Einzelpreis 70 Heller. Redathion und Verwaltung: Prag, U., Nefazania 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. Rach trebattion: 26792. Doftschedamt: 57544 Jnferate werden laut Tart billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Das Weltparlament der Arbeiter beendet: Gonntag, 2. August 1931 Würdiger Abschluß des Kongresses. Politische Debatte und Schlußwort Otto Bauers. Die Freitag- Nachtsitzung des Kongresses. In der Nachtsizung führten Van Roosbroedf Auch Niedzialkowski( Polen, PPS.) wen( Belgien) und Andersen( Dänemark) den Vor- det sich gegen die Kritik Ehrlichs an der deutschen jiz. Der erste Redner ist Buchinger( Ungarn): Sozialdemokratie. Dann kommt Die wirtschaftliche Not wirkt sich in Ungarn noch verschärft dadurch aus, daß sich das Regime einer demokratischen Kontrolle zu entziehen weiß. Wenn in Deutschland der wirtschaftliche Bankrott auch dadurch heraufbeschworen wurde, weil die Reparationslasten nicht erträglich sind, so wird in Ungarn das wirtschaftliche Leben erwürgt, weil das arbeitende Volt jene Tribute nicht erträgt, die es seinen privilegierten Klassen zahlen muß. Ehrlich( Bund, Polen) verweist zur Begründung der ablehnenden Haltung seiner Partei gegenüber der vorgelegten Resolution auf die Er fahrungen der Koalitionspolitik in Polen. Keine der drei Koalitionsregierungen hat eine sozialistische, eine arbeiterfreundliche Politit geführt, außer der ersten. So haben schließlich die arbeitenden Massen Bolens dem Staatsstreich Pilsudskis zugejubelt. Es hat nicht lange gedauert, und die Arbeitermassen Bolens haben es verstanden, was die Diktatur Bil sudskis bedeutet. Wenn wir zu den Verhältnissen in Deutschland, die heute im Mittelpunkt stehen, hinüberbliden, so müssen wir feststellen, daß sich da viele Analogien fonstatieren lassen. Wir sehen bloß einen Weg zur Stärkung und Rettung der Demo fratie, das ist die Machtergreifung der Arbeiterklasse zu dem Zwecke, die formelle fapitalistische Demokratie in eine soziale Demokratie zu ber wandeln. Ronai( Ungarische Emigranten): Die Herrschenden Ungarns waren immer innige Verbündete der deutschen Fascisten. Dieses Land der Krieger und der Bettler diene der europäischen Arbeiterbewegung als warnendes Beispiel. Wer wünscht, daß der Hochmut des Landsknechts und die Demut des Bettlers nicht objiegen, daß das Symbol europäischen Wesens nicht der Säbel und der Bettelstab werden, der kämpfe gegen Otto Bauer zum Schlußwort: Marton hat mir das Wort übel genonimen, daß man aus der insularen Sicherheit einer vom Fascismus nicht angegriffenen Demokratie leicht reden könne. Marton kann aber nicht bestreiten, daß wir hier in Mitteleuropa leider Erfahrungen haben, die er natürlich nicht kennt. Genossen, ich erinnere mich an Zeiten hier in meinem Lande, hier in Desterreich, wo die Wiener Schutzbund. bataillone in Transporten wie im Kriege hinaus in die Provinz gegangen sind und die Arbeiterfrauen dort gestanden sind, und geweint haben, Genosse Marton, jener Nächte, wo uns Fascistenüberfälle drohten, wo die Arbeiter, die den ganzen Tag gearbeitet hatten, die Nacht hindurch gewacht haben, gewacht über die Sicherheit der Arbeiter lasse und der Republik. Wer solche Zeiten mitge macht hat, der weiß, daß es in der Entwicklung der Klassenkämpfe Zeiten geben kann, in denen nicht mehr die Idee entscheidet, nicht mehr, ob man ein konstruktives Programm für den Sozialismus in unserer Zeit aufzustellen, vermag oder nicht, son dern, das zu entscheiden, drohen ganz andre Dinge Bezugs Bedingungen: Bei Jufteilung ins Haus ode bei Bezug durch die Post: monatlich.. Ke 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig • 48.96.192.Rüdstellung von Manuftripten erfolgt nur bei Ein sendung der Retourmarfen. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglin) rüh. Nr. 179. SAI weist den Weg. Die schwierige Situation, die der vierte Kongreß der Sozialistischen Arbeiter- Juternationale in Europa. vorgefunden hat, mußte ein Prüfstein für die innere Festigkeit, für die von der Machtergreifung sich im täglichen Sprach Entschluß- und Aktionsfähigkeit der Intergebrauch abnußen läßt. Wir kommen aus verschiedenen Bändern, wir sche Resolution des Wiener Kongresses mit den nationale werden. Wenn wir nun die politi haben verschiedene Erfahrungen, wir haben berschiedene Temperamente und haben verschiedene und haben verschiedene Beschlüssen der früheren Tagungen verglei Grade von Verantwortung. Deswegen, Genossen, chen, wenn wir an den in der Debatte geist es begreiflich, daß wir nicht gleich eines Sinnes äußerten Meinungen den Grad der Solidarisind und daß wir debattieren. Wenn wir aber tät und Einheitlichkeit der SAJ ermessen und auch da und dort über das und jenes verschiedener uns obendrein vergegenwärtigen, daß unter Meinung gewesen sind, darüber dürfen wit nicht den denkbar schwierigsten Voraussetzungen ein verschiedener Meinung sein, was jetzt die Stunde Weg gesucht werden mußte, werden wir mit erfordert: Genugtuung feststellen können, daß die Indaß wir, wo immer wir stehen, alles tun miiffen, ternationale die Probe bestanden, daß was in unserer Macht ist, um die deutsche Arbei sie sich als festgefügtes Instrument terklasse zu retten, um ihre Freiheit zu schüßen, der internationalen profetarischen Politik erum ihr zu helfen, damit sie auf dem Kampfboden, wiesen hat. der ihr bleibt, aufbaue das große Gebäude des Internationale deutschen Sozialismus.( Brausender, anhaltender Die sozialdemokratische Beifall. Der Kongreß erhebt sich und bringt wollte und konnte niemals ähnlich der MosBauer stürmische Ovationen dar.) fauer Internationale eine obrigkeitliche Instanz sein, die den angeschlossenen Parteien Aufträge erteilt. Die sogenannte III. Internicht anders als im Krieg. Ich erinnere mich, Das Referat über die Wirtschaftslage. nationale ist lediglich eine Filiale der bolicheGewehre, Maschinengawehre, Munitions. vorräte, Handgranaten! Deswegen, Genosse Marton, haben wir uns nicht für die Koalitionspolitik oder für Tolerierungspolitik hier auszusprechen, auch nicht gegen sie, sondern wir müssen denen, die an der verantwortlichsten Stelle tämpfen, die Wahl der zweckmäßigsten Mittel allein überlassen. Warum reden wir von Krediten? Weil wir beseitigen. Die lezte Sizung. Um Mitternacht ergriff Grimm- Schweiz als wistischen Regierung Rußlands; sie unterhält Berichterstatter das Wort zu seinem Referat über Filialen in den einzelnen Ländern, besoldet die wirtschaftliche Lage. Er begründete sie und geht mit den„ Führern" dieser Filialausführlich eine längere Resolution der Wirtschafts- stellungen um, wie der Unternehmer eben mit fommission, in der er erklärte, daß jedes Mittel, das besoldeten und jederzeit absetzbaren Angestellder Kapitalismus zur Bekämpfung der Krise ver- ten umspringt. Die sozialistische Arbeitersucht hat, sich unter seiner Herrschaft in einen Internationale ist auf freiwilliger Disziplin Fluch für die Arbeiterklasse verwandelt. Er hat sich und auf jener Solidarität aufgebaut, die sich als unfähig erwiesen, die Wirtschaft zu organi- aus den gemeinsamten Intereifen der Brofe fieren und die von ihn angeeigneten Güter so zu tarier aller Länder ergibt. verwalten, daß sie der allgemeinen Wohlfahrt dienen. Die tapitalistische Wirtschaft kann nicht Freilich bedarf es tritischer Erkenntnis beseitigt werden ohne Beseitigung des kapitalistischen und reifer Erfahrung, um jeweils zu erfen Systems selbst. Der Kampf der Arbeiterklasse gegen nen, welches die wahrhaft internationalen, die Krise ist zugleich der Kampf für die Erringung die allen gemeinsamen, zum Wohl aller Proder politischen Macht des Proletariates. Nur in letarier zu wahrenden Interessen sind. Genosse dem Maße, als das organisierte Proletariat eines Vandervelde hat vor dem Kongreß im jeden Landes im Klassenkampf seine Positionen Kampf" darauf hingewiesen, daß heute mehr festigt und ausdehnt, wird es ihm gelingen, die diesen Aft der internationalen Solidarität, sei es Krisenfolgen zu mildern und mit der Ueberwindung amend im Staate, mitwirkend in der öffentdenn je die Arbeiterklasse, vielfach mitbestim auch in kapitalistischer Form, solange es eben nicht der kapitalistischen Wirtschaft die Krise selbst zu lichen Verwaltung, gewisse nationale Sonderend im Staate, mitwirkend in der öffentdie Gefahr des zentraleuropäischen Fascismus. anders möglich ist, annehmen müssen, weil, wenu Kairys( Litauen): Wir haben selbst mit dem das nicht geschähe, Millionen deutscher Familieninteressen hat, die von den anderen Parteien Blut, mit dem Verzweiflungskampf unserer Ge- väter mehr arbeitslos würden. Millionen Frauen nicht ohne weiteres verstanden werden. In nossen, mit der Vernichtung unserer Organisation und Kinder hungern müßten. Und wenn die Geder unmittelbaren Nachkriegsepoche hat sich die Grausamkeit und Schrecken des Fascistenregimes nossen Marton und Ehrlich uns deshalb hingestellt Wien, 1. August.( Eigenbericht.) In der das sehr stark bemerkbar gemacht. Auf der zu büßen gehabt. Die erste Lehre, die wir gezogen haben als schlechte Sozialisten, so will ich Ihnen heutigen Schlußigung berichtet Crispien- Deutsch einen Seite die Parteien der Siegerländer", haben, ist die, daß man die Butschversuche der eines sagen: Es ist mein Stolz, der größte Stolz land namens der Mandatsprüfungskommission, auf der anderen die der„ Besiegten", auf der Fascisten in ihrem Reim erstiden muß, wenn man meines Lebens, daß hunderttausend österreichische daß auf dem Kongreß insgesamt 742 Teilneheinen die an der Erhaltung und Festigung der durch sie nicht erstickt werden will. Arbeiter mir das Vertrauen geschenkt haben, daß mer anwesend sind, unter ihnen 115 Frauen. neiten Staaten interessierten Parteien, auf Die zweite Lehre ist, daß es zu wenig ist, ld), soweit es in meinen Kräften steht, ihre Lebens- Es sind darunter 663 ordentliche Delegierte und der andern die Parteien der neuentstandenen wenn gegen die Heßereien und Butscherperimente interessen wahren und verteidigen werde. Und von 79 Gastdelegierte. des Fascismus lediglich die der Internationale an diesen hunderttausenden österreichischen Arbeitern nationalen Minderheiten. Der Wiener Kons Es wird zunächst nach einem Bericht von geschlossenen Parteiorganifationen und Gewerk sind zehntausende, vielleicht hunderttausende, be- Friedrich Adler eine Aenderung der Statutent len Lebensbedingungen der Arbeiterklasse ergreß hat bewiesen, daß diese aus den materielichaften vorgehen. Es ist von großer Wichtigkeit, oroht, daß auch sie im Falle der deutschen Kata- beschlossen, die vor allem eine Verringerung der daß die Regierungen jener Staaten, in denen die strophe um Arbeit und Brot kommen können. Zahl der Delegierten zum Stongreß, ferner Bes wachsenden, gerade dem wirklichen Warristen Sozialdemokraten mitbestimmen, die ganze Macht Ich kann diesen Arbeitern noch nicht ſtimmungen über die Einberufung der auf dem leicht verständlichen, Gegensätze heute auf ihrer Autorität und ihres politischen Einflusses mit sozialistischen Mitteln helfen, ich muß den letzten Brüsseler Kongreß, neugeschaffenen, bisher einen gewissen Rest von gegensätzlichen AnSt? und unterzolich gegen die Totengräber der Schuß für fie innerhalb der fapitalistischen noch nicht in Tätigkeit getretenen Sozialistischen schauungen zusammengefchrupp sind, day Demokratie und Freiheit richten. Gesellschaft verlangen, und troßdem würde ich Konferenz und schließlich Bestimmungen über die Arbeiter fast aller Länder reis genug mich als Verräter an den Interessen dieser eine Erweiterung der Erekutive und des Büros sind, mit nüchternem Blick die nationalistiArbeiter betrachten, wenn ich nicht jedes Mit der Internationale enthält. Anträge der Unab- schen Ideologien zu durchdringen und über tel, das in der fapitalistischen Gesellschaft hängigen Arbeiterpartei Englands werden abgesicheinbaren möglich ist, anwenden würde, um zu versuchen, lehnt, nachdem Friedrich Adler auf die Kritik ,, nationalen" Sonderinteressen wenigstens einen Teil dieser Arbeiterschaft vor des Redners der Unabhängigen Arbeiterpartei erdas gemeinsame Interesse Ifer dem entsetzlichen Schicksal, das sie bedroht, zu klärt hat, daß die Statuten der Internationale 3u sehen. bewahren.( Tosender Beifall.) den Willen zur Einheit der internationalen Bes Es gab unter den hunderten Delegierten wegung und den Willen zur Einheit der Bewe jdes Wiener Kongresses feinen, der sich nicht gung in jedem einzelnen Lande flar aussprechen der Ansicht Otto Bauers angeschloffen Antwort an die Kritiker. Wels( Deutschland): Eine Minute für Ehrlich, zwei Minuten für Marton. Ehrlich sagte, unsere deutsche Politik habe versagt. Ehrlich kann so reden, denn er ist jung in der Internationale. Fünf Monate sind es kaum, daß der Bund" in die Internationale eintrat, aber ihm reicht es aus, unt als Schulmeister der deutschen Sozialdemokratie aufzutreten. Marton sagte, der Aufstieg des Fascismus beginnt mit der Koalitionspolitik der Sozialdemokratie. Genosse Marton, lesen Sie die Geschichte der deutschen Revolution. Die Was jagen denn unsere Genossen, die mit der Resolution nicht einverstanden sind, was ist ihre Alternative? Sie wollen die Maßregeln, die wir verlangen, nicht, was wollen sie? Sie sagen, die deutsche Arbeitermasse soll die Macht ergreifen Es folgt dann die Debatte über die Resolu- hätte, daß der Schlüsselpunkt der eurotion der Wirtschaftskommission. Als erste Redne- päischen Politik heute Deutschland ist rin spricht das Mitglied des Unterhauses Genofsin und daß daher jede Partei der Internationale Koalitionspolitik begann mit dem ersten Tage der and den Sozialismus verwirklichen. Wer es ernst terregierung, obwohl sie eine Minderheitsregie- mokratie in dem Kampf gegen den Fascismus Mary Hamilton, die feststellt, daß die Arbe:- das ihre dazu beitragen muß, die deutsche DeRevolution, weil wir nicht einen Tag im Barla meint mit den Worten von Wachtergreifung und rung ist und mit der Gegnerschaft des Finanzment eine Mehrheit der Sozialdemokratie hatten Revolution, wer damit nicht nur eine propalapitals zu rechnen hat, es verstanden hat, die u unterſtüßen. Daher die Forderung der Reund gezivungen waren, mit denen zusammenzu gandistische Phrase aussprechen will, der Rechte der Arbeitslosen zu verteidigen und be solution nach einer internationalen Hilfsgehen, die guten Willens waren. Und in Preußen weiß: Das ist nicht, wie Genosse Mayton es hin- Schicksal zu erleichtern. aktion für Deutschland; und alle haben wir nur mit der Koalitionspolitik, dant gestellt hat, eine Frage der Formulierung eines Siliquit, Amerika, stellt fest, daß die Delegierten waren der Ueberzeugung, daß die Braun und Severing, die Demokratie ge- fünftigen Programms für den Sozialismus in Krise Amerika doppelt hart gefaßt hat, weil es Seredithilfe für Deutschland nicht an politische rettet. Die Ehre der deutschen Sozialdemokratie, unserer Zeit, sondern Kampf, Kampf nicht im bild herabgefunken ist von der höchsten Höhe des Bedingungen geknüpft werden, daß der Sous Genosse Marton, ist bei uns in guter Sut. Ich lichen Sinne nicht mit geistigen Waffen, sondern Wohlstandes in die Tiefe des Leidens. Die Pro- veränität Deutschlands fein weiterer Eintrag kenne feinen deutschen Sozialdemokraten, der vor mit andern. Ich gestehe Ihnen, Genoffen, es gibt duftion ist um mehr als 25 Prozent gefunden, geschehen dürfe. Die Internationale hat aber der Gefahr schwanken oder zittern wird. Kommt der Situationen, in denen die Arbeiterklasse eines die Löhne um zehn Milliarden Dollar im Jahr. auch erneut und mit allem Nachdruck die ForRampf, geht es in die Schüßengräben, dann er- Landes keine andre Wahl mehr hat, als den Kampf Die Ursache der Krise in Amerika liegt vorwarten wir, daß Ehrlich und Marton mit ihren mit solchen Mitteln. Aber ich halte es nicht für nehmlich in der Ueberrationalisierung. Die Pro- derung nach Streichung aller KriegsSturmbataillonen zu uns stoßen und mit uns mit die Gewohnheit von Revolutionären, von wirklichen duktivität der Industrie ist seit dem Strieg um schulden und Beschränkung der ReparatioLeib und Leben für die deutsche Freiheit kämpfen Revolutionären, so leichtfertig zu reden: Ergreift 60 Prozent gestiegen, die Löhne nur um 20 Pro- nen auf den Ersatz der tatsächlichen, Zivit werden. Mit Worten ist uns nicht geholfen.( Stür- doch die Macht!" Denn wirklicher Revolutionär ist zent; die Zahl der Arbeitslosen ist nahezu gleich personen erwachsenen Sachschäden erhoben. mischer Beifall.) nicht der, der das Wort Revolution und das Wort geblieben. ( Schluß auf Seite 3.) Für die französischen Genossen bedeutet die Sonntag, 2. August 1831. Nr. 179. . geHeJ? Zustimmung^ zu dieser Forderung ein sehr mutiges, ein taktisch nicht ungefährliches Bekenntnis zu dem proletarischen Gesamtinteresse. Natürlich kann es auch den» französischen Proletariat nur nützen, lvenn das leidige Reparationsproblem aus der Welt geschasst, die deutsche Demokratie gesichert, Europa befriedet wird; aber im Augenblick wird der französische Nationalismus die Sozialisten wieder als die Knechte Deutschlands^ als „Prussiens" beschimpfen, auf die ungeheuren Opfer Frankreichs im Kriege, die Verwüstung seiner Provinzen, die Not von Millionen seiner Einwohner durch vier Kriegs- und eine Reihe Nachkriegsiahre Hinweisen. Umso mehr müssen die deutschen Parteien der Internationale, di« SPD. voran, dem deutschen Volke klarmachen, daß nicht die„Zerreißung der Doungverträge", nicht die restlose Tilgung der „Tribute", sondern die Erfüllung besten, was Deutschland erfüllen kann und wozu es moralische Bindungen verpflichten, den Ausweg aus den Reparationskrisen darstellt. Ist es nicht das schönste Zeichen erstarkter sozialistischer Solidarität, daß die Forderung nach Revision der Verträge in Wien gerade von den französischen Sozialisten verfochten, von L«on Blum mit so mutigen Worten verteidigt wurde! Auch hierin ist die Internationale einig: die sozialdemokratischen Parteien dürfen keine Garanten des Unrechts sein, das 1919 zu Paris begangen wurde, sie müssen Anwälte der Revision fein und fix nach Maßgabe ihrer politischen Macht durch- führen. Vergessen wir nicht, daß auch das ein Beschluß ist, den sich manche Parteien der SAI schwer abringen mußten. Die polnischen Genossen müsten angesichts der durch mehr als ein Jahrhundert geübten Vergewaltigung ihres Volkes durch Russen und Preußen fürchten, daß die Revisionskampagne nicht beim Korridor und der oberschlesischen Grenze Halt mache, sondern daß di« heute schon verbündeten Mächte, Hakenkreuznationalismus und Sowjetimperialismus, zu einer neuen Teilung Polens schreiten. Die tschechischen Genoffen fürchten von einer zu frühen Revision die neuerliche Unterdrückung des slowakischen Volkes durch magyarische Gewalthaber. Die Internationale hat diesen Nationen die Zusage gegeben, daß ihre Freiheit und staatliche Selbständigkeit niemals in Frage stehen darf, und sie folgert die R e v i s i on nach Maßgabe des Erstarkens des Sozialis- nrus, friedlich und schrittweise. Der Hitlerparole von der Zerreißung der Verträge wird die deutsche Sozialdemokratie den Gedanken der schrittweisen und friedlichen Revision entgegensetzen; sie fordert Geduld von» deutschen Volk, aber sie bringt ihm dafür heute schon die Zustimmung der gesamten Internationale zu solcher Politik. Allerdings— einen Krieg ist uns die Revision nicht wert. Und so nachdrücklich die sozialistischen Parteien der„Siegerstaaten" tverden betonen müsten, daß sie keinem Garanten des Unrechts sein und keine Rüstungen zum Schutze des Unrechts bewilligen wolleit, so fest mutz auch die deutsche Sozialdemokratie sich daran halten, datz ihr die Revision der Grenzen nicht das Opfer von Dtillio- nen Menschenleben wert sein kann, das ein Krieg, das die fascistffche, von heute auf morgen geforderte„Revision" verlangen würde. Die Internationale hat sich mehrmals und mit allem Nachdruck zur Demokra- t i e bekannt. Sie sieht in dieser Staatsform die sicherste Gewähr der unblutigen Emanzipation der Arbeiterklasse, den ebenen und besten Weg zum Sozialismus, die solideste Sicherung des Weltfriedens. Aber sie ist weit entfernt davon, in der Demokratie einen Selbstzweck, einen Fetisch zu erblicken. Sie ist weit entfernt von irgendwelchem„Reformismus", der dem revolutionären Gedanken entsagen uitd der um der Demokratie willen aus den Sozialismus verzichten würde. In zwei Fällen kündigt die Sozialistische Internationale, hinter der Millionen organisierter Arbeiter, hinter der in Europa allein rund 30 Millionen Wähler stehen, der Bourgeoisie in aller Form die bewaffnete Revolu tion an: wenn der. Fascismus die Vernichtung der mittel- und westeuropäischen Demokratie versuchen, oder wenn die Bourgeoisie einen neuen imperialistischen Krieg entfesseln sollte. Dann wird die Arbeiterklasse sich mit allen Mitteln des Fascismus erwehren, wird sie mit allen Mitteln die Verwandlung des imperialistischen Krieges in die Revolution erstreben. Und dieses Bewußtsein soll uns nicht zuletzt in dem kommenden harten Winter Mut und Hoffnung geben: wir sind einig mit unseren Genossen in Frankreich, England und Deutschland, einig mit der gesamten internationalen Arbeiterklasse, daß wir, wenn die Bourgeoisie uns den demokratischen Weg ver- legt, wenn sie sich gegen den notwendigen Umbau der Wirtschaft mit Gewalt wehrt, wenn sie uns in den Krieg hetzen will, ihr unter den alten Fahnen der Revolution entgegentreten werden! Kongreß der Namac. Hilfe durch Wirlfchastruufbau. Der zweite Tag des Kongresses der Kriegsopfer stand im Zeichen der Fachreferate. Genosse Brandeisz ergänzte als Berichterstatter einen schriftlich niedergelegten Bericht über die wirtschaftlichen Voraussetzungen des Weltfriedens durch die klare Feststellung, daß die Wirtschafts. Probleme politische Fragen geworden find und daß der Weltfrieden nur durch wirtschaftliche Stabilisierung erreicht werden kann; Genosse Brandeisz beschäftigte sich weiter mit den Betfalls, crscheinungen des Kapitalismus, wies darauf hin, daß das herrschende, verkrachte System durch die Zuflucht zu Staatshilfe und Staatshaftungen immer mehr dem Staatskapitalismus zusteuere und darum dem Problem der sozialistischen Gesellschaft nicht länger haßerfüllt und verständnislos gegenüberstehen darf. Die einzige Hilfe für Ärropa kann im Augenblick nur in Aufgaben erblickt werden, die der herrschenden Autarkie und dem Selbständigkeitstvahn der Kleinstaaterei und der Planlosigkeit der Produktion ein Ende bereite» müssen: Aufgabe der Zollmauern, einheitliche Wirtschaftsgebiete, tatsächlicher Abbau des Nationalismus mit allen seinen wirtschaftlichen und militärische» Irrtümer» sind die Mindestforderungen der Millionen Kriegsopfer, die mit ihrem Blut keinen Frieden, keine Ruhe erkaufen konnte«. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen des Friedens sind heute als rein sozialistisch erkannt: Umstellung der Landwirtschaft auf GemeinschastSbafis, Kürzung der Arbeitszeit, Abstellung des Profit- und RÄionalstierüttgS- wahns, Aufbau der Planwirtschaft und Verständigung der Völker durch Taten und nicht durch Worte sind die Forderungen der Kriegsopfer, die das moralische Anrecht haben auf eine befriedete Welt. Genosse R o ß m a n n, Deutschland, berichtete dann eingehend über den Stand der Abrüstung und Schiedsgerichtsbarkeit und ergänzte keinen hier wiedergegebenen Bericht hauptsächlich dadurch, daß er auf die Notwendi^eit der Erhaltung der deutschen Demokratie gegen den Fascismus verwies. Was Europa für Deutschland tun wird, geschieht auch für die ganze Welt, denn die Erhaltung der friedenswilligen deutschen Republikaner gegen den Irrwahn und die Demagogie des Hakenkreuze» ist für Europa lebenswichtig. Darum wird es aber am wichtig. sten sein, durch wahrhafte Abrüstung der nationalistischen Masse ihre Hauptfchlagworte von der Notwendigkeit der Baterlandsverteidigung zu nehmen. Im Gegensatz zu ihm sprach Genosse Crohn(Magdeburg) von der Gefahr, dre Deutschland"durch da» verelendete und damit dem Bolschewismus in die Arme«triebene radikalisierte Proletariat drohe. Infolgedessen muß man sich ganz ernstlich mft dem Problem der Arbeitsbeschaffung beschäftigen, denn die heutige Wirtschaft ist ein System der Anarchie; das unhaltbare System der Bank- und Jndustriekonzerrr- wirtschaft muß die Staatsleitungen zwingen, der Wirtschaft ein Kindermädchen mitzugeben, weil die Wirtschaftsführer der Zeit nicht gefolgt find und wie Kinder das einmal Erraffte festhalten müssen, weil jeder für sich kämpft. Wenn man ihnen allen aber den guten Glauben nicht mehr zubilligen wird können— und da» muß bald geschehen— dann wird sich di« Staatsleitung entschließen müssen, die Wirtschaftsmagnaten in ein Jrre«b»us zu sperren, denn das System der Rationalisierung, die auf einer Seite die Produktion erhöht und den Güter» auf der andern Seite durch Entlassung der Arbeiter den Markt entzieht, ist mit normalem Gehirn nicht mehr zu rechtfertigen. In Deutschland wird sich in näch- ster Zeit zeigen, daß das System der Arbeitslosenversicherung bei diesem Raubbau am Volkswohl zusammenbreche» muß, weil einfach bald niemand mehr da seip wird, der die Versicherung wird bezahlen könne«. Die psychologischen Por- EssetzMhen' für die effektive Zusammenfassung .Europas nach Briands Plan waren" jetzt mehr als gegeben; Europa muß nur den Willen aufbringen, vom Dort zur Tat überzugehen, Europa muß sich nur überzeugen, daß die deutsche Demokratie noch lebensfähig und stark genug ist, am Wiederaufbau— aHewtnu auf andrer Basis— mitzuarbeiten. Genosse Crohn hatte mit seiner Rede großen Erfolg: Prof. C ass in, Mitbegründer der Ciamac, Delegierter Frankreichs beim Völkerbund als Vertreter der Kriegsteilnehmer, Pros. Brousmiche und Abbe Secret von der Union Federal werden am Montag nach Magdeburg reisen, um die deutschen innerpolitischen Verhältnisse genau zu studieren. In der ersten Kommission hielt noch Genosse R. E a s s i n ein erschöpfendes Referat über den Stand der Abrüstung— besser Richtabrüstung— und Schiedsgerichtsbarkeit, alle Redner verwiesen auf die Unhaltbarkeit des gegenwärtigen Zustandes und setzten sich für die Revision der Verträge ein. Dagegen stellen sich die Redner Polens: ein Delegierter erklärte, daß die enge Verbindung der Reichswehr mit Rußland und der deutschen Industrie mit den Sowjets das Vertrauen des Auslandes zu Deutschland immer mehr untergrabe, ein zweiter Redner nahm scharf Stellung für die Unverletzlichkeit der Verträge. Zur Zeit ist die Debatte über die Resolution zur Friedensfrage noch im Gang; Oesterreichs und Deutschlands Vertreter haben wie immer im Wall der kleinen Nationen keinen leichten Stand, werden aber von Cassin merklich unterstützt. Zur weiteren Debatte'steht noch die Frage der Jugenderziehung im pc^ifistischen Sinn und die Schaffung eines Antikriegsmuseums,' das als Wanderschau gedacht ist, um die Erinnerung an die furchtbaren Kriegsjahre nicht verblassen zu lassen. Der Kongreß gibt ein erhebendes Bild wahrer rnternatii'naler Zusammenarbeit vou Mannern, die einander im Wahn des kapitalistischen Imperialismus einst als Feinde gegenüberstan- den; allen Phantasten von„Feindes und„Abwehr des FemdeS", allen diesen Brüllern der Unmenschlichkeit sei empfohlen, sich diese Versammlung von Männern anzusehen, die gewiß das Recht haben, sich über den Wert oder Unwert des frisch-fröhlichen Stahlbades auszusprechen; sie alle haben den Wahn des Hasses erkannt und sie alle kämpfen jetzt mit Waffen der Erkenntnis und des Geistes um einen neuen Angriff: den Ansturm des arbeitenden Volkes gegen die Feste des Kapitalismus, die schon gewaltig in ihren Grundpfeilern erschüttert ist. Und daß sie alle unter der zielbewußten Leitung von Mannern stehen, die eines Sinnes sind mit der Sozialdemokratie, ist ein neuer Beweis für die Kraft und Macht unserer Arbeit, die als Ziel hat die Errichtung des freien BolkSstaateS! Aufschub des Präsenzdieuftes für Anwärter im Staatsdienst« und Lehrer. Das Ministerium für nationale Verteidigung hat soeben eine wichtige Aenderung in den Wehrvorschriften durchgeführi und bewilligt, daß auch Lehrer im Anfänge ihrer Lehrtätigkeit bis zur Ab- lvgung der Lehramtsprüfung und Anwärter in anderen Staats- und öffentlichen Diensten, die vor der Bestellung zum Beamten, Richter, Professor u. a. eine Fachprüfung abzulegen haben, bis zur Ablegung dieser Prüfung um Aufschub des Präsenzdienstes ansuchen können. Der Präfenzdienstaufschub(feine Verlängerung) kann prinzipiell nur bis zum 1. Oktober jenes Jahres bewilligt werben, in dem der Bittsteller fein 24. Lebensjahr erreicht; über diese AlterS- grenze hinaus kann der Aufschub nur aurnahms- woise bewilligt werben. Die Gesuche um Bewilligung eines solchen Aufschubes sind in der üblichen Welse ein'zurelchen, d.h.bei der AssentierungÄommWon oder Heimat»- bezirksbehörde I. Instanz. Im Jahre 1S31 können derartige Gesuche bi» längsten« l. September 1931 eingereicht werden. Die Gesuche müssen mit der Bestätigung des zur Erledigung der Personak- sngelegenheit des Bittstellers kompetenten Amtes versehen sein, daß der Bittsteller sich im Vorbereitungsdienst(Amoärterverhältnis) befindet»»«d in welcher Zeit er normal die vorgeschriebene Prüfung ablegen kann. . 32 (Nachdruck verboten.» Pfeile sus dem Jenseits. Von Hans-Herbert Varlen. Copyright(»reiner& Co., Berlin NW.& „Dann sind Sie nicht gefährlich!" jagte Torre mit unverkennbaren Hohn in der Stimme und wandte sich ebenso unvermittelt von Clay ab, wie er das Gespäch begonnen hatte. Ein widerlicher Mensch, dachte Clay, dessen innerer Rerger bis zum Halse gestiegen war. Wenn dieser Kerl keine Millionen hätte, würde er sogar noch al» Feldwebel ein grober Klotz fein. Ich kann zu diesem Mann nicht höflich sein, obgleich es dumm ist, denn der Justizminister ist sei» Busenfreund. Aber toas meinte er mit seinen Reden?... Clay konnte immer mehr das Gefühl nicht Unterdrücken, daß die meisten hier heute abend Theater spielten. Aber worum ging es bei diesem Thcaterspiel, und wer waren die Akteure und wer das Publikum? Clay dachte einen Augenblick ganz erschrocken: Bin ich das Publikum? Diesen Gedanken jedoch verwarf er sofort wieder. Seine Person lvar zu unbedeutend, als daß es irgend etwas geben könne, um vor ihm ein solche» Schauspiel aufznführen. Doch wenn Clay jetzt darauf achtete, siet es ihm auf, daß der Commander, Lundberg und Torre oft eigenartige Blicke miteinander tauschten. Und sobald sie sich ansahen, schien in allen drei Gesichtern eine geheime Furcht zu sprechen. Doch war noch ein anderes, sehr törichte» Gefühl, über das Clay sich fast ärgerte, weil es ihm zu absurd' erschien. Es schien ihm, als ob alle drei Personen Yle gleichen Augen hatten. Diese große Achn- lichkeit war ihm noch nie ausgefallen, weil er sie auch noch nie zusammen gesehen hatte. Clay fluchte über sich selbst und die unselige Eigenschaft, die er an sich hotte, häufiger mit seinen Gefühlen und Empfindungen zu sehen als mit fernen konkreten Augen. Es gab allerdings Fälle, wo sich sein Gefühl als schärfer erwiesen hatte al» seine physischen Augen. Diesmal aber war es sicher eine Rarcheit. Er befand sich an diesem Tage in einem Zustand, der an Hysterie grenzte, und er war klug gemig, dies seihst zu erkerrnen. Clay hatte das Gefühl, den Bode« unter feinen Füßen zu verlieren und sein Gehirn in ein Stadium zu bringen, wo die Phantasie stärker als alle Realitäten sein würde. Er trat daher an das eine Fenster und streckte ein wenig den Arm hoch, als wenn er sich reckte. In diesem Angenblick leuchtete ganz kurz dreimal ein rotes Auge im Park auf. Das war Inspektor Terrible, und nun wußte Clay, daß seine Leute auf dem Postens lvaren. Als er sich umwandte, stand Bing hinter ihm. Bing lächelte« ein sanftes und schwermütiges Lächeln. Clay fühlte, wie eine feine Welle von Eau de Cologne über ihn heraina. Dieser Mann ist ein Weih, dachte Clay, aber fühlte sich trotzdem seltsam hingezogen zu diesen» jungen Lyriker. „Es ist hier immer so lustig!" sagte Burg und sah mit weichen, bräunen Angen zu Clay auf. „Ja, cs ist hier sehr vergnügt! Si? lieben sicher auch vergnügte Menschen!" antwortete Clay freundlich, wenn seine Worte auch nicht sein Empfinden«»»drückten. Aber er war sehr erstaunt über die Ant- »vort Bings. „Ja, ich liebe so sehr das Grenzland der menschlichen Gefühle, wo Man die Lust oft mit Schmerz und Schmerz oft mit Luft verwechselt! Schmerz ist oft schöner als Lust! Eine Träne hat die fernsten Schwingungen. Ern Gelächter ist ein plumpes Ding gegen eine Träne... Dock wie oft wird die Trane zu einem Gelachter!" Es war Clay, als ob über die Augen Bings leichte Wollen schlichen, die irgendein Licht verbergen wollten. „Das ist mir ein wenig zu hoch!" jagte Clay ehrlich, aber innerlich erschrak er doch, denn er wußte nun auch, daß Bing heute abend ebenfalls ein Gespenst durch die lüstige Gesellschaft gehen sah. Ja, so viel hatte er doch von Bings orakelhaftem Ausspruch verstanden. Berd.. die» alle» ist eine rätselhafte Gesellschaft, dachte Clay, und er begann sich zu ärgern. „Sie sollten uns einen großen Gefallen tun," sagte in diesem Augenblick eine knarrende Stimme zu Bing. Es war Torre. Er legte seine große magere Hand auf Bings Schulter und sah ihn mit seinen starren Augen an. Clay machte eine seltsame Entdeckung. Er sah deutlich, daß durch Bings Gestalt ein leises-Zittern lief, als Torre seine Hand auf Bings Schultern legte. Bing wurde seltsam blaß und trat schnell zurück. Nur das Lächeln blieb in seinem Gesicht. Auch dieses Lächeln ist eine Maske, dachte Clay und kniff sich ins Bein, damit er auf dem Boden der Realität blieb. Bing lächelt« noch immer und gab den starren Blick Torre- zurück. Aber es sah aus, als sähe«r Torres Augen gar nicht. Er schien durch Torre hindurchzuschen, als wäre Torre au» Glas. „Sind Sie schreckhaft!" sagte Torre und akzentuierte das Wort„schreckhaft" in einer Weise, daß es wie ein kurze» Gebell klang. ES klang wie da» kurze Gebell eine» Wolfes, der ei« Stück Wild stellt. „Sie haben recht. E» gingen seltsame Träume durch meine letzten Rächte. Ich sah einen brennenden Baum, der das Weltall erfüllte. Aber dieser rote Brand waren Blüten ...» rote Blüten.. i Sie wuchsen mit einer unheimlichen Schnelligkeit und waren Früchte. O, welche schönen Fruchte mußte die rote Glut der Blüten ergeben. Und ich wollte sie pflücken ..., meine Hände pflückten.... aber ich pflückte nichts al- Totenfchädel.. Totenschädel... Ist das nicht»in häßlicher Trau»? Ist das kern Grund, um schreckhaft zu sein?" Es war eine weiche, melodische Stimme, die diese Worte nicht sprach, sondern fast sang. Wer nicht diese Wort« erstaunt«« und erschreckten Clay, sondern dieser unheimliche Glanz, den plötzlich die Augen Bings ausstrahlten. Ts war, als brenn« dieser Traumbaum tatsächlich in seinen Angen. Es war eine förmliche Lohe, die au» diesen Augen hevausschlug. Jetzt war e» Torre, durch dessen Gestalt ein eigenartiges Zittern lief. Jetzt war«S Torre, dessen Augen in irgendeine Ferne liefen, die ihn scheinbar nicht mehr erschreckte. „Sie zittern ja auch!" sagte Bing z» Torre und trat einen Schritt vor. Aber Torre sprang vor diesem Schritt zurück. ES war fast, alS wollte er fliehen.. doch er beherrschte sich und fuhr mit feiner Hand durch die Lrrft, al» wische er etwas Häßliches fort. Er murmelte: „Der Mohvl! Man sollte nicht so viel trinken!" „Es find wunderbare Erkenntnisse, die einem der Alkohol beschert.. sagte Bing träumerisch,. a-er man kann auch sie nur in Massen ertragen, ohne zu zerbrechen!" „Ich sollte Ihnen einen Gefallen tun?" fragte Bing, als fiele ihm erst jetzt TorreS Bitte ein. (Fortsetzung folgt.) Rr. 179. Die letzte Gizung. ( Schluß von Seite 1.) Toni Sender verweist darauf, daß die Politik der furzfristigen Kredite zum großen Teil durch die Schuld verantwortlicher deutscher FühFascismus tämpfen. Sonntag, 2. August 1931. Um den deutschen Kredit. Amerila für die Herabsehung der Reparationen? Seite 3 Der bolichewitische Antifriegstag wieder verfracht. Soweit sich nach den bis Mitternacht einter herbeigeführt wurde, die die öffentliche Wirt- New York, 1. Auguft. Unter den Bankiers, New Yorker Bank und daß auch MacGarrah die gelangten Meldungen übersehen läßt, ist der kommunistische ,, Antifriegstag", wie ja nicht anders schaft dadurch bekämpfen zu können glaubten, die gestern mit Albert Wiggin eine Besprechung Wahl Wiggins befürworte. Was die jetzt drin zu erwarten war, wiederum kläglich verkracht. daß man ihr den langfristigen Auslandskredit hatten, befanden sich Parker Gilbert, Russel Lef gende Frage der lurzfristigen Kredite anbelangt, Die Massen sind ausgeblieben wie immer und entzog. Das geschah unter Führung des ehemali- fingwell, Thomas Cochran, sämtlich vom Hause wurde gestern ein Ausschuß der New Yorker nur die Polizeiverbote verschaffen den bolichegen Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der J. P. Morgan& Co., sowie Paul Warburg, der Banken gebildet, in dem alle Banken mit wistischen Führern eine billige Ausrede. Wenn heute noch im Ausland vielfach als Autorität Präsident der Bank of Manhattan. Wiggin wird größeren deutschen Kreditbeteiligungen vertreten sich Herr Slawit einmal entschließen könnte, gilt, Nicht als Bittende treten wir vor den Kon- am Ende der Woche in Basel eintreffen. Die sind. Der Ausschuß, der im Gebäude der Federal Kundgebungen, die ohnehin nicht stattfinden, greß, nicht als Einzelmenschen und als Partei Morgenblätter, die sich eingehend mit den Auf- Reserve Bank tagte, beschäftigte sich mit den ruhig zu gestatten, so würde sich erst der Bankroti ober als ein Land, das Wohltaten empfangen will, gaben des BI3- Komitees beschäftigen, nehmen Plänen des Reichsbankpräsidenten Luther betreffs der Moskowiter im schönsten Lichte zeigen. sondern in dem Bewußtsein, daß wir die Soldaan, der Ausschuß werde bald zu Entscheidungen einer Fortdauer der Kredithilfe für Deutschland. Aus Böhmen werden so gut wie feine ten sind, die in den vordersten Schüßengräben lommen, da ein erheblicher Teil der Vorarbeiten Die Beratungen des Komitees werden bis ein- Versuche zu Kundgebungen gemeldet. Lächerliche gegen die internationale Reaktion und den bereits in Deutschland erledigt worden sei. Ein schließlich Sonntag dauern, um dem deutschen Anfäße gab es in Bilsen und da oder dort in Blatt nimmt an, daß das Programm des Wunsche einer Verständigung bis zum Montag Brager Vorstädten, in Oberleutens2o de r- Palästina schildert die Lage in Komitees innerhalb eines Monats fertig aus zu entsprechen. Die Vorschläge Luthers, von dorf fanden sich fleine Trupps zusammen. In benen einer eine Kreditdauer von wenig Mähren und Schlesien versuchten die KomBalästina. Schmidt- Holland erklärt, daß 30 gearbeitet sein werde. oder 40 Millionen Arbeitslose ein sofortiges un- Im Zusammenhang damit wird in Bank- tens einem halben Jahre verlangt, wurden munisten an manchen Orten zu demonstrieren. mittelbares Handeln fordern, was die Soziali- treifen erneut betont, daß es durchaus notwendig von den beteiligten Banttreifen als billig und In Brünn 100 Mann, in Freiwaldau 90 ftische Arbeiter- Internationale und der Interna- jei, eine dauernde und nicht nur eine vor- vernünftig bezeichnet. Mann, in Orlan 40. Es waren also wiederum tionale Getvertschaftsbund auch zu vollbringen übergehende Lösung der deutschen Probleme zu Der Unterstaatssekretär des Schazamtes die dank den Kommunisten so blühende Bürobermöchten. Möller- Schweden gibt für die finden. Deutschland könne als ein durchaus guter Ogden Mills und Gouverneur Norris von der fratie und Polizei, die demonstrierten. schwedische Partei die Erklärung ab, baß sie für Schuldner für langfristige Anleihen angesehen Philadelphia Federal Reserve Bank waren die deutsche Resolution stimmen würde, da sie so werden, wenigstens unter der Voraussetzung, daß während der Ausschußsißung anwesend. formuliert fei, daß den einzelnen Parteien ihre die Reparationen wesentlich herabtattische Freiheit gewahrt bleibt. Dr. Groß gesezt werden. Hinsichtlich der Ernennung Bolen meint, daß die Resolution praktische Rai- Wiggins zum Bertreter Amerikas beim BJ3 schläge enthält, die von großer Bedeutung sind. Somitee wird in Finanzkreisen auf den Umstand Das deutsche Kreditsystem ist auf die Banken ge- hingewiesen, daß die Chase Nationalbank größere stützt und es ist zusammengebrochen, weil die Ein- Interessen in Deutschland als irgendeine andere leger fürchtsam geworden sind. In dem Augenblid, wo sich das Kreditsystem auf die Staatsbant stügt, ist es nicht mehr abhängig von den Einlegern und wird stabil und wird der Privatwirtschaft ständig Geld leihen. In seinem Schlußwort wendet sich Grimm gegen die Minderheitsresolution, welche zu dieFranco- amerikanischer Kredit für England. Die weiteren deutschen Finanzmaßnahmen machten in hiesigen Banffreisen einen ausgezeich neten Eindruck, da hierin erneut das Bestreben erblickt wird, die Lösung des Finanzproblems in energischefter Weise weiterzubetreiben. Schießerei in Berlin. Auch im Ausland ist es den Kommunisten nirgends gelungen, Demonstrationen zustandezu= bringen. Dagegen haben sie in Berlin, wo sie ja nunmehr als eine Unterabteilung der Hitlerpartei fungieren, Polizisten überfallen und einen Wachtmeister schwer verlegt. Als die von allen Seiten beschossene Polizei ebenfalls feuerte, wurden zwei Ziviliften verlegt. Reich übernimmt zu diesem Zwed 300 Millionen Reichsmart Vorzugsaktien, die mit einer kommulativen Vorzugsdividende von 7 Prozent aus Fün jahresplan und Militarismus. gestattet sind. Da die Zustimmung des AufLondon, 1. Auguft. Die Bant von England fichtsrates zu der Schaffung der Vorzugsaktion In einem Artikel des Freien Wort" fem Punkt der Tagesordnung von der Unabhän- gibt bekannt, daß die Bank von Frankreich und heute erfolgt ist und die Mehrheit für die Durchführt Genosse Robert Schirofaner folgende gigen Partei Englands und Bolens, dem Bund, bie Federal Reserve Bank of New York der führung der Beschlüsse durch die Generalver- interessante Daten über die militärische Seite jovie von Schmidt- Holland eingebracht worden Bant von England je einen Kredit in der Höhe fammlung gesichert ist, stellt das Reich die für des Fünfjahresplanes an: ist und die in der Erklärung gipfelt, daß das von 25 Millionen Pfund Sterling zur Ber- den Bezug der Vorzugsaktion erforderlichen Aftionsprogramm die Ablehnung einer Politit fügung gestellt haben. Das britische Schazamt Mittel der Dresdner Bant schon jetzt zur Verder Tolerierung und der Zusammenarbeit mit hat die Bank von England gebeten, fie möge fügung. den kapitalistischen Parteien enthalte. gemäß dem Gefeße von 1928 ihre Ermächtigung Die Vorstandsmitglieder der Dresdner Nach dem Schlußtport Grimms wurde bazu erteilen, daß für die Zeit von drei Wochen Bant haben im Hinblick darauf, daß der weitaus die Resolution der Wirtschaftskommiffion ange Banknoten in der Höhe von 15 Millionen Pfund größte Aktienbesit sich beim Reich befinden wird, nommen, die Minderheitsresolution mit 299 ge- Sterling emittiert werden. Die Gesamtmission dem neuen Großaktionär die Bereitwilligkeit gen 5 Stimmen abgelehnt. der Banknoten würde dann 275 Millionen Pfund erklärt, ihre Aemter zur Verfügung zu stellen. Sterling betragen. Das Reich hat sich seine Entscheidung hierzu vorVandervelde teilt dann mit, daß von Senderson ein Telegramm eingelangt ist, das dem Kongreß den wärmsten Dank für seine Grüße übermittelt. Ein neuer Hilfsplan Ameritas. behalten. Reine Betriebseinstellung bei der Alpine. ,, Dabei ergibt sich nämlich, daß die Berstaatlichung Rußlauds heute auch genau im Geifte dieser kapitalistischen Verstaatlichungent vor sich geht. Dieser Geist war immer der militäriche, der sich im übrigen um die Wohlfahrt des Boltes nicht fümmert, im Gegensatz zum soziaiftischen. Der Fünfjahresplan ist der typische Ausdruck dieser ntilitaristischen volksfeindlichen Verstaatlichung. Diese Beleuchtung des Fünfjahresplanes als Militärplan einerseits, als Volksplan andererseits ist bereits durchgeführt in dem ausgezeichneten Buch„ Rotes Rußland In seiner Schlußrede teilt Vandervelde Berlin, 1. Anguft. Das Contibüro meldet: rüstet" von Jakow Trachtenberg( 6. Auflage, zunächst mit, daß die Internationale den öfter1931, Berlin), das von uns, im Gegensatz zur reichischen Genossen zum Zeichen der Dankbar- Die amerikanische Regierung hat Deutschland Wien, 1. Auguft. Wie die Blätter melden, Rechtspresse, noch viel zu wenig gefannt und feit eine Büste von Karl Marx gespendet hat, einen neuen Plan zur Hilfeleistung bei der Bedie ein Werk des Sohnes von Jean Longuet ist. gebung seiner finanziellen Schwierigkeiten unter- bestehen begründete Aussichten, daß die Betriebe angewandt ist. Aus ihm ergibt sich nach dem Dieser Kongreß, erklärt er dann, hat der zerriffe- breitet. Wie mehrere Berliner Blätter infolge der Alpinen Montan- Gesellschaft aufrecht erhal- amtlichen Material, daß Sowjetrußland 80 nen kapitalistischen Welt die einige Internatio- einer Indistretton zu melden in der Lage find, ten werden. Die Betriebseinstellung auf dem Prozent des vorgesehenen Fünf3 ut militärisch cit nale entgegengestellt. Vereint sind wir, vereint ist durch Vermittlung des Botschafters Sadett Erzberg, die Dämmung des Hochofens in Dona- jahre skapitals im Guten wie im Bösen. Was immer geschehe, bei der deutschen Regierung angefragt worden, wib und die Einschränkungen in Donawis und 3weden, aber nur 1,2 Prozent zur Gesunddiese Einheit wird bleiben. Vereint werden wir ob das amerikanische Farmamt Deutschland das Kindsberg dürften Mitte August wahrscheinlich heitsförderung, 3 Prozent für Bildung ausgibt. fämpfen unter dem roten Banner und mit dem durch unterſtüßen könne, daß es einen Teil der noch nicht durchgeführt werden. Die Kündi- Daß zwar die Traktorenproduktion, die ja beRufe:„ Es lebe die Internationale!" in Amerika vorhandenen Weigen- und Baumwoll- gungen find allerdings schon ausgesprochen, da kanntlich der Tankproduktion fast gleich ist, int die Gesellschaft auf jeden Fall den Termin wah- finstersten, unangreifbarsten Ural, in dent unmilStürmischer, langanhaltender Beifall ertönt. überschüsse zu liberalen Bedingungen verlaufe. ren will. Es besteht die Aussicht, daß der Alpi- telbar nach dem chinesisch- russischen Konflitt aus Die Delegierten erheben sich und fingen die In- Die Verkäufe sollen durch langfristige Kredite nen Montan- Gesellschaft Aufträge, insbesondere dem Boden geftampften größten Hüttenwerk der finanziert werden. Der Plan dürfte augen- feitens öffentlicher Körperschaften namentlich Welt"( Serm. Remmele im Roten Aufbau" blicklich vom deutschen Kabinett beraten werben. Der Bundesbahnen zugewiesen werden. Die 1931, Seft 3, S. 149) Magnitostroj mit RiesenEine Entscheidung der deutschen Regierung liegt Entscheidung hierüber soll in den nächsten Ta- schritten vor sich geht, ebenso die Striegsgen fallen. noch nicht vor. ternationale. Theorie und Praris. Deutsche Nationalsozialisten der Tschechoslowakei gegen die Sonntagsruhe. des vollen -flugzeugfabrikation für die Ossowiachim( Geselschaft der Freunde der LandesverteiDie Sanierung der Dresdner Bant. Was für eine ersreaktionäre Gesellschaft sich 160 Sowjetangestellte in Buenos digung, des Ausbaues der Chemie und der Luftflotte), daß aber von den 721 russischen Städten in der judetendeutschen Hakenkreuzlerpartei zu- Berlin, 1. August.( Wolff.) Um jeden Zweifel Aires verhaftet. nach Vollendung des Fünfjahresplanes nur 28 sammenfindet, lehrt eine Tatsache, die wir in der Städte Kanalisation, nur 283 Wasserleitung letzten Folge der Allgemeinen Angestelltenzei zu beheben, daß die Dresdner Bank in der Lage Buenos Aires, 1. August.( Reuter.) Die haben werden. Während nach Beendigung des tung"( Reichenberg) entnehmen. Der Allge- ist, auch nach Wiederaufnahme meine Angestelltenverband bemüht sich natur- Zahlungsverkehrs ihre Funktionen zu erfüllen Bolizei nahm gestern in den Diensträumen der Fünfjahresplans in der Oktobertälte am Roten Sowjetrussischen Handelsvertretung Blaß die Maschinengewehre und Tanks auffahgemäß auch in denjenigen Städten, wo es bisher und ihren Einlegern die höchste bantmäßige biefigen feine Sonntagsruhe gibt, diese durchzusetzen. So Sicherheit zu bieten, beteiligt sich die Reichs( Amtorg) eine eingehende Durchsuchung vor, ren, werden die Bewohner Rußlands nur je geschah es auch in Arnau. Bei der Abstimmung regierung an der Dresdner Bant mit einem voll wobei das gesamte Personal, d. i. 160 Personen einen Schuh haben, denn bis dahin sicht der des Antrages in der Gemeindevertretung auf eingezahlten Rapital von 300 Millionen. Das einschließlich 15 Frauen, verhaftet wurde. Abgabe einer Aeußerung für die Sonntagsruhe stimmten von den Stadtvertretern 10 für den ** Plan bei einer Bevölkerung von 169 Millionen mur 80 Millionen Paar Schuhe vor. Die Beispiele ließen sich verhundertfachen. Hier gliedern Die Affäre Stříbrný bor Antrag und 18 dagegen. Unter den Gegnern der Krisenmaßnahmen in Deutschland. Armee der Arbeitslosen verhindert. Zweifellos sich auch nun erst die Argumente der drei Genoffen ist es die Absicht der Reichsbank und der Reichs- ein. Beweist die marxistische Grundlehre, daß in Sonntagsruhe befanden sich außer den Angehö Reichsbankoiskent 15 Prozent.- Reichs regierung, daß sich die Unternehmer das notwen Rußland der Uebergang von der vorkapitaliſti rigen der bürgerlichen Parteien auch drei diege Geld durch Abstoßung der Lager und durch schen zur kapitalistischen Wirtschaftsweise vor Angehörige der nationalsoziali- beteiligung an der Dresdner Bant. Warenerport verschaffen, wodurch fremde Devi- sich geht, so beweisen diese Tatsachen, daß die itischen Partei und zwar zwei Angestellte Die deutsche Reichsbank hat zu dem ungesen ins Land kommen und die deutsche Währung Kapitalisierung im Gegensatz zu allen bisherigen namens lenner und Opaterny und ein Fabrikshandwerker. Es ist nun Sache des sonst so wöhnlichen Mittel gegriffen, den Reichsbank gefestigt wird. Sicherlich sind sich die leitenden Kapitalisierungen in der Form militaristischStreise in Deutschland bewußt, daß sie durch die bürgerlicher Verstaatlichung großen Stils redseligen Tag", zu erklären, ob sich die natio- diskont von 10 auf 15 Prozent zu erhöhen. nalsozialistische Partei mit der Abstimmung die- Die Reichsbank bezweckt damit wohl zweier- Erhöhung des Zinssatzes der Anturbelung der sich geht." ser drei Parteimitglieder identifiziert und ob lei: die Eindämmung des Zahlungsmittelum- deutschen Wirtschaft entgegenarbeiten, aber die diese drei Gegner der Sonntagsruhe im Auflaufes und Maßnahmen gegen die Kapitalflucht. Festigung der Währung ist ihnen im Augenblick trage der Partei oder im Einvernehmen mit ihr Die Banken reichen bekanntlich bei der Reichs- wichtiger als alles andere. gehandelt haben. Wir richten deswegen an den bant Wechsel ein, welche zum jeweiligen Bins „ Tag" die öffentliche Anfrage, wie es sich damit satz der Bank disfontiert werden und wofür die Eine zweite Maßnahme von außerordentliverhält und müßten, wenn uns feine Antwort Banken Papiergeld erhalten. Je höher der Zinswird, annehmen, daß die nationalsozialistische jazz, desto geringer die Lust, Wechsel zu diskon- cher Bedeutung ist die Beteiligung des Partei sich mit den drei Mitgliedern der Arnauer tieren und desto geringer die Zahlungsmittel- Reiches an der Dresdner Bank. Die Stadtvertretung, die gegen die Sonntagsruhe menge, welche von der Reichsbant angesprochen deutschen Banken werden sich bei der Wieder gestimmt haben, solidarisch erklärt. Auch der und ausgezahlt wird. So bemüht sich also die herstellung des freien Zahlungsverkehres, zu Deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband" Reichsbank durch die Erhöhung des Zinssaßes dem es nach und nach in der nächsten Zeit wird ( D. H. V.) muß sich melden, ob die beiden ge- den Papiergeldumlauf einzudäm tommen müssen, in einer schwierigen Lage befinnannten Angestellten seine Mitglieder sind und men und die Golddeckung der Papiernoten den. Besonders droht der Dresdner Bank die er müßte sie von rechtswegen ausschließen, weil unter ein gewisses Ausmaß nicht herabsinken zu Illiquidität, d. h. die Gefahr, den an diese Bank sie gegen die Sonntagsruhe gestimmt haben. lassen. Andererseits ist die Erhöhung des Zins- gestellten Ansprüchen in Bargeld nicht genügen Auch der D. H. V. hat nun das Wort, sein sabes ein Mittel gegen die Kapitals- ju fönnen. Die Reichsregierung beabsichtigt baSchweigen würde darauf hinauslaufen, daß lucht: je höher der Zinssatz in Deutschland, her, der genannten Bant mit 300 Millionen auch er Mitglieder in seinen Reihen duldet, die desto geringer der Anreiz, deutsches Kapital im Reichsmart beizuspringen, um welchen Betrag sich gegen die Lebensrechte der Angestellten in Auslande anzulegen. der unerhörtesten Weise vergehen. Allerdings ist eine so enorme Erhöhung des In der ganzen Welt sind starte Strömun gen für Serabjebung der Arbeitszeit und die Zinssatzes, wie ihn die deutsche Reichsbank vor Einführung der Fünftagewoche. Daran mag genommen hat, für die wirtschaftlichen Berhält das Aktienkapital dieser Bank erhöht werden wird in ihren tieferen Zusammenhängen und als politisches Problem ausführlich dargestellt in dem Heft 3/4 der Tribüne das neben einer Reihe anderer interessanter Beiträge die Aufsäge enthält: Patriotismus und Korruption( von Emil Franzel) Kapitalismus, Korruption, Demokratie( von Robert Wiener) wird und welche Aftien eben vom Reich übernommen werden. Diese Nachrichten werden bestätigt durch den Rüdtritt des Direktoriums der Haben Sie schon ihr Abonnement erneuert? Dresdner Bank, welches durch Personen erjet Haben Sie schon einen neuen Abonnenten Wenn werden wird, die das Vertrauen der gegenwär man ermessen, wie erzreaktionär unsere Natio- nisse Deutschlands von Bedenken. Wenn nalsozialisten find, wenn sich Mitglieder dieser Unternehmer nur zu hohem Zins Geld, das er tigen Reichsregierung genießen. geworben? Partei finden, ja Funktionäre, welche die Ein- zur Lohnauszahlung und zum Ankauf von RohBeide Maßnahmen der deutschen Reichsführung der Sonntagsruhe, dieser selbstverständ- stoffen braucht, erhält, überlegt er es sich zu proLichen Forderung jedes arbeitenden Menschen duzieren und so wird die Ankurbelung der Wirt- regierung zeigen, wie akut noch immer die Kreschaft erschwert, die Aufsaugung eines Teiles der dit- und Währungskrise des deutschen Reiches ist. imre 1931 verhindern wollen. Seite 4. Tagesneuigkeiten Sonntag, 2. August 1931. Völkerbund der Tiere. Friede zwifchen Hunden, Kazen und Tauben. -Vom Rundfunk Montag. Nr. 179. Der Mann, Prag: 11.30: Schallplatten. 14: Schallplatten. staatsbürgerliche„ Gleichberechtigung“ der Füchse dressiert. 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Sazko: Vorlesung bei unserem erlauchten Bundesbruder Carol. Der deutsche Kulturfilm hat den ein-| war es zu jener Zeit noch sehr merkwürdig, die aus meinen Mendelssohn- und SchubertbiograBeim Kongreß der Ciamac wird mir einer zigen Fuchsdresseur der Welt für seine Erzfeinde Hunde und Kazen friedlich miteinander phien. 19.05: Slowakische Volkslieder. 21: Violinder Teilnehmer vorgestellt. Es ist ein Ungar aus Svede engagiert: Herrn Golemann tanzen und turnen zu sehen. As dann ein an- fonzert. Brünn: 14.10: Schallplatten. 18.25: Siebenbürgen, gewesener Oberleutnant namens aus 3naim. derer Dresseur versuchte, es nachzumachen, gesellte Deutsche Sendung: Dr. Braim: Der Weg der Menschheit. 20.10: Licht- und Schattenseiten der Eine schlanke Tierbändigerin, fnallbunt ge- Golemann den Hunden und Katzen noch Viktor Reszegh, derzeit lebend in Satumare. Er bezieht als achtzigprozentiger Inva- hminkt, mit mandelförmigen Augen, grünen Tauben hinzu und hatte glänzend gesiegt. Allabend- Sommerfrische. Berlin: 21.10: Robert Schulide eine Monatspension von 1300 Sei, Samthosen bis zum Knie und ebensolcher Jade mit lich rauschte es Beifall, wenn am Schluß der Vor- mann, zum 75. Todestage. Hamburg: 17: Interwas ungefähr 300 kronen entspricht. Ein goldenen Knöpfen, steht in einem Holzschuppen, stellung die Razen in einen hochgehängten Korb nationale Volkslieder.- Königsberg: 19.30:„ Die Hauptmann Czervenka, derzeit in Ciuf der nach zoologischem Garten riecht. Man denkt: sprangen, auf dessen Rand schon Tauben und junge tolle Komtesse", Operette von Bernauer. Wien: lebend, ist auch nach Brag gekommen und er- Löwen und Tiger müßten zu ihren Füßen liegen, Sunde jaßen und alles friedlich nebeneinander 21.40: Desterreichische Komponisten.- Moskau: 19.30: Rongert. zählt, daß die rumänische Regierung ihm eine Leoparden ihre Beine umschmeicheln. Aber Tauben fuschelte. Dienstag. Bension von 1593 Lei bewilligt habe. Diese jeten sich auf ihre Schulter, Kazen ettern an ihr Ein paar Jahre später und Golemann Pensionen sind nach Aussage dieser beiden Ge- empor, Hunde bezeugen ihre große Liebe, Füchse Bam, wieder als Erster und Einziger, mit der Prag: 11.30: Schallplatten. 14.30: Orchesterwährsmänner deshalb so niedrig, weil sie an bogen für sie. Man erfährt, daß die betreffende Fuchs- Dressur. Das Schwerste schien ihm gerade fonzert. 18.25: Deutsche Sendung: Das TheaterStriegsverletzte ausbezahlt werden, die nicht Dame überhaupt nur eine Gehilfin des Tierbän- leicht genug zu sein. Abermals war ihm ein Zu- leben der Deutschen in der Republit. 19.35: Biolinrumänischer Nationalität sind. Die beiden ehema- digers ist, eines dicken Mannes mit Stoppeln im fall beigesprungen. In einem Wiener Kaffeehaus tongert. Brünn: 18.25: Deutsche Sendung: Tigen Frontkämpfer vertreten die Interessen Gesicht eine Gehilfin Herrn Golemann. hatte man ihm einen zugelaufenen Fuchs geschenkt, Landwirtschaft. 19.55: Schüßenblasmusik- Hameiner großen Anzahl bedauernswerter Menschen, Die Schöpfung dieses Herrn ist ein neues Para- der sofort Samtsofas, Torten und Kellner anzu- burg: 19: Wieder in Kamerun; Hörbilder. 20: Ostdenen durch engstirnigen und sadistisch graufa- dies: er dressiert Füchse im Verein mit Tauben, Inabbern begann. Als das Füchslein bei Cole- preußenstunde.-Wien: 20.40: Aus Peter Roseg men Nationalismus ihr moralisches Recht genom- Raben und Hunden, und auf seine Blakate tönnte manns die halbe Wohnung in Grund und Boden gers Waldheimat. 21.50: Orchesterkonzert. men wird. Altrumänische Staatsbürger bekom- er schreiben:„ Erfte und einzige Beiftung dieser gefnabbert hatte, wäre man es gern wieder los men unter gleichen Verhältnissen Pensionen von Art! Der Welt einziger Fuchedresseur!" getvorden. Das Tier aber kam immer wieder Der Mann, der heute eine ganz große Num- zurück, und so blieb Golemann nichts weiter übrig, reise nach Capri angetreten. feiner Kräfte. Das junge Paar hat die Hochzeits13.000 bis 13.500 Lei im Monat. Man hat zum Kongreß der Ciamac andersnationale mer ist, und der sogar schon um die Jahrhundert- als es zu bressieren. Der erstaunliche Versuch reise nach Capri angetreten. Striegsverletzte von Rumänien nicht delegiert. wende, ohne Füchse, die halbe Welt für sich er- gelang. Bald gesellten sich weitere fünf Fuchs. Die Hohenzollern und das Dritte Reich. Vor Man hat den beiden mutigen Kämpfern in be- obert" hatte, blidt auf eine echte Artisten- Lauf- Kollegen zu dem ersten, und als der 3irtus uns liegt die Abschrift einer Rebe, bie der Herausfannt freundschaftlicher Weise nahegelegt, sich an bahn mit all ihrem Drunter und Drüber zurüd. Busch nach Wien kam, wurde Golemann entdeckt geber der Bundeszeitschrift des N. O. B., der dem Kongreß nicht zu beteiligen, da das sonst Ganz flein angefangen etwas später Billen- und sofort für Busch verpflichtet. " Deutschen Treue", Major von Sodernstern ,, unangenehme Folgen" zeitigen tönnte. Trotzdem befiber in Wien beim Erdbeben in San Fran Befragt, wie er es fertigbringt", sudt er nur auf einem Reichsvertretertag des Verbandes in wurde die Angelegenheit der Fürsorgefommission isto, 1905, alles verloren mitsamt dem schönen mit den Achseln. Nicht, als wollte er Geschäfts- Berlin gehalten hat. Sodernstern erklärte zunächst, unterbreitet. Darauf erklärten die offiziellen Ver- dressierten Tierpart langsam wieder hochgear- geheimnisse für sich behalten. Sondern, weil er eine daß sich der N. O. B. noch heute zu der allein treter der rumänischen Kriegsopfer sofort, daß beitet, allmählich hinaufgeflettert. Nur durch einen bestimmte Arbeitsweise nicht fennt. Hier gibt es rechtmäßigen monarchistischen Staatsform" bekennt, die Gleichstellung der Invaliden bereits vom Bufall hat er seinen wahren Beruf gefunden, seine teine„ Grundsätze". Der richtige Blid für die Eigen- daß es die Pflicht der Bundesmitglieder sei, für Abgeordnetenhaus bewilligt wurde und nur noch innere Berufung": Tiere zu dressieren. Er stand art der„ Tierpersönlichkeit", das gute Verständnis den König zu kämpfen und ihm wiederzugeben, dem Senat zur Beschlußfaffung unterbreitet wer- bei den Kaiserjägern in Wien und daselbst bei für die schüchternen Regungen einer jeden Tierseele, was man ihm in den Tagen des Verrats hinterden soll. Leider liegt es aber schon mal so im der Musit; eines Tages kommt der Herr Haupt- ein gefühlsmäßiges Handeln erfekt alle vorgefaßten rüds geraubt hat". Wörtlich hat Sodernstern dann Wesen von Aktionen, die sich gegen Nationalis- mann zu ihm mit seinem Sund, und der Hund Lehrmeinungen. Monatelange, geduldige Proben weiter ausgeführt: Wie wir heute in der vormus richten, daß dieses letzte Hindernis niemals hat sich das Bein gebrochen. Golemann soll das müssen dann das Wollen und können des Tieres dersten Kampflinie mit den uns befreundeten Berüberwunden werden konnte. Die so schnell wech bis es gesund wird. Dös vergeßt das Schnau- unterstützen und festigen, oft muß eine bestimmte bänden, zu denen wir in erster Linie den Stahlselnden rumänischen Regierungen haben bis fert" nimmt es su fich und pflegt es so rührend llebung in allen ihren Phasen viele hundert mal beim zählen, ohne die anderen geringer zu jetzt immer vor ihrem glorreichem Ende feierlichst mit Wiener Mehspeisen, Topfenpalatschinken usw., am Tag wiederholt werden. Gegen den Willen bes schätzen, stehen, so werden wir, wenn die Entschei erflärt, ihre Pflicht gegenüber diesen Armen zu bis es gesund wird. Des vergeßt das Schnau- Tieres und ohne diesen Willen läßt sich nichts aus- dungsstunde naht, Schulter an Schulter mit der erfüllen, die kommende Regierung hat aber diese ferl nimmer." Und es seigt seine Anhänglichkeit richten mit Sunger und Beitsche nun schon ganz schwarz- weiß- roten Fahne in der Hand eintreten in Angelegenheit immer wieder erst einmal über mit vielen kleinen Dienstleistungen und ulligen und gar nicht. Diesen Willen aber zu weden, au den Kampf für das Dritte Reich auf prüfen müssen. Der Kongreß wird sich dieser An- Kunststückchen erkennen, in die richtige Bahn zu lenten, das ist, föderativer Grundlage Bismard'scher Art mit gelegenheit sicher warm annehmen und wir Baufbahn. Die Sache mit Hauptmanns hund hat un- Hier beginnt mun Golemanns Dompteur- laut Grolemann, die Kunst des Dompteurs. einem Hohenzollerntaiser an der Spitze." terbreiten sie der Deffentlichkeit in der Hoffnung, sich herumgesprochen, eine Zeitung hat sogar dar- dann kommen sie artig zu mir, nehmen Platz und haus- Jgelshieb( Thüringen) wählte ihren erst 24 ,, Wenn ich ein Wiener Liedel blase", erzählt er, Der jüngste Bürgermeister. Die Stadt Neu daß unser erlauchter und humaner auf diese Art gewöhne ich sie daran, Jahre alten Gemeindeoberfekretär zum Bürgergenosse, zu dem es Herrn Beneš immer wieder über geschrieben( 8 Beilen), und nun sezt eine hören zu mit elementarer Kraft zieht, eine Handlung der Wallfahrt ein aus allen Bezirken Wiens, Leute im Licht der Rampe still zu sitzen. Ich machte die meister. Humanität auf die Dauer nicht sabotieren lommen gelaufen mit Franken. Hunden, die eigent Tiere aufmerksam auf das, was sie leisten können ,, Babyfliegerin" in Sibirien. Die zur Zeit von W. L. lich getötet werden sollten, und die sie nun Gole- und nun muß ich ihnen bei ihrem Ehrgeiz mit England nach Ostasien fliegende 19jährige englische mann schenken. Der behält die geeignetsten, feiert praktischen Anleitungen unter die Arme oder Fliegerin Amy Johnson landete am Freitag in öffentliche Dreffurerfolge. Eine tragikomische Num- besser: unter die Pfoten greifen. Gewaltmittel Omit( Sibirien), um die Betriebsstoffvorräte zu mer ist das, diese Garde auferstandener Tierinba- können vielleicht vorübergehend zu einem gewissen ergänzen. liben. Jm Borstadt- Birfus weint man Tränen Erfolg verhelfen Auf einem Bankett der ,, Nationalunion der auf die Dauer sind sie unwirtDie Fahrt des„ Malygin". Der russische Eis fant. Mögen fie mich hassen, wenn sie mich nur brecher Malygin", der an den Hooker- Inseln einen Referbeoffiziere" in Careasson sah sich der fran- der Rührung. Der Haustier- Bändiger hat dann noch mer fürchten!" dieses Wort gilt heute für feinen gut geglüdten Luftpostaustausch mit dem Luftschiff zösische Kriegsminister Maginot genötigt" über die bevorstehende Abrüstungskonferenz in dieser würdige Dinge vollbracht. Die vier Wände, in weniger als für den Dompteur, sagt der Dompteur, Graf Zeppelin" vornahm, lichtete am Freitag Weise zu äußern:„ Mit Unrecht wird die benen er mit seinen Tieren proble, wurden zur Mit großem Stolz im Herzen führt er seinen merk morgen die Anker. Der Eisbrecher wird zu den bevorstehende Ronferenz als eine Söhle eines Zauberers. Man munkelte, daß er würdigen Bund von Tieren zu neuen Leistungen russischen Expeditionsteilnehmern auf Servernaja Abrüstungs- Konferenz bezeichnet. fich dem Teufel verschrieben habe. In der Tat vor die Kamera. Sentlja fahren und von dort aus durch die MelMit solchen unrichtigen Formeln werden www www leniusstraße zur Nordbrook- Insel. unter den Völkern gefährliche Jllufio- Treiben und Hintertreiben die Bölter Euro-| laffenen Briefen geht hervor, daß der Ehemann Weltstenographentag. Im Jahre 1932 soll in nen gewedt. Es handelt sich keineswegs um pas noch lange zuschauen werden. } feine Familienangehörigen und dann sich selbst Amsterdam ein Weltstenographenfongreß stattfinden. eine Abrüstungskonferenz sondern.... Die Völker brauchen Arbeit und Wohl- erschossen hat, weil seine Frau unheilbar er- Dem vorbereitenden Ausschuß gehört u. a. der Das weitere, was Herr Maginot noch sagte, st a n d, fordern die Sicherung ihrer wirtschaft- frankt war. Außerdem scheinen wirtschaftliche bekannte Stenograph Wery an, der das Systent die richtige Formel. welche er seiner Mei- lichen Eristenz, verlangen nach einer ordentlichen Sorgen die Familie in den Tod getrieben zu Stolze- Schrey der holländischen Sprache anpaßte. mung nach gefunden zu haben glaubt, ist schon sozialen Fürsorge in Zeiten der Not und benöti- haben. Dreizehnjähriger Einbrecherkönig. In Ulm uninteressant. Amüsant ist nur, daß der Herr gen dazu des Friedens. Sie haben keine Zeit, wurde ein 13jähriger Mittelschüler festgenommen, Kriegsminister Maginot die Völker, sofern er sich gefährlichen Illufionen" hinzugeben, wie Geheime Schnapsbrennerei. In der vergan bent etwa 15 Einbrüche im Wirtschaftsgebäude unter diesem Wort die bestimmte Schicht des es Herr Maginot und Kollegen sich gestatten dür- genen Woche gelang es dem Organ des Mukače- einer Ulmer Ausflugsstätte zur Last fallen. Proletariats versteht, für so dumm hält, fie fen und werden, wenn es not tut, ihrem boer Steueramtes Betlach, eine geheime Spiritönnten an eine A brüstungskonferenz Willen nach Aufbau und Fortschritt deutlich tusbrennerei in Višni Olovar bei Kaschau zu Nazi- Druderei in Hannover wollen- wie der Wechsel aufs Dritte Reich! Die Arbeiter der glauben. Derartigen Träumereien gibt sich doch Ausdruck zu geben wissen. entdecken, u. zw. im Hause eines gewissen Mi fozialdemokratische Boltswille" meldet heute im Zeitalter des Kellogg- Schwindel- Paktes chael Felder. Der Spiritus wurde bereits seit tag streiten, wenn ihnen nicht bis dahin der Lohn fein Mensch mehr hin und Herr Maginot längerer Zeit aus Zuder gebrannt und der garantiert wird. Einem großen Teil der Angestellbraucht nicht zu glauben, daß eine heuchleriStaat dadurch um bedeutende Gebührenbeträge ten ist bereits gekündigt worden. Es soll sich allerfche Formulierung, immer hübsch die Dinge betrogen. Die Einrichtung der Brennerei wurde dings inzwischen wieder ein Mann gefunden haben, beim richtigen Namen nennen, gefährliche Jufionen" weden könnte wie es zum Beispiel in Gegen wird. Gefährliche Illufionen. Boftraub. Gesetz der Duplizität. Der Igel. der In Kallutta wurde ein junger Mann bei ab Monhat. Die nationalsozialistischen Geldgeber in HanSo ist den dortigen Nazis kürzlich ein Auto gegen einen Wechsel verkauft worden, der den Vermerk trägt:„ a h I bar am Tage der Verkün bung des Dritten Reichs." Die Kinos und die Sonntagsheiligung. Seit Lemberg, 1. August. Auf die von Przemysl beschlagnahmt. Michael Felder verhaftet und der einen auf das Dritte Reich gezogenen Wechsel die Vorstellung von der Friedensliebe, der zur nach Bircza fahrende Post ambulanz, die den Gesellschafter Felders, Lazar Salzer, er der Nazis in Höhe von 15.000 Wart übernommen Aber an derlei Schwärmereien glauben nur die fich führte, wurde Freitag abend von sechs Bans flüchten konnte, wurde ein Steckbrief erlassen. nover scheinen überhaupt mehr als naiv zu sein. Herren europäischen Kriegsminister, welche fich diten ein verwegener Raubüberfall verübt. Ein heute der Inhaber des Hotels Kapathia", der samt und sonders für harmlose Lämmer halten Polizeisoldat, der die Ambulanz bewachte, wurde Beingroßhändler Zoltan Klein in Uzhorod, verund in der Illusion leben, daß das Volk aus auf der Stelle durch Revolverschüsse getötet, der haftet und gleichfalls in die Haft des Kaschauer dent umgehängten Schafspelz den Wolf nicht Kutscher der Ambulanz erlitt schwere Verlegun- Gerichtes eingeliefert. heranschleichen sieht, der doch allerorten und bei gen. Die Banditen raubten das gesamte Bargeld allen Konferenzen sich immer zum Schluß als und verschwanden spurlos in den nahen Waldas zeigt, was er ist. Das Räubergesicht aller bungen. Man nimmt an, daß es sich um einen der geheimen Beförderung einer Bombe durch einigen Monaten wird in England ein erbitterter dieser Konferenzen prägt sich doch flar aus in Terrorakt der ukrainischen Geheimorganisation deren vorzeitige Explosion schwer verletzt. Im Stampf um die Sonntagsruhe in den Kinos der Formel:„ Die.... tonferenz führte nicht zu tonferenz führte nicht zu handelt. Trotz der sofort eingeleiteten Unter- Busammenhang mit diesem Fall wurden sechs geführt; die frommen Freunde des strengen englischen Sonntags sind darauf gekommen, daß dem erhofften Ergebnis." suchung fehlt bisher von den Tätern jede Spur. Personen verhaftet. das Gesetz aus dem Jahre 1781, das öffentliche Todesstrafe für Anstiftung. Der bei Kecskemet Quftbarkeiten am Tag des Herrn" verbietet, So war es mit allen möglichen KonferenDippoldiswalde( Sachsen), 1. Auguft. Heute( Ungarn) ansässige bulgarische Gärtner Georgieffnoch in Kraft steht, und versuchen, es gegen die zen, Besuchen und Staatsvisiten gegangen. Man az gut und trant gut, man repräsentierte und früh wurde ein von Dresden nach Geifing wollte, nachdem er materiell zugrunde gegangen Besizer der Londoner Kinos anzuwenden. Eine Altenberg fahrender Post kraftwagen in war, mit allen Mitteln die Gärtnerei seines Nach junge Advokatursangestellte, Miß Orpen, hat hielt eine kleine, vom Beifall aller Anwesenden der Nähe von Wendisch- Carsdorf durch einen barn und Landsmannes, des bulgarischen Gärtners gegen eines der größten Londoner Kinotheater oft unterbrochene Rede, damit der Steuerzahler sieht, daß für sein Geld' doch etwas geschicht, und mitten auf der Straße haltenden Privatkraft- Darinoff, erwerben und hat zu diesem Zwecke vier eine Anzeige wegen Uebertretung des Sonntags heute sind wir soweit- daß alles auf dem Null- wagen aufgehalten, so daß der Postautoführer junge Burschen veranlaßt, seinen Nachbar beiseite heiligungsgesetzes erstattet und zugleich verlangt, die Fahrt unterbrechen mußte. Plötzlich kamen zu schaffen. Diese provozierten in einem Gasthause, daß ihr die Anzeigerprämie, die das Gesetz fest punkt des bürgerlichen Verstandes angelangt ist. aus dem Walde zwei mastierte Männer mit wohin sie Marinoff eingeladen hatten, mit diesem setzt, zugesprochen werde. Vor einigen Tagen hat Sind soweit, daß sich Herr Maginot erlauben darf, die Hoffnung einiger Menschen auf Ab- borgehaltenen Revolvern und verlangten dem einen Streit und schlugen ihn zu Tode. Der das Gericht über diesen Anspruch verhandelt und rüstung und Frieden als gefährliche Illu Boftautoführer die Wagenschlüssel ab. Gleich- Gerichtshof von Recstemet verhandelte über diesen Fräulein Orpen tatsächlich fünftausend Pfund fion" zu bezeichnen. In einem Augenblick, da seitig brach ein Dritter am Hinterteil des Post- bestellten Mord und verurteilte Georgieff als den zugesprochen. Da aber inzwischen das Barlament die Not Europas zum Himmel schreit, da weite autos das Vorhängeschloß auf. Den Räubern Anstifter zum Tode durch den Strang. Bon seinen bereits ein Gesez angenommen hat, das das Strecken Europas vom Elend der Arbeitslojig- lung in Dippoldiswalde bestimmt waren, zu erzuchthaus, zwei zu je zehn Jahren Zuchthaus und und auch nach dem alten Gesetz der InnenStrecken Europas vom Elend der Arbeitslojig- gelang es, 21.000 Mart, die zur Rentenauszah- Deitangeslagten wurde einer zu lebenslänglichem Offenhalten der Kinos an Sonntagen ermöglicht, keit zeugen und der Fürsorge entraten müssen, beuten. Darauf fuhren die Räuber mit dem auf die anderen zu je einem Jahre Zuchthaus ver- minister das Recht hat, die Bezahlung der weil Geld nur in Munition und Kanonen ange der Straßenmitte haltenden Privatauto davon. urteilt. Anzeigerprämie ausnahmsweise zu erlassen, ist legt werden darf gibt es keine anderen gefähr lichen Illusionen für Herrn Maginot, als die einer erfolgreichen Abrüstungskonferenz. Familiendrama. Ein 90jähriger Bräutigam. In der Stathedrale es nicht sehr wahrscheinlich, daß Fräulein Orpent von Otranto hat der Erzbischof die Trauung des wirklich in den Besitz ihrer fünftausend Pfund Aber Herr Maginot irrt. Gefährlicher als Kassel, 1. Auguft. In ihrer Wohnung am 90jährigen Millionärs Scarciglia aus Lecce mit tommen wird. Sie hat übrigens bis vor wenigen bie Hoffnung an einen Erfolg der Abrüstungs- Kirchweg wurden heute früh der 43jährige Pro- einer 35jährigen Kriegerswitwe vollzogen. Der Mil- Wochen nicht Orpen, sondern Oppenheim ge Tonferenz zu glauben, gefährlicher als die furist Edstein, seine 40jährige Ehefrau sowie ihr lionär hat sich hauptsächlich um die Bekämpfung der heißen und ist eine Jüdin, so daß ihr eifriger unrichtige Formel" für diese Konferenz ist die 13jähriger Sohn und die 7jährige Tochter in Tuberkulose verdient gemacht. Trotz seiner neunzig Kampf für die Heiligung des Sonntags llusion der Herren Kriegsminister, daß ihrem ibren Betten erschossen aufgefunden. Aus binter- Jahre ist er förperlich und geistig im Vollbesig wenig seltsam anmutet, ein St. ITO. Sonntag, 2. August 1981. Seit« 8. »Notwendig Ist daher vor allem, zu verhindern, daß die Sozialdemokratie womöglich noch gestärkt zurückkehrt. Vielleicht die ausschlaggebende Rolle kommt dabei den Kommuniaten zu, die dMittenifM sind, das_^lnwaclisen_der Sozialdemokratie zu verhindern und als Pfahl im Fleische dieser großen Partei zu wirken." »Deutsche Allg. Zeitung“(Blatt der Schwerindustrie) im August 1930* Damit sie allezeit eine Freistätte für diese hohen und köstlichen Volksgüter sei, muß der akademische Boden heilig und unantastbar sein. Das verstehen der fremdvölkische Oberbürgermeister von Wien und gleichgestimmte übervölkisch eingestellte Leute nicht. Die deutsche Hochschule sänke von ihrer geschichtlichen Höhe herab, wollte man ihr andere Hüter bestellen als eine völkische Professorenschaft und ein völkisches Studenteutum. In ihren Händen allein kann der herrliche Geist gedeihen, der syt Jahrhunderten eine„alma mater" nicht nur unseres Volkes, sondern, man darf das ohne Unbescheidenheit sagen, auch der übrigen Kulturmenschheit gewesen ist. Neber chren Torrn prange das Leitwort des kommenden Deutschlands:„Jedem das Seine!" Mit andern Worten: Es wird weitergeprügelt und wenn die Welt voll Juden wäre, denn wir sind nun einmal der heiligen und durch nichts zu erschütternden Ueberzeugung, daß sich nicht nur das deutsche Wesen zumeist in prügelnden Akademikern offenbart, sondern daß auch alle» Erfahrungen zum Trotz die Welt nach wie vor an ihm genesen will. Den Gleichheitsschwindel lehnen wir ab, sofern ivir ihn nicht als Argument gegen Stärkere brauchen, und wer nicht einsehen will, daß wir köstliche Volksgüter verwalten, der muß eben— immer unter dem Schutze der akademischen Immunität— tüchtig durchgebläut werden. Demgegenüber können wir anderen, dem „Gleichheitsschwindel" noch anhängenden Deutschen nur an unserem Vorurteil festhalten, daß den Vertretern des„herrlichen Geistes", die aus der Universität eine Kaschemme gemacht haben, endlich einmal das ihre, nämlich 25 auf den völkischen Hosenboden, gebührten. Dem Herren Zeidler aber gebührte die strafweise Versetzung in den Staat, in den der Zug seines Herzens weist: nach Mussolini en. Dann hätte jeder das Seines „unbegabten" Inländer auszuschließen folgen könnt«. Was ist ab«« zu tu«? Die Ramn- und Studien Verhältnisse an den Hochschulen dieses Staates, insbesondere den deutschen, find wirklich trostlos. Es gibt keine» einzigen. Hörsaal, kein Laboratorrune, keinen Praktlkumraum, der für die groß« Zahl der Student«« anSreichi. Sitzplätze in de« Kollegs gibt«s nur für gute Wettläufer nutz für Leut«, di« es sich bei den Pedellen, welche so«lend bezahlt sind, daß fie auf Trinkgelder angewiesen sind,„richten" können. Es gibt aber auch Institut«, die überhaupt keinen Hörsaal besitzen. Auf der deutschen psychiatrische« Klinik, z. B. müssen di« Vorlesungen in einem Kranken-,Limmer", das wie«in Magazin aussieht, gehalten wer. den, das di« Patienten vor der Vorlesung räumen müssen. Das ist eine Schande für diesen Staat, der sich so viel auf die Entösterrerche- rung zugute tut, aber noch nicht einmal die gröbsten vom alten Oesterreich angerichteten Schäden gutgemacht hat. Der Ausbildung eines mm schon lange nicht mehr k. u. k. Leutnant», der freilich eine soziale Aufgabe zu erfüllen hat, deren Große und Wichtigkeit wir kaum'ahnen, geschweige denn richtig zu würdigen verstehe«, wird noch immer bei weitem mehr Aufwand und staatliche Sorgfalt gewidmet al» der Ausbildung eines Arztes, dem ja bloß die unpatriotische Aufgabe zufällt, Menschen zu heil«, von denen ein Teil so wie so gut daran täte, wegen der Arbeitslosigkeit mangel» Heldentodes an der Tuberkulose zu sterben.*) Hier Abhilfe z« schaffen wäre nicht nur notwendiger, es wäre auch für die offiziell« Auslandspropaganda viel wirksamer, als die von Herrn Dr. Bene» in den Orbisverlag hineingesteckten und anderswo hinausgeschmissenen Millionen. Mit dem Staat bezw. seiner Unter- richtsverwaltung unzufrieden z« sein, haben wir — aber auch Herr Prof. Starkenstein, der zu vorsichtig ist, es off« auszusprechen— alle Ursache. Es wär« ein« Uebertrechung, zu sag«, von dieser Seite wäre noch wenig geschehen— von dieser Sette ist so gut wie über» Haupt nicht» geschehen! Aßt sich also, so lange sich gewiss« maßgebende Kreise, denen die Soldatenspielerei und -schinderei höher steht als die Volksgesundheit, überhaupt etwas tun? Es ließe sich schon. Zu Zeiten, da man den Besitzlosen zu ihrer standardisierten Not auch noch Rotopfer zumutet, kann man von jenem Teil der Hochschulprofessoren, I dem es dank seiner Rebeneinkunft« wahrlich nicht schlecht geht, eine Mehrleistung verlangen, bis zu jener„Grenze der Leistungsfähigkeit" von der Prof. Starkenstein behauptet, sie sei bereits überschritten, die aber in Wirklichkeit noch lange nicht erreicht ist. Wohl halten zwei Professoren— Prof. Zehneck und Prof. Tschermak— ihre Vorlesungen doppelt, wohl läßt Prof. Schlosser für die ersten klinischen Semester eine Parallelvorlesung durch Prof. Lieblein halten; das muß anerkannt werden. Was geschieht aber sonst? Einem Teil der Kliniker ist auch schon die Zeit, die sie pflichtgemäß der Klinik widmen müssen, zu viel und sie verwenden die für Vorlesungen vorgesehene, von den Studenten und vom Staat dafür auch bezahlte Zeit, zu Prüfungen, um Zeit für ihre sehr, sehr einträglich« Praxis zu gewinnen. Das überschreitet„die Grenzen des Möglichen", nämlich dessen, was erlaubt sein kann, und stellt einen ganz außerordentlichen Mißbrauch der akademischen Freiheit durch ordentlich« Professoren dar,«inen Mißbrauch, durch dessen Abstellung sich der Deka« um di« NniverfitLt und die jnng« Medizinergeneration verdienter machen würde, als durch Androhung der Beschränkung der Lernfreiheit. Außerdem gibt es aber doch noch für jedes Fach neben den ordentlichen Professoren, eine ganze Reihe von außerordentlichen und Privatdozenten, die froh wären, Lehraufträge zu erhalte«. Und da sie ost bessere Pädagogen und selten schlechtere Fachleute find, als die Ordentlichen, würden dir Studenten, die statt der Hauptvorlesung die *) Unter welchen unglaublichen Verhältnissen die ärztliche Arbeit an den Kliniken geleitet werden muß, kann in diesem Zusammenhang nicht berichtet werden. Es erforderte einen eigene« Artikel. Der gewählt« Dekan der medizinsichen Fakultät der deutschen Universität in Prag, Prost Dr. Emil Starke« st ein kündigte in einigen Zeitungsartikeln, im„Prager Tagblatt", der„Bohemia" und in der zionistischen„Selbstwehr"«ine Beschränkung der Neuaufnahmen an diese Fakultät für das kommende Studienjahr an. Begründet wird dies« Maßnahme mit der Raumnot und dem Mangel an Lehrmaterial. Es sollen ab nun Ausländer, die nicht genügend vorgebildet erscheinen, nicht mehr ausgenommen werden. Di« Aufnahme von Inländern bleibt selbstverständlich unbeschränkt. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man meinen: eine gerechte Sache, der man die Zustimmung nicht versagen darf; wenn für die Inländer zu wenig Platz ist, muß der Zuzug unbegabter Ausländer ferngehalte« werden. Aber schon die naheliegendste Frage zerstört das ganze Konzept: wie stellt man denn die medizinische Begabung junger Menschen, die eben erst die Mittelschule verlassen haben, fest? Die ein« Möglichkeit, Einführung sogenannter Eignungsprüfungen ist auch dann abzulehnen, wenn sie, was zu bezweifeln wi, genügend Gründe haben, rein sachlich durchgeführt werden würden. Dies« Eignungsprüfungen könnten am Anfang nur Zufallsergebnisse zeitige«, weil kein Mensch im Stande ist, die Fähigkeiten eines anderen bei einer kurzen Prüfung wirllich zu beurteilen und würden«ach einiger Zeit zu einer reinen Geldfrage. Die geschäftstüchtigen Wohltäter, die Prüfungsmaterial sammeln, um es gegen entsprechendes Entgelt,..t« sogenannten „Paukkursen" weiterzugeben, wären bald zur Stelle. Wer sich dann einen Kurs leisten kann, erwirbt sich in ihm die zum Medizinstudium nötige Begabtheit, wer kein Geld hat bleibt unbegabt! Die zweite Möglichkeit, »di« Eignung auf Grund der vorliegende» ! Zeugnisse festzustcllen", ist gleichfalls ungangbar. Erstens kann jemand, der aus Latein oder Machematif oder sonst irgend einem Fach im Gymnasium bloß eine kaum genügende Note erhalten hat, ebenso ein ganz tüchtiger Arzt werden, wie derjenige, der in diesen Fächern immer„sehr gut" entsprochen hat, es nicht unbedingt werden muß, zweitens aber ist auf Zeugnisse kein Verlaß, am allerwenigsten auf Zeugnisse aus unseren östlichen Nachbarstaaten, woher oie ausländischen Studenten meist kommen. In Rnmänien ist für einige Tausend Lei das schönste Zeugnis zu haben. Wer sie besitzt, kann sich auch die Eignung zum Medizinstudium an der Prager deutschen Universität erwerben, wer kein Geld hat, bleibt unbegabt! Dies würde uns schon genügen, um die «planten Beschränkungsmaßnahmen als typische Produkte bürgerlichen Klassen-„Geistes" abzulehnen und zu bekämpfen. Es kommt aber noch ein Gesichtspunkt hinzu, der nicht außer Acht gelassen werden darf. Die fremden Studenten kommen nicht freiwillig zu uns,- weil sie der große wissenschaftliche Rus unserer Universität anzieht,— den besitzt fie leider nicht— sie kommen zu uns, weil fie daheim von den Universitäten vertrieben werden. Sie sind Opfer deS Faseismus! Das bestimmt unsere Stellungnahme zu ihnen weitgehend. Es geht aber nicht nur um die primitivste demokratische Pflicht, Opfer des faseistischen Terrors, was immer sie auch sonst sein mögen, vor weiteren Verfolgungen zu schützen— wo bleibt die Liga für Menschenrecht«?— es geht gleichzeitig um mehr. Die Tschechoslowakische Republik ist heute in Mitteleuropa der letzte Staat, in dem es den Hochschulsascisten noch nicht gelungen ist, entscheidende Erfolge zu erringen. Die ausländischen Studenten— meist Juden— stellen nun für den Hochschulfaseismus den Punkt des geringsten Widerstandes dar. Gelingt ihm hier ein Vorstoß, der politisch gesehen zwar vorerst nicht mehrmals ein sozusagen„moralischer" Erfolg wäre, würde das immerhin seine Angriffsfähigkeit und Angriffslust steigern^ Da wir wissen, daß es sich bei den Numerus Clausus— und allen sonstigen Bestrebungen des Hochschulftiscismus letzten Endes um nichts anderes handelt als um die Sicherung der bürgerlichen Klassenherrschaft, haben wir nicht nur Anlaß sondern auch die Pflicht, ebenso wie alle offenen Bestrebungen zur Einführung eines Numerus Clausus auch alle Manöver des trockenen Faseismus zu bekämpfen, wie sie der Versuch des Ausschlusses „, nicht„begabter"— nicht mit Geld begabter— Volksgedankens, der germanischen Weltanschauung.| Ausländer darstellt, dem bald der Versuch die »Jedem dar Seine!" And was de« Herr« Zeidler? Die„Sudetendeutsch« Tageszeitung^, die sich vorwiegend der Aufgabe widmet, sämtliche Kriegserinnerungen alter Rech- nungsfeldwebel zum Druck zu befördern, bietet ab und zu auch den Toddhadln und Kasperln ziviler Orientierung noch einen Genuß. Sie hält sich für diesen Zweck den hier schon mehrere- male zur Schau gestellten Kudolf Zeidler, ein Museumsstück der alten deutschnationalen Bewegung, in dessen Stil noch Hopfen und Malz die gute nationale Mischung hoben und den man sich von George- Grosz gezeichnet vorstellen muß, wie er den Germanenhelm auf dem Denkerhaupt, das schäumende Methorn vor sich, den »lten Zeiten nachsinnt... In einem Leitartikel„Jedem da» Seine!" beschäftigte er sich vor kurzem mit dem Streit um das Wiener Studentenrecht und es ist in diesen Zeiten nationalsozialistischer Klagen um mangelnde Gleichberechtigung nicht uninteressant zu hören, daß dieser wacker« Teutone, der mit einem Fuß schon im Dritten Reich steht und mit der rechten Hanh, während die Linke noch besagte„Sudetendeutsche" bedient, schon dem„Tag" Beiträge schreibt,.daß dieser Freund der Krebs und Jung die demokratische Gleichheit für Humbug halt: „... innerhalb des germanischen Lebens spukt noch immer in Deutschland die Forderung«ach gleichem Rechte für alle in zahlreichen unklaren Köpfe« herum" (er lese die Proteste gegen das Verbot de» Völkischen Tages und überzeuge sich, daß die ihm befreundeten Köpfe unklar genug sind, für sich zu fordern, was sie anderst verwehren wollen!) Run folgt ein« konfuse Darstellung österreichischer Verhältnisse aus der nur folgende Weisheit herausgegriffen sei: In den Bundesteilen außer der Bundeshaupt, stadt herrscht nahezu allein die nachtdunkle Demokratie, in Wien aber, das den vierten Teil der gesamten österreichischen Einwohnerschaft von heute ausmacht, thront der Marxismus. Und dir Dynasti« Rothschild gibt beiden, den provinzialen Bundesländern wie der Bundeshauptstadt, ihren. Segen... gegen • reichliche Verzinsung das nötige Geld. Man muß dem ollen Rauhbein von Urteutonen wohl zugutehalten, daß eS selber nicht weiß, daß der Segen des- Hauses Rothschild vorzüglich den antlidemokratische« Heimwehren zugeflossen ist,.solange bis diese das gute jüdische Geld vertan und ihre« Gönnern an den Rand des Bankrotts gebracht haben, und daß der Wiener Marxismus das ein» sige Geldinstitut Oesterreichs, die'Sparkassa der Stadt Wien, verwaltet, das von den Krachs der Heimwehrbanken unberührt geblieben ist! Das weiß er aber sicher gar nicht, wie ihm überhaupt der gute Glauben an seine eigenen Behauptungen zuzubilligen ist, weil nun einmal anders al» sonst in Menschenköpfen sich in solch einem Germanenhaupt das Bild der Welt formt. Des langen Artikels kurzer Unsinn ist erst tzonz zum Schluß in einem Absatz zusammen- ßefaßt. Dort heißt eS: Rektor Magnifikns Uebersberger und Prorektor Graf GleiSPach, zwei pr äch ti g e brutsche Männer, haben diese Schande zu verhindern gewußt. Dafür brachte ihnen das völkische Wien einen glänzenden Fackelzug. Auf die huldigende Ansprache des dem erwachenden Deutschland angehörigen ersten Vorsitzenden der »Deutsche« Studentenschaft", Peter Berns, dankte Er. Magnifizenz und betonte dabei, daß die deutsche Professoreilschaft treu und fest hinter der Studentenschaft stehen werde, solange diese, wie bisher, stramm Mannszucht mit ihren idealen Bestrebungen nach Ehr«, Freiheit und Volkstum verbinden werde. Uebersberger hob hervor, daß es dem republikanischen Oesterreich Vorbehalten blieb, Polizei in dir Wiener Universität führen zu wollen. Ja, der Demokratismu« kennt eben nur ein gleiches polizeiliches Recht für all»! Das erwachende Deutschland lehnt den Gleichheitsschwindel ab. Es weiß, daß Ungleichheit das Gesetz alles Lebens ist und verweigert es, seine Grundsätze aus dem Phrasenschatze der ftanzösischen Umwälzung zu beziehen. Dir deutsche Hochschule ist kein französisches tollegr und will es nicht sein. Sondern eine Hoch- byrg der freien Forschung und des deutschen Parallelvorlesungen besuchen müßten, dabei nicht /schlecht fahren. Es ließe sich also auch heute schon inanches besser-machen, wenn die Herren nur wirklich wollten, statt in den insgesamt nahezu sieben Monaten Ferien— eine Illustration der intensiven Arbeitsweise auf der„ölma mater" — darüber nachzudenken, wie man die Lernfreiheit einschränken könnte. Ein PluS an Leistung seitens mancher Professoren wäre auch dem Rufe der„alma mater antiquissima" zuträglicher, als die etwas antiquierten Sorgen und Siegel und Namen der„altehrwürdige« Carola Ferdinanden".—kt— Vom Prager Rundfunk Es muß di« betrübliche Feststellung gemacht werben, daß sehr viel« unserer Vortragenden noch keine Ahnung haben von dem, lvas der Rundfunkvortrag verlangt, um wirksam zu sein. Nehmen wir di« Anpreisungen deutscher Bäder und Sommerfrischen, von denen wir nun schon einige gehört haben und wozu diese Woche Bürgermeister Q u«»- s e r aus Hirschberg am See«in weitere» Besipiek bot. Dies« Schilderungen in mehr oder weniger poetischen Redewendungen, immer alles hübsch der Reihe nach: Lag«, Einwohnerzahl, Gaststätten, Sehenswürdigkeiten, Umgebung(mit Höhen i« Metern) ustv.,— das alles ist zum Lesen, aber nicht zum Hören bestimmt und entsetzlich langweilig. Es Ist Reiseführer alten Stils, aber es gibt kein Bild der. Landschaft, kein zum Kennenlerne« anreizendes Erlebnis. Richtige Orts- und Land- schastsreportage für den Rundfunk ist nicht leicht und wir begreifen gerne, daß die aus diesem oder jenem Ort herangeholten Prominenten dazu nicht begabt sind. Will man den Fremdenverkehr wirksam in unsere Provinz lenken, dann müßte man einen wirllich guten Radioreporter hinausschicken, sich die Sach« anfehen und dann darüber sprechen jassen. So, wie es bisher geschah, trägt es nur dazu bei, unserer deutschen Sendung ihren Ruhm -der Langeweile zu erhalten. Ein anderes trauriges Kapitel sind die aua eigenen Werken vorlesenden Dichter. Auch Albert Ehren st«in bewährt« di« Erfahrung, daß Dichter ihre eigenen Sachen meist miserabel vortragen. Da erhebt sich jener von sich jielbst innig gerührte, aber zum Inhalt der Dichtung ganz falsche Pathos, das einem alsbald zum Halse herauSgeht, und wenn dann noch, wie diesmal, die Wortbildung phonetisch unzureichend ist, versteht man kamst die Hälft« von den poetischen Schätzen, di« dem Laut- sprecher entquellen. Lyrik ging ganz verloren, was von Prosa verständlich ward, erweckte den Eindruck von Gemeinplätzen als Stelldichein für AllerweltS- gedanken in modischem Wortaufputz. Wieviel bes- ftr wär« dem Dichter und den Hörern gedient, wenn sich rin wirklich guter Vorleser Lfr'^Werke annähm«; fürs Radiohören fällt ja doch die/Sensation weg, bi« dem Säalvortrag eignet: einen lebendigen, gedruckten Dichter vor Augeii zu haben. Auch die Fachleute sind nicht ganz ungefährlich. In der aktuellen Viertelstunde besprach Dr. Fritz Weil, Redakteur der.Pohemia", die inter- national« Finanzlage. Ich vermut«, daß die Leute, die seinen Bortrag verstanden haben, di« Fachleute nämlich, ohnedies über alle diese Bewegungen des Geldmarkts auf dem Laufenden find; wie der ein« Markt isoliert war, wie di« Devisen unverändert blieben oder nicht, wie der Diskontsatz herauf- und heruntergesetzt wurde. Warum das aber alles so fremd klang, das liegt daran, daß ein wirklicher Grund für dies« Vorgänge auch nicht einmal angedeutet wurde. Das Ist wie ein^heimnisvolles Zauberleben hinter den Schränken der Börsen, rin schattenhaftes, unwirkliches Hinundher, während doch in Wirklichkeit Weltwirtschaft, Politik ufw. sehr konkrete Anlässe dazu bilden. Solche Berichterstattung müßte öfter wiederholt werden, dann könnt« sie gründlicher sein. Eins aber konnte man begreifen: daß die großmächtigen Führer unserer kapitalistischen Wirtschaft jämmerliche Patzer oder etwas sicheres sind, denn„März Ultimo sah aus wie seine Vorgänger, April blieb unverändert, rm Mai war der internationale Geldmarkt noch ziemlich ruhig", während doch die tatsächlichen Verhältnisse schon oberfaul waren, und erst der Krach in Wien brachte Erregung. Niemand von den Hochmögend«« sah das voraus? Niemand„traf Vorkehrungen"? Schwer zu glauben. Die Folgen dieser Herrlichkeit zeigten in Ein- zelfragen die Mittwoch-Vorträge. Frank A r g u<» (Prag) schildert« di« Tätigkeit des Verein» Wjrt- schaftshilfe, Prag II., Spalenö 47. In einer besonderen Abteilung such i er den furchtbar Bielen zu helfen, di« von der Krise entwurzelt worden 'sind. Das ist jeder Unterstützung wert, wenn wir uns auch sagen müssen, daß bisse Tropfen den heißen Stein nicht abkühlen können. Und Genosse Willi W a n k a(Prag) zeichnete in großen Strichen die Ursachen der seelischen Krise unserer Jugend; Abhilfe kann nur eine Erziehung bringen, welche dir Jugend im Sinne der Entwicklung»- tenveng zu wahrhaft sozialen Menschen heranbildrt. Hingegen glauben wir nicht daran, daß die jetzige Kirche hier wesentlich helfen kann, auch wenn sie sich der von Adolf Otto Czerny«värmsstns empfohlenen Schallplatte al» Werbemittel bedient und so den Teufel der Modernität mit dem Behzc- bud der Technik austreibt.— Durch die prächtigen Qualitäten des Sängers Julius Gutmann (Hamburg) wurde das sonntägliche Mozart- und Lortzing-Konzer!«ine angenehme Stunde und der Donnerstag-Abend brachte als Uebertragung von den Salzburger Festspielen des alte» Italieners Cmrarosa»östliche Spieloper„Die heimliche Ehe". Italienische Sänger unter Leitung von Arturo Lucon gaben den lebhaftesten Genuß südlicher Mklodi«, Heiterkeit in schöner Form und sprüheiwen Temperaments. Dergleichen iperden wir, immer dankbar hören. Fürstenau. Beite 6 Sonntag, 2. August 1931. Nr. 179. Kuckuck 30 Groschen 20 Pfennig 30 Rappen 1.60 č. K. Die größte illustrierte. Wochenschrift Erscheint jeden Sonntag Überall erfiältlich Die neue Brager Berkehrsordnung. Heute veröffentlicht, vom 1. September gültig. einmal ist der Verein feinen Pfifferling wert. Und die Ueberzeugung gewonnen, daß der Angeklagte renumen) und für Leute, die nicht in der gegebenen dennoch hatte man zwei politische Größen in die ta sächlich ein neues Leben begonnen habe. Der Welt leben letzte Bersammlung entsandt, um den Uebertritt, Angeffagte erbat sich noch und erhielt auch drei Von Film ist keine Spur, der Tonfilm besteht bziv. die Rückfehr zum Bund zu verhindern. Wer Monate Strafaufschub. An der Türe cr- darin, daß mit alten Symphonien nachsynchroni erklärt und erläutert uns diesen ungeheueren Widerwartete ihn seine junge, hübsche Frau und um siert wurde man fennt in Hollywood unseren spruch? armte und füßte den Verbrecher". Arm in Arm Schubert und Tschaikowski- und daß die Garbo Auch im Dresdner S. B. beginnt es zu friseln, verließen sie das Gericht Wenn ihn nicht die einige Worte sprechen darf. Der Rest ist auf der genau so wie bei unseren Oppo"-Vereinen. Auch erbarmungslose Zeit von neuem aus dem Geleise Reise hierher in den Wellen des Ozeans versunken, bei uns kommen Reichenberg und Staaden in einer schleudert, wenn ihm die ehrliche Arbeit nicht der wahrscheinlich diesen Dreck als unverdaulich immer bedrängtere Lage. Eine verantwortungslose wieder genommen wird, hat die Gesellschaft um ausgespien hat. Der Regisseur bemüht sich, immer Politif, wie sie die Kommunisten führen, kann sich einen Außenseiter weniger und um ein sauber im geschlossenen Raum zu bleiben, wahr auf die Dauer nicht halten. brauchbares Mitglied mehr. rb. scheinlich war er noch nicht oft im Theater un muß sich darum austoben. Der junge und bann alte Feschal heißt bitte Gorbon; hat schwarze Kunst und Wissen Vereinsnachrichten Augen und ist gut gebaut; ſogar das Bublikum hat gezischt, weil man die Garbo nicht mehr als Arbeiter- Turn- und Sportverein Prag. Sarbo sehen darf Aber dafür hört man als VorAktive Turnerinnen und Tusne, Donalds und dann Fahnenweihe in Paris. Wegen programm eine Wochenschau- Friedensrebe MacAchtung! Der Turnbetrieb ist ab 1. Auguft des Gegensatzes. auf den neuen Sportplatz( Hezinsel. hinter dem Viadukt) verlegt wor W. Lg. Prag, 1. August. Morgen wird durch Wiener Komiter in der Kleinen Bühne. Die Kundmachung des Polizeipräsidenten Dr. Ferialspielzeit der Kleinen Bühne verspricht nach Dolejš die vereinheitlichte Prager Straßen- dem ersten Auftreten der Wiener Komiker recht und Fahrordnung veröffentlicht, und gleichzeitig amüsant zu werden. Das Ensemble, bringt an wird in allen Prager Polizeistationen diese Ber- spruchslose, aber unterhaltsame und nette Schwänke, kehrsordnung, ein Buch von 112 Seiten, aus die mit den alten und doch immer wieder wirtgehängt. Die Urheber der neuen Verkehrs- samen Einfällen aus dem Leben jüdischer Klein- den. Wir treffen uns dort jeden Tag. Programm der Prager Lichtspielbühnen ordnung, die durch die einheitliche Publizierung bürger, mit dem unerschöpflichen Vorrat an Jargon Tas Turnen leitet Genosse Möbius. Adria:„ Liebling der Garnison." jederman zugänglich gemacht wird, Oberpolizei- wiken das französisch englisch deutsche Schwant- Heute, Sonntag, den 2. August, treffen sich Alfa: Simatschalder Götterthron." rat Přada und Polizeioberkommissär Dr. repertoire der Hauptsaison bei weitem ausstechen. na chmittags alle Genossinnen und Genossen Beránet: Romanze." Greta Garbo, 2. Sione. Rosenbach, geben auch eine deutsche Der Reiz dieser Kleinkunst liegt darin, daß ein auf dem neuen Sportplatz( Seginsel) zu einer ge- Flora:„ Teufelsinsel." Jad Holt, Ralph Graves. eine deutsche Ueberseßung heraus. Bon den in 90 Paragraphen niedergelegten Milieu, mit wenigen Strichen gezeichnet, die Komit mütlichen Zusammenkunft. Für Getränke, falte Bollywood: Romanze." Gr. Garbo, 2. Stone, Von den in 90 Paragraphen niedergelegten einer aus Kommerz und Familienleben wunderlich und warme Speisen ist vorgesorgt. Die offizielle Svězda: Liebling der Garnison." Bestimmungen, denen noch ein umfangreicher ohne überflüssige Eröffnungsfeier wird voraussichtlich am 23. August Juliš: Zu jedem fommt einmal die Liebe." Anhang bezüglich des Parkens und Vorfahrens gemischten Weltanschauung Koruna: Wildwestjustig." an verschiedenen Stadtpunkten, bei Theatern, und Schärfe ausgeschöpft wird. Die Leader des En- stattfinden. Näheres wird noch bekanntgegeben. Kotva:„ Ein Walzertraum." Maurice Chevalier. Kino, folgt, ist nicht viel neu; es handelt sich, wie sembles sind Sandor Rott und der underLucerna:„ Ein Walzertraum." Maurice Chevalier. gefagt, um eine Vereinheitlichung der in großen wüstliche Armin Springer. Der Wirkſamſte Metro:„ Der Flieger." zeitlichen Abständen herausgegebenen Verkehrs- unter den Schwänken des ersten Programms war vorschriften, deren gesamtes ineinandergreifendes wohl topit macht alles" bon Roti. System dadurch unübersichtlich geworden war. Bemerkenswert ist der§ 25, der sich gegen richtet. Gerichtssaal Letztes Auftreten. Ein Gebefferter. Der Film " Walzertraum" mit Maurice Chevalier. Praho: Indianerblut." Marine." " Jungen von der Radio: Romanze." Greta Garbo, L. Stone. Staut: Rosaten." John Gilbert, Renée Adorée. " * den überflüssigen Straßenlärm Man sollte nicht glauben, wie sehr sich ein Světozor: Biebling der Garnison." Danach ist den Führern von Motorfahrzeugen Regisseur vom Format Ernst Lubitschs in Avion: Pat and Patachon als Kunstschützen." vor allem verboten, mit offenem oder der Wahl der Darsteller vergreifen fann! Seine Gaumont: K. u. t. Feldmarschall." Vlasta nicht genügend abgedämpftem AusWalzertraum- Darsteller sind so unwienerisch, so Burian. puff zu fahren. Bei längerem Anhalten ist der typisch amerikanisch, daß auch die besten Regie- Bassage: Mach mir die Welt zum Paradies." Motor sofort abzustellen. Auch bei der Brag, 1. August. Es geht zuweilen ganz un- Einfälle, die sauberste Arbeit des stimmungzaubern. Valdek: Skandal um Eva." Henny Borten. Schaltung der Geschwindigkeiten ist Gerichtssaal, kitschig und den Photographen samt der alten und neuen Musik Alma:„ Tarzan, der Tiger." dafür zu sorgen, daß die Fahrt möglichst geräusch- wahrscheinlich zu im los bleibe. Ausdrücklich ist verboten, über- phantastisch wie in einem schlechten Zeitungsroman von Oscar Strauß nicht vermögen, dem Blöd Bajkal:„ Der feusche Josef." flüssig Warnungszeichen zu geben, Ein solcher seltsamer Fall gelangte auch heute zur sinn von Operettenfilm Wih, Esprit oder Span- Favorit: Shanghai Lady." wobei die Verwendung von allzu durchdringend Berhandlung. Man könnte die Sache auch mit nung zu geben. Da ist dieser schreckliche Maurice Konvikt:„ Die Patrouille." gellenden Signalapparaten, wie Sirenen und dem Titel überschreiben:„ Der Weg zurüc". Es Chevalier, in Amterifa freilich ein Star, für Lido: Rio Rita." Sergleichen, überhaupt stritt untersagt ist. Lasten, herrscht eine ganz eigenartige Stimmung im Kulturmenschen aber ein unerträglich plumper und Macesta:„ Liebesparade." M. Chevalier. die durch die Fahrterschütterung Geräusche ver- Gerichtssaal, ein etwas ungläubiges Staunen läppischer Spaßmacher, gegen den Harry Liedtke American:„ Don Q." Douglas Fairbanks. Beide Epochen. ursachen, müssen entsprechend verpackt und unter- darüber, daß sich solche Dinge in unsever nüchter- grazios und geiftvoll wirkt. Seine Partnerin ist legt werden, was namentlich für Metallwaren, nen Wirklichkeit tatsächlich ereignen. nicht ganz fo deplagiert, aber auch ihr fehlt zum wie lange Eisenstangen, Röhren usw. gilt. Der Angeklagte wurde vor fünf Jahren Wienerischen so gut wie alles. Der König von Die gesperrt gedrudten Filme founer Neu ist auch die Bestimmung des§ 27, wo- aus der Bahn geschleudert. Es war kein schwerer Flausenthurn wird als Thaddädl alten Stils ge- empfohlen werden. nach auch der Fahrzeugbesiger für ver- Fall, eine an sich nicht bedeutende Unter- geben. Wien bleibt Kulisse, die Musik Strauß', meidbare Ruhestörungen, die der schlagung. Er verlor seine Stellung und als der zur wirklichen Operette der Adel echter Kunst Führer verursacht, haft bar gemacht er nach langem Suchen endlich einen Bosten ge- fehlt, die aber mit ihren weichen, sentimentalen funden hatte, wollte es das Verhängnis, daß er Melodien eine ausgezeichnete Justration eines wird. Reben einer Reihe interessanter Bestimmun- sich aus Freude über den Erfolg ordentlich be- Films aus dem faulig phaotischen Vorkriegswien geichsoffene Motorfahrzeuge brant. In der Besoffenheit geriet er mit einem bieten würde, hat hier nicht einmal den Reiz, der müssen dem Führer Ausblick nach hinten Polizisten in Streit und ohrfeigte ihn. Wegen ihr auf der letzten Provinzbühne noch eignet. Einer der letzten großen stummen Filme war ermöglichen, Seutschern, die verkehrspolizeilich be- öffentlicher Gewalttätigteit zu fünf straft worden sind, kann die Lenkung der Fuhr- Monaten Kerter berurteilt, hatte er auch den be- ein Wien Filmt, Stroheims„ Hochzeits werte zeitweise oder gänzlich verboten werden dingten Strafaufschub verwirkt, der ihm marsch"; er soll grandios gewesen sein, ging aber wird auch angeordnet(§ 41), daß der Besitzer in seiner ersten Sache zuerkannt worden war. Nun bereits im Tonfilmrummel unter. Zubitsch scheint eines Personenfahrzeuges, auch wenn er es nicht war er ein doppelt Vorbestrafter und da von dem Konkurrenten nichts gelernt zu haben. jelber lenkt, über alle Fahrten Evidenz führen es einmal so weit war, wurde er Berufsver- Was er bringt, ist weder Milieufilm, noch Lustmuß. brecher. Eine ganze Reihe glänzend angelegter piel, noch gar Operette, es ist ein füßlich widerund fühn durchgeführter Gaunereien hat er auf dem Gewissen und auch eine ganze Reihe schwerer Strafen abgesessen. Er galt bei Gericht als, un verbesserlicher Revertent". gent Zum erstenmal werden auch die Straßen bahnen in die Verkehrsordnung ausdrücklich einbezogen. Die Motorwagenführer müs sen die neuen Bestimmungen genau fennen und befolgen und Stationen sowie Streuzungen genau einhalten. Auch bei ihnen steht der Mißbra u ch der Glockenzeichen unter Strafe. berboten. Diese Verkehrsordnung tritt laut Stund machung 30 Tage nach der Veröffentlichung, das ist am 1. September, in Kraft. * Sport- Spiel- Körperpflege * licher, höchst langweiliger Quatsch mit seichter Musik und einem Hauptdarsteller, dem anderthalb Stunden lang auf das Monstrum von Mund zu sehen, allein schon ein ästhetisches Opfer bedeutet. fr. Der Fall, der heute verhandelt werden soll, liegt fast ein Jahr zurüd. Ein raffiniert ausgehecter Betrug. Aus technischen Gründen und Greta Garbo als Novizin. Die Radfahrer haben es insofern leich- infolge der Schwierigkeiten der Boruntersuchung Pardon, der Film heißt Romanze" und die ter, als ihnen mehr Hauptstraßen zur Benügung hat sich die Hauptverhandlung so lange hinaus freigegeben wurden. Von 10 bis 1 und von 3 bis gezogen. Vielleicht ist es gut so. Denn der Mensch, Garbo soll darin etwas erleben; sie erlebt es auch, 7 Uhr allerdingen ist das Radfahren-- natürlich der heute vor seinen Richtern erscheint, ist ein gans nämlich die grenzenlose Dummheit der Amerikaner, nur in den Hauptverkehrsstraßen überhaupt anderer geworden. Zu Beginn der Verhandlung die dafür wenigstens viele runde Dollars zahlen. hält er eine furze Ansprache an das Gericht. Ein Damit ist aber dem Zuschauer nicht geholfen und Für Fußgänger wird das Ueberschreiten gewisser Umstand", erklärt er, hat mich das Publikum des ausverkauften Bio Hollywood der Fahrbahn knapp vor oder hinter wieder zum anständigen Menschen gemacht. Ich hat auch am Schluß gehörig gezischt und gepfiffen; stehenden Fahrzeugen ausdrücklich verbekenne mich in diesem letzten Fall in allen Bunk warum? Das zu sagen, ist nicht schiver. Da nimmt boten. Kinder unter sechs Jahren ten schuldig. Ich weiß aber auch, daß ich heute sich die Metro- Goldwyn- Mayer einen Regisseur nahmens Brown und läßt von ihm einen Film dürfen überhaupt nicht ohne Begleitung Erivach zum Testenmal hier vor Ihnen stehe." sener über die Straße. Freilich könnte das ein jeder fagen. Aber in herstellen, dessen Inhalt von einem alten Herrn diesem Fall muß man dem Reumütigen Glauben im Lehnstuhl seinem Neffen erzählt wird, als schenken. Er hat eine Stellung gefunden, und selbiger eine„ bom Theater" heiraten will. Dieser var eine ganz gut bezahlte, die ihm zugleich auch alte Herr soll Bischof sein und hat in seiner Möglichkeiten bietet, seine außerordentlichen Fähig- Jugend als Geistlicher aud) geliebt; auch keiten zu verwerten. Welcher„ Um stand" diese eine vom Theater, eine Sängerin, die Garbo, von Besserung herbeigeführt hat, sagt er nicht und der in dieser Variation nur ein dummes Grett weigert sich auch, ihn nur anzudeuten. Vielleicht übrig bleiben durfte. Man steckte die ganze Bande Abler 08 Berlin wieder bundestreu! hat eine Frau das Verdienst, er ist seit einem also vor allem einmal in Rototo; man gab der halben Jahr verheiratet. Jedenfalls lobt ihn der anvergleichlichen Frau eine Bodenperüde, setzte in Der Fußballbundesmeister 1928 des Arbeiter Bolizeibericht in ganz ungewohnter Weise. ihre herrliche Stirn einen nedischen Knoten und Turn- und Sportbundes, der mit zum kommu- Er hat den Schaden gut gemacht, freiwillig erzielte so vor allem, daß ihre herben Züge, ihre nistischen Sportverband überging und dort eine der ein volles Geständnis abgelegt und nicht das ge- wundervoll ausdrucksvollen Augen nicht mehr da besten Stühen war, hat am 10. Juli gegen nur fünf besten Stüken war, hat am 10. Juli gegen nur fünf ringste Detail verschwiegen. Sein neuer Dienst- find. Nur ihr Mund darf hie und da ehvas zuden! Stimmen beschlossen, zum Arbeiter- Turn- und Sportbund zurückzukehren. Die Reichsleitung des geber( der feine Vergangenheit tennt!) ist aber das ist auch alles, denn man muß doch jetzt der Geliebte fommunistischen Sportverbandes hat die verzwei- feines Lobes voll. Auch sonst lebt er seit fast den sittsamen Film machen und darum geschicht es auch, daß der nette alte Herr feltsten Anstrengungen gemacht, den Verein zu hal- einem Jahre vollkommen tadellos. Also einer jener Wenigen, die den Weg zurüd" ber Sängerin doch recht behält oder nicht recht ten. Zur Versammlung entsandte sie den kommunistischen Landtagsabgeordneten Zobel mit einem gefunden haben. Wenn ihn nicht eine größere Zahl behält, man weiß nicht, was gesagt werden soll, Sekundanten, aber sie mußten von drau- zu finden weiß, so trägt ein gerüttelt Maß Schuld furz und schlecht, sie liebt den jungen Geistlichen Ben zuhören. Adler 08 hat ihnen nicht einmal daran unsere Gesellschaft mit ihren Vorurteilen innig und mit feuscher Jubrunst, hält Einkehr, und der Mangel unseres Rechtssystems und unseres fann nicht mehr Frau sein und als er nach Krach Zutritt zur Versammlung gewährt. Wohlfahrtspflege. Wieviel fruchtbare und dankbare und sonstigen Schwierigkeiten vor ihr auf den Knien liegt, da sagt sie, die stundenlang auf den Arbeit wartet hier der sozialistischen Zukunft! Der Staatsanwalt stellt pflichtgemäß, Mann gewartet hat, daß er ihr ihre Seele lassen aber ohne sonderlichen Eifer, seine Strafan möge, wenn sie schon ihren Körper verloren hätte. träge und beantragte, was nach dem Buchstaben Bitte, das hat sie nicht vielleicht an ihn, o, den des Gesetzes in diesem Falle ja tatsächlich seines berkeuschen, nein, an den alfen, netten Herrn, Amtes war, mit Rücksicht auf die Vorstrafen die den Lewis Stone mie immer mit Berachtung des alt Ueberstellung in die 3 wangsarbeitsa nit a ft Blödjinus jein spielen möchte, aber nicht darf, weil Das Gericht ver- alics nur Staffage und Schablone wird in Hollynach Verbüßung der Strafe. urteilte den Angeklagten unter Zubilligung aller wood, und dann noch einmal in der Jugend, da mildernden Umstände zu vier Monaten er sie auch auf der Straße gesungen hat und darum fers und gab dem Anfrag, die Zulässigkeit der berzeitt" er ihr das alles, aber nicht den alten 3wangsarbeit auszusprechen, teine Folge. Cs Serrn, was siemlich flar ist für Bewunderer der sprach auch in der Urteilsbegründung aus, es habe Courths Mahler( ich beherrsche das nicht mehr vollDiese an sich schlichte Meldung scheint uns recht beachtenswert. Man muß sich nur noch einmal vor Augen führen, mit welchem Aufwand man seinerzeit betonte, daß auch der Bundesmeister Adler 08 den Bund verlasse und sich der„ IG." anschließe. Der Berein wurde damals als Reflameobjekt benutzt. Roch interessanter ist aber und das entspricht bem Charakter der Oppo voll und ganz mit welch ohnmächtiger Wut man mun den Verein Adler 08 verächtlich zu machen versucht. Rot Sport", das Organ bestrrevolutionären" Sportler Berlins, enthält ela längere Schimpfepistel auf Adler 08. Natürlich erst jest, nachdem alle Versuche, den Ver ein bei der Oppo zu halten, gescheitert sind. Auf " Herausgeber: Siegfried Iau b. Chefredakteur: Wilhelm tenet. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Bra Drud:„ Rota" A.-G. für Zeitung- und Buchorud, Bra Für den Druck verantwortlich: Otto Solit. Pra Die Seitungsmertenfrantatur wurde von der Boft u. Telegraph direktion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Böhmische Union- Bank ( VEREINIGT MIT DEM ALLGEMEINEN BÖHMISCHEN BANK- VEREIN) Zentrale in Prag Aktienkapital Kč 200,000.000Reservefonds Kč 198,550.000FILIALEN: Asch, Aussig, Bodenbach, Böhmisch- Budweis, Bratislava, Braunau i. B., Brünn, Brüx, Freiwaldau, Friedek, Gablonz a. N., Graslitz, Hohenelbe, Iglau, Jägerndorf, Karlsbad, Königinhof a. E., Leitmeritz, Marienbad. Mähr.- Ostrau, Mähr.- Schönberg, Neu- Titschein, Olmütz, Pardubitz, Pilsen, Proßnitz, Reichenberg. Rumburg, Saaz, Teplitz- Schönau, Trautenau, Troppau, Warnsdorf, Zwittau. EXPOSITUREN: 922 Prag- Lieben und Prag- Weinberge. Zucker- Abteilungen: Prag, Bratislava, Olmütz, Troppau. Verlangen Sie in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cle.. PILSEN Selchwaren der Fa. 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