Einzelpreis 70 Seffer. Redaktion und Verwaltung Prag, I., Nekazania 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Magtredattion: 2679z. Doftichedamt: 57544 Jnferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Die Gegenbesuche in Berlin. Stimson Samstag, Henderson und Macdonald Montag. Freitag, 24. Juli 1931 Tagung der Fraueninternationale in Wien. Begrüßungsansprachen. Referat Toni Genders. Bezugs Bedingungen: # Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich vierteljährlich halbjährig. ganzjährig Kè 16.-48.21 96." 192.Rüdstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich frith. Nr. 171. Wen klagen die Agrarier an? Sich selbst! Berlin, 23. Juli. Wie das Conti- Nach Bien, 23. Juli.( Eigenbericht.) Im Kon- die Grüße der österreichischen Sozialdemokratic richten- Büro erfährt, wird Staatssekretär Stimjon nun doch nicht mit der deutschen Delegation ternationale Frauenkonferenz. Das Präsidium haben das neue Wien aufgebaut, sagte er, die einzerthaussaal begann heute nachmittags die In- und der Wiener Arbeiterschaft überbringt. Wir Bei den deutschen Agrariern scheint schon nach Berlin tommern, sondern erst am Sam 3- bilden Adelheid Popp- Oesterreich, Iuch a cz- zige Millionenstadt, die von Sozialisten verwaltet vorzeitig das Gemeindewahlfieber zu grassietag abends mit seinem Sekretär in Berlin Deutschland, ſein. Der Besuch dauert bis Montag und ist als Belgien, B'l at ny- Tschechoslowakei und Thi- fchen Staat und mitten in der kapitalistischen und obendrein reichlich demagogischer WahlAdamson- England, Pels- wird. Wir wissen, daß wir mitten im tapitalisti- ren. Denn es kann nur als ein verfrühter Wirtschaft leben und deshalb nicht sozialistisch schlager gewertet werden, wenn die„ LandNach einem Orgelvortrag begrüßte Adelheid verwalten können. Aber es kommt schließlich auf poſt" in Riefenlettern, die von den Baisseden Geist an, und dieser Geist der Verwaltung spekulanten an der Produktenbörse bestellt zu Wiens ist ein sozialistischer Geist. inoffiziell anzusehen. Henderson wird Montag vormittags erwartet, Macdonald kammt nachmittag, da er erft Montag vormittags von London abfliegt. Da der Besuch der englischen Minister nun nicht den Charakter eines Wochenendes hat, ist der Gedanke des Aufenthaltes im Jagdschloß Hubertus stod aufgegeben worden. Macdonald und Henderson werden am Mittwoch abreisen. baut Holland. Bopp den Kongreß im Namen der sozialdemokratischen Frauen Desterreichs. Sie erinnerte zunächst daran, daß im August 1914 die InterMax Winter begrüßte dann den Kongreß sein scheinen, aufschreit:„ Die Ernte 1931 Gefahr?" Bei näherem Zusehen nationale sozialistische Frauenkonferenz in Wien im Namen der Sozialistischen Erziehungs, Inter- in lagen sollte. Da tam jenes Ultimatum, das den nationale und bittet die Frauen, ihre Kinder zu kommt man erst darauf, daß der Sensationstitel nur zu dem Zwecke gewählt wurde, unt Krieg einleitete, und an dem Tag, da die Kon- lehren, daß fie sozialistisch fühlen und denken. ferenz hätte zusammentreten sollen, donnerten Der Kongres geht dann in die Beratung in recht marktschreierischer Form Marrisschon die Kanonen. Sie verweist dann darauf, des zweiten Punktes der Tagesordnung ein. mus und Industrie" wegen ihres angeblich daß die Zahl der organisierten Frauen in der Toni Sender- Deutschland erstattet hiezu ein vereinten Vorgehens gegen die Landwirtschaft Fihat. Im Jahre 1925 gehörten 739.571 Frauen tischen Reaktion auf die Freiheit presie allerdings, daß sie nur als Selbstganzen Internationale beträchtlich zugenommen Referat über die Wirkung der poli- anzuflagen. Dabei übersicht die Landbündlerder Fraueninternationale an, Ende 1930 schon der Frauen" 1,282.588 Frauen. und legte hiezu eine ent- anflägerin auftritt. sprechende Entschließung vor. Ein Dreier- Ausschuß? London, 23. Juli. Der Ausschuß von nanzjachverständigen, dessen Entsendung nach Berlin vorgeschlagen wurde, dürfte, wie der diplomatische Korrespondent des„ Daily Tele- Dann begrüßte de Broudere den Kon- In der Diskussion unterstüßte Frau Doktor Was haben also Marrismus und Indugraph" wissen will, aus folgenden drei hervor- greß im Namen der Sozialistischen Arbeiter- Phillips- England diese Resolution. Im Na- strie an der Landwirtschaft verbrochen? Nun, ragenden Finanzjachverständigen bestehen: Ro- Internationale. Die Frauen, sagte er, haben die men der Arbeiterpartei und der britischen Ge- die Landpost" muß selbst zugeben, daß unbert Kindersley, Direktor der Bank von Ausgabe, den Geist der Wärme und Liebe in werkschaften erklärte sie ihr t'efes Mitgefühl für ter Mithilfe dieser sogenannten„ Lotfeinde" England, Mister Sprague, dem amerikani- stärkerem Maß in die Politik zu bringen. das gefnechtete ungarische Volt und die verfolg- cine mäßige Verbesserung der schen Ratgeber der Bank von England, und Dr. ten ungarischen Frauen. Dann wurden die Be- Agrarschutzgesetze" zustande kami, aber Wallenberg, dem schwedischen Hauptsachverratungen auf morgen verlagt. ständigen. Die Konferenz permanent? 2ondon, 23. Juli. Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph" meldet, man sei sich in London darüber einig, daß die Konjerenz als in vermanenter Session zu be. trachten sei. Sie könne wieder einberufen wer den, wenn es sich zeigen sollte, daß die jeßt beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichten, um die finanzielle Sicherung Deutschlands zu bewirken. Feste Grundlagen... Washington, 23. Juli.( Reuter.) Präsident goover entlärte heute, daß die Londoner Konferens feste Grundlagen für die Stabilisierung der deutschen Finanzlage gajchaffen hat. Die jegensreichen Ergebnisse der Konferenz sollten es Deutschland ermöglichen, mit Hilfe feiner Hilfsquellent, seiner Arbeitsenergie und seiner Entfchloffenheit die vorübergehenden Schivierigkeiten zu überivinden und wieder Kredit zu gewinnen. Das Hauptproblemt ist int erster Linie die Lage der Banken und es ist sicher besser, daß diefe Situation eher durch freiwillige Zusammenarbeit der Banfiers als durch die Regierungen gelöst werde, die immer entgegengeschie Interessent haben. Diese Arbeitsgvundlage ist gesichert. Präsident Hoover fügte hinzu, daß die Entfcheidungen, zu denen die Konferenz gelangte, zur Stärtung der Weltwirtschaft beitragen werde. Sobamn hob er den wertvollen Geist der Zujam menarbeit zwischen den Nationen hervor, der auf der Londoner Konferenz zum Ausdruck kam, Unter stürmischen Beifall erteilte die Vorfißende dem Bürgermeister Seiß das Wort, der PP Empfehlungen" das einzige Resultat. Man vertraut darauf, daß sich Deutschland selbst hilft. London, 22. Juli. Die Londoner Siebenmächtefonferenz hat heute nach ihrer Schlußjigung folgende Erklärung veröffentlicht: ,, Die fürzlichen übermäßigen Zurückziehungen bon Kapital aus Deutschland haben eine atute finanzielle Krisis erzeugt. Diese Zurückziehungen sind verursacht worden durch einen Mangel an Vertrauen, der nicht durch die wirtschaftliche und budgetäre Lage des Landes gerechtfertigt ist. Um die Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität Deutschlands sicherzustellen, die wesentlich ist im Interesse der gesamten Welt, find die auf der Konferenz vertretenen Regierungen bereit, zusammenzuwirken, so tveit es in ihrer Macht liegt, um das Vertrauen wieder herzustellen. Die auf der Konferenz vertretenen Regierungen sind bereit, zur Erwägung durch die Finanzinstitute in den diesbezüglichen Ländern folgende ( im wesentlichen schon gestern bekannte!) Vorschläge zur Erleichterung der unmittelberen Lage anzuempfehlen. wird; 2. daß gemeinsame Maßnahmen vol Finanzinstituten in den verschiedenen Ländern zwecks Aufrechterhaltung des Umfanges der Kres dite getroffen werden, die sie bereits Deutschland gewährt haben. zu schaffen, die von den Gouverneuren der Zentralbant ernannt sind. Der Ausschuß soll die unmittelbar weiteren Kreditbedürfnisse Deutschlands und die Möglichkeiten der Konvertierung eines Telles der kurzfristigen Kredite in lang fristige Kredite prüfen. " ... die rechtzeitige Kündigung des ungarischen Handelsvertrages wurde hingegen hintertrieben. Von den Sozialisten und Vertretern der Industrie wurde überdies ein Zollschutz auf Milch, Butter und Mol. fereiprodutte, Flachs und Wein verweigert, wodurch gerade die Bauern und Kleinlandwiric des deutschen Randgebietes, der ertragsarmen Gebirgsgegenden, am meisten geschädigt wurden. Die Zusammenarbeit zwischen Margismus, Industrie, Großkapital und Kartellen hat damals, wie schon so oft, unsere Arbeitsbauern um den gerechten Lohn ihrer Arbeit gebracht." Den Vorwurf, daß sich die Sozialisten solange als möglich gegen die unglückselige Kündigung des ungarischen Handelsvertrages Die Konferenz hat mit Interesse eine Mit gewehrt haben, buchen wir als eine Anerteilung Dr. Brünings mit Bezug auf die ge- fennung. Die Agrarier sollten über diejes meinsame Garantie zur Kesntnis genommen, die Thema lieber schweigen! Der durch ihre Polivor kurzem von der deutschen Industrie zur Ber- tik verschuldete Exportverlust nach Ungarn fügung der Golddiskontbank gestellt wurde. Die hat nicht nur tausende Arbeiter ums Brot Konferenz ist der Ansicht, daß eine Garantie diefer gebracht, sondern auch die landwirtschaftlichen Art es möglich machen müßte, eine gesunde Grund- Absatzverhältnisse in ganzen Industriegebielage für die Wiederaufnahme der normalen ten verschlechtert. Man frage doch die nordOperationen des internationalen Kredites zu schajPremierminister Weitere deutsch- französische Besprechungen. Aktion fen. Die Konferenz ist der Ansicht, daß, wenn diese böhmischen und nordmährischen Landwirte, Maßnahmen durchgeführt werden, fie eine Basis was sie durch die Sperrung und Einschräns für eine. nene, permanente bilden fung so vieler Textilfabriken verdient haben? werden." Ausgerechnet die deutschen Agrarier möchten 1. daß der Zentralbankkredit von 100 Millio Macdonald erklärte der vorwiegend deutschen Textilarbeiterschaft, sen Dollars, der vor furgem der Reichsbank unter nach der Schlußsibung einem Pressevertreter die ihre stärkste und beste Kundschaft ist, den den Auspizien der Bank für Internationale Zahlungen gewährt wurde, bei jeder Fälligkeit gegenüber: Wir sind sehr zufrieden. Es ist nicht Kragen umdrehen! Angesichts des Niederbrufür einen Zeitraum von drei Monaten erneuert leicht, zwischen sieben Mächten eine Einigung ches der ostböhmischen Leinenindustrie und Für einen Zeitraum von drei Monaten erneuert herbeizuführen. Trotzdem ist es gelungen. Die tausender mit bitterstem Hunger fämpfender Vereinbarung ist von allerhöchster Bedeutung und den wird für die Hilfeleistung an Deutschland im arbeitsloser Flachsarbeiter möchten sie noch stärksten Maße ins Gewicht fallen. ,, anklagen", daß nicht durch hohe Flachszölle die letzte Spinnerei zum Zusperren gezwun Washington, 23. Juli. Jm Staatsdeparte Washington, 23. Juli.( Reuter.) Staats- gen wurde. Solche Engstirnigkeit war noch atent wurde heute bekannt gegeben, daß Stools sekretär Stimson teilte dem Staatsdepartement nicht da! jefretär Stimson nunmehr seine Reise nach Ber- Die Konferenz empfiehlt, daß die Bank für telephonisch mit, daß die von der Londoner Kon- Und was die Zölle auf Milch und Mol. lin ausführen könne, um persönlich die Verhält- Internationale Zahlungen eingeladen wird, ohne ferenz angenommene Empfehlung den ameri- fereiprodukte anbelangt, begnügen wir uns nisse in Deutschland kennen zu lernen. Stimsons Verzug einen Ausschuß von Vertretern kanischen Standpunkt voll befriedigt. zur Charakterisierung der damit betriebenen Reise werde jedoch nicht dem Zwecke dienen, soDemagogie auf den Notschrei der fort neue Kapitalien für Deutschland zu beschafarmen Erzgebirgsbauern anläẞlia) fert. Dieses fei vielmehr Aufgabe des Komitees, [ der letzten Karlsbader Kreiskonferenz der das von der BJ3 so schnell wie möglich einzube London, 23. Juli.( Reuter.) Reichskanzler in die für beide Länder erwünschten Richtung Landbündler zu verweisen. Dort wurde gerufen sei, und das hoffentlich schon in den näch Dr. Brüning gab heute zu Ehren der französi- erfolgen könnte. gen erhöhte Milch zölle heftig proteften Tagen zusammentreten und Mittel und schen Delegation in der deutschen Botschaft ein Auch zum Schluß der Siebenmächtekonferenz Wege zur Stabilisierung der deutschen Finanz- Dejeuner, nach dem die Gäste und die Gastgeber hatte Ministerpräsident Laval die Hoffnung aus ſtiert allerdings gegen die reichs deut. lage besprechen werde. Juzwischen werde die bis 15 Uhr 30 in lebhafter Unterhaltung ver- gesprochen, daß die Besprechungen der Auftakt zu schen Milchzölle. Das kann nämlich die heute in London erfolgte Einigung einen guten blieben. Die Gelegenheit wurde benüßt, den Mei einer Reihe weiterer Grörterungen Landpost" der Frau Blaschke erzählen, daß psychologischen Erfolg haben und es dem Komitee nungsaustausch fortzusetzen, um eine Grundlage seien, die zu einer politischen deutsch- französischen der Banken ermöglichen, einen auf lange Sicht zu finden, auf der eine weitere Zusammenarbeit Zusammenarbeit führen mögen. errechneten Plan zur Sanierung Deutschlands auszuarbeiten. Leider sei es sehr schwer, die Bant Ben der Welt zur fofortigen Beivilligung neuer Kredite zu veranlassen. Wan hoffe aber in Wa- Plädoyer des österreichischen Vertreters| partners zu unterwerfen. Das Wiener Protokoll auch die Bauern Südböhmens und Südmähberuhe auf dem Grundsay vollkommener rens ein eminentes Interesse daran, so wie shington trotzdem zuversichtlich, daß neues Haag, 23. Juli.( Wolff.) In seinem heute Gleichberechtigung beider Vertragspart- früher Milch, Butter, Eier und Vieh über Geld nach Deutschland fließen werde, sobald erst Bormittag fortgefeßten Blaidoyers führte der ner. Wenn Desterreich eine derartige Zollunion die Grenze zu liefern. Dies wird ihnen jedoch das Vertrauen in Deutschlands Stabilität wieder Vertreter Desterreichs Professor Dr. Kaufmann nicht erlaubt werden sollte, dann müsse man fra- durch die Hochschutzzollpolitik der benachbarten hergestellt sei. Um dies zu erreichen, müsse die u. a. den Nachtveis, daß die Oesterreich durch die gen, in welcher Form Desterreich dann wohl eine agrarischen Bruder" Parteien unmöglich geBolitik der Reichsregierung, durch energische geplante 3ollunion auferlegten Verpflichtungen Rollunion abschließen sollte. Im übrigen habe der agrarischen Bruder"-Parteien unmöglich geMaßnahmen die Flucht aus der Mark zu verbin weniger weitreichend seien, als dies bei Bölkerbundrat Desterreich im Jahre 1922 selbst macht. Vor solchen Tatsachen und bei der dern, fortgesetzt werden. Der erhebliche Fort anderen bestehenden Zollunionen der Fall sei. aufgefordert, mit den österreichischen Nachfolge- Lage der Hopfen, Gerste- und Zuckerproduk schritt, den die Reichsregierung in diefer Rich Die Zollunion mit Deutschland dürfe Desterreich staaten Handelsverträge von sehr großer Trag- tion haben unsere Agrarier noch immer nicht thing bereits erzielt habe, jei eint erfreuliches und nur dann verboten werden, wenn es sich durch sie weite, also eigentlich Zollunionen, zu tätigen. begriffen, daß Absperrungspolitik ein zweiermutigendes Zeichen für die Zukunft. verpflichtete, sich dem Willen seines Vertragsschneidiges Schwert ist, eine Waffe, unsere ertragsarmen Gebirgsgegenden Sachsen oder Bayern oder Desterreich her mit billiger Milch überschwemmt würden. Umgetehrt hätten unsere Gebirgslandwirte, wie Seite 2 Selles, 21 Jul 11 9 Rr. 171 die auch der eigenen Landwirtschaft tiefe Die Landpost" zieht auch gegen die und jebe Bezbigung ft ben hemente Wunden schlägt! Ist das volkswirtschaftlicher Bewilligungskommission los, welche als Not- durch Diltate zerschlagen, folange with bie Was sagen die deutschen Unverstand oder böswillige Entstellung der behelf anstelle des gescheiterten Getreidemono- Zandbevölkerung be bolle Zedje iz bielen Regierungsparteien...?" Wahrheit?. pols tritt. Wieder durch Verschulden der So- Größenwahn bezahlen. Auf welcher politischer Höhe sich die Ar- zialdemokraten werden dort angeblich Die Händler, die Spehalten, bie Sheenbe Sundstagshipe wie alljährlich aus den Das a man jetzt, während die einsetgumentationen der Landpost" bewegt, zeigt Bürokraten, Händler und Großbäckereien ent- duftrie- und Banffapitalisten die jest die Birnen der Nationalisten die sonderbarsten noch folgende Stelle ihrer Anklage": scheiden und deshalb bringen die Landbünd- ,, Landpost" uns als Bundesgenossen anhän- Enten brütet und das nationale Blut in jene Erpreßt wurde eine Erhöhung ler dieser Getreidekommission fein Vertrauen gen möchte- lachen fich darüber ins Fäust- altung bringt, gegen die einzig talte umder Umlagen, erpreßt wurden Mehr entgegen. Natürlich werden was die chen. Denn solange fich Arbeiter und Bauern schläge oder die Zwangsjade helfen, tagtäglich ausgaben für alle anderen, und zwar zur Landpost" wohlweislich verschweigt- auch nicht einmal über wirtschaftliche Detailfragen in den Naziblättern lesen. Was wir dazu sagen, in den deutschnationalen Zeitungen, vor allem Unzeit, nur für die Landwirte war nichts Vertreter der agrarischen Genossen verständigen können, werden sie weiter vom daß der„ Národ", daß der„ Večer", daß der übrig, trop größter Not." schaftsverbände dabei sein. Es entbehrt Großkapital geschoren. Der Bandpost" scheint Expreß"," daß der Přeloučer Dorfbote, daß der Damit ist wohl die bescheidene Verbes- nicht der Pikanterie, daß auch ihnen das Ver- dieser Zustand so zu gefallen, daß sie ihn durch Stankovicer Kleine Patriot... usw. usw. ferung des Gemeindefinanzgesetzes gemeint, trauen schon von vornherein aufgekündigt derlei Anklagen" wider Marxismus und das und das geschrieben hätten, was die Ehre an welcher ,, Erpressung" die agrarischen Mi- wird. Industrie" auf absehbare Zeit prolongieren der deutschen Nation beleidigt. nister freilich nicht beteiligt waren. Ihnen Das ganze Geraunge über mangelnde möchte. Nun, wenn es den Landbündlern gar wäre es offenbar lieber gewesen, mitten in Erntesicherung für 1931 fällt auf die Agra- so gut geht, daß sie nach allen Seiten zugleich Was sollen wir also dazu sagen? Dann und wann kann man es, statt daß schwerster Wirtschaftsnot auch Gemeinden und rier selbst zurück. Wenn sich die Landwirte ausschlagen können, dann sind wir gerne man lange fragt, einfach bei uns nachlesen, da Bezirke zusammenbrechen zu sehen und die darüber beklagen, daß keine bessere Regelung bereit, in eine ausgiebige Auseinandersetzung wir ja der tschechischnationalistischen Presse die ganze Selbstverwaltung vor die Hunde gehen gefunden wurde, so mögen sie sich getrost an darüber einzugehen, wer den Händlern und welche wir eben als nötig erachten. Haben wir nötige Aufmerksamkeit schenken, oder doch die, zu lassen. Sie sind ja seit der berühmten die Adresse der agrarischen Parteien wenden. Rapitalisten näher steht: Die Agrarparteien uns zu dem besonderen Fall nicht geäußert, sp Verwaltungsreform an Totengräber- Solange dieje glauben, daß sie in landwirt- oder die Sozialdemokratie! arbeit wie Spina sie einmal nannte schaftlichen Dingen allein auf der Welt sind gewöhnt. dustrie" Schließlich sollen ,, Marrismus und Inbilliger tuts die ,, Landpost" nun einmal nicht auch für das Nichtzustandekommen des Getreidemonopols verantwortlich sein. Daß in der grundsätzlichen EinstelBelagerungszustand über Sevilla. Sturm auf eine Kaserne.- Zahlreiche Zote und Verletzte. * fönnen sich die Deutschnationalen damit behelfen, daß sie nachlesen, was wir zu ihren Er güffen sagen. Dann wissen sie gleich auch, was wir von denen der andern Seite denken. Wir unterscheiden uns nämlich von ihnen u. a. dadurch, daß wir alle mit dem gleichen Maß messen und daß uns ein Trottel zunächst immer als Trottel bemerkenswert erscheint, ob lung zum Monopol zwischen Sozialdemokraten Sevilla, 23. Juli. Die Schießereien Tagesanbruch kreuzen heute früh Flugzeuge über und wie den Trottel so beurteilen wir auch den er nun diese oder jene Nationalfarben trägt; und Nationaldemokraten ein Unterschied da dauerten während des ganzen Nachmittags in der Stadt. Die Bevölkerung nahm mit Befrie- Rüpel ohne Ansehung seiner nationalen Zugemar, hätte auch dem geschwächten politischen den verschiedenen Stadtvierteln an. Hiebei wurde digung die Proklamierung des Kriegszustandes hörigkeit. Will also der Nazi wissen, was wir Sehvermögen der„ Landpost" nicht entgehen eine große Zahl von Personen verleßt, darunter auf und begrüßte begeistert das Eintreffen des von den tschechischen Fascisten halten, so lese er follen. Ihre papierene Erregung wird nie- zwölf tödlich. Gegen 19 Uhr versuchte eine große Militärs. nur nach, was wir von ihm selbst gesagt haben, manden darüber hinwegtäuschen können, daß Wenge von Manifestanten, an deren Spize zahlund interessieren sich die Herren Restgutbarone Sevilla, 23. Juli. Auch während des dafür, wie wir über die Nazi denken, so mag geplante Getreideeinfuhrstelle und eine damit Zivilgarde zu bemächtigen, Gegen die Polizei heutigen Tages kam es zwischen anarchistischen ihnen genügen, was wir ihnen gelegentlich ins im legten Stadium der Verhandlungen die reiche Frauen schritten, sich der Kaserne der wurden aus den Häusern Schüsse abgegeben. Diese Elementen und der Polizei zu einigen Zu- Stammbuch schreiben. verbundene Stabilisierung der Getreidepreise erwiderte das Feuer, wobei vier Personen schwer sammenstößen. Ein Lastauto der Zivilgarde, auf ausschließlich durch Verschulden der Agrarier verlegt wurden. Eine Frau, welche vom Balkon bem verhaftete streikende Arbeiter abgeführt wur- und das gibt ihnen freilich erst vor sich selbst Die Nationalisten haben die Eigenheit gescheitert ist. Sie wollten zwar eine Preis- aus einem Gewehr Schüsse gegen die Polizei ab- den, wurde von einer Gruppe Anarchisten über die Existenzberechtigung stabilisierung nach unten, aber nicht nach gab, wurde gleichfalls verlegt. Die Zahl der Ver- fallen, die schließlich nach einem heftigen Scharnur über die Flegeleien und Blödeleien ihrer daß sie sich immer oben. Statt zu begreifen, daß ein Getreide hafteten übersteigt fünfhundert. Die Gefängnisse mügel, wobei auch geschossen wurde, die Flucht Gesinnungsgenossen im andern Lager aufregen monopol nur auf einer Verständigung zwi find nicht grok genug, um alle Verhafteten auf- ergriffen. Bier Angreifer wurden durch Schüsse und daß sie diesen das Recht auf Trottelhaftig. schen Produzenten und Konsumenten über zunehmen. Viele der Verhafteten mußten in den getötet. Unter den Opfern befindet sich der Vor- feit, das sie selbst beanspruchen, nicht zugefteeinen mittleren Ausgleich der Preisschwan- Kellern des Rathauses eingeſchloſſen werden. Das fißende der Syndikalisten- Union in Sevilla und ben wollen. Die tschechischen Blastenci regen sich fungen möglich ist, wollten sie wieder einmal Gebäude der kommunistischen Partei wurde ge- ein bekannter Rommunist. täglich über die Hakenkrajeleři auf und diese sperrt und die Mitglieder ihres Barteivorstandes In den Gemeinden um Sevilla dauert die wieder über jene. Daß die Kramařblätter fich diftieren. Ohne Rücksicht darauf, daß Export- verhaftet. Die Stadt macht einen traurigen Ein- Erregung fort. So warfen sich in Alvala de über eine französisch nationale Flegelei( eine industrie und Exportlandwirtschaft verzweifelt brud. Die Fußgänger werden genötigt, mit er- Guadaira Streifende auf einen Zivilgardisten, Klebmarke mit einer hezerischen Aufschrift um ihre letzten Positionen auf dem Welt- hobenen Händen zu gehen. Jeder, der seine Ber- der vom Pferde fiel. Ein zweiter Zivilgardist, gegen deutsche Geschäftsleute) so diebisch freuen markt ringen, wollten die Agrarier die Ge- ionaidokumente nicht in Ordnung hat, wird ver- der in der Nähe stand, machte von der Waffe vie sonst nur über die mindestens einmal treibepreise ganz von den Weltmarktpreisen haftet. Gebrauch, erschoß einen Manifestanten und vers wöchentlich eintreffende Feststellung, daß ein .), loslösen und sie hinter dem Deckmantel des Gegen Mitternacht wurde der Belage leßte drei weitere schwer. Vor einem Gasthause, Tscheche irgendeinen Weltrekord hält(„ Der Monopols nach ihren Wünschen gestalten. rungszustand verhängt. Der Zivilgouver- das den Mittelpunkt der Kommunisten bildet, größte Käsefabrikant- ein Tscheche" Daß durch einseitige Preispolitik kein Pfent- heue Einwohner als Mitschuldige angesehen ver- wurde der Befehl gegeben zu feuern, um das Ge- nicht jenen Fiebergrab dar, bei dem wir nach Daß durch einseitige Preispolitik kein Pfent neur ließ eine Kundmachung affichieren, derzufolge wurden drei Kanonen aufgestellt. Es nimmt uns nicht Wunder und stellt noch lange nig mehr an Kauffraft ins Land kommt, daßten, welche gestatten, daß aus ihren Häusern bäude zu vernichten, sobald aus demselben der erste der Rettungsgesellschaft rufen. Warum sich der im Gegenteil die landwirtschaftlichen Absatzmöglichkeiten noch weiter einschrumpfen und gegen die Polizei Schüsse abgegeben werden Bei Schuß abgegeben würde. der Karpathenverein. ,, Tag" darüber aufregt, ist vollends ein Rätsel. Ja warum soll es denn das nur bei den Deutjo die Krise nach allen Seiten verschärft schen geben? Solche Hakenkreuztöpferln wie wir wird diese Binjenwahrheit haben die Keine Ausreisegebühr für Zouristen.freunde, der Schweizerische Alpenklub, der baben die Tschechen halt auch! Landbündler noch nicht begriffen. Sie jamErzgebirgsverein und Der Tag" ist aber auch neugierig, was mern nur immerfort, daß ihnen die bösen Begünstigungen für Deutschlands Nachbarstaaten. Beim Grenzübertritt genügt die Vorzeigung der wir nuntun werden: Sozialisten übrigens in einer Zeit, wo Berlin, 23. Juli. Hinsichtlich der Ausreise- Mitgliedskarte des betreffenden Vereines. Die auf der ganzu Welt kein Bauer oder Far- gebühr von 100 Mark wurden heute weitere Befreiung erstreckt sich auch auf Ehefrauen und mer mit den Preisen zufrieden ist nicht wesentliche Erleichterungen geschaffen. Die Ge-| Kinder. die gewünschten Preise bewilligen wollen. bühr wird nicht erhoben werden von Mitglie Ob die Hunderttausende von Arbeitslosen dern solcher Bereine, deren ausgesprochener und Kurzarbeitern, auch die von den Agra- deutschen Grenzgebirge oder in einem Gebirge iſt, Zwed die Pflege des Wandersports in einem riern diftierten Preise bezahlen könnten, das ich in einem an Deutschland angrenzenden ob der Arbeiter in Industrie und Landwirt- Lande befindet, für den Grenzübertritt in das schaft auch einen angemessenen Preis für seine jeweils benachbarte Land. Als Wandervereine Arbeitskraft bekommt, das interessiert sie in diesem Sinne gelten der deutsche und der hat verfügt, daß die Effektenbörse bis zum 30. weniger. österreichische Alpenverein, die Natur Juli geschlossen bleibe. ( Nachdruck verboten.) 26 Berlängerung der Börseniperre in Ungarn. Budapest, 23. Juli,( MTJ.) Der Börsenrat Pfeile aus dem Jenseits.ftarrie, waren auch da plößlich zwei Augen, die ein höhnisches Richern wie es ihm schien. Von Hans- Herbert Varien. Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. Der Commander warf sich in einen Sejjel, und seine beiden Arme, au denen die Fäuste gewaltig und schwer wie Schmiedehämmer hingen, fielen ohne Willen und Kraft über die Lehnen. XIV. Ueberall Augen. oben im Wipfel... aber sie waren auch unten] Clay konnte nicht umhin... Ex trat mit am Stamm und als Clay sich jäh und unerwartet einem Fluch nach den Augen. umdrehte und in die Schatten des Zimmers In diesem Augenblick hörte er hinter sich Er fuhr herum und sah in das Gesicht des Commanders, das verzerrt zu ihm herüberschaute. ihn frech und impertinent anstarrten. Dazu erhebt sich die Frage an die zwei judetendeutschen Regierungspar teien: Lassen sie sich auch diese unerhörte Schändung des deutschen Ansehens gefallen? Werden sie es mit ihrer Ehre vereinbarlich halten, eine solche Niedertracht ohne jede Sühne zu dulden?" Dazu erhebt sich nun folgende Frage: Was folchen Sühne denn eigentlich vor? stellen sich die Nazi unter einer Auf Bübereien dieser Art fann man nur mit einer moralischen Züchtigung antworten; " Ich soll... ich... soll... Sie... dann... dann... er... schießen?" Das sollen Sie!" sagte der Commander und als er das offensichtliche Entseßen in Clays Gesicht las, wurde er ganz verstört. Aber Clay... Sie. wollen... das nicht?" " Clay versuchte zu lächeln, denn es war unmöglich, daß diese Augen existieren konnten. Und was waren es für Augen? Waren es die Augen ,, Die Augen, Clay... die Augen... Sie ,, Den Teufel, will ich", schrie Clay und stürzte emes Menschen? Oder eines Tieres? werden meine Erzählung ernster nehmen müssen, sich auf den Commander, um ihm den Revolver Clay konnte sich darüber nicht klar werden. als Sie wollen, mein lieber Clay..." zu entreißen. Aber eine Kleine, fast lässige Arm Nein, zum Teufel, man fonnte nicht einmal eine Aber zum Henker! Wenn Sie so überzeugt bewegung des Commanders ließ ihn zurüdFarbe oder eine Form dieser Augen feststellen. sind, daß all dieses nicht Menschenwert ist, warum taumeln. Clay hatte nicht mit der Riesenkraft des Sie glänzten... sie funkelten... sie hatten ließen Sie mich dann holen... Commander, ich Commanders gerechnet. Er rieb sich verlegen den etwas ungemein Furchteinflößendes an sich. Es bin Polizeipräfeft, aber fein Teufelsbeschwörer." Arm und fluchte dazwischen. war, als wenn geheime Aengste direkt von ihnen Clay war ehrlich wütend und einen Moment Oh... oh... ich wollte Ihnen nicht wehClay mußte sein trommeindes Blut zur ausströmten wie ein elektrisches Fluidum, aber stand sogar etwas wie Haß gegen den Comman- tun, Clay! Aber haben Sie keine Angst. Ich bin Ruhe bringen. Er stand auf und ging über die sonst waren es eben nur Augen... Augen... der in ihm auf, der in dies mystische Abenteuer fromm! Mein Glaube verbietet mir selbst, die schweren Teppiche. Er trat an das Fenster und Der Teufel! War es vielleicht nur das Ge- ihn hineingezogen hatte. Waffe gegen mich zu richten. Sie können mir das sah in den alten Park, in dem dunkel und schwer- fühl, daß er diese Augen sah? Waren sie vielleicht Als er aber wieder die entsetzliche Angst in Dings ruhig lassen.. mütig die Blutbuchen standen. Ganz ferne hörte gar nichts Tatsächliches? den Augen des Commanders sah, taten ihm seine Ich werde Sie retten schrie Clay... er die Brandung der See, die in der Tiefe an Clay, dachte an die Zauberkunststücke indi- Worte leid. Grobheit schaffte nichts aus der Welt es ist ja alles reinster Wahnsinn. Ich friege ben Bart stoßen mußte. Ein Specht hämmerte scher Fatire, deren Kunststücke lediglich auf Sug- und so sagte er schnell:" die Teufel schon, die Sie mystifizieren. Es passiert mit wütender Kraft... gestion beruhten. Die zauberten Bäume und ,, Natürlich will ich Ihnen helfen, Comman- Ihnen nichts. Da kommt kein Pfeil aus dem JenDa aber stieß Clay einen Fluch aus. Was Früchte, die gar nicht vorhanden waren, als der... denn ich will mich hängen lassen, wenn seits! Wir sind doch in einem zivilisierten Lande. lediglich in der Einbildung... nicht hinter all dem doch Gauner steden. Das Wir sind in feinem Hottentottentral. Wir haben Clay jah, wie ihn aus dem dunklen Blatt- Aber wo war hier ein indischer Fafir? Clay alles ist Menschenwerk... wie es in Szene ge- die bestorganisierte Polizei auf dem ganzen Ronwert Augen auftarrten, häßliche, tüdische Augen. entsann sich, daß zu solchen Kunststuden wenig- sekt wurde und wird... Nun, ich will mich hän- tinent. Mein Hirn ist nicht von Bappe und meine Clay fühlte, wie sein Herz einen schnellen ftens irgendein Sotuspotus notvendig sei. Bau- gen lassen, wenn ich nicht doch noch dahinter- Leute sind im besten Training. In zehn Minuten Wirbel, wie die Aufforderung zu einer Attacke berformeln, Einschläferungsmanöver, der Rauch komme... sind Sie von einer Schußmauer umgeben, die schlug... einer betäubenden Pflanze und irgendwelcher anClay fuhr sich mit der Hand über die Augen. derer Strimskram... Und Clay stampfte über die weichen Tep- kein Teufel durchbrechen fann, ohne sich selbst das piche mit einer Wucht, als trample er auf den Genic zu brechen. Wir wollen diesen Teufelsterl, Aber das seltsame Phänomen wollte nicht weiDavon war hier nicht die Spur... Leibern derer herum, die es wagten, ihn, den der Ihnen dies schwarze Biest ins Haus sandte, chen. Es war kein Zweifel, aus dem dichten Blätterwerk der Blutbuchen starrten ihn neu- Und es war Clay, als solle er ganz beson- Polizeipräfekten, auf solch gemeine Weise zu schon hopp nehmen... das wäre ja lächerlich Ihre Villa wird hermetisch abgesperrt Jede gierige Augen an. ders genarrt werden, als triebe dieser Sput sein mystifizieren. Maus wird revidiert... feine Fliege darf ohne ,, Mir können Sie nicht helfen, Clay... aber Clay versuchte die Augen zu zählen, aber zu ganz besonders höhnisches Spiel mit ihm, denn Nonsens! Pfeil aus dem feinem größten Erstaunen, gelang ihm dies nicht. als er jetzt auf den Boden vor sich sah, erkannte es ist, daß... ich möchte... ich wollte..., daß Baß hereinfliegen Jenseits! Nonsens!..." Da waren zwei Augen. da waren... drei... er ganz deutlich so daß es keine Einbildung Sie, wenn es geschehen sollte, mir jenen Dienst Clay hatte sich in eine förmliche Wut hinein vier... sechs... nein, da waren unendlich viel sein fonnte, zwei Augen, die ihr von unten erweisen, den ich Jup erst erwies..." sagte der Commander und spielte nervös mit dem Re- geredet. Er fluchte, daß er selbst solange sich von Augen. Und doch waren es immer bloß zwei herauf lauernd anstarrten. der Erzählung und dem anderen bösen Sput hatte Augen, in die er hineinstarrte. Aber er starrte Sie faßen gerade vor seinen Füßen. Groß, volver. beeinflussen lassen. immer in zwei Augen. Wohin er auch den Blid wimperlos und von der lauernden Tüde häß- Clay sah den Commander entsetzt an. Dann in dies Blättergewirr wandte. Die Auaen waren licher Vivernaugen erfüllt. stotterte er: war das? " ( Fortjehung folgt.) Nr. 171. Freitag, 24. Juli 1931. eft, berformat boje ste dolentosen for Kommunistisch- hakenkreuzlerische Einheitsfront berg und Hitler wollen eine parlamentarische Komödie aufführen, während die Massen Hunger und Not leiden." das wissen die Nazi doch sehr gut. Was haben] wir denn getan, wenn sie, was doch eben so vorkommt wie die Exaltationen der nation naldemokratischen Tollhäusler, die Ehre der deutschen Nation besudeln? Wir haben sie an K. B. D. ruft zur Beteiligung am preußischen Bolfsbegehren auf. den Branger gestellt und mit den Mitteln der Berlin, 23. Juli.( Eigenbericht.) Das Satire und einer höheren Moral gezüchtet, auch Zentralfomitee der kommunistischen Partei ruft wenn wir der Meinung waren, daß eine törper hente seine Anhänger dazu auf, sich am Boltsliche Züchtigung angebracht wäre. Daß tsche- entscheid der Hakenkrenzler, der Deutschnationachische Blätter sich unanständig benehmen, fon- len und des Stahlhelms zu beteiligen. Es bieje parlamentarische Komödie mit und reiht Jeßt aber macht die kommunistische Partei nen wir ebensowenig hindern, wie jene ein Writtel gegen unsere ihnen unliebsame Kritit hat plöglich entdeckt, daß es sich dabei um eine dieje parlamentarische Komödie mit und reiht sich in die Einheitsfront der brutalzur Verfügung haben. Rufen doch auch die tote" Attion handle. tschechischen Nationalisten dauernd nach Sühne" munistische Zentralfomitee über das Vorgehen Opposition, zu berichten weiß, bestehen wegen Bor gar nicht zu langer Zeit hat das tomten Reattion ein. Wie die„ Arbeiterpolitik", das Organ der kommunistischen für unsere Ausschreitungen"; aber wie wir feiner reaktionären Freunde gegen Preußen dieses Beschlusses die schwersten Differenzen im mur in der Anprangerung der Sudelei, so fönnen sie eben nur in neuen Sudeleien die ganz anders geurteilt. Es stellte Zentralfomitee der kommunistischen Partei. Das 3. gesuchte„ Sühne" finden. Das weiß der„ Tag" 5. Feber d. J. in einem Aufrufe ganz richtig Blatt fügt hinzu, daß den Kommunisten alle doch sehr gut, darum spare er sich die aufgeregten Anfragen! Einstündiger Proteststreit bei štoda. feft, am Worte vom Kampf gegen den Fascismus nichts ,, daß die deutschen Nationalisten in Preußen die helfen gegenüber der Tatsache der Organisierung Hochburg eines blutgierigen fascistischen Regims einer tatsächlichen Einheitsfront der kommuni nach dem Muster Mussolinis errichten wollen. stischen Partei mit den fascistischen OrganisaDie Reaktionäre vom Stahlhelm bis zu Hugen- tionen. Die Arbeiter- Olympiade. Die Wettkämpfe haben begonnen! Herzlichste Grüße der 2. Olympiade des Weltproletariates. Möge sie helfen, die Arbeiter der ganzen Welt brüberlich zu bereinen. Arbeiter Turn- und Sportbund Amerikas. Auf der Fahrt nach Bien verunglückt. Kuckuck Kuckuck ist die schönste illustrierte Wochenschrift Überal! erhältlich! Seite 3 S Distonterhöhung in England. London, 23. Juli. Der Diskontsak der Baut von England wurde von 2.5 auf 3.5 Prozent erhöht. Staatshilfe für die Merturbant. Bant ein Strebit von 20 Millionen Schilling als Wien, 23. Juli. Einer Meldung der Neuen Freien Presse" zufolge wird der Wiener MerkurPostsparkassen- Einlage bewilligt werden. Die Auf dem Wege nach Wien zur Arbeiter Schalter der Merkur- Bant werden dann wieder Olympiade stürzte der Deutsche Karl Pfluger geöffnet werden. Die Entscheidung erfolgt im aus Hessen derart unglüdlich von seinem Motorrad, heutigen Ministerrate. daß er mit einem wahrscheinlichen Knöchel bruch von der Hisinger Rettungsgesellschaft ins Allgemeine Fortsehung der Verhandlungen mit Gestern von 7 bis 8 Uhr früh streikte dic Arbeiterschaft in allen Abteilungen der Stoba werfe in Pilsen, des Hradeker Eisenwerkes( bei Rokycan) und der Skodafabrik in Prag- Smichow. Die Ursache des Streiks sind die rücksichtslosen Arbeiterentlaffungen, welche bei Skoda in der legten Zeit durchgeführt wurden. In der Zeit ber ärgsten Not der Arbeiterfamilien, da die Wien, 23. Juli. Seute begannen auf der Entlassenen feine Hoffnung haben, anderweitig ganzen Linie die olympischen Spiele. Die Arbeiter beschäftigt zu werden, sind allein in Pilsen 1500 Olympiade, die Sonntag eröffnet wurde, nahm erst Arbeiter entlassen worden, das heißt, jeder heute ihren richtigen Anfang. Bier Tage wird e gehnte bei Skoda beschäftigt gewesene Arbeiter. nun Wettkämpfe aller Art geben, vier Tage werden Dabei find die Löhne niedrig, jede Beile befom- Sportler und Sportlerinnen ihre ganze Kraft daran men die Arbeiter unbezahlten Urlaub, ständige jeten, für ihre Farben, für ihr Land einen Sieg zu Furcht, den Arbeitsplatz zu verlieren, erfüllt sie. erringen und aber auch zeigen, daß der Arbeiter Die Arbeiterschaft hat auch große Beschwerden sport auf seiner ganzen Linie marschiert. bei der Verrechnung der Affordlöhne, so daß Gleich der erste Tag brachte ein ungemein reichdie Affordarbeiter wenig verdienen. Alle in die- haltiges Sportprogrammt, in dem schon faft sämtliche ser Hinsicht bisher vorgebrachten Beschtverden, Sportarten zur Geltung famen. In der Kampfbahn Krankenhaus gebracht werden mußte. ebenso wie diejenigen über unhygienische Zu- im Stadion fanden seit dem frühen Morgen leichtstände in den Werkstätten verhallen wirkungslos. athletische Wettkämpfe der Sportlerinnen und Sport Bei den heute stattgefundenen Wettkämpfen gab Dabei haben die Škodawerke bisher immer gut ler statt. Teilweise waren es Borkämpfe, aber auch es auch schon eine Reihe internationaler Neuen Freien Breffe" veröffentlichten Interberdient, im letzten Jahr betrug der Reingewinn schon Entscheidungskämpfe. An allen Wettkämpfen, Best leistungen. view mit dem tschechoslowakischen Gesandten und 50 Millionen Kronen, so daß das Unternehmen auf allen Sportplägen, auch wo solche außerhalb bes Im 100- meter- 8 auf der Sportlerin bevollmächtigten Minister Dr. Juling Friedin der Zeit der Krise Opfer bringen könnte. Der Stadions stattfinden, fanden sich große Mengen nen erzielte die Engländerin Woker mit 12.2 Sek. mann spricht dieser zum Abschluß des tschechoBroteststreit ist ein Warnungsruf, der nicht un- bon interessierten Zuschauern ein; z. B. harrten im eine neue Höchstleistung. slowakisch- österreichischen Handelsvertrages die Die Olympische Staffel der Sportler lief Soffnung aus, daß nunmehr die Grundlagen für gehört verhallen sollte. Schwimmstadion gegen 40.000 Zuschauer in der Gluthige des heutigen erften Sonnentages aus und Defterreich in der Bestzeit von 3: 39.5 in., einen stabilen Handelsverkehr geschaffen find, wo bewiesen durch ihre wiederholten Beifallsbezeugun- gefolgt von Deutschland und Finnland. bei zu betonen ist, daß jederzeit eine Revision des gen, daß der gebotene Sport ihre vollste Zufrieden Der Auffiger Berband holte fich den Sandelsabkommens verlangt werden kann, Nunersten Erfolg bei den Fantballspielen der mehr werden die Beratungen der Tschechoslowakei heit fand. Sportler, indem feine Mannschaft Deutschland mit Ungarn fortgesetzt werden. Hier wurden mit 71:34 besiegen fonnte. Deutschlands bereits Fortschritte erzielt; der neue Bertrag mit Frauen- Fauftballteam hingegen befiegte das des Ungarn wird verschiedene offene Präferenzen vorAffiger Verbandes mit 84:57. sehen. Schon wieder ,, Dolchstoß"-Geschrei. So wie im Schwimmstadion war es auch auf allen Stampfplägen. Beifall für einen schönen Lauf, für einen Hochsprung, einen guten Rugelstok usw. Ueberall innigste Verbundenheit der Zuschauer mit ihren Genoffen auf der Rampfbahn. In der„ Sudetendeutschen Tageszeitung" fchreibt der Reichsparteisekretär der Nationalpartei, ein Herr Hermann, einen Artikel, in dem er gegen die Erfüllungspolitit" mit allen jenen nationalsozialistischen Argumenten loszieht, Bei den Konkurrenzen im Schwimm stadion die geeignet sind, den Deutschnationalen vollends Großes Interesse fanden, wie vorauszusehen, die stellte Bayer( Oesterreich) int 200- meterden Garaus und ihre verbliebenen Parteigänger schnellstens zu Nazis zu machen. Dabei leistet er Fußballtämpfe, die in unübersehbarer Zahl ftatt- Brustschwimmen mit 2: 57,6 min. eine neue fanden; in der Hauptsache aber jene, die zur internationale Bestleistung auf.- 3m Wasserfich auch die folgende Berdrehung: Zwölf Jahre nach Bersailles muß es als Olympia- Meisterschaft zählen. Die technische Orga- ball- Turnier schlug Oesterreich die belgiDolch stoß bezeichnet werden, wenn das nisation appt wie am Schnürchen, die österreichische Mannschaft 10: 0. Prager Zentralorgan der deutschen Margisten in schen Genossen haben alles glänzend vorbereitet; der Tschechoslowakei, der Sozialdemokrat", aber es ist furchtbar schwer, ja direkt unmöglich, in seinem Leitartikel vom 14. Juli Wehe den alles zu sehen und darüber zu berichten. Wer das Besiegten" schreibt, daß Teutschland auf die möchte und fönnte, wäre ein Tausendfaffa. Zollunion Berzicht leisten, daß es die französischen Wünsche wegen Einstellung des Baues des Panzerfreuzers B erfüllen muß. Da die roten Herrschaften auch der nationalen Bewegung nicht grün sind, würden sie es am liebsten sehen, wennt zuUngarn. Wien, 23. Juli.( AN.) In einem von der Keine Reichstagseinberujung. Berlin, 23. Juli. Der Aeltestenrat des Reichstages frat heute unter dem Vorsitz des Auch bei den Kraftsportlern gab es im Bizepräsidenten Freiherrn von Kardorff( ReichsStemmen drei neue Höchstleistungen, die von tagspräsident Loebe ist gegenwärtig in Wien) zu Desterreichern erzielt wurden. einer Sigung zusammen, um wiederum zu dem Die genauen und wichtigsten Ergebnisse der Antrag der Oppositionsparteien auf Einberufung heutigen Beranstaltungen werben wir morgen nach des Reichstages Stellung zu nehmen. tragen und vervollständigen. Reichsminister Treviranus erklärte, die Reichsregierung lege großen Wert darauf, daß Bon den am Mittwoch stattgefundenen Ber- zur Zeit die Einberufung des Reichstages nicht beschlossen werde. Die Londoner Verhandlungen mindest die Organisation des Stahlhelm unter das vorher das gewaltige Rund und immer neue Waffen anstaltungen wären nachstehende noch nachzutragen: feien noch keineswegs abgeschlossen, sondern Der Einzug der Nationen. Abends fand um 8 1hr der Einzug der Nationen in die Kampfbahn des Stadion statt. Ge waltige Menschenmengen umfäumten schon lange strömen herbei. Alle Pläge sind gestopft voll, so Verbot fallen würde. Triumphierend kann Briand und Laval den baß nicht einmal die berühmte Stednabel zu Boden Oesterreichs Faustball- Olympiateam geschlagen. Reichsfinanzminister Dietrich werde in der näch Das Freundschaftsspiel im Faustball sten Woche nach London fahren, um an den auf Amerikanern und Engländern und auch den Her fallen fönnte. Derweil ist auf dem grünen Rafen ren Brüning und Curtius sagen, daß ihre selbst noch der Fußballkampf Ungarn- Balästina zwischen dem österreichischen Olympiateam la- finanziellem Gebiet erforderlichen Besprechungen verständlichen Forderungen" volles Berständnis im Gange, den diese unzählbare Menge mit leiden- genfurt und der oberösterreichischen Mannschaft teilzunehmen. Reichskanzler Dr. Brüning werde auch im deutschen Lager finden. Zu einer Zeit schaftlichem Interesse verfolgt. Nun ist auch er zu Attnang- Puchheim endete mit einem über- war am Samstag zurückkehren, aber dann würalso, wo drüben im Reiche den Forderungen nod) Ende, die Ungarn verlassen als vielumjubelte Sieger raschenden Sieg der Oberösterreicher. Klagenfurt ben in Berlin die politischen Besprechungen fortgefeßt werden müssen. Daraufhin wurde festgedas ,, Unannehmbar" der Regierung entgegengesett das Feld. Im Marathontor wurde es schon lebendig. wurde 59: 38 geschlagen. stellt, daß sich für die Einberufung des Reichs Die Zielfahrt der Arbeiter- Radfahrer. wurde, rät das Hauptorgan der judetendeutschen Man sieht Fahnen und Sportler und Sportlerinnen, tages nur eine Minderheit von 243 b. Staatspartei" schon zur Unterwerfung. Kann eine die sich schon einordnen in die Gruppen ihres Mittwoch nachmittags langten die Testen geordneten, einseßt, nämlich die Deutschsolche Bolitik der Zwiespältigkeit, der Unaufrich- Landes. Endlich ein Signal, die Musik beginnt zu Teilnehmer der Zielfahrt bei den Empfangstellen nationalen, die Nationalsozialisten, die Kommu tigkeit und der Rüdgratlosigkeit für das deutsche spielen und nun bietet sich dem Zuschauer ein im an. Insgesamt liefen ein: bei der Empfangsstelle nisten und die Landvolkpartei. Die Bayrische Bolt erfolgreich sein? Niemals! Selbst wenn weit posantes und herrliches Bild, das sicherlich bleibenden Floridsdorf: 59 Radfahrer und Turner aus Volkspartei hatte keine Vertreter zur hentigen blickender angelfächsischer Scharfsinn vernunfts- Eindruck bei allen hinterlassen wird. Deutschland, 41 Motorradfahrer aus Deutschland Aeltestenratssigung entfandt, aber mitgeteilt, daß gemäß an die Seite Deutschlands treten müßte, und der Tschechoslowakei. Empfangsstelle sie an ihrer bisherigen Stellungnahme festhalte, Spinnerin am Kreuz: 11 Radfahrer und 7 Motor- also gegen die Einberufung des Reichstages ſei. radfahrer aus Deutschland. Gegen die Einberufung war neben den Regierungsparteien auch die Wirtschaftspartei. Der Dreilampf der Fußballer. Der erste Teil des Dreikampfes der Fußballer, an dem sich nur Oesterreich beteilig.e, brachte folgende Ergebnisse: Dattler( Westbahn) 216 Bunkte; Muttula( Westbahn) 208 Punkte; Frant( Westbahn) 203 Punkte; Schaffner( Gleichheit) 169 Bunkte; Schmiedt( Schiedsrichter) 159 Punkte. Gaswerk schlägt Tirol. An der Spitze des Zuges der Technische Hauptbestimmt wird, wie in diesem Falle, der Verrat ausschuß, ihm folgen 24 Fahnenträger die im eigenen Lager nicht ausbleiben. Fahnen der beteiligten Nationen, anschließend die Da dieser Herr Hermann unseren Artikel der fünf Erdteile. Und dann die große Masse der Wehe den Besiegten!" vermutlich doch gelesen ausübenden Sportler und Sportlerinnen. Starker hat, verdreht er ganz bewußt seine Beifall und Zurufe in allen Sprachen, von denen die Tendenz. Er muß wie jeder andere Leser doch deutsche tonangebend ist, begleiteten diesen farben: Erminifter Beret freigesprochen. fapiert haben, daß wir nicht zur Unterwerfung prächtigen Aufmarsch der gebräunten und wetter Das Urteil des Obersten Staatsgerichtshofes. geraten", sondern sie als beinahe unvermeidlich festen Athleten. Nach vollzogenem Aufmarsch liefen Paris, 23. Juli. Die Verhandlung in der hingestellt und eine Politik beklagt haben, die zu noch hunderte weißgekleideter Sportler im Stil folchen Ergebnissen führt. Tatsächlich hat ja auch lauf in die Kampfbahn und umfäumten die verAffäre Peret vor dem Obersten StaatsgerichtsBrüning, weil er sich nicht unterwarf, das Geld sammelten Wettkämpfer. Im Rahmen dieser Feier hof wurde heute mit der Verteidigungsrede des Das Freundschaftsspiel zwischen den Fußball- Advokaten Masse beendet, der die Anklage Punkt nicht bekommen, das er in Paris suchte. In den hielten sodann der Führer des belgischen Verbandes Tagen der Anbiederung Hitlers und Hugenbergs und Ehrenpräsident der SASI., Genosse Gaston mannschaften Gaswert St. Beit und Tirol für Punkt widerlegte. Er führte aus, daß an das Ausland, in den Tagen des Berrats der Bridoug, und Genosse Karl Bühren( Deutsch- endete mit einem sicheren Erfolg der Wiener. Diese Tratschereien gegen Peret ausgenüßt wurden Nationalisten, aber von sozialdemokratischen land) Ansprachen an die versammelten Wettkämpfer. fiegten mit 4: 0( 2: 0) Toren. Dem Spiel, das auf und daß die ganze Anklage nur ein dem Cricketer- Plas ausgetragen wurde, wohnten Phantom sei. Dolchstößen zu sprechen, heißt doch die Kecheit Amerika grüßt die Olympiade. 6000 Zuschauer bei. Ursprünglich sollte die und Albernheit der ersten Dolchstoßlegende noch überbieten! Mannschaft des Auffiger Verbandes gegen Tirol spielen, ließ aber davon ab, um die Spieler für die kommenden schweren Kämpfe zu schonen. Jm Büro der Arbeiter Olympiade ist aus Amerita ein Telegramm folgenden Inhaltes eingelangt: Attentate. den die Angreifer von der anderen Seite der Straße geschoffen hätten. Seine Leibgarde habe gleichfalls das Feuer eröffnet. In einem kurzen Schlußwort erklärte der Hauptangeklagte Senator Beret:„ Die, die meinen Kollegen in der Kammer waren, können bezeugen, daß ich mir nie eine Verfehlung zu Abg. Dr. Singer gestorben. Gestern starb schulden lommen ließ. Jeßt, wo ich 60 Jahre in Prag im Alter von 55 Jahren der jüdischalt bin, sollte ich einen Mißbrauch meiner amt nationale Abgeordnete Dr. Ludvig Singer. Er lichen Stellung begangen haben, ich, der ich nicht war seit 1919 Stadtrat von Prag, wurde 1929 nach Geld begehre, ich, dessen einfaches und wür ins Barlament gewählt. Außerdem war ef jett Shanghai, 23. Juli. Wie Affociated Pres diges Leben bekannt ist? Das würde nie jemand dem Vorjahre Präsident der Prager jüdischen meldet, wurden gestern auf dem hiesigen Nord- In der Panit, die die Schießerei unter den glauben. Der Staatsanwalt sprach von meiner Kultusgemeinde. bahnhof gegen den chinesischen Finanzminister Vorübergehenden hervorrief, gelang es den Atten- Ehre. Ich vertraue sie Ihnen an. Geben Sie sie Firma Soong und den japanischen Geschäftsträger tätern zu fliehen. Einer der Sekretäre des mir unberührt zurück, da mein Leben unbefledt ist." D. Walter und Sohn, Grulich. Es erhielten: Schigemitsu Bomben geworfen. Beide blieben Finanzministers wurde verletzt. Mit Ausschluß der Deffentlichkeit zog sich 92 Stimmen( 2 Mandate); im Jahre 1931: 106 unverlegt, aber vier Paffanten erlitten Ber Union der Textilarbeiter: Jm Jahre 1930: wunbungen. Bombay, 23. Juli. Zwei britische Offiziere dann der Oberste Staatsgerichtshof zur Bera132 Stimmen( 4 Mandate), 1931: 112 Stimmen Der Berichterstatter des Reuterbüros in wurden im Bandschab- Expreß in ihrem Abteil tung über das Urteil zurüd. Wie gegen Abend ( 3 Mandate). Der Erfolg ist auf die unermüd- Nanking, der mit dem chinesischen Finanzminister überfallen und durch Dolchstöße schwer verletzt. verlautet, fällte der Oberste Staatsgerichtshof Stimmen ein frei liche Aufklärungsarbeit unserer Genossen zu Soong im gleichen Zuge fuhr, schreibt, bas Biel Der Ueberfall erfolgte in der Nähe von Bhusaval mit 210 gegen 53 rückzuführen sprechendes Urteil Betriebsausschuswahl bei der bes Angriffes fei einzia Soona gewesen, gegen nordöstlich von Bomban Cette 4. Tagesneuigkeiten Wo fein Mieterschutz gilt. Freitag, 24. Juli 1931. Vor dem achtfachen Mord. Em die Schulb der acht Regertuaben von Alabama.- Wie in Amerika Zobesurteile zustandekommen. Opfer, die der Mob berlangt. 45 Gesetzbücher. Nr. 171 In Erdlawinen auf der Brennerstraße. Infolge des Anfang dieser Woche über Südtirol niedergegangenen wolfenbruchartigen Gewitters und des andauernden Regens find auf der Reichsstraße zivischen Bozen und dem Brenner vier ErdlawiWenn einmal der Mieterschutz aufgehoben nen niedergegangen, wodurch die Straße streden fein wird, dann werden die Mieter erst sehen, SPD. In der Stadt Scottsborrow im] teife verlegt war. Durch diese Erdrutschungen, was mancher Zinsgeier ihnen aufspielen wird, amerikanischen Bundesstaat Mabama wurden Mit immer schärferen Mitteln versucht die die teilweise aucy gewaltige Steinblöde mitführ dem sie nun mit Haut und Haaren ausgeliefert acht Negerjungen im Alter von 14 bis 18 amerikanische Justiz der Lynchgrausamkeit ent- ten, wurde die Straße an einigen Stellen ziemlich find. Wie es auch schon in fleinen Provinzorten Jahren wegen angeblicher Vergewaltigung von gegenzutreten. Tut sie es mir, um selbst das beschädigt. heute einem Mieter ergeht, der nicht den Segen zwei weißen Berufsdirnen zum Tode verurteilt. Privileg auf den Vollzug der Todesstrafe zu Die Frankfurter Polizei hat Donnerstag am des Mieterschutzes genießt, sei an nachstehendem Von vielen Seiten wird behauptet, daß es sich haben? Nun, die Justiz der Vereinigten Staa- frühen Morgen eine größere Attion gegen die Beispiel dargelegt. Der mehrfache Hausbesizer hier um ein absolutes Feblurteil handele; die ten ist von einer außergewöhnlichen Bunt- Nationalsozialisten unternommen, die, wie sie Richard Hannig aus Mähr.- Schönberg hat mit Dirnen waren die einzigen Belastungszeugen, fchedigkeit. Immerhin besiten auf dem Gebiet mitteilt, von gutem Erfolge begleitet war. einer Mietpartei einen Vertrag abgeschlossen, auf ihrer Aussage beruht das Urteil. In der der Todesstrafe 45 Staaten volle Autonomie. Und erster Linie galt es, festzustellen, woher die zahl den wir teilweise veröffentlichen, um damit zu ganzen Welt mehren sich die Stimmen, die gegen wie oft die Todesstrafe gegen Neger verhängt reichen ungesetzlichen Flugblätter stammen, die in zeigen, was sich heute schon ein Hausbesitzer den Spruch von Alabama protestieren. Sie wer- worden ist, wird flar, wenn man bedenkt, daß den letzten Wochen von den Nationalsozialisten gegen seine Mieter erlaubt: den, ähnlich wie bei Sacco und Vanzetti, nicht in Alabama und in 15 weiteren Bundesstaaten verbreitet wurden. Außerdem fuchte die Polizei zu 1. Herr Richard Hannig vermietet den Fräu- biel ausrichten. Vor allem aber, und das ist von die Todesstrafe auf Notzucht steht ein Ver- ergründen, ob es Tatsache sei, daß die Nationallein Gabriele und Auguste Bumm und diese mie besonderer Tragit, läßt diefer eine Spruch von brechen, für das nach landläufiger amerikanischer sozialisten Material aus dem Polizei ten von demselben die in seinem umgebauten Alabama noch viel anderes Blut fließen: in der Meinung der Neger besonders begabt ist. Außer- präsidium erhalten haben. Kriminal und Stadthaus Cons.-No. 113, Marktplatz, in Mähr. Stadt Camphill in Mabama tam es nach einer dem bedeutet in vielen Staaten nicht nur dem Schutzpolizei besetzten die Gauleitung, die KreisSchönberg( Vordergebäude) im II. Stod rüdwärts Regerprotestversammlung, die die Polizei zu breiten Bolle, sondern auch der Justiz Negersen stelle, das SA- Büro, die Redaktion des Volks gelegene Wohnung, bestehend aus einer Küche, unterdrücken versuchte, zu einem zu einem schweren schon ein Schuldmoment an sich. Vollkommen blattes und die Geschäftsstelle der NSDAP in einem Zimmer, einem Kabinett, einem Entree, Stampf; ein Neger wurde getötet, fieben erlitten abgeschafft ist die Todesstrafe dagegen in den Höchst. An all diefen Orten wurden Durcheiner Badekabine, einer Boden- und Kellerabtei schwere Verlegungen und achtundzwanzig, denen Staaten Maine, Michigan, Wisconsin, Minne- suchungen vorgenommen. Wie die Polizei verlung, einer Holzlage, die Mitbenüßung der Wasch- es nun auch nicht gut gehen wird, wurden von sota, Süd- Dakota, Rohde und Kansas. Andere sichert, ist sie mit dem Erfolg durchaus zufrieden. küche und des Trockenbodens um den monat der Polizei gefangen genommen. Man befürchtet Staaten hatten sie vorübergehend abgeschafft, I ich im borhinein zu entrichtenden Miet- einen Wiederausbruch der Leidenschaften. Unvorsichtigkeit die Brandursache in der aber dann wieder eingeführt. Kroitschfabrit in Aussig. Nach den Mitteilungen 3ins von 200 Kč, sage: 3weihundert tsch. Stronen, mit der ausdrücklichen Berpflichtung Auch in der verschiedenen Strafhöhe für des Auffiger Polizeikommiffariates soll das dasselbe Delift kommt der Partitularismus in Feuer in der Kroitschfabrit durch unvorsichtig einen in fünf aufeinander folgenden Jahren, das Im allgemeinen hat man in Alabama und den Staaten zum Ausdrud: in Delaware wird feit entstanden sein. Ein dort beschäftigter Arbei ist vom 1. Juni 1927 bis 31. Mai 1932, zur Gänze auch in zahlreichen anderen amerikanischen Bun- Bigamie mit Gefängnis und Geldbuze bestraft, ter habe in der Pantoffelerzeugungswerkstätte amortifierten Bau beitrag per Kč 14.000.- bestaaten mit Regern, die nach der allgemeinen in Tennessee dagegen mit 21 Jahren Zuchthaus. trot Rauchverbot durch den Eigentümer fage: Bierzehntausend tsch. Stronen, mit heutigem Boltsmeinung Strafe verdienten, weit fürzeren Datota straft Notzucht nur mit Gefängnis. Loui- Bigarette geraucht und auf einemt offenen Spiri Tage zu Handen des Bestandgebers zu erlegen. Brozeß gemacht: man hat sie gelyncht. Meift find fiana den Giftmordversuch schon mit dem Tod. tustocher Leim gekocht und vor den Weggeheit 2. Der durch die Fräulein Gabriele und die Opfer Farbige aus den Südstaaten. Im ben Kocher in der Richtung gegen ein Regal aus und Auguste Pumm an Herrn Richard Hannig Jahre 1930 find in Amerika, attenkundig noch bezahlte Baubeitrag ist nach Ablauf der fünfjäh- 21 Menschen gelyncht worden: 20 Farbige und geblasen, in welchem sich fertige Ware befand. Die acht jungen Neger werden daran glau- Es lagen auch in der Werkstatt verschiedene rigen Mietdauer und im Falle der Auflassung ein Weißer; in Wirklichkeit dürften es viel mehr ben müssen. Die Aussagen der beiden Berufs- leicht feuerfangende Abfälle herum. Es ist nicht dieses Mietvertrages durch die Bestandneh gewesen sein. Außerdem ereigneten sich noch 40 birnen, die sie vergewaltigt haben sollen, sollen ausgeschlossen, daß durch das Ausflasen des merinnen Fräulein Gabriele Pumm und Auguste Fälle versuchten Lynchens; hier behielt die Poli- Gültigkeit haben. Sind die acht auch dem Kochers ein Funke auf die Abfälle flog. Bumm vereinbarungsgemäß beider bertrags- zei die Oberhand. Diese Gewaltatte trafen fast Lynchtod entgangen, so haben sie doch jetzt die schließender Teile zur Gänze amortisiert ausschließlich zusammen mit atuten Wirtschafts- Qual bes elektrischen Stuhles bor sich. Sier hat sprang der 24jährige Maschinenschlosser Milos Vor den Zng geworfen. Mittwoch abends und verzichten die Bestandnehmerinnen daher auf trachs, durch die die Wut und Erregtheit der Caligulas Grundsaz Gültigkeit: die Hunde sollen Richter aus Prag( Pelc- Tyrolfa) in selbstmörden rechtlichen Anspruch aus dem von ihnen ge- Menge schon in besonders starkem Maße auf fühlen, daß sie sterben. Denn die Hinrichtung auf berischer Absicht zwischen den Stationen Groß leisteten Baubeitrag. geftachelt war. Am Mord fonnte sie ihr Müt dem elektrischen Stuhl ist der modernisierte, elet- priesen und Schreckenstein unter den Zug und chen fühlen, ihr Nachegefühl sublimieren. Bei trifizierte Scheiterhausen der Inquisition. wurde getötet. Bei dem Toten fand man einen nachträglichen Untersuchungen hat sich meist ergeben, daß die Lynchrichter nach vollbrachter Tat oft gar nicht einmal die Ursache, die zu ihrem Juftigaft" geführt hatte, tannten. Der kürzere Prozeß. Rerker in Brand! Der moderne Scheiterhaufen. eine die Hälfte der Staaten Nordamerikas, diesen Die Ursache der Tat ist nicht bekannt. Außer Mabama haben noch 21, d. h. fast Brief an seine Tante Marie Behounek in Prag. Röftfturhl eingeführt, nicht zuletzt deshalb, weil ji: Postbeuteldiebe. Aus Gablonz wird uns berich Aber es kommt noch ärger. Vor einiger Seit erhöhte Herr Hannig ganz gegen den Bertrag eigenmächtig den Wietzins von K 200.- auf K. 480.-. Auf eine lage hin hat das Olmüher Kreisgericht sonderbarerweise für das alte ehrwürdige Hängen feinen Henter tet: Auf der Strede Zabau, Schumburg- Gistei, dem Hausbesther recht gegeben, mit der Begrünmehr auftreiben fonnten. Die 16 Staaten, die Stulan und Seidenschwanz bei Gablong war vor dung, es handle sich um eine ehemalige be schlagnahmte Wohnung, bei der der Mietzins Bemerkenswert ist auch, daß nicht etwa alle noch das Sängen kennen, leiden zumeist an den einigen Tagen ein Bostbeutel mit einem Betrage von 1914 nicht als Grundlage genommen wer- Gelynchten vom Mob auf frischer Tat ertappt ermangel. Die Staaten Utah und Nevada rich bon 15.500 K aus der Fahrpost entwendet worden, den könne. Die Renovierungsarbeiten wurden. Biele waren schon in Sänden der Politen mit Gift oder durch Erschießen hin, oder ohne daß eine Spur der Diebe vorgelegen wäre. wurden schon zum größten Teile im Jahre sei; man entriz den Bertretern der Staats- fie erlauben den Selbstmord ihrer Deliquenten, Runmehr hat die Gendarmerie unter dem dringen1914 durchgeführt, aber 13 Jahre später lägt gewalt das Opfer. Als das in svei Fällen nicht indem sie diesen die dazu nötigen Instrumente den Berbacht der Täterschaft die beiden Bostkutscher man sich die Kosten dafür bezahlen. Infolge des gelang, wurden die Gefängnisse in Brand gestedt zur Verfügung stellen. Borgehens des Herrn Hannig laufen gegenwär- und nicht nur die Gesuchten tamen in den tig noch einige Prozesse der Mietparteien. Un- Flammen um. fere Leser tönnen ersehen, auf welche Freude fie fich gefaßt machen fönnen, wenn der Mieterchuk fällt. Wir wissen, daß nicht alle Hausbefther so brutal und borniert sind. Aber immer wieder werden sich derartige Fälle ereignen, die bas Leben der Mieter zur Qual machen. Wenzel Folprecht aus Jičin und Mois Rehat aus Hohenelde verhaftet unb bem Gerichte eingeliefert. Notlandung eines Bataflugzeuges in Polen. 27 Gehängte. Im Jahre 1928 wurden in USA. 116 Menschen Und die Gründe? Meistens handelt es sich elektrisch hingerichtet. 27 dagegen noch gehängt. Begangene Woche startete ein Flugzeug der Firma um Notzuchtsattentate oder um Notzuchtversuche Das ist ein verhältnismäßig geringer Brogent- Bata vom Kattomizer Flugplak. Während des Fluges Farbiger an weißen Frauen, die die Synchwut faz der zum Tode Berurteilten. Biele wurden war es genötigt, eine Notlandung und einen neuen Ser Menge herborriefen. Aber in vielen Fällen, und werden heute noch durch die Gouverneure Start auf polnischem Gebiete vorzunehmen. In der in denen Reger gelyncht wurden, konnten die an- begnadigt. Bei den acht Negern von Alabama ist polnischen Presse sind daraufhin Nachrichten erschie geblich genotzüchtigten weißen Frauen nach voll der Gouverneur hartnädig. Er weiß, daß der nen, daß dieses Flugzeug ohne die erforderliche bezogener Hinrichtung gar nicht mehr angeben, ob weiße Mob Kinderhinrichtungen als besonderen bördliche Anmeldung einen Spionageflug man auch den Richtigen gegriffen und getötet Nerbentibel verlangt. Acht Kinder, das unternommen habe; bei der nächsten Fahrt nach hatte Oft aber ereignet sich auch dies: wäre ein Reford... der Gouverneur will es Bolen in dieser Woche wurde Thomas Bata von der eine verheiratete weiße Frau unterhält Bezie mit dem Mob anscheinend nicht verderben. Die polnischen Flugbehörbe des Krakauer Flugplages bungen zu einem Neger; biefe Beziehungen blei Justiz ist in den meisten Staaten Amerikas noch hievon Mitteilung gemacht. Da die Flugzeuge Batas ben nicht ohne Folgen; aus Angst vor ihrem politischer Handelsartikel. Wenn Alabama seinen Manne bezichtigt die weiße Frau einen Neger Stern im Banner im Negerblut erfäufen will eines Notzuchtsattentats Europa fann es leider nicht hindern. ម Heute Zeppelin- Start. Friedrichshafen, 23. Juli. Auf Grund der heute nachmittags 17 Uhr 15 zusammengestellten neuesten. Wetterkarte ist der Start des Luftschiffes Graf Zeppelin" zur ersten Etappe der Arttisfahrt nach Berlin auf morgen Freitag nach neun Uhr vormittags festgesetzt worden. Besatzung und Passagiere sind für Freitag vormittags 9 Uhr bestellt. Es wird damit gerechnet, daß das Luftschiff turz darauf seinen Flug antreten wird. Es römischen Dichters Publius Ovidius Naso füllte, durch das Registriergerät und durch etwas bürfte im Laufe des Nachmittags in Berlin ein- sind, der in Tomi im Exil lebte. treffen. Nach etwa zehnstündigem Aufenthalt wird es dann in der Nacht zum Samstag zum Weiterfluge nach Leningrad starten. bei ihren Flügen nach Bolen keine anderen als Handels- und Transportvede verfolgen, hat die Firma Bata jenen Biloten, der auf polnischem Ge biet notlandete, nach Polen zu den polnischen Flug behörden entsandt, bamit er den ganzen Zwischenfall auffläre und beilege. In Ballast beschwerte Ballon von zweieinhalb MeEin Frosinniger will sich in der Kirche opfern. ter Durchmesser in die Tiefe gelaffen. Durch eine ist der Start zur Arktisfahrt des Luftschiffs Graf 150 Meter unter dem Schiff der Ballast. Dann Ein Kirchenbesucher riß sich plöslich vor dem HauptZeppeling Polarvorbereitungen. Vorläufig automatische Auslösevorrichtung löste fich etwa n der St. Peterkirche in Krakau ereignete sich Zeppelin" für Freitag- Vormittag festgesezt. Das stieg der Ballon. Bereits nach kurzer Zeit gab er Luftschiff wird zunächst bis Berlin- Staaten fahren automatisch Meldungen über Luftdruck, Luft- altar die Kleider vom Leibe und setzte sie, ehe er von den Kirchendienern daran gehindert werden konnte, und hier Betriebsstoff aufnehmen. Die nächste feuchtigkeit und Temperatur der durchflogenen in Brand. Das Feuer drohte auf den Hauptaltar Etappe ist Leningrad. Das Innere des Luftschiffs Schichten bis zur Höhe von 14,000 Metern an in Brand. Das Feuer drohte auf den Hauptaltar Erfolgreiche Versuche in Frankreich. ift jekt vollkommen um oder eigentlich ausge- das Luftschiff. Als die Sendung abbrach war überzugreifen. Die Kirchendiener löschten den Brand baut. Die Innenarchitektur ist an den Wänden der Ballon offenbar geplakt und der Registrier- und nahmen den Mann fest. Es stellte sich heraus, Paris, 23. Juli. Auf der Eisenbahnstrecke bei der großen einem Möbellager gleichenden Frie- apparat( der jedesmal 12.000 Mart toftet) in baß es sich um einen Frrsinnigen handelte, der erflärte, er wollte durch sein Tun Gott ein G. Arnoult, jüdwestlich von Paris, werden die brichshafener Salle aufgebahrt. Selbst das 108 die Tiefe gefallen. Automobilwaggons im Eisenbahnverkehr? erften öffentlichen Versuche mit einer neuartigen Stilogramm wiegende Borzellangeschirr darf nicht Bolfsabftimmung um eine Kirche. Die auf Opfer bringen, um die Katholiken in Spanien Verwendung von Pneumatiks auf Schienen unter- mit nach dem Nordpol; man wird während der dem Wege des Voltsbegehrens eingebrachte Ge- bor Berfolgungen zu schühen. Es handelt sich um nommen, die nach Ansicht der Sachverständigen Fahrt von Papptellern essen, die nach Gebrauch fetzesvorlage, nach der die Rigaer Domkirche ben 42jährigen Beamten eines Verlaginstituts in zu großen Veränderungen im Eisenbahnverkehr über Bord geworfen werden. Proviant ist für Staatseigentum werden sollte, wurde Mittwoch Stratau, namens Franz Szeliga. Er wurde einer thren tönnen. Es handelt sich um Auto- 58 Tage an Bord, u. a. auch eine Unmenge der abend in geheimer Abstimmung vom Parlament 3rrenanstalt zugeführt. Autoungliid. Am Mittwoch vormittags über mobilwaggons", die mit speziell tonstru- sogenannten„ Bemilan"-Polartonjerven, die aber mit Stimmengleichheit abgelehnt. Es muß munferten Pneumatiks versehen sind und die sich mit nur als Notnahrung für den schlimmsten Fall in mehr eine Boltsabstimmung erfolgen. schlug sich in der Nähe von Prenzlau ein Berliner ungewöhnlicher Leichtigkeit auf den normalen Frage kommen. Für solch eine Möglichkeit wer- Tödlicher Unfall bei der Schreckensteiner Auto und blieb zertrümmert liegen. Einer der n Eisenbahnschienen bewegen können. Bei der Ver- ben auch zwölf Zelte aus rotem Segeltuch, Schlenze. Donnerstag mittags nahmen drei Ver- faffen wurde töblich, ein anderer leicht verlegt. Det fuchsfahrt auf einer Strecke von 30 Kilometer er- Sarpunen, Schneeschaufeln, Berg- meffer in einem Kahn, der durch ein am Ufer Chauffeur kam mit heiler Haut davon. Ursache der Automobilmotoren von 46 Pferdekräften, eine agbgewehre, Gummiboote, Schlit messungen im unteren Kanal der Schleuse bei rend voller Fahrt. Automobilmotoren von 46 Pferdeträften, eine pidel, Stibretter, Fischfanggeräte, angebundenes Seil festgehalten wurde, Tiefen- Statastrophe: Blazen des rechten Hinterreisens wäh Maximalgeschwindigkeit von 130 Stundenkilo- ten und zwei Stiften verpaďte Rurzwellen- Schredenstein vor. Durch einen plöglichen Motorrablataftrophe. In Darmstadt ereignete fender mitgeführt. Die Expeditionsmitglieder Wasserstront tippte das Boot um. Siebei ist der metern. Dieses neue Verkehrsmittel, das sich durch find mit vollständiger Bolarkleidung versehen und etwa 40jährige nach Neuhaus zuständige Karlhein Zusammenstoß zwischen Motorrad und einem faft vollkommene Dämpfung der Fahrtgeräusche in Zelt-, Boots- und Schlittengemeinschaften ein-.en cl, der als Aushilfsangestellter bei der 2aftzug. Der 22jährige Lenker des Motorrads wurde und durch beträchtliche Betriebsersparnis gegen geteilt; man will sich durch keinen Zufall über- Schleuse beschäftigt ist, ertrunken, Die anderen getötet, sein Beifahrer erfitt lebensgefährliche Ver über dem bisherigen Eisenbahnverkehr auszeichnet, raschen lassen. Im Passagierraum des Luft- beiden Angestellten konnten sich durch Schwimmen lehungen. foll auf einigen französischen Streden bereits im schaffs befindet sich nur noch ein einziger langer retten. Fenel wurde etwa zehn Minuten später heurigen Herbste eingeführt werden. Die Eisenbahngesellschaften versprechen sich von den Auto- chmaler Tisch. Die Küche ist umgebaut, ein Teil aus dem Wasser gezogen, doch waren die Wiedermobilwaggons eine Abnahme der bisherigen De- der Schlafkabinen abmontiert. An Stelle der alten belebungsversuche vergeblich. Gondelpuffer find größere, wafferdichte Buffer Dem Kerfer entronen. Der ehemalige fomfizite und werden sie zunächst bei untergeordneten von höchster Stabilität eingebaut, die über eine munistische Landtagsabgeordnete im schlesischen Strecken, auf denen der Verkehr am kostspieligsten größere Wafferberdrängung verfügen. Die etwa Landtag Bioczotek, der vor kurzem wegen it, einführen. Vom Rundfunk Samstag: Brag: 11.30: Schallplatten, 16: Oper aus dreistündige Werkstättenfahrt am Mittwoch vor- antistaatlicher Agitation vom Bezirksgericht Katto Salzburg, 21: Blasmufit. Brinn: 22.20: Bunmittag berlief jur allgemeinen Zufriedenheit. mit zu zwei Jahren Kerker verurteilt worden ter Abend. Breßburg: 12.30: Orchesterkonzert, Ovids Sarkophag entbeat? Mit Fiebereifer probierten die an der Fahrt teil- war, sollte aus dem Gefängnis von Kattowiß nach 14: Schallplatten. Berlin: 16.05: Mandolinen Bukarest, 22. Juli. In Konstanza, der alten nehmenden Gelehrten ihre Instrumente aus: dem Gefängnis von Wronti transportiert wer- orchester, 20: Der Barbier von Sevilla.- Bres Iau: 18.20: Leo Fall. Römerstadt Tomi, wurde ein reich verzierter alles klappte vorzüglich. Das Ereignis war der den. Trotz der starken Eskorte gelang es ie- orchester, 20: Der Barbier von Sevilla. römischer Marmorsarkophag aufgefunden. Es wird Start des Registrierballons Profeffor Maltscha- czoret zu entkommen. Die fofort aufgenommene die Ansicht ausgesprochen, daß die im Sarkophag noffs. Durch eine in der Mitte des Schiffs ein Berfolgung blieb vergeblich. Man glaubt, daß der Mozartſtunde. Olympiade befindlichen Knochen die fierblichen Ueberreste des gebaute lappe wurde der mit Wasserstoff ge- Flüchtling nach Deutschland entkommen ist. München: 18.45: Wien: 17.50: Zweite Arbeiter Nr. 171 Freitag. 24. Juli 1981. Seite S. Lindberghs fliegen»ach de» Fernen Oste«. Oberst Lindbergh und Frau haben bekauntgegeben, daß sie eine Flugexpedition nach dem Fernen Osten unternehmen werden. Der Flug, den sie in der nächsten Woche antreten werden, führt über Kanada. Alaska, Sibirien und Japan nach China. Auf der Flugstrecke wurden elf Tankstellen errichtet. Die Flieger werden mit einem Gummiboot und einer Radiostation ausgerüstet sein. Es wurde Vorsorge getroffen, daß die Flieger während des Fluges zwecks Austausches von Mitteilungen und Ueber- nahme von Wettermeldungen mit Schiffen in Verbindung treten können. 31 Millionen Einwohner in Polen. Die letzte polnische Bevölkerungsaufnahme ergab eine Einwohnerzahl vyn 31 Millionen. Damit hat die Bevölkerung Polens in den letzten zehn Jahren um vier Millionen zugenommen. Xekko-Mel mit Ltzre«sch»slz «ad Licht». Als Waschen gesundheitsschädlich war.— Tas „heimliche Heer."— Verhaftet wegen zu großen Gestanks. Aus der Höhe des Seifenverbrauchs soll man die Kulturhöhe eines Menschen erraten können. Nun, wir modernen Menschen schneiden unter diesem Gesichtspunkt gemessen ganz gut ab. Nicht immer ist die Menschheit aber so reinigungswütig gewesen. Es hat im Gegenteil sogar Zeiten gegeben, in denen man die Reinlichkeit geradezu für gesunttheitSschäd- Ach hielt. So hatte das 17. und 18. Jahrhundert, bas Zeitalter des Barock und des Rokoko, eine förmliche Angst vor dem Wasser. Diese Zeit, die an äußerem Glanz und Prunk alles Erdenkliche leistet«, stand in Bezug auf Reinlichkeit auf beschämend niedriger Stufe. I« Mittelalter und noch in der Re- sormationSzeit gab es allenthalben große öffentliche Babehäuser, di« auch relativ stark besucht wurde«. Sie verschwanden im 17. Jahrhundert vollständig. Bis in. die höchsten Krrise hinein begnügte man sich damals mit der bekannten Katzenwäsche: Man tauchte die Finger in Ea« de Cologne und betupfte sich damit— recht vorsichtig natürlich— das Gesicht. Daß man unter diesen Umständen mit suppen» tellevgroß«» Waschbecken auSkam, ist kein Wunder. Verschwenderischer Gebrauch von Puder, Schminke «nd Parfüm mußte di« fehlercke Reinlichkeit ersetzen. Am Versailler Hof gab es kein« einzig« Badegelegenheit. Di« von einigen hygienemütigen Leuten verfaßten AnstandSlehren lassen erkennen, wie erschreckend wasserscheu mar: damals war. So heißt es in einem Buche, das um 1840 verfaßt und im 18. Jahrhun- dert wieder gedrückt wurde:„Man sollte auch manchmal i««ine Badeanstalt gehe«, um seinen Körper sauber zu erhalte«. Auch, sollt« man sich alle Tage di« Müh« gehen, sich die Hände zu waschen. Aebrigens sollt« man sich beinah« ebersso oft das Gesicht waschen, di« Haare von den Wangen rasieren, und. sich ab und zu den Kopf waschen." In einem anderen Buch wird sogar der abenteuerliche Rat erteilt, sich di« Füße zu wasch««! Tas Wechseln der Unterwäsche war ein seltenes Fest, und nicht«in- «al der Sonnenkönig Ludwig der Vierzehnte konnte ungestört von Wanzen urck anderem Ungeziefer schlafen. Auch dem 18. Jahrhundert, dem Jahrhundert des Rokoko, war Reinlichkeit nahezu unbekannt. I« einer AnstandSlehre aus dem Jahre 1782 wird vor dem Gebrauch des Wassers direkt gewarnt: Man soll sich daS Gesicht jeden Morgen nur mit einem »einen Linnen abreiben. Dagegen verlange der Anstand, daß man nicht zuviel Schmutz in seinen Ohren «»sammeln läßt, sondern si« vo« Zeit zu Zeit mit einem Instrument reinigt, das besonders zu diesem Zweck erfunden ist. ES empfiehlt sich, die Nägel nicht voll Schmutz zu hoben, und eS ist sehr häßlich, sich mit der bloßen Hand zu schnauben, oder die Nase «m Aermel abzuwischen. Zwei berühmte Aerzt«, die Brüder Bordeu, veröffentlichten 1773 ein Werk über chronische Krankheiten, in dem sie die übertriebene Reinlichkeit als gesundheitsschädlich bekämpften! DaS Baden im Freien war überhaupt verpönt. Noch zu Goethes Zeiten hielt man Schwimme« für ein« Verrücktheit. Mit zierlichen Schritten trippelten die Rokokoschönen durch ihre Boudoirs, durch ihre verschnörkelten Gärten, hochgetürmte Frisuren auf den Kopf, die meistens nur alle ein bis zwei Wochen erneuert wurden und ein. Dorado für Ungeziefer waren, das „heimliche Heer", wie ein Satiriker diese Schmarotzer nannte, ,)das die elegante Frau auf eigene Kosten ernähren muß." Aber man wußte auch dieses Uebel mit Anstand zu ertragen: Kratzen war nicht erlaubt, höchstens im stillen Kämmerlein durften die langen Kopfkratzer in Tätigkeit treten. Im übrigen begnügte man sich notgedrungen damit, die betreffende Stelle graziös mit dem Finger zu be- stopfen: Noblesse adlige! Schminken, Pudern und Parfümieren gehörte nach wie vor einfach zum guten Ton, auch bei den Männern. Daß«S nicht immer die Reinlichkeit vollauf ersetzte, zeigt ein Vorfall bei einem großen Gastmahl, das der Herzog don EhaulneS in Rouen veranstaltete. Der Gast- geber sah sich auf Bitten einer Dame gezwungen, einen feiner Gäste verhaften und entfernen zu lassen, weil der betreffende Herr, wie es in einem Llliencronschen Gedicht so schön heißt, nicht gerade «nach Rosen" roch. Auch beim Essen war man in diesem Jahrhun- dert nicht sehr appetitlich. Bis gegen die Mitte des 17. Jahrhunderts galt der Gebrauch der Gabel al- affektiert, die Finger oder im Notfall da- Messer waren ja auch viel bequemer. Noch Ludwig der Füntzehnte aß aller mit den Fingern oder mit dem Löffel. In Gesellschaft pflegte jeder mit dem Löffel, Mit dem er aß, seinen Nachbarn aufzutischen, und wenn schön« Frauen sich besonders hervortun wollten, so leckten sie den Löffel vorher ab. G. St. Parfum und Politik. Francois Spoturno, der Korse mit Bonapartenblut.— Ein Geistesverwandter Strlbrnys.— Vom Nervi zum Zeitungsdirektor.— Cotys politische Aspirationen. Wer ist eigentlich dieser Coty, der den selt- sanien Beruf, Retter des Vaterlandes zu werden, in sich erwachen fühlte, nachdem er sich aus Wässerlein, die allerdings bessere Gerüche verbreiten als jene, ans denen Bespasian Steuergroschen bezog, ein Millionen-Bermögen geschaffen hatte, von dem er nicht nur„non ölet", sondern obendrein behaupten kann, daß es sogar wohlparfümiert ist? In der Napoleons-Stadt Ajaccio stand die Wiege Cotys, dre gerade keine ver- goldete war. Unter Lumpen, aber in sehr stolzer Korsenbrust, trugen die Spoturnos— denn so lautet der eigentliche Name des heutigen Herrn Coty— das stolze Bewußtsein, in ihren Adern Buonapartcn-Blut zu besitzen. Diese Behauptung, die Coty wiederholt in seinem„Ami du Peuple" aufftellte, blieb bis heute unkontrolliert; dafür ist es aber gerichtsnotorisch, daß der fünfzehnjährige Francois Spoturno um 1890 nach Marseille kam, dort bis z«. seiner Militärzest der wenig ehrenwerten Gilde der„Nervi", der geborenen Zuhälterkaste für Weiber-, Mord- und Wahlaffären angehörte und mit dem Gericht zu verschiedenen Malen in Berührung kam. Seine Journalisten-Laufbahn begann sofort nach seiner Militärzeit und setzie damit ein, daß er vorläufig im„Figaro", als dessen Direktor er heute zeichnet, als Laufbursche eintrat. Es gab nur zwei Poste«, die der junge Francois Spoturno, der zeitlebens mit Orthographie, Grammatik und Syntax auf dem Kriegsfuß stand, bekleiden konnte, stellte kürzlich Arthur Lafon in der von Henri Barbusse geleitete«„Monde" fest: den Poste« eines Direktors oder eines Laufour-' fchen. Da ihm vorläufig die Geld-Qualitäten zur Elffüllung des ersten Postens fehlten, entschied er sich für den zweiten. Hat der„Figaro"-Laufbnrsche Francois Spoturno in den Empfangssälen dieses aristokratischen Blattes die einträgliche Idee konzipiert, aus der Dustsucht der dort verkehrende« vornehmen Damen Kapital zu schlagen und dies mit Hilfe einer mathematisch-kaufmännischen Formel, die ebenso einfach war, wie sie sich erfolgreich erwies? Der plötzlich, niemand weiß bis heute auf welche Weise, mit welchen Mitteln, auf welche Erfahrung gestützt und mit welchen Patenten versehen, um 1904 vom Zeitungslaufburschen zum»Fabrikanten" einer neuen Parfümmarke avancierte, bediente sich des Snobismus einer gewissen Klasse dadurch, daß.er billigste Wär« in vornehmster Aufmachung in teuerster Weise verkaufte. Der Gründer der Firma Coty hatte die magische Formel gefunden, die jene des„billig verkaufen,«m viel zu verkaufen", noch übertrumpfte: er verkaufte sehr teuer, um noch weit mehr zu verkaufen. Spoturno- Coty hatte den zeitlosen Dünkel der o'oern Zehatausend weiblichen Geschlechts erfaßt; sein Weg begann. Es war der fnst desspiellose Siegevweg einer Parfümindustrie, die aus einem Nichts entstund, mit der Lancierung der berühmten„Rose Jacqueminot" begann und die im Jahre 1980 nicht nur sechzig Prozent des gesamten Parfümeriewarenkonsums Frankreichs für sich beschlagnahmt hatte, sondern auch im Ausland sich durchzusetzen und bedeutende Markte zu belegen verstand. 1906 schon begann Coch die Eroberung des amerikanischen Marktes, um bald einer der Hauptexporteure Frankreichs zu werden. Als bei Krieg kam, mußte sich ein derart international tätiger Mann, der seine Wohlgerüche über alle Kontinente schweben ließ, natürlich„über das Getümmel" stellen. Er ließ sich „zeitweilig dienstunfähig^ schreiben und blieb eS bis zum Schluß des Krieges, bis ihn die Freude über den Waffensieg der Alliierten von den zahl- losen Krankheiten heilte, die seine„Militär"- Akten aufweisen. Da er wahrend dieser Kriegsjahre einige 'überflüssige Millionen gespart hatte, sah er sich nach einer sichern Anlage um. Er fand sie in der Polsterbank des Senats. Bon 1919 ab begann für Korsika die herrliche Zeit des Geldregens. Spo- turno-Coty wollte Senator der Wunder-Insel werden. Bon Ajaccio bis Bastia spendete er Unsummen, um alle Korsen wahlfähigen Alters davon zu überzeugen, daß, wie er sich in einem allen Haarkünstlern Frankreichs verschickten Prospekt ausdrückte, die Verwirklichung seiner Programms, aus Korsika den großen Blumengarten Frankreichs zu schaffen, zahlreiche Schritte bei den Behörden nötig machen würden, ein Grund, und der einzige, weshalb er Senator werden wolle. Das war gedruckt zu lesen und war vielleicht die einzige Prosa, die Coty in seinem Leben selbst verfaßte. Sie aber war von einer geradezu zynischen Offenheit. Mit zwei Stimme» nur wurde der Senatskandidat Coty geschlagen. Besiegt gab sich Coty damit aber nicht. Er wollte unbedingt in die „Politik" hinein, da ihn eine langjährige Praxis wohl gelehrt hatte, wo die Hauptgeschäfte abgeschlossen werd«:. Den Senatswahlkampf für 1923, wobei er erneut sein« Kandidatur in Korsika auf- stellte, leitete er gypßen Stils ein. Zuerst einmal erwarb er den„Figaro", um seine Presse ju haben. Dann bezifferten sich seM Spenden glicht mehr nach Zehntausenden, sondern diesmal nach Hunderttausenden: 800.000 Franken als Subvention für eine Autogesellschaft; 900.000 Franken für die Schaffung einer elektrischen Zentrale in Ajaccio; 600.000 Franken für Blumenanbau; 200.000 Franken zum Studium der Verkehrsund Hotelorganisation, um nur einige der Wahlpropagandasummen Cotys zu nennen. Der Räuberhauptmann Romanetti, der letzte Vertreter der korsischen Räuberromantik, diente ihm als Stimmenzutreiber. Im Bericht des Senators Henri Cosnier über diese Wahl finden sich Angaben, denen zufolge für einzelne Stimmen drei- bis zwanzigtausend Franken von den Wahlagenten Cotys bezahlt wurden. Am 28. Juli 1923 wurde Francois Coty mit einer Mehrheit von sechs Stimmen zum Senator von Korsika gewählt; der französische Senat, dem anscheinend der Skandal aber doch zu himmelschreiend war, annullierte die Wahl ku« darauf, so daß dem Parfümfabrikanten Coty auch dieses zweite Mal das Tor zur Politik vor der Nase zugefchlagen wurde. Mit jeder Niederlage aber wuchs Cochs politische Großmannssucht um einige Meter. MS er sich daS Parlament trotz aller finanziellen Anstrengungen so verschlossen sah, änderte er seine Taktik. Er setzte mit seiner antiparlamentarischen Propaganda ein, die heute in Frankreich Verheerungen angerichtet hat, wie sie dreseSLand seit der Boulanger-Aera nicht mehr kannte. Coch gründete den „Ami du Peuple", die billigste Zeitung der Welt. Für zehn Centimes in Paris, für fünfzehn Centimes in der Provinz erhält der französische Zeitungsleser, der 25 Centimes für alle anderen Blätter, für„Populaire" und ,^«manttö" sogar 80 Centimes auSgeben muß, morgens und abends dieses Blatt, dessen Papiermasse an jene der großen Boulevaropreffe heranreicht. Mehr noch: an allen Ecken und Enden von Pari- stößt man auf unbeaufsichtigte Stöße dieses Mattes, die dort friedlich«eben einer alte« Zigarrenkiste der ehrlichen Käufer warte«. Die Masse der Kieselsteine Immer«eile Zähne SMSy MMNMM^MMMM^MUM^WMM» schm, vk>. U J-hrk die Zahnpatzk THIorodonl benutze«. Roch nie Hai sie uns cttfe läulchl l Wir hatten immer weihe LSHne und einen angenehmen Geschmack im Munde, unisvmeyr, da wir schon längere Zeil das Thlorodont-Mundwasser benutz«. Auch denn« die ganze Kamille nur ilhlorodoni.Zahnbürsten." gez.T.Shndoba, Mr... Man»erlange nur die echte Chlorodonl-Zahnpafte, Tube 4 K& und S K&, und weise(eben Ersatz dafür zurück. und Hosenknöpfe, die in jeder dieser improvisierten Kassen zu finden sind, zeigen, daß dre unehrlichen Käufer in der Mehrzahl sind. So funktioniert die Austeilung der GratiSauSgabe des„Ami du Peuple", dessen jährliches Defizit von durchschnittlich zehn Millionen Franke» Coty deckt und in dem sich der große Parfumeur zum Ziel gesetzt hat, durch seine bisher eingehaltene Methode, täglich einen Skandal„aufzudecken", das Parlament, das ihn nicht wollte, lotzuschlage.« Mit bol- sihewistisch-hitlerischem Stil wendet sich dieses Blatt mit der verheuchelten Larve des Bolks- mannes an den einfache» Arbeiter, der die Prosa der Södlinge des Multimillionärs Coch als den ehrlichen Erguß irgend eines revolutionär Gestimmte« verschluckt. Man gebe sich keiner Illusion hin: wen» im vollbesetzte« Pariser Metro zehn Arbeiter eine Zeitung lesen, haben acht von ihnen den„Ami du Peuple",„das billigste Blatt", in der Hand. So versucht heute Coch nicht mehr einzig Stimmung auf Korsika, sonder» Stimmung nn ganzen Land z« erzeugen. Diktatoren-Pläne werde» ihm vo« manchen unterschoben. Das ist wohl zu viel gesagt, aber ganz unmöglich nicht. Coch hat es fertig gebracht, nach der schnellen Zersetzung der fascistischen Legionen des„Faisceau" Georges Valois^ seine» eigenen stark fascrstisch angehauchten Frontkämpferverband, die„Croix du Feu" zu gründen und allen nationalistischen Jugend- und Studentenorganisationen finanziell unter die Arme zu greifen. Er liebäugelt heute offen mit den Royalisten, di« ihm zwar die kalte Schulter zeige», da sie illoyale Konkurrenz befürchten. Vielleicht erfährt die Oeffentlichkeit eines Tages, weshalb er so heftig gegen Briand vom Leder zieht. Urbain-C o h t e r, der einstige Pressechef Cotys, hat in der„Volontö" Enthüllungen veröffentlicht, die sehr interessant sind: vor einigen anderthalb Jahren wurde Cohier im Auftrage Cotys nach dem Ouai d'Orsay geschickt, um Briand eine Verständigung und eine Einigung vorzuschlagen. Jener Berständigunhsversüch zerschlug sich aus Gründen, die vielleicht nur Briand und Coty selbst kennen und bei denen Politik und Geschäft eng verknüpft sein dürften. Heute will der Parfümeur, mit den Daudet- Banden im gleichen Haß vereint,„eine Dynamitpatrone in den Hintern Briands stecken." Er, der einst bereit war, für Briands Friedenspolitik Propaganda zu entfalten, wenn gewisse unbekannte Bedingungen erfüllt worden waren, behaut heute die gefährlichste nationalistische Trommel. Das Coty-Parfiim der Polittk ist ein unsichtbares Gas geworden, das die republikanische, demokratische und sozialistische Gesinnung zu meucheln versucht.„Toth in Frankreich" ist heute eine politische Zeitfrage für die französische Republik, vor der als vor einer siinpeln Presseangelegenheit die Augen zu verschließen auf die Dauer gefähr sich werden könnte. Kleine Chronik Die abgeMlftev Hundstage. Ein verregneter Hochsommer. Kalendermäßig sollen die Hundstage mit dem 23. Kuli beginnen. Davon kann aber offenbar in diesem Jahre nicht die Rede sein. Deutschland war die letzten Wochen recht regengesegnet, die trübe Periode ist nach Ansicht der Wettersachverständigen auch noch nicht vorbei. Das Anfangsdatum für die Hundstage hat natürlich nur Gültigkeit für die nördliche Erdhälste, da die Bewohner der südlichen Erdhälfte umgekehrte Jahreszeiten haben. Aber auch mit dieser Einschränkung ist es nicht ganz richtig, daß die HundS- tage allgemein die heißeste Zeit umschließen. Auf die meisten Gebiete von Norddeusschland trifft es zum Beispiel nicht zu, daß die Hundstage die heißesten des Jahres wären. In Deutschland setzt normalerweise die Zeit mit den höchsten Hitzegrade» schon im zweiten Drittel des Juli ein, und sie dauert nur bis zum Beginn des August, die heißeste Zeit fällt also im Durchschnitt nur auf einen Teil der Hundstage. Dafür gibt es allerdings auch Gegenden, wo die Hundstage mehr mit der wärmsten Zeit deS Jahres zufammenfallen. Für den Hundsstern und für die Hundstage zeigte man schon bei den alten Völkern ein großes Interesse. Daß man bei dem ältesten Kulturvolk, den Aegyptern, dem Hundssterne schon sehr frühzeitig ein reges Interesse züwandte, beruhte aus einer ganz natürlichen Erscheinung. Wenn der Hundsstern sichtbar wnrde, begann nämlich in Aegypten die Flut im Nil zu steigen. Diese Beobachtung hatte für Aegypten und sein« Boden-- bebauung ein sehr hohes Interesse, da nach dem. Erscheinen des Hundssternes immer die größte Hitze kam, war eS auch gar nicht verwunderlich, daß bei den verschiedenen Böllern allerlei Erklärungen gegeben wurden, die den Zusammenhang des Sternes mit der Sommerhitze deuten sollten. Plinius der Aeltere meinte einmal, der Hundsstern habe die Eigenschaft, die Sonne noch mchr zu erhitzen, bei den Griechen, die den Hundsstern auch noch Hitze- bringer nannten, waren Erzählungen im Umlauf, wonach auf dem Hundsstern gewalttge Krieger mit Hundsköpfen hause», die die Gluten immer wieder von neuem anfachen. Auch der Sonnensüch, eine Erkrankung, die besonders in den südliche« Ländern Europas und in Aegypten hervortrat, wurde dem Hundsstern zugeschri^eu. In Deutschland fallen die Hundstage zum größten Teil iu die Erntezeit. Dabei sind Trockenheit und Wärme erwünscht, aber die Arbeit draußen im Freien ist bei großer Hitze doch ost recht beschwerlich. Etwas von dem Geheimnisvollen, das man den HundStagen der alten Römer zuschrieb, ist auch in den deutschen BollSglauben übergegangen. Merkwürdig ist der über das ganze deutsche Sprachgebiet verbreitete Glaube, daß Ehen, die in den Hundstagen eingegangen sind, unglücklich verlaufen. Nach dem BollSglauben mancher Gegenden werden die Hundstage-Ehemänner bald trunksüchtig und liederlich, in anderen Gegenden heißt es allgemein, daß beide Ehegatten durch eine Hundstagsheirat unglücklich werden, und wiederum in anderen Bezirken sagt man, aus solchen Ehen gingen nur ungeratene Kinder hervor. Ein alter in ganz Deutschland verbreitetes Sprichwort heißt: Am Hundstag gefreit, hat schon manchen gereut, und ein altes Berschen, daS noch aus der mittel« alterlichen Zeit stammt, lautet: In den HundStagen herzen und lieben, Wird im Ehestarw euch oft bettüben; Drum rat ich euch Burschen und Mägdelein Laßt in diesen Tagen das Freien sein. Zur Zeit, als noch Aderlässen als ein Mittel gegen allerlei Krankheiten und körperliche Beschwerden galt, hieß es auch in den Medizinbücher», daß man dar Aderlässen in den HundStagen unterlassen müsse. Erst am Tage Aegidius, am 1. September, waren Aderlässe wieder gestattet. In manchen deutschen Gegenden hieß eS sogar, man dürfe während der HundStagSzeit nicht in offene» Gewässern baden, weil man sich sonst die Blattern zu- ziehen könne. Um den Hundsstern zu versöhne«, opferten die alten Böller in den HundStagen ost Hunde. Der Brauch läßt sich auch bei mittel- und nordeuropäischen Böllern feststellen. In Deutschland war er im 16. und 17. Aahrhundett in vitteu Städte« Vorschrift, daß Hunde während der Hundstage an der Kette gehalten werden müssen. Bürger, die ihre Hunde in dieser Zeit umherlaufen ließe«, wurden mit Geldstrafen belegt. Diese Vorschrift bestand, weil man große Fuäht vor der Tollwut hatte, die besonders an heißen Tagen ausbricht. I« den größeren Städten gab eS auch besondere Hundefänger. Aus den Strafen für frei umherkaufende Hunde in den Hundstagen entstanden dann auch di« Hundesteuern. Vielfach hängen auch Wetterregeln mit dieser Zeit zusammen. Es heißt:„We«n die Hundstage Regen bereiten, so kommen nicht die besten Zeiten",„Hundstage, Regen, bringt keinen Segen",„Hundstage hell und klar, bedeuten auch ei» gutes Jahr",„Was die Hundstage gießen, muß die Traube büßen",„Treten die Hundstage gut ein, wird vier Wochen schönes Wetter sein". Die Zeit der Hundstage ist auch zugleich die Hauptreisezeit. Die Reisenden, die aus den Städten hinauSziehen an die See, in das Gebirge oder sonstige Erholungsorte, wünschen sich natürlich erst recht eine gute und schöne HundStagSzeit. Daher kann man den Erholungsbedürftigen nicht nur zurufen:„Gute Reise!" sondern auch: ,-Gute Hundstage!" Ludwig Adams, Seift 6 Freitag, 24. Juli 1931. Nr. 171 Ein Blumenwunder. I» jeder Stadt und in jedem Dorfe gibt es ei« Blumenwunder, von dem unser Volk nichts weiß. Das ist die Osterluzei, der bekannte Strauch, mit dem man Lauben auskleidet, und dessen sonderbare, zwar oft unscheinbar gefärbte Blüten wegen ihrer Gestalt noch manchen Liebhaber finden- Diese Blüten mit ihrer langen Röhre locken namentlich die Mücken an, die leicht in der Röhre abwärts kriechen können, da die zahlreichen Haare, die die Röhre auskleiden, alle nach einwärts stehen. Welche Ueberraschung aber, wenn sie hinaus wollen! Da verwehrt eine Barrikade starrender Spieße den Austritt. Unruhig kriecht der Gefangene umher. War er schon in einer anderen Blüte und hat er sich dort mit Blütenstaub beschmiert, so ist das sein Glück, denn dann wird er bei seinen Wanderungen durch sein Gefängnis leicht in die Lage kommen, die am Grunde des Kessels, in den er eingesperrt ist, stehende Narbe zu befruchten. Das ist das Sesam, das ihm die Tür öffnet. Denn sofort nach der Befruchtung geht eine Reche Veränderungen in der Blüte vor sich. Es schlagen sich Lappen, die bis dahin die Staubbeutel in dem Kessel verdeckt hatten, zurück, und die Mücke beladet sich von neuem mit Blütenstaub. Aber auch die Haare, die in der Röhre den Ausgang verwehrten, schrumpfen jetzt ein und fallen verwelkt zusammen- Der Ausgang ist frei; die beunruhigte Mücke erhebt sich zu neuem Tanz in die Lüste. Freilich geht es chr wie vielen Männern in der Liebe; bei der nächsten lockenden Osterluzei versucht sie ihr Glück doch wieder aufs neue. In der Blume aber sind die Wunder noch nicht zu Ende. Der Blütenstiel vollführt nun eine Bewegung- Er neigt sich abwärts, und die Oeffnung der Röhre wird von der Blüte selbst verschlossen. Ein großer Lappen neigt sich über die Oeffnung «ud deckt sie zu. Keine Mücke wird mehr hinein- gelassen. Die Hochzeit ist vorüber; die Pflanze bedarf der Gäste nicht mehr. Wer das nicht einmal gesehen hat, der kann sich keinen Begriff machen von der Aufregung, die den Zuschauer bei diesem Anblick packt, und der tiefen Aufrüttelung aller seiner gewohnten Begriffe von der Pflanze. Das Tier in der Pflanze ist doch plötzlich wach geworden. Es hat mit fester Hand zugegriffen und seine Intelligenz bekundet. Eine rätselhafte, unbegreifliche Intelligenz; unbegreiflich deshalb, weil wir nicht die Hilfsmittel der Pflanze kennen, durch die sie sich die Erfahrungen verschafft hat, die dazu gehören, um so handeln zu können. Die fabelhaften Instinkte der Insekten sind durch diese Blume Überboten, in der die Befruchtung so viele sinnvolle Handlungen auslöst. Eine ganze Reihe von ineinander greifenden Bewegungen und Veränderungen gehört dazu, damit sich das abspieien kann, was wir hier so einfach erzählten, und niemand kann heute noch angeben, durch Uebung welcher Kräfte die Pflanze das erlernt hat. Sie wird immer eigenartiger und unvergleichlicher, fe tiefer man in ihr Leben eindringt, uno die Ahnung befällt uns, daß die Naturforschung und Psychologie ihre schönsten Entdeckungen der Zukunft dort machen wird, wo man es niemals vermutet hätte— auf dem Gebiete der Pflanzenkunde. Der oerhängniroolle Bries. Novell« von Ernst Ludwig Anger. Licker Freund! Dieser Brief—-öS letzte, was ich in meinem irdischen Leben jemals schreiben, jemals einem anderen mitteilen wecke— soll nichts anderes sein, als das Geständnis eines Menschen, der sich mit einem solchen Maß von Schuld beladen hat, daß seine Kräfte nicht aus- veichen, diese Last noch länger zu tragen. Ich wecke tot sein, wenn Du diese Zeilen liest, und ich glaube, Du wirst sagen: es ist gut, daß er tot bst.'Denn ich habe einen Menschen gemordet, der jung und schön und gütig war, einen MeN- fchen, der mit allen Fasern seiner Seele und seines Körpers an diesem Dasein hing, einen Merchhen, den ich gelickt habe wie keinen an- deren ans dieser Wett. Ich'habe ihn, ungewollt, gewiß, doch nicht ohne Schuld, in jene ungeheuere, purpurne Finsternis geschleudert, aus dar es kein Zurück gibt, von der wir, solange wir leben, niemals etwas wiffen werden. Ich habe Johanna getötet, meine Frau! Wundert Dich das, mein licker Freund? Ich siehe im Geiste Dein ungläubiges und erstauntes Gesicht, aber wenn Du ein paar Zeilen weiter gÄesen hast, wirst Du es mir glauben. Ich habe eigentlich nie recht begriffen, welchem Umstande es zuzuschreiben war, damals, vor vier Jahren, daß Johanna meinen Antrag annahm; gewiß lickte ich sie aufrichtig, mit einer gliche«den, reinen, unendlichen Leidenschaft, und sie wußte das. Aber da warst Du, jünger als ich, vollkommener an, Geist und Körper, ein Mann, wie dazu bestimmt, eine Frau Aücklich zu machen. Und ich ahnte, fühlte, begriff, daß Johanna» Herz von rechts wegen Dir gehörte. Um so glücklicher war ich, als sie mir ihr Jawort gab— auf das ich eigentlich nie zu hoffen wagte. Ich bin immer etwas begriffsstutzig in fachen Dingen gewesen. Ich war glücklich und zeckrach mir nicht, viel den Kopf— damals. Sehr, sehr viel später habe ich etwas mehr von den inneren Zusammenhängen gewittert. Ich habe geahnt, daß Johanna Dich zwar gelickt hat» aber mich heiratete, weil Du keine Anstalten machtest, ihr Deine Licke zu erklären. Und zuweilen meinte ich, Du tatest es nicht, weil Du ihre Gefühle, ihre Zuneigung und Licke nicht erwidertest, weil Du sie zwar gern hattest, aber nicht genug, um Dich für dauerrck an sie zu binden. Ja, vielleicht war es so. Ich werde keine Das Blütenleben ist offenbar der Höhepunkt des gesamten Pflanzenlebens. Denn hier drängen sich die Eigenarten des Gewächses zusammen; an ! der Blüte ist alles, das kleinste Blättchen, das letzte Härchen, von tiefem Sinn erfüllt. Das, was Symbolik des religiös empfindenden Gemüts und Phantasie der Dichtung vorausgeahnr haben, wird Schritt für Schritt von der kritischer und nüchternen Wissenschaft bestätigt: die Blume hat ein Eigenleben und ist wirklich so etwas wie der Kopf der! Pflanze, denn sie sorgt mit ihren Handlungen für das Wohl des Ganzen. R. Francs. Geriditssaal Die verratenen Geheimatten. SttibrnVs Juformationeu.— Strafverfahren gegen eine Ministerialbeamtin. Prag, 23. Juli. Bor dem hiesigen Bezirkgericht wurde heute die am 10. d. M. vertagte Verhandlung gegen die 23jährige gewesene Beamtin des Innenministeriums Anna Herejk fortgesetzt, i Es handelt sich um eine Anklage nach§ 5 des sog. !„Bestechungsgesetzes" vom 3. Juli 1924, welcher Paragraph die Verletzung der amtlichen Schweigepflicht, insbesondere auch die Verbreitung vertraulicher amtlicher Berichte, Tatsachen und Dokumente als Uebertretung mit Strafe bedroht. Anna Herejk war auf Grund eines Disziplinarverfahrens fristlos ent-! lasten worden und die Staatsanwaltschaft arbeitete zunächst eine Anklage wegen des Verbrechens der mißbrauchten Amtsgewalt aus, die aber dann fallen gelasten wurde. Der Sachverhalt ist noch in frischer Erinnerung. Als es im März l. I. um die Prüfung des Perg- lerschen Mandates ging, druckte Stkibrn^ in seinen Blättern in großer Aufmachung einen zwei Jahre alten Akt des Innenministeriums ab, in welchem die Frage der Staatsbürgerschaft PerglerS in günstigem Sinne behandelt wurde. Es war klar, daß ein ganz außergewöhnlicher Fall von Indiskretion vorliegt und Stkibriyfs Informatoren selbst in den höchsten Staatsämtern sitzen. Es folgte naturgemäß eine äußerst strenge Untersuchung, auf Grund deren die Entlastung der Beamtin ausgesprochen und das Strafverfahren eingelei- tet wurde. Eine ganze Reihe von Ministerialbeamten und -Angestellten traten heute als Zeugen auf. Der Akt war von Sektionsrat Dr. Werner bearbeitet worden, der der Angeklagten auch die später veröffentlichten Texte diktierte. Es handelt sich um eine Abschrift des alten Aktes und um ein„Bo- tum" dieses Referenten. Es kamen nur wenige Person«« überhaupt in Betracht, wenn man von der nicht allzu wahrscheinlichen Möglichkeit abfieht, daß etwa..di«.Dokumente von dritten Personen vom Schreibtisch des Referenten entwendet, abgeschrieben und dann Wicker zuruckgtlegi wurde, Im übrigen handelt es sich um ein weder signiertes, noch unterschriebenes Konzept, also kein Aktenstück im eigentlichen Sinne. Die Angeklagte soll ihrer politischen Gesinnung nach der StkibrnL-Partei nahestehen. Am wahr scheinlichsten schien nun die Meinung, daß Anna Herejk bei Niederschrift des erwähnten Diktates einen Durchschlag hergestellt und diesem der Redaktion der Sttibrns-Blätter übergeben habe. Im Züge der Erhebungen wurde auch ein Bogen Blaupapier vom Schreibmaschinentisch eingehend untersucht, da man hoffte, aus den Abdrücken eventuell den Text rekonstruieren zu können, womit der Beweis erbracht worden wäre, daß tatsächlich ein Durchschlag hergestellt wurde, waS an sich schon auffallend urck verdächtig wäre. Doch gelangen diese Versuche nicht vollständig, so daß ein lückenloser Beweis nicht zu erbringen war. Der Akt wurde dann in eine andere Abteilung gckracht und befand sich später in Verwahrung des Sektionsrates Tobisek. Daß auf diesem Transport sich dritte Personen des betreffenden Aktes bemächtigt hätten, ist unwahrscheinlich und wird auch von den als Zeugen vernommenen Unterbeamten Berünek und Hek unbedingt in Abrede gestellte So beruht denn die Anklage nur auf einer Reihe von Indizien, und zwar nicht sonderlich starken. Auch die Eltern der Angeklagten traten als Zeugen auf und behaupten fest die unbedingte Schuldlosigkeit ihrer Tochter. Der Vater ist Kastellan beim St. Beitsdom. Stellenweise dramatisch geht es bei der Einvernahme des Zeugen Bilek zu, der ein Onkel der Angeklagten und gleichfalls im Innenministerium als Unterbeamter der gleichen Abteilung angestellt ist. Dieser Zeuge soll sich nach den Behauptungen der Herejk und ihrer Eltern kurz nach der erfolgten Veröffentlichung gebrüstet haben, daß er diese wichtigen Akten s e l b st in der Hand gehabt habe. Er bestreitet heute energisch, eine solche Aeußerung getan zu haben und erklärt, hier müsse ein Mißverständnis vorliegen. Beide Parteien überhäufen sich gegenseitig mit Vorwürfen, bis der Richter dem Zank ein Ende macht Abg. Stki'brn^, der gleichfalls als Zeuge geladen war, war nicht erschienen, da er angeblich in eigener Sache zum Untersuchungsrichter geladen wär! Der Richter GR. P e r n 1 beschließt von seiner Vernehmung als unwesentlich abzusehen. Der Verteidiger hielt eine stellenweise recht aggres- -sive Verteidigungsrede. Schließlich wurde die-Angeklagte frei gesprochen. In der Urtellsbegrün- dung wird hervorgehoben, daß die Berdachtsgründe zwar gewichtig seien, daß ober ein einwandfreier Beweis von der Schuld der Angeklagten nicht erbracht worden sei. rb. Kirnst und Wissen Klette Bühne— Sammer spiel zeit. Di« Feriai- spielzeit der Kleinen Bühne, die am 1. August beginnt, bringt ein Ensemblegastspiel des Wiemr Komikertheaters„Ma; und Moritz" mit Sandor Rott und Armin Springer an der Spitze. Zur Aufführung,, gelangen die Schwänke„Zahn um Zahn",. Klein und Kestenbaum",„Ko- p i t l macht alles" und„Die Friedenskonferenz". Vorverkauf ab Samstag, den 25. Juli, in der Auskunstsstelle des Deutschen Hauses, Graben 26(Tel. 24687), und beim Portier des Neuen Deutschen-Theaters(Tel. 21210). Literatur In Neelams U«iverfa1°Bibttothek erschien: „Westöjtliche Welt." Unter Slalve», Griechen, Türken, Bon Julius Rudolf Kaim. Reich illustriert. In Halbleder gebunden 3.30 RM. Bolks- verband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. In einer Reiseschilderung von erfreulicher Frische und Darstel- lungSkraft veranschaulicht der Verfasser mit großem Geschick ein Bild von den heutigen Menschen und Berhältnisten dieser einst weltbewegenden Kulturzentren des Balkans, von den mannigfachen Einflüssen von Ost und West, die sich dort seit Iah» tausenden auswirken. Besonders weiß er die org«. nische Zusammengehörigkeit aller gesehene» Dinge, ihr Schicksal, zu erfaßen und darzustellen und mir künstlerischem Geschmack die verklärte Landschaft und die träumenden Stätten längst vergangener Pracht zu schildern, von deren romantischen Ausstrahlungen wir immer wieder ergriffen werden. Das ausgesucht gute und reiche Bildermaterial, das diesem Bande in drucktechnisch hervorragender Form beigegeben ist, erhöht die Freude am Besitz dieses interessanten Werkes. Alfous von Czibulka: Die Handschuhe der Kaiserin. illovellen. Rr. 7156. Geheftet 40 Pf., geb. 80 Pf. In dem vorliegenden Bändchen ist die bunte Welt des Siebenjährigen Krieges die Szene. Herausgeber: Siegsried Taub. E he f red a k teu r: Wilhelm Nießner. Lerantwortlicher Redakteur: Dr. Emil S traust, Prag. Druck:.Rota" A.-IK. für Zeitung- und Buchdruck, Prag. Für den Druck verantwortlich: Otto Holik, Prag. Die Zeiwnermarkensrankinn wurde von der Poff u. Lelcgruotzen- ^^^direknoo^mU^erlaß Rr. 13.800/VII/I980 bewillig! Vo verkehren wir? I Cale„CoHtiHenrar*, Prag, Graben] KINO PROGRAMM’ Wran-Urania-Kino Unigei rica<5(.nc> Hivo;>ra g». Geschlossen Antwort mehr aulf diese Frage von Dir erhalten, und im Grunde ist es ja auch gleich- gültig. Wenn man an der Schwelle des Todes steht, verlieren viele Dinge Wert und Bedeutung, die in früheren Tagen unser Leben entscheidend beeinflußt hatten. Wir haben also gcheiratet, und ich war sehr, sehr glücklich. Anfangs wenigstens. Ich nannte eine Frau mein eigen, die zu erringen ich früher nie gehofft hatte, sie war gut und zärtlich zu mir, und wenn sie mich nicht lickte, nicht so lickte, wie ich Johanna gelickt hab«, so ließ sie mich eS doch niemals merken. Später freilich wurde es langsam ander-. Und daran warst Du schuld. Natürlich— wenn Du selbst verheiratet wärest, würdest Du das ohne weiteres verstcken— natürlich ist selbst die harmonischeste Ehe nicht eine lückenlose Kette glücklicher Tage. Das kann nicht sein. Es liegt an den Unvollkomnietcheiten alles Irdischen, daß es nicht so sein kann. Es kamen Wollen, Beostimmungen, kleine, schmerzliche Auseinandersetzungen— es kamen Tage, wo wir, ohne ein Wort zu wechseln, aneinander vorüber, nebeneinander hergingen. Ja, und dann begriff ich endlich, daß diese Frau, die ich so lickte, Dich nicht verqessen konnte. Es ist ja alles so klar: sie hat Dich gelickt, che sie mein wurde, und gerade weil diese Licke nicht bis zum letzten gehen durfte, stand Deine Gestalt nun vor ihrer Seele als schimmerndes Ideal des Mannes, unbefleckt, unbeschmutzt durch den Alltag, durch das Wiffen um jene Mängel und Schwächen, von denen Du gewiß nicht frei warst. Sie hat anfänglich nie von Dir gesprochen. Aber ich ahnte die Zusammenhänge. Ich war traurig darüber, daß meine große, unbeirrt« Licke es nicht fertig bekam, mir dies Herz restlos zuzuwercken. Doch bemühte ich mich— ehrlich— mich damit vbzufinden. Denn schließlich: wie konnte ich neben Dir bestehen? Und welche Mittel gab eS, die Erinnerung an Dich in ihrer Seele auszurotten? Es gab kein Mittel, natürlich, nicht einmal Zeit und Raum. Du wurdest lckendiger in Jichanna, je länger unsere Ehe dauerte, und wandeltest als Schemen zwischen uns auf allen unseren Wegen. Aber Du warst wenigstens fern, so glaubte ich. Wir beide. Du und ich, wir haben zwar niemals mehr einen Brief gewechselt, seit meiner Heirat, aber ich hatte unsere gemeinsame Heimatstadt mit Johanna verlassen, da- malS, und Dein Beruf band Dich an jenen Ort. Für immer, wie ich dachte. Bis— ja, bis vor Jahresfrist Johanna das Schweigen, dos über Dir und allem, was Mit Dir zusammerching. brach. Bis sie erstmalig Deinen Namen nannte, bei einer belanglosen, gleichgültigen Gelegenheit, zunächst. ES tat mir ja ein bißchen weh anfänglich— aber ich nahm es hin, wußte ja, daß sie eigentlich, im Grunde, immer nur Dich gelickt hatte. Mit der Zeit wurde es schlimmer. Ich weiß nicht recht, wie es kam, daß wir uns immer mehr' auseinanderlebten, uns immer seltener Verstanden. Es gab Szenen, deren ich mich hinterher schämte, Vorfälle, die mich erbitterten. Und immer bei solchen Gelegenheiten fiel Deftt Name, wurde mir vorgehalten, wie Du Dich-benommen, was Du gesagt hättest. Du warst eine reine, in Licht gebadete Gestalt — und ich daneben ein« Art Luzifer, böse, herz- kbs, dunkel und häßlich. Solche Art von Bergleichen konnte nicht angenehm sein für mich, nicht wahr? Sie mußte noch demütigen und verletzen, natürlich. Sie erschütterte meinen Glauben an Johanna, aber das' war noch nicht dos Schlimmste. Gut, jcker Mensch hat sein Ideal, an das er sich mit um so größerer Innigkeit klanunert, je weniger das reale Leben ihm seine Verwirklichung ermöglicht. Schlimmer war, daß langsam der Verdacht in mir aufbrach, sie stünde mit Dir jetzt heimlich in Verbindung, und es seien diese mir verborgenen und unbekannten Beziehungen, die Johannas Abneigung gegen mich nährten und mir ihr Herz entfremdeten. Ich wagte nicht zu glauben, daß Johanna mit Dir zusammentrifft, daß Ihr Euch heimlich seht. Es war ja auch unwahrscheinlich. Mer ich dachte, sie wechselt Briese mit Dir, unter irgendeiner Deckadresse. Und Deine Antworten seien es, welche die Erinnerung an Dich in ihr nicht stecken ließen. Ich hätte eine Aussprache herbeiführen können, natückich. Aber ich war feige und hatte Angst vor dem, was Johanna dann offenbaren würde. And deshalb sann ich hin und her, wie ich, ohne mich bloßzustellen. diese geahnte,.gefürchtete Beckindung lösen könnte. Biele schlaflose Nächte habe ich grübelnd diesem Problem geopfert. Bis ich schließlich auf jenen verruchten Einfall kam, der zwei Menschen in den Tod Hetzen sollte. Ich ließ in einer andern Stadt Anzeigen drucken, Traueranzeigen, in denen ich Johannas plötzliches Ableben mit teilte.- Ich vernichtete alle Anzeigen, bis auf eine— diese eine schickte ich— Dir. Begreifst Du, was ich damit bezweckte? Ich rechnete so: Ist mein Verdacht'unbegründet gewesen, so schadet es nichts. Du wirst diese Anzeige als Abschluß einer Episode Deine? -Lebenö ansehen, die für Dich seit langem erledigt war, und damit gut. Habt Ihr aber wirklich in schriftlicher Verbindung gestanden, so ist diese Beckindung durch einen imaginären Tod gleichsam für immer zerschnitten. Du wirst ihre« letzten Brief nicht mehr beantworten, ttn'i» selbst wenn Du, nach Eckalt der Todesanzeige, noch, eine Mitteilung von Johanna bekänist, würdest Du denken, eS sei ein Versäumnis der -Poft, verspätete Zustellung oder sonst ein rätscl- -hafter Zufall, den aufzuklären keinen Zweck mehr hätte. Und daß Johanira. wenn je ein Brief von ihr unbeantwortet bleiben würde, ein zweites Mal schreiben würde, bas hielt ich für ausgeschlossen. Weil ich ihren Stolz nick ihre Empfindlichkeit kannte. Ich habe die Folgen meines TchritteS natürlich nicht richtig bedacht» nicht zu Ende gedacht. Es war ein kindisches Unternehmen, über das der Außeirstehendc lächeln mag. Aber wer eifersüchtig ist und zudem Anast hat vor der Wahrheit, dessen Handlungsweise hat mit Logik kaum mchr etwas zu tun. Es kam alles ganz, ganz anders, als ich erwartete. Es kam so, daß Du mir antwortetest, womit ich nicht gerechnet hatte. Daß Der" Beileidsbrief— der schwarzumrandete— i" einem Augenblick eintraf, wo ich nicht zu Hause war, daß Johanna ihn in Empfang nahm. Sie sah den Ortsstempel— wir hatten keinen andern Bekannten mehr in der Stadt, wo D" wohnst. Es konnte sich also nur um Dich handeln. Sie glaubte, daß Du tot wärest, und e» brach ihr Her;. Sie starb am Sonnabend Herzschlag— und wir haben sie heute der Erde zurückgegeben., Jetzt also ist sie in Wahckeit tot- Mein Verdacht war unbegründet— sie hn> ja nicht einmal Deine Handschrift auf dew Briefumschlag erkannt. Das vergrößert meine Schuld. Ich glaubte, eine Erinncruns zu töten und mordete statt deffen den Mensches der mir am liebsten war. Sinnlos! Tenn ars« bei anderem AnSgang hätte ich Jichanna sün immer verloren. Ich habe beschlössen zu sterben. Heute noch- Um Mit dem Leben meine Schuld zu bezahl^ aber dar ist keine hinreichende Sühne. Dem ich stecke gern!....