Gingefpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung Prag, I., Nelajanta 18. Telephone: Sagesredattion: 26795, 31469. Radtrebattion: 2678% Poftschedamt: 57544 Jnferate werden laut Tar billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowatischen Republit. Mittwoch, 8. Juli 1931 Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: .. Ke 16.48.. @t" 96.192.monatlich vierfeljährlich halbjährig ganzjährig Rüdstellung von Manutripten erfolgt nur bei Ein sendung der Retourmarfen. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich frith. Nr. 157. Friedrich Austerlitz In der ganzen siatischen Welt wird den die Partei hervorgebracht hat. Er war Sprache, an deren meisterhafter Vollendung| Parteifunktionär führte. Er lag, in der Glutdie Kunde, daß der Chefredakteur der Arbei auch ein ausgezeichneter Redner, und, wer je zu arbeiten er nie aufhörte. Darum las e bize schwer atmend, im Bett. Plötzlich, über ter- Zeitung", Friedrich Austerlis, ge- mals im Banne seiner Rede stand, der wußte, viel und es gab kaum ein Gebiet, das ihm Nacht, hat mich das Alter überfallen!" begann er. storben ist, tiefste Trauer, bei allen, die ihn daß er nicht minder ein Meister des gespro- nicht ,, Mein Herz läßt aus!" Ich versuchte, ihn zu lebendigstes Interesse abgewonnen gefannt haben, namenlosen Schmerz hervor- chenen Wortes war. Leicht strömten ihm die hätte. Als Jurist war er ein Laie, wenigstens Sauptursache seiner Beschwerden, die jetzt auch trösten. Die drückende schwüle Luft sei wohl die rufen. Unfaßbar, daß er, dessen übermensch Gedanken und Bilder zu, äzend scharf sein fein zünftiger Rechtsgelehrter, aber es gibi die anderen Menschen haben. Wenn es regnet liche Arbeitskraft bis in die allerletzten Tage Spott, logisch klar, überzeugend und mitrei wenige Juristen, die so gründlich die Geseze und kühler wird, werde es gleich besser werden. ungebrochen war, den schleichende Krankheit Bend waren Aufbau und Inhalt seiner Rede, kennen wie er. Auf dem Gebiete des Prez- Er schien auf den Gedanken einzugehen. Dann nie zu verfolgen schien, von uns gegangen ist, doch die stärkere Neigung trieb ihn zum rechtes, des Inlandes sowohl wie des Aus- lobte er das Krankenhaus und die Fürsorge, mit plöglich, unvermittelt, niedergerissen vom Tode Schreibtisch. Er schrieb und schrieb, jeden landes, war Friedrich Austerlitz unbestritten der man sich um ihn fümmere. Das Gespräch wie ein vom Blike getroffener Baum. Noch Abend saß er in der Redaktion bis tief in die Autorität. Auf Grund seiner Begabung und wendete sich der Politik zu. Ich bin so benom am Mittwoch hat Friedrich Austerlitz in der Nacht und oft bis in die Morgenstunden, nie seiner immensen Arbeitsleistung hätte Auster- men, ich kann nicht lesen. Ich habe Bücher und Redaktion der Arbeiter Zeitung", die er fühlte er sich erschöpft, abgefämpft. Vom litz bei großen bürgerlichen Blättern leicht zählen Sie mir doch, was los ist!" Wir sprachen Zeitungen hier, aber ich kann nicht lesen. Er ,, Arbeiter- Zeitung", sechsunddreißig Jahre mit nie erlahmender Schreibtisch aus führte er den Kampf und nie eine glänzend bezahlte leitende Stelle erhalten über die aktuellen Ereignisse und ich erzählte von Frische geleitet hat, mit voller Energie ge- war es ihm genug, was er leistete, am liebsten fönnen, er blieb treu bei der Partei, obwohl unseren Absichten für die nächsten Tage. Als ich arbeitet, erst als infolge der bei ihm start hätte er die Zeitung von der ersten bis zur diese lange Jahrzehnte hindurch nach einem dabei erwähnte, daß der Nationalrat wohl noch fortgeschrittenen Arteriosklerose dunkle Schat letzten Zeile allein geschrieben. Bevor Auster Worte Viktor Adlers ihre Redakteure vorwie- vierzehn Tage versammelt sein werde, unterbrach ten des nahenden Todes ihn umlagerten, ent- lis Journalist wurde, war er Handlungs gend ,, nur mit Ehre" bezahlen konnte, denn er mich plötzlich mit den Worten: In vierzehn schloß er sich über dringenden Rat seiner gehilfe. Im liberalen Kaufmännischen Verein die Arbeiter- Zeitung" war arm und ohne Tagen bin ich schon tot." Ich versuchte, ihn ausFreunde, sich in ärztliche Behandlung ins fiel er bald durch seine Reden auf. Es war der ausreichende Mittel gegründet worden. Sein lachen und seinen Pessimismus wieder zu ver scheuchen. Immer wieder mahnte ich ihn zur städtische Krankenhaus zu begeben, wo er in große unvergeßbare Führer und Menschenten Leben gehörte der Idee des Sozialismus, ibe Geduld. Er solle den Aerzten folgen und jetzt der Nacht von Samstag auf Sonntag entner Viktor Adler, der, wie manches andere hat er mehr als ein Menschenalter lang bis einmal ruhig im Bette liegen bleiben und sich schlafen ist. Gewiß hatte er schon vordem An- Talent, auch jenes von Friedrich Austerlit zum letzten Atemzuge gedient, uncigennügia. feine Sorgen machen, damit er zum Internazeichen von Schwäche infolge seines erlahmen entdeckte und es der Partei dienstbar zu mit seinen prächtigen Fähigkeiten und dessen tionalen Kongreß wieder frisch sei. Er antwortete den Herzens verspürt, aber nicht einmal seine machen verstand. Als Journalist wurde weiß ihm die gesamte sozialistische Arbeiter nur mit einem Seufzer. Wir sprachen dann sibber engite Umgebung wußte davon, und er, dieser Austerlitz einer der Lehrer, neben Adler der schaft heißen, innigsten Dank! persönliche Dinge. Schließlich fragte ich ihn, ob leidenschaftliche Fanatiker der Arbeit, gönnte bedeutendste, an der Schule, die von Viktor Der leidenschaftliche Rechtssinn, von dem ich irgend etwas für ihn tun fönne, ob er irgendwelche Wünsche habe. Die Frage war ganz harm fich bis zum letzten Augenblick, da er noch die Adler begründet wurde und deren Erziehungs alles Tun des Genossen Austerlitz geleitet los gemeint. Er schien sie tiefer aufzufassen und Feder halten konnte und sein reger Geist ihm erfolge in der österreichischen Partei und war, ließ ihn, obwohl nach dem Kriege der jagte mit starter Stimme:„ Ich habe keine Gedanken zutrug, feine Ruhe. Von ihm fann mit Stolz sei es gejagt auch in unserer organisatorische Zusammenhang zwischen den Wünsche, ich danke Ihnen!" gesagt werden, daß er buchstäblich in den Sie Partei nachwirken. Viktor Adler, Zeit seines österreichischen und den deutschen Arbeitern Er drückte mir zum Abschied die Hand und len gestorben ist, gestorben nach einemt beispiel- Lebens auch schriftstellerisch tätig, stets in in der Tschechoslowakei gelöst wurde, an den erhob dann, während ich zur Tür ging, den Arm los arbeits- und kampfreichen Leben, gefallen innigstem Kontakt mit der Zeitung und Bar Geschicken dieser bis in die allerjüngste Zeit noch einmal zum Winken. Erschüttert blieb ich wie ein Soldat in der Schlacht. tei, mußte den Wert der Arbeiterpresse als hinein lebhaftesten Anteil nehmen. Ueber alle an der Tür noch einen Augenblick stehen. Der Mit Friedrich Austerlitz ist eine einzig- Waffe und politisches Erziehungsmittel voll politischen Geschehnisse bei uns war er auf das im Bett, den Oberkörper immer wieder ein wenig artige Persönlichkeit nicht nur der österreichiau schäßen und als im Jahre 1895 die beste und bis in die kleinsten Details unter aufrichtend. Es war, als ob er noch einmal den schen Sozialdemokratie, sondern der sozialisti beiter- Zeitung" aus einem dreimal wöchent richtet und seine Sympathie für unsere Bar Kampf mit dem Tode aufnehmen wollte, der ihn ichen Internationale überhaupt dahingegan lich erscheinenden Blatte in ein Tagblatt um tei und ihre Kämpfe brachte er zahlreiche Male schon umflammert hielt. Aber der siegreiche gen. Die österreichische Partei hat durch sein gewandelt wurde, war Adler bestrebt, der durch Beiträge in unserem Blatte zum Aus- Rämpfer unterlag diesmal... Dahinscheiden einen unermeßlichen Verlust Zeitung einen Redaktionsstab zu geben, der drud. Wie faum ein Zweiter verstand er es, Das Herz hat ausgelassen, dessen glutvolle erlitten, einen weit größeren, als der großen geeignet schien, sie zu dem zu machen, was durch die scharfen, blizenden Pfeile des ge Leidenschaft der Partei jahrzehntelang unendlich Masse der Parteigenossen im Augenblid piei ihm vorschwebte: zu einem Blatte, das für die schriebenen Wortes die Gegner zu treffen und viel gegeben. Der Mund ist verstummt, der der leicht bewußt sein wird, denn obwohl er durch Arbeiter und Angestellten schneidig geschrieben doch fam bei ihm alles, Empörung und Zorn, beredteste Verkünder des Sozialismus war. mehr als ein Menschenalter unschäßbores für war, das aber auch der politischen Schulung aus einem weichen, grundgütigen Herzen, das die Partei geleistet hat, stand er in ihr doch der Vertrauensmänner und darüber hinaus fich feinem Hilfesuchenden und Bedrängten nicht an einer allzu sichtbaren Stelle, auch sein der Gewinnung von Beachtung und Einfluß verschloß. *: * An der Bahre Friedrich Austerlit'. Robert Danneberg. ¥ Wir Setzer und Austerlitz. Unser allverehrter Meister war einer bo. Tic Alter und abnehmendem Augenlicht er trug bei der Arbeit meistens doppelte Brillenschlecht und immer schlechter wurde, ja, daß es eine Kunst wurde, sie überhaupt zu lesen! Doch gab es immer einen Stab von Seher und Korrektoren, die ihren Ehrgeiz dareinsetzten, sein Manuskript furz gesagt, den Austerlit" zu lesen, ja fast fließend zu lesen. Der Anfän öffentliches Auftreten im politischen Leben in den Kreisen des Bürgertums dienen sollte. Ein großer Mensch ist dabingegangen, jenen Journalisten, die sich mit der seelenlosen war, im Vergleich zu seiner sonstigen Tätig Daß die Arbeiter- Zeitung" dieses Ziel in ein Herz, deffen einzige große Liebe die Liebe Schreibmaschine nicht befreunden können. Beit, ein beschränktes, er hatte nicht den Ehr mustergültiger Weise zu erreichen vermochte, zur Sache der arbeitenden Menschheit war, Legion von Artikeln, Notizen, Gloffen, die er geiz, im Rampenlicht der politischen Bühne zu daß sie der Parteipresse des In- und Aus hat zu schlagen aufgehört. Die Erinnerung an während seines ganzen, unendlich schaffensfreu stehen, ihm lag nichts an der Nennung seines landes als Vorbild diente und daß sie Jahr ihn, den Mann der reinsten Gesinnung und digen Lebens geschrieben hatte, floß ihm vom Ge Namens. Die motorische Kraft seines Wirkens zehntelang das beste aller Arbeiterblätter den stablharten Kämpfer aber wird allen jo- hirn direkt in die Hand und in die Feder. Was war der einzige Ehrgeiz, den er hatte, der blieb, ist in erster Linie Friedrich Austerlizzialistischen Arbeitern als ein heiliges Feuer Wunder, daß seine Schrift mit zunehmendem Bartei, der Arbeiterklasse zu dienen von der zu verdanken, den Adler mit der Chefredaktion dauernd voranleuchten! Stelle aus, von der er dies infolge seiner Be- des neuen Tagblattes betraute. Ihr, der gabung und Fähigkeiten am wirksamsten, Arbeiter- Zeitung", hat Austerlitz alle seine besten und erfolgreichsten konnte, das war in Kräfte und die waren keine geringen der Redaktionsstube. Es ist ganz unmöglich, gewidmet, für ihren Aufstieg arbeitete er int Rahmen eines Nachrufes für diesen wahr Tage und Nächte, ihr diente er und er machte haft großen Menschen, seine Lebensarbeit sie zu einer großen, vielgelesenen Tageszeiauf diesem Gebiete auch mir annähernd zu tung, die schon im alten Desterreich bedentenwürdigendas muß der Geschichtsschreibung den Einfluß im politischen Leben ausübte und vorbehalten bleiben. Nur die Aelteren in der die der österreichischen Arbeiterschaft, aber Partei, dazu gehören auch viele, die gegen auch uns allen Lehrmeisterin gewesen ist. wärtig in den Reihen der Deutschen Sozial Austerlitz hat ungeheuer viel geschrieben, demokratie in der Tschechoslowakischeit Rebu dennoch wird ihn niemand in wegwerfendent blik stehen und die mit den österreichischen Ge- Sinne einen Vielschreiber zu nennen wagen. nossen viele Jahrzehnte in engster Gemein Er war unglaublich produktiv, es war geradeschaft standen, könnten sie voll ermessen. Und zu eine dämonische Kraft, die ihn trieb, aber fie jagen es sich zerrissenen Herzens: ein immer schrieb er aus dem Vollen und alles Großer der Arbeiterbewegung, ein vorbild licher Charakter, ein edler Mensch, eine Ar beitskraft von gigantischen Ausmaßen ist von uns gegangen! Manchmal aber kam es vor, daß der erDie Arbeiter Zeitung" gedentt ihres toten Chefs in ihren legten Ausgaben an verschie- ger freilich hatte seine liebe Not... denen Stellen. Sie läßt seine alten Freunde, feine jungen Mitarbeiter und Schüler zu Worte fahrenste Setzer und der grautöpfigste Korrektor tommen. Die große schöpferische Natur Frich etwas nicht lesen fonnte. Da half nichts: man rich Austerlig' hai jo vielen vieles gegeben, mußte unseren Chef persönlich fragen. Wir mach ten uns gern den Spaß und schickten ihm einen daß an seiner Lahre jeder, der ihn gefannt Neuling, den Austerlitz noch nicht kannte, hinhat, der mit ihm in Berührung gefommen über. Wenn jener nun um die Bedeutung des war, etwas zu sagen hat, das dem Bilde des unleserlichen Wortes fragte, las es ihm Austerlitz Unbergeßlichen einen neuen Zug verleiht. Wir ohne Stocken fließend vor und fragte ihn in fröh drucken im folgenden nach, was Gen. Danne lich- grober Weise: Was sind Sie denn für ein berg über feinen letzten Besuch bei Auster Setzer, daß Sie das nicht lesen können?" und was ein Genosse aus der Druckerei der „ Arbeiter- Zeitung" über Austerlitz und die Setzer erzählt. hatte Wucht und Bedeutung. Der Journaliſt schreibt für den Tag, oft haften seiner Arbeit Flüchtigkeiten an. Bei Austerlitz war das inte der Fall. Er hatte ein feines Sprachgefühl, er Friedrich Austerlitz war Parteijournalist. ging wie Viktor Adler davon aus, daß nur das Darin lag seine Stärke und Bedeutung. Und beste und vollkommenste für den Arbeiterleser Samstag nachmittags besuchte ich Freund er war ein glänzender Schreiber, der beste und gut genug sei und er schrieb darum in einer Austerlitz im städtischen Krankenhaus. Es war vielseitigste, aber auch der arbeitsfreudigste, edlen, reinen, flaren, scharfgeschliffenen das letzte Gespräch, das Austerlitz mit einem Letter Beinch. Ganz verdattert kam das Greenhorn zurück und schwor, daß er in seinem Leben nicht mehr zu dem Alten" gehen werde, lieber setze er einen Unsinn hinein. Die andern aber, die den edlen Kern in der rauhen Schale unseres Austerlitz fannten, bogen sich vor Lachen... Mußte aber einer von den technischen Mitarbeitern, die Austerlitz schon jahre und jahr. wine 2 Mittwoch, 8. Juli 1981. Nr. 157. zehntelang fannte, wegen eines unleserlichen gesinnung auch bei diesem Anlaß zum Ausdrud nicht verzeihen, und es verdient hervorgehoben benn in der Betaltung so traurig bestellt? Eine Wortes oder eines unvollständigen Sazes um bringen muß, indem sie, durchaus mit jener Jm zu werden, daß der Wind von dieser Seite weht. gange Reihe von Basten, die nicht dazu gehören, Auskunft gehen, dann fragte der Chef sehr ruhig, potenz des Ausdrucks, die den Sohn nachfalbadern Das Gesetz, das die Presse zwang, entgeltliche sind da einbezogen. Und nicht zuletzt ist es ein sehr bescheiden: Was habe ich denn schon wie- läßt, was der Vater einst gemurmelt und ge- Anzeigen fenntlich zu machen, hat der Neuen Politikum. Es ist leider so, daß noch immer diese der verbrochen, mein Lieber?" Und nach der Auf- schrien hat, Austerlig als einen negativen" Freien Presse" gewaltige geldliche Verluste zu Einflüsse, gegen die wir seit vielen Jahren anflärung entließ er ihn mit höflichem Dank. Könner hinzustellen sucht, der nicht aufbauen gefügt, die sie sonst aus unlauteren Quellen gestämpfen, sich zum Schaden des Unternehmens und fonnte( Aufbauen" ist das Lieblingsschlagwort schöpft hatte. Daß Außerlik hier negierend" und ber gesamten Deffentlichkeit auswirken. Man hat im Hause Beneditt, man versteht darunter das zerstörend" eingegriffen hat, das verzeiht sie ihm moch immer nicht begreifen wollen, daß es volts. strupellose Raffen und Zusammenscharren von auch an seiner Bahre nicht, ihn aber ehr die wirtschaftliche Interessen sind, die in der EisenReichtümern). Besonders beim Preßgese Feinschaft der eklen Preßdirne, für die er zeit- bahnverwaltung beobachtet werden und darin liegt habe sich gezeigt, daß Austerlitz nicht aufbauen lebens nur Verachtung übrig hatte. es mit, daß wir immer tiefer ins Glend geraten. fonnte. Dieses Preßgesetz kann sie ihm freilich| Wir haben seit Jahren gefordert, daß im Zentralbertwaltungsausschuß auch die Vertreter der Bediensteten zu Worte tommen, haben aber auch hier feststellen müssen, daß man für die ganz selbstverStändliche Forderung fein Berständnis besitzt. Arich bie Bürgerlichen haben sich mit Aenderungen in Der Verwaltung beschäftigt. Herr Dr. Kram ář, Biele tausende Zeilen seiner geistvollen, fernhaften, wigsprühenden Artikel haben wir der Leserschaft vermittelt und jetzt, jetzt werden wir die vertraute Handschrift, die uns oft Rätsel aufgegeben hat und die wir troßdem, und viel leicht gerade deshalb, licbgewonnen hatten, nicht mehr sehen... A. T. Aus den Nachruien der bürgerlichen Presse. Der Eisenbahner- Verbandstag in Brünn. Berichte. Referat Grünzner. Neuwahlen. Kenntnis der wirtschaftlichen und politischen ZuAuch die bürgerliche Presse widmet dem Genossen Austerlitz im allgemeinen würdige Brünn, 7. Juli.( Eigenbericht. Der Ver-] Wir stehen jetzt in einer Aftion, die darauf der frühere Ersparungskommissär, hat vorgeschla und ehrende Nachrufe. Sie stellt übereinstimmend bandstag unserer Eisenbahner wurde am Sonn- gerichtet ist, Orbung in die Wirtschaft unserer gen, daß man einen Generaldirektor einfest, daß er ein Gegner war, mit dem es immer tag und Montag fortgefeßt. Der prächtige Geist, Eisenbahnen zu bringen und da ist es erforderlich, setzt. Dadurch vermeint Dr. Kramář die Politik schiver, aber immer ehrenvoll war, die Kelinge der unsere freigewerkschaftlichen Eisenbahner daß wir so wie bisher mit unseren tschechischen aus der Gisenbahnverwaltung auszuschalten. Wir zu freuzen. So schreibt sogar das christlich schon immer ausgezeichnet hat, ist auch auf die Kollegen diese Aktion gemeinsam weiterführen. glauben, daß bies lein brauchbares Rezept ist. soziale„ Wiener Montagsblatt": sem Verbandstag neuerdings zum Ausdrud ge- Eine der schwierigsten und dringendsten For Denn wir erinnern uns noch an seine ErsparungsWie sein nicht alltägliches Lebensbild zeigt, kommen. Wer die Berichte, die hochstehende De- derungen war die Angleichung der Alt- und vorschläge. Nicht weniger als 25.000 Eisenbahner hat sich Friedrich Austerlitz aus kleinen Anfängen batte, die von dem starken Klassenbewußtsein Reupensionisten. Alle Regierungen haben sollten entlassen werden. haben sollten entlassen werden. Die Eisenbahner haben mit zäher Energie zu Wissen und Stellung und der Eisenbahner Zeugnis gab, mitanhörte, der diese Forderungen hinausgeschoben, haben sie ver- verstanden, worum es ging. Und wir fönnen nicht zu einer der markantesten politischen und publi- mußte die Ueberzeugung gewinnen, daß hier eine schleppt und so schweres Unrecht an den betroffenen glauben, nach all den Erfahrungen, die wir gezistischen Persönlichkeiten Oesterreichs emporgerun- Garde altbewährter Kämpfer zusammengefom- Menschen verübt. Erst durch die Teilnahme der macht haben, daß sich bei den Nationaldemokraten gen. Im politischen Kampf, seit dem Umsturz zu- men war, die in jahrzehntelanger, gewerkschaft- sosialdemokratischen Parteien ist es ermöglicht wor- und bei den anderen bürgerlichen Parteien eine mal, war der Name Austerlit einer der licher Arbeit, zähe und mutig dem gesteckten den. daß zumindest ein Teil dieses Unrechtes und ideelle Umstellung vollzogen hat. Ihre Bestrebun meistgenannten und meist umkämpften. Aust e r- 3iel zustrebt. da nur in hartem Kampfe mit dem Bürgerrum gen, die Eisenbahnen der Privatwirtschaft zuzuTig und Arbeiter Zeitung" waren Den Höhepunkt des Verbandstages bildete gutgemacht werde. Bezeichnend war es doch, daß führen und sie der öffentlichen Verwaltung zut zu identischen Begriffen geworden, aber das großangelegte Referat des Genossen Abg. selbst im Voranschlag 1990, den der Bürgerblod entziehen, find alles andere denn die Bestätigung sveifellos hat vieles, besonders in den legten Grünzner über noch fertiggestellt hatte, leine einzige Strone für dafür. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Jahren, zu Unrecht die Person getroffen, was Organisation und Taktik", diese Zwecke eingesetzt war. Sie können also er Verwaltung demokratisiert werden muß, gegen das Blatt gezielt war. Sein Name hat das ungeteilte Aufmerksamkeit fand und dem fich sehen, was von den ganzen schönen Reden der daß sie nicht allein der Bürokratie ausgeliefert irgendwie eine Art Entpersönlichung erfahren und eine Debatte anschloß, die von dem tiefen Ver- Bürgerlichen zu halten ist und gleichzeitig auch, bleibe, daß die Bediensteten darin vertreten sind. war geradezu zu einem Schlagwort geworden, als ständnis Zeugnis ablegte, das die Vertrauens- daß dieses Bürgertum immer noch mit der Ver- Das ist nicht allein unsere Forderung. Die Interdessen Hauptmerkmal man unerbittlichen und rüd- männer der Eisenbahner den großen wirtschaft- geßlichkeit und der Kurzsichtigkeit der Arbeiterschaft national Transportarbeiter Föderation hat vor jichtslosen Kampf meinte. Wohl die Mehrzah! lichen und politischen Fragen entgegenbringen. pekuliert. Selbstverständlich sind wir auch mit dem Madrider Kongreß die Forderung aufgestellt, jener, denen dieser Name so oft aus der Feder gefloffen oder über die Lippen gekommen ist, haben bericht unter anderem aus: Grünzner führte in seinem Tätigkeits- diefen Teillösungen nicht zufrieden. Unfore For daß die einzelnen Vertreter der Verbände bei ihren derungen gehen dahin, daß alle Schäden, die den Regierungen dahin wirken, daß überall Vertreter dessen Träger persönlich nicht gekannt, aber die Zvei Perioden unterscheiben wir in unserer Arbeitern und Angestellten zugefügt wurden, gut der Bediensteten zum Unternehmerfongreß aller meisten von ihnen waren sich, ob sie es sich ein Tätigkeit in der Berichtszeit. Während wir zu gemacht werden und wenn wir jetzt alle die Dinge Länder zugezogen werden. gestanden oder nicht, bewußt, daß dieser Name Beginn in feiner Aktion vonwärts famen, hat aus cufrollen, dann in der Ueberzeugung, daß nur Die Erfahrungen und vor allem die Ere doch mehr war als ein Begriff, daß hinter ihm das Jahr 1990 in vielen Fragen Fortschritte durch die tätige Mitarbeit der Sozialdemokraten die eine starke Persönlichkeit stand, ein Mann von sammenhänge zeigen uns, unier welch schweren zweifellosem Format und ein ganz hervorragender gebracht, Fortschritte, die vor allem auf die ge- Behandlung dieser Frager möglich ist. änderte politische Lage zurückzuführen sind. Bis Geburtstehen die neue Gesellschaftsordnung ge Rönner. Am Montag wurden die Verhandlungen boren wird. Und wir wissen auch, daß die Umgegen Ende des Jahres 1929 hat das Bürgerbum allein den Staatsapparat beherrscht, seine Bestre mit dem Referate des Genossen Abg. Grünzner warblung nicht über Nacht tommen wird und daß bungen waren stets gegen die Interessen der über Organisation und Tafiit" fortgelegt. es hanter und schwerer Stämpfe bedürfen wird, bis Arbeiterschaft und Angestellten gerichtet, so daß Er führte unter anderem aus: Vorausschiden fann aus der anarchistischen Produktionsmethode des diese Zeit eine Beriode des unausgesezten ich, daß wir mit allen freigewerkschaftlichen Orga Repitalismus die Planwirtschaft der sozialistischen Abbaues der sozialpolitischen Ein- nisationen in der Zentralgewertschaftskommission Gesellschaft erstehen wird. Unsere Aufgabe ist es, rich bat gen bedeutete. Erst durch den Eintritt und mit unseren tschechischen Genossen das Proletariat geistig und physisch kampffähig zu der sozialdemokratischen Parteien war es möglich, susammenarbeiten und alle Aktionen ge- machen und zu erhalten, unsere Aufgabe ist es, alle nicht nur für Eisenbahner und Staatsangestellte, meinsam durchführen. In der Gewerkschaftsbete- Vorkehrungen zu treffen, daß die Arbeiterklasse in Im Berliner Tageblatt" schreibt sondern auch für die Arbeiterschaft eine gange Reihe gung gilt auch weiterhin der Grundsatz, daß nur allen geschichtlichen Entwicklungsphasen den an sie R. O. einen längeren Artikel, der mit folgendem von nicht zu unterschätzenden Forderungen durch in der gemeinsamen zielbewußten Arbeit der gestellten Forderungen gewachsen ist. Davin sind Urteil über Austerlik beginnt: gesetzliche Maßnahmen durchzusehen. Durch die Weg zu suchen ist, den wir als freigewerkschaftliche wir uns alle einig. Ich möchte aber auch ein Ein großer Journalist ist gestorben, dessen sozialdemokratischen Parteien mußte in der neuen Eisenbahner zu gehen haben. Ich muß es aber auch pear Worte zu den in der heutigen Krise von Tod zu betrauern, dessen Andenken zu ehren, die Regierung vor allem dahin Vorsorge getroffen aussprechen, daß diese Arbeit unfruchtbar wäre, vielen Indifferenten und von der Erkenntnis der wir nicht die Unterstützung der ursächlichen Zusammenhänge nicht erfüllten Menschen Journalisten aller Sprachen und aller Richtungen werden, daß die Menschen, die durch die Kerife wenn Anlaß haben. Noch nicht siebzig Jahre alt ist aus dem Produktionsprozeß ausgeschicben wurden, ogialdemokratischen Parteient hätten. wieder gepriesenen Diftatu nanpreisungen jagen. Ob Es gibt eine gange Reihe von Angelegenheiten, diese Dinge nun von links oder von rechts propaFriedrich Austerlig, seit faft vierzig Jahren Chef- nicht ins Elend gestoßen werden. redakteur der Wiener Arbeiter- Zeitung", mitten Die reaktionären Gesetze, auch die Gesetze be- die gerade jetzt, wo in aller Welt Versuche unter- giert werden, in beiden Fällen geht es aus der Arbeit weggeholt worden. Das Schicksal treffend der Verschlechterung unserer Lebenshaltung nommen werden, die Lebenshaltung unserer Fach- darum, die Arbeiterschaft noch weiter hat ihm keinen Lebensabend geschenkt; es hat tym find während der Bürgerblodregierung auch von kollegen und überhaupt aller Staatsangestellten zu su entrechten. Dort, wo die Arbeiterklasse die Bitterkeit erspart, beiseite stehen zu müssen, den deutschen Ministern unterschrieben verschlechtern, auch bei uns aktuell sind. Ich ver- auch politisch entrechte: ist, dort kann sie nicht vorzuzusehen, daß ein anderer an dem Platz saß, an worden. Die Arbeiterschaft und die Eisenbahner weise nur auf die Verwaltung unserer Eisene wärts kommen, dort ist sie zum Helotentum verdem er mit allen Fasern hing. Zu bedauern sind haben das alles nicht vergessen. Unser Kampfbahnen. Die hohe Bürokratie hat kein Verständnis urteilt. Wir alle sind davor überzeugt, daß der die, die ihn verloren, das Land Desterreich, die richtet sich ja vor allem gegen das Gehaltsgesetz für unsere Forderungen. Bei der Demonstration Kampf der Arbeiterllaffe heute so geführt werden Arbeiterpartei, seine. Stollegen. Nicht er selbst: für arb für eine Reihe von Uebergangsforderungen, am 4. Juni haben wir vor der gesamten Ceffent muß, daß sie ihre Wachstellung immer mehr stärkt den arbeitenden Menschen gibt es fein besseres für die Systemisierung und dabei sind wir allein lichkeit ausgesprochen, was es zu tun gibt. Bei und durch die Einflußnahme auf die Bestimmung Ende, als so wie er mitten aus dem Drang der und müssen uns auf unsere Straft verlassen. Durch Verhandlungen an den zuständigen Stellen hat der Dinge im Staate den gerechten Forderungen Taten weggeholt zu werden. die Mitarbeit der sozialdemokratischen Barteien erft nian aber auch jetzt noch immer nicht jenes Ber- ihrer Klasse entspricht. Worauf wir unsere Stämpfe einstellen müſſent, Eine Ausnahme macht nur die Neue ist es möglich geworden, daß alle diese Fragen zu stärbris, das zur Beseitigung der Mißstände in Freie Presse", die ihre dredige Bürger- mindest einer Teillösung zugeführt werden. er. Verwaltung erforderlich ist. Warum ist es das ist die herabsozung der Arbeitszeit. Wir waren gezwungen, seine Meinungen und öfter auch seine Methoden zu bekämpfen, aber wir wollen anerkennen, daß er stets der Idee, zu der er sich bekannte, dienen wollte, mag er sich dabei auch manchmal im leidenschaftlichen Drang des Tagesgefechtes in der Wahl der Mittel vergrissen haben. Vor dem Totenbett des Gegners, dem wir so oft in vorderster Kampfesfront gegenübergestanden sind, senken wir den Degen. ( Nachdruck verboten.) 13 Pfeile aus dem Jenseits.erfeszt und ich schlug noch immer. Die Schlange Von Hans- Herbert Varien. Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. ,, Rein Schmarren! Freddy immer mutig! Freddy nicht wissen, was feige. Freddy ein Löwen herz. Aber was sollen tun, wenn Pfeil kommen aus Simmel... aus Erde... aus Baum.. aus Wasser Freddy rennen, wohin er will überall komunten nach Wenn Freddy tau chen unter Wasser... Pfeil kommen nach Wenn Freddy lönnten fliegen in der Luft wie Vogel Pfeil kommen nach..." „ Einen Dreck wird er tun. Und warum sollte er bas auch tun?" " Er fun so bestimmt wie Freddy ein schwarze Saut hat. Er tun, wenn Freddy sich lassen nicht beißen von Schlange freiwillig Teufel ihn lenfen... Teufel nicht wollen verlieren sein Opfer... Teufel mit allen Augen um Freddy Teufelsaugen in Rästchen... Teufelsaugen laufen nach... immer hinter Freddy her immer hinterher... sagen: laffen dich beißen! ... laffen dich beißen... Nein, Freddy können nicht warten, bis Pfeil kommen... Augen befehlen... befehlen Freddy müssen gehorchen.. gehorchen ,, So! So?.. Freddy müssen gehorchen?" schrie ich in gräßlicher Wut über soviel Beerheit, Aberglauben und unverstand " Ich lief zur Wand und riß eine Nilpferdpeitsche von der Wand. Freddy sah mich mit entfegten Augen aut. Jah riß das Kästchen hervor. Ich stieß den Deckel herunter. Zischend fuhr ein nackter, platter, züngelnder Kopf hervor Meine Nilpferdpeitsche fauste. Ich schlug in rajender Wut auf das schwarze Biest ein. Einj :* wilder Taumel hatte mich erfaßt. Ich schlug und seinem furchtbaren Inhalt in mein Hane geschlug. Der schwarze Schlangenleib war schon lange fommen? Diese Da- ri- hags verstanden es, einem auf war eine leblose breiige Masse. die Nerven zu fallen. Na, bald würde ich den Bar Freddy hatte bei dem letzten Wutausbruch schen das alles heimzahlen. Mit Zius und Zinsesaufgefehn. Aber er blieb in seiner Hockenden, gleichzins. mütigen Stellung. Ihn schien nichts mehr aufzu regen. Er sagte nur jetzt ohne jeden Klang in der Stimme: ,, Nun wird mich der Pfeil aus dem Jenseits treffen!" " 1 Dann entgehst du wenigstens dem furcht baren Gift dieser schwarzen Viper!" schrie ich ihn wütend über seine Starrköpfigkeit an. Es kam eine Antwort, die ich nicht erwartet hatte: ,, Die Pfeile aus dem Jenseits sein vergiften mit gleichen Gift von schwarzen Schlangen. Das von Teufel! Das sein Gift von Teufel! Und Pfeile jein fein richtigen Schlangen! Das ſein Kinder von Teufel haben alle Teufelgift im Bauch." „ Das ist alles Quatsch! Irgendeiner deiner Brüder hat dir dies freundliche Biest gebracht. Und wenn dich ein Pfeil trifft, so mordet dich einer deiner Satansbrüder...!" schrie ich wütend. Aber Freddy blieb starrköpfig. Wie sollen schwarze Brüder können schießen mit Pfeilen, die nicht so groß sein einmal wie fleine Finger an Sahibs Hand. Gibt keine Sehne, womit man fönnen schießen so kleine Pfeile... können nur Teufel... können nix Menschen... nir schwarze Haut und nig weiße Haut können. nur Teufel lönnen..." Auf meinem Nachhauseweg mußte ich mich häufig umschauen. Ich hatte das Gefühl, als würde ich irgendwie belauert. Ein paar Mal war es mir, als blidten mich aus Büschen tüdische Augen an. Einmal schlug ich mit meinem Stock nach einer Mangrove. Waren da nicht Augen gewesen? Aber es war nichts! Wer sollte mich auch belauern? Hier wagte sich kein Da- ri- hag her. Selbst mörder waren die Kerle denn doch noch nicht. ich stehen. Narrten mich meine Augen? Unterlag ich einer Halluzination? Dort lagen die Bläne... Meine Handschrift! Die Zeichnungen? Ja! Zum Henter! Da waren Zeichnungen... Aber das waren nicht meine Zeichnungen.. Da waren Linien und Striche... Aber dort, wo die Zeichnungen des Dschandels, der Berge, der Flüsse, der VerFraze... stede gewesen waren, war jetzt eine... Die Teufelsfrage der Da- ri- hags Es waren meine Bogen mit meiner Handschrift... aber die Zeichnungen waren nicht von mir. Von meinen Zeichnungen war jede Spur auf dem Papier verschwunden. War da nicht ein höhnisches Gekicher? schaft wuchs vor meinem Fenster in die Höhe. Ich fuhr herum. Nichts war zu sehen. Son Zu Hause machte ich eine Entdeckung, die mich aber doch stubig machte. Ich hatte einen fleinen nenglast wob durch den Raum. Draußen hämbei unserer Strafexpedition gegen die Da- ri- hags Aber starrten mich nicht aus dem Palmenschaft Tresor, in dem ich die Pläne aufbewahrte, die wir merte ein Specht. Papageien schrien. Ein Palmenverwerten wollten. Es waren jene Zeichnungen, Augen an? Höhnische, kalte, lauernde Augen? die ich mit Hilfe von Freddys Erzählungen, von Wand sich eine Schlange an dem Schaft hoch? Den geheimen Verstecken der Da- ri- hag angefertigt Wand sich eine Schlange an dem Schaft hoch? hatte. Diese Zeichnungen waren aus dem verfchlof die geringste Spur irgendwelcher Gewalttat. Die senen Tresor verschwunden. Der Tresor zeigte nicht bluffel trug ich um den Hals. Niemand konnte an den Tresor also herangekommen sein. Ich war wie vom Donner gerührt! Wo waren die Pläne geblieben? Zum Teufel! Wo waren sie? Freddy? Es war ausgeschlossen! Von der Brust konnten mir die Schlüssel nicht genommen fein. Auch nicht im Schlaf. Ich wache bei der leisesten Berührung auf. Mit einem Nachschlüssel entIch gab es im Augenblick auf, Freddy zu be fehren. Ich ging zum Kommando. Ich zog Ertun digungen ein, ob irgendwo ein Da- ri- hag gesehen worden war. Aber die Auskunft war negativ. Rir- wendet? gendwo war ein Da- ri- hag gesehen worden. Sie hatten sich auch noch nie direkt bis in unsere Nie derlassungen hineingewagt. Sie: vären auch nie lebend bis zu unserer Station gekommen.. Wie war also dies verdammte Kästchen mit Aber das war feine Niggerarbeit. Auf fo etwas verstand sich kein Reger. Und ein Weißer? Es gab teinen Weißen, der nicht den Da- ri- hag die evige Verdammnis geivünscht hätte. Als ich aber an meinen Schreibtisch trat, blieb Ich stürzte zum Fenster? Da war keine Schlange! Nichts war zu sehen. Da waren keine Augen! Da war feine Schlange! Freddy! Freddy!" Freddy schwankte herein. War hier jemand?" " Nein, Sahib!" Hier sein nig... nig...! Hier sein fein Mensch gewesen und sein auch jetzt teiner.. " Aber was suchen deine Augen, Freddy? Du fuchst etwas? Jrgend etwas ist hier nicht in Ordnung! Freddy schwieg. Sein Kopf sant fast bis auf die Erde. ,, Sier waren Diebe, Freddy!" ,, Nix Diebe. Freddy alleine im Haufe Freddy alles sehen und hören... Hier nie Diebe Freddy haben schwere gun"... Diebe laufen weg vor ,, gun" Nr. 157. onholtender Beifall.) die Grüße der Parteibertretung und verMittwoch, 8. Juli 1931. Der Verbandstag der öffentlichen Angestellten. Seite 3 von Rednern auf die vielen Uebelstände in cr öffentlichen Verwaltung verwiesen wurde. Genosse Ratschinta fonnte in seinen Schlußworte auf die volle Einmütigkeit hinweisen, die der Ver. bandstag in der Frage des Kampses um die Besserstellung der öffentlichen Angestellten an den Tag gelegt hat. Die vorgelegten Anträge wurden sodann era Zum nächsten Punkt der Tagesordnung, ter Heilfonds betraf, referierte der Verbandsobmann Genosse reschel, der sich in eingehender Weise mit den großen Mängeln dieser Institution beschäftigte. Der Heilfonds besteht bereits 5 Jahre und die Die vielen technischen Errungenschaften der letzten Jahre haben Millionen Arbeitsfräfte bei der hohen Arbeitszeit überflüssig gemacht. Und die Technit wird nicht stille stehen. Die vielen Millionen arbeitslejer Menschen wieder in den ProduktionsBrünn.( Eigenbericht.) Im festlich geschmück-| dieser Beziehung beschlossen wurde, durchgeführt prozeß einzureihen, ihnen Brot und Lebensmöglichten Saale des Schubertbundparkes wurde am worden ist. Sodann berichtete der Verbandskassier Preu feit zu geben, das ist die große Aufgabe, die uns Sonntag, vormittags der 6. ordentliche Ver allen gestellt ist und die wir lösen müssen. Alle bandstag der öffentlichen Angestellten eröffnet. er über die Finanglage des Verbandes. Kräfte für diesen großen Kampf bereitzustellen, das Die Bedeutung dieser Tagung wird durch die In der den Berichten folgenden Debatte wurde Tedigt. ist auch die Aufgabe unseres Verbandes.( Lang Teilnahme der vielen Gastdelegierten des Aus- auf die wiederholt in bürgerlichen Blättern, zuletzt landes und der vielen Vertreter der tschechischen im Brünner Tagesbote" unternommenen AnAngestelltenorganisationen sowie jener der Zen- griffe auf die Sozialversicherungsbeamten hinge den Unter lebhaftem Beifall sprach Gen. Grün 3- tralgewerkschaftskommission Reichenberg angewies enund gegen diese Verhezungsversuche einner der unermüdlichen Arbeit des Genossen Dr. schlossenen Verbände ersichtlich. Die Bestrebungen gehend Stellung genommen. Czech und der tschechischen Genossen Meißner der Staatsverwaltungen, den öffentlichen und und Bechyně ten Tank aus und wies auf die Staatsangestellten in der Zeit der Wirtschaftskatschinka zu dem Punkt Nach der Mittagspause erstattete Genosse bevorstehenden großen Kämpfe hin, die mehr als trise die fargen Entlohnungen zu verschlechtern, sonst die Zusammenfassung aller Sträfte notwendig die Lebenshaltung dieser großen Schichte der Be,, Novellierung des Gehaltsgefeßes" mache.( Lebhafter Beifall.) völkerung herabzudrücken, hat den Beratungen ein ausführliches Referat: Das Gesetz 103 hat letzten 2 Jahre brachten statt Verbesserungen nur Sodann überbrachte Senator Gen. Nießner dieser Tagung besondere Aufmerksamkeit gebracht. bei niemandem besondere Freude ausgelöst, hat die Verschlechterungen. Die großen Mängel liegen Der Verbandstag wurde mit einem Frei- öffentlichen Angestellten um Vorteile gebracht, die vor allem in der Beitragsleistung von 2 Prozen:. ficherte, daß die Partei jederzeit die Interessen der heitschor, den der Sängerbund des Arbeiterbil- durch die früher geführten Stämpfe errungen waren. Man würde sich aber gegen diese Beitragsleistung Eisenbahner vertreten werde und überzeugt sei, daß dungsvereines in Brünn zum Vortrag brachte, Vor allem ist es die Frage der Zeitborrüf- nicht so sträuben, wenn man nicht wüßte, daß die die Eisenbahner auch weiterhin in altbewährter eingeleitet. Darauf begrüßte der Vorsitzende des tung, die uns beschäftigt. Nach dem Umsturz Abzüge vielfach gar nicht an den Heilfonds abgeMit dem Fonds wird aber auch Treue für die Gesamtinteressen der Arbeiterklasse Verbandstages, reschel, die vielen Delegier fonnten die Angestellten und Beamten mit einiger führt werden. Kämpfen werden.( Lebhafter Beifall.) ten und die Gäste, vor allem die ausländischen Beruhigung der Zukunft entgegenblicken. Zukunft entgegenblicken. Die biel Mißbrauch getrieben. Ein Kapitel für Den Berwaltungsbericht erstattete erstattete Genosse Vertreter. Vertreten waren die Zentralgeverf Bürgerblodregierung hat so wie auch sich ist die Familienversicherung. Es gibt Baul. Aus seinem Bericht war ersichtlich, daß die schaftskommission und der Reichsverband der auf anderen Gebieten des öffentlichen Lebens und um 50 Prozent mehr Familienversicherte, als direkt Wirtschaftstvise auch die Organisation der Eisen- deutschen Krankenversicherungsanstalten durch der Berwaltung auch den öffentlichen Angestellten Versicherte. Genosse Kreschel tam weiter auf die im Heilfonds, fichnen nicht verschont hat. Dennoch ist es ge- Genossen Dennoch ist es ge- Genossen Abg. Schäfer, die Streisgewert um erworbene Rechte gebracht. Vor allem wurde mangelhafte Kontrolle hungen, den Mitgliederstand zu erhöhen und den schaftstommission Brünn durch Genossen 3 e cha, die Zeitvorrüdung beseitigt und an ihre Stelle ferner auf die Aerztetarise und Weggebühren der Verpflichtungen, die dem Verband gestellt sind, der Klub der Abgeordneten und Senatoren durch trat das vielbekämpfte System der Ernennung. An Aerzte zu sprechen. nachzukommen. Sen. Genossen Polach, die tschechischen Ver Stelle der Zeitborrüdung hat man die Proter- Nach der Abstimmung einiger Anträge wurde bände( Svaz samosprávných, státních veřej- tionswirtschaft gejetzt und mit den Phrasen die Tagung geschlossen und auf Montag vertagt. der Um halb 20 Uhr fand im Saale des Schubert Aus dem Bericht der Mandatprüfungs- ných zaměstnanců und Svaz veřejných von der Verwendbarkeit und Verläßlichkeit Somarission ist ersichtlich, daß sich ant Berzaměstnanců) durch Veselit, Janičet und Angesicllten und Beamten hat man ein System bundes eine Fest feier statt. bandstage 128 Ortebelegierte, die Mitglieder des mikuláš et, die Sdružení zaměstnanců eingesch, das sowohl in moralischer als auch in men. pojištoven durch Gen. Kříž, vom Ver- rechtlicher Beziehung schwere Schäden anrichtet. Verbandsvorstandes und eine ganze Reihe von band der Eisenbahner Genosse Ceeh, aus dem Das in früheren Jahren praktizierte Unwesen der Gastdelegierten beteiligten. Ausland der Präsident der Internationale Ge- Denunziation ist wieder eingerissen und noise Faltenberg, vom österreichischen Verband nicht mehr die Erwägungen der Gerechtigkeit, jonDen Berichten folgte eine bis in die späten Nationalrat Gen. I anizty und Peter dern des Protettionismus sind bei den Vorrüdun Nachmittagsstunden währende Debatte. Reach silka, vom Reichsverband der österreichischen gen maßgebend. Die Beamtenschaft kann nicht mehr den Schlußworten der Referenten wurden sodann Gemeindeangestellten die Gen. Ing. Rummo wie früher sich ganz dem öffentlichen Wohle Die Anträge fast zur Gänge einstimmig erledigt. Ier, Schuller, Frühwirt und Strobel, widmen, sondern ist durch die Einführung dieses vom niederländischen Verband Luberti und Systems in die Zwangslage versetzt worden, LiebeNach dem beifällig aufgenommenen Referate französischen Verband Charles Laurent. Nach der dienereien gegenüber der hohen Bürokratie an den des Genossen Abg. Grünzner wurde die Debatte Begrüßung der Gäste gedachte der Vorsitzende in Tag zu legen. Dadurch aber auch erleben wir sur Sprache. Siezu referierte Gen. Büscher, der abgeführt, in der eine ganze Reihe von Ver- einer vom Verbandstag stehend angehörten jegt, daß die Klagen über unsere öffentliche Ver. a. folgendes ausführte:„ Das Gejez bedeutet trauensmännern das Wort ergriff. Unter anderem Kundgebung der Toten des Verbandes. Abg. waltung überhand nehmen, daß die Bürokratie unstreitig einen gewissen Fortschritt. Gänzlich prach auch der Vertreter des Einheitsverbandes Schäfer überbrachte sodann die Grüße der 3G schalten und walten fann und daß tausende ungenügend ist aber die festgeschte Höhe der Bede Eisenbahner in Deutschland, Genosse Scheffel, und des Reichsverbandes der deutschen Kranten und tausende Menschen. das Bertrauen jüge. Ein Anfänger erhält z. B. 150 K monatlich, also pro Stunde 72 Heller. Der Höchstbezug ist der die reichsdeutschen Verhältnisse eingehend schil versicherungsanstalten, von den tschechischen Verterte und feststellte, daß die Direktion der Reichs- bänden sprachen Veselý und Mikulášef, von der unserer öffentlichen Verwaltung ein Stundenlohn von 2.76 K für einen Angeberloren haben. Durch das Gesetz wurden in einer Kreisgewerkschaftskommission Brünn Zecha, vom tausente Beamte schwer geschädigt und die gestellten mit 24 Dienstjahren, der aber tausente Beamte schwer geschädigt und die e Gemeinde angestellt sein muß, die mehr als 20.000 benshaltung der Angestellten auf ein Min- Einwohner besitzt. Dem entsprechend sind natürde st ma z herabgescht. Man hat auch durch ver- lich auch die Versorgungsgenüsse. Diese Gehaltsschiedene Bestimmungen den Selbſwerwaltungsförjäße sind einfach hohnsprechend und stehen mit der pern das Recht genommen, ihre sozialen Verpflich herrschenden Teuerung in keiner Weise im Ein. tungen zu erfüllen. Dadurch wurden jene Ber- flang. Es sind wohl 80 Prozent der Gemeindegeschaffen, die wir seit Jahren in der Staats- und Bezirksbediensteten durch die praktische Arbeit verwaltung so scharf berurteilen und es wird vor ſtellt. Aber in vielen Gemeinden und Bezirken allem Aufgabe der gesamten Arbeiter und Angeblieben die diesbezüglichen Berhandlungen fruchtstelltenschaft sein, durch politische Willensäußerunwerden. Der Referent fam jodann auf die gen diesen Zuständen, die ein Sohn auf die les und deshalb muß ein neues Gesetz geschaffen * * * bahn fein nachahmenswertes Mauster, darstelle. Verband der Eisenbahner Cech. In seinem Schlußworte fam Genosse Grünz ner fcdann auf die in der Tebatte angeführten Nach der Wahl der Mandats- und AntragsFragen zu sprechen und erklärte, daß der Verband prüfungsfommission erstattete der Verbandssekretär in wiederholten Fällen gegen die feinerzeit vom Genose Dr. Hahn den Bürgerblock praktizierten Persetutionsmaßnahmen Am Schlusse seiner Stellung genommen habe. Ausführungen kom Redner auch auf die im näch ften Jahre stattfindende Abrüstungstonferenz zu sprechen und erklärte unter lebhaftent Beifall der Delegierten, daß die Eisenbahner ein ganz beson deres Interesse an einem Enfolg dieser AbriftungsLonferenz haben. Vertrauen ausspricht, erledigt. Tätigkeitsbericht. hältnisse auch bei den die Demokratie sind, ein Ende zu bereiten.( Bei* Am Montag wurde der Verbandstag mit dein Bericht Wünsch( Aussig) über die Mandatsprü jungskommission eröffnet, aus dem hervorging, daß 125 Telegierte mit anerkannten Mandaten und 21 Gäste anwesend sind. Als nächster Punkt der Tagesordnung fam die Novellierung des Gemeinde- und Bes zirksbedienstetengesezes der Organisation den Staatsangestellten gleichge Er gab eine Darstellung der großen Kämpfe, die in den legten Jahren um die Durchsetzung jener Gesetzesvorlagen, die zur Verbesserung der Lebens haltung der öffentlichen Angestellten und Pensionisten geführt wurden, und beschäftigte sich eingehend mit den parlamentarischen Aktionen, Sodann wurden noch einige Anträge, unter seit dem Eintritt der sozialistischen Parteien in fall.) Wohl haben wir durch die Mitarbeit der Systemisierung der Dienststellen, auf die Bestim diefen ein Antrag, der der Verbandsleitung das die Regierung für die Besserstellung aller Ratego- jozialdemokratischen Barteien in den letzten zwei mungen über die Arbeitszeit zu sprechen und berien der öffentlichen Angestellten und insbesondere Jahren Erfolge aufzuweisen gehabt, doch sind fonte, daß auch die Vorschriften über die RuheAm Nachmittag wurden jobann die in Bor für die Altpensionisten durchgeführt wurden. Durch auch bei uns sowie in anderen Staaten Bestre. und Versorgungsgenüsse nobelliert werden müssen. Nach ciner längeren Tebatte, in der bejon schlag gebrachten Statutenänderungen beraten und die zähe und mit aller Leidenschaft geführten bungen vorhanden, die darauf abzielen, eine wei angenommen. Nachher berichtete Genosse Schneider Kämpfe der sozialistischen Parteien ist es gelungen, tere Verschlechterung der Lebenshaltung der öffent- ders über die schlechte Stellung der Straßen. für die Wahlkommission und wurden die in Vor- in der Beit der schweren Wirtschaftskrise für die lichen Angestellten herbeizuführen. Wenn dies bis- marter heftig lage geführt wurde, wurden schlag gebrachten Genossen einstimmig gewählt. Vor- öffentlichen Angestellten den 18. Monatsgehalt und her nicht in offener Form zum Durchbruch tom- einige diesbezügliche Anträge erledigt. sigender ist wiedemunt Genosse Schöder. für einen Großteil der Altpensionisten eine beden- men konnte, so ist das der Tätigkeit der tende Besserstellung zu erringen. Wir wissen ja sozialistischen Barteien zu danken. Doch Nach den Neuwahlen wurde die statutenmäßige alle, daß der Kampf um die vollständige Durch wir wissen nicht, wie sich die Generalversammlung abgehalten, worauf fegung unserer Forderungen weitergeführt werden der Verbandstag von Genossen Schöder mit Dantes muß. Auch die Fragen unserer Krankenversicherung worten an die Delegierten und die Brünner Gast- der Heilfond ist noch lange nicht das, was geber geschlossen. Mit dem„ Lied der Arbeit" und wir anstreben müssen einer Lösung zugeführt Herzlichen Freundschaftsrufen wurde der schöne und werden. Durch die unermüdliche und raftlose Arbeit des einmütig berlantfene Verbandtag jobann beendet. Sozialdemokratischen Fürsorgeministers Dr. Die Neuwahlen. Czech wurden eine Reihe wichtiger Vorlagen er Eine größere Anzahl der Delegierien unterledigt. Soweit unsere organisatorischen Fragen in fall.) Zum Verbandsobmann wurde wieber Genoffe Nach der Berlesung der Anirage wurde sodann nahnt nach Beendigung des Verbandstages eine Betracht kommen, fann ich freudig feststellen, dağ Mazochafahrt. alles, was auf unserem letzten Verbandstage in die Debatte abgeführt, in der von einer Reihe Richard Kreschel( Reichenberg) gewählt, was * Austerlitz' Lebensgang. 1 Es wurde sodann die Neuwahl der Vec Dinge ändern bandsleitung und der Kontrollkommission vorgekönnen. Es wird Aufgabe aller öffentlichen An- nommen, Während von den Mitgliedern die Stimmgestellten sein, ihr ganges Augenmerk auf diese settel ausgefüllt wurden, erstattete Genosse Dr. Frage zu richten und zu verhindern, daß diese Hahn Bericht zu Punkt 6 der Tagesordnung: Bestrebungen in die Tat umgesetzt werden. Die Organisationsfragen". Die Mitgliedsbeiträge verbleiben daher in Angriffspläne, die da geschmiedet werden, werden den schärften Widerstand aller öffentlichen Ange- gleicher Höhe. stefften begegnen.( Lang anhaltender, lebhafter Beischwenkte, wurde Austerlitz immer mehr zum Zeitung" in den Vordergrund des Kampfes um gründlichsten Kennern des Straf- und VerFührer der marxistischen Angestelltengruppe. Es die Wahlreform zu stellen. Es ist bekannt, daß fassungsrechtes. Seine Artikel über Strafrechtswurde beschlossen, eine Fachzeitung Der Hand- Austerlig im Wahlrechtskampf der intimite Be- fälle und Fehlentscheidungen von Gerichten ers lungsgehilfe" herauszugeben, deren Redakteur rater Viktor Adlers war und daß er auch auf die regten allgemeines Aufsehen. Zu seinen hervor Friedrich Austerlitz ist am 26. April 1862 in Austerlik wurde. Schon die ersten Artikel, die er parlamentarische Führung des Kampfes den ragendsten Leistungen auf diesem Gebiet gehören stärksten Einfluß übte. Austerlitz war damals die Artikel für Louise Koburg und den vom MiSochlieben bei Jungbunzlau in Böhmen schrieb, erregten Aufsehen. geboren, er stand also im siebzigsten Lebens- Zu denen, die auf Austerlitz aufmerksam fchon seit einer Reihe von Jahren Barlaments- litärgericht verurteilten Hauptmann Geza von Matassich, ferner seine Artikel für die berühmte jahr. Austerlit entstammte einer armten Familie wurden, gehörte auch Dr. Viktor Adler, der berichterstatter. Im alten Desterreich hat Austerlit kein poli- Schauspielerin Odilon. Ebenso erfolgreich war und fonnte nur Volksschulunterricht genießen. Austerlitz zur Mitarbeit an der dreimal wöchent Mit vierzehn Jahren fam er als Kaufmannslehrlich erscheinenden Arbeiter- Zeitung" heranzog. tisches Mandat angenommen, um sich vollständig Austerlitz in seinem Kampf um die Abschaffung ling nach Böhmisch Leipa; er nahm dann Schon nach dem ersten Artikel, den Austerliß in der Leitung der Arbeiter- Zeitung" widmen zu des Zeitungsstempels, die er in einer dreitägigen eine Stelle als Handlungsgehilfe in Jung- der Arbeiter- Zeitung" schrieb, setzte Viktor Adler fönnen. Erst im Jahre 1919 wurde Austerlitz journalistischen Attacke dem Herrenhaus abzwang. der bunzlau, später in Innsbrud und dann in Wien in sozialdemokratischen Parteivertretung als Abgeordneter des Wahlkreises Ottakring- m Krieg führte Austerlitz trotz der Militärzenan. In Wien war er bei mehreren Firmen tätig. durch, daß Austerlitz in aller Form zum ständi Rudolfsheim- Hernals in die konstituierende Na- fur einen mutigen Kampf gegen die Uebergriffe Austerlitz hatte frühzeitig starke literarische In- gen Mitarbeiter bestellt wurde. Während er noch tionalversammlung gewählt. Dem Nationalrat der Militärjustiz. Bis in die letzten Wochen bewahrte Austerteressen. Er gehörte als junger Mann zu den als Prokurist tätig war, arbeitete er bereits bis gehörte Austerlitz bis zum Oktober 1930 an. Bei häufigsten und bekanntesten Stehplazbesuchern in die späten Nachtstunden für die Arbeiter- Zei- ben letzten Wahlen hat er auf eine Wiederwahl lit seine volle Arbeitskraft. Vor wenigen Wochen des alten Burgtheaters. In dieser Zeit fesselte tung". In diese Zeit fällt bereits das An- verzichtet, um jüngeren Kräften Plaz zu machen. nahm er als Vertreter der österreichischen Sozialihn die Philosophie Schopenhauers. Sehr bald schwellen der sozialdemokratischen Wahlrechts- Im Nationalrat hat Austerlitz vor allem an zwei demokratie am Leipziger Parteitag der deutschen verdrängten jedoch politische Interessen seine bewegung, die mit der Einbringung der Taaffe- großen Gesezwerken mitgewirft: Er war parla- Bruderpartei teil und hielt dort eine große Rede literarischen Neigungen. 1890 trat er mit einer schen Wahlreform im Jahre 1893 ihren Höhe- mentarischer Referent für das Journalisten bei der Massenkundgebung der Leipziger Arbeiterfleinen Gruppe von Angestellten dem liberalen punkt erreichte. Austerlitz war bereits damals gesetz, das den österreichischen Journalisten schaft. Von der Reise nach Leipzig fehrte AusterWiener kaufmännischen Berein bei, wo er durch einer der journalistischen Wortführer im Wahl- vorbildlichen sozialpolitischen Schuß sichert. Im liz müde und geschwächt zurück. Trotzdem legte Jahre 1922 war Austerlitz Referent über das sich Austerlitz feinerlei Schonung auf und schrieb seine Reden bald die Aufmerksamkeit auf sich rechtskampf. Als im Jänner 1895 die Arbeiter- Zeitung" Preßgesez. Mit den Fragen des Preßrechts bis in die letzten Tage Artikel für die Arbeiterlentte. Austerlig trat sehr bald in Opposition der liberalen Unternehmer im kaufmännischen täglich zu erscheinen begann, wurde Austerlitz als und der Preßmoral hat er sich seit jeher außer Zeitung" und für deutsche Parteiblätter. Vor einigen Tagen suchte Austerlitz einen Arzt auf, Verein und führte gemeinsam mit dem späteren erster politischer Redakteur angestellt. Je mehr ordentlich intensiv beschäftigt. Austerlitz, der schon als einziger Nichtjurist der schwere Berkaltungserscheinungen feststellte. christlichsozialen Abgeordneten Julius Armann Dr. Viktor Adler der politische Führer der Partei einen immer heftigeren Kampf gegen die Unter- wurde, desto mehr übernahm Austerlitz die allei- dem Staatsgerichtshof im alten Oesterreich ange- Auf dringenden Rat seiner Freunde begab sich nehmer, bis er und Armaun aus dem faufmännige Führung des Blattes und wurde offiziell zum hört hat, gehörte dem Verfassungsgerichtshof der Austerlitz Mittwoch nachmittags in das Kranten nischen Verein ausgeschlossen wurden. So klein Chefredakteur ernannt, als Viktor Adler im Of Republit bis zum Feber 1930 an. Erst die Scho- baus der Stadt Wien. Sein Zustand verschlech diese Gruppe war, so verschieden waren die poli- tober 1905 zum Abgeordneten gewählt wurde. bersche Verfassungsreform hat Austerlitz aus dem terte sich rapid: das Herz versagte. In der Nacht tischen Meinungen, die in ihr herrschten. Wäh- Inzwischen war der Wahlrechtskampf von neuem Verfassungsgerichtshof ausgeschlossen. Austerlit, von Samstag auf Sonntag entschlief Austerlitz. rend Armann zum christlichen Sozialismus ab- entbrannt, Austerlitz verstand es, die Arbeiter- der fein gelernter Jurist war, gehörte zu den Seite 4. bon der Tagung mit langanhaltendem Beifall] quittiert wurde. Für die ausländischen Gäste ergriff dann der Obmann der Internationale, Faltenberg( Berlin) das Wort zu einer Abschiedsrede, in der er jeiner Freude über den glänzenden Verlauf der Tagung Ausdruck verlich und zum Zusammenschlusse aller Organisationen aufforderte. Mit einem Hoch auf den Verband der öffentlichen Angestellten schloß er seine Rede. Nach der Schlußrede des Verbandsobmannes Genossen reschel, die mit langanhaltendem Beifall aufgenommen wurde, schloß der Obmann die Tagung. Mittwoch, 8. Juli 1931. Der Hoover- Plan angenommen. Gestundete Annuität in zehn Jahren ab 1933 rückzahlbar. Paris, 7. Juli. Das grundsägliche Uebereinkommen zwischen Frankreich und Amerika über die Gewährung eines einjährigen Moratoriums an Deutschland wurde gestern um 28 Uhr 30 Minuten paraphiert. Zur Inkraftschung dieses grundsäglichen Uebereinkomens wird noch nachträglich ein Einvernehmen aller Signaturstaaten des Joungplanes notwendig sein. Der Fall Paul Boncour. fung " ** Nr. 157. Der„ Böltische Tag" in Ieplik verboten. Die Behörde hat den Teplitzer Hakenkreuzlern zwei Schreiben zugestellt, in denen sie ein striktes Verbot des für den 10. bis 12. Juli d. J. geplanten Völlischen Tages" sowie des Volkssportlandestreffens" in seinem gesamten Umfange ausspricht. Der Völkische Tag war für den nächsten Sonntag angesetzt und sollte programmäßig allerdings eine ganze Reihe von Veranstaltungen entnur ausnüßen, um die Demokratie zu bekämpfen, Paris, 6. Juli. Die Agentur Havas ver-] a) Eine gemeinsame Aktion der halten, die nicht gerade zur Beruhigung der Gebreitet über die Einigungsgrundlage, die die frans hauptsächlichen Zentralnotenban müter beitragen. Wenn die Behörde den Völkisösische Regierung vorgeschlagen und die ameri- fen wird durch Vermittlung der Internationa- schen Tag im letzten Moment wegen der Betanische Regierung angenommen hat, folgende len Zahlungsbank zugunsten der europädrohung der öffentlichen Sicherheit ischen Länder unternommen, die besonders und Ruhe verbietet, so erscheint uns das troNach dem vorgenommenen Meinungsaus- durch die Aussehung der Zahlungen betroffen dem noch als keine ausreichende Motivierung des Paris, Anfang Juli 1931. lausch stellte die französische Regierung fest, daß werden. Verbotes. Man müßte, um nicht den Eindruck Im Jahre 1916 erklärte Jean Paul- sie sich mit der amerikanischen Regierung über die Boncour seinen Beitritt zur französischen wesentlichen Grundsäße des Vorschlages des Präichen Frankreich und der Internationalen Zah- wie die meisten anderen nur die Sucht, zu regieb) Eine vorherige Verständigung wird zwi- eines bürokratischen Machtaktes zu haben, den sozialistischen Partei. Einer der besten Rechts- fidenten Hoover und über die nachstehend auf- lungsbank erzielt werden müssen, damit Frank- ren, zu verbieten, amtszuhandeln, dittiert hat, anwälte Frankreichs, war er auch schon einmal geführten Bestimmungen einig sei: reich den im Fall eines Young- Plan- Morato- doch wissen, aus welchen Gründen die Bes 1. Die Bezahlung der Reparariums vorgesehenen Garantiefonds nur hörden auf dem Teplitzer Völkischen Tag die Ruhe furg mit einem unwichtigen Ministerposten be= traut worden. Ein Robespierre- Kopf", sagt tionsschulden wird vom 1. Juli 1931 bis burch Monatsraten ergänze, die den jo besonders gefährdet jahen. Wir haben zu allerman von ihm: starke, interessante, ausdrucksvolle 30. Juni 1932 ausgefeßt. 2. Deutschland bezahlt jedoch den Bedürfnissen der Internationalen Zahlungsbant lest Grund, den Hakenkreuzlern beizuspringen, Gesichtszüge, denen man eine ungeheure Energie ablesen kann. Den Kopf schmüden weiße Betrag der ungeschütten Annuität; aber unter Berüdsichtigung der tatsächlich von Deutsch- wir lehnen es auch prinzipiell ab, jenen alle Verdie französische Regierung ist, soweit fie in Frage land transferierten Zahlungen entsprechen. günstigungen der Demokratie zuzugestehen, die sie lange Haare, kunstvoll gescheitelt, die diesem kommt, bereit, einzuwilligen, daß die auf diese c) Die Frage der Sachlieferungen aber wir fönnen auch behördliche Kommandoakte, Mann den Ausdruck eines großen Revolutionärs fommt, bereit, einzuwilligen, daß die auf diese verleihen, eines Volkstribunen, während er doch weise von Deutschland geleisteten Zahlungen und die verschiedenen durch die Anwendung des die in schärfstem Tone, geradezu mit dem nichts anderes ist als ein großer französischer durch die Internationale Zahlungsbank in garan- amerikanischen Vorschlages und das vorliegende Ausblick auf mögliche, so beliebte Busammen Patriot, der sich in die sozialistische Partei vertierten Bons der Deutschen Reichs- Mökommen notwendig werdenden technischen Be- stöße", und ohne die nötige Begründung gegeben irrte. Paul- Boncour ist ein glänzender Redner, bahn angelegt werden. stimmungen werden von einem Sachverstöße", einer der besten Frankreichs. Wenn er in Genf, 3. Alle suspendierten Zahlungen tändigenausschuß geprüft werden, werden, nicht ohne Widerspruch und Kritil hinwo er endlich unter der Poincaré- Regierung de- fragen unter den seitens der amerikanischen Re- wozu die interessierten Wächte Delegierte entfen nehmen. Was das Verbot der Gelbhemdenmissionierte, das Wort ergriff oder wenn er in find vom 1. Juli 1933 an in zehn Annuitäten lichen Notwendigkeiten mit dem Geist des uniform anbelangt, so ist sie freilich von den ierung angeregten Bedingungen Zinsen und den. Diese Sachverständigen werden die tatsächder Pariser Kammer spricht, dann herrscht bis Hooverschen Vorschlages in Ein- Nazi dermaßen provoziert worden, daß uns in die letzten Tribünenplätze hinein eine so vollu tilgen. kommen atemlose Stille, wie nur wenige Red4. Die gleichen Bedingungen gelten für die lang zu bringen haben. Frankreich behält das Vorgehen der Behörden in diesem Falle befich vor, von der deutschen Regierung die uner- gründet erscheint. Die militärischen Uebungen, ner sie zu erreichen wiffen. Da zählt jedes Wort. bon der Reichsbahn auszugebenden Bons. Die französische Regierung erklärt hinsicht läßlichen Sicherungen bezüglich der Aufmärsche, die Ueberfälle auf gegnerische Veran Baul- Boncour macht keine Phrasen. Was er lich dieser Bunkie, von denen sie ihrerseits an- Berwendung der Summen, die im deutschen ſtaltungen, die dauernden Provokationen der jagt, ist wert, gehört zu werden, wenn es auch erkennt, daß diese Punkte die amerikanische Re- Budget erspart werden, zu ausschließlich Gegner haben eine Atmosphäre der Unruhe gevon vielen nicht unterschrieben wird. Wenn er gierung nicht direkt betreffen, das folgende: wirtschaftlichen Zweden zu verlangen. schaffen, in der das Verbot begreiflich erscheint. sich in Genf in der vorbereitenden AbrüstungsDa die Hakenkreuzler im deutschen Turnerbund fommission zu Wort meldete, da strömten die ohnehin vertreten sind, ist ihr sogenannter, VolksJournalisten schnell mitten während der Sizung sport" eine sehr überflüssige Einrichtung. Das Verbot dagegen wäre erst zu Berlin, 7. Juli. Die Reichsregierung hat rechtfertigen, wenn die Behörden nachweisen anlaßlich des Gelingens des Hooverplanes einen fönnte, daß berechtigter Grund zu der Annahme Aufruf erlassen, in dem es heißt: der bedrohten Sicherheit vorlag. Deutschland ist auch nach Abschluß, des nanziellen Nöte überhoben. Es kann die ihm„ Bölkischen Tages", der mit dem Berbot des Feierjahres teineswegs seiner wirtschaftlichen und Der amtliche Utas bezüglich des Verbotes des verbleibenden Mittel nicht benutzen, um die" Volkssportlandestreffens" wörtlich gleichlautend Opfer, die die Regierung der Bevölkerung zu- ist, sieht folgendermaßen aus: muten mußte, bei aller Milderung gewisser Härten herabzusehen. Es darf nicht in seinen äußersten Anstrengungen zu zahlen nachlassen. * aus den anderen fünf gleichzeitig tagenden Stom- Keine Erhöhung der Militär- Ein Aufruf der Reichsregierung. Bet es deliter Tages begeert hate eft au ausgaben. miffionen heraus, um nur nicht Paul- Boncours Rede zu verfäumen. Aber seine wahre Rednergröße bewies er nicht so sehr in Genf, wo er Washington, 6. Juli.( Reuter). Die Zusiche allzu oft nur vor Gleichgesinnten spricht, auch nicht so sehr in der Kammer, sondern auf den rung, die der deutsche Reichskanzler hinsichtlich Barteitagen der französischen sozialistischen Bar- der Verwertung der aus dem Moratorium für tei. Da stand er oft zu Beginn seiner Rede allein Deutschland efließenden Vorteile gab, lautet: gegen alle, da erhob er warnend seine Stimme gegen einen zu revolutionären Ausschlag der Partei, und dann hatte er, als er von der Tribüne ging, noch stets großen Beifall, der mindestens seiner Rednergabe galt. Im Hinblick auf die in einigen Kreisen aufgetauchten Besorgnisse, daß die im deutschen Etat durch den Erlaß der Reparationszahlungen freiwerdenden Summen für eine Vermeh rung de Rüstungen verwendet werden könnten, stelle ich fest, daß eine Erhöhung der Aufwendungen für Heer und Flotte während des Feierjahres weder beabsichtigt war, noch stattfinden wird. Die gesamten Erleichterungen, die der Hoover- Plan bringen wird, werden zur Deckung des zu ewartenden Ausfalles in den Einnahmen des Staatshaushaltes, zur Konsolidierung der finanziellen Verhältnisse und zur Retung der deutschen Wirtschaft restlos benötigt und verwendet werden." Die gesamten Erleichterungen, die der HooverPlan Deutschland bringen wird, werden zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen restlos benötigt und verwendet werden. Die hierdurch eintretende Erleichterung des Geldund Kreditmarktes muß der deutschen Wirtschaft zugute kommen. Eine Erhöhung irgendwelcher Ausgalen des Reiches, auf welchem Gebiete auch immer, ist während des Feierjahres nicht möglich. Darüber hat der Reichskanzler der amerikanischen Regierung eindeutige Erklärungen abgegeben. Macdonald erneuert die Konferenzeinladung. Bezirksbehörde in Teplig- Schönau. Bahl: 4783/31. Am 7. 7. 1931. Ortsleitung der deutschen nat.- soz. Arbeiterpartei ( Herren Sepp Waylik und Stadtrat Wilhelm Haberdih) in Teplitz Schönau. Die mit der Eingabe vom 14. Feber I. J. an gezeigte und mit den Eingaben vom 5. März 1. J. und vom 18. Juni 1. J. bezüglich der Festfolge näher ausgeführte Abhaltung des Bölkischen Tages" am 10., 11. und 12. d. M. wird hiemit in ihrer Gänze im Grunde des§ 6 des Ges. v. 15. Nov. 1867, R.-G. BI. Nr. 135, untersagt, weil dessen Abhaltung die öffentliche Sicherheit und das öffentliche Wohl gefährdet. Alle diesbezüglichen Plakatierungsbewilligungen werden hiemit widerrufen. Es ist sofort für die allgemeine Bekannt Baul- Boncour hat sich auf die Militärfragen spezialisiert. Im Jahre 1920 schrieb er einen Artikel, in dem er die Formel wieder aufgriff und verteidigte, die Gustave Hervé einst bor dem Krieg in Frankreich propagierte: ,, Seinen Mann und keinen Pfennig" für das Militär. In den letzten zehn Jahren hat sich PaulBoncour gewandelt. Vor vier Jahren arbeitete er das Gesetz aus, durch das im Kriegsfall das ganze französische Volk mit Einschluß der Frauen, Greise und Kinder mobilisiert werden sollte und gegen das die Gewerkschaften heftig protestierten. Seine anderen verschiedenen Entgleisungen sind bekannt, seine polnisch- nationalen Aeußerungen, seine Uebernahme der Verteidigung einer mecklenburgischen Prinzessin in ihrem Vermögensprozeß gegen die deutsche Republik, London, 7. Juli.( Reuter.) Ministerpräfi- fährt mit großer Freude, daß die britische Regie- machung dieses Verbots Vorsorge zu treffen, damit seine Angriffe gegen das heutige Deutschland dent Macdonald teilte im Unterhans auf rung eine Konferenz der interessierten Mächte jeder Zuzug vermieden wird, da selbstverständlich und sein Eintreten für die Regierung Laval bei eine Anfrage mit, daß die britische Regierung im einberufen hat, die schleunig in London zusam- fedem Zuwiderhandelnden gegen dieses Verbot mit der Debatte über das deutsch- österreichische Zoll- Hinblick auf eine Reihe wichtiger Punkte, die mentreten soll, um die Einzelheiten der Durch der größten Energie entgegengetreten werabkommen. Kurze Zeit danach bestimmte ihn durch das französisch- amerikanische Einvernehmen führung des Hooverplanes auszuarbeiten. die französische Regierung zu ihrem Sachwalter noch nicht geregelt erscheinen, und über welche bei der Entscheidung vor dem Haager Gericht, diejenigen Regierungen, welche das größte Inter- daß auf der Konferenz, die in einer von der Hoff Die amerikanische Regierung ist überzeugt, dessen Sißung Mitte dieses Monats stattfinden esse an diesen Punkten haben, noch beraten wird. In allen international denkenden Kreisen müssen, ihre Einladung zu einer Konferenz der nung auf eine Besserung der Wirtschaftlage der wurde es als höchst peinlich empfunden, daß aus- nteressierten Regierungen nach London erneuere. wird, bei gegenseitigem guten Willen die VertreWelt gereinigten Atmosphäre zusammentreten gerechnet ein Mitglied der französischen sozialistischen Partei die Ansprüche der französischen ter der verschiedenen Regierungen bei dem Bemühen, die Probleme der Anwendung des Planes Regierung in der Frage des deutsch- österrei chischen Abkommens verteidigen will. Jn in einer Weise zu lösen, die voll dem Geiste und dem Sinn des Hooverschen entspricht, nur auf geringe Schwierigteiten stoßen werden. * Washington Stimmt zu. Washington, 7. Juli. Das Staatsdeparte Deutschland wurden Proteste laut. Aber auch ment gibt folgende Verlautbarung bekannt: Die Regierung der Vereinigten Staaten er * Hart an der Katastrophe vorbei. den müßte, von dem dem Zustellungstage nachfolgenden Tage Gegen diesen Bescheid steht der binnen 15 Tagen an gerechnet, bei der Bezirksbehörde in Teplitzbehörde in Prag offen; eine aufschiebende Wirkung Schönau einzubringende Rekurs an die Landeswird diesem Bescheid hiemit ausdrücklich aberkannt. Das von der Landesbehörde bewilligte Tragen einer Uniform seitens der Mitglieder des Vereins Verband Voltssport" wurde mit dem heutigen Tage verboten, Bersonen, die diese Uniform tragen, Jezzen sich der Gefahr strenger Bestrafung aus. Der Bezirkshauptmann und Regierungsrat: Heßlowa. der Verwaltungsausschuß der französischen sozialistischen Partei, den man als eine Art erweiterten Parteivorstandes ansehen kann, hat das Verhalten Paul- Boncours gemißbilligt. Er hat an die sozialistische Gruppe des Departements Tarn, welcher Paul- Boncour angehört, geschrieben und sie darauf aufmerksam gemacht, daß ihr Karstadt- und Nordwolle- Zusammenbruch hätte faft Großbanten mitgeriffen. Paul- Boncours Auftreten im Haag unzulässig Der Prozeß Major. Berlin, 7. Juli. Man erfährt jetzt, daß stens 200 Millionen Mark, von denen der größte erscheint und unvereinbar mit den Pflichten Preßburg, 7. Juli. Der Prozeß gegen den eines Mitgliedes der französischen sozialistischen das Reich wieder einmal wie schon vor Erlaß der Teil verloren sein dürfte. Notverordnung und der Veröffentlichung des Die Reichsbank hat die größten Anstrengun Abgeordneten Major dauert bereits die zweite Partei. Noch hat die Gruppe des Tarn- Bezirkes amerikanischen Vorschlages unmittelbar vor einer gen machen müssen, um einen in der internatio- Woche an. In der heutigen Verhandlung wur nicht geantwortet. Ihr gehören vor allem Bergarbeiter an, jene Bergarbeiter, die einst vor wirtschaftlichen und finanzpolitischen Katastrophe nalen Finanzgeschichte beispiellos dastehenden zu den der Bürgermeister der Gemeinde Kossuth 1914 den großen französischen Sozialistenführer gestanden hat. Freilich war sie diesmal nicht in fammenbruch zu verhindern. Auf diese Vorgänge Ignaz Petrovics, der Kassier der Gemeinde, Jean Jaurés in die Kammer ſchidien, der viel erster Reihe verursacht durch die Zurückziehung sind vor allem die großen Devisenverlufte zurüd Betrovics II und der Gemeindediener Stephan im Departement Tarn lebte. Wie lange wird ausländischer Stredite, sondern durch die Weihzuführen, die die Reichsbank in den leßten Tagen Sarkan verhört. Alle jagten übereinstimmend dawirtschaft sogenannter Wirtschafts- wiederum erlitten hat. Sie mußte zwei Milhin aus, daß die Gendarmen die Verhafteten nicht Paul- Boncour, dem man einen großen Ehrgeiz nachsagt, noch in der Partei bleiben? Der Brief, führer. Bei den in Zahlungsschwierigkeiten ge- liarden Mart, mehr als die Youngzahlungen mit Gewalt zu ihren Aussagen nötigten. Weiters den der Verwaltungsausschuß der Partei an die ratenen großen Konzernen Karstadt und in einem Jahr betragen, zur Verfügung stellen, wurde der Untersuchungsrichter Dr. Fodor einGruppe des Departements Tarn richtete, beden- Nordwolle sind einige Großbanken mit er damit es nicht zu einer finanziellen Katastrophe vernommen, der dreißig Zeugen einvernommen tet natürlich, daß der Partei ein weiteres Verheblichen Kapitalien beteiligt. Man berechnet die komme, die die ganze deutsche Wirtschaft mit sich hatte und nur in drei Fällen die Strafanzeige bleiben von Baul- Boncour unter den gegenwär- hiebei in Frage kommenden Beträge auf minde- gerissen hätte. tigen Umständen, wenn er Mitte des Monats nach dem Haag fährt, nicht sehr angenehm ist. Würde er gehen, so würden allerdings die französischen Reaktionäre aufjubeln: der Mann, der sich noch am 28. Juni in einer zu Calais gehal Regierungsblock 190, Opposition 55 Mandate, tenen Rede mit Stolz einen Patrioten naunte Budapest, 7. Juli.( MTJ.) Bei den in den und der in seinen Artikeln auf das Recht der letten drei Tagen abgehaltenen 17 ReichstagsSieger gegenüber Deutschlands pocht, jei gegan Stichwahlen wurden 16 regierungsfreundliche gen. Aber vielleicht wird der Jubel bei der fran- tandidaten, weiter zwei agrarische Oppositionelle, zösischen sozialistischen Partei dann noch viel ein Demokrat und ein Parteilofer gewählt. größer sein. Kurt Lenz. Das ungarische Wahlresultat. fannte, die die Gendarmerie erstattet hatte. Dannt wurden die Konfrontierungen des teien stellt sich folgendermaßen dar: 190 Regie- Bürgermeisters Petrovics mit dem Untersuchungsrungsfreundliche, wovon 159 auf die Einheits- richter Dr. Foder, der Zeugen Kozner, Uhrověif partei, 31 auf die die Regierung unterstügende und Kolarit mit dem Bürgermeister vorgenom men, die, aber kein Ergebnis zeitigten. hriftlich- nationale Wirtschaftspartei entfallen. Außerdem wurden gewählt: 10 rechtsgesinnte Das Gericht nahm dann nach einer kurzen agrarische Oppofitionelle, neun Anhänger der in Beratung die Zeugen Petrovics I und II und verschiedene Gruppen zerfallene Demokraten und Sarkan unter Eid. Die Zeugen Uhroviček, KozLiberale, 14 Sozialdemokraten, zwei rechtsgesinnte ner und Kolarik wurden nicht vereidigt. Der christliche Oppositionelle und 20 Parteiloje mit lehte Zeuge der heutigen Vormittagsverhandlung Das endgültige Kräfteverhältnis der Par- teils rechts, teils linksgefinnter Färbung. war der Arbeiter Sabulčit. Nr. 157. Berbeugung vor Musolini. Rittwoch, 8. Juli 1931. Hitlers Untermenschen. Versicherungssumme Sette 5. Tagesneuigkeiten Untergebene Gine Tragödie am Großglockner und ihr Nachspiel am Leitmerizer Friedhofe. unterschlagen hatte es handelte sich um etwa 3000 m. die die Versicherung der Mutter eines ge töteten SA.- Mannes bereitgestellt hatte. Unterdessen hat auch die Leitung der NSDAP. diesen Vorgang in der Oeffentlichkeit zugeben müssen. Neben Bäßler ist mehr als ein Dußend bekannter SA.- Leute aus der NSDAP. ausges treten. Bäßler selbst hat in Versammlungen erklärt, daß er von seinem Vorgesetzten nach einer Reise durch verschiedene Weindielen den dienstlichen Befehl erhalten hat, mit ihm in einem Bett zu schlafen. Als von Fichte handgreiflich wurde, habe er das Hotel verlassen und die Angelegenheit gemeldet, die aber mit allen Mitteln bertuscht werden sollte. Rom, 7. Juli. Mussolini hat den italienischen Außenminister Grandi empfangen, der be- Barficherungsgelder für tote Kameraden werden unterschlagen. gleitet war von dem italienischen Botschafter in werden von Führern zu Perversitäten tommandiert. Berlin Orsini- Baroni der zur Berichterstattung nach Rom berufen war. Orsini- Baroni Der kommunistische Rechtsanwalt und preuhat Mussolini einen Brief des Reichstanz- Bische Landtagsabgeordnete Obuch übermittelte lers Brüning überreicht. In dem Brief stellt der Presse zu der Meldung, daß der nationalDer Reichskanzler, nachdem er die Dankbarkeit sozialistische Sturmtruppführer Nordwest, Bä ßDeutschlands für die Initiative Hoovers zum ler, wegen Unterschlagung ihm anverAusdruck gebracht hat, fest, daß sich die Aktion trauter Parteigelder aus der N. S. D. A. P. des Präsidenten der Vereinigten Staaten voll ausgeschlossen worden sei, eine Erklärung, und ganz in der Linie der weitsichtigen in der es u. a. heißt: und energischen Politik befindet, die schon seit längerer Zeit von Italien unter Führung Mussolinis befolgt wird. Die Botschaft des Reichskanzlers bestätigt ferner, so wird in dem amtlichen Kommuniqué mitgeteilt, den tiefen Wiederhall, den in DeutschYand die sofortige Zustimmung ItaTiens zum Vorschlag Hoovers hervorgerufen hat, und die Befriedigung des deutschen Volkes, die um so größer ist, als es die Opfer kennt, die Italien infolge feiner Zustimmung zum HooverPlan bringen mußte. Mussolini hat den italienischen Botschafter in Berlin beauftragt, dem Reichstangler eine herzliche Antwortbotschaft zu übermitteln. Ebbe in den Hitler- Kassen. Die Einkünfte der Nazi- Bonzen. Aber warum die plötzliche Großzügigkeit" J Bäßler, der bis vor kurzem noch persön licher Abjutant des Osaf- Stellvertreters von Fichte, Düsseldorf, gewesen ist und einer ber Führer der Sturmabteilung in Düsseldorf war, erklärte vor etwa 14 Tagen seinen Austritt aus der NSDAP. mit der Begründung, daß er die Sorruption in ihren Reihen nicht mehr mitmachen könne. Erst am Tage darauf erschien in den Organen der Nationalsozialisten die Meldung, daß er wegen Unterschlagung ausgeschlossen worden sei. Bäßler hat dann in einer Reihe von Versammlungen der Kommunistischen Partei, bei der er seinen Eintritt angemeldet hat, die Gründe seines Austritts dargelegt. Er hat vor allem auf die ungeheuren Korruptionsfälle in den Reihen der Nationalsozialisten Düsseldorfs hingewiesen. U. a. fonnte er mitteilen, daß die Nationalsozialistische Partei, bzw. ein Vertreter Bertreter von thr, die ganze stischer Führer! Generalfturm der tschechischen Filmmacher. Ein unerhörter Att der katholischen Kirche. Der im Gebiete des Großglockner verunglückte Leitmeriger Dr. Willibald Hanikirsch wurde nach seiner Ueberführung in die Heimat Samstag begraben. Als seine zahlreichen Freunde aus der engeren und weiteren Heimat beim Grabe versammelt waren, um von dem ob seiner vortrefflichen persönlichen Eigenschaften hochgeschäßten Toten Abschied zu nehmen, da ereignete sich ein Zwischenfall, der eine Neuerung der oft allzu geschäftlichen katholischen Kirche darstellt und der als unerhört bezeichnet werden muß. Daß es nicht zu einem Standale am offenen Grabe fam, ist nur der beherrschten Haltung der Vertreter der verschiedenen Alpenvereine von Nordböhmen, der Turner und Sänger zu danken. Feine Leute, sowohl die, die in der NSDAP. bleiben, als auch die, die rausgehen und zur PD, übertreten. Im übrigen zeigt Vor Beginn der üblichen Begräbniszeremosich auch in diesem Falle wieder, wie stark die wien und im Angesichte der trauernden und leidRöhmsche abnorme Richtung in der erfüllten Angehörigen des auf so tragische Weise Hitler- Partei vertreten ist. Man denke: ein Vor- ums Leben Gekommenen, verlas der Geistliche gefeßter befiehlt seinen parteigenössischen Unter eine Grklärung folgenden Juhaltes: Der Vergebenen homosexuelle Vergnügungen; der Fall storbene hat durch seine standesamtwird gemeldet und vertuscht und der feine liche Trauung sich gegen die Gebote Djaf ist noch immer nationalsoziali- der Kirche verfündigt und daher das Anrecht auf die Ehren eines firchlichen Begräbnisses verloren. Nur Hitler hat in lezter Zeit immer wieder beschließung aus der Gewerkschaft bestraft, was zur| im Interesse des künstlerischen Films" unter- deshalb, weil mit Bestinumtheit angenommen ftritten oder bestreiten lassen, daß er sich jemals Folge hat, daß der Betreffende mit seiner Familie füßen, der, unserer bescheidenen Meinung nach, werden kann, daß derselbe vor seinem Tode die für seine Versammlungsreden hätte bezahlen bent Hungertode ausgesetzt wird. Dem Arbeiter nicht einmal in der sonst so üppigen Phantasie fes Vergehen bereut und die Absicht bekundet lassen. Für die jüngste Bergangenheit mag das wird die Vorzugsversorgung entzogen und weil der Herrn Produzenten existieren dürfte. hat, die kirchliche Trauung nachzuholen, werbe zutreffen. Aber bis vor einigen Wochen und im Freihandel die Lebensmittelpreise mindestens ihm ein ehrliches Begräbnis bewilligt." Monaten hat er für seine Versammlungsreden Ganz richtig hat darum der Verband für hohe Honorare eingeſtedt, und daß das so ist, das Fünffache jener der Konsumgenossenschaften Filmhandel und Filmindustrie seine Meinung Diese Erklärung rief allgemeine Empörung geht aus einem„ Erlaß" hervor, den die natio- betragen, fönnen sich diese die notwendigen Lebahin abgegeben, daß der tschechische Qualitäts- hervor; da und dort ertönten Pfui- Rufe und einnalsozialistische Parteileitung an alle Bezirks, bensmittel nicht verschaffen. Es sind uns meh- film eine Unterstügung nicht brauche. Das ist eine Trauergäste entfernten sich oftentativ. Kreis- und Gauleiter der Partei gerichtet hat. rere Beispiele angegeben worden, wie hoch die sicher richtig: ein guter Film hat sich noch Wir fragen: Hat denn die Kirche das Recht. Darin heißt es u. a., daß alle von der Partei Breise der Lebensmittel find. Ein Liter Milch immer als lebensfähig erwiesen und war zum in solcher Weise die in einwandfreier Weise nach bezahlten Funktionäre nur noch in ihren Bosi- loftet im Bazar 2 Rubel( d. i. 34 K), ein Pfund mindestens kein Verlustgeschäft; aber wo bei der den geltenden Gefebe geschlossene Ehe vor aller tionen bleiben dürfen, wenn sie mit einer& it r- Butter 6 Rubel usw. Die Situation dieser aus heimischen Produktion der gute Qualitätsfilm effentlichkeit herabzusehen? Gibt es keinen sung ihrer bisherigen Einkünfte gewanderten Arbeiter war so lange erträglich, so um 30 Prozent einverstanden sind. Wem lange bas Gelb, welches sie von der Seimat mit- herkommen soll, wird, nach den bisherigen Schuß gegen ein derart beleidigendes Borgehen traurigen Erfahrungen rätselhaft bleiben. katholischer Geistlicher am affenen Grabe? Haben das nicht past, soll sofort entlassen werden. Nach gehabt haben, langte. Als die Mittel aufgebraucht Steineswegs darf sich aber die Produktion einen die schwer getroffenen Angehörigen nicht das dem gleichen Erlaz" sollen allen Rednern der waren, ist ihnen nichts anderes übrig geblieben, materiell gestützten Freibrief erschleichen, bedin- Recht, unbelästigt von solchen Provokationen von Partei fünftig nur noch die reinen Untosten er- als den Rückweg in die Heimat anzutreten. gungslos auf Kosten der Allgemeinheit den bis- ihrem teuren Toten Abschied zu nehmen. War setzt werden. Die bisher gewährten Verherigen lebensunfähigen Schund rositolos er- es notwendig, daß wegen dieses Begräbnisfalles gütungen fallen fort. Der Parteichef, so heißt zeugen zu dürfen. Es ist überhaupt traurig, daß erst eine Sigung des Konsisto= es schließlich, verzichtet ebenfalls von nun ab das Handelsministerium sich mit den bisher er- riums einberufen wurde, daß man erst mit auf jedes Entgeld für seine Reden. Das ist die hobenen Forderungen befaßt und nicht vorerst den Angehörigen Verhandlungen einleitete, um beste Bestätigung dafür, daß Hitler für seine Sen Nachweis verlangt, daß eine Erzeugung be- gewissermaßen ein Geständnis zu erlangen, daß Reden bisher dice Honorare eingesteckt hat. Bereits vor einigen Wochen haben die steht, die lebensfähige Werte zu produzieren im- ber Berstorbene vor seinem Tode seine bloß standes Herrn Hitler, warum die 30 prozentige Blätter gemeldet, daß die heimische Tonfilm- fande ist. Dem Film, besonders dem Ton- desamtliche Verehelichung beroute? 3ft es venn Kürzung der Gehälter bet Magi produktion, die bisher in faft allen Fällen ihren, ist durch ideologische Erneu- wirklich wahr, daß er das auch tatsächlich getan München ungeheure Unterhaltungskosten ver- gen bewiesen hat, der Allgemeinheit das mate Einzelschicksal loslösen und die Geschide der reichen Freunden in würdigerer Weise beftatBonzen? Nun weil das Braune Haus in vollkommene Unfähigkeit in fünstlerischen Dinerung zu helfen; das Sujet der Filme hat? Hätte man ihm doch das firchliche Be ich von bedeutungslosen und langweiligen gräbnis verweigert! Er wäre von seinen, zahlfchlingt. Um es zu halten, sollen nach dem oben rielle Risiko der eigenen Geschmacklofigkeit über. Waffen bewegungen, der Massenproblemte er tet worden. Die schmachvolle Anprangerung zitierten„ Erlaß des Nazi- Bapstes fünftig alle tragen und selbst mit Gelder des Boltes den fassen. Der Film ist, wie in diesen Blättern rein familärer Angelegenheiten hätte man ben Soften so niedrig wie möglich gehalten werden, Mist befeuchten will, auf dem dann die Stultur schon unzählige Male betont wurde, eine Stunst, trauernden Hinterbliebenen ersparen können. Allsoll fein Nazi- Bonze- ausgenommen natürlich produkte ihrer Gesinnung wachsen. Der is die von der Waffe kommt und sich an sie immer gemein wurde es als eine Genugtuung emp. Hitler und die in seiner nächsten Umgebung be- chische Tonfilm, der bisher nur mit dem ersten wieder wendet, die also nicht zur Unterhaltung funden, als ein Funktionär des Tepliker Alpenmonatlich erhalten. Damit diese Anordnung gehabt hat, lebt einesteils von nationalen Er. Man zeige im Tonfilm das wahre Gesicht der ungefähr folgenden Worten schloß:„ Dr. Hanifireng eingehalten wird, hat Hitler Revisoren fenntnissen, die etwa in der" Fidlovačka" Welt, man zeige die Menschheit in ihren tirsch war als Süttenwart der neuen Subetencingejest, die berechtigt sind alle Nazi- Sassen zu lieblicher Deutschenheze verwendet werden, Kämpfen um die Neuschichtung der Gesellschaft deutschen Hütte weit über das Gebiet von Zeitohne vorherige Anmeldung zu kontrollieren. oder vertieft sich in Spionage geschichten, die und es werden sich Probleme von einer Durch merit hinaus bekannt. Er war ein begeisterter Wenigstens wird die Schaffung dieses Kontroll- bann, elend gebreht, nur langweilen, oberschlagskraft finden, daß jedes Krisengejammer fpinist; er liebte die Berge mit ihren Gipfeln ſyſtems mit der strengen Einhaltung der obigen bringt findische Liebeshyänen, wie die Schwarze irberflüssig sein wird. Nemals kann aber der und Gletschern. Mitten in der erhabenen BergAnweisungen begründet. In Wirklichkeit aber Flamme", die der größte Luftspielerfolg des Staat durch Geld des modernen Kunstschworrelen welt, auf leuchtenden Höhen, weitab von dürften sich die Herren des Braunen Hauses dazu heimischen Trauerspiels gewesen sein dürfte auf die Beine helfen, niemals darf es soweit menschlicher Kleinigkeit und Ineutschlossen haben, weil ein Razimann nach nach dem Geheimnis des Arztes" mit tommen, daß der heutige übliche Ritsche unter trigue, die bis an sein Grab heranlangte, erdem anderen mit der Kasse durch Sedlačková, wofür aber die Para Staatsgarantie am laufenden Band erzeugt cifte ihn der Tod." mount zeichnet oder verzerrt eine jo herr werden wird auf Kosten der Gesamtheit zu Nutz geht! liche Figur, wie die des Volksdichters Jaround Frommen der Herrn Produktionsunter- inszenierte, verdient allgemeine Beachtung und Was die Kirche am Grabe Dr. Hanifivsch lab aset zu aniibernber Sentimentalität, 2. Dg. die jeden, der als Nichtfilmer noch von Stultur Berurteilung. menigstens etwas gelesen hat, empören muß. Von den sonstigen Aufgaben des Films, das Voriges Jahr sind auf Grund der Agitation Bolt zu bilden, ihm neue Ideen zu vermitteln, des kommunistischen Setretärs Spic aus der ihm die Augen für künstlerische Gestaltung zu Tschechoslowakei 16 Familien und neun ledige öffnen, die Realität der Welt, ihre AnforderunArbeiter, im ganzen siebzig Personen, nach gen, ihr Wesen und ihre Wirtschaftskämpfe an Sowjetrußland ausgewandert. Man hat ihnen deutungsweise durch Darstellung markanter in der Schuhfabrik in Rochov a. d. Don. gute Ar- Strömungen oder wenigstens von Problemen beitsplätze versprochen. Für jeden Arbeiter ist ein zu zeigen, das kommt für den heimischen Film, Mieterschaft in der CSR. stellt fest, daß sie nicht richten sogar drei Menschenleben, forderte. Ueber 1. Die Spikenorganisation der deutschen tete und ein Menschenleben, nach anderen Bes Vertrag abgeschlossen worden, der seinem Inhalt der heute vor einer entsetzlichen Pleite ist, micht nach jedem Arbeiter ein erträgliches Leben und in Betracht. Das Jahr 1931 epiftiert nicht für den Mieter, sondern auch insbesondere die der tags ein Gewitter nieder, dessen Wassermassen nur die Intereffen der unter Mieterschuh stehen- dem Buchschachtelberg ging um 4 Uhr nachmitdauernde Beschäftigung versprach. Es sind aber die Herren vom Kommerz, die in reizender Un- Neumieter vertritt und sich dafür einsetzt, daß teils nach Hirschenstand, teils nach Breitenbach faum sechs Monate verflossen und die meisten fenntnis der Notwendigkeit und Möglichkeiten gerade die Neumieter infolge ihrer besonderen baflossen, Bäume und Sträucher und Häuser Arbeiter sind wieder in die Heimat dessen, was sich andere als sie unter dem zurüdgetchrt, weil sie die dortigen Schlagwort der tönenden Leinwand vorstellen, Notlage vor unangemessenen Zinsen und willkür- vernichteten und die Straße von Hirschenstand nach Neuhammer vollständig zerstörten. Verhältnisse nicht ertragen fonn das Wesen des Tonfilms niemals verstehen lichen Kündigungen geschützt werden. 2. Die Exekutive stellt weiters fest, daß die Aerger noch wütete das Unwetter auf der fen. Die erwähnten Arbeiter sind völlig verarmt werden und den brauchbaren stummen Film zurückgekehrt. Sie haben ihre Wohnungseinrich von der Stunft bis auf den Handel und damit bestehenden Organisationen nicht nur alte Mieter, sächsischen Seite gegen Breitenbach, ivo ein tungen, entbehrliche Stleidungsstücke verkauft, um in die unbegrenzte Pleite gebracht haben. Ihre sondern auch Tausende von Neumietern umfaßen. Haus vom Erdboden völlig verschwand, andere die Reisespesen in die Seimat bestreiten zu können. eigenen Verdienste, ihre Mätressen, die dafür Eine Absplitterung der Neumieter und ein Zu- Säuser unterwaschen, das Zollamt unter Waffer Nach den Aussagen dieser aus Sowjetliebe ausgefilmen dürfen, ohne Rücksicht auf fünftlerifd fammengehen derselben mit den Hausbesitzern gesetzt, die Akten vernichtet und von einer Mügle ratenweise und würde den Kampf um die Erlangung eines fozia das aufgestapelte Holz vollständig weggeschwemmt wanderten Arbeiter ist darauf zu schließen, daß Eignung, ihre Autos, deren die dortigen Verhältnisse für Arbeiter sehr schlecht ruchweiße Abstattung aus den Entreegeldern des len Mietrechtes für alle Mieter vollständig aus wurde. Bei dem Versuch, seine zwei Stühe zu joll, das ist jenes fichtslos machen, ganz besonders für die Neu- retten, ist ein Bauer in den Fluten, die teilweise find. Die Arbeiter flagen über sehr schlechte Voltes ermöglicht werden eine Höhe von 3 Metern erreichten, ertrunken; Wohnungsverhältnisse, über die Fabritsvertöfti- Gut, das nun durch Staatshilfe bewahrt werden 3. Als eines der wirksamsten Mittel zur auch die beiden Kühe sind umgekommen. gung und behaupten, daß es unmöglid; ift, für an soll. Die Tantiemen der Herrn Aktionäre, der nehmbare Breise etwas zum Effen zu bekommen. Herrn Verwaltungsräte und Geldgeber, die ihre Bekämpfung der Wohnungsnot ist nach wie vor Das Wasser riß 12 Meter lange Bäume mit Die Auszahlung der Löhne war sehr unregelmäßig eigenen Filme gewöhnlich überhaupt nicht lennen eine großzügige Bauförderung des sich, selbst Leiterwagen wurden fortgetragen und und häufig bekamen die Arbeiter anstatt Geld nur und oftmals erst durch ablehnende Kritik auf Staates erforderlich, da das private Kapital auch von der Wucht des Wassers bekommt man erst Anweisungen, für welche aber nichts zu laufen die Idee gebracht werden, versuchsweise das nach den Ergebnissen des Internationalen Woh eine Vorstellung, wenn man erfährt, daß eine var. Das Arbeitstempo in den sowjetrussischen Produkt ihrer Produktionsleiter zu begutachten, mungstongreffes in Berlin allein nicht imstande moderne Betonbrüde zerstört wurde. Etwa 500 Fabriken ist derart gesteigert, daß unsere Fabriks follen folgendermaßen gesichert werden: das ft, Wohnungen mit erschwinglichem Mietzins zu Rubikmeter Steine von einer Berghalde wurden arbeiter, die doch Bedeutendes zu leisten ver Schulministerium soll einen Teil des schaffen. weggetragen. Der Bahnhof von Johann- Georgenmögen, dieses Tempo nicht ertragen fonnten. Es Geldes für die Volkserziehung opfern, 4. Die Arbeitsstelle warnt die Mieterschaft, stadt ist vom Verkehr abgeschnitten, die Geleise wird nach der Methode gearbeitet, nur recht viel das ministerium für soziale Für sich durch die Haltung weniger Berfonen beein- find unterspült, Telephon- und Lichtleitungen sind erzeugen, ohne Rücksicht auf die Qualität der Er- forge soll die Steuer für die Kriegsver- fluffen zu laffen und fordert bie Mieterschaft auf, völlig zerstört. Unterhalb Johann- Georgenstadt zeugnisse." Die Arbeitsdisziplin in den foljet leien hergeben, die doch ohnehin im im Stampfe um das soziale Wohn- und Mietrecht, sollen noch zwei Menschen den Tod gefunden russischen Betrieben wird durch sehr drastische Absterben seien", die kulturellen und unter das jeden Mieter vor Ausbeutung und Not haben, doch konnte Näheres darüber infolge der Mittel erzwungen. Die Arbeiter, die sich etwas stigenden Bereine sollen sich ihrer Pflicht erschüßen soll, die bestehenden Mieterorganisationen mangelnden Verbindung nicht in Erfahrung ge zuschulden tommen lassen, werden mit der Aus- innern und für ihre Lizenzen die Produktion in ihren Bestrebungen zu unterstüßen. Nückkehr von Auswanderern aus Sowjetrußland. mit der nehmer. Um das definitive Wohnungsgefeh. Die Exekutive der Arbeitsstelle der deutschen Schweres Unwetter im Erzgebirge. Am Montag nachmittag zwischen 4 und Mietervereine der ÖSR. hat anläßlich der Tagung 8 Uhr ging im Erzgebirge im Gebiet von des Reichsverbandes der deutschen Hausbesitzer in Sirschenstand, Neuhammer und Breitenbach ein Dux folgenden Beschluß gefaßt: Wollenbruch nieder, der schwere Schäden anrich mieter. bracht werden. Seite 6 Mittwoch, 8. Jnll ISA. Nr. 157. Das Uebel Prager Masaryk-Bahnhof. Der Unwille, der sich in den folgenden Zeilen Lust macht, ist durchaus nicht nur der des Schreibers, sondern ist Widerhall einer wenn auch nicht allgemeinen, so doch sehr umfassenden Empörung, die am verflossenen Samstag im Publikum des Masaryk-Bahnhofes in Prag laut wurde. Taufende Menschen standen, gingen, schoben und drängten sich in den Abendstunden dieses Samstags in den Gängen und in der Halle dieser alten Bude, deren Unzulänglichkeit aber von der Mißachtung des reisenden Publikums durch die Bahnverwaltung noch bei weitem Überboten wird. Was für jeden mittelgroßen modernen Bahnhof, also etwa auf allen reichsdeutschen Bahnhöfen, Selbstverständlichkeit ist, ist am Masaryk-Bahnhof ebenso selbstverständlich nicht vorhanden. Hunderte Menschen drängen sich da vor den abgesperrten Zugängen zu den Zügen und wissen nicht einmal, auf welchem Geleise ihr Zug steht oder stehen wird. Keine Tafel kündet, wann, wohin und auf welchem Geleise die Züge gehen und noch weniger natürlich, ob und welche Verspätung dieser oder jener Zug hat. Erst fünf Minuten vor Abgang des Zuges, den ich selber benützte, ging das Aviso auf dem betreffenden Bahnsteig hoch! Und dann stürmten die wie wilde Tiere eingepferchten Menschen hinaus, die Halle hindurch, zu dem in freien aufgestellten Zug, auf den der Regen in Strömen niederging. Das will aber gar nichts besagen, denn während der ganzen Wartezeit waren die zukünftigen Passagiere schon fein eingerieselt worden— das Hallendach weist nämlich eine bewundernswerte Durchlässigkeit auf! Ich hörte an verschiedenen Stellen laut auf diese Zustände schimpfen, hörte auch, wie ein Deutscher, der anscheinend nicht den Vorzug genießt, tschechoslowakischer Staatsbürger zu sein, sich entrüstet darüber äußerte, daß nirgends erkenntlich sei, zu welchem Bahnsteig er zu drängen habe, daß er aber auch nirgends einen Portier oder irgendeinen anderen Beamten finden konnte. Ich glaube ihm das herzlich gern, denn ich selber fand erst nach einigem Suchen einen Portier in einem dunklen Winkel des dunklen Ganges. Ich weiß nicht, wie derzeit die Bahnhöfe auf dem Balkan aussehen und betreut werden. Aber tn meiner Vorstellung schauen sie so aus wie der Prager Masaryk-Bahnhof. Dort gewinnt man durchaus den Eindruck, daß die Bahnverwaltung der Meinung sei, das Publikum sei für sie da, und nicht etwa die Bahn für das Publikum. Bei Fahrpreiserhöhungen berufen sich diese vorbildlichen Bahnverwalter immer auf die Tarife in anderen Staaten und besonders gern weisen sie auf die Reichsbahn hin. Gerade dort erwirbt man aber mit der Fahrkarte nicht nur das Recht, befördert zu werden, sondern genießt Ordnung, Reinlichkeit und die zum Reisen notwendige Aufmerksamkeit. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß ein«iseunge- wohntes Mütterchen vom Land angesichts_ des Chaos auf dem Masaryk-Bahnhof alle Zustände bekommt und lieber zwanzig Kilometer zu Fuß läuft, als sich Verhältnissen auszusetzen, die sogar manchen Großstädter kopfscheu machen! Schließlich schlug am Samstag das Aerger- liche noch ins Komische um. Denn wer, ermüdet, verschwitzt, dann endlich doch in seinen Zug fand, der durfte zwar das Wasser ansehen und genießen, das endlos aus den Wolken stürzte, aber in den Toiletten der Zuge gib t eS keinen Tropfen Wasser— von einem Handtuch oder gar von Seife, wie sie in jedem reichsdeutschen Schnellzug selbstverständlich sind, gar nicht zu reden. Es wäre bedeutend besser, wenn die Bahnverwaltung sich zunächst um diese Dinge kümmerte und dann erst die großartigen Re- präsentations- und Reklame werke auflegte, deren Lektüre gar keinen Trost geben und in ironischem Gegensatz zu den tatsächlichen Ver- Wtnissen stehen!' l. g. Schwerer Antounfall in Mau. Dienstag, den 7. d., gegen halb 6 Uhr früh ereignete sich in Eulau bei Bodenbach ei« schwerer Autounfall. Das dem Mietautobesitzer Schwarz in Turn bei Teplitz gehörige, mit mer Personen besetzte Mietauto führ, aus Bodenbach kommend, in der Kurve nächst dem Arbeiterheim mit großer Wucht an einen Alleebaum an. Der Chauffeur Georg B ö n s ch und der Fleischer Wenzel Bradatsch erlitten derart schwere Verletzungen, daß sie mittelst Sanitätsauto ins Krankenhaus in Telsche» überführt werden mußten. Die zwei anderen Personen, eine Frau und ein Mann, wurden leicht verletzt und konnten mit einem anderen Auto die Weiterfahrt antreten. Bönsch dürfte außer Rippenbrüchen auch innere Verletzungen schwerer Natur erlitten haben. Die Verletzungen des Schwarz sind weniger schwer. SranaLenexplofion beim Scharfschießen. Ein Toter und drei Verletzte. Prag, 7. Juli. Die Presse-Abteilung des Nationalverteidigungsministeriums teilt mit: Bei einer am 4. Juli in Plavecke Podhradie (Bezirk Malarky) abgehaltenen Scharfschießübung des Kurses für Truppenkörprrkomman- danten explodierte beim Laden eines Geschützes «in« 8-Zentimeter-Granat«, Modell 19. Hiebei wurden der Gefreite Josef H a« u 8 getötet und der Gefreite Josef SeveLek schwer verletzt, während der Zugssührer Anton Robetek und der Soldat Josef Sobr leichte Verletzungen erlitten. Dom Blitz erschlage«. Mähr.-Ostrau, 5. Juli. Während des großen Gewitters, das am Samstag am Radhost wü- Dte rekMtzte und gevtzte Znsel der Wett. 9ifi9fM0 Htio SeHnfzueyt auf abronlano.— 2>te etcntrn eine*«nenne Betfen ote getarnten 9emaNnnae*tfien. Grönland ist daS größte geschlossene Landgebiet der Arktis, die größte Insel, die es überhaupt auf der Erde gibt. 95 Prozent des Landes sind völlig mit Eis bedeckt. Grönland trägt die größte Jn- landseismasse der gesamten Arktis. Wenn wir an die Bewohner dieses Landes denken, so stellen wir uns ein Paar zum Schutz gegen die Kälte in dicke Pelze gehüllte Eskimos vor, die sich kümmerlich in dieser EiÄvüfte durchs Leben schlagen. Daß diese Auffassung keineswegs richtig ist, zeigt ein Artikel Aago Berthold Baslovs in der dänischen Zeitschrift„Borden og Bi", der die grönländischen Verhältnisse genau studiert und auch ein Buch darüber veröffeMlicht hat. Zunächst sind die Bewohner Grönlands heute keineswegs mehr reinrassige Eskimos, sondern sind schon viel mit Europäern vermischt. In Grönland herrscht auch durchaus kein ewiger bitterkalter Winter und ständige Dunkelheit. In den Küstengebieten im Süden des Landes gibt es ziemlich viel Bege- tation. Auch Bäume— besonders Birken wachsen dort. Das Klima ist im Süden nur wenig rauher als in Norwegen. Wenn man überlegt, daß der südlichste Punkt Grönlands, Julianhaab, auf demselben Breitengrad liegt wie die norwegische Hauptstadt Oslo— nämlich auf dem 60.—, so kann man sich das sehr gut vorstellen. Wie steht es nun mit den Erwerbsmöglichkeiten der Grönländer aus? Da ist vor allem der Fisch- reichtum, der unerschöpflich ist. Und der Fischfang wird in den Küstengewässern nicht nur von Grönländern, sondern jetzt in ganz bedeutendem Umfange von englischen, französischen, aber auch deutschen Fahrzeugen ausgeübt. Die Bewohner Grönlands bevorzugen di« für sie viel bequemere und weniger gefahrvolle Fjordfischerei, die den ausländischen Fischereifahrzeugen verschlossen ist. Diese dürfen den grönländischen Schärengürtel nicht überschreiten. Der Reichtum der Fjorde, besonders in Dorschen, ist so groß, daß die Grönländer gar nicht nötig haben, diese sicheren Fangplätze zu verlassen. Allein"5,6 Millionen Kilo Dorsche sind im Jahre 1929 in den Fjorden gefangen worden. Dabei hat man nur di« bereits gereinigten Fische gewogen. Zu den Dorschmengen kommen auch noch die sehr beträchtlichen Fangergebnisse an Heilbutten.— Auch der grönländische Fischer beginnt immer mehr von leinen altertümlichen Kasacks und Fanggeräten obzukommen und sich moderner auÄzurüsten. Selbst Motorboote sind bei den Grönlandfischern keine Seltenheit mehr. — Der in großem Umfange betriebene Fischfang hat de» Seehundfang jetzt fast völlig verdrängt, was in Anbetracht der Tatsache, daß die Seehunde infolge der Jagd, die man ständig auf sie gemacht hat, auszusterben drohten, sehr begrüßenswert ist. Den großen Fischreichtum, der besonders an der westgrönländischen Küste besteht, haben erst vor wenigen Jahren Fischer entdeckt, die von den Färöern herübergekommen waren. Auch hier sind vor allem Dorsch und Heilbutt in großen Mengen vertreten. Seither nehmen die Fischereifahrzeuge zum Fischfang, die von überall her die Davisstraße aufsuchen, von Jahr zu Jahr zu. Millionen sollen, solange der Fischfang in größerem Umfange betrieben wird, dort verdient worden sein. Eine englische Reederei schickt allein seit einigen Jahren in jedem Sommer Mei riesige Mutterschiffe, deren jedes neben der Besatzung mit 500 Fischern bemannt und mit den modernsten Fischereigeräten ausgestattet ist. Auf den Fischfang wird mit Motorbooten gegangen. Wie schon erwähnt, sind den Fischern von den Färöern zunächst die Engländer und jetzt bereits französische und deutsche Fischereifahrzeuge gefolgt. Die Fischer von den Färöern, die die eigentlichen Entdecker dieses Fischreichtums sind, kehren regelmäßig an die grönländische Küste zurück und ihre Zahl nimmt alljährlich zu. Außer von der Fischerei ernährt sich die grön- ländische Bevölkerung von der S cha fz u ch t, die sich im Laufe der kaum 25 Jahre, in denen sie in Grönland betrieben wird, sehr gut entwickelt hat. Große Reichtümer an Kohle und wertvollen Metallen schlummern noch im Boden.des Landes und wenn man. sie eines Tages systematisch auszu beuten beginnt, so werden viele Menschen dabei ihr Brot verdienen und große Summen in das Land fließen. Auch P o r z e l l a n e r d e hat man gefunden. Der Kryolichbruch von Jvigtut liefert außerordentlich große Erträge. K r h o I i t h ist ein Miperal, das zur Herstellung von Soda, Aluminium und Milchglas dient. Die Gesellschaft, die den Kryo- lith auswertet, hat für die Konzession an den dänischen Staat, unter dessen Oberhoheit Grönland steht, Abgaben zu leisten, die so groß sind, daß die gesamten Berwaltungskostcn Grönlands davon bestritten werden können. Richard Zager. tMMMMMMMMMMlMMMMMMMMWWWWMMMWWWWWWVM* tete, traf der Blitz auch eine dreiköpfige Militärpatrouille. Ein Soldat des Jnf.-Reg. Nr. 8 wurde dabei getötet. Einige in der Nähe stehenden Zivilpersonen wurde» betäubt, einer davon schwer verletzt. Miet. 7. Juli. SamStag gegen Abend wurde der auf einem Felde arbeitende WirtschastSgebilfe Wenzel Fröhlich von einem Gewitter überrascht. Ein Blitz traf Fröhlich und tötete ihn sowie die beiden Pferde auf der Stelle. 200 Todesopfer des Unabhängig- keitstagos. New Ssork, 5. Juli.(Reuter.) Die Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstages hat an 200 Todesopfer gefordert. Biele davon fanden bei Feuerwerken den Tod. Der größte Teil der Todesopfer wurde durch Motorfahrzeugzusam- menstäße verursacht. Einige Leute sind auch ertrunken. Mng-enskataftrophe«. Luzern(Kalifornien), 6. Juli.(Reuter.) Ein Flugzeug, in welchem sich das Publikum der „Lufttaufe" unterziehen wollte, stürzte ab, wobei sechs Personen getötet wurden. * Paris, 6. Juli. In H i r s o»(Nordostfrankreich) stürzte bei Flugveranstaltungen ein Großflugzeug über der Zuschauermenge ab. Nach den bisherigen Meldungen wurden sechs Perfonen getötet und zehn schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich infolge Schnelligkeitsabnahme, wobei das Flugzeug noch eine Telegraphenstange streifte. Der Pilot des Großflugzeuges wurde verhaftet, da sich herausstellte, daß er keine amtliche Bewilligung zur Lenkung eines Flugzeuges hatte. Von einem Lastauto getötet. Die 56jährige Marie F i l i p p in Radnitz bei Pilsen wurde beim Ueberqueren der Straße von einem Lastauto erfaßt und kam mit dem Kopfe direkt vor das Rad zu liegen. Die Frau wurde acht Meter weft mitgeschleift und blieb mit zertrümmertem Kopf tot liegen. Der Chauffeur fuhr nach dem Unglück schleunigst davon. Er wurde jedoch in der Person des Jaroslaus Perlik aus Aujezd bei Rokytzan festgestellt, verhaftet und dem KreiS- gericht Pilsen eingeliefert. Doppelselbstmord. Ausflügler fanden unweit der Gemeinde Seloutek bei Proßnitz die Leichen eines Mannes und einer Frau und verständigten die Gendarmerie. Diese stellte gemeinsamen Selbstmord fest; beide Leichen hielten Revolver in der Hand. Der Mann ist der aus Rakonitz stammende 20jährige Pravomysl H o l y, Schlosser die Frau die lOjcchrige Zahntechnikerin R o j 1 k aus Rakonitz. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. Spionage gefahrlos. General Ferris be- schried gestern in der französischen Akademie der Wissenschaften eine neue Erfindung des französischen Ingenieurs Belin, die ein« sichere telegraphische und radiotelegraphische Uebermittlung geheimer Militärplän« ermöglicht. Für fremde Personen sind die übertragenen Depeschen un verständlich, wenn ihnen nicht vorher der Schlüssel bekanntgegeben wurde. Der Apparat ist so eingerichtet, daß gleichzeitig zwei Pläne telegraphiert werden können. Freche Provokation der Hakenkreuzler. Eine Gruppe tschechischer Arbeiter und deren Angehörige verbrachten seit Wochen regelmäßig ihre Sonntag« gegenüber der Sandbank in Z i r k o w i tz, am linken Ufer der Elbe. Sie batten dort ihre Zelte aufgcschlaaen und verlebten die freien Stunden mit Baden, sangen Lieder zur Mandoline und kein Mensch nahm daran Anstand. Am letzten Sonntag nachmittags zog nun ein Trupp von 40 bis 50 ausgerüsteter deutscher Braunhemden, Gruppe„Volkssport", provokatorisch deutsche Hakenkreuzlerlieder singend, auf und machten bei den Tschechen Halt. Das Halten gab den Tschechen Ursache zu Gegenmaßnahmen und so stellten auch sie sich rasch oben auf und in ein paar Minute» war ein Handgemenge fertig. Während des Kampfes kam noch ein weiterer Trupp von 50 bis 60 Braunhemden unter Anführung eines„Kommandie- rercken" zur Verstärkung der erste» Gruppe hcranmarschiert. Die Badenden auf der rechten Elbeseitc sahen dem Treiben am linken Ufer zu. hörten jedoch nur immer den tschechischen Ruf „Hanba", mit dem die Tschechen ihrer Entrüstung über den grundlosen Ueberfall Ausdruck verliehen. Nach einem fünfzehn Minuten währenden Kampfe ertönte bei den Hakenkreuzler» durch den Mund des Kommandoführenden der Ruf„Halt! Reche!" und kurz darauf„Rechts schaut", worauf der Ara der Hakenkreuzler in der Richtung gegen Salefel zurückmarschierte. Eine derartrge lausbübische Provokation wird gewiß von jedem vernünftigen Deutschen nur verurteilt werden und wir hoffen, daß diese „Aktion" der Hakenkreuzler nicht zu nationalistischen Gegenmaßnahmen führt, unter denen nur wieder Unschuldige leiden würden. Di« beide« amerikanischen Weltrekordflieger Post und Gatty hielten am Montag einen geradezu triumphalen Einzug in der Bundeshauptstadt Washington. Die Flieger wurden vom Präsidenten empfangen um zum Frühstück eingeladen. .Räuberischer Ueberfall am Leitmeritzer Stadtplatz. An: letzten Samstag, nachts, gegen halb 11 Uhr, wurden am Leitmeritzer Stadtplatz zwei dort aus einer Kinovorstellung kommende Frauen von einem hinter ihnen herkommenden Manne angefallen, der mit bem Zurufe:„Geld her oder ich schneide dir den Hals durch!" der einen Frau das von ihr unter dem Arm getragene Handtäschchen zu entreißen versuchte. Bon einem durch die Hilferufe der Ueberfallenen aufmerksam gemachten Unteroffizier und dem am Stadtplatz diensthaltenden Wachmann wurde der Mann festgenommen und als der 30 Jahre alte, bereits wiederholt abgestrafte Josef Mader erkannt, der erst vor kurzem aus der Zwangsarbeitsanstalt entlassen worden war. Bei der Polizei hatte Mader dann zugegeben, das er es mit seiner Drohung wirklich ernst meinte. Er hatte auch tatsächlich in der linken Hosentasche ein Rasiermesser bei sich, dessen Futteral er in der Hosentasche verwahrt hatte. Infolge des raschen Einschreitens deS Unteroffiziers und des städtische« Polizeiwach- Vom Prager Rundfunk Empfehlenswertes au