Einzelpreis 70 Heller. Redaktion und Verwaltung: Prag, II., Netázania 18. Telephone: Tagesredattion: 26795, 31469. tach trebaftion: 26797. Postichedamt: 57544. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfferen Einschaltungen Preisnachlaß. 11. Jahrgang. Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit. Mittwoch, 19. August 1931 Die Verhandlungen mit Ungarn Trotz Hooverjahr und Stillhalteaktion: haben begonnen. Budapest, 18. August. Die tschechoslowafische Delegation für die Handelsvertragsvers handlungen mit Ungarn ist in Lilafüred einge troffen und hat im Hotel Palace" Aufenthalt genommen. Die erste Besprechung fand heute vormittag statt, während am Nachmittage in die regelmäßigen Beratungen eingegangen wurde. Es entwickelte sich ein allgemeiner Ideenaustausch über sämtliche mit dem abzuschließenden Vertrage zusammenhängenden Fragen. Bon tschechoslowakischer Seite zeigte sich lebhaftes Interesse für die neuen finanziellen Maßnahmen in Ungarn. Die ungarischerseits erteilten Aufklärungen wurden von den Mitgliedern der tschechoslowakischen Delegation mit Beruhigung zur Kenntnis genommen. In ihren Begrüßungsansprachen wiesen die beiden Delegationsführer daraufhin, daß die allgemeine europäische Krise die Wiederherstellung des normalen Wirtschaftsverkehres zwischen den beiden Nachbarstaaten gebieterisch vorschreibe. Es wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß die in Genf Unverminderte soziale Krise in Deutschland. In Basel Verlängerung der kurzfristigen Kredite, aber keine Regelung der ausländischen Markguthaben erreicht. Berlin, 18. August.( Eigenbericht.) In den finanzpolitischen Verhältnissen Deutschlands ist jeßt eine gewisse Beruhigung eingetreten. Nach den offiziellen Schäßungen sind jetzt noch im Reich ungefähr sechs bis sieben Milliarden Mark turzfristige Auslandskredite, die nach den Baseler Beschlüssen um sechs Monate, später wahrscheinlich um noch mehr verlängert werden. Der Kapitalsentzug von vier bis fünf Milliarden Reichsmark ist zum kleineren Teil wettgemacht worden durch den Rediskontkredit der Reichsbant und neue kurzfristige Kredite. Für viele Unternehmungen war die Lage außer ordentlich schwierig geworden, weil ihnen entweder das Betriebskapital fehlte oder weil die hohen Zinsen für sie unerschwinglich wurden. Die festgestellte Steigerung des Exportüberschusses ging auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung vor sich und war nur durch den Abbau der Löhne und der sozialen Leistungen ermöglicht. Eine weitere Steigerung des Exports würde die Lage der Arbeiterschaft daher noch verschlechtern. Am bedenklichsten ist die Tatsache, daß diese Exportsteigerung parallel geht mit einem starten Sinten der Konsumkraft der Bevölkerung. offengebliebenen Fragen bereinigt werden und Reichsregierung verlangt Lohnabbau bei den öffentlichen Angestellten. daß es zu einer für beide Teile befriedigenden Lösung der Detailfragen kommen möge. Die Verhandlungen gingen dann im Zeichen gegenseitiger Verständigung vor sich. Wie verlautet, ist zur leberbrückung der Schwierigkeiten in der Frage des tschechoslowakischen Mehlzolles ein neuer ungarischer Vorschlag aufgetaucht, der jetzt von der tschechoslowakischen Delegation eingehend geprüft wird. Die Sigung wurde um 20 Uhr beendet. Die nächste Sigung findet morgen nach mittag um halb vier Uhr statt. Zentrum weist nationalsozialistische Anbiederungen zurüd 4 B Bezugs Bedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich.... Ke 16.vierteljährlich 48.halbjährig " ganzjährig 96. 192. M Rückstellung von Manustripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarfen. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Nr. 192. Hakenkreuz auf dem Rückzug. Herr Jung zerstört die Illusionen vom ,, kommenden Dritten Reich". Die Nationalsozialisten werden mindest nicht in den nächsten Jahren allein eine Regierung stellen fönnen. Sie werden auf Bundesgenossen angewiesen bleiben, obzwar sie die weitaus stärkste Partei im Deutschen Reichstag sein wer den. Man muß sich vor Augen halten, daß zu einer Mehrheitsbildung aus eigener Kraft 300 Mandate notwendig wären. Jedermann weiß, daß diese Zahl selbst bei den allergünstigsten Aussichten nicht er. reicht werden kann. Daher wird die Partei auf Bündnisse angewiesen sein. Man wird vielleicht einverfen, daß sie dann eben ,, diktatorisch" regieren wide. Aber das sind Einwände politisch Ungschulter, welche übersehen, daß ja die NSDAP. nicht mit illegalen Mitteln, sondern durchaus legal, also auf demokratisch- parlamentarischem Wege, on die Macht gelangen will." Diesen Grabgesang auf alle Hoffnungen im Die Regierung hat diese Tendenz bisher Reichsarbeitgeberverband war aber durch die Not- von der kommenden nationalen Dittatur und unterstüßt und gefördert. Von Zeit zu Zeit fün- lage der Gemeinden gezwungen, sich um finan- der Aufrichtung des Dritten Reiches in absehdigte sie zwar an, daß endlich auch der Preis- zielle Unterstützung an das Reich zu wenden, das barer Zeit lesen wir mit froher Genugtuung abbau und die Mietensenkung tommen solle, bis die Hergabe von Mitteln von der Durchführung in einem Leitartikel des Tag", gezeichnet mit her war aber davon noch nicht viel zu spüren. der Notverordnung in der Lohnfrage abhängig R. J., unter welchem Signum sich diesmal Gerade jezt bereitet sie eine neue Aktion zur machte. Hierauf bat das Arbeitsministerium ein bescheiden die Führermeinung des Herrn ParHer absehung des Lohnftandes vor. gegriffen und bestimmte Vorschläge für die Lösung teivorsitzenden Rudolf Jung verbirgt. Er hat Durch Abwälzung der Unterstüßungen für die des Konfliktes den Parteien unterbreitet, die sich recht, wenn er vorausschickt:„ Diese Meinung aus der Arbeitslosenversicherung Ausgeschiedenen bis Mittwoch nachmittags sechs Uhr über Auauf die Gemeinden sind diese in eine finanzielle nahme oder Ablehnung zu erklären haben. Die mag zwar auf manche unserer Leser und GeKrise geraten. Nunmehr sollen die Gemeinden Arbeiterorganisationen, neben dem Gesamt- finnungsfreunde wie ein kalter Wasserstrahl einen ohn abbau von 20 bis 25 Prozent verband ist der christliche Zentralverband der wirken." Fast scheint es, als ob dieser Wasservon den Gehältern der Angestellten vor Gemeindearbeiter beteiligt stellen in den Forstrahl auch ein wenig gegen die Schriftleitung nehmen. Die Berhandlungen zwischen den Arbeit dergrund den Grundsatz tariflicher Abmachungen des Tag" gezielt wurde. Denn sie schwelgt gebern und Arbeitnehmern find bisher ergebnis mit der Maßnahme auf, daß Lohnkürzun just in derselben Ausgabe in den fühnsten Berlin, 18. Auguft. Das Organ des los geblieben. Das Reichsarbeitenministerium gen, zu denen sie angesichts der finanziellen Lage Brophezeiungen eines weiteren lawinenhaften Reichskanzlers, die„ Germania", beschäftigt sich hat einen Vermittlungsvorschlag gemacht, der der Gemeinden bereit sind, erst nach Ablauf Anwachsens der Hakenkreuzbewegung unter der Ueberschrift„ Wahrheit und Klarheit" auch für die Gewerkschaften annehmbar sein der bestehenden Lohntarifverträge Reiche. Ausgerechnet die Volfsentscheid- Bla mit der Aeußerung der Nationalsozialisten über tönnte. Bis Mittwoch sollen sich die beiden Par- eintreten sollen. Weiterhin vertreten sie die Reiche. Ausgerechnet die Volfsentscheid- Bladie eventuelle Beteiligung an der Reteien entscheiden. Sollte die Regierung ihre Auffassung, daß auf Grund der Vereinbarung mit mage wird dort zum Anlaß genommen, um gierung. Das Blatt schreibt: Inhaltlich zeigen Forderung durch ein Diktat durchseßen wollen, den Arbeitgeberverbänden vom Dezember 1930, den Einzug von 175 bis 200 Nazi- Vertretern diese parteioffiziellen Ausführungen nichts ande- wären schwere Kämpfe unvermeidbar, welche die die unter bestimmten Umständen eine Verkür in den nächsten preußischen Landtag anzukün res als die gleiche Ueberschäßung, die die gesamte Arbeiterschaft mobilisieren würden. Die zung der Arbeitszeit vorfah, eine digen. Und die nächste Reichstagswahl soll gar Nationalsozialisten schon immer gehabt haben. Sozialdemokratie unternimmt die letzten Ber- Erfüllung dieser Vereinbarung den Gemeinden 216 nationalsozialistische und 365 Abgeord Sie werden doch nicht etwa glauben, daß eine so suche, um diese Kämpfe, welche bei den heutigen weitgehende finanzielle Entlastung bringen würde, nete der„ ,, nationalen Opposition" aus den überhebliche Einstellung, als ob es eine politische Berhältnissen schwere Gefahren für die Arbeiter ohne daß zu Arbeiterentlassungen geschritten zu Urnen steigen lassen. Nach all dem wäre die und fulturelle Wiedergeburt des deutschen Volles schaft mit sich bringen müßten, zu verhindern. werden brauchte. Der Gesamtverband hat errech= nur ganz allein von Hitlers Gnaden" gebe, auf net, daß durch die Angleichung, wie sie in der Machtergreifung des Hakenkreuzes nur eine das Zentrum Eindrud machen kann. Sollte man Notverordnung gefordert wird, in ganz Deutsch- Frage der nächsten Wahlgänge in Deutsch sich in diesen Kreisen einem solchen Glauben Berlin, 18. August.( Eigenbericht.) In land etwa 40 millionen RM. eingespart werden land. Aber zur rechten Zeit fommt Herr Jung hingeben, dann ist es an der Zeit, daß man sich der Notverordnung von Anfang Juli wurden die könnten; auf Berlin umgerechnet, würden bei mit seinem falten Wasserstrahl von ihnen befreit. Es ist ausgeschlossen, Länder und Gemeinden verpflichtet, die Gehälter einem Gesamtjahresetat von über 1.25 Milliarden Wir hören also von autoritativer Seite, daß das Zentrum sich ins Schlepptau einer ganz ihrer Beamten denen der Reichsangestellten a it etwa 4 Millionen eingespart werden. Falls die daß es mit der Alleinherrschaft des Hafeneinseitigen Bewegung nehmen läßt. Das Blattugleichen. Das ist bisher in den meisten Maßnahmen der Regierung zur Durchführung freuzes über das deutsche Volk noch seine wendet sich weiter gegen den erneuten Versuch, Städten nicht geschehen. Insbesondere die Bürger gelangen sollten, lehne der Gesamtverband die guten Wege hat. Auch die mit jugendlichem „ der Reichskanzler habe seine Fühler nach rechts" meister und amtsführenden Stadträte beziehen Verantwortung für die weiteren guten Wege hat. Auch die mit jugendlichem Furor dahinstürmende Hitlerbewegung wird ausgestreckt. Diese Behauptung entspreche in fei- Gehälter, welche die der gleichgestellten Beamten Folgen ab. bald auf die Krücken politisch- parlamentariner Weise den Tatsachen. Die Regierung sei sich des Reiches manchmal um ein Bedeutendes überscher Bündnisse angewiesen sein. Dies sagt der Schwere des kommenden Winters wohl be steigen. Das ist zum Beispiel auch in Berlin der der Herr Jung. Dabei glaubt er vor allem, wußt; sie sei an der Arbeit, um ein umfassen Fall. Jetzt hat der Oberpräsident von Branden des Wirtschaftsprogramm vorzuberei burg verlautbart, daß er die Zahlung der Zu auf eine ungetrübte Dauerehe zwischen Hitler ten, mit dessen Hilfe der Winter überwunden schläge des Reiches zu den Wohlfahrtszwecken einDie Einigung, die in Basel erreicht wurde, und Hugenberg, also der nationalsozialistischen werden soll. Es werde, wie auch in früheren stellen werde, wenn die Notverordnung nicht in ,, Arbeiterpartei" und der deutschnatioFällen, allein Sache der Parteien sein, zu zeigen, dieſem Bunkie durchgeführt werden würde. Unter beinhaltet im wesentlichen, daß die noch in nalen Schwerindustrie rechnen zu fönwie sie sich zu diesem Programm einstellen, und diesem Drucke hat die Stadt Berlin mitgeteilt, Deutschland befindlichen, auf fünf bis sieben nen. Doch die ganze nationale Opposition ob sie sich für eine Politik der Verantwortung daß sie die Gehälter vom 1. April des tom. Milliarden Reichsmart geschäßten ausländischen einschließlich der reaktionären Junker und und Vernunft entschlichen. Auch die national menden Jahres so weit fürzen werde, daß sie sozialistische Partei werde Gelegenheit haben, zu den Gehältern der Reichsangestellten in der kurzfristigen Kredite um sechs Monate verlän- 3ünftlerscheint ihm bis auf weiteres zur gert werden. Dagegen erfolgte feine Einigung Machtergreifung zu schwach zu sein. Wer käme befunden, wie sie sich zu den fommenden Auf- gleichen Stufe entsprechen. über die ausländischen Martguthaben. noch in Betracht? Die Kommunisten? Sie gaben stellt. * * Kurzfristige Auslandskredite um sechs Monate verlängert. Auch die ,, Kölnische Volkszeitung" beschäftigt Die Mitglieder des Internationalen Still scheinen nach den Erfahrungen des 9. Auquir Berlin, 18. August. Der Gesamtverband der fich mit dem Appell Hitlers an das Zentrum Arbeitnehmer der öffentlichen Behaltefonsortiums traten am Montag um 22 Uhr nicht mehr als verläßliche Sekundanten des und bemerkt: Hitler übersicht eins: daß es fich triebe und des Personen- und Warenverkehrs, erneut am Size der BJZ. zu einer Sigung zu- Fascismus zu gelten. Was hilft es schon, jet nämlich nicht um parteipolitische Fragen der rund 700.000 Mitglieder hinter sich stehen sammen, um einen letzten Versuch zu machen, wenn die bolschewistischen Führer dem Hafeneiner Regierungsbildung handelt, sondern um hat, hat für morgen mittags telegraphisch jämt auch in dieser Frage eine völlige Einigung mifreuz fachliche Aufgaben. Zu diesen wird er Stellung liche Funktionäre aus dem Reich zu einer Sitzung den deutschen Delegierten herbeizuführen. Wie kreuz in den Sattel helfen möchten, wenn nehmen können, wenn das Notprogramm der eingeladen, in der zu dem Vorschlag des Reichsversichert wird, hat auch dieser legte Versuch aber die kommunistischen Arbeiter nicht mitReichsregierung vorliegt. Im übrigen sei festzu- arbeitenministers in der Besoldungsfrage fein Resultat gebracht, obwohl die Verhand- tun? Herr Jung deutet den Ausweg zart an, stellen, daß gerade der Voltsentscheid bewiesen Stellung genommen werden soll. lungen bis Mitternacht ausgedehnt wurden. Da indem er die kommenden Möglichkeiten" noch von fast jeder Gruppe ein Bantier in Basel genau überlegt und schreibt: zurückgeblieben ist, besteht immerhin noch die Möglichkeit, daß heute vormittag neue Verhand lungen stattfinden. wolle. Bulgarisch- jugoslawischer Grenzzwischenfall. ,, Es müßte schon ein besonderer Glücksfall sein, wenn dabei das Zentrum ausgeschaltet werden könnte. Dieses wird kaum so geschwächt werden, daß es ausgeschaltet zu werden vermag. Es muß also auch für die natio rale Politik im Reiche der Posten Zentrum" in die Rechnung eingestellt werden." habe, daß das deutsche Bolt nicht hinter Die Stellung des Gesamtverbandes ist etwa Hitler, sondern hinter Dr. Brüning stehe. Es folgende: Der Verband betrachtet die Bestim sei als höchst deplaciert zu bezeichnen, in welcher mungen der Notverordnung, die eine Angleichung Weise Hitler über Brüning zu Gericht siken an die Reichsarbeiterlöhne vorsehen, als einen Einbruch in das durch die Verfassung gewährleistete Tarifrecht der Arbeitnehmer. Außerdem Arbeitslosigkeit in Stalien steigt. hält der Verband die durch die Notverordnung bestimmte Angleichung an die Reichs- Rom, 18. August. Nach dem Ausweis vom arbeiter mangels vergleichbarer Arbeiter 31. Juli ist die. Zahl der Arbeitslosen im Das schaut ja bald so aus, als ob die gruppen nicht für möglich. Die Organis vergangenen Monate wieder um rund 64.000 völkische Erneuerung in Deutschland auf die gütige Mithilfe der schwarzen Internationale fation habe, wie in einer Pressebesprechung aus angewachsen. Während am 30. Juni die volfische Erneuerung in Deutschland auf die geführt wurde, trotz alledent den Versuch unter Arbeitslosenzahl 573.593 betrug, wurden am nommen, mit den Gemeinden, die ihrerseits eben- 31. Juli 637.156 gezählt. Arbeitslosenunterstüt- angewiesen wäre. Gehts nicht mit Mostan, falls die Vergleichbarkeit ablehnen und grund zung bezogen 230.000 Personen. Die Ursache der vielleicht gehts mit Rom! Ist es ein Zufall, fäßlich Gegner der Notverordnung in dieser Zunahme der Arbeitslosenzahl ist in der land- daß fast gleichzeitig mit diesen kompromißleriRichtung sind, eine Vereinbarung zu treffen. Der wirtschaftlichen Krise zu suchen. schen Andeutungen der Bölkische Beobachter" Belgrad, 18. Auguft.( Avala.) Heute früh versuchte ein Trupp Bewaffneter in der Nähe der Militsirwache beim sogenannten Sieges ftein" im Bezirk Bejiljgrad, von Bulgarien tommend, die jugoslawische Grenze zu überschreiten. Die jugoslawischen Grenzwachen trieben die Leute zurück. Sem S Mittwoch, 19. August 1931. Rt. 192 -ie amerikanische Krise in Zahle«. Washington, 18. August,(Reuter.) Ter Wert und der Umfang des Außenhandels der Bereinigten Staaten im zweiten Vierteljahr 1931 ist der niedrigste der letzten Jahre. Der Wert der Ausfuhr beziffert sich auf 606 Millionen Dollars, was einem Sinken um 32.9 Prozent gegenüber dem gleichen Zeiträume des Vorjahres gleichkommt. Ler Umfang der Ausfuhr ist um 20 Prozent gesunken: der Wert der Einfuhr betrug 540 Millionen Dollars, was einen Rückgang um 36 Prozent bedeutet. Der Umfang der Einfuhr ist um 16 Prozent zurückgcgangen. Die. Goldeinfuhr überstieg die Ausfuhr nm 168 Millionen Dollars. ein unverhülltes Koalitionsangebot an das Zentrum gerichtet hat?„Ministersessel um jeden Preis!" scheint der neueste Schlachtruf der reichsdeutschen Nationalbolschewiken zu sein. Ganz im Widerspruch mit den großtueri- schen Reden des Herrn Jung und der ganzen bisherigen Schreibweise des„Tag" steht auch die folgende Stelle des nationalsozialistischen Kaltwasser-Ergusses: „Tie Lage Im Reiche liegt also durchaus nicht so«infach, wie es ,ich manche allzu Hoffn ungsfreudig« vorstellen. Sie birgt ungeheuere Schwierigkeiten in sich. Dos Ist ja nicht nur angesichts eines Zusammenbruches, dem wenig« in der Weltgeschichte gleichkommen, selbstverständlich. Ma« muh sich diel» «ehe auch vor Auge« halte», hast schon Bismarck feine Schwierigkeit«,, hatte, obzwar zu seiner Zeit Zentrum und Sozialvemokrati« weitaus schwächer waren als heute. Die Frage de» Wiederaufstieges unseres Volkes liegt also durchaus auf der politisch-parlamentarischen Ebene allein. Er handelt sich vielmehr darum, die internationalen Anschauungen in den Hinter« . gründ zu drängen, mögen dies« non rot« schwarze, grün« oder goldene Färbung besitzen ES handelt sich also im Wesen um«in gewaltiger geistig-seelisches Problem." Das ist freilich wahr, daß der große Bismarck mit einer weit schwächeren Sozialdemokratie sein« Schwierigkeiten hatte. Sollte daö „krepierende Pferd des Marxismus"— wie Herr Krebs in seiner blumigen Bildersprache die sozialdemokratische Bewegung gern zu nennen beliebt— auch dem großen Adolf e»n wenig im Wege und vielleicht auch im Magen liegen? Man muß abwarten, ob nicht ein« Druck- fehlerberichtiguna erscheint, wenn Herr Jung im„Tag" schreibt, daß sich der Wiederaufstieg des deutschen Volkes auf der politisch-parlamentarischen Ebene vollziehen wird. Jedenfalls wird die Konstatierung schwer wegzuleugnen sein, daß nur„politisch Ungeschulte" mit diktatorischen Lösungen in Deutschland rechn«. Das wären also— wenn man die hakenkreuzlerische Parteiliteratur und Presse zu Rate zieht— bisher die Herren Hitler, Göbbels, Rosenberg, und nicht zuletzt auch die Herren Krebs und Jung gewesen. Oder wollte Hitler auf legalem Wege, etwa als Koalitionsgenosse des Zentrums die Köpfe der„Novemberverbrecher" rollen lassen? War alles nur Spaß, was bisher unsere nationalsozialistischen Redner und Schriftleiter von Jung abwärts über die„westlerische Demokratie" gelästert haben? Und wo bleibt das dritte Reich? Die Braunhemden, welche unermüdlich„Deutschland erwache— Brüning verkrache!" durch die Straßen riefen, haben sich den„deutschen Staat" wohl so vorgestellt, daß einstmals ihre. Führer in Weichen Ministersesseln an der Seite schmachbeladener„Erfüllungspolitiker"— wie es doch die Zentrumsführer allsamt sind— sitzen werden? Alles Ungeschulte, die mit dem Hakenkreuz marschieren, weil es versprach, den parlamentarisch-demokratischen Saustall auszumisten, die Diätenjäger, die Futterkrippenpolitiker anszurotten? Tas nennt man den Nagel auf den Kopf treffen! Millionen sind den Hitlers, Göbbels und Strassers nachgelaufen, in der Hoffnung, daß sie mit einem Schlage die große Wendung! herbeiführen werden, die Fesseln, die Deutschlands Wiederaufstieg hemmen, mit Gewalt sprengen und— nicht zu vergessen! ,— eines Tages den?)oung-Plan„zerreißen" werden. Sie schmachten dem großen Erlebnis der „nationalen Revolution" entgegen. Der Weg erscheint den vom.Hakenkrcuzgeisle erhitzten Gemütern schon ein wenig zu lang und sie blicken fragend auf die erleuchteten Führer: „Was tan ma setzt?" Und der Führer der sndetendeutschen Nationalsozialsten antwortet: JetztianmadieFüßweh... Daher verordnet er sich und den Gläubigen ein kaltes Bad und dann gehts ganz gemütlich auf der demokratisch-parlamentarischen Ebene über Kompromisse und Koalitionen der nationalen Befreiung entgegen. Vergleicht man die Sprache der Haken- kreuzler noch vor dem 9. August mit dieser Katzenjämmerlichkeit von heute, dann kann man getrost sagen: Wenn einmal die Ber- zweiflungssttmmung der Wirtschaftskatastrophe vom deutschen Volke gewichen ist, dann wird uns die anschließende Generalpleite im Hitler- lagcr für manches entschädigen, was die letzten Jahre dem arbeitenden Volke politisch Unerfreuliches gebracht haben. Moskovitische Mordbande». Wie sich der Mordüberfall i« Leipzig abfpieite. Seit die KPD. unter dem Kommando Adolf Hitlers steht, hat sie sich auch die Methoden der SA. völlig zu eigen gemacht. Die letzten Vorfälle in Berlin, vor allem aber der Mord an dem Jugendgenossen Warkus in Leipzig beweisen das. Hitler rann sich jetzt ruhig in die Legalität zurückziehen und seine Banden rn Reserve halten, tveil das Mordhandwerk und die Aufputschnng der radikalen und indifferenten Masse von den Kozi im Auftrag der Nazi besorgt wird. Bon dem genreinen Mord, den die mosko- witischen Söldner in Leipzig verübt haben, gibt unser Leipziger BrudeMatt folgende Darstellung: „Zwei Genossen verbreiteten an der so- Mnannten Cpa-Ecke die vom Bezirk Leipzig der SPD. he rausgegeben en Flugblätter. Nach und nach stellten sich auch Kommunisten ein, die unsere Genossen an der Flugblattverbreitung zu hindern suchten. Nach etwa einer halben Stunde waren an die 30 bis 40 kommunistischer Schläger versammelt. Zunächst gab es lebhafte Diskussionen, worin die Kommunisten erklärten, di« Epa-Eck« sei ihr Revier, da» sie sich nicht streitig' machen ließen, und wenn bei einer gewaltsamen Räumung etliche auf der Strecke bleiben würden. Bei diesen AuScinandersetzungen, durch di« sich unsere Genossen keineswgs irgendwie«in- chüchtern ließen, sammelten sich auch immer größere Massen von Vorübergehenden an. Schließlich war die ganze Straße geradezu von den Ansammlungen gesperrt. Di« Kommunisten uhlten sich stark. Polizeibeamte waren keine zur Stelle. Der einzige, der sich bis dahin gezeigt hatte, war unmittelbar vor dem Beginn der kommunistischen Gewalttaten wieder sortgcgan- gen. Ms di« KPD.-Helden das merkten, singens w nach altgewohnter Art an zu schubsen und zu lohen. Als unsere Genossen sich das verbaten und die..Püffe und Stöße erwiderten, wurde ihnen gesagt: ,Zier werden keine sozialdemokratifchcu FluMätter verbreitet!" Etliche der Rowdys ver- uchten, unseren Genossen die Flugblätter zu entreißen, hatten aber damit kein Gluck. Run griffen st« zu Schlagring und Messer. Der Genosse Baumgärtel bekam einen heftigen Schlag ins Gesicht. Er wollt« zu seiner Signalpfeife greifen, um Hilfe herbeizurufen. Da stach«iner der Mordbuben auch schon aus ihn«in. Genosse Baumgärtvl glaubte zunächst noch, er sei mit einem Schlagring getroffen. Er lief hinter dem ausreißenden Messerstecher her, bekam ihn auch zu fassen, Doch in demselben Augenblick kamen auch schon Deckungskolonnen der Kommunisten herbei, die den Täter wieder befreiten, indem sie Baumgärtel ve» prügelten. In diesem Augenblick kam der Genosse Max Markus aus den soeben zurückgeschlagenen Genossen Baumgärtel zu und rief:„Schorsch, sie haben mich g« st o ch e n." Kaum hatte er dies ausgesprochen, da brach er auch schon bewußtlos zusammen. Nun machten sich mehrer« Genossen an oie Verfolgung des Mörders. Es gelang ihnen auch, ihn einzuholen und festzuhalten. Sofort setzten größere DeckuugStrupps der Kommunisten an, um den Messerstecher zu befreien. Die groß« zahlenmäßige Ueberlegenheit ließ das auch gelingen. Bei dieser Befreiung bekam der Genosse Kleemann, der den Messerhelden festgepackt harte und auch hielt, einen Schlag über den K o p s, der das Blut in Strömen rinnen machte. Kkeemann ließ jedoch nicht locktr. Daraufhin versetzte man ihm noch einen Stich in den Rücken.’ Der Mörder konnte entfliehen. Aber der Arbeit der Polizei ist eS gelungen, sein« Persönlichkeit völlig zweiselfrei festzustellen. Es sst der 18 Jahre aite Martin Kroll auS der Gundorfer Straße 24, wo er in der Obhut seines Pflegevaters, deS ehemaligen kommuni st ischen Landtagsabgeordneten Georg Schwarz, jetzt Angestellter der Kommunistischen Partei m Leipzig, aufwuchS. Genosse Markus war weder an der Flugblattverbreitung noch an den Auseinandersetzungen mit den Kommunisten beteiligt. Er kam rein zufällig, nicht einmal in der Kleidung der SAJ. oder des SPD.-Jugendschutzes, aus seinem Rade vorbei. Dennoch wurde er von dem kommunistischen Messerhelden blindlings nieder gestochen. llnaugeuehme Fragen au die Nazi. Im Agitationsblatt Nr. 9, herausgegeben vom Vorstand des Einhcitsvcrbanües der Elsenbahner Deutschlands lesen wir: Di« Nazis bleiben stumm. An 3000 Plakatsäulen in Frankfurt a. M. war folgendes Plakat der Deutschen Staatspariei angeschlagen: „Wollen Sie 1000 Mark verdienen?" Dann beweisen Sie uns— durch gerichtliche Darstellung— daß eine der folgenden Tatsachen unwahr ist. Sie erhalten dann den Betrag sofort ausgezahlt. Wir stellen fest: 1. Daß Hitler Südtirol verrate» hat, als er am 80. März 1927 in München erklärte:„Was hat man gegen Italien? Südtirol! Damit beginnen sofort alle Spießer lebendig zu werden. Wer hat die Stirn, für 170.000 Deutsche in Südtirol vielleicht 300.000 Deutsche auf dem Schlachtfeld zu opfernd 2. Daß dir Nationalsozialisten", entgegen ihren Versprech»«-»«,»ach wir vor chre Diät«» für sich einkassieren. Reich-tagspräsidcnt Loebe mußt« in einem Brief vom 14. Feber ISöl an den nationalsozialistischen" Abgeordneten Stöhr ausdrücklich feststellen, daß die nätional- „sozialistischen" Abgeordneten auf ihre Diäten nicht verzichtet haben. Welcher Arbeitslose hat von dem angekündigten Diätenverzicht eine» Nutzen gehabt? 3. Daß di« Nationalsozialisten" Hindenburg»«> schimpfen, indem sie in ihrer Zeitschrift(„Angriff") aus Anlaß der Beerdigung Strese- manns schreiben:„Schleppt man doch sogar den armen alten Hindenburg hinter dem Sarge her, wie«inen unterworfenen Barbarenführer hinter einem römischen Triumpfwagen, ein klägliches Schauspiel." 4. Daß die Nationalsozialisten" dl« Inflation »ringen mit ihren Schrecken, wenn ihre Pläne (Feder MdR. in den„Nationalsozialistischen Monatshaften" Nr. 10), die Zinsknechtschaft „durch Ausgabe von DarlehcnSkassenscheinen bezw. zinslosen Krediten" zu brechen, durchgeführt werden; 5. Datz De.(Goebbels dir Unwahrheit gesagt hat, als er in einer Gerichtsverhandlung wegen Bc. leidignn- Hindenburgs behauptete, daß er vor Jahren während de« Reichtpräsidrntfchaftswahl- kampfes vierzehn Tage für Hindenburg in einem belgischen Gefängnis gesessen habe und dort mit der Reitpeitsche traktiert worden sei. S. Datz Dr. Frick, als er Minister war, rin Jahreseinkommen von etwa 30.000 Mart auS öffentlichen Mittel» hatte, nämlich>i,.M> M. Gehalt, 2000 Mark Aufwandentschädigung, 2160 M. Wohnungsgeld, und Reichstagsdiäien. Auch Hitler hat sich ja jetzt wieder zu seiner Achtzimmerwohnung(Jahresmiete 5520 M.) und seinen AutoS— ein neues Auto für 44.000 M. geleistet!" Bis zum heutigen Tage— 8 Wochen find seit dem Anschlag feneS Plakates verflossen— hat noch kein Nazimann versucht, die Belohnung von 1000 Mark zu bekommen.— Wir glauben, es wird dies auch weiterhin kein Nazi versuchen. Genossen! auSgeleq, t fi r v»e verbreuung unserer Zeitung agitiere». Satz» euch Sderall für»nltrt Parteipresse et». 3» das Heim ve« Arbeiter» gehört»ie Arbetterpresse. Darum, Genossen u.Genossinne» 45 (Nachdruck verboten.) Pfeile ei» dem Jenseits. Von Nans-Herbert Varlen. Copyright(Steinet&(ko., Berlin NW.& „Sie haben recht, Bing! Aber das hätte ich auch selbst wissen müssen. Was machen wir?... Ich schlage vor, es wie Schulknaben zu machen. Wir klettern über den Zaun." „Allrigthl" schmunzelte Bing.„... hoffentlich zerreißen wir uns dabei di« Hosen nicht und kriegen von Muttern Hiebe!" Clay lächelte. Aber es waren nur seine Lippen, die lächelten. Dieser Mann brauchte sich nicht um seine Hosen zu sorgen, dachte Clav, als er sah, mit welch fabelhafter Geschmeidigkeit Bing über das sehr hohe und spitze, schmiedeeiserne Tor kletterte, Clay keuchte. Ihm wurde es nicht so leicht. Als junger Anfänger hatten ihm solche Wege nichts ausgemacht. Aber jetzt war Clay berühmt, ein wenig zu gut genährt und gänzlich aus der Hebung. Er schämt« sich fast ein wenig vor Bing. Zu seinem Pech griff er auch noch in der Dunkelheit fehl. Er rutschte ab. Er riß sich die Haut von den Händen und fluchte noch, als Bing ihn auffing. „Man sollte es nicht glauben, daß Sie ein weltabgewandter Dichter sind?", sagte Clay und machte einige Schlangenbewegungen mit seinem Arm, den er sich verrenkt hatte. „Ja, vielleicht stoßen Sie bei mir auch noch auf.., Ueberraschungen!" antwortete Bing kichernd. Aber trotz seines Kicherns war doch ein seltsamer Ernst in BingS Stimme gewesen, der Clay unangenehm berührte. Aber gleich darauf sagt« Clay zu sich: „Gespenster!", und er machte einen Lufthieb nach diesen Dingen, die ihn zu bedrohen schienen und die nicht waren. Sie liefen in langen Sätzen durch den Park. Clay hatte den Anfang mit dem Laufen gemacht. Der Park war sehr dunkel und ein wenig un- heimlrch mit seinen langen dünken Fichten, die den Weg säumten. Außerdem hatte Clay wieder das unangenehme Gefühl, als ob ihn irgendwelche Augen beobachteten. Er hätte am liebsten auch danach geschossen wie Terrible... Durch die hohen Bäume war das Palais verborgen gewesen. Ganz plötzlich standen sie davor. Es war ein riesiger viereckiger Kasten. Es gab keine Ballone und Veranden. Nur die Fenster waren ungewöhnlich hoch und breit. DaS Palais lag dunkel und tot da. Nur ei« einziges Zimmer war erleuchtet.. Das Licht dieses Zimmers zog Bing und Clay an wie das Licht die Motten. Das erleuchtete Fenster lag im Parterre. „Da ist... Lundberg!" schrie Bing fast auf. Lundberg saß am Fenster und rauchte scheinbar in größter Gemütsruhe eine Zigarre. Das Licht einer großen Stehlampe schnitt ihn grell und beleuchtete aus dem Hintergrund des Zimmers heraus. Trotzdem er völlig allein war, lag das stetige Grinsen um seinen Mund. Der Abeiüi war kühl, und doch wischte sich Lundberg die Schweißtropfen von der Stirn. Clay mußte wider Willen lächeln. Er dachte daran, daß Lundberg lvahr- schcinlich sogar im Schlaf grinse. Daß Lundberg auch im Schlaf schwitzte und sein riesiges weißes Taschentuch benutzte, davon war Clay überzeugt. Lundberg stand langsam auf und sah lauschend auS dem Fenster. Hatte er Schritte gehört? Clay und Bing standen unbeweglich hinter einem Riesenoleapder. Clay wußte eigentlich selbst nicht, warum er sich verbarg. Er war gekommen, um den Mann zu verhaften. Doch der Eindruck, den dieser Mann machte, sprach seiner aufgestellten Theorie Hohn. Es war nicht daS Benehmen eines Mörders. So sah kein Bandenführer auS, der sich von der Polizei verfolgt weiß,.. Dies war es, was Clay veranlaßt hatte, stehen zu bleiben und zu überlegen. „Dieser Mörder scheint eine große Gemütsruhe zu besitzen...!" flüsterte Bing.„... aber fallt Ihnen nichts auf?" „Nein!" „Er raucht... und hält die Zigarre mit der linken Hand. Ist Lundberg ein Linkshänder?" „Soviel ich weiß, ist er... rechts!" knurrte Clay, der sich ärgerte, daß Bing schon wieder Entdeckungen machte. „Ja, er ist bestimmt rechts. Jetzt sehe ich eS deutlich. Er trägt den Revolver in der rechten Hand..." „Den Revolver? Er bat die Rechte in der Tasche.. „Tatsächlich..., er hält etwas in der Faust. Es ist möglich, daß er einen Revolver hält..." „Es ist so..., und er wartet auf eine Gefahr!" „Er erwartet uns!" sagte Clay, und eS war wieder Befriedigung in seiner Stimm«, denn der Revolver dieses Mannes war eine Stütze seiner Theorie. „Daß er Sie erwartet, will ich damit nicht gesagt haben!" flüsterte Bing. Clay verstand den Sinn von Bings Worten nicht. Er schwieg, denn jetzt-schloß Lundberg das Fenster. Es fiel Clay jetzt auch auf, daß sich Lundberg nur seiner linken Hand bediente. Die Zigarre hatte er fortgelegt. Er schloß das Fenster umständlich mit der linken Hand. Die Recht« blieb in seiner Tasche. Als Lundberg sich vorbeugte, straffte sich der Stoff über der Tasche, Clay sah jetzt, daß diese Faust einen Revolver umklammerte. Als daS Fenster geschloffen war. wurde ein« Gardine vorgezogen. Der Stoff der Gardine aber war so dünn, daß sie deutlich Lundberg ruhelos im Zimmer auf und ab gehen sahen. „Er wartet auf etwas, das ist keine Frage!" sagte Bing. „Er wird sich nicht gutwillig verhaften lassen!" antwortete Clay und dachte an den Revolver in Lundbergs Faust. Plötzlich erlosch das Licht in dem Zimmer. >,Jetzt wird es Zeit!" sagte Clay. Aber Bing sagte: „Warten wir noch«ine Weile..., vielleicht envartet er noch einen anderen als uns!" Nach einigen Sekunden flammte in einem Nebenzimmer daS Licht auf. Sie sahen einen Augenblick Lundbergs Schatten auftauchen und wieder in der Tief« des Zimmers verschwinden. „Kommen Sie, Clay..., hier ist ein prächtiger Baum. Direkt vor dem Fenster." Wer ehe sie hinaufkettern konnten, hörten sie von drinnen laute und furchtbare Hilfeschreie. Es war die Stimme Lundbrcgs. Sie sahen sekundenlang den Schatten Lundbergs wieder am Fenster. Er ging rückwärts mit erhobenen Händen. So, als wenn er verfolgt würde. „Es geht ihm an den Kragen. Wir müssen ihm helfen!" ries Clay, und er lief mit Bing zum Fenster. Sie hatten das Fenster noch nicht erreicht, als eine gewaltige Detonation ertönte. Die Fenster sprangen kirrend heraus. Ein GlaS- regen gingen über Clay und Bing nieder. Eine Feuerlohe schlug aus dem Fenster. Kall und brennender Mörtel überspritzten Clay und Bing. „Das war eine Bombe!" schrie Clay und rang nach Atem. Der Luftdruck warf beide fast zu Boden. „Diese Bombe galt aber nicht uns!" antwortete Bing und rieb sich den glühend heißen Staub und Mörtel aus dem Gesicht. AuS Lundbergs Zimmer schlug ein erstickender Oualm jetzt heraus. Ein keiner Windstoß lichtete auf Sekunden den schwarzen Rauch und ließ die brennenden Gardinen wie feurige Zungen ins Zimmer lecken. (Fortsetzung folgt.) Nr. 182 Mittwoch, 19. August 1931. Seitr 3 Der internationale Textilarbeiter- tonsreß in Berlin. -Montag, den 17. ds., wurde in der„Kroll- Oper", der 13. Kongreß der Textilarbeiterinternationale vom Vorsitzenden des reichsdeutschen Textilarbeiterverbandes, Genossen Schrader, eröffnet. In seiner Eröffnungsansprache verwies der Vorsitzende auf die schwierigen Probleme, die der Kongreß im Interesse der Textilarbeiter aller Länder zu losen hat. An dem Kongresse, welcher in der Zeit vom 17. bis 22. h. M. tagt, nehmen 122 Delegierte aus 13 Ländern teil. Nicht vertreten sind an dem Kongresse Ungarn und Palästina. Dem Kongresse ging am Vorabende eine Festveranstaltung voraus und zwar aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des Deutschen Textilarbeiterverbandes und des 13. internationalen Textilarbeiterkongresses, an welcher Feier die Kongreßdelegierten teilnähmen. Begrüßungsansprachen am Kongresse hielten: Der Vertreter des Arbeitennlinisteriums, Ministerialrat Röttig, der Vertreter der Stadt Berlin, Genosse. Wells für die sozialdemokratische Partei in Deutschland, für den A. D. G.-B. Hermann Müller, für den I. G.-B. Schevenells und für das Internationale Arbeitsamt Staat. Am ersten Nachmittag erstattete Kollege Ton: Shaw- England, den Sekretariatsbericht, und es fand anschließend daran eine Aussprache statt. Möge nun der Kongreß jene erfolgreiche Arbeit leisten, die zur' Besserung der Lage der Textilarbeiter aller Länder führt.- Die Hitler-Kommunifteu greifen in ihrer Verlegenheit, den Arbeitern die Allianz zwischen Hakenkreuz und Sowjetstern zu erklären, zu dem Mittel der hemmungslosen Frechheit. Man merkt es, daß die Kapetschisten- blatteln in Aussig von dem Reimann redigiert werden, der nächst dem Viktor Stern die sozusagen eisernste Stirn unter den Wortführern des Dankrottismus hat. Da erscheint ein Leitartikel„Bon Braun bis Hitler— eine Front", in der weiter vom„roten" Volksentscheid fabuliert wird, in dem die Kozi tun, als hätten sie nie mit einem Nazi Bruderschaft gemacht, und der mit der mehr als frechen Behauptung schließt: „Von Braun bis Hitler schließt sich die Einheitsfront gegen die einzigen, di« am 9. August einen Erfolg errangen, gegen di« revolutionären Bolksmafsen Deutschlands, die am 9. August ihren Willen zur Vernichtung der fascistischen Diktatur unter der Führung ihrer Kommunistischen Partei bekundet haben!" Das wurde geschrieben zur selben Stunde, da die mit den Nazi verbündeten moskowitischen Mordbanden in Leipzig sozialdemokratische Arbeiter überfielen und einen Jungarbeiter niederstachen. Ganz abgesehen davon, daß die Kozi mit dem Volksentscheid verkracht sind, weil ihnen, was sich an den Einzelresultaten nachweisen läßt, dl« Arbeiter di« Gefolgschaft versagt haben, bleibt doch die Schande bestehen, daß sie Hitler in den Sattel hebyl wollte n. Sie aber haben die Stirn, ihren Freund und Kommandeur. zu verleugnen und von einer Einheitsfront Hitlers und Brauns zu reden. Dabei ist es für jeden denkenden Arbeiter durchsichtig, was jetzt in Deutschland gespielt wird: Hitler bleibt in Reserve, um eventuell„legal" an die Macht gelangen zu können und um seins SA zu schonen, während die moskowitischen Kalfakter für ihn ins Feuer gehen und die Ermordung der sozialdemokratischen Arbeiter ihre Sprge sein lassen. Wenn der Reimann fortfahren wird, diesen Tatbestand zu verdrehen, dann wird ihm kaum das Los erspart bleiben, das seinem Parieibruder Freund widerfahren ist, dem die Arbeite?, angewidert von der bolschewistischen Demagogie, in offener Versammlung ins Gesicht gespuckt haben! Proteftversammlung der Anglobank- Beamten. Die in der am 17. August 1931 stattgefun- vene Protestkundgebung versammelten Angestellten der Anglo-Tschechoslowakischen und Prager Creditbank haben nach Anhörung der Referate über den Eingriff der Bankleitung in die Existenzfragen der subalternen Beamtenschaft folgende Resolution beschlossen: , Wiederum sollen durch neuerlichen Abbau vie Angestellten betroffen werden, während die Anzahl der Direktoren und der anderen leitenden Funktionäre sowie deren Gehalte, die den größten Teil der Bankregie ausmachen, auch Weiterhin unangemessen hoch bleiben. Die mit Staatsgeldern aus den Mitteln der Steuerträger sanierte Bank dient hier den Interessen einzelner und unternimmt einen direkten Angriff auf oie Existenzen der subalternen Beamten. Die allen drei Jnstitutsorganisationen ange- Wossenen auf der Versammlung vertretenen Angestellten fordern energisch, daß ihre Existen- scn unter Anwendung aller Mittel geschützt und oie Absichten der Bank zunichte gemacht werden. Exekution gegen«inen Bezirk. Wie>,Leske Elvvo" berichtet, hat di« Arbeitelunfallversiche- ^Ungsanstalt für Böhmen eine Straßenmaschine des Bezirkes Semil pfänden lassen, da ihr der Bezirksausschuß an Beiträgen für die beim Bezirke beschäftigten Arbeiter den Betrag von kl.000 Kronen schuldet«. Im letzten Augenblick gelang es, das Geld.anfzubringen und damit die Einstellung der Exekution zu erreichen. ßine„Bank für internationale Agrarkredite"? Beratungen in Rom. Rom, 18. August.(Stefani.) Im Internationalen Agrikultur-Institut findet zur Zeit eine wichtige Tagung in Anwesenheit von Delegierten aus 20 Staaten, des Völkerbundes und der Bank für internationale Zahlungen zum Zwecke der Schaffung einer Bank für internationale kurzfristige Agrarkredite statt. Die Gründung dieser Bank ist bekanntlich bei der letzten internationalen Getreidekonferenz vorgeschlagen worden. Nach mehreren Sitzungen wurde ein Protokoll unterzeichn net, in welchem die Initiative des Internationalen Agrikultur-Institutes sowie der Text dreier Dokumente gebilligt wird, die den Arbeiten der nächsten Konferenz zur Grundlage dienen werden. Tas Internationale Agrikultur-Institut wurde aufgefordert, diese Konferenz für Novem- Das politische Interesse des demokratischen Sozialismus konzentriert sich gegenwärtig auf Mitteleuropa, auf die Ereignisse in Deutschland. Auch auf dem Wiener Kongresse der S. A. I. sind die Verhältnisse in Mitteleuropa Gegenstand einer besonders eingehenden Erörterung gewesen. Unverkennbar aber ist es, daß in dem Land, in dem die Ausgangspunkte sozialistischer Theorie und sozialistischer Praxis zu suchen sind, sich die sozialistische Bewegung in der Defen- stve befindet, links bedroht durch bolschewistische Zersetzungsversuche und rechts durch die bewaffneten Bänden des Rüstungskapitals. Wenn wir aber unfern Blick nach dem Westen und Norden Europas wenden, so wird jeder Pessimismus von uns weichen. Vor wenigen Wochen erst zogen die Sozialisten Spaniens als die stärkst« Partei in die Cortes ein, England hat schon seit zwei Jahren eine Arbeiterregierung und auch die französischen Sozialdemokraten haben die besten Aussichten bei den Kammerwahlen des nächsten Jahres. Zll den Parteien, auf die sich das Schwergewicht der internationalen, sozialistischen Arbeiterbewegung zu verlegen scheint, gehören auch di« beiden großen sozialdemokratischen Landesorganisationen Schwedens und Dänemarks, deren Entwicklung vom Fascismus überhaupt nicht und vom Bolschewismus nur in geringem Ausmaß bedroht ist. Erst spät hat im Norden Europas die industrielle Entwicklung und damit das Leben einer, sozialistischen Arbeiterbewegung begonnen. Die Sozialdemokratie Deutschlands stand in der Aera des Sozialistengesetzes, Bernstein verschickte von Zürich sein mutiges Kampfblatt, als die Wellender marxistischen Propaganda nach dem Norden kamen. Doch in diesen Ländern ging die Entwicklung mit Eilschritten vor sich, die Sozialdemokratie konnte dank den demokratischen Staatseinrichtungen die bürgerllchen Parteien bald überflügeln und das vorläufige Ergebnis für diese beiden Länder ist, daß Dänemark eine in ihrer Mehrheit sozialistische Regierung besitzt und daß man auch in Schweden für die nächste Zukunft damit rechnen kann, daß die Kommandohöhen der Politik mit Sozialisten besetzt werden. Das Entwicklungstempo der schwedischen Sozialdemokratie ist ein besonders rasches gewe, sen und ist ein Beweis für die Ueberzeugungs- krqft der sozialistischen Idee, die über alle Hindernisse hinweg zum Siege führt. Und Hindernisse hat es für die schwedische Arbeiterbewegung, vor allem für die beiden Männer, die an rhrer Wiege standen, für August Palm und Hjalmar Branthing, genug gegeben. Auch in Schweden gab es in den achtziger Jahren ein sogenanntes„kleines Sozialistengesetz", das die zarten Anfänge einet sozialistischen Organisation und Presse, zerstörte. Die vier kleinen Parteizeitungen mussten 1888 ihr Erscheinen einstellen, weil alle Redakteure hinter den berühmten schivedischen Gardinen saßen. Unter ihnen war auch der Mann, der zweimal das höchste Amt bekleidete, das Schwedens König zu vergeben hat, Hjalmar Branthing. Er war der Führer der schwedischen Arbeiterklasse, er ging für sie ins Gefängnis, war bis zum Jahre 1901 ihr einziger Vertreter im schwedischen Reichstag und hat sie eine weite Streck« auf dem„Weg zur Macht" geführt. Sein Ableben im Jahre 1925 war ein schwerer Verlust für di« ganze sozialistische Welt und auch seine politischen Gegner haben ehrende Worte für seine geniale Größe gefunden. Unter dem Drucke der Sozialdemokratie wurde das Wahlrecht immer mehl erweitert, das letzte Mal 1919, als die Frauen das Stimmrecht erhielten. Das Zweikammersystem setzt jedoch der Partei noch heute eine Schranke. Wahrend in die zweite Kammer des schwedischen Reichstages auf Grund des gleichen, direkten Wahlrechtes gewählt wird, gehen die Mitglieder der ersten Kammer aus indirekter Wahl hervor, sie werden von den 24 Landsthingen(Landtagen) und den Stadtvertretungen der größeren Städte gewählt. Die Unzuverlässigkeit der beiden bürgerlichen Linksparteien bei Stichwahlen brachte es mit sich, daß die Sozialdemokratie in der ersten Kammer, in der sie vor 1911 überhaupt nicht vertreten war, meist nicht die ihr zukommende Stärke besitzt. Heute verfügt sie in der ersten Kammer über 52 Mitglieder von 150 und in der zweiten Kammer ist sie mit 90 von 240 Abgeordneten die weitaus stärkste Partei und ihr Fraktionsmitglied Bernhard E r i c s o n sitzt auf dem Stuhl des Kammerpräsidenten. Auch in den Gemeinden ist die Partei sehr stark vertreten, in 34 Orten mit über ber dieses Jahres einzuberufen, damit das Statut der Bank für internationale kurzfristige Agrarkredite definitiv ausgearbeitet werden könne. Amerikanische Gewerkschaften für Beitritt zum Haager Gericht. • Atlantic City, 18. August.(Reuter.) Der Vorsitzende der amerikanischen Arbeitsföderation, die zur Zeit in Atlantic City eine Tagung abhält, Green, hat an den Senat der Bereinigten Staaten den nachdrücklichen Appell gerichtet, mit möglichster Beschleunigung den Beitritt der Vereinigten Staaten zum Internationalen Gerichtshof im Haag zu genehmigen. Green erklärte, der Beitritt der Vereinigten Staaten würde in hohem Maße den Interessen des Friedens, des guten Willens und der Freundschaft unter den Nationen dienen. 5000 Einwohnern besitzt sie in den Vertretungen die absolute Mehrheit, darunter auch in der Reichshauptstadt. Die Mitgliederzahl ist gerade in de» letzten Jahren besonders stark angewachsen, was auch dem Umstand zu verdanken ist, daß einige Gewerkschaften den kollektiven Anschluß an die Partei vollzogen haben. Die Mitgliederbewegung der S. S. A.(Sveriges Socialdemokratiska Arbetarparti) weist in den letzten fünf Jahren folgende Entwicklung auf: 1926 189.000 1927 203.000 1928 221.000 1929 234.000 1930 260.000 Erfreulicherweise kann man gleichzeitig feststellen, daß Schwedens Sozialistische Frauen- und Jugendbewegung gleichfalls sehr starke Stellungen errungen hat. Der schwedische sozialistische Jugendverband ist mit 61.000 Mitgliedern die stärkste Sektion der Jugendinternationale. Das ist darauf zurückzuführen, daß es in Schweden feine Gewerkschafts- sugendgruppen gibt und daß man für die Mitgliedschaft im schwedischen Jugendverband keine obere Altersgrenze festgesetzt hat, wie in den übrigen der Jugendinternationale angegliederten Verbänden. Üeber eine gute Organisation verfügt auch der sozialistische Frauenverband, der mit seinen 3000 Frauenklubs über das ganze Land verbreitet ist. In Hinblick auf die Partei presse können die Parteijahrbücher jährlich mindestens einen neuen Publizistischen Mitkämpfer begrüßen. Gegenwärtig gibt es 29 von der Partei anerkannte Presseorgane, von denen mehr als die Hälfte täglich erscheinen und die meist in eigenen Druckereien heraestellt werden. Das Zentralorgan„Social- De m o k r a t e u" ist ein sehr modern ausgestattetes Blatt; in Format und Umfang den großen schwedischen Nachrichtenblättern angepaßt, steht.es auch in seinem Jn- formationsdixnst nicht hinter der bürgerlichen Presse zurück. Aus alley diesen Tatsachen geht hervor, daß Schwedens Sozialdemokratie gefestigt allen kommenden Kämpfen, besonders den Kammer- wahlen des nächsten Jahres entgegengeht. Gleichzeitig kann festgestellt werden, daß die Krise der Partei, die in den ersten Nachkriegsjahren durch kommunistische Absplitterungen zum Ausdruck kam, überwunden ist. Heute können die Moskauer nicht mit der geringsten Berechtigung in Schweden ihr künftiges Operationsfeld erblicken. Besser als in andern Ländern hat es sich in Schweden gezeigt, daß sich die Kommunisten durch ihre beständigen Parteiinquisitionen s e l b st ihren Lebensfaden abschneide>l. Dazu kommt noch, daß politische Gewaltmethoden, in einem Lande, dessen Entwicklung auf gesetzlichem Wege bedeutende Fortschritte gemacht hat, besten Bevölkerung politisch erzogen und. in ihrer Mehrheit demokratisch gesinnt ist, absolut nicht am Platz sind. Das haben im Verlauf der letzten zehn Jahre die meisten schwedischen Kommunisten selbst eingesehen, es war ihnen nicht möglich, Moskaus schablonenartige Parolen auf Schweden anzuwenden und sie haben mehr als einmal rebelliert. Da war es nn Jahre 1925 zunächst Höglund, Führer der schwedischen Kommunistenpartei, der eine oppositionelle Gruppe ins Leben rief und sich mit den Vertretern der Sozialdemokratie zu Einigungsverhandlungen zusammensetzte. Höglund und Genossen erklärten sich bald in allen wesentlichen Punkten mit bem Programm der Internationale und der schwedischen Partei einverstanden und führten der Sozialdemokratie ihre 4000 Anhänger zu. Ein Zeichen dafür, daß eine Einigung zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten nicht so ganz unmöglich ist, vorausgesetzt, daß die letzteren den Glauben an die Autoritäten des Ostens verloren haben. Den zweiten schweren Schlag erhielt die Komintern im Herbste 1929, als das mit den schwedischen Kommunisten höchst unzufriedene Ekki seinen Stockholmer Statthalter K i l b o m für abgesetzt erklärte. Die anbefohlene Parteidiskussion wurde zwischen Moskau und Kilbom in Form eines physischen Kampfes um die Redaktion des„Folkets Dagbladet" geführt. Kilbom behauptete das Schlachtfeld, die Mehrheit der Kommunisten trat zu ihm über und die aus acht Mann bestehende Parlamentsfraktion erklärte sich für ihn. Daraufhin wurde eine neue frisch linierte Partei gegründet und ein eigenes.Blättchen herausgegeben, das von rus sischen Unterstützungen und von Schimpfkanonaden auf„Liquidatoren" und„Sozialfascisten" lebt. Die wenigen Anhänger der neuen Partei rekrutieren sich fast zur Ganze aus den rückschrittlichsten Teilen des Landes, die schon immer die Heimat aller Art von Radikalismus gewesen sind, aus Norrbotten, dem Siedlungsgebiet der Lappen und aus Westernorrland..(Daß sich Nordschweden auch in anderer Hinsicht durch Radikalismus auszeichnet, beweist die Tatsache, daß eine für das Alkoholverbot eintretende Richtung der freisinnigen Partei den Namen ,Morrlandsfreisinn" trägt.) Nur noch 17.000 Stimmen haben die Kommunisten Moskaus bei den Landsthingwahlen des letzten Jahres erhalten, bannt hat ihnen die Arbeiterschaft eine deutliche Absage erteilt. 17.000 Stimmen für die Diktatur, 580.000 Stimmen für den demokratischen Sozialismus, 38.000 sirr die kommunistische Opposition— die Zahlen sprechen für sich. * Dreimal schon hat in S ch W e d« n e l». sozialistische Regierung die Bühne des polnischen Handelns betreten, dreimal schon konnte ein rein sozialistischer Ministerrat seine Tätigkeit zum Wohle der Arbeiterschaft.ausüben, doch immer nur durch eine Unterstützung dec bürgerlichen Linksparteien, deren Zuverlässigkeit auch hier sehr begrenzt war. Das erste Mal hat es die schwedische Arbeiterklasse im Jahre 1919 bewiefen, daß sie fähig ist das Staatsschiff zu steuern. In der vorhergegangenen liberal-sozialistischen Koalitionsregierung waren Mißftimmigkeiten wegen des Gc- meindesteuergesetzes ausgebrochen. Die Regierung Eben trat zurück, der Berufung Branthings zum Ministerpräsidenten war der Weg geebnet. Das erste Werk der neuen Negierung ipao die Erweiterung des Wahlrechtes, die außer der bereits erwähnten Dekretierung des Frauenwahlrechtes auch eine Herabsetzung des Wahlalters auf 23 Jahre zum Inhalt hatte. Die militärische Dienstzeit wurde herabgesetzt. Kom- Missionen für Sozialisierung, für Trustkontrolle und industrielle Demokratie traten trotz. dem Widerstreben der immer noch sehr starken Rechten in Aktion und arbeiteten wissenschaftliche Gutachten aus. Als mau aber in der'Frage der Alandsinseln, die ein Streitobjekt zwiscyrn Finnland und Schweden waren, international«, sozialistische Grundsätze auf dem Gebiet der äußer« Politik zur Anwendung bracht«, da war das den Bürgerllchen zuviel, Branthing wurde- nach siebeneinhalb Monaten erfolgreicher Tätigkeil gestürzt. Beamten- und Rechtskabinettc losten die Sozialistenregierung ab. Nach den Wahlen des Jahres 1924 Mögest die Sozialdemokraten mit 104 Mandaten in die zweite Kammer des Reichstages ein und Branthing konnte zilm zweiten Mal seine Regierungserklärung zur Verlesung bringen. Bald aber wurde der Todkranke von Rickaxd Sandler abgelöst. Unter Branthings zweiter und Sandlers erster Regierung lvrirde fieberhaft am?lus- bau der sozialen Gefetzgebung gearbeitet: es erfolgte die endgültige Festsetzung der acht- stündigen Arbeitszeit, die Reform der Unfall- und Sozialversicherung und unter der besonderen Mitwirkung, der weiblichen Reichstägsmitglicder wurde auch dl« Mutterschaftsunterstutzung zur Tatsache. Dir 'Regierung vertrat die Interessen der Konsumenten, als sie die Verbrauchs-steuern, vor allen Dingen die Kaffeesteuer herabsetzte. Die Regierung vertrat di« Interessen der Arbeiter, als sie ein Trusbkontrollgesetz schuf, das ihr weitgehende Möglichkeiten des Einblickt in die Geschäftsführung der Monopole sicherte. Im Interesse der ganzen gesitteten Menschheil aber handelte die Sozialistenregierung, als in Schweden eine wirkliche Rüstungsbeschränkung durchgeführt wurde, während man in den meisten andern Ländern das Wort „Abrüstung" nur auf den Lippen führte.. Der Friedeirswille des demokratischen Sozialismus wurde gegenüber einer bis an die Zähne bewaffneten Welt manifestiert. Die Friedensstärke der schwedischen Armee wurde von 6 auf 4 Regimenter herabgesetzt, die.Zahl' der Offiziere von 2600 auf 1600, die Zahl der Unteroffiziere von rund 2000 auf 1000. Die Sozialisten auf Schwedens Ministersesseln haben den Kontakt mit der Arbeiterschaft des Landes niemals verloren. Als in Stripa ein Arbeitskonflikt ausgebrochen war und die Unternehmer von der lokalen, staatlichen Arbeitslosenkommission Streikbrecher anforderten, da wurde ihrem Verlangen infolge Eingreifens der Regierung nicht entsprochen. Das liberale Bürgertum hatte die Abrüstung befürwortet, hat die sozialen Gesetze angenommen, aber daß eine Regierung in einer Auseinandersetzung zwischen Arbeit und Kapital sich auf die Seite der wirtschaftlich Schwächeren stellte, das war für sie unerträglich. Als die Regierung einen Sonderkredit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vom Reichstag beanspruchen wollte, sah sie sich der geschlossenen Front der Bürgerparteien gegenüber. Mit zwei rühmlichen Ausnahmen, darunter Kerstin H e s» elgren, Sozialpolitikerin und erste Frau im chwedischen Reichstag, stimmten alle, Freifiinnige und Liberale, gegen die Regierung und veranlaßten sie in den Junitagen des Jahres 1926 zum Rücktritt. Der freisinnige Parteichef E k- mann wurde Ministerpräsident, die Sozialdemokraten sind seither wieder in Opposition. Drei sozialistische Regierungen haben Schweden ein großes Stück vorwärts gebracht, drei ozialistische Regierungen wurden vom Bürgertum gestürzt. Die vierte sozialistische Regierung wird das dauernde Vertrauen eines Arbeiterreichstages besitzen und wird im Lande der poli- tischen Demokratie auch der sozialen Demokratie zum Siege verhelfen. Walter Kolarz. Stadens MMüMMW auf dem Vormarsdi. Seite 4 Spur. Tagesneuigkeiten Bantraub in Berlin. urteilt. Mittwoch, 19. August 1931. Tr. 192 jedoch den Angaben Schneiders feinen Glauben teuernde und die Bevölkerung schwer belastende er, auch ein größeres Werk über die tschechische und da dieser überdies seine Selbstbeschuldi- Funktion des Zwischenhandels deutlich und be- Dichterin Božena Němcová. Sein Selbstmord gung zurüdzog, wurde er schließlich vom Morde weiskräftig zu ersehen. dürfte aus Gram über das unlängst erfolgte freigesprochen und wegen Vorschubleistung verHinscheiden seiner Gattin, einer Enkelin der Bewaffnete Räuber brechen mittags in eine Gewinner des Haupttreffers melden sich tschechischen Dichterin Božena Němcová, erfolgt Reichsbantfiliale ein und entwenden 20.000 Mart. manns am 17. Juli 1931 eine neuerliche Verlosung der Staatslotterie der Haupttreffer Nunmehr haben die Anwälte Philipp Hals nicht. Vor vierzehn Tagen wurde bei der sein. Er hinterläßt ein unversorgtes Kind. Ein Beamter schwer verletzt. Anzeige gegen Johann Schneider erstattet und im Betrage von 1 Million Kě gezogen. Die werden ab 1. Oktober d. J. neue FrachtNeue Frachtbriefe. Wie bereits gemeldet, Berlin, 18. Auguft. In Schöneberg wurde dem Straflandesgericht in Innsbruck den An- Besitzer des Loses sind 5 Leute, von denen sich werden ab 1. Oktober d. J. neue Frachtheute von zwei bewaffneten Räubern ein leber- trag überreicht, das Strafverfahren gegen Phi- bisher zwei, einer ist aus Prag, der andere eingeführt werden. Auf zahlreiche Anfragen teilt briefe für den Inlandsverkehr fall auf die Nebenstelle der Reichsbank verübt, lipp Halsmann wieder aufzunehmen. Die dem soll ein Arbeiter aus Teplitz- Schönau sein welcher geradezu an amerikanische Vorbilder Gerichtshof unterbreiteten zwei Wiederauf gemeldet haben. Die anderen drei Besizer mit dem Finanzministerium mit, daß die das Eisenbahnministerium im Einvernehmen gemahnt. Kurz vor Mittag drangen in den Schal nahmegründe stützten sich zunächst auf die Strafie eines Fünftels des Loses, auf das der Eisenbahnstationen ab 1. Ottober b.. neben terraum, welcher fast leer war, Räuber mit vor- anzeige gegen den Hilfsarbeiter Johann Schnei- Haupttreffer gefallen ist, haben sich noch nicht den neuen Frachtbriefen auch noch die bisgehaltenen Revolvern ein, welche einen von den der, dessen Geständnis, auch ohne Bezugnahme gemeldet. Beamten niederschossen und dann mit auf dessen Schuld, eine neue Tatsache ist, die die herigen Frachtbriefe annehmen werden, und Betriebseinstellung in Zwickau. Aus 20.000 Mart flüchteten, wobei sie auf die Be- Wiederaufnahme begründet. zwar bis 31. März 1932. Wann und unter 3widau i. B. wird uns gemeldet: Die Arbeits- welchen Bedingungen die aus dem Verkehr geamten und die Passanten auf der Straße Schüsse Außerdem enthalte das Aftenmaterial über losigkeit in der in wirtschaftlicher Hinsicht immer zogenen Frachtbriefe gegen neue umgetauscht abgaben. Bisher fehlt von den Band ten jebe Johann Schneider den Nachweis der Täterschaft mehr verödenden nordböhmischen Stadt Zwickau werden, wird später bekanntgegeben werden. eines Dritten, darüber hinaus die Möglichkeit hat durch die nunmehr erfolgte Einstellung des Für die Ergreifung der Täter, die den Raub- einer Täterschaft Schneiders, jedenfalls aber Betriebes der mechanischen Buntweberei Brü Tempo, Horatio, Tempo! Wirtschaft, Horatio, überfall auf die Reichsbanknebenstelle Schöneberg den Nachweis der Schuldlosigkeit Philipp Hals- der Schön( ESWE, Zwickau- Mähr.- Ostrau) eine wirtschaft! Der Ueberrest vom Leichenschmaus go verübten, ist von der Reichsbank eine Beloh= neuerliche Verschärfung erfahren. Die Ein- falte Schüsseln für die Hochzeitstafel!" Hamlet ruft nung von 3000 RM. ausgesezt worden. Der Zustand des verlegten Obergeldzählers Streye, zweiten Hauptverhandlung eine einzige Ge- erfolgte mit Rücksicht auf die KreditEs möge nicht vergessen werden, daß in der stellung des Betriebes auf unbestimmte Zeits in Schmerz und Zorn, da seine Mutter furz die Kredit- und nach dem Tode des ersten Gatten mit dem zweiten der mehrere Bauchschüsse erhalten hat und sich schworenenstimme zum Freispruch Halsmanns Absatzkrise. Schon vor längerer Zeit wurde der ins Hochzeitsbett steigt. Aber das Pathos ist versofort einer Operation unterziehen mußte, ist Stand der Belegschaft von 150 Arbeitern auf altet, heute lebt man mit neuer Sachlichkeit. Allerernst. Von den Tätern wurden insgesamt in dem gefehlt habe. Kassenraum 12 Schüsse und von dem Kassierer Weiters stüßt sich das Wiederaufnahme- rund 80 herabgesetzt, aber auch für diese dings: so sachlich, wie das Inserat, das jüngst in bei der Verfolgung zwei Schüsse abgegeben. gesuch auf die Tatsache, daß Philipp Halsmann reduzierte Anzahl von Leuten ergab sich in den einer bürgerlichen Zeitung zu lesen war, Sie vorn unmittelbar nach der Ermordung seines letzten Wochen keine Beschäftigungsmöglichkeit für Moral plädiert und sie hinten zum Tarifpreis verkauft, so sachlich ist man sonst nur mit Aus Vaters von zahlreichen Zeugen gesehen wurde, mehr. Das Ende seiner Mission. Die aus dem schluß der Oeffentlichkeit. Das Inserat lautet: wichtige Gegenindig stehe in auffallendem Wider- amerikanischen Staate Utah stammenden Morspruch zum aufgenommenen Lokalaugenschein, monen, eine Religionsjekte, haben auch in der nach welchem der Täter unbedingt Blutspuren Tschechoslowakei eine Anzahl junger Leute als an sich hätte aufweisen müssen. an sich hätte aufweisen müssen. In diesem Missionäre für ihren Glauben. Einer unter Punkte verweist das Wiederaufnahmsgesuch auf ihnen, ein junger Mann namens Rigby, ist das Gutachten eines Sachverständigen, der nach dieser Tage im Sommerlager der Prager Beendigung des Prozesses gegenfäßliche Aeuße- Imca" beim Baden ertrunken. rungen getan habe, und fordert die Durchführung eines genauen Zeugenbeweises hierüber. Sprengmitteldepot bei Brür explodiert. Von Dieben in die Lust gesprengt. Brüg, 18. August. Heute nachts ist bei den Steinbrüchen der Saazer Firma Brüder Wolf in der Nähe von Saidschik bei Brig ein Sprengmittelmagazin in die uf geflogen. Bisher unbekannte Diebe hatten in das Magazin einen Einbruch verübt und 800 Stück Sprengkapseln sowie etiva 10 Stilogramm Dynamon entwendet. Um den Verdacht eines Einbruchdiebstahles nicht aufkommen zu Wiederaufnahme des Halsmannprozesses? Gesuch der Verteidigung.. Die teine Blutspuren an ihm fanden. Dieses „ Eine Nacht hat Bauer Franz hier weggemacht; er hat gelauert auf eine Beute, aber es tamen zu viel Leute. Diese Woche werde ich noch schließen, aber ein Gendarm wird es noch büßen; dann gehe ich von dieser Welt, denn weg ist schon das Geld. Keine Freude mehr auf der Welt, bis das letzte Opfer mir gefällt, dann braucht mich nicht suchen, es ist nur schade, Für freigewordenes Weekendhaus und Garage sucht tieftrauernde Sinterbliebenc, dreißigjähr., hübsche Dame, eleganten Nachfolger mit Auto. Nur Jünglinge über fünfunddreißig Jahre tom men in Betracht. 1Inter Thats my weekness now? Tempo, Horatio, Tempo! Neuer Stratosphärenflug? Professor Piccard Artistenlos. Während einer Vorstellung in Birkus Schumann in Kopenhagen stürzte der 24jährige deutsche Zuftakrobat Josef Munschif, Va banque genannt, von der 20 Meter hohen Kuppel. Der Artist wurde lebensgefährlich verlegt und ins Krankenhaus überführt. Munschit hatte bei einem Salto mortale zum ersten Mal mit einer neuen vorher nicht ausprobierten Gummischnur gearbet tet. Das Unglück entstand dadurch, daß die Schnur rig. Das Publikum war sehr empört darüber, daß kein Sicherheitsnet aufgehängt war. Der dichtende Doppelmörder. Aus Pilsen wird uns berichtet: Die Suche nach dem Doppelmörder von Nürschan, Franz Bauer, ist trok laffen, brachten sie die im Magazin noch Verteuerung durch den Kleinhandel. Aufbietung eines großzügigen Nachforschungs- bereitet einen zweiten Stratosphärenflug vor, der lagernden restlichen dreieinhalb Kilogrammt apparates bisher ohne Erfolg geblieben. Bauer, jedoch den ersten Höhenreford nicht überbieten soll. Dynamon mittels einer 20 Meter langen dadurch verminderten Einkommens Zehntausen- land verliefen, scheint sich ziemlich sicher zu Beobachtungen des ersten Fluges. Der Aufstieg In der Zeit der Wirtschaftskrise und des dessen Spuren über die Grenze nach Deutsch Beabsichtigt ist die Ergänzung der wissenschaftlichen Zündschnur zur Explosion, wobei das Magazin der von Arbeitern gewinnen die Kartof- fühlen, denn erst und ein benachbartes Brunnenhäuschen der erst kürzlich hat er seiner wird möglicherweise von Friedrichshafen aus er Lobkowiczschen Herrschaft zerstört wurden. Die fein als Nahrungsmittel eine noch viel größere erschrockenen Mutter mitten in der Nacht einen folgen. Explosion, die um 1 Uhr nachts erfolgte, ist daher der Preis der Kartoffeln ein wich- Kleidungsstücke geholt, ohne aber sein Bersted Städtchen Laucha an der Unstrut soll in seinem Bedeutung als sonst in normalen Zeiten und es Besuch abgestattet und sich einige Wäsche- und Ein Glodenmuseum. Das Kleine thüringische wurde in fast allen Ortschaften der Umgebung tiges volkswirtschaftliches Problem. Wie nun zu verraten. Interessant ist ein Schriftstück von alten historischen Gießereigebäude ein Glocken gehört. Die Gendarmerie forscht nach den die Kartoffeln durch den Kleinhandel verteuert seiner Hand, das ein Landwirt in der Allee museum erhalten. Es würde sich um das erste Tätern. Der Gesamtschaden beträgt ettva werden, zeigt eine Uebersicht, die das Bravo von Nürschan nach Blattnik an einen Baum Museum dieser Art in der ganzen Welt handeln. 10.000 kronen. lidu" über die Entwicklung der Groß- und geheftet vorgefunden hat und das folgenderKleinhandelspreise der Kartoffeln in den letzten magen lautet: Jahren gibt. So tosteten beispielsweise im Juli 1927 die Kartoffeln im Großhandel 99 K für 100 g. und im Kleinhandel 189 K. Im Juni 1928 im Großhandel K 39.50 und Wien.( AN.) Der Indizienprozeß gegen im Kleinhandel K 108. Jm Juli 1928 Philipp Halsmann, der beschuldigt war, seinen sogar im ersten Falle K 45., im giveiten Bater Max Morduch Halsmann in den Tiroler 157 K. Jm September 1929 im Großhandel Bergen ermordet zu haben, ist neuerdings auf- K 26.-, und im Kleinhandel 67 K. Jm April genommen worden. 1930 im Großhandel K 24.50 und im KleinPhilipp Halsmann wurde vom Schavur- handel K 140.-. Im Juni 1930 K 23.gericht Innsbruck zuerst zu zehn Jahren im Großhandel gegen K 77.- im Kleinhandel. Auto umgekippt. Auf der Straße von Bres schwerem Kerker verurteilt, dieses Urteil jedoch Jm Juni 1931 im Großhandel K 42.50 und lau nach Janer fippte ein mit 18 Personen beje vom Obersten Gerichtshof aufgehoben. Die im Kleinhandel K 136.-. Franz Bauer." tes Auto der Breslauer Heilsarmee um. Zwei Ber zweite Verhandlung brachte die Verurteilung Wie diese Differenz zwischen den Groß- Dieses Schriftstück wurde der Gendarmerie fonen erlitten schwere Verlegungen, die anderen Halsmanns zu einer vierjährigen Kerkerstrafe, und Kleinhandelspreisen der Kartoffeln von übergeben, aus der sich Bauer nicht eben viel Hautabschürfungen und Brellungen. Nachdem das Urteil in Rechtskraft erwachsen Jahr zu Jahr steigt, ist aus den Durch zu machen scheint. Den Dred zurüd! Einbrecher, die kürzlich die war, setzten große Aktionen ein, um die Begna schnittsjahrespreisen zu ersehen, welche int Selbstmord eines tschechischen Schriftstellers. Londoner Wohnung des englischen Amateurfußball. digung für Halsmann zu erwirken; so wurden Jahre 1927 im Großhandel K 67.67, im Klein Sonntag früh stürzte sich der tschechische Pro- pielers B. Williams heimsuchten, schichten ihrem 20.000 Unterschriften von Frauenorganisationen handel K 104.-, im Jahre 1928 K 51.90 und fessor und Schriftsteller Dr. Zdeněk Záhoř Opfer die Orden und Medaillen, die sie ihn bei und vom Roten Kreuz gesammelt. Am 30. Sep- K 94.-, im Jahre 1929 K 47.02 und K 81. aus dem Fenster seiner Wohnung in Prag, dieser Gelegenheit entwendet hatten, mit folgendem tember 1930 erfolgte die Begnadigung Hals- und im Jahre 1930 37.25 und K 70.- be- nachdem er sich zuvor die Pulsadern geöffnet Begleitbrief zurüd:„ Sie haben für diese Medail manns und zugleich seine Ausweisung aus ganz trugen, so daß im Jahresdurchschnitt Kartoffeln hatte, und verschied kurze Zeit nachher im len gefämpft, deshalb schicken wir sie Ihnen z zu Desterreich. im Jahre 1927 im Kleinhandel um 54 Prozent Krankenhause. Prof. Záhoř war ein idealer rück. Was das Geld betrifft, so tut es uns leid, Kurz nach der zweiten Verurteilung meldete teuerer verkauft wurden als im Großhandel, Mann, von dem erst im Vorjahre ein mehr aber das ist unser Beruf." sich in dem an Zwischenfällen so reichen Prozeß im Jahre 1928 um 82 Prozent, 1929 um bändiges Werf über die geschlechtliche Erzie Abgestürztes Segelflugzeug. Bei einem Scha ein Hilfsarbeiter Johann Schneider, der angab, 72 Prozent und 1930 sogar um 88 Prozent. hung der Jugend unter dem Titel Wie das fliegen in Wyalujing( Pennsylvanien) stürzte ein den Mord an dem alten Halsmann begangen An diesem Beispiel, das ein sehr wichtiges Leben entsteht", auch in deutscher Sprache er- von dem deutschen Segelflieger Pippig gesteuertes zu haben. Das Wiener Landesgericht schenkte Voltsnahrungsmittel betrifft, ist die verschien. Außer pädagogischen Schriften verfaßte Segelflugzeug in die Menge der Zuschauer. Elf Personen erlitten zum Teil schwere Verlegungen. Das Mordhaus im Milliardär- man die Sache auf sich beruhen. Nun aber steht| Ehepaar nach New York ein. Die Frau fiel über- Der Pilot wurde verhaftet. Ihm wird Fahrlässig feit vorgeworfen. viertel. daß ich ein gutes Versted habe. dieses Haus auf einmal wieder im Mittelpunkt all durch ihre eigenartige Schönheit auf. Bald des Interesses, denn aus dem„ Chinesenhaus", wie hatte die Verbrecherbande herausbekommen, daß Franzensbad- Mittelstandsaktion. Mit 1. Sep man es bisher genannt hatte, ist plötzlich ein Mord- das Ehepaar sehr wohlhabend sei. Ohne viel Ge- tember setzen die bereits seit dem vorigen Jahre New Yorker Sittenbild. haus geworden. wissensbisse wurde der Ehemann ermordet, wäh eingeführten Mittelstandskuren wieder ein. Sie Nicht mehr die berühmte Fifth Avenue von Das Geheimnis des grauen Hauses wäre wohl rend man die Witwe zwang, sich der Räuberbande haben durch die bedeutend herabgesetzten Preise für New York ist heute die Straße der Riesenstadt noch viele Jahre bewahrt geblieben, wenn nicht anzuschließen. Das aber sollte den Verbrechern ge- Bäder, Kurtage, Wohnung, Pension sowie wegen New York, in der die Milliardäre hausen. Es ist ein Zufall die fürchterlichen Verbrechen aufgedeckt fährlich werden. Mehrere Mitglieder der Bande ver- des ermäßigten Aerztehonorars großen Anklang, den Gould und Rockefeller dort zu laut geworden, hätte, die in diesem Viertel von New York seit liebten sich nämlich in diese Frau, es tam zu Eifer- gefunden, weil es durch dieses Entgegenkommen sie haben sich nach Wetshester County zurückgezogen. längerer Zeit verübt wurden. Vor einigen Wochen suchtsszenen und schließlich bekämpften sich die Ver- selbst den Minderbemittelten möglich gemacht wird, Selbstverständlich ist es fast unmöglich, in dieser wurde ein Chinese verhaftet, weil er in der Innen- brecher untereinander. So kam es, daß die Polizei durch eine Kur die angegriffene Gesundheit wieder Gegend ein Haus täuflich zu erwerben. Baugrund stadt einen Mord begangen hatte. Man verhörte ihnen auf die Spur fam. Eines Tages fand man zu festigen. Auskünfte erteilt bereittvilligst die ist nicht mehr vorhanden, und die Villen sind in ihn, ohne daß man Näheres über seine Motive oder im Innern der Stadt einen Chinesen ermordet und Kurverwaltung. festen Händen. Man tann es also verstehen, daß über den Kreis, in dem er lebte, hätte erfahren verstümmelt auf. Es gelang. den Mörder, von Neste Grönlandforschungen. Die Mitglieder der ein heftiger Kampf entstand, als ein Landhaus in können. Da man ihm die Tat nachweisen konnte, dem vorhin die Rede war, zu ermitteln und zu verbis vor kurzem von Professor Wegener geleiteten diesem Viertel zum Verkauf ausgeboten wurde. wurde er zum Tode verurteilt. Er schien das haften. Nachdem er sich die ganze Zeit über ge- deutschen Grönlandexpedition sind in ihren For Riesenhafte Summen wurden geboten, aber nicht Urteil gleichmütig aufzunehmen, aber wenige Stun weigert hatte, etwas auszusagen, ließ ihm nun der schungsarbeiten auf Station Gismitte( 400 Rilo einer der Banliers war der glückliche Käufer, son- den, bevor man ihn zum elektrischen Stuhl führte, Gedanke, daß einer seiner Rivalen die schöne Frau meter von Ost- und Westküste Grönlands entfernt) dern zum Erstaunen der New Yorker gab das legte er ein umfangreiches Geständnis ab, das selbst besigen sollte, keine Ruhe. Die Eifersucht siegte ein bedeutendes Stück vorwärts gekommen. In höchste Gebot ein Chinese ab. Dieser Mann hatte die Polizei aufs höchste überraschte. Der Ver- über das Zusammengehörigkeitsgefühl, und nun zwölftägiger Arbeit fonnten sie aus der Re es als Porzellanhändler in New Yort zu großem urteilte gestand, Mitglied einer weitverzweigten endlich fonnte die Polizei auf Grund des Geständ- flexion von fünfflichen Erdbebenvellen die Eisdide Vermögen gebracht. Nun wollte er augenscheinlich Erpresser- und Mörderbande zu sein, und diese nisses den Mördern zu Leibe rüden. Die geheim messen. Die Erdbebenwellen wurden durch Spren sein Geld in aller Behaglichkeit genießen War Bande hatte ihr Hauptquartier in der geheimnis- nisvolle Villa wurde besetzt und genau durchsucht, gungen, denen insgesamt 180 Kilogram aber schon der Hauskauf durch einen Chinesen vollen Villa. Nach und nach wurde die ganze An- die dort anwesenden Verbrecher verhaftet. Aber Sprengstoff verwendet wurden, am Eisuntergrund merkwürdig, so sollte die ganze Angelegenheit noch gelegenheit aufgeklärt. Der reiche Porzellanhänd- man konnte zunächst nichts Verdächtiges finden. erzeugt. In der Randzone wurden in 1800 Meter mysteriöser werden. Nach Abschluß des Kauf- ter, der eigentliche Käufer des Hauses, war von den Erst als man auf Geheiß des geständigen Chinesen Seehöhe Eisdeden von 700 bis 900 Metern ge vertrages wurde der Chinese nicht mehr gesehen. Berbrechern ermordet worden. Sie hatten dann den Keller genau durchforschte, entdeckte man eine messen. In der Mitte wurde eine Eisdide von Dagegen zogen zum bestimmten Termin zwei an- das Palais ihres Opfers bezogen, und dort waren Grube, die mit frischem Staff überdeckt war. Man 2.700 Metern festgestellt. Dadurch bewahrheitet sich dere Chinesen in das Haus. Sie erklärten, daß all die Scheußlichkeiten ersonnen worden, die sie grub nach und fand ein wahres Massengrab. Dort die Wegner'sche Theorie, daß Grönland wie eine ihr Landsmann plöblich nach China hatte zurüd päter ausgeführt hatten. Die Saupterwerbsquelle hatten die Chinesen die Leichen ihrer Opfer, die eisgefüllte Schale geformt ist. Mehrere Millionen fehren müssen, und daß sie seinen Kaufvertrag der Verbrecher bestand darinu, reiche Landsleute zu nicht ausgelöst worden waren, verscharri. Noch Kubikmeter Eis lagern auf felsigem Grund. D entführen, um ein hohes Lösegeld zu erpressen, sind die Untersuchungen nicht abgeschlossen, da man die grönländische Giskappe nunmehr im Schmel Etwa ein Jahr bewohnten die beiden Chinesen Wenn dieses nicht rechtzeitig erlegt wurde, ermor. damit rechnet, daß sich noch zahlreiche Banden- zen begriffen zu sein scheint, so müßte allmählich das Haus, ohne daß sie irgendwie aufgefallen dete man die Unglüdlichen faltblütig. Das Trei- mitglieder auf freiem Fuß befinden. So viel aber das Innere Grönlands wieder auftauchen. Es ist wären. Ein Mann, der das Nebenhaus bewohnte, ben der Bande hätte noch lange so fortgehen kön teht fest, daß es gelungen ist, eine der gefährlich nicht ohne Tragit, daß die Bestätigung der beden wollte zwar eines Nachts Schreie gehört haben, nen, wenn nicht eine Frau in ihren Streis gelangt sten Räuberbanden von New York dingfest zu tenden Wegner'schen Theorie erst jetzt, einige Wochen nach dem Tode des Forschers, erfolgt. aber da man sonst nichts Auffälliges bemerkte, ließ wäre. Vor einiger Zeit wanderte ein chinesisches machen. übernommen hätten. Fr. 192 Mittwoch, 19. August 1931. Seite 5. Keimschädigung durch mißlungene den Neugeborenen sofort eine Art Paß aufzunch Identität solcher Hand und Fußabdrücke der Die Betrug santlage stand natürlich auf Empfängnisverhütung. men. In diesem Paß werden nicht nur Name Säuglinge übernehmen zu können. feinen festen Füßen. Die Zeugen erklären übrigens, und Geburtsstunde vermerkt, sondern es werden So hat man schließlich ein letztes, neues Ver- die Sache nicht recht ernst genommen zu Professor Gött- Bonn, teilt in der Mün- auch sofort bei der Entbindungen von dem neu- fahren ersonnen, um allen Verwechslungsmöglich haben. Der Angeklagte wurde demnach freichener Medizinischen Wochenschrift" zwei Fälle geborenen Kind Hand- und Fußabdrücke hergestellt. feiten der Säuglinge vorzubeugen. Die Kinder gesprochen. angeborener Mißbildungen mit, die nicht durch Diese Abdrücke sollen eine Garantie gegen jede werten gestempelt, natürlich nich: in der Art, daß Es bleibt nun die Frage, ob man aud) in erbliche Belastung, in den Familien beider Verwechslung bieten. Aber die Eltern der Kinder der Stempel für das Leben auf dem Körper des Sinkunft derartige„ Gefälligkeiten" der diszipli findlicher Patienten sei nicht der geringste An- trauen auch dieser Sicherung noch nicht recht, denn Kindes verbleibt, sondern nach modernster wissen naren Erledigung überlassen, oder eine offenhaltspunkt für eine solche vorhanden sondern es ist für den Laien gar nicht einfach, aus den schaftlicher Methode nur für die ersten Lebenstage. fundige Lücke des Strafgesetzes nicht im Wege der durch direkte Schädigung der befruchtenden Sa- Hand- und Fußlinien etwa das sind wieder Mit Hilfe vltravioletter Strahlen werden sofort Gesetzgebung schließen will, wenn schon die bismenzelle während, bezw. kurz nach dem Zen- suerkennen. Die Mütter wollen aber eine greif nach der Geburt die Anfangsbuchstaben des Namens herigen Paragraphen nicht ausreichen, derartige gungsaft bedingt erscheinen. Die Eltern beider bare, auch für sie verständliche Garantie gegen die des Kirdes in die Haut eingebrannt. Sie zeigen Fälle im Wege jinngemäßer Auslegung zu erfassen. Kinder wollten einen weiteren Familienzuwachs Verwechslung haben. Dazu kommt, daß auch die sich in Form einer deutlichen Rötung und diese vermeiden, sie benützten chemische Empfängnis- Aerzte selber dieser Daktyloskopie in den ersten leuchtenden Initialen bleiben auf dem Körper des berhütungsmittel. Diese hätten zwar gewirft", Lebenstagen noch einigermaßen steptisch gegenüber Kindes etva zehn bis zwanzig Tage, also bis zu Die Samenzellen wurden nicht zerstört, sie be- lich auf diesem Gebiet noch nicht weit genug vor der Kinder eine Verwechsiung nicht mehr mög hielten vielmehr ihre Beweglichkeit und Be- gedrungen, um wirklich volle Garantien für die lich ist. fruchtungsfähigkeit, blieben aber als Träger der väterlichen Erbanlagen nicht unbeschädigt und verursachten so die schweren Mißbildungen der Kinder. rb. aber durchaus nicht in der gewünschten Weiſe. fiehen. Die wissenschaftliche Forschung ist eigen einem Zeitpunkt, an dem infolge der Entwicklung Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die Provisionswirtschaft bei den Zentralbehörden. ein ,, Honorar" von 1,750.000 K Der Inder der Lebenshaltungskosten ist gegenüber Juni gesunken, u. zw. bei der Arbeiterfamilie um 0.3 Prozent, bei der Diese Ansicht ist nicht unbestritten. ImmerBeamten familie um 0.3 Prozent. Es ist hin haben angestellte Versuche gezeigt, daß eine Die Affäre eines Ministerialbeamten. Das ohnmächtige Strafgesek. dies eine Folge des allgemeinen Rückganges der derartige chemische Einwirkung auf die Samen- Prog, 18. August. Heute gelangte vor dem kommissär mit der größten Selbstverständlichkeit,( Juli 1914 Nahrungsmittelpreise. Der Gesamtinder zellen möglich ist. Verschiedene Samenzellen, Senat des OGR. Novotny die am 25. Feber als ob es sich um die natürlichste Sache von der im Juni) beträgt bei einer fünfgliedrigen ArJuli 1914= 100) im Juli( in der Klammer: selbst desselben Auswurfes hätten auch gegen d. 3. vertagte Verhandlung gegen den Ministerial Belt handle. Wenn man diese Tatsache mit den beiterfamilie in Prag bei Wohnungen in alten die chemisch wirksamen Mittel verschiedene Oberkommissär Ing. Josef Moudry zum Ab- sonstigen Erfahrungen in dieser Richtung zu Säusern, in neuen Häusern und im gewogenen Widerstandsfähigkeit, so daß bei Verwendung schluß, der als Beamter des Bodenamtes der fammenhält, bekommt man den Eindruck, daß in Durchschnitt beider Wohnungskategorien: 100.5 solcher Mittel es durchaus möglich erscheint, daß 5. Sektion des 2andwirtschaftsministetener Zeit solche Manipulationen als ein durchaus( 101.2), 114.3( 113.5), 104.4( 104.7); bei einer ein Teil der Samenzellen völlig unbeeinflußt riums zugeteilt war und in dieser Eigenschaftolides Geschäft betrachtet wurden und daß vierköpfigen Beamtenfamilie 94.3( 94.9), 106.4 bleibt, ein anderer Teil völlig vernichtet wird, sich einer Partei gegenüber zu Gefälligtei manche Funktionäre der höchsten Staatsämter einen( 106.3), 97.8( 98.1). der dritte Teil aber wohl seine Zeugungsfähigten erboten hatte, wofür er mit der größten merhvürdigen Begriff von der unerläßlichen mora feit behält, in seinen übrigen Eigenschaften aber harmlosigkeit start verändert wird. Kommt nun gerade eine lischen Integrität und Korrektheit eines solchen für den 1. August ist nach der amtlichen ErheDer Jnder der Großhandelspreise solche Samenzelle zur Befruchtung, fann es zu Beamten hatten. Im übrigen ergibt sich im 3u bung gegenüber Juli bei Zugrundelegung der einer mehr oder minder schweren Mißbildung verlangte. Wir haben damals über die Sache fammenhang mit diesem Fall noch eine nicht recht Vorkriegsbasis um 3.8 Prozent, d. i. von 112.1 der Frucht kommen, auch wenn die Eltern in bereits eingehend berichtet und auch den Brief geklärte Geschäftsverbindung dieses gleichen Beam- auf 107.8 gesunken. Dabei sank der Nahjeder Beziehung gesund sind. des Angeklagten im Wortlaut zitiert, worin diese en mit der Mähr. Oftrauer Holzfirma Fleisch- rungs- und Genußmittelinder von 111.0 im Juli Die chemischen Mittel sind also nicht nur bescheidene Forderung gestellt wird. Sturz rekapitu- moment gewertet, daß ein Teil des Provisions- auf 81.7. Auch der Index der Industrieter und es wird scheinbar als entlastendes auf 104.3 fowie der Futtermittelinder von 96.5 sehr unzuverlässig, ihre Verwendung ist wegen liert ist der Sachverhalt folgender: der oben beschriebenen Gefahr auch äußerst be- Ein Legionärtonsortium wollte 1927 anspruches aus dieser Verbindung herrühren soll. stoffe und Erzeugnisse weist ein Sinten denklich. Denn die Geburt eines an sich schon einen Teil der enteigneten Herrschaft Langen. Das macht die Sache natürlich feineswegs erträg von 114.1 auf 113.0, also um 1 Prozent auf. unerwünschten Kindes ist auf jeden Fall eindorf im Böhmerwald erwerben und suchte beim licher. Es bleibt die peinliche Tatsache bestehen, Die einheitliche sinkende Tendenz Unglüd, wenn Gefahr besteht, daß es nie- Bodenamt um 3uteilung an. Das Land- daß Provisionen und Entlohnungen, also auf der Getreidearten und Müllereierzeugmals sozial voluivertig werden kann. Die Un- wirtschaftsministerium protestierte, weil Deutsch gesagt: Schmiergelder von einem nisse tommt zum Ausdruck im Preisrückgang bei zuverlässigkeit aller und Gefährlichkeit man- der Grund in Staatsbesis übergehen sollte. Beamten in gehobener Stellung in nachdrücklicher Weizen um 3.4 Prozent, bei inländischem Weicher antifonzeptioneller Mittel zeigt, daß es nicht Darauf intervenierten die Leiter des Konsortiums Weise verlangt wurden. Hoffentlich reinigt zenmehl um 8.6 Prozent, bei ausländischem um angeht, den Stampf gegen den Mordparagraphen bei Kanzler Dr. Sama 1, der sie an den Chef man unsere Administrative mit eisernem Besen 0.9 Prozent, bei Roggen um 9.6 Prozent, bei 144 durch Propagierung empfängnisverhütender der Zivillanzlei des Präsidenten, Dr. SchießI, von solchem Unrat... Roggenmehl um 10.2 Prozent und bei Hafer umt Mittel zu ersetzen. So sehr diese Propagierung verwies. Im Zuge der Besprechungen fam auch Als die Staatsanwaltschaft dieses berfängliche| 9.4 Prozent. Sehr bedeutend verbilligten sich notwendig ist, so sehr jede verhütete Befruchtung die Rede auf das Angebot eines Ministe- Schreiben erhalten hatte, machte sie sich unverzüg Kartoffeln, und zwar um 59.6 Prozent. Mais jeder Abtreibung, welch scheußliches Wort, bor- rial beamten der Abt. 5 des widerspenstigen lich an die Arbeit und das Resultat ist überaus ging um 7.1 Prozent zurück und Graupen sowie zuziehen ift diefe Propaganda kann den Ministeriums, die Sache gegen ein Honorar der interessant. Man fand nämlich Erbsen um 1.2 Prozent. Kampf gegen den§ 144 nicht überflüssig machen. angegebenen Höhe zu unterstützen. Dieser feine Handhabe zur Erhebung der Anklage Während der Preis von Kalbfleisch um Der zitierte Aufsatz von Prof. Gött zeigt, Brief, der als Beweis vorgelegt wurde, wurde nun wegen Mißbraschs ber Amisgewalt! 11.4 Prozent finkt und Rindfleisch sich auf derohne daß der Verfasser es wahr haben will, zu durch Dr. Schießl an den seinerzeitigen Landwirt- Dennoch ging der Beschuldigte nicht leer aus. felben Höhe hält, verteuern sich die mindest ohne eines solchen Hinweises seinerseits schaftsminister Dr. Srdinfo geleitet, der ihn der Wan machte ihm den Prozek wegen verfuchten übrigen Fleisch- und Fettgattun-, daß gerade in Fällen mißglückter Empfäng Staatsanwaltschaft übergab. nisverhütung eine ausgesprochene Indikation Betruges, denn es stellte sich heraus, daß er gen, und zwar: Schweinefleisch um 14.9 Profozial- eugenischer Natur, für eine Unterbrechung zeichnen, ist es am Blake, einige der wesentlichsten möglich feit gehabt hätte, seine Ber- fett um 4 Prozent. Ferner verbilligten sich ButUm dieses einzigartige Dokument zu fenn- in feiner dienstlichen Eigenschaft gar nicht die zent, Schöpfenfleisch um 2.6 Prozent, geselchter Schinken um 7.5 Prozent, inländisches Schweine der Schwangerschaft besteht. Eine derartige In Stellen anzuführen. Die Provision des ge- sprechungen an die Legionäre zu erfüllen. Er habe ter um 2,5 Prozent, Margarine um 1.3 ProSitation erkennt aber das bestehende Gesetz fälligen Vermittlers sollte z. B. zum Verkaufs eine Leistung vorgespiegelt, die er wissent gent, Rohzuder um 4.8 Prozent und Hopfen. wert zugeschlagen werden. bereits besorgt. Jekt ist die Hauptfrage, wie mögliche Leistung ein Honorar verlangt. Daß guten Ernte die Heupreise um 32 Prozent Das habe er lich nicht vollbringen konnte, und für diese un- In der Futtermittelgruppe santen infolge der Sie mich entschädigen wollen." Er schlägt vor, den diese Leistung nach schlichtem Menschen und während sich Stroh um 3.1 Prozent verteuerte. Gewinn des künstlich erhöhten Kaufpreises zu Untertanenverstand an sich zum mindesten unforrekt Die früheren Preisrückgänge von teilen, so daß er die Sälfte zu befommen ist, fommt juridisch nicht in Frage. Das Gese Solz überhaupt und die großen Rundholzvor von weiche m hätte, was er für gerecht halte", denn buch reicht nicht bin nm folche Fälle zu er räte haben ein weiteres Preissinken des Schnittalles fei einer Initiative" zu verdanken. faffen, die für die öffentliche Moral und holzes um 3.3 Prozent zur Folge. Diese habe sich auch schon benierfbar gemacht. Der damit für das Staatsmobl ganz sicher weit Von der sinkenden Gesamttenden; bilden Aft beginne fich zu rühren" u. dgl. Zum Schluß nachteiliger und gefährlicher find, als etwa ein Brotmehl( Preiserhöhung um 0.9 Prozent), bemerkt er sinnig, schon die alten Römer hätten paar unbesonnene Worte gegen Staat oder Schwarzbrot( Verteuerung um 0.5 Prozent) gewußt: lare Rechnung gute Staatsform"( worunter man sehr viel einbeziehen und Schweine- Bratfleisch, dessen Preis sich um Freunde!" fann) und die nach dem Schuggelen mit 0.5 Prozent erhöhte, Ausnahmen. Alle übrigen Das alles schreibt dieser Ministerial- Ober- schwerer Strafe bedroht sind. Produkte verbilligen sich unbedeutend. nicht an. Der Kampf gegen den§ 144, der wie in anderem Zusammenhang schon oft bewiesen wurde, hauptsächlich die Proletarierin trifft, fann erst aufhören, bis dieser Paragraph aus dem Strafgesetz verschwunden sein wird. Otto Iltis. Geftempelte Säuglinje. Berwechslungen in den Enthindangsheimen. Hand und Fußabdrücke. Das Monogramm in der Haut. Von Edith Meißner. Jenny entführt Brinz. Von Erna Büsing. Die Entbindungsanstalten haben in den Ichten Jahren immer größere Bedeutung gewonnen. Die Zahl der Mütter, die die Entbindung unter nöten ist. Sind die schweren Zugpferde vor einen schnell die Hände waschen will. Doch Prinz hat ärztlicher und fachmännischer Aufsicht vorgehen Wagen gespannt und das Kommando Hühott das falsch aufgefaßt, er scharrt mit dem rechten lassen, wächst von Jahr zu Jahr. Wir folgen in erflingt, dann stemmt Jenny den Kopf hinten Borderfuß, die Augen fugeln ihm vor Angst fast Deutschland dabei nur dem amerikanischen Vorbild. gegen den Wagen und schiebt ihn den Pferden aus dem Kopf und mit den Ohren telegraphiert In Amerika ist man in dieser Beziehung schon viel auf die Hacken. Dadurch geht es vorwärts, als er andauernd: Jenny, sie vergessen uns, Wer diese Jenny ist, die einen Prinzen sei es so gar nichts, einen schweren Wagen her- Jenny, sie vergessen uns." weiter, und der Prozentjag der Frauen, die Ent entführt hat? Nun, Jenny ist einer der berühm auszubringen. Stöhnt ein Traktor vor dem Da hat Jenny Mitleid mit der Jammerbindungsanstalten aufsuchen, ist um ein vielfaches testen Zirkus- Arbeitselefanten, der, von Besitzer Wagen, fümmert sich Jenny nicht darum und gestalt. Sie reißt den angebundenen Brin; los höher als in Deutschland. Die Entbindungsanstal- zu Besizer wechselnd, bereits über die ganze Erde leistet höchstens Schieberdienste, wenn die Ma- und nimmt auch noch ein ziemliches Stück con ten haben außerordentlich viele Borzüge für gegangen ist. Ein jeder vom Bau fennt Jenny. fchine fich gar zu sehr frümmt und die Laft der Zeltleinwand mit, die den Bring wie eine Mutter und Kind und die Tendenz der Bolts- Wenn ein Elefantenkutscher seine Stellung wech hörbar und sichtbar Maschinenkraft übersteigt. Riesendecke umwallt. Doch als Tscherkessenpferd Hygiene muß darin liegen, diese Vorzüge immer felt und kommit in einen Stall, in dem Jenny Doch ist Jennys Hilfe einem Traktor gegenüber ist er es ja gewöhnt, daß der Reiter immer größeren Teilen der Bevölkerung zuteil werden steht, dann empfindet er herzliche Freude. Weil nicht gar so selbstverständlich, sie erfolgt erst auf in den unmöglichsten Stellungen an ihm bauzu lassen. er sich aber, sobald er Jenny nur sieht, einbildet, wiederholtes Zureden. Doch es hat nicht gereg melt, also behindert ihn die Zeltleinwand durch Eine Gefahr darf man dabei allerdings nicht er habe Glück, betrachtet er zu seinem eigenen net und man geht von einem Kopfsteinpflaster- aus nicht. Dann geht Jenny mit Brinz den aus dem Auge lassen; das ist die der Verwechslung Vorteil alle die großen Vorgänge und kleinen platz weg, Jenny braucht nur einem Trattor zu gleichen Weg nach der Bahn, den sie bei Ander Säuglinge. In Amerika sind solche Ver Zufälligkeiten, die für ihn Glück bedeuten. Hilfe zu kommen, kunft des Zirkusses gemacht haben. Diesen Weg wechslungen eine Zeit lang recht häufig gewefeit. Jenny kämpfte im Weltkrieg auf deutscher Doch, was ist das, Jenny wird nachgerade kennen sie beide und sie landen ohne Umweg Die Entbindungsanstalten haben alle möglichen Seite. Im Argonnerwald bekam sie einen Schuß nervös. Die Zugpferde und die Elefanten sind auf der Bahnrampe. Die liegt in Totenstille Maßnahmen getroffen, um die Befürchtungen der und seitdem ist sie rüffellahm. Sie kann den eingeschirrt und gehen nach der Bahn und Jenny da. Kein Wunder, Jenny hat ja nicht nach dem Eltern in dieser Beziehung zu zerstreuen und die Rüssel nicht mehr hochheben, sie kann ihn nur steht hier, als sei sie eine zerbrechliche Nipp- Rechten gesehen. notwendigen Sicherheiten dafür zu bieten, daß eine noch hin- und herschlenkern. Ein rüffellaher figur, als ob man sie gar nicht gebrauche. Das Dann beginnt es furchtbar zu regnen, das folche Verwechslung sich nicht mehr ereignen fann. Elefant gilt im Birfus nicht viel, jedoch wer die ist direkt eine brüste Beleidigung. Jenny hat imponiert den beiden nicht: denn Prinz steht Die ursprüngliche Methode bestand darin, daß man Rüssellahmheit Jenny zum Vorwurf machen in ihrem langen Leben bisher noch jeden Wagen unter dem Riesenregenmantel von Zeltleingleich nach der Entbindung dem Kinde eine Seite würde, der hätte es im selben Augenblick mit aus dem Dred geholt und jeden noch so unwand fein zugedeckt, wie sich das für ein wertmit einer Nummer umhängt. Aber diese Maß allen Zirkusmenschen allergründlichst verdorben. sicheren Elefanten nach der Bahn gebracht. volles Birkuspferd gehört und Jenny nimmt nahme erwies sich nicht als genügende Sicherung. Zur Zeit amtiert Jenny beim Zirkus Straß- Wagen auf Wagen rollt ab und Jenny steht ein erfrischendes Bad. Sie rühren sich nicht, Es kam erstens vor, daß beim Eintragen der Namen burger. Und wie die neunzigjährige Jenny den allein, das Zelt liegt bereits auf der Erde, die sie stehen wie für ein Denkmal gegossen. und Nummern Verwechslungen passierten, es fam Prinz entführte, das sei hier erzählt. Luftturner, die doch die letzten Artisten vom In der Stadt wird es inzwischen lebendig. weiter vor, daß die Ketten sich lösten und auch auf Ein Reigen kleiner Glühbirnen überstrahlt Platz sind, verpacken bereits ihre Apparate und Die Zirkusleute vermissen Jenny und Prinz, diese Weise Verwechslungen hervorgerufen wurden. Das Biermastenzelt, das auf dem Marktplatz der Jenny steht noch allein. Es kommt Unruhe über die Straßen. Ein Schließlich schrieb man den Namen der Kinder auf Stadt steht. Im Zelt erlebt eine große Wien- Was weiß sie davon, daß Herrchen heute Elefant und ein Tigerscheck sind verschwunden, ein Stüd Leukoplast und befestigte dieses auf den schenmenge ein Zirkuswunder nach dem andern, von einem Automobil angefahren wurde und in Und da man in der Stadt sehr wenig von Rüden des Kindes. Aber auch diefe Leukoplast der Widerhall des Beifallflatschens erfüllt den einem Krankenhaus liegt und im Zirkus nie- Pferden versteht, wird aus dem braven scherStreifen haben sich abgelöst und es traten wiederum ganzen Markt und hier draußen rattert schon ein mand gerne an ein fremdes Tier geht. Jeder feffenpferd ein entflohener Tiger und das schußBerwechslungen ein. Wagen nach dem andern über das Kopfstein- Rutscher arbeitet mit seinem Elefanten, den er bereite Ueberfallkommando rast bei voller ScheinEs blieb also schließlich nichts übrig, als pflaster. Die nur für die Schau mitgeführten besonders gut kennt. werferbeleuchtung durch die nächtlichen Gassen möglichst genaue Merkmale des Säuglings in phy Tiere, die Affen, die Hyänen und die Belitane Jenny hebt das Borderbein, bildet die und weckt verschlafene Bürger. hologischer Beziehung festzustellen. Tenn solche sind bereits unterwegs nach der Rampe, die lebende Brücke und bettelt förmlich, es möge doch Auf einmal schreit ein Elefantenkutscher: Berwechslungen sind außerordentlich unangenehm. Braunbären und die Löwen, die als Nr. 1 und endlich jemand aufsteigen. Zu schieben gibts Sagt mal, sind wir eigentlich auf derselben In den ersten zwanzig Lebenstagen sehen sich die als Nr. 2 des Programms arbeiten, sind auch nichts mehr, nun will sie weggeritten werden, Bahnrampe angekommen?" Säuglinge sehr häufig zum Verwechseln ähnlich schon verpadt und jetzt werden gerade die ein- um ihre Arbeit auf der Bahn zu erledigen. Antwort. Da springt er im selben Augenblic Selbst die Mutter ist in den meisten Fällen nicht zelnen Teile des Tunnels und des Zentralfäfigs Steiner fommt. Energisch hält sie Umschau. Da in ein Automobil und brüllt:„ Nach dem andern in der Lage, ihr Kind wiederzuerkennen, wenn in den dazu mitgeführten Badwagen geschoben. entdeckt sie Prinz, den Tigerſcheden. Er ist ein Bahnhof." Der Chauffeur faust los. Und da stehen auf der menschenleeren, hicht zufällig irgendein besonderes Merkmal am in all diesem Trubel stebt, für Laienaugen schein- Tschertessenpferd, wird stets von Herrchen selbst Rörper vorhanden ist. Man hat nun deshalb ver- bar uninteressiert, der Koloz Jenny. Sie steht nach der Bahn gebracht und der Tscherkez ist düsteren Bahnrampe, eng aneinandergelehnt und Sucht, Jenny und Prinz. um jede Verwechslung auszuschließen, von allein, doch weiß sie ohne weiteres, wo sie bon- jezt eben von ihm gegangen, weil er sich noch leicht schlummernd Nein", ist die Seite 6 Mittwoch. IS. August 1831. Nr. ISS 2S- Gr. 9*1% Modell 2842-05 Unseren Mädchen für den Sonntag diese Lack-Halbschuhe, für den Wochentag braune Box-Halbschuhe. Sie sind breit in der Spitze, um nicht das Wachstum des Fusses zu hindern. Gr. 9-1% Modell 3162-00 Um den Müttern bei der An- ihre Kinder behilflich zu sein, Schaffung von Schuhen für haben wir billige Schuhe aus fettem Leder mit Gummisohle hergestellt. Für jede Strapaz geeignet. 29 Gr. 9-1% Modell 3922-08 Den Kindern für das Herumtollen diese Mokassinschuhe mit Gummisohle. Diese Sohle ist oft dauerhafter, als de beste Ledersohle. Gr. 9-1% Modell 3632-22 Für junge Herren sehr elegante Haibschuhe aus schwarzem oder braunem Box, mit Ledersohle und niedrigem Gummiabsatz. Für den täglichen Gebrauch ein geeignetes Schuhwerk. Gr. 2-5% Modell 4644-15 Die Ausführung dieses Schuhes ist dieselbe, wie beim Damenschuh. Wir haben sie in Braun, oder kombiniert und mit schöner Perforierung verziert. Für die Schulkinder. 49- Modell 3922-00 Kinder-Sportschuhe aus braunem Box mit Zierzunge. Die starke Ledersohle ist mit Messingstiften verankert. Für die Schulwege sehr vorteilhaft. Die Ferien gehen bald zu Ende. Die Kinder werden wieder in die Schule gehen. Wir haben eine reichliche Auswahl für Sie vorbereitet. Breite, bequeme Formen, Ober- und Unterleder aus dem besten Material. Der Kinderfuss wächst sehr rasch, die Schuhe werden in kurzer Zeit unbequem und verursachen den Kindern Schmerzen und Schwielen. In die Schule kaufet den Kindern neue Schuhe. Besuchen Sie uns mit Ihren Kindern, wir werden Sie gut bedienen. SS- Gr. 2%-5 Modell 1834-22 Lackhalbschuhe für Studenten. Halbspitze Form mit fein perforierter Kappe. Kernledersohle mit Gummiabsatz. Dasselbe Modell aus braunem Box zum gleichen Preis. 15- Gr. 9-1% Modell 242 Elastische dauerhafte Turnschuhe mit Chromledersohle - für Studenten und Schuljungen beim Turnen unentbehrlich. Diese Schuhe werden Ihnen dos ganze Jahr gute Dienste leisten. G, 123. Der richtige Stimmzettel. Beim Hitler-Thälmann-Bolksentscheid wurde in Berlin ein Stimmzettel abgegeben.mit der Aufschrift: n Preußen regieren Dlänner und keine Lümmel". Noch besser war ein Stimmzettel, der in Köln gefunden wurde. Er hatte die folgende Aufschrift: Der alte Fritz ist wieder erstanden... Zorndorf, hauptquardier, 9. Augustus, veneralorder: Der Panduhr Adolf Hitler ist beträsfenden falls Auszuheben und landeszuverweysen. Der Kerl mag bei seinen Bolakken stänkern. Friedrich U. Unter der Generalorder des Alten Fritz war ein solider Krückstock hingemalt. Das neue Wtertnger Land. VERLANGET UEBERALL Der Mensch im Kampf mit der Natur— ein Heldenlied der Arbeit. Sport- Spiel- KCrperpilefle Viktoria Zuckmantel bei Teplitz erfuhr auf seiner Sachsenreise, daß die Gastgeber doch spielstarker sind. Zn Radeberg bei Dresden verlor Viktoria 7:4 und in Freital-Döhlen mit 4:3; Im letzten-Spiele- gefiel Viktoria besser.' Internationale Fußballspiel« m Deutschland. Boldklubben„Fr« derikSholm" Kopenhagen trägt Spiel« in der Kasseler Gegend aus und konnte sich in den ersten Treffen nicht erfolgreich durchsetzen. Sondershausen zwang den Dänen ein 5:5 ab und der Sportklub Homberg blieb mit 3:1 siegreich.— Helfort Wien bekam im Spiel gegen Jahn Mittweida trotz technisch bedeutend besserer Leistungen eine 2:4- Piederlage.— Rennweg Wien spielte in der Lausitz mit wechselvollem Erfolg. Im ersten Spiel erzielten die Wiener über Hoyerswerda einen 8:1-Si«g, das zweite Treffen in Groß-Räschen ging mit 2:8 verloren und erst im dritten Spiel gegen Spielvereinigung Senftenberg wurde wieder ein 3: Y-Sieg herausgeholt.— Jette Brüssel hatte sich für seine Westdeutschland-Reis« verhältnismäßig spielstarke Gegner verpflichtet. In den ersten Spielen konnten sich die Brüsseler noch behaupten, aber dann ging es bergab. An das 2:2-Ergebnis-gegen Schötmar schloß sich noch ein 1: v-Si-eg über Detmold an, dem eine 3:6-Nie- derlage gegen Herford folgt«. Diese Niederlage ist etwas unverdient, denn bis zehn Minuten vor Schluß führten die Belgier noch mit 3:2. Gegen Liptsort und Werl verloren die Gäste 1:5 und 2:3.— Eintracht V i l v o o r d e n bei Brüssel war gegen BfB. Gräfrath-Solingen ein achtbarer Gegner. Was Spiel endete nach lvaynendem Kampf unentschieden 1:1. Wiener Arbeiterfußball. Beim Fest der„Roten Elf" wirkte auch ein« Prager Fußballmannschaft, Star VII, mit, die gutes Können aufwies, obwohl es an beiden Tagen Niederlagen für sie gab. Ansonsten war schon ein stärker Fußballbetrieb zu verzeichnen; nur di« Ligavereine pausierten teilweise noch. Es fanden durchweg Turnier- und Freundschaftsspiel« statt, deren Ergebnisse u. a. waren: Rote Elf gegen Star VH Prag 2:1(1:1), Hacking-Hietzing gegen Star VII Prag 8:1, Gaswerk gegen Meidling-Allmannsdorf 8:2(3:2), Favoriten«! AC. gegen Felten 5:4 (1:2), Ostbahn Favoriten gegen Altona 9:0, Donau gegen ASC. Salzburg 5:1, Kaisermühlen gegen ASC Salzburg 6:3, Hochstädt gegen Union 2: 2(1:0). Columbia 21 gegen Gaswerk Simme- ring 4:3, Feuerwehr geg. Brigittenau 1:1(0:1),! Nußdorf gegen Floridsdorf 2:0, Nordwi«n gegen Mvrapia 5:2, Germania Rudolfsheim gegen Fünf- haus 2:1, Landstrqßer Sportfreunde gegen Simmering 2:0, Neu-Kettenhof gegen Hochstädt 5:2. Di« niederSsterreichisch« Fußball-Landesmeisterschaft entschieden. In dem in Siebenhirten aus- getragenen Entscheidungskampf zwischen Siebenhir- t«n und Klein-Neusiedl wurde die heimische Els mit 3:0 Sieger. Das Spiel endet« in unschöner Weise, es wurde zwei Minuten vor Schluß deshalb 4»bg«broch«n werden, weil ein Spi«l«r von Klein- Oben im Nordwesten der Zuidersee, wohin der Holland besuchende Fremdling sich nur selten verirrt, ist neues Land entstanden. Dem Meere wurde hier Boden entrissen, der im Jahre 1827 durch Einbruch einer gelvaltigen Sturmflut verschlungen worden war. Nun ist die alte Landbrücke zwischen den Provinzen Nordholland und Friesland, die vor jener Flut seit undenkbaren Zeiten gestanden hatte, wieder im Werden. Ein Titanenwerk. Der- Mensch hat den Kampf gegen die ungestüme See ausgenommen. Es sind die unbekannten Soldaten der Arbeit, die hier in Wind und Wetter, oft bis zu den Knien im Wasser stehend, den Deich nach der alten Insel Wieringen aufgeworfen haben, den sie dann über die Insel hinaus weitertvieben, bis sie jetzt in Reichweite ihrer Kameraden gelangten, die das gleiche Titanenwerk vom anderen Ufer der Zuidersee aus unternahmen. Die Geschichte dieses vielumstrittenen Deichbaues wird bis in fernste Zeiten nachklin- gen und doch ist dieser gewaltige Schutzdamm gegen die ständig bewegte und stets zum Sturmangriff bereite Nordsee nur ein Teilstück der zahlreichen Deiche und Dämme, die erst das große Werk" der teilweisen Trockenlegung der Zuidersee Vollenden helfen.. Hier oben bei Wieringen kann man jetzt ein deutliches Bild dieser ungeheuren Arbeit gewinnen. ' 20.000 Hektar trockengelegt. 20.000 Hektar sind hier trockengeleat, ein Zehntel der ganzen Fläche, die für die Schaffung neuen Bauernlandes in Betracht kommt. Um dieses eigentliche alte Wieringerland, das man in der Sprache der Wafferbautechniker kurz als den künftigen Nordwestpolder bezeichnete, hat man zunächst einen Schutzdeich von enormen Abmessungen gezogen und dann zwei elektrische Pumpwerke errichtet, deren starke Pumpenaggregate Ende 1929 zu arbeiten begannen und bis in den Hochsommer' 1930 Tag und Nacht unausgesetzt tätig waren, um die vielen Millionen-Hektoliter aus dem Polderland herauszudrücken. Sie bleiben als Schutz gegen Ueberflutungen stehen, und noch manchesmal werden sie in Betrieb gesetzt werden.müssen, wenn das als künftigerMselsee weiterbestehende Mittelstück der Zuidersee in ungestüme Bewegung geraten sollte. Neusipdl vom Schiedsrichter ausgeschlossen wurde 1 und nicht d«n Platz verließ. Radrennen Graz—Semmering—Graz. Dieses große Radrennen der österreichischen Arbeiter-Rad-^ fahr«! brachte den Wienern schöne Erfolge. Sie gewannen das Haupt- und auch das Juniorenfah- ren. Sieger im Hauptfahren wurde Sturm(Karl Marx, Wien) in der neuen Bestzeit von 6:56:11.2 Stunden vor Peklo(Meidling) und Hamedl(Freiheit 17, Wien). Das 50-Kil»metrr-JubÄ8«mSve«nm des Wiener ARP. Freiheit 17, das auf der Brücker Straße Vor sich ging, brachte folgende Ergebnisse: Haup:- fghrer: 1. Schäffner(Straßenbahn, Wien) 1:22:26 Std.(neue Bestleistung), 2. Schmaderer(Leopold- stadr) 1s 22: 46.1, 3. Hlebuschitzky(Karl Marx) 1:24:25: Junioren: 1. Tor na r(St. Pölten) 1:29:50, 2- Gardovsky(Straßenbahn Wien). Aas der Partei Jugendbewegung. Sozialistische Jugend, Prag. Haidafahver, Achtung! Abfahrt: Samstag nachmittags halb 4 Uhr Zusammenkunst beim Denisbahnhof, 6er- und 8er-El«ktrische. Ankunft in Haida zirka um 7 Uhr. Um 8 Uhr abends Höh en feuer mit anschließendem Fackelzug in die Stadt. Für Uebernachtungsg«Iegcnheit«n ist vorgesorgt. Decken sind nrftzunchmen. Sonntag vormittags Künstier ische Morgens« ter und Demonstratio n S z u g durch die Stadt. Nachmittags I u- Da- erste Grün— die erste Post. Das Wieringerland ist jetzt trocken und eine erste Vegetation.beginnt sich zu entfalten. Wege werden durch das Neuland, dessen Grenze im Norden die frühere Insel Wieringen bildet, gelegt; Versuchssiedlungen sind im Entstehen begriffen, und selbst ein Postamt ist bereits vorhanden, dessen Stempel vorläufig noch von Sammlern begehrt werden. Auch jetzt noch wird hier unermüdlich gearbeitet, um den Boden kulturreif zu machen. Wer dieses Neuland betritt, das ohne jedes Blutvergießen nur durch friedlich'c Arbeit erobert wurde, kann die KleingeistiÄeit mancher Gegner der Trockenlegung in Amsterdam und andernorts nicht begreifen, denn der Meeresbesitz bleibende Teil der Zuidersee nördlich des Abschlußdeiches bietet für die mit der Fischverarbeitung in Verbindung stehenden Industrien noch Raum genug, selbst wenn der eine oder andere Befried von Amsterdam wegverlegt werden müßte. Dafür werden hier aber Kulturwerte im vollsten Sinne des Wortes geschaffen. Was jetzt noch wie eine Steppe anmutet, wird in wenigen Jahren mit blühenden Landwirtschaftsbetrieben übersät sein, und Arbeit und Brot wird für' viele Tausende von Menschen gewonnen. Wandlungen der Poesie... Das Wieringerland bildet den ersten Teil einer neuen Provinz, die in zäher Arbeit dem Meere abgetrotzt wird. Gewiß schwindet mit der Trockenlegung viel alte Poesie dahin, der diejenigen, deren Geist sich vom Traditionellen nicht loszureißen vermag, noch lange nachtrauern werden, Schließlich aber trägt alles Leben seine eigene Poesie in sich und erst recht das Leben der Arbeit. Leicht ist das neue Wieringerland von Amsterdam aus zu erreichen. In einer guten Stunde Bahnfahrt ist män in dem freundlichen nordholländischen Landstädtchen Schagen, von wo aus eine Kleinbahn nach Euwijksluis abzweigt, einem kleinen Küstenplatz, der den ersten Ausgangspunkt des Trockenlegungswerkes bildete. Hier betritt man den jetzt festen und zuverlässigen Boden des Wieringerlandcs, um sich dann an einer Wanderung durch schier endloses Gelände zu ergötzen, I über dem noch vor wenigen Jahren die Wogen I der Zuidersee in die der Nordsee übergingen. gendfest. Rückfahrt nach Prag halb 6 Uhr abends. Ankunft in Prag zirka 9 Uhr. Wantzer- kleidung!(Blaue Blusen.) Musikinstrument«(Geigen, Mandolinen, Gitarren und Lauten) mitbringen! Fahrtspesen X 30.—, Festbcitrag K 6.—. Dies» Beträge sind unverzüglich an Genossen Ullman» weiterzuleiten., Freitag abends halb 8 Uhr am DTJ.°Turn- p l a tz hinter der G e c Zusammenkunft aller Haidafahrer. Musikinstrumente mitbringen! Literatur bin Buch vom kommenden Krieg. Hanns Gobsch:„Wahn-Europa 1934". Die umfangreiche Kriegsliteratur unserer Tage hat eine neue Bereicherung erfahren und— das sei sogleich gesagt— eine, die der umfassenden Bedeutung und der leider noch immer so großen Aktualität des Problems in vollem Umfang gerecht wird.„Wahn-Europa 1934" handelt nicht vom letzten großen Völkermorden,„Wahn-Europa" handelt vom kommenden Krieg, von dem Krieg, dem die kapitalisftsch-fascistische Welt zuzutreiben droht. Gobsch nennt sein Buch eine Vision, doch die Bilder, die'es entrollt, sind nicht der ungebundenen Phantasie des Dichters, nicht der zügellosen Leidenschaft des Kämpfers entsprungen, sie fußen fest auf den unterschütterlichen Tatsachen der politischen Realität, sind geschaut mit dem offenen klaren Blick des Militärs— Gobsch ist ehemaliger Nachrichtenoffizier der Obersten Heeresleitung—, der die Vorgänge des Politischen Lebens in ihrer Auswirkung Krieg und Frieden der Völker wohl abzuschätzen weiß. Gerade darin aber liegt die Bedeutsamkeit des Werkes, daß diestz Vision nicht erst in, zehn, in zwanzig, in hundert Jahren, sondern schon morgen, schon heute Wirklichkeit werden kann. Gobsch meidet die Illusion, verzichtet auf das Pathos, aber wie er mit zwingender Logik aus einem kleinen jugoslawisch- albanischen Grenzkonflikt das Feuer aufflackern läßt, das, von kriegstollen Diktatoren und kurzsichtige» Diplomaten geschürt, schließlich über alle Widerstände hinweg ganz Europa mit ins Verderben reißt, wirkt in seiner knappen, oft nüchternen Darstellung viel eindringlicher, als es eine Schöpfung der reinen Phantasie vermöchte. Tie Gestalt«» des Buches wollen weder als Schlüssel figurieren, noch als Einzelindividualitäten gewertet sein; sie sind die„Repräsentanten bestimmter Weltanschauungen, politischer Willenskräfte und geistiger Strömungen, die dem Europa der Gegenwart Form und Schicksal verleihen wollen." Besonderes Interesse aber wird vor allem der sozialistische Leser dem Helden des Romans entgegenoringen, dem französischen Sozialistenführcr Leon Brandt, kein getarnter Leon Blum, sondern ein Symbol der tragischen Gestalt des Arbeiterführers, dem im entscheidenden Augenblick die Herrschaft über die Massen entgleitet, dessen Lebenswerk dem Ansturm des Bolschewismus zum Opfer fällt. Hier berührt Gobsch ein Problem, an dem gerade wir niemals achtlos Vorbeigehen dürfen und das allein schon uns dem Werk größte Verbreitung wünschen läßt. Bezeichnend daher auch dos Urteil Paul L ö b c s, der nach der Lektüre von„Wahn-Europa" äußerte: „Als während,und nach dem Kriege sich die Menschen an die Stirn faßten und sich fragten, wie ist so etwas von Menschrnmord und Verwüstung überhaupt noch möglich, konnten selbst die Klügsten unter ihnen keine andere Rechtfertigung finden, als die, man sei in den Krieg„hineingeschliddert". Obwohl die furchtbaren Erfahrungen hinter uns liegen, sieht es manchmal so aus, als könnten dieselben Staatsmänner, dieselben Politiker, dieselben Völker noch ei» m'a I„hineinschliddern"— mit Folgen allerdings, die überhaupt nicht mehr auszudenken sind. Dagegen ein Warnungssignal aufgerichtet zu., haben, ist daS große Verdienst von Hanns Gobsch, und ich wünsche seinem Werk die weiteste Verbreitung, nicht um des Buches, sondern um der Zukunft Europas willen." H. T. „Wahn,Europa 1934" erschien im Fackelreiter-Verlag, Hamburg-Bergedors, zum Preise" von RM. 4.80. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Paramount-Gesellschaft die Verfilmung des Werkes. HerauSqeber: Siegfried Taub. Chefredakteur: Wilhelm Nießner. Herantwocttich« Redakteur: Dr. Emil Strauß, Vrag. Druck:.Rota' L.-G. für Zeitung- und Buchdruck. Prag. Für den Druck verantwortlich: Otto Holik, Prag. Tu SelttmgtiiuiilenfTantatiit wurde non der Post». Telearavden- dircktlon mir Erlaß Rr 13 EtVlINSM br» lli,i Die Deutsch« Bezirksjugendfürsorg« Mähr.-Altstadl sucht eine Sttrforgefdhdvefter Gesuche mit kurzer Lebensbeschreibung und Ge- baltSansPrüchen sind bis 15. September ciuzu- oringen. 1258