Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Nefazanfa 18. Telephone: Tages redaktion: 26795, 31469. Machtredattion: 26797. Doftschecamt: 57544. Juseraie werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Nationalsozialistisches Rowdytum. nationalsozialistischer Gamstag, 15. Qugust 1931 Die Folgen der Erkrankung Briands: Der Besuch in Berlin verschoben. Gemeinsames Kommuniqué Lavals und v. Hoeschs. Laval telephoniert mit Brüning. * Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post: monatlich.... Kè 16.vierteljährlich halbjährig ganzjährig. 2 48.D 96.192.Rädstellung von Manu. stripten erfolgt nur bei Einsendung der Refourmarfen. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich( rüh. Nr. 190. Fleischteuerung. In den letzten Wochen wurde die Bevölferung, inmitten einer noch immer andauernden katastrophalen Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit, in der Hunderttausende Menschen keinen Verdienst haben, andere Hunderttausende durch Kurzarbeit weniger als das Lebensminimum verdienen, überrascht durch Planmäßiger Ueberfall auf eine fozialdemokratische Bersammlung. Schleswig, 14. August.( Eigenbericht.) Gestern abends ereigneten sich hier Ausschreitun gen Banden, wie sie in der Geschichte Schleswigs einzig da val hat das folgende mit dem deutschen Bot- strengungen einer offiziellen Reise nach Berlin Paris, 14. Auguft. Ministerpräsident La- Rußen nach einer so kurzen Frist durch die Anstehen. Im Gemeindehaus fand eine überfüllte schafter von Hoesch vereinbarte Kommu- aufgehoben werden könnten." Versammlung der sozialdemokratischen niqué der Presse übergeben:„ Man weiß, daß Unter diesen Umständen sind Ministerpräsi- das Steigen der Preise des Schweinefleisches. Partei statt. Als fie beendet war, wurde gemeldet, Ministerpräsident 2 av al gestern den Besuch des dent Laval und Botschafter von Hoesch in der Wenn der Arbeiter sich bisher wenigstens eindaß die ganze Stadt von auswärtigen deutschen Botschafters von Hoesch empfangen Erwägung, daß die Teilnahme des AußenminiNationalsozialisten überschwemmt und belagert fei, die zweifellos aggressive Absichten hatten. Das im Auftrage der deutschen Regierung offiziell ich darüber einig, daß die Reise der französischen vielleicht öfters ein Stückchen Wurst-gönnen fei, die zweifellos aggressive Absichten hatten. Das hat, der ihn sowohl wie Außenminister Briand sters Briand bei diesem Besuch unerläßlich sei, mal in der Woche ein Stückchen Fleisch und Reichsbanner und Mitglieder der sozialdemokra eingeladen hatte, nach Berlin zu tom Minister nach Berlin auf ein Datum verschoben konnte, so werden, wenn diese Entwicklung antischen Parteien teilten sich hierauf in einzelne men. Das für die Reise vorgeschlagene Datum wird, das so nahe wie möglich nach dem Ende Gruppen, um die Versammlungsteilnehmer nach war der 26. und 27. August. Ministerpräsident der Völkerbundtagung liegt. hält, die ärmeren Voltsschichten Hause zu begleiten. Diese Maßnahme erwies fich Laval, der von Hoesch für die Einladung vollkommen auf den Fleisch genu jedoch als unzureichend. Zahlreiche Trupps wur- dankte und sie annahm, hatte ihm gesagt, daß Berlin, 14. August. In Berliner politi- verzichten müssen. den an verschiedenen Stellen planmäßig er, soweit es das Datum angehe, leine endgültige schen Kreisen ist die Mitteilung, daß entgegen der überfallen und zusammengeschlagen. Die Entscheidung treffen könne, weil Außenminister gestrigen Ankündigung Laval und Briand Im heurigen Frühjahr hatten wir niePolizei, die von den bandenmäßigen Ueberfällen Briand gegenwärtig nicht in Paris sei. Der nun doch zunächst noch nicht nach Berlin kommen drige Fleischpreise. Man konnte Schweinefleisch nicht so rechtzeitig unterrichtet war, tonnte erst Ministerpräsident hat heute nachmittags von lönnen, mit lebhaftem Bedauern aufge- noch billiger kaufen als nach der offiziellen eingreifen, als die Straßenschlacht bereits die neuem von Hoesch empfangen. Er hat ihm mit- nommen worden. Man hat aber natürlich Ber- Notierung auf dem Prager Markt. Während ganze Stadt erschütterte. Geradezu rudelweise geteilt, daß die Aerzte Professor Vaquez und Dr. ständnis dafür, daß der Gesundheitszustand wurden die Nationalsozialisten auf die Polizei- Mary, die beauftragt worden waren, sich über Briands die Reise noch nicht so schnell zuläßt, die nach dem amtlichen Marktbericht im Frühjahr wachen gebracht. Die Polizei mußte mehrfach von den Gesundheitszustand des Außenministers Bri- bei dem hohen Alter des Außenministers natür- das Kilogramm Lebendgewicht etwa 7.50 K der Schuhwaffe Gebrauch machen. in Wirklichkeit das and auszusprechen, zwar mit der lebhaftesten Be- lich nicht ohne Strapazen sein würde. Man weiß fostete, bekam man friedigung die Fortschritte festgestellt hätten, die ja seit längerer Zeit, daß die Umgebung Briands Schweinefleisch schon um etwas über 6. K. jeder Tag zur vollständigen Wiederherstellung des sich ernstlich Sorgen um seinen Gesundheitszu- Das ist nun seit Juli anders geworden. Die Außenministers bringe. Sie haben jedoch zum stand macht. Preise begannen hinaufzuklettern, gegenwärtig Ansdruck gebracht, daß sie ihm nicht vor seiner In Berliner politischen Kreisen wird unter kostet ein Kilo Lebendgewicht etwa K 12.50 Abreise nach Genf eine Unterbrechung in der Hinweis auf die Tatsache betont, daß natürlich bis 15.50, also das Doppelte dessen, Ruhekur auf dem Lande gestatten fönnten, die politische Gründe bei dem Plan feine was das Borstenvieh noch bor ihm für einen Monat verordnet sei, und deren Rolle spielen. wenigen Wochen gekostet hat. * Selbstverständlich gehen die Preise auch im Kleinhandel hinauf, heute loftet bereits ein Kilogramm Schweinefleisch K 16.-, 20.-, 22.- und noch mehr und es ist zu befürchten, daß angesichts der Preissteigerung quf dem Viehmarkt das Fleisch im Kleinhandel noch teurer wird als es gegenwärtig ist. Die zwei tschechoslowakischen Zollbeamten wieder in Freiheit. Kaschau, 14. August.( Tich. P.-B.) Die Mittwoch von ungarischen Soldaten verhafteten tschechoslowakischen Zollbeamten Stefan und Smolik sind in der Nacht auf heute in Freibeit gefekt worden. Sie trafen heute früh in Kaschau ein und begaben sich sofort zur Polizeidirektion. Stefan und Smolit befanden sich im Gefängnis von Miskolcz. Lavals Telephongespräch mit Brüning. Paris, 14. August. Ministerpräsident 2 avai hat sich heute abends telephonisch mit Reichskanzler Dr. Brüning in Verbindung gefeßt. Er hat ihm nochmals sein Bedanern zum Ausdruck gebracht, wie zuvor dem deutschen Botschafter von Hoesch, sich wegen des Gesundheitszustandes des Außenministers Briand nicht zum ursprünglich vorgesehenen Datum nach Berlin begeben zu können. Er hat hinzugefügt, daß er nach wie vor den sehnsüchtigen Wunsch habe, die in Paris im vorigen Monate eingeleiteten Besprechungen sobald wie möglich wieder aufzunehmen. * Die Ursachen dieser unerfreulichen Preissteigerung liegen in dem geringen Auftriebe von Schweinen in den Sommermonaten während der Erntearbeiten, in der TatWiederaufnahme der ungarischen Handelsvertragsverhandlungen. Prag, 14. August. Nach einem Uebereinkommen zwischen der tschechoslowakischen und der ungarischen Regierung werden die Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag, die Berlin, 14. August. Der telephonische An- sonstigen diplomatischen Verkehr vertrautere in ihrer letzten Gtappe im Juli in Genf ftattge- ruf des französischen Ministerpräsidenten beim Form der Verständigung angewandt wurde. Das sache, daß die Bauern mit den Schweinen zufunden hatten, am 17. Auguſt d. J. wieder Stanzler hat seinen Grund nach Auffassung poli- Gespräch hat nach französischen Darstellungen rückhalten, in der Absperrung unserer Grenaufgenommen werden. In der tschechoslo- tischer Streise wohl in dem Bedürfnis des Mini- etwa 20 Minuten gedauert. Auch daraus ergibt zen gegen die ausländische Einfuhr und im watischen Delegation, die unter Leitung des sterpräsidenten Laval, auch vor der Deffentlich sich, daß es vollkommen abwegig wäre, hinter hohen Zoll. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigkeit zu dokumentieren, daß die Verschieder Verschiebung des Besuches andere Gründe zu ten Ministers Dr. Friedmann stehen wird, bung der Berliner Reise nichts mit suchen, als den in Frankreich und in Deutsch beruht auf dem Gesetz Nr. 85 vom 13. Juli Der gegenwärtige Schweinezo!! werden das Finanzministerium durch Sektions- irgend welchen politischen Grünland gleichermaßen bedauerten Gesundheitszu- beruht auf dem Gesetz Nr. 85 vom 13. Juli chef Martinet, das Handelsministerium durch den zu tun habe. Ein solches Telephonge stand Briands. Jedenfalls hat man in Berliner 1930. In diesem Gesetz wird der Zoll für Ministerialrat Dr. Deyl und den Oberfektions- spräch zwischen den beiden Chefs der französ politischen Kreisen durchaus verstanden, was Schweine mit 300.- K bro 100 Stilo rat Dr. Čermát, das Außenministerium durch schen und der deutschen Regierung ist immerhin der französische Ministerpräsident mit diesem bestimmt. Wenn der Preis des LebendgewichSektionsrat Dr. Stortovský und das Landwirtschaftsministerium durch den außerordent mehr das erste Mal gewesen sein, daß zwischen die freundliche Geste mit Genugtuung begrüßt. zuschlag von K 80.- eingehoben, der aufgewirtschaftsministerium durch den außerordent feine alltägliche Angelegenheit. Es dürfte viel Anruf zum Ausdruck bringen wollte und hat tes unter K 10.60 sinft, dann wird ein Zolllichen Gesandten und bevollmächtigten Minister ihnen diese zwanglose und im Vergleich zum hoben werden soll, wenn der Preis wieder Dr. Pazderka und Ministerialrat Dr. Ma rtinet bertreten sein. Die Verhandlungen werüber K 11.70 steigt. Sinkt der Preis unter den in Lillafüred stattfinden. des Berliner Polizeipräsidiums wird daher auch K 9.80 oder steigt er über K 12.50, dann muß Wieder ein Anschlag auf den mit dieser Angelegenheit gegenwärtig nicht mehr der Zollzuschlag so eingerichtet werden, daß Gemeinnüßige Kreditbank in Ungarn. befaßt. der erwähnte Richtpreis von K 10.80 wieder D- Zug Berlin- Basel. Die Arbeiten der chemisch- technischen Reichs erreicht wird. Diese Verfügungen müssen mit Auf dem Wege zum Staatskapitalismus. anstalt für Ermittlung des für das Attentat Wirksamkeit vom 10. des Kalendermonates in Bon Unbekannten beschossen. benutzten Sprengstoffes find noch nicht abge- Straft treten, der dem Monate folgt, für den Budapest, 13. August.( MTJ.) Der 33erAusschuß hat die Verordnungsentwürfe der Re- Erfurt, 14. August. Wie die Pressestelle schlossen. Es dürfe jedoch kein Zweifel bestehen, gierung auch in den Details erledigt. Die vier der Reichsbahndirektion Erfurt mitteilt, ist der daß es sich bei dem Anschlag um einen ziemlich der maßgebende Durchschnittspreis ermittelt Berordnungen beziehen sich Fern D3ug III Basel Berlin, der frischen Sprengstoff handelt, und es wird an Wir schreiben heute den 15. August und 1. auf die Wiederherstellung des freien Ver- in Erfurt um 10 Uhr 26 Minuten vormittags genommen, daß der betreffende Sprengstoff erst fügungsrechtes über die Bankeinlagen ab eintrifft, heute bei Kilometer 117 der Strede vor kurzer Zeit irgend wo gestohlen worden ist. es müßte nun der Zollzuschlag entsprechend 15. August, beziv. die darauf bezüglichen Maß- Neudietendorf- Bischleben von einem unbekann- Auch in dieser Richtung werden gegenwärtig den Preisen des Monates Juli geregelt wernahmen. ten Täter beschossen worden. Das letzte noch Ermittlungen vorgenommen. 2. auf die Festsetzung der in Pengöwerten be- Fenster am Durchgang des ersten Personenstehenden Geldguthaben in Goldpengö, wagens zeigte zwei Kugeleinschläge. Der 3. auf die Schaffung eines gemein- Streifendienſt der Reichsbahndirettion Erfurt Zentrum dementiert Rechts. Situation auf dem Schweinemarki bis zum # nügigen Kreditvermittlungsinfti- und die Kriminalpolizei in Erfurt und Gotha die tutes, haben 4. auf die Verlängerung von Versteigenommen. rungsfristen in alle von Schulden von Bodenbesigen. Arbeitslosigkeit in Amerita. Forderung nach Industriekonferenz. Nachforschungen aufge= idhwentung. wurde. den. Das ist bisher nicht geschehen und die Agrarier werden versuchen, die gegenwärtige 10. September aufrecht zu erhalten, da die Zölle entsprechend den Preisen im Monate Berlin, 14. Auguft.( Eigenbericht.) Bon August geregelt werden müssen. Man müßte maßgebender Seite des Zentrums werden die also vor allem verlangen, daß dem Gesez entGerüchte über einen Kurswechsel beziehungs- sprechend gehandelt und die Zölle fo festweise eine Annäherung an die Deutschnationalen gesetzt werden, daß der Richtpreis bon K 10.80 wieder hergestellt ausdrücklich als unbegründet bezeichnet. wird. Gine fozialdemokratische Riesenfundgebung in Berlin. Daneben könnten noch andere Maßnah men ergriffen werden. In der Zeit einer so sprunghaften Fleischteuerung, in der es HunKein politisches Attentat? Das bisherige Ergebnis in Jüterbog. Berlin, 14. August. Die UntersuchungsNew Yort, 14. August.( Tsch. P.-B.) De: kommission für das Jüterboger Attentat Exekutivausschuß der amerikanischen Arbeits- bearbeitet gegenwärtig einige ganz konkrete föderation befaßt sich mit großer Aufmerksamkeit Spuren, die sich aus dem Wust des Materials mit dem Arbeitslosen Problem. Der Ausschuß herauszukristallisieren scheinen. Im Interesse Berlin, 14. Auguft.( Eigenbericht.) Die derttausende Arbeitslose gibt, müßte man zu hat den Präsidenten Hoover aufgefordert, die der kriminalistischen Tätigkeit der Kommission sozialdemokratische Partei Groß- Berlins verans mindest zu einer Herabjezung der Vertreter der Industrie und Arbeiterschaft zu wird jedoch im Augenblick noch nichts Näheres staltete heute eine riesige Kundgebung im einer gemeinsamen Stonferenz einzuberufen, um über diese Spuren gesagt. Fest steht jedoch, daß Sportpalast. Bereits um halb acht Uhr leisch steuer und der hoben der allgemeinen Krise, die für den kommenden nach Ansicht der Kommission es sich bei Jüter- mußte der Saal wegen Ueberfüllung ge- Schlachthausgebühren schreiten, die Winter vorhergesehen wird, entgegenzuarbeiten. bog nicht um ein politisches Atten schlossen werden und ein großer Teil mußte allenthalben eingeführt sind. Die Steuer samt 1. a. fordert der Ausschuß die allgemeine Ein- tat handelt, wenigstens in Bezug auf bestimmte wieder umkehren. Die Reden Otto Brauns Gebühren beläuft sich auf ungefähr eine Krone pro Kilogramm, eine Herabsetzung um die führung der fünftägigen Arbeitswoche. politische Persönlichkeiten. Die Abteilung I A und Otto Wels wurden stürmisch bejubelt. CeiM 2 Samstag. 15. August 1931. Ar. 190. Hälfte würde also schon von einigem Einfluß auf die Preise sein, insbesonders, wenn damit Hand-in Hand eine Herabsetzung des Zollzuschlages ginge. Außerdem müßte das Land- wrrtschaftsmsnisterium endlich einmal auf- bören, der Einfuhr von Vieh und Fett derartige Schwierigkeiten zu machen, wie es geschieht. Für die Einfuhr von Lebensmitteln ist unsere Zollgesetzgebung maßgebend und die übrigen Vorschriften, die man im Ackerbauministerium so gut auszunnhen versteht, dürfen Nicht dazu dienen, die Wirkung der ohnehin genug hohen Zölle noch zu verschärfen. Wir möchten in diesem Zusammenhänge darauf aufmerksam machen, daß beispielsweise die Einführung von R o h s p e ck in die Tschechoslotvakei nahezu unterbunden ist. Im Frühjahr waren die Preise für den Konsumenten günstig, plötzlich wurden jedoch solche Schwierigkeiten gemacht^ daß Rohspeck nicht mehr eingeführt werden" konnte, worauf die Preise binnen 14 Tagen um etwa 30 bis 40 Prozent stiegen. Eine andere Schikane besteht darin, daß die Behörden ausländisches Vieh nicht in jene Städte hinein lassen, wo kein direktes Geleise zum Schlachthaus führt, obzwar das Vieh oder Fleisch nicht schlechter wird, wenn es von der Bahnstation mit anderen Transportmitteln in das Schlachthaus gebracht wird. Sicherlich wird das Ernährungsministerium seinen- Einfluß in der Weise gellend machen, daß diese schikanösen Vorschriften deS Land- wirtschaftSministerS bald verschwinden. Aber auch jene Bauern, welche gegenwärtigem stdemBerkaufvon Schweinen zurück-halten, soflen sich überlegen, ob ein solches Vorgehen in ihrem Interesse ist. Im.Interesse sowohl der Pro- duzenten wie der Konsumenten liegt eine gleichmäßige stete Belieferung, nicht aber ein Borgehender Produzenten, welcher zur Folge hat, daß die Schweinemärkte leer sind. Es kann bann in absehbarer Zeit geschehen, daß die Bauern die Schweine plötzlich verlaufen müssen und durch die Ueberfüflung der Märkte würde dann ein Preissturz eintreten, der den Bauern sicher /nicht sehr angenehm wäre. Leider sind auch infolge der Schuld der Agrarier die Beziehungen zwischen den Produzenten itttd den Konsumenten so lose, haß der. Pauer nicht den Preis für Lebend- csewicht^ erhält, wie' er«Mert wird,'sondern daß einen, Teil stiefel Preises der Händler einsteckt. Wenn der Landwirtschaftsminister statt von früh bis abends darüber nachzusinnen, wie man die Einfuhr noch mehr drosseln könnte/- mit aller Kraft daran arbeitete, daß die Bauern die Waren direkt den Konsumenten liefern, dann würden die Bauern höhere Preise Und die Konsumenten billigeres Fleisch erhalten. Beiden Gruppen wäre geholfen. - Wir glauben nicht, daß die hiezu beru- fönen Instanzen dem Steigen der Preise des Schweinefleisches weiter ruhig zusehen können, es ist Zeit, Maßnahmen zu treffen und dies um so mehr, als cs im Rahmenderbe st ehe n Gesetze möglich ist. jetzt kommunisttsche Senator Karl Schwammberger aus Winterberg«inst Führer der Gelben war. Im Jahre 1908 streikten die Glasschleifer in Winterberg. Der heutige kommunistische Senator zählte zu den Streikbrechern. Nach dem verlorenen Streike wurde aus den Reihen der Streikbrecher eine gelbe Organisation gegründet. Streikbrecher eine gelbe Organisation gegründet, deren Leitung der nunmehrige kommunistische Senator angehörte. Noch heute liegt uns ein Rund, schreiben dieses deutschen Arbeiterbundes für Südböhmen an die verschiedenen Direktionen und Körperschaften vor, das betitelt ist mit:„Euer .Hochwohlgeboren!". Darinnen heißt es u. a.: „Die große Masse der deutschen Arbeiterschaft der Böhmerwaldr» ist bisher ausschließlich im Lager der roten Internationale geständen, was ja die letzten Reich-ratSwahlen bewiesen haben. Durch Schaffung des Bundes soll auch dies anders werden. Di« nationale Not und Bedrängnis des deutschen Böhmerwalde» ist ohnehin schon groß genug. Gelingt es der Sozialdemokratie, mit Hilfe der internationalen Arbeiterschaft auch noch die bisher deutschen Böhmerwaldmandate an sich zu reißen, so ist damit auch ein weiterer Schritt zur Slawisierung dieses herrlichen Gebiete» getan." In diesem Sinne geht cs in der Zuschrift an die diversen„Euer Hochwohlgeboren" fort. Diese Zuschrift wurde auch von dem heutigen komuntstischcn Senator Karl Schwammberger als Bundesleitungsmitglied mit unterfertigt. All diese Beweis« konnten erbracht werden. Es konnte auch eine ganze Reihe Zeitungen von damals vorgelegt Werken, so daß Herr Schtvamm- bcrger es vorzog, die Klage wegen der schon erwähnten Beschuldigung znrückjttjiehen. Der heutige kommunistische Senator Karl Schwammberger war einstens ein Führer der Gelben; das ist nun gerichtlich bewiesen. Brauch? sich da jemand zu Wundern, wenn Kommunisten und Hakeickreuzler gemeinsame Sache machen? Einst Führer der Gelven— rommnnistifitzer Senator. Bom Werdegang des Herrn Gchwnmmberger aus Winterberg. Biele Menschen Wundern sich, daß beim, gung der aufgelaufenen Kosten verurteilte. ES Volksentscheid in Deutschland die Kommunisten|«st nun gerichtlich erwiesen, daß der heutige den Hakenkreuzlern und Stahlhelmleuten Handlangerdienste verrichteten. Mancher kann es nicht begreifen, wie die extreme Rechte und die extreme Linke vor aller Oesfentlichkeit so Arm in Arm gehen können. Würde die Vergangenheit mancher kommunistischen Führer bekannt sein, so möchte sich kein Mensch sonderlich darüber wundern. Bei den Senatswahlen im Jahr« 1929 machte die Prager kommunistische Zentrale im 2. Mrütinium den im Pilsner Wahlkreis an der 2.Stelle kandidierenden KarlSchwamm- beiger aus Winterberg zum Senator, trotzdem die kommunistischen Stimmen, nicht einmal auf«inen Senator gereicht hatten. Wahrscheinlich war der kommunistischen Parteileitung daran gelegen, diesem Schwammberger ein SenatS- mandat zu verschaffen, damit er den Böhmerwald erobere.' In diesem Gebiet hatte die kommunistische Partei bisher ein Pech um das andere und sie kam, statt vorwärts, allmählich um ihre letzten Reste. Unsere Kreisorganisation Pilsen gab zu den Parlamentswahlen 1924 ein Flugblatt heraus, in welchem aufgezcigt wurde, daß dieser kommunistische Kandidat einst ein Gelber und Streikbrecher gewesen ist. Wir haben dies in unserem Blatte vorher wiederholt schon bekannt gegeben. Herr Schwammberger klagte jedoch nie, nur damals im November 1929 raffte er sich zu einer Klage auf. Im Prozeßverfahren trat nun das Unglaubliche ein, daß der Kläger selbst die Verhandlung hinauSzuziehen versuchte. Als di« vom Kläger und Beklagten angeführten Zeugen bereits einvernommerr waren, ließ Herr Schwammberger eine Reihe dieser Zeugen nochmals einvernehmen, bevor er die eigentliche Klageschrift überreichte. Die neuerliche Zeugeneinvernahme brachte für ihn keine Entlastung, so daß er schließlich vorzog, die Klage gegen den Genossen Kuplrnt wegen der erhobenen Be- schnldiguqg, er sei ein Führer der Gelben gewesen, zurückzuziehen, worauf das Kreisgericht Pilsen den Kläger Schwammberger zur Tra- Ra-l-Feme. (Ei« Beitrag i« eigener Sache!) Bon Sepp Haus I« der F r e i t a g f o s g e(7. August 1931) Les„So.zialdemokrat" und seiner Kopfblätter erschien auf Seite 2 ein von mir stammender Beitrag unter dem.Titel„Ketzerische Wahrheiten". Diese Ketzerei hat genügt, um den» Zorn Wotans und seiner Hakenkreuzjünger über mich heraufzubeschwören. Wiewohl ich keinem der wutentbrannten nationalsozialistischen Parteibischöfe Rechenschaft über mein politisches Tun und Lassen mehr schulde, will ich dennoch hi«r vor aller Oeffentlichkeit erklären, daß ich mich aus gerechter Erkenntnis von der nationalsozialistisch«» Ideologie— dir ich ja in meiner seinerzeitige» vertraulichen Parteistellung al» verantwortlcher Redakteur beim nationalsozialistischen„Tag" in Aussig bi» in ihr« wahr« Wesenheit hinein um so leichter erkennen konnte(!)— obgewendet habe und als überzeugter Sozialist nur im Marxismus, wie er in der Sozialdemokratie zum Ausdruck kommt, den richtigen Weg, der zur Freiheit und sozialen Gerechtigkeit führt, erkenne! Mein politisches Bekennen ist in oben erwähntem Zeitungsartikel auch eindeutig genug zu>n Ausdruck gelangt. Die Art und Weise aber, wie darauf seitens der„Deutschen nationalsozialisti- schen Arbeiterpartei" reagiert wurde, ist typisch— völkisch, entspricht voll und ganz dem„Äuch-SozialismuS" gewisser Herren mit dem Hakenkreuz und verdient darum, hier tiefer gehängt zu werden. Freitag, den 7. August, erschien besagter Beitrag an» meiner Feder und schon am nächstfolgenden Tag« fühlte sich der Verlagsleiter des „Tag", Herr Josef Galle,— der, nebenbei bemerkt, nicht m„Antisemitismus" wie Krebs, Jung d. dal. macht, weil er ja Jahr für Jahr den Bedarf an Schreibpapier, Kuvert» usw. für den„R. S. P.-Berlag" nur bei der jüdischen Firma: I. Fleischner, moderner Bllrobedarf, Teplitz-Schönau, rindeckt(!)— veranlaßt, meiner in der Verwaltung beim„Tag" angestelltrn Braut zu kündigen. Diese Kündigung meiner Braut soll ein indirekter Protest gegen mein« politisch« Neber. zeugung sein. Ich erseh« aus dieser„kleinlichen" Handlungsweise nur de« ohnmächtige« Zorn geiste-armrr Hakenkreuzlerseelen! Aber mag man im„Heerchen oom Hakenkreuz" auch wie weiland der Herr Hadubrand wutentbrannt schnauben!— Ich gebe Herrn Galle und seinen Rückenstützen schon heute zu wissen, daß solche niedere Handlungsweise nicht ganz ohne Sühne bleiben wird und ich erst recht nicht von meinem politischen Be- kennertum ablafsen werde. Auch dann nicht, wenn der„lag'' ein gut placiertes Jnsera::- „Ächtung! Fememörder gesucht" bringt... Asiatische Zustände unter Protektion der Ministerratspräsidiums. Unter den Kulturdokumenten, die uns aus Anlaß unserer Marakteristik des Zeitungs- verlegerS Ludwig Wolf in Saaz zur Beifügung gestellt wurden, verdient folgend«» doch eine größer« Beachtung. Im Jahre 1927 brach unter den Arbeiterinnen in der Expedition der Wolsblätter plötzlich ein wilder Streik aus. Die Arbeiterinnen unterbreiteten dem Verlag folgende Forderungen: 1. Der Stundenlohn beträgt ab 1. Juni 1927 Kc 1.80. 2. Bezahlung sämtlicher Arbeitsstunden und gilt jede begonnen« Stund« als volle Arbeitsstunde. 3. Nachzahlung aller durch Ueberzeit geleisteter Arbeitsstunden ab 1. April 1927 mit einem Pauschalbetrag von Kö 40.— pro Person. 4. verbot der Androhung körperlicher Züchtigung und de» Gebräuche» von Schimpfnamen von selten des Expedltwnslrtters. 5. Anerkennung der Bertrauenspersonen. 6. Maßregelung wegen des Streikes erfolgt kein«. Herr Wolf lehnte diese Forderungen ab. Er lehnte also auch die in einem Kulturstaat selbstverständliche Forderung ab, daß keine Schimpfnamen gebraucht und keine körperlichen Züchtigungen angedroht würden! Sowas macht hierzulande„öffentliche Meinung"; so etwas erfreut sich der Protektion des Reptiliendepartements des Ministerratspräsidiums! Der' alte Moritz Bloch' sollte weniger Shäkcspcäre zitieren ürtd dafür den Zuständen, die in seinem Bereich herrschen, größere Beachtung widmen. Er fände da manche Figur von Shakcspeareschem Format. Ortsvertretungswahl in Plan. Tie atu 9. August stattgefundene Wahl in die OrtSver- tretung von Plan in Westböhmen brachte deutlich zum Ausdruck, auf wessen Kosten die Nationalsozialisten bei uns(wie ja auch im Reich) wachsen. Die Na tionalpartei» verlor drei Mandate und 107 Stimmen, die Bürger-Mittelstands- und Gewerbe Partei zwei Mandate und 102 Stimmen, die Ehr i st lich- sozialen gewannen ein Mandat und die Nazi, die bis dahin nicht selbständig ausgetreten waren, vier Mandate. Sie sind also auf Kosten ihrer bürgerlichen Nährväter gewachsen, während die Sozialdemokratie ihre fünf Mandate behaupten und ,33 Stimmen gewinnen konnte. 43 (Nachdruck»erboten.) Pfette aus dem Jenseits. Von Hans-Herbert Varlen. Copyright Breiner& ikp.. Berlin NTV. 8. Bing zog einen sechsschüsiigen Smith und Wessex hervor. ,MaS meinen Sie dazu?" Clay sah ein wenig mißtrauisch ans den Dichter. „Verstehen Sie damit umzugchen?... Ein Dichter?" ' Bing zuckte die Achseln. Er sah starr gerade aus. Clay sah wieder das seltsame Brennen in Bings Augen und wurde nervös.' „Zum Teufel, was haben Sie?" Bings Augen waren jetzt schmal wie ein Spalt'. Aber aus diasem Spall kam ein bedrohliches Funkeln. Clay sah zu seinem Erstaunen,- daß Bing langsam seinen Revolver hervorzog. Dann sprachen seine Lippen, fast ohne sich zu bewege«. '„Wissen Sie auch, Clay, daß unser Chauffeur eine Perücke trägt? Folgen Sie dem Lauf meines Revolvers!" Clay sah auf. Er sah, wie aus dem Chauffeurpelz ein langer sehniger Hals aufwuchs. Er sah aber auch, daß der Aaransah seines KoPfeS von kurzenl blonden Haar bedeckt war. Aber plötzlich verschwanden die kurzen blonden Haare und lange schwarze Haare traten an ihre Stelle. „Die Perücke fitzt nicht gut. Sie verschieöt sich," fggte Bing, ohne seine Augen von hem Chauffeur zu. lassen. „Der Teufel! Das sieht nach Gefahr auS!" schrie Clay und riß ebenfalls seinen Revolver heraus. Clay sptang auf; um die kleine Sprech, scheibe aüfzureißen, die in dem Glasfenster saß, das sie von dem Chauffeur trennte. Aber Clay kam nicht dazu. Ein eiserner Arm umklammerte ihn und riß ihn zurück. Bing drückte Clay in die Polster zurück. Sein Ge- sicht war nach wie vor ruhig und ohne Ausdruck der Erregung. Aber das Licht in seinen Augen flackerte stärker denn je. „Clay, ich schätze. Sic wollen nicht nur Selbstmord begehen, sondern sogar mich mit auf d,e Reis« ins Jenseits nehmen. So weit yeht meine Verpflichtung Ihnen gegenüber nicht. Ich versprach Ihnen nur zum dritten Mal das Leben zu retten!" Clay starrte Bing fasiung-loS an. „Der Chauffeur fährt unS sicher zur Hölle!" knurrte«r wütend, denn er begriff Bing nicht. „... und was reden Sie da für Zeugs von Selbstmord?" Zu seinem Erstaunen sah jetzt Clay, wie Bing mit dem Finger einem ganz feinen Faden folgte, der an dem Fenster befestigt war. Der Faden lief bis unter den Teppich. Als Clay den Teppich ein wenig aufhob. sahen beide dort in einer Vertiefung ein kleines Mechkästchen stehen. An einer Klappe des Blechkästchens war der Faden befestigt, Clav griff neugierig noch dem Kästchen und wollte die Klappe offnen. Aber Bing riß ihm das Ding auS der Hand und sah Clay mit einem leisen Lächeln an: „Also, Clay, Sie sind doch ein Selbstmörder!" ,Lum Henker, erklären Sie sich, Bing. Sie machen mich nervös!" „Wenn Sie diese Klappe geöffnet hätten, würden Sie mich überhaupt nie mehr verstehen, Clay!" ,Moso?" „Kennen Sie Giftgases ,^ölle und Tod!" -„Ja, beides wäre uns vielleicht sicher gewesen bei Ihrer Neugier, denn dies Kästchen enthält Giftgase. Ich sah solche Kästchen neulich in«irrem chemischen Laboratorium." „Aber was sollte der Faden?" stöhnte Clay, um den sich das ganze Auto in rasender Schnelligkeit zu drehen schien, so sehr hatte ihn das Grauen gepackt. „Jetzt weiß ich, warum der Chauffeur nicht wüßte, wo der Lundberg-Palais ist. Wir sollten das Fenster öffnen und ihn instruieren. Der Chauffeur hätte sich in demselben Moment aus dem Staub gemacht. Uns aber hätten die giftigen Gase erstickt, denn beim Oeffnen deS Fensters wäre der Faden angezogen und hätte die Klappe des Kästchens aufgerissen..." „Wir müssen uns des Chauffeurs auf jeden Fall bemächtigen, vielleicht ist durch den Kerl etwas zu erfahren. Nehmen Sie rechts die Tür ... ich nehm« die link«... Sie nehmen dem Wagen sofort das Gas fort... ich nehme die Bremse... dann erst den Kerl. Wir werden wie der Teufel über ihn sein.. rief Clay. Im gleichen Moment sprang er auch schon auf die Tür zu. Er sah noch im letzten Augenblick, daß Bing sitzen blieb und begriff Bings Handlungsweise nicht. Erst als er sich vergeblich mühte, die Tür zu öffnen, wußte er, daß'Bing vorher von der Ausstchtslosigkeit seines Planeüberzeugt gewesen war. Bor den Türen mußte draußen ein Riegel vorgeschoben sein, denn sie ließen sich nicht offnen. Clay richtete seinen Revolver von drinnen gegen den Kopf des Chauffeurs und rief so kaut, daß der Chauffeur es draußen hören mußte: „Anhalten!... Anhalten!... rühren Sie sich vom Fleck, schieß« ich Sie sofort nieder." Der Chauffeur wandte Clay rin gleichmütige- Gesicht zu. Seine Augen hatten noch immer da- Blinzeln eines Angetrunkenen. Er nickt« nur und schien für den gegen seine Stirn gerichteten Revolver nicht das geringste Interesse zn zeigen. Die Hand des Chauffeurs griff nach der Bremse. Der Wagen verlangsamte feine Fahrt. „Bing, schlagen Sie die Scheiben der Türen ein. Ich halte den Mann in Schach. Sie müssen durch das Fenster und sich des Halunken bemächtigen." „Der Kerl wird Ihnen enckommeu!" sagte Bing gleichmütig. Aber er tat doch einen Schlag nach der Scheibe mit dem Knauf seiner Waffe. Das Fenster zersprang klirrend. Aber ganz plötzlich war der Chauffeur vor Clay verschwunden. Clay starrte auf eine gelbe Wand. Von draußen war eine Jalousie vor da- Fenster gezogen. Clay gab«inen Schuß ab. Aber dieser Schuß wurde mit einem Gelächter beantwortet. Clay schlug di« Scheibe mit großer Mühe ein. Es war«ine ungewöhnlich dicke Spiegelscheibe. Als Clay den Vorhang heruntergerissen hatte, sah er, daß der Platz des Chauffeurs leer war. In der einsamen Straße hallten in der Ferne Schritte. Clay sah nicht, einmal mehr den Schatten des Chauffeurs, auf den er hätte schießen können. ,Zch wußte, daß all« Mühen vergeblich sein würden," lächelte Bing.„Diese Leute besitzen eine so tadellose Organisation, daß man sie darum beneiden möchte. Bevor Sie die Tür zu öffnen versuchten, war ich schon davon überzeugt, daß sie nicht leicht zu öffnen wären. Di« Idee mit dem fallenden Vorhang war auch nicket schlecht. Ich ahnte etwas AchnlicheS...", Bing lehnte sich aus dem zerschlagenen Fenster. Er tastete an der Außentür herum und fand tatsächlich einen Riegel. Er schob den Riegel zurück und Clay kletterte ihm wütend und fluchend nach inS Frei«... „Diese Riegel find erst vor ganz kurzem hier angebracht. Das Holz an den Bohrlöcher« ist noch ganz hell," sagte Bing. Aber dann stieß Bing einen Pfiff auS und lief nach hinten. Er sah neben dem Schlußlicht«ine Nummer. Bing zeigte lächelnd darauf, als Clay neben ihn trat. (Fortsetzung folgt) Nr. 190 Geringe Fortschritte in Basel. Gegenvorschlag an die deutsche Delegation. Bajel, 14. August. Das Programm der Verhandlungen, welche zur Zeit am Size der Bant für internationalen Zahlungsausgleich über die Konsolidierung der deutschent Kredite stattfinden, hat insoferne eine Umstel lung erfahren, als heute um 9 Uhr 30 früh die Mitglieder des internationalen Stillhaltekonsorthums, getrennt vom Zehnerstudiumsausschuß für die Prüfung der Kreditlage in Deutschland, 3 sammentraten, um unter sich den Berjuch zu unternehmen, sich auf eine einbeiti dhe Formel zu einigen. Die fünf in Basel anive fenden Mitglieder der deutschen Bankierdelegation fenden Mitglieder der deutschen Bankierdelegation wohnten diesen Verhandlungen, welche bis kurz Samstag, 15. August 1931. National- sozialistische Wirtschaftspolitik. Aus der Hexenküche des Herrn Gottfried Feder. die Nationalsozialisten vorschlagen, find selbstvers ständlich undurchführbar und würden zu Komplikationen führen, die dem deutschen Volfe viel mehr schaden als nüßen würden. Bei der Katastrophenpolitik der Hakenkreuzler würde dies fre: bzw. 29.( Seuet) Juli 1931 entwickelt der Wirt- wandlung der Wirtschaftsbetriebe in Attiengesell nationale in Wien hat sich eingehend mit dieser Im nationalsozialistischen Tag" vom 28, legenheit darauf hinweist, daß durch die Um lich keine Rolle spielen. Der Kongreß der Inter schaftspolitiker Hitlers, Herr Gottfried Feder, schaften die schöpferischen Persönlichkeiten um Frage befaßt und hat Mittel und Wege gewiesen, das nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm. den besten Teil ihrer Wirkungsmöglichkeiten ge- die zu einer wirksamen Lösung der Frage führen Da ja die Hakenkreuzler in der allernächsten Zeit bracht" wurden, so finden wir hierin die Be würden. die Regierung in Deutschland übernehmen werden stätigung dafür, daß diese schöpferischen Persön Die kurze Besprechung des Federschen Wun -der 9. August hat zur Genüge bewiesen und lichkeiten" die Herren Unternehmer sind, von derrezeptes zeigt, was Deutschland gedroht hätte, gezeigt, welche Chancen sie haben!, steht es deren Gnaden ja heute die Nazi- Partei lebt und wenn der 9. August anders ausgefallen wäre. Die schon dafür, sich das hatenkreuzlerische Wunder- die also auch im Dritten Reich die Herrschaft deutsche Bevölkerung hat bewiesen, daß sie feine rezept einmal näher anzuschauen. Wir haben uns führen werden. Wie es den Nationalsozialisten Luft zu gefährlichen und verhängnisvollen Experi schon wiederholt mit den Nationalsozialisten über um die Brechung der Zinsknechtschaft zu tun ist, menten hat. Der Größenwahn eines Hitler, der ihre Wirtschaftspolitit" auseinander gesetzt. Der haben wiederholt ihre Führer bewiesen und es er sicher nur noch von dem Mussolinis übertroffen blühende Unsinn, der aber immer und immer übrigt sich, darüber zu sprechen. Schöne Aus- wird, läßt freilich auch diese offensichtliche wieder als ein Allheilmittel für das deutsche Volk sichten auf eine nette Inflation fündigt Herr Schlappe als Sieg erscheinen, indem er zu den Diese Verhandlungen bieten insoferne ge- angepriesen wird, zwingt uns zu weiteren Aus- Feder im folgenden an: ehemaligen sechs Millionen Wählern noch eine wisse Schwierigkeiten, als in verschiedenen einandersetzungen. Million dazu dichtet eine Hererei des Dritten Ländern verschiedene Banfusancen hinsichtlich der Das Um und Auf der Feder'schen WirtReiches! Das deutsche Volt hat die Demokratic Kreditgewährung bestehen. Wie erinnerlich, hat schaftspolitik ist die schöpferische Persön gewählt, es hat sich in der überwiegenden MehrReichsbankpräsident Dr. Luther seinerzeit den keit." Herr Feder sieht folgende Wirtschaftsheit dafür ausgesprochen, daß es von einer Kataverschiedenen nationalen Stillhaltekonsortien formen strophenpolitik der Hakenkreuzler und Kommueinen Vorschlag betreffend Prolongierung der nisten nichts wissen will. B. S. turzfristigen Kredite, die Deutschland gewährt wurden, unterbreitet. bcr halb 2 1hr danerten, nicht bei. Das internationale Stillhaltetonjortium hat sich heute grundsätzlich dahin entschieden, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten, welcher dann der deutschen Delegation unterbreitet werden soll. Im Falle der Annahme würde dann dieser Gegenvorschlag dem Studienausschuß überwiesen und würde dann dem Berichte Sir W. Laytons beigeschlossen werden, worauf dann der Präsident der B3 MacGarrah diesen Bericht dem Premierminister MacDonald, als dem Vorsitzenden der Londoner Konferenz, zweds Weiterleitung an die verschiedenen intereffierten Regierungen überweisen würde. Im Fall von Meinungsverschiedenheiten ist vorgesehen, daß der Studienausschuß eingreift. Seitens der englischen, französischen und amerikanischen Delegierten wird grundsätzlich der Standpunkt vertreten, daß alle beteiligten Gläubiger auf der Grundlage einer Art finanziellen Meiste begünstigung zu behandeln seien, d. h., daß z. B. Deutschland feiner Gläubigergruppe, auch den einheimischen Gläubigern nicht, größere Garantien einräumen darf, als einer anderen Gruppe. Damit ist die Frage der Verlängerung der Kre dite in den Mittelpunkt der Verhandlungen gerüdt. # 1. die freie Wirtschaft ohne jede Bindung( tapitalistisch- liberal), die durch„ Entpersönlichung und Entedelung" des Wirtschaftsprozesses ausgezeichnet ist; 2. die gefesselte planmäßig gebundene, marristische Wirtschaftsform der Sozialisierung der Produktionsmittel", die nach seiner Meinung den mächtigsten Wirtschaftsfaktor, die schöpferische Persönlichkeit" ausschaltet, wodurch angeblich die Wirtschaft veröde und in ihrem Ertragreichtum sinke, und 3. die ständisch gegliederte, echte Volkswirtschaft( universalistisch- nationalsozialistisch). Sie ist das Heil der Welt, denn: Nur die organisch gegliederte nationalsoziali stische Wirtschaft allein, die der schöpferischen Persönlichkeit wieder die Bahn frei macht von fapitalistischer Ausbeutung und marpistischer Gleichmacherei, kann unter sorgsamer staatlicher Fürsorge eine Quelle echter Wohlfahrt für die Volksgesamtheit werden. In der Uebergangszeit wird der national jozialistische Staat in maßvoller Weise von seinem Geldschöpfungsrecht Gebrauch machen, für die Finanzierung großer öffentlicher Aufgaben und des Wohnungsbaues im Sinne meiner bekannten Borschläge( Gau- und Wirtschaftsbank usw.). Es ist das berühmte Feder" Geld, das da geschaffen werden soll. Genosse Nölting bat in seiner polemischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, dessen Sprecher eben Gottfried Feder war, in der Berliner Funfftunde mit diesem Plane des Dritten Reiches gründliche Abrechnung gehalten. Feder bleibt aber seinen Grundsäßen treu! Zur Novelle des Straßensfondgefeßes. Jm Heft Nr. 14 der amtlichen amtlichen Zeitschrift 3právy veřejné služby technické"( Mitteilungen des öffentlichen technischen Dienstes) hat der Ministerialvat im Ministerium für öffentliche Ar beiten Ing. Josef Svoboda einen informativen Runmehr kommt der nationalsozialistische Artikel über die Novelle zum Straßenfondsgefes Theoretiker auf den Wirtschaftsaufbau zu spre- veröffentlicht, dem wir folgende bemerkenswerte chen. Sein Plan ist es, Arbeitnehmer und Ar- Angaben entnehmen: Durch die Aenderungen und beitgeber in den verschiedenen Wirtschaftszweigen Ergänzungen des Straßenfondsgesetzes vom 14. berufsmäßig zusammenzufassen und zu gliedern. Juli 1927, Nr. 116 S. d. G. u. B., die in der im Ein fascistischer Stände staat soll also ge- Gefeße vom 6. Mai 1931, Nr. 76, S. d. G. 1. V. schaffen werden, die Berufsehre" soll wieder ge- veröffentlichten Novelle angeführt sind, werden dem weckt werden, kurz die Wirtschaft soll auf jenen Fonds neue, aus der Mineralölftener fließende Stand zurückgeschraubt werden, da Zünfte und Einnahmen zugewiesen, wodurch eine beschleunigte Gilden, die ja berufsständisch gegliedert waren, Durchführung des auf eine Straßenverbesserung regierten. Ueber diesen Berufsständen würden abziehenden Arbeitsprogramms ermöglicht wird. weiters jogenannte Wirtschaftskammern" stehen, Auf Grund der Ergänzung des§ 2 des Gefeyes Die Massentämpferische Spaltung in Ardie ,, aus unabhängigen, an der Wirtschaft fönnen mittels Unterstüßung ans dem Straßen beitgeber und Arbeitnehmer muß selbst persönlich in feiner Weise interessierten oder fonds in der Slowakei und in Karpothorußland überbrüdt werden durch die nationalsoziali davon abhängigen Männern" zu bilden wären. jene Viginalstraßen verbessert werden, welche eine stische Parole: Arbeiter der Stirn und Faust ver- Diese Wirtschaftskammern hätten die Aufgabe, außergewöhnliche Bedeutung für den Verkehr, einigt Guch! ,, die Bedeutung der einzelnen Berufszweige zu namentlich für den Fernverkehr, aufweisen. Die prüfen, zu überwachen", d. h., den Arbeitern wie 3entralsozialversicherungsanstalt hat dem Straßenin Italien zu diktieren! Wie man sich alles das fonds die nachstehend angeführten Darlehen ge zusammenreimen soll, dürfte nicht einmal der währt: Im Jahre 1928 100, im Jahre 1929 140 Herenmeister Feder wissen! Dazu kommt aber und im Jahre 1930 140 Millionen Kronen, ins noch ein Reichswirtschaftsrat, der die einzelnen gesamt daher in drei Jahren 380 Millionen KroWirtschaftstammern zusammenfaßt. Die glatte nen und wird weitere 140 Millionen K leihen. Kopie von Mussolinis ,, Carta di Lavoro"! " Für eine Bewegung, die bereits heute zum guten Teil von Fabritantengeldern ausgehalten wird, wird es ein leichtes sein ,,, die klassenkämpDer Studienausschuß selbst hat seine Ver- ferische Spaltung in Arbeitgeber und Arbeit handlungen vorübergehend unterbrochen. Vier nehmer" zu überbrücken; denn eine solche seiner Mitglieder sind auch Mitglieder des Still- ,, Arbeiter"-Partei steht bereits seit langem mit baltekonsortiums. Die übrigen Mitglieder des den Arbeitgebern im besten Einvernehmen und Studienausschusses sezzen indessen in privaten Bündnis. Man kann sich recht lebhaft eine Vor- Am meisten interessieren uns aber die Besprechungen die Prüfung der deutschen Kredit- stellung von der echten Volkswirtschaft" der Uebergangsmaßnahmen", die Feder nach der loge fort. Nationalsozialisten machen, in der die schöpfe Uebernahme der politischen Macht, wie er so schön rische Persönlichkeit" die Hauptrolle spielt. Ja, schreibt, vorsicht. Da haben wir zunächst die Basel, 14. August.( SDA) Die im inter- wen meint denn Herr Feder überhaupt unter Einführung der Arbeitsdienstpflicht". Ueber den nationalen Stillhaltefonsortium vereinigten Ban- dieser schöpferischen Persönlichkeit", die die Arbeitszwang in Sowjetrußland regt sich der fiers, welche am Freitag nachmittags ihre Ber- Grundlage aller Wirtschaft bildet und deren Herr Feder auf, im Dritten Reich muß natürlich handlungen am Site der BJ3 fortsetzten, haben Schuh die vornehmste Aufgabe des kommenden so etwas ganz anders gewertet werden. Was dem sich auf einen einheitlichen Vorschlag Staates", also des Dritten Reiches sein wind? einen recht ist, muß eben durchaus dem anderen hinsichtlich der Bedingungen, unter welchen eine Herr Feder drückt sich nicht näher aus, aber nach nicht billig sein. Weiters spricht Herr Feder vom Verlängerung der kurzfristigen Kredite an allem, was man zwischen den Zeilen herauszu notwendigen Abbau der Mietgesetz Deutschland bewilligt werden soll, geeinigt. lejen vermag, meint er keinesfalls den schaffenden gebung. Die Hausherren sind eben auch Der Einigungsvorschlag wurde sofort der deut- Arbeiter, sondern das Unternehmertum, schöpferische Persönlichkeiten", derer man sich Es ist das gleiche Lied, das annehmen muß! Weiters soll eine ausgiebige schen Delegation unterbreitet und es wurden un- den Unternehmer. verzüglich die Verhandlungen mit den deutschen die Ostvauer ,, Morgenzeitung" zur gleichen Zeit Einfuhreinschränkung" durchgeführt werden. Da Delegierten aufgenommen. Die Verband( 30. Juli 1931) zu fingen wußte und das wir in flagt man auf allen Seiten darüber, daß sich die lungen werden morgen, Samstag, fort unserem Blatte vom 9. d. M. genügend bespro- einzelnen Länder mit hohen Zollmauern umgeben, gesetzt. Ueber die einzelnen Bestimmungen des chen haben. Auch das liberale Bürgerblatt sprach und auch die Herren Nationalsozialisten führen gemeinsamen Gläubigervorschlages betreffend die vom Unternehmer als vom schaffenden, lei- darüber berechtigte Beschwerde, zu Ehren des Dauer der Verlängerung, die Verzinsung und stenden, arbeitenden Menschen", der das Wesent- Dritten Reiches sollen aber diese 3ölle noch Die Einfuhr von Lebenseventuelle Zusatzgarantien, wurden noch kei- liche des Kapitalismus darstellt, sprach von sei erhöht werden. nem„ Sechzehn- Stunden- Arbeitstag" usto. Und mitteln und von ausländischen Industrieerzeug nerlei Angaben mitgeteilt. so sehen wir die Kämpfer des Dritten Reiches in nissen soll ausgeschaltet werden. Was wird aber der gleichen Front mit dem liberalen Bürgertum, dann mit den Industrieerzeugnissen des Dritten Die Patrioten! das ihnen doch so verhaßt ist, im Kampfe um die Reiches geschehen? Wird man sich die auf den Erhaltung des Unternehmertums, des Unter- Hut neben den Hahnenschwanz stecken? Der Berlin, 14. Auguft. Im Rahmen der Ernehmers. Es läuft bei beiden auf das gleiche deutsche Export bringt jährlich Milliarden ins sparungsmaßnahmen hat sich, wie jeiner hinaus! So sieht also die Wirtschaftsform des Land zur Belebung und Hebung der Industrie. zeit mitgeteilt, die Reichsregierung an die ehe- Dritten Reiches in Wirklichkeit aus. Was wäre Deutschland, wenn es nicht exportieren maligen hohen Offiziere und Beamten, Aber hören wir nur weiter, um das eben Be- könnte, und was würde es werden? Glaubt man die eine Jahrespension bis zu 20.000 Mart behauptete zu bestätigen. Im Abschnitte„ Grund vielleicht, daß das Ausland vor lauter Liebe zu ziehen, mit dem Ersuchen gewandt, daß sie frei- lagen der Wirtschaft" des besagten Artikels Hitlers Drittem Reich, wenn dieses sich mit willig auf einen Teil ihrer Pension verzichten. schreibt Feder wörtlich: bohen Zollmauern umgeben und die Einfuhr aufs Eine Münchener Zeitung veröffentlicht nun in äußerste einschränken wird, mit feinen Gegenmaß teressante Details über die Ergebnisse dieser Afnahmen antworten wird? Die Regierung tion. Auf 175 refommandierte Briefe mit die der Weltwirtschaft und der damit notsem Gesuche langten bis jetzt nur zwei bejabende Antworten ein, und zwar von den Gene- Es ist nichts Neues, was da gepredigt wird, wendig gewordenen Zusammenarbeit aller Völker ralen Daimling und Schönaich. Der aber es muß immer und immer wieder darauf und Länder zumindest auf wirtschaftlichem Gebiet lettere ist ein bekannter Pazifist.( Daimling ist hingewiesen werden, was den Nationalsozialisten ist aufs engste verbunden mit dem Federschen ein bekannter Republikaner. D. Red.) Die übri- im Dritten Reich heilig und unantastbar sein Ständestaat. gent Briefe waren ablehnend. Eine Reihe von wird. Natürlich wird auch das volle Erbrecht anBriefen wurde uneröffnet zurückgeschickt. Viele erkannt. Der Rationalsozialismus erkennt das Privat eigentum grundfäßlich an und stellt es unter staat lichen Schuß. ehemalige Generale wandten sich statt einer Ant- Wie eine Frozelei oder, vielleicht besser gewort an den Reichspräsidenten als ihren ehe- jagt, wie unerhörte Gemeinheit flingt der Trost, maligen Militärkameraden. mit einer Beden Feder den besiglosen, entrechteten und ausschwerde gegen dieses Verlangen! Zschechoslowakische Kommunisten in Güdamerika. gebeuteten Proletariern bietet, und zwar dafür, daß sie eben keine schöpferischen Persönlichkeiten" sind. Er schreibt: Die besiglosen Proletarier sollen im nationalsozialistischen Staat durch Fleiß und Tüch tigkeit zu Besitz gelangen. Sie sollen spüren, daß fie Bollbürger und Teilhaber an der gesamten nationalen Produktion sind. Buenos Aires, 14. August.( Havas.) Die Polizei ist einem Geheimbund tschechoslowakischer Kommunisten, dem 700 Mitglieder angehörten, Arbeiter, Proletarier! Das ist einer der auf die Spur gekommen. Zahlreiche extremiGrundsäße nationalsozialistischer Wirtschaftsstische Flugschriften wurden in einer geheimen politit! Wie unterscheidet sich hierin die Wirt Druckerei beschlagnahmt. Die Führer des Bun- schaftspolitik des Dritten Reiches von der tapides werden landesverwiesen werden. Nrbeiter fümmert euch um eure Jugend! Unterstützt die Kinderfreundebewegung und die Jugendorganisation. Der Sozialismus beginnt nicht in der Versammlung, sondern in der Familie! talistischen? Gibt man denn nicht auch heute den Besitzlosen derartige gute Ratschläge, wie es Herr Feder tut? Jeder Arbeitende und Denkende fann sich die richtige Meinung über die nationalsozialistische Arbeiter"-Partei machen! Feder kommt sodann auf die berühmte Brechung der Zinsknechtschaft" zu sprechen. Wenn Gottfried Feder bei dieser GeWas sagen denn aber vor allem unsere Her ren Nationalsozialisten zu der folgenden Feststellung Feders: Die Verstaatlichung der Elettrigt tätsversorgung wird eine ganz bedeutende Serabseßung der Strompreise nach sich ziehen und auf die gesamte Produktion belebend einwirken. Bei uns läuft man Sturm gegen die Verstaatlichung der Elektrizitätswerke und der„ Tag" bringt diese Konstatierung in der gleichen Num mer, in der er die Reklametrommel gegen die Verstaatlichung der Elektrizitätswerke in der CSR. rührt. In feiner einzigen Resolution fin den wir die Feststellung seitens der hiesigen Nazileute, daß sie wenigstens im Prinzip für die Verstaatlichung sind, dieselbe aber aus bestimmten anderen Gründen derzeit ablehnen. Wir haben wiederholt in unserent Blatte aufgezeigt, wie verlogen die Politik unserer Hakenkreuzler in dieser Frage ist. Zum Schlusse verlangt Feder dann selbstverständlich die Aufhebung der Young- Tribute und dergleichen. Der Kampf um vernünftige Regelung der Schuldenfrage ist bereits Allgemeingut der zivilisierten Welt geworden. Die Mittel, die den Um es dem Straßenfonds zu ermöglichen, in sinkunft langfristige Investitionsdarlehen abzuschließen, und um seinem Bedarf auch über den Rahmen des Betrages von 1 Milliarde K die Beutralozialversicherungsanstalt innerhalb zehn Jahren zu leihen verpflichtet ist zu entsprechen, wurde durch Art. IV der Novelle in den§ 4 des Gefeyes die neue Bestimmung eingeführt, daß der Straßenfonds berechtigt ist, Darlehen nach Maßgabe der laufenden Ginnahmen zu vereinbaren. Ter Umfang der Kreditoperationen wird somit hauptsächlich durch die Höhe der verfügbaren faufenden Einnahmen des Straßenfonds bestimmt. Tabei muß auf die Beiträge Bedacht genommen werden, die zur Verbesserung von nichtstaatlichen Straßen bestimmt sind, denen in dem abgeänderten Gesetzesparagraph 5 ab 1931 ein Jahresbetrag von 90 Millionen K und ab 1941 ein Jahresbetrag von 100 Millionen K gewährleistet wird. Ueberdies ist auf die Ergänzung der Kredite für die staatlichen Straßen Bedacht zu nehmen. In den Jahren 1928-1930 wurden auf Rechnung des Straßenfonds ungefähr 3000 Stilometer Staatsstraßen mit einem Sostenaufvand von etwa 770 Millionen K instandgesezt; hievon wurden Kilometer definitiv hergerichtet, rund 1.200 während auf den restlichen 1.800 Kilometern Ver besserungen durch provisorische Herstellungen erzielt wurden. Für die weiteren Jahre ist die fuzzeſſive Seistellung von schweren Fahrbahnen in einer Länge von etwa 2.800 Kilometer mit einen Aufwand von ungefähr 2 Milliarden K geplant, ferner die herstellung von mittleren Fahrbahnen in einer Länge von rund 2000 Kilometer nit einem Unf wand von etwa 800 Millionen K, und endlich die Herstellung von leichten Fahrbahndeden in einer Länge von etwa 2000 Kilometer mit einem Kostenaufwand von 600 Millionen K. Sie haben sich in der Adresse geirrt. In der kommunistischen Presse ist ein Schreibebrief tommunistischer Intellektueller an die Minister Dr. Dérer und Dr. Czech abgedruckt, worin sich die Herren darüber beschweren, daß in das Lager des Kuratoriums für das proletarische Kind in der Ferienkolonie an den Ufern der Lužnic Gendarmen gekommen sind und dort Nachschau gehalten haben. Den Unterfertigten sollte es bekannt sein, daß die Gendarmerie weder dent Unterrichtsminister noch dem Minister für soziale Fürsorge untersteht und daß sie sich an den Minister des Innern zu wenden und sofort zu beschweren haben, wenn es sich ihnen tatsächlich barum handelt, Abhilfe zu schaffen. Die Herren Kommunisten wissen die zuständigen Minister aufzusuchen, wenn sie etwas brauchen, sie sollen es also auch in diesem Falle tun, denn weder der Unterrichtsminister, noch der Minister für soziale Fürsorge ist den Kommunisten gegenüber. verpflichtet, für sie Botengänge zum Minister des Innern zu machen. Die Herren Kommu nisten, die sonst auf die beiden Minister in der unerhörtesten Weise zu schimpfen verstehen und die Vertreter der Sozialdemokratie in der Regierung Tag für Tag verleugnen, sollen sich ihre Interventiones gefälligst selbst besorgen. Seite 4 Tagesneuigkeiten Neuer A- Mord. Samstag, 15. August 1931. Kr. 190. gewählt, wo er der Sprecher seiner Fraktion war.[ hinunter. Verletzt wurden die beiden Piloten, Warum nicht alle? Das int Jahre 1904 Auch sonstige Funktionen bekleidete er natürlich darunter der Flugzeugführer Straft schwer, von erbaute ehemalige deutsche Linienschiff Bothin reichem Maße. Sein Einkommen aus seinen den Fluggästen Direktor Wiedmer aus Starnberg ringen" wurde für 246.000 Mart an eine Firma Funktionen und seiner Wirtschaft wird mit bei München schwer und drei weitere Personen in Siegen( Westfalen) zur Verschrotung ver 100.000 K jährlich angenommen. Trotzdem konnte leicht. Die beiden Schwerverletzten wurden in das tauft. In dem gleichen Augenblick, in dem die er nicht auskommen, und mußte ununterbrochen Göppinger Strantenhaus eingeliefert. Der Flugreichsdeutsche Nazi- Presse beteuert, daß ihre Schulden machen, was so weit führte, daß ihm zeugführer hat einen Schädelbruch und Quetschun- der Hamburger Chemikalienfirma Konrad Scherer Ermordung eines Kaufmanes. Der Juhab.r Anhänger an den scheußlichen Bluttaten der deutsche Kaffen des Mähr.- Neustädter Gebietes gen erlitten. legten Zeit nicht beteiligt sind, wird ein neues nichts mehr borgten, weil sein Besitz schon über& Co., der 37jährige Kaufmann Ernst Karl Nge, wurde in seinen Hamburger Büroräumen Verbrechen bekannt, das auf das Konto fchuldet war. Die Tatsache nun, daß Schmidt, de: Steindamm in einer großen Blutlache ermorde: der SA. geht. Das Opfer dieses Verbrechens deutsche Bauer aus Augezd, ruhig zu einer tsche aufgefunden. Es liegt Raubmord vor. Nach ten ist der Vorsitzende des Reichsbanners in Lagow, chischen Kasse in Zelechowitz ging, um dort Geld Streis Rielenzig, der Arbeiter Paul zu erhalten, rundet das Bild höchstens ab. bisherigen Feststellungen fehlen eine goldene Uhr, Müller. ein Herrenmantel und Bargeld. Der Geldschrank des Kontors war geöffnet. Als Mordwaffe scheint Die glückliche Geburt ihres achten Kindes ein Beil benutzt worden zn sein. Vorläufig fehlt und vierten Knabens von den Tätern jede Spur. Landbundführer unterschlägt Geld und flüchtet. ,, Siegreich wollen wir Frankreich schlagen!" In" einer Zeitschrift der Hakenkreuzstudenten fonnte man unter„ Familiennachrichten" folgen des Inserat lesen: 3wanzig Millionen Deutsche zuviel!" ( Clemenceau) am Die Nazi- SA.- Gruppe Petersdorf, die durch Kommunistische Villenbesizer. Wie die WieSchlägereien und Ausschreitungen in der gan- ner Polizeikorrespondenz meldet, war aus den zen Gegend bekannt ist, trieb auch am Sonntag Aufzeichnungen, die bei dem ermordeten Komin Lagow ihr Unwesen. Eine Gruppe in Stärke munisten Semmelmann gefunden wurden, zu Horst Richard Einsturzunglück in Paris. In einem alten von etwa 10 bis 15 Mann begab sich geschlossen, entnehmen, daß sich der kommunistische Nachrichzeigen stolz und hocherfreut an Pariser Stadtviertel stürzten beim Abbruch bauzum Teil in voller Uniform ausgerüstet, in das tendienst einer Dedadresse in der Prinz EugenDr. phil. Richard Grün, Saxoniae, Jena, fälliger Häuser zwei Stodiverte zusammen. Drei Viertel der Stadt, in dem die meisten Repu- Straße in Wien bedient hatte. Die von der und Frau Atti, geb. Passow. Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben, blikaner wohnen. Dort kam es auch bald zu Polizeidirektion durchgeführten Erhebungen Siegreich wollen wir Frankreich schlagen!" konnten jedoch von der Fenerwehr nach furzer Zeit heftigen Wortwechseln mit Reichsbannerleuten. haben ergeben, daß unter der angegebenen Attila?) und ihr Gatte Richard Grün, Mitglied haben die Verschütteten nur geringe Verlegungen Die fleine Frau Atti( Kosenamen für wieder geborgen werden. Wie durch ein Wunder Die Nazis wurden tätlich und stachen dem Vor- Adresse eine Familie Broda wohnt, die gegen der schlagenden Verbindung Saronia in Jena, erlitten. Kurze Zeit nach diesem Unfall wur fizenden des Reichsbanners Müller in feigster wärtig nicht in Wien ist. Weiter wurde ermit- der schlagenden Verbindung Saronia in Jena, erlitten. und gemeinster Weise von hinten ein telt, daß die Söhne dieser Familie Anhänger sorgen also in nimmermüdem Schaffensdrang den auf einer Baustelle in einem Pariser Vorort Messer in den Rüden. Müller brach zu der kommunistischen Bartei sind und mit Par- dafür, daß es genug Menschenmaterial für den vei Arbeiter durch einen zusammenbrechenden janmen. Er mußte in das Krankenhaus teigängern im regen Verkehr stehen. Sowohl in nächsten Krieg gibt. Wie mag es bei einer Stran getötet. Mejerit übergeführt werden. Sein Zustand ist der angegebenen Wohnung als auch in der Som solchen Kindererzeugung am laufenden Band Pech der Weltflieger. Die beiden amerikanischen sehr bedenklich, da infolge Verlegung des merwohnung der Familie Broda in einer Billa zugehen? Vermutlich schäkert der Gatte:„ Na, Flieger Pangborn und Herndon, die bei einem Welt. Rückgrats eine Lähmung eingetreten ist. in Altenberg( Steiermark) wurden Hausfuchun- Atti, wollen wir wieder mal siegreich Frankreich umflug den Rekord ihrer Landsleute Post und Als Täter kommt ein Petersdorfer Sagen vorgenommen. Der gegenwärtig in Alten- schlagen?", worauf sie hold errötend an seine Gatty noch schlagen wollten, aber eine Notlandung Angehöriger in Frage, als Mittäter bezw. berg weilende Sohn Christian Broda hat auch Heldenbrust sinkt und lispelt: Fest steht und treu nach der anderen vornehmen mußten und den VerHelfer der Kaufmann Feodor Seydel jun. und eingestanden, daß an seine Wiener Adresse Briefe die Wacht am Rhein!" Und das Ehebett wird such deshalb für dieses Jahr aufgaben, wurden auf ein Horft Wienstowski, beide Mitglieder der Weifung feines in Berlin lebenden Bruders an unter Doppelkuvert gelangt seien, die er auf zum Schüßengraben. Veranlassung der japanischen Regierung in Tokio braunen Mordgarde. 24 Millionen Obdachloje. Bei der Ueber- verhaftet. Die Verhaftung erfolgte, weil die Flieger kommunistische Parteianhänger weitergegeben schwemmungstatastrophe am chinesischen Yangtse- nicht im Besitz einer Erlaubnis zur Ueberfliegung habe. Weitere Erhebungen sind im Zuge. fluß sind, nach den vorläufigen Schäzungen, japanischen Gebietes waren und weil sie japanische Absturz im Montblanc- Gebiet. Die beiden 4 Millionen Behausungen zerstört und 24 Mil Festungsanlagen überflogen und photographiert Münchener Alpinisten Leo Hittler und Brehm lionen Menschen obdachlos geworden. haben. Die Flieger sollen bis zur Beilegung des Bergangene Woche ist der Führer des Bundes find im Montblanc- Gebiet abgestürzt. Sie hatten der Landwirte im Sternberger Bezirke, der Vize- versucht, die Jorasses Gruppe von der Nordseite Händler Franz Mraz aus Turnau befand sich Erregung verfest hat, in Haft bleiben. Drei Todesopfer eines Autounfalles. Der Zwischenfalls, der die Bevölkerung Japans in große präsident Schmidt des Verbandes landwirt- her zu besteigen. Diese Beſteigung ist bisher noch mit seinem Sohn und einem chaftlicher Genoffenschaften in Mähren, Bezirke nie ausgeführt worden. Die Berunglückten wur feinem mit Gurten beladenen Kraftwagen auf Saida berichtet wird, hat die Unfitte, erhist ins Begleiter mit Der nasse Tod. Wie uns aus Langenau bei ausschußmitglied von Sternberg usto. nach Unter den auf dem Gletscher Leschraug tot aufgefunden. Der Fahrt nach Jungbunzlau, als das Auto Wasser zu gehen, in der Ortschaft Pihl ein junges schlagung von Genossenschaftsgeldern in der Höhe Ein Haus durch Explosion zerstört. Die plöglich aus unbekannter Ursache mit von zirka 300.000 K flüchtig geworden. Unbe- Agence Havas berichtet aus Lyon, daß Freitag Wucht auf einen Chauseebaum auffuhr. Mraz ler Ernst Münzberger aus Langenau sprang erplöglich aus unbekannter Ursache mit voller Menschenleben gefordert. Ter 19jährige Glaskurggreiflicherweise lies man Schmidt nachts um 2.30 Uhr in einer Straße in Billeur war auf der Stelle tot, während die beiden an hist und aus allen Boren schwipend in den Bihler Zeit und Gelegenheit, sich aus dem banne durch eine Explosion ein von zahlreichen deren Insassen des Kraftwagens Beinbrüche Rohrteich, ohne wieder aufzutauchen; ein Herzschlag Staube zu machen. Er vergriff sich noch an französischen, spanischen und italienischen Arbei- und Schädelverlegungen schwerer Natur jenen Geldern, die ihm erreichbar waren und tern bewohntes Mietshaus zum Einsturz gebrach: litten, so daß sie nach kurzer Zeit starben. er hatte seinem jungen Leben ein Ende bereitet. ift Mitte vergangener Woche geflüchtet. Nunmehr wurde. Etwa 30 Personen, darunter zehn Kinder, litten, so daß sie nach kurzer Zeit starben. Die jung aus dent Leben schen. Auf dem blieb nichts anderes übrig, als die Gendarmerie sind unter den Trümmern begraben. Die Feuer Für 58 Wohnungen 206 Bewerber. Die Gipfel des Urteilsberges bei Lindenau fanden Spa sozialdemokratisch in Anspruch zu nehmen, die am Freitag und wehr konnte bei den Aufräumungsarbeiten um verwaltete Stadtgemeinde ziergänger den 22jährigen Bädergehilfen Adolf Samstag genauere Untersuchungen vornahm und 4 Uhr 30 Minuten fünf Zeichen bergen und Fischern hat Seleinstwohnungsbauten hergestellt, Müller aus Langenau in einer Schlinge an einem einen Haftbefehl veranlaßte. Wieso es möglich vierzehn meist leicht verlegte Personen ins Kran- in welchen in der ersten Etappe 58 Wohnungen Baumast hängens tot auf. Der junge Mann war ivar, bag ein für eine kleine Genossenschaft so tenhaus überführen. Man glaubt, daß die übrigen zur Vergabe gelangten. Um diese 58 Wohnun- seit einiger Zeit in Melancholie verfallen und hat großer Betrag von 300.000 K einfach unter Personen, welche sich unter den Trümmern be- gen haben sich 206 Bewerber gemeldet schlagen werden konnte, bleibt vorläufig ein finden, noch leben.- Nach eine späteren Mel- Mit Rücksicht auf die unverminderte Wohnungs- ein so trauriges Ende gesetzt. Rätsel. Auf jeden Fall war die Sache so, daß dung sind nenn Personen ums Leben gekommen not werden in Fischern weitere fieben Kleinst Deutsche Atademie für Musik und darstellende Schmidt sich das Geld im Laufe und dreizehn verlegt worden. Die Feuerwehr hat wohnungsbauten ausgeschrieben, mit deren Aus- Kunst in Prag. Aufnahmsprüfungen am Dienstag, mehrerer Jahre aneignete und eine bereits mit der Abtragung der durch Einsturz- führung chebaldigst begonnen werden soll. gute Kontrolle schon früher auf die Unregel- gefahr bedrohten Häuser begonnen. Ueber die Bom Zuge erfakt. An einem Bahnübergang den 1. September. Die schriftlichen Aufnahmsmäßigkeiten hätte tommen müssen. Ursache der Explosion ist noch nichts zuverlässiges ber dem Bahnhof Hersfeld( Hessen) wurde ein gesuche müssen mit dem letzten Schulzeugnis( MinSchmidt war, wie schon erwähnt, der bekannt geworden, man vermutet, daß die Explo- Berliner Auto von einem Güterzug erfaßt und zer- befterfordernis 3 Klassen Bürgerschule), dem HeimatFührer des Bundes der Landwirte fion durch einen Mieter verursacht worden ist, der malmt. Eine Frau Major Schmidt aus Berlin schein und 5 K in Marken belegt sein. Der regelim Sternberger Bezirke. Als solcher mit Explosivstoffen für den Fischfang bantiert wurde auf der Stelle getötet; der Führer des mäßige Unterricht beginnt am 15. September. fandidierte er wiederholt in öffentlichen Körper- haben soll. Wagers, ein 25jähriger Student aus Berlin, erfitt Botewijche Seltenheit. Wie uns aus Habstein schaften. So stand er auf der Kandidaten- Flugzeugunglüd in Württemberg. Das Ver- schwere Verlegungen. Die Katastrophe ist darauf bei Hirschberg a. See gemeldet wird, zeigt das liste bei den Parlamentswahlen im tehrsflugzeug München- Böblingen, das auf der zurückzuführen. daß der Bahnwärter die Schranke Moorgebiet hinter dem Habsteiner Sonnenhof feit Jahre 1925 unmittelbar hinter dem gewählten schwäbischen Pfalz bei Auendorf wegen Regen und erst geschlossen hatte, als sich das Auto bereits auf einigen Tagen die sibirische Goldfolbe, eine botaGewerbeparteiler Tichy. Bei den Bezirks- Nebel eine Landung vornehmen wollte, streifte bei dem Gleisförper befand und der Zug heranbraufte. nische Seltenheit des Landes, in prächtiger Blüte. wahlen im Jahre 1928 war er der Liste it- Göppingen( Württemberg) an einen Baum und Nachdem das Unglüd geschehen war, erfitt der Des Moorgebiet um Sabstein, das auch sonst für Listen- Göppingen führer des Bundes der Landwirte. Als folcher stürzte, als es den Boden bereits berührt hatte, Echander tvärter eiren Tobsuchtsanfall. Er wurde den Naturforscher viel Reizvolles bietet, ist als wurde er dann in den Bezirksausschuß einen an dieser Stelle befindlichen Steinbruch in Schuhhaft genommen. Schufgebiet in Aussicht genommen. Kolonialausstellung. Leibe beutelt. Bon Paul Fürstenau. pahrscheinlich in einer trüben Stunde seinem Leben Zugegeben, die Pariser Straßen sind schmutzig: Jedes Hauptgebäude bildet den Baustil des| Allmählich, immer zwingender, bis zum Etel aber man fühlt sich in ihnen als Mensch, nicht Koloniallandes nach, dem es gewidmet ist. Natür- fchließlich gesteigert erfüllt uns die Erkenntnis, als Nummer, als Bürger und nicht als Untertan. lich, diese scheinbar meterdicen Mauern find Holz, daß diese ganze Ausstellung Dies ist der Wesensunterschied zwischen jenen und Leinwand, Kalt und Stud; alles wird im Herbst ungeheurer Mißbrauch ist. Vor diesen Eine Reise nach Westeuropa ist in vieler uns: wir und noch viel mehr die Deutschen haben wieder verschwinden wie eine Fata morgana, nur Farbigen" hat auch die westliche Demokratie halt Beziehung aufschlußreich. Zunächst stellt man fest, noch die alte monarchistische Disziplin im Leibe, der gewaltige Tempel von Angkor( Sinterindien) gemacht. Das brutale Herrschaftsbedürfnis der daß die Wagen dritter Klasse, die unser Eisen- uns ist der§ 1 unserer Verfassungsurkunde: wird vorher noch kulturell tätig sein. Eine Film- weißen Raffe, das Bedürfnis des sich ausbreitenbahnministerium( oder die Direktion Prag) zu„ Das Volk ist die einzige Quelle der gesamten gesellschaft hat ihn gekauft, wird ihren Film da den Kapitals nach billigen Rohstoffen, Arbeitsden durchlaufenden Zügen beistellt, schlechter sind, Staatsgewalt..." noch nicht so bewußt gewor- furbeln und ihn als Schluß- und Knalleffekt kräften, nach gefügigen Abnehmern hat diese einals die unserer westlichen Nachbarn. Die deutschen den, daß unser ganzes Leben von seinent Inhalt abbrennen lassen: ein Monumentalfilm steht uns fachen Naturmenschen unterjocht, hat jene Träger Wagen sind solid und rein, die französischen haben erfüllt wäre. Noch treten wir bescheiden zitternd bevor. alter Kultur mit den besseren Waffen defiegt; die Wohltat gepolsterter Size und beide sind besser in jede Amtsstube, wie der Untertan vor den Ver- Im Innern dieser grandiosen Filmatrappen rücksichtslos werden sie ausgenügt und erhalten unterfedert, so daß sie nicht, wie die unseren, bei treter des gnädigen Herrn; noch fühlen wir uns gibt man sich sehr sachlich. Da sind die Erzeugnisse um Entgelt das Lesen und Schreiben, das schnellerem Tempo in dieses schredliche seitliche von oben herab regiert, während der westliche des Landes in natura zu sehen, Statistilen fehlen Christentum und den Alkohol. Aus ihrer Kunst Schlingern geraten, das einem die Seele aus dem Demokrat die Behörde als eine von ihm bestellte nicht, die uns belehren, wie sehr die Erzeugung und Eigenart aber hat man die Attraktion dieser Verwaltungseinrichtung betrachtet und beurteilt. unter französischer, belgischer, italienischer Ver- Ausstellung gemacht; sie hilft Paris über einen In Paris nimmt uns zunächst die Straße Noch ist unserem Gefühl( denn denkend sind wir waltung gestiegen ist. Wir sehen die Schule, in Sommer geschwächten Fremdenverkehrs hinweg. in die Lehre. Es ist ein kleiner, aber sehr anschau- ja schon etwas weiter) die Spise des Staates das welche die kleinen und großen schwarzen Analpha- Riesenreklame auf Unkosten anderer. Geographies licher Kursus in Demokratie. Hunderte, Tausende Wichtigste und die breite Basis des Volkes dazu beten lesen und schreiben lernen, betrachten die unterricht mit ungewollter Nuzanwendung für von Autos, Straßenbahnen, Autobussen sausen da, jene zu tragen, während dort auch der soge- Einrichtungen gegen Schlaffrankheit, Lepra, den, der zu schauen versteht. daher und dahin. Nur an den gefährlichstet nannte fleine Mann" sich als einen der vielen Tuberkulose, sehen Eisenbahnen durch Urwälder, In fedent Ausstellungsgebäude gibt es eine Kreuzungen steht der Verkehrsschußmann; nicht gleichberechtigten Bürger fühlt, die den Staat aus Dampfer auf Wildströmen fahren. Die Anschau- Wachstube, besetzt von einer Abteilung der be in erhöhter Pose, nicht mit gebieterisch weitaus- machen und nach ihrem Gefallen einrichten. lichkeit des Dioramas wird zu starken Wirkungen treffenden Kolonialtruppe. Baumlange Neger, ladenden Armbewegungen, ganz schlicht in Die gewaltige, aus glatten, schneeweißen benützt. geschmeidige Malayen, fühnblidende Berber, ist feiner schwarzen Uniform, mit ganz fleinen, Prismen gestaltete Eingangspforte der Aus- Doch nach einiger Zeit bemerken wir, daß der bunten Uniformen, viele mit Kriegsauszeichnun unauffälligen Winten seines weißen Stabes lenfi ftellung nimmt uns auf. Dahinter das kühlende eigentliche Reiz der Ausstellung in den Erzeug- gen. Je nach Temperament heiter oder gelassen er, es sieht geradezu höflich aus, und so höflich Schattengrün der mächtigen Bäume, das niffen der Eingeborenen beruht, in dieser Kunst- obliegen sie dem Wachdienst, handhaben sie ihre befolgt auch alles seine Winte. Meist ist er aber Ganze ist in den Bois de Vincennes, diesen fertigkeit, in diesem naiven und doch so feinen Waffen. Die haben sie auch von den weißen gar nicht da und dann, wir Mitteleuropäer Riesenpart, hineingebaut. Ueberall an den Wegen, Geschmad, in dieser Kultur schlechthin, die da Herren gekriegt, von diesen haben sie gelernt. staunen und können uns zuerst nicht daran ge- an den Ufern des lieblichen Sees mit seiner Jnjel, waren, che die Europäer mit ihrer Zivilisation damit umzugehen, und daß Kugel und Hand wöhnen, dann hat der Fußgänger das Vorrech: zwischen den Ausstellungsgebäuden, die großen binkamen, und die man schnell noch auf der granate den weißen Menschen genau so zerreißen. vor jedem Fahrzeug. Er wird nicht geradezu in und kleinen Gasthäuser, Kaffees, Verkaufsbuden: Kolonialausstellung zeigen muß, che sie von dieser wie den farbigen. ein heranfahrendes Auto hineinrennen, wenn er der erste Eindruck ist der eines südlich lebhaften Zivilisation vernichtet sein werden. Wie ja auch Noch stehen sie Wache vor den Dokumente aber einmal auf dem Fahrdamm ist, dann tann Jahrmarktes. Gelb, Orange, Rot herrschen vor, die malerische Wirkung der Gebäude selbst nur ihrer eigenen Rechtlosigkeit. Einmal werden und werden diese er ganz unbesorgt weiterschreiten: givanzig Autos auch der fleinste Zeitungs- oder Tabattiost ist in durch die Anlehnung an die Bauart der Ein- fie erwachen werden abbremsen, um ihn vorbeizulassen. Und der Bauart irgendwie dem exotischen Stil der geborenen entsteht, nicht etwa aus der überlegenen Waffen gegen ihre jebigen Führes Sie werden dabei nicht etwa drohend hupen, die Hauptgebäude angepaßt, zwischen den Besuchern europäischen Kultur. wenden. Ein furchtbares Strafgericht wird Führer werden nicht brummen; es ist wie ein drängen sich die Eingeborenen der dargestellten In langen, schmalen Buden, ähnlich unseren irber die weiße Rasse ergehen. Nein, wir wollen höfliches, Bitte, nach Ihnen!" und es geschieht Kolonien, an vielen Stellen wird tatsächlich die Stegelbahnen, siten Neger aus Aequatorialafrika die Demokraten des Westens nicht beneiden. Wir einem, daß man vom Wagenlenter mit Hand- Einbildung erwedt, als sei man im Afrika, oder mit unwahrscheinlich schwarzen Gefichtern und wollen zufrieden sein, daß wir ein fleiner Binnenzeichen aufgefordert wird, voranzugehen, wenn er in Lybien, oder in Hinterindien... Bis man verfertigen vor unseren Augen geschickt und staat sind, daß wir keine Kolonien haben, daß wir den Fußgänger am Randstein zögern sieht. gerührt auf dem Verkaufsstand orientalischer stumm Schnigereien aus Holz und Elfenbein. In nicht belastet sind mit der geschichtlichen Schuld Auch die Anschläge int Metro, der Unter- Barfums( echte Haremsmischung!) die vertrauten einem kleinen Häuschen wie in einem Holzläfig der Kolonialstaaten. Wir wollen trachten, daß wir grundbahn, und sonst überall sprechen eine uns Gablonzer Kristallflascheln wiedererkennt und bet arbeiten annamitische Weberinnen an primitiven selbst recht weit kommen an Bildung und Höflichungewohnte Sprache. Die Herren Reisenden wer- jener fremdländisch dunklen jungen Dame die Stühlen feinfarbige, zarte Teppiche, und diese feit und wahrer Demokratie, daß unser Leben den gebeten" ,, werden aufmerksam ge- Gablonzer Glasfetten. Gablonz verdankt einen wie jene haben dasselbe stumme Leiden in den und unser Staat eine Sehenswürdigkeit werde macht" usw. Eine Strafandrohung habe ich großen Teil seiner heurigen Aufträge der Pariser Augen, dieselben abgearbeiteten Hände wie die für die Welt, auch ohne Kolonialausstellung. Ausstellung. pirgends gelesen. Arbeitsfflaven Europas... " -w srr. irm. «»»rag, 10. rrngufr mi. Rächet und feder. Das„Prager Tagblatt", das von Zeit zu Zeit seinen ausgeprägten Sinn für Inkompetenzen bestätigt und im Austausch der Instanzen einmal Oberrabbiner und Erzbischof über die Ehefähigkeit, einmal den Robert Scheu über die Weltereignisse befragt, dann wieder Frau Schmock nach der jungen Generation fahnden läßt, hat, einem Sonderzug der Zeit folgend, der bald nach Zermatt, bald nach Trouville geht und diesmal vom Tennisplatz kommt, dem Tett- nismeister Menzel den Platz zur Verfügung gestellt, auf dem sonst Romane zu finden sind und auf dem vor Menzel Remarque gespielt hatte. Roderich Menzel also, die jüngste Inkompetenz des>,Prager Tagblattes", deutscher Tennismeister, tritt; da es wenig ihm ebenbürtige Gegner gibt, gegen di« deutsche Sprache an und schreibt einen Roman„Ter weiße Weg". Seine Drives sitzen und sein Backhand ist sicher, nur die Grammatik muß er noch trainieren. Herwegh stellte seine Partnerin außerhalb des Platzes und begann, mit weiten Sprüngen über den Platz schwebend, rin Einzelspiel gegen zwei Gegner auszutragen, von denen der weibliche Teil allerdings schon nach wenigen Games verwirrt wurde, was allerdings nicht heißen soll, daß Herweghs weiblicher Teil, den er ja außerhalb des Platzes gestellt hatte, von den zwei Gegnern, nein, daß der weibliche Teil der zwei Gegner von Herwegh verwirrt wurde, was ihm so recht geschieht wie dem Menzel, der ohne Training sich nuqt hätte mit der deutschen Sprache einlassen sollen,' die Verwirrung Lurch den Satzbau und dem„Prager Tagblatt" die Verwirrung seiner Romanleser, di« den Tennis jargon doch bestimmt zu wenig beherrschen, um sich bei dem, was nun folgt, nicht alles mögliche vorzustellen: Konnte man wissen, was Herwegh Vorhalte? Nein. Um so weniger, als es Außergewöhnliches war: Er stand am Netz, deckte beim Aufschlag seiner Partnerin„dar Gan. gerl" und paßte dabei wie ein Luchs auf... was psychologisch durchaus erklärlich ist bei so interessanter Beschäftigung, deren gedankliches Resultat ein prachtvoller Backhand-AphoriSmuS ist, der die Situation blitzartig erhellt:; Ein Damenlobb kommt, noch dazu, wenn es aus Salzburg stammt, kaum über einen 1 Meter 81 Zentimeter, die sich plötzlich noch verlängern, hinweg. Da kann man nur sagen: Wo er recht hat, hat er recht und fragen, ob nicht einem, der Pvar in Mode ist, weil er auf dem Tennisplatz einig« Satze gewann, gegen die Sprache aber jeden Satz verliert, das Betreten eines Platzes untersagt werden muß, auf dem andere Regeln gelten, auf dem ihm alles ins Out geht und kein Wort right ist. Jetzt kam ihm zum Bewußtsein, daß an diesem einzigen Ball der Daviscup hängt. Was dem Ball so unangenehm sein muß wie dem Helmore dieses: Aber Herwegh hat seine Augen zuerst auf das Handgelenk und auf den Schläger Hesmores gebohrt. Und so kommt es denn: Der Amerikaner mißhandelt den Ball. Der Deutsche hingegen hält sich mehr an die Sprache, und das„Prager Tagblatt" läßt es Zu, weil Menzels Service und des Blattes Vorteil Backhand in Backhand gehen und in der Redaktion sich kein Rückschläger findet, der-solchen Angriff gegen die Sprache von der Grundlinie eines guten Geschmacks a u s s ch l ä g t und kein U n p a r t e i i scher, der solchem Treiben E i n st a n d gebietet.„Der weiße Weg" aber, der meinen zufällig mit zwei »Fortsetzungen kreuzte und der mit den guten Vorsätzen gepflastert sei, so etwas nie wieder zu tun, lieber den Daviscup zu pflücken, der am Haus und Wohnung im 20. Fahr- hundert. Alles aus Stahl. Die Revolution^ die die Einführung des Stahlbau- für den Wohnungsbau mit sich gebracht hat, ist noch lache nicht zu Ende. Der einmal beschrittene Weg wird dabei mit einer logischen Konsequenz durchschritten, der auch dem Gegner Achtung ab- nötigt. Es vergeht kaum ein Monat, ohne daß neue Anwendungsmöglichkeiten für den Stahl entdeckt werden. Es ist heute schon mehr al- rein theoretisch wöglich, ein komplettes Haus mit der gesamten Inneneinrichtung und allen nur erdenklichen Schikanen aus Stahl herzustellen. Lange Jahre hindurch war der Stahlskelettbau >n Deutschland recht unbeliebt. Das ging so weit, baß man den Stahlbau auch bei der Beleihung und hypothekarischen Sicherstellung stiefmütterlich bedachte. Das ist inzwischen aber gänzlich anders geworden. Stahl- und Zirgelban werden heute bei der Beleihung durch Banken oder öffentliche Körperschaften Sanz gleich eingeschätzt. Betreten wir ein Skahthaus, machen wir eine» Besuch in. einer Wohnung von Leuten, die„vom Kopf bis zu den Füßen" auf Stahl eingestellt ünd. Dieses„vom Kopf bis zu Füßen" ist übrigens sehr Ball hängt, als nach Nobelpreis und. Lippvwitz- ring zu trachten, führt zu dem Ausblick: Wenn es gestattet ist, das schriftstellerische Talent der guten Tennisspieler aus diesem Einzelfall zu erschließen und das Ergebnis umzudrehen, dann hat eine Menge zeitgenössischer deutscher„Dichter", ja selbst deutscher Redakteure die große Chance ihres Lebens versäumt: den Daviscup zu gewinnen. Lux. wörtlich gemeint. Der Fußboden ist aus Stahl und der Fußboden weiter oben ebenfalls. Ebenso sind die Wandfliesen aus Stahl. Diese Stahlwandfliese zeichnet sich durch besondere Leichtigkeit aus. Mit ihr sind zugleich dem Architekten die Mittel in die Hand gegeben, die Innenarchitektur durch schöne leuchtende Farben zu beleben. Diese Fliese wird in den Rauhputz einfach eingepreßt, sie kann aber auch angrklebt werden. Sie ist unzerstörbar und unverwüstlich. Wenn wir uns den Fenstern zuwenden, wird uns sofort auffallen, daß die Rahmen nicht mehr aus Holz sind, sondern ebenfalls aus Stahl. Sie werden heute in wenigen genormten Größen von der Industrie serienweise hcrgestellt und haben sich außerordentlich bewährt. Sie ermöglichen'einen vollkommen dichten Abschluß, sind selbstverständlich rosffrei und damit witterungsbeständig und feuersicher. Je aufmerksamer wir uns umschauen, desto mehr werden wir hinter allerlei Maskierungen den Stahl sehen und entdecken. Daß heutzutage alle Möbel aus Stahl hrrgestellt werden können, ist bekannt. Sie sind ästhetisch so schön wie man nur wünschen kann. Der dabei verwendet« Rohstoff ist meistens das Stahlrohr. Dir Stahlrohrmöbel haben sich nicht nur schnell die häuslichen Nebenräumc, die Diel«, Veranden und Gärten, sondern auch die eigentlichen Wcchnstätten Wozu di« Jahr« zählen? Der Marschall Bassompierre fragte eines Tages einen seiner Freunde, wie alt er sei.—„78 oder 48 Jahre ungefähr" antwortete der Gefragte.—„Donnerwetter, Sie wissen nicht, wie alt Sie sind?"—„Wozu? Ich zähle mein Geld, meine Silbersachen und meine Einkünfte, weil ich etwas davon verlieren oder bestohlen werden könnte. Aber meine Jahre wird mir keiner stehlen, und verlieren werde ich auch keine davon. Wozu also zählen?" selbst erobert. Meist mit dem Ergebnis, daß sie alle jene Behaglichkeit boten, die man bis dahin ausschließlich bei Holzmöbeln gelten lassen wollte. Sie können in allen Farben geliefert werden und haben gegenüber Holzmöbeln eine verhältnismäßig ewige Lebensdauer. Sie können jederzeit ins Frei« gestellt werden, sie können tagelang im Regen stehen, ohne daß ihnen das im mindesten schadet. Sie sind zudem sehr leicht und können mühelos hin und her getragen werden. Auch der Wochenendler wird fast alles, was er im Freien benötigt, aus Stahl gefertigt vorstnden. Es gibt zum Beispiel ein StahlrohrzAt, das vier Personen eine bequeme Unterkunftsmöglichkeit gibt. Dasselbe Stahlrohrgestell bietet noch andere mannigfache Verwendungsmöglichkeiten. Mit einigen Handgriffen kann es in eine Kinderschaukel verwandelt werden. Mit aufgesetzten Dachstäben und mit Dachbezug bildet die Konstruktion ein vorzügliche- Sonnendach und dient als Ersatz für die sonnengeschützte Laube. Stellt man mit den Stoffteilen eine Umfassung auf, so kann man sich einen der Sicht entzogenen Raum für Sonnenbäder Herstellen- Das geschlossene Zelt kann bequem auf kurze Länge zusammengelegt werden, so daß ein Transport möglich ist. Das Gewicht des Zeltes mit allem Zubehör beträgt noch nicht 50 Kg. A. Bogt. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die Reorganisation d.r britm en Cisen- und Stahtmouttrie. Unter dem Titel„Was fehlt der britischen Stahlindustrie" schreibt das Orßan der britischen Arbeiter der Eisen- und Stahlindustrie:„Unser Verband setzt seine Kampagne zugunsten der Umstellung der Äsen- und Stahlindustrie fort und fordert die Zusammenfassung der Industrie in regionale gemeinwirtschaftliche Produttwnskör- perschaften sowie die Gründung einer zentralen Dachgesellschaft, di« den Einkauf von Rohstoffen sowie den Absatz der Produkte der regionalen Einheiten überwachen soll. In verschiedenen Teilen des Landes wurden erfolgreiche Versammlungen zur Propagierung dieser Idee abgchalten. Die Unternehmer gehen jedoch rn keiner Weise auf diese Vorschläge ein. ES ist deshalb nötig, die öffentliche Meinung für den Plan zu gewinnen und ihr klar zu machen, daß seit 10 Jahren nichts unternommen wurde, um zu vermeiden, daß sich die Lage der Industrie dauernd, verschlechtert. Wohl hörte man von der Fusion einer einzelnen Firma, wohl ist man dazu übergegangen, für einen Teil der Industrie einen Absatzplan aufzustellen, wohl ist die Vereinigung der britischen Stahlwerke für die Förderung des Stahlverbvauchs zustande gekommen und in einigen Fälkn eine Reorganisation vorgenommen worden, niemand glaubt jedoch, daß diese wenigen Maßnahmen ausreichend seien, um die Industrie wieder auf eine gesurrde Grundlage zu stellen. Daß aber solche Maßnahmen immerhin ergriffen wurden, ist an sich«ne Aufforderung zur Verdoppelung der Anstrengungen jur Förderung unserer Kampagne. Leben und Wohlfahrt der Arbeiter stehen in dieser Frage auf dem Spiel, und wenn die Unternehmer nicht die nötigen Schritte unternehmen wollen, so müssen es eben die Arbeiter tun!" Lbttgatorlsche Familienzulagen in Frankreich. Die französische Kammer hat einem Gesetzt zugestimmt, durch das im ganzen Lande Familienzulagen obligatorisch werden. Alle Unternehmer in Industrie, Handel und Landwirffchaft sowie Arbeitgeber in freien Berufen müssen einer Kompensationskasse oder irgendeiner anderen, vom Arbeitsminrsterium anerkannten derartigen Institution beitreten, in der sich Unternehmer zur Verteilung der Lasten zusammenschließen. Die Familienzulagen müssen ms»ir Enüassung aus der Schule(mit 13 Jahren) für jedes legitime, anerkannte oder adoptierte Kind sowie für Mündel bezahlt werden, für deren Lebensunterhalt der Arbeiter oder Angestellte zu sorgen hat. Für Kinder, die über die Stufe der Volksschule hinaus eine weitere Bildung empfangen oder die infolge von Invalidität oder chronischen Krankheiten arbeitsunfähig sind, muß die Zulage bis zum 18. Altersjahr bezahlt werden. Die aus den Familienzulagen entstehenden Gesamtkosten werden unter den verschiedenen für die Verwaltung der Familienzulagen gegründeten Kassen der Unternehmer verteilt. Der Mindestbetrag wird durch Dekret des zuständigen Ministeriums für jedes Departement einheitlich für alle Berus« ober für di« verschiedenen Berufskategorien festgelegt und soll mindestens dem Betrage gleichkommen, der bei der Inkraftsetzung des Gesetzes von den bereits bestehenden Kassen bezahlt wird. Die Zahl der bezahlten täglichen Zulagen darf nicht geringer sein als di« während eines bestimmten Zeitabschnittes geleisteten effektiven Arbeitstage. Abzüge dürfen unter keinen Umständen— eS sei denn Betrug im Spiele— gemacht werden. Im Falle von Arbeitsunfällen müssen die Zulagen für die ganze Zeit der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit bezahlt werden. Die Unternehmer sind verpflichtet, den mit der Ueberwachung des Systems betrauten Beamten jederzeit Rechenschaft über di« Zugehörigkeit zu einer Kasse abzulegen. Vergehen sie sich gegen die Bestimmungen des Gesetzes, so können sie mit Geldbusen bis zu 100 Frs. für jede im Betrieb beschäftigte Person bestraft und außerdem zur Leistung von Schadenersatz an die geschädigten Familien verurteilt werden. Die Krise im Falkenau«r Kohlenvevi»^. Aus Falkenau a. d. E. wird uns berichtet: Nach wie vor ungünstig ist die Situation im hiesigen Kohlenrevier, das bekanntlich schon im ersten Quartal des heurigen Jahres umfassende Reduktionen des Belegschaftsstandes vorgenommen hat. Im zweiten Quartal hoffte man Entlassungen dadurch vermeiden zu können, daß auf einzelnen schwächer beschäftigten Schächten nur noch zwei Schichten in der Woche gearbeitet wurden, aber auch diese Maßnahme brachte nicht den erwarteten Erfolg, so daß auch in diesem Zeitabschnitte zahlreiche Entlassungen zu verzeichnen waren; so wurden Arbeiter deS Bo- hemia-TagbaueS in Falkenau, des Konkordia- Tagbaues in Neusattl, der Katharina-Zeche in Littmitz und der Britannia-Werke in Königs« Werth in größerer Anzahl entlassen, ohne, daß vorderhand abzusehen ist, ob und zu welchem Zeitpunkte ihr« Wiedereinstellung wird vorgenommen werden können. In den letzten Wochen ist eine Verschärfung der kritischen Situation durch die Kündigung der Angestellten und Beamten der Ritterschen Kohlenwcrke in Chodau eingetreten, und nunmehr hat auch die Betriebsleitung des Konkordia- und Heleneu- schachtes in Neusattl die Entlassung von neuerlich 50 Arbeitern verfügt. 9tun6 um die Notbremse Wie gefährdete Züge gewarnt»erde«- 200 Menschen im FD-Zug Basel-Berlin sollten einem mörderischen Attentat zum Opfer fallen. Mit überlegter Sorgfalt, mit den gefährlichsten der verfügbaren Mittel sind die Verbrecher ans Werk gegangen. Wenn dabei kein einziges Todesopfer zu beklagen ist, wenn die Betroffenen zum größten Teil nur beichte Verletzungen erlitten haben, so liegt das vor allem an den vielfachen Sicherheitseinrichtungen, mit denen die Reichsbahn ihre Züge und Strecken heule umgibt. Die Bauart der Dätgen vermag selbst einem io heftigen Angriff wie diesem erfolgreich stano- zuhalten. Di« Fahrgestelle waren nicht gebrochen und nicht verbogen, so daß man die Wagen wieder aufstellen und ohne fremde Hilfe abrollen konnte. Die neuen Hülsenpuffer nahmen die Hauptwirkung der Stöße in sich auf, sogar die Fensterscheiben sind heil geblieben. Die Hllfe der„Opfi". Aber mehr noch als die dauerhafte Bauart der Wagen trägt die Verbesserung des Signalwesens dazu der, die Zahl der Unfälle zu senken. Für die deutsche Reichsbahn galt es zunächst, das Signalwesen der ehemaligen Achtländereffenbah- nen zu vereinheitlichen. Zur Ankündigung der Signale, besonders im Nebel und bei Nacht, sind aus allen Hauptstrecken bis zu fünf weiße Balken mit schwarzen Schrägstreifen in bestimmten Abständen vor dem Vorsignal aufgestellt worden. Sie sollen dem Lokomotivführer eine eindringliche Mahnung sein, auf das komemnde Signal zu achten, Hirotz solcher Vorsichtsmaßregeln besteht aber immer noch die Möglichkeit, daß der Lokomotivführer die Warnung übersieht. Deshalb sind da« Sicherheitsingenieure der Reichsbahn seit vielen Jahren bemüht, Einrichtungen zu schossen, di« daS„Halt" der Lickomotive unmittelbar auf-? zwingen. Zu den verschiedenen dabei entwickelten Verfahren ist jetzt als neuestes die Optische Zugsicherung"(Opsi genannt) erprobt und teilweise angewandt worden. Mit ihrer Hilfe lassen sich di« verschiedensten Befehle auf die Lokomotive übertragen: beispielsweise die Aufträge, auf der Strecke plötzlich zu halten, auf einer Station auS- nahmsweffe halt zu machen oder durchzufahren, ein bestimmtes Gleis zu benutzen usw. Das ist i heute um so wichtiger, als es bei der ständig zunehmenden Häufung von allen möglichen farbigen Lichtern und Scheinwerfern auf der Strecke — besonoers dort, wo Landstraßen parallel zur Eisenbahn führen— immer schwieriger wird, eindeutige utch nicht zu übersehende Signalbilder herzustellen. Das Verfahren geht aus von der Wirkung des Lichtes auf eine Selenzelle. Diese wird für elektrische Strome leitend, sobald sie von Licht getroffen wird. Die Wirkungen sind schwach, lassen sich aber mit Hilfe von Verstärkerröhren beliebig steigern. Radio auf her Lokomotive. Auf der Lokomotive sind Sender und Empfänger angebracht. Auf der Streck« selbst befindet sich nur ein Spiegel. Er ist nicht sehr groß— nur etwa zehn Zentimeter im Durchmesser— und besitzt ähnliche Eigenschaften wie der Rückstrahler an Fahrrädern oder Automobilen, der ebenfalls auftreffendes Licht immer gerade nach dem Ausgangspunkt zurückwirft. Der von der Lokomotive ausgehende Scheinwerferkegel trifft diesen Spiegel, und dieser wirft kraft einer vorgeschalteten Linse das Licht gesammelt, auf di« Lokomotive zurück. Unabhängig von allen Schwankungen des Fahrzeuges trifft das zurück- Spiegel und Magneten rufe« halt! geworfen« Licht auf den Millimeter genau die i auf der Lokomotive angebrachte Selenzelle. So- i bald diese Selenzelle das Licht empfängt, steuert ! sie über die. Verstärkerröhre ein Heines hochempfindliches Relais, das seinerseits die Bremse auslöst. So wirkt letzten Endes der kleine Spiegel genau so stark auf den Zug, als wenn ein Mitreisender die Notbremse zöge. 4500 Versuchsfahrten. Die Möglichkeiten des Spiegels sind aber damit noch nicht erschöpft. Neben der einen Selenzelle, die das Bremsrelais betätigt, lassen sich noch mehrere Selenzellen mit wieder anderen Wirkungen anbringen. Sie können z. B. veranlassen, daß dem Zug bestimmte Ermäßigungen der Geschwindigkeit aufgezwungen werden— man kann ihn am Vorsignal langsamer fahren lassen, damit er unter allen Umständen, ganz unabhängig von der Aufmerksamkeit des LokomotivfühverS, am.Hauptsignal um Halten kommt usw. Nebel, Regen, Schnee, Tau, Rauhveif sind ohne Einfluß auf das Gerät. Unter 4500 Versuchsfahrten hat sich niemals ein Versager oder eine ungewollte Auslösung der Vorrichtung gezeigt. Störungen durch fremdes Licht blieben aus. Ueberraschend selbst für den Hersteller des Gerätes war ine Genauigkeit, mit der di« Geschwindigkeitsbegrenzung arbeitet. Wenn die Vorrichtung z. B. darauf eingestellt war, den Zug nicht schneller als 62 Stundenkilometer fahren zu lassen, beharrt« sie in dieser Wirkung monatelang so unverändert, daß die Züge mit einer Geschwindigkeit von 61 Kilometern ungestört weitersahren konnten, während sie bei 83 Kilometern stets gebremst wurden. Kippschien« und Notbremshebel. Ein anderes wirksames Verfahren der Zugbeeinflussung ist die sogenannt«„Mechanische Fahrsperre", die in einer vom Signal bewegten Kippschiene besteht. Gegen diese Kippschiene rennt bei Stellung des Signals auf Halt ein aus dem Zuge herausragender Notbremshebel an, der sei- nerseits die Luftdruckbremse betätigt und so den Zug zum Halten bringt. Diese Vorrichtung bremst aber den Zug erst unmittelbar am Haltesignal— fahrt er also mit großer Geschwindigkeit, so ruffcht er noch um em erhebliches Maß über das Signal hinaus. Tas Verfahren ist deshalb nur dort anwendbar, wo die Fahrgeschwindigkeit der Züge enffprechend begrenzt sst: also beispielsweise auf den Stadt- und Vorortbahnen in Berlin und Hamburg. Hier ist sie auch— auf 460 Kilometern Gleisstrecke— durchgehend und für dauernd in Betrieb genommen worden und hat sich bestens bewährt. Für 25 Millionen Mark Sicherheit. Bei schnellfahrenden Fernbahnen sind Versuche mit„induktiven Zugbeeinflussungen" im Gang. Hier wird der Zug dreiviertel ohne mechanische Berührung zwischen Strecke und Lokomotive— durch Elektromagneten gebremst. Da die Versuche, die auf 2200 Kilometern Gleisstrecke mit etwa 80 Lokomotiven vorgenommen wurden, günstig verliefen, wurde zunächst eine weitere zweigleisige Hauptbahn in nebelreichem Klima mit derartigen elektromagnetischen Sicherungen ausgerüstet. Insgesamt waren 2800 Kilometer Strecken, 490 Lokomotiven und 1055 Triebwagen der Reichsbahn bis Ende 1930 mit den verschiedensten Zugbeeinflussungsapparaten versehen. Etwa 25 Millionen Mark werden jährlich dafür au-gegeben. Seite 6 Samstag, 15. August 1931. ftt. 190 NEUE SCHUHE WERDEN DEN SCHULKINDERN EINE FREUDE BEREITEN. Gr. 27-34 Modell 3762 Knaben-Schnürschuhe aus fettem Kuhleder für auswärtige Schulkinder. Wir haben sie auch aus weichem Leder. Für das Herumtollen ein gut geeignetes Schuhwerk. Lernet die Kinder selbstständig zu sein. Wenn Sie keine Zeit haben, schicken Sie Ihre Kinder zu uns. Wir suchen Ihnen immer die geeignetsten Schuhe aus und genaue Grösse. Nicht passende Schuhe tauschen wir gerne um. Gr. 27-34 Modell 3162-00 Um den Müttern bei dem Einkauf behilflich zu sein, haben wir für die Kinder billige und gute Schuhe verfertigt. Sie sind aus schwarzem, fettem Leder mit dauerhafter Gummi- sohle. M124. Centralbank der deutschen Sparkassen in der ijechcshwakischen Republik. Hauptanstalt: Prag II., Bredauergasse 14. ▼ Zweigniederlassungen: Aussig, Brünn, Eger, Jägern dort, Reichenberg, 6. Taschen, Trautenau, Troppau. Die Beek der deutschen Sparanstalten und Gemeinden. MOP Produltenbörse. Prag, bett 13. August 1931.— Pragoradio.— Di« Heutige Börse wies einen schwachen«Bsuch und nur wenig Kauflust auf. Am Getreidcmarkte wirkte das anhaltend große Angebot auf die Preisgestaltung ungünstig«in. Weizen schwächte sich infolge Zurückhaltung der Mühlen um 2—3 Lab, die Umsätze hierin waren allerdings unbedeutend. Roggen, In dem dir eher freundlichere Stimmung anhält, ist gesucht und di« alten Notierungen sind gut behauptet, eher befestigt. Gerste bezeichnet« großes Angebot und di« Preis« bröckelten daher ab. Auch Hafer lag bis um 3 Kronen schwacher. Mais tendierte flau. Da sich daS Geschäft nicht groß entwickelt« wurde in den amtlichen Notierungen nur die Veränderung In La Plata-Mais von 60—62 und in neuen Hafer von 104—106 genannt. Alter Hafer war nicht notiert. Geriditssaal Sin schwieriger Zeuge. Was«in Bürger aus Rakonitz iu Prag erlebte. Prag. 14- August. Zuweilen erscheinen vor den Schranken des Gerichtes Gestalten, die schnür, straks aus dem Reich der Humoreske, Groteske oder Komödie desertiert zu sein scheinen und nun in dieser realen Welt ziemlich ratlos dastehen und den Menschen zum Ergötzen dienen. Das P u* Mit um hat dann ein« fröhliche Stunde, was aber di« Richter betrifft, die ja für Humor auch nicht unempfänglich sind, so wird ihnen das Vergnügen dadurch vergällt, daß Originale solcher Art als Zeugen zum gefürchletsten Typus dieser Gattung gehören utid meist trotz großer Mühe schwer von chnen eine ordentliche Aussage und ein vernünftiges Bild der Situation zu erlangen ist; so daß die Richter durch die grotesken Antworten endlich in gelinde Verzweiflung getrieben werden. So stand heute ein Bürger aus R a k o n i tz vor einem hiesigen Senat, um Zeugnis in einer Diebstahlssache abzulegen. Der Betroffene ist er selbst, die Verdächtigte eine jung« Prostituiert«, die ihm während der Autofahrt ins Hotel aus der Innentasche der Weste an 1000 K gestohlen und ihn dann mit List und Tiyke sich vom Hals geschafft haben soll. Er ist zirka 60 Jahre alt, klein, dick, mit rotem Gesicht, blauer Nase und rot unterlaufenen, kleinen Aeuglein. Im übrigen ist er verheiratet und vermögend. Als er nach Abgabe seiner Generalien das Wort ergreift, zeigt sich eine höchst sonderbare Eigenschaft seiner Ausdrucksweise: Was er im ersten Teil des Satzes behauptet, verneint er im zweiten Teil desselben und das Ergebnis ist ein Zwerchfell- erschüiternder Pallawatsch, in dem man vergeblich einen Zusammenhang und Faden sucht. Die Richter, die sich heiß bemühen, aus ihm einen vernünftigen Satz herauszubekommen, sitzen bald in resignierter- Hoffnungslosigkeit da und lassen ihn schwatzen, während das Auditorium sich vor unterdrücktem Lachen krümmt. Und jeder neu« Satz des Zeugen ist unweigerlich nach dem Schema gebaut: »Meinen Namen werdet ihr nie erfahren— ich bin der Kaiser Josef." „Also wir waren zuerst im Gasthaus„U Tutt e I u", erzählt er flink und stoßweise.„Nein, er waren nicht sehr viele Leut« da— aber wir bekamen keinen Platz mehr." Tort hat er ein Mädel kennen gelernt.„Sehr gui hat sie mir gefallen — aber gemacht hab' ich mir nichts aus ihr!"— T«r Vorsitzende fragt ihn, ob er die Angeklagte als jenes Mädel erkennt. Anllvört:„Oh ja!—Aber ich, ich weiß nicht, ob sie es ist Aehnlich sieht sie ihr— schaut^aber ganz anders auS." — Bors,:„Haben Sie viel' getrunken?"— Zeuge:„Ich'trinke niemals viel— fünfzehn Bier« damals."— B ö r s.'(nachdem er das Lachen der Zuhörer erstickt hat):„Und sonst nichts? Keinen Alkohol sonst?"— Zeug«:„Rein! Nur fünf Kaffee mit Hum." Und so geht daS weiter. Es ist nicht möglich, eine klare und eindeutige Antwort herauszukriegen. Nm ganzen ergibt sich dann, unter Beiziehung anderer Zeugen, so viel, daß er noch in einem anderen Nachtrafö mit seiner Dame und deren„Freund" wacker gezecht hat und dann alle drei ein Auto bestiegen. Der Vorsitzende fragt:„Hatten Sie das Mädel vielleicht auf dem Schoß?"— Zeuge:„Nein!— Auf den Knie n." Der Wagen hielt plötzlich an und seine Gesellschafterin sagte zu ihm:„So, Schatzi, wir sind da. Steig aus!" Als aber„Schatzi" aus dem Wagen geklettert war und etwas torkelnd auf dem Pflaster stand, setzte sich das Auto plötzlich in Bewegung und fuhr mit allen anderen Insassen schnell davon. Eine unwillkürliche Bewegung nach der Brieftasche überzeugte den lebenslustigen alten Herrn, daß dies« samt Inhalt verschwunden und er selbst in einer unbekannten Vorstadt ausgesetzt worden war. Nur einig wenige Kronen waren ihm in der Westentasche zurückgeblieben, die gerade zur Heimfahrt reichten. So mußte er sich ziellos in der Stadt herumtreiben,, bis der erste Zug ging Schließlich erklärt«r, nach schweren Bemühungen der Richter, mit so viel Eindeutigkeit, als dieser sonderbare Mensch nur aufbringen kann, in der Angeklagten nicht jene Person zu erkenne». Sie selbst leugnete und die sonstigen Zeugen wußten gar nichts zur Sache aubzusagen. So konnte die Sache mangels jedes Beweises nur mit einem Freispruch enden. Der Vorsitzende betonte in der Urteilsbegründung, das Gericht habe keinerlei sicheren Anhaltspunkt aus der Zeugenaussage des Hauptzeugen gewinnen können, da. her...«sw. Ter Hauptzeuge nickt mit süßsauerem Lächeln und meinte noch bei Verlassen des Saales zum Aufseher:„Freilich! Natürlich! Ganz richtig! Kann gar nicht anders seinl— Aber recht t ft' c 8 n ich t." Tb- Mitteilung au dem Pudlümu. DaS Rezept des Augenarztes kann nur dann setnen Zweck erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepaßt wird. Lassen Sie Ihr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag, Graben 2, Palais„Koruna", ausführen. An die Besncher Prags, die empfindlich« oder abnormale Füße haben. Bei Gelegenheit Ihres Besuches in Prag bietet sich Ihnen die Möglichkeit, Schuhe zu verschaffen, die bequem sind und gut passen. In unserem„Haus des Dienstes" am Wenzelsplatz haben wir«ine sehr große Auswahl von Schuhen für empfindliche und auch abnormale Füße. Weyn Sie auch momentan keinen Gebrauch haben, kommen Sie wenigstens, um sie zu besichtigen. Wir messen Ihren Fuß ab und wählen Ihnen solche Schuhe aus, die Ihrem Fuß und Ahrem Bedarf am meisten entsprechen. Sie werden so imstande sein, den Schuh, den Sie brauchen, auch telephonisch zu bestellen. 100 Spurt ♦ Spiel- Körperplleae „Wlffeuschastler" Dr. Peltzer. Dr. Peltzer hat uns schon des öfteren Spaß gemacht. Er ist bekanntlich in der Freien Schulgemeinde- Wickersdorf(Thüringen) Lehrer für Leibesübungen, Erdkunde und Ge. schichte. Vor nicht langer Zeit weilte Peltzer in Westdeutschland, wo ihm ein Pressevertreter die Frage stellte:„In der Hauptsache wird in Wickers, darf wohl Leichtathletik getrieben?" Tas Kölner Tageblatt" schreibt über PeltzerS Antwort: Dr. Peltzer fiel dem Reporter spontan ins Fragezeichen: „Sehr viel, wir treiben aber durchweg alle Sportarten mit Ausnahme von Fußball, Rudern, Radfahren, Geräteturnen, Boxen, Siem- men nstv" Der Reporter muß«in recht unbehagliches Gesicht gemacht haben, denn seine zweite Frage folgte alsogleich auf dem Fuße: „Aus welchem Grunde lehnen Sie die letzt- genannten Sportarten ab?" Und nun raten Sie mal. was Dr. Otto Peltzer rüstig zur Antwort gab: „Das Fußballspiel wird nicht gefördert, weil ich es als unnatürlich ansehen muß. Aus anatomischen Gründen würde nie ein Mensch irgend etwas inik den Füßen wegbefördern, sondern immer nur mit den Händen Stellen Sie sich etwa den Urzustand vor, in dem der Mensch kein« Schutzmittel an den Füßen trug. Es wär« niemand eingefallen, einen Stein mir de« Füße« zu stoßen; dazu sind die Zehen viel zu empfindlich." Dr. Peltzer ist in dieser Beziehung wirklich ein großer„Wissenschaftler". Man weiß wirk- sich nicht, befinden wir uns im Urzustand oder im Jahre 1931?! Wiener Arbeiterfußballer in der Tschechoslowakei. Heute Samstag spielt in Aussig aus dem Arbeitersportplatz in Kleische der bekannt« Wiener Ligaverein H e I f o r t gegen den Bezirksmeister ASK. Kleische.— Am LI August trägst in Warnsdorf der in der Wiener Liga an zweiter Stelle stahqnde Sportklub Phönix gegen Frei, h e i t«in Freundschaftsspiel aus. Beide Spiele werden gewiß schönen Sport bringen und ihren werbenden Charakter nicht verfehlen. Bliebe nur noch zu wünschen übrig, daß die Veranstalter durch zahlreichen Besuch kräftig unterstützt würden. Keine Unterstützung für Los Angeles— in der Schweiz Der schweizerisch« Bundesrat hat den Organisatoren der Olympiade-Delegation nach LoS Angeles mitgeteilt, daß aus der geforderten Re- gierungshilft von 60.000 Franken sehr wahrscheln- lich nichts werden wird, da diese Forderung im Rationalrat auf Widerstände gestoßen ist. Darob große Enttäuschung im Schweizer bürgerlichen Sportlager.' Tie bösen Arbeitersportler sollen schuld sein, weil auch sie einen Unterstützungsantrag zur Olympiade in Wien gestellt hatten, dem vom Staat nicht Rechnung getragen wurde und nun Volksvertreter«ine gleiche Behandlung des bürgerlichen Antrages ve^angen. Und das mit Recht! In Holland geht«s vorwärts. Der Niederländisch« Arbeitersportverbond hat durch zielbewußte Werbearbeit seine Mitglieder zahl vom 1. November 1930 bis zum 1. Juli 1931 von 10.271 auf 14.583 steigern können. Am 1. November 1928, dem Termin der ersten Bestandserhebung, zählte dieser Bund nur 2443 Mitglieder. Der sozialistische Ar- beitersport marschiert— trotz alledem! Aus der Partei Jugendbewegung. S. I. Prag, Gruppe I. Morgen Wanderung nach Zbrazlav. Treffen früh 7 Uhr Endstelle der fünfer Elektrischen in Hlubooepy. Musikinstrumente nicht vergessen!— Dienstag Ge- sangsprob« in der Gec. Beginn bereits halb 8 Uhr. S. I. 11. Montag, den 47.. August, 20 Uhr im Heim des B. I. I. SkautskF domov, PetrfkS uSbkeii unaer der Stefaniebrücke: Besprechung d«z politischen Kabarets, Rollenverteilung usw. Entsprechende Schallplatten mit bringen. Literatur Bei südafrikanischen Minenboys. Im südlichen Afrika lobten früher ein paar Millionen Neger und einige Zehntausend Buren aus flüchtig bewirtschafte, ten Feldern und Weideplätzen. Als am Ende des 19. Jahrhunderts Gold, Diamanten, Kupfer, Kohle entdeckt wurde, änderte sich das Bild. Englische Kapitalien wurden mobil gemacht und weswuro. päische Industrie entstand. Die Stadt Kimberley, de: Mittelpunkt dieses Geschehens, erhob sich um das große Diamantenloch, aus dem unermeßliche Reichtümer geklaubt wurden. Was für soziale Einwirkungen auf die Bevölkerung diese Veränderung hat, ist weicher Weise die Reger umgeformt und„kulti- vieri" werden, zeigt auf Grund eigener Studien tn der„Urania", Heft 11, Jahrgang 30/31, Hans Seligo, London. Reiches Bildmaterial ergänzt den Text. Theodor Peters spricht von dem Heidekraut und der Heid«. Kurt Stechert laßt das moderne Palästina gegen Hitler aufmar- schieren. Prächtige Bilder von der und« rührten Natur zeigt Boris Lämmel aus den Naturschutzgebieten. Eine chemische Umschau und vieles ander« Neu« ist in Wort und Bild in diesem Heft zusammengefaßt. Ein eigenes Abonnement auf diese interessante Zeitschrift empfiehlt sich ungemein. Der Urania-Freidenker-Berlag m Jena stellt Interessenten gern Probehefte kostenlos zur Verfügung. AuS Anlaß des Beginns der 8. Jahrgangs erläßt der Verlag ein großes Preisausschreiben, an dem sich jeder beteiligen kann. Wetbebedin- gungen und nähere Informationen sendet der Verlag jedem Beteiligten zu. Der Film Programm ver Prager Lichispiclbühne«. Wran-Urama:„Die Faschingsfee". Berebes, Szakall. Adria:^Liebling der Garnison." Alfa:„Die Million." R«ns Claire. Ber-iuek:„Grock, der König des Lachen»-. Feniz:„Und das ist die Hauptsache..." Flora:„Grock,-er König des Lachens." Gaumont:„Sturm über dem Mont» B1 h n r".' Hollywood:„Ter Tanz-Husar". Hvszdo:„Liebling der Garnison." Juli»:„Im siebenten Himmel". I. Gaynor.— Ch. Farell. Koruna:„Ter Fall der Mary Tugan" Kotvo:„Ein Walzertraum." M. Chevalier. Lucerna:„Ein Walzertraum." M Chevalier. Metro: ,/Die Schokoladenkomtesse". S. Szakall, 2- Jugo. Olympia:„Grock, König des Lachens" Radio:„Ter Fall der Mary Tugay". Rozy:„Grock, der König des Lachens". Skaut:„Die Liebe des Gr. Wronfti". G. Garbo. I. Gilbert. Svetozor:„Liebling der Garnison." Avion:„Seine Freundin"Annette"- Passage:„Ihre Hoheit befiehlt." W. Feilsch voKek:„Heule Nacht eventuell..."— I. Jugo. Alma:„M a r o k k o". Marlene Dietrich— Garry Eooper. Bnjkal:„Sonnenaujgayg". I. Gaynor— G- O'Brien. Belvedere:„Der Tiger Tarzan". Beseda:',„Er und seine Schwester". Illusion:„Der Sohn der Götter". Konvikt:„Das Sieb ist aus". Willy Forst g. Haid. Letnti:„Er oder ich".— Hary Piel. Lndo: ,Die Dame aus Log- Nk. 13". Gr«!a Garb ö— C. Nagel. Maresa:„Tas Lied ist aus". Liane Haid. Willy Forst. Dt« gesperrt gedruckten Filme können empfohlen werden. Überall erhältlich! ist cLit OcZd-n/yCe. Herausgeber: Lieglru» Laub Eyesr«dakt«ur: Wilhelm Rietz»« r. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Prag. Druck:«Rota" Ä.4S. für Zeitung- und Buchdruck. Prag. Für den Druck verantwortlich: Otto H o 1 i k, Prag. Di« Z«>:e«4mart«>itrailk«rur wurde von der Polt». kelegoosheil- diretn»» mir tirlotz 5ir. 13.300/VtinSBO dew'lUai Verfangen Sie In Inder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN dar Rm» HEGNES a Cie.. PILSEN Selchwaren dar ta. MEINER a Ge.. PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN 1