Einzelpreis 70 Helfer. Redaktion und Verwaltung Brag, I., Nefazania 18 Telephone: Sagesredattion: 26795, 31469. Rachtredaktion: 26792. Poftfchedamt: 57544 Juferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowatischen Republit. Dienstag, 23. Juni 1931 Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich halbjährig ganzjährig Kē 16.48.29 4• 96.2009 192.9 Rüdstellung von Manutripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme bes Montag täglich( rüh. Nr. 146. Hoover für ein einjähriges Moratorium. Herbert Hoover greift ein. Alle Regierungsschulden und Reparationen inbegriffen. Washington, 21. Juni. Präsident Hoover überreichte den Missions chefs eine Erklärung, in der die amerikanische Regierung einen einjährigen Zah. lungsaufschub für alle Regierungsschulden und Reparationen vorschlägt. In der Erklärung heißt es: Nach den Alarmnachrichten der letzten Tage, die eine neue Währungskatastrophe Atempause für Deutschland Deutschlands und damit auch eine unfehlbar folgende politische Katastrophe des Reiches springt vollkommen unserer bisher befolgten signalisierten, kommt die Nachricht vom EinPolitik. Wir werden dadurch nicht in die Dis- greifen Ameritas als Erlöserbotschaft. Die fussion rein europäischer Probleme, zu denen die Reparationsfrage gehört, hineingezogen, wir deutschen Pressestimmen verraten zum mindewollen lediglich unsere Bereitschaft ausdrücken sten ein Aufatmen, zum Teil einen Jubel, der zur baldigen Erholung der Weltprosperität, an freilich nicht berechtigt ist und sich nur aus der unser Bolt so start interessiert ist, unseren der vorhergegangenen Spannung erklären Teil beizutragen. läßt. Was bedeutet, nüchtern betrachtet, der Die amerikanische Regierung schlägt einen ser Schulden die Zahlungsfähigkeit des einjährigen Aufschub aller Zahlungen auf Schul- Schuldners unter normalen Verhältnissen den der Regierungen, Reparationen war, so führen wir nur fonsequent unsere eigeund nen Prinzipien durch, wenn wir die gegenwär und Wiederaufbauschulden vor, zwar sowohl bezüglich des Kapitals wie tigen annormalen Verhältnisse in der Welt in der Zinjen, ausgenommen natür Rechnung ziehen. lich Schuldenverpflichtungen der Regierungen, Ich bin davon überzeugt, daß das amerita die sich in Privathänden befinden. Vorbehaltlich nische Volk nicht den Wunsch hat, den Versuch der Zustimmung des Kongresses ist die ameri- zu machen, um bom Schuldner mehr herauszu fanische Regierung bereit zu einem Aufschub holen als er zahlen kann und meiner Ansicht aller ihrer seitens der fremden Regierungen ge nach verlangt eine weitschauende Politit, daß schuldeten Zahlungen während des am 1. Juli unsere Regierueg die gegenwärtige Situation in zichungen beitragen, die für die Lösung dieser 1931 beginnenden Etatsjahres unter der Bedin- ihrer Realität anerkennt. Diese Haltung entwichtigen Rüstungsfrage so notwendig sind. gung, daß die wichtigsten Gläubigerstaaten ebenfalls alle ihnen geschuldeten Zahlungen auf Regierungsschulden für ein Jahr aufschieben. Zweck dieses Schrittes ist, das kommende Jahr der wirtschaftlichen Erholung der Welt zu widmen und die Kräfte in den Vereinigten Staaten, die bereits ant Wiederaufbau arbeiten, von den von außen kommenden Faktoren zu befreien. Die über die ganze Welt verbreitete Depression hat die europäischen Staaten mehr in Mitleiden schaft gezogen als uns. Einige jener Staaten fühlen die Bermindung ihrer wirtschaftlichen Stabilität durch diese Depression in ernstem Maße. Das Gewicht der Regierungsschulden, das in normalen Zeiten tragbar wäre, drückt in mitten dieser Depression schwer auf die Völker, Aus einer Reihe von Gründen, die aus der Depression resultieren, beispielsweise der Preisstur; fremder Waren und das mangelnde Vertranen in die wirtschaftliche und politische Stabilität im Ausland, begann eine enorme Auswanderung von Gold nach den Vereinigten Staaten, wodurch die Kreditfähigkeit vieler fremder Staaten vermindert wurde. ** ** Der Schwerpunkt in Frankreich. Ich möchte noch hinzufügen, daß wir, ob- Vorschlag des Präsidenten Hoover? Amerifa gleich dieser Schritt mit der für nächsten Feber stundet seinen Schuldnern Zahlung angefeßten Konferenz zur Beschränkung der und Zinsen auf ein Jahr( also etwa Landrüstungen nichts zu tun hat, dort die bis 1. Juli 1932) unter der Bedingung, daß Hoffnung haben, angesichts des starten Einflusses auch die Schuldnerstaaten, soweit sie durch den des Wettrüstens auf die gegenwärtige Depression Young- Plan ihrerseits Gläubiger sind, die werde unser Schritt zu freundschaftlicheren Be Reparationszahlungen stunden. Die Entlastung kommt natürlich Deutschland zugute und würde bedeuten, daß der deutsche Reichshaushalt im Laufe des Moratoriumsjahres 1.3 1 bis 1.5 Milliarden Martersparte. Damit wäre das Kabinett Brüning der Sorgen überhoben, von denen es im Hinblick auf das Loch im Budget und auf die drohende Währungskrise geplagt war, aber es wäre auch anderen Staaten die deutschen Reparations- für die politische Beruhigung Deutschlands zahlungen fast restlos zur Schuldentilgung an viel gewonnen. Denn es ist kaum zu bezweiAmerika benüßen, kann Frankreich mehr als feln, daß auch die Sozialdemokratie durch die 400 Millionen Mark zur Wiedergutmachung der Entlastung Deutschlands ein größeres Mak Kriegsschäden verwenden. Das würde jeßt au& Handlungsfreiheit gegenüber dem Kabinett fallen, wenn auf ein oder zwei Jahre ein voll Brüning gewänne und der gefährlichen Notlommenes Schulden- 11. Reparationsmoratorium verordnung nun anders an den Leib rücken eintreten sollte. Es sei deshalb die Pflicht der könnte. deutschen Regierung, sich nicht passiv zu verhalten, sondern sofort mit Frankreich in Verhand lungen zu treten, damit eine eine vollkommene Einigung wegen Durchführung des amerikanischen Blanes hergestellt werden. Wird die deutsche Regierung die Snitiative ergreifen? Berlin, 22. Juni.( Eigenbericht.) Während sich an der Börse nach der amerikanischen ErHärung ein übertriebener Optimis mus zeigt, was sich in einer sprunghaften Steigerung der Kurse und dem Aufhören der wilden Devisenkämpfe äußert, warnt die Presse übereinstimmend davor, die Soffnungen auf einen schnellen Wiederanstieg der Wirtschaft all zuhoch zu spannen. Der Sozialistische Pressedienst weist darauf hin, daß die größten Schwierigkeiten jetzt darin bestehen, Frankreich zu einer Ber ständigung zu bewegen. Während die * * Paris nicht grundfäßlich dagegen. Eine Lösung des Reparationsproblems, für das der Youngplan nur bei andauernder Konjunktur eine Uebergangsform hätte sein fönnen, das aber in der Krise durch den Youngplan nicht lösbar erscheint, ist das Moratorium nicht. Wenn am 1. Juli nächsten Jahres die Verpflichtungen Deutschlands wieder in vollem Ausmaße einsetzen, steht das Reich selbst bei gebesserter Wirtschaftslage vor Paris, 22. Juni. Die französische Re- einem Jahre Deutschland die jährlichen Repa- neuen Erschütterungen. Darum müßte das Diese und andere Schwierigkeiten im Ausland verringern die Kauffraft für unsere Erportwaren und sind daher in gewissem Umfang gierung hat zu dem Plane Hoovers bezüglich rationszahlungen nach dem Young- Plane wie neuen Erschütterungen. Darum müßte das Jahr des Moratoriums zur Erörterung fchuld an unserer fordauernden bisher nicht Stellung genommen. Ministerpräsi eines einjährigen allgemeinen Moratoriums der ordentlich zahle. der Revision benützt werden. Da im Arbeitslosigkeit und den fort- dent 2 aval und Außenminister Briand, dic 2. Den sogenannten unbedingten Teil der Frühjahr 1932 die Abrüstungskonfe dauernd niedrigen Preisen für jeit Samstag außerhalb Paris weilten, sind erit Reparationen sieht die französische Regierung en beginnt und ein weiteres Entgegenunsere Farmprodukte. Rechtzeitige Maßnahmen sind daher geboten, um den Druck heute vormittags zurückgekehrt und haben die auf Grund des Wortlautes der Haager Ab- kommen Amerikas nur denkbar ist, wenn seine Beratungen sofort begonnen. Der Minister- tommen als unantastbar an. Deutschland Schuldner sich zum Rüstungsabbau entschlie diefer ungünstigen Faktoren im Ausland zu am berpflichtete sich bekanntlich, unter allen Umlindern, zur Wiederherstellung des Vertrauens präsident und der Außenminister werden beizutragen und dadurch den politischen Frieden Abend mit dem Finanzminister konferieren, der ständen zu zahlen. Dieser Teil, der 500 Mil- ßen, würde der Schlüssel zur endgültigen Löund die wirtschaftliche Stabilisierung in der bereits gestern und heute den ganzen Tag mit lionen Mart, d. i. 3 Milliarden Frant, beträgt, sung erst in Genf zu finden sein. Dazu bedarf Welt zu fördern. Die Autorität des Präsidenten hohen Beamten der Bank von Frankreich und ist in das französische Einnahmenbudget aufge- es allerdings einer Aktion Deutschlands, die Das auf die Verständigung mit Frankreich abzielt. der Vereinigten Staaten bezüglich der Lösung mit den führenden Finanzleuten verhandelte. nommen, das ernstlich bedroht würde, Dieses Problems ist begrenzt, da er hierin vom Der Standpunkt der Regierung wird morgen Defizit des französischen Budgets beträgt be- Man ist in Frankreich über die letzten GreigStongreß unterstützt werden muß. Dem Präfi- bormittags in der Sigung des Ministerrates tanntlich schon heute eine Milliarde Frant. denten ist von führenden Mitgliedern beider präzisiert werden. Häuser des Kongresses herzliche Unterstützung zugesichert worden. Nach Informationen würde sich die französische Regierung nicht grundsäßlich Der Kern des Vorschlages ist, den Schuld gegen den Vorschlag Hoovers stellen, nern Zeit zur Wiedererlangung doch verhüllt sie nicht, daß die Art und Weise, ihrer nationalen Prosperität zu in welcher ihn Präsident Hoover der Welt vor geben und ich richte an die Amerikaner den Rat, legte, ohne vorher Frankreich über sein Urteil in ihrem eigenen Interesse gute Gläubiger und zu fragen, nicht gerade die geeignetste gewesen jei. Die franzöfifche Regierung beabsichtige den gute Nachbarn zu sein. Ich möchte diese Gelegenheit dazu benüßen, Präsidenten Hoover um gewisse Aufklärungen meine Ansicht über unsere Beziehungen zu den zu ersuchen und einige Forderungen zu stellen, deutschen Reparationen und den uns von den so vor allem: europäischen alliierten Regierungen geschuldeten Summen offen zu äußern: Unsere Regierung hat sich nicht an der Auf erlegung der Reparationen beteiligt, noch sich irgendwie bezüglich ihrer Festsetzung geäußert. Wir haben mit voller Absicht keinen Anteil gehabt an den allgemeinen Reparationen oder an der Aufteilung von Kolonien oder von Privateigentum. Die Rückzahlung der Anleihen, die wir den Alliierten für den Krieg und für Wiederaufbauzwecke gewährten, wurde auf einer Basis geregelt, die weder mit den deutschen Reparationen irgendwie zusammenhing, noch von deren Zahlung abhängig gemacht wurde. Daher ist diese Reparationsfrage notwendigerweise ein rein europäisches Problem, mit dem wir nichts zu tun haben. Ich billige nicht im entferntesten die Streichung der uns geschuldeten Summen. Das Weltvertrauen würde durch einen derartigen Schritt nicht gefördert werden. Steiner unserer Schuldner hat das je vorgeschlagen, aber da die Basis der Fundierung die nisse verschnupft, sträubt sich auch gegen deit In parlamentarischen Kreisen gewann die Vorschlag Hoovers und glaubt sich durch die Ansicht die Oberhand, daß sich die französische Re- auf der Linie Berlin- London- Washington gegierung energisch gegen die Einstellung dieses un- suchte Revision zu Unrecht übergangen. Es ist bedingten Teiles der deutschen Zahlungen stellen taum zu befürchten, daß Amerikas Entmüsse. Man ist der Ansicht, daß es unerläßlich lastungsversuch an dem Widerstand Frantsei, eine internationale Konferenz einzuberufen. reichs scheitert und Hoover wird mit Briand Die Finanzkreise weisen darauf hin, das wohl eher fertig werden als mit der möglichen Frankreich der einzige Staat wäre, der finanziell Opposition im amerikanischen Kongreß selbst, getroffen würde, wenn auch der unbedingte Teil aber ein weiterer und auf lange Sicht wir der deutschen Zahlungen eingestellt würde. Groß- fender Erfolg ist doch nur denkbar, wenn britannien und Italien würben im Gegenteil ge- Deutschland in den nächsten Monaten auch winnen, da bekanntlich ihre Jahreszahlungen auf mit Frankreich handelseins wird. Mit den 1. Es werde die ausdrückliche Verpflichtung ihre Schulden an Amerika größer sind als die Ausrüstungs forderungen des Herrn Deutschland verlangen, daß sich das Moratorium Anteile, die sie von Deutschland auf Reparations bloß auf ein Jahr erstrecke und daß nach konto erhalten. ** * Deutschland Itimmt zu. Seeckt, den sich Curtius als Parteigenossen gefallen lassen muß, wird Deutschland allerdings nicht an dieses Ziel gelangen. Und das Schlimmste, was angesichts der politischen Urteilslosigkeit großer Massen des deutschen Voltes zu fürchten ist, wäre der Irrglaube, Berlin, 21. Juni. Wie das Kontibureau von reichs. Auch in deutschen politischen Kreisen wird den Hugenberg und Hitler nun ohne Zweifel unterrichteter Seite erfährt, hat die deutsche nicht verkannt, daß Frankreich gewisse Opfer propagieren werden, daß Deutschland ohne Reichsregierung der amerikanischen Regierung bringen müßte. Frankreich erhält von Deutsch Frankreich, über Frankreich hinweg, die Bunbereits ihre Zustimmung zu dem Vorschlage mit- land über 800 Millionen Mark und hat selbst desgenossenschaft Amerikas suchen könnte. geteilt. Die Erleichterung, die Deutschland nach mehr als 400 Millionen Mart an Striegsschuld- Man muß sich darüber klar sein, daß Sent amerikanischen Vorschlage zuteil würde, be- verpflichtungen zu zahlen, erleidet also einen Amerikas Schritt nicht irgendwelchen verläuft sich nach den Berechnungen aut zuständiger Ausfall von rund 400 Millionen Mart. Stelle auf etwa 1500 Millionen Mark. Von der Gesamtsumme, die während dieses Zeitraumes fällig wäre, muß man nämtlich etwa 200 MilGünstige Stimmung in Rom. lionen Mark für weiterlaufende Zinsenverpflich Nom, 22. Juni. Wenn auch ein amtlicher tungen abziehen. Es ist anzunehmen, daß Eng Kommentar zu Hoovers Vorschlag noch nicht verland ebenfalls unmittelbar sein Einverständnis öffentlicht ist, so spricht doch alles dafür, daß die erklären wird, ebenso Italien. Problematisch öffentliche Meinung Italiens Hoovers Vorscheint im Augenblicke noch die Stellung Frantschläge günstig aufnimmt. schwommenen ,, deutschfreundlichen" Gefühlen, sondern sehr nüchternen Erwägungen ent sprungen ist. Herbert Hoover ist am Vorabend der großen Krije, che noch die Börfenfrachs den heiteren Himmel der ewigen Prosperity" umdüsterten, als der Mann der Konjunktur gewählt worden. Hoovers Namen ist mit der Geschichte der kapitalistischen Ra Seite 2 Dienstag. 28. Juni 1931. Ät. 146. ticmalisierung in den USA. eng verknüpft. Als die Babbits ihn wählten, die großen Konzerne und Trusts seine Wahl manageten, glaubten sie noch an die Evangelien der Fordisten, an die ewige Konjunktur und die Uebcrwindung des Klassenkampfes durch hohe Ahne, Gewinnbeteiligung der Arbeiter und last not least natürlich durch die gelben Betriebsgewerkschaften. Just unter der Präsidentschaft Herbert Hoovers aber mußte der Krach einsetzen,, und da die nächste Präsidentschaftswahl ihre Schatten vorauswirft, fühlen Hoover und seine Leute sich verpflichtet, etwas zur Linderung der Krise, zur Ankurbelung des Busineß zu unternehmen. Die Botschaft Hoovers stellt ausdrücklich fest, daß der Zustrom des Kapitals nach den Bereinigten Staaten die Arbeitslosigkeit vermehre, die Kreditfähigkeit der anderen Staaten mindere und den Export der amerikanischen Waren wie auch die niedrigen Preise für die Produkte der Farmer bedinge. Dem soll das Moratorium steuern, von denr man sich eine Genesung der Weltwirtschaft doch wohl nur dann versprechen kann, wenn es auch die weitere Herabsetzung der Reparationen anbahnt, die aber Hoover auch jetzt noch-für ein rein europäisches Problem hält, das demnach nicht von Deutschland und Ame- rika, sondern nur von Deutschland und Frankreich gelöst werden kann. Wenn das deutsche Volk politisch denken kann, dann wird es aus den Vorgängen der vergangenen Wochen, aus dem„Wunder von Washington", das die Mark und nrit ihr das Regime Brüning vor dem Sturz bewahrt hat, noch eine Lehre ziehen können: daß nicht der Radaunationalismus, sondern doch wieder die ! verfemte„E r f ü l l u n g s p o l i t i k", nicht : das Auftrumpfen, sondern die vorsichtige sdiploma tische Aktion Deutschiland helfen können und daß diese Hilfe !«m so leichter zu erreichen ist, je ^stärker der Sozialismus in der Welt iflt. Jedermann weiß, daß der Schritt Hoovers eine unmittelbare Folge des deutschen Besuches in Chequers und ein Verdienst der eng- lischeu Bermittlungstätigkeit ist. Der arrgeb- lich private Besuch des amerikanischen Staats- sekretärs Mellon in England war eben doch die entscheidende Rekognoszierung des europäi- schen Krisenfeldes durch Hoover; nicht so sehr den Berichten des Berliner amerikanischen Botschafters als den nachdrücklichen Vorstellungen Macdonalds und Hendersons, die Mellon nach Washington weiterleitete, ist die Hilfeleistung Amerikas zu danken. Zum soundsovieltenmale ist es der sozialistische Gei st internationaler Verständigung, zum soundsovieltenmale ist es die Politik der englischen Arbeiterpartei, die Deutschland vor einer Katastrophe retten. Eine Tories--Regierung in England, der an der Erhaltung der deutschen Demokratie nichts läge, die im Gegenteil den deutschen Fascismus oder auch den kommunistischen Putsch in Deutschland nur begrüßen wüÄe, weil beides in ihre antirussischen, antisowjetistiichen Pläne paßte, hätte den Deutschen niemals den Dienst geleistet, den Henderson und Macdo- nald im Interesse der Demokratie und des Frizens dem deutschen Volke erwiesen haben. bttttf verboten.! Pfeile aus dem Jenseits. Von Hans-Herbert Varlen. Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. ,Mie gefallt Ihnen dies?" Der Commander stellte ein Keines geflochtenes Kästchen vor Clav hin. Nah sah auf den ersten Augenblick, es war exotische Arbeit. Es war«in hohes Kästchen aus Bast. Er betrachtete es interessiert, denn es war in einer seltsamen Flechtart hergestellt, die er nicht kcmnte. Das Kästchen war bunt. Die Farben waren fast grell und für«inen Europäer recht geschmacklos. Alles in allem machte daS Kästchen aber«inen harmlosen Eindruck und Nay konnte nicht begreifen, daß auf die weiße Stirn des Commanders Schweißtropfen traten, als er es jetzt ansah/ „Sehen Sie die Augen des Teufels?" frag:« der Commander mit heiserer Stimme. Nah blickte auf. Die Augen des Commanders waren starr auf das Kästchen gerichtet. Er schien seine Augen nicht losreißeu zu können, trotzdem er sich scheinbar die größt« Muhe gab, den Mick abzuwenden. Es gelang ihm nicht. Er war wie hypnotisiert. Nay verstand das nicht. Einen Augenblick dachte er: Ter Commander ist krank. Aber dann sah er wieder auf das Kästchen und, hol's der Teufel. Jetzt sich er wirklich etwas... Nay mußte noch feinem Einglas greiftn, das ihm zu entfallen drahte. Er sah Augen! Boshafte, glasklare Augen. Lidlos, wimperlos. tückisch Augen, die unbeweglich waren, ober di« trotz ihrer Unbeweglichkeit das lebhafteste Funkeln zeigten. Diese Augen faszinierten. Diese Augen flößten«ine seltsame Angst ein, wie Nah sie in seinem Leben noch nie gekannt hatte. Eine Wird das deutsche Volk auch diese Tat des internationalen Sozialismus wieder wie die Rheinlandsräumung mit einem Hurrah für Hitler und einer weiteren Rechtsschwenkung quittieren?! Wird es noch immer glauben, der Erfolg von Chequers sei dem großen Mundwerk des kleinen Goebbeles und den Gesten lechsil und Mrtlchnftslorm. Die Technik hat unserer Zeit ihr Siegel aufgedrückt. Nicht nur im praktischen Leben stoßen wir überall auf ihren Einfluß, mit nuferem gesamten sozialen und kulturellen Sein vielmehr gelangen wir Tag fiir Tag mehr unter ihre Herrschaft und durch den Einbruch technischen Denkens in unjer Geistesleben hat auch dieses eine deutliche Befruchtung erfahren. Umso auffälliger Hst es, daß die eigentlichen Träger der technischen Entwicklung, ihre unmittelbarsten Jünger, die Ingenieure und Techniker, so wenig Teil haben an der öffentlichen Verwaltung, der Staats- und Wirtschaftspolitik, daß diese immer noch ganz und gar in den Händen von Männern liegt, die(teils infolge humanistischer Bildung) dem Geist der Technik und Lew Anforderungen, di« sie an die Neugestaltung unseres sozialen und kulturellen Lebens stellt, verständnislos gegenüberstehen oder sie"nicht richtig erfaßt haben. Denn das technisch« Denken ist ein verhältnismäßig junger Zweig menschlicher Geistestätigkeit und es ist infolgedessen naturnotwendigerweise heut« noch hauptsächlich auf jene Menschen beschränkt, die unmittelbar mit der Lösung technischer Aufgaben beschäftigt sind. Die Ursachen dieser merkwürdigen Erscheinung der positischwirtschaftlichen Abstinenz der Techniker und Ingenieur« hier zu untersuchen, kann nicht unsere Aufgabe sein. Sie sind hauptsächlich wohl darin zu suchen, daß man im Techniker heute nur den Spezialisten sieht und demgemäß auch die ganze Erziehung einrichtet. Inwieweit man da richtig voryeht, soll dahingestellt und der schon jahrelangen Diskussion in der einschlägigen Fachliteratur sowie der Entscheidung durch die Praxis Vorbehalten bleiben. Was uns aber hier interessiert, sind die Folgen, die sich ans der technischen Entwicklung für die Wirtschaft ergeben haben. Mechanisierung und Rationalisierung, dies« typischen Kinder technischer Denkweise und technischer Arbeit, find heute so weit gseehen, daß fie dem Großteil des Volkes zum Fluche werden. Es klingt angesichts der wirklichen Verhältnisse wie ein Hohn, wenn wir die Defination der Rationalisierung lesen, die das Reichskuratorium für Wirtschaft» lichkeit, Berlin, zum Bevfafser hak „Rationalisierung ist Erfassung und Anwendung aller Mittel, die Technik und Planmäßige Ordnung zur Hebung der Wirtschaftlichkeit biete«, zum Zwecke der Steigerung des Bolkswohkstan- des durch Verbilligung, Vermehrung und Verbesserung der Güter." Demgegenüber! stellt der Jahresbericht des B. D. I.(Zeitschrift Nr. 5, 1931, des Vereines Deutscher Ingenieure Berlin) sehr richtig fest: .... ,chen Dienst an der Allgemeinheit im letzten und eigentlichen Sinne hat auch unser« hochentwickelt« Technik wicht zu vollbringen gewußt"... Hier liegt also augenscheinlich ein Widerspruch vor und man wäre geneigt, was man heute zum Teil auch tut, die technische Entwick- Angft, die ihm fast Aebellert in dar Magengrube bereitete. Und Nay ging es wie dem Commander. ES war chm fast umnöglich, den Blick von diesen seltsamen Augen loszureißen. „WaS ist daS, Commander?" fragte Nay, noch erschüttert van dem Erlebten „®te Augen des Teufels!" Nah lächelte nicht mehr darüber. Zwar der Commander drückte sich etwas phantastisch aus für dies seltsame Phänomen. Ans jeden Fall ober war eS furchtbar. Nicht die furchtbaren Augen allein, sondern vielmehr diese seltsame und schreckliche Angst, die sie jedem suggestiv ein- zuflößen schienen. / Doch nun war alles verschwunden. Das Kästchen sah fast harmlos wie ein Spielzeug aus. Ein buntes, bizarres Dingelchen zum Aufbewähren von Fruchten. Vielleicht Datteln und Feigen... Ja, die Paßten hinein. Auf jeden Fall wirkt« es jetzt ebenso harmlos, wie es noch vor einigen Sekunden Entsetzen einflößend gewesen gewesen war. „...höchstens ein Fruchtkörbchen des Teufels!" scherzte Nah. Aber sein Scherz zeigte kein Verständnis im Gesicht des Commanders. Er sagte todernst: „Ja, auch das... vielleicht ein Fruchtkorb des Teufels!" „Was ist darin?" „Nun, ein« Frucht!" antwortete der Commander mit einem Gesichtsausdruck, den Nay nicht enträtseln konnte. Das Gesicht des Commanders war aschfahl geworden und Nay sah, daß er sich nur noch mit größter Mühe auf den Beinen hielt. „Soll ich es öffnen?" „Eine Frucht des Teufels!" antwortete der Commarcher nur und schien diesem Ausdruck« nachzusinnen, als könne er hier einem Geheimnis aus di« Spur kommen. Adolfs des Trommlers(„laut aber hohl", wie seine Freunde sagen), zu danken?! Dann freilich wäre diesem deutschen Volk durch kein Moratorium und durch keine Revision zu helfen, dann wäre auch die Hoffnung von heute nur eine Illusion und die scheinbare Hilf« ein Schritt ins Verderben! lung für unsere Wirtschaftsnot verantwortlich zu machen. Der Jahresbericht des V. D. I. sagt dazu weiterhin. „... daß hier ein schwerwiegender und oft verhängnisvoller Trugschluß vorliegt... ... Richt im Fortschreiten der Technik, wohl aber in der an vielen Stellen mangelnden Fähigkeit, ihr« Ergebnisse der Wirtschaft in zweckvoller Form zugute kommen jfa lassen, sehen wir eine der entscheidendensten Ursachen für di« Not unserer Zeit. Den Ingenieur hie- ftir verantwortlich zu machen, lehnen wir ab, so lang« auÄchlaggeberwe wirtschaftliche Ent. schechungen seinem Einflußbereich entzogen bleiben." Dieser zweifellos richtigen Erkenntnis muß man unbedingt Anstimmen. Doch berührt es zumindest eigentümlich, wenn in der gleichen Nummer ein Konferenzbericht kommentaAos ab- gednuckt wird, in dem u. a.«in Bergafsesior in einem Vortrag folgendes sagt: ,Di« Arbeitslosigkeit laßt sich nur einschränken »oder ganz beseitigen durch Maßnahmen, di« die Sclbsckosten der deutschen Wirtschaft vermindern, also durch Fortsetzung einer nicht übertriebenen technischen und organisatorischen Ra- tionwlifierung, Herabsetzung der sozialen Lasten, der Steuern sowie der Rominallöhn« und Gehälter, durch Beibehal- rung oder Verlängerung der Ar. bei tS zeit....." Wir sehen also in den Kreisen der Techniker auf der einen Seite wohl die wachsende Erkenntnis, daß die Entwicklung der Technk, also der Produktionsmittel, nicht mehr im Einklang steht mit der heutigen Form der kapitalistischen Wirtschaft, di« als höchstes Ziel nur den Profit Ein- zelner oder einzelner Gruppen kennt und diesem zweifellos„sozialem" Zwecke alles zu unterwerfe» gewillt ist. Auf der anderen Seite aber muß man die letzt« Konsequenz vermissen, nämlich den offenen Bruch mit dieser kapitalistischen Ordnung, das entschiedene Eintreten für ein« grundlegend« Umgestaltung der wirtschastlichen Verhältnisse. Und in dieser Unfähigkeit, sich zu entscheiden, mag man nicht i« letzter Linie di« Ursache für die eingangs erwähnte politisch-wirt- schaflliche und soziale Teilnahmslosigkeit des Technikers, seine mitunter,— wenn vor politischen Entscheidungen gestellt— fast kindlich anmutende Urteils- und Hilflosigkeit in solchen Dingen und ftin Aujgehen im Spezialistentum suche«, die, so gesehen, als eine Flucht aus der unbefriedigenden Wirklichkeit in die Welt der Technik erscheint. Es liegt aber durchaus nicht im Geiste der Technik, technische Entwicklung als Sekbstzweck zu betreibe«, wie ja auch der bekannte Raturwiflenschaftjsr Wilhelm Ostwald von einer ganz anderen Seite her zu der Erkenntnis kommt,„daß man überhaupt nichts um seiner selbst willen betreibt, sondern ausschließlich um menschlicher Zlvecke willen." Der Techniker stößt bei seiner Arbeit ständig auf Henmmngen und Hindernisse von seiten der Welt da draußen, von der er sich zuruckzog und die ihn und sein« Arbeit mitunter in falsche, Clay machte sich mm ohne weiteres an dem Körbchen zu schaffen. Der Bastdeckel zeigte eine seltsame Zeichnung. Beim ersten Hinsehen waren es nur wirre Linien. Aber je länger Nay darauf guckte, je mehr schien aus diesen Linien etwas hervorzu- wachsen. Nay sah das mit Staunen. Schließlich erkannte er«in Gesicht. Und dies Gesicht war eine deutliche Teufelsfratze. „Alles Suggestion!" schrie Nah wütend auf, als ihm das Bild dieser Linien klar wurde. Es war alles sei«« eigene Narrheit. Er bildete sich diese Teuselsfratze ein. Der Commander hatte ihn angesteckt, und er war ein Waschlappen. Wütend starrte er aus das Bild. Aber es blieb. Keine Wut konnte das Ergebnis dieser Linienbildung weglöschen. Mit einem Much schleuderte er den Deckel beiseite. Der Teufel! Was barg dieses geheimnisvolle Kästchen? Nay war fast enttäuscht. Seine Erwartungen waren hochgespannt gewesen. Sein Mut auf alles vorbereitet. Und nun sah er nichts. Das Kästchen war scheinbar leer. Auch drinnen war es grell und bunt. Alle Farben sprangen durcheinander. Und trotz dem Schatten, der im Korb war. brannten die grellen Färben. Nur etwas schien drinnen anders. Durch die ganze grelle Buntheit zog sich ein breites schwarzes Band. Ein Band, das wie eine dunkle Spiral« durch das Farbenspiel hindurchging. Schon wollte Nay das Kästchen enttäuscht beiseite stellen, als etwas Unerwartetes geschah. Das schwarze Band fiel von der Buntheit oft und war ein dunkler häßlicher Klumpen und dann... stieß Nah einen Schrei aus und sprang von dem Kästchen zurück, daß er fast stolperte. Entsetzen war in seinen Augen und sein Ein glas fiel zu Boden. ganz untechnische Bahnen zu lenken bestrebt ist, bzw. den Efteti seiner Arbeit in Widerspruch bringt mit seinem Wollen. So lesen wir beispielsweise in einem Buch (Hanf st e n g l, Technisches Schaffen und Denken): „Raubbau, auch an menschlicher Arbeitskraft, ist kein« Ausnützung im wirtschaftlichen Sinne." Wie sieht es aber damit in Wirklichkeit aus? Wirb nicht mit der menschlichen Arbeitskraft mehr als Raubbau getrieben, wenn die arbeitende Hälfte der Werktätigen bei langer Arbeitszeit und niedrigen Toynen vorzeitiger Erschöpfung entgegengetrieben und die andere Halste aber aus dem Wirtschaftsprozeß überhaupt ausgeschaltet wird? Es ist zu erwarten, daß der Techniker aus seinem individualistischen Spezialistentum herausfindet und gemäß der zielstrebcuden konstruktiv-schöpferischen Einstellung seines Denkens und Handelns endlich auch daran geht, die Gestaltung seiner Umwelt, das ist in erster Linie der Wirtschaft, nach seinem Geiste, also dem Geist« der Technik, in die Hand zu nehme«. Zweifellos wirb er hiebei auf die Hilst des arbeitenden Dolles rechnen können, das in erster Linie an der Umgestaltung der Wirtschaft im technischen, d. i. in einem wahrhaft„sozialen" Sinne, interessiert ist. Jng. O. K. Sechs Monate Serler für ei» verschmierter Schulheft! Die Londoner„Times",«in konservativbürgerliches Blatt, das wahrhaftig«her Sympathien für die F a sc isten als für ihr« Gegner hat, veröffentlicht ohne Kommentar folgenden Bericht seines Korrespondenten aus Rom: Ueber ein bemerkenswertes Nachspiel zu der Schließung der Jugendorganisation der Katholischen Aktion berichtet der(päpstliche)„Osser- vatore Romano": Ein« Bolksschullehrerin in Poggiomarino bei Sarno bemerkt«, daß auf dem Schulheft einer ihrer Schülerinnen das Bild Mussolinis mit Bleististverschmiert war. Die Lehrerin meldete dies sofort dem fascistischen SÄretär, des Ortes, der seinerseits der Pvlizei Mitteilung machte. Die Besitzerin des Heftes, ein kleines Mädchen danach t Jahren, wurde einvernommen und erklärte, sie habe es getan, weilsie sich über die Schließung des katholischen Mädchenvereines geärgert habe. Sie fügte hinzu, daß fie von Fräulein Buonaeura, der Vorsitzenden des Vereines, dafür streng getadelt worden sei. Der Kommandant der Karabinier«(Polizei) wollte die Sache auf sich beruhen lassen, ließ sich aber durch wiederholtes Drängen des fascistischen Sekretärs zu einer anderen Haltung bHimmen. In der Folge wurde, wie der„Osservatore Romano" erzählt, dem Kinde eine Beschuldigung gegen Fräulein Buonaeura abgepreßt, die daraufhin angeklagt Vitrde, die„Tat"— das Beschmieren des Heftes— angestiftet zu haben. Fräulein Buonaeura wurde verhaftet und mit ihr^pigleich Fräulein Annunziata, die Kassierin des Vereines. Die beiden Frauen würben zuerst nach Pompeji und dann nach Poggioreale ins Gefängnis gebracht und hierauf in Neapel vor ein Gericht gestellt, das sie zu sechs Monate» Kerker verurteilte.. Es wurde ihneu nur eine bedingte Strafmilderung zugestanden, was bedeutet, daß sie nicht das voll« Maß der Strafe werden absitzen müssen. Der schwarze Klumpen hatte sich wieder entrollt und war mit einem zischenden Laut in die Höhe gefahren. Direkt auf Nay zu.., „Der Teufel! Eine Schlange!" schrie er auf und fühlt« wieder das unangenehme Gefühl in der Magengrube. Der nackt«, schwarze Leib der Schlange reckte sich zur Hälft« aus dem Kästchen. Sie wiegte den Oberkörper wie nach dem Takte einer unhörbaren Melodie, und ab und zu züngelte di« Bestie und stieß ein hohes Pfeifen aus. „Das Biest... ist... giftig?" rief Nay und packte den Commander an der Schulter und riß ihn zu sich herum. Der Commander hakte wie geistesabwesend aus dem Fenster gestarrt. Jetzt zuckte er Msammen. ,Mstig? Wie?" Nun frä er die Schlange. Es war, als gebe ihm der Anblick einer offensichtlichen Gefahr den alten Muk zurück. Ein Lächeln lief sogar lrm seinen Mund und in die grauen Augen trat ein Leuchten, das sie fast schön machte. Es war jenes mutige Leuchten, das Kampf in allen furchtlosen Menschen auslöst. Er nahm den hevuntepgefallenen Deckel und schlug mit einer blitzschnellen Bewegung Kopf und Oberkörper der Schlange in das Kästchen zurück. Das Zischen wurde so stark, daß Nay noch einen Schritt werter zurücktrat, trotzdem er schon eine gute Entfernung zwischen sich und das Kästchen gebracht hatte. „Giftig?" Der Commander schloß dabei das Kästchen. „Schlimmer als Kobragift..." fuhr der Commander fort. „Also tödlich?" sagte Nah, und er fühlte, daß das Entsetzen noch die Hand um seine Gurgel gelegt hielt. „Schlimmer als tödlich..." sagte der Commander und stieß das Kästchen in eine Schranktür. (Fortsetzung folgt.) Nr. 146. Zum 2. Arbeitersängerbundesfest 27. bis 29. Juni 1931 in Bodenbach. Dienstag, 23. Juni 1931. Opposition in Bulgarien siegreich. Vernichtende Wahlniederlage des Regierungsblods. Macdonald Seite begrüßt den Vorschlag von Herzen. London, 22. Juni. Auf eine Anfrage Nur noch Stunden trennen uns, dann eintreffenden Nachrichten besagen, daß die Re- Kommunisten 7 Mandate. Sofia, 22. Juni. Die aus der Provinz wurden. Der Nationale Block erzielte 147, die Baldwins des Führers der Opposition, erklärte Von den restlichen heute Premierminister Macdonald im Unmarschiert die Masse. Die Arbeiterfänger gierungskoalition bei den gestrigen Wahlen in 43 Mandaten der sogenannten Zentralkandidaten- terhause, die britische Regierung begrüße die Erschaft tritt vor die Deffentlichkeit. Nicht zahlreichen Orten eine Niederlage erlitt und liste, deren Unterlage die Gesamtwahlergebnisse flärung Hoovers vom ganzen Herzen. Sie er einzeln, sondern als geschlossene Gemein- daß der sogenannte National- oder Volksblock in allen Wahlbezirken bilden, entfallen auf die fläre sich ihrerseits gerne bereit, diesen Vorschlag schaft, als Gesamtorganisation. große Erfolge aufzuweisen hat. Auch die Kom- Regierungstoalition etwa 20 Mandate, den Rest im Prinzip zu unterschreiben. Die RegierungsWirst du dabei sein? Noch iſt es Zeit. munisten sind erfolgreich aus den Wahlen her- werden wahrscheinlich die Sozialisten und Kom- mitglieder seien bereit, an der Ausarbeitung der Melde dich sofort bei den im Ort befind- vorgegangen. In den großen Städten, wie Phi- munisten erhalten. Einzelvorschläge mitzuarbeiten, um der Erklä lichen Verein. Alles ist aufgeboten, um lippopel, Ruftschut und Warna erlitt der Regie- In politischen Kreisen ist man der Ansicht, rung Hoovers ohne Verzug zur praktischen Wirdie Veranstaltung zu einemt freudigen Erlebnis zu gestalten. Da darfst du nicht ungblock eine absolute Niederlage. Es daß die jeßige Regierung bis Ende dieser Woche fung zu verhelfen. Das Unterhaus könne nicht Erlebnis zu gestalten. Da darfst du nicht verlautet, daß er in diesen Städten kein einziges ihre De mission überreichen wird. erwarten, daß er gegenwärtig mehr darüber sage. Mandat erlangt hat. Das Innenministerium veröffentlicht die Baldwin und Lloyd George erklärten sich Frohe und genugreiche Stunden Eine amtliche Meldung bestätigt die Nieder- Wahlergebnisse aus der Hauptstadt. Die Koali- mit den Aeußerungen Macdonalds einverstanden. stehen bevor! lage der Regierungskoalition. Nach den bisherigen tion des nationalen Blocks erhielt 22.382 Stimvorläufigen Meldnugen erhielt die Regierungs- men, die Regierungskoalition erziele 13.031, die toalition nur 65 Mandate von insgesamt 230 unabhängige Arbeiterpartei( Kommunisten) 9658 Mandaten, die direkt in den Wahlbezirken bejezt| Stimmen. fehlen! Wilhelm Bod- Gotha. Berlin, 22. Juni.( Eigenbericht.) Im Alter von 85 Jahren ist heute Genosse Wilhelm Bock- Gotha cinem Schlaganfall erlegen. Mit ihm ist einer der letzten Veteranen der sozialdemokratischen Partei Deutschlands dahin gegangen. Zwei Menschenalter hindurch hat er an führender Stelle der deutschen Arbeiterbewegung gewirkt. Im Jahre 1875 leitete er den Einigungslongreß von Gotha, der die Eisenacher Richtung unter Bebel und Liebknecht mit den Lassalleanern zusammenführte. Im Jahre 1922 hat er wiederum einen Einigungskongreß mitgemacht, den von Nürnberg, der die Mehrheitssozialisten mit den Unabhängigen zusammen führte. Viele Jahrzehnte lang war er sozialdemofratischer Reichstagsabgeordneter und sechs Jahrzehnte hindurch stand er an der Spize des Schuhmacherverbandes. Auf dem Parteitag in Leipzig wurde Wilhelm Bock durch die Wahl zum Alterspräsidenten noch besonders geehrt. Er nahm an allen Rundgebungen teil und niemand jah ihm dort an, daß er den Parteitag nur wenige Wochen überleben würde. Die sozialdemokratische Partei wird seinen Ramen stets in Ehren halten. Der 90jährige Fallier gestorben. Paris, 22. Juni. Der frühere Präsident der französischen Republit Fallières ist heute im Alter von fajt 90 Jahren gestorben. Er war 1883 Ministerpräsident und von 1906 bis 1913 Präfident der Republik. * Schweinereien aus Hitlers nächster Umgebung. Eile tut not! Stimson gegen jede internationale Konferenz. Washington, 22. der heutigen mit, daß die formelle Unterbreitung des ameri Umgebung. Breffefonferenz teitte Staatsfekretär Stimjon Berlin, 22. Juni.( Eigenbericht.) Die| Briefe zu entwenden. Der Nachrichtenoffizier be- tanischen Planes bei den beteiligten Mächten behauptet weiter, daß Gregor Straßer, einer reits auf diplomatischem Wege erfolgt sei. Daß eine internationale Konferenz zur der Freunde Hitlers, mit seinem Bruder Otto Diskussion über Hoovers Vorschlag einberufen Straßer, der zu den Stennesleuten zählte, enge werde, lehnte Stimson rundweg ab. Er betonte, Berbindung halte, woraus sich die Veröffent- die Angelegenheit dränge so sehr, daß man zu lichungen in der Presse über die Intimitäten Konferenzen und langen Debatten feine Zeit habe. Was man brauche, sei eine sofortige herzHitlers in München erklären. liche Zustimmung aller Mächte. Nur das werde den benötigten psychologischen Effekt auslösen und die spätere Ratifikation durch den Kongres Wenn aber die Aktion nicht einstimmig erfolge, der Vereinigten Staaten so gut wie sicherstellen. so könnte überhaupt nichts erreicht werden. Gile tue not, eine lange Debatte würde Alles zunichte machen. sozialdemokratische Münchener Post" gibt einen Bericht wieder, den ein Nachrichtenoffizier der Sakenkreuzler am 22. Mai d. J. an den Stabschef Hitlers Roehm gerichtet hat. Es geht daraus hervor, daß Roehm homosexuelle eigungen hat und den Offizier beauftragt hatte, gegen einige Führer der Hakenkreuzler, u. a. auch gegen Dr. Goebbels vorzugehen, weil sie Roehm wegen seiner homosexuellen Tätig teit angegriffen hatten. Die Wohnung des einen Gegners Roehms, namens Heimroth in Berlin, sollte aufgebrochen werden, um dort belastende Das Ganze gibt einen efelerregenden Einblick in das Treiben des Hauptmanns Rochm und der ihm ausgelieferten Jugend, das selbst in weiten Kreisen der Hakenkreuzler Entrüstung und Empörung hervorries. Internationaler Lebensmittelarbeiterfongreß in Brag. Am Nachmittag erstattete Setvetär Sch i fa ferstein- Zürich den Tätigkeitsbericht, der einmütig zur Kenntnis genommen wurde. Eine Frage nach der Abrüstung. beaniwortete Stimson dahin, daß gutes Einvernehmen in einer gerechten Sache, nämlich in der Erleichterung der Lage Deutschlands, sicher auch gutes Einvernehmen in einer anderen Angele beschränkungen im Gefolge haben würde. Senator Borah: * Neuregelung Prag, 22. Juni. Im Gewerkschaftshause choslowakischen und Abg. Genosse Taub für die genheit, nämlich in der Einigung über Rüstungs wurde heute vormittags der fünfte ordentliche deutsche Sozialdemokratie. Kongreß der internationalen Union der Arbeiterorganisationen der Nahrungsmittel- Industrie er öffnet, deren Sitz Zürich ist. An dem Prager Kongvej nehmen mehr als 60 Delegierte teil. Die stärkste Delegation hat der deutsche Arbeiterver band der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie entsandt. Die Delegation zählt 16 Mitglieder. Es folgen die Delegationen Dänemarks und Dester reichs mit sechs Mitgliedern. Die Tschechoslowakei wird auf der Konferenz durch die Delegierten Dimnjakovic, Hejna, Müller, Skuhrovsky, Pohl, Lehnert und Minger vertreten. Er vereinigte damals 449 Stimmen auf sich Die Kongreßverhandlungen werden bis 24. ( während der gegenwärtige Bräsident der Republik, Juni dauern. Auf dem Programm steht vor alBaul Doumer, nur 371 Stimmen erhielt). Fallèves antenfritte als Bräfibent in den Jahren lem die Frage der Nachtarbeit in den 1906 1913 die französische Alliance- Politit, ins- Bäckereien. besondere durch seine persönlichen Besuche in Eng In der Resolution, die das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien betrifft, wird betont, daß jeder frühere Beginn der Erzeugung in den Bäckereien eine Rückkehr zur Nachtarbeit und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingun gen der Arbeiterschaft bedeutet. Ferner wurde eine Resolution über das Tragen schwerer Lasten angenommen. In der Resolution wird eine Beschränkung der Basten und die Zusammenarbeit mit den übrigen Organisatio nen und dem Internationalen Arbeitsamte ver langt. Der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes Staal erklärte hiezu, die Arbeiterschaft müsse sich bewußt sein, daß die Macht des Juter In der vormittägigen Gröffnungsjigung, an nationalen Arbeitsamtes von der Stärke der Geland und Rußland. In ſeine Amtszeit als Bröst- der auch Bertreter des Ministeriums für soziale werkschaften und von den politischen Wachtver dent der Republik fällt auch die großzügige Attion Fürsorge und des Verpflegsministeriums teil- hältnissen in den einzelnen Staaten abhängig ist. der friedlichen Durchbringung Maroffos. Im Jahre 1913 wurde Boincaré sein Nachfolger in der Brimator Stellvertreter Reliner im Namen Boincaré sein Nachfolger in der nahmen, wurden die Kongreßteilnehmer vom Primator- Stellvertreter Bräsidentschaft. der Stadt Prag begrüßt. Weiter ergriffen das Wort Abg. Genosse Tayerle namens der tsche Keine Kürzung der Beamtengehälter in Defterreich. Wien, 22. Juni. In einer Presseunterredung mit dem neuen Bundesfinanzminister Konferenz der Eretutive Dr. Redlich gewannen die Journalisten den Ein- der mitteleuropäischen Schwerdrud, daß der Minister keineswegs das Ersparungsprogramm der Regierung Dr. Ender unbe dingt durchzuführen beabsichtige, sondern daß er industriearbeiter. wurde die Aufnahme des Belgrader Verbandes Auf Antrag der zuständigen Kommission der Lebensmittelarbeiter in die internationale Zentrale beschlossen. der Reparationen? Washington, 22. Juni.( Reuter.) Senator Borah erklärte im Zusammenhang mit dem Vorschlag Hoovers: Wenn im Verlaufe eines Jahres an eine weitgehende Herabjezung des Rüstungsstandes und an eine Neuregelung der Reparationen geschritten werden wird, so wird dies eine große Erleichterung in der Weltsituation zur Folge haben. Genf: * Ein entscheidender Wendepunkt Eine Frage an den Herrn Eisenbahn- hier wahrscheinlich um einen entscheidenminister. dem Plane zu beteiligen. Allerdings ist man sich auch darüber klar, daß von Frankreich Sch w i erigkeiten zu erwarten sind, weil es von allen Beteiligten am unmittelbarsten betroffen wird. Man teilt die Auffassung, daß ein etwaiger Hinweis Frankreichs auf seine Finanzlage nicht als gerechtfertigt angesehen werden könnte, denn die finanzielle Stärke Frankreichs ist auch hier Genf, 22. Juni. Das Wolffsche Bureau melman auch in den führenden Kreisen des Völkerdet: Wie von unterrichteter Seite verlautet, mißt bundsekretariats dem Schritt der Vereinigten Staaten größte Bedeutung bei. Man bezeichnet ihn als eine der größten politischen Initiativen seit Kriegsende und erklärt, daß es sich den Wendepunkt handle. Selbst die franzö sischen Kreise des Völkerbundsekretariats fönnen Am 10. Juni hat das„ Právo Lidu" sich dieser Auffassung nicht entziehen. darauf hingewiesen, daß die Firma Klit& Co. Man hört weiter die Meinung, daß FrankUnter Vorsitz des Abgeordneten Sampt in Olmüß, die eine Lieferung für die Eisenbahn- reich unter dem Druck der Weltmeinung wahr im Gegenteil ein eigenes Programm auf( Brager Metallarbeiterverband) hielt die Exeku- verwaltung erhalten habe, den Herrn Eisenbahn- scheinlich gezwungen sein wird, sich in Eile an stellen wolle. Der Minister verspricht sich die tive der mitteleuropäischen Schwerindustriear- minister Rudolf Mlčoch zum Gesellschaf Sanierung des Staatshaushalts nicht von einer beiter am Samstag, den 20. Juni 1931 in den ter hat. Es handle sich um eine Firma, die etwa Herabsetzung der Beamten- und Angestellten Räumen des Metallarbeitersekretariates in 15(!) Arbeiter beschäftige. gehälter und wird deswegen heute oder morgen Brünn ihre ordentliche Sitzung ab. Genosse Hampl konstatierte die Anwesenheit die Beamtenvorlagen des gewefenen FinanzminiDiese Meldung( wir haben sie am 11. ds. fters Dr. Juch über die Herabsetzung der Staats- aller Mitglieder und hielt dem verstorbenen Vor- wiedergegeben) hätte anderswo ein stürmisches angestelltengehälter und die besondere Notabgabe ſizenden der Exekutive, dem Genossen Domes Echo gefunden und den Ruf nach sofortiger Aufwiderrufen. Bevor der neue Minister von( Wien), einen warmen Nachruf. Die durch das flärung laut werden lassen. Bei uns bleibt alles den breiten Bevölkerungsschichten irgend welche Ableben des Genossen Domes notwendig gewor- ruhig. Die Behauptung des„ Právo Lidu" Notopfer fordern wird, werde er energische Er- dene Neukonſtituierung erfolgte in dem Sinne, Das ist ein Zustand, der in einem Rechtsstaat blieb bis zum heutigen Tage unwidersprochen. bekannt. sparungsmaßnahmen im Budget durchführen, daß nunmehr Genosse Hampl( Prag) der erste, wobei er in erster Reihe an das Ministerium für Genosse Jane čet( Wien) der zweite Bor unerträglich ist. Entweder beruhen die Mitteilun- organisationen des Völkerbundes hofft man, nie Seerwesen und an das Bundesheer sitzende und Genosse Saufmann( Komotan) gen des Právo Lidu" auf Wahrheit, dann hat Aktion Hoovers werde zu einer Anturbe. Sekretär der Exekutive wurden. Herr Mlčoch die in diesem Falle nicht zweifel- lung der Wirtschaft beitragen, warnt Die Konferenz nahm ausführliche Berichte haften Konsequenzen zu ziehen, oder die Behaup- aber auch vor dem Glauben, daß die WeltvirtStahlhelmleute an der polnischen über die wirtschaftspolitische, organisatorische, tung ist unwahr, dann wird man wohl noch die schaftskrise nun mit einem Schlage überwunden Grenze verhaftet. sozial- und lohnpolitische Lage in den vertretenen Mühe aufwenden müssen, sie zu dementieren. werden könne. Im übrigen glaubt man auch Freundlichkeit haben müssen, die Oeffentlichkeit mit dem Hoover- Plan einverstanden erklären den nichtvertretenen, der Exekutive ange= tischen Bolizei in Warschau haben am heutigen schlossenen Ländern wurde auf Grund anderwei- aufzuklären. Mit Stillschweigen kann man solche werden. Tage in der Nähe der polnisch Danziger Grenze tiger Berichte diskutiert. Die Debatte zeitigte Dinge nicht aus der Welt schaffen! eine Gruppe von Stahlheimleuten wegen illega Uebereinstimmung dahin, daß die angeschlossenen fer Grenzüberschreitung angehalten. Die Stahl- Verbände aufgefordert werden, in Anbetracht der belleute waren in ihren Uniformen, jedoch ohne wachsenden Angriffslust der Unternehmer und Boffen erschienen. Sie wurden in Gewahrsam vor allem der katastrophalen Arbeitslosigkeit ihre denke. In Kreisen der Wirtschafts- und FinanzWarschau, 22. Juni. Die Organe der poli- Ländern entgegen. Auch über die Verhältnisse in Der Herr Minister Mlčoch wird also schon die hier, daß England und Italien sich ohne weiters genommen. agitatorischen Bemühungen zu steigern und vor allem den notwendigen Kampf um die Verkür* Entspannung bei der Reichsbant. Bolen türzt weiter die Beamten Berlin, 22. Juni. Wie der Handelsdienst des gehälter. Wolff- Büros erfährt, hat die Botschaft des PräsiWarschau, 22. Juni. Auf Grund eines Be- denten Hoovers eine ganz neue Situation geschafBe- fen. Die Reichsbank rechnet mit einer starken Bor neuen Kämpfen in China. zung der Arbeitszeit aufzunehmen, welche in den schlusses des Ministervotes wurden am heutigen psychologischen Entspannung in dem Sinne, daß Nanting, 21. Juni.( Reuter.) Bräsident kontinuierlichen Betrieben der Schwerinduſtrie Tage den Staatsbeamten alle bisher ausgezo das Ausland nicht mehr in dem bisherigen UmTichangtaitschef reiste heute früh nach am zweckmäßigsten durch vier sechsstündige ten Spezialzuschüsse, u. a. die Zuschüsse für den fange seine Kredite in Deutschland fündigt und Ranking ab, um sich an die Spise der nationali Schichten im Tag, wobei die wöchentliche Ar- Dienſt in den Ost- und Westmarken entzogen, daß auch in Deutschland selbst eine allgemeine ſtiſchen Truppen Zentralchinas zu stellen, die beitszeit 42 Stunden nicht überschreiten soll, was in der Praxis eine weitere Herabjegung der Beruhigung eintritt. Die Reichsbank hofft, daher, Staatsbeamtengehälter un zirka 10 bis 15 Pro- daß sie die Kreditrestriktionen, die nach der Lage gegen die kommunistischen sogenannten roten realisierbar wäre. Die Erefutive faßte auch entsprechende Bezent bedeutet. Durch diese Maßnahme soll eine zum Schluß der vorhergehenden Woche noch in Truppen" entjandt werden sollen. In der let ten Zeit wurden in die Provinz Kiangsu ſchlüſſe über die Förderung der organisatorischen jährliche Budgeterſpaunis in der Höhe von 55 scharfer Form hätten durchgeführt werden müſzahlreiche und starke Abteilungen von Regie- und agitatorischen Arbeit in den in der Konfe- Millionen Zloty erzielt werden. Der Ministerrar sen, jetzt in der allermildersten Form in Anwen rungstruppen entsandt und wie nun mitgeteilt renz nichtvertretenen Ländern, in denen die Or hat noch weitere Beschlüsse zwecks Herabjegung dung bringen kanu. Aus diesem Grund ist auch wird, befinden sich die roten Truppen" bereits ganisation mit großen mit großen Schwierigkeiten zu der Budgetausgaben im laufenden Budgerjahr heute wieder die Notierung des Privatdiskonts gefaßt. erfolgt. auf dem Rückzuge in der Richtung gegen Futien. fämpfen hat. ecite a. Tagesneuigkeiten u berurteilen. Tötet mich! Dienstag, 23. Juni 1931. Vom Rundfunk Nr. 146. Gelungene Bersuche mit einem Schienenzeppelin Empfehlenswertes aus den Programmen. Hamburg- Berlin mit 170 Km. Durchschnittsgeschwindigkeit. Dienstag. Prag: 11.30: Schallplatten, 14.30: NachMittwoch: Gewöhnlich pflegen nur in phantasievollen Berlin, 21. Juni. Nach dem Start um 3 Uhr| fahren und höchstens vier oder sechs Personen mittagskonzert, 18.25: Deutsche SentDichtungen Menschen zu verlangen, daß man sie 27 in Bergedorf bei Hamburg traf der Schienen befördern, während der Schienenzeppelin durch dang: Professor Dr. Großer: Anatomie und bon amtswegen töten soll. Vergangene Woche zeppelin Krutenbergs um 5 Uhr 11 auf dem schnittlich mit 100 Kilometer Geschwindigkeit bildende Kunst, 21: Dechesterkonzert, 22.30: wurde aber in Leipzig ein Totschlagsprozeß Spandauer Hauptbahnhofe ein. Er hatte die fährt und dabei 24 Personen, im Notfall aber Schallplatten. Brünn: 11.30:, Schallplatten, abgeführt, bei dem die Angeklagte zu mehrjäh- Strecke von 271 Kilometer in einer Stunde und 40 Personen befördern kann. Nach einem ein- 17.15: Schallplatten, 18.25: Deutsche Sen riger Kerferstrafe verurteilt wurde und das 44 Minuten zurückgelegt und einen Durchschnitt stündigen Aufenthalt setzte sich der Propeller- dung: Prof. Oppenheiler: Tilman RiemenschneiUrteil mit dem Verlangen ablehnte, sie zum Tod von 170 Stundenkilometern erreicht, die höchste wagen wieder in Fahrt zum Bahnhof Grunewald. der. Mähr.- Ostrau: 11.30: Schallplatten, 17: Das Leben dieser Tänzerin Geschwindigkeit betrug 230 Stundenkilometer. Sier hatten sich die Vertreter der deutschen Reichs Violinkonzert. 17.35: Klaviervorträge.- BreßAnna Koch, die heute ganze 26 Jahre alt ist, An der Fahrt hatten außer Krufenberg teilge- bahn eingefunden, u. a. Präsident Marx und burg: 11.30: Schallplatten, 18,25: Gesangskonzert. erleuchtet wieder einmal trefflich viele wesentliche nommen: der Konstrukteur Diplomingenieur Direktor Dortmüller. In einer Besprechung mit Breslau: 21.10: Sar und Zimmermann, Gper Begleiterscheinungen der heutigen Gesellschafts- Stedefeld, der Führer Ingenieur Black, die den Vertretern der Presse brachte Stelefeld zum von Lorging. Königswusterhausen: 12.05: Rus Gattin Krufenbergs sowie zwei Monteure. Ausdruck, daß der seit 1903 bestehende Schienen fische Volksmusik. Leipzig: 16.10: Orchestertonordnung. Dem fünfjährigen, verwöhnten Kind stirbt Krutenberg selbst war von der Fahrt begeistert. wagen- Rekord, der damals von Reichelt mit 214 gert, 21.10: Heitere Lieder des Barod.- Moskau: der Bater, der der Mutter genug Geld hinterläßt, Der Brennstoffverbrauch von Hamburg nach Ber- Stundenkilometern aufgestellt worden sei, nun- 15. Nachmittagskonzert, 21: Abendkonzert. um das Mädchen standesgemä" zum lin betrug genau 183 Liter, das sind etwa 70 mehr durch diese Fahrt gebrochen wurde. Von Nichtstun zu erziehen. Nach dem Tod der Mutter Liter für 100 Kilometer, also ungefähr das 8 Uhr früh an wurde der Wagen dem Publikum bringt Anna ihre Vormünder zur Verzweiflung, Doppelte dessen, was ein starker Kraftwagen ver- gezeigt. Ueber die Rückfahrt nach Hannover ist fie will sich nicht bersittlichen" lassen, man gibt braucht. Demgegenüber aber würde der Kraft noch nichts näheres festgesetzt. Sie dürfte wahr- tagstonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Arsie endlich als Stüße der Hausfrau zu anstän- wagen mit nur etwa 60 bis 70 Stundenkilometern scheinlich Mittwoch oder Donnerstag erfolgen. digen, chrbaren Leuten", aber sogar diesen Segen weiß das ungezogene Kind nicht zu schäzen. Sie verkauft ihr Erbe, steht vor dent Nichts, lernt eine Tänzerin fennen, die nach ihrer Aussage der anständigste Mensch unter der Sonne ist und mit ihr das letzte Gut teilt. Im Stadium der letzten Wäschegarnitur sucht sich die Koch Freunde, lernt tanzen, auch spisentanzen und trägt so auf ihre Weise zur Unterhaltung derer bei, die sich an andern Orten über Frauen ihrer Art das verte, aber gewaschene Maul zerreißen. Sie lernt im Jahre den Vor einem achtfachen Juftizmord in U. S. A. Acht Reger sollen unschuldig auf den elektrischen Stuhl! der bekannte amerikanische Schriftsteller weis der Tatsache zu, daß die betreffenden Mäd Theodore Dreiser schickt an die Zeitungen chen eingeschriebene Prostituierte und underfolgenden offenen Brief: lägliche Zeugen waren. Darf ich mich an Sie in einer Angelegenheit Brag: 11.30: Schallplatten, 14.30: 9cachmit beitersendung: Richard Reißner Bodenbach: zur Arbeiter Olympiade Juli 1981 in Wien, 19.30: Die lustigen Weiber von Windsor. Komisches Singspiel von Nicolai. Brünn: 11.30: Schallplatten, 14.30: Nachmittagsfonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Prof. Dr. Bloch: Das proletarische kind in der Mittelschule. Mähr.- Ostrau: 11.30: Breßburg: Schallplatten, 17: Schallplatten. 12.30: Mittagsfonzert: 18.45: Schallplatten.-Berlin: 14: Kammermusif, 20.30: Medea v. Euripides. Breslau: 17.35: Schottische Volkslieder. Köln: 20: Gurrefieder. Leipzig: 19.30: Ein der neben ihr, wie heute allgemein üblich, noch von höchster Wichtigkeit wenden, die unser ganzes Tode verurteilt und bics ausschließlich Sommerabend, 22.30: In der Schusterstube. verdienen". andere Freundinnen hat, wogegen an und für sich noch nichts einzuwenden wäre. Als aber sein Geld zu verschwinden begann, schichte er seine Freundin Sie muß sich einen verheirateten Freund halten, dem sie Geld mit Schwanger: schaftsdrohungen erpreßt, sie wird sogar auf ,, Reisen" geschickt, muß vor seinen Freunden als Radttänzerin mit üblichen Folgen auftreten und als sie sich weigert, weitere Erpressungen zu beTrokdem wurden die acht Jungen zum auf Grund der widerspruchsvollen und unerhärDer Staat Alabama hat den 10. Juli teten Zeugenaussagen dieser zwei Prostituierten. den. Vielleicht beschäftigen Sie sich im Zusam als das Datum für das Justizmassafer an acht Dies geschah unter dem jubelnden Beifall menhang damit mit der Frage, in welcher Weife Kindern festgescht. Der Gerichtshof von Scotts einer nach Zehntausenden zählenden Mensch en die fegensreiche Gesellschaftsordnung ihre Pflicht boro in Alabama hat nur drei furze Tage ge- menge und unter den Klängen einer Musik- den distinguierten Ausländerinnen gegenüber braucht, um acht Jungen zu verhören, zu über- tapelse. erfüllt, deren wirtschaftlich beneidenswerte: Boführen und zum Tode durch den elektrischen Stuhl Die Zeit drängt. A cht Menschenlebenition verantwortlich ist für den einträglichen zu verurteilen also zum Gelynchtwerden ich weben in unmittelbarer Gefahr. Bosten, der mit so klassischer Trefflichkeit in jouDie Auflage lautet auf Notzuchi, wurde Wir haben ein Komitee gebildet, das diese nalistischen Spizenpositionen Beachtung findet. aber erst nachträglich erhoben. Die Bur- ynchjustiz aufhalten soll. Wir sammeln Gelan ihrer Seite. Sie nimmt Veronal, man erivedft ichen Reger im Alter von vierzehn bis zwanzig damit dieje acht Jungen ihre Unschuld beweisen fie aber zu neuem Leben, um sie vor den irdischen Richter zu zerren und ihr das Reben, das sic geführt, in mehrtägiger Verhandlung mit überg. fechzig Zeugen noch einmal vor Augen zu führen. gehen, schlägt er ste: in ihrer furchtbaren Erregung wird sie zur Bestie, sie erschießt den Mann gung wird sie Ter Staatsanwalt selbst plädierte nicht auf übertüncht durch die Justiz. Jahren wurden wegen einer Schwarzfahrt arretiert. Auf dem gleichen Zug, einem Lastfalls Landstreicherinnen, wegen des gleichen wurden zwei amerikanische Mädchen, gleichDelifts angehalten. Der Polizeibeamte frogte die Mädchen, ob die Negerburschen sie belästigt hätten. Die Antwort lautete: Nein. Aber nach furzem Aufenthalt im Zimmer des Scherifs änderten die Mädchen ihre Ansiegen und beschuldigten die Reger. Zeit zu einer Untersuchung und Beweisbeschaffung wurde nicht gegeben. Der Gerichtshof ließ feine Fragen der Verteidigung zum Be fönnen. Ihr aufrichtiger Theodor Dreijer. Walter Luftig. Der ,, Nautilus" im Hafen. Corf, 22. Juni. Wilfins Unterseeboot ,, Nautilus", das sich im Schlepptau des amerikanischen Kreuzers, Wyoming" befindet, ist heute früh vont 1000 fund für den KanalSegelflug. Die Nachschrift zu diesem erschütternden Hafen Cort- Harbour( jüdirische Küste) aus geTokument, lautet: Dieser Brief ist der erste fichtet worden. Schritt, den das Komitee zur Verteidigung politischer Gefangener, das jezt im Entstehen begriffen ist, unternimmt. Der Fall in Scottsboro ist der unmittelbare Gegenstand unseres Kampfes gegen die jetzt wütende Seuche von rajsenmäßiger, gewerkschaftlicher und politischer Verfolgung in Amerita." ijt Samstag abend 19 Uhr 30 mit seinent SegelCalais, 21. Juni. Der Flieger Kronfeld flugzeug in Calais zum Fluge über den Stanal gestartet und um 20 Uhr 30 in Dover gelandet. Nach einem Aufenthalt von einer Stunde stieg Mord, er verlangte Strafe für Totschlag, das Ccride bat gesprochen; aber die Angeklagte hai bicies Reben bereits fatt; sie weit, wozu sie ein Gesellschaftsordnung verdammen fürsorgliche wird, wenn sich ihr die Tore des Kerkers zu neuent Leben öffnen werden, sie weiß schon, was es heißt, ausgestoßen" zu leben und verlangt von der irdischen Gerechtigkeit das, was wir als Strafe ablehnen müssen: den Tod. In diesent Aufschrei einer gequälten, gehetzten und verfolg ruhig den Schluß zu aber warunt muß das len grau, mit deren Körper man Schindluder in Berbindung mit der Sittlichkeit geschehen, wo getrieben hat, liegt eine enijegliche Anklage nicht in viel distreterer Form Steinach, oder, wenn etwa nur gegen diejenigen, deren Beruf wieder Sie nicht reisen wollen, das gewisse Geschäft in gasse oder ein Massagesalon Wunder einmal in einer Rechtsprechung ausartete, son der dern gegen die Träger einer Gesellschaftsordning, Das alles ist aber Privatsache- nicht die immer auf den Busch der Moral flopft und deren fittliche Schmierigkeit in Millionen wahr, genau so wie die Sittlichkeit, und es variationen Tag für Tag erkannt werden fann. fommt mir nicht zu, Ihnen, sehr geehrter Herr 124 Tote geborgen. Denn dieser Kaufmann Thränhardt ist feine Wiedererwedungs- Rat, da zu raten, wo ja joBaris, 21. Juni. Gestern wurden in der Sondererscheinung; er lebt und wird weiter wieso nicht zu helfen wäre. Deshalb will ich leben, er ist bei uns durch einen Herrn Rubat also Ihrem Wunsche gerite nachkommen und Meine Damen und Herren, Sie haben die Umgebung von St. Nazaire 75 Leichen aus dent wohl geschüßt, denn er logert ja nicht mit„ an- bnen Kenntnis davon geben, daß in Brag Ceffentlichkeit aufgefordert, Ihnen dem Rat Meer gezogen. Im ganzen wurden also bis jetzt dem ,, Rat Derggefchlechtlichen Wejen", an Orten, die der tändig Erscheinungen zu Tage treten, die ge- der Wiedererwedungsorganisatio erit 124 Epfer der Katastrophe des Dampfers Oeffentlichkeit zugänglich sind, er hat es niemals cignet sind, die öffentliche Sittlichkeit empfinden in der CSR.", Erscheinungen anzuzeigen, wirfen fönnte. Herr Wiedererweckungs- Rat, gerade auf er wieder in Dover auf und ist um 22 Uhr 30 diesem Gebiet zuschrift um Ruschrift ins in Colais gelandet. Kronfeld hat damit die Beaus und eine fröhliche Blamage heraus font- dingungen des Preisausschreibens der„ Daily Mail", den Kanal an einem Tage in beiden Rich men wird zeichne ich, Sie bestens grüßend, als tungen zum ersten Male zu überqueren, erfüllt Ihr ergebener und errang damit den von dem Blatte für diese Igel. Leistung ausgesetzten Preis von 1000 fund. Dem Sittlichkeitskontrollamt ins Einlaufbuch. St. Philibert" gefunden. Eine furchtbare Familientragödie hat sich Am Turm der Karlsbrücke vergnügen sich oberste Hüter der Sittlichkeit, die nicht u in nötig, sein Weefendhaus als Bourepos zu belich zu verleßen. die Sittlichkeit verlegen! Sie gerieren sich also als nüßen, er arbeitet chrbar" und seinen Zwecken entsprechend im Rahmen der nichtöffentlichen ein Edelmann und eine. Nonne schon seit Jahr Ihrem Borstellungsfreis, sondern wohl auch in Conntag abends in Forsbach, unweit von Köln, Sittlichkeit, die hinter verschlossenen Türen Be- hunderten in unzüchtiger Weise; jeder Prager der Ihnen so lieben Gesellschaftsordnung, deren ereignet. Die 35jährige Frau des Fabriksarbeiters friedigung der Geilheit fürstlich entlohnt; jeder Schulbub zeigt es dem Kollegen, wo der Edelmangelhaften gefeßlichen Schutz Sie durch Ihr Barbede hat ihre Kinder im Alter von vier bis ehrliche Arbeiter wird um sein bißchen Lohn mann an heißen Sommertagen und kalten Win Scherflein zu stärken belieben, angemessen ist. zehn Jahren, drei Knaben und ein Mädchen, in fanupfen müssen, hier aber öffnen sich die Taschen ternachten feine and vor den Unbilden der Es sei Ihrem Wunsch einmal dadurch entspra- Abwesenheit ihres Mannes umgebracht und sich fontient lucit und weit, hier verschlingt das Witterung verborgen hält- und der ver- chen, daß wir Ihre kostbare Aufmerksamkeit auf selbst durch einen Halsschnitt lebensgefährlich des Weithes weit ungs Ratih jage Ihnen, die reine Por Tagblatts" lenten, deffen Kulturniveau be- geistiger Umnachtung vollbracht worden. fungs- Rat nographic! Geld nicht nur vergnügliche Stunden, nein Menschenieben, die zu vernichten und zu schänden gemeiniglich als vergnügliche Tat gilt. Das Gericht hat die Tänzerin verdammt: aber feinem der über sechzig Zengen, die in ihrer amtlich begutachtefeen Moral das zerbrochene Wesen wahr scheinlich in die schwarze, und doch so reine Erde verdammt haben, hat vom Gericht die Wahrheit gehört: Richt der Mörder, der Ermordete, die Gesellschaft ist schuldig! Und daß es nicht schön und süß bleibt, in ihr zu leben, das wollen wir der Verurteilten nachfühlen: aber es fei ihr ein Trost, daß eine neue, Gesellschaft am Horizont des Weftgescheheus herauszieht. W. Lg. An den Rat der Wiedererwedungsorganisation. Sehr geehrter Herr Wiedererweckungs- Rat in Brag. Dem Turm gegenüber wiederum steht jenter nette alte Herr Karl IV., der dem freundlichen Betrachter, welcher aus dem Klementinum tritt und ein wenig nach der Kreuzherrengasse zu, Aufstellung nimmt, einen Anblid bietet, ähnlich den Männefen- Pig". Sie tun mir nun wirklich leid, Herr Wiedererweckungs- Rat und ich kann die Sorgen ganz gut verstehen, die Sie mit der Wiedererwekfung" haben, bei der man im Ernstfall eines nicht tun fann, ohne das andere zu verlegen. Aber vielleicht läßt sich der gewisse Anblick Karl IV. dadurch beseitigen, daß man deit Standort entfernt, von welchem aus man den Blick genießt. " fanntlich vom Leitartikel der ersten Seite bis zu besagter Rubrit stetig, aber sichtlich und erfolg reich ansteigt! Sie fönnen dort lejent: ! Double Massagen! Eine Neuheit für Prag! Täglich, auch Sonntags, II.,& ratovitá 7. Massage, Vodičková 11 erstblaffige Kräfte, 9-20 1hr, auch Sonntags! Massage erstklassige Bedienung, Hygiene, fomfortabel, führen mehrere Kräfte, tschechisch, deutsch, französisch, englisch sprechend, Vocelová 1. Massage Kosma" sechs komf. Appartements, II., Jungmannovo nám. 5. Strengste Massage erteilen disting. Ausländerinnen, XII., Běle bradifá 48. Ein Chauffeur gelyncht. Aus Toledo wird gemeldet: In der Gegend von Santa Olalla fuhr ein Lastkraftwagen in eine Menschenmenge, wobei drei Personen getötet und 20 verlegt wurden. Die erregte Menge lynchte den Chauffeur. Zugszusammenstoß. In der Nacht auf Sonntag fuhr im Hauptbahnhof Hof der Ber liner Schnellzug auf eine Rangiergarnitur auf, wobei die Lokomotive des Schnellzugs und zwei Schnellzugswagen entgleisten. Eine Dame erlitt einen Nervenchod. Zehn weitere Passagiere wur den leicht verlegt und fonnten die Reise fortseßen. Große Radiumjunde in Kanada. Nach einer Mitteilung Dr. Allans von der Universität von Alberta befindet sich das reichste Radiumlager Von der Prostitution, nach deren Bekannt der Welt an den Ufern des Großen Bärensees in schaft Sie auch ein großes Verlangen tragen, Kanada. Die Analyse der dortigen Pechblende ergibt einen reicheren Gehalt an Radium als in glaube ich, daß sie zwar allerhand wieder. In der gleichen Rubrik können Sie noch 15 den Erzen aus dem Belgischen Kongo. Jch richte meine Zeilen an Sie, ohne zu erweden fann, aber bei weitem nicht in der niedriger Triebe( fünfzehn) weitere Orte finden, wo auf Der Verband der erblindeten Soldaten in wissen, wer und wes Geschlechtes Sie sind, wei- Aufst a che lung ches Sie wahrscheinlich aus Gründen der Keusch- und Instintte so leistungsfähig ist wie die gleiche Weise Körperkultur betrieben wird. Viei der Tschechoslowakei hat in seiner am 28. Mai beit mit dem Mantel der Anonymität deden; Boulevardpresse vom„ Večer" bis zum Expreß". leicht bemühen Sie sich einmal festzustellen, vozu 1931 in Brünn abgehaltenen Generalverohne zu wissen, ob Sie eine Vereinigung von Deshalb halte ich die Prostitution für das ge- ein Masseur komfortable Appartements, umfang- sammlung sich mit den Vorteilen befaßt, welche reiche Sprachkenntnisse benötigt, warum aus den Kriegsbeschädigten aus dem Gesetz vom Personen beiderlei Geschlechts" sind oder nur ringere und ehrlich gesagt sittlichere Uebel. Was Sie, sehr geehrter Herr Wiedererwek- gerechnet distinguierte Ausländerinnen die werten 17. September 1930 erfließen. In einer Ent ein Herr und eine Danie oder nur Herren, nur 17. September 1930 erfließen. In einer Ent Damen ohne zu wissen, ob Sie mit irgend- fungs- Rat, sich aber unter der Bezeichnung ,, u. Körper der Interessenten bearbeiten müssen. Sie schließung wurde verlangt: die ordentliche und .") sollten sich dafür interessieren, was eigentlich die welchen Sompleren belastet erscheinen und für ä"( nach Bornographie, Prostition den Psychoanalytiker ein Studienobjekt sein vorstellen, worüber man Ihnen durch Zuschrift bürgerliche Moral vor allem dazu sagt, daß in dem Buchstaben des Gesetzes entsprechend richFönnten ich schreibe Ihnen deshalb, weil mich mitteilen soll, so reicht dieses Gebiet wohl von diesen Pflegestätten durch elf Stunden amtiert tige Durchführung des Gesetzes und die beschleu Ihre Existenz dazu zwingt, ohne zu den Anfängen der Malerei bis zur Kunst der wird, ja Sie würden Ihrer doch so guten und nigte Herausgabe der Durchführungsverordnung. Mörderischer Schlaf. In. der Stadt Lake Ho wiffen, was Sie eigentlich wiedererweden woi- Gegenwart aber meine Phantasie reicht dem Landesamt befreundeten Sache zweckentspre Ten bitte genieren Sie sich nicht vielleicht nicht aus, um mir das darunter vorstellen zu chend dienen, wenn Sie einmal den Betrieb dieser patcong int Staate New Jersey fuhr ein Chauffeur, fogar die eigenen schlummernden Triebe. Die fönnen, was Sie zu Zwecken einer fragwürdi reklamebedürftigen Stätten erforschen und den der auf dem Lenksiz eingeschlafen war, in eine Standpunkt Ihres mimosenzarten Gewissens der Gruppe von Straßenpassanten, von denen sechs Sehnsucht nach Werken der Vornographie und gen Wiedererwedung brauchen. neugierigen Oeffentlichkeit verdolmetschen wür- tödlich verlegt wurden. das Verlangen nach der Prostitution lassen ja In der Hoffnung, daß Ihnen, sehr geehrter t I t e i t At. 146. Jugoslawiens Bevölkerungszahl. Dienstag, 23. Junt 1351. hatte Jugo- 2. Ansprüche des Handels, 3. Tätigkeit der Sports- unter dem Wilde hervorruft. Um die Träger disses Genossen! Sette 5. Einem Aus- in vier Klassen ein: 1. Ausbreitung der Kultur,| Tsetse- Fliege, die pon Zeit zu Beit furchtbare Opfer Ihr müfet un. weise des statistischen Amtes zufolge ausgesetzt für slawien nach der am 31. März d. J. durchgeführleute, 4. Gefahren der Krankheit. Er glaubt, daß die gefährlichen Insektes auszurotien, wurden allein im die Verbreitung unserer Zeitung agitieren. ten Volkszählung insgesamt 13,929.988 Einwohner, Jäger am wenigsten an dem Verschwinden der Zululand im vergangenen Jahre weit über 20.000 unt 1,945.077 Einwohner mehr als im Jahre 1921. afrikanischen Tierwelt schuld sind, da sie sich gewöhn- Stück Wild getötet. Obwohl Afrika bereits einige Sekt euch überall für unsere Parteipreffe Sievon sind 6,894.091 männliche und 7,035.897 weiblich mit wenigen Trophäen begnügen. Biel schlimmer Wildschutzgebiete besist, fordert Hingston die Anlage ein. In das Heim des Arbeiters gehört die liche Einwohner. Die Bevölkerungsdichte ist von 48 hausen die Eingeborenen, die das Wild erlegen, um neuer Schutzparts, besonders in Ost- Afrika. Hier Arbeiterpresse. Darum, Menschen auf einen Quadratkilometer auf 56 in sich Nahrungsmittel zu verschaffen, und unter den gibt es noch große Herden von Wild, die nur auf Genossenn.Genoffinnen diesem Jahre gestiegen. Die Bevölkerung des selb- Herden wahre Blutbäder anrichten. Was die Krank- diese Weise vor dem Untergang bewahrt werden ftändigen Verwaltungsgebietes der Belgrader Boli- heitsgefahren anbelangt, so ist es besonders die fönnen. zeipräfektur, der auch die Städte Semlin und Pancova angehören, hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Von den neun Banaten weisen jene von Bosnien und einige Teile von Serbien Gcheintote erwachen. und Südserbien den größten, jene von Slowenien Der todesähnliche Starrkrampf. den geringsten Bevölkerungszuwachs auf. Ruhm. Arnold Schönberg wohnte lange Zeit in Modling bei Wien. Dr. Karol Rathaus besuchte ihn östers, ging mit ihm spazieren, und bemerkte, daß die Jungen schen zu Schönberg aufblidten, ihn ehrfürchtig grüent fragend blidte er Schönberg an. Der jagte: Oh, in Mödling bin ich sehr bekannt mein Sohn ist der Mittelstürmer des Gymnaftum Teams." In Prag, Café Continental, gibt es einen Garderobemann, den alten Hahn. Ein Original; man nennt ihn den Doktor Hahn er soll dereinst Medizin studiert haben. Siegfried Wagner famt ins Cajé zum Frühstück. Der alte Hahn überfiel ihn: „ Sie! Schöne Sachen hab ich von Ihrem Vater Siegfried Wagner, ein wenig geneigt: ,, Wie...? Na," meint der alte Hahn, zum Beispiel den gehört!" Was...?" Lohengrin." * - Ein Verein gegen das Lebendig- begraben- werden. von Scheintoten in aller Welt. Geschichten Vor wenigen Wochen erregte es erhebliches| Krankheit gestorben war. Als die Träger den Sarg Aussehen, daß in einer Berliner Klinit ein Patient aufhoben, hörte man leise Rufe aus dem Sarge, vom diensttuenden Arzt für tot erklärt wurde und der sofort geöffnet wurde. Es zeigte sich, daß das bei den Vorbereitungen für seine Beerdigung plötz junge Mädchen wieder erwacht war. Sie hat dann lich wieder zum Leben erwachte. Dieser Fall hat später geheiratet und noch achtzehn Jahre gelebt. Unter den angeführten Opfern ist auch ein lebhafte Diskussion in Mediziner- und Laienkreisen hervorgerufen, zeigt er doch wieder einmal deutlich. Pfarrer, der eines Tages während der Predigt daß selbst erfahrene Aerzte in gewissen Fällen den scheinbar leblos zu Boden sank. Er hörte dann alles, Scheintod nicht vom Tod zu unterscheiden vermö was um ihn her geschah, war aber nicht imstande, gen. Es gibt tatsächlich eine Art von Starrtrompf, sich irgendwie verständlich zu machen oder sich zu der bei den von ihm Befallenen alle Anzeichen des regen. Es war wie eine Lähmung. Als er schließ Todes hervorruft. Es ist nur zu selbstverständlich, lich die Stimme des Jugendfreundes hörte, gelang daß deshalb Bestrebungen im Gange sind, um Ge- es ihm, einen leisen Ruf auszustoßen, der von den storbene vor dent Schicksal des Lebendig- begraben- Anwesenden gehört wurde, worauf man sich um ihn werdens zu schüßen. Einen solchen Feldzug gegen bemühte und ihn vor dem Begrabenwerden rettete. In Kalkutta starb eine siebzehnjährige Eng den Scheintod hat die dänische Schriftstellerin Ingeborg Maria Sid eingeleitet. Sie verlangt, daß länderin an Cholera und wurde in einem gewöhn allen Toten die Pulsadern geöffnet werden sollen, lichen, zugenagelten Tannenbolsjarg in einer Grab um das grausige Erwachen im Grabe zu verhin kammer beigesetzt. Zehn Jahre später starb ihr dern. Die dänischen Aerzte haben gegen ihren Vor- Onkel, und die Grabkammer wurde geöffnet, weil schlag Stellung genommen und sagen, daß diese auch sein Sarg dort aufgestellt werden sollte. Da Maßnahme überflüssig sei, da nur ganz wenige sol- fand man, daß der Deckel des Sarges, in dem das cher Fälle vorkommen fönnten. Jedenfalls aber hat junge Mädchen lag, gesprengt war und das Skelett funden, da in England eine ganz ähnliche Pro- befreien, mußten natürlich vergeblich bleiben. paganda für genauere Untersuchung der Toten eingeleitet worden ist. Man will dort ein Gesetz durch bringen, das dazu zwingt, die Toten sehr sorgfältig und genau zu untersuchen, ehe man sie zur letzten Rube bestattet. agitiert Gerichtssaal Borsicht beim Geldbeheben! Riebige beim Sparkassenschalter. Ein frechor Ueberfall. und bemerkten Prag, 20. Juni. Vor dem hiesigen Kreisgericht hatten sich heute drei junge Barschen wegen eines frechen Anschlages zu verantworten. Ladislav Skudera und seine Komplizen Novák und Caitham hatten beschlossen, sich durch einen geschickten Ueberfall in den Besitz einer grö Beren Geldsumme zu sehen. Sie legten sich daher im Rassenraum der Städtischen partasse auf die Bauer schließlich, wie eine ältere Dame einen Betrag von mehreren tausend Kronen( es waren K 11.500) a b h o b. Sie verständigten sich schnell durch Blicke und Zeichen und folgten der Betreffenden unbemerkt bis zu ihrer Wohnung in der Bethle hemsgasse. Dort folgte Studera der Frau ins Stiegenhaus, während die beiden anderen auf der Gasse blieben. Studera wartete den Moment ab, wo sein auserjeherres Opfer vor der Wohnungstüre halt machte, um aufzusperren, und trat mun mit der Frage an die Frau heran, ob hier ein Herr Fischer wohne. Während sie sich umwandte, um zu antworten, riß er ihr schnell das Handtäschchen mit dem Geldbetrag aus dem Arm und lief davon. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen Bon einer fassungslosen Hörerin erzählt das Ingeborg Maria Sid unerwartet Unterstüßung ge- halb über den Rand hing. Ihre Versuche, sich zu wurde sofort die Verfolgung aufgenommen Juniheit des Querschnitt", daß sie nach einem Konzert zu Paderewski gefagt habe: Nun ich Sie gehört habe, tönnen Sie sterben!" * Wie der Zufall eine Rolle spielt, zeigt besonders kraß der Fall einer Frau, die mit einem fost baren Ring am Finger begraben wurde. Dieser Ring mit dem schönen Stein war dem Totengräber aufgefallen, und er beschloß, sich das Schmuckstüc anzueignen. Gerade als er den Sarg öffnete, der Bewußtsein. Der Totengräber war so entsegt, daß aber fonnte durch ihre Hilferufe andere Menschen herbeiziehen, durch deren Eingreifen sie gerettet Merkwürdig ist und Stubera nach harzer Jago verhaftet. Seine Spießgesellen hatten sogleich Fersengeld gegeben, als sie saben, daß Studera verfolgt wurde, und die Polizei machte sich unverzüglich auf die Suche nach ihnen. Die Detektive leisteten diesmal wirklich vorzügliche Arbeit, denn noch am glei chen Vormittag wurden beide auf einer In einer kleinen spanischen Stadt tongertiert Alexander Bo vowsty. Man schickt zu diesem Anlaß aus Madrid einen Flügel. Aber am Konzerttage liest das erstaunte Publikum an der Tür des zu dieser Bewegung gegeben, weil ein Oberst, den noch in der Leichenhalle stand, fam die Tote 3 Bank in den Belvedere- Anlagen festgenommen, wo Saals die Inschrift:: Da das für Sennor Boromify gesandte Klavier zu groß ist, findet das Konzert imt ihn gebracht hatte, nachdem der Totenschein bereits er in wilder Flucht davonstürmte, die Scheintote warteten, von dessen Verhaftung K. K.( in der„ Fröft. 3bg."). Afrika braucht Nationalparks. In einer Sihung der englischen Geographischen Gesellschaft forderte Major Singston, der kürzlich mit Unterstützung des britischen Kolonialamtes die afrifanischen Kolonien und Verwaltungsgebiete Englands bereist und auf ihren Wildbestand untersucht hat, die Schaffung von acht neuen Nationalparts mit einemt Umfang von mindestens 3000 Quadratkilometer. Er hält diese Maßnahme für den schwer bedrohten Wildbestand für unbedingt notwendig. Unter allen Ländern, in denen das Tier noch in freier Wildbahn lebt, ist Afrika bei weitem das wichtigste", führte er nus. In der Fülle und Mannigfaltigkeit der Tier arten, in der Größe, dem einzigartigen Charakter und der vorgeschichtlichen Bedeutung läßt sich fein anderer Kontinent mit Afrika vergleichen. Leider aber sind viele Tiere bereits durch den Menschen ausgerottet worden. So verschwanden z. B. der afrikanische Blaubod, das Quagga und eine Art Zebra alle im letzten Jahrhundert. Das weiße Rhinoseros, das noch vor einigen Jahren in reicher Zahl vorhanden war, ist jetzt bis auf 20 Exemplare inn Zululand und 130 am Oberlauf des Nils zu sammengeschmolzen. Die ganze afrikanische Tierwelt wird von der fortschreitenden Zivilisation immer mehr bedroht. Ich zweifle, ob irgendeine der drei großen Dickhäuterarten, der Glefant, das Rhinozeros und das Flußpferd, die nächsten 50 Jahre noch überleben wird, wenn die gegenwärtigen Zustände andauern." Major Singston teilt die zerstörenden Mächte Eine Verkäuferin spricht. Von Kurt Rudolf Neubert. jagt Schon 1896 wurde in England der erste Anstoß man tot glaubte, in der Leichenhalle, in die man ausgestellt war, wieder zu sich fam. Er selber trat damals an die Spise der Bewegung. Es bildete sich ein Verein, der sich das Ziel setzte, ähnliche Vorger als 149 nachweisbare Fälle festgestellt, in denen Menschen lebendig begraben wurden. Wenn man in Betracht zicht, daß immer nur ein Zufall die Entdeckung dieses Umstandes herbei geführt hat, so bleibt die Frage offen: wieviele Menschen sind lebendig begraben worden, ohne daß es jemals bemerkt worden ist oder bemerkt werden wird? wurde. sie warteten, von dessen Verhaftung fie noch nichis wußten, weil sie naturgemäß nach einer anderen Richtung gelaufen waren, als dieser selbst. Bei der Verhandlung bemühte sich jeder der drei sauberen Die Großfirma und ihr Strohmann, Eine furioje Doppelanklage.. rb. tommnisse zu verhüten. Dieser Verein bemühte sich, mädchens, das zur Zeit Napoleons I. lebte. Šie Früchtchen, seine Mitverschworenen nach Kräften Material zu sammeln, um die Notwendigkeit ernster Maßnahmen zum Schutz der Scheintoten zu be- wurde von ihrer Familie gezwungen, einen reichen zu belasten und sich als das verführte Unschulds. Bankier zu heiraten, starb aber schon bald danach lamm hinzustellen. Studera erhielt 10 Moweisen, und es sind durch seine Tätigkeit nicht weni- nach sehr unglücklicher Che. Der Mann, dem ihre nate, ſeine Helfershelfer je 7 Monate schweren Liebe gehört hatte, ein junger, armer Journalist, und verschärften Kerkers, unbedingt beschloß, sich wenigstens eine Locke ihres Haares als Erinnerung zu retten. Um Mitternacht schlich er Das eigene Auto veruntrent. sich auf den Friedhof, grub das Grab auf, öffnete den Sargdedel und wollte sich eben eine Haarlocke abschneiden, als die junge Frau die Augen aufschlug und ins Leben zurückkehrte. Beide flüchteten nach Amerika. Nach 20 Jahren kehrten sie nach Frankreich zurück, da sie meinten, niemand würde die Fran wiedererkennen. Das war aber ein Irr tum gewesen, denn ihr ehemaliger Wann erkannte sie, ließ sie verhaften und stellte sie unter Anklage. Er verlangte, daß sie als seine Frau zu ihm zurüdfehrte. Die Gerichte sprachen sie aber frei. Die felt samen Umstände hatten die einstige Ehefeffel ge sprengt. Als einer der schrecklichsten Fälle ist der der Frau Boges in Philadelphia zu erwähnen. Nach einjähriger Ehe starb sie und wurde begraben. Einige Zeit danach erwähnte ein guter Freund des Hauses, der die junge Frau lange gefannt hatte, gesprächsweise ihrem Mann gegenüber, daß sie zets weise an hysterischen Anfällen gelitten hätte, und er warf die Andeutung hin, daß sie vielleicht versehentlich lebendig begraben wäre. Der Ehemann geriet in furchtbare Aufregung und Verzweiflung, und um ihn einigermaßen zu beruhigen, wurde beschlossen, das Grab zu öffnen. Erschütternderweise war der ausgesprochene Verdacht richtig: Man fand die Tote mit dem Gesicht nach unten liegend, auch war der Deckel des Sarges zerbrochen und das Leichentuch in Fezzen gerissen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein junges Mädchen zu Grabe getragen, das nach langer nam Brag, 20. Juni. Der Angeflagie Smid ist Unternehmer", d. H., er besitzt" eine mechanische Werkstätte, ist aber in Wirklichkeit hundertprozentig von einer gewissen Großfirma abhängig, die ihn völlig in ihrer Kontrolle" hat und ihn ihrem Belieben kommandiert, so daß dieser selb ständige Gewerbetreibende in seinent eigenen Be trieb überhaupt nichts zu sagen hat. Man hat ihn mit allerhand Verträgen und Krediten vollkommen gefesselt. Zur Sicherstellung einer Von der berühmten Schauspielerin Rachel er solchen Kreditaktion, deren Details der Firma fein zählte man sich, daß sie eines Tages nach kurzer sonderlich rühmliches Zeugnis ausstellen, mußte der Krankheit wie tot in ihrem Bett lag. Man glaubte Bebauernswerte sein Geschäftsauto der Firma nichts anderes, als daß sie gestorben wäre und be- berpfänden. Die Pfandübergabe wurde durch gann jie einzubalsamieren. Dabei erwachte sie auf Uebergabe des Zertifikates vollzogen. einmal mit einem wilden Schmerzensschrei. Sie Als Smid aber das Auto dennoch veräußerte lebte noch zehn Jahre, starb dann aber, wie man( weil er in Not war), zeigte ihn die Firma wegen jagt, infolge der Verlegungen, die ihr beim Balfa- Veruntreuung an. mieren zugefügt worden waren. Ohne diese Ver- Der Verteidiger berief sich aber auf§ 451 des legungen aber wäre sie nicht mehr ins Leben ABGB., nach welchem bei beweglichen Sachen zurüdgekehrt. W. Helling. nur durch Uebergabe der ganzen Sache das Pfandrecht begründet wird. Eine sogenannte filat statt des Autos) ist nur für unbewegliche symbolische Uebergabe"( also das Zerti ben, Magazinsvorräten). Das Pfandrecht jei also Sachen möglich( etwa den Schlüffel bei Gebän gar nicht begründet worden, Smid habe nur sein eigenes Auto veräußert und sein Eigentum fönne natürlich niemand verunireuen. .. Auf wen warte ich? Der zweite Teil der Anklage beruht auf einer Anzeige der zuständigen Krantenfasse wegen Unterschlagung, weil Šmid zavar seinen Angestellten die vorgeschriebenen Abzüge gemacht, aber das Geld nicht an die Kasse abgeführt hat. Doch erklärt der Vertreter der Kajse selbst, daß nach leberprüfung der Sachlage die Krankenkasse zur Ueberzeugung gelangt sei, daß die Versicherungsdernden, schreienden Schar fremder Menschen. I der Garderobe oder flüstern es mir hinter dem Mein schwarzer Kittel fliegt hier hin und dort Ladentisch zu. hin, mein Bleistift rast über den Block, mein Vielleicht bin ich schön dumm, daß ich noch Ich bin eine von den Hunderten eines Ropf tut mir weh, aber immer wieder frage ich: warte und warte großen Warenhauses. Ich habe Ihnen gewißomit kann ich dienen?" Wer bin ich? Eine Maschine? Ein Robot? Tag für Tag stehe ich hinter dem Verkaufsschon Soden und Handschuhe verkauft. Vielleicht habe ich Ihnen zu der Krawatte geraten, die Ein Mensch? Ich habe kein Herz, nur ein Ge- tisch und warte am Ersten, daß ich den blauen Sie noch tragen. Im Autobus starren Sie mich sicht, das gleichförmig lächelt, nur geschäftige Brief bekomme. Ich lächle Gnädige Frau" zu immer so an. Sie übersehen die billige Ele- vände habe ich. Ich weiß nicht mehr, daß ich sehr ungnädigen Damen, weil ich sie nicht schnell ganz meines Mantels, und Ihr Wohlwollen ge- morgens ein Stüd Himmel gefehen habe über genug bedient habe. einem Platz und nach etwas Sehnsucht hatte, das Aber wenn nichts zu tun ist, geht der Chef hört meinen Beinen. Mit diesen Beinen in diesem Warenhause nicht geführt wird. Ich grollend durch die Abteilungen, und es heißt, daß Ihr Blickmüssen Sie in ein Magazin. Wenn Sie noch frühstücken, bin ich mit dem babe Preise und Sorten im Kopf und erkläre, am Ersten wieder einige Kolleginnen entlaffen Heinen, schwarzlackierten Stadttöfferchen schon preise an, bedaure, lächle, gebe recht, gebe nach, werden sollen. Noch weiß niemand, wer. Es unterwegs ins Geschäft. Wie viele eilen mit gehorsam einem ehernen Gebot, mit dumpfer heißt nur so, die und jene. Vielleicht ist man pflicht nach der Lage der Verhältnisse nicht den mir, ich bin ja nur eine von den Hunderten nicht auflehnung manchmal, nervös gemacht durch auch darunter. Machen Sie ein freundlicheres Gesicht!" Šmid treffe, sondern die Großfirma, gan; ausgeschlafenen, noch träumenden, vorsich- törichte, wiederholte, nuplote Fragen, aber immer tig geschminkten Mädchen, die in die großen unter dem Zwange meines Blickes, der Losung. jagt ber vorbeikommende Chef wütend. Da ver- die eigentlicher Herr im Hause sei. Die Kaffe ist Auch Sie kommen zu mir. Sie sind kurz gesse ich rasch, daß ich am Ersten unter den Ent- auch gegen die Firma bereits vorgegangen, dieses Warenhäuser müssen. Wir sehen nur flüchtig den Smid nicht nur ärger als erwachenden Himmel über den Plätzen, und für und von oben herab, wenn Sie in Begleitung lassenen sein könnte, und mache ein freund den letzten Angestellten ausgenügt, sondern unter mit einer fleinen einer Dame, und auf eineal, ich dem Borwand seiner Selbständigkeit sich vor sucht an schilfumſtandene Seen, in schweigenden sind. Sie denken, ich bin nur eine von den Hun- bin auf einmal ganz geschäftig, obwohl wenig zu Wäldern, dann verschluckt uns schon das Waren- derten, ich bin wie diese und jene, von der Sie tun ist, ich bekomme heiße Wangen, ich rede auf ihm noch die Soziallasten bezahlen lassen. Aus den haus. Sier bin ich wie Lissi und Olga, wie alle erzählen fönnten, bei der Sie Glüc" gehabt einen Käufer ein, als solle er mir einen Heirats- orgelegten Büchern ergibt sich, daß dieser arme anderen, von neun Uhr früh bis sieben Uhr haben. Aber bei mir werden Sie fein Glüd antrag machen. Wide bringe ich am Abend den abends ein kleines Rädchen im großen Getriebe, haben, mein Herr, stellen Sie sich das nicht so Blod zur Abrechnung. Und der Erste kommt und ich bin Gott eine Nummer, eine Kontrollmarke. Ich habe leicht vor. Abends abholen? Ins Kino gehen? Tanzen? sei Dank! Gott sei Dank!- ich bin nicht unter jest einen schwarzen Rittel an, und mein Arbeitstag beginnt mit der höflichen Frage: ,, Bitte, Warum? Wozu? Liegt Ihnen so daran? Was den Entlassenen. Ich leiste mir ein besseres energisch betreiben, nämlich bei bem schmutzigen Sie nicht Es gibt noch Minuten, wo man Zeit hat, wie vielen hatten Sie es schon gesagt, die es ge- finnig denke ich schon und rechne, ob ich mir an den gestrigen Abend zu denken, an den Film, glaubt hatten. Es tut mir leid. Haben Sie sonst das Sommerkleid kaufen könnte, das bei uns im an den Kuk im Hausflur. Dann beginnt der noch Wünsche? Eine Krawatte für den neuen Schaufenster steht. Ich vergesse, daß meine BeStrom der Kunden dichter zu fließen, er bricht Anzug? Ein schönes Oberhemd für die Sommer- zahlung miserabel ist und ungerecht. Glüdlich aus den Türen der Fahrstühle, über die Roll hose? Nein, nicht? Bitte schön. Auf Wiedersehen! und etwas müde zähle ich die kleinen Scheine, Alter Efel!( Halblaut hinterher.) die mir bleiben, wenn ich das möblierte Zimtreppen hinauf in alle Stodwerke. Mein Tisch Du bist schön dumm! sagen die anderen in mer bezahle... it umlagert von einer fragenden, bittenden, forwas steht zu Diensten?" Unternehmer" einen reinen Wochenverdienst von rund 150 K( hundertfünfzig Kronen) hatte. Er hat Schadenersatz und Sicherstellung angeboten, doch wird die Kasse erfreulicherweise ihren Anspruch an der richtigen Stelle Stelle Großunternehmen selbst. Šmid hat tatsächlich unger gelitten und die Befriedigung seiner Eitelkeit, als selbständiger Herr" auftreten zu fönnen, teuer bezahlt. Das Gericht schloß sich den Ausführungen der Berteidigung an und sprach Smid von beiden Anklagen frei. rð. Seite 6 Kleine Chronik Zwölf Gebote an mein Bolt. Gesammelt von Richard Felgenhauer. Dienstag, 23. Juni 1931. Fr. 145. Von dort Wanderung in die Wälder. Treffpunkt: Dampferstation Palackyfai. Führung: Gen. Anny Strauß. Bibelgesellschaft von Hollywood, ein Mann mit dem spielerin. Weniger Glüd hatte ihre Stollegint, rall P 40P 40P 40P 40 | Frau deutschen Namen Futterer, der am vengangenen Henriette Glässer Färten, die sich übriSonntag 20 Stunden ununterbrochen gens auch als Sängerin( Altistin) hören ließ. Die Kinderfreunde Brag. gepredigt hat. Er hat aber nicht nur acht übrigen bei dieser Theatermatinee mitwirkenden Stunden länger und wie die Zuhörer sagen, Sängerinnen und Sänger mögen sich mit dem GeMittwoch, den 24. Juni, halb 4 Uhr sehr schön- gesprochen als der bisherige Meister, samtlobe begnügen, daß sie alle ehrlich mit dazu nachmittag 1. Du darfst nur einzig und allein ans Hakenkreuzer hat, was ihm besonders hoch angerechnet wird. beitungen, die Aufführung der Opernszenen zu er- Fahrt mit dem Dampfer nach Zátiši. glauben! Schlage deshalb jeden Juden, der sich während der ganzen Zeit nicht einen Bissen zu sich möglichen. Die das Orchester ersetzende Klaviergenommen, nur ein Glas Limonade getrunken, begleitung bei allen mujitdramatischen Num Berdienste um unser Volk erwarb. 2. Ströne zum Stönig jeden 16jährigen- der ver- während Brown sich einigemale mit Hühnerbraten mern besorgte der tüchtige Pianist und Absolvent diente Männer ignoriert er wird die Nation gestärkt hatie. Futterer erklärt, er könne auch noch der Mujitakademie, Friedrich Rieger, der als auf seinen Schultern tragen! fänger predigen, aber er glaube, daß mehr als Korrepetitor des Prager Deutschen Theaters eben3. Schreie früh beim Erwachen und abends beim 20 Stunden zu viel seien und bleibe daher bei falls bereits dem praktischen Musikberufe gewonnen Schlafengehen fräftig und lang: Deutschland dieser Länge. Es bleibt freilich abzuwarten, wie wurde. Die junge Prager Deutsche Musikakademie ermache! Juda verrecke!" das stärkt die oft die Zuhörer 20 Stunden lang seiner Predigt hat also allen Grund, auf ihre Lehr- und Lernerfolge stolz zu sein. e. j. Lungen und wird so zur nationalen Leibesubung. zuhören werden. 4. Schlage all' die fremden Elemente tot und lebe Ein viertes Blutelement. Der Direktor des Freitag, den 26. ds. Neueinstudiert:„ Der WiderChilds- Spitals und Forscher in Wien Primarius spenstigen Zähmung", Oper von Hermann Goes Programm der Prager Lichtspielbühnen. Dirigent: Széll. Regie: Schindler. Kostüme: Trude Volkner. Mitwirkende: Kruse, Rohne, Ried, Bran- Urania: ,, Tingel Szakmary, Andersen, Bandler, Berkmann, Boed, Adria:„ Der Bagabundentönig." Roller, Schönberg. Anfang 7% Uhr( 208- IV). Alfa: Grock, der König des Lachen" Sonntag, den 28. ds. Neueinstudiert:„ Doppel- Beránek: Die Lady aus Shanghai." mit deinen rassereinen Volksgenossen wie ein Bruder; denn ich glaube, das triffst du glänzend! 5. Du sollst deinen Nacken steif halten! Krümme dich höchstens, wenn du hinten wo hineinfriechen willst, wenn auch schon zehn Mannen drinnen sind, die auf Protektion warten. 6. Prüfe deinen Taufschein und den deiner Eltern, ob du reinen Geblüts bist! Sonst kannst du oft Wunder erleben. 7. Salte und stütze den Adel! Dort findest du zu 99 Prozent das Edelmenschentum, das du brauchst, um der Nation Geltung in der Welt zu verschaffen. 8. Achte dessen älteste Geschlechter; da ihre Vorfahren bis auf Karl den Großen, Pipin den Kleinen, Cölestin den Weinseligen und Ingeborg die Krummbeinige zurückreichen, und laß dir nicht streitig machen, daß du deinen Stammbaum bis auf Adam und Eva zurückverfolgen fannst, wenn du die Matriken findest! Auch Sunde haben Stammbäume! 10. Deutschsein heißt klug sein! Fülle deinen Geldbeutel und schaffe ihn in die Schweiz. Traueſt du bu auch da nicht, so gib ihn als Nationalspende zurüd. Dein Opfermut wird Nachahmung 11. Sei opfermütig! Schüße den Arbeitsplatz! Gib lieber 1000 K für ein Nationaldenkmal, bevor du mehrere tausende Kronen-durch billige Arbeitskräfte fahren läßt. finden! 12. Jage alle Juden aus dem Siedlungsraum deines Volkes hinaus und wenn es dann auch nicht flappt, so soll man dir die Jacke voll hauen! Die 13 ist eine Unglüdszahl und so gib noch schnell vorher die gefallenen Juden heraus, die mit dir stahlbadeten. Edelmann hat neben den roten und den weißen Blutkörperchen und den Blutblättchen ein viertes Blutelement entdeckt, das bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielt und zweifellos eine bahnbrechende Entdeckung des Wiener Krebsspitals dar stellt. Mitteilung aus dem Bublifum. Das Rezept des Augenarztes fann nur dann seinen 3wed erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepakt wird. Lassen Sie Ihr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag, Graben 2 Valais Koruna", ausführen. Kunst und Wissen 11 Der Film Tangel." selbstmord", Bauernpoffe mit Gefang von Ludwig Fénig: Seitensprünge." Anzengruber. Musik von Adolf Müller. Regie: Flora: Kavaliersrache." Rudolf Stadler. Dirigent: Ernst Waigand. Kostüme: Hollywood: Fräulein Teufel." Trude Volkner. Mitwirkende: Halowanicz, Lhoty, Hvězda:„ Der Andere." Medelsky, Dörner, Ludvig, Badlefat, Rösner, Julis: Die zärtlichen Verwandten." Schaumann, Stadler, Veit. Anfang 7% Uhr Koruna: ,, Kavaliersrache." ( 210- II). Dämon." Kotva: Sturm über den Montblanc." Samstag, 27. ds. Russischer Komödien- Abend. Lucerna: X 27." Marlene Dietrich. ( Kleine Bühne.) Zur Aufführung gelangen Metro: Zwei Herzen im%-Tali." Die Spieler" von Gogol, hierauf:„ Der Olympic:„ Mann gegen Mann."„ Der mastierte Doppelgänger" von Awertschenko, und Heiratsantrag" von Tschechow. Regie: Fried- Praha: Giftring d. Borgias."„ Bampire von rich Hölzlin. Mitwirkende: Ondra, Lhotky, Warn- Nevada." holz, Bauer, Dudek, Göz, Göttl, Jantsch, Reiter, Radio: Die Herrin der Tropeninjel." Renner, Richling, Siegler, Ströhlin. " " " 1 Ein Donners Samstag, 7 einhalb Uhr: " 1 Alma:„ Die Venus von Havanna." Herzen t Streit." Dietrich. Literatur M. Rory: Mann geg. Mann." D. mastierte Dämon." 9. Arbeite! Arbeit adelt! Fühle dich nicht zurüdWochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Staut: Die Lady aus Shanghai." gesetzt, wenn man deine Frau nicht mit Frau Von der Deutschen Musikakademie.( Theater Dienstag, 7% Whr: Cavalleria ruit i can a" Světozor: Die Herrin der Tropeninseln." Kanalräumer, nicht mit Frau Kesselheizer war in der Abschied Marg, Melan): Bajazzo"( 205-1). Bassage:" Schuberts Frühlingstraum." Avion: ,, Er oder ich." tituliert; denn alle Frauen können nicht die matinee.) Sonntag vormittags Doktoren, Professoren, Regierungsräte ihrer Sleinen Bühne Gelegenheit, die Lehrerfolge Mittwoch, 7 einhalb Uhr: Böhmische Mu Baldet: Die schwarze Flamme." Männer sein. der Prager Deutschen Musikakademie fanten", Seriensprung( 207- III). auf dem Gebiete der darstellenden Kunst für tag, 7 einhalb Uhr:„ Der Richter von 3adas Studienjahr 1930/31 kennen zu lernen. In fame a"( 106- II). Freitag, 7 einhalb Uhr:„ Der Bajtal:„ Anna Christie." Roman. G. Garbo. Szenen aus Mozarts Don Juan", Goethes widerspenstigen. 3ähmung" neueinstu Bejeda:" Der blaue Engel." Jannings, W. Göz von Berlichingen", Leoncavallos diert( 208- IV). " Bajazzo", Verdis Othello", Gluds Tosca"( Abschied Hans Georg Schid)( 2091). Favorit: Das große Finale." DoppelselbstOrpheus", Klabunds ,, X- y- 3" und Ver- Sonntag, 7 einhalb Uhr: Illusion: Tingl Tangl." is Mastenbal I" stellten sich zur abschließen- mord", neueinstudiert( 210- II). Montag, Konvikt: Die Privatsekretärin." Uhr: den Beurteilung ihrer bühnendramatischen Ausbil 7 einhalb „ Der Widerspenstigen gido: Er und seine Schwester." dung die Absolventen der Opern- und 3ähmung"( 211- III). Maceška:„ Die Privatsekretärin." Die Talentauslese Schauspielfiassen Wochenspielplan der Kleinen Bühne: Mitt war aber diesmal nicht allzu reich. Als das stärkste woch, 7 einhalb Uhr:„ Die Fee." Freitag, 7 einhalb und hoffnungsvollste Talent envies sich die jugend- Uhr: Boruntersuchung", Abschied Trude Die gesperrt gedrudten Filme fönnen lich dramatische Sängerin, Frl. Elfriede Roth, Eger, Dr. Anton Schmerzenreich. Samstag empfohlen werden. auf die wir bereits früher wiederholt aufmerksam 7 einhalb Uhr:„ Spieler, Doppelgänger, zu machen Gelegenheit hatten und die bereits für Seiratsantrag"( Premiere). Sonntag, den Bühnenberuf praktisch verpflichtet ist( an das 7 einhalb Uhr: Spieler, Doppelgänger, Aussiger Stadttheater). In dieser sympathischen, Seiratsantrag."- Montag 7 einhalb ühr: Reford im Predigen. Die Amerikaner lieben bescheidenen, jungen Künstlerin, geht der deutschen Spieler, Doppelgänger, HeiratsanSchule und Wirtschaft. Erstes Jahrbuch 1931 die Reforde, aber es dürfen nicht immer dieselben Opernbühne eine Sängerin zu, die nicht nur bon trag." der Deutschen Bestalozzigesellschaft in der Tschecho Refordtämpfe jein. Rekorde im Tanzen, im Essen, der Natur mit einer blühenden, in allen Lagen gleichflowakei, Prag III., Letenstá 5. Der Hauptinhalt Reforde der Schönheit und Häßlichkeit, das alles ist mäßig schön ansprechenden und beseelten Stimme schon oft dagewesen, daß es bereits langweilig wird. beschenkt wurde, sondern die auch gesangtechnisch dieses Büchleins sind die Vorträge, welche die genannte Gesellschaft unter dem Titel Schule und Man braucht neue Reforde. Das letzte, worauf man ausgezeichnete Schule verrät und zu allem auch die Wirtschaft" im Dezember 1930 veranstaltet hat und gekommen ist, ist der Reford im Predigen. Es ist erforderliche repräsentative Bühnenerscheinung sowie bekannt, daß die vielen amerikanischen Kirchen die starte schauspielerische Begabung besitzt. Neben ihr in welchem die Beziehungen zwischen dem Wirt verschiedensten Mittel anwenden, unt das Interesse zeigte der Bariton Reinhold Popovič die kräf- SJ. Prag, Ortsgruppe I. Heute Aussprache fchaftsleben und der Schule von verschiedenen Vordes Publikums zu erwecken, das sich teilweise den tigste Begabung: flangvolle, vortrefflich behandelte über Die Lage Sowjetrußlands". Um tragenden je nach ihrer Weltanschauung behandelt Seirchenbesuch abgewöhnt hat oder die Wahl unter Stimmittel, wirkungsvoller Vortrag und beachtliche einigermaßen urteilsfähig in eine Disussion ein- worden sind. Für uns von besonderem Interesse so vielen verschiedenen Kirchen und Sekten hat, daß darstellerische Sicherheit rechtfertigen seine Bestim gehen zu können, sehen wir an den Anfang des st der Aufsatz des Genossen Paul Fürstenau, jehr leicht eine untergehen kann, die nicht genug mung zum Bühnenfänger. Auch die Sopranistin Abends ein kurzes Referat des Genossen Bogner, Reichenberg: Arbeitnehmer und Schule". Wertvoll anziehend ist. Man kann in den Kirchen tangen, Erna Fischer verdient Anerkennung, wenn ihre der nach nachstehenden Gedankengang versuchen sind auch die Leitfäße zur Schulreform, die von man hört Meusit, es gibt Kinovorführungen and Stimme diesmal auch nicht so frei tlang wie beim wird, Tatsachen über die Verhältnisse in der So- dent verschiedensten Organisationen aufgestellt worden jezt gibt es Versuche, Refordpredigten zu halten. fürzlich abgehaltenen Orchesterkonzert( Lieder Klär wjet- Union zu bringen: 1. Raum und Völ sind. Bis vor kurzem war der Negerpriester Brown, chens aus„ Egmont"), denn auch diese Sängerin verter des europäischen Ostens." 2. ,, Wie Brediger einer Baptistenkirche, unbestnittener Sieger: fügt über auffallend schönes Stimmaterial, versteht ist es heute um den Fünfjahresplan er hatte zwölf Stunden ununterbrochen gepredigt. Dieses zu behandeln und besitzt viel darstellerische bestellt?" 3. Wer bezahlt den Aufbau?" Aber er hat vor einigen Tagen seinen Meistertitel Gewandtheit. Unter den Schauspieltalenten fiel 4. Das neue Leben": 1. In der, Familie. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Straus. Prog. verloren und es scheint, daß seine Aussichten, ihn Henriette Schäffler auf, eine für das naive 2. Im Betrieb. Beginn um halb 8 Uhr abends Druck: Nota* A.-G. für Zeitungs und Buddruck, Prog. wiederzugewinnen, jehr gering geworden sind. Der Fach vorzüglich geeignete, in der Sprachtechnik und in der Gec". Morgen in der Gec" Mädel- ür den Drud verantwortlich: Otto Solit, Brag. Die Zeitungsmartenfcantatur wurde von der Bolt- u. Telegraphen ausdauerndste Prediger ist jetzt der Präsident der im lebhaften Spiel überzeugende junge Schau- labend. Direktion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. 3ollfontrolle. Sieh mal rasch hin", sagte James und deutete mit den Augen nach dem Herrn, der aus dem Abteilfenster lehnte. ,, Und?" fragte Betty. Aehnelt er nicht sehr dem ,, Keine Spur". Lewis?" Wohin?" feirte James. Aus der Partei Jugendbewegung. Herausgeber: Siegfried Tau b. Chefrebatteur: Wirbelm Nießner. S ,, Wer?" gähnte James.„ Wer muß fom- auch nicht der geringste Diamantensplitter ge-| betastet und untersucht hat!" Damit schob er men?" Die Zollbeamten". funden. Das gesamte Gepäck des Ehepaares dent Mann mit dem Schnauzbart die vier ZiJames sprang auf und steckte die Hand in Charlestown wurde durchwühlt. Gefunden wurde garren in die rechte Rocktasche. Grüßte leicht, indie rechte Hosentasche. Dann begab er sich an die nichts. Ein besonders pfiffiger Zollbeamter nahm dem er die Hand an den Hut legte und ging Tür des Abteils und spähte hinaus. Aha, da ka- sich die fünf Zigarren vor, die James ironisch nach dem Zuge zurück. Er zwinkerte unauffäl men sie, gleich zu viert. Pässe, bitte!" Jantes als einziges zollpflichtiges Gut bezeichnet hatte, lig zweimal mit dem linken Auge, und da wußte reichte seinen Paß hin, der auf den Namen Ted drückte sie, knautschte sie, schnitt sogar probeweise Betty, daß der Streich geglückt war, James verdammten Charlestown nebst Frau Mary lautete. ,, Tut mir eine davon auf, um nachzusehen, ob vielleicht hatte das Päckchen wieder! Hatte es sich zurückleid, Mister Charlestown," sagte der Beamte, etwas Zollpflichtiges darin fäße alles mit gestohlen, während er dem Beamten die Zigar,, aber wir müssen Sie bitten, uns zu folgen. negativem Ergebnis. Man mußte James und ren dedizierte. Pfeifend kam es ins Abteil, setzte Das gleiche gilt für Ihre Gattin". Betty mit Entschuldigungen entlassen. Betty war sich und lachte. Alles klappt prima, prima. Soselbst sprachlos. Wo hast du die Diamanten gar der beunruhigende Herr, den ich für diesen " In den Durchsuchungsraum. Wir haben bloß hingesteckt?" fragte sie. verdammten Lewis gehalten hatte, ist ausgestiebehördliche Anweisung, das Gepäck eines Rei- Mein Geheimnis", lachte James. Aber gen. Nun kann uns nichts mehr passieren!" senden Ted Charlestown genau zu durchsuchen. ich will es dir trotzdem sagen." Und er flüsterte Nein", freute sich Betty und fiel ihm um Weil die Gefahr besteht, daß ein bekannter Hoch- ihr ins Ohr: Es tamen doch vier Zollbeamte den Hals, nun fann uns nichts mehr passiestapler, der sich unter diesem Namen verbirgt, in unser Abteil, nicht wahr? Well, die beiden, ven!" Damit hatte sie auch recht. Denn das versuchen wird, Diamanten einzuschmuggeln". die uns begleiteten, tamen nicht in Frage. Aber Schlimmste, das ihnen hätte passieren können, Betty stieß einen gut gemachten Ent- einer von den beiden anderen, die für die Zug war ihnen schon passiert. Sie wußten es bloß rüstungsschrei aus.„ Soll ich etwa auch unterfontrolle zurückgeblieben, kam in Frage. Siehst noch nicht sucht werden?" du ibn? Dort steht er; es ist der Mann mit ,, Bedaure, gnädige Frau, aber ich muß tun, dem blonden Schnauzbart". was meine vorgesetzte Behörde von mir ver langt. Sie werden überdies von einer Beamtin visitiert werden". Was tut er? Ah, er fauft Stirschen. Hm, hm, Lewis würde teine Kirschen kaufen, höchftens Schnaps. Wenn das Lewis wäre, weißt du, Betty, das wäre mir verflucht unerwünscht. Bor dessen Rachgier habe ich doch so was wie Angst". Ich weiß nicht, James, aber ich habe so ein dummes Vorgefühl, als ob die Geschichte schief gehen würde. Die Zollrevision soll doch so unglaublich streng sein an dieser Grenze". James stedte sich grinsend eine Zigarette an. Das einzige, was man von deinem sogenannten Vorgefühl sagen kann, ist, daß es wirk lich dumm ist, wie du es selbst genannt haft. Du kennst meine Frechheit doch eigentlich zur Genüge!" die Der Zug setzte sich wieder in Bewegung. Die Grenze war überschritten. Draußen tauchten Schilder und Tafeln mit fremden Aufschriften auf. Man war gerettet. Man konnte etwas risfieren. James erhob sich strahlend, holte das Päckchen aus seiner Tasche, öffnete die Schuur, wickelte das Bapier auseinander. Dann setzte er sich wieder hin. Käsebleich. Denn was war in dem Päckchen? Diamanten? Was meinst du eigentlich?" flüsterte Betty. Na, also, dem habe ich die Diamanten in Tasche geſtedt." ,, Also, Kind, nun reg dich nicht auf", sagte Du bist wahnsinnig!" Was nüßt dir die ganze Frechheit, wenn James mit schmalziger Stimme. ,, Du weißt, daß Absolut nicht! Was willst du da sind sie das Paketchen mit den Diamanten finden!" wir der Visitation mit größter Ruhe entgegen sie am sichersten. Und jetzt werde ich sie mir wie jammerte Betty. fehen können, aus dem furchtbar einfachen der holen. Pag auf, wie ich das machen werde, James gähnte und würdigte Betty keiner Grunde, weil ich außer ein paar Zigarren nichts Schat!" James holte die vier Zigarren aus sei- Kirschkerne, neugieriger Leser, waren darin. Antwort mehr, sondern streckte sich auf den Pol- Zollpflichtiges habe!" ner Tasche und ging auf den Mann mit dem Feuchte Kirschterne und nichts anderes. Und ein stern des Abteils aus, das er mit Betty zu- Lächelnd und den neuesten Tonfilmschlager blonden Schnauzbart zu.„ Hallo, lieber Freund, paar Worte waren mit Tintenschrift auf die fammen inne hatte, und schloß die Augen, als trällernd folgte er zwei Beamten, während die bin ja ziemlich malträtiert worden von dieser innere Seite des Papiers geschrieben:„ Auf solche fich der Zug langjam in Bewegung feßte. Er beiden anderen die weitere Kontrolle des Zuges Zollstation. Da Sie unbeteiligt dabei waren, darf alten Tricks fallen Zollbeamte herein, aber nicht schlief auch tatsächlich ein, und erst, als der Zug übernahmen. Man führte ihn in einen hellen ich Ihnen und Ihrem Kollegen wohl diese paar dein dich liebender Lewis." an der Grenze hielt, wachte er wieder auf. Betty Raum mit hohen Fenstern. Das gleiche geschah Bigarren zukommen lassen. Es ist eine gute, Seit dieser Stunde neigt James begreif laß ihm nervös gegenüber und flüsterte:„ Sie mit Betty. Beide mußten sich bis aufs Hemd teure Sorte aber mir macht es doch keinen Spaß licherweise zu Tobsuchtsanfällen. Müjjen gleich kommen". ausziehen, und bei beiden wurde nichts, aber mehr, sie zu rauchen, nachdem man sie derartig Kurt Miethfe.