Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nelajanta 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Nachtredattion: 26792. Boltschecamt: 57544 Jnferale werden laut Sark billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß 11. Jahrgang. ### Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Mittwoch, 1. Juli 1931 Arbeiterfänger- Festtage in Bodenbach. Glänzender Beriauf des 2. Arbeiter- Sängerbundesjeftes.- Ein Massenrchiv len Bonn Brolloth k Demokr tie Bezugs Bebingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft: monatlich.... Kě 16.vierteljährlich halbjährig. ganzjährig 20 48.96.192.Rüdstellung von Manutripten erfolgt nur bei Ein fendung der Refourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Monteg füglich früh. Nr. 152. Wirtschaftskrisc und Staatsfinanzen. Die schwere Krise unserer Wirtschaft, die mun schon bald zwei Jahre andaueri, ist aud; auf die Lage der Staatsfinanzen Einfluß Das besuch aus allen Teilen der Republit.- Künstlerische Spikenleitungen geblichen. De äußert sich in doppelunserer Arbeiterfänger. ter Weise: in der Verringerung der Einnahmen und in der Erhöhung Drei Tage lang waren die Schwesterstädie überwinden und um es vorneweg zu sagen, was f Jm Theateriaal in Bodenbach zeigten die der Ausgaben. Es ist selbstverständlich, Bodenbach und Tetschen der Schauplas des sie sich vorgenommen haben, haben Arbeitersänger des Gaues Falkenau und daß die Steuereingänge geringer werden. Festes unserer Arbeiterjänger, des größien und sie geschafft. der Chormeister Gräf ihr können. Besonderen wenn die Wirtschaft darniederliegt, wenn hunhünstlerisch wertvollsten, das seit Bestand des Wenn wir heute, da die Festtage verrausch, Beifall fanden ihre Lieder in Egerländer derte von Fabrifen eingestellt sind und in deutschen Arbeiterjängerbandes in der Tschecho- die Lieder verklungen, die Festesfreude verweht und art. Den zweiten Teil diejes Konzertes anderen hunderten Kurzarbeit geleistet wird. jlowakei stattgefunden hat. Die Bedeutung und ist, mit stolzer Genugtuung jagen können, es bestritt der Arbeiter- Gesangverein" Frohsinu" Ebenso natürlich ist es, wenn die Zolleinnahder fünstlerische Gehalt vor allem der vier großen war ein gelungenes Fest, so drüdt sich Görfan( Chormeister Mistelbach). Orchester men zurückgehen, da die Einfuhr sinkt und Spipenfonzerte reicht weit über den lokalen Rah in dieser Feststellung nur sehr bescheiden aus, was a lif- Teplitz- Schönau. Weiters wirkte eine schließlich nimmt der Staat weniger an in men hinaus und wird selbst in internationalem an Eindrüden, an Begeisterung und an Freude Gruppe der Arbeiterfänger des Bezirkes Tep Maßstab Widerhall finden. Noch einmal gleiten in allen Herzen bei allen Festteilnehmern verlig unter ihrem Chormeister Zelenka mit. direkten Steuern ein, wenn der Konjum zu die Wochen und Monate der Vorbereitungen an blieben ist und wohl auch dauernd bleiben wird. Die Solopartien sangen Fräulein Fringard rückgeht. Dabei müssen die Ansprüche, die in unferent geistigen Auge vorüber. Nicht nur, daß Unseren Sängern mag es die schönste Ge- Schwabe, Opernsängerin, Teplitz- Schönau, und so schweren Zeiten an den Staat gestellt wer die Cenossen des Bundesvorstandes, des Haupt nugiuung und der schönste Vohn für ihre Mühen Fräulein Hermine Böhm, Görkau. den, größer werden, viele Tausende von Menfestausschusses und der vielen Nebenausschüsse und ihre Opfer sein, daß es unter all den Tau- Jm Bariciétino in Bodenbach brachte der schen sind auf die Unterstützung aus öffent jede freie Stunde aufgewendet haben, um den senden, die als Gäste ihrem Feste und ihren Ber- Bolks chor Bodenbach Die Ruinen von lichen Mitteln in irgendeiner Form angeivie organisatorischen und wirtschaftlichen Teil als anstaltungen beiwohnten, feinen einzigen ge Athen" von Beethoven mit glänzendem Er Ersen, man verlangt mit Recht staatliche Juve unerläßliche Voraussetzung des Gelingens zu begeben haben wird, der in der Arbeiterfängerfolg zur Borführung. Die Solis wurden gesun- titionen, wenn die privatkapitalistische Iniftreitent, vollzog sich unsichtbar für den Außen bewegung nicht einen hervorragenden gen von Frau Irmgard Richter- Stomotan, tiative versagt. Deshalb entsteht die Frage, tehenden ein Riesenstüd Arbeit in allen Ber- Faktor auf einem ganz besonders Gen. Hirschmann Bodenbach und Gen. und Gen. einen, den kleinsten nicht ansgenommen. wichtigen ampfgebiete im prole Tscherney Bodenbach. Den Sprecher stellte wie das Budget des Staates angesichts der Nach des Tages Mühen und Plage stiegen tarischen Freiheitstampf erfennt. Serr Bruno Miller vom Stadttheater in Erhöhung der Ausgaben und der Berringe unsere Genossen aus den Gruben, strömten sie Wir sind auch überzeugt davon, daß durch die Bodenbach. Am Dirigentenpuit stand Kapelimei rung der Einnahmen im Gleichgewicht erhat aus den Fabriten und Werkstätten, fehrten sie empfangenen Eindrüde ein starter Impuls hufter Stum. Im zweiten Teile leruten wir die ten werden soll. von den Feldern heim und kaum, daß sie not- die gesamte Arbeiterschaft ausgeübt wurde und Arbeiterjänger von Sarlsbad- Fischern Es ist zweifellos, daß est unieren: dürftig ihr färgliches Abendbrot gegessen hatten, daß sich die Arbeiterfänger nicht nur gesteigerte fennen. Sie fangen Beethoven und erzielten stür Staatsbudget Posten gibt, wo Ersparungen ging es zu den Procen. Aber ihr saber Bille, Sympathien bei den Arbeitern erworben haben, mischen Beifall. Ihre Dirigenten Rattei- Lang bre Begeisterung und Singab, mit der sie sich sondern daß viele der Zuhörer es als ihre Ehren- Seier fönnen zufrieden sein. Das vierte Konzert erzielt werden könnten. So vor allem im Vorden Dienst der Arbeiterklasse stellten, ihre pflicht betrachten werden, es den Sängern gleich fand im Invalidentino in Teischen anschlag des Ministeriums für nationale Ber Liebe zum proletarischen Lied, ihr Bedürfnis nach zu tun, und sich den Arbeitergefargvereinen afsitati, s jongen hier im ersten Teil die Genojien teidigung. In der Zeit einer so schwerer Stunit, fick jie alte Widerstände und Hemmnije ausübende Sänger einzureiheit. Der Berlauf des Festes. 4P des Gautes Rumburg unter den Dirigenten Strije fönnte man wenigstens befristet fin Friedrich und Schwan. Solist: Alfred diese Zeit Solist: Alfred diese Zeit sehr wohl an eine HerabSpir- Neugersdorf. Den zweiten Teil beje zung der Ausgaben für mili fritteit die Genossen des Arbeiter Gesangvereines tärische Rüstungen schreiten. Wir Freie Sanger", Komotan, Dirigent: oft. Solisten: Frau Irmgard Richter- lollten uns in der Kriſe nicht den Lugus so enormer Militärausgaben leisten und auch die omotan, J. Weil- Teplitz und Dr. Josef Lauteſten Patrioten in diesem Lande sollten Johne- Komotan. Der Hauptfesttag. Der Feftzug. sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß der Staat durchaus nicht in Gefahr fämte, weitit Wenn auch die Arbeitersänger mit Rücksicht er in Europa mit gutem Beispiele voranginge. auf die Abwicklung ihres Programmes nicht daran Gerade angesichts der kommenden Abrüstungs denken konnten, einen Festzug mit allzu großem tonferen; im Frühjahr 1932 tönnte jich dia Aufwand zu arrangieren und von vornherein Tschechoslowakei in der ganzen Welt nur einen solchen nur ganz zwangsläufig in das Pro- Sympathien verschaffen, wenn sie ihre gramm aufgenommen hatten, so gestaltete sich Rüstungsausgaben verringerte. Wir glauben, biefer trotzdem zu einer im posanten Kund Die lesten Tage vor dem Feste waren aus fiel, Berlin. Der Barteivorstand war durch gefüllt mit fieberhafter Arbeit. Die Genossen von Gen. Taub vertreten. Die Stlubs, der Högeord Bedenbach Tetschen und den Vororten, wie nicht neten und Senatoren, der Deutsche Gewerkschaftsminder die Genofsinnen waren unermüdlich bund hatten ihre Vertreter entfendet. Auch die tätig, um den Festplatz, die Konzertlokale für das befreundeten Organisationen waren in starken Fest vorzubereiten. Andere waren mit der Aus Abordnungen vertreten. So die Turner, Radschmüdung der Straßen und Pläze beschäftigt. fahrer, Naturfreunde, die Freidenker, KinderWer Zeit hatte, half mit, um eine flagiose Ab freunde, Jugendlichen njo, picklung des Festes zu gewährleisten. Die Sän Die Städte Bodenbach und Tetschen batten gerinnen und Sänger famen überhaupt nicht die Stettenbrücke wundervoll illuminiert und auf mehr zur Ruhe. Täglich Broben, täglich singen, den Stadthäusern wehten Fahnen in den Stadt zwischendrin auch noch an der technischen Aus farben. Selbstverständlich grüßten viele rote gestaltung mitwirken: und das alles nach getaner Fahnen. gebung größten Formats. Beinahe eine halbe daß dies dem Lord Cecil noch besser gefallen Berufsarbeit, sest wahrhaftig schon eine uner Zur Begrüßung der vielen Gäfte fanden Stunde dauerte der Vorbeimarsch. Etwa 6000 bis wiirde, als die Worte der Begrüßung, die der meßliche Opferwilligkeit und Spferfreudigkeit nicht weniger als fünf Begrüßungs 7000 Personen nahmen daran teil. Vom Auf- Außenminister an den englischen Staatsmann voraus. Natürlich waren auch die Jugendlichen bende statt. Das Programm derselben bestellungsorte bis zum Festplatz standen Tausende bei dessen Vortrag in Prag gerichtet hat. und selbst unsere Kleinsten nicht müßig. Auch stritten durchwegs die Sänger und es waren auszuschauer aber auch viele Festteilnehmer Kopf an Vielleicht könnte der Herr Minister Benes sie waren ja beim Festspiel beteiligt, und es hieß erlejene künstlerische Genüsse, die sie boten. Alle Kopf, von denen sich, als der offizielle Festzug zu noch ein übriges tun und in seinem Ressort fleißig proben, um es zu schaffen. Aber wo es fünf Abende wiesen einen Wassenbesuch auf, und Ende war, der größte Teil dem Zuge aufchloß nachsehen, wo Ersparnisse erzielt werden jolche Begeisterung gibt, wo niemand envas an- namentlich im Schützenhaus in Tetschen war der Vornipeg famen die Kleinen, Turnerfinder, Sön könnten. Wir sind überzeugt, daß es da Rederes fennt als die Pflicht, da fann es am Besuch so groß, daß viele teinen Einlaß mehr gerfinder, über ihnen wchten zahllose Wimpel und präsentations und Propagandaausgaben gibt, fand.en Wir haben bereits fur; darüber be- Fahnen. In Blau und Grün folgten ihnen die Erfolg nicht fehlen. So sentren sich Freitag abend die Schatten richtet. Roten Falfen". Dann famen die Fanfarenbläser auf die ohne weiters verzichtet werden könnte, der Nacht hernieder. Noch einmal wurde geprüft der R. W., der Parteivorstand und die ohne daß das Ansehen des Staates im Ausund nachgesehen, ob alles in Ordnung ist, und Preisvertretung der Partei, ein langer land darunter leiden würde. doch sahen vicie dem kommenden Tag mit leisem Zug R. W.- Männer, eine starke Abordnung der Unserem neugebackenen Finanzminister Bangen entgegen. Wird das Wetter aushalten? Das Programm des Sonntags serfiel in if che chi chen Turner, denen sich unsere Trapl scheinen allerdings- wie einige BlaiWerden die Gäste in der erivarteten 3abl cinstei ſtreng voneinander getrennte Teile, Bah Turngenossen anschlossen. Es folgten dann ter zu melden wissen- weniger Gedanken freffen, werden die Chöre, das Festspiel und all rend der Vormittag in vier großen Spizenfondie Naturfreunde und diesen im leuchtenden über die Einschränkung überflüssiger Ausgaben das, was zum Programm gehört, so fein, wie serten das hohe künstlerische Niveau des Arbeiter Blau unsere Jugendlichen mit zahlreichen als vielmehr Pläne über erhöhte man es wünschte und wie es sein, muß, wenn die gefanges offenbarte, brachte der Nachmittag die Sturmfahnen. Und dann famen die Sänger. Einnahmen zu beschäftigen. Woher wili Arbeit nicht vergeblich gewesen sein jolf? Nun, Borführung von Massenhören, und zwar sowohl Im Zuge marschierten mit drei Musikkapellen und Männer wie auch Frauen und gemischte über alle wehten Fahnen, viele, viele rote Fabnen. Der Herr Finanzminister nun das Geld, das Samstag früh zeigte bereits das Stadtbild Chöre. Es fand das Tendenzlied und ebenso das Ein buntes, erhebendes Bild, ein Zeichen der ihm zum Fehlen kommt, hernehmen? Er geen, daß etwas Außerordentliches im Anzuge sei. Boltslied in diesem Rahmen Raum. Den Ab Kraft und Stärfe der Arbeiterbewegung braucht dabei eine einfache Methode, die er In blendender Klarheit erstrahlte die Sonne schluß des nachmittägigen Festes bildete das vom und ein weithin leuchtendes Symbol den andern bürgerlichen Finanzministern und Bald famen die ersten Gäste mit den Zügen an. Gen. Ernst böner verfaßte Festspiel: Das brüderlicher Verbundenheit aller seinem Vorgänger Englis abgeguckt hat, die Jeder Zug, jedes Schiff brachte größere oder fleiied im Leben des Arbeiters." 3weige der Arbeiterbewegung. primitivste Methode, die es überhaupt gibt, nere Truppen aus allen Teilen der Republik. Um Der Festplay. und bei der man sich jeden Gedanken erspart: 11 Uhr fuhr der Extrazug des Gaues Starisbad- Falfenau- Eger im Bodenbacher Bahn- Das Programm des Vormittags umfaßte Eingebettet in einen herrlichen Bestand mächer will einfach darin fortfahren, die indirekten hof ein. Wit Begeisterung wurden unsere Eger- vier Stonzerte, die in den größten Sälen der bei tiger Kiefern liegt auf der Schäferwand das Steuern zu erhöhen und sucht sich dazu gerade Länder Genoffen und Genoffinnen in Empfang den Städte stattfanden. Einen ungeheuren Er Bodenbacher Waldtheater. Eine male- die Zeit aus, in der es hunderttausende Argenommen und mit Musit zur Voltshalle geführt. folg errang die Boffs Sing Gemeinde rische Szenerie macht diesen Platz zur Abhaltung beitslose gibt, die sowieso nichts zu beißen und immer wieder trafen Gäste, ein. Nachmittags aussig mit der Vorführung von Fausts Ver solcher Veranstaltungen wie geschaffen. Der und zu nagen haben und die durch die Erbrachte ein vollbesetzter Dampfer die Genossen dammnung" von Berlioz, über die wir bereits ellipsenförmige Platz von etwa 100 Meter Länge höhung der Ausgaben für ihre Lebenshaltung von Aussiz, Schreckenstein. Um 4 Uhr trafen anläßlich der Auffiger Erstaufführung ausführlich und 70 Meter Breite erwies fich natürlich als viel in eine noch größere Katastrophe hineinetwa 600 Sänger und Sängerinnen aus Teplig berichtet haben. Der große, enva 1000 Personen Komotau ein. Am Abend berrichte in allen fassende Schüßenhaussaal in Tetschen war voll- 13 flein und der Großteil der Festgäste lagerte getrieben würden. Der Bery: Finanzminister ist unter an Straßen der beiden Städte lebhaftes Treiben. ständig ausverkauft. Chor und Orchester zählten sich in dem den Blah umgebenden Wald. Herrlis getrieben würden. brifeberall Auch internationale Gäste fonnten etwa 350 Personen. Am Dirigentenpult brif- war das Bild und unvergeßlich der Eindruck. wir begrüßen. Es waren vertreten die Sänger- lierte Professor Franz- Aussis, der mit der Ueberall in Waldesgrün leuchtete es in Blau und derem darauf gekommen, daß Kaffee und bünde Deutschlands, der Schweiz, Cesterreichs, Vorführung dieses großen und schwierigen Wer Rot und Bunt, überall sah man malerische Grup Tee noch immer zu billig sind. Wohl laftet der tschechische Arbeiterfängerbund und selbst fes einen Erfolg erzielte, wie er wohl felten Chor pen, von überall her flang frohes Kinderlachen auf einem Kilogramn Kaffee ein Zoll boit 12 Kronen, das heißt, der Zoll macht ein England war zu Gaste. Einige Sängergane des und Dirigenten zuteil wurde. Natürlich gebüärt und überall herrschte frohe Stimmung. Die Feier auf der Schäferwand wurde ein Drittel bis ein Viertel des Preises ous. Tut benachbarten Cachsens waren in größerer Zahl außer dem Dirigenten und dem Chor auch den geleitet durch eine Ansprache des Gen.& ögler nichts, denkt sich Herr Trap!, der Kaffeezoli bertreteit. Dic Arbeiter- Sängerinternationale Solisten erheblicher Anteil an dem prächtigen Kögler- nichts, kann noch erhöht werden! Der Zoll auf Staffce repräsentierten die Genoffen Hönt und Feh- Gelingen. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Die Spikentonzerte. ( Fortschung auf Seite 2.) SIT XX Seite 2 Mittwoch, 1. Juli 1931 Rr. 152 ist obendrein ein ganz ungerechter Zoll, auch ten Gehilfen durchgeführt werden, trotz der Wirtschaftskrise in aller Welt nicht parente und Bengalflammen grüßten die nächtinsofern, als von den schlechteren Sorten der- sollte der Herr Finanzminister eher sein geändert haben und die inmitten der aller- lichen Besucher. Herrnskretschen, Niedergrund, selbe Zoll gezahlt wird als von den besseren, Augenmerk lenken als auf die Kaffee und ärgsten Not den aufreizendsten Luxus ent- Mittelgrund, Obergrund, Tetschen und Bodenbach: es besteht also eine umgekehrte Progression Teetrinker sowie die Raucher. Die heutige falten. Die üppige Verschwendung in den von überall grüßten Flammenzeichen, von überall zu ungunsten der finanziell schwächeren Kon- Finanzverwaltung ist den modernen Raub- Zeiten unerhörtester Not ist viel eher geeig- den Schiffen. erklangen Freundschaftsrufe von den Ufern zu sumenten. Aber da hier schon eine Ungerechrittern und Steuerdefraudanten bisher nicht net, die Ruhe und Ordnung zu stören, als die tigkeit stedt, glaubt man eine noch größere gewachsen gewesen, die Steuerbeamten müß- Ansammlung von ein paar hungrigen Men- Fahrgäste zweier Dampfer, das für sie aber recht Auch ein kleines Schiffunglück" erlebten die Ungerechtigkeit begehen und den Menschen ihre ten so geschult werden, daß sie dem Staate schen, welche von eifrigen Bezirkshauptleuten harmlos verlief und außer einer kleinen VerTasse Kaffee, die sie zum trockenen Brot trin verschaffen, was des Staates ist, daß die verboten wird. spätung nichts Nachteiliges für sie hatte. fen, verteuern zu können. Aehnlich ist es beim Steuergesetze eingehalten und die planmäßige Der Herr Finanzminister sei also mit Der Montag war der Besichtigung der Um Tee, bei welchem man für 10 Defagramm Defraudation von Steuergeldern verhindert allem Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, gebung und Ausflügen gewidmet. Viele Festteil schon heute einen Zoll von K 2.40 entrichtet wird. daß er nicht der Minister einer Bürgerblock nehmer sind auch zur Hygiene- Ausstellung per und der vermutlich ein Getränk werden soll, Wenn aber schon Steuersätze erhöht wer regierung ist und daß jeder Versuch, durch Schiff und Bahn nach Dresden gefahren. das sich nur reiche Leute leisten können. Da den sollen, dann möge man die Reichen tref eine Erhöhung indirekter Steuern die Lebens- Nun sind die Festtage verrauscht. Heute schon mit auch die Raucher nicht verkürzt werfen, die eine Abgabe zugunsten der Opfer der haltung der Arbeiter herabzusetzen und die werden viele unserer Sänger und Sängerinnen den, will der Herr Finanzminister auch die Krise leicht ertragen können. Dann möge man Arbeitslosen in noch größeres Elend zu stür- fein. Der Rhythmus des Gesanges wird wieder in ihre Betriebe und Werkstätten zurückgekehri Preise der Tabakfabrikate erhöhen, wobei er einen Krisenzuschlag zur Einkommensteuer zen, auf den schärfsten Widerstand der sozia- abgelöst vom Rhythmus der Arbeit. Der Festessich an den Grundsatz zu halten scheint: Wenn jener Reichen einheben, deren Einnahmen sich| listischen Parteien stoßen wird. schon die Zigarren und Zigaretten schlecht sind, dann sollen sie wenigstens auch teuer sein. Ebenso möchte der Herr Finanzminister, der wirklich an nichts vergißt, auch die Zündhölzer verteuern. Arbeiterfänger- Festtage in Bodenbach. in Bodenbach. ( Fortseßung von Seite 1.) M Der fünstlerische Teil des Festes. Begrüßungsfeiern. Voltshalle Eulau. war und unter der Leitung des Genossen Seller die Gesamtchöre vorzüglich abgetönt zum Vortrag brachte. Aber auch die Einzelchöre der Vereine waren vollwertige Leistungen, besonders die Frauen waren bei guter Stimme. Zwischen den Gesangsvorträgen spielte das Streichquartett des Aussiger Stadt theaters einen Satz aus einem Quartett von Dittersdorf und die Serenade von Haydn. Diese Vorträge wurden von dem zahlreichen Publikum ebenso begei stert aufgenommen wie die glänzenden Rezitationet des Genossen Mally. Zu Beginn des Begrüßungs abends überbrachte Genosse Uhlik die Grüße des Bundesvorstands und der Festleitung, anschließend sprach ein Genosse der Gemeindevertretung. stimmung folgt wieder der graue Alltag mit seinen Sorgen. In allen aber, die die Festtage von Bodenbach und Tetschen miterlebt haben, wird die herrliche Begeisterung, die hier entflammt wurde, weiterleben und beitragen, nicht nur die Arbeiter Daß aber das Geld dort geholt werden Bodenbach, der die Grüße des Parteivorstandes| Brückenpfeiler strahlte ein mächtiger Scheinwerfer, Sänger Bewegung, sondern die Arfönnte, wo es wirklich ist, dafür scheint dem und der Streisvertretung übermittelte. In seiner der bald die Schäferwand, bald das Schloß und beiterbewegung in allen ihren TeiHerrn Finanzminister das Verständnis abzu in ihrer Bedeutung als Kultur- Organisatretschen hatte Festschmuck angelegt und Trans-' ren. Rede würdigte er die Arbeiter- Sänger- Bewegung die ganze Umgebung beleuchtete. Auch Herrns- Len neuen Erfolgen entgegenzufüh gehen. Vor allem müßte man der systemation. Er betonte, daß sich der proletarische Betischen Steuerhinterziehung des freiungskampf nicht nur auf wirtschaftlicher und Großkapitals mit aller Energie politischer Basis abspielt, sondern daß er in hohem entgegentreten und es müßte die Maße auch ein tultureller Kampf ist und milde Behandlung verschwinden, deren sich die daß auf kulturellem Gebiete der Arbeiter- Sänger- Ueber den Verlauf der künstlerischen VerBanken und Großindustrie seitens der Bewegung eine große und lohnenswerte Aufgabe anstaltungen liegen uns folgende Einzelberichte Steuerbürokratie erfreuen. Während der Ar- zufällt. Die Grüße des Deutschen Arbeiter- San- unserer Referenten vor: beiter und Angestellte sein ganzes Einkommen gerbundes vermittelte Gen. Fehsel- Berlin, der auch die Grüße und Glückwünsche der bis auf den letzten Heller versteuern muß, Arbeiter Sänger Internationale finden die Kapitalisten immer Mittel und verdolmetschte. Wege, einen Großteil ihres Einkommens wie An dem Begrüßungsabend beteiligten sich an die mit einem Zauberstab dem Zugriff der Die Massen chöre, die vom Bundeschor- 500 Sängerinnen und Sänger des Teplit- Schönauer Steuerbehörde zu entziehen. Es gibt da die meister Gen. Weichert- Teplitz und vom Gen. Bezirtes sowie Gäste aus Deutschösterreich, dem verschiedensten Mittel, die auf den aus öffent- 3elenka- Kosten, Bezirkschormeister in Teplitz, Deutschen Reich, der Schweiz und der Tschechoslowakei. Eingeleitet wurde die Feier mit dem schwungvoll lichen Geldern erhaltenen Handelshochschulen dirigiert wurden, fanden reichen Beifall. vorgetragenen Einzugsmarsch aus„ Tanhäuser" und sorgfältig gelehrt werden. So ersparen Groß- Mit dem Festspiel, das von dem Genossen der Ouverture Orpheus in der Unterwelt". Mit industrie und Großkaufleute einen Teil der Ernst Thöner- Turn verfaßt und gemeinsam Uthmanns„ Das heilige Feuer“,„ Tord Faleson", Erwerbsteuer, indem sie vor allem sich selbst von Prof. Franz- Aussig und Gen. WeiWeltenfriede", Schuhmanns Zigeunerleben" und ats Direktoren ihres Unternehmens einstel- chert- Teplit vertont worden war, fand das Podbertskys„ Thalatta" zeigte neben dem Bezirkslen und ihre Arbeitskraft durch ein entspre eft feinen fonntägigen Abschluß. An dem Fest- hormeister- Stellvertreter, Genossen Ko wa ridh, ins chendes Einkommen außerordentlich hoch be- spiel wirkten etwa 300 Personen und zwar Stin- besondere Bezirkschormeister Genosse 3elenta, der, Jugendliche und Erwachsene mit. Die was die Arbeiterchöre unter einer straffen, tunstwerten; ebenso zahlen sie ihren Angehörigen, schwerste Aufgabe oblag wohl dem Gen. Rant sinnigen und begeisterungsfähigen Leitung Schönes Kindern, Neffen, Onkeln und Tanten, hoheninger vom Teplitzer Stadttheater als Sprecher. und Beachtenswertes zu leisten vermögen. Außer Gehälter und bringen dadurch den Rein- Aber er hat sie gemeistert, wie wir es von ihm diesen Gesamtchören bereicherten noch anerkennensgewinn zum Einschrumpfen. Die Herrschafter: immer gewöhnt sind. Der Eindruck, den das Fest- werte Einzelleistungen das künstlerische Programm zahlen sich große Diäten für ihre Geschäfts- spiel bei allen Besuchern hervorrief, war ein tiefer des Abends. reisen aus, wodurch sie abermals den Rein- und es ist nur eine glatte Selbstverständlichkeit, Von den auswärtigen Gästen begrüßte als erster gewinn herabdrücken und betreiben das Ge- wenn wir dem Gen. Thöner als Verfasser und schäft der Steuerabschreibungen mit Hilfe von den beiden Komponisten unsere her 3- der Vorsitzende des Internationalen Arbeiter- Sängerbundes als Vertreter des Deutschen Arbeiter- Sänger Buchsachverständigen" in systematischer Weise lichste Gratulation aussprechen. bundes Genosse Kurt Fesel, Berlin, die Fest und mit großem Erfolg. In Brag und andebersammlung. Er wies im besonderen auf die hohe ren Industriezentren bestehen sogenannie Am Abend beteiligten sich viele Hunderte, vor kulturelle Bedeutung hin, welche der Arbeitersang in ,, Revisions" und Buchhaltungsbüros", die allem die auswärtigen Gäste ,, an der Stromfahrt leine andere Aufgabe haben, als die Bilanzen auf der Elbe. Drei Dampfer erwiesen sich als zu fünstlerischer Hinsicht im Befreiungskampfe des und Geschäftsbücher der Unternehmungen io wenig, un alle Teilnehmer aufnehmen zu können, Proletariats besitzt. Sodann überbrachte Genosse zurechtzufrisieren, daß der Reingewinn mög- und es mußte ein Teil der Teilnehmer einen Rich. Fränkt, Wien, im Namen des Deutschlichst klein erscheint. Wenn so ein Fachmann vierten benügen. Die Fahrt ging bis Herrnstret österreichischen Sängerbundes den Festteilnehmern die einem Großkapitaliſien 100.000 kronen an schen und von dort wieder zurück. Auf der Rück- herzlichsten Steuern erspart, dann kann schon dem Zau- fahrt bewegten sich die Dampfer von Niedergrund herzlichsten Grüße. Um halb 12 Uhr fand die genußberkünstler von Revisor eine Entlohnung von bis Bodenbach durch ein förmliches Spa- reiche Feier ihr Ende. 10.000 Stronen leicht gegeben werden. Auflier von Illuminationen. Auf beiden; Elbeufern leuchtete es bald in rotem, bald in diese Steuerhinterziehungen, die weißem Lichte auf, bunte Raketen stiegen zum heute zu einem Gewerbe gewor- Simmel und mächtige Flammten bengalischen den sind, die planmäßig und mit Lichtes übergossen die Landschaft mit einer Flut allem Scharfsinn der großen färbigen Lichtes. Die Kettenbrüde in Tetschen Geldverdiener und ihrer bezaht war festlich beleuchtet und vom rechtsfeitigen ( Nachdruck verboten.) 8 · Nächtliche Stromfahrt. Frre marschierten, waren unsere Nerven völlig beim Teufel. Wir waren am Ende. Die Vorohne Pfeile aus rationiert werden. Keine Weinute dem Jenseits. räte begannen auszugehen. Das Wasser mußte Von Hans- Herbert Varien. Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. Wir stußten einen Augenblick. Frende sprang in vielen Gesichtern auf. Aber Tomsen rig dem Mann das Käppi aus der Hand. Er schrie wie ein wildes Tier auf und irat mit den Füßen auf das Stäppi. Wir sahen starr auf seinen furchtbaren Wutparorismus, der damit endete, daß er sich lang auf den Boden warf und wie ein Kind weinte. Nach einer Weile sagte Tomsen: Das ist mein Käppi! Ich habe es heute morgen beim Aufbruch liegen lassen. Es ist unfer altes Lager. Wir sind im Kreise marschiert." Tomsen weinte, fluchte und schrie aufs neue. „ Die Halunken haben die Merkzeichen geändert! Diese schwarzen Hunde. Wir finden den Weg aus den Dschungeln nie zurüc Wir haben Starten und Kompaß", be ruhigte ich. 1 Qual. Troßdem marschierten wir. Wir taumelten wie die Betrunkenen. Das Blut sang in unseren Ohren. Sonnenflede tanzten vor unseren Augen gleich unheimlichen roten Vögeln. Die Welt lief in Kreisen an unserem Auge vorbei und doch... wir marschierten. Jeden Abend brachen wir wie die abgehetzten Sunde zusammen. Wir warfen uns zu Boden, wo wir gerade standen. Einer achtete nicht mehr auf den andern. Es gab keine Unterhaltungen, teine Gespräche mehr. Es gab weder Befehle noch Gehorjam. Es gab nur noch viehische, animalische Triebe in uns. Wir stopften unseren Mund voll Früchte und kauten. Rauten stumpfsinnig ohne Geschmack. Wir wußten taum, was wir fauten. Vollstopfen den Bauch. Das war alles. Es ist ein Wunder, daß wir nicht alle an Vergiftung zu grunde gegangen sind. Aber das wäre vielleicht noch ein Glück für uns gewesen, denn nichts iſt mit dieser täglichen unaufhörlichen Qual des in die Frre Marschierenden zu vergleichen. Wir können den Weg feststellen!" Aber schlimmer als alles, war das dauernde " Wer hat die Starten und stompaß in Ver- Kreischen und Sohngelächter der Darihags, die unentwegt unseren Todeszug begleitete. Sie wahrung? Her damit!" schrie ich. Ein eisiges Schwegien entstand. schossen keinen Pfeil nach uns. Sie legten feine Nie habe ich soviel Entsetzen in Gesichtern Hand an uns. Aber ihr gellendes Hohngelächter gesichtern gesehen, wie damals. Tomsen sprang auf. 7 Kompaß und Pläne hatte Fernando in Berwahrung.. .", und dann schrie er hysterisch hinterher, .. und der ist beim Teufel, wo wir auch alle sein werden in kürzester Zeit..." In diesem Augenblick heulte im Dschungel irgendeine wilde Bestie. Es lief mir falt über den Rüden. Vielleicht wußte diese Bestie, was im Dschungel aus Fernando und den Plänen geworden war. war da, wenn wir abends wie die wilden Tiere uns auf den Boden warfen... Und doch, wenn der Morgen fam... marschierten wir weiter. faum. Vorwärts oder rückwärts? Das wußten ivir Bald waren wir zu Skeletten abgemagert. Aber auch diese Skelette marschierten... mar schierten... marschierten... Voltshalle Altstadt. Eine ganz junge Vereinigung:„ Der Volkschor rechts der Elbe", zeigte hier ihr Können und man tann ohne Uebertreibung sagen, daß die Leistungen ganz respektabel waren. Eine ansehnliche Anzahl von Sängerinnen und Sängern, die sehr gut diszipliniert Zwei Kanister Wasser Tomsen!" sagte ich zu Tomsen, der neben mir stand. Eine Tagesration für 15 Mann!" stellte Tomsen fest, dessen Auge über unsere kleine Kolonie glitt. Tomjen war nur noch ein Schatten eines Mannes. Unaufhörlich liefen ihm die Tränen über die Backe. Er selbst merkte nicht. daß er dauernd weinte. " ,, Gott sei Dank! Jezt muß es ja bald mit uns zu Ende sein. Ohne Wasser... jagte Tomjen. Tomsen griff nach seinem Revolver und wog ihn in der Hand.Ich denke, er wird mir den letzten Dienst erweisen können..." Du bist ein feiger Narr!" sagte ich und schlug ihm die Waffe aus der Hand. Aber die Feststellung der zivei Kanister Waffer hatte auch die lette Willensäußerung in allen erschlagen. Niemand machte sich mehr fertig zum Marschieren. Alle blieben stumpfsinnig auf dem Boden hocken und starrten vor sich hin. Einige fangen leise vor sich hin. Andere kicherten. Es war ein furchtbarer Anblick, denn es war unverkennbar, daß all diese Leute nur einen Fußbreit vom Wahnsinn entfernt waren. „ Es ist der Gedanke, daß sie kein Waffer mehr haben!" sagte ich zu Tomsen. 11 Es gibt hier unzählige Quellen im Busch sagte Tomsen. ,, Aber sie finden... sie in diesem verfluchten Busch finden," stöhnte ich. Blöglich sprang Tomsen auf und sah auf eine Gruppe Tamarinden. ,, Auf den Hinmarsch haben wir hier auch gelagert, und ich weiß, daß hier in der Nähe eine Quelle ist. Leutnant Bancroft und ich haben von ihr mit einigen Leuten Wasser geholt... Ich Eines Morgens stellten wir fest, daß wir habe nur solch schlcayce Trtskenntnis. Banc roft..." Seit jener Erkenntnis, daß wir wild in die nur noch zwei Kanister Wasser hatten. Volkshalle Krochwih. Fröhliche Marschlieder der zum Begrüßungsabend heranmarschierenden Arbeitersänger des BrüɣOberleutensdorfer Bezirkes erklangen abend in den Straßen von Krochwis. Nach dent Chor Frühlingsgruß" von R. Schuhmann begrüßte der Obmann des Bezirksjängerbundes Tschernej mit furzen, aber ins Innerste dringenden Worten die massenhaft erschienenen Sängerinnen und Sänger. Die Frauen- und gemischten Chöre gelangen unter der Leitung des jungen, aber guten Dirigenten Cermat zu bester Wiedergabe. Die Männerchöre Der junge Barde" von Uthmann sowie„ Der Spielmann" von Kraemer errangen stürmischen Beifall, so daß letzterer wiederholt werden mußte. Schuberts Lindenbaum" wurde stimmungsvoll vont gemischten Chor gesungen, auch die zwei folgenden Männerchöre unter der Leitung des tüchtigen Chor= meisters Dintrawa fanden gute Aufnahme. Serr Köhler jun. zeigte sich mit der wirklich brillant gespielten A- Dur- Polonaise als tüchtiger Geiger; warmer Vortrag sowie gute Bogentechnik sind ihnt zu eigen, rauschender Beifall zwang ihn zu einer als tüchtiger Begleiter. Für den leider verhinderten Bugabe, sein Bartner Herr Klum jun. erwies sich Sangesgenossen Hirschmann sprang die Liedertafel Oberleutensdorf mit zwei dankbarst aufgenommenen gemischten Chören ein. Mit einem schwierigen, aber mit Schwung gesungenen Männerchor, Tord Folefon" von Uthmann, schloß der so stimmungsvoll verflossene Abend. Nach dem Verklingen des letzten Affords, es war die elfte Stunde herangerückt, verließen die Massen sofort den Saal, ihren Quartieren // bon Pancroft wurde einem Baum erschlagen..." aber vielleicht finde ich von den Leuten, die uns damals begleiteten noch einen, der mit mir hinfindet..." sagte Tomsen und schritt auf seine Kameraden zu. Er schritt von einem zum andern. Als er wieder zu mir trat, schüttelte er den Kopf. Es ist keiner mehr unter ihnen, Die hat alle der Teufel geholt...." Wieder quoll der Tränen strom aus seinen Augen. Jch packte Tomsen bei den Schultern. ,, Du mußt nachdenken, Tomsen! Laß uns versuchen, die Quelle zu finden." „ Ich will es versuchen!" sagte Tomsen von einer plötzlichen Energiewelle gepadt. Wir schritten beide auf den Busch zu, aus dem die Tamarinden ein wenig hervorragten. ,, Es ist ein ziemlich langer Wege gewesen.." sagte Tomsen, noch bevor uns das Gewirr von Lianen verschlang. Als ich mich noch einmal um wandte, sah ich, daß einer der Leute stumpfsinnig aus den beiden letzten Kanistern Wasser verteilte. ,, Es ist euer letter Trunk, wenn wir nicht Waffer finden...", dachte ich bitter. Ich wußte nicht, wie furchtbar recht ich haben sollte, wenn auch in anderer Weise als ich dachte. Ob es nun Gott oder der Teufel wollte... auf jeden Fall, Tomsen fand die Quelle. Es war ein fühles sauberes Wasser. So erfrischt hatten wir uns seit langem nicht gefühlt, nachdem wir getrunken hatten. ,, Wir müssen irgendwie dieser Hölle entgehen. Wir müssen einen Weg zurückfinden, Diese Nacht werde ich nach den Sternen eine Be rechnung machen. Ein Riesenglück, daß wir jetzt wenigstens eine feste Position haben, nachdem wir wissen, daß wir hier unseren alten Lagerplay halten...", sagte ich zu Tomsen. Fortsetzung folgt.) XX 1177 Nr. 152 zueilend, sich kurze Ruh gönnend, um mit frischen Kräften den morgigen Tag antreten zu können. Schützenhaus Tetschen. -bel. Mittwoch, 1. Juli 1931. Die spanische Linte siegreich. Seite 3 toucheiren(„ Die Hunderthändigen") für gemischten Chor, Baritonsolo und Orchester von dem österreichischen Tonsetzer Ernst Elsässer ( Text von Weiser) durch die Arbeiterfänger des Gaues Rumburg unter Bezirkschormeister A. L. Schwans Stabführung. Dieses in VaDie Sozialisten mit 130 Mandaten die stärkste Partei. Der künstlerische Wert dieser unter allen Zeichen Madrid, 29. Juni. Die definitiven Ergeb- litten hat. Demgegenüber erzielten die Soziariationenform geschriebene, in der Harmonit intereiner glänzenden Festeröffnungsfeier vor sich gehenden Veranstaltung war ganz außerordent- nisse der geftrigen Parlamentswahlen sind noch list en mehr Mandate, als sie erwarteten. Meiner essante bis kühne und in der Instrumentation blen lich. Als Auftakt zu den fünstlerischen Großtaten des nicht bekannt. Es ist aber schon ganz sicher, daß Ansicht nach werden sie ungefähr 130 Abge= dende Chorwerk ist seinem textlichen und musikaSonntag ein vielverheißender Anfang. Denn hier die republikanisch- sozialistische Linkskoalition fieg- ordnete haben. Ihnen folgen die Radikalen lischen Inhalte nach eine echt proletarisch wirkende gab es die erste große fünstlerische Ueber- reich aus den Wahlen hervorgeht. der Richtung Lerroug, die ebenfalls mehr Stantate, in der das Los der Arbeiter realistisch geInnenminister Maura würdigte das Er- Mandate erzielten als sie glaubten. Sie werden schildert, ihr Aufstieg zur Freiheit, ihre Befreiung raschung: den Kinderchor der Aussiger Boltssing gemeinde, der unerhörten Beifall gebnis der gestrigen Wahlen folgendermaßen: Ich im ganzen ungefähr 100 Mandate haben. Dann von der Tyrannei in glänzenden Steigerungen geund spontane Begeisterung durch seine Vorträge habe den Eindruck gewonnen, daß die liberaie kommen die republikanische Rechte und die radi- zeigt wird. Diese Aufführung hatte beachtliches, errang. Schon die Passioniertheit, mit der diese 150 republikanische Rechte wahrscheinlich infolge talen Sozialisten, deren Berechnungen unrichtig fünstlerisches Niveau: Klangschön, intonationssicher fleinen Sängerinnen und Sänger singen, ist hörens- schlechter Organisation eine Niederlage er waren. tett. Die Begrüßungsfeier im Theatersaal in Bodenbach wurde von der Arbeitersängerschaft des Bezirkes Bodenbach und dem Jugendchor Maria schein und Umgebung als Chortörper bestritten. Die Aufmachung und das Programm bewies den tiefen Ernst und die volle und aufrichtige Hingabe an die Kunst im Dienste proletarischer Festfultur. Nach einer herzlichen Begrüßungsansprache durch Gen. Wondreiz sang der gemischte Chor Früh lingsahnung" von Mendelssohn und Schön Rottraut" von Schumann in gut abgestimmter, sauber intonierter und dynamisch aufs feinste durchgearbei teten Weise. Ein Genuß ganz besonderer Art waren die Violinvorträge des Konzertmeisters Richard Köhler, der den stürmischen Beifall nach der aus Großer Erfolg der katalanischen Autonomiften. und Beben". * verlangt. Auch dieser Chor schildert den Kampf des Proletariats um die Freiheit. Aber mit der dra mehr lyrisch gefärbte Musit nicht Schritt. Außer diesen beiden Chorwerken sangen die Rumburger Arbeiterfänger noch je einen gemischten und Männerchor von Uthmann, einen Männerchor frcimauerischer Färbung„ Am Altar der Wahrheit" von Mohr und einen gemischten Chor strophenmäßiger des Gesangspartes des Oberpriesters durch Herrn matischen Steigerung der Dichtung hält Schwans Hermann Hirschmann. Mit dieser Sololeistung fann er sich gewiß hören lassen. Die Schwierigkei ten diefer Bartie, die im stimmlichen Umfange wie in den Anforderungen an Gesangstechnik liegen, wurden von diesem Sänger aus der Mitte des Der Volkschor erbrachte mit diesem Konzert den Beweis seiner Leistungsfähigkeit und die auf richtige Kunstbegeisterung der Sänger löfte bei den Zuhörern stürmischen Beifall aus. * und rythmisch fest hielt sich der gemischte Chor, ganz und noch mehr sehenswert, ist herzerquickende vorzüglich sang den Solopart der Baritonist Freude. Dabei ist die musikalische Disziplin vorbildSpür aus Neugersdorf, recht gut spielte auch das flamiert werden wird. Es besteht die Befürch- Schönlinder Konzertorchester Alois lich streng, die Intonation wunderbar rem und dezidiert sicher, der Vortrag von lebendigster Unmittung, daß Wirren eintreten. Adlers. Die Rumburger Sänger hatten übrigens telbarkeit. Dieser Muster- Kinderchor, den Präsident Macia erklärte zu den Boltsmassen: auch ein proletarisches Chorwert ihres herangebildet zu haben wieder einmal Prof. Leo Es wird an dem Statut gearbeitet, das den Wün- Bezirkschormeisters A. 2. Schwan mitgebracht, Franz Verdienst ist, schreit nach Nachahmung in Die größte Neberraschung der gestrigen Wah- schen der Katalanier nach Autonomie entsprechen einen„ Wer baut die Welt" benannten unseren Arbeiterjängecverbänden. Denn, täuschen len war der große Erfolg der katalanischen Kandi foll. Die Katalanier verlangen außer der Konzen- Männerchor mit Orchesterbegleitung( nach Worten wir uns nicht, dann müssen derartige Kinderhöre daten. In Katalanien, das an die 50 Mandate trierung der Administrative auch die Unabhängig- des Arbeiterdichters August Böhm aus Schönüberall Grundstock und Vorbereitungsstation für befißt, find 42 Mandate den Anhängern Macias feit in den Fragen des Unterrichtes und die Ein- linde). Ein eklektisch erfundenes, aber schön empfurunsere Arbeiterchöre werden. Und: einen eigenen zugefallen. Die Bekanntgabe dieses Ergebnisses führung des freiwilligen Militärdienstes. Am denes und wirkungsvolles Wert, dessen breiter Bierständigen Kinderchor zu besigen, das machen uns rief in der ganzen Gegend, besonders in Bar- Schlusse sagte Macia: Nach diesen Wahlen wird vierteltakt- Großrhythmus die wirksame Unternicht einmal die reichen bürgerlichen Sängervereine celona, ungeheure Freude hervor. Es verlautet, uns Madrid nicht mehr regieren. Wir sind brechung durch die ungerade Taktart im Mittelteil nach! Auch sonst hatten die Aussiger bei dieser daß die katalanische Republik unverzüglich pro- eigene Herren! Begrüßungsfeier den Löwenanteil an dem Erfolge; mit ihrem gemischten Chor der Boltsjinggemeinde sowohl, als auch ganz besonders leiden. Rauschender Beifall erscholl nach dem Vermit ihrem stimmprächtigen und glänzend diszipli- lingen des letzten Tanzes( Walzer) ,, Wie mit Sehnen nierten Männerchor, der namentlich in einer Der zweite Teil des Programms war ganz schottischen Volksliedbearbeitung zu ganz beachtlicher tünstlerischer Bollkommenheit gesteigerte Männer- unserem Liederfürsten Schubert gewidmet. Als erstes chorgesangskunst offenbarte. Sehr tüchtig zeigte sich Mirjams Siegesgefang" für Chor, Sopransolo und in zwei Chören von Uthmann auch der gemischte Orchester. Fräulein Hermine Böhm, Görkau, mit Boltschores mit bestem Erfolge überwunden. Auch Form Lied der Schnitter" von Heinrich Riva, der Chor des Türmizer Arbeiter Gesang ihrem schönen, weichen, in der tiefen Lage besonders Adalbert Tschernay jun. bot als Solist eine aber nur seinem Texte nach echt proletarisch ist, wähvereins unter der Zeitung Chormeister Frit fräftigen Organ, gebührt ein großer Teil des Erfolgs. überaus schäzenswerte Leistung, die sich durch ge- rend er musikalisch phrasenhaft und unbedeutend ist. sche s; nur wird bei diesem Verein eine Berstärkung Der Chor entledigte sich bei diesem umfangreichen, sangstechnische Gewandtheit und Beseelung des Vor- Die zuletzt genannten Chorwerke dirigierte Gauchorder Männerstimmen anzustreben sein. Den übrigen schweren Werke glänzend seiner Aufgabe. Chor- trages auszeichnete. Das Orchester wurde den AnKonzertmatiné gehörte dem Arbeitergesangsich eines Wassenbesuches zu erfreuen hatte, besirit- Führer, hatte er ja auch die schon eingangs erwähn- lent Maße gerecht und hatte großen Anteil an dem verein„ Freie Sänger" aus Komotau, der Teil des reichhaltigen Programmes des Abends, der meister Mittelbach zeigte sich als tüchtiger, umfichtiger forderungen der verschiedenen Begleitungen in vol- meister Friedrich. Der zweite Teil dieser ten noch Leo Mally mit Rezitationen, ein ten Orchesterschwierigkeiten zu überbrüden. Als herrlichen Erfolge dieſes Konzertes, das Chormei unter feinem Chormeister Toft durchwegs Werte Streichquartett des Aussiger Stadttheater sweites folgte der Männerchor„ Die Nacht"; dieſer ſter Gen. Klum mit überlegener Sicherheit und von W. A. Mozart zur Aufführung brachte: die Orchesters und( mit heiteren Siedervorträgen) das sowie Musik zu Rosamunde" für Chor, Altsolo und wahrem Kunstverständnis leitete. weltliche Kantate Dir, Sonne, Seele des Weltalls" für gemischten Chor, Sopransolo und Orchester, vorzügliche Aussiger Votal Doppelquar Orchester gelangte durch die Arbeitersänger des E. J. Bezirkes Teplitz- Schönau zur Aufführung. Rach der zwei Chöre aus der Bauberflöte" für Männerchor, wie auf Flügeln des Gesanges schwankenden Duver und die selten gehörte, als Freimaurermusik gedachte ture erklang in der Romanze das herrliche Organ fleine Festtantate für Männerchor, Tenor und der Opernsängerin Fräulein Irmgard Schwabe, Baßsolo und Orchester. Der Chor der Komotauer Teplit- Schönau; ihr sammenweicher Alt riß die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Die Zwischenmusik wurde von den Arbeiterfängern des Bezirkes Karlsner Stimmen, unter denen die Soprane am besten Das zweite Konzert in Varietee- Rino Sänger erfreute vor allemt durch die Frischheit seihätte unter den schon bekannten Zuständen wenn bad- Fischern in ebenso erafter und hingebungs- sind; die rhythmische Festigkeit und dynamische Genicht ganz, so doch stark gestrichen werden können. voller Weise bestritten. Die Vortragsfolge stand im nauigkeit des Chors ist noch verbesserungsfähig. Der Hirtenchor( gemischter Chor) sowie Geisterchor Zeichen Beethovens. Wieder stand ein leistungsfäh: Unter den bei diesem Konzert im Ueberfluß ge( Männerchor) gelangten einwandfrei zur Wiedergabe. ger Chorkörper auf dem Konzertpodium, dem es um hörten Solisten wußte Frau Irmgard Richter Beim Jägerchor bemerkte man die tüchtige Führung die Pflege wahrer Kunst ernst ist und der ihr mit aus Komotau am meisten zu interessieren; denn ihr Chormeister Zelentas. Das schwierige Wert der erforderlichen Liebe und mit großem Fleiße zu eignet nicht nur eine schöne und kultivierte Sopranzeigte von guter Auffassung des Dirigenten sowie dienen bemüht ist. Die eingangs vom Konzertorche- stimme, sondern auch Stilgefühl. Das Konzert war tüchtiger Schulung des Chores, leider leider die fter Klum unter sicherer Leitung des Gauchormei gut besucht, die Disziplin des Publikums aber nicht Orchesterbegleitung hätte eine bessere Probenarbeit siers Gent. Ratte! gespielte Leonorenouver- die beste, so daß manches im Lärm verloren ging verdient. Auch bei einem Arbeitersängerfest ist man gewohnt, gute Musik zu hören: Arbeitersänger und fennenswerte Leistung wie für Gen. Rattei, der gespielte Mozart- Ouvertüre). ture III" war eine für das Orchester ebenso aner( wie die zur Einleitung des zweiten Konzertteiles E. J. Zuhörer sind auch schon etwas verwöhnt ein mit echtem Stilgefühl und Musikalität die Partitur gezeichneten Wiedergabe der Polonaise brillante in guter Flötiſt, paar gute Blechbläser und ein vorzu einem flingenden Drama gestaltete. Der Vortrag Das Maffenhortonzert A- Dur von Wieneawsty, mit einer Zugabe quit- züglicher Primgeiger geben eben noch kein Konzert- über Beethovens Leben und Schaffen entfiel leider. am Festplate tierte. Chopins„ Nocturno" war fo recht geeignet, orchester ab. Jedenfalls ist es nur dem erfahrenen Unter Beitung des Gen, Richard 2 ang bot der im Waldtheater auf der Schäferwand. fein ganzes Können im besten Lichte zu zeigen. Das Dirigenten 3elenta zu danken, daß das Schiff stattliche Männerchor mit der wirkungsvollen WieSpiel dieses jungen, strebsamen Künstlers bestrid: glücklich in den Hafen über die Klippen einlenkte. dergabe der„ Ehre Gottes in der Natur" eine er fucher des Sängerbundesfestes den Darbietungen der Ein besonders startes Interesse brachien die Benicht nur durch Tonreinheit und technische Fertig. Das vollbesetzte Saus spendete den aus unserer freuliche Probe seines Könnens und seiner Arbeits- Maffendhöre entgegen, die dem Feste einen besonderen keit, sondern vor allem durch die Musikalität und Nachbarstadt herbeigeeilten Sängern mit ihrem tüch freude. Die Ausarbeitung der dynamischen Feinhei- Höhepunkt brachten und deren Aufgabe- werbende die künstlerische Gestaltungskraft. Der Jugend- tigen Dirigenten starken Beifall. ten waren neben guter Phrasierung die Hauptmert- Straft für die Liedpflege überhaupt und für die chor ist eine Neuerscheinung im Leben der Arbeitermale dieser Leistung. Gen. Josef Hoier leitete Pflege des proletarischen Liedes im besonderen im fängerbewegung und verdient neben der vollsten Anden heiklen Chor der Gefangenen aus der Oper Dienste unserer Kulturbestrebungen auszuüben erkennung der gebotenen Leistungen vor allem " Fidelio" mit Umsicht und Präzision und führte voll und ganz erreicht wurde. Diese Veranstaltung reichste Nachahmung. Nur muß bei dieser Gelegen waren Spisenleistungen, die den gewaltigen Auf den Chor mit Sicherheit um die Klippen, die die führte gewiß der Sängerbewegung neue Freunde zu heit mit besonderem Nachdruck darauf verwiesen stieg der Arbeiterfängerbewegung im Dienste der ichwierigen Einsätze bergen. Die fein abgestufte und erfüllte alle Zuhörer mit neuem Stampjesmut uno werden, daß hier besonders geschulte Kräfte an der Kunst und des proletarischen Kunstlebens jedem zu Wiedergabe hätte durch ein langsameres Tempo ge- Kampfeswillen. Es ist für die Mitwirkenden wie Arbeit sein müssen, um die jungen Genossen, die zu hörer deutlich vor Augen führte. Die beiden Chor wiß noch an Verinnerlichung gewonnen. meist furz nach der Mutation singen, vor dauern- törper, der Volkschor Bodenbach und die Gruppe für die Zuhörer ein besonderes erhebendes Gefühl, Einen überaus wirkungsvollen Abschluß erhielt ein Bild wahrer und echter Solidarität, wenn hundem Schaden zu bewahren. Dem Jugendgenossen der Arbeitersänger des Bezirkes Karlsbad das Konzert durch die treffliche Wiedergabe der derte Sängerinnen und Sänger zu einem einzigen Josef Ballesch, der diese neue Chorvereinigung Fischern sind Schrittmacher proletarischer Stul Chorfantasie in C- Moll für gemischten Chor, Kla- Klangförper vereinigt mit bewegtem Herzen mit leidenschaftlicher Hingabe und Geschick leistet, turbestrebungen und der fünstlerische Erfolg ihrer vierjolo und Orchester unter der impulsiven und stunstbegeisterung im Liede das zum Ausdrud brinwird der weitere Ausbau gewiß gelingen. Der herz- Konzerte war für die Sänger wie für die Zuhörer, feinnervigen Leitung durch Gen. Rattei, der gen, was ihr Innerstes bewegt und was ihr ganzes liche Beifall, der die Darbietungen begleitete, möge Führer zu den lichten Höhen, auf denen Frau musica diese Partitur in allen ihren Teilen meisterlich be- Denken erfüllt. Aus der Reihe der ausgezeichneten dem Chor ein Ansporn zu neuer Arbeit sein. Be- thront. Im ersten Teil der Bortragsfolge berei herrschte und der ganzen Aufführung ein verläß- Darbietungen sind wohl in erster Linie die Frauenzirkschormeister Josef Klum sen. führte auch den tete die von der Konzertkapelle& I um gut gespielte licher Interpret war. Mit fester Hand führte er den chöre hervorzuheben, die mit musterhafter Disziplin Männerchor mit einer sorgfältig studierten Wieder- Ouvertüre zur Oper Zauberflöte" die Stimmung Chor, richtete sein Augenmerk auf feine dynamische und Unterordnung und mit feinster Ausarbeitung gabe von Märzenluft" und Schweigen der Nacht" für die Weltliche Kantate" den Sonnenhymnus Abschattierung, stilgerechten Aufbau und legte gro- aller dynamischer Feinheiten zum Vortrag gelangzum vollen, Erfolg. In Kreuzers Schweigen der„ Dir Seele des Weltalls" von Mozart vor, deren Ben Wert auf die Klarheit der Aussprache. Der ten. Das von Silcher gesetzte Volkslied„ Das stille Nacht" sang Herr Adalbert Tschernay jun, das Wiedergabe dem gut disziplinierten Chor und sei- Solopart lag bei Sepp Gerson- Karlsbad in sicheren Tal" wirkte ergreifend durch die Schlichtheit der Baritonsolo mit Geschmack und fünstlerischem Ge- nem Leiter das beste Zeugnis ausstellte. Saubere Händen. Mit technischer Fertigkeit meisterte er den Wiedergabe bei prächtigster Herausarbeitung aller staltungswillen. Die Klavierbegleitungen besorgte Intonation, Präzision in der Rhythmik und feine Klavierpart und seine angeborene Musikalität und musikalischer Feinheiten. Ebenso wurde bei Stoibes Kapellmeister Josef Klum jun. mit bestem Anpas- dynamische Nuancierung zeichnete diese Leistung die seltene Frühreife dieses jungen Pianisten erregte Lied der Arbeiterinnen" der poetische Inhalt mit sungsvermögen. Das Publikum dankte den Mitwir besonders aus. Eine stürmisch aufgenommene, künst das Staunen des Publikums, das diese Leistung Gefühltiefe und warmer Empfindung zum Erklinfenden mit herzlichstem Beifall für ihre Mühen lerisch wertvolle Leistung bot der Chor auch mit der mit besonderer Begeisterung quittierte. Der über- gen gebracht. Sehr wirkungsvoll sangen die geund den entpfangenen Kunstgenuß. Wiedergabe der Ruinen von Athen" von Beetho- aus stürmische und herzliche Applaus am Schluß mischten Chöre Nobels Morgenrot" und Werners ben, die in der neuen Bearbeitung für den Konzert- galt dem Chor, dem Solisten und den Dirigenten Auf". In beiden Chören war die Stimmführung, saal dankbare, wenn auch nicht leichte Aufgaben für zu gleichen Teilen und war der Ausdruck vollster die gegenseitige Abwägung der einzelnen Stimm unsere Chorvereinigungen bieten. Befriedigung. Sonderkonzerte. R. G. -bel. Die beiden Sonder- Konzerte im Barietee- Kino in Bodenbach So boten diese beiden Konzerte künstlerische Lei stungen, die im Rahmen des Sängerbundesfestes in ellen Ehren bestanden und die größte Zufriedenheit bei allen Zuhörern auslösen mußten. R. G. Invalidentino Zetschen. * gruppen und die Präzision in dynamischer und Als musikalischer Leiter verstand es Genosse Theateriaal Bodenbach. chythmischer Beziehung mustergültig. Von den Alum fen. ganz ausgezeichnet, das Charakteristische Männerchören hinterließ wohl der Rotgardiste Mit einem fräftigen, aber wohlflingenden Män der einzelnen Sätze zu schönem Erklingen zu bringen marsch den tiefsten Eindruck. Seine Wiedergabe wak nerchor wurde dieses Konzert vom Gau Faltenau, uitd auch aus dem Klangkörper dynamische und eine dent Aufbau entsprechende große Steigerung welcher den ersten Teil des Programms bestritt, er- rhythmische Feinheiten herauszuarbeiten. Die Sicherbom zartesten Pianissimo bis zum brausenden und öffnet. Warme Aufnahme fand der schön gesungene heit in den Einfäßen verriet ebenso wie die gute gewaltigen Forte. Pringheims Arbeiterlied", aus gemischte Chor Frühlings ahnung" von Mendelssohn- Phrasierung und Vokalisation ernstes Studium und Auf einen Mangel der künstlerischen Organija- dent Unisono zur vollen Harmonie aufsteigender Chor Bartholdy. In den in Egerländer Mundart gesun- Streben. Die Solisten fügten sich nicht nur gut in tion dieses Konzertes möchte ich im Interesse unserer wurde mit guter Beachtung der musikalischen Eigengenen Männerchören zeigten sie sich als Meister ihrer den Rahmen der Aufführung, sondern erhöhten Arbeiterfängersache gleich zu Beginn meines Berich art interpretiert, die durch die Begleitung der großen Heimat; auffallend war trotz der bekannten schweren auch durch ihre guten Leistungen den künstlerischen tes hinweisen: es litt an der Ueberfülle des Trommel und der Rührtrommel noc besonders geBerständlichkeit der Egerländer Mundart die gute Genuß. Irmgard Richter ist eine Sängerin mit Gebotenen. Ein für die ausführenden, auch den hoben wurde. Mussorgski- Guttmans ,, SonnenAussprache; es gab kein Verschlucken, so daß die seltenen stimmlichen Qualitäten. Die Reinheit in übrigen Teil des Festtages beschäftigten Sängerinnen hymne" aus der Oper Boris Godoynow" erklong Zuhörer leicht mit dem Textbuch den Gejang ver- der leichtbeweglichen, dabei warmtimbrierten Höhe und Sänger nicht minder ermüdender Uebelstand mit Betonung seiner" charakteristischen Melodie folgen tonnten. Besonders gut gefiel der Chor Unta und die runde, tragfähige Mittellage dieser sympa wie für die Zuhörer. Vielleicht fönnte man beim führung und Rhythmik. dean Apfelbianbam" mit dem braven Solojänger. thischen Stimmittel sind neben der Beseeltheit im nächstenmal wenigstens auf die rein solistischen Num- In Beers Frühlingsstürmen" kam die Wut Den stärksten Beifall erntete o( w) i faa( n) Bortrage Merkmale ihres tiefen musikalischen Emp mern verzichten, weil diese ja ohnedies nicht zu den des Männerchores ebenso zur Geltung wie die AbHänsel niat". Bei der Wiedergabe von Schuberts findens und ihres künstlerischen Gestaltungsvermö- eigentlichen Arbeitersängerdarbietungen gehören? ftimmung der einzelnen Stimmen gegeneine uder. Deutschen Tänzen" für gemischten Chor mit Orche- gens. Herr Bruno Müller vont vom Bodenbacher Vor allem also ensemble, und chormäßige Vokal- Bei Silchers Untreue" und dem Volkslied ,,. hin fter lernten wir Chormeister Gräf als tüchtigen Stadttheater bewährte sich als Sprecher durch seine funst, solistische nur in sparsamster Dosierung. Das mit der Freud" arbeitete der Dirigent die dyn= Musiker und energischen Führer seiner braven Sän- deutliche Aussprache und gute Atzentuierung gang fünstlerische Sauptereignis dieses Konzertes mischen Kontraste im Sinne der Dichtung mit gutes gerschar fennen. Leider hatten Dirigent wie Chor portrefflich. Eine besonders hoch einzuschäzende Lei war die Aufführung des als„ Sinfonie der Arbeit" Wirkung heraus und legte besonderen Wert auf die start unter der schwachen Leistung des Orchesters zu stung eines Vereinsmitgliedes war die Wiedergabe bezeichneten großen Chorwertes„ Die Heta Bhrasierung. Der lebigenannte Chor gewann durc " Seite 4. bas frisch bewegte Tempo, das Jubel und Freud charakterisierte und seine Wirkung auf die Zuhörer übertrug, In die Leitung dieser Chöre teilten sich Bundeschormeister Genosse D. Weichert und Genoise Zelenta, die sie zu dem großen Erfolge führte, der allgemeine Begeisterung auslöjte. R. G. Das Festspiel. Mittwoch, 1. Juli 1931 Zur Abrüftungsaktion der Sozialversicherungsvertrag Defterreichbeiden Internationalen. Die Vorschläge für den Wiener Kongreß. Zschechoslowakei. Nr. 152 Brand in der Kolonialausstellung. Paris, 28. Juni. Auf der internationalen Wien, 29. Juni.( AN.) Amtlich wird mit Kolonialansstellung ist im holländischen Pavil geteilt: Die am 22. Juni 1931 aufgenommenen lon Feuer ausgebrochen, durch das die hollänVerhandlungen über den Abschluß eines Gegen- dische Ausstellung, wie es scheint, fast vollstänDie Feuerwehr konnte Unter dem Vorsitz von Albarda( Sol- feitigkeitsvertrages auf dem Gebiete der Sozial- dig vernichtet wurde. zwischen Desterreich und der Es い Kabinett Malinow gebildet. Sofia, 29. Juni.( BTA.) Malinow Unterzeichnung vorgelegt: der Schlesien: Die Hatenkreuzler und die Christlichen Neue Erfolge der Bauarbeiterschaft in entlarpt und zur Seite geschoben. Der Verband der Arbeiter in der Bau, Stein- und Keramindustrie hat im Mai 1. 3. den Bauunternehmern in Freudenthal, Benisch, Wigstadtl, Troppau, Würbenthal und Odrau Lohnforderungen für die Bauarbeiter überreicht, während die Unternehmer die bisherigen Löhne noch fürzen wollten. Die Unternehmer vollten nicht verhandeln, weshalb die Klage beim Lohnschiedsgericht eingebracht wurde. Die Schlußverhondlung beim Lohnschiedsgericht wurde auf den 30. Juni 1. J. festgelegt. Mittlerweile juchten sich die Unternehmer Verstärkung gegen die Forderungen der Arbeiter und gegen das Lohnhat schiedsgericht. Die Verstärkung fanden sie auch sofort in der tschechischen nationalen Organi sation ,, čil. Obec dělnické" und den deutschnationalen Hafentreuzbern sowie den christlichen Gewertschaften. Alle arbeiterfeindlichen Organi jationen wurden mobilisiert und die Vorsteher der beiden Genossenschaften der Baumeister und Präsidium und Außenministerium: Malinow( Demokrat), Inneres: Muša now( Demokrat), Finanzen: Girginow( Demokrat), Landwirtschaft: Gitschew( Agrarier), Unter land) tagte am 21. Juni in Genf im„ Salle choslowakei haben zu einer vollen Einigung ge- gegen Mittag das Feuer, das, wie man Mit einem im Waldtheater auf der des réunions ouvrières" die Gemeinsame Ab- führt und wurden am 29 ds. vorläufig abge- nimmt, durch Kurzschluß entstanden ist, löschen. Schäferwand bei Bodenbach aufgeführten, eigens rüstungskommission des Internationalen Ge- schlossen. Das Uebergreifen des Feuers auf andere Ausverfaßten Festspiel fanden die zahlreichen werkschaftsbundes und der Sozialistischen ArVeranstaltungen der Bodenbacher Arbeiterfänger- beiter Internationale. waren anwesend: Der Vertrag grenzt die Anwendung der stellungshallen konnte verhindert werden. Nur festtage am Sonntag nachmittag ihren glänzen- Alfing Andersen( Dänemark), Louis de beiderseitigen Sozialversicherungsvorschriften und zwei, geschäftlichen Zwecken dienende kleinere den äußeren und fünstlerisch bedeutenden Ab- Brondière( Belgien), Herbert E. Elvin die Zuständigkeit der beiderseitigen Versiche schluß. Jst schon der Titel dieses Festspieles, Internationaler Gewerkschaftsbund), William tungsträger für übergreifende Betriebe ab. Er Kioske erlitten Schaden. Man schäßt den VerDas Lied im Leben des Arbeiters, Gillies( Großbritannien), Léon Jouhaur sichert die Gewährung weitgehender gegenseitiger luft auf mehr als eine halbe Million Gulden, beziehungsreich zur profetarischen Gedanfemvelt,( Internationaler Gewerkschaftsbund), G. MoRechts- und Verwaltungshilfe und erleichtert jedoch läßt sich der Umfang des Schadens noch so ist erst recht sein Inhalt gang der Geistes- digliani( Italien), Bierre Renaudel die Vertretung der Rechte der Sozialversicherten nicht übersehen. Sollten die meisten der Ausrichtung des Arbeiters angepakt. Und Genosse( Frankreich), Emilie Vandervelde( Belgien) des einen Staates im anderen Staate. Sinstellungsobjekte mit verbrannt sein, dann würde Ernst Thöner aus Tepliz hat diese seine und die beiden Sekretäre Friedrich Adler sichtlich der Leistungen aus Festspielidee auch in eine ganz wundervolle Form( Sozialistische Arbeiter Internationale) und Sozialversicherung stellt der Ver- der Schaden überhaupt groß sein, da es sich um gebracht, diefe Form aber wieder in edeltlin- Walter Schevenels( Internationaler Getrag die beiderseitigen Staats- Ausstellungsgegenstände handelt, die die hollängende, gedankenreiche freie Reime geffeidet. Diese werkschaftsbund). Mit Rücksicht auf die politische birger grundsäßlich einander dische Regierung seit vielen Jahrzehnten angerestspieldichtung ist mehr als eine Gegenheits- Lage in ihren Ländern konnten Breitscheid gleich. Ferner bringt er eine Reihe von Son- sammelt hatte. sache, sie ist ein erfühltes, mit Liebe crdachtes( Deutschland) und Deutsch( Oesterreich) den derbestimmungen für die einzelnen Versiche und gereimtes dichterisches Werk. In Beratungen nicht beiwohnen. Entschuldigt waren rungszweige, die darauf abzielen, die Erbrinvier Sauptteilen schildert der Dichter, ferner: Jacobsen, Leipart, Mertens, gung von Leistungen aus der Sozialversiche mit Worten, Bildern, mit Liedern und Be Tayerle( J. G. B.). rung des einen Staates au Personen, die im wegungschören, die Bedeutung des Liedes imm Der Sigung lag der von einem Unter anderen Staate wohnen, möglichst zu erleichtern. Leben des Arbeiters. Die Form ist der besseren tomitee ausgearbeitete Entwurf eines Aktions- Auf dem Gebiete der Rentenversicherung sieht Berständlichkeit im freien Kaume wegen ähnlich programmes für den Kampf um die Abrüstung der Vertrag eine Zusammenrechnung der in den alten griechischen Theaterstücken gewählt: ein vor. In mehrstündigen Beratungen wurde das beiden Staaten im gleichen Versicherungszweige Sprecher ist der Bermittler des dichterischen In- Programm bereinigt. Es enthält als Haupt- zugebrachten Zeiten mit der Wirkung vor, daß haltes, Chor und Darsteller führen seine Worte punkt die Veranstaltung großer Arbeiterdemon- der Versicherte nach Maßgabe seiner gesamten aus oder treten mit ihm in ein Zwiegespräch ftrationen in allen Ländern vor und im Zeit Beitragszeit an den Versicherungsträger beider ein. Der begleitenden Musik, die vinsichtlich punkt des Zusammentretens der Abrüstungs- Staaten eine kombinierte Rente erhält, wodurch der beiden ersten Hauptteile Prof. Franz, da fonferen; des Völkerbundes; cine Maffenpetition ein weitgehender Ausbau der zwischenstaatlichen Chorleiter der Auffiger Volkssinggemeinde, fom aus allen Ländern, die sich sowohl an die ein- Wanderversicherung erzielt wird. poniert hat, hinsichtlich der beiden Schluß- zelnen Regierungen als auch an die Abrüstungsabschnitte Genosse Otto Weichert aus Tep- fonferen; selbst richten wird, um sie zu ernstlizz, kommt die Aufgabe zu, die dichterischen Ge- haften Abrüstungsmaßnahmen zu veranlassen; danken musikalisch zu illustrieren, stimmungsvor die Veranstaltung von Grenzlandtreffen der sobereitend und stimmungsvermittelnd zu wirten zialistischen Arbeiterschaft; parlamentarischen heute dem Könige folgende Ministerliste sur und für die Hauptsteigerungen durch die Macht Aktionen, um auf die Regierungen den nötigen Der Tone zu sorgen. Dieser Aufgabe entspricht sie rud im Sinne der Abrüstungsforderungen der in hervorragender Weise. Wo sie illustriert, ist beiden Internationalen auszuüben; Prejsetam sie von transparenter Bartheit, in den Haupt- pagnen und die Verbreitung von Flugschriften; gradationen( Huldigung vor der Mutter, Ju- die Veranstaltung einer großen gemeinsamen gendweihe, Schlußapotheose) von überzeugender Konferenz der beiden Internationalen nach der richt: Murawiew( Agrarier), öffentliche der Maurer- und Zimmermeister leiteten jofort Ausdrucktsintensität, in den festlichen Momenten Eröffnung der Abrüstungskonferenz, die über Arbeiten: Jordanow( Agrarier), Handel: Verhandlungen mit den obigen Gewerkschaften von glanzvoller Weihe. Daß sie sich in reichstem die weiteren Waßnahmen auf Grund der Lage Petrow( Liberaler), Justiz: Warbenow ein. Sollte in Troppau ein Lohnabbau von 5 Maße auch des Volksliedes bedient, ist ihre der Konferenz des Völkerbundes zu entscheiden( Liberaler), Eisenbahnen: Sost urtow( Radi- Prozent vereinbart werden, jo waren die Herrbesondere Tugend, ihr Sondervorzug als Begleit haben wird. taler), Krieg: General Risjow. schaften in Benisch ,, nur" für einen Lohnabbau mufif zu einen Arbeiter- und Volksfestspiel die Die Sigung beschäftigte sich ferner mit dem Die Detrete über die Demiffion der Regie von 10 bis 20 Hellern pro Stunde. In den an Surchaus eingängliche Art ihrer Metodie und Entwurf eines Forderungsprogram rung Ljaptichem und die Ernennung der neuen deren Bezirken sollte der Lohnabbau überhaupt Harmonie, die Verständlichkeit und Klarheit ihrer mes an die Abrüstungstonferen 3, Regierung wurden gleichzeitig nie aufdringlichen Instrumentation. Als Vor- das einerseits die Hauptforderungen der Inter- unterzeichnet. vom Könige nach Gutdünken der Unternehmer vorgenommen werden können. Beinahe wäre den Lohnabbauspiel zu dem Festspiel hatte man eine pro nationalen enthält: wesentliche Herabjehung der letarische Ouvertüre von dem Berliner Rüstungen, fortschreitende Abrüstung bis zur Ministerpräsident Malinow erklärte Jour herrschaften der Lohnraub gelungen, wenn der proletarischen Tonjeher Ottomar Gerster ver vollständigen Beseitigung aller Rüstungen, Grnalisten gegenüber, daß die Regierung eine Verband nicht im letzten Moment erfahren wendet, ein formel schönes, im proletarischen faffung aller Rüstungselemente und internatio- ordentliche Verwaltung und durchgreifende Re- hätte, daß die Abbauer aller Stalibers in der Sinne ausdrudsstarfes, festlich gestimmtes jinfo- noie Kontrolle der Abrüstungskonvention da: formen anstreben werde. Gleichzeitig jedoch Handelskammer in Troppau beisammen sind nisches Tonstuck moderner Haltung. Ein paar neben aber auch Einzelfragen behandelt, deren warnte er die Deffentlichkeit vor übertriebenen und den Lohnraub unterzeichnen wollen. Da Worte nur über den Inhalt des Fest Ausnahme in die Konvention die beiden Inter- Hoffnungen. Malinow hob besonders die Be- drangen unsere Vertrauensmänner ein und [ pieles; in dem nach den Worten des Dichters nationalen als notwendige Ergänzung der allge- Ruhe hervor, welche die Regierung unter allen fie hinaus drängen, doch der Kampf endet deutung der Aufrechterhaltung der inneren protestierten gegen diesen Verrat. die Zuhörer ihr eigenes Leben erblicken sollen: meinen Grundsäße ansehen. Dieses Programint schließlich danvit, daß auch mit dem Verband Im ersten Teil ist es das Arbeiterkind, die wird den Vorständen der beiden Internationalen Umständen garantieren will. Arbeitermutter, die im Mittelpunfic der Szene zur Bestätigung vorgelegt werden und beim verhandelt wird. Und nun wird den Arbeiterstehen; das Kind ist die nene Belt", berufen, Internationalen Sozialisten- Kongreß in Wien feinden sofort das Handwerk gelegt. Der Lohndas Wert der jetzt Schaffenden zu frönen. Der im Juli dieses Jahres Gegenstand der VerGin Berliner Polizist erschossen. abbau ist abgewehrt, der neue Vertrag gilt bis zweite Teil ist der proletarischen Kindheit gehandlungen sein. 31. Dezember 1931 und bringt noch eine Lohn= Bei Zusammenstößen mit Kommunisten. widmet, der dritte der Jugend, der stärksten erhöhung von 5 Prozent mit sich. Dieje Hoffnung des Proletariates, wenn sie in seinem Berlin, 30. Juni. Bei einem Zusammenstoß Troppau, Oren und Wigstadtl. Für die anVerhandlungen betrafen zunächst die Bezirke Sinne und Kampfgeiste heranreift. Im vierten mit Stommunisten wurde heute abends ein Po- deren drei Bezirke fanden die Verhandlungen in und letzten Hauptteile schließlich geht es ums lizeioberwachtmeister erschossen. Gegen 19 UhrFreudenthal statt und endeten gleichfalls mit gange: er ist vom Rhythmus der Arbeit erfüllt, hatten in der Frankfurter Allee sich ativa 800 Sem Abschluß eines Lohnvertrages mit einer Klassentampf, erster Mai, Weltenmai hat er zunt Inhalt; mit dem proletarischen Schwur der Welt, Kommunisten angesammelt, die nach dem Stadt- Lohnerhöhung von 5 bis 10 Prozent Purch imeren marschieren wollten. Als das Ueberfallschnitt. der Internationalen", schließt er und damit das Commando cintraf, wurde es von den Kommuni- Maurern und Zimmerern pro Stunde K 3.So z. B. wurde vorher gezahlt den ften mit Steinem beworfen. Auch fielen aus ihren bis 3.50, während jetzt K 3.50 bis 3.80 gezahlt Reihen etwa 30 bis 40 Schüsse, die nun von den werden muß. So endete der Raubzug der Bolizeibeamten erwidert wurden. Eine Sengel Unternehmer famt ihren hakenkreuzlerischen und tras den Führer des Ueberfallkommandos, den chriftlichen Schutzgarden. Sie alle sind diesmal 30 Jahre alten Polizeio berwachtmeister Subfeld, glänzend entlarvt worden und wurden zur Seite der sofort zusammenbrach. Ohne die Besinnung geschoben. Taß auch die Unternehmer die 3 erlangen. ist Stubfeld nach kurzer Zeit auf der Störung im stillen Kämmerlein nicht sehr bald Rettungsstelle gestorben. Die Ansammlung war vergessen werden, ist eben so sicher. inzipischen zerstrout worden, wobei 17 Personen festgenommen wurden. Horthy- Wahlen. Trotzdem sozialdemokratische Erfolge auf dem Lande. Budapest, 29. Juni.( MTJ) An dem heutigen zweiten Wahltage fanden in Festspiel. 25 Bezirken die Wahlen statt, so daß bisher insDie Aufführung des Festspieles verdient gefantt 199 Mandate zur Bergebung gelangten. uneingeschränktes, höchstes Lob; alle unterschied. Mit Berücksichtigung der heutigen Wahlergebnisse los gaben ihr Bestes, alle waren mit glühender ist das bisherige Ergebnis folgendes: EinheitsBegeisterung bei der Sache, alle hatten teil an partei 137, christliche Wirtschaftspartei 20, Agradieser erhebenden, proletarischen Festfeier. Entrier 5, Parteiloje 19 Manadte. In 18 Bezirfen zückend der Reigen der ganz kleinen, fommt cs ju Stichwahlen. ausgezeichnet das Zusammenwirten der Ju= Morgen wird die Entscheidung über 46 Man gend und Erwachsenen, prachtig dynamisch date in Budapest und den größeren Provinzstädten gesteigert die Sprechhöre, stimmungsvoll mit Liſtenwahl fallen. und zuverlässig fest die Sing chöre, schr tüchtig das Orchester der Bodenbacher S a pelle Wenn man auch die annullierten Zählungen Krawalle an deutschen Universitäten berüdsichtigt, so beträgt die Zahl der in der öffentlichen Wahl abgegebenen sozialdemokratischen Stimmen rund 85.000. Ueber diesen großen mo- Berlin, 30. Juni. Die Berliner Universität ralischen Erfolg der Sozialdemokraten auf dent wurde Montag mittags um 12 Uhr wegen UnDorfe berichtet der rechtsradikale Diagyar ruhen von Hakenkreuzfern und Kommunisten auf Orizag": Anordnung des Rektors für den Rest des Tages geschlossen und von einem Polizeifommando geräumt. Man will Geschäfte der Tabakregie. Zum miederholten Male berichtet das Právo Lidu" über die geheimnisvolle Art und Weise, wie die Leitung der slum. Hervorragende Arbeit baiten vor allem großen Lieferungen vorgeht. Es sollen jetzt über Tabakregie bei der Vergebung von wichtigent und die Genossen Hit bsch und Preidel geleistet, die die mühevolle Aufgabe der Regie und 21 Millionen zum Ankauf von Tabat aufgewenchoreographischen Leitung der Grup det werden. Für diese Lieferung wurden fast alle penvorführungen und Tänze übernommen hatien, Konkurrenten ausgeschlossen und die kolossale gan; ungeheuer war die künstlerische ArbeitsMenge von 120 Waggons Tabak soll dem be leistung des Dichters des Festspieles Gen. Ernst " Der Sozialismus hat in den Dörfern tiefe fannten Spiererkonsortium, vertreten durch einen Thöner, der selbst die szenische Gesamt Wurzeln geschlagen. In Dörfern, in denen einflußreichen Herrn Emil Kučera vergeben leitung in Händen hatte, als Sprecher gang man vor einigen Jahren noch gar nicht daran Auch heute ist es wieder zu Strawallen ge- 1.30 und 1.29 holl. Gulden höher sind, als die werden, obwohl die verlangten Preise von 1.32, großen fünstlerischen Formates bewährte sich der deulen fonnte, wurde die rote Fahne gehißt. tommen. In Berlin wurden einige sozialisti- Anbote der Konkurrenzfirmen. Interessant ist es Schauspieler des Teplitzer Theaters Genosse Die Sozialdemokratie ist der wirkliche Sieger fche Studenten beim Verteilen von Flugblättern auch, daß genanntes Sonsortium sich die außer Ronninger, ganz ausgezeichnet war die von Nationalsozialisten tätlich angegriffen. Die gewöhnlich große Menge türkischen Tabate beStabführung des Genossen Weichert am Wie auch in den Bezirfen mit geheimer Bolizei mußte wiederholt eingreifen; etwa 25 reits vor mehreren Wochen auf dem türkischen Bulte; nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die Wahl der Wahlschwindel blüht, geht daraus her- Studenten wurden verhaftet. Auch die Min- Markt gesichert hat. Man kann diesen Instinkt Verdienste der Genossen Preidel und Mi arvor, daß jogar in Budapest ein großer Teil der chener Universität wurde heute wegen eines des Herrn Kučera und der Seinen nur beiuntinet als Leiter der Sprechchöre, des Genossen Legitimationen den Wählern gar nicht zugestellt Satenkreuzlerradaus geschlossen. Bezirkschormeisters& lum aus Bodenbach als wurde. Auf der ganzen Linie ist auch Borsorge dern und wird kaum daran zweifeln, daß die Leiter der Gesangschöre und schließlich der angetroffen worden, um jogar die Stimmzettel in In Hamburg verübten die Hakenkreuz bisher unwidersprochene Meldung der tschechigerin des Wiegenliedes im ersten Teile des den Urnen zu fälschen. So wird z. B. in Buda- Studenten vor der Universität großen Lärm, weil schen Blätter mit dem bekannten und so beliebten Festspieles, deren Name mir leider verborgen pest- Süd die Zählung der Stintmen erst Donners- das Rettorat mit Rücksicht auf die außenpolitische Amtsgeheimnis in Dunkel gehüllt werden soll. blieb. Lage eine geplante Rundgebung gegen den Frie- Wenn die Nachrichten wahr sind und es wird Der Erfolg des Werfes war außer tag abends beendet werden. densvertrag auf dem Boden der Universität ver- daran wohl faum zu zweifeln sein dann wird ordentlich; die vielen Tausende von Zuhöreru, durch Polizei auseinandergetrieben werden. boten hatte. Die Studenten mußten schließlich man über die Bürokratie, die noch unter dem des Wahlfampjes." die die Arena des Waldtheaters und alle um- Staatsbeamtentändigungen in Bolen. Zwischenfall im fernen Often. Eindruck der Stříbrnyannehmlichkeiten in ihrer liegenden Berghänge befeht hatten, waren ergrifArt weiter fortfährt, seine eigene Meinung Warschau, 30. Juni. Am heutigen Tage erfen und begeistert. Als am Schlusse des Festhaben, die auszudrücken ein mangelhaftes Preßspieles die Internationale" entlang, alle fi hielten zahlreiche Staatsbeamte in verschiedenen gefes unmöglich macht. Jedenfalls wird es Aufbegeistert erhoben und entblößten Hauptes mit Winisterien und Staatsämtern ihre Kündigung. gabe des Handelsministeriums sein, zu fangen, als Gloden lau: ten, Böllerschiffe frach Diese Maßnahme steht im Zusammenhang mit Tolio, 29. Juni.( Reuter.) Ein Patrouillen- ben öffentlich bekanntgewordenen Angriffen Stelten und ein Wald wonder rotier Fahnen auf den in der letzten Zeit beschlossenen Espa- boot der Sowjetunion feuerte vor der Küste von lung zu nehmen. dem Festplaße aus dem Boden words, war des rungsmaßnahmen der Regierung. Insge Jubeis tein Ende, ve wandelte sich der gauze samt erhielten am heutigen Tage etwa 10 Bro- amtschatta auf ein japanisches Fischerfahrzeug, Festplatz zu erhebenden, überwältigenden Schlußzent aller Staatsbeamten in Warschau die Kün das einen Treffer erhielt, aber fliehen fonnte. Von der Mannschaft wurde niemand verletzt. E. J. bigung. zenc. Der Präsident der Republik hat sich am Montag zu dem üblichen Sommeraufenthalt nach Großjeelowig begeben oak Nr. 152 Mittwoch, 1. Juli 1931 Berhandlungsbeginn mit Ungarn. Die Pariser Berhandlungen stoden. Genf, 29. Juni. Die unter Führung des bevollmächtigten Ministers Dr. Friedmann ſtehende tschechoslowakische Delegation zur Wie- Frankreich verlangt Verzicht auf das Young- Moratorium für fünf Jahre. deraufnahme der Handelsvertragsverhandlungen mit der in Genf weilenden ungarischen Delega tion ist heute hier eingetroffen. Noch am gleichen Tage fand die erste Blenarjigung der beiden Delegationen statt, in der das Vorgehen und die grundsäglichen Richtlinien festgelegt wurden. Die staatliche Ernährungsaktion berlängert. In der am 26. Juni d. J. stattgefundenen Ministerratssigung wurde der Beschluß gefaßt, die staatliche Ernährungsaktion für Arbeitsloje und Kurzarbeiter und die Milchaktion für die Kinder der Arbeitslosen fortzusehen. Zu diesem Zwecke wurden für die Ernährungsaktion 10 Millionen Stronen und für die Milchaktion eine Million Kronen bewilligt. Das Ministerium für soziale Fürsorge wird sofort an die Verteilung der bewilligten Mittel auf die einzelnen Bezirke schreiten und die erforderlichen Verfügungen treffen. * Krisenfürsorge. Die Gültigkeit der Kundmachung des Ministers für soziale Fürsorge bezüglich der außerordentlichen Arbeitslosenunterstützungen gemäß Artikel III, des Gesetzes Nr. 74/1930 S. t. 6. u. B. verlängert. Mit Kundmachung vom 29. Dezember 1930, G. 3. 23.200/ III- E/ 1930 hat der Minister für soziale Fürsoge in Einvernehmen mit dem Finanzminister, dem Handelsminister und dem Landwirtschaftsminister mit Gültigkeit vom 1. Jänner 1931 erklärt, daß die Bedingungen für die Anwendung der Bestimmungen des Artifels III. des Gesetzes 74/1930 S. D. G. u. V. Paris, 29. Juni. Ueber die heute abends stattgefundene französisch- amerikanische Beratung wird amtlich mitgeteilt: Die amerikanischen und die französischen Unterhändler sind heute abends um 21 Uhr 30 Minuten im Ministerratspräsidium zusammengetreten, um die Aussprache fortzusehen. Schaßsetretär Mellon und Botschafter Edge werden in Washington über den Stand der Verhandlungen berichten. Eine neue Zusammenfünft ist für Mittwoch früh festgesetzt. Paris, 30. Juni. Nach den offenbar von amtlicher Seite inspirierten Meldungen der Morgenpresse handelt es sich bei den Verhandlungen mit Amerika um drei Punkte, über die bisher eine Einigung noch nicht erzielt werden fonnte: 1. Frankreich wünscht, daß die Summen, deren Zahlung ausgesetzt wird, von Deutschland, und zwar was sowohl das Kapital, wie die Zinsen anlangt, den Gläubigern innerhalb von fünf Jahren vom Augenblick der Wiederaufnahme der Youngzahlungen zurüdgezahlt werden, während die Bereinigten Staaten eine auf 25 Jahre gestaffelte Ridzahlung vorschlagen und sich mit cinem geringen Zinsfag begnügen wollen. 2. Frankreich besteht ganz besonders darauf, daß Deutschland sich verpflichtet, nach dem einjährigen Hoovermoratorium, und zwar während der fünf Jahre, in denen die ausgesezten Beträge zurüdgezahlt werden sollen, nicht das im Youngplan vorgesehene Moratorium für sich zu beanspruchen, und daß im Falle eines Youngplanmoratoriums Frankreich nicht der BIZ. den Garantiefonds von 500 Millionen Mart wie es der Youngplan vorsieht einzuzahlen braucht. 3. Frankreich besteht darauf, daß die von Deutschland an die B33. 1931/32 zu leiftenden Markzahlungen nicht nur zugunsten Deutschlands, sondern auch der Länder Mittel- und Osteuropas Verwendung finden, die durch die Auslegung des deutschen Transfers in Schwierigkeiten geraten fönnten. " T Achtung dor den Verträgen." Ein Beschluß des Senats. Seite 5. Tagesneuigkeiten Führerloses Auto fährt in Spaziergänger. Ein Toter, ein Verletter. Dienstag nachmittag furz nach 4 Uhr fuhr das beim Delikatessengeschäft Gaber in Trautenau stehende und dem Grünzeughändler Schwarz aus Johannisbad gehörende Auto, bei dem sich offenbar die Bremse gelöst hatte, ohne Führer die Ringstraße bergab und in starkem Tempo beim Haase- Palais vorbei in zwei ahnungslose Spaziergänger hinein. Unglücklicherweise erfolgte der Anprall gerade beim Laubenpfeiler, so daß beide Männer an die Mauer gepreßt wurden. Trotzdem Passanten herbeieilten und das Auto zurüdschoben, war das Unglück dennoch schon vollendet. Einer der Unglücklichen, Wiesner, war furz nach dem Unfall tot. Der zweite, ein gewisser Paris, 30. Juni. Der Senat hat am Schlusse Feist, Angestellter der Firma Faltis, erlitt beder Debatte über die französische Antwort zu dem deutende Verletzungen am Kopfe und QuetschinHooverschen Vorschlag nach den Erklärungen des gen am Körper. Er konnte aber nach erster Fiavanzministers Flandin und des Ministerprä- ärztlicher Hilfe, die durch Dr. Dreßler geleistet sidenten Laval mit 197 gegen 5 Stimmen eine wurde, in Heimpflege entlassen werden. Der BeEntschließung angenommen. die lautet: sitzer des Autos wurde zur Einvernahme festge Der Senat ist der Ansicht, daß die Ach nommen, schien aber durch den Unfall vollständig Ach- gebrochen zu sein. tung der Verträge und Abmachungen die einzig feste Grundlage der internationalen Beziehungen bildet; der Senat erinnert an die Opfer Autounglüd bei Ostrau. und Zugeständnisse aller Art, die Frankreich Mähr.- Ostrau, 29. Juni. Auf der Bezirksjeit 13 Jahren zugunsten der Aufrechterhal- straße in Proskowin ereignete sich gestern nachtung des Weltfriedens und zugunsten der Wie- mittags durch den Zusammenstoß zweier in entderherstellung der Eintracht und der europäi- gegengesetzter Richtung fahrender Personenautoschen Wirtschaft gebracht hat. Der Senat bill- mobile ein schweres Unglüd. Die Insassen der ligt die Erklärungen der Regierung und geht beiden Wagen wurden bei dem Zusammenstoß in zur Tagesordnung über." * Sooner läßt Deutschland nicht im Stich. Washington, 30. Juni. Jm Weißen Hause fite folgende Produktionsziveige eingetreten sind: wurde die übliche Pressekonferenz für heute abgeTextil- und Glasindustrie, Metall- und Leder- sagt. In Regierungstreisen beschränkt man sich industrie, Bergbau, Holzindustrie und Tuckerei- auf die Feststellung, daß die Lage zur Zeit ernst gewerbe. Die ursprünglich nur bis 31. März 1931 festgesette Gültigkeit dieser Kundmachung wurde eben neuerlich um einen Monat, d. i. bis 31. Juli 1931 verlängert. Abgeordneter Major vor Gericht. Preßburg, 30. Juni. Heute wurde vor den hiesigen Streisgericht der Prozeß gegen den kommunistischen Abgeordneten Stefan Major eröffnet. Major ist beschuldigt, die blutigen Zusammenstöße am 25. Mai d. J. in Kossuth hervorgerufen zu haben. Die Anflage führt 29 Personen als Zeugen an, u. zw. sowohl Angehörige der Gendarmerie als auch Zivilpersonen. Das Auditorium, zu welchem nur gegen Eintrittskarten Zutritt ist, ist dicht gefüllt. Die Eröffnung der Prozeßverhandlungen ging unter vollkommener Ruhe bei minimalen Sicherheitsvorkehrungen vor sich. Der Prozeß dürfte etwa bis Samstag dauern. und unbestimmt sei. Bei allem ehrlichen und ernsten Bemühen zu einer Verständigung mit Baris zu gelangen, jehe man hier laum eine Möglich feit weiteren Nachgebens, ohne den klaren Zweck des Plans über Bord zu werfen. * großem Bogen auf die Straße oder aufs Feld ge= schleudert. Der Kaufmann Divin, der mit seiner Frau und dem Dienstmädchen in dem einen Auto fuhr, wurde am Kopfe verletzt, seine Frau erfitt einen Bruch der rechten Hand, während das Dienstmädchen unversehrt davontam. Der Chaufund parlamentarischen Mitarbeitern berate, feur des Autos wurde mit schweren Verlegungen wie man Deutschland nötigenfalls ohne ins Krankenhaus eingeliefert. Von den Insassen Frankreichs Mitwirtung helfen des anderen Autos wurden der Chauffeur und fönne. i drei Frauen leicht, zwei weitere Versonen schwer fenhaus gebracht. Der Zusammenstoß ist auf unverletzt. Die Schwerverleßten wurden ins Keranvorsichtiges und schnelles Fahren zurückzuführen. :: wonach man hier eine direkte Verständigung Als haltlos werden die Weldungen bezeichnet, schen Paris und Berlin wünsche. Man steht hier auf dem Standpunkt, daß Hoover die Rettungsaktion mit dem ganzen Gewicht seiner Stellung eingeleitet habe und sie auch ausführen werde. In Ein Reichsbanner"-Transport verunglückt. Erinnerung daran, daß Sellogg bei der Unterzeichnung des Kellogg- Baftes in August 1928 der Rückfahrt von einem Gautreffen des ReichsLeisnig Freistaat Sachsen), 28. Juni. Bei Frankreich und Irland, aber nicht London be banners Schwarz- rot- gold" in Döbeln fuhr am fuchte, wird in parlamentarischen Kreisen die Sonntag abend auf der Staatsstraße zwischen Möglichkeit erwogen, daß im Falle eines Fehl- Döbeln und Leisnig ein mit 17 bis 18 Reichs schlagens der Pariser Verhandlungen Hoover bannerleuten besetzter Lastkraftwagen vermutlich Stimson anweisen lönnte, nicht nach infolge Versagens der Steuerung gegen einen Paris zu gehe " Baum. Sämtliche Jusassen des Wagens bis auf einen wurden verlegt, davon sieben schwer. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Mon lehnt selbstverständlich eine a me ritanische Garantie für die Hei ligleit des goung Plans ab und man erklärt es für widersinnig von Deutschland, dessen verzweifelte Lage überall zuge geben werde, zu erwarten, daß es den in Söhe des unaufschiebbaren Teils ihm zu gewährenden redits in furzer Frist zurüde zahle. Hoover besprach die Lage heute in einer fängeren Kabinettssigung, an der Castle Washington, 29. Juni.( Wolff.) Nach und Mills teilnahmen, nachdem er vorher einer längeren Konferenz mit Hoover gab Untererneut mit Mellon telephoniert staatssekretär Castle heute die positive Erklärung hatte. Ju parlamentarischen Streifen unt- ab, daß Amerila feinen Vorschlag annehmen Sitwelle in U.S.A. gehende Gerüchte, für die eine Bestätigung werde, der nicht dem Sinn und dem Zweck des Fordert Hunderte Todesopfer. jedoch nicht zu erlangen ist, besagen, daß Hoover- Planes vollkommen entspreche. Wie hier Hoover nicht nachgeben, aber auch Deutsch verlautet, hat Mellon dieses Verlangen heute direkte oder indirekte Wirkung der ungewöhnNew York, 30. Juni.( Reuter.) Durch die land nicht im Stich lassen werde, früh dem französischen Ministerpräsidenten unter- lichen Hiße sind in den letzten Tagen in den Versondern schon jetzt mit seinen amtlichen breitet. Italien verwirklicht Hoovers Anregung. Washington, 30. Juni. Die italienische Regierung lich durch ihren hiesigen Botschafter dem Staatsdepartement mitteilen, daß Italien vom 1. Juli ab auf die ihm von den Schuldnerländern zustehenden Zahlungen vorläufig verzichten werde. * Brüning und Curtius vach Rom eingeladen. einigten Staaten 500 Personen, davon 230 amt * gestrigen Tage, ums Leben gekommen. Allein in den französischen Ministern stattfinden würde. Chicago sind gestern 50 Personen umgekommen. Die italienischen diplomatischen Kreise sprechen Im ganzen hat die Hiße in dieser Stadt 126 die Hoffnung aus, daß diese Zusammenkunft tat- Menschenleben gefordert. Im Staate Jowa geht jächlich einen wohltuenden Einfluß auf das fran- das Vich haufeniveise zugrunde. Im südlichen ösisch- deutsche Verhältnis und dadurch indirekt Dakota wiederum kämpfen die Farmen gegen auch auf die europäische Gesamtsituation haben Millionen von Heuschrecken. In der Stadt Louisville im Staate Kentucky entfesselte sich heute früh ein Uragan, durch den Fensterscheiben zertrümmert, Bäume entwurzelt und Dächer abgetragen wurden. Eine Reihe von Personen erlitt Berlegungen. Dem Uragan folgte ein Wolken bruch. fönne. k Die finanzpolitische Situation Deutschlands Salzburg, 29. Juni.( AN.) Wie aus Kaprun Nach Verlesung der Anklageschrift erklärt Abgeordneter Major, durch die Rede des Ministers Dr. Slabit fei die Oeffentlichkeit gegen ihn aufgehezt worden. Auf die Frage, ob er sich schuldig fühle, antwortete Abg. Major verneinend. Er erklärte, daß er vor der Revolte nicht in Stossuth gewesen sei, doch habe er davon gewußt, daß die Versammlung verboten wurde. Major sagte weiter aus, wenn sich mehr Teilnehmer eingefunden hätten, so hätte er die Sigung entschieden abgehal ten. Er sei von dem Gendarmen so geschlagen wvocden, daß er in Ohnmacht gefallen sei, aus der er crst nach Abgabe der Salve erwacht sei. Die Demonstrationen für den 25. Mai habe er nicht vorbereitet. Nach dem Verhör des Abgeordneten Major kant es zu einer scharfen Kontroverse zwischen der Verneuerdings verschlechtert. teidigung und dem Staatsanwalt, welcher erklärte, Berlin, 30. Juni.( Eigenbericht.) Die Undie kommunistische Presse sowie die Liga jur Wien schen Anregung einer freundschaftlichen Aus- Borschlages hat die wirtschaftliche und finanzMen- Berlin, 29. Juni. Auf Grund der deut sicherheit über die Aussichten des amerikanischen Schwere Heimsuchung des Kaprunertals schenrechte hätten den Vorfall in Kossuth zur Sprache entsprechend der in Chequers stattgehabten politische Situation Deutschlands aufs neue ver- gemeldet wird, ging um 7 Uhr abends im TauernSchmähung der Republik ausgenutzt. Zusammenkunft hat der italienische MinisterpräDann erfolgte das Verhör des Kronzeugen, fident den deutschen Reichskanzler und den deutschlechtert. Der Abzug an Devisen setzte sich fort. gebiet ein großes Gewitter nieder, wodurch der Oberleutnants Janošit. Der Zeuge fagi fonform fchen Reichsaußenminister durch Vermittlung des Die zwar noch nicht offiziell verkündet worden halb von Kaprun aus seinem Bette trat und sich Dazu kommen Kreditkürzungen der Reichsbank, Embach in einer Höhe von zirka 500 Metern obermit der Anklage aus und fügt hinzu, er habe den italienischen Botschafters in Berlin zu einem Abgeordneten Major aufgefordert, sich zu legitimie Besuch in Rom in naher Zukunft einladen sind, aber doch schon tatsächlich durch mit aller Gewalt Baumstämme, Felsstücke usw. ren, was aber Abg. Major nicht getan habe. So lassen. geführt werden. Die optimistische Stimmung mit sich führend auf Saprun ergoß. Er zerstörte dann habe er ihn noch auf das Verbot aufmerksam Der Reichskanzler und der Reichsaußen- an den deutschen Börsen, die einige Tage lang zunächst das mitten im Dorfe befindliche Kaufgemacht, worauf ihm der Abgeordnete Majer er- minister haben die Einladung des italienischen geherrscht hat, hat bereits wieder nachgelassen, haus Demel. Im Orte teilte sich der Wildbach widert habe, daß er von einem Verbot der Be Ministerpräsidenten mit Dani angenommen. Der besonders auf die Nachricht hin, daß die Reichs- und vermurte und verschlemmite die Parterresammlung wisse und sie daher abhalten werde. Siebei Zeitpunkt des Besuches bleibt späterer Verein- bank einen Teil des ihr zur Verfügung gestellten lokale fast aller Objekte. Der Ort Kaprun wird iwurde der Zeuge von Demonstranten amcingt, ad barung vorbehalten. internationalen Kredits von 100 Millionen Dollar durch den Kaprunbach in zwei Teile geteilt. Die einer von ihnen versuchte, ihm den Säbel zuttin Anspruch nehmen mußte. darüber führende Brücke wurde weggerissen, so reißen. Erst als die Situation aufs höchste gefährlich Rom, 30. Juni.( Stefani.) Die italienischen Die Situation hat sich auch dadurch ver- daß zwischen beiden Ortsteilen jede Verbindung wurde, habe er den Befehl zum schießen gegeben. diplomatischen Streise haben den Gedanken der schlechtert, daß jetzt Näheres über die ungeheueren fehlt. Zudem ist der Ort ohne Licht. MenschenGegen die Demonstranten seiner Meinung nach Reise Brünings und Curtius nach Rom gün- Verluste bekannt wird, die einige Großbanken bei leben sind nicht zu beklagen. Es wird zwar ein etwa 200, davon 15 Frauen hätten nur 14 Gen- itig aufgenommen, doch wird gleichzeitig die An- dem in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Kar- Seind vermißt, doch besteht die Möglichkeit, daß es darmen geschossen. Hierauf wurde der Zeuge unter sicht ausgesprochen, daß es wünschenswert wäre, st adtkonzern, dem größten deutschen Waren- sich bei einer anderen Familie aufhält. Eine genommen, wogegen die Verteidigung wenn dieser Besuch nicht vor der Zusammenkunfi hausunternehmen erleiden. Dieser Verlust wird Stompagnie Pioniere aus Salzburg ist mittels Richtigkeitsbeschwerde anmeldete. Hierauf wurde um der beiden deutschen Staatsmänner mit den bei auf mehr als 100 Millionen Mark geschätzt. Laftautomobil nach Kaprun abgegangen. 1 Uhr das Verhör des Zeugen beendet. Im Dorf Fusch soll sich heute eine ähnliche Katastrophe ereignet haben, doch wurden dort weniger Zerstörungen angerichtet. Die Nachmittagsverhandlung begann um halb 16 Uhr mit dem Verhör des Stabskapitans Leopold Souček, der angibt, er habe sojort nach der Salve der Gendarmen die Waffen visitiert und festgestellt, daß gegen die Demonstranten 14 Schüsse abgegeben wurden. In sechs Fällen sei vom GummiGozialdemokratischer Bürgermeister in Klagenfurt. fraten forderten als stärkste Partei den Bürger meister für sich; dem wollten jedoch die Christlichsozialen nicht zustimmen. Auch die Haken- Kaprun, 30. Juni. Durch die gemeldete trengler konnten für ihren Kandidaten, für den Wolkenbruchkatastrophe ist der ganze Ort KaKlagenfurt, 30. Juni.( Eigenbericht.) Bei der auch die Großdeutschen stimmen wollten, teine prun und die Umgebung überschwemmt fnürrel, und in einem Falle vom Gewehrkolben heute vorgenomenen Bürgermeisterwahl wurde Mehrheit aufbringen. Die Wahl endete deshalb worden, Der Boden ist mit einer dicken Gebrauch gemacht worden. Ferner wurde der Gen- der sozialdemokratische Gemeinderat Ingenieur schon mehreremale ergebnislos. Heute gaben nun Schlamm- und Geröllmasse bedeckt. Zwanzig darmeriestobsrotimeister J. Cernicet, die Gen- Pichler im dritten Wahlgang mit 21 gegen die Sozialdemokraten die Erklärung ab, daß sie Häuser befinden sich in Einsturzgefahr. darmeriewachtmeister J. Dolensky, A. Joachimstal 13 Stimmen, die für den hakenkreuzlerischen ihre Mandate niederlegen würden, Die aus Salzburg eingetroffenen Sappeure und Johann Morava verhört, die in Ueberein- Gegenkandidaten abgegeben worden waren, zum wenn diesmal wieder keine Wahl zustande tom stimmung mit der Anklage aussagten. Die Ver- Bürgermeister gewählt. handlung wird morgen, um 9 1hr forgejent werden. Der Gemeinderat in Klagenfurt- war bereits im Feber nen gewählt worden. Die Sozialdemomen sollte. Daraufhin stimmten die Christlichsozialen für den sozialdemokratischen Kandidaten und ermöglichten so dessen Wahl. arbeiten seit den frühen Morgenstunden an der Wegräumung der einen Meter hohen Schlammund Geröllmassen. In dem See, der sich infolge Austretens der Gewässer gebildet hat, schwimmen 6 chtungsgegenstände, die aus den tiefer ge enen Wohnräumen von den Fluten weggehivemmit wurden. Zahlreiche Hütten und Brücken wurden vernichtet. Der Sachschade ist sehr groß. Nordlandflug des Zeppelin. Friedrichshafen, 30. Juni. Der Aufstieg des Graf Zeppelin" zu seiner Nordlandfahrt erfolgte heute früh bei prächtigem Sonnenschein. Das Luftschiff nahm sofort nördlichen Sturs. Unter den zwölf Passagieren befinden sich Dr. Soltau von der deutschen Seewarte Hamburg, Kapitän Schmidt von der United States Navy, ferner die holländischen Schiffstapitäne Ter Marsch und Sorgdrager sowie Dr. Edeners Tochter Lotte Eckener und die Gattin des Ka pitäns von Schiller. Das Luftschiff wird nach einer Aeußerung Kapitäns Lehmanns am Mitt woch mittags Island bzw. Reykjavik überfliegen wo ein Bostaustausch ohne Zwischenlandung er folgen wird. Bei dem Rüdflug wird Graf Zeppelin" seinen Weg vermutlich über Nor wegen und die Nordseeküste nehmen, um in Friedrichshafen im Laufe des Freitags wieder einzutreffen. " 1 Mittwoch, 1. Juli 1931 Weiße Sklaven im Kaffeeland. Eine Domäne des Kapitalismus. Von Colin Roß. In der letzten Zeit sind wiederholt im gegen solche Mißbräuche eingeschritten wird, so bald Kaffeeland Brasilien Tausende von Tonnen sie zu ihrer Kenntnis gelangen. Kaffee verbrannt worden, um die Weltmarktpreise fünstlich auf der Höhe zu halten. In Europa kann der größte Teil der Bevölkerung überhaupt keinen Kaffee kaufen. Sao Paulo. Von dem feuchtheißen, ehemals so fieberschwangerem Santos führt in steiler Kurve die Bahn durch tropischen Urwald hinauf auf das kühle und gesunde Paulistaner Hochland, und hier, fast unter dem Wendekreis, liegt in 800 Meter Höhe Sao Paulo, die Hauptstadt des gleichnamigen Staates, die nur hinter der Bundesmetropole Rio de Janeiro an Größe und Einwohnerzahl zurücsteht, sie aber über trifft an Rührigkeit und Energie ihrer Bewohner und an wirtschaftlicher Bedeutung. Die große, europäisch anmutende Stadt mit ihren breiten Boulevards, großen öffentlichen Baläften, großen Theatern, ist ebenso wie der Hafen Santos und wie der ganze Staat Sao Paulo, der mit Minas Geraes zusammen den brasilianischen Bund regiert, eine Schöpfung des Kaffees. Berlins Nazi- Kommilitonen spielen Wiener Universität". Die nationalsozialistischen Der Kaffee baute diese Straßen, dieses dichte Studenten Berlins haben am Montag die vor Bahnnez, diese reichen Paläste und prächtigen öffent zeitige Schließung der Universität durchgesetzt, lichen Gebäude. Er zahlt die Seidenkleider und indem sie ihre Wiener Rüpeltommilitonen aufs Florstrümpfe der Frauen und die Autos und man getreueste fopierten. Die Einführung Wiener cherlei Passionen der Männer. Vom Kaffee lebt Üniversitäts ,, jitten"( d. h. fast alltäglich akade- nicht nur der Staat Sao Paulo, von ihm lebt in mische" Schlachten in den Hörsälen und leber- der Hauptsache der gesamte brasilianische Bund. Er fälle auf sozialistische und jüdische Studenten) ist Haupterportartikel, wirtschaftliches Rückgrat des ist, wie er stolz bekannt hat, das Ideal des ganzen Landes. Auch in der gegenwärtigen Strije Führers des Nationalsozialistischen Studenten- richten sich aller Augen hoffend auf diesen Artikel, bundes. Die Nazistudenten hielten am Montag in dem die große südamerikanische Republik ein vormittag eine Broteftfundgebung gegen angeb- gewiffes Weltmonopol hat. Wie wird die Grate liche kommunistische Uebergriffe ab, zu der sie in werden? Wie werden sich die Preise gestalten? Hitlerscher Phantasieuniform, weißent Hemd und Abgesehen von den Verhältnissen auf dem Weltroter Krawatte, erschienen waren. Schon vor markt ist für Sao Paulos Kaffeebau zweierlei nötig: Beginn der Versammlung wurden jozialistische die Erschließung neuen Plantagenbodens und die Studenten überfallen und mißhandelt, teilweise ständige Zufuhr von Arbeitskräften. auch zu Boden geschlagen. Nach der Rede eines Fährt man von Sao Paulo aus westwärts und Führers der Nationalsozialistischen Studenten- nordwestwärts, so kommt man über Land, das ehejektion fam es zu einer großen Schlägerei zivi- mals Kaffeeboden war, das aber jahrzehntelanger schen Hakenkreuzlern und sozialdemokratischen Anbau der braunen Bohnen so ausgesaugt hat, daß Studenten, wobei die Nazis die Angreifer man zu anderen Kulturen überzugehen gezwungen waren. In vier- bis fünffacher Uebermacht fie- war. So müssen sich die parademäßig aufmarschier len sie über ihre Gegner her und schlugen meh- ten Reiben der Kaffeebäume immer weiter nach rere von ihnen blutig. Schließlich wußte sich der Westen schieben, wo ein Stück jungfräulichen UrRektor, Professor Dr. Deißmann, der vorher walds nach dem andern zu fallen hat, damit die vergeblich versucht hatte, die tobenden Nazis zur Staffeeproduktion auf der Höhe erhalten werden Vernunft zu bringen, nicht mehr zu helfen und kann. rief die Polizei herbei. Die Nationalsozialisten Noch ist der unerschlossene brasilianische Urwald weigerten sich jedoch zuerst, die Universität zu groß, schier unermeßlich. Darum droht hier noch räumen und stimmten Sprechchöre. an, aus keine Gefahr. Anders aber steht es mit den Arbeitsdenen man immer wieder die Rufe Juda ver- träften. Der eingeborene Brasilianer arbeitet in recke" und„ Juden heraus" hören konnte. den Kaffeefazendas nicht oder nur sehr ungern Schließlich mußte eine größere Polizeiabteilung, er wird seine Gründe haben, und auch frisch teilweise unter Anwendung des Gummiknüp- Herübergekommene bleiben nur in Ausnahmefällen pels, die Räumung des Gebäudes durchführen. als Arbeiter auf den Plantagen, so daß die Fazen Run erschien der Rettor und erklärte, daß die deiros, die Plantagenbesiger, ständigen Bedarf an Universität geschlossen sei. Unter lautem Johlen Arbeitskräften haben, den sie aus den Einwanderern und Schreien und dem Absingen ihrer Stampf- decken: Portugiesen, Spaniern, Italienern Spaniern, Italienern und lieder zogen die Nazis auf die Straße, wo sie neuerdings auch Deutschen. Der Bedarf danach ist sogleich mit neuen Prügeleien begannen. groß. Als ich in Sao Paulo auf der Immigração weilte, waren dort nicht weniger als 20.000 Arbeitsund derart lebenswichtigen Nachfrage mag es immer kräfte verlangt angemeldet. Bei einer derart großer hin vorkommen, daß Bestechung eine Rolle spielt und daß von Einwanderungsbeamten ein unzuläffiger Drud auf die Einwanderer ausgeübt wird, um jie auf die Fazendas zu bringen. Der Gerechtigkeit halber muß jedoch anerkannt werden, daß vonseiten der zentralen Einwanderungsbehörde sehr energisch 2656: 333.374. Aus Zwickau wird uns berichtet: In der letzten Sihung des Zwickauer Gemeindeausschusses brachte der Vorsitzende dem Kollegium zur Kenntnis, daß der von der Gemeinde bei der Landesbehörde überreichte Vor anschlag, der einen Fehlbetrag von 333.375 K aufweist, von Prag zurückgestellt und statt des an gesprochenen Fehlbetrages ein Betrag von 2656 K belvilligt worden sei. Nach längerer Beratung beschloß die Gemeindevertretung, auf dem früher beschlossenen Voranschlage zu beharren, da an den auf das Mindestmaß festgesetzten Ausgabeposten nichts weiter gestrichen und an den Einnahmsposten nichts geändert werden könne. Zugsentgleisung. Zwischen Wlfowes- Kocerad und Hvězdonis entgleisten Sonntag früh 5 Uhr 15 Minuten im Kilometer 57.3 zwei Personenwagen und die Lokomotive des Personenzuges Nr. 44-01. Verlegt wurde niemand. Der Berkehr 44-01. Verlegt wurde niemand. Der Berkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Ursache des Unfalles wird untersucht. glückten angefeilt waren. www Nr. 152 Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Mittwoch: Brag: 11.30: Schallplatten. 14.30: Nachmittagsfonzert. 18.25: Deutsche Sendung: Arbeiter, sendung: Otmar Ditmar: Rationalisation und Arbeitslosigkeit. 21: Bustiges halbes Stündchen. 21.30: E. Grieg: Streichquartett. Das Leben und die Arbeit auf den Kaffeefazen das wird sehr verschieden beurteilt: von dem einen Brinn: 11.30: Schallplatten. 17: Schallplatten. als sicherer Aufstieg zu eigenem Besik, von dem 18.25: Deutsche Sendung: Ing. Lanit: Urlaubsandern als reine Sklaverei. Zweifelsohne ist die Arbeit dort schwer, und das Leben niemals leicht fahrten in den hohen Tauern. 20.05: Hanakische Die Temperatur in den Kaffeefazendas ist hoch. Das Hochzeit, ethnographisches Bild von Sindler. Mähr.- Ostran: 12.30: Mittagefonzert. 17: SchallLand ist kahl. Die mannshohen Kaffeebäume geben feinen Schatten. Es gilt, sie das ganze Jahr über Platten. 18.25: Dorfblasmusik. Breßburg: 11.30: Schallplatten. 14.30: Nachmittagsfongert. unkrautfrei zu halten. Das ist nicht leicht, denn Brogramem von Brag. Berlin: 14: Brof. Přizner das Unkraut wuchert üppig. Man muß sich schon dirigiert. 19.50: Balletimusik. Leipzig: 12.05: Vom fest daranhalten, wenn man 3-4000 Bäume im Jahr rein halten will. Und diese Arbeit ist herzlich Wandern. 20: Der Goldschmied von Toledo, Oper schlecht bezahlt, etwa 160 Milreis im Jahr für von Offenbach. München: 21.90: Liebeslieder und 1000 Bäume. Da ist es gut, wenn man eine recht Arien des XII. bis XV. Jahrhunderts. zahlreiche Familie hat, die tüchtig mithilft. Das Pflücken des Kaffees macht extra Arbeit, die allerdings auch extra bezahlt wird: für den Sad zu hundert Liter werden 2 Milreis gezahlt. Eine Familie zu sechs Personen vermag 1400 Sad zu ernten. Zu diesem Barlohn tritt noch freie Wohnung und freies Holz. Außerdem wird in der Regel die Erlaubnis erteilt, zwischen den Kaffeebäumen eine Reihe Mais und zwei Reihen Bohnen zu ziehen, mitunter wird auch noch sonstiges Pflanzenland gegeben, so daß sich die Fazendaarbeiter Hühner und Schweine halten können. 20.55: sich von der Hauptgruppe ab. Nach einiger Zeit wurde festgestellt, daß von ihnen der Genosse Wensels and ner aus Kazendorf fehlte. Das Gebiet wurde gründlich abgesucht, trotzdem konnte dieser Genosse nicht gefunden werden, so daß leider antgenommen werden muß, daß er ertrunken ist. Schwere Unfälle. Aus Trautenau wird uns berichtet: Auf der Straße Hohenelbe- Harta wollte der. Motorradfahrer Franz Schneider einem Fuhrwerfe borfahren, als im gleichen Augenblicke eine Frau vor dem Fuhrwerk die Straße überquerte. Schneider, Einwandererfamilien es dahin gebracht, sich nach großer Wucht an einen Baum geschleudert und blieb Unter solchen Bedingungen haben zahlreiche der seine Maschine plötzlich abſtoppte, wurde mit einer Reihe von Jahren erst Land zu pachten und schwer verletzter hatte einen Schulterblattbruch, später fleine Kaffeeplantagen zu kaufen und auf einen Schlüffelbeinbruch und Rippenverlegungen ereigene Rechnung zu bewirtschaften. Aber äußerste Sparsamkeit in den ersten Jahren gehört dazu und litten liegen. Er wurde ins Hohenelber KtantenVerzicht auf alle Annehmlichkeiten und Bequemlich- haus gebracht.-In der Jutespinnerei Rotter in feiten. Außerdem darf man nicht krank werden; ein Oberhohenelbe geriet die Arbeiterin Lorenz während Unglücksfall kann alles ruinieren, und man darf der Arbeit mit den Haaren in eine laufende Manicht auf eine Fazenda kommen, wo der Besitzer für schine, wobei ihr die Haare in Handtellergröße ausdie Lebensmittel, die jeder bejizlose Arbeiter für den Anfang auf Kredit nehmen muß, Wucherpreise gerissen und schwere Kopfverlegungen zugefügt wurverlangt. Sonst ist die Gefahr der Schuldenwirt- den. Sie mußte ins Hohenelber Krankenhaus geschaft gegeben, die leicht zu einer Schuldenknechtschaft bracht werden. Der vierjährige Roland 3irm werden kann. in Oberhohenelbe fiel beim Spiel in den Fabriks Als ich in Sao Paulo auf dem deutschen Konsulat war, traf ich dort einen Mann und eine Frau, graben der Firma Rotter und wurde vom Wasser die von einer Raffeefazenda in die Stadt geflohen weggeschwemmt. Bevor seine Abgängigkeit wahrgewaren. Fazendeiro hielt sie über den Kontrakt nommen wurde, war der Kleine ertrunken. Er wurde hinaus auf der Fazenda unter geradezu grauenhaf bei einer Schleuse als Leiche aufgefunden. ten Verhältnissen. Als sich der Mann dagegen auflehnte und fort wollte, ließ der Plantagenbejizer Durch Blik getötet. Eine Truppe höherer ihn niederschlagen und sperrte ihn in den Schweine- Schüler, die unter Führung eines Offisiers und stall. Mit einem andern dort arbeitenden Deutschen eines Unteroffiziers bei Sierpe in Kongreßpolen eine floh daraufhin die Frau, um die Hilfe des Konsulats militärische Nachtübung abhielt, flüchtete vor einem anzurufen. Gewitter in eine Feldscheune. Der Blizz schlug in Solche Fälle mögen selten sein. Der geflohene die Scheune ein. Fünf Knaben und der Offizier Wann sagte mir selbst, daß er seit vielen Jahren wurden getötet, zahlreiche mehr oder minder schwer auf Fazendas arbeite und daß er solche Verhältnisse verlegt. bisher nie angetroffen habe. Allein, mögen sie auch Verhängnisvoller Autounfall. In dem spanischen noch so selten sein, Vorsicht tut doch bei jedem Ber- Dorf Santa Calla in der Proving Toledo fuhr ein tragsabschluß not. Wesentlich bessere Bedingungen Auto in eine Gruppe von Menschen, die auf dem würden sich erzielen lassen, wenn es gelänge, für Wege zu einer Wahlversammlung war. Drei Perdie deutschen Einwanderer Tarifverträge durchzu- sonen wurden getötet, 15 schwer verletzt. Die Besegen und eine Organisation zu schaffen, die dafür völkerung versuchte die Automobilisten zu Ihnchen. sorgt, daß solche Ausnahmefälle von Brutalitäten Ein starkes Polizeiaufgebot mußte die empörte Menge wenigstens ihre Ahndung auf dem Fuße folgt. Gar und Uebergriffen nicht mehr vorkommen oder daß zurückhalten. so schwer könnte das nicht sein; denn Brasilien lebt Sonntag zwei Autobusse zusammen. Da beide Wagen Opfer der Straße. Bei London stießen ant vom Kaffee, und ohne Zufuhr von Arbeitern für die unmittelbar nach dem Zusammenstoß in Brand geFazendas müßte es wirtschaftlich zusammenbrechen. rieten, waren die im Wageninnern Eingeschlossenen ( Mit besonderer Erlaubnis des Verlags F. A. Brodnicht mehr zu retten. Fünf Personen wurden getötet, haus, Leipzig, dem Buch„ Südamerika, die auf vier schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich an steigende Weit", von Colin Roß, entnommen.) einer Straßenbiegung in der Nähe von Stanmore wwwww bei London, die wegen ihrer Unübersichtlichkeit bei allen Autoführern berüchtigt ist. Von einem Klok verlegt. Samstag wurde in 1Er war auf der Stelle tot. Die Frau hat nur Peterswald im Teschener Gebiet der Arbeiter leichtere Verlegungen erlitten. Josef Minol bewußtlos aufgefunden. Man nahm Einsturzunglüd. Beim Bau eines Feuerlöschan, daß er überfallen, beraubt und verlegt worden einem Dienstgang auf der Eisenbahnstrecke Bil- Altmersleben im Kreise Salzwvedel ein schweres EinDoppelselbstmord eines Liebespaares. Bei brunnens ereignete sich in dem altmärkischen Ort wurde jedoch festgestellt, daß Minol gemeinsam perniß auf dem Geleise zavei Leichen mit abge- fast fertiggestellt war und die Arbeiter Feierabend war. Durch die Nachforschungen der Gendarmerie fen- Furt fand ein Streckenwärter nächst Wei- sturzunglück. Als der etwa 10 Meter tiefe Brunnen mit dem Arbeiter Sebesta aus dem Wald der Wit- trennten Köpfen. In den Toten wurde der machen wollten, stürzte der obere Teil des Brunnens fowißer Gewerkschaft einen etiva 2 Metergentner 22jährige Otto Březina und die 20jährige Beatrix ein. Zwei Brunnenbauer wurden unter Sand- und schweren Solzfloß entwendeten. Beim Wegtragen Janda sichergestellt, die den Tod gesucht hatten, Steinmassen verschüttet. Ein 50jähriger Arbeiter, desselben kam Minol zu Fall und wurde von dem weil sich ihrem Verhältnisse Hindernisse in den Bater von sieben Kindern, war sofort tot; ein zweiter Klotz blutig verlegt, so daß er bewußtlos liegen Weg stellten. blieb. Sebesta ließ aus Angst vor Strafe seinen Gefährten im Stiche und floh. Seiner Frau und er Gendarmerie gegenüber gab er an, Minol sei überfallen worden. Šebesta wurde verhaftet, Minol befindet sich im Krankenhaus. konnte nur schwer verletzt geborgen werden. Acht Kinder im Alter von ein bis elf Jahren Durch Steinschlag getötet. Der Sudetendent Dienstag früh wurde im Büro des Kefselwertes Dienstag der Chauffeur Rudolf To man aus Kasseneinbruch in den Witkowißer Werken. In der Sommerfrische tödlich verunglückt. Als sche Alpenverein hatte zu der am 28. Juni statt der Witkowizer Eisenwerte festgestellt, daß udanig, der mit einer Schotterladung vom Spitzgefundenen Eröffnung der Dorfer Hütte sein Mit während der Feiertage die feuerfeste Staffe aufge- berg nach Eisenstein unterwegs war, in rascher glied, Dr. Han itirsch aus Leitmeris, als Delegierten und Sprecher entsandt. Dem Genannten brochen und aus ihr ein Betrag von 18.000 K Fahrt einen Berg herunterfuhr, versagte plöblich Autodiebstahl. Sonntag nachts entwendete ein entwendet worden war. Die Einbrecher brachen bie Bremse. Um das Auto zum Stehen zu bringen, war es aber nicht vergönnt, wieder in seine Sei unbefannter Täter dem Zahntechniker Heinrich auch die Schlösser der Schreibtische ind Kästen Kentte Toman den Wagen auf die Wiese und übermat zurückzukehren, denn auf der Nordwand der Biebl aus Mies ein Automobil Marke„ Stoda" im auf und verursachten so einen weiteren Schaden Fuhr dort den zur Sommerfrische weilenden Wate Kindlspitze in Tirol ereilte ihn der Tod, verursacht Werte von 30.000 K, welches Biebl vor dem von 3000 Kronen. durch Steinschlag einer Lawine. Seine beiden Sport- Café in Pilsen hatte stehen lassen. Montag cheten Pachti aus Prag, der so schwer verletzt Begleiter, Tischer Edmund aus Aussig und Begleiter, Tischer Edmund aus Aussig und wurde von Automobilisten der Pilsner Polizei fand in Warschau eine Delegiertenversammlung tawer Krankenhaus verschied. Staatsbeamtenstreit in Polen? Am Sonntag wurde, daß er kurz nach der Einlieferung ins AlatStandfest aus Leitmeris blieben jedoch von mitgeteilt, daß im Walde bei Dobrzan ein unge verschiedener Staatsbeamtenorganisationen statt, dem Unglück verschont, da sie nicht an den Verunstürztes Auto im Straßengraben liege. Biebl er- in welcher schärffter Protest gegen die lebthin erir bei einer Feuerebrunft in Norquerel( Broving fannte in dem Wagen sein Eigentum, mußte je folgte Kürzung der Staatsbeamtengehälter erdoch feststellen, daß das Auto zur weiteren Be- hoben wurde. Die Versammlung wurde vom Quebec) in ihrem Hause umgekommen, ob the nübung unbrauchbar geworden sei. Nach den Vertreter der Behörde aufgelöst. Ein Großteil der dem Zimmer zu retten, in dem sie schliefen. Vater heldenhafte Anstrengungen machte, sie au Tätern wurden die Nachforschungen eingeleitet. Delegierten hatte sich für einen StaatsbeamtenFamilientragödien. In Wien haben sich wie streif ausgesprochen. Hiße über USA. Die Vereinigten Staaten werder zwei Familientragödien abgespielt. In Wäh In der Judenvorstadt von Salvnifi fam es den zur Zeit von einer lebensgefährlichen Hizewelle ring hat die Gattiat des Rechtsanwalts Dr. Diet- in der Nacht auf Montag zu Zusammenstößen heimgesucht. In vielen Landstrichen sind Temperarich Andermann sich und ihre zehnjährige Tochter zwischen Juden und Christen. Auf beiden Seiten turen bis zu 40 Grad Celsius und darüber hinaus Folgen der Luftakrobatif. In der Nähe von mit Leuchtgas zu vergiften versucht. Die Ret gab es ungefähr zwanzig Verlegte. Der mazedoni- zu verzeichnen. Durch Sitzschlag oder durch ErChateaumour überflog ein Militärflugzeug eine tungsgesellschaft fand die Mutter bereits tot; die sche Gouverneur Ginatas erklärte, daß die Zu- trinken haben in den letzten Tagen bereits mehr als Straße in so geringer Höhe, daß ein Kraftwagen Tochter fonnte ins Leben zurückgerufen werden. sammenstöße von den Juden hervorgerufen wur- 200 Personen den Tod gefunden. von dem Landungsgestell des Flugzeuges gestreift Das Motiv der Tat war, daß Andermann, gegen den und daß die meisten Verletzten Christen sind. Schwerer Betriebsunfall. In den Tongruben wurde. Dem Führer des Wagens und seiner den wegen Unzukömmlichkeiten bei der Dürnneben ihm sitzenden Mutter wurden die Köpfe fruter Sparkasse ein Haftbefehl erlassen worden Ertrinkungstod eines Jugendgenossen. Die Be- betrieben der Textilveredlungsfirma Eisenschiml in gerichmettert. Die übrigen Insassen des war, sich selbst dem Gerichte stellte. In der Bri zirksorganisation Dur des sozialistischen Jugend- Friedland stürzte, wie uns berichtet wird, während Wagens wurden schiver verletzt. Das Flugzeug gittenau hat der Hilfsarbeiter Stefan Kilian seine verbandes unternahm am vergangenen Sonntag der Arbeit der 60jährige Arbeiter Oswald Lug aus landete unversehrt auf einem nahegelegenen Flug- Frau, die sich von ihm trennen wollte, da er sie eine Wanderung auf den Millefchauer und hierauf Ringenhain von einer Maschine so unglücklich ab, play. Der Pilot, ein Sergeant, wurde sofort schlecht behandelte, mit einem Hammer zu erschla- in das Elbetal. Bei Salefel gingen die Jugend daß er mit gebrochenen Rückgrat ins Friedländer verhaftet. gen versucht und sich selbst den Hals durchschnitten. Ilichen in die Elbe baden, Drei Genossen sonderten Krankenhaus überführt werden mußte. Raubüberfall. In einem Hause de Bugenhagen Straße in Hamburg wurde Dienstag mit tags ein Handlungsgehilfe, der für seinen Chef 3350 Mart von der Bant abgehoben hatte, im Fahrstuhl von zwei Männern überfallen, die ihm die Tasche entrissen und in einer Kraftdroschke entfamen. Nr. 152 Mittwoch, 1. Juli 1931 Seite 7. Gerichtssaal An die falsche Adresse. Fcüchtabtrribungsontlaxr gegen einen Arzt. Prag, 30. Juni. Di« Erfolge des Fruchi- ablreibungsparagraphen 144 sind nicht eben erheblich, wenn man von der tragischen Tatsache absieht, daß Tausend« in di« Hand schmutziger Pfuscherinnen getrieben werden. Aber dieser„gesetzliche Tatbestand" kann auch noch«in anderes Gesicht zeigen. Heute waren ein A r z i und«in« H« b a m m« des Eingriffes angeklagt. Ein« Schulfrundin der letzter«», di« unt«r schw«r«n P«rioS«störungen litt, hatte in einem solchen Fall'— sie glaubt« au«in Bauchgeschwür— den Rat- ihrer Freundin«in- geholr. Diese führt« sie, da sie an einer Handverletzung litt, zu einem benachbarten Arzt, der«ine tatsächlich« Schivangerschaft konstatiert«. Tie Flau, Gattin eines H«g« r s der Prager Umgebung, hatte bis zuletzt schwer« Arbeiten verrichtet. Der Arzt konstatiert« weiter«ine Blutung(nach d«m Sach- verständigen-Gutachten das sichere Zeichen einer im Zuge befindlichen Fehlgeburt) und schritt unverzüglich zur Operation. In der Folge setzt««in«' schwer« innere Blutung ein, so daß der Arzt, der vorher«in Prager Sanatorium verständigt hatte, von der Ueberführung absehen mußte, weil Gefahr bestand, daß die 37jährige Frau während des Transportes^ verblute. Sie st a r b trotzdem in den Morgenstunden des nächsten Tages. In weiterer Folg« wurde der Arzt wegen Verbrechens gegen das keimend« Leben angeklagt und kam vor Gericht, während di« Hebamme sich der Beihilfe an dem zu veranworten harr«. Die Sachverständigen erklärten, daß nach den Aussagen der Arzt nur sein« Pflicht getan habe und man gegen ihn k«in«n Vorwurf erheben könne. Beide wurden freigesprochen. Der nach bestem Wiffen und Gewissen helfend« Arzt angeklagt nach einem Paragraphen, dem di« gerissenen, professionellen Abtreiberinnen erfahrungsgemäß zu entrinnen pflegen! Es geht doch nichts über diesen herrlichen Paragraphen, den die Reaktion mit so rührendem Eifer verteidigt, statt einer zeitgemäßen und vernünftigen Regelung dieser schwerwiegenden Frage Raum zu gewähren. rb. Die Selbftanzelge des Tibor Arpassy. Ein unappetitlicher Prozeß. Prag, 30. Juni. Tibor A r p a f s y, Großkaufmann und tschechoslowakischer Staatsangehöriger wurde in Wien auf Grund einer Anzeige seiner Gattin Dora Bertha, wegen gefährlicher Drohung gegen dieselbe zu einer schweren Kerkkrstrafe verurteilt und hat 15 Monate im Gefängnis verbracht. Di« Frau, di« mit einem ameri- kanischen Dollavwilliougr. namens S.u.I.I,cj. davon- gegangen ist, hat dann auf Grund dieses Urteils Scheidung und Trennung der Ehe aus Verschulden des Gatten durchgesetzt mit den natürlichen Folgen, nämlich dem Anrecht auf Alimentenzahlung seitens des schuldig ^kannten. Arpassy, der als fschechoflowakischer Bürger den hiesigen Gerichten untersteht(ohne Rücksicht auf die im Ausland verbüßt« Strafe) hat sich freiwillig dem Prager Kreisgericht gestellt, das nun den Prozeß nochmals durchführt. Arpassy will durch di« Selbstanzeige seine Rehabi- lierung durchführen und beweis«», daß das Mencr Gericht auf Grund falscher Zeugenaussagen und sonstiger Mängel zu unrecht entschieden hat. Es ist«in« recht unappetitliche Sache. Aktenstöße häufen sich vor dem Vorsitzenden(OGR. Marysia), die Verlesung des Nötigen Materials wird Stunden beanspruchen. Neben den aus Wien requirierten Akten spielen noch Zivilklagen dei; Gattin als Beweismaterial eine Rolle. WaS da zu Tage kommt, wirst ein sonderbares Licht auf das„vornehm«" Milieu, in dem sich diese Dinge abjpielen. Vor d«r Eheschließung stand Arpassy in intimen Beziehungen zu seiner späteren Frau, der Tochter eines Wiener Arztes..Nach der Heirat hatte sie zahlreich« Liebesaffären, di« sie nach Paris, Prag, Budapest usw. führten. Ein angeblicher Pariser Advokat,„Doktor" Marchan- d«au, in Wirklichkeit Berufsspieler und internationaler Hochstapler, schwindelt ihr 5.500 P fu n d Sterling ab. Rach einer Reihe anderer Affären ist sie schließlich mit Mister Sulke davongegangen. Dazwischen fallen vorübergehende Versöhnungen mit ihrem Mann. Dann schreibt er wieder teils bittende, teils drohend« Bries« an sie und sie benützt geschickt einig« Drohbriefe, läßt den Gatten in der Kanzlei ihres Rechtsanwaltes in Wien verhaften, worauf seine Verurteilung erfolgt. Schon vorher hat st«, ihres Gatten überdrüsiig, in Preßburg auf UngüI- tigerklürung der Ehe geklagt, weil st« ihr Mann angeblich mit allerhand Drohungen zu der standesamtlichen Trauung, die in Prag stattfand, gezwungen hat. Dies« Klag« wurde abgewiesen, worauf di« Sache mit der„gefährlichen Drohung" inszeniert wurde und vollständig glückt«. Der in Preßburg neuerlich«ingebrachten Sch«i- dungs- und Trennungsklage wurde auf Grund des Wiener verurteilenden Erkenntnisses st a r t g« g e b« n. Die zur heutigen Verhandlung erschienen Zeugen wußten über das Eheleben der beiden wenig auszusagen. Ter Haupt- und Kronzeuge Vladimir Schubert, der seinerzeitige Trauzeuge der Frau, der di« Familienverhältniff« genau kennt, ist derzeit auf Geschäftsreisen im Ausland. Interessant war di« Aussag« eines Prager Anwalts, bei dein di« Eheleut« gemeinsam erschienen, um dem Herrn Marchand« au(diese Affär« hatte der Angeklagte seiner Gattin soeben verziehen) wegen der 5.500 Pfund auf den Leib zu rücken. Man wollte ihn mit einem fingierten Telegramm des Inhaltes:„Bin plötzlich schwer erkrankt" Nach Prag locken,"m im Wege einer„einstweiligen Verfügung" sein Auto, einen vornehmen Luxuswagen, zu beschlagnahmen. Di« Verhandlung wurde zur neuerlichen Ladung des Zeugen Schubert vertagt. rb. „Es gibt keine Menschheit Aer den Nationen." Generalität führt„Friedensskauts" tu Prag. Es sei kurz repartiert: aus der Wiese hinter dem Prager Baumgarten, wo das friedliche Barockschloß von Troja mit rnilder Restauration an heißen Sommerabenüen den verstaubten Bürger laben soll, hatten die Skauts der Nachfolgestaaten ein„Jamboree" veranstaltet. Man sah schon am Freitag ein größeres Lager entstehen urch es sei ganz flüsternd verraten, daß die Hütte von... Soldaten der Prager Genietruppe erbaut wurde; also ein berufsmäßiges Friedensheim. Am Samstag rührten sich auf der Wiese tausende kleinerer oder größerer Hände und„umsichtigen" Kommandos, die schon ganz netten Kommißton hatten. Es fehlte allerdings die musikalische Unter- und Uebermalung, die marschgehobene Stimnlung, aber ammerhin konnte man eine stramme Gliederung schon beim Aufbau des Lagers schenk unter den fachkundigen Augen vieler Militärs, die so gerne Jugendv e rzieher sein möchten, wurde die Zeltstadt aufgebaut, „Menschen beiderlei Geschlechtes"— um im Kubatjargon zu reden— arbeiteten flink und lagerten nach Vollendung des Werkes getrennt voneinander, allerdings ohne Lattenzaun; tsche- Hsch, französisch, englisch und viel polnisch horte man die' Kleinen um die Lagerfeuer hübsch brav und sittsam sprechen, auch bescheiden singen, sie scheinen durch'den Gedanken des Skauting übernational vereint und geeint. ,Scho« da fällt es dem Zuschauer auf, daß die deutschen Pfadfinder überhaupt nicht vertreten waren, schon im Hinblick daraus war der Glaube an die Jn- ternationalität dieses^Meetings erschüttert. ÄLer aber den Sonntagsumzug mit ansehen müßte, wird diese Bewegung in ihrer Gefährlichkeit erkannt haben. Frühmorgens zogen die Schaken, Marschlieder singend, vom Baumgarten durch die Straßen, viele, viele militärisch organisierte Kapellen weckten die zivilen Schläfer, an der Spitze jeder Gruppe marschierte ein militärisch infignierter Offizier, bei größeren Gruppen waren es würdige Spießbürger, die mit Orden an der Brust ihre Jugend der Sonne näher bringen möchten. Alles klappte, alles ist durch den Geist militärischer Subordination zusammengehalten, die Jungen sind.einander über- und untergeordnet, nicht mehr det Zug in die Natur, die militärische Strammheit, der Kommißgeist ist das Wesen der Bewemrng, und wer noch.zweifelte, konnte an der Spitze des Ricsenzuges eine Bürgerwehr'sehen mit Bajonetten und Gewehr; selbst ver- schwindend kleine'Knirpse schulterten wacker und strainm wenigstens eine Zeltstange, die Musiken, dieser Jugend kennen nur Militärmärsche. General K l e e a n d a ist Vorsitzender des tschechischen Skauwerbandcs, Dr. B e n e 8 führt geistig die Jungmannschaften zu eben ge schilderten Abrüstungsmanövern und der Obmann S v o j s i k konnte also beim Empfang der Skautdelegation auf der Burg zum Präsidenten Masaryk mit Recht sagen:„Das Skauting ist eine Friedensbewegung!" Wirklich richtig, denn diese Leute sind im Handumdrehen Soldaten und also im Krieg keine Skauts. U>ch Präsident Masaryk konnte wieder dieses Programm des Volkstums und der Menschlichkeit begrüßen und angesichts der jubelnden Massen sagen:„Es gibt keine Menschheit über den Natione n!" Ob das nicht zu einseitig gesehen ist? Und man fragt angesichts dieses Rummels, angesichts dieses von den Behörden init allen Mitteln geförderten Friedensspieles, angesichts der viertausend polnischen Skauts, die von Pil- sudskis Gnaden gewiß zu„Befriedungsaktionen" gegen Minoritäten erzogen werden und also unserem Staat und seinen Minoritäten besonders nahe stehen müssen, man fragt sich eines: warum zweierlei Maß? Warum den Bernichtnngskampf— wider Verfassung und Strafgesetz— gegen die Tramps und diese Verbeugung vor militärischer Jugend, wo doch alle Bürger vor dem Gesetz gleich sind? Tramps und Skaut sind auffallend gekleidet, nur haßt der Tramp die erhebende Uniform, Personen beiderlei Geschlechtes" ziehen in die Natur, nur Mngt.sich der Tramp schon an Orten in fein Mädel ein, die„der Oeffentlichkeit zugänglich sind", während der Skaut das Gebüsch bevorzugt, die Lager der Tramps führt verantwortlich ein Sheriff, der besonders fähig ist, die Skauts führt ein Offizier, der ernannt wird, die Skauts haben Ranginsignien- singen nur vorgeschriebene Militärweisen und marschieren stramm in festen Formationen durch die Straßen, der Trainp singt sich seins in Wald, Wiese und Heide oder im Weichbild der tschsl. Staatsbahnen und ist darum doppelt unbeliebt, weil er doch niemand dadurch morgens aus deni Schlaf weckt und daran erinnert, wie befriedet die Welt dank der Verträge geworden ist! Die Tramps sirck» unsittlich, denn sie tragen nur ihr armes Proletariersitterl mit sich herum, die Skauts müffen sich nicht bemühen: sie nehmen eine zinsenfreie Sittenanleihe von den Bürgern erster, allererster Ordnung, den Herren vom bunten Rock und weil doch bei uns jetzt alle Verwalttrngsbeamten einen feschen Rock tragen dürfen, wozu noch der'Krisensäbel kommt, so sind sie sehr beliebt bei jung und alt der Bürokratie, sie sind der Staat, dem sei eigenes Proletariat über ist. Rur der herdenmäßig geführte Mensch findet Förderung, das Proletariat beachtet man höchstens im Strafgesetz und wo auch dieses nicht hinreicht, dahin kommt doch der Herr Kubat! W. Lg. Der Klub der wilde» Esel und andere sonderbar« Klubs i« u. S. A. Wir sind noch immer geneigt, als das„Land der Klubs" England anzusprcchen, obwohl dieser Titel längst zu Recht an die Bereinigten Staaten von Amerlka übergegangen ist. Man brauch: hiebei nicht gleich an den berühmten T a ur m a n y e- K l u b zu denken, der, an Machtfülle nur mir dem Klub der Jakobiner vergleichbar, viele Jahrzehnte lang das öffentliche Leben der Ver- cinigten Staaten beherrschte und zum Teil auch heute noch beherrscht. Nein, es sind die kleinen, nicht selten kaum zrve-i Dutzend Mitglieder umfassend und oft nur zu dem Zwecke gegründet, damtt ein Herr Babbitt sich als Präsident bezeichnen könne, die di« Vereinigten Staaten zum Land der Klubs machen, wo keine Woche verstreicht, in der nicht zumindest ein Klub das Licht der Welt erblickt. Daß der Amerikaner wohl ebensogern« wie der Deutsche und wahrscheinlich noch lewcnschaft- licher als dieser fachsimpelt, wissen wir ja aus den Romanen Smclair Lewis' im allgemeinen und aus seiner Satire„Der Mann, der den Präsidenten kannte" im besonderen; cs versteht sich daher, daß in jedem Orte, wo es etwa ein halbes Dutzend Eisenhändler gibt, alsbald ein „Klub der Eisenwarenhändler von Katzels- hausen" und in einem Bezirk, wo cs«in Dutzend Aktionäre einer Betonröhrcn-Guß A.'-G. gibt, alsbald ein„Klub der Besitzer von Aktien der Betonröhren-^8uß A.-G. im Bezirke Krähwiukel" über nacht erblühen wird. Aber das amerikanische Klubwesen hat auch Spitzenleistungen auf dem Gebiet« der Ungewöhnlichkeit der Vereinsziele und der Vereinssatzungen äufznwcisen. Da sind etwa die sonderbaren Klubs, die irgendwie mit der Luftschiffahrt zu tun haben, welche übrigens nur noch in der Sowjetrepublik ähnlich volkstümlich wie in den Vereinigten Staaten sst. Der aristokratischeste unter ihnen ist Wohl der ,^klub der Frühen Vögel", der, wenn er seine Satzungen nicht ändert,.früher oder spater eines natürlicl>en Todes sterben muß; denn nur Männer finden dort Aufnahme, die— wohlgemcrkt — vor dem Dezember 1916(also lang« vor dem Eintritt der Bereinigt«» Staaten in den Weltkrieg) hervorragende aviatische Leistungen vollbracht haben. Ein längeres Leben dürste jenem Klub beschieden sein, der sich„Raupen- klub" nennt und 800 Mitglieder umfaßt, deren jedes bereits zumindest einmal mit einem Fallschirm von einem Flugzeug abgesprungen ist. Tas Klubabzeichcn, eine golden« Raupe, gilt als hohe Auszeichnung. Der Verein„V e r k ü h l e d i ch täglich" in Wien, bietet für Amerika durchaus nichts ungewöhnliches dar. Denn der Klub der Eisbären zählt in säst aller: Bundesstaate» Amerikas Anhänger, die sich verpflichtet Habei:, zu jeder Jahreszeit in Seen oder Flüssen zu baden.■ Der Wolkenklub in New Bork bat nicht etwa, wie man annehmen sollte, irgend etwas mit der Aviatik zu tun; er leitet seine Bezeichnung vielmehr von der prosaischen Tatsache ab, daß seine Mitglieder in einem der obersten Stockwerke des Chrysler-Wolkenkratzers ihren Lunch einnehmen. Essen ist übrigens häufig der alleinige Ber- einszweck. Wenn wir von Rekorden im Verzehren von Eierkuchen oder von Hühnerpasteten in der Zeitung lesen, dann handelt es sich gewöhnlich um einen von irgendeinem Klub veranstaltete» Wettbewerb, der«» einer kürzlich dadurch siegreich beendet wurde» daß es dem Champion gelang, drei ausgewachsen« Wasser- mclonen in sechs Minuten zu verzehren. Auch durch solche Leistungen kann man in Amerika berühmt werden. Einen der seltsamsten— und zu allerlei Mißverständnissen Anlaß bietenden Namen— — führt wohl der im Jahre 1930 in Minnesota gegründete ,^klub der wilden Esel". Er hat bereits zweihundert Mitglieder, di« nach den Klubsatzungen verpflichtet sind,„mit wildem I—a—Geschrei für ehte bessere Behandlung der Farmer(durch die Regierung) einzutreten.". Wenn ein paar Leute gerne Wa?t« r Scott oder Rudyard Kipling lesen, was wird die Folge sein? Die Gründung cmes Kleine Chronik Was dle Fliege erzShlt. Ich bin nur eine Fliege, eick kleinwinziges Atom in dieser großen Welt, aber ich habe doch viel Vergnügen von meinem Dasein. Ich bin eiric „Hausfliege" und manche nennen mich sogar di; „Typhus-Fliege", weil ich mich oft dort ergehe, wo Typhuskeime in Hülle und Fülle vochanden sind. Der erste Name ist mir lieber, denn er täuscht die Leute, und sie versuchen dann nicht, mich los zu werden. Nennen sie rmch aber die Typhusfliege, so halten sie mich in gewißer Weise für diese Krankheit verantwortlich. Wie eS mich amüsiert, wenn di« Leute meine Gewohnheiten studieren, mich beobachten, wenn ich esse und schlafe! Ich schlafe immer mit offene:: Augen, denn man weiß nie, was geschieht, wenn man schläft. Das Leben einer Fliege ist verhältnismäßig kurz, und wir können wicht viel Zeit durch Schlafen verlieren. Im Frühling und Sommer vermehren wir uns stark und man sollte meinen, daß die Menschen uns dann töten, wenn wir ihnen lästig fallen. Das tun sie aber nicht. Sobald wir zahlreich genug sind, um sie zu belästigen, kaufen sie stark« Drahtnetze und befestigen sie vor Fenstern und Türen. Auf diese Weise schließen sie sich, ein und lassen uns draußen, wo wir die vollste Freiheit genießen. Augenscheinlich fürchten sie uns. Es macht aber viel Spaß, inS Haus zu schlüpfen, wenn die Tür einen Augenblick offen steht, und ein Bad im Milchtopf zu nehmen oder einen Spaziergang über die Butter zu machen. Eigentlich müßte, man annehmen, daß uns die Menschen, wenn wir ihnen so verhaßt siick, einschließen oder unsere Kinder in ihren Kinderstuben töten. Sie wissen, daß wir unsere Kindheit im Misthaufen, Mülleimern und an ähnlichen Stellen verbringen, aber die meisten versuchen es nicht, unsereu: Wachstum und zukünftigen Glück etwas in den Weg zu legen. Ich finde bas rücksichtsvoll von den Menschen, denn wir brauchen solche Nahrung, um leben zu können. Ist sie vor uns geschützt oder wird sie uns entzogen, so müsien wir bald zugrunde gehen. Anstatt nun unsere Nachkommenschaft hier zu vernichten, versuchen die Menschen uns durch Schläge töten, gewöhnlich, wenn wir den größten Teil unserer Eier gelegt haben und bereit sind wegzusterbei:. Ist das nicht lächerlich von diesen intelligenten, menschlichen Wesen? Wisienschaftler haben ausgerechnet, daß L>? Nachkommenschaft eines einzigen Fliegenpaares in der Hochsaison ungefähr 195,312.000,000.000 betrüg:. Wenn nun ein pflichtgetreuer Bürger die Gesundheit seiner Gemeinde durch Fliegenvertilgung heben wollte, wenn er eine unzerbrechliche Fliegenklappe und einen nie ermüdenden Arm hätte und durchschnittlich 24 Stunden am Tage jede zchn Sekunden eine Fliege töten würde, so käme er genau auf 8640 Fliegen. In etwa 6 Millionen Jahre hätte er somit die letzte Brut vertilgt, aber viele anbne Fliegengrnerationen würden natürlich in der Zeit gelebt haben und gestorben sein. Hätte der Mensch die Brut dieses Flisgrnpaares vernichtet, er hätte sich viel Mühe g:- sparr und mehr Nutzen gebracht. Hungerst^ einer alten Bettlerin. In: park des Schlosses Modau bei Eger ivurde Freiwg wachmittags von landwirtschaftlichen Arbeitern in der Nähe einer Futterstelle die lichon in Verwesung überyogangeue Leiche einer allen Frau gefunden. Di« Gendarnievi« stellt« fest, daß«s sich um«ine Bettlerin aus Wa-tdstein handelt, di« in Sankgrwben :md anderen Unterschlupfen im Freien überrwchtet«. Sie dürfte vor etwa acht Tagen an Hunger und Erschöpfung gestorben fei«. Ein gewaltsamer- Tod ist ausgeschlossen. Di« Leiche wurde heut«. nach Königsberg gebracht. Europas größte radioaktiv« Quelle in Schweden entdeckt. Das Darf Vcsterfel in der schwedischen Provinz Augevmanland hat ein« radioaktive Mineral- quell«, die den Rekord unter allen Quellen Europas darstellt. E>n« Exploitation der Quelle scheitert« bisher an der Hartnäckigkeit der bäuerlichen Eigentümer dieses Bodens, di« sich einer Nutzbarmachung für breiter« Kreis« der Öffentlichkeit widersetzen. Walter Scott- oder Rudyard Kipling-Klubs. Walter Scott kann sich nicht mehr zur W«hr fetzen. Aber von Rudyard Kipling ist bekannt, daß er kein einziges der zahlreichen Begrüßungs- und Beglückwünschungstelegramme des englischen und des amerikanischen Rudyard Kipling-Klubs je einer Antwort gewürdigt hat. Der K i» gsl«y-Kl«b ist ein Klub von Stotterern, der Klub für Taube zählt nicht Taube zu seinen Mitgliedern,' sondern Leute, die sich für Maßnahmen zu Gunsten von Taubgeborenen und Ertaubten interessieren. Es gibt kaum eine Stunde des Tages, nach der sich nicht«in Klub benennen würde. Typisch amerikanisch dünkt uns wohl der Sieben- Uhr-Klub, der sich aus Leuten zusammensetzt, die in Philadelphia wohnen, in New Dork aber berufstätig sind und täglich fünf Stunden im Eisenbahnzug verbringen. Sicherlich fahren sie alltäglich gemeinsam, gesittet wie ein Mädchenpensionat, mit dem Sieben-Uhr-Zug nach Hause. Schon weniger amerikanisch dünkt uns der Klub für primitiv« Kolonien. Sein Gründungszweck ist die Errichtung einer Kolonie in Zentralafrika, wo, nach den Klubsatzungen, „Radio, Jazzbands Autohupen und jeder andere 8äm" verboten sein sollen. Daß es dort keine Prohibition geben wird, nun, das braucht nicht erst ausdrücklich in den Satzungen erwähnt zu werden. Leo Korten. Seite 8 Mitteilung aus dem Bublifum. Das Rezept des Augenarztes fann nur dann seinen Zwed erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepaßt wird. Lassen Sie Ihr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag, Graben 2, Balais„ Koruna", ausführen. Mittwoch, 1. Juli 1981 taber zu nennen; Röswer, der uns im Richter von Zalamea kürzlich den sympathischen Typ des knorrigen Bauern gezeichnet hat, stellt mit dem alten Sentner einen weniger sympathischen Hart schädel auf die Bühne, einen besigstolzen Bauernfackel, dessen Wesen im Kassenstolz und Klassendünfel so fest veranfert ist, daß auch das sentimentale Zivischenspiel immer nur als Herablassung, als leutseliges Zugeſtändnis wirkt, eine wischt zu haben. Er wird sich nicht beklagen dürfen, wenn die Krifitt jo lange steptisch bleibt, als sie nicht durch sichtbare Beweise von der Richtigkeit der getroffenen Wahl überzeugt wird. Dr. E. F. Sport * Spiel * Körperpflege Nr. 152 Sozialistische Jugend Prag. Ortsgruppe I. Mittwoch, den 1, Juli, um 20 Uhr in der Gee Generalversammlung. Saisonschluß im N. D. Th.ng, der Stadlers dürftiger, von Minder- 4. Kreis( Sachfen): 5. Kreis( Tschechowertigeitsgefühlen geplagter Häusler eine gleich slomatei) 6: 3( 4: 3) Gden 10: 3. Wiener Arbeiter- Handball. In der Meisterschaft Bühne bedeutete der " Abend russischer Einakter. ohne Zweifel schon deshalb die schönste künstlerische Das junge Baar- Dörner, Halowanis Tat der Spielzeit, weil es, so weit ich mich erinnere, war dem Väterpaar ebenbürtig. Die Halo die einzige war. Die Aufführung der kleinen ruji wa n'icz, der man reichlich spät nun doch eine schen Stomödien zeigt, daß man sehr wohl die ernste Rolle gab, bringt auch die leise Dummheit der Literatur pflegen und doch unterhalten kann. Go- Agerl so charmant und gewinnend, daß man jie gols Komödie Die Spieler" erreicht an der Naivetät zugute hält und den Partner versteht, Bedeutung und Wirksamkeit zwar nicht den klassider sich in das Mädel vergafft. Von den zahlreichen ichen und unvergänglichen Revisor", trägt aber alle sonstigen Mitwirkenden seien noch Padiesal, Wejenszüge Gogoischer Satire an sich. Ein Schwind- Veit, die Medeisty, Ludwig, Lhotky und ler, der von seinen Kumpanen beschwindelt, ein Schaumann genannt. Schlauer, der von Schlaueren überlistet wird, das ist eine Figur nach dem Herzen des großen Satirikers, Damit schließt also eine trostlos sterile Saison, dessen Problem es immer war, ob Dummheit oder die noch mehr im Zeichen der Künstlerischen als der Schlechtigkeit die tiefere Wurzel menschlicher Uebel wirtschaftlichen. Strise sand, toch beffer ab, als fie fei. Wie ter Rebijor" zeitlos ist und ebenso gut begonnen wurde. Sollten die beiden Abschlußabende Die aktuellste Satire auf die Welt Stribrnys sein die Verheizung besserer Arbeit im nächsten Jahre fönnte, wie er das Zeitstück" des absolutistischen sein, so soll es uns nur freuen. Der Arbeitsplan, Rußland Nikolaus I. war, jo sind auch die Falschten die Direttion Volkner für ihr kommendes letztes fpieler zeitlose Figuren und das historische Kostüm, Jahr vorgelegt hat, verspricht, wenn man die üblider russische Lofalkolorit, die Hölzlin für die chen 50 Prozent abstreicht, die von allem Anfang Inszenierung wählte, können nur den Sinn haben, mur versprochen werden, wieder nur sehr die Affäre ins Zeitlose zu rücken. Dürftiges. Die Art, wie man bei den NeuengageStröhlin gab den eleganten Stuper, der ments vorgegangen ist, die Tatsache, daß man von den Stoflegen geprellt wird, und er hatte die gerade fähigen und bewährten Mitgliedern des rechte Mischung von Suffisance und Naivetät; aus- Ensembles, dem Dramaturgen Dr. Brunow und gezeichnet in Masse und Spiel war Renner als dem Frl. Stadler, die Verträge nicht erneuert der Anführer der Bande, auffallend gut und zum hat, lassen leider nichts Gutes ahnen. Die Befürch erstenmal in einer Rolle, die ihm wie angegossen tungen, die ich vor vielen Wochen an dieser Stelle faj, Ludwig Götti ais Helfer der Falschspieler, ausgesprochen habe, find nicht widerlegt worden. unter denen Reiter den bieder martialischen Es wird meiter mit den bescheidenen Kredit, den Soldaten, Dudek ben geriebenen Kleinbürger gut bas Theater noch genießt, in flaum zu verant pointierten. Die feineren Rollen waren mit den wortender Weise gewüstet, ein ernster Wille zu Herren Jantich, Stiegler, Richling und neuem Beginnen ist nicht zu merken, es ist ein Elägliches Fortwujteln und nichts läßt hoffen, daß es im Herbst besser sein werde. Bliebe also nur die Seffnung auf die neue Direttion, die ja ihre Schatten vorauswerfen und als Mentor über der nächsten Saison walien soll. Bürgerlicher Sport. des Arbeiter- Handballverbandes siegte Sonntag der Wenn für das Theater gölte, daß Ende gpoliert und der andere fräht, jener sich in Bojitur führte unsere Streisspielleitung dieses Spiel in 6: 5( 4: 3). ASV. hat demnach doch noch Ausplastische Figur gegenüberstellt. Wenn der eine Int Einvernehmen mit der Bundesspielleitung ASV. über Danubia nach härtestem Stampje mit alles gut" bedeutet, so könnte man nach den beiden Abschlußabenden in der Kleinen Bühne und stellt und in die Bruſt wirft, während dieser sich Schneeberg i. Sa. durch, um dem Bund eine Uebersicht, den Meistertitel zu erringen. – Zweite Stlasse: im großen Haus befriedigt und versöhnt Bilanz krümmt und duckt, werden die beiden zum Symbol sicht über das für die Olympiade zur Verfügung Westbahn- Fünfhaus geg. Textilarbeiter 6: 2( 3: 1). machen. Es muß aber leider gesagt werden, daß des ländlichen Klassenkampfes, der den realen stehende Spielermaterial zu vermitteln. So wie in Mit diesem Siege wurde Westbahn- Fünfhaus Weiein guter Abschluß noch keine gute Saison macht Hintergrund der sentimentalen Geschichte bildet, und den früheren Spielen wurde unsere Mannschaft ster. Sonstige Ergebnisse: Red Star gegen Union und höchstens beweist, daß es bei einigem guten beide spielen ihre Männer so, daß die Versöhnung troh größerer Feldüberlegenheit geschlagen. Unsere 14 13: 7( 7: 2); Frauen: Red Star gegen TextilWillen auch anders gegangen wäre. Für die Kleine den unüberwindlichen Gegensatz nur schwach retu- Elf war durch das unentschuldigte Fernbleiben des arbeiter 11: 1( 6: 0), Aspangbahn gegen Tertiischiert; es ist teine Klaffenversöhnung, teine Dorf nominierten Mittelläufers( von Kleinaugesd) zu arbeiter 7: 0( 4: 0). gemeinschaft", die aus der Heirat resultiert; das einer Umstellung gezwungen, die den Sturm in Feuer glimmt weiter. Zweier- Radball- Bardesmeisterschaft der österseiner Schlagkraft stark beeinträchtigte. Dieses un reichischen Arbeiter- Radfahrer. Bei den Senioren entschuldigte Fernbleiben ist eine gehörige Bortion errang wiederum Freiheit Wien 17 1( vertreten Interesselosigkeit, die auf das schärfste zu rügen ist. durch Swoboda- Bluma) mit 11 Buniten und einem Umjomehr, als zwei Genossen, direkt von der Nacht- Torverhältnis von 41:18 den Meistertitel. Die schicht und ein dritter Genosse trok Unwohlsein( er Meisterschaft der Junioren holte sich Linz( Edsbrach die ganze Fahrt) und Abredens, sich dem Streis taler- Reintaler) mit 6 Punkten und einem Tor zur Verfügung stellte. Diese Dinge seien nicht als verhältnis von 16: 8. Entschuldigung für die Niederlage angeführt. Wir wollen damit nur dartun, mit welchen Umständen Kreis und Bund bei Aufstellungen von Ver- Ein blamebles Jubiläumsspiel des DFV. Im bandsmannschaften zu kämpfen haben. Es darf auch Ausfiger Stadion fand Sonntag aus Anlaß des 20nicht Wunder nehmen, wenn die maßgebenden Fat- jährigen Bestandes des DFV. ein Jubiläums- Austoren immer wieder zu den alten und bewährten wabispiel statt. Als Gegner der VerbandsmannLeuten zurückgreifen, denn hier ist eben Verläßlich- ichaft hatte man sich eine Wiener Auswahlmannfeit und Interesse vorhanden. Nun einiges zum schaft verschrieben. Bevor man noch die Vertreter Spiel selbst. Zur Begrüßung hatte sich ein Stadt Wiens namentlich fannte, wurde schon die Reflame vertreter eingefunden. Gegen 5000 Menschen um trommel träftig gerührt und mit den letzten Erfolgaben einen Platz, der bei uns für ein Länderspiel gen der Wiener über Schottland und Deutschland niemals in Frage fäme. Steinig und voll Schlacke, arg Schindluder getrieben. Zwar Tam nach Aufsig gab es öfters Staubwolken, daß man kaum die nicht die Garnitur der Artisten, doch genügte auch Spieler sah. Zwei Tore bei uns und eins bei Sachsen die dritte Garnitur, um die Mannen des wurden auch in dieser Atmosphäre" geboren. DFV. zu schlagen. 5: 3 lautete das Endresultat, Die erste Halbzeit zeigt ein ziemlich ausge- nachdem es bei Halbzeit noch 1: 1 stand. Und daß glichenes Spiel. Unsere Halfreihe„ schwimmt", die man um deine Ausrede für die Niederlage verlegen Verteidigung ist mit Arbeit dadurch überladen. ist, hat man den Torhüter Horchröder vom DSV. Trozdem ist die erste Viertelstunde unser Kreis ton-| Brünn die Schuld zugemessen. Trotten, die Wieangebend. Zwei Ecken und ein Tor sind die Aus- ner haben den Sieg vollauf verdient. beute. Sachsen kommt nun langsam auf, begünstigt Sonstige Ergebnisse. Die Prager Slavia beteidurch das schwache Spiel unseres Mittelläufers, ligte sich an einem Turnier des Wiener Rapid und ohne aber die Verteidigung überspielen zu können. gewann, wenn auch nicht imponierend: gegen Hakoah In der 22. Minute versucht der Rechtsaußen von 2: 0 und gegen Rapid 2: 1( 0: 1); Hatoah gegen Sa. einen Schuß. Unser Torer wirft sich dagegen, Legia Warschau 2: 2 und Rapid gegen Legia 5: 2. doch wird der Ball vom Verteidiger ins eigene Tor Die Prager Sparta gondolt im Nouden herum gelenkt. Das Spiel wird nun ausgeglichen. In der in feiert" gegen unbekannte Größen Haushohe 29. Minute erzielt Sa. sein zweites Tor. Vom Anstoß Siege- Ramen tun nichts zur Sache. Das weg zieht unser Sturm los und schon heißt es 2: 2. Wiener Team gastierte Montag in Pardubitz und Arkadij A wertschentos„ Doppelgän ger" iſt eine späte Stopie des Gogolischen Revisors. Die nächsten Minuten liegen unsere Spieler wieder schlug die Städtemannschaft 4: 1.- Stockholm: doch Sa. kann ein Tor erzielen.( Unter Schweden geg. Dänemark 3: 1( 0: 1). nur daß es bei Awertschento äußerlich: Momente in Front Staub und darüber Hallogeschrei des Publikums.) Rumänien gegen Jugoslawien 4: 2( 1: 1): dami: Agram: find, die zu der Berwechslung Anlaß geben, während Zwei Minuten später fällt der Ausgleich unter dengewann Rumänien den Balkancup. die Rolle des Revisors nicht nur fomisch, sondern Es muß aber nun, da der neue Direktor fest felben Umständen. Die letzten Minuten ist wieder berg: 1. FC. gegen SpVgg. Fürth 2: 1( 1: 1), eber fatirish gefehen ist. Göt spielte den HochStaples, der für den Ingenieur Saifem gehalten engagiert ist( der Theaterverein hatte übrigens, vie Sa. int Angriff und fann es auch das Resultat aut rantfurt: Hertha Berlin gegen Rot Weiß 5: 4 wird und sich in den Doppelgänger so einlebt, daß ich nun zeigt, feit Wochen nicht mehr die Wahl, 4: 3 bringen. Inder zweiten Hälfte begeht unsere Verteidier but schließlich noch den Schreibtisch plündert, sondern war Herrn Dr. Gger einseitig verpflichtet), meit Wis and Charme, stellenweise vielleicht ein doch nochmals ausgesprochen werden, daß die Ergung abermals cinen schweren Fehler, der uns wenig übertreibend, aber im großen ganzen doch nennung eines Direktors ohne Ausschrei- wieder ein Tor kostet. Nun spielt aber unsere Elf Leichtathletik- Länderfämps für Frauen Deutschlandmit bezwingender Komit. Die Rolle des Original- bung der Stelle das ganze Maß von Ahnungs- beffer und Sa. kommt zeitweise nicht über die Hälfte. Frankreich, der in Paris ausgetragen wuide, geSaijeev, der nach und nach inne wird, was vor- osigkeit und Gottvertrauen offenbart, mit dem Doch sind die Schüsse der Unseren zu schwach oder lang es Frl. Heublein( Teutschland) mit ei.com gegangen ist, fällt gegen die des Doppelgängers diefer Theaterverein sein Institut lentt. Es ist ein ungenau oder wird vor dem Sa.- Tor kombiniert. Wurf von 12.88 Meter einen neuen Weltrekord aufgegangen ist, fällt gegen die des Doppelgängers öffentliches Geheimnis, daß unter den allfälligen Die vereinzelten Borstöße der Sa. sind gefährlicher, zustellen; der alte, gleichfalls von ihr erzielte, benatürlich ab. Sonst spielte nur eiter eine gute Standidaten für die Prager Direktorstelle mindestens weil sie eben gleich schießen. Sie können dadurch trug 12.85 Meter. Den Länderkampf gewannen Episode, während die übrige Besetzung schwach er- ewei mit ersten Qualitäten gewesen wären: Sein noch ein sechstes Tor und einige Eden erzielen, die Deutschen mit 54.5: 43.5 Punkten. Bogen. In Brüssel gelangte die EuropaDer Heiratsantrag" von Tschechon rich Fischer( Berlin), dem ein künstlerischer Ruf während unsere feinen herzhaften Schuß anbringen. murbe in der Steinen Büyne vor Jahren einmal vorauseilt, der zum Unterschied von dem des Herrn met Toren der Unseren verweigert der Schieds- Meisterschaft im Weltergewicht zwischen dem Begier Eger auch die vom Theaterverein ausgeschlossene richter wegen angeblichen Abseits die Anerkennung, Roth und dem Italiener Venturi zum Ausich glaube von Wiener Gästen gespielt. Die Aufnahme in den einen Zyklus ift froßdent zu Seffentlichkeit längst erreicht hat, ein Theaterführer, wie er von der Abseitsregel überhaupt ganz eigen- trag. Sieger wurde Roth, der in dem 15 Rundenbegrüßen. Sie gibt Renner Gelegenheit zu einer em man das Vertrauen entgegenbringen tönnte, tümliche Auslegungen hatte. Ein Elfmeter gegen fampf verdienter Punktefieger blieb. wirklichen Meisterleistung, die zu feinen besten bas herr Dr. Eger sich erst enverben muß, und Sa. wird schlecht plagiert. Mit einemt schußkräftigen Rollen zählt. Der Natalia der Frau Ondra Direktor Gellner( München), der als Organisator Stürmer hätte Sa. eine derbe Niederlage nicht bermangeit es dagegen an Temperament, das in dieser und Bühnenleiter in Deutschland seinesgleichen hindern können. Das Publikum sehr objektiv, war sucht. Beide Tenner die Prager Berhältnisse zur mit dem Ausgang nicht ganz einverstanden. Wir Rolle so starf cle möglich aufgetragen werden müßte. Schr gut war der Vater des Herrn Genüge, um auch in diesem Punkte mit Eger auch nicht. Aber im Fußball entscheiden Tore. fonkurrieren zu können. Welche Aquisition müßte Sachsen hat eben mehr erzielt und dadurch geDudel. Hoffentlich sind diese Einakter dem ISpielplan nicht verloren. Es bleibt auf jeden Fall der Theaterverein mit seinem neuen Mann gemacht wonnen. zu bedauern, toß sie als letzte Novität der Saison hoben, wenn sie die von Anfang erfolgte Ausichaltung dieser beiden Kandidaturen rechtfertigen herausgekommen find. Sollte!? Scherenreich bejest. fchien. ( 3: 2)! Nine Neuer Frauen- Weltreford im Kugelioßen. Em -Der Vertrauensmann liest die Tribüne Monatsschrift für Arbeiterpolitik und Arbeiterkultur. Die Tribüne" unterrichtet den sozialistischen Vertrauensmanu über die aktuellen Probleme des internationalen Sozialismus, der Oekonomie und der Kulturpolitik. Jahresbezug 40 Kč. vierjährlich 10 Kč, Einzelheite 4 Kč. sea. Volksbuchhandlung der direkt durch die Verwaltung im Prag H.. Nekazanka 18. Herausgeber: Siegfried Taub. Sherrebatteur: Wilbelm tenet. Berantwortlicher Repakteur: Dr. Emil Strauß. Brag. Prud: Nota-.- G. iü: Zeitung und Buchdruck. Brag. Für den Drud verantwortlich: Otto Solit. Prag. Sie Beitungsmarkenfcantatur wurde von der Bon u. ZelegraphenDirektion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1990 bewillig. Wiener Arbeiterfußball. Red Star gegen Hu manitas Heizhaus 5: 0( 0: 0), Germania 14 gegen Von Dr. Eger weiß man, daß er ehedent ein Triotron 3: 1( 2: 1), Nordwin gegen Columbia 21 Der Doppelfelbstmord", Softheater geleitet, fragwürdige Dramen geschrieben 2: 1( 1: 0), Phönig Schwechat gegen Donau 3: 2 eine der vielen Bauernpossen Anzengrubers, bar und beim Großherzog von Hessen in Gunst( 2: 1), Union 14 gegen Tonaufeld 6: 0( 2: 0), Nuß Bestellungen durch den Vertrauensmann, die Schriftenabteilun itcht, literarisch bewertet, tief water den Einattern stand; daß er dann in Hamburg Direktor war dorfer AC. gegen Sturm Hainburg 3: 2( 2: 1). Gogols oder Tschecholos, bedeutet aber für den ein und dort wie weit es seine Schuld war, sei Arbeiter- Fußbellauswahlspicle in Neunkirchen. tönigen Spielplan des Deusschen Theaters inumer dahingestell: eine Trünimerstätte hinterlassen Sonntag fand in Neunkirchen ein großes Sportfest hin eine erfreuliche Bereicherung. Anzengrubers hat; daß er die Berliner Festwochen orgu statt, bei dem zwei Fußball- Auswah spiele zum AusDramatif, der geistige Niederschlag des österreichi mijient hat, die eines der größten Debacles der Aera trag gelangten. Das Städtespiel Wiener Neustadt schen Liberalismus der 70er und 80er Jahre, ist Böß waren, und daß er bei Reinhardt eine gegen Neunkirchen endete unentschieden 2: 2( 0: 1). Tange genug überschät: worden. Was er den ge- Funktion bekleidet hat, die anscheinend weder künft- Im Hauptspiel gewann ein Team der Südostgruppe Vildeteren Bauern und den Wiener Sleinbürgern lerischer noch organisatorischer Art war. Er galt( Neustadt- Ternitz) gegen die Südgruppe( Aygersgeboten hat und was durchaus ihres Geistes war, Vielen als der Verbindungsmann Reinhardts zu dorf- Siebenhirten) 5: 2( 2: 0). flach, sentimental, oft grobichlädytig und fast schon rechtsstehenden Finanzfreisen. Aher wäre Eger Zwei neue Astö- Bestleistungen. Bei dem ant albern, darf nicht mit der Wiener Volkskunst, von selbst bei Reinhardt ein erster Mann im Orchester Sonntag in Wien stattgefundenen Leichtathletikder er die Techiti bezogen hat, mit Nestroy und gewesen, so wäre das noch lange kein Beweis dafür, Vierklubkampf, der von den Vereinen ASV., Red Raimund auf eine Stufe gestellt werden. Seine deh er der für Prag geeignete Direktor ist. Denn Star, WAT. 12 und St. Pölten bestritten wurde, Philosophie der Wurstigkeit steht so tief unter weder die künstlerischen noch die geschäftlichen erzielten im Stugelstoßen für Frauen Genossin Nestroys Steptizismus wie seine Sprache unter der Methoden des Reinhardsschen Theaterbetriebes fön- Nowat( Red Star) mit 9.02 Meter und im 800Nestroys steht. Er hat die Weltanschauung des nen dem Theater helfen. Und wäre Herr Eger in Meter- Laufen für Sportler der Genosse Erdinger Liberalismus dem Wiener Sumpertum mundgerecht dem Sinne Reinhardtianer, daß er geschäftlich mit 1: 59.2 min. neue Astö- Bestleistungen.- Den und eben dadurch späteren Geschlechtern ungenießbar schwimmen und aus einem Krach in den andern zu Vierklubkampf gewann ASV. mit 105% Punkten. gemacht. Aber i wußte um die Sentiments der steuern verstünde persönlich insmer gesichert Theaterbesucher doch so weit Bescheid, daß er wirk- während er künstlerisch bluffte und experimentierte, fame Szenen zu bauen, große Motive abzuwandeln fo hätten wir just das, was dem Theater noch zum derstand. In einem reicheren Spielplan würde er völligen Ruin fehlt. Herr Dr. Eger wird sich also mar nicht fehlen, in dem armseligen des Prager in beiden Bunfien, als Geschäftsmann und als Deufchen Theaters ist er ein Höhepunkt. tünstlerischer Leiter des Prager Deutschen Theaters, Die Ausführung, von Stadier lebendig und erst bewähren müssen. Hätte er in Konkurren; geplastisch geniert( bis auf das sonderbare Bühnen- ffanden, so wären ihm unserer Ansicht nach die oben þild des letzten Aftes: was soll eine Sennhütte in genannten Eventualkandidaten vielleicht auch sonst einer Steintviste? Ein bisserl Gras tönnte da nicht noch der eine oder andere vorzuziehen gewesen. Der schaden), durch die Müllersche Musil der Theaterverein hat es für gut befunden, selbstherrlich Operette nahegebracht, war von einigen Protego- und ohne Befragung der Oeffentlichkeit den neuen nisten getragen, denen die andern willig folgten. Difeftor zu bestimmen, wahrscheinlich in dem BeDa ist vor allem das Väterpaar Rösner- wußtsein, bieber ja auch immer den richtigen, erPhysikalisch- diätetisches Sanatorium KLEISCHE bei Aussig Neuzeitliche Einrichtungen. Telefon Aussig 303. ,, UNION" Prospekt. Portland- Zementfabriks- Aktiengesellschaft in Bratislava. Zentralverkaufsstelle: Bratislava, Mostová ul. 6. 1045 Modern eingerichtete Drehofen- Anlage. Fabrik: Stupava. Erzeugt wird: Ia. Portland- ement mit den für hochwertige Portland- Zemente vorgeschriebenen Festigkeiten und hochwertiger frühhochfester Portland- Zement mit besonders hohen Festigkeilen.