Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nekazania 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Rachired attion: 26792. Doftfcheckamt: 57544. Jnferate werden laut Tarif billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Samstag, 27. Juni 1931 Eroberung der Kunst. Zum Arbeiter- Sänger- Bundesfest in Bodenbach. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.. Ke 16.nierteljährlich halbjährig. ganzjährig 99 48.98.192.Rädstellung von Manutripten erfolgt nur bei Ein fendung der Retourmarken. Ericheint mit Ausnahme des Montag fäglich früh. Nr. 150. Dazu ist immer Geld da! sälen, von den Vortragspodien widerhallt. Noch spärlicher selbstverständlicher der Wellenschlag, der die Hinterjassen der Nation", Paris, 26. Juni. Die Kammer hai die Arbeiter erreicht. Umso bewundernswer- heute Vormittag die Kredite für die Forts ter, wie sie auch und eben auf fünstlerischem segung der Grenzbefestigungsarbeiten in Höhe Gebiete das Hintersassentum ablegten, wie sie von 2527 Millionen( 3.3 Milliarden Kč) immer freier, immer beachtlicher mit der mit 430 gegen 155 Stimmen angenommen. eigenen fünstlerischen Kraft hervortreten! Die Gemeinderatswahlen in Amster 103.000 Der bleierne Flügelschlag einer riesen- haben, man braucht nur auf zwei Jahrzehnte haften Krise fordert Tag um Tag Opfer und unserer Geschichte zurückblicken zu können, um Opfer. Die ganze Welt ächzt in den Banden mit Jubel zu erfassen, wie rapid und wie einer beispiellos lähmenden Krise, die Wirt- sicher sich der Geistesaufbau und der SeelenBodenbach wird des Zeuge Sozialdemokratische Wahlerfolge schaft liegt darnieder, es kracht und splittert aufschwung der Arbeiterschaft vollzieht. Von in Holland. im politischen Ueberbau. Die arbeitende Beethoven und Mozart hat sie Besitz ergrifein. Ein Blick auf das umfangreiche und Klasse, auf deren Schultern das Gebälte die fen, an das Schwierigste unter dem Neuen inhaltsvolle Programm lehrt, daß unsere ser Welt lastet, drückt schwere Not nieder, mit wagt sie sich heran. Und das Neue? Sie judetendeutschen Arbeitersänger bereits nach Bangen sieht auch das Proletariat dieses reproduziert es ja nicht nur! Das Neue in den höchsten Sternen der Kunst greifen, zu dam brachten der Sozialdemokratie eine SteiStaates, insonderheit aber die deutsche Arbei der Kunst, auch das stammt zum guten ihnen aufblickend, nach ihnen singend und gerung ihrer Stimmenzahl von sozialdemokratischen Mandate ftieg bont terschaft, nach einem harten Winter einem Teile und in seinem besten Teile von ihr, spielend nicht nur die eigene Seele laben, son- Jahre 1927 auf rund 124.000. Die Zahl der dern auch die der vielen Tausend Klassengenös- fünfzehn auf siebzehn von insgesamt von der Arbeiterschaft! vielleicht noch härteren entgegen. Wie ein Symbol zum Zwange, nie zu und was die Träger und die Teilneh- sischer Hörer, die im Chor- und Massenge fünfundvierzig. Die Kommunisten erhöhten ihre erlahmen, wie ein Zeichen, geistige und see- mer des Festes in Bodenbach mit echtestem lang unserer Sänger und Sängerinnen sich Mandatszahl von drei auf vier. Die bürgerlichen lische Kräfte zu erhalten, wie ein Feuer, an Stolze erfüllen mag, das ist die Tatsache, daß selbst erleben, ihr eigenes Schicksal, ihr eigenes Mittelparteien haben beträchtliche Verluste erdem sich die Flamme des Muts, der Hoff- das alles aus der eigenen Kraft ge- soziales, politisches und geistiges Wollen, ihr litten. Im Haag erhöhte die Sozialdemokratie nungsfreudigkeit, des Bewußtseins kommen boren wurde, aus eigener Kraft, die nach oben klassen und massenmäßiges Fühlen, ihren ihre Stimmenzahl von 52.000 auf 58.000. Jur die Kommunisten abgeben, bleibt aber mit fünfder besserer Zeiten entzündet, leuchtet da ein und innen wächst. So wie sich die politische revolutionären Drang, ihren weltumstürzleri- Rotterdam mußte sie zwar einen Sip an zehn Vertretern die weitaus stärkste Fraktion. Fest auf, das Bodenbacher Bundesfingen. und wirtschaftliche Se I b stbefreiung der Arschen Ueberschwang. Aus der Masse tönt der Gesang, Insgesamt konnten die Sozialdemokraten bei Es ist so, als ob die Arbeitersänger die eige beiterschaft vollzieht, so auch, ja vielleicht nen und die Herzen ihrer Brüder und Schwe noch mehr aus eigenemt die Befreiung des der heute und morgen in Bodenbach sich er den bisher durchgeführten holländischen Gestern mit ihrem freien Lied, mit künstleri sozialistischen Arbeiters aus geistigem Serter, hebt, aus der Masse, für die Masse und meindewahlen die Zahl ihrer Vertreter von scher Musik, mit dem revolutionären Chor in den die hohe Kunst früher einmal kaum in die Masse. Drum sind wir des herr 1101 im Jahre 1927 auf 1304, also um 203, gesang der Massen emporreißen, stählen und an seltenen Festtagen Einlaß. fand. Und lichen Glaubens, daß dieser freie Sang ein erhöhen. in allem Elend mit Freude, mit Kampflust, wenn das ganz allgemein von den Proleta- Stück des Wunders wirken wird, das eben mit verstärktem Fühlen der Solidarität, des riaten der Kulturländer gilt, so dürfen un nur die Kunst, vor allem Gesang und Musi unzerstörbaren und darum zum Schluß unsere Arbeiter und unsere Arbeitersänger mit in den Menschen vollziehen kann. Und dieses Paris, 26. Juni. Der Pariser Besuch des zweifelhaft siegreichen Gemeinschaftswillen Recht jagen, daß es besonders von ihnen gilt. Wunder wird nachhallen in tausenden Herzen. erfüllten. Doppelt herzlicher Gruß darum Der sudetendeutsche Arbeiter siedelt und Hirnen, wenn die Bodenbacher Tage ver- Reichskanzlers Dr. Brüning und des Reichsdem zweiten Arbeiter- Sänger- Bundesfest in Kleinstädten und Dörfern; die Nation hier klungen sein werden, wird weiterleben in außenministers Dr. Curtius, denen die franzö in Bodenbach, Gruß den alten und jungen besitzt keine Großstadt; gedämpft, spärlich ist größerer Gläubigkeit an unsere Idee, in grö- sche Regierung gestern mitteilen lick, fie wäre Ber- lüdlich, fie in Paris zu empfangen, sobald die Sängern, den Männern und Frauen! Ein das Echo der Kultur, wie es anderwärts von Berer Kraft für unseren Kampf, in der Ver- Einzelheiten der Durchführung des Vorschlages herzliches Frei Sang!" diesen unseren alten großen Bühnen, aus Hörsälen ,, aus Konzert stärkung des sozialistischen Bewußtseins! Bundesgenossen und weiterhin viel Glüd auf ihrem herrlichen Wege! Frankreichs Note für Hoover annehmbar. Paris, 26. Juni.( Eigenbericht.) In der heutigen Kammerfißung verlas Ministerpräsi dent Laval die französische Antwort auf den Vorschlag Hoovers wegen eines einjährigen Reparations- Moratoriums. Die französische Regierung erklärt in ihrer Antwort, daß sie, unter der Vorausseßung, daß die französische Kammer dies billige, bereit sei, Hoovers Plan auf die Dauer eines Jahres anzunehmen. Jedoch besteht Frankreich darauf, daß die ungeschüßten Jahreszahlungen aus dem Young- Plan während dieses Jahres weiterlaufen, damit die Grundfäße der Reparationsregelung gewahrt bleiben. Dafür will Frankreich anderseits der BJZ eine Summe zur Verfügung stellen, die dem französischen Anteil an der ungeschütten Jahreszahlung gleich kommt. Dieser Betrag soll dann wieder im Wege des Kredits Deutschland und anderen mitteleuropäischen Staaten zur Verfügung gestellt werden. Anschließend an die Verlejung der französischen Note verlas Laval die amerikanische Empfangsbestätigung, in der die Regierung der Vereinigten Staaten die Berücksich tigung der französischen Einwände bei der Beratung des Hooverschen Vorschlages zusagt. Bariser Reise schon Anfang Juli. Hoovers genau festgefeßt sein werden", wird für Anfang Juli, und zwar wahrscheinlich für die Zeit vom 4. bis 6. Juli, erwartet. Matin" schreibt, daß zuerst Brüning mit Laval, sodann Dr. Curtius mit Briand Be sprechungen abhalten würden und daß dann erst gemeinsame Beratungen eventuell unter Zuziehung weiterer interessierter Minister stattfin den würden. ,, Petit Parifien" behauptet, daß die Atmosphäre für einen Besuch günstig sei. Nur die Rechtspreise spricht sich reserviert über die Schicklichkeit dieser Einladung„, drei Monate nach der sensationellen Anschlußkundgebung und in der Zeit der vollen Offensive Deutschlands gegen die Reparationen aus. Auch die bulgarische Dittatur erledigt. Sofia, 2;. Juni. Der ehemalige Ministerpräsident Alexander Malinow, der allgemein als anerkannter Führer des nationalen Bloces, aus Denn unsere Arbeiterfänger sind einen herrlichen Weg. gegangen. Nicht so sehr davon soll und fann hier die Rede sein, wie die Arbeitersänger die Arbeiterbewegung in ihren Anfängen fördern, ja vielfach erst erstehen halfen; auch nicht davon, wie sie durch schwerste Zeiten hindurch an Maß und Inhalt ihrer Leistungen wuchsen, wie sie sich auf dem Boden der jungen Republik ihren eigenen Verband zimmerten und wie sie zu dem stattlichen Zehntausend wurden, dessen Elite heute und morgen in Bodenbach singen und fonzertieren wird. Auch darüber, daß und was die Arbeitersänger in Jahrzehnten an unzähligen Veranstaltungen der Partei und aller anderen proletarischen Körperschaften mitwirften, braucht hier nicht gesprochen werden; denn sie sind Fleisch von unserem Fleische, Blut von unserem Blut; die sozialdemokratische Arbeitersängerschaft war und ist ein Herzstück unseres Organisationslebens. Wohl aber darf und muß in den Stun den, da unsere Sänger vor aller Welt ihr Fühlen, Denken, Können und Streben demonWashington, 26. Juni. In einem habe Präsident Hoover strieren, ein Wort darüber gesprochen wer- Rommuniquee zur französischen Antwortnote gibt ursprünglichen Reiseplan festzuhalten. Die Ber- Block zu bildende Regierung wird diese Bolitik den, was alles der Arbeitersang Stimson seiner Befriedigung darüber Aus: abredungen beträfen Konferenzen mit verschie in jeder Beziehung und ganz genau durchführen. mit ein und seine Entwidlung uns bedrud, daß Frankreich bereit ist, für ein Jahr auf denen europäischen Außenministern und ein Sie wird nicht dulden, daß die Ruhe wodurch und ein immer gestört wird. Friede und Ordnung sind deuten, was sich darin an bereits voll- sämtliche deutsche Zahlungen zu verzichten. Diner beim Präsidenten zogener Befreiung des Proletariats mehr habe Hoover nicht vorgeschla Republit. Er werde bom bolichet Station geplanten Reformen und für die Milderung der 9. 15. Juli gen; qe n; insbesondere habe ihm eine Revision der lien sein, also nicht zum französischen National- chivierigen wirtschaftlichen und finanziellen Situa ether, ihr Klassen genossen, internationalen Schuldenverträge, einschließlich feiertag in Frankreich eintreffen, und er plane tion Bulgariens. Die vom nationalen Block zu Die iebseite des Volks zur Kultur, was wahrhaft soziali- das Verfahren, durch das der einjährige Aufschub Henderson in Berlin, wo er erit am 21. Juli des innereen und des internationalen Friedens stisches, das heißt einer freieren, edleren, rei- aller Zahlungen erreicht werden könne, müßten cheren Gesellschaft dienendes Streben aus den noch Verhandlungen geführt werden, denn Frankreichs Vorschlag erfülle die vom Präsidenten geDumpfen und Stumpfen, aus den Mühseli- planten Erleichterungen der Schuldnerstaaten gen und Beladenen, aus den um des Leibes nicht in vollem Umfange. Da bereits mehrere Mächte Hoovers Plan dürftigstes Wohl Ringenden gemacht hat: freie, nachschaffende und selber gestaltende zugestimmt hätten und der 1. Juli nahe ich ihn sei, jeien Menschen hoher Kultur, einer Kultur, die Mellon und Edge bemüht, mit der französischen mit jedem Tage mehr dem den Rang abläuft, Regierung zu einer möglichst schnellen Einigung was der Verfall der alten Welt an privile zu gelangen. gierter Kunst und Kultur noch übrig gelassen hat! Seht und hört her, ihr Bürger, die Der amerikanische Botschafter teilte heute[ Botschafter die verschiedenen Probleme, die sich dessen Mitte die neue Regierung gebildet werden ein Telegramm seiner Regierung mit, wonach aus dem amerikanischen Borschlag und der fran- wior, gilt, erklärte einem Redakteur der bulgadiese die herzliche Form der franzöſiſchen zösischen antiport ergeben, u besprechen. Der rischen Telegraphenagentur über den Sieg bes Antwortnote anerkennt, und hofft, daß die Botschafter sowie der Schatzsekretär haben alle die nationalen Blockes: französische Regierung die Anwesenheit des Haltung der amerikanischen Regierung betreffen- Der Sieg des nationalen Blockes bei den Schansekretärs Mellon in Paris dazu benußen den Aufklärungen erhalten. werde, um mit ihm und dem amerikanischen manifestiert. * * ** ankommen werde. ihm geraten, am Wahlen am vergangenen Sonntag bezeichnet einen Triumph jener Politit, welche zielbewußt die Beruhigung des Landes, die Einheit der Nation und radikale eRformen anstrebt. Die vom nationalen und ein geschworener Feind derjenigen sein, die diesen Frieden stören wollen. Der Sieg des naDie BIZ für den Hooverplan. tionalen Blockes ist aber auch ein Sieg der Basel, 26. Juni. Bei der BIZ ist bis zum Verfassungsmäßigteit. Die fommende Freitag eine offizielle Mitteilung über die durch Regierung wird sorgfältig über die getreue Einden Plan des Präsidenten Hoover eventuell be haltung der Verfassungsgesetze wachen. Ihr Ziel dingte Abänderung im Zahlungsmodus für ist die Konsolidierung der politischen und sozialen Reparationen nicht eingegangen, Ordnung und sie schließt schon von vornherein Wie die Schweizerische Depeschenagentur er- jedes Abenteurertum aus, das eine Gefahr für fährt, ist der Vorschlag Hoovers in den Kreisen die ruhige Entwicklung Bulgariens sein könnte. der Zahlungsbant sehr begrüßt worden. Die Der Nationale Block ist aus den allgemeinen Washington, 26. Juni. Um Einzelhei BJ3 dürfte durch die neugeschaffene Lage etwas Wahlen als Sieger hervrogegangen, weil das bul ihr in Dummheit und Ueberheblichkeit euch ten über seine bevorstehende Europatour befragt, von ihrem Odium als Reparationsbank verlie- garische Volt mit seiner Hilfe alles, was möglich über den Broleten erhaben dünkt, hört her, sagte Stimson, die Verhandlungen über den ren. Dafür dürfte ihre wichtigste Aufgabe als und zivedmäßig erscheint, tun will, um in der was da und wie es aus den Kehlen Tausen Hoover- Plan seien an einem Punkte angelangt, Bindeglied zwischen den Zentralnotenbanden zu internationalen Bolitik ein gutes Verhältnis zu Der erschallt, was sich auch ihrem Herzen los- wo sie sich so gut entwickeln, wie man nur er- dienen und die Funktionen eines Zentral- Devi allen Nachbarn herzustellen und das Bertrauen, warten konnte. Natürlich gebe es stets Detail- sen- Clearing- Institutes auszuüben, verstärkt in sowie die Unterstützung aller fremden Mächte zit ringt, wie es Zeugnis ablegt von einem Fragen, deren Erledigung Zeit brauche, aber man den Vordergrund treten. Gerade in letzteres Ge- gewinnen. Deshalb wird die Außenpolitik der inneren Aufstieg des Proletariats. habe gute Fortschritte gemacht, und da verschie- biet gehört auch die Beteiligung der B3 am bom nationalen Block zu bildenden Regierung be. Man muß nicht so alt sein, um die An- dene wichtige Verabredungen für ihn in euro- furzfristigen 100- millionen- Dollar- Kredit für die strebt sein, alle jene Riele zu erfüllen, die sich das bulgarische Volt gesteckt hat. fänge der Arbeiterbewegung miterlebt zu päischen Hauptstädten getroffen worden seien, so Deutsche Reichsbant. Seite 2 Samstag, 27. Juni 1931. Der Antrag des Untersuchungsausschusses angenommen. Schwache Verteidigung Stříbrnys. Nr. 150. Angeber zu sein. Für dieses Angebertum braueftionistisch vorgeht. Daraufhin wurde dann alle er sich nicht zu schämen. Er habe im Grunde nichts 14 Tage ausgewiesen, von welchen Schächten und Neues gesagt, denn alle seine Zuhörer hätten damals wie viel Waggons sogenannter Regiekohle die schon gewußt, wer Stribrny sei. Er Eisenbahn bezogen hat. So blieb es einige Jahre habe lediglich die Bast auf sich genommen, Beweise auch in der Tschechoslowakischen Republik. Man Prag, 26. Juni. Das Abgeordnetenhaus des Arbeitsministeriums, verwiesen. Während Keibl zu erbringen. Die Behauptung, er habe nicht aus fonnte nun auf Grund der monatlichen Ausweise hat heute nach ganztägiger Debatte den Fall den Ausschußbericht rundweg ablehnte mit der Be eigener Initiative gehandelt, sondern sei nur das feststellen, daß protektionistisch vorgegangen wird, Stribrny entsprechend den Vorschlägen des Refe- gründung, daß die ganze Sache vor die ordentlichen Werkzeug des Ministers Beneš gewesen, weist und als man darüber Beschwerde erhob, was glaurenten liquidiert. Es liegt nun an der Regierung, Gerichte gehöre, wendet sich Krebs mit vielem auf die Schwierigkeiten der Untersuchung; wenn es war Herr Stříbrný Stransky entschieden zurück. Er verweist weiters ben Sie, hat der Eisenbahnminister ich glaube, aus den Ergebnissen der Untersuchung die nötigen Bathos gegen die Abtretung der Aften an die Re- jemand in solchen Korruptionsfällen nur etwas rühmten Muster des Kaufmanns, der zwischen seigemacht? Nach dem beFolgerungen zu ziehen und alle Maßnahmen zu gierung, die er verdächtigt, daß sie alles ad acta fchlau fei, so sei es schwer, ihn vor Gericht zu über. ner Frau und seinem Reisenden zu entscheiden hat treffen, damit nicht nur diese Korruptions legen werde. Nur gegen die verlangte Neuordnung führen. Die unmittelbaren Tatzeugen jelen meist und der das Kanapee herausgeworfen hat, hat geschichte, sondern auch die anderen in der heuti- des Lieferungswesens werden keine Einwände ergen Debatte vielfach aufgezeigten Uebelstände ein hoben. Dr. Peters findet wieder den Punkt 3, der zugleich mitbeteiligt und mitschuldig. Später ent- der Minister die Veröffentlichungen berfür allemal bereinigt werden. die Regierung beauftragt, gegen Mißstände in der die Finanzen der politischen Parteien irgendwie wickelt Stransky dann eine merkwürdige Theorie, boten! Daß noch vieles faul ist im Lieferungswesen Staatsverwaltung und gegen Ungukömmlichkeiten in bon staatswegen zu regeln, und schließt mit der erhört und provozierend, daß nach dem Ergebnis Trotzdem gehen die Dinge weiter. Es ist under Staatsbahnen und vielleicht auch anderswo, der Ausübung des Mandates mit allen Mitteln hat ja hente Genosse Bohl an Hand des einzuschreiten, nicht in Ordnung und erblidt barin Feststellung, daß es sich heute un feine Justifi- der Untersuchung Millionen und Millionen aushat ja hente Genosse Pohl an Hand des einzuschreiten, nicht in Ordnung und erblickt darin zierung, sondern nur darum handle, einen dunklen gerechnet bei Stohle und allerlei Schiebungen erFalles Stejskal aufgezeigt, der immer noch die Auslieferung des Kontrollrechtes des Parla- zierung, ein schönes paar Millionen jährlich aus seinem ments an die Regierung. Zuschka lehnt die An- Fleck abzuwaschen, den Stribrny dem guten Namen preßt werden. Diese Beträge müssen doch irgend woher kommen! Entweder werden sie den Bergdes Staates zugefügt habe. bekannten Ersaßvertrag einsteckt. Schon vor fast nahme des Berichtes ebenfalls ab, ist aber dafür, vier Jahren hätte ja die ganze Stribrny- Affäre daß die Regierung in der Angelegenheit die ent kommunistischen Krawallen. Als Stransky endet, oder es muß sie die Staatsbahnverwaltung als Während seiner Rede kommt es oftmals zu arbeitern beim 2ohne vorenthalten schon aufgedeckt und bereinigt werden können, sprechenden Schritte unternimmt. wenn der Bürgerblock damals nicht alle Bea gibt es vor den Ministerbänken einen bedrohlichen höhere Preise überzahlen. Ein Drittes gibt es Einer der ersten Redner ist Dr. Stransky, der Zusammenstoß einiger Nationalsozialisten mit Herrn nicht. In dem einen wie dem anderen Falle wermühungen des Genossen Pohl, diese Korrup sich gegen den Vorwurf Stribrnys verteidigt, in Gajba, der mit Schimpfworten nur so um sich den die Bergarbeiter oder der Staat betrogen! tionen im Parlament aufzudecken, unter unglaub- der Sache zugleich Anfläger und Richter und auch wirsi. lichen Vorwänden vereitelt und die Wirtschaft Darum ist kein Urteil streng genug, um derStribrnys gedeckt hätte. artige Begebenheiten zu bestrafen. Viel wichtiger aber ist, daß Einrichtungen getroffen wer den, damit solche Dinge in Zukunft unmöglich gemacht werden. Diesmal muß aber rücksichtslos durchgegriffen und namentlich durch die von Pohl geforderte gründliche Umgestaltung des gefamten staatlichen Lieferungswesens weiteren Korruptionen ein Riegel borgeschoben werden. Bor vier Jahren hat der Bürgerblod Stříbrny noch gebedt! Unangenehme Feststellungen des Genoffen Bohl. Nach Krebs tant Genoffe Bohl Heute ist bei der Staatsbahnverwaltung der Schlüssel, nach dem die Lieferungen der Regiekohle Wir haben keine Resonanz gefunden, nicht einverteilt werden, und der Preis ein so großes Die Kommunisten glaubten heute wieder mal Resonanz bei den Parteien und Blättern Amtsgeheimnis, daß sogar dem zuständigen gefunden, die sich heute so in die Brust werfen, einen großen Tag zu haben und leierten ihre zu Wort, der im wesentlichen ausführte: Sektionschef des Bergwesens seit Jahren jeder Einwie der Herr Roll, Krebs.( Zwischenrufe.) Sprüchlein über die Korruption und Verderbt- Das Ergebnis des Untersuchungsausschusses blick und jede Auskunft beharrlich verweigert heit aller Regierungsparteien im allgemeinen und ist ein Kompromiß, und wie jedes Kompromiß anschlages im Jahre 1927 im Budgetausschuß ein beweist uns ja mit der nötigen Klarheit, warum. Ich habe besonders bei der Beratung des Vor- werden! Das Ergebnis des Untersuchungsausschusses der dreimal verdammten Sozialdemokraten besonderen nur so herunter wie eine tibetanische Grunde sind auch wir von der Formulierung gebracht und nachgewiesen, daß die Staatsim befriedigt es nicht alle Teilnehmer. Aus diesem umfangreiches Beweismaterial vor- Man kann nicht anders! Gebetmühle. Genosse Pohl wies ihnen ganz klar und dem Ergebnis nicht voll befriedigt. bahndirektionen bei den Kohlenlieferungen im Jahre viel zu milde. Wir würden gerne einem schärferen Wir halten das Urteil im Falle Stříbrný für und eindeutig nach, daß den Berrat" von Der Fall Stříbrný ist nicht neu, aber er bedi daß den„ Berrat" von Der Fall Stribrný ist nicht neu, aber er deckt mindestens um 30 bis 40 Millionen geschädigt Urteile zustimmen. Für die Vergehungen dieſes Mutejowiß höchstens ihr eigener Revierrat be- ein System auf, das weit über den Namen Stři werden. Ich habe Details genannt. Der Herr Serrn, der jetzt in der Pfütze fist und alles um sich gangen haben kann, der die Förderung auf der bens hinausreicht. Wenn wir vom Fall Stři Eisenbahnminister Najman hat zugegeben, die herum zu beschmugen sucht, weil er sich nicht rein. Grube des Herrn Stejskal gegen den Willen brný reden, so will ich namens unseres Klubs Anschuldigungen, die ich vorgebracht habe, seien waschen kann, wäre teine Strafe hart der Zentralftreilleitung durchgefeßt hat, aber alles betonen, daß unsere Einstellung in dieser Sache richtig, aber als einzige Entschuldigung hat er vor genug! vergebens. Die Gebetmühlen waren aufgezogen mit unserer sonstigen Einstellung zu ihm, mit gebracht: Sie sind nicht bei mir, sondern bei meiund so ratschten die Kommunisten ihre gemeinen seiner Einstellung zu uns und mit den uner- nem Amtsvorgänger entstanden. Gemeint die Stříbrný geschaffen hat, noch heute an Aber das fürchterlichste ist, daß die Zustände, Schimpfereien und Verleumdungen gegen Pohl hörten Schäden, die er den deutschen Bediensteten hat er Stribrný. Aber er hat auch mitgeteilt, er dauern, trotzdem er nicht mehr an seinem Playe und Brožit luftig weiter herunter, wo jeder und Arbeitern zugefügt hat, nichts zu tun habe nichts gegen eine Untersuchung ist! Darum legen wir besonderes Gewicht auf den andere aus Scham über diese Blamage, die ihnen hat. Was immer Sie sagen mögen, daß die Pohl vor dem ganzen Haus zufügte, blaß aus untersuchung nicht vollständig ist, eines glaube Punkt 4, wonach die Regierung aufgefordert wird, dem Saal geschlichen wäre. Das Rudé Bravo" ich, hat sie doch restlos und klar bewiesen: neue Lieferungsbedingungen aufzustellen und wird aber bald vor Gericht über diese Angedie öffentliche Kontrolle herzustellen. legenheit weiter reden dürfen! Auf Grund dieser bewiesenen Tatsache ist unerläßlich, daß dem Eisenbahnministerium die alleinige eingebracht. In diesem Antrag habe ich ver- Berechtigung, die Lieferungen zu vergeben, sofort langt, das Abgeordnetenhaus wolle beschließen, entzogen wird. einen Untersuchungsausschus mit der Ueberprüfung der Vorgänge bei der Vergebung der Kohlenlieferungen an die tschecho Nach Beginn der Sigung erstatteten zunächst die Referenten den Bericht über die Regierungsvorlage, durch die die internationale Vereinbarung vom Jahre 1926 über die Fahrt Der Fall Stříbrný ist das Prototyp des Systems der Protektion, Unreinheit, Bestechlichkeit und Korruption und es ist zweifellos, daß der Herr Stribrný die Bestechung, diese Unordnung und Unreinlichkeit zu einem förmlichen System gebracht hat, einzuwenden. Darauf habe ich im Auftrage meines Klubs am 23. November 1927 den Antrag Nr 2.302 Es werden immer noch Millionen verdient! mit Motor fahrzeugen durchgeführt wird. daß er förmlich ant hellichten Tag Dinge von Die Debatte wurde auf die nächste Sigung einent unerhörten Ausmaß geschehen ließ, wielowakischen Staatsbahnen zu beauftragen. vertagt. man es von einer Staatsverwaltung wahr- Der Berichterstatter im Initiativausschuß war der Wenn ich sage, diese Dinge dauern noch anta Dann erstattete der Referent Genosse scheinlich niemals erwartet hätte. Diese Bestech Varteigenoffe des Herrn Najman, der Herr Abg. werden Sie von mir wenigstens ein Beispiel als Roudelta den bereits Gestern veröffentlichten lichkeit, Unreinheit und Protektion in der öffent- Ostry, der die Ablehnung dieses Antrages mit Beweis verlangen. Bericht über die Ergebnisse der Untersuchung lichen Verwaltung, in Lieferungen wurden von der Begründung beantragt hat, der Antrag wäre ein der Stribrny- Affären, der in der bekannten uns, seit wir in diesem Hause sind, immer aufs Eingriff in die Staatsverwaltung, Franz Stejskal, Feststellung gipfelt, daß die Untersuchungser- heftigste bekämpft. wenn das Parlament zustimme!( Zwischenrufe.) der schon so oft genannte, hat als einziger mit der gebnisse eine ungünstige Meinung über die Wenn der Initiativausschuß damals unserem An- Staatsbahnverwaltung einen Vertrag auf Staats trag stattgegeben hätte, wäre der heutige Antrag bahnlieferungen, der noch drei Jahre dauert und nicht mehr notwendig gewesen und vielleicht hätte auf 300.000 Tonnen Braunkohle lautet. Er erzeugt die Staatsbahnverwaltung, wenn damals gründlich aber auf seinem Schachte nur 170.000 Tonnen. untersucht worden wäre, 40 bis 50 Millionen Kronen erspart! Das ist nicht geschehen, der Bürgerblod hat diesen Antrag niedergestimmt; man wollte nicht, daß über die Dinge geredet werde! Chrenhaftigkeit Stribrnys" begründen. In der" uzählig sind die Versuche, die wir Debatte sprachen vierzehn Redner, so daß sich unternommen haben, um dieses System diese Debatte bis in die achte Abendstunde hin- anzutlagen, aufzudecken und zu auszog. beseitigen. Seitens der deutschen Oppositionspartelen sprachen Dr. Keibi, trebs, Dr. Zuschta, Dr. Ich erinnere Sie an die wiederholten Reden von Peters und Horpynta, die fast alle eine Ermir im Budgetausschuß und im Parlament, an die weiterung der Untersuchung verlangten und Reden meines Kollegen Jarolim im Senat, wo auf verschiedene andere Mißstände in der Staats- wir das System der Korruption der Staatsbahnverwaltung, so n. a. auch bei den Straßenbauten lieferungen angeprangert haben, aber leider: ( Nachdruck verboten.) 6 Er warf einen Blick auf das Titelblatt und fuhr zusammen. Der Commander hatte einen leisen Schrei Pfeile aus dem Jenseits.ustoßen, und plöslich fühlte Clay, wie ihm Von Hans- Herbert Varien. Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. ,, Gedruckte Weisheit. gedruckter Mist. Ich habe gelesen gelesen... Es war vergendete Zeit " nichts an." Im alten Desterreich hat man die Eisenbahnverwaltung einmal beschuldigt, daß sie bei der Vergebung von Staatsbahnlieferungen protet Broschüre hatte bei Clay viele Sympathien zerschlagen, die er für den Commander gehabt hatte. " 1 Der Commander schwieg, und es schien die Broschüre aus der Hand gerissen wurde. Clay, als beobachtete er ihn haßerfüllt. Der Commander stand mit wutverzerrtem Trotzdem konnte Clay nicht schweigen. Gesicht vor ihm und schrie ihn an: Die Broschüre erzählt von einem Offizier Lassen Sie den Unfug! Das geht Sie forps in einer Kolonialarmee, die es an Graufamiteit mit Cortez leicht hätte aufnehmen fönMüde und alt schritt der Commander zu herrschen zu müssen, um nicht noch ausfallender Der Commander schien sich ungeheuer benen mit Cortez, dem Indioschlächter Wieder zuckte der Commander leicht zuseinem Sessel zurüd und starrte mit zusammen gebissenen Zähnen vor sich hin. Clay jah, wie u werden. Sein Gesicht war weiß vor Anstren- sammen. Clay aber fuhr ungerührt fort: die gewaltigen Kinnmusteln des Commanders gung. Fingerdid lagen die Adern auf seiner Stirn. wie in einem Krampf auf und nieder sprangen. " 11° " nicht die Nigger sollen den Aufang mit all den Grausamkeiten gemacht haben, son Der Commander warf die Broschüre in bern die weißen Offiziere. Hekatomben von „ Es gibt Dinge zwischen Himmel und eine Schreibtischschublade und verschloß sie hastig. Erde.. sagte er schließlich und trank ein Den Schlüssel steckte er sorgfältig in die Tasche. Negern wurden von ihnen zwecklos hingehalbes Glas reinen Whisky herunter. Als Clay einen Blick auf das verstörte Geficht des Commanders warf, war er wieder voll Mitleid mit ihm erfüllt. Dann tam er mit schwankenden Schritten zurück und warf sich in den Sessel. Auf seiner Stirn standen Schweißperlen. schlachtet Der Commander sprang auf. Seine Faust schmetterte auf den Tisch. ,, Das ist Lüge...!" schrie er. Der Preis für diese Braunkohle beträgt 110 Kronen pro Tonne, bessere Braunkohle aber wird bei uns mit 70 bis 80 Kronen verkauft. Der Mehrgewinn des Stejskal beträgt also an 10 Millionen Kronen jährlich! Aber Stejskal ist ein guter Patriot. Er hat das Wert mit 180 deutschen und 40 tschechischen ArWaren das die Da- ri- hags gewesen? Clay konnte sich nicht mehr auf den Namen des Stammes besinnen. Clay konnte sich auch auf die andere An schuldigung nicht mehr besinnen, die in dieser Broschüre gegen die Offiziere ausgesprochen war. Was war das noch gewesen? Fast war es ihm, als fei von ganz gemet nem Raub und Diebstahl die Rede gewesen! ,, Nein, ich muß mich irren", dachte Clay, ... so etwas hätte ja die Regierung geahndet." Clay dachte wieder an die große Ordensschatulle, die der Commander besaß und begann etwas milder zu denken. Plöglich lachte der Commander auf und Clay fuhr zusammen. Wer jagt Ihnen übrigens, daß ich zu jenem Offizierstorps gehörte, von dem in dieser Broschüre die Rede ist? Haben Sie etwa meinen Namen in der Broschüre gefunden 4 Clay dachte nach. Ich habe nur noch einen Namen im Gedächtnis: Caruther... Ich glaube, es waren Brüder... Drei Stüd. Das waren die schlimmsten ,, Es ist wirklich toll...," dachte Clay und Clay stieß einen leisen Pfiff aus. Aber eigenartig, als Clay jetzt den Com. ftarrte immer wieder nach der Tür des Schran- Diese Broschüre hatte ihm unendlich viel mander betrachtete, tonnte er nicht mehr daran tes, aber der geheimnisvolle Beobachter schien verraten. Nun fonnte er sich denken, daß es glauben, daß es Lüge sei. Auf einmal erkannte verschwunden. furchtbare Feinde gab, die den Commander über er die ungeheure Grausamkeit in dem Gesicht Trozdem wurde Clay das unangenehme Länder und Meere hinweg haßten und ver- des Commanders, wenn er wütend war. Gefühl nicht los, daß sie weiter beobachtet wur- folgten. Die Broschüre verschwand sehr schnell den. Natürlich war er nach wie vor davon über- ,, Kannten Sie diese Broschüre?" fragte der aus dem Handel, weil die fremde Macht inter- über zeugt, daß diese geheimnisvollen Augen einer Commander mit heiserer Stimme. Der Com- venierte. Trogdem.. ich habe es immer gutgezielten Revolverfugel gegenüber ihr Gemander schien Clay nicht mehr gerade in die eigenartig gefunden, daß die fremde Regierung heimnis schlecht bewahren würden. Clay stedte Augen sehen zu können. öffentlich nie gewagt hat, diese Anschuldigungen feinen Revolver in die Tasche und ließ die Hand Clay lächelte ein wenig bitter. zu dementieren darin. ,, Wenn sie Wahrheit enthält, ist sie ein häßliches Kulturdokument und gereicht manchen Leuten nicht zur Ehre..." Der Commander sah es und lächelte. In diesem Augenblick fiel der Blick Clays auf eine Broschüre, die der Commander bei ſeiner Raserei mit aus dem Schrank gerissen hatte. Sie lag fast vor Clays Füßen. Sie war ungeheuer zerlesen und zerknüllt. Auf jeden Fall war sie häufig gelesen und schlecht behandelt worden. Ganz unwillkürlich griff Clay nach ihr und hob sie auf. 44 Heiße ich Caruther? Habe ich Brüder?... Die Augen des Commanders liefen lauernd Clay hin. Nein!" jagte Clay. Und nach einer Weile. # ,, Sie müssen entschuldigen, Commander aber weil Sie die Broschüre so erregte.. Der Commander antwortete nicht, sondern Quark! Ich hasse immer und überall solch biß die Zähne zusammen, Clay dachte ange- denunzierendes Geschreibsel. Aber laffen Sie ftrengt nach. Noch irgendetwas hatte in der sich weiter von der Vergangenheit und jener Broschüre gestanden. Expedition in dem Urwald schildern Der Commander zuďte zusammen, als habe ihn ein Peitschenhieb getroffen. In dieser Broschüre hatte auch noch von Clay schien es, als wolle der Commander ,, Büge!" bellte er wütend. einem hochfultivierten Negerstamme gestanden, jest um jeden Preis von der Lektüre ablenken. " Gemeine, stinkende Lügen... Schon der der sich erst durch die furchtbare entsegliche Aber schon nach wenigen Minuten war Clay Titel der Broschüre..." Grausamkeit des weißen Offiziersforps fast bis wieder ganz im Bann jener furchtbaren Schil,, Weiße Bestien in Afrika!" sagte Clay lako zum Wahnsinn getrieben, selbst zu einem grau- derung, die der Commander von den Kämpfen nisch. Er betrachtete jetzt den Commander von jamen und blutigen Abwehrkampf entschlossen im Busch erzählte und fast vergaß er darüber einer ganz anderen Seite. Dieser Anblick der hatte. die geheimnisvollen Augen, die ihn beobachteten: ( Fortsetzung folgt.) Nr. 150. beitern übernommen, er hat es jetzt auf 140 deutsche und 348 tschechische Arbeiter gebracht, und für diese Leistung wird er honoriert! Für den Rest seines Kontingentes liefert er 12.000 Waggons Kladnoer Kohle von der Prager Eisenindustrie- Gesellschaft an die Staatsbahnen, und die Prager Eisenindustrie- Gesellschatf zahlt ihm dafür 400 Kronen pro Waggon! Das sind weitere 4.8 Millionen Mehrgewinn! Ich bin aber mit diesem Herrn noch nicht fertig: Er schuldet dem Staate über 8 Millionen Steuern! Bezirke und Gemeinden intervenieren, sie haben kein Geld, die Firma zahlt einfach nichts. Sie sollen nahezu 10 Millionen Kronen an Kohlenabgabe schuldig sein! An diesem einen Beispiele werden Sie sehen, daß mit dem Fall Stříbrný die Sache nicht abgetan ist, sondern daß die Reinheit der Verwaltung, besonders die Verwaltung unserer Samstag, 27. Juni 1931. öffentlichen Institutionen, der Eisenbahn, der Post usw., auf andere Grundlagen gestellt werden muß! ausschusses auszustatten wäre; alle Staatslieferun gen sollten in einem eigenen Amt konzentriert wer den, bei dem jede Intervention von Abgeordneten unter Straffanktion verboten wäre. Und noch etwas. Außerdem, was ich von Stejskal angeführt habe, existiert bis zu gewissen Lester Redner ist schließlich Dr. Stefanel, Teilen bis heute noch der Zustand, daß man Staats- der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses. Er erlieferungen an Kohle nur über eine gewisse flärt, es wäre nur halbe Arbeit, wenn nur der Fall Prager Advokatenkanzlei erhält. Sie Stribrny liquidiert und alle anderen laufen gelassen werden begreifen, daß unsere Partei und auch ich würden. Parlament und Behörden müßten alle forbemüht sind, in diesen Dingen Ordnung zu schaffen. rupten Elemente unbarmherzig aus dent öffentlichen Wir haben uns unendlich bemüht und mußten Leben ausschalten. Wohin käme man, wenn sich im warten, bis es dem Koll. Stránstý in einem Angriff Wolf der Glaube verbreitete, daß in Prag nur der geglückt ist, diese Dinge vorzubereiten und das her- Erfolg hat, der in den Ministerien die Klinken zu beizuführen, worum wir uns seit Jahren vergeblich pußen und die Beamten und vielleicht auch die Wibemüht haben. Es kommt spät. Aber eine gute nister zu bestechen verstehe. Regierung und Behörden Sache braucht nie zu spät zu kommen, wenn sie müßten da ihre Pflicht tun. ganz in die Hand genommen wird und wenn es vor allem nicht bei einem Beschlusse des Abgeordnetenhauses bleibt, sondern wenn, wie wir hoffen dürfen, die Regierung diese Anregung aufnimmt und verwirklicht! Mutějowig und die Kommunisten. Ich muß nun zu einer persönlichen Frage Stel lung nehmen. Man hat in der letzten Zeit so viel über die Mutějowiger Kohle gelesen. Die Kommunisten haben sogar einen Antrag eingebracht, daß Koll. Brožit und ich wegen§ 197 des Strafgesezes angeklagt werden sollen. Ich weiß nicht, was das für ein Paragraph ist, vielleicht wissen es die Herren auch nicht. kommunistische Presse geschlafen hat, wo wir gearbeitet haben, glaubt fie, jest nachholen zu müssen, indem sie uns mit so unsinnigen, irrsinnigen und wahnsinnigen, ia berbrecherischen Verdächtigungen belastet. Mir scheint, daß nur eine politische Partei, die keinen Funken von Charakter und Moral aufzuweisen hat, die Fähigteiten für diesen gemeinen Kampf befigt. Dafür reicht es noch bei dieser Partei, sonst zu nichts mehr! ( Starker Beifall.) * Im Schlußwort Seite 3 Die Verhandlungen mit Ungarn gesichert. Prag, 26. Juni. In der politischen Situation ist heute insofern eine gewisse Entspannung eingetreten, als die von den sozialistischen Par teien mit aller Entschiedenheit geforderte Sidhje rung der weiteren Verhandlungen mit Ungarn gegeben erscheint. vertagt. Unsere Delegation ist bereits na ch Genf abgereift, wo die weiterer Berhandlungen mit den ungarischen Vertretern stattfinden sollen. Die Delegation erhielt gewisse Richtlinien und man rechnet in Koalitionskreisen damit, doğ es im Laufe der nächsten vierzehn Tage zur Fertigstellung des Vertrages auf ſtellte Gen. Koudelka fest, daß sein Bericht unange Grund von Präferenzen kommen wird. Die Verhandlungen mit Ungarn sind somit taſtet blieb. Der Ausschuß konnte in der Untersuchung die ihm gezogenen Grenzen nicht über- von der Frage der Regelung der Getreideeinfahr schreiten; wer eine Erweiterung der Untersuchung losgelöst; über die Getreidefrage sind vorläufige wünsche, möge den Antrag stellen. Wenn das Haus Parteienverhandlungen wegen einer Basis im ihn genehmige, werde der Ausschuß in der gewünsch Zuge. ten Richtung weiter untersuchen. Er untersucht dann systematisch Stříbrnýs Verteidigungsrede und Wahlgericht im Fall Bergler neuerdings verwahrt sich gegen dessen Vorwurf der Voreingenommenheit und der Beeinflussung von Zeugen, ebenso gegen die Behauptung, daß eine Frage der Prag, 26. Juni. Heute vormittags fand eine Ehre im Wege der Klubdisziplin gelöst werde. Jeder nichtöffentliche Sitzung des Wahlgerichtes unter müsse es selbst mit seinem Gewissen ausmachen, ob Teilnehme von elf Mitgliedern und unter deat er für den Ausschußantrag stimme oder nicht. Die Vorsitze des Ersten Präsidenten des Obersten Es sind so viele irrjinnige Verdächtigungen vorRegierung, der die Akten abgetreten werden, werde Verwaltungsgerichtes Dr. Ha ch a statt. An den gebracht worden, daß ich mich bemüßigt fühle, ihre Schuldigkeit tun; wir sind überzeugt, daß sie Verhandlungen nahm auch der ständige Referent, wenigstens einige davon restlos kann man uns in dieser Erwartung nicht enttäuschen wird. Rat des Obersten Verwaltungsgerichtes Dr. die Gemeinheiten nicht alle wiedergeben zu Stribrny, der bald darauf drankommt, hat sein Es werde Sache der Regierung und der Aemter sein, Sosch in teil. Wie verlautet, befand sich auf widerlegen. Im Jahre 1923 beint allgemeinen Streit, am vier- ganzes Pulver bereits in seiner bekannten Bro- auch die letzten Reſte ſichergestellter Mißstände zu der Tagesordnung außer Beschwerden über Entscheidungen der Reklamationsfommission auch die ten oder fünften Streittag, kam das kommuni- schüre verschossen. Er beschränkt sich darauf, zehn beseitigen und definitiv Ordnung zu machen. In einer sachlichen Bemerkung erklärt Genosse Beratung über die Wiederaufnahme des Verifiſtiſche(!) Weitglied des Zentralstreiffomitees mit unter usuren, in denen eine Erweiterung der dem Antrag, man solle den Mutějowißern die Be- Untersuchung abgelehnt worden sei, sucht die Tomašek, daß weder seine Partei noch eines ihrer kationsverfahrens in Sachen Dr. Karl Bergler. willigung erteilen, fördern zu können. Als Gründe Beugenaussagen nach Möglichkeit als unzuverlässig Organe Gelder aus Kohlen- oder Zuckergeschäften Die Entscheidung wurde zum Zweck der Einderwerden angegeben, daß die Gruben innerhalb we- hinzustellen und zu beteuern, daß er sich vor jedem angenommen habe. Die Mittel der Partei stammen nahme des Legationsrates Dr. Strupa vertagt, wird: die Stohle sei ganz minderwertig, feuersichere" wolle gar nicht sagen, was für eine Meinung er die immer stolz auf ihren guten Ruf war und ihm vornahm. niger Tage zusammenbrechen, wenn nicht gearbeitet Tribunal für seine Taten verantworten könne. Er lediglich aus völlig reinen Quellen, aus Bartei- der seinerzeit die Untersuchungen in der Angele beiträgen und aus den Unternehmungen der Partei, genheit der Staatszugehörigkeit Dr. Perglers Steinkohle und schließlich werde auch nicht viel er- bon gewissen Herren habe. Der Unterschied sei nie untreu werden wird. nur der, daß er arm(?) geblieben sei, während zeugt. Damals hat die Zentralstreitleitung Bedenken iene Millionäre feien. Man habe ihn noch lange gehabt und besonders wir waren es, Koll. Brožit nicht in der Hand, sein Gewissen sei rein. und ich, die gesagt haben, daß wir das nicht Dr. Kramař von dem bekannt wurde, daß er im bewilligen fönnen. Streit sei Streit. Laufe der Koalitionsverhandlungen sich von Stři Schließlich hat die Zentralstreifleitung die Rebrnys Schuld nicht so recht überzeugt fühlte, erbierstreilleitung aufgefordert, sie soll zu klärte, er gebe zu, daß er etwas geahnt habe, aber dent Antrage Stellung nehmen. Die Revierstreiter habe nicht vorausgesetzt, daß ein solches leitung von Kladno ist rein fommunistisch. Meer von Schmus vorliege. Gegen Stransky Sie ist gut liniert, ja sie war dantals besser liniert richtet er den Vorwurf, daß er nicht eine Säubewie heute der ganze fommunistische Selub.( Heiter- rung, sondern die Vernichtung eines Menschen zum Ziel habe; er müßte als erster die Erweiterung der Untersuchung fordern. Kramar will nicht Stribrny, sondern nur die Gerechtigkeit verteidigt haben, die man auch dem ärgsten Verbrecher angedeihen lassen müsse. Daß Střibrny die Annahme von Provisionen nicht verhindert habe, müsse man in jeder Form verurteilen. Es sei nur die Frage, ob es sich nur um tohle oder nicht auch um andere Sachen gehandelt habe Stribrny sei aber nicht allein; ber Schuldigen gebe es mehr und es wäre eine Bedrohung der öffentlichen Moral, wenn diese fret ausgingen, nur weil sie politisch ungefährlich sind. Er fordert die Einsetzung einer eigenen Sparkommission, die mit allen Rechten des Untersuchnugs feit.) Dieje kommunistische Revieritreilleitung hat nun den Vorschlag ausgearbeitet. daß den Mutějowißern das Recht eingeräumt wird, zu arbeiten, unter der Bedingung, daß die Kohle nicht im Inland verwendet wird und daß die Mutejowißer sich verpflichten, bis zum Jahresschluß keinen Lohnab bau durchzuführen. Ob die zwei Bedingungen er füllt worden sind. weiß ich nicht. Die Vereinbarung wurde zwischen der kommunistischen Revierstreilleitung und den Mutéjowißer Kohlenwerken am 28. abgeschlossen und am selben Tage hat man sie der Zentralftreitleitung als fertige Tatsache vorgelegt! Wir mußten sie wohl oder übel genehmigen, weil an den Dingen nichts mehr zu ändern war! Wenn also in Mutějowiß irgend ein Verrat an den Bergarbeitern begangen wurde, dann ausschließlich von den Kommunisten! ( Zustimmung. Wütende Zwischenrufe der Kontmunisten.) Die Haltung des Zentralstreikkomitees in dieser Sache war einwandfrei und hält jeder Kritik stand. Kollege Brožik und ich hatten mit den Vertres tern des Mutějowißer Kohlenwerkes niemals verhandelt und niemals gesprochen. Gesprochen und verhandelt hat rein die kommu nistische Revierstreilleitung in Kladno! Aber ich bin nicht so naiv, um diese Geschichte so aufzubauschen, wie das ganz besonders die Kommumen während des sechswöchentlichen Streikes auf nisten tun, denn nach den amtlichen Feststellungen len Ratonizer Gruben, nicht nur auf der Union in Blutejowiß, ganze 257 Waggons Roble ver laben und gefördert! Sonst verlädt das Revier aber allen 10.000 Waggons! Mit dieser bewiesenen Tatsache vergleiche man nun den bubenhaften kommunistischen Antrag, gegen uns die Strafanzeige einzuleiten! Genosse Brožit konstatierte dann an Hand der Protokolle des Zentralstreikausschusses vom Jahre Nazi und Unternehmertum. " 1923, daß der kommunistische Revierrat von Kladno Die Nazi tommen immer in Ekstase, wenn allein die Verantwortung dafür trägt, daß in Mu- man ihnen ihre Freundschaft mit den Untertějowitz weitergearbeitet wurde, und daß die Zen- nehmern vorwirft. Sie glauben, weil sie sich den tralstreifleitung erst unmittelbar vor der Beendi- Ramen Sozialisten" zugelegt haben, ist dent gung des Streits von den Manipulationen mit dieser Interesse der Arbeiterschaft schon Genüge getan. Stohle erfuhr, als irgendwelche Maßnahmen schon Ansonsten aber stehen sie mit den Kapitalisten feinen 3wed gehabt hätten. Redner ersucht das ganz gut. Dieser Tage hat ein günstiger Wind Saus, sich daraufhin von der Glaubwürdigkeit der dem Internationalen Metallarbeiter" einen Kommunisten selbst ein Bild zu machen. Schnorrbrief der Nationalsozialisten auf der Die Abänderungsanträge werden sämtlich Tisch geweht, der klar und deutlich erkennen läßt, abgelehnt, ebenso die Anträge auf getrennte daß die Nationalsozialisten mit den Unterneh Abstimmung über die einzelnen Punkte. Unter mern liebäugeln. Wir lassen das Schreiben wortdem üblichen kommunistischen Gebrüll wird getreu folgen. dann der Ausschußbericht unverändert angeDeutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei. nommen. Brüg, am 9. Juni 1931. Am Schluß der Sizung nimmt das Haus die Novelle zur Pensionsversiche rung über die Einrechnung der nicht versicherten Dienstzeit in zweiter Lesung an. Nächste Sigung Mittwoch, den 1. Juli, um 15 Uhr. Tagesordnung: Motorfahrzeug- Gesez und Immunitäten. Sind Arbeiter und Angestellte Stlaven? Menschenunwürdige Zustände in der Ladfabrik Karl Dürschmidt in Aussig. „ Der Teplitzer Angestellte", das Organ der] Tepliger Ortsgruppe des Allg. AngestelltenBerbandes, berichtet: Im Hofe des Fabriksgebäudes dieser Aussiger Firma steht in großen Lettern, daß dieses Haus friedlicher Arbeit geweiht sei. Wie dieser platatierte Arbeitsfriede beschaffen ist, soll der Def= fentlichkeit nicht vorenthalten sein, weil diese an der Schilderung der Vorgänge zu ermeffen vermag, welche Sklaverei und Unternehmerbrutalität sich hinter diesem Geleitspruch verBiſitierungsberichtes, der täglich von einer birgt. Vor uns liegt das Formular eines anderen Angestellten der Firma in genauer Reihenfolge nach borgenommener der Die wahrheitsgetreu auszufüllen und bei der Di reftion abzugeben ist. Damit alle Angestellten zu erkennen vermögen, welchen Zuchthausvorschriften Kontrolle Aktentaschen Geldtaschen. Die Garderobe ist bei Arbeitsbeginn um 7 Uhr früh und um 1.30 Uhr nachm, abzusperren und tagsüber geschlossen zu halten. Schlüssel befinden sich nur beim Pförtner. stellte hat also nicht nur die Taschen sämtlicher Der zum Kontrolldienst ausersehene AngeKleidungsstücke inklusive Arbeitskleidung seiner Kollegen, sondern auch die Brieftaschen(!!), Aktentaschen, ja auch die Geldtaschen(!!!) zu visitieren. wird Werte Firma! Die deutsche nat.- soz. Arbeiterpartei in Brig veranstaltet am Sonntag, den 14. Juni 1. J. in Brür ein Bezirksarbeiterfest mit Aufmarsch. Wir ersuchen Sie um eine kleine Spende in Butter, Milch oder Eier. Spenden mögen am Sonntag, den 14. Juni, bormittags in Brüg Saras, oder bei Frau Babel, Brüg, Reitergasse 1208, abgegeben worden. Im vorhinein bestens dankend für die deutsche nat.- soz. Arbeiterpartei: Folgt Stampiglie. Fiedler, m. p. Tuwißka, m. p. Diese Schnorrschreiben sind an die verschie denen Meierhöfe abgegangen. Bemerkenswert ist aber noch, daß auch der Kopißer Meierhof, deit die Prager Aktiengesellschaft Schöller, der Fit den und Tschechen angehören, gepachtet hai, angeschmorrt wurde. Aber, da diese Briefe in Durchschrift hergestellt und als Drucksache versendet worden sind, kann man ruhig annehmen, Unterstützung angegangen wurden. Um die Ardaß auch andere Freunde" ihrer Bewegung um beiter mit billigem Essen zu födern, gehen diese Antisemiten und„ Sozialisten" zn Juden und den tschechischen Erbseinden schnorren. Ich lade die kommunistische Partei dringend ein, fie die Angestellten, also die Mitarbeit dieses Unter- Rachsucht, falscher Ehrgeiz und Brotneid der da die Scheidung zwischen raffendem und schaf foll ihren Vorwurf außerhalb des Parlamentes in irgendeiner Form wiederholen, so daß die Berren belangt werden können. Sie werden bald sehen, wie sie mit ihren böswilligen, hirnrissigen und bubenhaften Verdächtigungen hingeraten. Es wird in der Presse weiter behauptet, daß unsere Partei an irgendwelchen Verhandlungen über die Aufteilung der Kohlenscheine teilgenommen hätte. Das ist genau so hirnrissig und eine so unbeweisbare Verdächtigung. Unsere Partei hat nie etwas mit diesen Sachen zu tun gehabt. Das fonnte ja schon nicht der Fall gewesen sein, weil wir gegen den Mißbrauch der Kohleneinfuhrscheine für politische Parteien eine scharfe und heftige Interpellation im Jahre 1927 an die Gesamtregierung überreicht haben. Alle diese Behauptungen sind völlig aus der Luft gegriffen und entspringen nur einer Absicht, uns irgendwie eins anzuhängen. Unser Kampf während der ganzen Jahre, unsere Anträge, unsere Reden, unsere Interpellationen in diesen Kohlenkorruptionsgeschichten wurden von der gesamten Presse, auch von der kommunistischen, Jahre hindurch totgeschwiegen. Weil die gesinnung von ihnen gefordert wird, wie chamlos die Menschen würde mit Füßen getreten wird, sei ein jolcher Visitenbericht wiedergegeben. Darin stehen folgende Rubriken: Visitierungsbericht vom.. um. um .. 193.. Betriebsbeamtengarderobe geöffnet Betriebsbeamtengarderobe gesperrt Visitierung vorgenommen mittags Visitierung vorgenommen abends und zwar wurden kontrolliert sämtliche Beamten und Praktikanten auf Waren, Drudjorten, Rezepte usw., überhaupt auf alles der Fa. gehörige Eigentum. Festgestellt wurde? Diese Kontrolle wurde gründlich und gewissenhaft durchgeführt, was durch die Unterschrift des Kontrollorgans bestätigt wird: Zu visitieren sind: Die Taschen sämtlicher Kleidungsstücke ( inkl. Arbeitskleidung) Brieftaschen Notizbücher Angestellten untereinander jein. Mittels Unterschrift muß er bestätigen, daß die Dadurch wird die soziale Frage gelöſt! Von den Kontrolle gründlich und gewissenhaft durchge Unternehmern wird wahrscheinlich in Anerken führt wurde. Der bifitierende Angestellte ich nung der Verdienste, die sich die Nationalsozia zwar in den Geldtaschen seiner Kollegen selten listen schon durch die Bekämpfung der klassengrößere Geldbeträge vorfinden, weil die schlechte bewußten Arbeiterschaft erworben haben, auch Entlohnung dieser Firma schon zur Genüge für genug gespendet worden sein. Das nennt man leere Geldtaschen vorsorgt, aber wie häufig mag die Ueberbrückung der Klaffengegensätze. Wo bleibt Kontrolle der einzelnen fendem Stapital? Kontrolle der einzelnen fendem Kapital? Der Schöller- Konzern schafft auch Kapital, aber er preßt es in den ZuckerDie Lackfabrit Dürschmidt ist weit über fabriken aus den Arbeitern heraus und zu diesen Aufsig hinaus unter der Angestelltenschaft als Zeuten gehen die Nationalsozialisten um milde Bruchbude" berüchtigt. Nur wer unbedingt zu Gaben für die Arbeiter betteln. Das sind die greifen muß, tritt dort eine Stellung an. Mit jelben Herren, die in der skrupellosesten Weise Recht wird diese Firma als Taubenschlag" die Arbeiter in den Betrieben ausbeuten, auf die bezeichnet. Immer wieder mußte durch uns Straße sehen und dem Hunger preisgeben. Bei festgestellt werden, daß gesetzliche Vorschriften den Nazi hören eben dort, wo die materiellen teine Beachtung erfahren. Beim Aussiger Ge- Interessen beginnen, die Ideale auf. werbegericht ist dieses Unternehmen eine gut eingeführte Kundschaft und die Anstellungsbedingungen spotten jeder Beschreibung. Wir hoffen, Gelegenheit zu haben, dem nächst einmal ausführlich über die skandalösen Zustände in diesem Unternehmen zu berichten, welches Wie lange werden die Arbeiter noch diesem demagogischen Treiben zusehen. Wie lange wird die Arbeiterschaft sich diese Art des Kampfes noch bieten lassen? Die Nazi, die nicht revolutionär genug sein können, die in allen Dingen radikaler fein wollen, als die anderen, zeigen immer wieder ihr wahres Gesicht. Und aus ihm leuchtet der mit dem Eisenbahnministerium bisher sehr unbändige Haß gegen alles, was sozialistisch ist. gute Geschäfte macht Um die sozialistische Bewegung umzubringen, und von demselben jedes Jahr Millionenauf haben sie sich sogar den verhaßten Namen zuträge zugeschanzt erhielt. Wir vertreten die gelegt. Aber die Arbeiter sind nicht so blind, wie bescheidene Meinung, ob es nicht Aufgabe der diese Herren glauben. Wenn sich auch einige zuständigen Aufsichtsinstanzen wäre, dort einmal Arbeiter jetzt noch durch das Getue dieser Scheine nach dem Rechten zu sehen und erwarten, daß sozialisten irreführen lassen, einmal werden sie unsere Veröffentlichung dazu beiträgt, daß auch zähnefnirschend mit den falschen Vertretern ihrer diese Firma zur Einhaltung der ohnehin unzu- Interessen bittere Abrechnung halten und sich reichenden sozialen Schutzgesetze für Angestellte restlos einscharen in das Heer des tlassenbewuß beranlaßt wird. ten Broletariats. Gette 4. Samstag, 27. Juni 1931. Barteisekretär Tagesneuigkeiten 100 2009 Heinrich Kalmars Begräbnis. Preßburg, 26. Juni. Berlins Arbeitsnot. Nr. 150. Nach dem Kollektivvertrag der Buchdrucker wird am Montag, den 29. Juni ( Peter und Paul) im Zeitungsgewerbe nicht gearbeitet. Infolge dessen unseres Blattes vom 30. Juni. Die nächste Nummer erscheint dann wieder Mittwoch, den 1. Juli, zur gewohnten Stunde. Anschlag gegen einen Erpreßzug bei Wilna. in allen organisatorischen, agitatorischen und adminiWarschau, 26. Juni. Hinter der Bahnstation strativen Arbeiten gut versiert, wird für ein westIm Gegensatz zu der Entwicklung im Reich Bezdany bei Wilna erfolgte auf dem Bahngeböhmisches Industrie- und Landgebiet zum baldigen hat der Arbeitsmarkt in Berlin vom 1. bis 15. leise die Explosion einer starken Höllenmaschine. Eintritt gesucht. Möglichst jüngere Bewerber, die in Juni einen Zugang von 11.000 Durch die E- plosion wurde der Schienenstrang entfällt die Dienstagausgabe derartiger Stellung bereits tätig waren, oder zumin- neuen Erwerbslosen erfahren. Damit gänzlich vernichtet und die Telephonleitungen destens eine mehrjährige Tätigkeit als erste Funk- hat sich die Gesamtzahl der Berliner Arbeits- zerstört. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß tionäre in der Partei nachzuweisen in der Lage sind, losen von 436.000 auf 447.107 Personen erhöht. es sich um einen verbrecherischen Anschlag hanwollen ihre Bewerbungen unter dem Kennwort: Da die Entwicklung in der Provinz noch etwas delte, der gegen den auf dieser Strecke verkehrenBerläßlich und ausdauernd" an das Inseratenbüro besser war, fonnte innerhalb des Landesarbeits- den Expreßzug gerichtet war. Der Expreßzug der Arbeiter- Presse, Prag II., Netaganta 18, bis amtes Brandenburg( Berlin Brandenburg fonnte noch vor dem Passieren des demolierten spätestens 15. Juli 1. 3. richten. Das Offert muß Grenzmark) noch ein gewisser Ausgleich stattfin- Geleises angehalten werden. eine furzgefaßte Darstellung des Lebenslaufes und den, immerhin aber hat auch der gesamte Bezirk der bisherigen Tätigkeit in der Arbeiterbewegung des Landesarbeitsamtes einen Zuwachs von 3900 Ein schweres Autobusunglück. Bei St. unter Zuziehung eines Mannheimer Frauenarztes jovie die Gehaltsansprüche des Bewerbers enthalten. auf 596,993 Arbeitssuchenden zu verzeichnen. Christoph am Arlberg ereignete sich ein vorgenommen. Es ist möglich, daß sich dieser Arzt Die Reichshauptstadt, deren Entlastung auf schieres Autobusunglück. Der auf der Heim- auch noch vor Gericht zu verantworten hat. In der dem Arbeitsmarkt schon seit März weit hinter fahrt von Maria Einsiedeln in der Schweiz be Verhandlung gab der Pfarrer an, daß das Mädchen dem Reichsdurchschnitt zurückblieb, ist mit der findliche mit 13 Personen besetzte Autobus des ihn verführt habe, während das mitangeklagte starken Verschlechterung in der ersten Junihälfte Unternehmers Wiesholler aus Endorf bei Rosen Mädchen glaubwürdig aussagte, der Pfarrer habe noch erheblich mehr in Rückstand gekommen. In heim( Oberbayern) erlitt einen Achsenbruch. sich ihr zuerst genähert. Jedenfalls hat ihr der Geistallererster Linie ist hierfür die Verschärfung der Dadurch verlor der Kraftwagenführer die Ge- liche, der seit langen Jahren verheiratet war und Der unerwartete, tragische Tod unseres so Arbeitskrise in der Berliner Metallindu- walt über die Steuerung und der Autobus fünf Kinder hat, auch noch die Heirat versprochen. bewährten Genossen Heinrich Kalmar hat trie verantwortlich. stürzte eine Böschung von über Das Gericht verurteilte den Pfarrer zu einer Gein allen Preßburger Bevölkerungskreisen die 25 Meter hinunter. Dabei brach der samtstrafe von einem Jahr Gefängnis. Das tieffte Anteilnahme hervorgerufen, die auch bei Die Eisenbahn und ihre Reisenden. Die Eisenbahn und ihre Reisenden. Wagen in zwei Teile. Die Insassen wurden Mädchen wurde zu einem Monat Gefängnis verdem am 25. Juni abends 6 Uhr stattgefundenen herausgeschleudert und acht von ihnen verurteilt; für die Strafe wurde ihm Bewährungsfrist Begräbnis durch eine Massenteilnahme zum nach den gültigen Tarifen das Recht, in der ent- 200 Meter tiefer in eine Schlucht und blieben die ihren Gatten erschossen hat und dann das Glüd Wer eine reguläre Fahrkarte löst, der hat leht. Die Trümmer des Wagens stürzten noch gegeben. Das Schmerzensgeld der Witwe. Daß eine Frau, deutlichsten wurde Kalmar auf dem israelitischen Friedhofe prechenden Klasse eines zur Personen be- dort liegen. Von den acht Verunglückten trugen hatte, von einer mitleidigen Jury freigesprochen zu bestattet, weil er den Wunsch geäußert hatte, an förderung bestimmten Wagens befördert zu drei schwere Verlegungen davon. werden; dieser Ansicht können sich unsere Staatswerden, Schmerzensgeld und Schadenersatz für der Seite feiner Mutter bestattet zu werden. Am bahnleiter nicht anschließen, sie sind seit vielen vatorium Strietern meldet: Auf dem Rammschoffene Gatte vor seinem Tod erlitt, dürfte wohl Auf der Schneekoppe schneit's. Das Obser- einen infall verlangt, den dieser von ihr erBeichenbegängniffe nahmen neben den Parteige- Jahren gewöhnt, die gesehlichen Bestimmungen des Riefengebirges herrscht eine Tem- nicht zu den Alltäglichkeiten gehören. Der Gatte noffen, den Roten Fallen, den Siedlern Rosenheim", den Buchdruckern, dem Gesang- ziemlich einseitig auszuüben und erklären mit peratur von 0 Grad. Auf der Schneekoppe dieser gemütvollen" Dame hatte durch einen unvorverein„ Typographenbund" noch andere Storpo- zwingender Logik, daß Viehwagen, deren fichtigen Automobilfahrer einen Unfall erlitten und rationen( feitens der Stadt usw.) teil. Die Musit Inneres durch ein paar Holzbänke verziert wurde, bat es heute mittags geschneit. nicht als Vieh, sondern Personenbeförderungs- Die amerikanischen Flieger Post und Gatth gegen diesen einen Prozeß auf Vergütung der ihm besorgte die Arbeiterkapelle. Das Begräbnis selbst mittel anzusehen sind. Besonders in der Prager sind gestern früh 5 Uhr von Moskau zum entstandenen Auslagen für ärztliche Behandlung, erfolgte auf Soften der Stadtgemeinde. Von ausländischen Gästen waren erschienen: Die Natio- Umgebung ist diese bevorzugte Behandlung des Weiterfluge gestartet. Die Flieger beabsichtigen Entschädigung für Verdienstausfall und Schmerzensnalväte Genosse Dr. Deutsch aus Wien, Ge- brab feine erhöhten Tarife zahlenden Reisenden die erste Zwischenlandung in Omst vorzunehmen. geld angestrengt. Er hätte die von ihm gestellten noffe Schlesinger aus Wiener- Neudorf, die am Sonntag üblich, besonders die Angehörigen Von dort führt die Route über Frkutsk, Vichita, Forderungen auch zweifellos bewilligt erhalten, wenn Landesräte Genosse Grob und Tomics mit der arbeitenden Klasse können sich so allwöchentlich Chabaroist bis Espast, wo zum letzten Male die ihm nicht eine Kugel aus dem Revolver seiner Gatdem Landeshauptmann Genossen& efer sowie ihre eigenen Gedanken machen über die Qualität Brennstoffvorräte für den Flug über den tin das Lebenslicht ausgeblasen hätte. Nach seinem eines gewichtigen Teils der Staatsverwaltung, Pazific ergänzt werden sollen. Die dani- Tode nun nahm die Witwe den Prozeß auf, der Nationalrat Genossen Sassit aus dem Burgent- der wohl vom Geseze mit Absicht nicht als ge- chen Ozeanflieger landeten gestern um fürzlich vor dem Gericht zu Argenteuil zur Berland, Sekretär Genoffe Szabo aus Budapest, Kopenhagen- handlung Genoffe Böhm von der ungarischen Emigranten meinnüßiges Unternehmen" bezeichnet wird! Aber 14 Uhr 10 Min. auf dem Flugplatz Kopenhagen- handlung tam. Das Gericht entschied, daß die tatgruppe in Wien( der ehemalige Kommandant der nicht nur in und um Prag, auch nach Fran- Kastrup. Eine riesige Menschenmenge bereitete fächlichen Barauslagen von dem Beklagten zu erstat roten Armee Ungarns) und Stadtrat Fizz aus densbad reifend kann man seinen Gedanken ihnen einen stürmischen Empfang. Der Propellertriebwagen fuhr gestern früh Aba. Gentoffe& ch we ich hatt aus Bodenbach nachhängen, jenen Mlčoch, dessen Ministerium um 4 Uhr 25 Minuten vom Berliner Bahnhof Sainfeld. Für den Vorstand unserer Partei war über Herrn Mlčoch, und seine Gewerbetreibenden gekommen. Am Sarge des unvergeßlichen Toten unwidersprochen Bestellungen an Firmen vergibt, Stadion- Grunewald über Charlottenburg, Wiz- Selbstmord eines greisen Ehepaars. Am Donnersprachen: Vizebürgermeister Genoffe Dr. Kraus nun die Oeffentlichkeit über diese eBhandlung be- nach einem halbstündigen Aufenthalt um 5 Uhr Bommerhana, die beide 78 Jahre alt sind, in die zum Teil dem S. Minister gehören. Wenn sich leben nach dem Betriebsbahnhof Grunewald, wo tag wurden die Eheleute Gustav und Erwine Pe Die Stadtgemeinde, Genoffe& ow a rifnun für die Lokalorganisation Preßburg, Genoffe die Eisenbahn für die erhöhten Tarife auch ihrer- Wupertal nach Düsseldorf angetreten wurde. Leuchtgas vergiftet aufgefunden. Wie aus den schwert und die bescheidene Meinung vertritt, daß 30 Minuten die Fahrt über Magdeburg, Hagen, ihrer Wohnung in der Husstraße in Pilsen durch Schweichhart für den Parteivorstand, Sena tor Genosse Sim at für die tschechische Sozial- feits die gesetzlich festgestellte Leistung bewilligen Auf dieser Strecke darf der Propellerwagen nur hinterlassenen Briefen hervorgeht, handelt es sich Demofcatie, für beren ungarische Sektion Genosse müsse, dann hört man, daß es der Bahnvernal- eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km. erreichen, um einen Selbstmord aus Lebensüberdruß und Sozial- müsse, tung nicht dafürstehe, für die Ausflugstage" be- um entgegenkommende Züge nicht durch Stein- wegen unheilbarer Krankheit. Feher für die österreichische und burgenländische Sozialdemokratie sowie für die ungarische ondere Waggons anzuschaffen, die dann leer schlag zu gefährden. Der Wagen bleibt bis Sonntag früh in Düsseldorf und kehrt dann nach Hospital" in Leeds in Nordamerika unternahmen Fersinnige brechen aus. Aus dem„ Veterans Emigrantengruppe Genoffe Dr. Deutsch, für stünden und verfaulten". Man schöpft unwillkürlich über die Weisheit Hannover zurück. die ungarländische Sozialdemokratie Genoffe sieben Frre des Nachts einen Ausbruch, indem sie Szabo, für die Buchdrucker Genoffe Kugel- bor Erstaunen Atem und meint bescheiden: gewiß Tägliche Meldung. Am Flugfeld von Capo die Wärter Inebelten und über eine hohe Mauer mann, für die Siedlungsgenossenschaft Rosen- ist die Deffentlichkeit der Ansicht, daß diese Wag- di Chino( Italien), ist ein Aufklärungsflugzeug enttamen. Die Bevölkerung ist stark beunruhigt, da heim" Genoffe Bauer und für den Deutschen gons angeschafft werden müssen, weil der Rei- abgestürzt, wobei beide Insassen, ein Ober- es bisher noch nicht gelang, die Frren wieder einfende doch auch den vorgeschriebenen Tarif dafür leutnant und ein Unteroffizier, ums Leben zufangen. Sämtliche Kranken sind Veteranen des Die vielseitigen unvergänglichen Verdienste deren Personentarif für Viehwagen, die Bahn ist bezahlt; soviel bekannt ist, gibt es teinen beson tamen. Weltkrieges. des zu früh von uns Dahingegangenen fanden die darum verpflichtet, Waggons in genügender Zahl wohlverdiente Würdigung. Seine unvergleichliche beizustellen, und dann, wie anscheinend üblich, so Treue zur Partei, die er auch in den allerschwer zu verwahren, daß sie verfaulen müssen! Wenn ften Tagen seines bewegten Lebens unerschüttert ein Kaufmann Waren verkauft und nach Inkasso bewahrte, die volle Reinheit seiner Gesinnung des Geldes erklärt, daß es ihm nicht dafür stehe, bewahrte, die volle Reinheit seiner Gesinnung den Vertrag zu erfüllen, dann würde der fire und seiner Taten wird uns allezeit ein leuchtendes Herr Staatsanwalt mit einer Paradesammlung Borbild sein. Er ruhe sanft! von Strasbestimmungen aufwarten, deren praf tische" Befolgung aber, wie es scheint, zum Brivileg der kaufmännisch geleiteten Teile des Staatsapparates geworden ist. Bor allfälligen Erfahansprüchen schützt auch das Gesetz, das derartige Ansprüche den ordentlichen Gerichten entzieht. Theaterverein Dr. Steineder. Mährisch- schlefischer Landesausschuß. ten seien. Alle weitergehenden Forderungen jedoch wurden abgewiesen, um so mehr, als keine Kinder aus dieser Ehe hervorgegangen waren. amerikanischen Slowaken." mit der meldet aus Bochum. Bei der Generalversamm- Seekreis fanden fünf Schulkinder in der Nähe Eiweiß aus Kohle? Der„ Lokalanzeiger" Krieg im Frieden. In Höhnstedt im Mansfelder meldet aus Bochum. Bei der Generalverjanım- Seekreis fanden fünf Schulkinder in der Nähe lung der Gesellschaft für Kohlenchemie in Dort- einer Scheune eine Eierhandgranate, mit mund hat Prof. Dr. Glund sensationelle Aus- sie spielten. Schließlich warfen sie das gefährliche führungen über die Ergebnisse der deutschen koh- Spielzeug gegen die Scheunenwand, worauf die fenchemischen Gesellschaft gemacht und mitge- Granate zur Explosion fam. Ein Knabe wurde so teilt, daß es nach jahrzehntelangen Arbeiten ge- schwer verlegt, daß er auf dem Transport ins Kranlungen ist, Giweiß aus Kohle synthetisch her- tenhaus verstarb. Der Zustand eines zweiten ist gustellen. Diese synthetisch gewonnenen Eiweiß- hoffnungslos. Mehrere andere Kinder erlitten leichStoffe fönnten vielleicht zunächst als Futter- tere Berlegungen. mittel Verwendung finden. Eine nähere Untersuchung über die Verwendbarkeit dieses Eiweißes für Menschen müßte zunächst von Physiologen angestellt werden. Schwedens Riksdag"( Reichstag) 500 Jahre Brünn, 26. Juni. In der Sitzung des mähalt. Schwedens erster regulärer Reichstag wurde vom großen schwedischen Volksmanne Engelbrekt risch- schlesischen Landesausschusses wurde berichim Jahre 1435 in der kleinen Stadt Arboga eröfftet, daß in einer Reihe von Gemeinden im Aber noch ein Phänomen beherrscht die GeBrünner und Bšetiner Gebiet durch die am 24. danken des biederen Bürgers, der sich mit dem Tödliche Blitzschläge. Dem Unwetter, das über net. Im Jahre 1935 feiert also Schwedens parla mentarische Verfassung ihr 500. Jubiläum. 3u dieund 25. Juni niedergegangenen Gewitter durch wichtigsten Staatsunternehmen beschäftigt: die einzelne Teile der ungarischen Provinz niederging, jem Zwecke werden schon heute große publizistische Hagelschlag und Wolkenbrüche bedeutender Scha- Tarife wurden um 20( zwanzig) Brozent er- sind drei Menschenleben zum Opfer gefallen. Borbereitungen getroffen. Der Riksdag läßt nämden angerichtet wurde und daß die Landesbehörde höht, die Frequenz ist dann um 7( fieben) Pro- Es handelt sich in allen drei Fällen um Tod durch lich ein 14 bändiges großes historisches Wert mit Borkehrungen für diese geschädigten Gemeinden zent gefallen, die Einnahmen sind aber auch um Blisschlag. Aus Dedenburg wird gemeldet: Ueber allen Einzelheiten über die politische, legislative 3( drei) Prozent gesunken. So die offizielle der Raabgegend ging ein heftiges Gewitter nieder. und soziale Entwicklung des schwedischen Riksdags getroffen hat. Weiter wurde anläßlich des Besuches des Statistik; das Erraten der wahren Ursache dieses In Dénesfa fuchte ein 14jähriger Bauern und soziale Entwicklung des schwedischen Riksdags Präsidenten Masaryk eine Delegation des Land 3- Rechenerempels bereitet wirklich Stopfzerbrechen: In a be, der auf dem Felde vom Gewitter überrascht erscheinen.. Ein ungleiches Paar. Alexander Dumas der ausschusses gewählt, die dem Präsidenten in wahrscheinlich liegt der Grund darin, daß nur 44 wurde, in einer Kepelle Schutz. Hier wurde er vom Seelowig begrüßen wird. Prozent der Reisenden auf normale Karten und Blige getötet. In der Gemeinde Arpas wurde Jüngere war, ebenso wie sein Vater, niemals um 46 Prozent auf Ermäßigung fährt; immerhin er- ein Gasthaus vom Blitze in Brand gesteckt und ist eine treffende Bemerkung verlegen. In den ZeiAuf der Tagesordnung der heutigen Sigung stand der Voranschlag des Landes Mähren scheint als direkte Folge der großen Erhöhung eine vollkommen niedergebrannt. Aus Szeged wird tungen kündigte man die Heirat einer bekannten Schlesien für das Jahr 1932, der einen Gesamt- verminderte Einnahme, trotzdem die Abnahme gleichfalls ein heftiges Gewitter gemeldet, das in Opernsängerin mit einem Bankier an. Da sagte bedarf von 411,121.278 Kronen und eine Be- der Frequenz verhältnismäßig die Erhöhung nicht den Abendstunden dort niederging. Infolge des Wol Dumas zu Bekannten:„ Die Beiden werden auch dedung( ohne Landeszuschläge) von 281,415.853 erreicht hat. Das Eisenbahnministerium erklärt fenbruches find im Betrieb des Wasserwerkes Stö- nicht glüdlich werden." „ Wieso?" fragte man.„ Wissen Sie etwas sowie einen Gesamtabgang der laufenden Ge- trotzdem, daß eine Aenderung seiner, wie man rungen eingetreten. Ein Teil der Stadt ist ohne barung von 129,705.425 Stronen aufweist. Zur sieht, erfolgreichen Tarifpolitit ausgeschlos- Wasser. Der Blitz schlug in die elektrische Leitung, Näheres...?" so ,, Das gerade nicht", meinte Dumas.„ Aber ich Deckung dieses Abganges soll ein Zuschlag zur en sei; hoffentlich wird die Staatsbahnleitung fo daß einige Stadtteile ohne Licht geblieben sind. Hauszinssteuer und zur fünfprozentigen Haus- auf obiges Zahlenrätsel eine Erklärung veröffent- In der Gegend von Kápolnás- Nyét ging ein schwerer Geier im gleichen Käfig gesehen...!" Hagelschlag nieder. Steuer in der Höhe von 92 Prozent, weiters ZuDie Post am 29. Juni und 6. Juli 1931. Am schläge zu den anderen direkten Steuern, die dem Vom Rundfunk Landeszuschlag unterliegen, in der Höhe von 160 Ghen werden im Himmel geschloffen". 29. Juni und 6. Juli 1931 wird im Post-, Telegra phen und Telephondienste wie an Feiertagen Prozent eingehoben werden. Der Ertrag dieser Tatbestand der Ruhestörung. antiert. Die Post wird jedoch nur im Ortsbestell- Empfehlenswertes aus den Programmen. Landeszuschläge wird auf 129,708.200 Kronen Wien, 26. Juni.( AN.) Wegen der Auffüh- bezirke zugestellt. veranschlagt. Der Investitionsbedarf wird auf rung der Komödie Hasenclevers„ Ehen werden Der„ berführte" Pfarrer. Vor dem SchöffenPrag: 12.05: Blasmufit. 13.05: Schallplatten. 87,187.260 und die Bedeckung mit 2,375.000 Kim Himmel geschlossen" an der Volksbühne im gericht in Mosbach( Baden) hatte sich der 41jährige 18: Deutsche Sendung: Mozart- Stunde. 19: veranschlagt. Der 84,812.260 Stronen betragende Favoritener Arbeiterheim im Juni vorigen evangelische Pfarrer des kleinen Ortes Bettingen, Polnische Lieder und Musik. Brünn: 13.05: Abgang aus den Investitionsvoranschlägen joll Jahres hatten sich die Schauspieler Heinrich Dr. Joseph Wilhelm Fink, wegen Sittlichkeitsver Schallplatten. 18: Deutsche Sendung: Volksgesangdurch Anleihen, sobald der Restbetrag der schon Neckam und Josef Hübner, sowie die Schauspie- brechens zu verantworten. Dr. Fink hatte im März verein. Mähr. Ostran: 11: Brogramm aus Prag. früher beschlossenen Landesinvestitionsanleihe lerin Sorma und der Direktor Paul Göding 1929 ein damals von ihm konfirmiertes und gerade 19.30: Unterhaltungsabend. Preßburg: 12.30, 16: nicht ausreicht, gedeckt werden. unter der Anklage des Verbrechens der Reli- aus der Schule gekommenes Mädchen in sein Haus Blasmusik. 22.15: 3igeunermusik. Der Landesausschuß beschloß, eine Reihe ren gionsstörung und des Vergehens gegen die als Stütze genommen. Während des Jahres 1930 Mandolinenorchesterkonzert. 20.30: Operette in BerAnfuchen der verschiedenen Bezirke und Ge- öffentliche Ruhe und Ordnung zu verantwor- tam es zu einem intimen Verkehr des Pfarrers mit lin. Leipzig: 9: Geistliches Leben im Mittelalter. meinden und Aufnahme von Anleihen zu gench- ten. Nach Durchführung der Verhandlung wur- diesem Mädchen, der nicht ohne Folgen blieb. Das 15.15: Phantastische Tänze. 18.30: Das Wiener migen und behandelte weiter 81 Voronschläge den die drei Schauspieler wegen Vergehens ge- Mädchen war damals noch teine 16 Jahre alt. Volks: ied. Wien: 11.30: Wiener Sinfonieorchester. der Gemeinden. Für die Aufstellung der Gemein- gen die öffentliche Ruhe und Ordnung zu je Als sich nun Folgen zeigten, versuchte sich der Pfar 13.35: 8igeunermusif. 17.30: Kammermusit. 20.30: Sevoranschläge für das Jahr 1932 und der Lan- 14 Tagen Arrest bedingt und mit zweijähriger rer bei verschiedenen Aerzten ein Mittel zu verschaf Die schöne Galathee", fomische Oper von Suppée. desbeiträge für die Gemeinden wurden die vor Bewährungsfrist verurteilt. Direktor Gödning fen, um eine Abtreibung vorzunehmen, und am Moskau: 15: Nachmittagskonsert. 21: Abendrelegten Richtlinien, genehmigt. wurde freigesprochen. 30. April 1930 wurde schließlich eine Operation fongent. lichen! W. Lg. habe noch niemals einen Kanarienvogel und einen Sonntag. 1 Berlin: 15: Nr. 150. Samstag, 27. Juni 1081. S««e o. Der entmutigte Saamuch;. Bon Wear« Holbrook(New V»rk). Ein kahlköpfiger Mann ist stets auch ein gläubiger Mann. Er mag sich über die geheilig- sten Traditionen künhn Hinwegsetzen, die Liehe als«inen chemischen Prozeß auffassen und von der Religion als von einem Aberglauben sprechen; aber sobald ein neues Haarwuchsmittel auf den Markt kommt, wird er wieder gläubig. Herr Enchwistle zum Beispiel läßt alle sechs Wochen seinen Kopf rasteren und flößt jedesmal, wenn er unerwartet mit nacktem Skalp erscheint, neuen Schrecken ein. Wenn er seinen Hut abnimmt, ist es, als ob der Mond plötzlich aus einer Wolke auftauchte, Penn nur so, meint Herr Enthwistle, könne das neue unfehlbare Haarwasser sein« Wirkung tun. In solchem Stadium Fnd die Ovfer herzlich gern bereit, gute Ratschläge«ntgegenzunehmen. „Befeuchte niemals dein Haar mit Master!" sagte der eine.„Master zerstört das natürliche Fett des HaarbodenS. Hast du jemals einen kahl- kopfigen Indianer gesehen?" „Nein, sagt das Opfer. „Natürlich nicht. Indianer waschen nie ihre Haare. Sie lasten ste so, wir di« Natur st« wachsen tefet." „Trage niemals einen Hut!" rät ein anderer. „Em Hut behindert die Blutzirkulation. Hast du jemals einen kahlköpfigen Indianer gesehen?" „Rein", antwortete das Opfer. Natürlich nicht. Und zwar aus dem einfachen Grunde, weil hie Indianer seit Generanonen barhäuptig gehen!" „Du mußt deine Haare jeden Morgen mit Fett einreiben", rät ein dritter.„Rur das tierische Fettbeföichert das Wachstum der Haare. Hast du jemals einen kahlköpfigen Indianer gesehen?". „Nein", antwortet das Opfer auf der Stelle. „Natürlich nicht", fährt der Ratgeber fort, „u>ck zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Indianer ihre Haare mit Biberfett einreiben. Eine alte Jndian«rgewohnheit." So versucht das Opfer die Kein-Waffer-Kur, dir Keinen Hut-Kur und die Fett-Kur, Oder er begibt stch in den wilden Westen, um einen kahl- löpfigen Indianer zu suchen. Nach Ansicht der Gelehrten nimmt die Kahlköpfigkeit in allen zivilisierten Ländern zu. Als Ursache hat man schon so ziemlich alle», vom Zelluloidkamm bis zu den Benzindämpfen verantwortlich gemacht. Aber der wichtigste Grund für daS Welken und Fallen der Skalp-Locken ist vielleicht der, daß ihnen nicht mehr jene mitfühlende Aufmerksamkeit zuteil wird, an die sie sich gewöhnt haben. Der Friseur der guten, alten Zeit Pflegte ein persönliches und lebhafte» Intereste an ihrem Wohlergehen an den Tag zu legen. Der moderne Friseur dagegen ist ein schweigsame» Wesen. Der Geschwätzigkeit bezichtigt, hat er sich heute eine düstere Schweigsamkeit zu eigen gemacht. Eine New Uorker Barbierstube gleicht heute einem Operationssaal. Kürzlich besuchte ich einen solchen Opcra- tionSsaal, Um mir die Haare schneiden zu lasten. Ueberall waren Spiegel angebracht, und eine doppelt« Reihe weißgekleideter Gehilfen schien sich unendlich auszudehnen. Doch kein anderes Geräusch war zu vernehmen, als das Klappen« der Scheren und das des Schleifens der Rasiermesser. „Haare schneiden," sagte ich, urich nieoersetzend. Meine Stimme klang wie ein Lautsprecher von besonderer Stärke durch den stillen Saal, und von allen Seilen wurden mir vorwurfsvolle Blicke zugeworfen. Das Manikurefräulein legte ihre Feile beiseite und lehnte sich zurück, um den Reuan- kömmlung bester beobachten zu können.„Haat- schneiden, bitte" lispelte ich nun. Doch der Operateur war bereits am Werke. Er schnitt rasch und mit großer Geschicklichkeit. Ich merkte, daß er ein ausgezeichneter Fachmann war, und ich beschloß, mir seine Sympathien durch eine interessante Unterhaltung zu erwerben.„Glauben Sie, daß die Baseballnrannchaft von Philadelphia-diesmal wieder die Meisterschaft erringen wird?" fragte ich. „Wie belieben der Herr?" entgegnete er. Eine Wiederholung meiner Frage erschien mir aussichtslos. Wenn stch jemand für Baseball nicht interessiert, so interessiert er sich eben nicht dafür. Ich versuchte, eine andere Förzn der Annäherung.„Es sieht so auS, als ob Sharkeh nun doch gegen Malarkey kämpfen würde," sagte ich. „Ach, wirllich?" antwortete mein Friseur, ohne seine Schere auch nur einen Augenblick ruhen zu lasten.„Ich wußte gar nicht, daß die beiden einander feindlich gesonnen sind." Peinliches Schweigen. Ich machte einen dritten Versuch.„Glauben Sie, daß die Wahlen irgendetwas an der Prohibition ändern werden?" fragte ich schüchtern.„Vielleicht wird man wieder in aller Oeffentlichkeit seinen Whisky trinke«« können..." „Mir leider nicht bekannt," war die Antwort. Die Operation näherte sich ihrem Ende. Ich mußte ihn zum Sprechen bringen.„Wird mein Haar nach oben zu nicht allzu dünn?" fragte ich schließlich. ,„Jst meine Kopfhaut nicht allzu trocken?" „Rein, Herr." „Glauben Sie nicht, daß eine Alkoholwaschung gut wäre?" „Wenn Sie es wünschen, werde ich ste vor- neh«nen." „Wie wäre es, wenn wir die Haare ein wenig kräuselten? Das soll gut für die Haarspitzen sein." „Diese Theorie ist mir bekannt," antwortete er,„hat aber meines Mistens keine Wissenschaft- liche Berechtigung." Nur ungern erhob ich mich, zahlte und ging meine« Weges— mit nichts weiter als geschnit- Im Sommer verlangt Ihr Haar erhöhte Pflege... Um das Haar gesund zu erhalten, ist wn Sommer bei Hitze und Staub häufiges Kopfwäschen besonders wichtig. Elida Shampoo reinigt das Haar gründlich, macht es locker und seidig, und — noch eine wundervolle Annehmlichkeit— es wirkt überaus erfrischend! ELIDA shampoo tenen Haaren. Unter der Herrschaft des alte« Re- gimeS wären mir zumindest eine alkoholische Haarwaschung, eine Oeleinreibung und eine Gestchts- «nassage zuteil geworden. Ich hätte de« tzadrn geölt und geknetet, geschüttelt und mit zahllosen Sal, ben eingesettet, nach Bay rum riechend und hun, dert Baseball- und Boxergeschichten und politischen Tratsch im Ohr, verlassen. Und ich bleibe dabei, daß die Gleichgültigkeit des modernen Friseurs in hohem Grade schuld ist an der zunehmenden Kahlköpfigkeit der Menschheit. Dir kleinen Haarwurzeln «verden entmutigt, da ihnen der freundliche Zuspruch des Barbiers von früher fehlt, der jedem einzelnen Haar teilnehmende Brachtung schenkte, Einern jedesmal eine Kollektion von Haarwuchsmitteln verkaufen wollte und sämtliche Baseballresultate im Kopfe hatte. Ein wenig freundlicher Zuspruch, ein paar Worte der Ermünftrung seitens der Friseure, und die Haarwurzel»!,— ich bin dessen sicher— würden sich eines besseren besinnen. Es ist die Ermutigung, die ihnen fehlt. (Autorisierte Uebersetzung Yon Leo-Korten.) Dichter-Aneldolen. Ein« hübsch« Geschichte von Heinrich Heine, di« kaum bekannt jein dürft«, findet sich in Ughettis Werk„Zwischen Aerzt«n und Klienten". Auf der Rückkehr von einer nach Südsrankreich unternommenen Reis« traf Hein« in Lyon mit«in«m seiner Freuyd«, einem deutschen Violinisten zusammen, der ihm«in« große Lyvndr Salami gab mit her Bitte, st« ein«», gemeinsamen Bekannten,«in«», homöopathische«« Arzt in Pari», zu überbringen. .Heine versprach, bei« Auftrag au-zufühven und übergab de,u /östlichen Leckerbissen seiner Frau, di« mit ihm reiste, zur besonderen Obhut, Ta aber di« Postkutsche jo gemächlich fuhr, stellt«.sich bald Appetit ein,- und auf das Anraten' seiner Frau kosteten beide von der Wurst, di« sich nun Meil« um Meil« verringert«. In Paris aügekommen, wagte«s Hein« nicht, das U«berbleibs«l oem Arzt« zu senden. Da er aber auch den Auftrag d«s Freundes ausführen wollt«, schnitt er mit einem Rasieruiesser ein ganz kleines Blättchen von der Salami, steckt« es in einen Velinpapier und in«in Kuvert und sandte es dem Arzt mit folgenden Zeilen:„Lieder Doktor! Aus Ihren wissenschaftlichen Untersuchungen ist zu ersehen, daß der millionste Teil einer gewissen Substanz di« allergrößten Eisola« erzielt. Ich bitt« daher um freundlich«. Aufnahme des hier beigefügten millionsten Teiles einer Lyoner Salami, di« mir unser Freund>füx Sie übergab. Wenn di« Homöopathie«in« Wahrheit ist, wird dieses Teilchen bei Ihnen denstkbey Ess«! machen wie di« ganzeDSalami.— Ihr Heinrich Heine."'■ Wenn man Goetz heißt. Wolfgang Goetz, der B«rfast«r des Theaterstückes„Gn«is«nau", erlebt« einmal am Telefon «in sehr peinliches Mißverständnis. Er.ries«inen bekannten Intendanten a» und nreldet« mit den üblichen Worten: ,Lier ist Wolfgang Goetz," „Wie bitte?" ries der Intendant zurück. „Wolfgang Goetz!— Goetz!" ,Lkch kann absolut nicht verstehen", grollt« der Intendant.„Also— wer ist dort?" „Wolfgang Goetz!" schrie dieser.„Goetz... Goetz... wie Goetz von Berlichingeu!" Einen Augenblick war«r mausestill in der Hörmuschel. Dann wetterte der Intendant los:„Sie mich auch, Sie unverschämter Flegel, Sie!" Shaw im Konzert. Bernard Shaw wird von einem Freunde«in- grladen, ihn zu«inem Konzert eines italienischen Instrumental-Quartetts zu begleiten. Shaw sitzt stumm und regungslos da. Der Freund möchte gern «in Wort des Lobes über di« Leistungen der Musiker von ihm hören und wendet stch zu ihm;„Stellen Sie sich vor", sagt er,„die Musiker spielen schon seit zwölf Jahren zusammen."—„Wirklich?" erwidert Shaw,„ich dacht«, wir hätten schon viel länger gesessen!" Der prosaisch« Shaw. Shaw geht mit einer Dam« spazieren.. Sie sprechen von literarischen Ding«n. Plötzlich sagt Shaw:„Ich muß gesteh«», daß ich verteufelten Hunger hab«, wir werden«in Lokal suchen, wo wir essen können!"„Aber Meister", erwidert di« Dam«, „kann«in so großer Dichter auch so prosaisch sein?" „Was wollen Sie?" lächelt« Shaw nachsichtig, „von m«in«r Prosa l«b« ich doch!" Geridifesaq! Militärische Würde und Schmerzensgeld Prag, 26. Juni. Lin Rottmeister hat eine kräftige Ohrfeige bekommen, weil er auf einer Landstraße in KoSik einem dort lustwandelnden Pärchen auf die Nerven ging. Der junge Mann, der die Ohrfeige«urteilte, ist Buchhalter einer Berstche- rungSgesellschaft, ein äußerst sympathisch aussehendcr Mensch, dem man ohne weitere» glaubt, daß er nicht ohne triftige Gründe zu diesem radikalen Beweis de» Mißfallens gegriffen hätte. Er ging am 20, November v. I. um S Uhr nachmittags mit seinem Mädel spazieren und der Herr Rottmeister, der das Pärchen überholte, musterte in unverschämter und unanständiger Weise", wir die Zeugen bekundeten, die Begleiterin^ des Angeklagten^ so daß dieser in halblautem Tone zu ihr sagt«,„Der hat dich aber an geschaut!" Darauf macht« der Herr Rottmeister Kebrt und stellte sn militärisch -strammer Weise den jungen Mann, den er. bei den Röckäusschlägen packt» und zurückdrängtr, Zwei Schritt« hinter diesem war der Straßengraben, in dem«in stinkiges Rinnsal rieselt. Der junge Man«, der keine Lust hatte, sich in den Graben werfen zu lassen, tat, wa» vermutlich auch mancher ändere an seiner Stelle getan hätte: er holte aus und gab dem Herrn Rottmeister eine kräftig« Watsch«, so daß dieser einige Zeit ganz benommen stehen blieb, dann aber.dem Pärchen.nachlief und die Feststellung des Angeklagten veranlaßt«. Vorweg sei bemerkt, daß der Rottmeister als Zeuge im Verlauf der Verhandlung sich ununterbrochen auf seine militärische Wurde berief, angesichts derer e» sich von selb st der st ehe, daß er sich vollkommen tadellos benommen habe. Er tat aber noch ein Uebriges: er meldete sich krank und blieb tatsächlich bis zum 31. Jänner d. I. marod— angeblich infolge der Nachwirkungen des Schlages. Und mehr als da»: er behauptet, bis zum heutigen Tage unter de« Übeln Folgen zu leiden, al« da sind; Erbrechen, Kopfschmerzen und'diverse andere Beschwerden. Er hat deshalb auch«ine Schadens ersah klage auf Leistung eines stattlichen Schmerzensgelde» ustv. vorbereitet, kurzum, der Fall soll dem Buchhalter, der nach gerichtlicher Feststellung 1100 K monatlich verdient, womöglich recht teuer zu stehen kommen. Das Strafgericht stand nun freilich dem Vorfall keineswegs kritiklos gegenüber. Auch die gerichtlichen 'ärztlichen Sachverständigen zeigten sich als recht skeptisch. Zwar hat der Militärarzt den zartbesaiteten Rottmeister über zwei Monate als dienstunfähig anerkannt, aber die Sachverständigen waren anderer Meinung.(Nebenbei: wir kennen Fälle, wo wirklich schwerkranke gemein« Soldaten die Marodenvisite mit der Diagnose „dienstbar" verlassen mußten und in den Arrest wanedrten, aber bei«inem Herrn Rottmeister ist das natürlich etwas ganz anderes.) Kurz, die Sachverständigen gaben ihr Gutachten dahin ab, daß die behaupteten späteren Folgen in keinem Zusammen- hang mit diesem Vorfall ständen. Damit war auch der Anklage wegen„Schwerer körperlicher Beschädigung"(!) der Boden entzogen und OGR. K r i st u f« k als Einzelrichter sprach den Angeklagten frei. Run bleibt eS dem geschlagenen Vertreter der„militärischen Würde" Vorbehalten, seinen Schmerzensgeldanspruch beim Zivilgericht weiter zu verfolgen und wenn schon nichts anderes, doch wenigstrnS das«in« zu erreichen, daß der kleine Angestellte eine Menge Prozeßkosten zu tragen haben wich. rb. Aus dem Irrgarten der Justiz Prag, 26. Juni. Der ganze Irrsinn dieser aus chreu Fugen geratenen Wirtschaftsordnung, die sich auf den Grundlagen des Begriffes Profit aufbaut, kommt bei solchen kleinen, unscheinbaren Ber- handlungen zutage. Da hat ein Mann(ftüher ein vermögender Vertreter, der heute nicht einmal mehp einen Kragen besitzt) ein« mechanische Hobelmaschine samt Elektromotoren auf Raten gelaust und weiterverkauft, wobei daS Eigentumsrecht dem Lieferanten bis zur völligen Bezahlung Vorbehalten blieb. Dies soll nun eine Veruntreuung sein(denn die Großfirmen ziehen es heute vor, statt kostspieliger Prozesse beim Zivilgericht, kurzerhand die Strafanzeige zu erstatten— es ist viel billiger). Der Weiterverkauf war aber wieder unter EigrntumSVorbehalt deS angrklagten Zwischenhändlers abgeschlossen> worden, der infolge der Kris« weder Geld bekamt noch auch solches dem Lieferanten abführen könm«. Ter menschliche Richter mußte zur Gesetzesauslegung schreiten(„das Strafgesetz ist hier strenger als das bürgerliche Gesetzbuch,, meinte er bedauernd).'Nach endlosen Debatten wurde der verhungert guSsehende Angeklagte fr ei gesprochen, da es sich um ein rein zivilrechtliche» Verhältnis handle.- rb. Sport* Spiel- MmliM Oesterreich vor dem 2. Arbeiter- Oiumpla. In einer überaus schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Lage geht Oesterreich dem 2. Arbeiter-Olympia entgegen. Die österreichische Kgpita- listenklasse hat di« Not des Volkes zu einem ver» brecherischen Beutezug auf die Kasse« de» Staates' und der Steuergelder des Volke» ausgenutzt. Während sich di« durch den Frickensvertrqg bedingt«, Zerstnckelungskrise de» österreichrschen. Wirt* schaftßkörper» durch" di» Weltwirtschaftskrise zur unerträglichen Härte auSwuch», Während die hohe Arbeit», losenzisscr, di« Zahl der Konkurse und Geschäftszusammenbrüche, die. Stillegung der Betriebe erschreckend emporschnellte, erlaubte eS sich eine kleine Zahl von sogenannten Wirtschaftsführern, dem Volksvermögen verhängnisvoll« Kredit» und Wirtschaftsoperationen zuzumuteui die daS Land fast an den Rand des finanziellen und wirtschaftlichen Ruins gebracht haben. Nur dadurch, daß stch der verarmte Staat entschloß, Zuschüsse und Garantien für etwa 100 Millionen Dollars zu geben, gelang es, die größte Gefahr zu bannen. Die Regierung, die diese kaüm zu verantwortende Verpflichtung dem Volke aufbürdete, ist zwar gestürzt worden, aber der Alp, der auf dem österreichischen Volk« und seiner. Wirtschaft lastet, wird noch nach Jahren zu spüren sein. In dieser Krise, die all« bürgerlichen Parteien auf das schwerste erschütterte und ihre Koalition zerschmetterte, blieb die österreichische Arbeiterschaft einig und geschlossen und l«hnte alle lockende« Angebote, in die Regierung rinzutreten und den Karren aus den Schmutz zu ziehen, einmütig ab. Die Sozialdemokratische Partei, zwar di« stärkste im Parlament, aber doch eine Minderheit, überließ de» bürgerlichen Parteien den Versuch in ihrer Miß- wirtschaft mit kapitalistischen Methode» und Mitteln Ordnung zu machen und die üblen Folge« und die Bolksfeindlichkeit dieser Maßnahmen nach Kräften zu bekämpfen und einzuschränken. So steht bis Sozialdemokratische Partei in dieser betrüblichen Affäre makellos und unbeschwert da und kann dem ganzen Volke zeigen, in welch« Gefahren und mißliche Verhältnisse das kapitalistische System Volk und Staat fiihren muß. Obwohl also die wirtschaftliche Lage des Staates nicht« weniger als rosig ist, kann die österreichische Arbeiterschaft ihr« olympischen Gäste und die Kongreßteilnehmer doch mit Freude begrüßen; beim es kommt ja nicht nur auf die wirtschaftliche Lag« an. Die österreichische Arbeiterschaft hat in den letzten zehn Jahren harte Kämpfe zu bestehen gehabt. Sir ist aus allen diesen Kämpft» siegreich und ungebrochen hervorg« gangen. Der HeimwehrfafciSmns, der noch vor einem halben Jahre dir ganze Macht in kurzer Zeit zu erlarigen hofft«, ist heute zu einer hoffnungslosen Gruppe zusammengeschmolzen, die mit dem Bürgertum selbst im heftigen Kämpft steht Die Macht des roten Wien ist trotz aller Anstürme ungebrochen und das viel geschmähte Breitnersystrm hat sich gerade in den letzten Monate» glanzend bewährt. Die Olympiagäst« werden also zu einer Arbeiterschaft kommen, die zwar durch die Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise schwer gedrückt ist, deren Kanipfgeist, Proletarischer AusstiegSwille und inter- natipimle Solidarität aber unzerstört und ungebrochen ist. Ja, noch mehr! Der harte Kampf hat den Trotz der Wiener Arbeiter verstärkt und jetzt erst recht— so sagen sie— muß daS 2. Arbeiter- Olympia zu einem geivaltigen Ereignis werden, das dem Bürgertum die Größe, Kraft und Begeisterung deS internationalen Proletariats sehr anschaulich zeigen muß. Darum trotz aller Not und allen Hindernissen auf zum 2. Arbeiter-Olympia! Uns kriegen ste nicht unter, daS ist di« Parole der Wiener. Das Stadion in Men. Das im Prater zu Wien neuerbaute Stadion geht seiner Vollendung entgegen. Die Arbeiten an der Hauptkampfbahn sind abgeschlossen, die Bankreihen siiw hergerichtet und haben umgerechnet eine Gesamtlänge von 27 Kilometern. Auf dem obersten Umgang thront ein sehr schön eingerichtetes Glas Häuschen für Radioübertragungen. Auch die Zu- gangüwege und Rasenflächen sind bereit- fertiggestellt. Im Schwimmbad und in der Radrennbahn sind die Rohbauarbeiten beendet. Gegenwärttg ist man bei der Ablösung der Betonschalung des Sprungturmes. Fleißige Hände stellen die Sitzgelegenheiten und Zugangtwege her, so daß am Tage der Stadion- eröffnung(12. Juli) die Gesamtankage fix und fertig dastehen wird. Der Weltkindertag am 19. Juli ist die erste Veranstaltung, die sich im Stadion abwickelt und. dann wird das Stadion seine Tore öffnen für die nach Wien eilenden Arbeitersportler. Seite 6 902 Samstag, 27. Junt 1931. AT. IDU. Für den Sommer Leinenschuhe mit Gummisohle Bata 12 Gr. 3-8% 2 Modell 4541-05 Für Mädchen: luftige, leichte und vollkommen elastische Leinenhalbschuhe für warme Sommertage geeignet. G 91 19. Modell 1195-03 Drappe Schuhe aus luftigem Segel mit Schnürspange verziert mit geschmackvoller paspelierung. Elastische Gummisohle ohne Absatz. Für den Ausgang. 25.Modell 2145-09 Graue Leinenschuhe mit Gummisohle und niedrigem Absatz. Ein praktischer Schuh für den ganztägigen Gebrauch. 2.5 Modell 2176-90 Schöne Mode- Leinenschuhe aus farbig gestreifter Leinwand mit Gummisohle. Zum Sommerkleide, für den Kurort, und in das Bad gut geeignet. 29.Modell 3337-12 Herrenhalbschuh aus gravem Segel; breite Spitze und Gummisohle. Dauerhaftes und bequemes Schuhwerk für die Ausgänge. 29.Modell 4067-77 Ein idealer Schuh für das Feld und die Ernte. Sie verletzen nicht Ihre Füsse. Für wenig Geld das passendste Schuhwerk für die ganze Soi. nersaison. Für Kinder Kč 19.-, Für Damen Kč 25.-. Generaldepot und Alleinverkauf von Del Monte und Columbus Dosenträchte, Fisch- und Gemüsekonserven durch die Firma 1190 Sprinzels Söhne Prag II., Truhlářská 9. Generalvertreter der California Packing Corporation San Francisco. Ausschließlicher Engros- Verkehr. Norwegens Abfage an Moskau. Wie Rot Sport" Berlin, das deutsche Zweig organ der kommunistischen Sportinternatio tale ( R.S.3.), Siz Moskau, unter dem 22 Juni 1931 mitteilt, hat der norwegische Abeitersportbund seinen Austritt aus der R.S. beschlossen. Der zur R.S.3. stehende Verbandsverstand Olson it freiwillig von seinem Amte zurüdgetreten. Wie schon bekanntgegeben, beschloß der norive gische Arbeitersportbund gleichzeitig seine offizielle Beteiligung am 2. Arbeiter- Olympia der Sozialistischen Arbeiter- Sportinternationale im Juli in Wien. Die norwegische Sportdelegation nach Wien foll 40 Personen umfassen, darunter die besten Leichtathleten und Fußballspieler. Schon in den nächsten Tagen wird der Osloer Fußballmeister des norwegischen Arbeitersportbundes in Deutschland Spiele gegen Mannschaften des deutschen Arbeiter- Turnund Sportbundes austragen. Kunst und Wissen wurf, den Hanslick nebenbei Gözens Opernmusik mentalen, sondern auch an den Solisten war es zu zur Bezähmung der Widerspenstigen" machie, daß merken. Einzig Frau Leonie Kruse( Kathasie den echten Lustspielton, die melodiöse Frische rina) fand den richtigen tecken, forschen Lustspielton und das leichte Blut vermissen lasse, besteht auch und bot überhaupt( darstellerisch und gelanglich) eine heute nach mehr als 60 Lebensjahren der Oper noch ganz famose Leistung. Sehr gut auch Herr zu Recht. Die stärksten Wirkungen gehen von den Bandler in einer kleinen Nebenfigur der Oper. lyrischen Schönheiten der Oper aus, ihre Hauptbelle anderen zu dramatisch, zu schwerfällig, viel zu deutung liegt in der wundervollen Stimmungs- schön und korrekt singend: Herr Böd, Frl. Rohne, zeichnung, während man dem fomischen Elemente Herr Bergmann, Herr Andersen etc. ihrer Musik eine leckere und vielleicht sogar derbere Note wünschen möchte. Wo die Oper tomisch wirkt oder wirfen soll, geschieht dies durch das erklärende Wort oder durch die anschauliche Handlung, die beide von der Musit eher stilisierend, veredelnd und dämpfend umspielt werden. Dieses Bestreben des Komponisten, maßvoll und diskret zu sein, geht sogar soweit, daß er sich in der Instrumentation außerordentlich beschränkt, wo doch gerade das Orchester die Hauptaufgabe hätte, fomische Szenen und Situationen wirfjam auszunüßen und zu illustrieren. Die tertliche Grundlage der fomischen Oper„ Der Widerspenstigen Zähmung" von Her mann Göz bildet William Shakespeares gleich. namiges Lustspiel, das J. V. Widmann J. V. Widmann bearbeitet hat. Ter Librettist hat sich in seinem pernbuch ziemlich genau an das Original Iustspiel gehalten; nur die Einleitung der Oper mit Mitteilung aus dem Bublifum. Das Rezept des Augenarztes fann nur dann seinen Zwed erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepaßt wird. Lassen Sie 3hr Rezept bei Optiker Deutsch. Prag. Graben 2, Valais„ Koruna". ausführen. Ferien. Das wertvollste, was die Eltern den Kindern bieten können, ist die Sommerfrische. Es bleibt sich gleich, ob es ein Aufenthalt in Badeorten oder in einem Dorfe in der Mitte von Wäldern ist. Die Kinder werden die herrlichen Stunden nie vergeffen. Viele Familien bereiten sich schon auf die Sommerfrische vor. Es werden Verzeichnisse gemacht, was man alles mitnehmen muß. Und unter diese Unvermeidlichkeiten gehört auch eine gute elektrische Lampe, am besten die Polydor Pala ba, welche über ganze Ferien aushält und überall nüzliche Dienste leistet. 1182 Schindlers Regie war weder gut noch schlecht; die Idee, im dritten Akte ein Pferd in den Hochseitsjaal einreiten zu lassen, hätte man lieber ver mißt. Der Erfolg der Oper war beträchtlich, nach dem zweiten Atte jogar sehr warm. E. J. Dr. Eger zum Direktor des Prager Deutschen Theaters bestellt. Der Deutsche Theaterverein teilt uns mit, daß in der gestrigen Sigung des Theaterausschusses Dr. Paul Eger zum Direktor des Prager Deutschen Theaters bestellt wurde und daß Dr. Eger die Divettion mit 1. September 1932 übernehmen wird. Dr. Eger erhielt einen auf drei Jahre iautenden Vertrag. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag, 7.30 Uhr: Ein Mastenbali", A6schied Hans Georg Schid( 209-1). Sonntag, 7.30 Uhr: Doppeljelbstmord", neueinstudiert ( 210-2). Montag, 7.30 Uhr:„ Der Wideripenftigen 3ähmung"( 211-3). 7.30 Uhr:" Spieler, Doppelgänger. SeiWochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, ratsantrag". Montag, 7.30 Uhr: Spie ler, Doppelgänger, Heiratsantrag". Aus der Partei Jugendbewegung. S. J. Prag, Gruppe 1. Sonntag Badeaus flug nach Dolni Mokropsy. Abmarsch: 1. Partie Samstag, 4 Uhr nachmittags Endstation der 17er und 21er in Branit. Unbedingt Decen mitbringen! 2. Partie halb 7 Uhr Smichower Bahnhof. Pünktlich sein! Literatur SUPER RADIO PALARA GOLD PS4PS PALABA Hurrah aut Sommerurlaub! Die schönste Zeit im ganzen Jahre nimmt ihren Anfang, die Zeit der Erholung, der Ruhe, der Bequemlichkeit. VergesIsen Sie ja nicht Ihre Taschenlampe mit der Palaba und die Radio- Palaba für Ihr Radiogerät. PALABA PS PS Tafeln erleichtern das Verständnis der behandelten Materie außerordentlich, das Buch bereitet auch dem weniger porgebildeten Befer feine Schwierigkeiten Es ist zu begrüßen, daß über die Frage der Reparationen ein Buch eines Sozialisten vorliegt, das mit großer Klarheit und Sachkenntnis geschrieben ist. st. Herausgeber: Siegfried Tau b. Cherrebatteur: Wilhelm Nießnet. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Brag. Druck: Rota A.-G. für Zeitung und Buchdrud, Prog. Für den Drud verantwortlich: Otto Solit, Prag. Die Seitungsmartenfrantatur wurde von der Boft u. Teleg robben Direton mi: Erlos Nr. 13.800/ VII/ 1990 bem fat Centralbank der deutschen Sparkassen in der Čechoslovakischen Republik. Hauptanstalt: Prag II., Bredauergasse 14. Zweigniederlassungen: Aussig, Brünn, Eger, Jägerndorf, Reichenberg, C. Teschen, Trautenau, Troppau. Die Bank der deutschen Sparanstalten und Gemeinden. Physikalisch- diätetisches D 238, eine Fahrplanplauderei nennt Michael der Serenade der beiden Nebenbuhler ist seine Erfindung. Der Inhalt der Oper ist rajch erzählt: Untersperg seinen Aufsatz in der Julinummer von Monatsheften". Diese Der reiche Edelmann Baptista in Padua hat zwei Westermanns schöne, aber im Charakter grundverschiedene Töchter; interessante Plauderei über Entstehen, Technik und Der Widerspenstigen Zähmung. Bianca, die eine, die Güte und Sanftmut selbst, Sinn eines modernen Fahrplans am Beispiel des ( Romische Oper von Hermann Göß; neueinstudiert Satharina, die andere, ein trogiges, unbändiges, Buges D 238, der im Kurs Berlin- Bodenseeeigenwilliges Geschöpf. Einen Anbeter und Ver- Schweiz mit Anschluß nach Italien fährt, wird im Prager Dentfchen Theater am 26. Juni.) ehrer hat nur die erstere; letztere ist allem, was ieder mit Gewinn lejen. Die Freunde der Ostsee Auch Hermann Göz war eine unerfüllte Mann heißt, feindlich gesinnt. Und doch gelingt es wird der mit vielen Abbildungen geschmückte Artikel Soffnung unter den deutschen Tondichtern des einem Manne, ihren Trotz und Eigensinn zu bän- von Wilhelm Micheels ,, Besuch in Stolberg" intervorigen Jahrhunderts. Ein frühzeitiger Tod raffte digen: dem Edelmann Beirucchio aus Verona, der effieren. Der Wiener Kunsthistorifer Artbur Hoekden Sechsunddreißigjährigen dahin, fáum, daß es selbst ein Troskopf und Hartschädel ist. Er erzwingt er gedenkt in einem reichillustrierten Aufsatz des ihm gelungen war, durch seine tomische Oper sich die Verlobung und Heirat mit Satharina, nur 400. Todestages( 8. Juli) Tilmann Riemenschnei Der Widerspenstigen 3ähmung" größere um sie im geeigneten Moment fißen zu lassen und ders, des größten deutschen Bildschnizers der Gotik Aufmerksamkeit zu finden. 184 wurde das Werf am zu demütigen. Schließlich kommt es aber doch im und des Mittelalters. Die Novelle ,, Jonathan muß Mannheimer Hoftheater uraufgeführt, faum zwei letzten Augenblicke zur Hochzeitszeremonie, aber int für den Regen büßen" von Anton Schnad werden 1008 die Freunde des Dichters begrüßen. Eine weitere Jahre darauf starb sein Schöpfer. Ohne für die schäbigen Gewande, um seine Braut weiter รีบ Entwicklung der Oper im allgemeinen größere Be- demütigen und zu bessern. Denn sie heiratet ja Novelle von Inge Stramm trägt den Titel„ Er deutung zu haben, ist Gözens komische Oper ihn und nicht sein Gewand. Auch nach der Hochzeit weckung der Herzen" und spielt in der Welt der Der Widerspenstigen Zähmung" doch im geht alles nach seinem Willen: feine Hochzeitsfeier Birkusmenschen. Dr. Erich Werdermann vom Botabesonderen ein wichtiges Faktum in Ge- nach Katharinas Wunsch, kein Festessen, teine Hoch- nischen Museum in Berlin plaudert über ,, Bromeschichte der deutschen fomischen Oper. zeitsgesellschaft; auf sein einsames Landgut muß liengewächse", die farbigen Bilder hierzu find von Diese hat durch Gözens Wert eine schöne und vert- sie ihm sofort folgen. Und hier findet die Zäh- Theodor Daugs, die vielen Arten dieser Gewächse volle Bereicherung ihrer ohnedies nicht allzu reich- mung der Widerspenstigen" ihr glückliches Ende, zeichnen sich durch einen prächtigen Farbenreichtum haltigen Literatur erfahren. Wenn man die großen weil Katharina, die diesen Mann, der noch willens- aus. Werner Suhr schreibt in seinem Auffah Meister der neueren deutschen komischen Oper nennt, stärker und tropiger ist als fie, liebt, sich geschlagen darf neben den Namen eines Lorking( Wafien gibt und ihm Liebe und Gehorsam schwört. schmied"), Nicolai( Lustige Weiber"), Cor- Die Wiederaufnahme der Oper Gözens als nelins( Barbier von Bagdad") und Hugo Wolf repräsentativen deutschen Werkes in den Spielplan ( ,, Der Corregidor") auch der Gößens nicht über des Prager Deutschen Theaters ist zu loben. Denn gangen werden. Den Wert der Musik Gözens zu der ohnedies enge und wenig abwechslungsreiche seiner tomischen Oper„ Der Widerspenstigen Zäh- Opernhorizont dieses Bühneninstitutes erfährt da mung" fennzeichnet wohl am besten das Urteil durch eine erwünschte Erweiterung und Belebung. Eduard Hanslicks, des gefürchteten und berüch- Opernchef Prof. Georg Széll hatte sich selbst für tigten Wiener Krititers, über sie.„ Sie( die Musit)", die Neueinstudierung der Oper eingejagt. Dies Benedikt Kautsky: Reparationen und Rüstanschrieb er in seiner Besprechung anläßlich der ersten bedeutet, daß man eine musikalisch saubere, in den Aufführung des Werkes in Wien, ist nicht leicht Ensembles und Chören gut sitzende Aufführung gen. 1931, Heß u. Co. Verlag, Wien- Leipzig. Das mit Worten zu charakterisieren. Von Anfang bis erlebte. Aber: dent komischen Charakter des Wertes, vorliegende Buch ist eine instructive Darstelling zu Ende bietet sie dem Hörer erfreuliche Anregung der Betonung seines heiteren Elementes blieb er nicht nur für Deutschland, sondern die gesamte und entläßt ihn mit jenem reinen, harmonischen fast alles schuldig. Alles geriet ihm zu schwer, zu Weltwirtschaft lebenswichtigen Problems, das gerade Totaleindruck, welchen nur fünstlerische Sittlichkeit laut und zu dramatisch; mehr große Oper als jetzt angesichts der Aktion des amerikanischen Präund Bildung sich erzwingen." Allerdings der Vor- fomische. Dies spürte man nicht nur im Initru- sidenten von hoher Atalität ist. Die beigegebenen Trinkwasser? Charaktere gesucht" über den Unterschied zwischen Typus und Charakter, über den Ausdruck des Charakters im Gesicht und Wesen von Männern, Frauen und Kindern. Wer möchte sich nicht mit diesem Artikel auseinandersetzen? In dieser knappen Inhaltsangabe konnten nur wenige Abhandlungen erwähnt werden. Das Heft ist in jeder Buchhandlung zum Preise von RM 2- zu haben. Unjere Leser haben das Recht, ein früher erschienenes Probeheft zu verlangen. verwandelt fofort zum köstlichen Getränk " Sanatorium KLEISCHE bei Aussig Neuzeitliche Einrichtungen. Telefon Aussig 303. Ein Versuch überzeugt! In allen Apotheken. Kč.28Prospekt. Togal unibertroffen bei RHEUMA- GICHT KOPFSCHMERZEN Ischias, Hexenschuß uErhaltungs krankheiten Entfernt d.Harnsäure! 6000 Arztegutachten/ Vollkommen Preis unschädlich. Fragen Sie Ihren Arzt Kc.12 Generaldepot BRAUNER'S APOTHEKE ZUM WEISSEN LOWEN PRAG I PŘÍKOPY 12. 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