Einzelpreis 70 Seller. Redaktion und Verwaltung Prag, I., Nekazania 18. Telephone: Tagesredaktion: 26795, 31469. Nachtredattion: 26797. Postichedamt: 57544 Juferate werden laut Tarl billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. sex imp b Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Der Kapitalismus versagt: Mittwoch, 15. Juli 1931 Krise der Privatwirtschaft- nicht Budgetkrise. In Basel nur Verlängerung der alten Kredite erreicht. Berlin, 14. Juli.( Contibüro.) In dem Baseler Kommuniqué wird von einem Geldgesuch der deutschen Regierung bei den anderen Mächten gesprochen. Ein solches Geldgesuch ist nicht ergangen, da der Reichshaushalt die ausländischen Kredite nicht benötigt. Es ist vielmehr die Gefährlichkeit der Gesamtlage in Deutschland, die durch Abzug an die deutsche Wirtschaft und deren Folgeerscheinung sich entwickelt hat, dargelegt und um Erwägung über die Mittel zur Abhilfe gebeten worden. * * Ruhigere Situation. Schalter. Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich Kč 16.vierteljährlich. 48.halbjährig. ganzjährig " 98.192.B Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Ein sendung der Retourmarten. Gricheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Nr. 163. S. O. S. Monatelang schon hallen die Warnungsrufe aus Europas Herzen, heute gelft cit Ruf in höchster Not über die Grenzen, die Flut, in der die deutsche Wirtschaft zu er sticken droht, will über den Köpfen zusannnenschlagen. Das drittgrößte deutsche Bankinstitut ichließt seine Schalter! Mehr noch steht auf dem Spiele; wer kann dafür bürgen, daß Auch Ungarn sperrt die Bant nicht in den nächsten Tagen schon die beiden größeren Banken von dem panikartigen Mißtrauen, das nun gemach schon alle Welt erBudapest, 14. Juli. Der Ministerrat ist faßt hat, zu gleichen Maßnahmen gezwun heute nachts zusammengetreten und hat von 1 Uhr bis 3 Uhr früh getagt. An ihm nahm auch gen werden. Dann ist mehr verloren, als die der Präsident der Ungarischen Nationalbant Aktienkapitale, die uns recht fühl sein liegen, Popovics teil. Finanzminister Weterle berichtete dann werden neue Hunderttausende oder MilReichsbant arbeitet normal.ten Tagen keine Devisenverlufte aufzuweisen, über die im Laufe der letzten Tage aufgetretenen lionen auf die Straße geworfen, arbeitslos, sondern sogar einen Zugang an Devisen. Da da- Verwicklungen der internationalen Finanz- und dem langsamen Hungertode preisgegeben! Wie konnte es so weit kommen? Der Berlin, 14. Juli. Wenn auch der Devisen mit die verschärfte Restriktion den beabsichtigten Wirtschaftslage, die die deutsche Regierung zu verkehr durch die Schließung der Börse offiziell 3wed erreicht hat, ist es vorläufig fraglich, ob es außerordentlichen Maßnahmen gezwungen hätte. Nord wolle skandal, der das„ selbstveraufgehört hat, so verweigert die Reichsbank feines zum Erlaß der angekündigten Devisenverordnung Angesichts der schweren finanziellen Lage Deutschwegs die Hergabe von Devisen, sondern löst kommt, die bekanntlich nur mit internationaler lands erschien es der ungarischen Regierung not- antwortliche Unternehmertum" so schön ungemäß den Bestimmungen des Bantgefeßes auf Zustimmung erlassen werden kann, da im An- wendig, Schuhmaßnahmen zu ergreifen, um even- verhüllt in seiner beglückenden Rolle zeigte, Berlangen Reichsbanknoten gegen Devisen ein. schluß an den Young- Plan die Einlösungspflicht tuellen Auswirkungen der deutschen Schwierig ist schlagendes Zeugnis dafür, in welch giganfeiten auf die ungarische Wirtschaft vorzubeugen, tischem Maße Kapitalfehlleitungen während Allerdings werden, wie verlautet, von ihr die der Bank festgelegt wurde. Die Tatsache, daß die Reichsbank ihrer Ein- bzw. diese zu paralysieren. Das Kabinett beschloß der Konjunkturjahre vorkamen. Die schwere Devisen nur noch gegen sofortige Barzahlung in Reichsbanknoten abgegeben, und zwar zu Kursen, lösungspflicht durchaus nachkommt, hat ihren deshalb den Erlaß einer Verordnung, nach der Vertrauensfrise, die seit den Hitlerwahlen eit die ungefähr mit denen vom Samstag, den Eindruck auf das Ausland nicht verfehlt. Nach alle Geldinstitute und Firmen, die gewerbsmäßig setzte, kaum notdürftig beruhigt, durch die 11. Juli, übereinstimmen. Durch die verschärfte den anfänglich schwachen Marlfurfen, die wohl Kreditgeschäfte betreiben, ihre Schalter am 14., unzeitgemäße Zolluniondebatte neue Nahrung Anwendung der Kreditrestriktion werden von der auf den ersten Einfluß einer gewissen Banifitim- 15. und 16. Juli geschlossen zu halten haben. Reichsbant nur noch Wechsel mit ganz furzer mung zurückzuführen waren, hat sich eine allge Fälligkeit disfontiert. Dies hat dazu geführt, daß meine Erholung durchgefeßt. Der Schutz der bant gewährleistet; außerdem liegt in der Ber ringerung des Marfumlaufes an sich ein schr wirksamer Schuß der Währung. * erhielt, hat mit rasender Beschleunigung unt sich gegriffen. Die dauernden Devisenverluste der Reichsbank seitens der Banken, die durch die Währung ist also nach wie vor durch die Reichs Wiener Merturbant schließt der Reichsbank haben die Schwäche der deutVerschärfung der Streditrestriktion zur Abgabe bon Baluten gezwungen find, Devisen zufließen. Die Reichsbant hat infolgedessen in den beiden Großer Mangel an Zahlungsmitteln. Frankreich bleibt harthörig. Gefährlicher Starrsinn. * die Schalter. schen Kreditbasis bloßgelegt und zwingen die Reichsbant, ihre ganzen Kräfte der Verteidigung der Reichsmart zu widmen. Daher gum Wien, 11. Juli. Die Merturbant hat heute unterschiede von Oesterreich, das immerhin früh vorsichtshalber ihre Schalter gefeine Creditanstalt vor der Zahlungseinstel schlossen. Dieselber dürften morgen nach Beschaf * fung der Mittel zur Auszahlung zu behebender lung bewahren konnte, das Deutsche Reich Anlagen wieder geöffnet werden. Die nicht imstande ist, diese folgenschwerste BankBörsenkammer hat beschlossen, daß mit Rücksicht rotterklärung aufzuhalten, deren psychologiAusgabe von Rentenbankscheinen für eine Milliarde? auf die Schließung der Budapester Börse der schen Wirkungen unabsehbar sind, auch wenn Berlin, 14. Juli.( Eigenbericht.) In der neuem in den Verkehr zu bringen. Dieses Geld Handel in allen ungarischen Wertpapieren an der man nach Stunden schon die nötigen Garanwirtschaftlichen und politischen Situation hat sich soll in erster Linie dazu bestimmt sein, die Lohn Wiener Börse bis auf weiteres fiftiert wird. tien findet, um die Schalter der Bank wieder heute nichts geändert. Der Reichsbankpräsident zahlungen der allernächsten Zeit sicherzustellen. Auch der Handel in Mercur- Aktien zu öffnen. Dr. Luther ist ohne Ergebnis aus Basel zu- Es besteht allerdings die Gefahr, daß es nicht wird heute sistiert. Fest steht jedenfalls, daß Frankreichs rückgekehrt. Es ist ihm lediglich gelungen, eine nur bei der Ausgabe dieser Scheine bleibt, sonDie Merkurbank hat von der Regierung ein kleinliche Behandlungsweise den Hooverplan Prolongation des am 16. Juli fälligen Redis- dern daß wie in den Inflationszeiten auch von fontkredits der Reichsbank in der Höhe von 100 Gemeinden und öffentlichen Körperschaften Not dreimonatiges Moratorium und einen seiner unmittelbaren Wirkung beraubt, ihn Millionen Dollar um drei Monate zu erreichen, geld ausgegeben wird. Das soll aber dadurch Ueberbrückungskredit von etwa 20 Millionen abgenützt hat, sonst könnte nicht kaum drei Im Reichsfinanzministerium werden jept unterbunden werden, daß man die Ausgabe der Schilling verlangt und hat ihr dargelegt, daß sie Wochen nach dem großen Aufatmen, das seiverschiedene Vorschläge erörtert, durch die dem Rentenbankscheine von vornherein nur auf eine nie Spekulationsgeschäfte gemacht hat, sondern starken Mangel an Zahlungsmitteln ganz kurze Zeit befristet und das durch Abstem nur infolge der großen Abhebungen am gestrigen nerzeit das Hervortreten Herbert Hoovers ausabgeholfen werden soll, ohne daß eine neue In belung der Scheine sichtbar zum Ausdrud Tage teine flüssigen Mittel mehr besitze. Morgen gelöst hatte, das letzte Quentchen Gesundung soll sich ein Ministerrat nuit diejer Frage be- wieder vertan sein. Will Frankreich noch mehr flation verursacht wird. Man trägt sich mit dem bringt. Durch eine besondere Notverordnung sollen schäftigen. Beweise dafür, daß die deutsche Katastrophe Gedanken, für eine Milliarde Rentenbanf eine Angelegenheit der nächsten 24 Stunden scheine, die nach der Stabilisierung der Wäh diese Rentenbankscheine geschliches Zahlungsmitrung ausgegeben worden waren und die dann tel werden, die auch in irgendeiner Weise die Keine außerordentlichen Makeorden ist? Darf es immer noch glauben, was einem jeder biedere Durchschnittsfvanwieder zur Reichsbank zurückgeflossen sind, von nötige Dedung erhalten sollen. nahmen in Desterreich. zose bislang auf Schritt und Tritt erzählte, Echo de Paris" glaubt, daß, falls das Wien, 14. Juli.( AN.) In der Desterreichi- daß die Alarmrufe aus Deutschland nichts anAuslandskapital zu Hilfe kommen soll, es not- schen Nationalbank haben, wie die Blätter melden, deres feien als bloßer Schwindel, Vorspiege wendig sei, daß man in Deutschland den Willen heute vormittag Beratungen stattgefunden, welche lungen, um sich der Zahlungen zu entziehen? zur Ueberwindung der Krise sehe. Dieser Wille sich mit den Auswirkungen der Banken- und Wie schnell hatten die Franzosen ihre eigene Paris, 14. Juli. Die gesamte Presse wid fehle jedoch. Frankreich hatte im Jahre 1926 Börsensperre in Berlin und Budapest sowie mit Misere von 1926 vergessen und sich den bizmet der Finanzkrise in Deutschland großen den jehnlichen Wunsch, die Situation zu retten. der vorübergehenden Schalterschließung bei der dermänniglichen Grundsatz zurechtgelegt, jeder Raum. In den Kommentaren zu derselben wird Es nahm die politische Bedingung der Rettung: Merkur- Bank befaßten. Dabei kam die Mei- sei sich eben selbst der Nächste, und geglaubt, Die nationale Einigung und die technische Beinsbesondere die Passivität der deutschen Regie dingung: Budgetgleichgewicht durch richtige Ge- Saltung der österreichischen Bevölkerung und der igen und nicht ohne Schadenfreude dem Unung zum Ausdruck, daß infolge der besonnenen man tönne auf einer wohlbewachten Insel rung angesichts der drohenden Katastrophe be- barung und schwere Steuern an. Demgeenüber geringen Rückwirkung der Vorgänge in Budapest tergange des Nachbarn zusehen. Es gibt eine tein tergange des Nachbarn zusehen. Es gibt eine „ Petit Parisien" schreibt: Die deutschen, denn je. Die Hitlerleute und die Kommunisten und Berlin te in Anlaß gegeben sei, auch hier durch die Gewalt der wirtschaftlichen Verflech Banken und Börsenfeiertage anzuordnen. auf Abenteuer eingestellten Parteien üben gegen spißen auf den Sturz der Regierung und das In einem Gespräche mit einem Pressevertungen bedingte Solidarität der Völker, die es zu einer anderen Ueberzeugung zwingen wärtig einen doppelten, nämlich einen finan Bolt wehrt sich gegen die Steuern. treter erklärte Finanzminister Dr. Redlich, daßz ziellen und einen wirtschaftlichen Druck auf das Ausland, auf die Engländer und Amerikaner Keine Geldsendungen ins Ausland. die Schließung der Schalter durch die Merfur- wird, aber dann kann noch mehr verschüttet Berlin, 14. Juli. Das Reichspostministe- Bank einzig dadurch herbeigeführt worden sei, da sein, als heute ohnedies schon der Fall ist! aus, deren Kredite bedroht sind. Der politische Zwei Dinge lehrt uns die stündlich droDruck auf Frankreich macht sich dahin geltend, rium teilt mit: Da zur Zeit Börsenkursnotie diese Bant einen Bestandteil der Danat- Bant in daß vor allem das Schredgespenst der Revolu- rungen nicht stattfinden, ist es der Post bis auf Berlin bildet; sie könnte sich den Konsequenzen hende deutsche Katastrophe: die Unfähigtion und die Zertrümmerung der europäischen weiteres nicht möglich, Einzahlungen auf Post- bloß dadurch entziehen, daß sie alle ihre Mittel feit der Privatwirtschaft selbst auf Sicherheit an die Wand gemalt wird. Wir anweisungen nach dem Ausland anzunehmen. zur Befriedigung der Einleger verfügbar hält, müssen, sagt das Blatt, faltes Blut bewahren. Die Postanstalten sind entsprechend angewiesen was auch tatsächlich geschehen ist. Die Merkur- dem Gebiete, das sie als ihr ureigenstes stets Außerdem sind die Postscheckämter Bant hatte am geftrigen Tage bedeutende Aus- bezeichnete: die Veranlagung von Kapital, Warten wir ab, bis uns die Deutschen Anbote worden. vollkommen sozialisierungsmachen, falls sie es für angemessen halten. Sonjt ebenfalls wegen der Unterbrechung in Kurs- zahlungen geleistet. Zu einer Beunruhigung hier- und die Tatsache, daß es im Geldwesen reife Form der Volkswirtschaft würden wir uns in die Gefahr stürzen, allzuviel notierungen an den deutschen Börsen angewiesen zulande infolge der erwähnten Tatsachen ist nicht eine oder allzuwenig zu verlangen. Dann würden worden, die bei ihnen eingehenden Ueberwei- die geringste Tatsache gegeben. gibt, deren individualwirtschaftliche Verfaswir für das ganz Unglüd verantwortlich ge- fungen nach dem Auslande bis auf weiteres jung heute bereits zur Unsinnigteit gewor macht werden. den ist. tont. nicht auszuführen. Rüdwirkungen auf Riga. Petit Journal" erklärt: Deutschland be Reichstreuhänder für die Danat. Riga, 14. Juli. Zwei Rigaer Kreditinstitute, Wie hat man doch während der beginzahlt sehr tenter den Fehler, sich Europa wider Berlin, 14. Juli. Die Reichsregierung hat die Internationale Bant und die" Libauischenenden deutschen Krise die öffentliche Hand jetzt zu haben. Es wäre auch fein geringerer Fehler für Europa, sich nicht daran zu erinnern, gemäß Artikel 3, Absatz 1, der Verordnung zur Bank, die mit einem erheblichen Anteil deutschen bei allen den Banketten mit oder ohne Herrn daz Europa Deutschland notwendigerweise ein Durchführung der Verordnung des Reichspraji Kapitals gearbeitet haben, mußten heute infolge Diktaturanwärter Schacht als Prügelfuaben begreift. Zwischen den Nationen besteht bereits denten, über die Darmstädter und Nationalbank der deutschen Banffeiertage vorübergehend ihre eine Berflechtung der wirtschaftlichen und so vom 13. Juli 1931 den Staatssekretär a. D. Schalter schließen. Da beide Banten teine eigenen hingestellt! Die sollte alles das Geld vertan zialen Interessen, die es unmöglich macht, daß Karl Bergmann in Berlin zum ersten Treu- Verluste erlitten haben, wird in den nächsten haben, an dem es Deutschland gebrach! Nu, das Unglüd des Einen das Glück des Andern händer für die Tarmstädter und Nationalbank Tagen wieder eine normale Abwicklung der Ge- der öffentlichen Hand war durch nämlichen Herrn Schacht bereits im Mai 1927 der Brotbestellt. schäfte erwartet. bedeute. Seite 2 Mittwoch, 15. Juli 1931. Nr. 168. forb so hoch gehängt worden, daß ihr Anteil] Was bei der Creditanstaltsanierung schon des Inhabers des nächstbesten Käseladens, einer obligatorischen Arbeitslosenversicherung eine an der Investitionstätigkeit unter das Maß klar wurde, erweist sich im Falle Danatbant mit ihrer Weisheit zu Ende kam. Im Falle gewisse Entlastung zuteil werden.( Beifall.) ihrer Bedeutung in der Wirtschaft fant. Wie aufs neue: das Bantwesen ist verge der Danatbank wird ein Arrangement getrofaber hat die private Initiative gewirtschaftet, sellschaftungsreif. Die Banken sind fen werden müssen, durch das der deutsche Die Vorlage wird dann in beiden Lesungen in hemmungslosem Rationalisierungswahn- durch den wachsenden Umfang ihrer Funktion, Staat eingreift, in beiden Fällen also und in angenommen. In einer zweiten Sigung werden finn! ihrer umfassenden Schlüsselstellung in der den wahrscheinlich noch folgenden muß der die Exportkredite und die Gerichtsgebühren den Diese Leute haben die Rationalisierung Wirtschaft aus dem Rahmen eines Indivi- Staat, die heutige Form der Gesellschaft als zuständigen Ausschüssen mit 24stündiger Frist zuauf Gebiete ausgedehnt, die für diese tech- dualbetriebes herausgewachsen. Selbst im Regulator auftreten, nachdem vorher ganz gewiesen. nische Umstellung nicht reif waren, oftmalen tapitalistischen Wirtschaftssysteme sind sie außerhalb seiner Einflußsphäre das Malheur Nächste Sigung morgen, Mittwoch, 15 in bloßer snobistischer Nachäffung des ameri- heute als individualwirtschaftliche Form un- geschehen war. Warum also, um ein Wort strophenhilfe im abgekürzten Verfahren. Uhr. Tagesordnung: Staatsgefängnis, Katafanischen Beispieles. Man fann sagen, daß zu denkbar geworden, denn im Falle einer Kre- eines bürgerlichen Nationalökonomen zu vergewissen Zeiten der Konjunktur das deutsche ditanstalt oder einer Danatbank handelt es wenden, nur die Sozialisierung des Verlustes, Rationalisierungstempo das amerikanische bei sich nicht mehr um eine Angelegenheit, die die Privatisierung des Gewinnes aber? weitem übertraf, wenn man dabei in Rücksicht letzten Endes nur ihre Aktionäre betrifft, ihr zieht, daß in Deutschland nicht ein im ameri- Zusammenbruch droht, ganze Sektoren der schaftlicher Wirtschaftsformen in ein Gebiet Die Zeit ist reif, mit dem Aufbau geseilfanischen Maße gehobenes Lohnniveau einige Wirtschaft lahmzulegen. Im Falle der Cre- vorzustoßen, das bislang noch das RührmichBerechtigung hiezu gab. Die Scharfmacher von ditanstalt mußte denn auch der Staat ein nichtan der Privatwirtschaft war. Ruhr und Rhein scheinen damals die Zeit springen, als die private Leitung, der formalnicht ferne gesehen zu haben, da man den juristisch keine andere Stellung zufam, als die| ganzen Betrieb maschinell ohne die aufsässigen Broleten werde führen können, um zu erzeit gen für wen? Da schwieg man sich aus oder dachte an das alte liebe Exportdumping Pensionsnovelle vom Senat C. R. S. verabschiedet. An Eine notwendige Gesetzes- Novelle. Ein schwerwiegender Redaktionsfehler im Arbeitsgerichtsgeseg. Von Dr. Egon Schwelb. 797 Einer der wichtigsten Fortschritte, welche das neue, nunmehr von beiden Häusern der Clemenceau wurde das Wort von den zwan Nationalversammlung beschlossene Gesetz über die Arbeitsgerichte bringt, ist die grundsätzliche zig Millionen Deutschen, die zuviel wären, in Prag, 14. Juli.( Eigenbericht.) Heute nach| ratungskommission und im Verein mit dem Für Möglichkeit, init allen Fragen des Arbeitsrech den Mund gelegt, die deutsche Unternehmer- mittags hat der Senat die Regierungsvorlage forgeministerium endlich zu dem vorliegenden Ent- tes die oberste Instanz zu befassen, also für die schaft hat so gehandelt, als könne sie diese über die Einrechnung der halben nichtversicherten wurf, der uns wenigstens teilweise entgegen Lebenswichtigen Rechtsfragen des Arbeiters dent zwanzig Millionen einfach aus dem Fenster Dienstzeit der Privatangestellten nach längerer kommt. Zustand herbeizuführen, der für den Kaufhängen. Nie konnte die private Unternehmer- Debatte, in die für unseren Klub Genosse Beu- Wenn von bürgerlicher Seite eingewendet wird, mann oder Landwirt seit jeher gilt und als schaft den Beweis ihrer vollkommenen el eingriff, in beiden Lesungen angenommen. daß die Vorlage nichts Ganzes bedeute, so sei darauf selbstverständlich angesehen wird. Während heute Es bleiben noch die Vorlagen über das Staats- verwiesen, daß die früheren Mehrheitsparteien bei der Rechtszug in Streitigkeiten der gewerblichen Unfähigkeit, zum Wohle des Volksganzen zu wirken, glänzender erbringen, als gefängnis, die Katastrophenhilfe, die allen sozialpolitischen Vorlagen ja stets von un bilfsarbeiter und Handlungsgehilfen im Wesen Exportkredite und Gerichtsfreundlichen und schädlichen Bestrebungen den An- beim Kreisgericht endet, hat schon der Regie während der Jahre der deutschen Konjunktur, Gebühren zu erledigen, was in den restlichen gestellten gegenüber erfüllt waren, so daß jezt im rungsentwurf zum Arbeitsgerichtsgesetz im§ 34 nie hat sie eine letzte Gelegenheit, ihre Not zwei Sigungen am Mittwoch und Donnerstag Stompromißwege erst alle diese Mängel wieder aus- vorgesehen, daß gegen das Urteil der zweiten wendigkeit im Wirtschaftsgetriebe zu beweisen, dieser Woche geschehen soll. geglichen werden müssen. Das ist immer noch besser, Instanz( des Kreisgerichtes) die Revision an das leichtfertiger vertan. Der deutsche Konals wenn der alte Zustand bestehen bliebe, da doch Oberste Gericht zulässig sein soll, gegen ein bejunktursnobismus ist schuld daran, die Vorlage gegen 190.000 Personen betrifft. Hoffentſtätigendes Urteil der zweiten Instanz allerwenn die Weltwirtschaftskrise in Deutschland Ueber die Pensionsversicherungsnovelle berich lich trägt die Vorlage dazu bei, daß der Abgang der dings nur dann, wenn der Wert des Streit in einem solchen Maße überspitzt ist, das zu tete Senator Soutal. Er tritt u. a. für die älteren Angestellten in die Pension erleichert und gegenstandes 2000 Kronen übersteigt( eine Einso widersinnigen Erscheinungen, wie würgen- weitere Herabsetzung der Altersgrenze für den An- so den Jüngeren, die postenlos sind, es ermöglicht schränkung, die heute allgemein im Zivilprozeß der Geldknappheit während einer Depression Frauen auf 50 Jahre ein, um Platz für die Jünfall der Altersrente bei Männern auf 55 und bei wird, deren Pläge einzunehmen. gilt). Durch diese Bestimmungen des Entwurfes führt! Man wagt es zu leugnen, daß Deutsch geren zu schaffen, ebenso für eine entsprechende des Bunktes 6 im neuen§ 177 a, wo die Einschal- Frage bis zur oberstgerichtlichen Entscheidung Genosse Beutel kritisiert dann die Stilisierung war noch nicht erreicht, daß jede arbeitsrechtliche land auf viele Jahre hinaus Auslandsanlei- Serabsetzung der Altersgrenze bei der Sozialver- tung gemacht wurde:„ Soweit diese Leistungen nicht gebracht werden kann. Denn selbstverständlich hen aufnehmen muß, man phantasierte von sicherung. debohnedies schon den Bedingungen für die fann eine Rechtsfrage nicht zur dritten Instanz eigener Kapitalbildung und hat zwei MilliarIn der Debatte kamen jieben Redner zu Wort. erkennung als Ersazinstitut entsprechen." geführt werden, für die es nicht einmal eine den Kronen in einem einzigen Konzern vec- Der fommunistische Sprecher führte ganz konfuse pulvert! Wie hat man sich wohl die Kapital- Reden, daß die angehäuften Gelder zu anderen zu, daß bei den Ersayinstituten die nicht versicherte träge unter 300 Kronen), über welche im gelDiese Fassung läßt immerhin die Möglichkeit nannten Bagatellsachen,( Streitigkeiten um Bezweite Instanz gibt. Dies gilt von den sogebildung vorgestellt? Doch nur etwa so, daß Zwecken verwendet werden würden; die Kleinen Dienstzeit schon in den bisherigen Gesamtleistungen tenden Zivilprozeß, sowie nach dem Regierungsder deutsche Arbeiter für Hungerlöhne arbei- müssen zahle und die Kapitalisten hätten den Vor- angerechnet erscheinen tann. tete. Wozu dann der ins riesenhafte gestei- teil davon usw.- Lauter Pauschalverdächtigungen, Tertierung war klarer, während die jetzige einen stanz gleichzeitig als lehte Instanz entscheidet. Die ursprüngliche entwurf zum Arbeitsgerichtsgesetz die erste Ingerte Produktionsapparat? Da schweigt man für die gerade hier jede Grundlage völlig fehlt! Zweifel an der Gleichberechtigung der bei Ersatz Bei Bagatellsachen sollte nach dem Regierungssich aus oder kommt mit den nebelhaften Botruba( Nat. Dem.) führt aus, daß die instituten Versicherten hinsichtlich der Anrechnung entwurf auch im Verfahren vor den ArbeitsAufbesserung der Pensionen 1800 bis 5400 Kronen der nichtversicherten Zeit offen läßt. Um Zweifel in gerichten die Berufung nur aus den sogenannDas Scharfmachertum hat die Löhne jährlich ausmacht, in Einzelfällen sogar bis zu 7200 dieser Richtung hintanzuhalten, werden sowohl die ten Nichtigkeitsgründen zulässig sein, z. B. wegent heruntergerissen, aber es folgte nicht wie in Bensionsanstalt seit dem Umsturz durch Hypothefar institute falschen Auslegungen durch far formulierte eines ausgeschlossenen oder befangenen Rich Kronen. Dem Kommunisten antwortet er, daß die Versicherten wie die Verwaltungsorgane der Ersatz- Unzuständigkeit des Gerichtes, wegen Teilnahme früheren Krisen der Preisabbau, sondern ver- kredite den Bau von 12.000 Wohnunge ermöglicht Statutenänderungen begegnen müssen. stärkter Zollschutz bei Nahrungsmitteln und und der Selbstverwaltung sowie dem Staat für proters, wegen unzulässigen Ausschlusses der DefStartellpreispolitik bei den Industriewaren. duttive Zwecke 700 Millionen in Form von Anleihen so manchen Punkten der Sozialversicherung der Ar- den, während es eine meritorische UeberViel drastischer als hier sind die Unklarheiten in fentlichkeit u. ä., sohin nur aus formellen GrünDer deutsche Reallohn erfuhr eine gewaltige zur Verfügung gestellt hat. Senator Baner schätzt beiter. Durch die Novelle vom Jahre 1928 sind die prüfung eines Urteiles in Bagatellfachen auch Einbuße, der Umsatz mußte weiter zusammen- die Zahl derer, die infolge der in der Vorlage ge- Strankenversicherungsanstalten in einen krisenhaften nach dem Regierungsentwurf nicht geben sollte. schrumpfen, so aber meinte man Krisen heilen währten Begünstigungen nunmehr in Pension gehen Zustand geraten. Die Zahl der Versicherten ist Der Verfassungs- und Rechtsausschuß des zu können! Das war die eine, sagen wir, die werden, auf etwa 16.000. 1930 bei ungemein verschlechterter Beitragsleistung Senates hat nun eine wichtige Aenderung vor innerwirtschaftliche Seite der scharfmacherium rund 165.000 gesunken, die Zahl der Argenommen: Nach der Fassung, die der Entwurf schen Aktionen. Daneben zog man sich in der beitsunfähiger aber von 174.000 auf 196.000 ge- in diesem Ausschuß erhalten hat, und in der nationalen Opposition einen jederzeit dienst- erklärte u. a., daß der Entwurf unseren Wünschen stiegen. 1931 ist bisher die Zahl der Versicherten um er auch Gesetz geworden ist, ist die Berufung bereiten Popanz groß, der nach dem Gejeze feineswegs völlig Rechnung trage. Unsere Forderung 215.600 auf 2,070,000 zurückgegangen, während die gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes in einer nach Einrechnung der ganzen nichtversicherten Zahl der frant Gemeldeten auf 223.000 Personen ge- Bagatellfache( unter 300 Stronen) nicht nur aus der beschleunigten Bewegung den deutschen Dienstzeit scheiderte seinerzeit daran, daß der Staat stiegen ist. Diese ungünstige Entwicklung ist mit den geschilderten formellen Nichtigkeitsgründen, Kredit zerstörte; glorreiche Erfolge also auch die entstehenden Kosten nicht übernehinen wollte. Wir durch die Krise verursacht, da Not und Unter sondern auch dann zulässig, wenn das Araußenwirtschaftlich und als Resultat die Kre- haben aber im Verein mit den Angestellten die zu ernährung die besten Schrittmacher für Krankheiten beitsgericht im Urteile die Beru ditkatastrophe. Die 500 Millionen Marf- ständigen Faktoren nie im Zweifel darüber gelassen, find. Es müßte endlich einmal auf die triste Lage fung deswegen für zulässig er Garantie der Unternehmerschaft ist dagegen daß wir auf unseren Forderungen verharren. So fam der Krankenversicherungsanstalten Rücksicht genom tlärt, weil die Entscheidung grundzerplatzt wie eine Seifenblaje. es schließlich zur Einsetzung einer neuerlichen Be- men und ihnen namentlich durch die Einführung fäßliche Bedeutung hat. Ebenso ist auch Abenteuer. Dir werden die Palmen fehlen, die... de Frigho, ist da vielleicht etwas Das Todesmal auf eurer Brust! Ihr Narwilde Dichungel wird nicht böse, sondern jehn-... worauf... wir... alle... Anspruch haben ren, dachtet ihr, der Tod hätte uns vergessen?" Pfeile aus dem Jenseits. Stibotos( Flußpferde) erbärmlich im 300 von Worte eingab. Jedenfalls hatten sie eine furcht- einmal wieder das furchtbare Geschehen von Und da begriffen wir. Da wußten wir auf süchtig durch deine Träume gehen, du wirst die es zu wissen?" Ich weiß nicht, was mir diese Exportphantasien vielleicht auf den Mond? ( Nachdruck verboten.) A Von Hans- Herbert Varien. 4 19 Genosse Bentel und Paris finden. Die Affen werden dich anschreien: bare Wirkung. Der Commander de Frigho zuckte damals. Wir sahen den armen Freddy steif wie Warum bleibst du nicht bei uns im schwarzen wie unter einem Peitschschlag zusammen. Er sah eine Statue mit dem Todespfeil im Halse und Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. Land der Wunder und die schwarze Schlange..." mich mit Augen an, aus denen jäh wilde Flam- die lebenden Augen des Toten, Nun feierten wir Offiziere seine Abschieds- Hauptmann Upwarden kam mit seiner Rede men hervorzustechen schienen. Seine Gestalt Wir sahen den furchtbaren Baum, der die Jeier. Wir waren alle traurig. Gemeinsam er nicht zu Ende, denn als Upwarden das Wort straffte sich und die alte Energie brach hervor. schreienden Menschen in die Luft spie. Und wir lebte Gefahren fitten stärker als alles in der Schlange" erivähnt hatte, wurde das braune„ Ja!... Ja!..." schrie er,... es ist fühlten wieder das Entsehen, das uns an jenem Welt und de Frigho selbst standen fast die Trä- Gesicht de Frighos weiß wie Papier. Er hielt sich wahr... ich darf nicht schweigen. Es geht um Tage gepackt hielt, als wir zum erstenmal jenes nen in den Augen. nur mühsam am Tisch fest und als er sich schyver uns alle. Nicht nur um mich! Vielleicht ist es furchtbare Todeszeichen auf unserer eigenen Wir saßen in dem großen Wohnraum in fällig in seinen Stuhl gleiten ließ, riß er einige Verrat an euch, wenn ich schweige... Ich wollte Brust bemerkten. de Frighos Hause. Durch die Fenster tam der Gläser mit hinunter. euch nicht ängstigen. Aber zum Henker! Ihr seid ,, Morgen früh geht mein Dampfer..." sagte Schritt der Wachen. Eine leichte Brise fam von Zum Teufel, de Frigho, was ist dir?" rief feine Schoßtinder mehr. Ihr seid selbst durch der Commander, ... morgen früh.. der See herüber und rauschte in den Palmen. ich und sprang neben ihn, um ihn zu stüßen. Höllen und Fegefeuer gegangen. Reiner ist unter heute früh bekam ich die schwarze Schlange. Ich Aus der Ferne kam hier und da der klagende ,, Nichts!... Nichts!... ängstigt euch nicht! euch, der nicht Blut gekostet hat. Keiner ist unter erschlug sie sofort. Und seitdem narren mich.. Schrei einer Syäne.... Es... ist.. vielleicht.. der Abschied..." euch, der sich nicht noch am Tor des Jenseits Augen... Augen... Augen" Der Comman „ Jungens, ich verlasse euch mit schwerem sagte de Frigho und sah mich von unten herauf zweifelhaft ist, ob ihn seine Schritte aufwärts der de Frigho schlug die Hände vors Gesicht. Aber Herzen. Ihr seid mir alle ans Her; gewachsen an. Aber seine Augen konnten den meinen nicht oder abwärts führen werden. Wir sind alle als sein Gesicht wieder frei wurde, lag ein Lä wie Brüder und ich habe schwer fämpfen müssen standhalten. Sie liefen davon. Es war etwas Sünder! Vielleicht Sünder mit reinem Herzen! cheln in seinem Gesicht. War da irgendeine Hoffmit dem Entschluß, euch für immer zu verlassen. Gehegtes in seinen Augen. Aber trotzdem... oder gerade deswegen haben nung in ihm wach geworden? Immer wieder aufs neue trat dieser Kampf an Wo hatte ich diesen Ausdruck schon in den wir uns auf den Tod vorzubereiten... Nein, dieses Lachen war furchtbar. Es zermich heran. Wie oft wollte ich mein Gesuch zu Augen gelesen? Ja, zum Teufel, wo? Einen De Frigho stand plötzlich zwischen den Offi- riß uns die Seele. Es war ein Lachen des graurückziehen, aber..." hier fielen die Schultern Augenblick konnte ich nicht darauf kommen. Aber zieren, die ihn verwundert anstarrten. Seit lan- samsten Hohns. Er glaubte nichts... Er verspotde Frighos zusammen und seine Hände zuckten auf einmal wußte ich es. Es war dieselbe Angst gem hatte man de Frigho nicht so gesehen... tete sich selbst mit diesem Lachen. um sein Weinglas herum. Sein Gesicht wurde in den Augen de Frighos, wie ich sie seinerzeit Ja, zur Hölle! Ihr müßt es wissen. Biel-" Ja, der Dampfer fährt... aber ich..." plößlich alt und verfallen und die graue Haut in den Augen Freddys gelesen hatte. leicht findet noch einer einen Weg zur Rettung.[ und da kam auch schon der furchtbare Tod über schien von seinen Augen abzufallen und wir Ich führte de Frigho an das offene Fenster. Denn ich glaube, für mich ist es bereits zu de Frigho. Er ging mitten zwischen uns durch. sahen das blasse Entseßen, eine furchtbare Angst Ich bat die anderen zurückzubleiben. spät..." De Frigho zerdrückte in der bloßen Der Tod des singenden Tones. Wir alle hörten in diesen Augen. Aber gleich hatte er sich dies- Wehmütig sah de Frigho auf die funkelnden Faust ein Weinglas, daß ihm das Blut aus den diesen hohen Ton. Die Gesichter waren voll mal wieder in seiner Gewalt und er schloß mit Sterne, die nirgends in einem solchen Glanz er- Fingern hervorlief. Wir sahen ihn alle er- Staunen, nur ich schrie in furchtbarem Entsetzen einer leisen, fast brüchigen Stimme ,,,,, aber ich strahlten wie über diesem Land des Südens. Als starrt an. auf. Ich kannte diesen Ton... Ich sah den Tod. habe eine Tochter in Paris. Sie ist noch so jung müßten sie hier besonders strahlen und funkeln, Aber dann warf er uns plöglich die Worte Ich wußte, eine Hölle fam... ... blutjung und... und... sie liebt ihren Va- um zu zeigen, daß es auch noch bessere Welten an den Kopf: Der Commander de Frigho sah uns in ter. Wenn ich jetzt nicht gehe... wer weiß, ob gäbe. „ Ich habe heute morgen das Kästchen mit jähem Entsetzen an. Noch immer verzehrte das ich dann noch überhaupt gehen kann..."... de Frigho, es ist nicht nur der Ab- der schwarzen Schlange bekommen!" höhnische Lachen seinen schönen, energischen Die letzten Worte sagte er fast unverständlich schied?" fragte ich und drückte seinen Arm. Einen Augenblid begriffen wir nichts. Rein Mund. Aber nun waren seine Lippen steil aufleise. Er sah dabei aus, als wenn er uns wegen Die Lippen de Frighos zogen sich zusam gar nichts. Wir begriffen nicht einmal das furcht wärts geriffen. Die Unterkiefer klappten nach feines Abschieds um Verzeihung bitten wollte... men. Ich fühlte, wie er die Zähne zusammenbig. bare Entsetzen in dem Gesicht des Commanders, unten. Aber de Frigho, war es denn so hohe Zeit! Es war fein Zweifel, er verbarg uns noch etwas das jetzt unverschleiert hervorbrach. Was macht ein Jahr mehr oder weniger? Es besonderes. Ich fühlte, daß ein leises Zittern wird dir schwer werden ohne dies Land der durch seine Arme lief. Und dann schrie uns der Commander an: Die schwarze Schlange?" ( Fortfehung folgt.) Nr. 163. Der Vertrauensmann liest die Tribüne Monatsschrift für Arbeiterpolitik und Arbeiterkultur. VerDie Tribune" unterrichtet den sozialistischen tranensmann über die aktuellen Probleme des internationalen Sozialismus, der Oekonomie und der Kulturpolitik. Jahresbezug 40 Kč, vierjährlich 10 Kč, Einzelhefte 4 Kč. Bestellungen durch den Vertrauensmann, die Schriftenabteilun ga. Volksbuchhandlung oder direkt durch die Verwaltung is Praz II.. Nekazanka 18. bei Beträgen unter 2000 Kronen selbst gegen ein bestätigendes Urteil der zweiten Instanz die Revision an das Oberste Gericht dann zulässig, wenn das Berufungsgericht in seinem Urteile die Revision wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles für zulässig erklärt. Diese Regelung ist gewiß nicht ganz befriedigend, zumal da nicht zu erwarten ist, daß die Richter von dieser gesetzlichen Ermächtigung, ein sonst unzulässiges Rechtsmittel gegen ihre eigene Entscheidung für zulässig zu erklären, allzu gern Gebrauch machen werden. Aber immerhin: es liegt ein annehmbares Kompromiß zwischen den Forderungen des Prinzips und den prozeßökonomischen Möglichkeiten vor. Nun ist aber leider durch einen Mangel der Gesetzestechnik, durch einen Redaktionsfehler, ein großer Teil der vom Senatsausschuß gewoll ten und beschlossenen Errungenschaft wieder zu nichte gemacht worden. Mittwoch, 15. Juli 1931. Ein Aufruf der SPD. Der Parteivorstand, der Parteiausschuß und die Kontrollkommission der Sozialdemokratie Deutschlands haben in ihrer heutigen Siyu ng folgende Kundgebung an das deutsche Volk beschlossen: Die Krise hat sich verschärft, Zusammenbrüche großer Industrien und Bankunternehmungen zeichnen ihren Weg. Mit ihnen bricht die Lüge von der„ marristischen Mißwirtschaft" zusammen, die erfunden wurde, um von den wahren Schuldigen abzulenken, von dem kapitalistischen System und seinen Vertretern. Die bankrotten Finanzmagnaten und Industrieherzöge sind feine Marristen." Sie sind entschiedene Sie sind entschiedene Verfechter der kapitalistischen Privatwirtschaft und Geldgeber der antimarristischen Propaganda. Die Sozialdemokratic fordert seit Jahren unermüdlich die Stärkung des wirtschaftlichen Einflusses, die Unterstellung der kapitalistischen Riesenunternehmungen unter die wirksame Aufsicht des Staates. Ihre Forderungen blieben unerfüllt. Jetzt verlangen die bankrotten Bekämpfer des Marrismus Rettung durch den Staat, jetzt steht die Reichsregierung für den Zusammenbruch der Banken gut, jetzt übernimmt sie über sie die Aufsicht. Das kapitalistische Unternehmertum ruft nach der Hilfe des Auslandes, aber ein wesentlicher Teil dieses Unternehmertums hat den verhängnisvollen Wahlfieg der nationalistischen Reaktion im Dezember vorigen Jahres bezahlt und ihr kreditzerstörendes Treiben bis zum heutigen Tage mit allen Mitteln gefördert. In der Stunde höchster Gefahr fordern wir entschlossene 1 m= tehr. Die Selbstherrschaft der Banten und Schwerindustrie führt die Wirtschaft in den Abgrund. Ihr muß ein Ende bereitet werden. Staatliche Hilfe ist nur gerechtfertigt, wenn der staatliche Einfluß im Interesse der Allgemeinheit dauernd gesichert bleibt. Eine gründliche Reinigung der Wirtschaft muß herbeigeführt werden ohne Rücksicht auf kapitalistische Sonderinteressen. Arbeiter und Angestellte sind durch unbedingte Sicherung ihrer Ansprüche auf Lohr, Gehalt oder Unterstützung vor den verderblichen Folgen der Krise, deren unschuldige Opfer fie sind, zu schützen. Mit Nachdruck erneuern wir die Forderung nach Abände rung der Notverordnung vom 5. Juni 1931 und nach Beseitigung des verübten sozialen Unrechtes. Ausländische Hilfe in ausreichendem Maße tut not. Dazu bedarf es einer Außenpolitit der Verständigung, die weder mit herausfordernden Hahparaden belastet ist, noch auf leere Prestigebedürfnisse Rücksicht nimmt. Nicht fapitalistische Wirtschaftsanarchie, sondern geordnete Wirtschaftsführung zum Nutzen des Ganzen, nicht Völkerverhetzen, sondern friedliche Zusammenarbeit, nicht sinnlose Verzweiflungsakte, sondern planvolle Arbeit für das Volk und für den Sozialismus, nicht Uneinigkeit und Spaltung der Arbeiterklasse, sondern feste Einigkeit, stärkste Entschloffenheit und Kampf gegen alle feindlichen Gewalten! Das ist die Forderung der Stunde! Gegen oppositionelle Machenschaften. Genoffe Dr. Oskar Bollat Chefredakteur der Arbeiter- Zeitung". Wien. 14. Juli.( Eigenbericht.) Der fozialdemokratische Parteivorstand beschloß, den Gemossen Dr. Oskar Pollak mit der Leitung der Redaktion der Arbeiter- Zeitung" zu betrauen. Seite 3 Naturfreunde bei dem Olympia Teilnehmer des Sonderzuges am 17. Juli. Sammelplag halb 8 Uhr beim„ Boltshaus" in Auffig, Abmarsch Punkt 8 Uhr abends nach Schrekkenstein. Abfahrt von Schreckenstein 21.10 Uhr. ( Ankunft in Wien gegen 3 Uhr nachmittags bei der Dampferhaltestelle Reichsbrücke.) Alle Teilnehmer haben spätestens 20.15 Uhr in Schreckenstein am Bahnhof gestellt zu sein und sich bei der Reiseleitung zu melden. Naturfreunde- Abzeichen sichtbar tragen! Jene Teilnehmer, die die Zahlungen in den lezten acht Tagen geleistet haben, müssen den Erlagschein- Abschnitt mitbringen! Teilnahmsberechtigt am Sonderzuge sind nur jene, die es gemeldet und den Fahrpreis erlegt haben. Jene, die nur den Fahrpreis eingezahlt haben, ohne Angabe des Sonderzuges, müssen dies sofort telegraphisch nachholen. Der Reiseleiter ist durch eine rosa Armbinde gekennzeichnet. Für den Sonderzug am 21. Juli gelten dies selben Zeiten und Bestimmungen. Der Reichsausschus. Warum geht Dr. Kordač in Bension? Die Resignation des Prager Erzbischofs Dr. Kordač hat ohne Zweifel ihre kirchen poli tischen Hintergründe. Es ist ein ganz und gar ungewohnter Vorgang, daß ein Kirchenfürst in den Ruhestand" tritt, den es für einen Pfarrer oder Religionslehrer geben mag, der aber bei den höheren Würdenträgern vom Bischof aufwärts nicht gebräuchlich ist. Nur schwere Krankheit, sichtliche Altersschwäche würden eine Resignation auf das Amt verständlich machen, obwohl auch in diesen Fällen die Kirche gewöhn lich das natürliche Ende abwartet. Nun ist aber gerade Nordač, wie seine Aeußerungen in der letzten Zeit zeigten, geistig noch sehr rege gewesen, so daß man schon annehmen muß, er gehe in Pension, nicht weil er zu altersschwach, sondern im Gegenteil, weil er den geistlichen Oberen zu agil ist. Dr. Kordač hatte einmal einen rein forDer Regierungsentwurf, der die Zulassung der Berufung in Bagatellsachen aus dem Grunde der prinzipiellen Bedeutung des Falles nicht fannte, enthielt im§ 31 die Bestimmungen darüber, wie über die wegen formeller Nichtigteitsgründe überreichten Berufungen gegen die Urteile der Arbeitsgerichte in Bagatellsachen u verfahren ist. Da es sich, wie oben dargelegt, bei diesen Nichtigkeitsgründen nur um formelle Fragen der Zuständigkeit, der Zusammenseßung des Gerichtes u. dgl. handelte, wurde bestimmt, daß das Berufungsgericht in solchen Fällen stets mit Beschluß, niemals mit Urteil zu entscheiden hat, niemals also das erst instanzliche Urteil abänt= dern, sondern es nur kassieren und die Sache zu neuerlicher VerhandIung zurüdverweisen kann. Diese Re- Ein Beschluß des deutschen Parteiausschusses. gelung war für die ursprünglich vorgesehenen Berlin, 14. Juli. Der Parteiausschuß der Fälle der Berufungsmöglichkeit völlig angemessen, da ja eine meritorische, urteilsmäßige sozialdemokratischen Partei hat sich heute mit der mellen Konflikt mit dem römischen Stuhl, als er einem Reporter Mitteilungen über seine Ueberprüfung der Sache selbst nach der Fassung Sonderaktion der sozialdemokratischen Opposition des Entwurfes ausgeschlossen war. Als nun der befaßt und einen Beschluß gefaßt, in dem es Die Entlassungen in Ostrau. Audienz beim Papst und über den Inhalt seiner Gespräche mit dem Stellvertreter Gottes achte. Senatsausschuß die meritorische Prüfung des heißt: Die Einheit und Geschlossenheit der Partei Mähr.- Ostrau, 14. Juli. Die Witkowitzer Das mag ja auch tatsächlich nicht ganz in den Bagatellurteils für jene Fälle zugelassen hat, in denen die Entscheidung grundsäßliche Bedeutung ist in der gegenwärtigen Sturmzeit mehr denn Steinkohlengruben beschlossent, auf der Zeche Stil der römischen Kirche passen, wiewohl man hat, vergaß er, auch jenen§ 31 dieser ie eine unbedingte Notwendigkeit. Demgegenüber Salomon" in Mähr. Ostrau und auf der Zeche dem Herrn vom Hradschin wieder zugutehalten geänderten Sachlage anzupassen, steht jedoch fest, daß auf der Grundlage der" star" in Petržifowitz wegen der herrschenden muß, daß die heiligen Väter selbst seit Seo XIII. der die Vorschriften darüber enthält, wie das Marxistischen Gütergemeinde" und einer be- Wbjazzkrise die Kohlenförderung zu beschränken einen recht ausgiebigen Umgang mit christlichen Berufungsgericht über die Beru- sonderen Referentenvermittlung innerhalb der und 1260 Arbeiter zu entlassen. 410 Arbeiter und jüdischen Schmödern flerifaler und liberaler fung zu entscheiden hat. So entstand in Barteiorganisation die Anfäße zu Organisatio- wurden bereits entlassen. Da die Betriebsaus- Observanz genommen haben. Dieser Kleine Zwidem Gesetze nun die Inkongruenz, daß das Be- nen geschaffen sind, die neben der sozialdemokra- schüsse bei einer Intervention bei der Gruben- fchenfall aber ist sicher nicht die Hauptursache der rufungsgericht, obwohl die Berufung aus meritischen Partei ein Sonderdasein führen. direktion nichts ausrichteten, werden die Ob- Spannung, die bekanntermaßen zwischen dem torischen Gründen zulässig ist, nicht mit Ur- Dazu kommt die Aufforderung zu Zustimmungs- männer der beiden Betriebsräte und Vertreter römischen und dem Prager Stuhl bestand und die teil über die Sache selbst entfcheiertlärungen für den Mahnruf in Nummer 13 des Revievvates heute nachts nach Prag veisen, sich vornehmlich darin auswirkte, daß der den, sondern bestenfalls das ar des Klaffentampf" und die Sammlung von um das Ministerium für öffentliche Arbeiten um Papst dem Prager Erzbischof das Ballium verweigerte, ihm nicht die beitsgerichtliche Urteil tassieren Unterschriften, die nur den Zweck haben kann, Unterstützung zu ersuchen. längst fällige Kardinals würde verund die Sache an das Erstgericht verweisen Adreßmaterial zu sammeln, das die Grundlage lieh. Ob nun Kordač aus Groll darüber, daß fann. Das hat nun zur Folge, daß ent- eines weiteren Aufbaues der Sonderorganisation er nicht Eminenz werden und nicht den roten gegen der Absicht des Gesetzgebers ist. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit Talar der Kardinäle erhalten sollte, den unin Sachen unter 300 Stronen nie ein haben solche Vorgänge ihre eigenen Gesetze. gewöhnlichen Schritt einer Resignation gewählt Urteil der zweiten Instanz erge Gleichgültig ob die Urheber dieser Maßnahmen Berlin, 14. Juli. In der Hermannstraße hat, oder ob man von Rom ein übriges fat, den ben tann und daß die zweite Instanz die Spaltung wollen oder nicht, beſteht die Gein Neukölln fam es nachts gegen% 1 Uhr zu alten Mann zur Amtsniederlegung zu nötigen, nicht einmal dann, wenn ihre Ansicht von der fahr, daß sie zur Spaltung der Partei einer Schlägerei zwischen Kommu- muß dahingestellt bleiben. Dagegen steht die TatJede Betätigung in diesem Sinn ist nisten und Nationalsozialisten, die des Erstgerichtes abweicht, die Parteien in führen. die Lage versehen kann, wegen der unvereinbar mit den Interessen der Partei und aus einer Versammlung tamen. Dabei wurden fache fest, daß Kordač in seinen Kundgebungen grundsäßlichen Bedeutung des Fal- muß als parteiſchädigende Handlung angesehen drei Nationalsozialisten durch Messerstiche und meist um einige Grade sozialer war als die oberste Kircheninstanz, daß seine Hirtenbriefe beles die Revision an das Oberste Ge- werden. Schläge erheblich verletzt, so daß einer von ihnen richt zu überreichen. Dieses Ergebnis ist Der Parteiausschuß verlangt deshalb die in ein Krankenhaus gebracht werden mußte, sonders in der Zeit der engeren Freundschaft absurd, wenn man bedenkt, daß bei Streitbeträ Einstellung der Sammlung von Unterschriften während die beiden anderen nach ärztlicher Be zwischen Mussolini und Pius XI. in traffem gen zwischen 300 und 2000 kronen die Revi sowie aller Sonderaktionen und Bestrebungen handlung in ihre Wohnungen entlassen werden Widerspruch zu dem standen, was der unfehlbare fion in prinzipiellen Fällen selbst bei zur Errichtung selbständiger Organisations- fonnten. Die Polizeibeamten nahmen sofort die Stellvertreter Gottes zu glauben vorstellte", und gleichlautenden Entscheidungen der gebilde in und neben der Partei. Verfolgung der kommunistischen Täter auf und daß besonders seine" start eigenmächtige Ausbeiden Unterinstanzen ermöglicht ist. es gelang ihnen auch, diese zu stellen. Als einer legung der päpstlichen Bullen fezerischen Anstrich der Beamten dabei durch den 25 Jahre alten hatte. Arbeiter Niet bedroht wurde, gab der Beamte einen Schuß ab, der Nietz in das Herz traf und sofort to tete. Zwei der vermutlichen Täter wurden dem Polizeipräsidium zugeführt. Dieser bei der Beschlußfassung über das Gefet unterlaufene gesetzliche Mangel hat nun zur Folge, daß die Anrufung des Obersten Gerichtes gerade in den für die Arbeiter= Henderson in Paris. Paris, 14. Juli. Um 17 Uhr ist der engchaft wichtigsten Fällen nach wie lische Staatssekretär Henderson in Begleitung bor praktisch unmöglich bleibt. Bei seines Privatsekretärs Selby in Paris eingetrofden in unserem Lande üblichen außerordentlich fen, Eine Unterredung mit Außenminister Briniedrigen Löhnen ist der Wochenlohn des Arbeiters in der überwiegenden Zahl der Fälle and wird heute oder morgen stattfinden. geringer als der für die Bagatellgrenze maßgebende Betrag von 300 Kronen. Damit ent= * Die übliche Kommunazi- Schlägerei und ein übler Ausgang. Der Karlsbader Stadtrat wechselt die Reichsmark der deutschen Kurgäste um. Weit entfernt davon, ein Rebell gegen die Kirche zu sein, hat Dr. Kordač sich doch den Blid für die Wirklichkeit bewahrt. Er sah, daß in einem Staate wie der Tschechoslowakei, wo der Sozialismus eine nicht zu unterschätzende und schwer zu erschütternde Macht ist, wo in der Landbevölkerung vielfach husfitische Traditionen lebendig find, wo die antirömische Gesinnung mit dem Nationalismus so eng verschwistert auf London, 14. Juli. Der englische Außen- Karlsbad, 14. Juli. Die infolge der Entwicktritt, die katholische Kirche den Bogen nicht überspannen dürfe. Hier erschien eine äußerst vorfällt die Revisionsmöglichkeit für minister Henderson erklärte vor seiner Abreise lung der Verhältnisse in Deutschland eingetre- fichtige Tattit, schien größtes Entgegenkommen so gut wie alle Streitigkeiten we- nach Paris, er trete diese Reise unter außer- tene Beunruhigung der reichsdeutschen Sturgäste sichtige Tattit, schien größtes Entgegenkommen gen der bezahlten Urlaube, für gewöhnlichen Umständen an und sei sich dessen in Karlsbad hat die Stadtverwaltung Karlsbad geboten, wollte man nicht noch mehr verlieren, Streitigkeiten wegen§ 11546 a. b. G. vollkommen bewußt. Der gestrige Beschluß, der bewogen, im Einvernehmen mit allen Karls- als man ſeit 1918 ohnehin eingebüßt hatte. Dem B., wegen Ueberstunden u. ä. Dem Ver- BJZ müsse eine Entspannung der Lage auf alle bader Geldinstituten Vorsorge zu treffen, daß fascistischen Kurs, den Rom eine Zeiflang faffungs- und Rechtsausschuß des Abgeordneten Fälle herbeiführen. Er hoffe, daß sich diese Erwar- jedem derzeit in Karlsbad weilenden reichs- steuerte, setzte Rordač sein, soziales Christentum" hauses, welches das Gesetz als zweitberatendes tung erfüllen werde. Außenminister Henderson deutschen Sturgast gegen Vorweisung seines entgegen, das sich zunächst zwar in recht harmHaus behandelte, ist dieser grobe Fehler der ging dann auf den Besuch in Berlin ein und Basses und der Kurtarquittung, bezi. Ehren- lofen und bescheidenen Mahnungen an die ReiVorlage nicht entgangen. Er stand vor der Wahl, betonte, die britischen Minister wollten in farte täglich ein Betrag von 50 Reichsmart gegen chen und Mächtigen kundgab, zuletzt aber eine für wegen dieses Fehlers eine Abänderung des Tex Deutschland alles in ihren Kräften Stehende tun, tschechoslowakische Kronen zum Kurse von 7.50 fatholische Verhältnisse so radikale, geradezu an ber ††† tes zu beschließen und so die Gesetzwerdung der um die freundschaftlichen Beziehungen nicht nur für eine Reichsmart eingewechselt wird. Diese Sozialismus und an den dreimal Vorlage auf Monate oder Jahre hinauszuschie zwischen England und den anderen europäischen Vorsorge gilt vorläufig bis 16. Juli 1931. 3u- Marxismus anklingende Formulierung fand ben oder es mit dem Fehler zu schlucken. Er zog Nationen, sondern auch zwischen Frankreich und gleich hat der Stadtrat Karlsbad beschlossen, mit die Arbeitsmittel sollten wieder mit den Armit Recht den zweiten Weg vor. Deutschland auszubauen. Außenminister Hender- ben Organisationen der Aerzte, der Hoteliers beitenden verbunden werden...."), daß anscheiDie Sache ist aber nicht irrepa- son erflärte schließlich, er werde in Paris mit dem und der Hausbesitzer in der Richtung Fühlung nend dem Faß der allerheiligsten Geduld der rqbel. Das Gesetz tritt erst am ersten Tag des französischen Außenminister Briand, vielleicht zu nehmen, daß sie insbesondere bezüglich der Boden ausgeschlagen, oder aber es zum Ueberfünften Monates nach der Kundmachung, also auch mit anderen Mitgliedern des franzöfifchen reichsdeutschen Sturgästen obliegenden Zahlun laufen gebracht wurde. Der sonderbare Abgang Dr. gen einen Aufschub gewähren. Der Stadtrat hat Rordač von seinem Amt zeigt immerhin, daß die wohl am 1. Jänner 1932 in Kraft. Es besteht Kabinetts verhandeln. also die Möglichkeit, noch vor Inkrafttreten des sich zu diesen Maßnahmen entschloffen, um den römisch- katholische Kirche heute so unduldsam ist Aufenthalt der reichsdeutschen Kurgäste zu er- wie je und daß auch der leiseste Versuch, das Gesetzes durch eine kleine Novelle der Absicht des Rom, 14. Juli. Der Staatssekretär der Ber- leichtern und deren Abreise entgegenzuwirken. Christentum seiner Rolle als Schußwall der beGesetzgebers zur Wirksamkeit zu verhelfen und das Gesetz, von diesem Fehler befreit, in Geltung einigten Staaten Stimson und seine Frau sind Er behält sich bei Fortdauer der bestehenden stehenden Ordnung zu entkleiden, auf granitnen heute nach Paris abgereift. Verhältnisse weitere Maßnahmen vor. Widerstand stößt. treten zu lassen. eene a. Mittwoch, 18. Juli 1931. Nr. 163. Sieben Todesopfer einer rnffifchen MilttWieger- Kataftrophe. Der stellvertretende Generalstabschef unter den Toten. Tagesneuigkeiten Das Glück des Feldmarschalls Lord Robertson. Der Feldmar schall(im Weltkrieg Generalstabschef) der königlich großbritannischen Armee hat sich an einer von Zehntausenden besuchten Massenkundgebung in London beteiligt, die die feierliche Verurteilung und Verfluchung des Krieges in öffentlich abgestimmter Manifestation aussprach. Man sprach bei dieser Versammlung das unerhörte Wort aus, daß,„was im Privatleben Mord sei, auch im Leben der Völker Mord bedeute." Und nicht nur der Vertreter der Arbeiterpartei Genosse Ma eDonald, nicht nur der Führer der Liberalen Lloyd George,! auch Baldwin, der Führer der Konservativen, sprachen in gleichem Sinne. Glücklicher Feldmarschall Lord Robertson! Man stelle sich vor, daß einer der diversen Brigade-, Divisions- und sonstigen Generäle unseres MNO. einen solchen Speech los- lasien wollte..So absurd diese Vorstellung ist— man nehme einmal an! Was wäre wohl das Echo? Es ist noch nicht lange her, daß ein Publizist wegen weit geringerer Auslassungen zu fünf Monaten schweren Kerkers verurteilt wurde. Wenn Sie also, Mylord, vor dessen Gesinnung wir uns verneigen, wenn» Sie die Ehre hätten, unserer Wehrmacht anzugehören —— aber nein, wir wollen diese Perspektiven gar nicht ausmalen! Wir haben unsere S t r i- b r n y, nebst Gajda die tüchtigste Stütze unseres nationalen Kampfwillens. Wir haben Herrn Dr. KramLr mit seinen professoralradikalen Freunden, den Meistern unfreiwilligen Humors, wie z. B. Prof. Stanislav N i k o l a u, der seine Leitartikel in der„Nur. Politika" verzapft oder Dr. B o r s k k(der eigentlich B o n d heißt), und in unbändigste Freude darüber gerät, daß(sage und schreibe) 3400 Reserveoffiziere an den„freiwilligen Hebungen" im Vorjahre teilgenommen ha ben, womit sich die„slawische Kampflust herrlich zeige." Wir haben weiter eine Armeeverwaltung, die„Luftangriffe über Prag" arrangiert, wobei sinnvollerweise gleichzeitig eine venetianische Nacht auf der Moldau stattfindet. Damit soll offenbar den Bürgern ei» Begriff von der Hetz beigebracht werden, die ein wirklicher Luftangriff beinhaltet. Mylord! Es betrübt mich, daß auf der Versammlung, der Sie beiwohnten, der Luft- angrisf als„feige und unrühmliche Angrisfsnot" bezeichnet wurde. Rauben Sie als alter Soldat unserer Jugend doch nicht ihre besten Ideales Und wenn Sie, Mylord, behaupten, daß Rüstungen noch keinen Krieg verhindert haben, so bestreiten Sie zahlreichen alten Hauoegen, die heute im MNO. fitzen und deren Dienstzeit sich vorläufig mit ihrem Lebensalter deckt, glattweg ihre Daseinsberechtigung. Und weiters auch unseren rühmlichst bekannten Wafsenwerken ihre Dividende! Alles in allem, Mylord: Ihr Land ist groß — unstreitig! Aber ein Gesetz zum Schutze des Staates besitzt es nicht. Dafür besitzt es sogar eine konservative Partei, die zu so bedenklichen Ansichten wie den vorerwähnten applaudiert. Solche Ungehörigkeit wäre bei uns keinesfalls möglich. Danken Sie Ihrem guten Stern,.Mylord, daß Sie drüben auf Ihrer Insel zur Welt ge- kommensind und nicht auf dem Kontinent, wo dergleichen Aeußerungen nicht beliebt sind. Sie waren ein Heerführer und sind heute ein Pazifist und Ihr Volk jubelt Ihnen zu. Andere Völker, andere Sitten. Wir liehen den Import solcher Gebräuche einstweilen nicht. Geo. Kn Todesopfer der KPD. Kommunistischer Student erschießt sich. Wir lesen im Berliner„Vorwärts": Der Vorsitzende der kommunistischen Studentenfrak- tioy von der Universiät, Leo D ö b r i n e r, der am Sonnabend von der Universität verwiesen wurde, hat sich erschossen. Er ist ein Opfer der Befehle der kommunistischen Parteizentrale geworden. Diese hatte ihn gegen seiüen Willen gezwungen, den törichten Knüppelangriff der kommunistischen Studenten auf die Universität zu unternehmen, der zur Verweisung von vier kommunistischen Studenten geführt hat. Dobriner hat diese Aktion auf das schärfste mißbilligt, aber er hat den Mut gehabt, diese Aktion vor den Universitätsbehörden zu decken und die Verantwortung auf sich zu nehmen. Als er jetzt das Törichte der Aktion büßen mußte, hat er seinem jungen Leben ein Ende gemacht, und damit gegen die Verbrecher in der KPD-Zentrale demonstriert. Vorn Rundfunk Mittwoch. Prag: 11.30 Schallplatte». 17.20 Schallplatte». 18.25 Deutsche Sendung: M. Brettschneider: Das Sängevbundfest in Eger. 19.20 Konzert. 21.30 Kbaviervorträge.— Brünn: 12.80 Orchesterkonzert. 18.25 Deutsche Sendung: Prof. Dr. Kreisler: Der literarische Gefpensterroman.— Hamburg: 20.00 Die schöne Galachee, Oper von Suppe. 21.00 Die vierte Entdeckung Amerikas.— München: 19.30 Ehorgesäwge. 21.50 Komponisten über Komponisten. _ Leningrad: 18.00 Oper, Operette, Konzert. Moskau, 14. Juli.(Taß.) In der Nähe der Westbahnstation- Alabino, 47 Km. von Moskau entfernt, sind am 12. d. M. bei einein Flugzeugunglück der stellvertretende Chef des Stabes der Roten Armee T r i n a d a f l o w, der stellvertretende Leiter des Amtes für Motorisierung und Mechanisierung Kolono wski, der Mit- Jm Laufe der vergangenen Woche ging über einen Teil der Bezirke Krumau und Kaplitz an zwei Tagen ein schweres Unwetter, begleitet von Hagelschlag, nieder, welches sehr großen Schaden an der Ernte anrichtete. So in Polletitz, Penke- titz, Hörwitzl, Höritz und Ruben und im Gebiete von Rosenthal, Unterhaid und Zirnetschlag. Durch den starken Hagelschlag wurde in genannten Orten fast die gesamte Ernte an Korn, Hafer, Gerste und Kartoffeln vernichtet. Am 6. Juli gingen über Pflanzen, Meinetschlag und Jarmirn zwei Gewitter nieder, durch die gleichfalls großer Schaden entstand. Auch Menschenleben standen in Gefahr, da es auf einem Baum einschlug, worunter 3 Arbeiter vor dem Gewitter Schutz suchten, die aber glücklicherweise nur leicht verletzt wurden. Gin Sokol Tnrnerweltmeister. Paris, 13. Juli. Das offizielle Ergebnis des Turnerweltchampionates wurde erst heute abends bekanntgegeben. Als Weltchampion wurde der Tschechoslowake Alois Hudec mit 183.626 Punkten erklärt. Außerdem wurde eine neue Gefamtklassifi- zierung aller übrigen TeAnehmer veröffentlicht. Zweiter ist Sa vo le inen-Finnland(185), Dritter G a j d o 8- Tschechoslowakei(182.333), Vierter L e r ou x- Frankreich(179.655). Der Finne Savoleinen konnte, obwohl er von allen Turnern die größte Punktzahl erreicht hatte, nicht zum Weltchmnpron erklärt werden, da er im Klettern nicht die vorgeschriebenen 60 Prozent Punkte erzielt«. Sine Mutter ersticht ihren Buben. Weil er den Streit der Elter« beschwichtigen wollte. Aus U L h o r o d wird geschrieben: In einem Dorfe des Bezirkes Mukaöevo gerieten die Eheleute Nagy in Trunkenheit in Streit. Der achtjährige Sohn der Eheleute suchte die Eltern zu beschwichtigen. Dies versetzte seine Mutter in eine solche Erregung, daß sie ein Küchenmesser ergriff und es dem Knaben in die Brust bohrte, der schwer verwundet ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Die Mutter wurde verhaftet. Sesaugnlsfturm in Bombay. Bombay, 14. Juli.(Reuter.) In Srinagar wurde ein Mohammedaner wegen Aufreizung der mohammedanischen Bevölkerung gegen die Hindus ins Gefängnis gesteckt. Die aufgereizten Mohammedaner rotteten sich zusammen und stürmten das Gefängnis. Hiebei wurden zahlreiche Mohammedaner verwundet, da sich die Gefängniswache mit der Schußwaffe zur Wehr setzte. In der Stadt herrscht große Erregung. In den Straßen patrouilliert Militär. Erfolgreicher Streik der Mhoroder Bäcker. Gestern wurde der eine Woche andauernde Streik der Udhoroder Bäcker durch«in Uebeveinkommen beendet. Die Arbeiter gewinnen die a ch t- stündige Arbeitszeit bei sechs Arbeitstagen pro Woche und eine Erhöhung der Löhne auf Grund eines Kollektivvertrages. Ueberfall auf eine« karpathorusiischen Bürgermeister. Samstag nachts wurde in der Nähe der Gemeinde Kvasy im Bezirke Rahovo der Bürgermeister der Gemeinde Rozsoöky, Jlko Adruseviö, von zwei unbekannten Räubern überfallen. Sie bedrohten ihn mit der Waffe, beraubten ihn um 1500 K und ergriffen die Flucht. Ungarischer Transozeanflug. Die mit dem Flugzeug„Justice for Hungarh" von New Dort zu einem Transozeanflug gestarteten beiden ungarischen Fliegern sind Montag um 11 Uhr 32 vormittags in Harbour Drace gelandet. Notlandung der französische« Weltstreckenrekordler. Die französischen Flieger L e b r i x und D o r e t, die Sonntag früh zum Ueber- landflug Paris— Tokio gestartet sind, um den Weltstreckenrekord zu schlagen, mußten bei Nischnij Udinsk, etwa 500 Kilometer westlich von Irkutsk in Sibirien, notlanden. Das Flugzeug ist beschädigt. Ein Flieger wurde am Knie verletzt. Die Ursache der Notlandung ist noch nicht untersucht. Die Flieger haben ersucht, mittels Flugzeug nach Moskau gebracht zu werden. Autotod eines Greises. Aus Bensen bei Tetschen wird uns berichtet: Als der über 70 Jahre alte Zeitungskolporteur Florian K u se b a u ch in Bensen-Neustadt am Samstag, mit einem Bündel Journals beladen, die Straße überquerte, näherte sich ihm aus der Richtung Boitsdorf in voller Fahrt ein Kraftwagen. Kusebauch versuchte noch rechtzeitig den arbeiter des Stabes der Roten Armee Ar- k a d j e w sowie zwei Flieger, ein Beobachter und zwei Aviatechniker tödlich verunglückt. Die Regierung hat den Hinterbliebenen der Verunglückten Pensionen ausgesetzt. Gehsteig zu erreichen, aber er war nicht schnell genug, um noch aus der Fahrbahn zu kommen, bevor das Auto die Stelle passierte. Der unglückliche Greis wurde von dem Kraftfahrzeug gestreift und auf die Straße geschleudert, so daß er mit dem Kopf auf das Steinpstaster auffiel, wobei er so schwere Verletzungen erlitt, daß er kurz darauf verschied.. Motorrad und Schnellzug. Bon besonderem Glück begünstigt war, wie uns aus Bodenbach berichtet wird, ein Motorradfahrer, der, mit Frau und Kind aus einem Sonntagsaussluge begriffen, bei der Bahnübersetzung von Peiperz wie durch ein Wunder einem schrecklichen Tode entging. Der Motorradler näherte sich in voller Fahrt dem Bahnübergang, vermochte aber, als er die Schranken geschlossen sah, das Fahrzeug nicht mehr anzuhalten, da die Bremsen versagten, durchbrach infolgedessen die Schranken und kam auf den Geleisen in dem gleichen Augenblick zum Stehen, da der Schnellzug Bodenbach-DreÄen heranbrauste. Das Fahrzeug wurde von der Maschine mit furchtbarer Gewalt zur Seite geschleudert und völlig zertrümnrert, während die Insassen mit leichten Verletzungen und dem Schrecken davonkamen. Drei Kinder verbrannt. In einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Debreczin sind drei Kinder im Alter von ein bis drei Jahren, die von den Eltern allein in der Wohnung zurück- ! gelassen wurden und mit Streichhölzern spielten, m der abgeschlossenen Wohnung verbrannt. Notzuchtsversuch an einer Greisin. Aus Tetschen wird uns berichtet: Ein scheußliches Verbrechen trug sich dieser Tage in einem Walde bei Rosendorf zu. Dort überfiel ein etwa 30jähri- ger Landstreicher die im Walde Heidelbeeren pflückende 79jahrige Frau Franziska Neumann aus Rosendorf um> versuchte sie zu vergewalti- gen. Als die Frau um Hilfe rief, und sich gegen die Angriffe des Unhoktes wehrte, versetzte ihr der Strolch einen schweren Faustschlag, so daß die Greisin bewußtlos zu Boden stürzte. Der Verbrecher schleppte die Ohnmächtige in ein Gebüsch und ließ" sie dort liegen. Die Greisin kam während deS gangen Tages und auch in der folgenden Nacht nicht mehr ins Bewußtsein zurück, wurde aber später von ihren Angehörigen, die sich auf di« Suche begeben hatten, aufgefunden. „Schlichte Arbeiter für ihr Volk!" Der Führer der Nazr-Ortsgruppe in Gotha, ein Bücherrevisor namens Erbe, hat sein Amt niedergelegt. Er begründet seinen Austritt in einem offenen Brief an Hitler, in dem eS u. a. heißt: „Sie verurtellen die Verdiener am Volke, und wie sieht es aus? Die Gauführer müssen mindestens zwei bis drei Wagen haben, eigene Chauffeure, Akademiker überall! Die Ge- hÄter find auch nicht so knapp, und die Diäten werden selbstverständlich auch noch mitkasiiert und dann spricht man über Notleiden! Der Ortsgruppenführer Gothas, der P. G. Paul Hennicke, bekommt sein Gehalt als technischer Eisenbahninspektor mit über 400 Mark monatlich weiter ausgezahlt, und dazu über 500 Mark als Land- taasabgevrdneter. Man sollte meinen, mit einem solchen Betrage müßte dieser Herr in der heutigen Notzeit auskommen. Wäre es nun mit dem Einkommen des Herrn Hennicke getan, so brauchte dieser Fall nicht angezogen zu werden. Aber da stellt sich bei der Kassenprüfung heraus, daß die Jagd des HerrnHennrcke mit über 400 Reichsmark von den Geldern der Ortsgruppe der NSDAP, bezahlt worden ist. Da stellt sich Wetter bei der Kassen- prüfung heraus, daß Herr Hennicke große Beträge laufend aus den Parteigeldern entnommen hat, gegen Quittungsleistung natürlich, aber ohne Angabe des Verwendungszweckes! Der Kaffierer der Ortsgruppe hat den Ausspruch unter Zeugen getan, daß ihm Hennicke in die Fresse schlüge, wenn er kein Geld herausrückte." Die Hebung des„St. Philibert. Die Vorarbeiten zur Hebung des vor der Loiremündung untevaegangenen französischen Vergnügungsdampfers„St. Philibert" begannen am Donnerstag. Beauftragt mit den schwierigen Arbeiten sind zwei Dampfer einer Hamburger Bergungsgesellschaft. Die Hamburger Taucher haben die Lage des Wracks untersucht und feststellen müssen, daß eS zum Teil bereits versaget ist. Die Hebung wird sich insolgedessen sehr schwierig gestalten. Die Hakenkreuzchristen. DaS Montagsblatt einer evangelischen Kirchengemeinde berichtet über die Generalversammlung des Evangelischen Bundes in Magdeburg: ,„Fn der zweiten Frage suchte man sich eine Stellung zum Nationalsozialismus zu verschaffen. Im großen und ganzen war die Stellung einheitlich. Man brachte dieser neuen großen politischen Bewegung von Grund auf ein warmes Herz entgegen, wollte aber gerade um deswillen einen kühlen Kopf bewahren, um daS Biele, das noch gärt und der Klärung benötigt, sichten und klären zu helfen." Mit anderen Worten, man begünstigt di« Hiüerpartei, aber man traut sich noch nicht ganz offiziell Partei zu nehmen. „Das Viele, was noch gärt", ist wunderschön gesagt! In verständliches Deutsch übersetzt,■ heißt diese rase: Pistole, Schlagring, Gummiknüppel, Stinkbombe und Tränengasbombe. Man ist insgeheim schon ganz offiziell Hakenkreuzchrist, aber man möchte doch nicht gern offiziell Tränengasbombenchrist sein! Rekord in Autounfällen. In Kanada sind im Jahre 1930 1289 Personen durch Autounfälle ums Leben gekommen. Allein in der Stadt Montreal forderte der Autoverkehr 136 Tote. Halber Eisenbahn-Frachttarif bei größeren Elementarkataftrophen. Die tschechische Sätion des Landeskulturrates meldet: Die Staatsbahndirektionen sind berechtigt, 50p rozentiae Nachlässe von den normalen Tarifen für Lebensmittel, Kleidung, Futtermittel und Baumaterial zur Wiederherstellung von Wckhn- und Wirtschaftsgebäuden bei Elementarkatastrophen größeren Umfanges zu gewähren, durch die ganze Gemeinden oder mindestens ihre größten Gebietsteile vernichtet oder geschÄngt wurden. Die Nachlässe werden auf Ersuchen der Landes- und Bezirksbehörden, der Gemeinden oder der Hilfskomitees mit der Bedingung gewährt, daß die Sendungen mit Frachtbriefen zum Transport aufgegeben wurden, die an eine dieser Stellen adressiert find. Grauenvoller Mordversuch. In der Nähe des Bahnhofs Bettemburg an der luxemburgischlothringischen Grenze wurde eine 25jährige Polin blutüberströmt mit schweren. Verletzungen aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben, daß die Polin im Schnellzug Diedenhofen—Luxemburg die Bekanntschaft eines 22jahrigen Saarländers gemacht hatte, der sie überredete, in Bettemburg auszusteigen. In der Nähe des Bahndamms hatte der junge Mann sie vergewaltigt, gewürgt und durch fünfzehn Scherenstiche am Kopf, Hals und Brust schwer verletzt. In der Annahme, daß sein Opfer tot sei, war der Rohling dann geflohen. Er konnte verhaftet werden. Wie ei« Taubstummer Sprach« und Gehör wiederfand. Der 32jährige Bettler Gemerari aus der itälienffchen Gemeinde Noce, der vor 26 Jahren Gehör und Sprache verlor, hatte dieser Tage einen schweren Traum, wobei er aus dem Bette fiel. Als er erwachte, konstatierte er, daß er mcht nur höre, sondern auch wieder sprechen könne. Rom büommt«ine Untergrundbahn. Ministerpräsident Mussolini genehmigte das Projekt zur Errichtung erner Untergrundbahn, die di« innere Stadt(Piazza del Popolo) mit der Umgebung. von Biterbo verbinden und von einer Privatgesellschaft erbaut werden wird. Den Ehemann erschossen. Im Verlauf eines ehelichen Streites wurde in Welsleben bes Magdeburg der Landwirt Müller von-seiner Ehefrau erschossen. Geglückte Zwillingsoperation. In Baltimore m Leben, ich: „Rauchen Sie?" Marianne Trost reicht« Olga chre hölzerne Zigarettendost hin. „Manchmal, Danke." Fräulein Trost rieb das Streichholz an. .... Sie hat hübsche Hände,... es fiel Olga auf... gesund und kräftig... die Spitze des Zeigefingers ist ganz braun.. „Sie rauchen viel, nicht wahr?" Mariann« Trost zuckle die Atteln. .„O ja. Es ist eine schlechte Gewohnheit von mir. Dafür büße ich während der Schulstunden. Uber was soll man machen? Ich habe früh damit angefangen und jetzt habe ich, ich möchte nicht sagen, keine Energie, sondern eigentlich keine Lust, es aufzugeben." Olga lächelt«. „Zu meiner Zeit hat man mchr oder weniger heimlich geraucht." Die Jüngere lachte. ,Lu Ihrer Zeit! Si« können doch höchstens sechs Jahre älter sein als ich." Frau Ealviut nickte. ,Zch bin vierunddreißig, aber ich habe manchmal bat Gefühl, daß wir aus ganz anderen Zeiten stammen" Marianne. Trost zog di« Stirn in Falten. „Mein Jahrgang, da- heißt vielleicht die Jahr- gange, dir während des Krieges mü> des Umsturzes im Gymnasium waren, sind anders als die vor und nachher. Wir sind eine Generation für sich." Olgas Brauen hoben sich ein wenig ungläubig. „Worin äußert sich dieser Unterschied und woher kommt er?" Der Kellner brachte den inzwischen bestellten Tee für Fräulein Trost und eine Tasse Kaffee für Olga. Seine Anwesetcheit unterbrach das Gespräch, unb es schien Olga ein« Ewigkeit zu dauern, bis er den Marmortisch mit seiner angegrauten Serviette abgewischt hatte und die Platte daraufichob;«Mich ging er, nicht ohne einen Stoß Zeitungen auf den leevgebliebenen Stuhl geknattert zu haben. „So", sagt« Olga erleichtert,„jetzt reden Siel" Marianne Trost goß dir Milch in den Tee; dann neigte sie sich vor. Ihre hellen Augen waren aufgeriffen. „In der Generation vor uns waren die her-> vorragenden Frauen Kämpferinnen gegen den Mann und sein« angemaßten Vorrechte. Sie stammten hauptsächlich aus pen Kreisen de- Bürgertums und wollten sich von den Männern freimachen aus einer anerzogenen Überschätzung des Manner. Die Generation nach uns ist dem entgegengesetzt, so daß dir Wirkung die gleiche bleibt. Auch sie sind gegen den Mann, ich spreche nicht von dem flirtenden Gros, sie machen ihm Konkurrenz auf Gebieten, wo eS absolut sinn- und zwecklos ist." Frau' Doktor Calvins wurde ein wenig un- geduldig. „Und Ihre Generation?" liege oder hoch. Wir stieben über eine Wiese, und Frank trat— laut eigener Aussage— tn den großen Wunsch von einer Kuh. Eine Weile später triumphierte er:«r habe Kaffeebohnen ge- acffen. Ich erlaubte mir die Belehrung» daß sotane Kaffeebohnen nichts anderes seien als der große Wunsch von Ziegen, worauf Frank in Nachdenklichkeit nnd alsdann in die Bemerkung ausbrach:„Warum lügen denn die Ziegen so?" Die Grillen zirpten, was ihre Zirpe nur hergab, aber Frank glaubte nicht an Grillen, sondern taufte sie(mit Rechts Zirpen. Well sie nicht grillen. Für Lokomotive, diesen teuflischen Ausdruck, sagte er Kolomotive, und die Kolomotive änderte sich, als Frank mannbar wurde, zu einer Kolomottfi mit wuchtig herausgeschmettertem zweiten i.. Einmal kam er strahlend nach Hause: er hatte einen Pfennig gesindet. Einmal durste er mit in den Keller, und aus einem leeren Kar- toffelsack flatterte ein mottenähnliches Insekt hervor. Frank brüllte selig:„Oh—' eine Lerche!" Frank lernte Gedichte auswendig und fügte jeder Zeile ein neckffcheS„Juvivallera" hinzu; denn er hatte bemerkt, der kokette Schelm, daß mir dieses gefiel. Peter und Frank nannten die Milchflasche: Ich. DaS„Ich" war die Milch, die ihnen ganz allein gehörige Milch. Und es dauerte lang«, bis sich der Jch-Begriff in richtiger Anwendung einstellte. Sie redeten beide von sich in dritter Person. Peter sagte, Peter will was haben, und Frank sagte: Frank will was haben. Dann kuckten sie sich das ,Hch" voneinander ab und unterschieden die diversen Jchs. Die ESkimoS und andere primitwe Böller reden unentwegt in der dritten Person oder im neutralen„man". Wer die abgrundhäßlichen und nbgrundherrlichen Bücher Peter Freuchens liest(„Der Eskimo" und „Die Flucht inS weiße Land"), erlebt mitfühlend eine dumpfe Unsprachlichekit. Kaum aufgeschnappte Lautverbindungen in einen Topf geworfen. Dem Schwerhörigen ähnlich, der Unsinn zu vernehmen wähnt und ihn vorsichtshalber mit Mariann« Trost trank ein«n Schluck Tee. „Wir, s«hen Sir, wir wollen nicht gegen, sondern mit dem Mann arbeiten. Richt", setzte sie rasch hinzu, als Olga die Brauen hick,„nicht, v-ie man so schön früher sagte, als Helferin ot cetera, nein, wie wen ein anderer Mensch." Olga neigte den Kopf. „Und woher, glauben Sie, kommt dieser Unterschied?" Fräulein Trost zog die Schultern hoch. „Wir haben nicht gelernt, uns gegen den Mann zu wchrrn. Wir sind zu Verstand und so weiter gekommen, als dir erwachsenen Männer im Krieg waren; was wir trafen, waren gleichaltrige Jungens, denen wir die von der Kriegspsychose be- sessenen Mütter ersetzen mußt«n. Da gab eS keine Frage der Gleichwertigkeit. Wir haben zusammen an der Schulreform st cetera gearbeitet. Wir haben zusammen unser« Dumncheiten gemacht", Marianne Trost lächelte vor sich hin,„gewisiermatzen waren wir Mütter, ehe wir Frauen wurden." OlgaS Finger knickten ein Zündholz nach dem andern. „Und warum sprachen Sie davon, daß die Frauenbewegung aus der bürgerlichen Klasse her- vorgcht?" Fräulein Doktor Trost zündete eine neue Zigarette an. Brachland. Prag, 14. Juli. Dem Berichterstatter, der seine Aufgabe nicht darin sicht, ein sensationslüsterne- Bürgerpublikum mit tat kleinen und großen Tra- gödien, die sich alltäglich vor Gericht ereignen, zu ergötzen, wird bei Prozessen, wie diesem, sonderbar zu Mute. Da sicht ein Mensch vor Gericht, ein Mann aus den„niederen Schichten". Er ist klug, intelligent, von ganz außerordentlichen Geistes- sähigkeiten. Er hat keine Schulbildung, aber die Art, wie er alle Punkte der Anklage bis ins Detail beherrscht, wie er seine Verteidigung bis ins einzelne überlegt- und durchdacht hat, muß imponieren. Er hat Eheschwindeleien und sonstige Betrügereien begangen und der Schaden beläuft sich auf etwa 5000 K— also eine Bagatelle gegen die Lumpereien diverser Bankfunktionäre und Großunternehmer, die mit einer bedingten Strafe davonkommen. Hier drängt sich noch ein weiterer Vergleich auf: Diese Unternehmer und Direktoren, bzw. Generaldirektoren begingen ihre. Gaunereien au- der unersättlichen Sucht des ohnedies Reichen nach dem„Roch- mehr". Dieser da hatte nicht- zu essen und verwendete seine Geistesgaben dazu, seine Mitmenschen zu prellen. Es ist bezeichnend, daß er noch wegen „Bagabondage" mitangeklagt ist, weil er kein Dach über dem Kopf hatte und„keinen regelmäßigen Erwerb" nachweisen konnte.(An zwanzig Millionen können dieser gesetzlichen Anforderung heute auf dieser besten aller Welten nicht entsprechen!) Aber man denke weiter: Dieser hochintrlligente, hochbefähigte Mensch findet nicht eine Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen! Weil der Weg zum täglichen Brot heute ein winzig schmaler Pfad ist, eingeengt durch kapitalistische Wirtschaftskrise, Vetternwirtschaft und stupide- Qualifikationswesen. Wäre das Gesellschaftssystem auf dem Nutzen der Allgemeinheit und damit auf der Auswahl der Besten gegründet— was für ungeheure Kräfte, die heute verkommen, könnten sich frei einem drangehängten Fragezeichen wiederholt. Schwer aussprechbare Konsonanten werden vom Kinde durch bequem aussprechbare ersetzt oder glattweg unterschlagen. Zitatweise und aufs Geratewohl verwendet das Kind gefällige, ihm gefallende Wörter und erweckt dadurch bei törichten Eltern den Eindruck von AltKugheit oder gar Klugheit. Da- Kind hat noch keine trüben Erfahrungen hinter sich, hat noch keine rote Tint« geschaut, braucht noch nicht zu schreiben, darf sich ganz auf sein Gefühl und auf seine Phantasie verlassen, darf auf gut Glück plappern, erntet Schmunzeln und Gelächter, spielt mit der Sprache wie mit seinen Bau- klötzchen, wird immer neugieriger, geht auf sprachliche Entdeckungen aus, konstruiert Wörter nach vorharwenem Beispiel, schwätzt Gehörtes nach, unbedenklich und hemmungslos, und betätigt sich als souveräner Künstler. Für Renate war einer, der mühselig zu schleppen hatte, ein Beckaffel, also ein mißverstandener Pack-Esel. Die Brille hieß„Augen", evangelisch hieß„frönge- lisch", und Wischlappen, Staubtuch und Mop waren„Puh", offenbar Putzlappen.„Der Omnibus" wurde zum„Onnemoff", die Richard- Wagner-Straße wurde zur„richtigen Wagen- Straße", die Zeitung war«in„Leis"(Bevschmel- zung von Lesen und dabei leise sein), der Daumen war der„Dodo", das Telephon war das „Halloh", und da Renate in Mannheim auf- wuchS, wurden ihre Strumpfbänder zum„Bum- bele-Bändele". Der Sprechende denkt, der Denkende' svricht — das Baby ist stumm. Erziehen ist: mit gutem Beispiel vorangehen. Im Sprachlichen: sauber reden. Denn Kinder besitzen unheimlich scharfe Ohren und einen Wachen Berstand. Man kann chn wecken. Intelligenz und sprachlicher Sinn sind erlernbar, anerziehbar. Darum soll man nie mit Kindern daatschen und künstlich-kindisch schwätzen, sondern, sobald sie nach Ausdrücken tosten, wie mit seinesgleichen reden. Dann kommt die Welt weiter. „Aber das ist doch klar. Wed«r die Proletarierin noch die Aristokratin hat dem Manne gegenüber ein Minderwertigkeitsgefühl. Nur die bürgerliche Frau haßt den Mann, weil sie gelernt hat, ihn zu bewundern, weil sie von ihm abhängig ist und weil sie sich für überflüssig hält. DaS ganze Strind- bergsche Eheproblem ist nicht« als das Dämmern dieser—" Marianne lacht« plötzlich auf,„ich rede da Worte der Weisheit urck bin wieder in die Literatur gekommen, meine Schwäche." Olga lächelte freundlich. „Ich muß mir da- alles einmal durch den Kopf gehen lassen. Aber—" Sie wollte schon sagen:„wenn nun aber der Mann in einem den Gegner sicht", aber im letzten Augenblick erinnerte sie sich an einen Ausspruch Fvau Betty Grubers, der ihr einen starken Eindruck gemacht hatte. Die Köchin von Franziska Calvius sagte einmal von einer ihrer Verwandten, die des öfteren über häusliche Zerwürfnisse klagt«:„Die, di« bann nicht mal chr eigen Leck verschweigen." Und Olga schloß den angefangenen Satz: „Mer es wird Zeit sei«, daß ich nach Hause gch«." Sie verabschiedete sich beinahe herzlich von chrer Kollegin. Der Spitzname„Amazone" ist doch ein wenig äußerlich, dachte Olga, al- fi« die Treppe zu ihrer Wohnung hinaufftieg. Al- sie am Abend im Bett lag, schob sie zum erstenmal«in Kissen seitlich unter chren Leib. entfalten! Hier liegt rin ungeheure- Brachland ungenützter Fähigkeiten und Energien, die teil- im zermürbenden Alltag-kampf um ein kleine- Stück Brot sich verzehren, teils aber— und dies beweisen täglich die Gerichtsverhandlungen— auf die Bahn des Verbrechens gedrängt werden. „3« Namen der Republik"— der Angeklagte ist schuldig. Gewiß! Der Tatbestand des Paragraphen ist restlos erfüllt. Aber mußte es dazm kommen, daß er„erfüllt wurde"? In der heutigen Gesellschaftsordnung ja. Denn diese Ordnung, beruhend aus„Unternehmer-Initiative", auf deutsch: dem Raubrittertum der wenigen Besitzenden— diese Ordnung hat keinen Platz für die Hunderttausende der Proletarier, die des Ausstiegs fähig und würdig wären... Dir Stickluft schreit nach dem befreienden Sturm. Im übrigen zeigte sich der Gerichtshof milde: drei Monate Kerker unbedingt. rb. Der Siebzehnjährige nnd dir staatsgefährlich«« Flugblätter. Prag, 14. Juli. Im Juli 1930 war der Staat in schwerer Gefahr. Denn der siebzehnjährige Ka.louS verteilte ip Pkibram Flugblätter der kommunistischen Partei, die die tausendmal gehörte kommunistische Litanei zum tausendstenmal wiederholten. Mit Staunen und Ergötzen aber vernahm man'die Liste der eingeklagten Uebeltaten. Summa summarum waren acht Paragraphen vom Herrn Staatsanwalt hrrangezogen worden: S ch u tz- gesetz, Kolportage unerlaubter Druckschriften usw. usw. Unsere Weisheit reicht nicht aus, einem siebzehnjährigen Jungen zuzumuten, er solle sich vor Verteilung von Flugblättern(die ihn zu diesem Zweck von dritten Personen übergeben worden waren)„überzeugen, ob dir D r u ck f i r m a angegeben sei." Die aus einem Zuhörer bestehende„O ef- fentlichkeit" wurde auf Antrag des Staatsanwalts alsbald ausgeschlossen, damit nicht das bolschewistische Gift in die breiteren Massen dringe. (Nebenbei: wir haben schon bessere und stärkere Proben der bolschewisttschrn Demagogie gelesen.) Der Junge bekam nur sechs Wochen Arrest und kann seinem Schicksal danken, daß er erst siebzehn Jahre alt ist—> sonst wären es mindestens ebensoviel Monate schweren Kerkers gewesen. rd. Kleine Chronik Schottische Perlen. Wenn man Perlen sieht, denkt man an die Südsee und den Indischen Ozean — kaum jemand weiß, daß auch in Europa Perlenfischerei betrieben wird. In Schottland gibt es auf den Flüssen Teich, Earn, Tay und Hchan seit Jahrhunderten Perlenfischerei; manchmal wird sie sogar mit ganz ansehnlichem Erfolg betrieben. So hat vor zwei Wochen der Fischer George M'P h e e, ein alter Perlenfischer in Tallander aus dem Teich ein« Muschel gefischt, di« fünf Perlen enchielt, drei gewöhnliche und zwei besonder- wertvolle schwarze. Die drei weißen Perlen sind alle so groß wie eine große Erbse, war eine sehr ansehnliche Größe ist. Dasind aber nicht die wertvollsten Perlen, die in Schottland gefischt werden; vor zwei Jahren hat ein Mann aus dem See Loch Benn ach er eine Perle gefischt, die mehr als dreizehnhundert Schilling wert war, und noch einige Jahre früher wurde in der Provinz Pertshire, in der die besten Perlengewässer liegen, sogar«ine Perle gefunden, die mebr al- viertausend Schilling einbrachte. Freilich sitid die Zeiten für die schottischen Perlenfischer nicht mehr so gut, wir sie früher einmal waren. In den drei Jahren von 1761 bis 1763 sind in London Perlen, die bloß aus dem einen Fluß Tay stammten, für mehr als zehntausend Pfund(dreihundertvierzigtausend Schilling) verkauft worden, und noch im Jahre 1865 wird der Wert der ganzen schottischen Perlenfischerei mit zwölftaufend Pfund verzeichnet. Die schotttschrn Kronjuwelen enthalten einige prachtvolle einheimische Perlen von sehr hohem Wert. Seither haben aber die Perlrnmuscheln etwa- vom schottischen Nationalcharakter angenommen und er kommt heutzutage kaum häufiger vor, daß eine schottische Muschel wertvolle Perlen liefert, als daß ein Schotte sich freigebig zeigt. Gerichtssaal Nr. 163. Cette a Mittwoch, 15. Juli 1931. meldungen zu Ein Wert unserer Prager ArbeiterZurner. Der( deutsche) Arbeiter- Turnverein in Prag, vor Ein Land, wo die Zeit still steht... Eine Tänzerin eine Eifersuchtsszene macht, dann geschieht| Bisher 1000 Ausflugsanmeldungen. Expedition, die von der Akademie der Wissenschaften das alles nicht durch Worte, sondern im belebten Bis jetzt sind beim Ausflugsausschuß 1000 Anin Leningrad nach Nordsibirien entsandt wor- Bild. Aber damit allein geht es denn doch nicht; ein Ausflügen eingelaufen. Der den war, berichtet, daß sie bei einem Vorstoß von Minimum an Vernunft in der Handlung muß ver- Slympia- Ausflugsausschuß macht darauf aufmerk Jakutsk an der Mündung des Flusses Indigirta langt werden. Es gibt einen französischen Film in am, daß auch bei den leichteren Ausflü- wenigen Jahren erst gegründet, hat sich in verhält einige Ortschaften entdeckt hat, die auf keiner Karte dem Renée Clair auch nichts andres zeigt als gen gutes Schuhwerk mitzunehmen ist. Auf nismäßig turzer Zeit zu einent der besten und beverzeichnet sind. Diese Dörfer, weitab von den be- ein wenig Liebe, Tanz, Eifersucht und Messerstecherei, wiederholtes Anfragen über Ausrüstung zu deutendsten Vereine des Verbandes entwickelt. Schon wohnten Gebieten, weifen eine Bevölkerung von aber das alles empfindet der Zuschauer als typisch den Hochtouren wird mitgeteilt, daß wet- sählt er 246 Mitglieder! Doch nicht allein die Stärke mehreren hundert Personen auf, die, kosakischer für Paris; das, was man in diesem Film sieht, terfeste Rieidung und genagelte Schuhe des Vereines erzivingt Beachtung auch seine Abstammung, vermutlich bei der Eroberung Sibi- mag Andalusien charakterisieren in den Augen euro- notwendig sind. Wer nicht über die entsprechende Tätigkeit. Wöchentlich zweimal Männer- und zweiriens durch die Russen in diese Gebiete verschlagen päischer oder amerikanischer Kabarettbesucher, an die Ausrüstung für Gletscherfahrten verfügt, dem wird mal Frauen- Tuenen, einmal Kinder- Turnen! Den Die Leute sprechen ein entstelltes und Wahrheit des Objekts reicht es nicht heran. Ein geraten, dieselbe nicht zu kaufen, sondern den An- Prager deutschen Arbeitern und Angestellten schuf schwer verständlichs Russisch, können nicht Mädel, hübsch und jung wird zu Hause geschlagen, fauf in Wien nach fachmännischen Ratschlägen der Verein erst die Möglichkeit zum Turnen und lesen und schreiben und leben fast aus geht in eine Tanzdiele und wird eine gefeierte durchzuführen, um die Ausflüge und Urlaubsfahr zum Sport, und das bedeutet für die in die Großschließlich von der Jagd und dem Fischfang. Bon Tänzerin; sie wird geliebt vom Wirten, einem netten fen auch in bezug auf Ausrüstung so billig als mög- stadt Gezwängten, in ihr oft Vereinsamten, ungemein ben Borgängen, die sich im Laufe der letzten Jahr Jungen und seinem Bruder. Nach einigen geschichtlich zu machen. zehnte in Rußland abgespielt haben, hatten sie fast gemachten Balgereien fährt sie mit ihrem Geliebten feine Ahnung. wurden. Kunst und Wissen Teilnehmer. viel. Und nun gelang es dem Verein, in Gemeinschaft mit den tschechischen Arbeiter- Turnern, auch einen schönen Sportplatz und eine gute Turnhalle zu schaffen. Auf der Hez- Insel wird am Samstag, den 18. Juli, um acht Uhr abends, in einer Heinen gemeinschaftlichen Feier der deutschen und tschechi schen Arbeiter- Turner, dieser Play, der reichlich Raum bietet zu förperlicher Betätigung im Freien, den Turn- und Sportgenossen zur Benützung übergeben, und auch das Gebäude, in dem sich eine Turnhalle, Ankleideräume, aber auch Nachtlager befinden. davon, der Eifersüchtige stürzt ihnen noch mit dem Naturfreunde- Photographen für OlympiaGewehr nach. Vielleicht hat hier die Zensur etwas geschnitten; jedenfalls hat man mit Recht über diese Die Photogruppen im Touristenverein„ Die Ra Farce gelacht. Das Spielerische aller dieser Volks turfreunde", Ortsgruppe Wien, haben beschlossen, geschichtchen, das Renée Claire so meisterhaft erfaßt, ihre Ateliers in der Zeit vom 20. bis 25. Juli, den wird hier in glaubhafter Tragit zu malen gesucht: Photoamateuren, die zum Olympia nach Wien tomnur daß man daran eben nicht glauben kann. Das men, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Mädel Gaby Morlay ist bildhübsch, aber als Legitimation zur Benüßung gilt der Festausdie Schauspielerin weiß, daß sie gefällt und darum weis. Die Ateliers find täglich von 18 bis 21 Uhr wünscht man ihr mit allem Wohlwollen einige geöffnet und befinden sich in: II., Lassallestraße 48, Augenblicke ungezierter Darstellung; leider mit 3. Stiege, 37; III., Drorygasse 3, 3. Stiege, 4. Stod, wenig Erfolg. Gesprochen wird auch sehr, sehr viel, 24; X., Reunergasse 15; XI., Ehamgaffe 3, 12. gesungen recht wenig und dann erträglich. Ein Stiege; XII., Neuwallgasse 27, 17. Stiege, 16; Bau aufgebracht. Arbeiter haben ihn geschaffen. Es Arbeiter haben mühsam die Mittel für diesen titschiger Nachtprospett mit Fontaine gehört auch XIII., Goldschlagstraße 195; XV., Hütteldorferstraße ist zugleich ein Wert internationaler Solidarität. Nr. 5; XVI., Pfenniggelbgasse 6a; XVIII., Batt- In schöner Zusammenarbeit deutscher und tschechigaffe 96/98, 2. Hof, Tür 1; XX., Engerthstraße 79/8; fcher proletarischer Turner und Sportler, die ja,( jeit XXI, 21. Stiege. Die Photogrup pen 2, 3 und 20 des Touristenvereines Die Naturfreunde", Ortsgruppe Wien, veranstalten im Pra ter, Ausstellungsstraße 11( auf dem Wege zum Stadion), eine Ausstellung fünstlerischer Bicht bilder, die während der Olympia- Woche täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet ist. Eintritt 60 Groschen. Preisausschreiben für Chorwerke. Der Defter reichische Arbeiter Sängerbund veranstaltet aus Anlaß seines in Jahre 1934 bevor stehenden ersten Internationalen Bundes- Sänger festes einen Wettbewerb österreichischer Komponisten für neue Chorwerte. In Frage fommen Festspiele für Chöre und Orchester, die dem Gefühlskreise des Proletariats entsprechen und eine Aufführungsdauer von höchstens zwei Stunden beanspruchen, ferner dazu. Chorwerte mittleren Schwierigkeitsgrades für Männer- oder gemischten Chor( besonders erwünscht ist * auch ein Frauenchor) mit einer Aufführungsdauer Sport- Spiel von höchstens einer halben Stunde, endlich leicht aufführbare Massenchöre ohne Orchesterbegleitung. 1982 ab. * W. L. Körperpflegelingerhof 31 tegente Betoarub der Gründung des Vereines) brüderliche Gemeinschaft Auch einstimmige Lieder sind zu dem Wettbewerb II. Arbeiter- Olympia Wien zugelassen. Die Einsendungsfrist läuft am 1. März Eigene Auskunftskanzlei des Auffiger Verbandes. In der Rotunde, die am Trabrennplatz liegt, wird vom Aussiger Arbeiter- Turn- und Sportverband eine eigene Kanzlei während dem Olympia eingerichtet, wo Ausfünfte eingeholt werden können. Lichtfest anläßlich dem Olympia. Der Film „ Die Tanzdiele". Jm Bio Avion läuft jest ein französischer Film, dem man einige Qualitäten nicht wird absprechen können. Positiv muß vor allem die Photographie beurteilt werden; der Regiffeur Tourneur führt in das bei Vielen so beliebte sonnendurchflutete Milieu von Andalusien, dem Land der in Europa angesehenen Castagnettenvirtuosen. Die Anfangsbilder malen das träge Mittagsschläfchen des südlichen Menschen mit seltener Klarheit: ein Blick auf sonnige Häuser, ein Blick auf eine Turmuhr und dann wieder menschenleere Straßen, dann ein einsamer Drehorgelspieler und oben auf einem Heinen Slopfgang ein junges Ding, das zu der dünnen Melodie tanzt. Später sieht man dann ein belebtes Bild der Straßenhändler, eine rauchige Tanzdiele mit zahlreichen trefflichen Typen, zwei nette Fischerburschen mit Bastenmüßen oder auf der in der Hize schläfrigen See ein einsames Segelboot, kurzum, der Film besinnt sich hier darauf, daß er eine Sprache des Anges geschaffen hat und deutet durch das Bild allein. Wenn die Mädels in dem rauchigen Kaffeehaus tanzen, auf windiger Treppe in ihre Rammer gehen, wenn der Wirt in tierischer Geilheit der unentgeltliche Beratungsstunden der Arbeiterfürsorge finden feden Samstag von 5-7 Uhr im Berein deutscher Arbeiter, Smečkagaffe Nr. 27, statt. MAA 2.ARBE OLYMP SPORTIITTERNATIONALE DER SOZIALIST ARBEITER TER IDE Wien JULI 193 Wenn die Teilnehmer an dem Olympia nach dem Testspiel am 25. Juli mit dem Fackelzug in die Innere Stadt ziehen werden, wird sich ihnen auf der Ringstraße ein Bild auf der Ringstraße ein Bild herrlichsten Lichtzaubers darbieten. Die schönsten Gebäude der Ringstraße, die Oper, das Parlament, das Rathaus, das Maria Theresiendenkmal und die in der Nähe des Ringes gelegene Karlskirche werden von Scheinwerfern und Tausenden von Glühbirnen hell erleuchtet sein. Auch der Hoch strahlbrunnen wird in Betrieb sein. Von 21 bis 23.30 Uhr werden die Besucher des Olym pias Gelegenheit haben, dieses prächtige Schauspiel zu genießen. 30.000 deutsche Arbeitersportler kommen. In den letzten Tagen haben sich die Nachmelbungen, besonders beim deutschen Arbeiter- Turn- und Sportbund in Leipzig, so sehr gehäuft, daß mit einer Die Tippler sind schon da. 11 Seit einigen Tagen zeigen sich im Stadtbilde von Wien fremde Besucher. Braun gebrannte Burschen und Mädeln, bepadt mit Tornister, Rudsäden, zuweilen auch mit Rochgeschirren behängt, ziehen aus allen Windrichtungen durch die Straßen der Stadt zum Olympia- Sekretariat, wo sie sich zu ganz beträchtlichen Gruppen zusammenscharen. Das Olympia- Sekretariat hat für diese Wandervögel, die oft monatelang auf der Wanderschaft sind es sind auch zwei Letten darunter, die seit 15. April unterwegs sind eigene Massenquartiere geöffnet, in welchen die Tippler untergebracht werden. Ermäßigungen auf der Nordkettenfeilbahn in Junsbrud. Die Leitung der Nordkettenfeilbahn in Inns brud hat für die Olympia- Teilnehmer, die Inns brud besuchen werden, eine Ermäßigung von minbestens 50 Prozent in Aussicht gestellt. Die Olympia Teilnehmer, welche mit der Nordkettenfeilbahn einen Ausflug auf das Hafele Kar machen wollen, melden sich unter Vorweisung ihrer Festteilnehmerkarte bei Stadtrat Jol oder Gemeinderat Michael Viertler, Innsbrud, Salurnerstraße 2. Physikalisch- diätetisches verbindet, ist dieses Werk geworden. Nichts Großes, mag es zunächst scheinen: ein Sportplatz und eine bescheidene Turnhalle. Aber bebentungsvoll erscheint es jedem, der da weiß, wie schwer es für proletarische Vereine ist, die Mittel auch nur für bescheidene Bauten solcher Art aufzubringen. Und es erscheint uns auch symbolhaft, daß deutsche und tschechische Arbeiter in Prag, in der Stadt, die so oft vom Lärm nationaler Kämpfe widerhallte, ihre Kräfte vereinten zu gemeinsamem ert es mahnt die Klasse beider Nationen, sich zu sammeln, ihre Kräfte zu binden zu noch größerent Gemeinschaftswerte! Mit unseren Turnern freuen sich alle Prager Genossen zur Vollendung der langen, mühevollen Arbeit und beglückwünschen sie recht herzlich zur Eröffnung ihres Heimes! Gleichheit Weiskirchlik gegen SVS. Chemni 1: 1( 1: 0). Dieses am Sonntag in Chemnit ausgetragene Freundschaftsspiel brachte Weiskirchlig nur ein Unentschieden, mehr dadurch, daß der Angriff sehr ungenau schoß, doch auch der gegnerische Torhüter erwies sich als ein fast unüberwindbares Bollwert. Weiskirchlig mit zwei Erfagleuten. Fußball- Städtekampf Nürnberg gegen Leipzig 3: 2( 0: 0). Leipzigs Elf war in guter Berfassung, hatte aber mit ihren Schüssen oftmals großes Pech. Nürnbergs Mannschaft übertraf in jeder Beziehung die Erwartungen, sie spielte technisch einen prachtvollen Fußball und war trotz ihrer Körperschwere gewandt, schnell und auch taktisch flug. Der Sieg der Nürnberger ist glücklich, aber nicht unverdient. Wiens Arbeiter- Leichtathleten im neuen Stadion. Sonntag vormittag fand im Wiener Stadion die erste Veranstaltung der Arbeitersportler statt. Sic hatten zwar in den letzten Wochen Gelegenheit, Teilnahme von 30.000 deutschen Arbeitersportlern Sanatorium KLEISCHE bei Aussig einige Male im Stadion zu üben, aber was sich sicher gerechnet werden kann. Diese Riesenbeteili gung der deutschen Arbeiter zeigt, welche Begeisterung das 2. Arbeiter- Olympia auslöst, da trop der großen Wirtschaftskrise eine über alle Erwarten hinausgehende Riesenbeteiligung zustande gekommen ist. Neuzeitliche Einrichtungen. Telefon Aussig 303. Prospekt. aus einer so idealen Kampfstätte herausholen läßt, davon bekamen sie erst Sonntag eine Ahnung. In elf durchgeführten Ronkurrenzen wurden nicht weniger als sechs neue, also in jedem zweiten Wettbewerb Bestleistungen aufgestellt. Zwei von diesen sind sogar internationale Höchstlei schöne, blanke Tollars verdienen. Ich size unten| plaziert-in die nötige Grundstimmung gefomit ungen, während mit einer dritten eine interIndianischer Totentanz. int Hotel und warte auf die Post für meinen Boß, men sind. Darauf hält der Häuptling, den wir nationale Bestleistung eingestellt wurde. Die da kommt eine ganze Gesellschaft Danfees in großen mit einem riesigen Vorderlader besonders geschmückt internationalen Höchstleistungen haben Hoch( SimDie Indioner im südlichen Kanada sind für minibussen. Neugierig drücke ich mich heran und haben, eine lange Rede, die von lauten Beifalls mering) im Laufen über 300 Meter mit 36.3 Sef. gewöhnlich gang zibilisierte Leute. Sie leben in höre, wie der Manager zu dem Hotellbesitzer sagt, gemurmel der Menge amterbrochen wird. Natür- und die olympische Frauenstaffel des Wiener Arbeiterihren Reservationen von der Viehzucht und jagen ob hier nicht für heute Abend bei den Indionern lich alles auf indianisch. Dann jetzt ein wildes Ge- Turnvereines mit 54.4 Sef. aufgestellt. In der für die weißen Farmer der Umgegend ihre wild in irgend etwas veranstaltet werden könnte. Nhut, brüll sämtlicher Anwesenden ein, die wir heimlich 4X100 Meter- Staffel stellte Simmering mit 43.7 den Bergen lebenden Pferde ein. Manche, beson 3hr mißt, id habe einen gewaltigen Borat auf diese anfeuern, and in der darauf folgenden Grabesstille Ser. die von Finnland verteidigte internationale ders bie Jungen, gehen auch schon auf Lohnarbeit biafierten USA.- Leute, and ich versichere dem touchen aus dem Walbe zwei unheinliche Gestall- Söchstleistung ein. Zu erwähnen sind noch die Bestin die Sägemühlen und Obstpadereien und können Maume, daß heute die Totenfeier für die verstorten auf. Die nadien Oberkörper find bunt bemalt, leistungen der Frauen, und zwar im Hochsprung sich dafür ein kleines Stück amerikanischer Sultur" bene Tochter des Häuptlings stattfinden soll. Und die Gesichter unkenntliche Fragen, und unter dem mit 1.45 Meter, erzielt von Hromatka( Zentralberleisten. Im möglichst bunten, glänzenden Jaden hier bin ich nun. Wollt Ihr mitmachen oder Wirbelsturm der Musik beginnen sie zu fangen. Seein), und im Distuswerfen mit 26.55 Meter, durch gehen sie am Wochenende in das Bleine Farmerstädt Guven Bruder im Stich lassen?" machen ihre Sache hernich. Uns wird fast selbst Reumayer( Zentralverein) sowie Erdingers im 500chen zum Tanz. Viele tontmen dazu sogar in ihren Wir stimmen zu. Nur der Häuptling hat Beschauerlich kabeh zu Marte; so echt scheinen sie sich Meter- Lauf der Sportler mit 1: 08.6 Min. eigenen, apprigen Autos angefahren. Für ge- denfen: Und wenn nun die Wahrheit herants in ihre Rolle hineinzufinden. Zum Schlusse fallen mahnlich aber leben sie zurückgezogen in ihren weit fommit?" sie wie tot auf den Boden nieder, und nun wird entfernten Blockhütten und führen ein armseliges ,, lnjinn, ich trage die Verantwortung, und du die Leiche" mit den Opfern von Frauen mit aufDajoin. femmst dich immer noch damit herausreden, daß dit gelöstem Haar weggetragen, um angelblich tief im Um jo merkwürdiger ist die Vorstellung, die nichts verstanden haft", macht ihm Billy flor. Walde auf dem Berge begroben zu werden. fich die aus dem amerikanischen Osten kommenden Aber jetzt müssen wir an die Arbeit gehen, JunTouristen von diesen ehemaligen Herren des weiten gens. Ich habe schon aus dem Laden eine Puppe Die Tänzer werden unter Blitzlicht photographiert. Erst jetzt läßt Billy die Zuschauer herantreten. Bandes machen. Der Bejuch eines alten Indianer- gebracht. Die wird unter ein großes Leinentuch Der Häuptling läßt sich dazu herbei, mit den Leulagers, das eigens für diesen Zwed erhalten geblie- gelegt, und dann fann ber Zauber losgehen." ben ist, gehört zu jedent Progranum einer GesellMittwoch, den 15. Juli, auf dem D. T. J.- Plak Und so geschah es. Nach Einbruch der Dunkel- den einige urge Sähe über den Kult der Indianer schaftsreise durch den wilden Westen". In voller heit fahren die riesigen Ueberlandautos bis an die reden, und legt zuletzt in jammervollen Worten in Weinberge, Endstation der Ser die Not seines Stammes dar. Darauf treten wir Ausrüstung, wild geschmückt mit langen Feder Bäume der Vichställe. Sämtliche Köter fangen aanderen Weißen, wie zufällig dazu gekommen, heran Sing- und Spielabend. veihen, blizenden Beilen und Dolchen, zeigen sich zu bellen. Billy als. Impresario empfängt die Gebann die„ freien Söhne der Prärte" den entzückten, sellschaft und führt sie nach einem tief im Walde tige Dollarnote. Aus eigener Initiative veranstal- pünktlich, und zwar um 8 Uhr. Kommt alle mit und überreichen dem Häuptling jeder eine präch Liebe Genossen und Genossinnen! Wir beginnen romantihung: igen Plaßgesichtem, die dafür ihre gelegenen Plate, wo wir ingwischen mit den det Billy bei den übrigen rasch eine Sammlung und zeigt einmal, daß Ihr auch fingen und spielen Dollars springen lassen nrüssen. dianern ein entsprechendes Schauspiel einstubiert Aus der Partei Jugendbewegung. Sozialistische Jugend Prag. Ortsgruppe I. An einem späten Juniabend saßen wir Wan- haben. Ein weithin glühendes Holzfener ergibt die Die Indianer verkaufen im Nu ihren alten tönnt, wie unsere Jugend aus der Brovinz; hauptberarbeiter aus den Farmen, die sonst tein Hein schaunige Egenerie. Dahinter ist ein alter Totem Sund, den sie auf unsre Weifang mitgebracht sächlich die Burschen, die sich immer zurückziehen! hatten, vor der Hütte des Häuptlings der Refer- aufgebaut, und davor stehen alte Aepfelfristen, auf hatten: Stetten, Amuletts und Bronzeringe. Der Alle Instrumente mitbringen! Seid vation, der eine Art Bürgermeister ist, aber trotz denen die Holzfigur aus dem Konfektionsgeschäft Manager aber muß noch 20 Dollar extra stiften. alle pünktlich und zahlreich am Blaze! bem weber englisch lesen noch schreiben kann, und liegt und mit Gaben and Opferstücken überdeckt Befriedigt ziehen schließlich die auf Abenteuer" Bei Regenwetter findet der Abend in der warten auf die Unterhaltung, die es bei unsern ist. Ringsherum siten die eilends herbeigeholten ausgehenden Reisenden ab und noch befriedigter GEE statt. farbigen Freunden immer gab. An diesem Tage Männer aus der Reservation. Sie sind in bunte vir hinterher. Als wir später dem Honalbefizer den Sput erjedoch sollten wir unsern besonderen Spaß haben. Tücher gehüllt und lassen eine lange Pfeife rund- i Billy, der freche, junge Fre, der immer ettvas gehen. Ein Neger von der Jazzband in der Stadt[ Böhlen, ist er begeistert. Die Sache werbe ihm auszuheden hai, tommt in seinem rumpelnden muß eine Pause malträtieren, und ein bärtiger wiele neue Frembe einbringen, meint er, und apir Ford einfach über die Wiesen auf uns losgefahren, Alter spielt bagu jänimterlich auf seiner Flöte, wäh follten die Geschichte jedes Mal wiederholen. Da die Herumsitzenden traurig mitsummen zu laber war uns unser guter Ruf zu lieb. Viel obgleich er weiß, daß die Indianer das nicht leiben rend leicht hat der fotelier es später nach unserem tönnen. Aber heute scheint ihm etwas ganz Großes müssen. So sollte es eine Weile gehen, bis die hein Weggang in eigener Regie übernommen: geglüdt zu sein. Chne Gruß schreit er gleich auf uns ein: Well, boys, heute Nacht können wir noch lichen Zuschauer Billy hat sie weit entfernt weiß? wer k. m. Freundschaft! A. F. Herausgeber: Siegfried Iau b. Chefredakteur: Wilhelm Nießner. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß, Brag. Drud: Rota" A.-G. für Zeitung und Buchdrud, Prog. Für den Drud verantwortlich: Otto Solit, Prag. Die Zeitungsmarkenfranfatur murde von der Bostu. Telegraphen direktion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.