Cinzelpreis 70 heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II, Nefazaufa 18 Telephone: Sagesredattion: 26795, 31469. Machtredattion: 26792 Postschedamt: 57544 Inserate werden laut Tark billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Freitag, 17. Juli 1931 Bezugs Bedingungen: Bei Juftellung ins Haus ebe bei Bezug durch die Post: Ke 16. → monatlich vierteljährlich 48.2009 halbjährig ganzjährig 96." 46.. 192.Rüditellung von Manustripten erfolgt nur bei Ein sendung der Refourmarken. Gescheint mit Ausnahme des Montag täglich fräh. Nr. 165. Montag Konferenz der Großmächte in London. Hitlers Offert. Vorher Brüning und Curtins in Paris.- Der englische Besuch in Berlin aufgeschoben. Berlin, 16. Juli.( Eigenbericht.) Die Reichsregierung hat die heute erfolgte Einladung nach Paris angenommen. Morgen abends werden Reichskanzler Brüning und Außenminister Dr. Curtius dorthin abreisen. Der Besuch der Leiter der englischen Regierung in Berlin ist infolgedessen vorläufig aufgeschoben worden. Den ganzen Tag über wurde heute zwischen Berlin, Paris und London hin und her verhandelt. Zuerst ließ die englische Regierung in Berlin mitteilen, daß sie mit Rücksicht auf die Montag geplante gemeinsame Konferenz der Großmächte in London am Freitag nicht nach Berlin kommen könne. Es wurde vorgeschlagen, daß statt dessen vor der Londoner Konferenz eine direkte Besprechung zwischen der deutschen und französischen Regierung in Paris erfolgen möge. Die Anregung dazu ging von amerikanischer Seite aus. Sie wurde von Henderson aufgenommen und nach Berlin weitergegeben. Hier mußten alle Dispositionen für die nächsten Tage geändert werden und nach längeren Beratungen nahm die Regierung schließlich die Einladung an. Von Paris aus werden sich die Vertreter der deutschen Regierung zu der großen Konferenz nach London begeben, die Montag abends 6 Uhr eröffnet werden soll. Den Vorsitz wird Macdonald führen; Amerika wird durch den Außenminister Stimson offiziell vertreten sein. Die Beratungen wer den Montag um 18 Uhr beginnen. Die Einladungen zu der Konferenz wurden heute um 1 1hr früh versandt. Gegenstand der Konferenz wird, wie offiziell festgestellt wurde, eine Beratung über wirtschaftliche und finanzielle Fragen sein, deren Hauptziel sodann sein wird, die Mittel zu finden, wie verhindert werden soll, daß die deutsche Krise sich auch auf die Nachbarländer ausdehne. * * Ministerrat in Paris prüft Hilfsmaßnahmen. Mur ja teine Kontrolle der Privatwirtschaft! Berlin, 16. Juli. Die Mitteilungen, daß die Reichsregierung einen Wirtschaftsfom= missär mit weitgehenden Kontrollbefugnissen über verschiedene Zweige der privaten Wirtschaft ernannt habe oder zu ernennen beabsichtige, treffen, wie das Wolffsch: Büro von zuständiger Weise erfährt, in feiner Weise zu. * Wann immer auch das Schicksal uns die Macht geben wird, so glauben wir nicht an die Erfüllung politischer Kredite, wohl aber an die Notwendigkeit jener rein wirt schaftlichen Verpflichtungen, die Deutschland im Laufe der Jahre auf sich genommen hat. Es wird unjer oberstes Ziel bleiben, eine allgemeine politische und wirtschaftliche Konsolidierung Deutschlands, wenn auch mit den schärfsten Mitteln, durchzuführen. Für uns heißt das aber in erster Linie Nieder ringung des Bolschewismus in jebet Form. Hitler in feiner der United Prez zur Verfügung gestellten Botschaft. Es ist kein Zufall, daß sich Adolf Hitler Berlin, 16. Juli.( Conti- Büro.) Der Reparationsausschuß des Reichskabinettes tagte auch in dem Augenblick, da alles auf Messers heute nachmittag und heute abend, ohne daß aller Schneide zu stehen scheint und Deutschland dings neue Beschlüsse gefaßt wurden. Man hat zwischen Abgründen einen Weg sucht, mit ſeisich vor allemt mit dem Problem der Bekämpner Botschaft nicht an das deutsche fung der Kapitalflucht beschäftigt. In Volt, sondern an das Ausland wendet. politischen Kreisen hat man erivartet, daß hierzu Der nationale Trommler, der jahrelang gegen hente abend eine Notverordnung herauskommen die internationale ,, Seuche", gegen alles Un würde; sie ist aber heute nicht mehr zu erwarten. In den nächsten Tagen wird das Kabinett eine weitere Verordnung beraten, durch die die Bant und Zahlungsverhältnisse für die nächste Woche geregelt werden. Die Rechtspresse unbelehrbar. deutsche, gegen jedes Paktieren mit dem Aus land gehetzt hat, findet in der Stunde der Gefahr, die ihm auch eine der Entscheidung zu sein scheint, nicht den Weg zu seinem Bolke, sondern zu dessen Gläubigern. Tem amerikanischen Kapital, just jentem ,, räuberischen Bankkapital", das der Nationalsozialis Berlin, 16. Juli.( Eigenbericht.) In der mus angeblich mit Stumpf und Stil austilgen Rechtspresse hat schon die Nachricht, daß der will, bietet sich Adolf Hitler an. Seine BatReichsfangler nach Paris fahren werde, die schaft flingt wie das Offert eines Commis heftigste Entrüstung hervorgerufen. Man voyageur, der sich einer Firma zur Disposi behauptet, das jei eine Unterwerfung unter ein tion stelit, unter den günstigsten Bedingun französisches Diktat und stellt es so dar, als ob Deutschland nur noch ein paar Tage zu warten geit, freibleibend billigst... oder sie erinner brauche, bis auch die Wirtschaft der anderen auch an einen Söldnerführer des Frühlepita Mächte die gleichen Erschütterungen erleiden lismus, an einen Frundsberg, Bourbon, würde wie Deutschland und daß dann Frankreich Waldstein, Sforza, der sich einem zahlung fähigen Monarchen anbietet. zum Nachgeben gezwungen sei. Paris, 16. Juli. Ueber den Ministerrat,| ministers Dr. Enrtins nach Paris. Nach der der heute nachmittag stattfand, wird folgendes Unterredung der deutschen Minister mit franzö Kommuniqué ausgegeben: sischen Politikern werden Besprechungen zwischen Der Ministerrat hat die durch die deutsche jämtlichen Politikern in Paris beginnen. Währungsfrise in Europa geschaffene Lage ge Der Ministerrat hat die Aktionsmittel geprüft. Ministerpräsident Laval erstattete Be- prüft, für die Frankreich die Initiative ergreifen richt über die Besprechungen, die zwischen der würde und die geeignet wären, in Europa den französischen Regierung und den Staatssekretä- Kredit und das Bertrauen wiederherzustellen. In Wirklichkeit ist durch die Politik des Hitler weiß, was in Amerita zieht. Dort ren Stimson und Henderson stattgefun- Der Ministerrat hat die finanziellen Garau- Kabinetts Brüning, das aus Angst vor den hat man jezt Angst vor dem roten Handel", den haben. Außenminister Briand gab Rennt- tien und die Maßnahmen für eine politische deutschen Nationalisten die rechtzeitige Verstän vor der Menge billiger Waren, mit der Rug nis von der bevorstehenden Reise des Reichs- Beruhigung untersucht, die diese Altions digung mit Frankreich versäumt hat, eine ganz land in dem Maße, in dem es die Methoden lanzlers Dr. Brüning und des Reichsaußen-/ mittel begleiten müssen. andere Lage geschaffen worden, in der nicht der Ausbeutung und Aushungerung seiner mehr, wie beim Hooverplan, Frankreich, sondern eigenen Bevölkerung vervollkommnet, dent Deutschland isoliert ist. Nunmehr sieht Weltmarkt überschwemmen wird. Das Gesich das Deutsche Reich einer Gläubigerfront Paris, 15. Juli. Die Havas Agentur be das französische Nationalvermögen in gewag- gegenüber, die größere Kredite nicht ohne be- spenst des Bolschewismus im eigenen Lande, schäftigt sich in einer Auslassung mit den heute ten Operationen anzulegen. Deswegen stimmte Sicherungen hergeben wird. Die Redas die Geldfönige von USA mit den Hezin Paris geführten Unterredungen zwischen kommt für Frankreich nicht in Frage, Deutschland gierung wird nunmehr die ganze Verantwortung jagden von 1920 gebannt glaubten, taucht int Staatssekretär Stimson, Staatssekretär Hender- Kredite zu eröffnen, ohne daß dieses als auch für Beschlüsse übernehmen müssen, die sich Gefolge der Krise wieder auf. Was könnte da son und Ministerpräsident Laval und stellt weitere Gegenleistung substantielle Garau bei den deutschen Nationalisten keiner Popula- mehr schrecken, als die Gefahr eines bolichewi Unterhandlungen für morgen in Aussicht. tien gibt, die durch ein gemeinsames Abkommen rität erfreuten dürften. sierten Deutschland, einer neuen Welle der Revolution, die vielleicht über den heute so leicht zu überfliegenden Atlantik nach den Beschränkter Berkehr bei den Bank glückseligen Paradies der Babbits übergreifen fönnte? ichaltern. Berlin, 16. Juli. Nach den hier vorliegenden Der fesse Adolf fennt seine Babbitheimer, Sie wie die Dinge augenblicklich liegen, wird der interessierten Finanzminister festgelegt wer Die öffentliche Meinung Frankreichs, den müssen. Die ins Auge gefaßte Operation wird. die weit entfernt ist, sich über die gegenwärtige tatsächlich von solchen Ausmaßen sein, daß sie Lage in Deutschland zu freuen, und ohne die Ver- nicht ohne die Mitarbeit der amerikanischen, der antwortlichkeit der Lage zu untersuchen, jich englischen und der französischen Banken gelingen nicht weigern, einer eventuellen finanziellen fann, die sich zu einer gemeinsamen Anfranzösischen Mitwirkung ins Auge zu bliden. Die strengung vereinigen müssen und die ihnen französische öffentliche Meinung verkennt in der gleiche Rechte und gleiche Intereffen geben würde. Nachrichten hat sich die Wiederaufnahme des er weiß sie dort zu fisein, wo sie am empfind Tat nicht, daß der Strieg eine immer engere Es versteht sich von selbst, daß diese technischen beschränkten Zahlungsverkehres der Banken für lichsten sind. Mit Aufwand seiner ganzen gegenseitige Abhängigkeit der Völ Bedingungen nicht genügen würden, um die Lohn- und Gehaltszwecke ohne besondere Schivadroneurkunst, die soviel von Martt fer zur Folge gehabt hat, und Frankreich ver- deutsche Währung zu retten, wenn sie nicht Störungen vollzogen. Die Banten haben schreier hat, redet er den Bantfürsten und neint nicht die Verpflichtung der interwährend der Periode der Wiederaufrichtung von darauf verzichtet, die eingereichten Lohnlisten erst Börsenjobbern Amerikas zu: nationalen Solidarität. einer politischen Stabilität begleitet einer besonderen Prüfung zu unterziehen. Die Aber die Erfahrungen, die man in den letzten sein werde, ohne die ein internationales Ver von der Reichsbant zur Verfügung gestellten Zahlungsmittel haben genügt, um alle an die Jahren gemacht habe, dürfen fatalerweise die trauen und Kredite nicht möglich sind. einzelnen Zahlstellen herangetretenen Ansprüche Leiter der französischen Politik nicht dazu führen, zu befriedigen. Auch die Sparkassen haben ihre Schalter geöffnet, um die ihnen nach der Ber- Well, well, murmelt da der gottes- und geldordnung gestatteten Auszahlungen vorzunehmen. Auszahlungen von Sparguthaben haben nicht fürchtige Untertan Herbert Hoovers und halb stattgefunden. Auch die Wiederaufnahme des überzeugt, hört er Hitlers weitere Mahnung: Bostscheckverkehres, bei dem nur Beträge bis zu 10.000 Mart für Lohnzahlungen in bar ausgezahlt wurden, hat sich reibungslos vollzogen. Das Devisengeschäft, welches ausschließlich von der Reichsbant durchgeführt wurde, hielt sich in mäßigen Grenzen. ** Stimson vertritt Amerika in London. New York, 16. Juli.( Reuter.) Nach einer offiziellen Mitteilung werden die Bereinigten Staaten an der Ministerkonferenz in London auf derselben Grundlage teilnehmen, auf der alle übrigen eingeladenen Nationen teilnehmen wer den. Es wird hinzugefügt, daß sich die Lage der Bereinigten Staaten auf der Konferenz von der Lage der übrigen Großmächte blog dadurch unter scheiden wird, daß sich die Bereinigten Staaten in feine europäischen politischen Erwägungen und Nüdfichten einmischen werden. $ 3 Eine Erklärung Castles. * 2 Keine Panitstimmung. Die größte Gefahr ist noch nicht eine Wirtschaftskatastrophe, sondern die viel größere Gefahr ist die drohende Bolschewi sierung als Folge einer allgemeinen wirtschaft lichen Ratastrophe." ,, Es gibt in der Zukunft nur zwei Möglichteiten: Entweder wird unsere Bewegung den Bol schemismus überwinden oder der Bolschewismus wird Mitteleuropa und vielleicht noch weiter darüber hinaus die übrige Welt in ein Chaos verwandeln." Washington, 16. Juli. Der Unterstaatssekretär Castle erklärte heute: Die Vereinig ten Staaten wollen nicht in irgendwelche politische Lage im Zusammenhang mit der Gewährung wirtschaftlicher Hilfe an Deutschland ver widelt werden, und das Direktorium der BundesJa, fragt sich aber der also aufgescheuchte Reserve- Bank wird keinen Kredit an Deutschland Amerikaner weiter, sind denn diese Nationa! mit erwägen, außer in Verbindung sozialisten nicht selbst halbe Bolschewiken? allen Zentralbanten einschließlich der Wien, 16. Juli. Weber in Wien, noch in Wollen sie nicht die Banten sozialisieren und französischen. Castle fügte hinzu, den Banten der Melt müsse gezeigt werden, daß Deutschland Niederösterreich und im übrigen Desterreich ist die Tribute" verweigern? Hunderte Millio fein Aeußerst es tue, um sein eigenes eine Beunruhigung der deutschen oder ungarischen nen Mark fließen jährlich aus Deutschland Stimsons Standpunkt wird durch den In Haus in Ordnung zu bringen, bevor sie Unter- Sommerfrischler wahrzunehmen. In Niederöster- nach Amerika- will dieser Hitler nicht diese stand gegeben sein, freundschaftliche Beziehungen ftigungspläne erwägen würden. Er sagte ferner, reich und auch ant Semmering treffen die ausZahlungen einstellen?! sowohl zu Frankreich als auch zu Deutschland zu die französische Regierung erkläre, dan ländischen Sommerfrischler wie alljährlich ein. unterhalten. Er werde sich auf die Tatsache sie Deutschland nicht dirett zu politi- Auch ein vorzeitiger Abbruch des geplanten Aufstüßen, daß es von allen Möglichkeiten am bestes fchen Zugeständnissen in Verbindung enthaltes seitens der Fremden wurde nicht be- Sorgen der Amerikaner, er beruhigt sie, die wäre, wenn man zum Ausgleich der Dif mit der Gewährung finanzieller Hilfe aufgeformertt, insbesondere deshalb, da aus deren Hemat rein wirtschaftlichen Verpflichbereits wieder beruhigende Meldungen eintreffen. tungen" wird Deutschland auch unter seiferenzen zwischen diesen beiden Ländern ge- dert habe. ner Diftatur erfürften, mrr die politischen longen fönnte. Nein er will es nicht. Er tennt die Seite 2 Freitag, 17. Juli 1931. 1. 100. Kredite" wird es nicht zahlen. Was Hitler sich Das ist es, was die deutsche Schwerindu Jim Braunen Haus, daß die Konjunktur für einer Vermehrung der Arbeitslosen bei dieser Unterscheidung denkt, weiß heute fein strie will, und das soll ihr Hitler besorgen. den Nationalsozialismus" nicht lange anhält 7700.000; daß die Arbeitslosigkeit doch nicht so stark Mensch in Deutschland. Es ist auch nicht für Es auch dem Ausland klar zu machen, auch Also will man das Eisen schmieden, solange eestiegen ist, resultiert daraus, daß eine große Zahl Deutschland bestimmt, dem erzählt man ja den Amerikanern zu zeigen, daß es nicht es heiß ist. Jest zugreifen, jetzt den großen Die Ziffern über die Arbeitslosigkeit werden dent von Arbeitern heute auf Kurzarbeit gesezt ist. immer noch, die Erfüllungspolitik sei schuld gegen die Tribute, sondern gegen Zug tun, die Bank sprengen... Die erste Fürsorgeministerium vom Statistischen Staatsamt daran, daß die deutschen Kapitalisten bankrott die Roten geht, ist der Zwed des Offeris, Karte, die Hitler ausgespielt hat, verrät den geliefert. In Wirklichkeit ist die Arbeitslosenziffer merden. Amerika aber wird es schon kapieren, das Hitler nach USA drahten ließ. Sinn des Spiels. Es wird an der deut noch viel höher als anttlich ausgewiesen wird, daß Hitler nicht daran denkt, die Eine so ideenlose, so sehr auf Katastro- schen Arbeiterschaft sein, den „ Tributzahlungen" einzustellen, phenstimmung angewiesene Bewegung wie der Hasardeuren das Handwerk zu daß er zahlen wird, was die Bankhyänen von Hitlerfascismus, kann nicht warten. Man weiß legen! Wallstreet verlangen, und daß er nur ein Ziel kennt ,, Niederringung des Bolschewismus in jeder Form"! Und dieser, sich dem Meistbietenden offerierende Söldnerkapitän, der seine starke Hand Auch der Senat auf Ferien. Genoffe Dr. Seller für staatliche Kontrolle der Großunternehmungen und Banken Prag, 16. Juli. Der Senat hat heute in abzutreten. Ferner wurde eine Resolution geachtstündiger Sizung sein restliches Arbeitspro- nehmigt, in der gefordert wird, daß die Unter gramm erledigt und hat sich dann voraussichtlich stützungen bei Elementarfatastrophen bar ausbis zum Herbst vertagt. Zur Ratastrophenhilfe bezahlt werden sollen. und zu den Exportkrediten entspann sich noch eine Zur Staatshilfe bei Elementarkatastrophen da die heutige Statistik, die auf den Meldungen bei den Arbeitslosenämtern fußt, bei weitem nicht alle Arbeitslosen erfaßt. Redner führt den Bezirk Nentitschein an, wo ganze 147 Arbeitslose amtlich gemeldet sind, obwohl dort 3000 bis 4000 Arbeitslose sind. Diese können aber nicht nach Mähr.- Ostrau fahren, um sich beim dortigen Arbeitsvermittlungsamt zu melden, weil sie das Geld sie von der Statistik nicht erfaßt. für die Bahnfahrt nicht haben, und deshalb werden Die sozialistischen Parteien fordern deshalb seit Jahren eine ordentliche Arbeitsvermitt lung; ein diesbezüglicher Gesezentwurf ist bereits fertig, sein Zustandekommen scheitert aber an dem Widerstand der bürgerlichen Parteien. In einem Atem wie der„ Venkow"- den Vorwurf zu erheben, daß für die Arbeitslosenunterstügung bereits 277 Millionen in den verschiedensten Formen ausgegeben wurden, aber nicht zu sagen, wie viel hundert Millionen den Agrariern in Form von allen möglichen Subventionen zugewendet wurden, ist sehr leicht. Aber wer ist denn schuld daran, daß die Krise bei uns diesen Umfang erreicht hat, wer hat diese Handelspolitik gemacht, wer hat die Kün digung des ungarischen Handelsverirages herbeigeführt und so neue Arbeitslose geschaffen? Das waren dieselben bürgerlichen Parteien, die jezt den Vorwurf erheben, daß angeblich so hohe Beträge für die Arbeitslosenunterstügung aufgewendet werden! Bei uns wird auch im Vergleich zur Einwohnerzahl und zu dem Reichtum des Landes weit wenianderen Staaten! Redner kritisiert dann weiters ger für die Arbeitslosen aufgewendet als in die böllig unangebrachte Schadenfreude gewiffer Blätter über die jüngsten Ereignisse in Deutsch land empfiehlt, hat es gewagt, der Sozialdemokratie Landesverrat und Liebedienerei vor dem Ausland vorzuwerfen! Wann hätte je die Sozialdemokratie so würdelos, so lataienhaft dem Ausland ihre Dienste angeboten?! Seit die deutschen Fürsten um französische Subsidiar Neber die Exportkredit- Vorlage gelder das Reich verrieten, jeit 200 Jahren, rege Debatte. Zu leßterer Vorlage hielt Genosse referierten Sen. Pastyřit und Dr. Faček. hat sich kein Bravo so schamlos offeriert! Dr. Heller eine sehr bedeutsame und wirkungs- Leyterer hebt hervor, daß das Gesetz sich nicht gleich Das Ausland soll durch diese Botschaft volle Rede, in der er auf die lezte Krise im Reich auswirken würde, da die Detailregelung der ganzen erfahren, was das inländische Stapital längst und ihre Auswirkungen auf die Tschechoslowakei Aktion der Regierungsverordnung, dem Vertrag weiß, daß der ganze National- ,, sozialis ausführlich zu sprechen lam und in dezidierter des Fonds mit den privaten Versicherungsanstalten m 1 8" ein Bluff, ein Köder ist und daß Adolf Form daraus die Forderung nach Schaffung einer und den Richtlinien der erst zu ernennenden Komnichts anderes will, als den Bolschewismus in entsprechenden Staatsaufsicht über unsere Groß- mission vorbehalten bleibt. Genosse Modracet als Referent des Budgetausschusses wendet sich gejeber Form niederringen, das heißt, die Gebetriebe und Banken ableitete. gen die Phrase, daß die Vorlage nur zum Vorteil werkschaften umbringen, die Löhne senken, die der Kapitalisten" geschaffen wurde; die Frage der Sozialdemokratie ausrotten. In einer bürger- sprechen heute noch weitere sechs Redner. Bald nach Aufrechterhaltung der Industriebetriebe sei auch lichen Zeitung, im Berliner Tageblatt" er Beginn tommt es zu einem lebhaften Meinungseine Frage der Arbeiterschaft, die ja sonst zählt Günther Stein, der seit Wochen das austausch zwischen dem deutschen Christlichsozialen aufs Pflaster geworfen werde. Ruhrgebiet bereist, daß die verschiedenen reak- Böhr und dem Landbündler Stöhr. Böhr beklagt In der Debatte bringt ein Kommunist die in fionären Gruppen, denen alles, nur nicht die sich über die Angriffe Stöhrs auf die fleritale Bar- letzter Zeit von seiner Partei direkt sträflich verArbeiter Gefolgschaft leisten, nur einen Herrn tei und erinnert ihn an die schöne Zeit der Zusam nachlässigte Walze von den„ imperialistischen Kriegshaben:„ Ueber diesem wirren Seer- menarbeit beider Parteien in der Bürgertoaltion vorbereitungen" gegen Sowjetrußland wieder zum haufen von Menschen und Organisationen Bolschewiken."( Seiterkeit.) Stöhr schiebt in einer Verdächtigungen gegen die sozialistischen Parteien in Berfolgung gemeinsamer Interessen gegen die Vortrag. Die in diesem Zusammenhang üblichen teht ber Generalstab der Schwer temperamentvollen Antwort die Schuld an dem geben Anlaß zu einer scharfen Diskussion unserer industrie". Diese Herren, die Kapitäne Bruderzwist auf die Aggressivität der Heritalen Genossen mit Herrn Wifuličet. des Langnamvereins, dessen stockreaktionärem Bresse, worauf ihm Böhr in einem Zwischenruf Medinger( D. Christlichsoz.) erklärt zwar, Brogramum ja erst kürzlich die Nazipresse zuge- elende Bauschalverleumdungen" vorwirft. Darauf die Vorlage befriedige nicht, doch erkennt er an, und erklärt, daß unsere Gefühle völlig auf Seiten stimmt hat, sehen ,, brauchbare, willige Instru- hin hält Stöhr den Klerikalen Mißbrauch der Kanzel daß sie auf den Export anregend wirken werde. mente ihrer Absichten in diesen jungen Leuten vor; jest hätten sie anscheinend auch noch ein Genosse Dr. Heller voller Drill und geistiger Unbeschwertheit". Batent auf das Deutschtum genommen. Es und indent er sich fragend an das denkende wirte aber eigenartig, wenn sich ein Deutscher( se verlangt Auskunft darüber, ob die Exportgarantie, Niveau diefer Presse. Unsere Ausfuhr nach DeutschBürgertum wendet, deckt der im fast richterstatter, dem vor so viel Brutalität und als der allernationalste Ueberdeutsche gebärdet, der er Zeit erlischt oder ob sie sich auf alle innerhalb drei Milliarden und heuer in den ersten fünf Mona Dummheit schaudert, die Karten des Spiels voltsbewußter Mensch betätige. In welcher Weise wenn sie bis dahin noch nicht realisiert wären. Der bruch der deutschen Wirtschaft würde bei uns ein alles denn als verläßlicher bezieht, auch Niederauf, das zwischen Hitler und den Ruhrindu sich Mayr- Sarting als Mitglied der vorigen Re- Referent und der anwesende Handelsminister be- ungeheures Anschwellen der Arbeitslosigkeit und striellen gespielt wird: gierung auf nationalem und volkswirtschaftlichent stätigen die letztere These. Genosse Dr. Heller macht einen schweren Niederbruch unserer Jit es denn Bolitik, wenn man sich, auf Gebiete betätigt habe, sei allen noch bestens in sich dann über die Behauptung Nedvěds lustig, daß eigenen Wirtschaft bedeuten. Das Argument, sicherem Plate, den Kopf zerbricht, ob es unter Erinnerung. Mayr- Harting hätte sich selbst mit die Vorlage den Krieg gegen Sowjetrußbaß wir uns schadlos halten könnten durch den den jämmerlich unterstützten Arbeitslosen nicht dem Teufel verbündet, als es sich um die land vorbereiten solle. Es sei ja schon immer jo daß wir uns schablos halten könnten durch den auch welche gibt, die ohnedies die Kohlenarbeit Rekonstruktion der Regierung handelte; mit wel gewesen, daß man dem Staat, gegen den man Strieg Export in jene Länder, in die bisher Deutschland Export in jene Länder, in die bisher Deutschland erportiert hat, zeugt von einer völligen Ununter Tage oder Hochofenarbeit in Siedehige nicht chen Anträgen dieser Herr damals bis zu dem höchst führen will, vorerst Kredite gegeben habe, weil man exportiert hat, zeugt von einer völligen Un gerade lieben, die also ,, arbeitsschen" sind, und um gestellten Faktor in diesem Staate herantrat, sei da in der Regel um sein Geld tomme. fenntnis. Deutschland müßte dann gerade unt derentwillen man eigentlich die ganze Ar- nicht unbekannt und auch darüber würde man Redner zweifelt nicht, daß wir nach einem Jahr jeden Breis exportieren und zu jedem Breis feine beitslosenversicherung beseitigen sich noch einmal unterhalten müssen. an die Verlängerung und Erhöhung der Export- Waren verschleudern, so daß es uns auch von den jollte? Genosse Petrit( tsch. Sos.- Dent.) beschwert sich tredite gehen werden. Im ersten Halbjahr 1931 ist uns noch verbliebenen Märkten berdrängen Ist es denn Politit, wenn man die Gein scharfer Form über die Praxis der Landeskultur- unser Außenhandel gegenüber dem Vorjahr von wertighaften ausschalten, wenn man als räte bei der Verteilung von Unterstübungen aus den 16.6 auf 11.9 Milliarden gesunken; die Ausfuhr ist Die Vortammnisse der letzten Tage in unseren Mammut Unternehmer dem einzelnen Arbeiter Fonds für Elementarkatastrophen. Es sei ein Un- um 33, die Einfuhr um 35 Prozent zurückgegangen. Kurorten und Sommerfrischen infolge Strei zwecks Lohnverhandlung gegenübertreten und zu recht, daß man die Landwirte mit ihren Gesuchen Daraus ersieht man, welche verheerende Wirkungen chung der Marfnotierung an den Börsen, nächst einmal die Löhne um etwa 20 an das Innenministerium verweise, dem keine aus die Krise vor allem in unserer Industrie hervor die tausende deutscher Kurgäste zum Verlassen des bis 25 Prozent senten will? Ist es denn Politit, reichenden Fonds zur Verfügung stünden. gerufen hat und welche Ausdehnung die Arbeits- Landes zivangen, waren derartige, daß es sich in wenn man den Reichstag beseitigen, die losigkeit bei uns genommen haben muß. Verfassung unter der Hand ändern und Es sei eine Frivolität ohne gleichen, noch einiges mehr tun will, was das Geschäft in wenn unter diesen Verhältnissen der„ Venkov", der Schwerindustrie fördern könnte? Wenn man das Blatt der führenden Regierungspartei, sich die Weizeneinfuhr berbieten, auf die nicht entblöde, die Sache so darzustellen, als ob übrigen Lebensmittel die 3ölle erhöhen die Arbeitslosigkeit bei uns fünstlich erzeugt will, um auch in der Landwirtschaft die nötige Zu- Die Vorlage wird unverändert angenom- und nur das Resultat der Bemühungen sozialfriedenheit mit einem diktatorischen Regime samen und ferner beschlossen, die zahlreichen demokratischer Sekretäre und Agitatoren wäre. erzeugen? Initiativanträge zu diesem Thema der Regierung Der Ausfall in unserem Außenhandel entspräche ( Nachdruck verboten.) 21 な Der Referent schlägt in seinem Schlußwort vor, die Praxis der Einbringung einer Unzahl einzelner Anträge auf Unterstützungen bei Elemen tarfatastrophen zu ändern; die meisten dieser Anträge beruhten auf Beitungsmeldungen, die der Regierung ohnedies zur Verfügung stünden. Sbirrow war mein Feind. Ja, er war mein Feind! Er würde sich der furchtbaren Schar des Entsehens anschließen und mich bedes deutschen werktätigen Volkes stehen. Zu glauben, daß wir aus der deutschen Krije Vorteile ziehen Tönnten, zeigt das geringe volkswirtschaftliche würde! Hinkunft jeder Reichsdeutsche überlegen wird, noch einmal die Tschechoslowakei aufzusuchen. Der Ver lust der reichsdeutschen Kundschaft in unseren Weltbädern hätte auch hinsichtlich unserer Zahlungsbilanz eine schiere Beeinträchtigung unseres Staates zur Folge. Hier hätte von regierungswegen eingegriffen werden müssen, um den reichsdeutschen Kurgästen ein weiteres Verbleiben unter halbwegs anständigen Bedingungen zu ermöglichen; vielleicht Gebüsch versteckte, um dem Klang der menschein Funkenschwarm wie hunderttausend feurige lichen Worte zu lauschen. Insekten in das Dunkel des Waldes entfloh Aber was ich hörte, war fein Sang von Warum verwandelt?" Mordlandes Afrika. Pfeile aus dem Jenseits. brängen. Ich würde auch ihn jetzt überall fehen. der Heimat. Es war Mordgejang des dunklen Von Hans- Herbert Varien. Copyright Greiner& Co.. Berlin NW. 6. " hörtest du? ,, Und... ich. ich..., ich.., werde heute tot jein Du Sauf aus!" birrows wahnsinnige Augen stießen wie rotglühend gemachte Messer nach mir. Ich schloß unwillkürlich die Augen... 11 Die graujige Statue birrow mit den furchtbaren lebenden Augen Ich sprach kein Gebet über ihm. Der Wahnsinn, das Grauen, das Entsetzen trieb mich zu einem Fluch an der Leiche. Dann verließ ich fluchtartig mein Haus. X. Das menschliche Zier. " ,, Er hätte über den Toten nicht fluchen oürfen. In meiner Heimat würde einer ein Wer ivolf. Die Sache war die..." " Unter den Soldaten erkannte ich auch Flyer, und ich hörte gerade, wie er sagte: Aber er kam nicht dazu, seine Sache zu er ,, És ist vielleicht ein Glüd für ihn, wenn zählen. Flyers hieb ihm so fräftig über den wir ihn nicht finden. Er lief im Wahnsinn das Rücken, daß der Mann mit der hohlen Stimme bon. Der Tod Shirrows hatte ihm den Rest aufschrie. Flyer donnerte: versetzt. Der arme Kerl. Er war immer gut ,, Habe ich dir nicht gesagt, du sollst darüber zu uns. Aber auch er gehört zu den Gezeich- deine verfl... Schnauze halten? Der Mann neten. ivar frant. Das ist alles. Wäre ich gezeichnet ,, Du erhieltest..." stammelte ich. Die letzten Worte sprach Flyer gedämpft, gewesen... " Die Schlange... die Schlange Aber Flyers sprach nicht zu Ende. schrie er heiser und trat aufs neue wie ein Ber- Ein Tier vertroch sich im Dschungel. Es und er schaute sich fast ängstlich nach allen Sei- Ich sah plötzlich, wie Flyers ganz langsam ferter auf den Trümmern des Tisches herat. mied die Menschen wie die Pest. Es war ein ten um. Das Lagerfeuer warf ihm eine flam- nach seiner Büchse griff und sie Zentimeter um Am Tage mende Röte ins Gesicht, aber ich sah, daß Flyers Zentimeter hob. Der Lauf der Büchse aber hatte lub ich erkannte nicht mehr den Kame- wildes, böses und häßliches Tier. raden in ihm. Meine Sinne waren verheert. schlief es in der faulenden Höhlung eines Bau- doch furchtbar abgenommen hatte, seitdem ich ihn gerade die Richtung des Gebüsches, hinter dem ich versteckt lag. Ich selbst war mit Angst und Entfeßen durch- mes, und des Nachts schlich es wie eine Syäne zuletzt gesehen hatte. Es war so scheu, tränkt. Meine Gefühlsschalen waren gefüllt aus, um Raub zu suchen. Ein eisiger Schreck erfaßte mich. Aber im baz es wie gehezt davon stürmte, wenn es eine gleichen Moment hatte ich auch verstanden. Flyer zum Ueberlaufen. Ich schrie gellend auf. Die Fäuste an mei- Menschenstimme hörte... Dies Tier war ich. hatte den Widerschein des Lagerfeuers in meinen ner Gurgel wurden matter. Die Blutnebel Angst und Entsehen hatten mich zu einem Tier Augen gejohen. Er hielt mich für ein wildes gemacht. Tier. Ich bedeckte sofort die Augen mit meinen Aber eines Tages sah ich ein Lagerfeuer. Sergeant Flyer fam hereingestürzt Händen und jah zwischen den Fingern durch. Da aber ließ auch schon Flyers fein Gewehr wieder ,, Commander?" Aber dann erftite jeine Ich sah Soldaten. Ihre rauben Stimmen wedfinten. Stimme plöblich. Und dann schrie feine Stimme ten irgend etwas in meinem Innern. Es war plöglich auf: da irgendein sehnsüchtiger Klang in mir wach Er ist getroffen. Er ist getroffen.. " geworden, der nun wie eine feine Glocke in mir Wer? Wer? gurgelte ich und hin und her schwang. Das Tier in mir schrie... Flucht versuchte gegen die letzten Nebelschleier anzutämpfen. Flucht... Aber die Glocke sang: Heimat Leutnant Sbirrow! Der Todespfeil jizzt Heimat... Heimat. Und da waren Menihm im Halse!" Seine Stimme tam schon vom schen, die meine Brüder waren. Boden herauf, und ich sah ihn wie einen schivar- Da waren Menschen, und das Tier in mir zen Schatten in den Nebeln, die mich immer zog sich knurrend vor dem immer mächtiger und stärker werdenden Klang der Glocke zurück. noch nicht ganz lassen wollten. fenften fich. 17 Ich hatte keinen Stameraden birrow mehr. Ich hatte feinen Toten im Hause, den ich bedauern mußte. Ich hatte nur einen Feind Sbirrow! B Ein Soldat, ich glaube Flint hieß er, in schmaler Junge, den die Tropensonne wie einen Dörrhering ausgetrocknet hatte, legte langjam Scheit um Scheit in die Flamme. Dann sagte er sinnend zu Flyer: Wir werden ihn nicht finden!" Flyer nidte bedächtig mit dem Kopf und hieb ivütend nach einer Moskito. " Ein Tier wird ihn zerrissen haben. Er ist sicher tot. Besser, als wenn die Schlange Wieder jah Flyers sich beim Wort„ Schlange" um. Das wanderte mich nicht, denn für den gemeinen Mann mußten diese mystischen Morde wie purste Hegerei erscheinen. ,, Vielleicht ist er verwandelt?" sagte ein anderer, dessen Namen ich nicht mehr behalten habe, und von dem ich nur noch weiß, daß seine Stimme einen so hohlen Klang hatte, daß selbst mir im Gebüsch ein Schauder über den Rüden Ich schlich mich näher. Ja, so viel Macht hatte demtoch das Tier in mir, daß ich wie ein lief. lüfterner Wolf das Lager mur umschlich und ,, Blödsinn!" schrie Flyers wütend und trat mich dann mit funkelnden Lichtern unter einem mit dem Stiefel ins Feuer, daß einen Augenblick Die anderen jahen auf Flyer. Dieser machte cine Handbevegung nach dem Gebüsch hin und jagte: ,, ist nichts Jungens... Ich glaubte, ein Tier stede darin. Ich jab funkelnde Augen. Aber es ist doch nichts. Jezt sind sie verschwun den... Vielleicht war es eine Täuschung. ,, Vielleicht war es ein... Werwolf!". fnurrte der Mann, der darauf zu brennen schien, Wertvolf- Geschichte eine Wertvolf Befchichte Toszulassen. Aber Flyers jah ihn mit einem Blick an, der es dem anderen ratsam erscheinen ließ zu schweigen und sich in seinen Mantel zu büllen. ( Fortsetzung folgt.) Nr. 165. USA erwarten deutsch- französische Berständigune. Rew yori, 16. Juli. Herald Tribune" meldet aus Washington, daß der Beschluß der britischen Regierung über die Ginberufung einer Konferenz ber europäischen Minister sehr günstig von den amerikanischen Regierungsfreisen auf genommen worden sei. Sie von der Notwendigkeit der Befferung des französisch- deutschen Verhält nisses herzeugt find. Bräsident Hoover sieht die Besserung des franzöflich deutschen Verhältnisses als Schiffel zu der wirtschaftlichen Erholung Europas uns zur europäischen Abriftung an. Amerita wird, wie das Blatt weiter meidet. zu dieser Konferenz einen Beobachter, vielleicht Stimson selbst, entienden. Freitag, 17. Juli 1931. Die legten achthundert Rothauer Arbeiter entlaffen! Geit 15. Juli steht das Gisenwert vollkommen. 3. Seite 3 Sigung der Bauarbeiter- Internationale in Brag. Am 15. und 16. Juli fand im Lidový dum eine Sigung des gesamten Vorstandes der Bau Rothau, 16. Juli. Wohl nicht allzusehr meinde zu sein, zum letztenmale wird die arbeiter- Internationale statt, an der sich die Verüberraschend und doch niederschmetternd wirkte Wertsfirene die Werksarbeiter zur Arbeit ein- treter Deutschlands, der Tschechoslowakei, der Anschlag der Werted rettion, der in dürren laden, zur legten Schicht! Zum legtenmale Belgiens, Schwedens, Englands, der Niederlande Sägen die lakonische Verständigung an den Rest werden jich noch fleißige Werksarbeiterhände im und Ungarns beteiligten. Nach dem Bericht des der Belcos- aft der Eisenwerte enthält, daß die Produktionsprozesse rühren, den leßten Tag noch Sekretärs, Genossen Käppler, wurde zum EntWalzmannschaft am 15. Juli 1. dürfen sie Mehrwerte mitſchaffen für ihre lohnungssystem im Baugewerbe und Tarifvermangels an Aufträgen(?) entlassen wird und Arbeitgeber, die sie nicht kannten, dann hat der tragswesen von der wirtschaftlichen, sozialpoliihre Abrechnung bei der Wertstaffe beheben Mohr seine Schuldiakeit getan, nun mag er tischen und arbeitsrechtlichen Seite Stellung getönne, daß die Adjustagemannschaft die Halb- gehen, zur Belohnung für langjährige Dienste nommen und die definitive Behandlung dieser fabr fate noch aufarbeiten kann, aber dann gleich zum Wohle der Aktionäre erhalten sie als Be- Frage für die zehnte Konferenz der Bauarbeiterfalls entlassen wird. lohnung den... Entlassungsschein, werden in die Internationale bestimmt. Der Ort, wo die KonDer Stand der am Werke noch beschäftigten große Armee der Arbeitslosen mit eingereiht. ferenz tagen wird, wird von der Bauarbeiter Arbeiter betrug am Tage der Berlautbarung Das qualvolle Dahinjiechen eines einst Internationale noch bekanntgegeben werden. dieser Kundmachung der Werksdirektion 825 blühenden Gemeindewesens nähert sich seinem Mann, die abwechselnd arbeiteten. Nur zirka Ende, den Fortbestand einer Tragödie der deut35 bis 40 Mann werden nun auf un- schen Industriegemeinde, wie sie ähnlich bisher überreichem Maße nachrühmen. Nun bringt bestimmte Zeitdauer Aufräu- noch nicht aufgezeigt werden konnte. Tausende aber die Zeitschrift Die Wahrheit" einen mungsarbeiten verrichten, alle übri- Opfer bleiben auf der Walstatt, statt der Sin- Nachruf, der mit dem, was er an Wertur gen Werksarbeiter teilen nun das Los ihrer fonie der Arbeit in den großen Hallen, wo teilen über Andere beinhaltet, doch Sidjalsgefährten, die schon vor Jahresfrist haftende Arbeitsmenschen Millionen an Reinge- so weit über das Ziel schießt, daß bei aller Pieentlassen und der Arbeitslosigkeit überantwortet winn den Aktionären erarbeiteten, starrt nun tät für den Verstorbenen der Widerspruch gegen aus den leeren Hallen schwarz und drohend das die Ueberlebenden, die sich derart gehen lassen, Unsere Banten haben der Neudeker Fabrik einen So wird nun dieser 15. Juli ein Martstein Gespenst der Arbeitslosigkeit, tiefe Ruhe hält in nicht verstummen kann. Da heißt es: Kredit von etwa 100 Millionen eingeräumt, der zu in der Geschichte von Rothau, gewinnt nun histo- Rothau ihren Enzng, Friedhofsruhe herrscht auf einem beträchtlichen Teil an die Nordwolle gegan- rische Bedeutung für unsere Gemeinde, die ab dem fapitalistischen Frontabschnitt im Rothangen ist. Die Sperrung der Fabrik wäre nach Rothan diesent Tage aufhört, eine Industriege- tale. eine fertige Ratastrophe für die ganze wäre ein Eingreifen der Regierung auch heute noc nicht zu spät. Beneffe Dr. Seller fordert weiters ein Einimreiten der Regierung, um den weiteren Betrieb in der Neudeler Baumwollämmerei zu sichern, die durch den Zusammenbruch des deutschen Nordwolfionzerns in Witteidenschaft gezogen wurde. Gegend. Nach den Ferien müßte zuerst ein Gesez borgelegt werden, das eine wirkungsvolle Aufsicht des Staates über unsere Aktiengesellschaften überhaupt und über unsere Banten im beson deren gewährleistet. Es geht nicht an, daß dic Banten in guten Jahren ungeheuere Gewinne machen, von denen allerdings die Direktoren und Verwaltungsräte ten größten Teil verslingest, daß aber in schlechten Jahren einfach der Staat die Verluste zu deden hat. wurden. Gehaltsabbau und Mietenerhöhung in Desterreich. So geht es den Beamten unter Bürgerblockherrschaft! Wien, 16. Juli.( AN.) Der Nationalrat| lehrsausschusses angenommen, wonach die Regiehat heute die Besoldungssteuer und die Kür= rung aufgefordert wird, bis zum November im Die Berluste zu sozialisieren, die Gewinne aber ng der Dezemberzulagen für die Verhandlungswege aller seit 1923 bei den BunBundesangestellten angenommen desbahnen abgeschlossenen Verträge einer Revision dem Privatlapital zu überlassen, diese Zeiten sind und hiebei den sozialdemokratischen Antrag auf zu unterziehen. Hiezu hatte Handelsminister Heinl ein für allemal vorüber. Die privat- Aufhebung der gefeßlichen Mietzinserhöhung im die Erklärung abgegeben, die Regierung hoffe, tapitalistische Wirtschaft ist nicht mehr imstande, die August abgelehnt. Schließlich wurde ein sozial- diese Angelegenheit noch vor dem angegebenen Menschen zu ernähren, zu kleiden, ihnen Wohnung demokratischer Antrag auf Erlaffung eines Ge- Zeitpunkt zu bereinigen. zu geben: sie ist nur durch viele Rationalisierun- feges, durch das der Dienstvertrag mit Strafella Nachmittags werden die Ausschüsse den restgen, durch Korruption und durch Schwinbei noch als Generaldirettor der Bundesbahnen und die fichen Teil des Sommerprogramms, insbesondere gerade imstande, sich selbst aufrechtzuerhaften! Sie von diesem abgeschlossenen Verträge aufgehoben die beiden Kreditanstalt- Gefeße, nämlich die Einfann aber feine planmäßige Wirtschaft herbei werden sollen, mit 71 Stimmen der Sozialdemo- jehung eines Refonstruktionsausschusses und die führen und die Erkenntnis ihres herannahenden traten gegen 78 Stimmen der übrigen Parteien Aufhebung der Sonderverträge und Kürzung der Endes dringt über die Arbeiterschaft hinaus, in abgelehnt. Das Abstimmungsergebnis wurde von Benfionen, durchberaten und man nimmt allgeimmer weitere Kreise der Bevölkerung. Es ist Sache ten Sozialdemokraten mit lauten Pfui- Rufen auf mein an, daß nach Erledigung im Plenum morder Regierungskunst, diesem unansweichlichen Pro- genommen, welche von der Rechten mit heftigen gen der Nationalrat seine Sommerferien beginnen zeß der Ersetzung der privatkapitalistischen Wirt Gegenrufen beantwortet wurden. In dem allge- wird. schaftsveise ditrch die sozialistische nicht hindernd in meinen Lärm wurde eine Entschließung des Verden Weg zu treten, sondern diesen Prozeß zu be schleunigen. Die nächste Etappe müßte die geschilderte Einflußnahme des Staates auf die Großunter nehmungen sein. Ich hoffe, daß wir das Ende dieser Wirtschaft noch erleben werden und daß der Tag bald fommen wird, den dieser ast diefer planlojen abgewirtschafteten Wirtschaftsordnung ein Ende gemacht jein wird!( Starfer Beifall) Später kritsierte der tschechische Genosse Dunde bas Berhalten der Agrarier und namentlich der Nationaldemokraten zu der Vorlage und bezeichnet die ablehnende Haltung der Kommunisten zu dem Gesetz als wüste Demagogie, Zum Gesch über die Fahrt mit Motorfahrzeugen, Nuntius und Erzbischof. " 1 Professor Dr. Bruno Kasta ist der Chef der kleinsten deutschen Partei im Prager Barlament gewefen. Man hat über den deutschdemokratischen Parteiflub, der während der ersten Legislaturperiode aus einem Obmann und einem Obmannstellbetreter bestand, in tschechischen und deutschen Kreisen nicht menig gespöt: telt. Da scht her: das deutsche demokratische Bürgertum auf dem Aussterbeetat! Aber der Spott ver Stummt, als dieser Führer des Zweimännerklubs, jeines äußeren Zeichens Universitätsprofessor und ele ganter Weltmann, das erstemal auf der Rednertribüne, in dem Berhandlungszimmer der politischen Parteien und in den Kammerausschüssen erscheint. Das Rudolfinum wird zu einem dichts die gedrängten politischen Kolleg. 3weimännerpartei weitet fic) zur deutschen Partei oder zur Partei des Deutschtums schlechtweg, und auf den tichechischen Bänken fängt man nicht mehr die ephe= mere Stimme eines einzelnen, sondern die Stimme der deutschen Politif auf. Für Bruno Kaffa, der vom Recht zur Bolitit fam, war Politit immer nur ein Instrument der Rechtsidee, und so strömte aus seinem Wesen und aus seinen Worten eine solche innerliche filtliche Kraft, daß er alsbald zum Rang eines repräsen tativen Sprechers des ganzen Parla ments emporwuchs und diesen Rang bis zu seinem letzten Atemzug beibehalten hat. Diefer junge Prager Universitätsprofessor wird ein Novum in der Politit. Er kämpft nicht für eine Partei, er fämpft für eine Idee. Und er kämpft nicht mit den Mitteln des gewerbsmäßigen Demagogen, er tämpft nicht mit dem politischen Knüttel oder mit dem Borerhandschuh, er kämpft in dem ungei stigen Milieu der gebundenen Kandi datenliste und der zügellosen Parteis egoismen ausschließlich mit geistigen Mitteln. Für ihn ist Politit Diskussion, Kampf zwischen Argument und Gegenargument, Logit gegen Unlogif, Rechtsgefühl gegen Rechtsverwilderung, Gentleman: tum gegen Rowdytum. Solche Manieren mußten Respett einflößen. Auf tschechischer Seite und auf deut icher Seite. Inter vielen Handwerkern und Aktordarbeitern witterte man einen Virtuosen, einen Künstler. Und Bruno Kasta war ein Künstler. Er fiel nicht mit blindwütigen, großen Wolfssätzen über seine Gegner her, er drohte den tschechischen Barteien nicht mit Heugabeln und Dreschflegeln, sandern er versuchte seine politischen Zeitgenossen min unendlicher ewig schöpferischer, immer aktueller Logik zu rechtlichem Denten, zur bes sonnenen Diskussion zu erziehen und zu seiner Konzeption zu befehren. des Papstes. Gegen diese Machtstellung der Runtiaturen hat besonders der hohe Klerus oft und Von unterrichteter Seite wird uns ge- mitunter sehr entschieden Stellung genommen. So löfte im Jahre 1786 die Errichtung emer schrieben: Das Rätselraten um den überraschenden Nuntiatur in München einen großen Widerstand Abgang des Prager Erzbischofs Stordac ist vorbei den katholischen Kirchenfürsten von Mainz, über. Die tschechische Presse kennt, wohl aus Trier, Köln und Salzburg aus, die hiebei von erster Quelle, den wahren Hintergrund der Re- Kaiser Josef II. unterstützt wurden. Die fransignation des Prager Kirchenfürsten und bringt zösische Revolution machte diesem Streite( Emser nun in sensationeller Aufmachung ein Bild von Songreß) ein rasches Ende. den Vorgängen, die sich hinter den stulissen ab- Der moderne Staat, der eine Staatskirche, gespielt haben. Nach der plötzlichen Abreise des eine Staatsreligion nicht fennt, zeigt im allgeNuntius Marmaggi, dessen Verhältnis zu meinen kein besonderes Interesse bei der Aus- Der Autor des Nachrufes ist Herr Dr. Erzbischof Kordač ein freundschaftliches war, wahl der tirchlichen Würdenträger; ihm genügt Mannheimer, Redakteur jener Bohe blieb die Prager Nuntiatur lange veridaist, bis es meistens, daß der Kandidat Staatsbürger ft. mia", die im Wettstreit zwischen Pietät und der Susfeierkonflikt" beigelegt wurde, und ein Um so größer ist dadurch der Einfluß Roms, das journalistischer Fixigkeit diese obsiegen ließ und das bis Ende 1932 befristet ist und der Durch neuer Gesandter, Nuntius Ciriacci, den Prager sich bemüht, nur wirklich ganz ergebene Diener über den um 1 Uhr nachts verstorbenen Freund führung der internationalen Konvention vom Bosten antrat. Der noch verhältnismäßig junge um fich zu scharen; der Fall des Prager Erz- und Führer schon im Morgenblatt zwei Seiten Nachrufe brachte! Herr Dr. Mannheimer ist seit Jahre 1926 dient, das aber auch eine Erma Diplomat scheint eine besondere Portion jugend- bischofs ist das neueste Beispiel. tigung an die Regierung enthält, die licher Energie mitgebracht zu haben. So be- Es ist kein Zweifel, daß mit Kordač ein Jahren Parlamentsberichterstatter und müßte bisherigen Vorschriften abzuändern und zu ergän- richtet die tschechische Presse, daß der nene Nun- durchaus demokratischer Priester den wichtigen soviel aus der Geschichte des Prager Parla zen, erwähnte der Referent die Notwendigkeit der tius sehr herrisch" auftrat und den Bischöfen zu Poften eines Prager Erzbischofs verläßt. Seine ments wissen, daß er seine Darstellung als eine, Schaffung eines definitiven Gefebes, wobei die verstehen gab, wer der Herr ist. Ein alter Adels- legten Kundgebungen zur sozialen Not unserer gelinde gejagt, Entstellung der Ge Anregungen der Chauffeurverbände entsprechend palast wurde gekauft, um der Nuntiatur ein wür Zeit haben auch in fernerstehenden Streifen be- chichte durchschaute. Daß sich die deutschberücksichtigt werden müßten. diges Heim zu schaffen Räufer war der Nun rechtigte Beachtung hervorgerufen und nicht un- dentokratische Partei jemals zur Partei des tius, gezahlt haben es die tschechoslowakischen sympathisch berührt. So ist es begreiflich, daß Deutschtums schlechthin geweitet habe, dieje Bischöfe; und weil der Beitrag des Prager Erz fein Rüdtritt allgemeines Aufsehen erregt hat Salluzination konnte doch nicht einmal einent bischofs gering war, trat zwischen Nuntius und und sich in katholischen Streisen eine gewiffe Ner- Bionisten widerfahren. Daß ein Parlament, in dem immerhin Männer wie ramař und Brager Erzbischof eine bedenkliche Spannung vosität bemerkbar macht. Uns ist es vollkommen gleichgültig, ob Kor Tomašet, Hlinka und Bechyně saßen ein, die verschärft wurde durch eine Brüstierung des Erzbischofs bei der Besetzung der zweiten dac oder ein anderer Erzbischof in Prag ist und und ſizen, dem zur Zeit, als angeblich Staffas deutschen Weihbischofstelle. Der Antrag des Erz- die Frage, ob der Nuntius mit seiner festen Hand Auftreten eine nie dagewesene Sensation zeibischofs schlug den ältesten Kanonitus des seinem Herrn wirklich gedient hat, mögen andere tigte, noch ein Seliger, ein Lodgman, cin Prager Domitapitels, Prälaten Dr. Auton beantworten. Mit Religion und Christentum hat Svebla, dem der große Rethor Hillebrand, Franz, vor, einen Mann, der sich auch außer diese Diplomatie jedenfalls nichts gemeinsamt. ein Tusar und ein Smeral angehörten, halb des Klerus einer besonderen Wertschäzung dem Kolleg des Abgeordneten Staffa lernend und erfreut., Zur allgemeinen Ueberraschung der einGin geschmackloser Nefrolog. andächtig gelauscht habe, ist vielleicht nur eint Irrtum in der Nuance, wie manches von dem Einziger Redner hiezu war der Kommunist Saken, der gegen den Ermächtigungsparagraphen wetterte und sich der Forderungen der Antolenfer in der denkbar wärmsten Weise annahm. Als es aber am Schluß zur Abstimmung über die von den Kommunisten zugunsten der Autolenter eingebrach ten Resolution fam, war von den Herren Stom munisten ein einziger mehr im Saal! Endlich wurde noch die Vorlage über die Gerichtsgebühren, die die Auszahlung von Zulagen an die Richter sicherstellen sollen, verabschiedet. Hiezu sprach geweihten Kreise, die bereits von einer Ernenwieder nur ein Kommunist, der nochmals den nung des Prälaten Dr. Anton Franz durch Rom Wir haben anläßlich des frühen Todes Pro- folgenden auch. Daß aber vor Kafka der ausKohl von der Mitarbeit der Sozialisten an den wissen wollten, wurde der jüngste deutsche fessor Kafkas die Persönlichkeit des Verstorbe- drücklich als Novum zitiert wird nie ein imperialistischen Striegsvorbereitungen gegen Kanonitus Weihbischof: Ciriacci hatte gezeigt, nen einer ausführlichen Würdigung unterzogen, Politiker eine Idee vertreten habe, wird doch Rußland aufwärmte. wer hier Herr ist. einer Würdigung, die sich nicht in einer rein auch ein deutschliberaler Zionist und halber Nach längerer Abwesenheit ist jetzt der Nun menschlichen Betrachtung erschöpfen konnte, weil Parteigenosse Kafkas, dem ein Viktor AdAlle diese Vorlagen wurden dann noch in tins von Rom nach Prag zurückgekehrt in der Rafta ja Politiker war und mitten im Kampfe ler, ein Wilhelm Liebknecht und zwei Gezweiter Lesung angenommen. Gegen holb. 7 1hr Tasche hatte er zwei Defrete: Der Erzbischof von stand, weil ein Nefrolog für ihn ein Stück histo- nerationen Sozialisten schon nichts zu sagen abends hielt der Borsitzende Dr. Soukup eine Prag bekommt einen Koadjutor, einen Beistand, rischer, also kritischer Würdigung sein mußte. haben, wenigstens angesichts der Ofner, längere Schlußansprache, in der er die Bilanz der richtig deutsch: einen Vormund. Nimmt der Das Bild jedes Menschen hat Licht- und Schat- Klein, Hock, Plener, Herbst, Gistra abgelaufenen Sitzungsperiode zog und in Be- Erzbischof den Kurator nicht an, dann muß er tenseiten und der Politiker vollends wird seinen nicht im Ernst zu behaupten wagen! Er sollte sprechung der schweren Serifenerscheinungen er- überhaupt verschwinden; offiziell heißt das: der Gegnern nicht immer als schattenlose Lichtgestalt vielmehr einsehen, daß die gentlemanlifen Diaklärte, daß das heutige Wirtschaftssystem nicht Erzbischof resigniert freiwillig" auf seine Stelle erscheinen. Wir haben zu zeigen versucht, was nieren des politischen Publizisten ihre Grenze mehr in Uebereinstimmung mit den Lebensinter- und der Papst nimmt den Verzicht an: das war an Raffa bedeutend und auch dem Gegner im- nicht nur gegen das Rowdytum, sondern auch essen derer sei, die da produzieren und arbeiten. das zweite Dekret. ponierend, was an ihm kleinlich war und zu sei- gegen eine fritiklose, die Geschichte entstellende, Große Perspektiven internationaler und zwischen- Damit hat ein Kampf sein Ende gefunden, nen Lebzeiten unseren Widerspruch herausfor- Andersdenkende in Bausch und Bogen herabstaatlicher Verträge eröffnen sich. Weiters betonte der nicht vereinzelt dasteht. derte. Wir hätten aber am Grabe eines früh seßende und beleidigende Manie des Vergötterns er die Notwendigkeit, der Landwirtschaft wie der Nach der Lehre der katholischen Kirche steht Verstorbenen kein Wort der Polemik gegen das und Uebertreibens haben. Die Art des Herrn Industrie angemessene Preise für ihre Produkte, die oberste Gesetzgebungs- und Hirtengewalt dem geäußert, was ihm seine Freunde und Partei- Dr. Mannheimer bestätigt nur, was wir über dem Arbeiter aber seine Eristen; zu sichern, d. h. Papste als Nachfolger des Apostels Petrus zu. genossen nachrufen, mag es auch im Ueber den Prager Liberalismus in unserem Nachruf das Recht auf dauernde Arbeit und gerechten Die Bischöfe aber sind die Nachfolger der Apostel schwang der Gefühle wie alle Nekrologe das für Safta geschrieben haben daß er sich in Lohn. Mit allen Mitteln müsse man jedweder und üben ihre Gewalt in Unterordnung Waß der historischen Objektivität überschreiten. mancher Hinsicht wohltuend von der deutschRatastrophe begegnen und allen Werftätigen die unter die Autorität des Papstes aus. Der Run- Es ist ein stillschweigend geduldetes Borrecht böhmischen Provinz abhebt, daß er aber mit Möglichkeit eittes menschenwürdigen Lebens tius ist daher nicht nur der beglaubigte Vertre- der Grabredner, übertreiben zu dürfen, und nie- dem englischen oder reichsdeutschen verglichent sichern. Sobald die Pflicht rufe, werde der Senat ter des Papstes wie jeder andere Gesandte, er mand wird sich daran stoßen, wenn die Freunde provinziell wirke. Der Nekrolog des Dr. Mannnach einer Zeit der Erholung wieder in seiner ist mehr, er ist auch gegenüber den gesamten Raftas dem Toten die hervorragenden und heimer ist von einer reichlich provinziellen GeArbeit zum Wohle des Ganzen fortfahren. Klerus des betreffenden Staates der Vertreter schönen Eigenschaften, die ihn auszeichneten, in ſchmacklosigkeit! Seite 4. Tagesneuigkeiten Genosse Morris Hillquit der Führer der amerikanischen Sozialisten, in Prag. Freitag, 17. Juli 1931. Nr. 165. Herzkranken, dem man mit einer Injektion| Leute vom vorteilhaften" Umtausch von Reichsimmer wieder über das Schlimmste hinweghilft. mart gegen gute tschechoslowakische Kronen an, Aber einmal versagt auch die wirksamiste Spriße. und es ist nicht verwunderlich, wenn angesichts Die Sonderzüge zur Olympiade. Nur ein Wunder könnte, wie gesagt, die der zu verzeichnenden effektiven Panifstimmung Der Arbeiter Turnverzweifelte Lage klären. Und da sich Wunder der nur mit Markwährung ausgerüsteten Touund Sportverband, höchstens dann ereignen, wenn man sie am risten das Angebot häufig mit Freude aufge- Aussig, teilt die folgenden Fahrzeiten der beiden wenigsten erwartet und Deutschland heute nommen wurde. In kurzer Zeit notierte die Sonderzüge am 17. und 21. Juli ab SchreckenMittwoch traf in Prag der Delegierte der weniger denn je geneigt ist, mehr zu glauben, Reichsmart auf dieser blinden Straßenbörse stein bis Preßburg mit: als unbedingt nötig, so wäre es vielleicht doch nur mehr mit drei Kronen, ja sie sant Hinfahrt: Schreckenstein 21.10, Zeitmerig amerikanischen Sozialisten zum internationalen möglich, daß sich etwas ereignet, woran niemand in einzelnen Fällen bis auf 50 21.38, Bšetaty 22.40, 2yfa 23.06, Nymburg 23.30, Kongreß, Genosse Morris Hillquit, zu zu denken wagt. Etiva Streichung der Repa- Seller, weil die Wechselspekulanten den ge- Pardubit 1.03, Böhm,-Trübau 2.31, 3wittan Türzerem Aufenthalt ein. Donnerstag mittags be- rationen seitens vernünftig gewordener Gläubi- ängstigten Markbefizern übereinstimmend ver- 2.55, Brünn 4.30, Břeclav 6.15, Breßburg 7.39; juchte er mit Frau und Tochter den gerade tager oder doch wenigstens Reduzierung der Zah- sicherten, daß die Mark in den nächsten Tagen Rüdfahrt: am 27. Juli ab Wien mit genden Senat, wo er in cinter gemeinsamen lungen auf ein Maß, das nicht maglos ist. überhaupt völlig entwertet sein würde. Welche Dampfer, 8 Uhr vormittags Haltestelle ReichsKlubhigung der beiden sozialdemokratischen Se- Bielleicht, wer kann es wissen, wird es noch Umsätze diese dunklen Händler an den beiden brüde. watsfraktionen von Genossen Habrman in rechtzeitig hell in jenen Röpfen, die teine find Tagen der Ungewißheit in Bodenbach und Tet- Sonderzugsfahrzeit ab Preßburg: Preßburg einer englischen Ansprache begrüßt wurde. und die über das Schicksal Europas zu entschei- schen erzielt haben, läßt sich siffermäßig auch 13.20, Břeclav 15.02, Brünn 16.27, 3wittan nicht annähernd feststellen, indessen ist es gewiß, 18.12, Böhm.- Trübau 18.41, Pardubig 20.22, daß tausende von Zehn- und Zwanzigmarkschei- Nymburg 21.55, Lyja 22.12, Všetaty 22.38, Zeitnen in diesen wenigen Stunden um einen Pap- merig 23.44, Schreckenstein 0.11. Kultur. penstiel in die Brieftaschen tschechoslowakischer bearbeitet immer start den Körper des Interessenten gewandert sind... Unterstützt Gegners... treibt seinen Gegner von einer Ede wurden diese Transaktionen" durch die Weige- Wer will noch mit nach Wien zur in die andere... großer Jubel unter den Zu- rung der meisten Geschäftsleute, Unternehmer Olympiade. schauern... treffen ihn am Wagen und Kopf und der Banken, reichsdeutsche Währung in Zah .. trifft ihn wieder am linken Auge... trifft lung zu nehmen, so daß die reichsdeutschen Be- um 21 Uhr 10 Minuten ab Schreckenstein jähri, ihn über den Augenknochen... Nase und Stirn fucher in vielen Fällen zu„ Notverkäufen" gewerden hart getroffen, er blutet start... trifft zwungen waren. noch zweimal das Kinn des Gegners, der sich fortwährend anflammert... schlägt wieder Katastrophale Heuschredenplage Genoffe Hillquit dankte in einem fließenden, den haben. gewählten Deutsch für die Erläuterungen Habrmans über die Politik der sozialdemokratischen Parteien der Tschechoslowakei und hob dann die großen Schwierigkeiten hervor, die sich der Entfaltung einer großen Arbeiterbewegung in Amerifa bisher entgegenstellten. In den letzten zivei Jahren hat sich die Situationt aber sehr geändert. Die ungewöhnliche wirtschaftliche Prosperität ist einer scharfen Serise gewichen und Amerika hat Heute acht Millionen Arbeitslose, dalbei aber beinte Art der Fürsorge seitens der Regierung, feine Arbeitslosenversicherung oder ähnliches. Das bringt die Arbeiter langsam zum Beivußtsein ihrer Lage und zum Nachdenken darüber, was mun zu geschehen habe. Darauf fönnen ihnen nur die Sozialisten eine Antivort geben. Dar am hat der Sozialismus im letzten Jahr einen bebeutenden Aufschung genommen, was die Gefinnung und die Sympathie der Massen für diese Bewegung betrifft, weniger jedoch in organisato mischer Hinsicht. Ohne Zweifel wird die Bewegung in der Zukunft einten starken Aufsticg nehmen und die Entivichung zum Sozialismus sich dann in amerikanischem Tempo vollziehen. Mit einem furzen Schlußwort a br man fand dann die schlichte Feier ihr Ende. Es friselt. Von Rhedo. s wild um sich... bearbeitet ungeheuer hart die Mittelpartien seines Gegners... spuckt Blut in Valästina. * Bei unserem Sonderzug, der am 21. Juli, find noch zirka 100 Bläge frei. Genossen und Genossinnen, die noch mitfahren wollen, können sich Montag in der Bundeskanzlei in mitzubringen. sig melden. Fahrgeld und Festbeitrag ist Die Teilnehmerzahl zur Olym Jerusalem, 16. Juli.( Reuter.) Riesige pia de wächst ständig. Von unserem VerHeuschreckenschwärme haben das südliche band ist bereits die Zahl von 2700 TeilTransjordanien überfallen. Wie es nehmern überschritten. Im letzten Moment scheint, hat die Regierung nur ungenügende machen es sich noch viele Genossen möglich, diese Maßnahmen gegen dieses Unheil ergriffen, denn weltumspannende Veranstaltung im schönen roten die gesamte Ernte wurde vernichtet Wien mitzuerleben. und die Heuschrecken stürzten sich in Ermange er blutet schon an beiden Augen und am linten Ohr... seinen Gegner wie ein Brad vor sich hertrieb und dieser mit verglasten Augen und geschwollenem Gesicht auf wankenden Bei nen sich festhalten muß... schlag ihn nieder", brüllte die Menge... rechts, links hagelte es auf das bluttriefende Gesicht des Gegners, bis er zusantmensinkt und liegen bleibt... freude- lung von weiterer Pflanzennahrung sogar auf strahlend... Photographen stürzen sich auf den die Schafherden. Sieger umarmt überschwänglich... muß unaufhörlich Ovationen über sich ergehen lassen..." ( ,, Prager Tagblatt" vom 5. Juli 1981; „ Auffiger Tagblatt" vom 4. Juli 1931.) legungen. " geriet plöglich in tiefes Wasser, rief um Hilfe und Für die deutsche Sozialdemokratie begrüßte Motorrad- Unglüd. Mittwoch abends ereig- schlug mit den Armen verzweifelt um sich. ObGenosse Dr. Heller den Gast. Er verwies darnete sich auf der Straße Friedrichshain- ra i- wohl etwa dreißig männliche Badegäste das alles zau ein schwerer Motorradunfall. Ein Motor- sahen, ta m feiner der Ertrinkenden zu auf, daß bis vor zwei Jahren unsere Bourgeoisie rad mit Beiwagen stieß in voller Fahrt Silfe und sie versant in den Fluten. Montag voller Hoffnung auf Amerika geblickt habe, das das rechte die soziale Frage innerhalb der kapitalistischen Das ist nicht vielleicht die Schilderung einer gegen ein Milch fuhrwert. Von den drei wurde die Leiche bei Marchegg an Wirtschaftsordnung schon gelöst zu haben schien, Wirtshausrauferei, nein, daß ist ein Sportbericht. Insassen des Motorrades erlitt der Besitzer Fer- Ufer der March) geschwemmt. Zeppelin- Umbau! Am Mittwoch wurden da dort jeder Arbeiter sein gutes Einkommen Ein Bogwettkampf( Schmeling) um den Welt- dinand Nautze einen Schädelbruch, während hatte. Sie glaubten, daß der Amerikanismus auch meistertitel. So ähnliche, seitenlange Berichte die beiden anderen Insassen und die Besizerin aus dem Luftschiff ,, Graf Zeppelin" int Rahmen nach Europa vordringen wird und damit der durfte in diesen Tagen so ziemlich die ganze Welt des Milchwagens nur leicht verlegt wurden. Der der Vorbereitungen zur Arttisfahrt aus GrünSozialismus erledigt ist. Die Krise hat diesen lesen. Sport? Nun, das gerade nicht; denn die, Wilchwagen wurde zertrümmert, dem Pferde den der Gewichtsersparnis zwei Mannschaftswurden mehrere Rippen gebrochen. Na ue räume ausgebaut. Der frühere frühere Begleiter trügerischen Hoffnungen ein Ende gesetzt; mit der die gegen ein hohes Eintrittsgeld zuschauen dür: erlag noch während des Transportes in das Anundsens, der Amerikaner Ellsworth, der die Lösung der sozialen Frage innerhalb dieser fen, die treiben ja teinen Sport. Und die zwei Reichenberger Krankenhaus seinen Ver- Fahrt im Auftrag der amerikanischen Geogra Gesellschaftsordnung ist es vorbei. Der Glaube Borer bekommen einen ganz hübschen Happen phischen Gesellschaft" mitmacht, ist bereits in an den Kapitalismus ist heute bis tief in die Geldes für die Tracht Prügel, die sie sich gegenAuf dem Kaschauer Marktplak am hellichten Friedrichshafen eingetroffen. Am 21. Juli wird Reihen seiner Anhänger erschüttert. Unsere Auf- seitig verabreichen. gabe ist es nun, die Feststellung des Fehlschlagens Schaut euch nur die Photographien dieser Tage von Räubern überfallen. Ein beispiellos das Luftschiff fahrtbereit in der Halle liegen. die Einschließlich der Besatzung werden 46 PerDes Kapitalismus, den Gedanken der Unmöglich zwei Helden an, wie roh ihr Gesichtsausdrud, frecher Raubüberfall ereignete sich, wie teit dieses Systems in die breitesten Schichten zu beherrscht durch den einzigen Willen, sich gegen Morgenzeitung" berichtet, Mittwoch gegen elf sonen an der Fahrt teilnehmen. Glaspalast- Erfaß. Am Mittwoch vormittag tragen und so dem Sozialismus den Weg zu feitig niederzuschlagen. Und bewundernd verfol- Uhr mittag auf dem sehr belebten Wochenebnen. Hier im Staate haben wir die wichtigste gen 45.000 Zuschauer diesen Kampf, und sensa markt. Zwei Männer überfielen nämlich einen wurde im Bibliotheksgebäude des Deutschen Voraussetzung, die Einigkeit der sozialistischen tionshungrig lejen Millionen die so spannenden, gewissen Horvath, warfen ihm einen Sad über Museums in München die„ Münchener KunstBewegung, bereits geschaffen und wir werden an bluttriefenden Berichte der Presse, die von sich den Kopf und rissen ihm eine Geldbörse mit ausstellung 1931" feierlich eröffnet; es handelt 2100 Kronen aus der Tasche. Dann ergriffen sie sich um eine Ersatzausstellung für die durch die thr unverbrüchlich festhalten. Der engstirnige behauptet, erzieherisch zu wirken. Nationalismus muß überwunden werden ,,, Die Und das zu einer Zeit, in der Millionen die Flucht. Beide Räuber konnten noch am glei- Brandkatastrophe beendete Ausstellung im GlasWelt den arbeitenden Menschen" muß heute die Arbeitsloser um ein Stüdchen Brot betteln müs- Banditen stammen aus Budapest und sind mit Rohbau befindlichen Bibliotheksgebäudes zur müschen Tage festgenommen werden. Die beiden palast. Die in zwei Stockwerken des noch im Losung sein. sen, wo tausende Kinder verkommen, wo ganze regelrechten Pässen in der Abficht aus Budapest Verfügung stehenden Wände sind mit faſt 3000 Familien den Freitod fuchen, um dem Hunger- nach Staschau gekommen, um hier Raubüberfälle Gemälden behängt, bei denen zum Teil erkenn tode zu entgehen. In Amerika doch! Nein, überall, auch bei zu verüben. Es sind international bekannte Ver- bar ist, daß sie aus den Glaspalasttrümmern brecher; einer von ihnen heißt Novak, der andere gerettet worden sind. uns! Bor nicht zu langer Zeit fanden in Prag Balog. Von der Polizei werden sie dem Gerichte Drei Kinder verbrannt. In der Nähe von Borwettkämpfe statt. 500 Polizisten mußten den überstellt werden. überfüllten Saal vor der noch nachdrängenden Debreczin verbrannten drei Kinder im Alter von Beitrag zum Kapitel„ Tschechische Minder- ein bis drei Jahren in der abgeschlossenen Die Banten sind geschlossen, das Gespenst Menge beschützen. Zerlumpte, halbwüchsige Burder Inflation steht vor der Tür und der Bevöl- schen aus der Vorstadt hatten sich Eintrittskarten heitsschulen". In dem deutschen Orte Blado- Wohnung. Die Kleinen, die von den Eltern ferung hat sich eine panische Ruhe bemächtigt. die billigsten-zu 30 K geleistet, vielleicht i bei Sternberg wurde vor einigen Jahren allein zu Hause gelassen worden waren, hatten mit einem Millionenaufwand eine mit Streichhölzern gespielt. Eigentlich sieht Berlin aus wie sonst, nüchtern, abgehungert, vielleicht zusammengebettelt, biel- tschechische Schule erbaut. Zu deren FülJack Diamant, der einige Monate im New geschäftig, nervös, der Verkehr tobt in den leicht auch... Straßen, als ob die gequälte Mark so stabil Minister und Diplomaten saßen in den lung wurde kein Mittel unversucht gelassen. So groter Gefängnisspital verbracht hatte, wurde von gelang es endlich, einige verschüchterte deutsche dre Anklage, auf den Chauffeur eines Lastautos wäre wie das Pflaster, und die Menschen hasten, Logen. Banem et circenses! Brot und Gladia- Angestellte dazu zu bringen, daß fie ihre Kinder einen Angriff verübt zu haben, freigesprochen. Er stoßen und drängen aneinander vorbei und lesen Panem et circenses! Brot und Gladia- in die zweiklassige tschechische Schule schickten. wurde sofort in Freiheit gesetzt. Wie es scheint, in den Pausen die obligate Zeitung. Und torenkämpfe!" war der Ruf der Wassen im alten Die Schülerzahl stieg auf 33 Schüler, die zu war er von diesem Urteil überrascht. Jetzt droht sprechen nebenbei über die verzweifelte Lage und Rom; das mächtige Reich ist zerfallen, Bar- Dreiviertel von deutschen Eltern stammten. Bald ihm aber neuerlich der Kerker, denn die Staatsstellen fest, daß es eigentlich gar keine Lage baren sind als Sieger eingezogen. wurden aber die Eltern gewahr, daß dieser anwaltschaft will ihn wegen Verlegung des Prohibi mehr ist. Aber schließlich sind sie das alles schon Schulbesuch keine glückliche Lösung für das be- tionsgesetzes unter Anklage stellen, die er dadurch gewöhnt. Man durchlebt nicht 13 Jahre Nachdrohte Deutschtum bedeute und nahmen ihre begangen haben soll, daß er auf einer Farm eine frieg, ohne eine ausgiebige Dosis Stoizismus Kinder wieder aus der Schule. Nun ist es mit geheime Spiritusbrennerei eingerichtet hat. Falls zu erwerben, die es gestattet, die Angelegenheit der tschechischen Schule soweit gekommen, daß Diamondüberführt werden sollte, wartet auf ihn gewissermaßen von einer höheren Warte aus zu sie nur ungefähr 13 Neueinschreibun eine wenigstens zweijährige Kerker und eine große betrachten. Der 23jährige Berliner Tischler Willi gen hat und der Kindergarten von Geldstrafe. Na ja, der Krach muß ja wohl schließlich In einem Selchergeschät in Budapest verursachte tommen, wenn nicht ein Wunder geschieht," istischnat, der seit langer Zeit erfünf Kindern besucht wird, für welche der Geschätsinhaber, der Sehermeister Fried. die Quintessenz ihrer Philosophie. Und an werbslos ist, ging am Montagabend auf allerdings eine Kindergärtnerin mit ansehnder plötzlich irrsinnig wuro, große Bestürzung. Wunder glaubt der Berliner von heute schon einen Polizeibeamten zu mit den Worten: lichem Gehalt angestellt ist. Nach Dresden in die„ Hygiene"-Ausstellung. Der unglückliche Mann begann plötzlich die im Gelange nicht mehr. Er raucht seine Zigarre und Nehmen Sie mich fest, ich wollte vertraut darauf, daß, mag getan werden was mich erschießen!" Auf die erstaunte Frage Sonntag, den 26. Juli, veranstaltet die Uro Boden schäfte befindlichen großen Messer und Beile auf will, es doch schief gehen wird. Er sitzt auf des Beamten, weshalb er ihn festnehmen solle, bach eine eintägige Wanderfahrt nach Dresden mit die Straße zu werfen. Die Einkäufer stürzten ereinem Pulverfaß, weiß davon und bleibt ruhig erklärte Wischnat, daß er einen Revolver bei Stadtbesichtigung, Besuch des Zoologischen Gartens forect aus dem Baden. Der Irrsinnige verbarrikafizen, weil ihm nichts besseres einfällt, und freut sich trage, mit dem er sich hätte erschießen wol- und der Ausstellung Hygiene": Die Reisekosten dierte sich dann im Laden und konnte von den herfich nebenbei, so lange es geht, über Schmeling len, daß ihm aber plöslich der Mut ausgegangen betragen 65 K einschl. Bahnfahrt Bodenbach beigeholten Rettern nur mit schwerer Mühe übersei und daß er sich nun wegen unerlaubten Waf- Dresden und zurück, Sammelvisumgebühren, Stadt- wältigt werden. Er wurde mit einer schweren Verund Cilly Außem. Bielleicht geht die Gefahr noch einmal vor- fenbesizes strafbar gemacht habe. Ebenso wie führung, Eintritte in den 300 und in die Auslegung, die er sich selbst beigebracht hatte, in ein über. Im Grunde glauben das ja neunzig dem Beamten nichts anderes übrig blieb, als stellung, Mittagtisch und Trinkgelder. Abfahrt um Prozent aller, die laut das Gegenteil behaupten. Den sich nach dem Gefängnis Sehnenden festzu- 5.56 Uhr früh von Bodenbach. Letzter Meldetag Bugsunglüd in einem Londoner Bahnhof. Ein Aber das ändert nichts an der Tatsache, und nehmen, so mußte auch das Schnellgericht, da 21. Juli. Anmeldungen und Auskünfte durch die davon sind wiederum alle überzeugt, daß jeder der Tatbestand des unerlaubten Waffenbefizes Uro- Kanzlei, Bodenbach, Am Graben 1083( Gee- in den Londoner Bahnhof Londonbridge einfahrender geivonnene Tag und jeder gewonnene Monat gegeben war, zu einer Verurteilung fommen, Haus). Telephon 557. mur Verzögerung, aber beileibe nicht Rettung und zwar erkannte es gegen den noch nicht vorbedeutet. Die deutsche Wirtschaft gleicht einem bestraften Selbstmordkandidaten auf die Mindeststrafe von einer Woche Gefängnis. Vom Rundfunk Freitag. Dr. Kr.( Prag). ,, Nehmen Sie mich feft". Ein Bild aus der Zeit. Martspekulanten im Grenzgebiete. Spital gebracht. Zug stieß mit größter Heftigkeit gegen einen Prell16 Reisende wurden leicht verlegt. Ziehung der Maffenlotterie Todesflug in den Nil. Erst jetzt wird be- bod. tannt, daß am 10. d. M. univeit der Grenze von Uganda und dem Sudan ein Landvermessungsflugzeug in den oberen 130.000 K: 13776. Nil gestürzt ist. Von den drei Insassen konnte 60.000 K: 33.122. nur einer gerettet werden, die beiden ande- 20.000 K: 58.952 88.323. 10.000 K: 42,239, 88.662, Die Verwirrung der nach Tausenden zäh- ren dürften ertrunken sein. Niemand rettet eine Ertrinkende. Aus 5000 K: 16.156, 36.003, 41.272, 51.888, 66.824, Brag: 11.30 Schallplatten. 17.10 Schallplatten.( lenden reichsdeutschen Touristen und SommerPoly- frischler 18.25 Deutsche Sendung: Janetschet: Poly- frischler im Bodenbach Tetschener Marchegg wird berichtet: Sonntag weilte der 77.528, 77.942, 89.783, 90.093, 99.765. 2000 K: 3770, 13,764, 13.970, 14,415, 18.586, phone Vokalmusik. 19.30 Chodische Volkslieder. 21.30 Grenzgebiet über die durch die Maßnah Rechtsanwalt Dr. Vojtech Spiegel aus BreßPopuläre Volkskompositionen. Preßburg: 14.30 men der Reichsregierung bezüglich der Währung burg mit seiner Familie in Stampfen in 19.687, 23.263, 25.626, 26.371, 32.899, 39.859, 41.286, Orchesterkonzert. Wien: 17.00 Chopin. 20.00 Vo- versuchen seit Dienstag spekulative Elemente der Tschechoslowakei. Ant Nachmittag begab sich 42.045, 42.821, 46.044, 47.151, 55.305, 58,910, 62.388, Tales Rammerkonzert. Königsberg: 16.00 Russische gründlich auszunüßen. In fast allen Gasthäu- die Gesellschaft zur March, um dort zu baden. 66,278, 79.545, 81.053, 85.396, 87.910, 89.634, 89.909, Lieder. Wien: 20.10 Gewittermusik von Glud bis fern, an den Dampferhaltestellen und auf der Das Kinderfräulein Dr. Spiegels, 91.526, 98.785. Mitgeteilt von der„ Glüdftelle" Wagner. Mostau: 19.20 Konzert. Straße boten sich den reichsdeutschen Gästen die 21jährige Roja Staffa aus Lundenburg, Josef Stein, Brag I, Bergstein 2. = Momentbilder aus Joachimsthal. Di« französischen Flieger 2 ebrix, Mesmin und Do red, die den Flug von Paris nach Tokio unweit von Rischnsj Udinsk durch eine Notlandung unterbrechen muhten, da sich auf den Tragflächen des Flugzeuges eine zu schwere Eisschichte gebildet hatte, reisten nun aus Nischnij Udinsk mit der Bahn nach Moskau, von wo sie sich nach Paris begeben werden. Li« Bild Torquato Tassos gefunden. Der Historiker Caversiacci meldet aus Bergamo die Auffiirdurttz eines Porträts des Lichters Torquato Tasto aus dem Jahre 1594. DaS Bildnis ist vor Jahren in Verlust geraten und befindet sich derzeit im Besitze eines Advokaten. Es ist das einzige nach der Natur gemalte Bildnis, das von dem Dichter Taffo existiert. Autokatastrophe. In der Nähe von Alt-Oetting (Oberbayern) stürzte ein mit Wallfahrern besetzter Aurobus«ine Böschung hinunter und überschlug sich. Fünf der Wallfahrer wurden schwer, zehn leichter verletzt. Opfer der Alpe«. Durch Seilritz stürzte beim Abstieg von dem Grands MuletS(Montblanc-Massiv) «in Student aus Lyon 800 Meter in die Tiefe und zerschmettert«.— Auf dem Argentiöres- Gletscher verunglückten gleichfalls drei Touristen tödlich. Unbrennbares Benzingemisch? Henry Bardel, der technisch« Direktor der Luftfahrtunwn, traf in London mit einem Flugzeug«in, besten benzinartiger Betriebsstoff nicht feuergefährlich sei« soll. Man warf probeweise«in brennendes Streichholz in di« Flüssigkeit, ohne daß«s zur Explosion kaut. Sprung vom Eiffelturm. Von der 300 Meter hohen Plattform des Pariser Eiffelturms stürzt« sich, anscheinend aus Liebeskummer,«in« A>jährigr Russin in di« Tiefe und zerschmettert«. Sold« Raucherzähne ä«s das Richtig« für «eine Zähn«. Rach dreimaligem Gebrauch blendend weihe ZSHne, irotzdem dieselben durch viele, Rauchen braun und un- schön wirkten. Ich werd« nicht» anderes mehr gebrauchen, al» Cblorodont." D., Korst Berg. Man verlange nur die echt« Chlorodvnt-Zabnpaste, Tube 4 K& und 6 K&, und weife jeden Ersatz dafür zurück. Taubstummen-Kongreh. In einem Pariser Eafö fand dieser Tage der International« Kongreß der Taubstummen" statt, zu dem«twa 500 Delegierte aus Mitteleuropa, Japan und anderen fernen Länder« gekommen waren. Zu den zum Ausdruck gebrachten Forderungen der Taubstummen gehört u. a. ihre Zulassung zum unentgeltlichen Elementarunterricht, an d«m teilzuurhmen ihnen in verschiedenen Länder«, auch in Frankreich, bisher vertagt ist. Die„Debatte" beschäftigt« sich weiter mit Problemen der gegenseitige« Hilf«, des Sports und der sozialen Versicherung. Jugendfürsorge in Prag VH. Die Räumlichkeiten der Jugendfürsorge befinden sich jetzt in Prag VII, NadraLnl ul. Nr. 265(Gebäude des Magistratsamtes der Hauptstadt Prag). Heiteres. Ans Niederbayern. In Unterwattenbach ist Hochzeit. Di« Moser Veronika vom Nachbardorf ist auch eingeladen und hat, wie sie sich abends auf den Heimweg, macht, was man so sagt, einen Pfundsrausch. Wir sie so heimtorkelt, kommt hinter chr der Gruber Franzi mit seinem Gäuwagerl und sagt: „Geh zu, Vroni, sitz di auf, dann fahr i di hoam!" Die Vroni klettert hinten aus den Wagen, aber die Pferde ziehen ein bitzl zu scharf an, und die Brom fällt wieder runter und kugelt in den Straßengraben, wo sie sofort in den Schlaf der Gerechten fällt. Der Franzi merkt nichts und' fährt weiter. Kurz« Zeit darauf kommt ein anderer aus ihrem Dorf, auch mit dem Wagen. Sieht die Vroni im Straßengraben liegen, steigt ab und sagt zu ihr: „Geh zua, Vroni, steh auf, dann kannst mit mir hoamfahrn!" Die Vroni, unwillig über die Störung ihres Schlummers, fährt ihn an:„Was möchst denn, damischer Teifi? Laß mia do mei Ruah, i fahr a so mitm Gruber Franzi." Parallelen. In Bayern besteht Uniformverbot. Jetzt hat die Münchener Polizeidirektion sogar angeordnet, daß auch die Ehrenwache vor Herrn Hitlers Braunem Palais weder Uniform noch Abzeichen mehr tragen darf. Darob herrscht im Braunen Palais echter Teuto-Zorn. „Schmach und Schande!" sagte einer. „Judenknechte!" sagte ein anderer und hieb dir Faust auf den Tisch. Und eine Lokalgröße öffnete den Mund und sagte in ihrer kernigen süddeutschen Weise, die wie immer den Nagel aufs Köpfchen traf: „Malefizsaustoi miserabligter! Ollawei, wo's an Saudi hat, steht oaner in Uniform— vorn Kino, vorn LuxuShotöll, vor jeder Tanzbar. Bloß oanzig bei ins soll koaner net stehn!" Theater. Emma saß nfit Erich in der Op«r. Man gab Lohcngrin. Dritter Akt. Lohengrin zieht von dannen. Läßt Elsa gebrochen zurück. Emma zu Erich:„Wenn die'S richdch verstanden hädde und den Mann bei der richdchen Stelle gr- boggd hädde, wär er bestimmt gebliebn." (AuS dem„Ulk".) HerauSq«b«r: Diegfried Taub. Chefredakteur: Wilhelm Nießner. Verantwortlicher Redakteur: Dr. 8mil Strauß, Prag. Truck:.Rota' A.^S. für Zeitung- und Buchdruck, Prag, stür den Druck verantwortlich: Otto Kolik, Prag. T.c ZcuungsmarkcvlvuikLwr wurde v»u der Pust u. Irlegrvvhen- »irrlnzn vnc Erlatz Rr. 13JJ00/VII/1960 bewilligt. Die Subkommission, die vom sozialpolitischen Ausschüsse in der Sitzung am 8. Juli, die den Antrag Pohl-Brozik und Genosten beriet, zur Untersuchung der Arbeits- und Leben sver- hältniffe der Joachimsthaler Bergarbeiter eingesetzt wurde, war am Dienstag, den 14. Juli,:n Joachimsthal, um die Beschwerden der Bergarbeiter zu prüfen und um festzustellen, welche Maßnahmen der Staatsverwaltung zur Linderung und womimlich Beseitigung der furchtbaren Schaden der Arbeit in den dortigen Gruben und in der Radiumfabrik nötig wären. Einige Mitglieder des Gesundheitsaus- schustes hatten sich dem Unterausschuß ange- schloffen.— Ein Teilnehmer an dieser Fahrt nach Joachimsthal stellt uns die folgenden Betrachtungen zur Verfügung. Im Hotel Urban. Die Exkursionsteilnehmer haben sich im Hotel Urban zusammengefunden. Das Hotel Urban ist ein staatliches, seinerzeit vom Gesundheitsministerium erworbenes Objekt, das für rund 350 Kurgäste eingerichtet ist. Hotelier Urban versteht es mit außerordentlichem Geschicke, für den Kurort und auch für das Kurhotel Propaganda zu machen. Er läßt sich auch die Gelegenheit, die unser Besuch ihm bietet, nicht entgehen. Er zeigt uns alle Einrichtungen, über die das Hotel verfügt, rühmt seinen Komfort und berichtet voll Stolz, daß er gegenwärtig 306 Kurgäste beherbergt. Angehörige von neunzehn Nationen, darunter dreizehn amerikanische Familien, bewohnen derzeit das Hotel. 260 Bedienstete stehen den Hotelgästen zur Verfügung. Im Durchschnitt der Saison kommt auf jeden Kurgast ein Bediensteter.— Der Abhang vor dem Hotel ist in einen Garten umgewandelt. Die ganze Alpenfrora ist hier vertreten und die auserlesensten Blumen ergötzen das Auge des Besuchers. Wir werden ganz besonders darauf aufmerksam gemacht, daß einzelne Blumengattungen erst am 3. Juni eingesetzt wurde« und schon innerhalb so kurzer Zeit zu prächtiger Blüte gelangt sind. DaS ist di« Einwirkung der Ema- nation! Hunderte Menschen besuchen diese Stätte, um durch das Radium ihre Gesundheit wieder zu erlangen. Die einzige Beschwerde» die uns der um das Wohl seiner Kurgaste sehr besorgte Hotelier vorzutragen hatte, war, daß diese ständig den Anblick der Radium- und der Uran-Fabrik, die sich unterhalb deS Hotels befinden, ertragen müssen. Sein Sehnen und Bestreben geht nun dahin, daß diese äußerlich wirklich nicht besonders schon wirkenden Gebäude entferrtt werden. Im Werner-Schacht. Unser erster Weg führt uns in den Werner- Schacht, in welchem hünoerü)reißig Bergarbeiter beschäftigt sind. Wir bekommen Bergmannskleider, werden mit einer Berglampe ausgestattet und nun gehts mit einem Aufzug 440 Meter in die Tiefe. Schon unser allererste Eindruck ist ein sehr bedrückender. Wir werden zuerst einen Stollen entlang geführt, können nur mühsam den Pfützen entweichen. Alle Bergarbeiter, deren wir ansichtig werden, haben durchwegs ei« fahles, müdes Aussehen, obwohl keiner von ihnen das fünfundvierzigste Lebensjahr überschritten hat.— Einige ganz Beherzte unter den Besuchern wagen auch den Aufstieg in den oberen Stollen» über Leitern hinweg, zum Teil auch durch Erzhalde« sich hindurchzwängend, erreichen sie den vierzig Meter höher gelegenen Stollen. Hat schon der Aufenthalt in unserem Stollen nicht zu den Annehmlichkeiten gezählt, so empfinden wir erst da oben, wie drückend, wie schwer, wie atembeklemmend die Luft ist. Nur einige Minuten halten wir uns im Stollen aus, in dem sonst die Bergarbeiter acht Stunden nicht nur verweilen, sondern auch schwer arbeiten müssen. Einer der Teilnehmer bemerkt sehr richtig, daß eine vierstündige Arbeitszeit in einem derartigen Raum schon mehr als genug wäre. Kein Sozialist war eS, der diesen Ausspruch getan hat, sondern ein Vertreter der bürgerlichen Parteien! Im Schachte gibt es achtzehn Bohrer, darunter einen amerikanischer Herkunft mit Wasserspülung, durch welche die Staubentwicklung verhindert werden soll.— Nach fast eineinhalbstün- diaem Aufenthalt verlassen wir diese Statte, alle bedrückt von dem Gdfühl, daß wir, denen das Glück beschieden ist, obertags arbeiten zu dürfen, uns bisher keine rechte Vorstellung davon zu machen wußten, unter welchen Muhsalen und Entbehrungen der Bergmann schafft... I« Schacht«„Einigkeit". Fünfhundert Meter führen in den Schacht. Der Schacht„Einigkeit" gehört zu den modernen Schächten von JoachimStahl. Die Einfahrt erfolgt nur zu dem Zwecke, um die verschiedenen Bohrsysteme kennen zu lernen. Es wird unS zuerst die ursprüngliche Form der Bohrung gezeigt: Ein ganz gewöhnliches Stemmeisen in Bohrform wird durch einen Hammer in die Felswand getrieben. DaS ist eine mühselige, zeitraubende Arbeit, bei der sich ungemein viel Staub entwickelt.— Dann wird unS das neue System eines Luftdruckbohrers gezeigt, und schließlich der modernste Bohrer mit Wafferantrieb. Wir alle, die wir die Entwicklung der Technik bewundern konnten, konnten uns doch nicht des Eindruckes erwehren, daß auch bei diesen neuen, mit Wasserspülung auSgestatteten Systemen starke Staubentwicklung besonders dann erfolgt, wenn die Bohrung an der Decke des Stollens vorgenommen werden muß. Alle erkennen auch, daß der Bergarbeiter, dessen Aufgabe darin besteht, dem Bohrer beim Anbohren die Richtung zu geben, schweren Gefahren ausgesetzt ist, da sesne Hand ganz schutzlos ist. Der Arbeiter arbeitet auch ohne Maske, obwohl die Grubenverwaltung behauptet, daß die Verwendung der Masken bei dieser Arbeit vorgeschrieben ist. Die Arbeiter erklären ganz bestimmt, daß imtner so gearbeitet wird: ohne Maske. Es sind also alle Arbeiter in dem ersten Stadium des Anbohrens, bevor der Bohrer in den Felsblock eingedrungen ist, außerordentlich großen Gefahren ausgesetzt. I« den Uran- und Radium-Fabriken. Man zeigt uns, auf welch schwierige Art ganz geringe Mengeir von Radium gewonnen werden. So sehr uns auch die technische Einrichtung, so sehr uns auch die ganze Prozedur, die bei der Gewinnung von Radium- und Uranfar- öen angewendet wird, iutereffiert, so ist unsere Aufmerksamkeit doch vor allem darauf gerichtet, unter welchen Bedingungen die Arbeiter und Beamten in diesem Werke zu arbeiten gezwungen sind. Die Inneneinrichtung der beiden Fabriken entspricht ganz dem äußeren Bilde: Düstere, unheimliche, vielfach vollkommen dunkle Arbeitsräume, dabei eine Dampfentwicklung, daß man es kaum erfaßt, daß Menschen hier acht Stunden lang auSzuyalten vermögen! ES wird«ns versichert, daß die wiederholten Raummeffungen 0.7 bis höchstens 1.6 Macheeinheiten ergeben haben. Die Radiumemanation der Luft im Bergwerke beträgt 30 bis 40 Macheeinheiten. Wie furchtbar muß der ständige Aufenthalt in solcher Luft wirken!— lieber den Grad der Radiumemanation mögen sich die Fachleute aussprechen. Wir Laien ?lauben, daß die Arbeiter Recht haben, die be- aupten, daß die Messungen und Feststellungen doch nicht richtig sein dürften. Beim Betriebsausschuß. Der Betriebsausschuß nimmt di« Gelegenheit wahr, di« Kommission mit seinen Wünschen vertraut zu machen. Die Wortführer der Bergarbeiter enthüllen in ihrer schlichten Art ein schauriges Bild der Gefährdung der Arbeiter in den Gruben und der Arbeiter in der Radium- und Uranfabrik. Ihre Forderungen» so kategorisch sie auS vorgetragen werden, sie klingen doch als Bitte aus. Sie halten mit dem Groll, der sich der Bergarbeiter während der langen schleppenden Behandlung der Angelegenheit bemäch- tigt hat, nicht zurück. Sie informieren die Kommission eingehend über die Stimmung der Berg- Vrikswirtschaft und Sozialpolitik Sowietpropaganda für Nachtarbeit. (RSD.) Seit etwa drei Jahren wird in der Sowjetunion eine eifrige amtliche Propaganda für die größtmöglichste Ausdehnung der Nachtarbeit Setrieben. ES wird bereits in zahlreichen Betrie- en nachts gearbeitet, in denen Nachtarbeit früher unbekannt war. Die Ergebnisse sind nun zwar wirtschaftlich und sozialpolitisch wenig befriedigend, aber die Nachtarbeitbegeisterung der amtlichen Stellen läßt nicht nach. In dem neuesten (Auni-)Heft der Zeitschrift deS Volkskommissariats für Arbeit„Woprosy Truda" wird die Frage eingehend behandelt. Unter anderem werden die Schlußfolgerungen einer Untersuchung des Volkskommissariats für Arbeit der Sowjetrepublik Weißrußland, die in 13 Betrieben von Minsk durchgeführt wurde, wörtlich zitiert: der Nachtschicht mehren sich wegen völligen Fehlens behördlicher und gewerkschaftlicher Kontrolle(die Rrvisionsbrigadrn haben in keinem einzigen Betriebe Vertreter der dreiköpfigen Betriebsausschüsse, in manchen Betrieben nicht einmal Vertreter der Abteilungsausschüsse vorgefunden) die Verletzungen der Arbeitsgesetz«. Im Betrieb Holzverarbeiter" hatten einig« Arbeiter in der Revi- sionSnacht gerade die dritte Schicht angetreten, nachdem sie bereits die zwei voranfgegangrne» Schichte» dnrchqearbritrt hatten. In der Fabrik„Weißrussin" arbeiten dir Heizer täglich zwei Schichte« hintereinander. In der Fabrik„Morgenrot gibt es keinen Stundenplan für den Arbeitsbeginn, di« Arbeiter vertreten einander gegenseitig aus Gefälligkeit und arbeiten zwei Schichten hintereinander. In der Fabrik„Flamme der Revolution" hat die Brigade festgestellt, daß ein Arbeiter»irr Schichte» hintereinander arbeitete. . Während die Organisationen im Werke solche Ausschreitungen zulasten, führen sie andererseits keinen energischen Kampf gegen schwänzende Arbeiter, die die normale Arbeit deS Betriebes zum Scheitern bringen. In der Rächt der Revision der Hefewerke„Morgenrot" waren von 35 Arbeitern der Packerabteilung nur 25 zur Arbeit angetreten, während die Separatorenäbteilnng überhaupt nicht arbeitete, well sämtlich« Arbeiter fehlten. In der Fabrik^Holzverarbeiter" waren zwei Maschinen und eine Hobelbank außer Betrieb. In der Fabrik „Weißrussin" liefen in der Schleiferei von 12 Werk- bänken 6 leer, in der Knopfabtellung standen von 5 Maschinen 2 still. In den Glaswerken„Proletarier" waren von 70 Arbeitern 25 nicht zur Arbeit erschienen... Hunderte von Arbeiterinnen in vielen Betrieben befinden sich in der unglaublichsten Lage. In den Konfektionsfabriken arbeiten viele stillende Mütter. Dennoch find diesen Fabriken keine Krippen angegliedert." „Minsk steht nichtvereinzeltda", fügt der Verfasser hinzu,„aus allen Stfibten der Sowjetunion laufen ähnliche Berichte über den Stand der Nachtschichtarbeit ein". Die Nachtarbeit schaffe häufig nur„eine Fiktion eine- Mehrschicharbeiter. Sie bringen ihre Forderungen vor: Verkürzung der Arbeitszeit, angemessenen Lohn, Verlängerung der Urlaube, Erhöhung der Rente, Schaffung aller Vorkehrungen und Maßnahmen, die geeignet sind, die Zahl der Erkrankungen auf ein Minimum herakyusetzen. Zur Begründung ihres Ansuchens führen die Bergarbeiter einige Zahlen an, die der Oeffentlichkert nicht vorenthalten werden sollen. Laut KrankheitSstatiftrk der Revierbruderlade Falkenau a. E., der die Bergarbeiter von Joachimsthal angehören, entfallen auf 100 Mitglieder 131.08 ErkrankungS- fälle, auf die in den Joachimsthaler Betrieben Beschäftigten 202.85; bei den Erkrankungen der Atmungsorgane ist das Verhältnis 13.76 zu 65.46, bei Tuberkulose 0.79 zu 2.01, bei Rheumatismus 20.35 zu 38.92, bei Erkrankungen der Berdauungsorgane 21.51 zu 33.22.— Die Abordnung schildert uns, unter welchen unseligen Qualen die Menschen zu leiden hüben, die von« Lungenkrebs befallen werden»— Die Ausführungen der Arbeiter haben sichtlichen Eindruck auf alle Teilnehmer der Exkursion gemacht. B«i de« Todgeweihten. Die meisten Teilnehiner des Unterausschusses statteten auch bei drei kranken, vom Lungenkrebs befallenen Bergarbeitern einen Besuch ab. 34, 35 und 43 Jahre alt sind die drei Bergarbeiter, die wir aufgesucht haben. Schattengebilde einst starker, gesunder Menschen. Einer der Kranken zeigt uns sein Bild als Soldat. Ein kraftstrotzender, lebenssprühender Mensch. All« sind wir tief ergriffen, da dieser Mann mm wievielten Male sich an seinem- eigenen Bilde ergötzt.— 15, 16 und 17 Jahre haben diese Bergarbeiter ihre Arbeit verrichtet. Nun liegen sie seit einem Jahre ans Bett gefesselt. Alle drei stehen sie bereits im Bezüge der Provision, sie bewegt sich zwischen 150 und 170 Kronen monatlich. Einer der Erkrankten ist kinderlos, zwei haben noch für ein zartes Kind zu sorgen. Händeringend bitten uns die Kranken, ihnen eine Erhöhung der Renten zu verschaffen, da sie mit den kargen Renten, die ihnen jetzt bemessen werden, daS Auslangen nicht zu finden vermögen. So verlassen wir Joachimsthal. Hoffentlich wird daS, wa« wir in Joachimsthal mit angesehen haben, alle aneifern zu erhöhter Tätigkeit, um den Proletariern, di« das der. Menschheit heilbringende Erz gewinnen und dabei ihr cige- neS Leben gefährden, rasche Hilfe zu bringen. tenbetriebes".„Die quantitativen und qualitativen Ergebnisse der Nachtschicht weisen gegenüber der Tagarbeit eine stark Verschlechterung auf". Aus all diesen Erfahrungen wird aber lediglich die Schlußfolgerung gezogen,, daß nun erst recht an die Organisation der Nachtarbeit herangegangen werden muffe, daß namentlich die Organe des Volkskommissariats für Arbeit„die Durchführung der Richtlime der Partei(d. h. der KPdSU) betreffend die ununterbrochene Mehrschichtenarbeit zu verbürgen haben." Der„progressive Mordloh«" in der Praxis. (RSD.) Der Ausbau des Akkordsystems ist heute Gegenstand besonderen Interesses der russischen Wirtschafts- und Arbeitspolitiker. Das von den führenden Lohnpolitikern deS Zentralrate» der Gewerkschaften propagierte System der Erhöhung der Akkordsätze mit steigender Zahl der hergestellten Erzeugnisse wird in seiner extremen Form vorerst selten angewandt. Die meistverbrei- teten drei Formen des„progressiven" Akkordlohns sind nach der„Sa Jndustrialisaziju" vom 30. Juni di« folgenden: „Die meiswerbreitet« Form ist die Erhöhung der Sätze nur bei Ueberschrei- tung des Leistungspensums. Der Arbeit- trr erhält für ein Pensum von— sagen wir— 50 Produktionseinheiten 3 Rubel, d. h. 6 Kopeken pro Stück. Ueberschreitet der Arbeiter das Leistungspensum um 10 Einheiten, so wird der Lohnsatz für jede- einzelne über das Pensum hinausgehende Stück höher sein als 6 Kopeken. Bei der Üeberschrri- tung deS Pensums um 20 Einheiten wird jedes weitere Stück über 80 hinaus noch höher bezahlt werden als die ersten zehn über das Pensum hinausgehen-. den Einheiten; bei den nächsten zehn Einheiten wird! der Lohnsatz wiederum steigen usw. Eine andere Form des progressive» Akkordes ist in den lederverarbeitenden Betrieben«ingrfilhxt.' Hier steigt die Progression nicht erst bei Ueberschrei- tung des Pensums, sondern schon im Rahmen deS Pensums. Wenn der Lohn für 50 Produktionsein- heilen auf 8 Rubel festgesetzt ist, so beträgt der Stücklohn nicht wie früher gleichmäßig sechs Kope- ken, sondern für die ersten zchn Stück je 4 Kopeken, für die zweiten zehn Stück je 5 Kopeken, für die dritten zehn Stück je 6 Kopeken, für die vierten zehn Stück je 7 Kopeken, für die fünften zehn Stück je I 8 Kopeken(bei der Erreichung der Pensums von‘ 50 Stück kommen also 3 Rubel zusammen) für die sechsten 10 Stück 9 Kopeken, für die siebenten zehn' Stück 10 Kopeken usw. In den Kupferbergwerken Kirbasch und im Rrwjanskwerk gibt eS ein drittes System des pro-^ gressiven Akkords: Die Auszahlung von Prä-' mien für die Gesamtleistung bei übef schreitung des Mindrstpensums." DaS führende Wirtschaftsblatt bemängelt anschließend, daß die Praxis de« neuen Akkordsystems die Senkung der Produktionskosten nicht in genü-^ gendem Maße erbracht habe, und verlangt einen tveiteren Ausbau deS progressiven Akkordes. Seite 6 Gerichtssaal Kriminal als Versorgung. Strafe als Wohltat. Brag, 16. Juli. Es gibt bekanntlich„ Stamm gäste des Kriminals" haltlose, entwurzelte Wenschen, die mit Beginn der falten Jahreszeit sich von der Sicherheitsorganen bereitwilligst aufgreifen Laffen, um im Arrest zu überwintern. Die verständnislose Stupidität der Bürgerpresse sieht in die sen Menschen humoristische Figuren und macht sich einen Spaß daraus, über solche Fälle mit behag Freitag, 17. Juli 1931. Rr. 165. anwalt tat seine Pflicht. Der eben Freigesprochene| abschriftlich anerwahrten Erlaß des f. f. nieder-| programm des Olympia bringt auch die Einteilung fam zu seiner höchsten Zufriedenheit neuerdings in österreichischen Landesschulrats vom 26. Jänner 1909 der Fußballspiele. Da Holland seine gemeldete Untersuchungshaft und wurde schließlich im neuen ausgesprochene Untersagung der Fortführung des Mannschaft nicht schickt, Norwegen aber Fußballer Verfahren verurteilt. Unterrichts in den erwähnten Volksschulklassen mit entsendet, wird die Aussiger Verbandsmannschaft am tb. Wer kennt sich da noch aus?! Wo hört die Rücksicht auf das, gegen die Untersagung dem Ver- Donnerstag, den 23. d. um 16 Uhr auf dem WAC.Strafe auf, wo fängt die Wohltat an? Auf jeden ein gleichzeitig eingeräumte Rechtsmittel des binnen Platz gegen die norwegische Mannschaft anzutreten Fall aber wird aus solchen Prozessen flar, wie sehr vier Wochen an das f. 1. Ministerium für Kultus haben. wir einer sozialen Gesetzgebung bedürfen, die und Unterricht einzubringenden Rekursus bisher Hand in Hand mit einer großzügigen Sozial- noch nicht in Rechtskraft erwachsen fonnte, und dies Die Raffball- Auswahlmannschaft für das Olym politif, ben Problemen der modernen Zeit eher um so weniger, als in diesem- ohne daß dies dem via des Auffiger Verbandes wird aus folgenden gewachsen sein wird, als die Rechtsordnung" t. t. Bezirksschulrat im Zeitpunkt seiner Requisition Spielern bestehen: Sabransky Alex.( Herbig), Seidel von heute. bekannt war das eingeräumte Rechtsmittel auch Emil( Türmiş), Maier Franz( Eichwald), Gunkel tatsächlich bereits ergriffen wurde, und zwar noch Wear( Türmit), Schramek Mar( Türmit), Brejcha Warum läßt man sich heute scheiden? fonderen Fall das Gesetz vom 22. Dezember 1904 Sans( Türmis), Brücher Albin( Türmių), Strobel innerhalb der Frist von 14 Tagen, für welchen be- Franz( Serbia), Bröller Otto( Predlis), Winter betreffend die Schulaufsicht in dem durch das Gesetz Wilhelm( Budmantel). Erfagleute: Schneider Ruvom 20. November 1907 geänderten§ 49 dem Re- dolf( Probstau), Kallach Josef( Budmantel). Die Abgibt, die die vom Gesetz angedrohte Strafe als verzeichnet in legter Beit eine unerhörte Zunahme kannt. Die Siegelabnahme wird sofort veranlaßt. berzug am 21. Juli, 21.10 Uhr, von Schreckenstein. Brag, 16. Juli. Das Prager Zivil- Kreisgericht furs ausdrücklich die aufschiebende Wirkung zuerfahrt der Mannschaft erfolgt mit dem zweiten SonohItat empfindet, daß die Lebensführung eines der Ehescheidungsprozesse. Dabei ist es Der Bezirksamtsleiter." Sträflings eine weit bessere ist als die Eri- höchst bemerkenswert, daß ein großer Teil der Schei stenz Tausender, die sich der Freiheit" erfreuen bungen gar nicht in der Absicht erfolgt, die Lebens der kann einem Professor der Philologie Konkurrenz Wer da noch weiß, was eigentlich gemeint ist, gemeinschaft aufzugeben. Nur offiziell", nach machen. außen hin, will man nicht ehelich verbunden sein. Die Motive zu solchen Scheidungsprozessen sind be lichster Ausführlichkeit und entsprechender Ausschmückung zu berichten. Das Grinsen vergeht ihr nicht bei dem Gedanken, daß es eine Menschenklasse dürfen. Auch ein Zeichen der Zeit. * * Körperpflege In 450 Booten auf der Donau nach Wien. Am Olympiagästen eintreffen. Es handelt sich hier zum 19. Juli werden in Passau annähernd 450 Boote mit Großteil um deutsche Olympiateilnehmer. Die Linzer Arbeitersportler werden die Gäste ebenfalls in Booten in Passau empfangen und nach Linz geleiten. Dort findet am selben Tage eine große Verbrüderungskundgebung mit anschließendem Fackelzug meinsam mit den Linzern in einer Gesamtstärke von 600 Booten die Donaufahrt nach Wien antreten. In der Olympiastadt selbst wird dem„ Geschwader" ein festlicher Empfang bereitet werden. Wiens Bürgermeister Genosse Karl statt. Am nächsten Tage werden die Ausländer geSeltz über das Olympia. Nun diese Sorte von Menschen hat in unseren Tagen einen starten Zuwachs erfahren, für den die pharifäische Rechtfertigung solcher Schreiber, daß zeichnend für unſere Notzeit. Der größte Teil biefer Sport Spiel es sich ja„ doch nur um Zumpen und Falotten han- einverständlichen Scheidungen erfolgt deshalb, weil delt", sicherlich nicht zutrifft. Heute kommen Leute die Arbeitgeber feine verheirateten Angestellvor Gericht, die bisher völlig unbescholten waren ten aufnehmen wollen, ferner ist die Wohnungs und dennoch mit vollem Bewußtsein ein frage für Ledige leichter zu lösen. Der BilligDelitt begingen, nur um für einige Wochen ein teit halber wählt man oft nicht den Weg der Dach über dem Kopf zu haben und Nahrung zu einverständlichen Scheidung, sondern einer Weltumfassend wie die internationale Arbeiter bekommen( dabei ist noch gar nicht die schlechte" der Ehegatten nimmt formell die. Schuld anf bewegung ist auch der Arbeitersport. Sinn und InJahreszeit angebrochen). Es sind Leute, die weder zu betteln, noch zu stehlen wissen, Leute, die seit und läßt sich flagen. Es ist fürzer, einfacher halt solcher internationaler Bewegung ist friedliche und macht weniger Kosten. Zusammenarbeit, Zusammenwirken zur Erreichung Monaten beschäftigungs- und brotlos durch die Arm in Arm verlassen die Geschiedenen das des gemeinsamen Zieles. Das Arbeiter- Olympia Straßen laufen, Nacht für Nacht unter freiem Gerichtsgebäude, um nun miteinander in freier wird Arbeiter vieler Völker vereinigen, eine Auslese Simmel verbringen und vom Auge des Gesetzes so Gemeinschaft zu leben. Diese Vorstellung mag der Tüchtigsten aus den Reihen der Arbersportler lange als„ Vagabunden" gehetzt werden, bis sie in für Herrn Kubat peinlich sein und nicht minder der Welt. Die internationale Arbeiterschaft wird der zuerst gefürchteten Gefahr der Verhaf für die flerikalen Tugendwächter, die so gerne die bei dem Olympia zeigen, was auf einem Neuland, tung schließlich ihr einziges Rettungsmittel Verwahrlosung unserer Sitten für alles Elend der auf dem Gebiete des Sports und der körperlichen sehen. Es ist zum Beinen, wenn man solcherart er- Beit verantwortlich machen. Aber die Tatsache bleibt Ertüchtigung, in wahrer Solidarität, in frohem Bulebt, wie die Strafmittel unserer Justiz sich bestehen. Wenn hente die Einrichtung der Fajammenwirten erreicht werden kann. Der Erfolg diesen Elenden zu erstrebenswerten Wohltaten milie bis in ihre Grundfesten zerfressen ist und berechtigt sie, mit froher Zuversicht in die Zukunft verwandeln. Wo bleibt der Sinn dieses so unbe- auseinanderfällt, so ist das nur ein Symptom für zu schauen. fümmert drauflosjudizierenden Justiz- und Straf- ben unaufhaltsam fortschreitenden Berfall der gan systems? zen Gesellschaftsordnung, ein Glied in der zwangs Da hat ein Mann, der seit Tagen nichts ge- läufig abrollenden Kette der sozialen Entwicklung. geffen und seit vielen Nächten in feinem Bett geschlafen hat, ein großes Auslagenfenster eingeschlagen. Er ließ sich sofort festnehmen und wurde natürlich der ,, boshaften Sachbeschädigung" angeflagt. Er bekam seine Strafe und ließ sich zufrieden abführen. Für drei Monate ist er versorgt. Kleine Chronik Eine Kanzleistilblüte. rb. Bis zu welchen Konsequenzen aber die heutige- Es steht zweifellos fest, daß im Laufe der letzjuristische Logit in dieser Frage führen fann, mag ten Jahrzehnte die verschiedenen Anwendungen der der folgende Fall beweisen, den mir im Zusammen- deutschen Sprache auf dem Gebiete der Berichthang mit dieser Berhandlung ein Richter erzählte. erstattung, der Verordnungen usw. im allgemeinen Da hat ein Verhungernder an den Ortsvor- an Einfachheit und Klarheit gewonnen haben. Frü fteher seines Heimatdorfes einen Drobbrief ge- her ist auf diesen Gebieten in geradezu unheimlicher schrieben, er würde ihm die Bude überm Weise gesündigt worden. Als eine besonders gefürch Kopf anzünden". Er wurde gleich verhaftet tete Stilart galt von jeher der Kanzleistil. Eine und gestand lachend, daß er nur ins Kriminal taum zu übertreffende Sprachblüte hat im Jahre lommen wollte, um sich einmal fattzueffen. Alle 1909 das„ Neue Wiener Abendblatt" veröffentlicht, Zeugen bestätigten einstimmig, daß dieser Mensch die im folgenden wiedergegeben werden soll: feiner Fliege ein Leid zufügen fönne. Niemand habe die Drohung ernst genommen. Immerhin saß er einige Monate in Untersuchungshaft, bei der Hauptverhandlung wurde er freigesprochen. Die Spekulation war also nicht geglückt. Desterreichs Arbeiterschaft grüßt die Gäste, die Freunde und Genossen aus aller Welt. Die organisierte Arbeiterschaft und mit ihr die große Maffe des Voltes der Stadt Wien empfängt die internationalen Arbeitersportler als Freunde, als Bollwerk einer besseren Zukunft, als Bauvolt einer neuen Welt!" Wienfahrer, Achtung! Was verlangt die Eisenbahn von den Mitgliedsbüchern? Die Beitragsmarten müssen für das laufende Quartal( also bis September 1931) geklebt sein. In der Beitragsleistung darf keine Unterbrechung sein ( es darf keine Marke vom Jänner 1931 bis September fehlen). Das Lichtbild muß eingeklebt und rechts oben und lints unten mit dem Vereinsstempel so versehen sein, daß Bild und Buchblatt getroffen werden. Das Bild muß an einer hellen Stelle die mit Tinte geschriebene eigenhändige Unterschrift des Buchinhabers tragen. Die unter Seite des Ausweises: Vereinsstempel und Unterschrift eines zeich mungsberechtigten Vereinsfunktionärs. Die 3- KFahrtkontrollmarke muß im Buch geklebt und mit dem Vereinsstempel überdruckt sein. Die t. 1. niederösterreichische Statthalterei hat mit Erlaß vom 16. d. folgendes anher eröffnet: Aus Anlaß der Beschwerde der Lettung des Vereins Freie Schule" in Wien vom 11. Februar 1909 findet die t. 1. niederösterreichische Statthalterei, die Aber: die Sache war noch nicht zu Ende. Er auf Requisition des t. t. Bezirksschulrats Wien vom wurde nun wegen Frreführung der Be- 11. Februar, Zahl 1734, von seiten des Magistra hörden und Betrugs neuerlich angeklagt. tischen Bezirksamtes für den ersten Bezirk durch Denn durch das vorgespiegelte Verbrechen geführten Sperrung der Privatvolksschulklassen des hatte er ,, unrechtmäßigerweise" durch einige genannten Vereins in 1. Bezirk, Babenberger Monate die Verpflegung des Gefängnisses genossen, Straße Nr. 9, zu beheben, weil die in dem, dem Die Auffiger Olympia- Verbandsmannschaft ba.„ argli stig erschlichen". Der Staats- Requisitionsschreiben des t. t. Bezirksschulrats Wien spielt gegen Norwegen. Das soeben erschienene ZeitAus Angst. gewiß. Aber sicher wenige rals jede andere Frau, die irgendwie in Betracht kam. Sie stellte feine Rovelle von Axel Rasmussen. Ansprüche an ihren Mann, die Gnade nicht hätte befriedigen können. Gewöhnlich ist das Leben genau so schwer, Aber da sie nun einmal so eng mit seinem wie man es sich macht. Und das bedeutet, daß Leben verbunden war, hielt der Mann es für ein Mann wie Heinrich Gnade, der gewöhnt ist, nötig, sein Berhältnis zu dieser schönen Frau zu durch eine unglüdliche, fast möchte man sagen, überdenken. Er war überzeugt, nach wenigen pathologische Anlage aller Vorgänge und Gescheh- Jahren schon, daß er sie nicht aus Liebe geniffe des Daseins bis ins Letzte zu zerdenten und heiratet hatte. zu zergrübeln, nie zu einer rechten Freude an Das Problem beschäftigte den Mann umso eben diesem Dasein fommt. mehr, als es von jeher sein Stolz und sein Ziel gewesen war, nichts zu tun ohne einen hinreichenden Grund. Diesem Grunde tam er nahe, als eine Krankheit ihn, den Zarten, immer Anfälligen und zu Erkrankungen Geneigten, aufs Lager warf. Er hatte fast fünfzig Jahre gewartet, ehe er sich entschloß, zu heiraten. Und nach weiteren drei Jahren begann er bereits darüber nach zudenken, warum er geheiratet hatte. Aber Taft des -Die Bücher sollen alle drei Jahre durch neue ersetzt werden. KINO- PROGRAMM Wran- Urania- Kino Einziges deutsches Kino Prags. Geschlossen. 2976 Tel 30.429 Wo verkehren wir? Café„ Continental", Prag, Graben Gastwirtschaft 3187 LIDOVÝ DŮM ( Gen. Wilhelm Opatrný) Täglich Konzert. PRAG II., Hybernská Nr. 7. Süchtiger Gefretär wird für die Bezirksorganisation Bodenbach a. E. gesucht. Bedingung: Mehrjährige erfolgreiche Praris, perfette organisatorische und, agitatorische Kraft mit tommunalpolitischen und journalistischen Kennt nissen, möglichst nicht über 35 Jahre alt. Angebot mit Gehaltsansprüchen bis 21. Juli an das fozialdemokratische Bezirkssekretariat Bodenbach, Poststraße 813. Spätester Eintrittstermin 1. September. mit ihm; er hatte feinen sehr widerstandsfähigen| Jmmer war er gut zu mir. Gewiß hat er mich Körper doch dann erholte er sich überraschend auch geliebt, auf seine Art. Warum betrog ich schnell. Er war schon wieder aufgestanden er ihn? Er weiß, daß ich ihn betrog. Seinen Augen par heiterer und aufgeschlossener als je vordem, sehe ich an, daß er es weiß. Nun will er, daß als ein unerwarteter Rüdfall ihn wieder nieder- ich es gestehe daß nicht die Züge zwischen uns vorf. stehen soll in dem Augenblick, da wir für imuner voneinander scheiden. Er wird mir verzeihen." Dieses Mal ging es zu Ende. Gnade spürte es. Er brauchte nicht das Gesicht des Arztes, nicht das Antlitz seiner Frau zu studieren, um es zu wissen. Er spürte den Griff des Todes an seiner Stehle, er spürte ihn an den Herzen, das in wahn sinniger Angst alle Kraft zu leztem tobendem Widerstand zusammenraffte. Aber er wollte die Angst überwinden. Er würde nicht einsam sterben und das war gut. Fast vermochte er zu lächeln vor Befriedigung darüber, daß er nicht so ganz allein dem Tode Auge in Auge gegenüberstehen würde. In einer Nacht durch das offene Fenster fie lange und ernsthaft und gütig an. Helga", flüsterte er mit röchelnder Stimme. Jest geht es zu Ende..." Und sie gestand. Getrieben von ihrem Ge wissen, mit stockender, lallender Zunge, in Bausen, nach Worten suchend, sagte sie ihm alles. Der Mann sant bei jedem Satz, den sie sprach, tiefer in seine Kissen zurüd. Seine Augen quollen heraus, er ächzte dumpf. Nein das hatte er nicht erwartet. Er, der seine Liebe abgeleugnet hatte, in der Tiefe feines Herzens hatte er fest auf ihre Liebe zu ihm vertraut. Sie hatte ihn betrogen und er hatte es nicht gewußt. ,, Gewiß", dachte er, Helga ist schön, jung, In den langen Nächten, wenn die rote Sie war neben ihm hergegangen und hatte gut nicht über ein erträgliches Maß hinaus dumm. Ampel ihr mattes, warmes Licht verstreute, wenn ihm gesprochen, hatte ihn angelächelt, und zu Sie befißt was sehr selten ist besitzt Herzens und Taft der Seele. Sie drängt sich mir belga unermüdlich, freundlich mit gütigem 3u des Serankenzimmers kom ein süßer Duft von weilen särtlich gestreichelt. Aber Worte und nicht auf, sie hat Achtung vor meinem Wunsch Heinen Handreichungen gewährte, die eine Kran lose 3irpen der Grillen, die im Garten ihre es nicht gewußt. Sie hatte sein Vertrauen genicht auf, sie hat Achtung vor meinem Wunsch spruch auf und nieder ging, ihm die tausend Gräsern und Blumen und das leise, felige end- Bärtlichkeit galten einem andern und er hatte meinem häufigen Wunsch nach Einsamkeit. tenpflege notwendigerweise mit sich bringt, in Lieder probierten, in dieser Nacht rief Gnade täuscht und noch jetzt, in dieser Stunde, jenkte liebe ich sie denn?" diesen Nächten, wo das Fieber ihn nicht schlafen seine Frau an sein Lager, nahm ihre Hand in sie den Stachel schmerzender Eifersucht tief, tief Oft beobachtete er sie mit der verstohlenen ließ, tam Gnade endlich zu der Erkenntnis: Jch seine feuchten, schweißbedeckten Finger und sah in die Brust des Sterbenden. Heimlichkeit eines schlechten Gewissens. Heiter habe sie aus Angst geheiratet." ,, Sinaus", stöhnte der Mann mit röchelnder und fröhlich wie ein schönes Tier ging fie durch Er lächelte getröstet und ein bißchen ver Stimme, als die Frau endlich, endlich! geendet fein Haus, in jenem vollkommenen inneren worren. Ja- aus Angst", dachte er. Die Angst hatte, und wies mit bebender Hand nach der Tür. Gleichgewicht, das nur solche Menschen besigen, vor diesem Einen, Ungeheuerlichen, das sich aller Hinaus!" die von Strupeln und Bedenken nicht belastet Erkenntnis so hartnädig widersetzte, und durch find. Sie spendete ihm jene wohl abgewogene das jeder auch der Schwächste, der Armtühle Zärtlichkeit, die dem vorzeitig verbrauchten sicht ihn überleben. Sie würde bei ihm sein, Gelehrten, dem leidenschaftlichen Denker und weigerlich hindurch mußte? müden Träumer genügte. Und wenn das, was Ja, die Ueberzeugung, es müsse gut sein, in er noch zu bieten vermochte, in seinen späteren der Stunde des Todes jemanden bei sich zu haben, Jahren, nämlich väterliche Zuneigung zu der der einem die Hand hält, den Schweiß von der jungen, tameradschaftlichen Anteilnahme, gut- Stirn trocknet, ihm sagt: was dir auch geschieht mütiges Gewährenlassen, ihr nicht genügte, so du bist nicht allein Diese Ueberzeugung zeigte sie es doch nicht. wohl war es, die ihn in die Ehe getrieben hatte, Viele andere Männer an Gnades Stelle die ihn zu diesem jungen Mädchen getrieben hatte, wären sehr glücklich gewesen. Gnade war es das jetzt seine Frau war. Sie war dreißig Jahre nicht. Zum Glücklichsein muß man eine Veran jünger sie würde, nach menschlicher Voraus Lagung mit ins Leben bringen, die diesem Manne ficht überleben. Sie würde bei ihm sein, wenn bollkommen abging. Aber er war natürlich auch wenn es galt zu sterben. nicht unglüdlich. Er war überzeugt, daß Selga die beste Frau für ihn war. Sie hatte ihre Mängel, Die Frau wollte widersprechen. Aber er schnitt ihr das Wort ab. Bemühe dich nicht", fagte er. Ich weiß, daß es zu Ende geht. Ich täusche mich nicht. Es wird bald feine Brücke mehr sein von dir zu mir ich gehe fort dort hin, wo es feine Wiederkehr gibt. Hast du... willst du mir noch irgend etwas sagen?" Er wußte wohl, warum er diese Frage stellte. Er wollte sich bestätigt sehen, er wollte hören, daß sie ihn liebe, ihn bemitleide, daß sie Schmerz trage um ihn. Er wollte sich ihres Herzens versichern, wollte die Gewißheit haben, fie würde ganz.bei ihm sein in dieser legten, schweren Stunde. Auch mit ihrer Seele, auch mit ihrem Herzen. Denn er hatte große Angst. Aber die Frau deutete den ernsten, dringenVorläufig zwar, vorläufig dachte er noch den Blic seiner Augen anders. Er ist ein guter nicht daran. Es sah anfänglich böse genug aus Mensch", dachte sie mit innerlichem Schluchzen. Erschroden, betroffen, zitternd jah die Frau ihn an. Sie wollte sprechen, betteln, erklären. Aber vor den drohenden Augen des Mannes betam sie Angst. Langfam, Schritt für Schritt, das Gesicht dem Kranten zugewendet, ein von Tränen überschüttetes, naffes Gesicht, näherte sie fich der Tür, verließ das Zimmer. Und dann fiel der Mann, erschöpft von den Erregungen der letzten Minuten, zurück in die Stiffen. Fefter pregte die unsichtbare Hand feine Gurgel, größer und größer wuchs die letzte Angst in seinem Herzen. Er warf sich hin und her, Schweiß perite über seine Stirn, in die Augen trat ein feltsam brennender Glanz. Und dann starb er. Ganz allein starb er feinen einsamen Tod....