit nicht voll zur Geltung bringen, sie taten dem Engländer wenig Schaden und der benützte den chemaligen Windhund des Lloyd" als Ziel scheibe, die man zähe genug verteidigte. Grau ist der Himmel, die Flut des„ MerWiesen stehen fleine, stockloje Häuser, dann fom men Fabriken und hinter ihnen dehnt sich eine graublaue Dunstmasse, die die nahende Großstadt ahnen läßt. Flaggen und Signale gehen hoch. Birkenhead." Ein anderer Lotse und vor uns zwei Schlepper, aus deren kurzen Schornsteinen es unaufhörlich qualmt. Jun brauchten die von Kapstadt kommend.n Ein greller roter Schein; Eisengießereien Dampfer nicht mehr mit abgeblendeten Lichtern mit vielen Schloten, die zwischen den Mauern und dichtgedecktem Maschinenraum fahren und aufragen. Durch die schon abendliche Dämme schon in der nächsten Nacht wurde die„ Elisabet- rung sprühen weißglühende Funken, rötliche ville" jeeklar gemacht. ** " 1 Unsere Rufe werden von den Hamburgern nicht beachtet. Die flopfen außenbords an einigen Stellen Rost und wir neiden ihnen diese Beschäf tigung. Die sind bis Kriegsende gut aufgehoben. Was machen wir? An Bord bleiben, viel Leicht den Kasten gar nach England bringen?" Die müssen doch Platz für uns, auf irgend Ueber dem Gipfel des Pico del Poco" liegt einem Schiffe haben" und drei von uns fahren im Boot des Fruchtverkäufers, der den ganzen der Reflex der flammenden Röte, die im Osten den neuen Tag fündigt. In langsamer Fahri Tag immer in der Nähe gondelt, an Land, mit trag. gewinnen wir die Rhede und dann beginnen die einer genau bestimmten Marschroute. ,, Aber feste auftreten; einfach sagen, wir Der deutsche Hilfskreuzer Kaiser Wilhelm Stolben wieder mit voller Kraft auf- und abzuwollen nicht länger an Bord bleiben; wir sind der Große" im Rio del Oro von dem englischen tanzen. Ehe die Sonne noch zur Gänze am Deutsche und gehören auf'nen deutschen Pott." Kreuzer in Grund geschossen. Unsere Bordbonzen Simmel, ist von der Insel nichts mehr zu sehen Im tatenlosen Zuwarten, das nur durch Sunen das selbstgefällige Grinsen nicht Unter- debattiert nicht mehr; schweigjam marschiert er Die Behandlung ist nett, nur Mr. Cornway fteten Meinungsaustausch unterbrochen wird, drücken. Tungern wir auf dem Vorderdeck herum; es Um die schmale Landzunge dampft die im Maschinenraum die vier Stunden auf und leidet uns nicht lange auf einem Play. Wenn„ Walhalla". Ein Teil der Brücke, eines der ab, hat auf keine Frage mehr eine Antwort. wir wenigstens Musik" in den Taschen hätten, Rettungsboote sind durch Granaten zerfetzt, die aber so find wir alle stier, wie ein ausgeräuberter Opferstock. Sie kommen!" Ehe noch der Erste den Fuß auf die herabhängende Strickleiter setzt, beginnt das Fragen. Mannschaft noch immer mit der Ausbesserung und mit dem Wegschaffen der Trümmer beschäf tigt. In langsamer Fahrt dampft der Kasten an uns vorbei; schlaff hängen in der flimmernden Mittagshite die reichsdeutschen Farben mit dem eisernen Kreuz am Hed. Kriegsschiffe und Travlers; ein paar aus dem Wasser ragende Mastspiyen; hart in der Nähe der schüßenden Küste liegt eine Reihe von Dampfern; unter ihnen sind solche, die über die ganze Seitenwand ihre Landesfarben aufgepinselt haben. Rugeln tanzen auf den Spizzen der Schornsteine. Schwarzer, langsam hervorquellender Rauch drängt sie zur Seite und nach Augenblicken tanzen sie wieder weiter, wechseln immerført. Im Princez Dod" liegen wir um Mitternacht endlich fest vertaut. Die Forel sind leer. Unsere Kleiderfisten und Seesäde stehen an Deck und als unser FluWir wollen unser Geld, die Auszahlung des chen ruft nur ein mitleidiges Lächeln hervor. uns rechtlich zustehenden Betrages. Doch der Käpten ist irgendwo, nur nicht an Bord, und der Quartiermeister zuckt die Achsein, meint 31 zu essen würden wir schon bekommen. Unten am Stai stehen zwei Autos. Im elef trischen Bogenlicht ein Duhend riesig groß scheinende Polizisten, und mit der geschulterten Kiste oder Zeugsad, schaufeln wir die Laufplante ,, Also wir sind ja nichts besonderes, nur Ueber das herabgelassene Fallreep steigt der herab und werden in den langen Autos, sic Schmierer und Heizer. Man hat für uns weder Nach einer lurzen Kreuzerfahrt im Atlantik Lotje; targ ist sein Gruß und lässig berührt haben Zellenabteilungen, verstaut. Blatz noch Geld; die hier liegenden Schiffe ging dem„ diden Wilhelm" die Puste aus. Er seine Rechte den Müzenrand. Mürrisch fnurrt Im engen, fensterlosen Käfig ein fast laut übernehmen uns nicht. Der Konjul erklärt, wir boffte bestimmt, seine leeren Bunfer aus den er nach dem Kapitän: Are Germans on Bord?" lojes Dahingleiten. In einem breiten Hous sollen nur ruhig an Bord bleiben, da hätten wir Borräten der im Hafen liegenden Schiffe aufzu Nach Bejahung beginnt ein Schimpfen und flur, der durch ein hohes Gitter abgeschlossen unser regelmäßiges Essen; wir müssen uns eben füllen und da der Hamburger erst einige Tage Fluchen, gespickt mit Verwünschungen. Eine ist, wird eine oberflächliche Untersuchung vor in England internieren lassen, er kann uns auf unterwegs war, seine Bunker noch mit guter Stunde später werden wir vom Bootsmann ver genommen. Nur die starken, hinten am Hosen feinen Fall helfen." englischer Kohle vollgepfropft waren, wurde er ständigt, daß man uns noch Nachts von Bord riemen hängenden Messer, nimmt man uns ab; ,, Was? Wir sollen arbeiten? Auf beauftragt, seinen nun nuslosen Brennstoff abholen wird. Der Mohr, oder die Mohren, hat alles andere steden wir wieder ein. einen englischen Dampfer?" ten ihre Schuldigkeit getan" zugeben. ( Fortjesung folgt.) Nr. 119. Die Anleihe im Parlament aufgelegt. Donnerstag, 21. Mai 1931. Konflikt in der französischen Linfen. Sozialisten gegen Radikale. Prag, 20. Mai. Im Abgeordnetenhaus Das gespannte Verhältnis, das schon seit 1 Kandidatur Briands hintreiben sollte. Herriot wurde heute die Vorlage über die neue Auslandsanleihe aufgelegt und mit 24stündiger längerer Zeit zwischen der sozialistischen und der erklärt, daß seine Rede durch keinerlei HintergeFrist dem Budgetansschuß zugewiesen; sie wird radikalen Partei besteht, scheint sich jetzt zu einer danken beeinflußt war. Er habe als Vorsitzender bereits morgen in verfürzten Verfahren im Ble offenen Feindschaft zu entwickeln. Aulas dazu hat der radikalen Fraktion nur die Stellungnahme mum in Beratung gezogeit werden. Die ganze der Ausgang der Präsidentenwahl gegeben. Das feiner Kollegen zu der Tagesordnung Fougère be Vorlage besteht aus vier Baragraphen, die fol- fezialistische Parteiorgan Populaire" hatte in gründet, und er sei dabei logisch und objektiv gefeinem Bericht über die Wahl verschiedenen radi- blieben und habe als aufrichtiger Bazifist gesprogenden Wortlaut haben: falen Politifern, u. a. Daladier, Herriot chen. Die Rede sei gegen die Urheber des Angebend. § 1. nen Anleihe wird zur Begleichung der vor dem Tage des Wirksamkeit beginnes dieses Gesetzes und gegen höheren Zinsfuß als diese Anleihe anigenom menen Staatsschulden verwendet. § 2. gezahlt. Seite 3 An alle Abonnenten und Kolporteure! Da nach dem Tarifvertrag der Buchdrucker am Pfingstmontag im Zeitungsgewerbe nicht gearbeitet werden darf, entfällt am Dienstag, den 26. Mai, unser Blatt und erscheint die nächste Folge unseres Blattes erst wieder am Mittwoch, den 27. Mai 1931. ,, daß bereits große Erfolge im Sinne des Fünfjahresplanes gemacht wurden, und daß die vielen Verleumdungen über die Sowjetunion in den fapitalistischen Ländern jeder Grundlage entbehren." Der Finanzminister wird ermächtigt, eine An- und dem Generalsekretär der Partei, die Schuld fchlußprojeftes gerichtet gewesen, die nach seiner leihe bis zur Höhe von 1.688,000.000 K Nominale an der Niederlage Briands zugeschoben, weil sie Ansicht allein für die Schwierigkeiten Briands über Deutschland nach Rußland abgedampft. Beaufzunehmen. Insoferne die Anleihe in fremden heimlich für Doumer Propaganda gemacht hätten. verantwortlich sind, ferner gegen die Rückkehr der reits am 16. April erflärt Bolzer(?), er habe Währungen aufgenommen wird, ist für die Fest- Daraufhin hatte zunächst Herriot einen Brief an deutschen Diplomatie zu brutalen Methoden, gegen feststellen können, fegung der Grenze dieser Ermächtigung die Gold- den, Bopulaire" gerichtet, in dem er diese Be- die von Franklin- Bouillon verteidigte Bündnisparität nach den geltenden Währungsgesetzen mah- schuldigung zurüdwies und erklärte, er habe im politik und gegen den deutsch- österreichischen Naersten Wahlgang für Briand und im zweiten für tionalismus, der jeden internationalen Pazifis Der Erlös der nach diesem Gesetze aufgenomme- Marraud gestimmt, obgleich ihm die erst im letz- mus und jede Neuordnung zerstöre. Während nun Léon Blum im ,, Populaire" ten Augenblick aufgestellte Kandidatur Briands sehr gefährlich erschienen sei, da die Linke in der auf den letzten Brief Herriots antwortet und erDer gute einfache Mann, dem jeder GesamtRammer nicht über die Mehrheit verfüge. Der flärt, daß Herriot in seiner Kammerrede gegen Brief Herriots wurde im Populaire" zusammen das deutsch- österreichische Zollabkommen nicht ob- überblick fehlt, scheint gehörig zu Reflamezweden mit einem Artifel Léon Blums abgedruckt, in jektiv und als aufrichtiger Pazifist gesprochen, für die Kommunisten mißbraucht zu werden. Das Kapital und die Zinsen der nach diesem dent der Sozialistenführer erklärte, er wolle die sondern daß er im Gegensatz zu Briand den Ernst Ein als parteilos bezeichneter Arbeiter der Gefeße aufgenommenen Anleihe werden ohne Abzug Angaben Herriots nicht in Zweifel ziehen, er und die Gefahren des Abkommens übertrieben Restomizer Solwaywerfe namens Paul Weber, irgendwelcher, ob gegenwärtiger oder zukünftiger bleibe aber trotzdem dabei, daß Herriot einen und damit die Nationalisten gegen den Außen- schildert in derselben Nummer etwas sehr naiv tschechoslowakischer Steuern und Gebühren aus- großen Anteil an der Niederlage Briands habe, minister aufgehezt habe, veröffentlicht die Rédie schöne Fahrt im russischen Schlafwagen, die weil er durch seine Kammerrede über das deutsch- publique" einen Artikel des früheren General Beförderung per Auto ins Moskauer Grandhotel Die Schuldverschreibungen dieser Anleihe find österreichische Zollabkommen die Strömung auf sekretärs der radikalen Partei, Pfeiffer, in dem und bemerkt: jur Anlegung von Watsengeldern geeignet. gehalten habe, die die gesamte radikale Partei auf die irrfinnige Behauptung aufgestellt wird, Léon die Kandidatur Briands hintreiben sollte." Zu Blum sei für die Kandidatur Briands eingeDer Finanzminister wird ermächtigt, die Ber- gleicher Zeit hatten auch Daladier und der Gene- treten, weil er im Interesse der sozialistischen sinjung und Amortifierung der nach diesem Gesetze ralsekretär der radikalen Partei dem Populaire" Partei die Niederlage des Außenministers wünschte. aufgenommenen Anleihe durch bestimmte Staats- Berichtigungen übersandt, die aber wegen zu Der sozialistische Führer sei sich darüber klar geeinnahmen sicherzustellen. späten Eintreffens nicht in derselben Nummer vejen, daß sich die Kammerivahlen des nächsten § 4. veröffentlicht werden konnten. Da sie inzwischen Jahres unter dem Zeichen der Ruhrbesehung ge- Schlecht geht es den auf jede Art gefa Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Kund- in der radikalen République" erschienen, erklärte standen haben. Es habe aber für diese Wahlen perten Rußlanddelegierten also nicht! Demt rusmachung in Wirksamkeit. Mit der Durchführung der Populaire" am nächsten Tage in einer fur- bisher eine Parole gefehlt, die jetzt vorhanden sei. fischen Arbeiter gehts wohl weniger gut und auch desselben wird der Finanzminister betrant. zen Notiz, daß ein derartiges Verfahren unfolle Das Land werde im nächsten Jahre für oder Weber teilt mit, daß die arbeitenden Schichten Im Motivenbericht wird angeführt, daß nament- gial jei, und daß er daher von der Veröffentlichung gegen Briand wählen. Mit der Vorbereitung der alles auf Karten beziehen. Niederlage Briands habe Léon Blum geglaubt, Wenn sich die Kommunisten erhoffen, mit lich der französische Geldmarkt gegenwärtig eine der Briefe Abstand nehmen müffe. Inzwischen hat Herriot einen Brief die Nationalisten und die Radikalen zu schwächen Hilfe des alten Delegationsschwindels ihrer außerordentliche Mobilität aufweise. Die Finanz verwaltung gedente diese günstige Situation zum an géon Blum gefandt, in dem er sich gegen und sich für die Sozialisten das Monopol des Partei auf die Beine zu helfen, werden sie sich Abschluß einer Anleihe auszunützen, die sie zur Be die Behauptung des sozialistischen Führers ver- Friedens sichern zu können. Die Antwort Léon schwer täuschen. zahlung der achtprozentigen Auslandsanleihe aus teidigt, er habe mit seiner Kammerrede die Strö Blums auf diese dreiste Behauptung dürfte nicht längst nicht mehr. den Jahren 1922 und 1924 zu benügen gedente. mung aufgehalten, die die radikale Partei auf die lange auf sich warten laffen. Zur Bezahlung dieser Anleihe, die frühestens zum M § 3. " 1. Mai 1932 erfolgen famu, werden etwa 47 Weil- anberaumt. Auf der Tagesordnung stehen die lionen Dollar notwendig sein. Mit Rücksicht auf beiden erwähnten agrarischen Vorlagen. In den niedrigeren Emissionskurs ist dazu ein Nominal- dieser Sizung wird die neue Staatsanleihe, die betrag der neuen Anleihe von 50 Millionen Dollar inzwischen vom Parlament erledigt sein wird, erforderlich, d. f. rund 1688 Millionen Kronen. Die vorgelegt und dem Ausschuß zugewiesen werden, Anleihe ist wie die übrigen Staatsanleihen steuer- ins Plemem soll die Anleihe dann schon am frei. Der Zinsendienst wird, wie es bei folchen Mittwoch kommen. Anleihen üblich sein soll, durch bestimmte Staatscinnahnren, jedenfalls durch das Tabatmonopol, garantiert werden. * Im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Senates wurde hente nach langen vorausgegan Die Anleihe soll fünfeinhalbprozentig sein, zum genen genen Kompromißverhandlungen die RegieSturs von 95 emittiert und innerhalb von 25 Jahren rungsvorlagen über die Arbeitsgerichte mit einiamortisiert werden. Die Amortisierung erfolgt zur gen Alenderungen angenommen. Gegen die VorHälfte durch Auslojung al pari, die andere Hälfte lage hat sich bekanntlich eine Opposition aus Tann die Regierung vom Markte auffaufen. Nach Gewerbetreibenden und tschechischen Agrariern fünf Jahren kann die Anleihe ganz oder zum Teil gebildet, die zahlreiche, wichtige Aenderungen zum Rominale rückgezahlt werden. Die Titres durchsezen wollten, und die vor vierzehn Tagen lauten auf französische Franken und auf das ent- die Bertagung der Abstimmung im Ausschuß sprechende equivalent in Kč, Pfunden, Dollace, durchgesetzt hatten. Bei den Bei den Verhandlungen, Schweizer Franken, holländischen Gulden und schwe die das Justizministerium seit zwei Monaten dischen Kronen. Die effektive Berzinsung stellt sich mit den Parteien führt, kam ein Uebereinkomauf 6.5 Prozent. Durch die Konvertierung werden jährlich etwa 24 Millionen Kronen erspart. Die men zustande, wonach man dem Wunsch dieser günstigen Bedingungen der Anleihe feien ein Zeichen, Opposition in einigen Punkten entgegenkam. Nur Die weit die Konsolidierung unserer staatlichen wegen der Forderung, daß alle Angestellten der Finanzwirtschaft fortgeschritten sei und welches Ver- Bewerbetreibenden überhaupt von der Kompe trauen sie im Ausland genieße. * benz der Arbeitsgerichte ausgenommen sein sollten, kam es zu einer Kampfabstimmung, wobei dieser Antrag gegen die Stimmen der Gewerbewww erhärten, schlagen sie sich auf die Seite der Feinde des Landvolks und trachten wie Geier darnach, aus seinem Zeibe ein Stück Fleisch zu reißen.... Glauben etwa die Christentümler, daß alle „ In Moskau habe ich sofort 150 Rubel Mindestlohn ausbezahlt bekommen, außer der Verpflegung mit dent Quartier im Hotel, die nicht billig ist, da es ein Valutahotel für die Ausländer ist." Derlei fantler Zauber zieht Ein seiner Herr. und eine feine Zeitschrift! 4 Herr Hans Krebs fühlt sich bekanntlich aus ihren Reihen schlaufveg für die Simmelfahrt als Führer der judetendeutschen Autonomiebe reif sind? O, da fönnte ich erzählen! Dugende wegung" und läßt sich im Ausland auch als Fälle chriftlich pungierten, aber höchft un christ- Fithrer des Volkes anfündigen. Daß dieser verr, wir schämen" uns lichen Geschäftsgeistes, von Fröm- deffen Vergangenheit melei, mit der hassenswerte a ster übertüncht wirklich nicht, immer wieder daran zu erinnern! mit der ominösen Zentralstelle für Arbeitswerden, von Eitelkeit, die sich mit christlichem vermittlung verknüpft ist, in dem Ausland, das Abzeichen schmidt, aber eine rabenschwarze Seele ihn nicht fennt, groß aufgezogene Vorträge über einhüllt... die sudetendeutsche Autonomie halten darf, ist ein Der Bund der Landwirte gegen den Unter Stapitel für sich. Daß er sich aber auch im Juricht in der chriftlichen Religion? Wenn das land mehr erlaubt, als ihm das Gefühl der die Christentümler behaupten, fann man sie dabei Deffentlichkeit für Austand und Würde politilaffen. Es steht fanm dafür, ihnen eine Berich- scher Polemit einräumen könnte, beweist folgentigung zu schicken. Wenn sie verdrehen, des Beispiel. In der nationalsozialistischen Zeitlügen und verleumden, tun sie das ja schrift„ Die junge Front" schreibt Krebs wienicht als Christen, sondern als Verehrer ihrer der über Autonomie und leiftet sich dabei die Dame Politik( die teine Moral fennt), um neue Behauptung: Anhänger für sie zu werben. Ihre Gesinnungsgenossen haben in Rußland den Kommunisten den Boden bereitet. Dort war alle Unterdrüdung ringsherum mit Christentum verbräm, dort hielt man allen Geist mit christlich ge= jalbter Faust nieder. Die Gegenwirkung muß fommen. " Tas Plenum jetzte die Debatte über die Bertreibenden und der tschechischen Agrarier abge- en Patentchristen verteufelt wenig Freude herstaatlichung der drei Brivatbahnen fort, wozu lehnt wurde. Dann wurde die ganze Borlage drei Redner sprachen. Da anscheinend keine Prä- angenommen. fen; vorhanden war, wurde die Abstimmung vertagt und die Situng nach zweistündiger Dauer geschlossen. Nächste Sizung morgen Donnerstag 10 Uhr früh. Auf der Tagesordnung steht u, a. schon die Anleihe. Kleine Vorlagen. Senat. Kampfabstimmung über die Arbeitsgerichte. Rechnungsabschluß Böhmens genehmigt. Agrarisch- fleritaler Streit um das ,, Christentum". Darum geht nun der Stamps! Das Sudetendentschtum ist in diesem Kampfe nicht geschlossen. Die Regierungsparteien von gestern und heute( Sozialdemokraten, Bund der Landwirfe und Christlichsoziale) stehen noch immer auf dem Standpunkte der Unterwerfung unter die Tschechifierungspoli tif denn das, was heute in Prag geschieht, ist Tschechisierungspolitik wie immer während die Nationalpartei jedes innerpolitische Ziel ablehnt. Die judetendeutschen Nationalsozia listen allein fordern" nicht nur gelegentlich den Kampf um die Autonomie, sondern orga= nifieren diesen Kampf in Massenfundgebungen und suchen ihre Front zum Angriff gegen den Prager Zentralismus zu stärken. sie eine ist! in einer Zeitschrift niederzulegen, ist ein starkes Stitd. Es nimmt an Herrn Krebs faum Wunder. Es charakteri fiert aber auch die Zeitschrift, bic Daß diese gepfefferte Bolemit bei den schwarvorrufen wird, ist klar. Im Grunde genommen, darf diese Kazbalgerei um die ,, Seele" des christlichen Landvolkes( beffer dessen Stimmzettel), nicht sehr tragisch genommen werden. Beiden Parteien ist es um das„ Christentum" nur insoweit zu tun, als sie darin ein Mittel zur AufPrag, 20. Mai. Der Landesausschus in Böh rechterhaltung des kapitalistischen Ausbeutungsmen hat sich heute neuerlich mit dem Rech- systems erblicken. Wer als Sozialist sich gegen die Das ist wohl mehr als frech. Wenn Herr Krebs nungsabschluß für das Jahr 1930 be- Erziehung zu Demut, Unterwürfigkeit und das in einer Versammlung fagt, kann man es schäftigt. Der Landespräsident versprach die ge- Knechtfinn wehrt, wer nicht den Lohn im Him- als Ausfluß der rednerischen Nebertreibung entrigten Unzutömmlicheiten zu behe- mel, sondern schon auf Erden haben will, wird schuldigen. Wenn er es im„ Tag" niederschreibt, ben, worauf einvernehmlich ein interner bon Schwarzen und Grünen gleichermaßen ge muß man ihm zugutehalfen, daß er es also an Beide Parteien sind und einem recht verborgenen Orte aufzeichnet; die Prag, 20. Mai 1931. Der Senat hielt Runderlag stilisiert wurde, der die Bejeit: haßt und verfolgt. heute nachmittags eine furze Sigung ab, die gung der vorgebrachten Beschwerdepunkte in bleiben geschworene Feinde des sozialen Fortun wa brheit von der er wissen muß, daß fich infolge des am Nachmittag stattgefundenen deren wesentlichen Teilen anordnet. Der Landes- schrittes zugunsten der Arbeiterklaffe. Begräbnisses des nationaldemokratischen Sena- ausschuß beschloß hierauf, den Rechnungsabschlußz tors Dyt um zwei Stunden verzögerte. Präsi- genehmigend zur Kenntnis zu nehmen. dent out up hielt nach Eröffnung der Sigung dent Verstorbenen einen herzlichen Nachruf, worauf lediglich Immunitätsangelegenheiten verhandelt wurden. Eine Immunitätsangelegenheit des ungarischen Senators Richter wird neuerdings an den Ausschuß zurückverwiesen Die Sigung war hauptsächlich deshalb einFranz Polzer ift Glaskuglermeister in Befizzbürger! berufen worden, um die beiden Regierungsborlagen, nämlich das kleine Zuteilungsgesetz einde gegenüber, was in Versammlungen und Steinschönau, gehört aber der sozialdemound die Pächterschuznovelle, auflegen und dem Zeitungen mitunter recht scharf zum Ausdruck kratischen Partei nicht an. Dagegen ist er kommt. In der letzten Zeit haben die Schwarzen Mitglied der spießbürgerlich eingestelltene Ausschuß zuweisen zu können. der heute auf den Grünen vorgeworfen, daß sie antichristlich" nossenschaft der glasbearbeitenden Gewerbe", das Ein schöner Erfolg der Labour- Party. gelegt wurde. betrifft die zwangsweise Bensionierung seien. Dagegen wehrt sich nun die landbündle- ihn als selbständigen Meister und damit auch als yon militärischen Michlern nach Erreichung des 65. rische Breffe in einer etwas komischen Weise. Die Unternehmer betrachtet. Wenn der angeblich zungswahlen in Ogmore( Grafschaft Glamorgan) Presse Lebensjahres, beziehungsweise nach vollendetent 60 Landbündler spielen sich nämlich als die wahren von ihm stammende Brief mit Fran; Bolzer, wurde der Kandidat der Arbeiterpartei WilliLebensjahre, falls die Dienstfähigkeit des betreffen Süter ,, chriftlicher Kultur" auf, lejen den Schein- Sozialdemokrat" unterzeichnet ist, so muß Die Deutsche das als bewußter schwindel festgenagelt ams mit 19.356 Stimmen gewählt. Der fomden Richter's sehr start herabgesetzt ist, so daß da christen" gehörig die Leviten. durch die Interessen des Dienstes ernstlich leiden Landpost" vom 16. Mai schreibt unter dem Titel werden. Schon die Art, wie Polzers Delegation munistische Gegenkandidat erhielt 5219 Stimwürden. Ohne Rücksicht auf eine Altersgrenze muß Politisches Christentum" u. a. folgendes an die vorbereitet wurde, zeigte die Demagogie der Kom- men. Zu dieser Wahl waren nur zwei Kandidamunisten im hellsten Lichte. Sie sammelten zur ten angemeldet worden, während bei der letzten wegen eines förperlichen oder geistigen Gebrechens ein militärischer Richter pensioniert werden, wenn er Adresse der Christlichsozialen: Wenn jemand Pharifaer in der leben Aufbringung der Kosten nämlich von Haus zu Wahl in diesem Bezirke vier Kandidaten verschiedigen Gegenwart sehen will, dann muß er sich Saus und schnorrten auch Sozialdemokraten, nicht imftande ist, seine Dienstpflicht zu erfüllen. unsre politischen Christen anschauen. ja selbst Bürgerliche, an, was der deutschnationale dener Parteien miteinander fonturierten, wobei Entgegen den ursprünglichen Dispofitionen wurde die nächste Plenarsizung erst für Don- Statt, daß sie zu retten suchen, was verloren, Volfsanzeiger" ausdrücklich als höchsten Unfug der Arbeiterkandidat mit 11.096 als Sieger herist, und durch ihr Beispiel die Lehre Christi bezeichnete. Polzer ist ungefähr am 20. April vorging. verstag, den 26. d. M., für 4 Uhr nachmittags werden. Wieder Rußlandsdelegationsschwindel solchem Mitarbeiter und solchen Argumenten" Die Internationale" und Rote Vorwärts" vom 16. Mai bringen unterstand gewährt. So iung kann diese unter dem Titel„ Meine ersten Eindrüde in Front gar nicht sein, daß sie nicht wüßte, welDie schönen Zeiten, wo Agrarier und Moskau" einen Bericht des Rußlanddelegierten cher Demagogie fie dient! Die Wahrheit ist aber, noch so auf ihre Jugend" pochen, die alte deutsche Christlichsoziale gemeinsam Franz Bolzer, wobei in Klammern beigefügt daß sie gar nicht jung, sondern daß sie, mag ste im unjelig entschlafenen Bürgerblod kapitalistisch ist( Sozialdemokrat). Diese Angabe ist eine tomront, iſt: die Front der arbeiterfeindlichen, reaktionären vor feinem Mittel zurückschreckenden antijoziale Politit treiben fonnten, sind vorüber. munistische Fälschung. Heute stehen sich beide Parteien als erbitterte London, 20. Mai.( Reuter.) Bei den Ergän Seite 4 Donnerstag, 21. Mai 1931. Der dramattsGe Hörfehler oder Sie seltsame Tragödie des In Berlin-Dtoabit wurde der Grün- kramhändler Fridolin Lispel wegen Betruges und Beamtenbeleidigung zu mehreren Wochen Gefäirgnis verurteilt. Fridolin Lispels Abgleiten in das Dschungel krimineller Irrungen und Wirrungen hat ei.nen tief inenfchlichcn Hintergrund. Fast möchte man es unheimlich nennen, wie Fridolin Lispel, ein korrekter, etwas schläfriger und desinteressierter Bürger, durch den im Grunde belanglosen Irrtum eines Lotteriekollektcnrs völlig aus der Bahn geschleudert wurde. Der Grünkramhändler stand eines Tages, mit sich und der Welt zufrieden, in seinem kleinen» stets etwas zu engen Laden, in dem es ! ständig nach Käse und Sardinen roch, als ihn der Postbote mit einer Nachricht überraschte, die Lispel in seiner ganzen entscheidenden Wichtigkeit zuerst überhaupt nicht fasten konnte. Der Brief stammte von einem Lotteriekollekteur, der ihm kurz und sächlich mitteilte, daß auf ein Viertellos einer Privatlotterie, das er spielte, ein Hauptgewinn in Höhe von 50.000 Mark gefallen sei. Zuerst ging Lispel wie im Traum umher und erledigte völlig teilnahmslos, gleichsain automatisch die laufenden Obliegenheiten seines Grünkramgeschäftes. Als der Abend hereinbrach, machte er emen langen Spaziergang und kam erst recht verspätet an den allabendlichen Stammtisch seines Kegelvereins. Er war ungewöhnlich schweigsam, trank sehr viel Mollen und erzählte von dem großen Glück, das ihm am Vormittag widerfichren war, niemandem auch nur ein Wort. Aber in der Nacht, die auf diesen ereignisreichen Tag folgt«, hatte sich der Grünkramhändler so intensiv in seinen Reichtum eingelebt, daß er für die Verwendung des Geldes schon in allen Einzelheiten Klarheit geschaffen hatte. Oh, er wollte nicht alles ausgeven, aber ein wenig das Leben genießen und mal die Welt kennen lernen, heraus aus der Enge und Bedrücktheit seines jetzigen Lebens— ja, das wollte er. Am Abend des dritten Tages nach jener saft unfaßbaren Glückskunde kam eine grausam-kalt« Dnsche in Gestalt eines sehr höflich gehaltenen Briefes des Lotteriekollekteurs, in dem dieser Lispel in verbindlichen und schonenden Worten mitteilte, daß er ihm durch einen bedauerlichen Irrtum fälschlicherweise den Hauptgewinn seines Loses mitgeteilt habe. Dieses Versehen sei durch einen telephpnischen Hörfehler entstanden. In Wahrheit sei Lispels Los leer ausgegangen und eine Niete; der sagenhafte Gewinn fiel auf eine andere Nummer, der glückliche Besitzer war bereits benachrichtigt worden, so daß«r weitere unliebsame Belästigungen in dieser Angelegenheit nicht mchr zu erwarten habe. Seltsamerweise' nahm Lispel auS Gründen, die uns nicht ganz geklärt"zu sein scheinen, di«se niederschmetternde Mitteilung so gleichgültig auf, als ob sie ihn überhaupt nichts anginge. Er warf den Brief des Kollekteur- mit einem Achselzucken in hie Ecke und ging woiter seinem Beruf nach. Das heißt, vorerst. Denn kurze Zeit später verkaufte er keinen Grünkramladen, der ihm nun direkt zuwider geworden war. Und Lispel lebte nunmehr seinem Komplex. Dieser Komplex war der daneben gegangene Gewinn beim Lotterie-1 spiel. Denn obwohl man Lispel vor Gericht voll verantwortlich machte, so muß doch der Laie an-.! nehmen, daß mit Lispel starke Psychische Veränderungen vorgegangen sind. War es nicht grotesk. LotteriefpieSerö Sifpel. daß der Grünkramhändlcr den austlärcndcn Brief des LotteriekollÄteurs völlig ignoriert« und den Man-n mehrfach aufforderte, ihm die angeblich gewonnene Summe einzuschicken? Nachdem der Kollekteur noch einmal einen ausführlich aufklärenden Brief in der bedauerlichen Affäre an Lispel geschickt hatte— natürlich in der Annahme, daß sein erstes Schreiben verloren gegangen sei— warf er nunmehr Lispels energisch fordernde Briefe einfach in den Papierkorb. Der Mann, der übrigens auch vor Gericht als Zeuge auftrat, erklärte bei seiner Vernehmung, er habe den bestimmten Eindruck gehabt, daß sich Lispel einen schlechten Scherz mit ihn: erlaubt habe. Schließlich sei ihm die Sach« zu bunt geworden und er habe dann die zahlreichen Querulantenbriefe des Grünkramhändlers einfach ungelesen fortgeworfcn. Lispel aber ließ sich durch das Schweigen des Lotteriekollckteurs nicht entmutigen. Er zog in ein teures Hotel, lebte, ganz gegen seine frühere Art, auf großem Fuß und mimte den Weltstadtgenießer. Schnell hatte"er seine geringen Ersparnisse und den Erlös auS dem Grünkramgeschäft verpulvert, bald machte er Schulden. Er machte die Schulden allerdings, wie er vor Gericht ausführte, in durchaus reeller Absicht, da er ja 50.000 Mark Lotteriegewinn in Reserve gehabt hätte. Einivendungen des Gerichts, daß'er doch nicht mit solchen dummen Ausreden kommen solle, schob Lispel lächelnd beiseite und erklärte, für ihn sei nur der erste Brief des Kollekteurs maßgebend und bindend gewesen. Inzwischen wuchs das Schuldenkonto deS aus der Bahn geworfenen Grünkramhändlers. Immer, ivenn die Leute mißtrauisch wurden und um Begleichung drängten, erzählte Lispel das wunderliche Märchen von den 50.000 Mark Lotteriegewinn, jenes Märchen, das beinahe Wahrheit geworden wäre. Und die Gläubiger gaben sich dann auch«ine Zeitlang zufrieden. Bis sie schließlich kein Geld, sondern nur immer neu« Schaden sahen. So kam, was kommen mußte. Mehrere Betrugsanzeigen liefen gegen Lispel ei», ein Haftbefehl war die notwendige Folge. Als man den Grünkramhändlcr im Hotel festnchmen wollte, wurde er sehr rabiat und beschimpfte den Kriminalkommissar in geradezu haarsträubender Weise. Der Transport des tobenden Mannes stieß auf einige Schwierigkeiten, schließlich mußt« man ihn zu Viert in das Gewahrsam der Behörde bringen. Lispel macht vor Gericht nicht den Eindruck eines Hochstaplers. Aber auch nicht den eines Psychopathen. Er benimmt sich wie ein nüchtern Deckender, sehr ünromontischer Bürger, der mit' Zähigkeit als ein höchst seltsamer neuer Kohl- haas um sein vermeintliches Recht käntpft. Das aber tut er ohne Ekstase, sondern mit einer überlegenen und lächelnden Verbissenheit. Argumente der Logik fegt er dabei zur Seite» denn schließlich kann er nicht mit Tatsachen, sondern nur mit seinem Komplex operieren. Aber, so fragen wir, was wäre wohl aus dem Grünkramhändler Lispel geworden, wenn der erste Brief deS Lotteriekollekteurs kein schönes Märchen, sondern die Wahrheit gewesen wäre? Ein kleiner Zahlenhörfchler am Telephon und aus einem reichen Mann wird ein Verbrecher, aus einetzr disziplinierten Bürger ein fragwürdiger Abenteurer. Kuka. Tagesneuigkeiten Grubenunfalle im Brüxer Revier. Brüx, 20. Mai. Im hiesigen Bergbaurevier ereigneten sich gestern wieder zwei schwere Gru- benunfäll«. Auf dem Grohmann-Schachte bei Eisenberg wurde der 23jährige Bergarbeiter Ferdinand Scheithauer durch herabstürzende Kohle verschüttet und so schwer verletzt, daß er heute starb.— Auf dem Bihl-Schachte bei Haan fuhr eine Förderschale infolge Versagens der el«trischen Fördermaschine so heftig auf die Schachtsohle auf, daß zwei Bergarbeiter nameris Kutina und Zuza Bembrüche davontrugen. SugsuugMck in Paris. Paris, 20. Mai. Auf dem Lyoner Bahnhof in Paris hat sich heute kurz nach 8 Uhr früh ein Eisenbahnunglück ereignet. Der aus Montereau einlaufende voll besetzte Personenzug wurde 'wenige Meter vor der Einfahrt von einer rangierenden Lokomotive mit voller Wucht angefahren. Der Zusammenprall war so stark, daß der'zweite und der dritte Wagen des Zuges eingedrückt wurden. Den sofort herbeieilenden Bahnhofspersonal und den Rettungsmannschaften gelang es, nach und nach 50 V e r l e tz t e aus den Trümmern zu' bergen. Todesopfer scheint die Katastrophe nicht gefordert zu haben, doch soll der Zustand von hier Verletzten sehr ernst sein. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Unglück auf falsche Weichen st ellung zurückzuführen ist. 20 Millionen veruntrent. Aus Rom wird gemeldet: Ein sensationeller italienischer Bankprozeß, bekannt unter dem Name« des„Krachs der Banka Mobiliar«", wurde gestern' nach 170 Gerichtssitzungen, die im Zeitraum« von eineinhalb Jahren abgehalten wurden, beendet. Es handelt sich um Bankbetrügereien und Veruntreuungen, die ein gewisser Marinelli begangen hatte, der während des Krieges noch einfacher Beamter des Finanzministeriums war und später in der Tschechoslowakei sehr bekannt wurde, wo er gleich nach dem Kriege mit einigen Exportfirmen in Verbindung stand. Marinelli, unterstützt von den beiden gewesenen Bankdirektoren Ber- nardini und Miglionio, stand mit sämtlichen Banke« Italiens in Gefchaftsbeziehungen, wobei er inneryalb weniger Jahre mehr als 20 Millionen Lire veruntreute. Dies hatte den Ruin unzähliger Kleinbanken und vieler kaufmännischer und industrieller Unternehmungen zur Folge. Trotzdem Marinelli hervorragende Verteidiger zur Seite standen, wurde er zu 13 I a h r e n Z u ch t h a u s verurteilt. Gleichzeitig wurde auf^lebenslänglichen Verlust des Rechtes zur Ausübung eines Amtes oder Ausübung eines Geschäftes erkannt. Seine Mitschuldigen wurden zu 6 beziehungsweise 4 Jahren verurteilt. Professor Wegener tot onfgefunden. Berlin, 20. Mai. Wie verlautet, ist der Leiter der deutschen Grönlandcxpedition Professor Alfred Wegener, dessen letzte Spuren 150 Kilometer von der sogenannten Station Eismitte kürzlich von der nach den Forschern suchenden Hilfsexpedition festgestellt wurden, nunmehr tot aufgefunden worden. Die Leiche war von Eingeborenen geborgen worden, sie hatten ihr eine pietätvolle B«chandlung zuteil werdkn lassen. Man fand den Forscher vollständig in Felle eingenecht. Politik und Geschäft. SPD. meldet: Chemnitz hatte in diesen Tagen eine Sensation: an den Plakatsäulen der Stadt wurde mit Riesenlettern verkündet„Deutsche kauft deutsche Schuhe. Und der Verband der Schuhgeschäfts-Inhaber tobte sich im Inseratenteil der bürgerlichen Presse in gleicher Weise aus. Der Grund zu diesem hysterischen Geschrei? Im Zentrum der Stadt hatte der bekannte tschechische , Schuh-Millionär Basa eine Filiale eröffnet. Bor dem Geschäft stauten sich die Menschen derart, daß die Sipo den Verkehr regeln mußte. Hitletjungcn und kreischende Weiber Überboten sich ur einer niederträchtigen Hetze gegen die Arbeitersthaft:„Seht nur, wie das Marxistenvolk zu dein Tschechen fein Geld hinschleppt!" Das war die Sensation der Nationalisten, die den Einbruch deS tschechischen Schuhfabrikanten in den Chemnitzer Schuhwarenhandel zu einer politischen Hetze gegen Links ausnutzten. Nur vergaßen di« . Schreier eines hinzuzufügen, nämlich das gar nicht nationale Geschäft, das nationale F ü hr e r bei der Errichtung der Filiale Basa gemacht haben. Das Haus, in dem Bafa Verkaufsräume für seine Chemnitzer Filiale abgemietet hat, gehört dem Führer der Chemnitzer Militär vereine, und der juri-! stische Berater jenes Hausbesitzers ist ein bekannter Rechtsanwalt und deutschnationaler Politiker. Ein lohnendes Geschäft geht eben, wie so oft, jenen patriotischen Herrschaften über alle Moral und Politik. Die Internationale der Nationalisten hat sich wieder einmal glänzend bewährt: Ein deutschnationaler Politiker, ein KriegärvereinSgeneral, Arm in Arm mit dem Ausbeuter Bafa! Auto-Unfall. Gestern nachmittags ereignete sich in der verkehrsreichsten Straße in B r ü x ein schwerer Autounfall. Das Lastauto der Komo- tau«r Firma Peter fuhr, nach der Aussage des Chauffeurs infolge Versagens der Steuerung, auf den Gehsteig der Bahnhofstraße und stieß dort drei Personen, eine Frau, einen Mann und einen Knaben zu Boden. Die Frau, die 22jährige Magdalena Grünzweig, erlitt sehr schwere innere Verletzungen und mußte im Krankenhaus sofort einer Operation unterzogen werden. Der Mann und-der Knabe wurden glücklicherweise nur leicht verletzt. Prager Fremdenwerbung. Die„Prager Presse", die teils der tschechischen Kultur, teils dem Gegenteil, nämlich Herrn Baxa, dient, bringt eine, Meldung über„Prags Fremdcnwer- bung", aus der man erfährt, daß Prag eine fremdenfreundliche Stadt ist, die den finanziellen Wert der Fremdenverkehrspropaganda zu würdigen Iveiß und ihr sogar 300.000 Kronen jährlich opfert, die eben durch den Fremdenverkehr wieder hereinkommcn. Dabej spielen Anzeigen in ausländischen Blättern, von denen u. a, die„Frankfurter Zeitung" genannt wird, eine große Rolle. Was die„Pr. Pr." nicht mitteilt, ist die Tat- sgche, daß 80 Prozent der Fremden, die nach Prag kommen, Deutsche sind, und daß dem Großteil von ihnen die Lust zum Wiedcrkommen schon n dem Augenblick vergeht, da sie int Hotel den »rovokativen Meldezettel empfangen, der nicht ein- äch tschechisch(was ja immerhin zu motivieren wäre und dem Prinzip entspräche), sondern zwar zweisprachig, aber eben tschechisch- französisch bedruckt ist. Die meisten Deutschen stehen auf dem Standpunkt, daß sie zur Erlernung der Französischen oder zur Verwertung französischer Sprachkeimtniffe lieber Frankreich als die Tschechoslowakei aufsuchen und daß sie es nicht nötig haben, sich in Prag dauernd provozieren zu lasen. Man gebe ihnen, wenn man Wert auf rationalistische Borniertheit legt, einen tschechi- chen Meldezettel, aber man lasse doch die albernen Faxen mit dem Französisch sein, das die tschechischen Bewunderer Frankreichs selbst zum allergeringsten Teil verstehen und sprechen! Die Stadt Prag könnte sich die 300.000 Kronen ersparen und um 30.000 Fremde mehr baden, wenn sie sich den Fremden.gegenüber würdig und als Kulturstadt benehmen würde. Studentische Saufgelage im HanS der BolkS- bildung. Eine Leserin schreibt uns: Besucher der Uraniaveranstaltungen in Prag haben es oft peinlich empfunden, daß während eines Bortrages oder Konzertes lauter Gesang(?) und Klaviergeklimper störte. Im Handwerkcrver- ein haben viele studentische Verbindungen ihre Kneiplokale und da geht es oft mehr als lustig zu. Besonders aber wenn aus irgendeinem festlich« Anlaß die„Alten Herren" einige Fässer Bier spenden. Da werden Saufgelage veranstaltet, die bis in die Nacht dauern,' streng nach§ 11 des Kommersbuches: es wird fortgesoffen! Die zukünftigen Führer des Volkes geraten in einen Zustand, der klastisch als„kannibalisch Wohl" bezeichnet wird und die Verunreinigung der Gange und Klosette spottet jeder Beschreibung. Eitt gutes Beispiel für die im Hort des Ha'ndwrrkervereins wohnenden Lehrlinge und ein Zeichen für das mangelnde Verständnis gewisser Kreise für die Not unserer Zeit. Flammentod einer fünftöpfigen Familie. In Hüll(England) legte ein Brand er« Zinshaus vollauf in Asche. Sechs Person«,: wurden als verkohlte Leichen geborgen. Darunter befindet sich eine ganze Familie, nämlich der Vater, die Mutter und drei Kinder. Bier weitere, Personen erlitten derart schwere Brandverletzun- gen, daß sie in ein Hospital gebracht werden mußten. Starke Erderschütterungen wurden Mittwoch unr 3 Uhr früh in Lissabon verspürt. Das Beben rief unter der aus dem Schlafe aufgeschrcck- ten Bevölkerung großes Entsetzen hervor. Biele Hätkstr wurden in ihren Grundmauern erschüttert; größere Schäden sind jedoch nicht zu verzeichnen. Auch in mehreren Provinzstädten wurde das Beben verspürt. Beim Postieren eines schrankenlosen Bahnüberganges hei Kairo wurde Dienstag abends ein Personenkraftwagen von einem Schnellzuge erfaßt und zertrümmert. Acht der zehn Insassen kamen dabei ums Heben, zwei sind schwer vevletzt. Rr. 119. Vom Rundfunk Zur Aufklärung. Wie gestern hier mitgeteilt wurde, sollte der schon einmal verschobene Radiovortrag des Genossen Jak sch über Mitteleuropa am 20. d. M. in die Nachmittagstunden verlegt werden, weil die Leitung des Nadiojournals die übliche Funkzeit der deutschen Arbeitersendung für die Uebertra- gung eines Fußballwettspiels Rapid— Sparta beanspruchte. Genosse Jaksch, der»nährend dieser Aenderung ablvesend war, hat es jedoch abgelehnt, einen für Arbeiter bestimmten Vortrag zu einer Stunde zu halten, wo der größte Teil der Arbeiterhörer nicht zu Hause ist. Der Vortrag ist also unterblieben,»veil dem Radiojournal eine Fußbollschlacht wichtiger schien als eines der aktuellsten Wirtschafts- problente. Dies diene auch zur neuerlichen Kennzeichnung der Methoden des Prager Radiojournals, über die noch an anderer Stelle ein Wort gesprochen werden wird. Empfehlenswerte- aus ven Programmen. Freitag. Prag: 12.25 Mittagskonzert. 16.30 Nachmittagskonzert. 18.30« Deutsche Sendung: Dr. Krönt- Fortschritt« der Amateur-Kinematographie; Dr. Fortner: Milchsalschuna. 21.00 Opernabend.— Brünn: 11.00 Schallplatte«. 12.25 Mittagskonzeit. 17.40 Musik für die Jugend. 21.00 Opernabend.— Mähr.-Ostrau: 15.00 Leichte Schallplatten. flG.30 Nachmittagskonzert.— Preßharz: 12.25 Mittagskon- zert. 16.30 Nachmittagskonzert.— Berlin: 1920 Unterhaltungsmusik. 21.15 Orchesterkongert..— Königsberg: 18.30 Eine heitere Reklame. 0.30 Nacht- konzert^,— Köntgswusterhausen: 19.30 Eine ärztlich« Sprechstunde bei der Füvsorgeärztin, Lchvspiel von Dr. Hermanns.— Leipzig: 19.00 Wohnkultur und Wohnungsreform.— München: 21.05 Aus dem Odeon: O^rpus Rex, Oratorium von Strawinsky. — Wien: 20.50 Kammermusik. 22.00 Abendkonzert. Flugverkehr Karlsbad— Prag. Das Verkehrsflugzeug startet am Karlsbader FlugPatz unr 8.05 Uhr« morgens, erreicht Marienbad bereits um 8.25 Uhr und fliegt ab Marienbad um 8.35 Uhr, erreicht Prag um 9.35 Uhr, so daß also der von Karlsbad um 8 Uhr abreisende Gast bereits wenige Minuten nach halb 10 Uhr in Prag eintriftt. Don Prag aus dann bestehen Anschlüsse an.die internationalen Routen. Gepäck bis 15 Kg. ist frei, über 15 Kg. ist für jedes Kilogramm ein Betrag von 3 L zu entrichten. Fahrpreis Karlsbad— Prag 275 K- Gold im Käse. Von Sunderland(Nordengland) auS fuhr das englische Hebeschiff„Reclaimer" in See, um di« Goldvorröte des im Jahr« 1916 von einem deutschen U-Boot versenkten holländls>hcn Dampfers^Tubantia" zu heben. Die„Tulxmtia" hatte an Bord 20 Millionen Mark in Gold, das in einer Ladung holländischem Käs« versteckt war. Mit dem„Reclaimer" fahren 8 Taucher mit, die mit den modernsten Tauch- und Suchapparaten ausgeito.^t sind. Regelung des Meubahndienstes am Pfingstmontag 1831. Vom Eifenbahnmillisterium wurde soeben der Erlaß vom 19. Mai 1931, Zahl: 24.389—' Pers.-l-1931 herausgegeben, gemäß welchem die Staatsbahndirektionen die Regelung des Eisenbahndienstes am diesjährigen Pfingstmontage vorzunehmen haben. Der Erlaß, den wir nachstehend veröffentlichen, ermächtigt die Staatsbahndirektionen, im Sinne dieses Erlasses auch den Dien st in Zukunft am zweiten Weihnachtsfeiertage(sogenannten Stefanietag) und Oster- (Pfingst-)montage zu regeln. Der Erlaß lautet in der Uebersetzung: Allen Staatsbahndirektionen! Gemäß Gesetz vom 3. April 1925, Zl. 65 Slg. d. G. u. Vdg., über di« Feier- und Gedenktage ist der 25. Mai 1931, d. i. der Pfingstmontag, ein gewöhnlicher Arbeitstag. Insoweit es das dienstliche Interesse und der ungeschrte Dienstbetrieb zuläßt, gestattet daS Eisenbahnministerium, daß den Staatsbahnbediensteten am angeführten Tage frei in dem Ausmaß« gegeben wird, wie sie dieses an Feiertagen ohne Einrechnung in die Zeit des regelmäßigen Erholungsurlaubs haben, insoweit allerdings im Unternehmen keine besonderen Auslagen oder An-. spräche der Parteien entstehen. ES wird daher notwendig sein, besonders im GüteraufgabS- und> Abgabsdienstes, die notwendige Bereitschaft zu belassen. Aushilfsarbeiter haben für den angeführten-i freien Tag keinen Lohnanspruch. Jene Bedienstete, welche an diesem Tage arbeiten werden, haben keinen Anspruch darauf, daß ihnen die normale Tagesarbeitsleistung als Ueberzeitarbeit honoriert wird. Das Eisenbahnministerium ermächtigt gleichzeitig die Staatsbahndirektionen, daß sie bis zn einer anderen Regelung immer am Oster- und Pfingstmontag sowie auch am sogenannten Weih- I nachtSurittelferertage(26. Dezember) für den Dienst I analoge Verfügungen treffen, wie diese gelegentlich des Pfingstmontags am 25. Mai d. I. auf Grund dieses Erlasses des Eisenbahnministeriums getroffen werden. Für den Eisenbahnminister: R u c m. p. Mit Rücksicht auf den Umstand, daß del Erlaß im Fachblatte des„Verbandes der Eisenbahner" aus technischen Gründen nicht mehl erscheinen kann, bringen wir den Erlaß de« Eisenbahnern auf diesem Wege zur Kenntnis. Nr. IIS. löMnerftag, 21. Mai 1931. Leite 5. Um die finanzielle Selbständigkeit der Seibstverwattng. Auf der Gemeindevertreterkonferenz in Mähr.-Schönberg wurde folgende Resolution beschlossen: Bei der parlamentarischen Beratung der Novelle zum Gemeindefinanzgesetz hat die sozialdemokratische Partei klar ausgesprochen, daß diese Novelle keineswegs unsere grundsätzlichen Forderungen erfüllt, sondern nur einen Teil, der durch das Gesetz vom Jahre 1927 verursachten Schäden gut macht; daß sie daher wohl eine gewisse Erleichterung der finanziellen Lage der Gemeinden, nicht aber eine volle Ordnung ihrer Fina-nzwirtschaft herbeiführen kann. Die praktischen Erfahrungen haben dieses Urteil bestätigt. Hiebei mutz festgeftellt werden, daß die fortschreitende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, die eingetretenen Rückgänge der Einnahmen an Gemeindezuschlägen, Abgaben und Gebühren und nicht zuletzt die den rascheren Gang der Verwaltung hemmende Bürokratie der Aufsichtsbehörden die volle Auswirkung der Novellierung verhindert haben und die Finanzlage der Gemeinden noch weiter verschlechtert haben. Wenn es trotzdem möglich war, daß die Selbst- verwaltungskörper in der schweren Wirtschaftskrise ihre Gebarung überhaupt aufrecht erhalten und zur Milderung des NotstarÄes der Arbeits losen wenigstens einigermaßen beitrage» konn- ten, so ist das nur den Bemühungen der Sozialdemokratie um die Novellierung des Gemeindefinanzgesetzes zu danken. Allerdings konnten die Verbesserungen der Novelle in vielen Fällen nicht ausgenützt werden, Weil die ärgerlichen Parteien, mit den Nationalsozialisten vereint und von den Kommunisten unterstützt, sich geweigert haben, von ihnen Gebrauch zu machen. Da die Novelle den Gemeindevertretungen das Bestimmungsrecht über den Voranschlag, aber auch die Verantwortlichkeit für ihn zurückaegeben hat, legen die reaktionären Parteien, die sich nun nicht mehr hinter der Landesbürokratie verstecken können, ihre antisoziale Gesinnung klar an den Tag. Es ist Aufgabe der sozialdemokratischen Gemeindepolitik, alle Anstrengungen zu machen, um die sozialen Aufgaben des Gemeinwesens zur Erfüllung zu bringen; zugleich aber den arbeiterund volksfeindlichen Klassencharakter der bürgerlichen Politik in den Gemeinden aufzuzeigen.' Darüber hinaus spricht die Konferenz die Ueberzeugung aus, daß der Kampf um die end- gültige Regelung der autonomen Finänzwirt- schaft fortgesetzt werden muß, wobei die bisherigen Beschlüsse, namentlich die Brünner Re- solutwn, nach wie vor als Richtlinien zu dienen haben. Deutsche Agrar- and Znduftriebaul. Reingewinn XL 3,808.889.-(im Vorjahre XL 3,814.821.-) Reservierungen XL 1,880.194.—(im Vorjahre XL 1,199.701.—). Dividende XL 12.-(im Vorjahre XL 10.-). In der am 20. d. M. abgehaltenen Sitzung des Berwaltungsrates wurde der Rechnungsabschluß für das Jahr 1930, welcher einen Bruttogewinn von Ke 22,722.432.—(im Vorjahre Ke 22,487.683.—) und nach Abzug der Personal- und Sachregie, der Steuern und Abschreibungen, einen Reingewinn von 3,603.889 Ke ergibt, genehmigt und beschlossen, der für den 10. Juni einzuberusenden Generalversammlung vorzuschlagen, aus dem Reingewinne den statutarischen Reserven Ke 180.194.—(im Vorjahre Ke 190.701.—), der Spezialreserve für Verluste aus dem Kreditgeschäft« Ke 1,500.000 (im Vorjahre Ke 1,000.000.—), zuzuweisen, an Dividende KL 1,800.000.—(im Vorjahre KL 2,400.000.—), d. s. KL 12.— pro Aktie, auszuzahlen und den verbleibenden Rest von KL 123.695.— auf neue Rechnung vorzutragen. l I Devisen, Auszahlungen und Scheck« in fremder Nechr»nvg»abfchluh r Aktiva: a) in tschechosl. Währung..... ... KL Ke Barbestände: 20,538.848.10 b) in fremden Währungen ... 1,073.993.05 21,612.841.15 sofort fällig« Forderungen bei, ijchechoslow. Geld- instituten:' a) bei der tschsl. Nationalbank, beim tschil. Postscheckamt« und bei tschsl. Staats - oder Landesgeldinstituten. 35,751 697.75■ b) bei zur Ausgabe von Einlagsbüchern berech-•> tsgten tschsl. Geldinstituten... ... 6,163.645.10 41,915.342.85 Währung 2,988.047.10 Wechsel und kaufmännisch« Anweisungen... • 56,031.751.85 Effekten: a) inländische: 1. bei der richst. Nationalbank belehnbar« 84,482.212.50 2. andere an tschsl. Börsen not.... . 1342.206. 3. sonsttg«........... . 2,468.026.50 b) ausländisch«: 1. staatliche Werte . 230.128.05 . 3. sonstig« 10,149.242.65 c) fällige Kupons Und verloste Wert«.. . 685.031.70 99,256.926.40 Beteiligungen 7,791.437.70 Debitoren: Immobilien und Inventar: 476^63.487.60 a) Immobilien zu eigenen Zwecken. i. 8,117.279.15 d) ander« Immobilien 3,799.827.20 c) Inventar......... 4. 15,549.203.10 Transitorisch« Aktiva: a) Ueberzahlungrn an Steuern, Dienstbezügen usw b) anderer Art.......... 3,648.291.65 5,532.151.30 Durchlaufend« Posten 78,890.159.60 Passiva: 727,041.189.05 Eingezahltes Aktienkapital....... 60,000.000.— Reserven(ohne Zuweisung aus dem Gewinne d. I. 1980): a) obligatorisch«: Reservefonds I(§ 47 der Statuten). 7,096.030.10 b) freiwillig«:? 1. Reservefonds II....... 1,500.000.— , 2. Spezialreserv« für Kursverluste.. 500.000.- • i 3. Spezial«s«rve für Verluste aus dem Hirt. ditgeschäft«(in lsd. Rechnung).. 5,000.000.— 14,096.030.10 Fonds: Pensionssonds zu Gunsten der Beamten - 1,752.578.50 Einlagen: a) gegen Einlagsbücher ■ 246,839.007.05 b) gegen Kassenschein«...... 3.293.000.— 250.132.007.05 Kreditoren: a) Geldinstitut«.......... . 159,062.817.40 b) sonst, lsd. Rechnungen . 229,006.942.45 388,009.759.85 Richt eingelöste Kupons von Aktien eig. Em.. 11.488,— transitorische Passiva: a) Rückstände an Steuern, Dienstbezügen usw. 2,884.350.80 b) sonstig«........... .. 6,491 085.— 9,375.435.80 Durchlaufende Posten(Garantiegegenkonti u. dgl.)78,890.159.60 Reingewinn: a) Vortrag aus d. I. 1929..... ..■.‘03.319.95 b) des Jahres 1930.. .. 3,400.569.80 3,603889.75 727,041.188.05 Tie fremden Mittel betragen zum Jahresende KL 638,202.000.—, wovon auf Einlags- bücher und Kassenscheine KL 250,132.000.—, aus Einlagen in laufender Rechnirng KL 388,070.000 entfallen. Die liquiden Mittel betragen Ke 221,805.000.—(d. s. 34.75 Prozent der frem den M'ttcl, gegen 30.32 Prozent im Vorjahre), wovon auf Kassäbarschaften KL 21,613.000.— auf sofort fällige Guthaben bei inländischen Geldinstituten KL 41,915.000.-*-, Devisen und Wechsel KL 59,020.000.—, auf Wertpapiere KL 99,257.000.— entfallen. Berlrrst- nnd Geminn-Rechnung: Erträgnisse: Ke Ke Gewinnvortrag aus dem Jahre 1929.... 203.319.95 Zinsen: a) von Wertpapieren 5,741.402.15 b) von Wechseln 3,749.647.50 - t c) von Forderungen....... 34,139.746.35 43,630.796.— Provisionen 6,278.738.10 Verschiedene Gewinn«: a) aus Wertpapieren, Valuten und Deviscn 3,511.849.40 b) aus Beteiligungen 109.359.80 c) andere Gewinn«. 968.909.10 4,590.118.30 54,702.972.35 Lasten: Zinsen: a) von Einlagen... 31,117.935.40 b) sonstige........... 862.604.40 31,980.539.80 Kosten: a) sacht. Verwaltungsauslagen..... 1,998.948.65 b) Personalverwaltungsauslagen.... 14,099.111.75 16,008.960.40 Steuern und Gebühren: a) Erwerbsteuer(samt Zuschlägen).... 182.795.60 b) Sonstige Steuern und Gebühren.... 211.862.30 c) Beitrag zum staatlichen Äpezialfonds. 150.000 544.657.90 Abschreibungen: a) an Immobilien 157.914.85 b) am Inventar.......... 450.526.45 608.441.30 Verschieden« Verlust« lM7.388.20 Reingewinn: a) Vortrag aus d. I. ISA• 203,319.96 b) des Jahres 1930 3,400.569.80 8,608.889.75 54,702,972,35 In der Verlust- und Gewinnrechnung weisen sowohl die Aktiv- wie die Passiv-Zinsen Ermäßigungen aus, wobei jedoch durch die Verbilligung des Einlagenzinsfußes die Erträgnisse aus dem Koutokorrentgeschafte eine kleine Verbesserung aufzuweisen haben. Die Erträgnisse aus Provisionen, Wertpapieren, Devisen und Valuten sind mit Rücksicht auf die im abgelaufenen Jahre ungünstige Börsenlage sowie auch mit Rücksicht auf die ungünstige Wirtschaftslage, zurückgegangen. Die sachlichen Berwal- tungsauSlagen habe» sich ermäßigt, während sich die Personalverwaltungskosten etwas erhöht haben. Der Aufwand für Steuern und Ge bühren hat sich gegenüber dein'Vorjahre vermindert, nachdem für besondere Erwerbsteuer'infolge der aus erledigten Stcuerrekursen verbliebenen Guthabungen geringere Zahlungen notwendig waren. Die Abschreibungen von Immobilien und Inventar per KL 608.441.— bewegen sich auf annähernd gleicher Höhe wie ini Vorjahre, für besondere Abschreibungen wurden 1,867.383 Ke gegen KL 1,331.384.— im Vorjahr? reserviert. Die offenen Reserven werden sich noch Durchführung der beantragten Zuweisungen aus dem Reingewinne auf KL 15,776.225.—, d. I. 26.293 Prozent des Aktienkapital les erhöhest. lMiiilMWilMWWWWlWWIWWiWilWWWMWMMiWMlWMlWiMWMWMWlMWMWWWWWWWMll Der verräterische Dolch. Die Geschichte einer seltsame« Mordnufklärung. Mülhausen(Elsaß), Mitte Mai(E. B.). Der Zufall ist der hoste Detektiv. Er bringt Verbrechen an den Tag, an denen auch die Migstr menschliche Organisation oft verzweifeln muß. Kragenknöpf« entlarven Mörder, und das Bevsehen eines Briefträgers tut manchmal mehr für die Ermittlung der Wahrheit, als di« Arbeit von lausend findigen Kriminalisten. Jeher Polizeisachmann weiß das und setzt zu fünfzig Prozent darin sein« Hoffnung. Eine Geschichte aus diesen Tagen:' Ein Mord wurde begangen, im elsässischen Mülhausen; der Täter ließ einen Dolch am Schauplatz liegen— schon 24 Stunden später war der Besitzer der Waffe auf verschlungenen Pfaden ermittelt. Ali. Luna; und di« sieben Kinder. 3m Elsaß haben sich nach dem Kriege zahlreiche Arader, richtiger gesagt: Algerier, angesiedelt. Teil, weise als Arbeiter, teilweise aber auch als Händler. Als Teppichhändler besonders, wie man sie täglich auf allem Boulevards von Paris zu sehen bekommt. Malerisch« Gestalten, das Fez aus dem Kopf, di« buntfarbigen Teppiche über der Schulter, so gehen sie von Kaffeehaus zu Kaffeehaus und bieten den Gäste» ihre Ware an, lassen mit sich handeln und sind auch nicht böse, wenn man ihnen nur die HAfte des verlangten Preises zahlt. Im Parallelogramm Merkurs einigt man sich schließlich, aber di« Händler kom. men inrmer noch auf ihre Kosten. Em solcher Mann war Ali Lumaz, der in Mülhausen sein Gewerbe trickb. Es muß einträglich gewesen sein, denn der Händler lebte nicht schlecht, ernährte Frau und sieben Kinder,, oft trug«r größer« Summen bei sich, Das Ende des Algeriers. Eines Abends gegen neun Uhr überquerten einig« Passanten eine dunkle Ecke am Kleberplatz in Mülhausen, stolperten über«inen Gegenstand am Boden und machten zu ihrem Entsetzen die Entdek- kung, daß ein Toter zu ihren Füßen lag. Die Polizei wurde alarmiert und ermittelte, daß der Mann — es war der Algerier Lunaz— ermordet worden war. Der Tod war durch«ine» Stich mit einem Dolche eingetreten, der die Herzschlagader durchschnitten hatte. Die Waffe fand man am Boden. Es war ein langer schmaler Dolch, wie ihn nur di« Eingeborenen tragen. Der Verdacht lenkt« sich sofort auf«inen Landsmann des Ermordete«. Er wurde verhaftet. Auch der eigen« Sohn wurde verdächtig befunden unnd festgenommen. Di« Züge nach Straßburg und nach Paris wurde» beobachtet, alle reisenden Algerier in dieser Nacht angehalten und nach chrdin Aufenthaltsort befragt. Das Gedächtnis des E>senbatzner». Aber di« Polizei war auf der falschen Spur. Di« Mülhausener Movgenblälttr veröffentlichten eure Photographie des Dolches, mit dem der Maid verübt war. Diese Notig las auch ein Eisenbahner. Ihm fiel ein, daß er vor einiger Zeit eine ähnliche Waffe bei einem Althändler der Stadt gesehen hatte. Der Eisenbahner teilte fein« Vermutung telephonisch der Kriminalpolizei mit« Kurze Zeit darauf traten einige Beamte in den Laden des Althänd.eis. Ter Mann war sehr erschrocken und erinnerch sich auch bald an das, was man von ihnk wissen wollt«. Ja, einen Dolch in der erwähnten Art hatte er vor einiger Zeit verkauft, an einen Elsässer namens Wochr len, dessen Adresse ihm jedoch unbekannt sei.’ Sich selbst gerichtet! Woehrlen war der Polizei nur zu. bckaun'. Mehrfach vorbestraft, Trinker, führte er ein Leben ohne Regelmäßigkeit, arbeitet« nicht— aber einen Mord hätte man ihm niemaks zugetraut.. Schon gegen Abend wurde Wochrlen in einer Wirtschaft verhaftet. Er leistete der Aufforderung, miHukom- men, Folge, riß aber in einem Augenblick, als di« Kriminalbeamten nicht darauf achteten, ein Rasier- meffer aus der Tasche lneh durchschnitt sich damit blitzschnell di« Kehl« Ein« Stund« später wär d«r Verhaftete tot,, nachdem er vorher ein Geständnis abgelegt hatte. Er hatte den Algerier in einer Wirtschaft kennen gklernt, gesehen, daß er viel Geld bei sich trug, und ihn dann auf dem Kleberplatz heimtückisch erstochen. Das Ableben des Mörders ersparte weiter« Konchlikationen, die unschuldig Verhafteten wurden wieder entlasten. Vorsicht bei Indizien! Was, wär« aber«i»getreten, wenn der Eisenbahner nicht zufällig an diese« Morgen das Bild der Mordwaffe in der Zeitung gesehen hätte? Biel« Indizien wiesen darauf hin, daß ein Algerier der Täter war. Auf dem Sohn des Ermordeten richte der stärkste Verdacht, weil er«inen Streit mit feinem Vater gehabt hatte. Aber das Leben ist gelegentlich auch einmal anders, als es di« Leitfäden der Kriminalisten schildern. Gut, daß d«i Zufall vielfach ein Einsehen hat und rechtzeitig als kriminalisti- sche Rochilf««riffpringt...—2— Der VertrmwMBNHm IM Ma Tribüne Mombidiftt für Arbeiterpolitik and Art eitert trfiur. Dto„Trthdne" unterrichtet den inxinhMisehen V«. traannuua»er di* aktuelle« Probleme des MeraMeaadea SuiaSnns. der Oekoaomie aad der Kella l»«Bilk, lakuberu« Kc, tterjitkrU» IS Ke, EiszaUMe 4 Kd. Beetenueiea duck den Vertrauensmann, die SchrnteaaMenae- -W>. VolksbecWrudlane oder direkt durch die Verealtunr ha Prac».. Nekazank* I* Seite 6 Krbeiter. fümmert euch um eure Jugend! Unterstützt die Kinderfreundebewegung und die Jugendorganisation. Der Sozialismus beginnt nicht in der Bersammlung, sondern in der Familie! 18.000 K! Gerichtssaal Apotheker und Krantentasse. Ferner hat er derselben Krantentasse eine Rech nung präsentiert, die ihm angeblich von dem Rado: riner Apotheker abgetreten worden war und auf 17.415 K lautete. Diefer Rabotiner Apothefer ertlärte aber im Zuge der Nachforschungen die Rech nung samt der Unterschrift sei gefälscht. Weiters wurden 1929 fünf Rechnungen präSentiert, die er angeblich von der Firma Farm ache ne a" erworben hatte und insgesamt auf 78.896 Kronen lauteten. Im Jahre 1930 schickte er zehn Rechnungen, die von der gleichen Firma zu, stammen schienen und zusammen 129.002 K ausmachten. Da bei hat die Farmachema" diese beiden Jahre nichts mit dieser Krankenkasse zu tun gehabt. Donnerstag, 21. Mai 1931. Kunst und Wissen Ende der Nera Boliner mit Schluß der Spielzeit 1981/32. Der Theatervereinsausschuß übermittelt uns folgendes Kommuniqué: ersten bis zu dieser zweiten Landesfonferens be- 1 gangenen Fehler liegen in einem Versagen der engeren Zeitung, das vor allem in der ungenügenden follektiven Zusammenarbeit mit den Spartenleitera, organisatorischer Rachlässigkeit und auch in der Unterschätzung der großen massenpolitischen Möglichkeiten zum Ausdruck kommt. Das waren die Schlußfolgerungen, die sich aus dem Bericht der Landeskonferens ergaben." Direktor Robert Bolfner, dessen Vertrag am Zur weiteren Erheiterung noch eine in denselben 1. September 1932 abläuft, hat dem Deutschen Streifen passende wahrheitsgetreue Wiedergabe einer Theaterverein mitgeteilt, daß er eine Verlängerung Tatsachenmitteilung aus dem amtlichen russischen jeines Bertrages im Hinblice auf eine anderfeitig Sportblatt Physkultur und Sport", Mosin Aussicht genommene Betätigung über diesen Zeit- tau, Nr. 42: punkt hinaus nicht anstrebe. Der Deutsche Theaterverein hat diesen Entschluß des Tirektor Boltner mit besonderem Bedauern zur Kenntnis genommen. " Bierter Maifestspielabend. Wiener Staatsopernballett. In den anderen Bezirken ist es auch nicht besser. Die Tatsache, daß in Wischnij Wolotschek der Bezirksvorsitzende der Sowjetphyskultur während zweier Monate nicht wußte, daß er der Vorsitzende des Bezirks- Sowjets der Physkultur ist, und es erst erfuhr, als er auf die Sportler aufmerksam wurde, die alle zu ihnt famen und immer inständiger und energischer irgend etwas von ihm verlangten und erstrebten. Klingt wie eine Anekdote." r. 119. VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.S.I. Eine Betrugsantlage größten Formates.. Brag, 20. Mai. Vor dem Senat des CGR. aisler begann heute der Prozeß gegen den Brager Apotheker Josef Folprecht, dessen Affäre einerzeit außerordentliches Aussehen erregt hat Man rechnet mit einer Prozeßdauer von mei vollen Tagen. Die Anklage legt Folprecht zur Last, die Krantentasse der Prager Elektriichen Unternehmungen um Hunderttausende von Kronen geschädigt zu haben. Die Manipula- Die Wiener Kunst hat bisher bei den Maifestrionen erstrecken sich auf die Jahre 1929 und 1930. spielen schlecht abgeschnitten. Nach der Fledermaus" Es handelt sich im Wesentlichen darum, daß Folp- in Opernbesetzung, die den Auftakt der Maifestspiele recht nach Meinung der Anklage mit gefälschten bildete und eine Entgleisung, war der vorgestrige Selbstverständlich siegt der fommunistische Sport Anweisungen, Belegen und Rechnun Ballettabend eine schwere Enttäuschung. Daß das auf der ganzen Linie höchst vergnügt weiter. gen manipuliert hat und sich auf diese Weise un Wiener Staatsopernballett ängstlicher Hüter einer äußerst geschmadvoll damit entgegentritt, daß sie rechtmäßig Gelb anweisen ließ. Im einzelnen waren überholten Tradition ist und in konservativer Treue 4000 Vorturner geprüft! Die von den Bezirken durch rhythmische Sebungen des geschlitten Roces feine Methoden allerdings verschieden. der neuen Tanzkunst aus dem Wege geht, wußte des Arbeiter- Turn- und Sportbundes in Deutschland ihre braun angemalten Schenfel zeigt, oder sich von So hat er, nach den Ausführungen der Anklage, man. Aber man hätte eine repräsentative Leistung im April als Bundesaufgabe durchgeführten Vor- ihm einen Reifen um das verführerische Bein" von anderen Apothekern Rechnungen, welche im alten Stile erwartet, die Vorführung eines ein- turnerprüfungen waren ein großartiger Erfolg. In legen läßt, das sie ihm dabei gustiös vor den auf Mitglieder der genannten Krankenkasse lauteten, beitlichen Gesamtwerkes, nicht einen funterbunten über 150 Bezirken fanden die Prüfungen von Vor- Schnurrbart steckt. Vom Tonfilm weiß Krňan zusammengetauft. Die Kollegen überließen Reigen kleiner Ballettszenen. Unter diesen war eine tunern für das Männer, Frauen- und Kinder- ky, der Regisseur, nur so viel, daß mandmal fie ihm natürlich gern, weil sie früher zu Geld einzige ein Originalwert für Ballett, Mozaris turnen statt. 4000 Borturner bestanden die Prüfun- auch chavas tönen muß, und so hören wir gans Samen. Als dann später ein Zufall den Anlaß zu Schäferspiel des petits riens", eine feineswegs be- gen. Das bedeutet für den Ausbau des technischen piößlich reklamieren, wie es vor Jahren die ersten alle anderen Turnbetriebes des Arbeiter Turn- und Sportbundes Tonfilme zeigten, mit jener Teutlichkeit, die aus genaueren Erhebungen gab, ergab es sich, daß Folp deutende Gelegenheitspantomime; recht auf diesen zusammengekauften Rechnungen waren mehr oder weniger glüdliche Bearbeitungen: einen außerordentlichen Fortschritt. dem Sprechen eine anatomische Untersuchung macht. Schuberts Rosamunde"-Musik, die Aenderungen vorgenommen hatte und die zur Franz Ungarn Leichtathleten in Tätigkeit. Die Leicht Photographiert wird so, daß man sofort bemerkt, Bezahlung präsentierten Rechnungen um einige Tau trau z- Walzer„ An der schönen blauen Donau" cthleten der ungarischen Arbeitersportvereine, bejonie künstlich die Szene immer zusammengestellt ist, send höher waren, als ursprünglich. In einem Fall, und Geschichten aus dem Wiener Wald" sowie Ro- ders die von Budapest, haben schon mehrmals durch nur die Anfangsbilder mit der Johannisfeier zeigen es hardeit sich um Lieferung eines größeren Postens berf Schumanns Carneval". Warum haben uns ihre guten Leistungen die Aufmerksamkeit der Sport einiges Können, daß übrige bleibt unerträglich: wenn von Medikamenten, beträgt diese Differen; sogar die Wiener übrigens nicht ihren letzten großen öffentlichkeit auf sich gelenft. Am 23. und 24 da z. B. die alte Haushälterin verzüdt dem GeigenBalletterfolg, Richard Strauß großes Wiene: Bal Mai tragen fie in Budapest ihre Meifte rich af fpiel des Liebhaberzigeuners Lauscht, wenn dieser lett Schlagobers", mitgebracht? Das wäre ihre ten aus, uut die Besten für das 2. Arbeiter elbe madere Mann für die Geliebte ein Kleid stiebit Kunst in ihrer Art gewesen. Der vorgestrige Mai Olympia in Wien zu ermitteln. Einen interessan- und in gerader Folge dieser Opfertat an der Kugel festspiel- Ballettabend wirkte in seiner veralteten Ein- ten Vergleich der Leistungen gestattete der erfte dies bes Genbarmen stirbt, dann muß man wirklich daran förmigkeit des ausdrucsarmen Tanzstiles nicht nur jährige internationale Leichtathletikpettkampf zwi weifeln, ob diese Art von Film etwas mit Verstand Langweilig, sondern entsprach nicht einmal ballettschen dem MTE. Budapest und der Abteilung Meid zu tun hat. Der tschechische Tonfilm will immer technisch strengen Anforderungen. Und doch ist beint ling des Wiener Arbeiter- Turnvereins. Die Buda über sich hinaus: Spionagereportage, Buriangrotes alten Ballett vollkommnene Technik das mindeste, rester sieg en in der Gesamtwertung nach Bunkten fen, dann wieder Uebersentimentalität: immer wird war die Gleich mit 55:35. Cjefay( Budapest) lief die 100 Meter nur an naiste Instinkte appelliert, als ob dicses was verlangt werden muß. So mäßigkeit der Gesten mangelhaft, die Uebereinstin in 11.2 Set., erreichte im Weitsprung 6.44 Meter, Bolt wirklich nur Steinbürgerei übelster Art fennen mung des tänzerischen und musikalischen Rhy hmus Kugelstoßen 11.08 Meter und Speerwerfen 46.73 würde. Damit wird der Sache der Kultur und des fehlte oft, den Gruppen und Szenen mangete es an Meter. Sieger im 3000- Meter- Lauf wurde Nemeth Bolts nicht gedient, dafür darf sich allerdings die Regierung nicht einsehen. Leben und origineller Gestaltung. Eine einzige( Budapest) in 9: 18.4 Min. Szene, in dem Schubertschen Rosamunde" Ballet!, hatte originellen Sinn, eine groteske Altwiener Auch die vorhandenen Belege sollen mehrfach Gruppe zweier Liebespaare. Schumanns„ Carnevertwendet und ein und dieselbe Post wiederholt val"-Szenen wurden in ihrer vielseitigen Gründidee verrechnet worden sein. Wie bedeutend der Umsat gar nicht ausgerützt; sie zeigten statt eitlich beweg: dieser Apotheke war, ergibt sich aus folgenden Zahlen Karnevaltreibens in Einzelszenen aufgelöste len: die eigenen Rechnungen Folprechts an die Episoden. Solistische Künste traten nicht besonders genannte Strankenkasse erreichen im Jahre 1929 eine hervor; einzig Toni Birtmeyers, des leitenden Gesamthöhe von 114.782 K, im Jahre 1930 dagegen Ballettmeisters, geschmeidige, tänzerische Art. Wenig 16.841 K. Dazu kommen noch die von anderen repräsentatis wirfte die orchestrale Begilmafit, e Apothekern erworbenen Rechnungen in der Höhe von Professor Karl Alwin dirigierte, Schubert wit betont dramatischer Gebärde, Mozart rob und ohne Rote Fallen, Prag. Unsere Pfingstfahrt nachgerät. Es beginnt in einer schweizerischen Stadt, Abgesehen nun von den vorerwähnten Einzel- feinere Nüanzierung, Strauß ohne hinreißendemitters bad fönnen wir nicht durchführen. die der Dichter Kramstadt nennt, einer Stadt altfällen soll Folprecht ganz systematisch und willkür Schwung, Schumann ohne straffem Rhythmus und Wir fahren dafür zweieinhalb Tage in die Gegend eingeseffener Reicher, erfüllt von Staſten- und Uhr lich bei den Preisen der eigenen Rechnungen den unordentlich im Klangbild. Nein, eine maifcft von Karlstein. Treffpunkt Samstag 14 15 ampießergeist, deren Bewohner es fertiggebracht hat ten, Mammousdienst mit christlicher Frömmigkeit" Tarif weit überschritten hatan, bei fremden, liche Aufführung war dies nicht. Das mertte and Wilsonbahnhof. Untosten ungefähr 20 K. zu vereinen, eine Stadt der Krämer und Pfeffer abgetretenen Rechnungen soll er 3ufäße gemacht das zahlreich erschienene Publifum, in dessen Beijäde. Hier erlebt Felix Grollimund, das ewig un und Veränderungen vorgenommen haben, to fallsäußerungen fich auch Weißfallensfindungen F. J. reife Kleinbürgersöhnchen, eingezwängt in enge daß sich immer ein bedeutender Rest zu seinen mischten. Gunsten ergab. Und solcher Fälle liegen noch eine Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. ganze Reihe vor. Der Schaden, den die Staffe erleidet, wurde anfangs auf 86.500 K geschäst, später Donnerstag, 7.30 Uhr:„ Ein Mastenball" ergab sich nach mühevoller Arbeit, daß dieser Be( 180-4). Freitag, 7.30 Uhr: Amphitryon 38" trag biel zu niedrig sei. Er erhöhte jich tatsächlich( 181-1). Samstag, 7.30 Uhr, Premiere: Sauptzuerst um 22.300 K, später bei genauerer Nachmann von Köpenic"( 182-2). Sonntag, halb prüfung um weitere 33.900 K und schließlich mußte 3 Uhr: Die erste Frau Selby"; 7 Uhr: man noch weitere 22.500 K dazuschlagen. Die Zauberflöte"( Feftvorstellung des VerDer Angefiagte, ein äußerst intelligenter Mensch, eins absolv. Handelsakademiker). Montag, 7.30 Uhr: erflärt sich nicht schuldig. Es sei zwar richtig, Sauptmann von Räpenid"( 183-3). baß er Zahlen geändert, andere Summen eingesetzt Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Donners und selbst Rezepte nachgemacht habe. Aber das fei tag, 7.30 Uhr: Boruntersuchung". Freitag, mit Wissen und Willen der leitenden Funktionäre 7.50 utor: Mabel aus der Vorstadt". Sonnder Krankenkasse geschehen und sei nur eine Art tag, 7.30 Uhr:„ Die erste Fian Selby". Mon Rompensation, da er anderseits wieder den tag, 7.30 Uhr: Mädel aus der Vorstadt". Bediensteten der Unternehmungen ohne Rezept Medikamente gegeben habe. Trotz der Aenderungen sei die Schlußziffer richtig. Es handle sich um feine Schädigung der Krankenkasse, was bei richtiger Nachprüfung sich herausstellen müsse. 43.516 K. Alles in allem 286.420 K. Inimerhin aine etwas seltsame Gebarung. Vou feiten der als Zeugen geführten Funktionäre wird bestätigt, daß man ihm blind vertraute und " Sport* Spiel * " 1 Körperpflege Kommunistischer Sport- Salat. Es ist zum Ergößen, wie grundverschieden die nicht fontrollierte. Am Schluß der heutigen Ver- Blätter des kommunistischen Sportverbandes in handlung ist die Sachlage feineswegs geflätt. Deutschland an einem gleichen Tag sich bei der BeMorgen wird der Prozeß zu Ende geführt. rb. alias Hampacher." Brag. 19. Mai- Wer es nicht wissen sollte, nehme zur Kenntnis: Samt pa cher ist ein Borer, also in jener Geschäftsbranche tätig, die man ,, bürgerlichen Sport" nennt. Herr Ferdinand Břiz machte die Bekanntschaft einer jungen Dame, der er dann im Vertrauen berriet, daß er der berühmte amp a cher sei, der Stolz und die Zierde des Vaterlandes und der patriotischen Impressarios. Er wollte gleich heiraten, vom Fleck weg, aber er verlangte von der Braut 3000 K zur Mietung einer entsprechenden Wohnung. Denn ein großer Boyer hat seine Gelder natürlich nur bei ausländischen Banten angelegt, und zavar gegen monatliche Kündigung. Sie gab das Geld her, aber später stellte sich heraus, daß er schon lange berheiratet sei, überhaupt mit Hampacher nichts gemein habe usw., usv. Die Verhandlung gegen den Pfeudo- Nationalhelden Sampacher wurde zur Bernehmung meiterer Zeugen vertagt. rb. Bürgerlicher Sport. Rapid. Wien gegen Sparta Prag 2: 4( 2: 3). In dem am Mittwoch in Brag ausgetragenen Freundschaftsspiel blicken die Bracer infolge besserer Stürmerleistungen verdiente: Sieger. Aus der Partei Vereinsnachrichten. TOURIN DIE NATU Literatur Walter Lustig. Belir Grollimunds rujjisches Abenteuer." Roman von Dominik Müller. Berlag Greth fein. Co. Leipzig- Zürich. Der Autor läßt einen Deutich Schweizer an seinem Lebensabend von jeliten bewegten und buntfarbigen Eindrücken im zarifti ichen Rußland erzählen, in das dieser durch Heirat Arbeiter- Turn- und Sportverein Prag, chulbänke seine Jugend und als er in eide Uni bersitätsstadt geht, lernt diese verschüchterte, gicue Voranzeige! Seele die Kolonie ausländischer Studenten und Am Sonntag, den 31. Mai, fin Studentinnen fennen, meist Sozialisten, Anarchistent dt in Bohnitz ein Turnfest des dor- und Nihilsten, darunter auch die russische Studentin ticen tschechischen Brudervereines statt, an Sonja Karatygina, die sein Schicksal wird. Hier welchem sich auch unser Verein attiv euch wird er von dem befallen, was er die„ ruit beteiligt. sche Krankheit" nennt, in seine verfrustete, verfap Wir ersuchen aus diesem Anlasse alle unsere felte Seele fällt ein Schimmer leuchtender, versch Mitglieder sowie auch die der übrigen render Romantik und als Sonja in ihre russi de proletarischen Organisationen welche Seimat zurückfehit, folgt er ihr auf das fleine, von besonders eingeladen sind sich diesen Tag hr. bewirtschaftete Gut, beiratet sie und wird nun reisu balten und durch starke Teilnahme das selber Gutsbesizer. Zauberhaft schön geschildert ist est verschönern zu helfen. Nähere Mitteilungen das Leben auf dem weltentlegenen russischen Land werden noch folgen. gut, doch mit der Zeit steigt in dem unruhevollett Felix Grolimund die Sehnsucht nach der Welt, nach Ortsgruppe Prag. Der für heute Leben und Abenteuern. Diese Unruhe treibt ihn angesezte Vortrag Wimbersti aus der Idylle und aus dem engen Familienfreise Wie macht man mit einem billigen hinans nach Moskau, dann nach Nishnij Nowgorod Apparat gute Bilder?" findet nicht und schließlich nach Berlin, auf welchen Wanderun statt, sondern wird in der nächsten gen er das Leben der damaligen Zeit allerdings Woche abgehalten werden. gründlich kennen lernt und auch Gelegenheit be kommt, über russisches Wesen zu meditieren. Salt los iduvantt er zwischen seiner Liebe zu Sonja und feinem Drang nach Erleben und als die über alle Maßen geduldige Sonja jich von ibm losjagt, fnid er seelisch zusammen und ist tiefunglüdlich. Berceb Tschechischer leberkitsch. Die schwarze lich sucht er die von allem Anfang an lose Ehe ne lamme" heißt ein Tonfilm, der den schr guten air feftigen und aus tiefster Bergweiflung heraus läst und ziemlich ehrlich gearbeiteten Film Mach at y ser feinem„ russischen Abenteuer" sein„ spanisches Von Samstag auf Sonntag" im Bro- Abenteuer" folgen, dessen Schilderung sich der Autor gramm der Bremierentinos abgelöst hat. Mit der wohl für ein späteres Wert vorbehält. Später ein cinfachen Feststellung, daß die Produktion des Herrn mal, es ist nach der bolschewistischen Revolution, Spelina hier so wie in den„ Leiden der wird noch einmal die Erinnerung lebendig, dic grauen Schwester" wieder einmal eine hoffnungs- Gespenster und Träume der Vergangenheit tauchen los jentimentale Geschichte fabriziert hat, wäre der auf, Sanja, die adtgewordene Sonja, begegnet ihrem Sache des Films nur schlecht gedient. Es gilt gerade gewesenen Gatten und berichtet ihm über den Unter in all diesen Fällen, da sich die kapitalistische Pro- gang ihre einzelnen Familienmitglieder im wilden duktion aller Mittel bedient, um eines ihrer Schand Chaos der Revolution. Gut und spannend erzählt. produkte an den Mann zu bringen, auf die Gefähr- zetat der Roman eine große Vertrautheit mit den lichkeit der Mentalität hinzuweisen, die wirklich ge- russischen Vorkriegsverhältnissen und ihren Menschen. Der mitteldeutsche Organisationsteil des fom- eignet ist, das Seelenleben eines breiten Teiles der munistischen Sportverbandes hielt am 12. April eine Bevölkerung zu vergiften und zu belägen. Wir sehen Landesfonferenz ab, über die der Mitteldeut bier als darge Flamme" eift 3igeunermädchen, sche Arbeitersport" vom 20. April berichtet: das jedem, dem sie ihre schwarzen Augen ins Herz ,, Ueberall spiegelt sich der völlig ungenügende taucht, unvergeßlich bleibt"; das immer, wenn sich Kurs auf die Gewinnung neuer Bundesvereine das Objektiv ihr zuwendet, in Position der verfüh für die Stampfgemeinschaft wider. Die Ursachen renden Schönheit geht, etwa einige Stufen des für diese Mängel und die in der Zeit von der Bauernhauses hinangazellt cber dem Gendarmen urteilung der Lage ihres Sportverbandes widersprechen. ,, Rot Sport", Berlin, das kommunistische Sportblatt für Brandenbuig, Berlin, Lauji, Grenzmart, Pommern, schreibt am 20. April in ersten Satz seines Leitartikels Unser Kurs": " Eine Position nach der anderen gewinnt die revolutionäre Opposition im Arbeitersport. Die fozialfascistische Sportbürokratie ist in die Sad gaffe getrieben, steht in der Defensive." Im Roten Sachsensport" vom gleichen Lage ist im Leitartikel Aktuelle Aufgaben" zu lesen: Die tonzentrierten Angriffe der Bourgeoisie und sozialfascistischen Führerschaft auf die wert tätigen Massen erfordert eine engste Zusammen arbeit und feste Geschlossenheit der revolutionären Massenorganisationen." " 11 Der Film 11 Herausgeber: Siegfried Iau b. Chetrebafteur: Wilbelm Nieknet. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Brag Drid: Rota A.-G. fü: Zeitung and Buchdrud. Prog Bür den Drud verantwortlich: Otto Solit. Prag Die Beitungsmartenftantarur murde von der Boll u. Telegraphen Direktion mit Erlog Kr. 13.800/ VII/ 1930 bei Digt.