u. Salüoouo. Mittwoch, 2. September 1931 Nr. 204. Mrtschastsfragen im Bölkerbundrat. Litwinow gegen Präferenzen- Benachteiligung der tschechoslowakischen Industrie durch Ungarn.- Zollunion zurülkgettellt. Beginn der Ratstagung. JkMkl SMMMMMß. Frankfurt a. Main,. 1. September. In der heute stattgefundenen Sitzung des deutschen Gewerkschaftskongresses forderten zwei Redner, einer aus Breslau, der andere aus Stuttgart, daß mit der Tolerierungspolitik gegenüber der Regierung Brüning Schluß gemacht werde. Alle übrigen Trs- kufsionsredner traten dem entgegen und erklärte», daß die Abwehr des Fascismus d i e b i s- herige taktische Linie der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie notwendig gemacht habe. Die vom Bundesvorstand vorgelegtc Entschließung wurde einstimmig angenommen. Es wird darin dagegen protestiert, daß in der gegenwärtigen Situation die schwersten Opfer gerade die Arbeiter— durch Abbau der Löhne und der sozialen Leistungen— tragen sollen. DaS Bestreben der Regierung, den Einfluß der Arbeiter auf allen Gebieten, auch auf dem der Tarifverträge zu beschränken, wird verurteilt, und die Beseitigung der Härten der Notverordnung vom 5. Juni gefordert. In einer weiteren Entschließung wurde der Bundesvorstand beauftragt, die Bemühungen des Internationalen Arbeitsamtes, eine großzügige Aktion zwecks internationaler Arbeitsbeschaffung mittels internationaler Kreditvereinbaruna zu unterstützen. Sodann kam das Referat des Heidelberger Universitätsprofessors Dr. Lederer über die Umwälzung in der Wirtschaft und die 40-Stundewoche zum Vortrag. Professor Lederer begann mit einer Aufzeigung der Merkmale, die die heutige katastrophale Arisis von den Krisen früherer Zeiten unterscheiden. Als Ausgangspunkt der Krise bezeichnete er die tiefgreifenden technischen Veränderungen während des Krieges und der Nachkriegszeit. Nachdem der Redner ausführlich die Auswirkungen dieser Entwicklung geschildert hatte, ging er auf die Einwirkungen ein, die die heutige Krise verursachen. Während die Wirtschaft früher eine Verknüpfung mit der Politik nicht gekannt habe, sei sie heute gegen politische Stimmungen empfindlich. Das Kapital sei jeden Moment bereit, sich zurückzuziehen. Zwischen der heutigen .Krise und dem Wiederaufstieg liege eine weite Kluft, die man nicht überspringen könne, sondern ausfüllen müsse. Um eine planmäßige Lenkung des Kapitalstromes werde man nicht herumkommen und zwar nicht durch förmliche Vorschriften, sondern durch Zertrümmerung der künstlichen Preise, die dir richtige Auswirkung des Kredites hemmen. Die fwkityche Befriedigung der Völker bringe noch nicht eine Beseitigung der Kartelle und Zollsysteme. Solange man noch nicht zu einer weltwirtschaftlichen Organisation komme, müsse man mit einer struktuellen Arbeitslosigkeit rechnen. Eine Verkürzung der Arbeitszeit komme nicht gleichmäßig für alle Arten von Industrien in Frage, sondern müsse von Fall zu Fall mit Hilfe der Gewerkschaften durchgesührt werden. Prof. Leerer schätzt die Zahl von Arbeitern, die durch Verkürzung der Arbeitszeit Beschäftigung finden können, auf eine Million. Wenn sich die 40-Stundenwoche über kurz oder lang durchsetze, werde die deutsche Arbeiterschaft eine nationale Leistung vollbracht haben und eine der wichtigsten Etappen in ihrer Entwicklung zurückgelegt haben. Die Aufgabe der Gewerkschaften sei cs, die durch die Verkürzung der Arbeitszeit gewonnene Freizeit für die Emanzipationsbewegung des Proletariats zu verwenden. der Nachmittagssitzung nahm der Vorsitzende der freien Gewerkschaften Frankreichs I o u h a ui- Paris das Wort, um die Grüße der französischen Arbeiter zu übermitteln. Die Solidarität, die die deutschen und die französischen Arbeiter verbindet, erklärte er u. a., müsse sich zu einem, festen Zusammenschluß auswachsen. Wenn die, Arbeiterschaft eines Landes ein Unglück treffe, könne die Arbeiterschaft des Nachbarlandes nicht müßig fein. Die heutige Krise sei nur durch internationale Zusammenarbeit und Zusammenschluß aller Völker zu überwinden.. Die französischen Gewerkschaften seiest von Herzen bereit, ihre ganze Kraft bei der Erfüllung dieser Aufgabe auf- zubieten. In der Aussprache zum Referat Prof. Lederers wurde allgemein die Wichtigkeit der Frage der M-Stnndenwoche für die Arbeiterschaft betont und die Forderung erhoben, daß der. Kongreß die 40-Stundenwochc unterstütze. Die Aussprache wird am Mittwoch fortgesetzt. Genf, 1. September. Heut« um 11 Uhr begann die 84. Tagung des Völkerbundsrates. Der Ratstisch zeigt gegenüber der letzten Tagung ein etwas verändertes Bild. D«» Vorsitz führt der spanische Außenminister Lerronx. England ist durch Lord Robert Cecil, Frankreich durch den Direktor der Völkerbundsabteilung am Quai d'Orsay Massig!i vertreten. Obwohl vor der Tagung ein« ziemlich starke Nachfrage nach Eintrittskarten zu verzeichnen war, zeigt sich jetzt» daß die Tagung verhältnismäßig geringesJnteresse findet. Die Beteiligung des Publikums und der Press« heute vormittag war außerordentlich schwach. Di« Sitzung, di« etwa eine halb« Stunde dauerte, war mit der Verlesung einiger Berichte über die Arbeit«« seit der letzten Ratstagung ausgefüllt. U. a. wurde ein Bericht über die Arbeiten des Wirtschaftskomitees verlesen, den der Vertreter Deutschlands erstattet hat. Di« nächste Sitzung findet Mittwoch statt. Debatte über das Prüfereuzsystem. Die Unterbringung ver Getreiveüberschiisie Genf, 1. September. Das Koordinationskomitee hörte heute vormittags einen Bericht des französischen Delegierten Francois Poncet über die Arbeiten des AuSschusieS, der sich mit dem Absatz der Getreideüberschüsse in Europa zu beschäftigen hatte. Die Vorschläge, die hierüber bisher gemacht worden sind, beziehen sich hauptsächlich auf Präferenzen für Getreide. In diesem Zusammenhang spielen insbesondere die Handelsverträge, die inzwischen von Deutschland mit Rumänien und Ungarn abgeschlossen worden sind, eine große Rolle. Francois Poncet bezeichnete den deutsch- rumänischen Handelsvertrag als„ein ausgezeichnetes M u st e r", das den Bedingungen entspräche, hie von den Organen des Völkerbundes sür die Eingliederung der Präferenzbehandluna in daS System der Meistbegünstigungsklauseln aufgestellt worden seien. Der russische Bolkskommiffär Litwinow wiederholte seine schon früher geäußerten Bedenken gegen das Präferenzsystem, das seiner Ansicht nach zu einer Ausnahmebehandlung Rußkinds führen werde. Francois Poncet betonte demgegenüber, daß es sich bei dem Präferenzsystem um eine vorübergehend« Maßnahme handle, um einer akuten Notlage bestimmter Länder abzuhelfen. * Genf, 1. September.(Tsch. P.-B.i Das Koordinationskomitee des Europa-Ausschusses hat seine Beratungen über das Präferenzsystem Mit der Annahme einer von dem deutschen Vertreter, Ministerialdirektor Dr. Posse, eingebrachten Entschließung abgeschlossen, worin festgestellt wird, daß sich nach der Meinung des Komitees die Präferenzabmachungen im deutsch-rumänischen und im deutsch-ungari- chcn Handelsvertrag im Rahmen der Grundsätze, die von der zweiten Zöllwaffenstillstandskonferenz im November 1930 aufgestellt worden sind, hallen und daß diese Verträge ebenfalls die Bedingungen erfüllen, die in dem Bericht des Getreidekomitees des Europaausschusses auf der Juni-Tagung ausgestellt worden sind. Im weiteren Verlauf seiner Nachmittagssitzung beschäftigte sich das Koordinationskomitee mit dem Bericht der wirtschaftlichen Sachverständigen über die N en org a n isi eru ng. der europäischen Wirtschaft. Der Bericht spricht in seinem handelspolitischen Teil über die Notwendigkeit eines Abbaues des zollpolitischen Durcheinanders in Europa, wobei als Endziel der wirtschaftlichen Annäherung die europäische Zollunion hingestellt wird. Beschwerden der Tschechoslowakei. Krofta über den ungarisch-österreichischen Vertrag. In die Diskussion, die sich über die Frage der Präferenzen entwickelte, griff auch der Vertreter der Tschechoslowakei, bevollmächtigter Minister Dr. Krofta,«iu, der an den kürzlich abgeschlossenen deutsch-rumänischen Handelsvertrag erinnert«, welcher bekanntlich u. a. auch Bestimmungen über Vorzugszölle für Mais und Gerste enthält. Der tschechoslovakische Vertreter anerkennt, daß beide Regierungen bestrebt waren, den Prinzipien zu entsprechen, die in den verschiedenen im Rahmen des Völkerbundes abgehaltenen Beratungen und Konferenzen festgesetzt und angenommen worden waren, doch behält sich die Tschechoslowakei, ehe sie ihre Zustimmung zu dem erwähnten Handelsvertrag erteilt, ein Abkommen mit Deutschland über die Gewährung analoger Begünstigungen für die tschechostowakische Gerstenausfuhr nach Deutschland vor. Zu dem österreichisch-ungarischen Vertrage bemerkte der tschechostowakische Delegierte, daß von verschiedenen Seiten der Industrie Beschwerden darüber eingehe», daß Ungarn Oesterreich Begünstigungen für die Einfuhr von Industrieerzeugnissen einräumt, die es andere» Interessenten verweigert. Daher fürchte die Tschechoslowakei, daß der österreichisch-ungarisch« Handelsvertrag nicht in allem den in den verschiedenen Organismen des Völkerbundes festgesetzten Grundsätzen entspreche. Weiter verlangt der tschechoslowakische Delegierte, um in dieser Angelegenheit Klarheit zu schaffen, die Veröffentlichung des Textes des Vertrages mit allen Beilagen. In diesem Sinne sprachen sich auch die Vertreter anderer Staaten and. Es ist offenbar, daß die Kommission nur diejenigen Verträge zn genehmigen bereit ist, deren Texte vorgelegt wurden. Demission Schobers? Entscheidung über Zollunion wird vertagt?— Französische Meldungen. Paris, 1. September. Der Genfer Berichterstatter des„Petit Parisien" meldet, daß die Verhandlungen über die Frage der österreichisch-deutschen Zollunion definitiv vertagt worden sind. Der Bericht hierüber tvevdc heute, Dienstag, kundgemacht' weiden, ohne daß der Völkerbundsrat das Urteil deS Haager Gerichtshofes abwarten werde. Dem„Matin" zufolge habe der österreichische Vizekanzler Schober bereits vor seiner Abreise aus Wien nach Genf dem französischen Gesandten gegenüber erklärt, Oesterreich werde auf den Plan der Zollunion verzichten. Die gleiche Erklärung habe Schober nach seiner Ankunft in Genf dem General-Untersekretär des Völkerbundes A v e n o l gegenüber abgegeben. Mit der öffentlichen Erklärung habe er immer wieher gezögert, gedenke jedoch, sic heute im Koordinationsausschuß abzugeben. Sie werde einen deutlichen und klaren, keineswegs doppelsinnigen Verzicht Oesterreichs auf Verhandlungen über die Zollunion mit Deutschland beinhalten. Die Finanzlage Oesterreichs ist derart, schreibt der„Petit Parisien", daß Oesterreich nicht weiter zögern darf, da ihm sonst keine finanzielle Hilfe zuteil würde. Es ist selbstverständlich, fügt das Blatt hinzu, daß dies eine völlige Niederlage der Politik Schobers bedeutet, und es verlautet in seiner Umgebung, daß er sofort nach seiner Rückkehr auS Genf demissionieren werde.• Minderheitenkongreß beendet. Gens, 31. August. Die Tagung des 7. Kongresses der Nationalitäten ist heute abendS abgeschlossen worden. Das Ergebnis der dreitägigen Beratungen wurde in zwei Entschließungen zusammengefaßt. Als. Gesamteindruck der Berichte über die Lage der einzelnen nationalen Volksgruppe» in Europa wird darin festgestellt, daß schärfer als je in den durch Minderheitsschutz gebundenen Staaten ebenso wie in den vertraglich nicht gebundenen— abgesehen von wenigen Ausnahme«— die Assimilation betrieben wird. DaS Präsidium des Kongresses wurde beauftragt, den Ernst der Lage dem Völkerbund vorzustellen und die Notwendigkeit des Petitionsverfabrens zu betonen. In einer andere« Entschließung heißt eS, di« materielle Abrüstung könne mit Aussicht auf Erfolg nicht ohne gleichzeitige moralische Abrüstung durchgeführt werden. Diese moralische Abrüstung müsse vor allem in einer befriedigenden Lösung der Nationalitätenfrage bestehen. Die politisdie Bedeniuno der Gemeindewahlen. Die Gegner werfen uns wie noch jedesmal, so auch jetzt wieder vor, daß wir die Gemeindewahlen politisieren, daß wir den Kampf um die Gemeindestube seines lokalen und, wie sie gern sagen,„wirtschaftlichen" Charakters entkleiden, die Wähler auffordern, nach politischen Gesichtspunkten zu entscheiden. Wir bekennen uns zu dieser Politisierung der Gemeindewahlen; hätten wir keinen anderen Grund, diese lokalen Kampfaktionen auf die höhere Ebene einer großen gesamtstaatlichen Auseinandersetzung zu heben, als eben die Erwägung, daß eine Nation, die im Kleinkram der Lökalpolittk verkommt, eine Arbeiterklasse, die ihre Kraft an die oft läppischen Sorgen lokaler Raufereien verschwendet, nicht fähig find, Großes zu begreifen und zu erreichen— es wäre Grund genug zur Polittsierung der Wahlen. Aber es läßt sich weit mehr für diese Politisierung ins Treffen führen. Um Gemeindepolitik machen zu können, brauchen wir, das haben wir seit 1927 immer wieder betont, die freie Gemeinde. Der Klassenwillen der Bvurgeoisie, der das Gemeindefinanzgesetz von 1927 geschaffen, eine durch- greifendc Reform bisher verhindert hat, steht der Freiheit der Gemeinden im Wege. Es bleibt uns gar nichts anderes übrig, als den Gemeindewahlkampf schon durch die Forderung nach der Freiheit der Gemeinden zu politisieren. Bei jedem der bisherigen Gemeindewahl- kämpfe wurde aber auch über politische Fragen höchster Ordnung entschieden. 1919 führte»' die Gemeindewahlen zum Sturz der Regierung Kramak und zur Bildung der rot-grünen Koalition unter Tusar. 1923 bewirkten die Gemeindewahlen eine beträchtliche Schwächung des sozialistischen Einflusses in der allnationalen Koalition und beschleunigten das Ende des ersten Parlaments. 1927 setzten die Gemeindewahlen dem Bürgerblock ein erstes Haltesignal entgegen, verstärkten zugleich im Bürgerblock die agrarischen Tendenzen auf Kosten der Macht der Klerikalen, leiteten den Prozeß ein, den die Landeswahlen von 1928, die Parlamentswahlen von 1929 fortsetzten. Auch diesmal werden die Gemeindewahlen, ob sie nun von allem Anfang politisiert werden oder ob sie unter der Maske unpolittscher Raufereien um sie Macht im Dorfe ausgetragen werden, ihre politischen Folgen zeitigen. Wir stehen vor dem furchtbarsten Winter, xn Europa seit Jahrzehnten erlebt, vor dem der schwierigsten ökonomischen und finanziellen Situation, die an den Staat bisher herangetreten ist. Auf der einen Seite heißt es, der Massennot durch ausreichende Für- orgeeinrichtungen steuern, durch geeignete handelspolitische und wirtschaftliche Maßnahmen Arbeit schaffen, zu verhindern, daß die hunderttausend« Arbeitsloser vom Strom der Krise, der völligen Vernichtung ihrer sozialen Existenz entgegengetrjeben werden. Auf der anderen Seite verlangt das Defizit des Staatshaushaltes Sparmaßnahmen außerordentlicher Art. Das Problem, an dem soeben die englische Arbeiterregierung gescheitert ist, weil ihr nicht die nötigen Kräfte zur Verfügung standen, um ihren Ansichten im Parlament Geltung zu verschaffen, dieses Problem muß auch hierzulande gelöst werden. Das Programm der bürgerlichen Parteien ist sehr einfach, sie haben es in ihrer Presse während des Sommers wiederholt aufgedeckt: Abbau der Fürsorge, der Arbeitslosenunterstützung, Kürzung der Beamtengehälter, aber zu gleicher Zeit .Erfüllung der großagrarischen Forderungen, Beseitigung des Mieterschutzes, weitere Aufrüstung der Armee. Wenn die Bürgerlichen bei den Gemeindewahlen so ©eile 2 Mittwoch, 2. September 1981. Nr. 204. stark werden, daß ihnen eine Regierung ohne Sozialisten, daß ihnen im Falle parlamentarischer Neuwahlen eine ausreichende bürgerliche Mehrheit im Parlament als möglich erscheinen, dann werden sie auch auf die Gefahr hin, den Austritt der Sozialisten aus der Regierung zu riskieren, ihr Sparprogramm mit aller Macht verteidigen. Zeigen die Gemeindewahlen die Sozialdemokratie>n unerschütterter Position, dann wird es gelingen, die Anschläge der Bürgerpartcien zum guten Teil zu verhindern. Aber die Bürgerparteien wagen natürlich nicht, mit ihrem Programm vor die Wähler zu treten. Ihre Taktik ist es, den Wählern ihre eigenen Sünden als Fehler der Sozialisten vor Augen zu halten. Man will— so rufen sie.seit Monaten— die Gehälter abbauen, da seht ihr den Erfolg der sozialdemokratischen Mitregierung! Man will den Mieterschutz vernichten— das habt ihr von den Sozialdemokraten. Sie sind frivol genug, die Angst der Wähler vor den drohenden Anschlägen auf chren Lebensstandard gegen die Sozialisten zu lenken, die allein diese Anschläge verhindern könnten. Diese Taktik zieht aber nur bei den ganz Dummen. Um der Sozialdemokratie ernstlich Abbruch zu tun, bedarf cs anderer Mittel. Die Bourgeoisie glaubt sie in den scheinbar radikalen, scheinbar sozialistischen, in Wahrheit, d i e Bourgeoisie, deckenden- Oppozi- tionsparteien gefunden zu haben: in Nationalsozialisten und Kommutt i st e n. Mit reiner Freude sehen die Bürgerlichen seit Monaten dem Aufmarsch der beiden antisozialistischen Parteien; wenn Hakenkreuz und Sowjetstern der roten Sache genügend Abbruch tun, dann macht es nichts aus, wenn die Bürgerparteien selbst schlecht abschneiden, dann ist der Hauptzweck der Wahlen erreicht, Schwächung der Sozialdemokratie, Korrektur der am Herbst 1929 geschaffenen Machtverhältnisse zugunsten der Bourgeoisie. Der Wahlkampf wird also, soweit er politischer Kampf ist, vor allem zwischen der Sozialdemokratie und den maskierten Deckungstruppen der Bourgeoisie ausgetragen werden. Als Vorkämpfer der„sudetendeutschen Selbstverwaltung" werden die Nationalsozialisten in den Wahlkampf ziehen; ein auf Kosten der Sozialdemokratie errungener Erfolg der Nazi könnte aber nur bedeuten, daß der Wunschtraum des tschechischen Chauvinismus, der Austritt der deutschen Sozialdemokraten aus Regierung und Koalition, wahr wird, daß die Machtgelüste der tschechischen Bourgeoisie ohne Hemmnis sich auswirken könnten. Als die „einzigen Klaffenkämpfer" werden die Kommunisten gegen uns zu Felde ziehen; faktisch aber spielen sie keine andere Rolle als die Hitlerkommunisten in Deutschland, die beim Volksentscheid unler Hitlers, Hugenbergs und Seldtes Führung gegen die Republik, für die monarchistisch-fascistische Reaktion gestritten baben. Denn ein größerer Wahlerfolg der Kommunisten würde nur den Kapitänen unserer Großbanken, Jndustriekonzerne und Latifundien das lang gesuchte Sprungbrett zur Bildung einer Bürgerregierung oder eines diktatorischen Beamtenkabinetts bieten. Es wird von der Art und dem Ausmaße der Verschiebungen abhängen, die sich bei den Gemeindewahlen vollziehen, ob ihr politisches Ergebnis unmittelbar und weittragend sein wird. Aber das eine werden und müffen wir den Wählern mit aller Deutlichkeit sagen, daß sie mit dem Stimmzettel der Gemeindewahl über das nächste Budget des Staates, über Ersparungen und Ausgaben, daß sie über Mieterschutz und Handelsverträge entscheiden. Es wird unsere Aufgabe sein, den Wählern zum Bewußtsein zu bringen, daß nur die Abgabe eines sozialdemokratischen Stimmzettels ein Votum gegen die weitere Senkung des Lebensstandards der arbeitenden Bevölkerung, gegen Lohn- und Gehaltskürzungen, für vernünftige Sparmaßnahmen bedeutet. Nicht die Parteien, die Wähler selb st be- stimmen, was im Herb st geschehen soll! Ge- Ge- Jn ge. Herr Karg folgert: Wir geben diese Aeuße- rung des Blattes deshalb so ausführlich und zum Teil wörtlich wieder, weil sie nicht mehr und nicht weniger besagen, als daß das führende Blatt einer großen deutschen Regierungspartei und das Organ eines deutschen Ministers den politischen Begriff und die nationale Existenz des Sudetendeutschtums überhaupt leugnet. Ist dieses Sudetendeutschtum ein eigener Volksstamm mit eigenem nationalen und sozialen Lebenswillen oder ist es bloß eine zufällige Zusammenrottung von verschiedenen Jnteressen- tenhaufen? Rach dem „Sozialdemokrat" haben die sudetendeutschen Parteien in der Regierung überhaupt kein gemeinsames nationales oder kulturelles Interesse, sondern sie haben nur als Agrarier die Klaffeninteressen der Bauern und als Sozialdemokraten die Klaffenintereffen der Arbeiter zu vertreten. Kann es ein blamableres und traurigeres Eingeständnis eine Beachtung widmen, die von den Gegnern teils als Gehässigkeit, teils als Läusesucherei hingestellt wird. Wir sind aber zu sachlichen Auseinandersetzungen sehr wohl bereit und wir wollen auch die Polemik des Herrn Karg in aller Ausführlichkeit und Sachlichkeit prüfen. Wir stehen nicht an, unseren Raum dem Nachweis zu widmen, daß nicht wir, sondern daß Herr Karg verdreht! Der Herr Karg zitiert ganze sieben Zeilen aus unserem fast zwei Spalten langen Artikel und leitet daraus m mannigfacher Abwandlung desselben Gedankens die Folgerung ab, daß wir jede Kultur- und Bokksgemeinschast der Sudetendeutschen geleugnet, diese als einen„Jn- teressentenhaufen" hingestellt hatten. Die Leser mögen selbst an der.Hand einiger Gegenüberstellungen nachprüfen, was es mit dieser Folgerung des Herrn Karg, die eine Verdrehung ist, auf sich hat. Wir haben geschrieben: Wenn man in dieser Art vom„Sudetendeutsch, tum" als Gesamtheit spricht, wird man natürlich zu Fehlschlüssen im Sinne Kargs kommen. Existiert denn dieser samtbegriff, dieses samt interesse? der Praxis hat sich zeigt, daß es yur in sehr beschränktem Maße be steht. Nicht einmal, was die Erhaltung der deut-. schen Schulen betrifft, gibt es eine völlige Einigkeit unter den Sudetendeut schen. Wir haben es vor 1926 oft genug erlebt, daß Bürgerliche sich gegen die Erhaltung deutscher Ichulklaffen wehrten, weil sie Geld kostete, daß sie bet den Landesschulräten bittend wurden, man möge die Klassen auflas sen. In der wichtigsten Frage, in der Forderung nach kultureller Selb st- verwaltung und Ausgestaltung der autonomen Verwaltung sind die Sudetendeutschen aber bestimmt nicht einig. Man kann da nicht von sude tendeutschen Jntereffen schlechthin sprechen, denn nur die Arbeiter anderen bürgerlichen Müttern(so in dem Dresdner Matt der deutschen Schwerindustrie) einen Artikel veröffentlicht, mit dem wir uns in Nr. 196 unseres Blattes unter, dem Titel„Einige Irrtümer des Herrn Kara" grundsätzlich und sachlich auseinandergesetzt haben. Da Herr Karg seine Polemiken von der Fiktion eines völlig abstrakten, einheitlichen Sudetendeuffchtums ausgehen ließ, setzten wir auseinander, daß es diese in sich einige, als politische Einheit auft tretende Sudetendeutschtum nicht gebe und auch kaum geben könne. Wir zeigten, daß die K l a s- sen inte ress en der Bourgeoisie dem Interesse des Volkes vielfach widersprechen, während sich die BolkSinteressen mit dem Klaffeninteresse des Proletariats decken. Wir wiesen allerdings auch darauf hin, daß Herr Karg sich solcher Einsicht schon aus dem Grunde versperren muffe, weil er ja seine Artikel in den Blättern jener Bourgeoisie publiziert, die aus Klasseninteresse sich zum Totengräber der Selbstverwaltung hergegvben hat. Nun repliziert Herr Karg in einem Artikel, der wiederum in einigen Blättern erschienen ist. Er fühlt sich bemüßigt, an die Spitze seiner Ausführungen folgende Präambel zu stellen: „Unser Artikel„Um Spina und Czech", der sich mit der Stellung der deutschen Minister in der Regierung beschäftigte, hat den„Sozialdemokrat"(und seine Kopfblätter) zu einer Erwiderung veranlaßt, die ein buntes Gemisch von Verdrehungen und' Geständnissen darstellt. Es gehört nicht zu den angenehmen Seiten der politischen Tätigkeit mit dem„Sozialdemokrat" zu polemisieren, weil dieses Blatt einen, für ein führendes Organ einer großen Partei sehr bedauerlichen Mangel an Sachlichkeit aufweist und im allgemeinen sein Dasein nur von hämischen'Glossen fristet. Wenn wir doch auf die Erwiderung des „Sozialdemokrat" eingehen, so deshalb, weil das Blatt seine polemischen Ausfälle mit einigen Geständnissen verbindet, die wert find, auch einem breiten Leserkreis bekannt gemacht zu werden." Es sei vorneweg gesagt: worin wir den Artikel des Herrn Karg„verdreht haben sollen, führt er des weiteren nicht aus; es fiele ihm auch sehr schwer, es zu beweisen. Wir haben aus seinem Artikel drei längere Zitate gebracht— schon das zeigt, daß alles andere unsere Absicht war als eine„Verdrehung" des Kärtchen Artikels, der eben gerade so wie er war, völlig u n- verdreht, zur Polemik einlud. Was die „hämischen Glossen" des„Sozialdemokrat" betrifft, so verstehen wir, daß sie dem Herrn Karg auf die Nerven gehen, aber so wenig sich der Inhalt der sozialdemokratischen Presse in diesen Glos' sen erschöpft, so wenig werden wir aufhören, die Erscheinungen von Analphabetentum und Lum- Sudetendeutsche Politik und sudetendeutsche Polemik. Der Chefredakteur des nationalsozialistischen I perei, von Dummheit und Schlechtigkeit zu gei« T a g" hat vor kurzem in diesem und in einigen j ßeln, denen wir in unseren Glossen seit Jahren Mehlingen des Herrn Karg Sudetendeutsche Politik und sudetendeutsche Polemik, klasse ist an der Selbstverwaltu n g interessiert. Die Bürgerlichen haben sie zerstören geholsen, und zwar aus Klaffeninteresse. patteipolitischer Verblendung und Engstirnigkeit geben? Wenn solche Auffassungen in den sudetendeutschen Regierungsparteien vorherrschen, so ist es natürlich kein Wunder, daß diese Regierungspolitik Nur eine einzige Kette von Enttäuschungen und Mißerfolgen ist. Schon hier«ckso die absichtliche Set» schwergung unseres Haupta^piments, daß nur die Arbeiterklasse an der Selbstverwaltung wirklich interessiett ist. Herr Karg könnte das Gegenteil natürlich nicht schreiben, weil sein Ar- tikel dann ungeeignet zur Veröffentlichung in den bürgerlichen Zeitungen würde, auf die er— aus welchem Grunde immer, manche sagen, des Honorars wegen— sichtlich Wett legt. Aber weiter. Wir schrieben über de» Sinu unserer Regierungs beteiligung: Die deutsche Arbeiterklasse hatte schon ein In« tereffe daran, daß die Krise, die wirtschaftlich ohnehin die deuffchen Arbeiter mit größerer Wucht drückt, nicht auch noch zu politischen Schädigungen der deutschen Arbeiterklasse ausgenützt würde. Die Verbesserung der Arbeitslosenunterstützung, die Krisenfürsorge, die Novelle zum Gemeindefinanzgesetz, die Novelle zur Bauförderung und eine Reihe anderer Maßnahmen kommen der deutschen Arbeiterklaffe zugute, haben zum Teil die Deklassierung Tausender deutscher Arbeiter verhindert. Ob sie dem „Sudetendeutschtum" nützen, das ist eine Frage, deren Beantwortung davon abhängt, was man unter Sudetendeutschtum v e r- st e h t. Den deutschen Kapitalisten nützen sie nicht. Volksinteressen sind eben, was Herr Karg nicht begreift und seinen bürgerlichen Arbeitgebern zü drucken auch nicht zumuten dürste, in starkem Maße Klasseninteressen, nämlich Interessen der arbeitende' Klasse." Herr Karg nimmt davon wie folgt KenntuiS: Es ist ein sehr trauriges Zeichen politischer Selbstverstümme- l u n g, wenn der„Sozialdemokrat' in seiner Sucht, das bestehende Regime zu verteidigen, so wett geht, das deutsche Volkstum in der Tschechoslowakei als politische und kulturelle Volksgemeinschaft über- Haupt zu verleugnen und es als Aufgabe der sudetendeutschen Parteien in der Regierung hinstellt, die Brosamen unter dem Tisch des tschechischen Nationa- staats zu sammeln und diese Tätigkeit als „Klaffenpolitik" hinzustellen. Wir glauben gerne, daß die Tschechen ollen Grund haben, mir solchen Partnern in der Regierung zufrieden zu sein. Der tschechische Nationalismus hat es ja mit„Gegnern" zu tun, welche den nationalen und damit den sozialen Kampf um die deuffche Schule, den deutschen Arbeitsplatz und die deutsche Scholle überhaupt verleugnen... Der Herr Karg aber, der uns Mores lehren will und sich mit seiner Sachlichkeit dick tut, hat auch solche Nummern auf seiner Walze: „Die ehemals revolutionären Sozialisten sind Verteidiger und Wachposten der derzeit herrschenden Demokratien geworden und haben sich auch in wirtschaftlicher Beziehung damit abgefunden, daß sie das kapitalistische Wirtschaftssystem niemals stürzen, sondern höchstens durch sozial« Teilmaßnahmen mildern können." 27 (Nachdruck verboten.) Pfeile aus dem Jenseits. Von Hans-Herbert Varien. Copyright Greiner& So., Berlin NW.& „Jetzt will ich Ihre Frage beantworten, ob Bing und Torre Brüder sind!... Sie sind Brüder, wenn... Schwarz und Weiß Brüder sein können! „Schwarz und Weiß!" „Ja!".., „Zum Teufel, erklären Sie sich näher!" „Eine weitere Erklärung kann ich Ihnen eben nicht geben, aber sollten Sie, lieber Chef, bis heute nachmittag das Rätsel nicht gelöst haben, so werde ich zum Kaffee bei Ihnen erscheinen und es lösen. Aber ich bitte Sie, Fräulein Tara dazu einzuladen... Ach Gott, Sie sind Junggeselle! Nun, da muß ich ihr einen Brief schreiben... also es bleibt dann bei meiner Eigeneinladung... ich komme alleine... zum Kaffee..." Davis lachte und wandte sich der Kajütentür zu. Clay vertrat ihm den Weg: „Das ist alles Narrheit! Jcy will wissen..." Clay schwoll die Zornesader auf der Sttrn. Aber DavlS schob ihn nur leicht zur Seite. Er sagte mit einem etwas spöttischen Lächeln. „Dann sollten Sie Terrible fragen, der muß Ihnen Antwort geben..." „Er hat recht. Ick kann ihn nicht zwingen, mir etwas zu sagen. Er ist nicht mein Untergebener," brummte Clay mißlaunig und wandte sich an Bing, der eben zu sich kam., „WaS war mit mir?" sagte Bing und.irb sich die Stirn. Clay überlegte Sekunden. Sollte er die Wahrheit sagen? Vielleicht würde dann Bing sprechen. Clay öffnete schon den Mund. Aber dann fiel:« ihm die vielen Dienste ein, die Davis ihm geleistet hatte. Nein, dieser Davis stand auf der Seite des Rechts. Es war besser, vorläufig zu schweigen. Er sagte daher: „Eine Welle riß Sie zu Boden. Davis er- wischte Sie noch im rechten Augenblick, ehe Sie über Bord gingen!" Bing griff nach dem GliZ Kognak, das Clay hielt. Er trank fast durstig. Seine Augen flackerten noch immer. Cs schien nicht allein die Betäubung, die ihn so mitgenommen hatte. „Mir war, als ob ich einen Stoß erhielt!", sagte Bing und sah Clay fest an. Clay hielt den Blick aus, so schwer es ihm auch wurde. Er lächelte sogar. Ganz sicher klangen seine Worte, als er sagte: „Ganz richtig, die Kajütentür wurde von dem Winde aufgerissen. Sie stieß sie in den Rücken!" „Mir ist, als hätte ich ziemlich weit vin der Tür entfernt gestanden!", antwottete Bing, der scheinbar noch immer beunruhigt war. „Nein... nein... ich sah es selbst. Da ist kein Irrtum möglich. Ich wollte noch die Tür festhalten. Sie entglitt meinen Händen." Jetzt bemerkte Bing, daß seine Weste geöffnet war. Clay entging es nicht, daß Bing noch blasser wurde. Mit einer selffamcn Hast knöpfte er die Weste zu. „Hat man mich...", fragte er mit einem schnellen und unruhigen Seitenblick auf Clay „Nein!", sagte Clay mit aller Ruhe.„Ich wollte Sie gerade frottieren. Aber der Kognak, den ich Ihnen zwischen die Lippen goß, genügte schon. Sie kamen gerade zu sich..®8 war kein Zweifel, daß diese Versicherung Bing sehr zu beruhigen schien. Dieser Bing hat irgendetwas an seinem Körper zu verbergen, sagte sich Clay. „Donnerwetter! Vielleicht trägt er auch das Teufelsmal auf seiner Brust!", ging es Clay durch den Kopf und er erschrak und ein noch seltsamerer Gedanke kam ihm jetzt, der ihn sofort an Deck trieb. Sie liefen gerade an den Torreschen Bootssteg an. Die beiden Mann am Steuer des Autobootes schienen völlig erschöpft. Ihre Lippen waren fast weiß. Sie standen bis über die Knie im Wasser. Der Jüngere von beiden zitterte vor Kälte. Clay ttef sie herüber. Schwerfällig und steif kamen sie an Deck der Pinasse. Erst nachdem sie beide den Rest der Kognakflasche, die Clay ihnen hinhielt, ausgetrunken hatten, schienen sic sich ein wenig zu erholen. „Wie geschah das Unglück mit Torre?", fragte Clay sie jetzt. Der Aeltere begann. Er erzählte mit einer schwerfälligen und klanglosen Stimnic. „Herr Torre wollte mich einen Augenblick vom Steuer ablösen. Schwere Sturzseen hatten mich fast zerschlagen. Mein Kollege mußte die ganze Zeit mit der Pumpe Wasser pumpen. Es war eine schwere Fahrt. Fast eine Todessahrt. Ich ging nach unten und wärmte mich etwas am Motor. Torre stand am Steuer. Er war immer schon ein guter Steuermann. Er har auch damals den Ostseepreis am Steuer gewonnen. Ich konnte .Herrn Torre durch das Fenster beobachten. Er hielt sich gut am Steuer. Es war ein schweres Steuern bei der hohen See. Aber aus einmal sah ich, wie Torre nach seinem Hals griff. Und dann kain eine sehr hohe See... Sie warf das Schiff quer... das Wasser schlug gegen das Fenster... Ich konnte Torre einen Augenblick richt sehen, denn die Welle verdeckte alles... Als ich wieder schen kann, ist Torre verschwunden... Die See hat ihn fortgenommen..." „Torre ließ aber das Steuer schon vorher los, ehe die See kam?", fragte Clay und er fühlte, wie sein Herz bei dieser Frage trommelte. „Ja, er tat das. Ich begriff das nicht!" „Er griff an seinen Hals?" „Ja, mit beiden Händen... im gleichen Moment drehte sich das Steuer von selbst." „Weswegen griff er denn an seinen Hals?", fragte Clay und er fühlte, wie seine Stimme zitterte. „Das weiß ich nicht. Ich habe mir darüber auch den Kops zerbrochen. Er mußte ja über Bord geben, wenn er sich nicht mehr am Steuer hielt. Es ist mir ganz unklar!" Der Mann schüttelte den Kopf. Er begriff Torres Handlungsweise auch nicht. „War es, als ob ihn irgendetwas getroffen hatte?" „Was soll ihn am Halse getroffen haben!?", sagte der Mann und in seiner Stimme saß gerechtes Erstaunen... wir waren auf hoher See. Sonst hätte ich vielleicht gesagt..." Der Mann schwieg verdutzt, als wunderte ihn seine eigene Ansicht. „Heraus mit der Sprache!" ermunterte Clay den alten Matrosen und legte seine Hand freundschaftlich auf dessen Schulter, um ihm Mut zu machen. „... dann will ich es Ihnen sagen!", sagte der Alte und kratzte sich verlegen den Kopf. . ich war während des Krieges beirp Tram. Einmal wurden wir von Franktireurs aus dem Hinterhalt beschossen. Ein Kamerad erhielt einen Schuß in den Hals. Er griff so an den Hals wie Torre, dann fiel er... Aber das ist ja Blödsinn. Wie soll Torre auf hoher See ein Schuß treffen.. Nein, ich weiß nicht, warum Torre sich an den .Hals griff!" „Ja, es ist Blödsinn!", sagte Clay. Aber in seinen Augen saß ein eigenarttges Flimmern. Es war ihm, als wenn ihn eine unsichtbare Faust an der Gurgel hatte. Clay fühlte wieder jenes unnennbare Entsetzen, das er so häufig in den letzten Stunden gespürt hatte, wenn er dem Unbegreiflichen gegenüberstand. Er dachte an Freddy... (Fortsetzung folgt.) Nr. 204. icjer Herr Karg eine ragende Säule der politiHen Publizistik darstellt, sein Schicksal wirklich crdient hat! Seite 3 wird die Kommission darüber zu wachen haben, daß jegliche Unregelmäßigkeit bei der Ausübung öffentlicher Funktionen, die nicht dem Begriff der Ehrenhaftigkeit und Uneigennüßigkeit entspricht, hintangehalten werde. Den Bericht über sichergestellte Mängel Kommission der Mittwoch, 2. September 1931. Entweder hat Herr Karg die Programme gemessen Format besitzt sich das auszudenken und Parteitagsbeschlüsse der sozialdemokratischen heißt pessimistisch werden. Wenn wir harte Kr Parteien und vor allem die Beschlüsse des Wie- titer wären, sagten wir, daß ein Volf, in dem ner Kongresses nicht gelesen dann ist er ein politischer Slugschmuser, der das Recht verwirkt hat, ernst genommen zu werden; oder er hat sie gelesen, dann schreibt er hier die be= wußte unwahrheit! Denn niemals hat sich die Sozialdemokratie damit abgefunden", den Kapitalismus nicht stürzen zu können, nie hat sie seine Milderung durch soziale Teilmaßnah men" für mehr als eine Etappe ihres Weges Aber zurück zur judetendeutschen Politik und den„ Verdrehungen", die es zu klären gilt. Wir äußerten grundsäz- Herr Karg liest uns darlich zur Politik der ,, Volksgemeinschaft": Bolschewistischer Betrug an den Arbeitslosen. Rogierung oder jenem öffentlichen Verband, den erklärt. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß eine historische Situati on entsteht, in der das Sudetendeutschtum als Gesamt heit aber auch dann repräsentiert durch eine führende Klasse, die wieder in geschichtlichem Augenblick nur die Arbeiterklasse sein kann dem Tschechentum als Gesamtheit, verhandelnd, fordernd, entgegentritt; wie die Tschechen dem alten Oesterreich in ge Schichtlichen Momenten, mic die Ungarn den Habsburgern nach König grä gegenüberstanden. Aber es hieße eine sehr bequeme und verflucht aussichtlose Politik treiben, wollte man in Erwartung solcher Situa tion derweil die Dinge laufen lassen und in der Wiederherstellung der na tionalen Kampffront einen Fortschritt er blicken. Als wir diese noch hatten und wir Sozialdemokraten ihren Zerfall vorausjagten, haben die Herren um Rarg uns nicht geglaubt. Eines Tages zerfielen die nationalen Fronten und Klassenfronten standen einander gegenüber. Nun aufhin so die Leviten: Diese Prager Demokratie ist theoretisch und praktisch wirklich nicht so wertvoll, daß sich die sudetendeutsche Sozialdemo fratie mit flammendem Schwert vor die Tore des Prager Parlaments und vor die Sessel der Prager Minister zu stellen braucht, um sie bedingungslos zu verteidigen. Noch weniger entspricht es der politischen Aufgabe einer judetendeutschen Regierungspartei, die Existenz der deutschen Volksgemeinschaft um dieser ber= schwommenen Demokratie willen zu verraten und zu verleugnen. Daß das führende Blatt der sudetendeutschen Sozialdemo fratie in der Verteidigung der Parteitaktik sich bis zur Zeugnung der Volks- und Kulturgemeinschaft die Angelegenheit betrifft, erstatten. Außerdem Wir berichteten bereits über die sauberen und über die geringe Höhe der Arbeitslosen- soll in dem Gesetz Vorsorge getroffen werden, Methoden der„ roten" Gewerkschaften, die sich unterstützung nicht genug den Mund zerreißen, daß die Kommiffion in einer bestimmten Zeit nicht schämen, den Arbeitslosen einen Teil ihrer in ihrer politischen Praxis sind sie aber strupel- verständigt werde, was in der beanständeten gesetzlichen Unterstübung unter dem Vorivand los genug, die Opfer der Wirtschaftskrise, deren Angelegenheit erfolgt ist. Ueber die Tätigkeit der einer Manipulationsgebühr" wieder wegzu- Elend sie so gerne in beweglichen Worten schil Kommission soll auch dem Parlament nehmen. Die ganze schändliche Demagogie der dern, ihrer geringen Unterstübungen zum Teil regelmäßig berichtet werden. Kommunisten wird an dieser Tatsache klar: in noch zu berauben! Daß diese von uns bereits ihren Hezreden und in ihren demagogischen vor Monaten gebrandmarkte Methode unentwegt Artikeln können sie sich über die Bettelsuppen" fortgesetzt wird, davon zeugt ein neues Beispiel: " Průmyslový Svaz dělnictva stavebního v. ČSR. Industrieverband der Bauarbeiter in der ČSR. Manipulační a administrační poplatek Manipulat.- und Administrationsgebühr Kč které jsem přijal od člena erhalten vom Mitglied in Guas lite razítko skupiny Ortsgruppenstampiglie Kühul Johand зований dne den 6. Jun 1931. Sohwarz Coun podpis pokladníka Unterschrift des Kassiers Da kann man nur jagen: Pfui über diese| Zubereitung ihrer üblen Parteisuppe zu verHeuchler, denen in Wirklichkeit die Interessen wenden! Jeder Arbeitslose muß an diesem under Arbeitslosen doch so unendlich gleichgültig umstößlichen Beweisstück erkennen, was für ein sind, die die verbrecherische Unverschämtheit be verbrecherisches Spiel die Kommunisten mit den sigen, die„ Bettelsuppen" der Arbeitslosen zur Arbeitslosen treiben! verstieg, ist nicht eine bloße Schreibübung, son dern eine sehr bedauerliche und verhängnisvolle Entgleisung, die zugleich den Schlüssel zu der gan zen bisherigen, politischen Leidensgeschichte des Sudetendeutschtums bietet. Wenn die stärkste Vartei eines Voltsstammes in einer Lage, in welcher sich Die von den Kreisgewerkschaftskommissionen das Sudetendeutschtum Mies und Budweis einberufene freigewerkschaftrufen sie nach der Wie befindet, die Volks- und liche Notstandskonferenz fand Sonntag in Pilderkehr der alten nationalen Fronten und wollen uns glauben machen, daß ein Kampf, wie ihn daß ein Kampf, wie ihn das Sudetendeutschtum bor 1926 geführt hat, wer weiß wie aussichts. und ertragreich wäre! Kulturgemein neint, so muß diese schaft einfach ber Volksgemeinschaft naturgemäß zum willenlosen Objekt fremder Politit werden. Und harte Kri tifer werden sagen, daß dieses Volt sein Schicksal verdient. Notstandskonferenz in Bilsen. Ein Ausschrei des darbenden Böhmerwaldvolks. jen unter starter Teilnahme von Ar tretern der Behörden, einzelner Notstandsgemein beiterbelegierten aus ganz Südwestböhmen, Verden und der Presse statt. Auch die tschechischen Bruderorganisationen hatten in den Genossen Senator Petřit und Kreisgewertschaftssekretär Müller liebe Gäste entsendet. Die Verhand lungen über deren Verlauf noch berichtet wird ergaben ein trauriges Bild der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im Grenzgebiet und es Wir stellen abschließend fest: wurde zum ersten Male ein umfassendes Tat In unserer Antwort auf den Artikel des sachenmaterial über das große IndustrieHerrn Karg haben wir gegen die Fiktion einer sterben im Böhmerwalde ausgebreitet, judetendeutschen Volksgemeinschaft", die für die welches am besten den Ernst der Situation illuPolitik bestimmend sein könnte, auf die Klassenstriert. Der Inhalt der mehrstündigen Be unterschiede hingewiesen, die sich innerhalb des Sudetendeutschtums auch in der Beurteilung der nationalen Frage geltend machen. Wir haben gezeigt, daß die Selbstverwaltung nur von der Arbeiterklasse ernstlich gefordert, von der Bourgeoisie aus Klasseninteresse gar nicht gewollt wird. Herr Karg macht daraus, daß wir die Kultur- und Interessengemeinschaft des Sudetendeutschtums leugnen und damit das Volk zu einem Interessentenhaufen degradieren. Wir haben gezeigt, daß zwischen bürgerlicher und sozialistischer Regierungsbeteiligung ein Unterschied ist, daß jene der Nation schadet, diese ihr nüßt. Herr Karg macht daraus, daß wir die Volksgemeinschaft leugnen und Brosamen vom Tisch der Tschechen sammeln. Wir haben erklärt, daß sich Situationen er geben können, in denen die Nation als Einheit auftritt, aber unter Führung der Arbeiterklasse. Herr Karg macht daraus, daß wir um des tschechoslowakischen Staates willen die Volksgemeinschaft ,, verraten". ratungen wurde in eine einstimmig angenommene Entschließung zusammengefaßt, in der die nachstehenden Forderungen erhoben werden: 1. Durchführung von Straßenbauten und Rekonstruktionen als Notstandsarbeiten im weitestgehendsten Ausmaße. Finanzielle Sicherstellung der vorliegenden Projekte durch Gewäb rung eines staatlich garantierten SanierungsDarlehens an die notleidenden Selbstverwaltungsförper und eine Hinaufsetzung der Subventions. quoten des Landes und des Straßenfonds. 2. Beschleunigte Behandlung der aus den Böhmerwaldgebieten vorliegenden Meliora tions und Talsperrenprojefte, welche einerseits die Hebung der landwirtschaftlichen Ertragsfähigleit bezwecken und andererseits Arbeitsmöglichkeiten in größerem Umfange schaffen. Kein Preußischer Landtag. Der Berlin, 1. September.( Tsch. P.-B.) Aeltestenrat des preußischen Landtages lehnte am Dienstag die vorzeitige Einberufung des preuBischen Landtages ab. Deutschland: Diskontherabseßung. Berlin, 1. September.( Tsch. P.-B.) Die Reichsbank hat mit Wirkung ab Mittwoch, den 2. September, den Diskontsatz von 10 auf 8 Prozent und den Lombardsah von 12 auf 10 Prozent herabgesetzt. Braunschweiger Nazis drängen fich in die Regierung. Braunschweig, 1. September. Die Frage der Regierugsbildung in Braunschweig ist durch den gestrigen Beschluß der Nationalfozialisten, sich wieder an der Regierung zu beteiligen, in ein neues Stadium getreten. Die nationalsozialistische Landtagsfraktion ist von der Erklärung ihres Führers Groh, daß sich die Situation seit dem Rücktritt des Ministers Dr. Franzen nicht geändert habe, und nach wie vor die Gründe, die Franzen zu seinem Schritte bestimmt hätten, für die Nationalsozialisten in Braunschweig bestünden, entschlossen abgerückt. Die Fraktion stellt sich in einer Erflärung geschlossen hinter den gestrigen Besching der Partei und hat mit der Fraktionsführung den Landtagsabgeordneten Bertram beauftragt. Franzen verläßt die Nationalsozialisten. Braunschweig, 1. September.( Tsch. P.-B.) Minister Dr. Franzen hat seinen Austritt aus der nationalsozialistischen Arbeiterpartei erklärt. Er erklärte, sich gleichfalls den von Abg. Rust bekanntgegebenen Standpunkt der Parteileitung zur Ministerfrage in Braunschweig nicht zueigen 4. Förderung des Frembenver zu machen und die Enthebung des Abg. Grob tehrs durch Ausbau der Böhmertvalddurchzugs- von seinem Amt als Führer der nationalstraße Neuern Hartmanis- Winterberg, ferner sozialistischen Landtagsfraktion nicht billigen zu durch Gewährung einer 50prozentigen Fahrpreis- fönnen. ermäßigung für die Sommerfrischen des Böhmerwaldes im nächsten Jahre. 5. Berücksichtigung der einheimischen Arbeitslosen bei der Besetzung von Arbeitsplätzen in den Staatsbetrieben. 6. Durchgreifende Verbesserung der Arbeitslosenfürsorge, welche allen bedürftigen Arbeitslosen, die bei Notstandsarbeiten nicht beschäftigt werden können, mit ihren Frauen und Kindern vor der bittersten Not schützt. 7. Schaffung eines Bächtersch11 13gesezes zur Sicherstellung der Existenz der fleinen Pächter. Wien: Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit. Wien, 1. September.( Tsch. P.-B.) Der Stand der unterstüßten Arbeitslosen in Wien ist in der zweiten Hälfte des Monats August um 2311 auf 86.241 zurückgegangen. Damit ist der Stand um 14.948 höher als im Vorjahre, in welchem in der gleichen Periode ein Fallen um 1923 zu verzeichnen war. Die Versöhnung des Bapstes mit Mussolini. 8. Aenderung der Steuergesetzgebung in soParis, 1. September. Wie Petit Parisien" zialem Sinne, größtmöglichst schonung der kleinen Steuerzahler in den Not aus der Stadt des Vatikans meldet, wurde der standsgebieten bei Vorschreibungen und Erefutio. amttliche Text, der zwischen dem Vatiken und der nen, dagegen stärkste Heranziehung der vermögen- italienischen Regierung abgeschlossenen Bercin barung, betreffend die Wiedereröffnung den Schichten zur Tragung der Krisenlasten. 9. Beschleunigte Herausgabe eines Beder Organisation der katholischen triebsstillegungs. und EinschränJugend, endgültig ausgearbeitet und sowohl fungsgefeges. 10. Dringliche Behandlung der sozialdemokratischen Anträge auf Einführung der Vierzig Stunden Woche im Parlament. 11. Unterwerfung der gemeinschädlichen Banken und Kartellpolitik unter staatliche Kontrolle. vom Papste als auch von Mussolini bereits genehmigt. Die Vereinbarung wird chestens veröffentlicht werden. Um ihren guten Willen zu befunden, hat die italienische Regierung bereits gestern, ohne die amtliche Veröffentlichung der Vereinbarung cbzuwarten, an jämtliche Podestas in Italien die Verfügung erlassen, den geistlichen Behörden 12. Her absehung der Altersgrenze jämtliche der Katholischen Union gehörenden bei der Sozialversicherung und Pensionsver- Räumlichkeiten, welche vor kurzem von den sicherung. fascistischen Behörden versiegelt worden waren, Unruhen in Saragossa. 3. Hebung der wirtschaftlichen Lage der armen Gren bevölkerung durch eine Abänderung bes Forstgesezes, welche die Sammlung von Das Schicksalsproblem tausender enttour- 3ur idzu erstatten. Waldfrüchten sowie Grünfutter in den Wäldern zelter Menschen des südwestböhmischen Grenz des Großgrundbesizes freigibt. Verselbständigung gebietes schreit nach einer Lösung. Die Notstandsder Kleinen bäuerlichen Eristenzen durch staatliche fonferens gibt diesem Notschrei in die breiteste Unterstützung des Ausbaues von Molte- Deffentlichkeit weiter und appelliert an die beden Viehzucht rufenen Stellen, rasch und durchgreifend zu reigenossenschaften in helfen, ehe es zu spät ist. gebieten. Griparungs- und Kontrolltommiffion. Das Innenministerium bereitet einen Gesetzentwurf vor. wwww Jeder, der Kinder beobachtet hat, weiß, daß dieParis, 1. September. Wie aus SaraDie Bolemit des Herrn Karg enthält unge gossa gemeldet wird, wurde gestern nachmittag in eine Telegraphenarbeiterkolonne geschossen. fähr soviele Verdrehungen als Argumente. Diese werden nämlich ausschließlich aus jenen gewon Polizeibeamte, die die Arbeiter wegen des Telenen. An die Spitze seiner Verdrehungen stellt phonarbeiterstreits begleiteten, erwiderten das Herr Karg als Alibi den Vorwurf, wir hätten feine Auffaffungen verdreht, obwohl wie sie damänner werden aus dem Kreise von Verwal- Feuer, ohne zu wissen, wer geschossen hatte. Vier tungs- und Wirtschaftsfachmännern entnommen, unbeteiligte Passanten wurden verwundet und mals wie diesmal in einem Ausmaß zitierten, das er den unseren niemals eingeräumt hat. Wir Vier Mitglieder und vier Ersatzmänner fönnen einer getötet. In der Stadt herrscht wegen Abgeordnete sein, zwei Mitglieder und der Schießerei große Aufregung. waren er wird sich an seine geschmackvollen Die neue Ersparungs- und Kontrollfommis zwei Ersatzmänner Senatoren; aber auch antimarxistischen Artikel vom Vorjahr erinnern! überhaupt immer bereit, ihn zu zitieren und fion, deren Errichtung am Schluß der Sommer- für diese parlamentarischen Mitglieder wird die ihn dadurch zu widerlegen. Er muß erst den Ge- tagung von den Koalitionsparteien auf Grund Forderung gelten, daß sie Verwaltungs- oder dantengang unserer Artikel in fein Gegenteil der Erfahrungen aus der Střibrny- Affäre pro- Wirtschaftsfachleute sein müssen. Die Rommis- felben am besten in der Gesellschaft von ihresgleichen mdeuten", bevor er überhaupt mit der Bo- jettiert worden ist, soll nach einer Meldung der fion wird fachliche Berater aus den Aemtern erzogen werden; ihr Geselligkeits- und NachahmungsIemit ansetzen kann. Ein nobler Gegner! Lidové Noviny" im Herbst ins Leben gerufen und aus anderen Kreisen zuziehen können; trieb ist sehr lebhaft. Insbesondere nehmen die Sich mit ihm zu befaffen, heißt sich überwinden. werden. Das Jnnenministerium bereitet im Beamte, die Mitglieder oder Berater der Kom- Kleinen die Größeren gern als Vorbild und Beispiel Sich auszudenken, daß er ein gesuchter Publizist Einvernehmen mit den übrigen Ressorts bereits mission sind, werden des Amtsgeheim- und folgen diesen mehr als den Eltern. Diese Eigenim Lager der judetendeutschen Bourgeoisie, daß einen Gesetzentwurf vor, der u. a. folgende Beniffes enthoben werden. Die Hauptauf- fchaften können mit Vorteil für die Erziehung ausgabe der Kommission wird darin bestehen, dar- genügt werden. August Bebel in Frau und Sozialismus ,,. er innerhalb der bürgerlichen Presse noch einer Stimmungen enthält: Die Kommission, an deren Spitze der über zu wachen, daß die Wirtschaft aller öffentvon denen ist, die sich wenigstens ausdrüden fönUnterstüßt die sozialdemokratische Erziehungsnen, und daß er im rein Politischen bei aller Ministerpräsident und in seiner Ver- lichen Verbände, also des Staates, der Länder, Unbeschwertheit von sonstigem Wissen oder Kul- tretung der Finanzminister steht, wird der Bezirke und Gemeinden sowie der Unterneh- organisation, die Kinderfreunde" bei ihrer turgut noch an den Krebs, Jung, Sorpynta, aus zivölf ernannten Mitgliedern und Ersatz- mungen dieser öffentlichen Verbände in spar- Werbeattion im September! Knirsch, Kasper, Zeidler und wie sie sonst heißen, männern bestehen; diese Mitglieder und Ersatz- samster Weise durchgeführt werde. Besonders 11 Seite 4 Tagesneuigkeiten = rot- goldene Schleife spendete und fanden sich Mittwoch, 2. September 1931. Das Meffa ber Krebsfranken. Das Wirken und Hoffen des Holländischen Arztes Dr. Benbien. Die -Reportage vom eigenen Zob. Vom Rundfunk Donnerstag. Nr. 204. Brünn: Die Fahne der Arbeiter von Prag: 11.30 Schallplatten; 17.00 Schallplatten; 18.25 Deutsche Sendung: Dr. Ing. Ott: Neu- Zitschein. London, Ende August.( Eig. Ber.) Schmerzen nachließen, das Gewicht zunahm, die Landwirtschaftliche Organisationsfragen; 19.20 LieIn London verstarb der in England sehr be- Lebenslust neu erwachte. Mit einem Schlag wurde der und Arien; 21.11 Orchesterkonzert. Die Genossen und Genossinnen von Neu- tannte Journalist F. A. Madenzie. Einem aus dem kleinen Dorfarzt Dr. Bendien ein be- 17.00 Schallplatten; 18.25 Deutsche Sendung: Titschein und mit ihnen viele Abordnungen der schweren Serebsleiden fiel er zum Opfer. Seine rühmter Mann, Zeist zum Mekka der Krebskranken. Schallplatten; 19.50 Bilder aus Indien.- PreNachbarorganisationen, der tschechischen Bruder- journalistische Pflicht hatte er in aufichenerregender Von Tag zu Tag trafen mehr Menschen auf dem burg: 14.30 Orchesterkonzert; 17.00 Schallplatter; partei und der Gewerkschaften und der proletari- Weise fast bis zu seiner Todesstunde erfüllt: Woche Bahnhof ein, stundenlang warteten die Menschen in 18.40 labierkonzert. schen Kulturorganisationen feierten am Sonntag um Boche berichtete er in einem großen Artikel im Sprechzimmer des Arztes. Selbst aus England, Meister; 18.00 Chorgesänge. Berlin: 16.30 Deutsche ein seltenes Fest: das Sechzigjahr Jubi- Daily Expreß" über den Stand seines heute in Amerika und Australien kamen die Hoffenden; in Hamburg: 20.45 Alte Madrigale. läum der Parteifahne. Diese Feier war allen Ländern so viel diskutierten Leidens, das ihm dichten Reihen parkten die Autos auf der Zeister München: 20.05„ Die Bajadere", Operette von Kalman. etwas ganz anderes als etwa bloß Ausdruck der den sicheren Tod zu verheißen schien. Die Artikel Dorfstraße, jedes leerstehende Zimmer im Dorf Moskau: 18.15 Konzert. Freude, daß man nun schon so lange eine Fahne waren nicht, wie üblich, mit dem Auto cennamen wurde vermietet. Von früh 6 bis abends 8 Uhr hat. Nein, das war Feier des Werdens und der gezeichnet, sondern tougen den stereotyp graufigen empfing Dr. Bendien Patienten. In der heutigen Arbeitersendung spricht umt Entwicklung der Neu- Titscheiner Arbeiterbewe- Vermerk: Geschrieben von dem Mann, der nur 18.30 Uhr Genosse Dr. Robert Baumgärtel, Troy Mackenzies begeisterter Berichte verhielten Brag, über das Thema„ Justiz und Sozialpolitik". gung, der Entwicklung vom Glauben an die Har- noch ein Jahr zu leben hat." Freilich hatte diese sich indes die englischen Aerzte sehr zurückhaltend. monie zwischen Unternehmer und Arbeiter zum schaurige Reportage über den eigenen Tod noch Sie wußten wohl, daß sie es mit keinem Scharlatan merden sollen. Falls auf den Vich- und Fleischproletarischen Selassenbewußtsein, vom Kleinbür- einen besonderen Grund gerlichen Bildungsverein zur politischen Klassenzu tun hatten, aber trotzdem trauten sie der Sache Als Mackenzie von allen Aerzten bereits auf nicht. Schließlich entschloß sich das Londoner In- märkten sich eine Situation ergeben würde, die organisation. - Als der„ Arbeiter- Bildungs- gegeben war, erfuhr er eines Tages von dem hol- stitut für Krebsforschung zu einer Probe. Einer Anlaß zu einer Preisrevision bieten könnte, und Unterstützungs- Verein" in Neutitschein ge- ländischen Arzt Dr. Bendien, der mit einer feiner Professoren brachte 38 verschiedene Blut- wird diese Situation nochmals von der erwähngründet wurde, im Jahre 1869, herrschte in neuen Krebsheilmethode experimentierte und große proben nach Zeift. Fünf dieser Proben stammten von ten Kommission behandelt werden. Desterreich, wohl verschanzt hinter den Mauern Erfolge aufzuweisen haben sollte. Dr. Bendien lebt Krebstranten. Dr. Bendien nahm die Untersuchung Metallarbeiter, Achtung! Die Arbeiterschaft des Klaffenwahlrechtes, der Liberalismus. Er be- in Zeist, einem kleinen Dorf in der Nähe von vor er erkannte die fünf Krankenproben sofort, der Maschinenfabrik und Gießerei Mach und günstigte die Bildungsbestrebungen der Arbeiter Utrecht. Er heilte in seiner Sprechstunde die Kran- ebenso aber hielt er eine weitere Blutprobe, die Fišer in Hronov a. d. M. steht bereits seit wenn das Bürgertum Art und Maß der Bil- ten des Dorfes von ihren Kleinen und großen Lei- man in London einem anscheinend gesunden Wen- mehreren Wochen im Streit, weil die Firma dung der Arbeiter bestimmen konnte. Fabrikan- den; in seiner Freizeit aber beschäftigte er sich mit jchen abgezapft hatte, für die Blutprobe eines einen unerhörten Abbau der Affordsätze erzwinten und Kaufleute unterstützten den jungen Ar dem Studium der Krebstrantheit, die immer noch Kranten. Eine nochmalige Untersuchung des be- gen wollte. Obwohl die Arbeiterschaft zu Verbeiterbildungsverein, erschienen als Gäste bei das große Problem der Medizin bildet, ohne daß treffenden Blutspenders in London hatte abermals handlungen bereit war, genügte der Firma der feinen Bällen, wurden Ehrenmitglieder und er- man mit Sicherheit ihren Erreger, geschweige denn ein negatives Ergebnis. Schon glaubte man dem gute Wille ihrer Arbeiter nicht, so daß es zum freuten sich, wenn vor den Arbeitern Vorträge eine wirtjame Heilmethode entdeckt hätte. Dr. Ben- Dr. Bendien einen Fehler nachweisen zu können. Rampfe fam. Statt sich nun mit ihren Arbeitern gehalten wurden, in denen die ungehemmte Ent- dien richtete sich mit bescheidenen Mitteln eine lei- Aber nach wenigen Tagen stellten sich bei dem be- zu einigen, fucht die Firma in verschiedenen wicklung der wirtschaftlichen Kräfte, die kein nes Laboratorium ein, ließ sich Blutproben aus treffenden Blutspender tatsächlich die ersten Krebs- Blättern, so in der Reichenberger Zeitung". und staatlicher Eingriff zugunsten der wirtschaftlich Krankenhäusern schicken, analysierte und studierte, anzeichen ein.-Schwachen hemmen sollte, gepriesen wurde. Und und endlich wagte e rsich an die Deffentlichkeit mit anderswo Streifbrecher zu werben. Wir machen die Arbeiter nahmen willig diese Lehren auf, der fühnen Behauptung, er habe Methoden zur ein Die Aerztewelt Englands mußte nun zugeben, alle Metallarbeiter darauf aufmerksam, daß sie fühlten sich sehr geehrt, als bei der Fahnenent- wandfreien Diagnose und sicheren Heilung des daß dem Dr. Bendien eine Diagnose gelungen war, unter teinen Umständen bei der erwähnten hüllung am 6. August 1871 die Gattin des Bür- Strebjes gefunden. Natürlich wurde der kleine Dorf- wie sie bisher noch kein Arzt der Welt zustande ge- Firma Arbeit annehmen dürfen. Niemand werde germeisters Fahnenpatin war und eine fchivar arzt von den großen Vertretern der zünftigen bracht hatte: die Diagnose im Vorſtadium, in dem zum Verräter an feinen fämpfenden Kollegen! die Heilungsaussichten am günstigsten sind. Das 14 Studenten erfroren. Bei der Besteigung. widerspruchslos in die politische Aschenbrödelrolle Wissenschaft ausgelacht. Man traute ihm nicht die Londoner Institut für Krebsforschung richtete ein des neuseeländischen Berges Ruapehu gerieten der Arbeiterklasse. Der Klasse? Ach nein, damals Entdeckungen zu, die den medizinischen Kapazitäten Laboratorium nach Dr. Bendiens Angaben ein, um 14 männliche und weibliche Studenten, sämtlich sprachen sie noch nicht von ihrer Klasse, fühlten der ganzen Welt nicht gelungen waren. Mackenzie aber glaubte an Dr. Bendien. Er eigene entsprechende Versuche anstellen zu können. unter 20 Jahren, in einen Schneesturm, bersie sich als Angehörige eines Standes" und ein fuhr nach Zeist, ließ sich dort behandeln und schrieb Außerdem wurde Dr. Bendien nach London ein- irrten sich und fanden den Tod durch Erfrieren. Fahnenentwöchentlich im Daily Expreß" über seinen Zustand. Fünf Tage Qual. Am Pic des Canales hüllung unter dem Beifall der Arbeiter und Ganz England intereffierte sich brennend für den Eine riesie Menschenmenge empfing den hol-( Pyrrhenäen) stürzte ein 15jähriger Gymnasiast England intereffierte sich brennend für den natürlich auch der Bürger sagen, daß die Ar- Mann, dem die Aerzteschaft nur noch ein Jahr zu ländischen Arzt am Bahnhof. An dem Bankett, das auf einer Bergtour ab und blieb schwerverletzt beiter nicht zu grollen brauchten darüber, daß leben( und gleichzeitig camit ein graujames Bjeu- ihm zu Ehren gegeben wurde, nahmen alle großen zwischen zwei Felsen hängen. Die Rettung war der Verein kein Recht zu politischer Betätigung habe, weil ja die Arbeiter ohnedies kein Wahl donym) geschenkt hatte. Mackenzie wollte durch seine erste Englands teil. Aber kaum hatte man an der erst nach fünf Tagen möglich. Wenige Stunden Artikel die Welt auf Dr. Bendien aufmerksam ma- Festtafel Blaz genommen, wurde Dr. Bendien ein später verschied der Gymnafiast. recht hätten! Und er konnte als leitenden GrundTodesopfer eines Wolkenbruchs. Aus Szeg satz verkünden: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott! chen und Tausende und Abertausende von Krebs- Telegramm überreicht. Es tamt aus Zeist und entAber noch war fein Jahrzehnt verstrichen, als franken retten. Er selbst hatte allerdings nicht viel hielt die Nachricht, daß der Journalist F. A. MadenWolfenbruch hat, wie erst jetzt bekannt wird, die Geister sich zu scheiden begannen: ein Ar- Hoffnung, da ihm Dr. Bendien erklärt hatte, daß sie, der erste Patient und Entdecker Dr. Bendiens, zard( Ungarn) wird gemeldet: Der gestrige beiter fordert in einer Versammlung den Nor- bei ihm die Heilung auch nach seiner Methode so gestorben sei. Lautlose Stille herrschte im Saal, als Dr. Wei Todesopfer gefordert. Zwei junge malarbeitstag, Schutz der arbeitenden Frauen gut wie aussichtslos sei, da der Krebs sich schon in und Kinder, Gewerbeinspektoren und das allge- einem fortgeschrittenen Stadium befände. Trotzdem Bendien mit zitternder Stimme die wenigen Worte Bauern namens Molnar und Horvath befanden sich mit einem Fuhrivert im Walde, um meine Wahlrecht und ein Liberaler bekämpft wurde die Stur sofort begonnen. Dr. Bendiens Heil- des Telegramms vorgelesen hatte. Da erhob sich der von dort Holz nach Hause zu schaffen. Sie wuralle diese Forderungen und vor allem das Ver- methode beruht auf indirekter Wirkung; sie sielt Präsident des Londoner Instituts für Krebslangen nach dem allgemeinen Stimmrecht. Und nicht auf sofortige Beseitigung des Geschwürs ab, forschung und erklärte, für ihn stehe heute bereits dent von dem Wollenbruch überrascht und durch schleudert. Der Wagen wurde vollständig wieder ein paar Jahre später und die Mitsondern versucht, die Empfänglichkeit des Körpers fest, daß Bendiens Arbeit den bisher wesentlichsten die Gewalt der Wassermassen in einen Bach geglieder des Arbeiter- Bildungsvereines sind So für Krebsbildung zu beseitigen. Dies geschieht in Fortschritt der Krebsforschung bedeute und daß zertrümmert. Den Leichen der jungen Männer fehlten bis auf die Schuhe sämtliche Kleidungszialdemokraten geworden! Und die alte Fahne der Hauptsache durch Diät; dem Körper werden Mackenzies Tod nichts an dieser Absicht geändertrümmert. Den Leichen der jungen Männer stücke. mit den schwarz- rot- goldenen Bändern wird nun jene Säfte entzogen, die als Nahrung der Krebs- dert habe. Am nächsten Tage erschien der letzte Artikel des zu einer sozialdemokratischen. Unter ihr fämpfen zellen dienen. Außerdem soll der Heilungsprozeß Wildwest bei Saaz. Sonntag um die elfte bie Neu- Titscheiner Proletarier für den Sozialis durch ein besonderes, von Dr. Bendien zusammen- Journalisten. Er schloß mit den Worten: Mir lam Nachtstunde mieteten zwei fremde Männer ein die Hilfe zu spät. Ich sterbe aber beruhigt und vor dem Hotel Engel" in Saaz stehendes mus... Es wird wenige Organisationen geben, gejettes Medikament gefördert werden. die sich einer gleich alten Fahne rühmen können, Auch bei Madenzie wurden zuerst gute Erfolge glücklich in dem sicheren Glauben, daß durch meinen Personenauto zu einer Fahrt nach Michelob, einer Fahne, deren Geschichte zugleich die Ge- erzielt. Er berichtete in seinen Artikeln, wie sich Schmerz Millionen von Leidenden Trost, Goffnung wobei einer von ihnen im Wagenabteil Platz schichte der Arbeiterbewegung, die Geschichte der seine allgemeine Disposition besserte, wie die und Erlösung zuteil wird." nahm, während der zweite sich neben den ChaufEntwicklung des proletarischen Klassenbewußt- A feur ſette. Hinter der Ortschaft Reitschowes seins ist. Genosse Ernst Czuczka hat in einer der Brautzeugen brachen, von wurde dem ahnungslosen Wagenlenter plötzlich kleinen Schrift mit großem Fleiß zusammen- gesehen zu haben. Die Bevölkerung ist überzeugt, und getragen, was die örtlichen Quellen über dieſe ourdes handelt. Sonntag abends trafen beiden Mördern gelang es, das Dorf unange- Spagatschnur um den Hals geschlungen und 34getragen, was die örtlichen Quellen über dieje daß es sich um ein ähnliches Wunder, wie in mehreren Kugeln getroffen, zusammen. Den von dem hinter ihm sitzenden Fahrgast eine Entwicklung zu fünden wußten. Was sie erzählen, ist die Geschichte der Arbeiterbewegung einer mehrere tausend Personen zählende Prozessionen fochten zu verlassen, da niemand wagte, ihnen gezogen, doch riz der Strid, worauf der Chauf Bei den Eltern der feur den Wagen anhielt und zu fliehen verin Guadamara ein. Plöblich wurden in der entgegenzutreten. Stadt. Aber ähnliche Wege ist die Bewegung Boltsmenge zwei Mädchen von einem Nerven Braut und dem Trauzeugen konnte nur noch suchte. Die beiden Männer hielten ihn jedoch überall ihre ersten tastenden Schritte nur im Schatten frampf erfaßt und behaupteten, daß sich ihnen der inzwischen eingetretene Tod festgestellt fest und erzwvangen von ihm die Herausgabe Das junge Ehepaar mußte, seiner Brieftasche mit einem Betrag von 300 K, der Bourgeoisie, überall aber lösten sie sich bald die Jungfrau Maria offenbart habe. Später er- werden. los aus der bürgerlichen Bevormundung, überall litten auch zahlreiche andere Personen einen Lebensgefährlich verlegt, ins Kran- worauf sie in der Dunkelheit verschwanden. ging das Proletariat den gleichen Weg- und Nervenanfall und behaupteten ebenfalls gesehen fenhaus übergeführt werden. deshalb ist die Geschichte unserer Neu- Titscheiner zu haben, wie die Jungfrau Maria in Barteifahne die Geschichte der judetendeutschen den Himmel emporstieg. Die spanische Sven Hedins- Grpedition Die spanische Sven Hedins- Grpedition von Räubern die Anzeige erstattete, blieben die unmittelbar Arbeiterbewegung, ja der der Arbeiterbewegung fatholische Presse bringt über die Ereignisse umüberhaupt. Nun ist die alte Fahne mit den fangreiche Berichte, die Blätter republifanischer Schwarz- rot- goldenen Bändern zerschliffen, ist sie Richtung lehnen die Uebernatürlichkeit der Ereigzu einer Kostbarkeit geworden, die man schonen niffe ab und erklären sie als eine überreizte Psy muß. Am Sonntag nahmen die Neu- Titscheiner chose der Landbevölkerungsschichten infolge der Genossen Abschied von ihrer alten Fahne und gegenwärtigen politischen Ereignisse. enthüllten eine neue Parteifahne, eine schlichte rote Fahne. Sie werden unter ihr kämpfen wie unter der alten, die erst am Tage des proletarischen Sieges wieder hervorgeholt werden soll, damit sie, die enthüllt wurde in den fernen U- Boot zusammengestoßen. einer überfallen. zuObwohl der überfallene Chauffeur sofort nach Michelob fuhr und bei der dortigen Gendarmerie danach aufgenommenen Nachforschungen und Streifungen ergebnislos. Berlin, 1. September. Aus Stockholm Immer mehr Obdachlose verzeichnet, wie wird gemeldet, daß Dr. Berel, ein Mitglied der uns aus Tetschen berichtet wird, der dortige Zentralasienexpedition Sven Hedins, ein Polizeibericht, in welchem das Schlagwort„ ObTelegramm an Sven Hedin sandte, in dem dachlose" Tag für Tag wiederkehrt. In der er mitteilt, daß Räuber das Lager der Expedi- Nacht vom Sonntag auf Montag wurden int tion überfallen und völlig ausgeplündert Stadtrayon sechs unterstandslose Personen an hätten. Selbst die wertvollen meteorologischen getroffen und ihnen Obdach gewährt, das freiund astronomischen Meßinstrumente feien gelich, wie in den meisten Provinzstädten der raubt worden. Sven Hedin hat sich bereits Tschechoslowakei, nur in der Unterbringung der Eine Goethegedenktafel soll, wie uns aus Goethegedenkjahres 1932 im Turner Stadtparke zur Erinnerung an den oftmaligen Besuch der Barkanlagen durch den großen Weimarer an gebracht werden. 15.000 Pfund Dynamit an Bord. New Yort, 1. September. Das ameriTagen des Beginnes, auch Zeugin der Bollen tanische Unterseeboot ,, S 12" hatte im Panama- an die chinesische Regierung um Hilfe gewandt, armen Teufel im Gemeindearrest besteht. fanal einen Zusammenstoß, bei der drei Anscheinend handelt es sich bei der Räuberbande Turn bei Teplitz gemeldet wird, anläßlich des dung werde. Mann über Bord gingen. Obwohl Hilfe sofort Himmlische Intervention in Spanien. zur Stelle war, fonnten die Berunglückten nicht geborgen werden. Das Schiff soll eine Ladung von 15.000 Pfund Dynamit mit sich geführt haben. Eine Explosion ist glücklicherweise nicht erfolgt. um entlassene Soldaten. Mord um zehn Mart. Die Jungfrau Maria im politischen Kampf. In der Nähe von Bucha( Thüringen) Madrid, 31. August.( Havas.) Breite Schichwurde die achtjährige Tochter eines Gutsarbei- Funtausstellung Dresden. Im Auftrage der ten der spanischen Bevölkerung, insbesondere der ters ermordet im Walde aufgefunden. Das Kind Zweigstelle Aussig des Freien Radio Landbevölkerung, sind seit einiger Zeit durch Erwar mit dem Betrag von 10 Mart zum Ein- bunde& veranstaltet der Touristenverein Die zählungen in Erregung verscht worden, daß die Hochzeit mit blutigem Ende. faufen geschickt worden; bei der Leiche fehlte Naturfreunde", Siz Aussig, am Sonntag, Jungfrau Maria an zwei Stellen, nämdiese Summe. Ein Landstreicher, nach dem noch den 13. September, eine Dresden- Reise zum Belich in bastischen Spanien und in der Nähe von Rache zurückgewiesener Freier. gefahndet wird, ist des grauenhaften Raub- suche der Funk- Ausstellung, des Zoologischen Toledo Wunder vollführt habe. Es sei Gartens und der Sehenswürdigkeiten Dresdens. Bukarest, 1. September. In einem Dorfe mordes verdächtigt. die Jungfrau Maria, die Schmerzenreiche, erDie Reisekosten betragen 45 K ab Bodenbach und schienen und habe das Volk zum Beten auf- des Bezirkes Czernowitz fand gestern eine HochDie Selchwaren werden nicht verteuert. 55 K ab Auffig. In den Reisekosten sind ent gefordert. Diese Erzählungen verbreiteten ficheitsfeier ein tragisches Ende. Die fehr balb über ein weites Gebiet und tausende bielbegehrte Tochter eines reichen Großbauers, Am Samstag, den 29. Auguft. fand im Ernäh halten: Bahnfahrt ab Bodenbach, bezw. AussigPersonen tamen täglich an jene Orte, um dem das schönste Mädchen der ganzen Gegend, hei- rungsministerium über die Frage der Selch- Dresden und zurück, Paßgebühren, Eintrittskarten Augenblicke, alls fich das Wunder wiederholen ratete trotz der Todesdrohungen verschie warenpreise die Beratung einer engeren Kom in die Funkausstellung und Zoologischer Garten sollte, anwesend zu sein. Die geistlichen dener zurüdgewiesener Bewerber einen jungen mission statt, die aus Vertretern des Ernäh-( auf Wunsch statt des 300 auch Eintrittskarte in Rreise verhielten sich anfangs sehr reserviert, Burschen namens Bilinfti. Als nach der rungsministeriums, des Handels-, Landwirt- die Sygiene- Ausstellung zu gleichem Preise) fangen jedoch in letzter Zeit an, sich für diese An- tirchlichen Trauung fast das ganze Dorf zum fchafts und Außenministeriums und aus Ver- Stadtführung, Reiseausweis, Unfallversicherung gelegenheit zu interessieren und nehmen an Hochzeitsschmaus im Hofe der Brauteltern vertretern der interessierten Produzenten- und Han- und Trinkgelder. Anmeldungen zur DresdenSen Prozessionen teil. In den letzten sammelt war und die Feier ihren Höhepunkt delsorganisationen sowie der Verbraucherorgani- Fahrt find sofort an die Geschäftsstelle des TouDie Naturfreunde", Aussig, berfationen und Vertretern der Stadt Prag zu- ristenvereines Tagen wurden aus den Reihen der Geistlichkeit erreicht hatte, erschienen zwei der an die Orte, wo die Jungfrau erschienen fein schmähten Bewerber am Hoftor und jammengesetzt war. Nach fünfstündigen Ver- Marktplatz 11, oder die Zweigstelle des Freien foll, Aerzte ausgeschickt, die den Zustand der eröffneten ein Schnellfeuer auf die Hoch- handlungen wurde fonstatiert, daß die Sel chRadiobundes zu senden, daselbst auch Prospekte Personen prüfen, welche behaupten, das Wunder zeitsgäste. Das Brautpaar, die Brauteltern waren vorläufig nicht verteuert fostenlos erhältlich. Nr. 204. Rene Entdeckungen in der Adelsberger Grotte. Dem Triester Professor Iviani, dem Wiener Professor Mühlhofer und Dr. Wolf aus Berlin ist es gelungen, dieser Tage einen neuen bis jetzt unbekannten Gang in der Adelsberger Grotte zu entdecken. Dieser Gang führt zu der sogenannten Maddalena- Grotte, hat eine Länge von 400 Metern und eine Höhe von 60 Zentimetern. Am Ende des Ganges liegt ein herrlicher kleiner See, der von allen Seiten mit herrlichen Tropfsteinen umgeben ist. Der See macht weitere Versuchsarbeiten unmöglich. Außerdem wurde noch ein drei Meter hoher Wasserfall entdeckt. Reform der englischen Eheschließung. Im englischen Oberhause wurde in zweiter Lesung ein Gesetz angenommen, das die bisher verbotene The zwischen angeheirateten Neffen oder Nichten und dem Onkel oder der Tante zuläßt. Die Ehen waren bisher verboten und die Kirche wehrt sich auch jetzt noch energisch gegen das neue Gesetz. Es ist nicht allzu lange her, daß auch die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau in England verboten war. Ein Gesetz, das sie gestattete, wurde erst erlassen, als eine solche Ehe im Königshause(!) geschlossen werden sollte. Mittwoch, 2. September 1931. Genoffen? الله Sette a Genoffinnen! jeber betriebsversammlung jeber Gewerkschaftsversammlung jeber Genossenschaftsversammlung jeber Wählerversammlung jeber Frauenversammlung. jeber politischen Versammlung, jeber Bersammlung oder Sibung eine proletarischen Organisation follt hr für die Sehr richtig hat der Nationalverteidigungs- Propaganda der Veteranen von anno dazumal sozialdemokratische Parteipreſſe intensivste Werbearbeit leifter Ende 1926 waren die Verluste aus den Cin Granbal der chriftlichen Wohlfahrt. fche Wohlfahrtsanstalten gegeben werden durfHinter evangelifchen Auliffen. Arzttragödie. In Gelsenkirchen er- haben, fühlt sich die Politik gerne zur Pietät"| Grunde, weil er ja Mitglied einer Regierung schoß ein Arzt seine Frau und sich selbst. Das bereit und so tommt da allerhand heraus, was ist, deren Außenminister den Kellog- Pakt unterEhepaar hinterläßt drei Kinder. Das Motiv des dem unbekannten Soldaten aus naheliegenden schrieben hat. Ach so- lang, lang ist's her! Doppelselbstmordes dürfte darin zu suchen sein, Gründen stagelgrün aufliegt, trotz der Besuche, Obwohl der Pakt mit einer extra gefertigten daß der Arzt aus dem Berufsverband der welche ihm wiederholt gemacht werden, aber goldenen Feder unterschrieben wurde? Solche Gelsenkirchener Aerztevereinigung ausgeschlossen uns lebenden Arbeitsmenschen doch etwas näher Gelegenheiten pflegen einem doch im Gedächtnis worden war. Der Ausschluß war erfolgt, weil gehen muß, als es den Herrn Kriegsministern zu haften. Aber sei dem wie immer. Er hat da der Arzt vor furzem wegen eines Autounfalles lieb ist. einen Typus Mensch aufgezeigt den wir zu einer Gefängnisstrafe mit Bewährungsfrist Wir wollen nicht mehr dieses pietätvolle seiner Phrase entreißen und in die Wirklichkeit verurteilt wurde... Kokettieren mit der Vergangenheit an der stellen wollen. Beludschistan- Erdbeben. Durch das große die Gegenwart heute leidet. Den Helden des Friedens der sich die Erdbeben in Beludschistan wurden Hunderte von tleinen Städten und Dörfern zerstört. Etwa minister Dr. Bistovsky gesagt, daß der Frieden nicht mehr gefallen lassen wird und der, wo 30 Menschen sind ums Leben gekommen. über für seine Grundprobleme mindestens ebensoviel immer er auf Spuren ihres Geistes trifft, sie 100 wurdein schwer verletzt. Flugzeuggeschwader Helden braucht wie der Krieg." Da wird ihm vernichten wird. Diese Helden sind sich der warfen über dem Erdbebengebiet Sade mit doch bekannt sein, daß eines der Grundprobleme schweren Aufgabe bewußt, die ihrer harrt, wenn Lebensmitteln und Arzneien ab. des Friedens doch auch die Erziehung zum es für sie heißt, gegen den Strom der öffentFrieden ist, die völkerversöhnende Dentart lichen bürgerlichen Meinung anzufämpfen zu fördern Aufgabe dieser Zeit ist, die an den aber sie werden den Kampf aufnehmen. Den wilden Spekulationsgeschäften derart ange= Wunden des Krieges ebenso leidet, wie an der Kampf um den Frieden, ungeachtet der Heilig- schwollen, daß die Hilfskaffe und ihre Börsenbürgerlichen Politik der Pietät. Für den Mi- keit der Verträge und ihrer großen Früchte für firma hätten Konkurs anmelden müssen. In niſter wäre da zum Beispiel gleich eine Gelegen- Schneider- Creuzot genau so wie für Krup und der höchsten Not trafen 10,5 Millionen heit gewesen, zu zeigen, daß er einer der Helden Konsorten, den Frieden, der dem Aufbau einer Mark, die der Centralausschuß für Innere des Friedens ist, die er braucht. Er hätte diesen neuen, besseren Welt dienen soll. Mission als Anleihe von dem amerikanischen Kongreß, der dem Kriegsgedanken als Mittel Für dieses friegerische Unternehmen wer- Bankhaus How, Snow& Co. erhalteen hatte, der Politik dient, nicht besuchen sollen, einmal den Helden des Friedens gebraucht! ein. Damit wurden vorerst die alten Löcher als Friedens- Held" und dann noch aus dem i Der Igel. gestopft. Das Bankhaus Rambaum& Co. ers hielt 3 Millionen Mark als langfristigen Kredit aus den Anleihemitteln, die laut Vertrag nur als erststellige Hypothekardarlehen an evangeliten. Aus dem gleichen großen Topf lebten me h= rere Pfarrer, meist deutschnationaler und Von dem Zusammenbruch der Deutsch- leihen der Wohlfahrtsverbände wurde 1923 nationalsozialistischer Couleur, die persön Evangelischen Heimstättengesellschaft und ihrer die Hilfskaffe gemeinnügiger Wohl- liche Darlehen erhielten. Die ameriTochtergesellschaften, dent beispiellosen Krach fahrtsunternehmungen G. m. b. H. kanischen Geldgeber wurden jahrelang über die des Bausparfonzerns der Inneren Mission, sind gegründet. Das Gesellschaftskapital in der Höhe vertragswidrige Verwendung ihrer Gelder ge22.000 fleine Sparer betroffen. Sie von Sie von 500.000 Mark wurde. vom Reichstäuscht. verlieren wahrscheinlich mehr als 10 Millionen arbeitsministerium zur Verfügung geMarf. In der folgenden Zeit erhielt das Bankstellt. Gesellschafter wurden jedoch der Central- haus Rambaum& Co. von der Hilfskasse unDie Innere Mission und die Kirche ver- ausschuß für die Innere Mission, der katholi- gesicherte Kredite bis zu 13 Millionen Mark. suchen umsonst, die Verantwortung für den sche Deutsche Caritas- Verband, das Deutsche m Mai 1928 mußte man feststellen, daß 7.25 Im Skandal auf einzelne Personen abzuwälzen. Rote Kreuz, der sogenannte Fünfte Wohlfahrts- Millionen Mart verspekuliert Amerikas Polizeiausgaben. Die von Präsident Der deutschnationale Generaldirektor verband und die Zentralwohlfahrtsstelle der waren. Die Hauptverluste waren durch folgende Hoover eingesetzte Kommission zur Untersuchung des Devaheimkonzerns Jeppel ist durch die deutschen Juden. Millionenbeträge aus Grundstückspekulationen und Induſtriebeteili der Kriminalität in Amerifa und Erörterung der hinter ihm stehenden deutsch nationalen dem Reichsfonds zur Förderung von Anstal- gungen" entstanden: in Frage kommenden Bekämpfungsmöglichkeiten" Bastorencliquen, deren Marionette er war, zur ten und Einrichtungen der privaten Wohlfahrts- Der Erwerb von Zinshäusern in teilt mit, daß in den Vereinigten Staaten jährlich Anerkennung vieler Verfehlungen gezwungen pflege" wurden jährlich über diese Kasse gelei Berlin fostete den Centralausschuß rund 31 Millionen Kronen zur Bekämpfung des Verbre- worden, die nicht auf sein an sich großes tet. Die staatlichen Zuschüsse, die 1924 mur 1511 Million Mark. Dieser Verlust wurde auf Von dieser Schuldkonto gehen. In einer gemeinsamen Auf- Millionen Mark beetrugen, flossen in den ersten einem„ Grundschuldkonto" verbucht, auf das Summe entfallen 1768 Millionen Kronen auf die fichtsratssitzung der drei Hauptgesellschaften des Fahren der Hilfskasse so reichlich, daß ihre auch persönliche Zuwendungen und Abfindungen Bundesregierung; der Rest wird von den Städten Devaheimkonzerns, die in ihrer Mehrheit aus Leiter, unter ihnen deutschnationale Pasto- an den damaligen Geschäftsführer der Hilfsder Union getragen. national- ren nicht der Versuchung widerstehen konn- kaffe und Schatzmeister des Roten Kreuzes, Dr. sozialistischen Pastoren der Inneren ten, mit den Staatsgeldern auf die Libbert, in der Höhe von 162.500 Mark und Mission bestand, wurde auf Vorschlag des ich impflichste Weise zu spekulieren. ferner 8000 Mart Autospesen des Pfarres Crevölkischen Rechtsanwaltes Brandes beschlossen, Sie gründeteen das Banthaus Ramba um mer verbucht wurden. 250,000 Mark Beste chungs- und& Co., dessen Teilnehmer die Geschäftsführer Beteiligung an der Rotella", Margawurden. Das Kapital dieser rine- und Speisefett- Fabrit in Fürstenwalde. In Prag tagt augenblicklich ein Kon Schweigegelder, die Jeppel als persön- der Hilfskasse wurden. greß Der Frontkämpfer aus den liche Schuld" übernommen hatte, im Laufe der Firma, die man laut eigener Begründung ins Nast kurzer Zeit der Bewirtschaftung durch die Ententestaaten. Die„ Gidac" heute, Menschen, damals noch geplanten Sanierung wieder ab- Reben gerufen hatte, um die Hilfskasse fachkundigen Seelsorger mußte die an der Börje nicht allzusehr in Fabrit stillgelegt werden. Die Maschinen wurSie später einmal das gleiche tragikomische Schick- zudecken. jal aller Die Hauptursache für die Verluste der flei- Erscheinung treten zu lassen", wurde den verschrotet. Verluste: Ueber anderthalb Mil„ Veteranen" im spießig heroischen als Darlehen" zur Verfügung gestellt. Sinn erleiden werden, weil sie aus den Morden nen Devaheimsparer sind jedoch neben der Kornichts zugelernt haben, ruption fast aller Beteiligten in der termine der vom Reich jeweils zu erwartenden Schreibmaschinenfabrik" in Bree Um über die Höhe und die Auszahlungs- Bei den Krediten an die„ Gundla" der Jahre 14-18 nichts fremd durch die Nachkriegswelt und ihre engen Verflechtung der jetzt in Stonfurs teit ver Berträge glauben und an die erwor- tralausschuß für Innere Mission und seinen verfügen zu können, be it a ch die Geschäfts- Barenholz. Nähseiden- und Drud Schrecken gingen und noch gehen, an die Heilig gegangenen Bauspargesellschaften mit dem Cen- Summen rechtzeitig informiert zu sein und dem- Iau wurden 200.000 Mart verloren. entsprechend bei ihren spekulativen Geschäften Eine Beteiligung bei der Firma Gebi. benen Früchte des großen Krieges, welche sie anderen Wirtschaftsbetriebeen zu suchen. leitung der Hilfskasse den Mini- fnöpfe in Nordhausen, foſtete 150.000 sogar zu hüten bereit sind, wurden in Prag In den weitverzweigten Aufbau der Inne- sterial- Obersekretär Sonntag vom Mark. von dem Nationalberteidigungsmi- ren Mission besteht seit 7 Jahren ein zweiter, Reichsarbeitsministerium mit 12.000 Bei der Firma S. Benjamin, Tuce nister Dr. Viskovsky im Barlament bisher mühsam verdeckter Korruptionssumpf, der Mark. Wohlfahrtsanstalten, die die dringend und Stoffe in Berlin, mußten 300.000 empfangen und mit einer Begrüßungsansprache dem Devaheimskandal in nichts nachsteht. Als benötigten staatlichen Zuschüsse einmahnten, Mark in den Schornstein geschrieben werden. bedacht. Begreiflich! Solche Leute sieht die Treuhand- und Uebermittlungsstelle für die wurde mitgeteilt, daß die Gelder noch nicht ein- Mit dem Verkauf von Uhren, Colliers und Obrigkeit sehr gerne, Veteranen machen sich zuschüsse des Reichsarbeits mini- getroffen seien. Man empfahl den Anstalten je Ringen, die die Hilfskaffe als Gegentvert für immer gut, für Schule und Hausgebrauch, und steriums und verschiedener Landesministe- doch, 3wischen darlehen zu 12 bis 14 ihre Kredite von einer in Konkurs gegangenen nach dem sie jetzt noch außer der Kriegserin- rien an die private Wohlfahrtspflege und ferner| Prozent Binsen bei dem Bankhaus Juweliersfirma übernehmen mußte, ist man nerung die Pietät" zur Politit erhoben als Verwaltungsstelle für Auslandsan Rambaum& Co. aufzunehmen. heute noch beschäftigt!. therunwesens verausgabt Helden des Friedens- werden gebraucht! 11 deutschnationalen Damen" lionen Mark. und eine leichte Staubwolke flog auf. Zwischen| Als der Mann jetzt schloß, trat sie einen halben Inzwischen ging die dicke Betsy von Tisch Die dice Betsy. dem Laube befanden sich Bilder- Gambrinus, Schritt vor und verneigte sich gegen das Publi- zu Tisch und bot Postkarten mit ihrem Photo In einem jener Lotale in den dicht bevöl- auf einem Gasse reitend; braune Böcke, die kum. Einzelne klatschten; dann sette das Kla- an. Alles starrte sie an. Abschätzend hafteten ferten Arbeitervierteln der Stadt, die sich solcher Schäumende Humpen in den erhobenen Pfoten vierspiel wieder ein. Die dicke Betsy sang mit die Blide der Männer ihr auf Sals, Bruſt, | Attraktionen" bedienen, um ihre Seundschaft hielten; zechende Mönche, während im Hin hoher Stimme, die unwahrscheinlich dünn aus Armen und Beinen. zu unterhalten, trat sie auf. An den Fenstern tergrunde das Podium den Raum abschloß dem Riesenleibe kam, ein schlüpfriges Couplet; Nachher saß sie allein in einem Rebenzimflebten grellbunte, laienhaft gemalte Platate, die Rechts und links davon waren zwei Türen mit jedesmal, wenn sie den Refrain wiederholte, mer am Tisch. Es war fast dunkel; eine kleine, ,, Her machte sie ein paar unbeholfene Tanzschritte matte Glühbirne brannte über der Tür. In der schreiende Aufschriften trugen.„ Die die weißen Emailleschildern hin und her. Es war ein widerlicher und zu Kehle der Frau saß ein Schluchzen, das unaufBetsy" Diedidste Frauder Welt" ren" in ständiger Bewegung. Der große Lautsprecher gröhlte die Melodie gleich trauriger Anblick, wie die Frau sich dort haltsam hochstieg. Vor ihren Augen flimmerte - ,, 385 Pfund Gewicht und andre Schlagzeilen knallten rot, blau, gelb, den Vorüber- der Schallplatte, die der Wirt auf dem Gram- oben mit erzwungener Lebhaftigkeit bewegte und es. Ihr Herz trommelte einen tollen Marsch in Die dazu fang. Der Schweiß stand ihr in dicken der Brust. Schauer jagten ihr über den Körper gehenden entgegen. Abends, wenn die Männer mophon ablaufen ließ, in den Raum. von der Arbeit kamen, hob wohl mancher von Kellner rannten eilig hin und her. Durch die Perlen auf der Puderschicht, die Geficht, als sie fühlte den drohenden Herzanfall, taſtete ihnen den Stopf, sah nach den Bildern, von denen Tür betraten einige Männer den Raum, gingen und Arme bedeckte. Die lockeren Fettpolster an mit fliegenden Fingern in der Handtasche nach der unförmige dide Frauenkörper im Trikot an einen Tisch, festen sich und bestellten Bier. den Beinen und Armen, am ganzen Körper einem Bulver, schüttete es auf die Zunge und herunterleuchtete dann trotteten sie weiter. Sturz nach ihnen fam auch von draußen der der Frau, gerieten bei jedem Schritt in Bewe- spülte es mit einem Schluck Wasser herunter. livrierte Anreißer herein, setzte sich jedoch nicht, gung, zitterten, wenn sie mit den Füßen auf Dann saß sie, hintenüber gelehnt, regungslos da. mit hängenden Köpfen, schlenkernden Armen leer, ausgepumpt. sondern schritt durch den Gang zwischen den stampfte. Langsam vannen ihr die Tränen aus den Tischen bis nach dem Podium, nahm an dem Sie jang. Von der Toilette torkelte ange- Augen und über das Gesicht. Ihre Gedanken dort stehenden Klavier Platz und schlug einen trunten ein Mann an das Podium, hob die treiften unaufhörlich um einen Punkt, einen Darauf wartete er einen Sand und schlug auf einen der massigen, wulsti- Wunsch: Mensch sein dürfen, wie alle Vor der Tür stand von nachmittags um lauten Afford an. Es gab einen flatschenden Laut anderen arbeiten fönnen, wie all die anderen sechs an ein Mann im verschlissenen Portier- Augenblick und begann dann, interesselos und gen Schenkel Es gab einen flatschenden Laut auderen in den Augen der Frau ffirrte es für eine Kinder haben, wie alle anderen und glückrock. Die blanken Schnure hatten ihren Glanz abgehackt. einen Marsch, den Einzug der GlaWarum muß berloren; von den Knöpfen glich keiner dem diatoren", zu spielen. Die Töne des verstimm Sekunde auf, undeutbar, ob tüdisch oder traurig lich sein, wie all die anderen! anderen. Der Mann hatte Bettel in der Hand ten Klaviers drangen durch den Lärm und das und verteilte sie an die Vorübergehenden; famen Gläserklappern langsam verstummten die Geein paar Männer vorbei, so tief er sie mit spräche, und die Aufmerksamkeit wandte sich halblauter Stimme an und forderte sie zum dem Spieler zu. Eintreten auf. Kommen Sie herein, meine Herren; hier sehen Sie Betsy, die dickste Frau, das achte Weltwunder; tommen Sie!" Lokal. Trozdem war es jeden Abend voll in dem dann legte sie den Arm um die schmale ich nur Schauobjekt sein, Zielpunkt unflätiger Schulter des Untenstehenden und stellte ihn mit Wite, sotiger Begierden? Warum drehen alle einer einzigen Bewegung neben sich auf das den Kopf nach mir, wenn ich mich sehen lasse, Bodium, wo er verdugt, mit blöden Augen, um rufen grobe Spässe hinter mir her?- Wäre fich starrte. Dann erschien die„ dicke ,, dicke Betsy". Betsy". Sie ich doch auch wie andere, zufrieden, froh, glüc stampfte quer über den Gang und betrat schwer- Brüllendes Gelächter erfüllte den Raum. lich! Mein Herz ist frant, sagt der Arzt; ich fällig das Podium. Das Klavierspiel brach ab; 3urufe. Roten schwirrten gegen die Frau: Fein muß dünner werden, sonst mache ich's nicht mehr Ab und zu verschwand er durch die Tür in der Mann stand auf, trat neben die Frau und gemacht, Betsy!" ,, Mensch, die als Frau..." lange haha, ich habe noch Kontrakte für das Lokal; jedesmal, wenn die dicke Betsy sich begann, in das inzwischen umso lauter aufge ,, Adolf, sei still, die klatscht dir jejen die zehn Monate; darin ist das Gewicht festgelegt. -Jemand stand auf, murmelte ein Ich darf nicht abnehmen; sonst fostet es kon auf dem Podium, das unter ihrer Last ächzte, brandete Sprechen und Lachen hinein seine Ein- and." ich muß essen- essen- essen produzierte. Dann half er ihr dabei. Sie ge- führungsrede zu halten. Sie ge- führungsrede zu halten. Bruchstückweise flogen widerlich" vor sich hin und verlich das Lokal. ventionalstrafe und wenn es mein Tod ist! medizinisches hörten zusammen; es war fontraftlich festgelegt, die Worte durch den Raum: Der Klavierspieler hatte nur einen Augendas Auftreten Berta Kunzes, der dicken Betsy", Wunder... berühmte Aerzte des In- und Aus- blick den Kopf gewendet. als die Lachsalve los- Die Zeit verrinnt. Die Frau weint leise und die Tätigkeit ihres Mannes. lands untersucht... 385 Bfund... Enoage- brach. Jetzt hob er wieder die Hände und setzte vor sich hin. Plötzlich dringt von draußen ein Von der Decke des Lokals hingen an langen ments in Kopenhagen, Oslo, Warschau, Brag ein Spiel fort. Die Frau fang ihr Couplet zu gedämpfter Akkord ins Zimmer. Die Frau Schnüren bunte Papierfahnen herab. Alle Die Frau stand währenddessen mit einem Ende. Dann verließ sie das Podium. Der schreckt zusammen, steht auf, fährt sich mit der Farben bunt durcheinander- zwischendurch eingefrorenen, inhaltlosen Lächeln, ein Kolok von Mann og feinen Vortierrock über, stürzte an Buderquaste über das Gesicht und stampft hinwieder die dicke Betsy". DrauLampions, in denen Glühbirnen brannten. An Fleisch. neben dem Sprechenden. Ihre in dicken der Theke ein Glas Bier herunter und trat dann aus den Wänden war papiernes Weinlaub befestigt: Fettpolstern liegenden fleinen Augen saben mit feinen Zetteln wieder vor die Tür auf die Ben hämmert der„ Einzug der Gladiatoren" Walter Schirmeier. wenn jemand daran stieß, dann raschelte es, müde und starr auf einen Punkt an der Wand. Straße. • Seite 6 VERLANGET UEBERALL VOLKS ZUNDER SOLO A.S.I. Gin Brief von Karl Marr. Mittwoch. 2. September 1981. Gerichtssaal Die Unterschlagungen am Gbeller Bostamt. Die Beamtin verurteilt. Nr. 204. Kindernachmittag heute, Mittwoch, den 2. September, um 3 Uhr in der Gec. Sehr wichtig alle kommen! schaft mußte zu einem Ausbruch gerechter Empörung führen und die Staaber Vorfälle sollten für die gewissenlosen Drahtzieher der Hakenkreuzlerbewe Kinderfreunde Brag. gung eine Lehre sein, daß auf dem Boden unseres deutschen Siedlungsgebietes für die verrotteten Hitler- Methoden kein Raum ist und daß jeder Versuch einer fascistischen Betätigung mit dem erbitterten Widerstand der Arbeiterschaft zu rechnen hat. Prag, 31. Auguft. Vor wenigen Tagen wurde Die Kreisvertretung der deutschen Sozialdemokratie die Hauptverhandlung gegen die 26jährige Post- Südwestböhmens erklärt feierlich, daß sie- ungebeamtin Marie F. eröffnet und sodann zwecks Erachtet der letzten Borfälle ihren Kampf gegen die gänzung des Beweisverfahrens vertagt. Wir haben Feinde der Arbeiterbewegung im Böhmerwald vor ter ist als im vorigen Jahre. Und eines steht be= über den Fall berichtet. Es handelt sich um Unter- allem mit den siegkräftigen Waffen des Geistes reits fest: Ottakrings Vorherrschaft ist vorüber. Die schlagungen in der Höhe von über 26.000 K, die und den Formen des politischen Anstandes fortsetzen Mannschaft wird schwer zu kämpfen haben, um sich sich über ein halbes Jahr erstreckten. Die An- wird, und sie ruft ihre Anhänger auf, sich von in der Spigengruppe überhaupt halten zu können. getlagte war leidend und mußte sich einer fost diesem bewährten Wege nicht abdrängen zu lassen. In der ersten Klassen fanden sechs Kämpfe statt, spieligen Behandlung bei einem hiesigen Spezia- Das Schlangengift planmäßiger antimarxistischer die nachstehende Ergebnisse zeitigten: Favoriten lifen unterziehen. Ihr Gehalt betrug sechsetze, das den Marodeuren des Klassenkampfes als gegen Ottakring 9: 4( 4: 2), Margareten gegen hundertzehn Kronen pro Monat, wovon sie Hauptwaffe dient, reicht feinem flassenbewußten Fünfhaus 10: 7( 4: 4), Stadlau gegen Döbling für die täglichen Autobusfahrten nach Arbeitsmenschen an die Schuhsohlen heran und die 9: 25: 1), Feuerwehr gegen Gaswert 8: 5( 5: 2). Gbell noch 180 K monatlich verausgaben mußte. ärgste Strafe für hafenkreuzlerische Provokationen Straßenbahn gegen Leopoldstadt 9: 8( 6: 3), NordDer Vertreter des Post ärars bezeichnete ist, sie mit tiefster Verachtung zu ignorieren. Wien gegen Hezendorf 19: 2( 9: 1). diese Einkünfte als ausfömmlich". Vertagt Die sozialdemokratische Bewegung wird den Vierländerkampf der Arbeiter- Radfahrer. In wurde der Prozeß zur Feststellung, ob die Verant- fonzentrischen Angriff des Bürgertums und der Wien fand Sonntag auf der Stadionrennbahn das wortung der sonst restlos geständigen Angeflagten, Nationalsozialisten mit einer sozialistischen Auf- erste, vom Kreissportausschuß der Wiener ArbeiterDer nachstehende, bisher unveröffentlichte so weit sie die angebliche ärztliche Behandlärungswelle beantworten und den unter der herr- Radfahrer veranstaltete Bahnmeeting statt. Der Brief von Karl und Jenny Marg ist an( ung betrifft, auf Wahrheit beruht. In über- schenden Wirtschaftskrise leidenden Bevölkerungs- Bierländerkampf brachte Oesterreich den ersten Joseph Weydemeyer gerichtet, der raschend kurzer Zeit wurden die erforderlichen Fest schichten zeigen, daß ihr namenloses Elend nicht Platz vor Deutschland, Ungarn und der Tschechonach Amerika ausgewandert war und um die stellungen gemacht und heute fand dieser Fall seine mit Lüge und Gewalt, sondern nur durch ziel- lowakei. Fiala, dem Vertreter der TschechoMitte des vorigen Jahrhunderts zu den in- Fortseyung und zugleich seinen Abschluß. bewußte soziale Arbeit gelindert werden kann. Die flowakei, fehlt noch die notwendige Routine und timsten Freunden der Familie Marg zählte. Es ergab sich, daß die Angaben der Ange Kreisvertretung appelliert an die Mitglieder der war fein gleichwertiger Gegner. Im Stundenren Marg gibt seinem Freund einige wissenschaft- iagten über die Kosten der Kur auf Wahrheit Partei, der sozialdemokratischen Gewerkschaften und nen wurde von der siegreichen Mannschaft eine liche Hinweise auf dem Gebiete der Wirt- beruhen. Von traurigem Interesse sind noch die Kulturorganisationen sowie der freien Landvolks- neue internationale Bestleistung aufschaftsstatistik und bittet Weydemeyer, Be- Vorgänge, die sich unmittelbar vor der Erstattung bewegung, mit vereinten Kräften in den Dienst gestellt, die um etwa zwei Kilometer besser ist als fürchtungen wegen einiger Exemplare des der Strafanzeige durch die vorgesetzte Stelle der dieser Aufklärungsarbeit zu treten. An der Mauer die früher von Oesterreich gehaltene. Die Ergeb ,, Kommunistischen Manifestes", die er einem Beamtin abspielten. Man wollte von der Straf unseres Widerstandes, an der geschlossenen Phalanx nisse des Länderkampfes waren: Erster Lauf: gewissen Koch überlassen hatte, aufzuklären. anzeige absehen, wenn der Schaden innerhalb unseres Angriffes werden die Pläne aller Feinde 1. Weingartner( Desterreich), legte 200 Meter in In einer Nachschrift erkundigt sich Frau Marr gewisser Frist gutgemacht werde. Der Brude des arbeitenden Volkes zersplittern! 14.2 Set.; 2. Grässer( Deutschland), 3. Vajda nach dem Verbleib ihres Bruders Edgar der Angeflagten, ein Stabsta pitän, juchte ( Ungarn), 4. Fiala( Tschechoslowakei). Zweiter von Westphalen. auf jede Art die erforderliche Summe aufzutreiben. Gine außerordentliche Bezirkskonferenz fand auf: 1. Grässer 15.1, 2. Weingartner, 3. Vajda, 28, Beanstveet, Soho. Schon hatte eine Sparkasse aus der Proving in Bodenbach in der Volkshalle am letzten 4. Fiala. Dritter Lauf: 1. Weingartner 14.1. dem Tarlehen zugestimmt, als sich im letzten Sonntag unter Beteiligung von 377 Delegierten 2. Gräffer, 3. Vajda, 4. Fiala. Gesamtwertung: London, 16. Oftober 1851. Augenblick die Verhandlungen zerschlugen und die aus allen Orten des Bezirkes statt. Die Tages- 1. Weingartner( Desterreich) 11 Punkte. 2. Grässer Beamtin der gerichtlichen Verfolgung verfiel. ordnung der Konferenz, der Genosse Franz Fister( Deutschland) 10, 3. Vajda( Ungarn) 6, 4. Fiala Tages-( Deutschland) 10, 3. Vajda( Ungarn) 6, 4. Fiala Hätte ein reicher Verwandter eingegriffen, hätte vorsaß, enthielt nur einen einzigen Bunft:„ Die( Tschechoslowakei) 3 Punkte. Rahmenbe irgend jemand das Geld beschaffen können, so wäre politische und wirtschaftliche Beben werbe: Wertungsfahren über 30 Runden( 12 alles in schönster Ordnung gewesen und nie hätte tung der kommenden Gemeindewah- Kilometer): 1. Slebuschisky( Karl Marx, Wien) 23 der Staatsanwalt Gelegenheit gehabt, das ien". Das Referat hielt, nach Eröffnungsansprache Bunkte, 20:15; 2. Ottisch( Graz) 20; Grässer Gericht inständig zu bitten, nur ja kein beding des Vorsitzenden, Genosse Taub, der sich zunächst( Mann) heim besetzte mit 7 Punkten den 5. Plaz. tes Urteil zu fällen, wie es heute geschah. Man in einem Rüdblid auf den Wiener Internationalen Lieber Weydemeyer. Ausscheidungsfahren: 1. Schmaderer( LeopoldIch habe dem A. Charles Dana, einem Redakteur der New York Tribune, sowohl selbst geschrieben, als einen Empfehlungsbrief von Freiligrath für Dich zugesandt. Du hast also nichts zu tun, als zu ihm zu gehn und Dich auf uns zu beziehen. Du fragst mich nach einem statistischen fönnte den Heineschen Vers auch so variieren: Kongreß mit der weltpolitischen und weltwirtschaft- stadt, Wien) 14.1.— Mannschaftsfahren über eine Hülfsbuch. Ich empfehle Dir, weil es zugleich denn ein Recht zum Stehlen, Lump, haben lichen Lage befaßte und dann die soizaldemokratische Stunde: 1. Slebuschitty( Karl Marr)-K. Hamed! ökonomische Auseinandersetzungen enthält" The nur, die etwas haben." So aber handelt es sich Arbeit in den Gemeinden, unsere fünftigen Auf-( Freiheit 17) 23 Punkte, 38.400 Meter( internatioCommercial Dictionary" by Mac Culloch, 1845. um Leute, die nichts haben, und da ist natürlich gaben und die allgemeine sowohl wie die kommunale Beſtleiſtung); die Kombination WeingartnerEs gibt neuere Sachen, z. B. von Mac Gregor, iederlei sittliche Entrüstung durchaus am Blaze... nale Politik der bürgerlichen Parteien besprach. Gräffer belegte mit 13 Punkten den dritten Play. dessen Statistica überhaupt vielleicht die besten Das Gericht unter dem Vorsitz des OGR. Taube Rede. die mit der Aufforderung„ Auf zum geschlossen. Bürgerlicher Sport. Vom Spielfeld ins Spital. Am Sonntag fand geblasen werden, denn es würde dann mehr vera este als gefunde Spiele geben. Was Sonntag " 1 und für ganz Europa sind. Sie sind aber sehr teuer. Sitta dachte indes milder als der schneidige Kampf, auf zum Sieg!" schloß, fand langandauernTu findest sie indes sicher auf einer der New Herr Staatsanwalt und verurteilte die Angeklagte den Beifall. Nach der Debatte über das Referat die erste Runde der Wiener Professionalmeisterschaft Yorker Bibliotheken. Mac Culloch dagegen ist ein zwar zu acht Monaten schweren und ber- referierte Genosse o de über die organisatorischen die erste Runde der Wiener Profeſſionalmeisterschaft Handbuch, das jeder Zeitungsschreiber besitzen härften Kerters und Verlust des Wahl Borbereitungen zu den Gemeindewahlen und nach statt. Noch drei solche Runden- schreibt die Wiemuß. Für England speziell noch zu empfehlen: rechtes, aber mit einer Bewährungsfrist einem Schlußwort des Genossen I aub und einem ner Arb.- 3tg."- und die Meisterschaft muß abPorter: The Progres of the Nation.( Der Fort- von drei Jahren. innerhalb welcher Zeit sie Appell durch den Vorsitzenden wurde die von schritt der Nation). Neue Auflage 1851. Für die den Schaden nach Kräften gutzumachen hat. Die prächtiger Kampfftimmung getragene Ronferens Handelsgeschäfte überhaupt: Tooke: History of blasse und fräntlich aussehende Angeklagte dankte im Stadion und auf der Hohen Warte vorgeführt Price( Geschichte der Preise), 3 Bände bis 1848. dem Gerichtshof mit leiser Stimme für das milde wurde, das dürfte man in Wien bisher noch nicht Für Nordamerifa insbesondere: Mac Gregor, Urteil und der Herr Staatsanwalt fand sich Jugendbewegung. gesehen haben. Die Spiele" Vienna- Rapid und der eine besondere Statistik der United States sogleich bemüßigt, Berufung gegen die Zu( Bereinigten Staaten) geschrieben hat. Für billigung der bedingten Strafe einzulegen. Sozialistische Jugend, Prag. Kreisleitung. Admira- Floridsdorf waren schlechthin Rause. Deutschland: Freiherr von Rheden: Vergleichende Wichtige Sigung am Donnerstag, den 3. Septem- reien. Schienbeinbruch, Sehnenzerrungen Der Einzelfall ist somit erledigt und die ber, um halb 8 1hr im Verein deutscher Arbeiter. Blutergüsse, das war die Bilanz dieser sportlichen Kulturstatistik. Für Frankreich: Moreau. Tatbestandsjustiz hat gesprochen. Hinzuzu Nun habe ich noch einen Auftrag für Dich. fügen wäre vielleicht noch, daß nach den Feststellun versammlung in der Gec. Beginn 8 Uhr. S. J. Prag, Gruppe I. Heute Monats. Ereignisse. Auf Verlangen des deutsch- katholischen Pfarrers gen eines tschechischen Blattes im Bereich der Post- Kommt alle! Freitag beginnen wir wieder mit Koch, den Du bei der Staatszeitung, wo er von direktion Prag nicht weniger als 113 derartige unserer Arbeitsgemeinschaft Neue Lebensgestal Zeit zu Zeit mitschreibt, erfragen kannst, schickte Fälle disziplinarisch behandelt wurden, die aller- unserer Arbeitsgemeinschaft„ Neue ich selbigem 20 Manifeste( deutsch) und meine dings nur zum geringen Teil zur gerichtlichen tung". Anfang 8 Uhr im Verein deutscher Arbeiter. englische Uebersetzung desselben zu, in dem Auf- Austragung famen. Vielleicht wird doch der eine Näheres heute in der Versammlung. trag, jie samt Harveys Vorbemerkung der oder andere maßgebende Herr auf den Gedanken Rote Falken, Prag. Erste Zusammenkunft nach englischen Uebersetzung als Broschüre abdrut- lommen, daß diese Erscheinungen in irgendeiner den Ferien Samstag nachmittag halb 4 Uhr, Gec. fen zu lassen. Seit der Zeit hat Herr Koch nichts Verbindung mit den famosen Einkommensverhält. Neue Fallen herzlich willkommen! mehr von sich hören lassen. Bitte ihn um Auf- nissen stehen? Aber wohl faum! Denn wir haben Elärung 1. über dies sehr verdächtige Schweigen, ja die Stimme des postärarischen Exponenten vor Sport. * * Spiel Körperpflege nachdem er mir so angelegentlich geschrieben Gericht vernommen:„ Das Gehalt war aus. hatte, und 2. laß Dir die englische Uebersetzung römmlich." Und dabei wirds wohl bleiben, bis von ihm geben und sich, ob Du sie nicht als in Zukunft einmal ein anderes System auch hier Adler 08 Berlin in Sachsen. Der vom Kom Broschüre losschlagen, i. e. drucken, verbreiten Ordnung macht und diese armen Staatsdiener munistischen Sportverband zum Arbeiter- Turn- und und verkaufen kannst. Es versteht sich von selbst, zwar nicht mit einem höchst unangebrachten Sportbund zurückgekehrte ehemalige Bundesfußballdah Dir die etwaige Einkommenssumme zufiele, Standesbewußtsein" beglüdt, aber dafür meister stellte sich Samstag und Sonntag in Sachwir aber 20 bis 50 Exemplare für uns ver- en lebensnotwendigen Arbeitslohn sen bor und blieb gegen Frisch auf Burgstädt mit langen. Dronte tommt den 23. des Monats her. Schreib bald. Grüße an Dich und Deine Frau von meiner Frau und mir und allen Freunden. Ich hoffe, daß Du die Seefahrt glücklich überstehst und daß es in den United States gut geht. Dein Karl Marg. nicht vorenthält Sagen Sie Ihrer lieben Frau, daß ich threr in dieser Zeit mit herzlichster Teilnahme Die und Sorge gedacht habe. Was mag sie doch auf der langen Seefahrt mit den zwei kleinen Kin dern ausgestanden haben! Hoffentlich kommen diese Zeilen nicht vor Ihnen in New York an, wo es Ihnen sicherlich gelingen wird, sich eine provisorische Heimat zu schaffen. Aus der Partei im Böhmerwald! Schach den Hitlermethoden rb. 4: 2 verdienter Sieger. Gegen die führende Leip ziger Mannschaft VfK. Südwest verlor Adler in einem spannenden Spiel 5: 3( 1: 2). Kunst und Wissen Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Mittwoch, den 2. September, 7.30 Uhr:„ Der Hauptmann von Köpenid", ein deutsches Märchen von Carl Zudmayer( 219-3).- Donnerstag, den 3. September, 7.30 Uhr: Der Arzt wider Willen"( 220-4).- Freitag, den 4. September, 7.30 Uhr: Doppelselbstmord", Bauernposse mit Gejang von Ludwig Anzengruber( 221-1). Samstag, den 5. September, 7 Uhr: 3m weißen Röß I"( 222-2). Sonntag, den 6. September, 7 Uhr, neueinstudiert:" Der Freischüß". romantische Oper von C. M. von Weber( 223-3). Montag, den 7. September, 7.30 Uhr: GoetheAbend:" Vorspiel auf dem Theater"," Die Mitschuldigen"," Die Laune des Verliebten"( 224-4). Kleine Bühne. Mittwoch, den 2. September: Codtail", musikalisches Lustspiel von VollmpelPhönizia Wien in Schlesien. Die Spiele dieser ler- Benatty. Donnerstag, den 3. September: Wiener Arbeiter- Fußballmannschaft waren für die Biebe, Mord und Alkohol". Freitag, Gäste ein guter Erfolg. Die Wiener gewannen den 4. September: 3ntimitäten". Samsgegen Fichte Peterswalde 4: 0, gegen den schlesi- tag, den 5. September: ntimitäten". schen Kreismeister Sportfreunde Waldenburg 1: 0, Sonntag, den 6. September: Siebe, Mord und Kreisvertretung Pilsen zu den Staaber Vor- gegen Vorwärts Haynau 3: 0 und gegen Eintracht Alkohol". Montag, den 7. September, Gastspiel Gisela Werbezirt, Erstaufführung: In der am 29. August abgehaltenen Leichtathletischer Städtewettkampf Hannover- Rösele Rosenrot", vier Bilder aus Alt- Prag von Sigung der Kreisvertretung Pilsen- Budweis Hamburg- Leipzig. besten Arbeiter- Leicht- Knepler und Beda. Musik von Leo Ascher. wurde folgende Stellung zu den Staaber athleten der drei Städte hatten sich in Hannover Borfällen eingenommen: zum Wettstreit zusammengefunden. Sieger wurde fällen. Bunzlau 2: 1. Die Vierteljährlich Kč 18.15 Monatl... 6.45 ARBEITERFUNK Verlag der Neuen Gesellschaft, Berin S 42, AlexanOffizielles Orgas des Freien RadioBundes d. Tschechoslowakei. Von Edgar haben wir seit seiner Abreise Die Parteivertretung Pilsen- Budweis hat sich im Gesamtergebnis Leipzig mit 111% Bunften. im April noch immer feine Nachricht. Er ging nach Anhörung von Augenzeugen mit den Staaber Hamburg erreichte 94% und Hannover 83 Punkte. Neue leichtathletische Astö- Bestleistungen. Bei Lest den von Bremen ans mit dem Segelschiff Reformi, Vorfällen befaßt und konstatiert, daß der Zusam dem Kapitän Ammermann, ab, wollte in Gal menstoß zwischen Nationalsozialisten und Arbeitern den Meisterschaften des österreichischen Arbeitervestone landen und sich zuerst in Neu- Braunfeld am Samstag, den 22. August, durch die Ueber Fußballverbandes, die Sonntag in Wien ausgetraniederlassen. Vielleicht wäre es Ihnen, lieber tragung der lausbübischen und gemeingefährlichen gen wurden, erzielten Beterlik( 3V. Wien) im StabHerr Weydemeyer, möglich, ihm von New York Hitler- Methoden in das deutsche Gebiet Südwest hochsprung mit 3.56 Meter und die Staffel des aus irgendwo auf die Spur zu kommen. Sein böhmens heraufbeschworen wurde. Sie sind eine Wiener Schwimmvereines über 4X800 Meter mit Schweigen ist um so unbegreiflicher, als er weiß, direkte Folge davon, daß die sogenannte national- 8: 28.5 Min. sowie die Sportlerin Salzmann( Mardaß unser armes vereinsamtes Mütterchen durch jezialistische Arbeiterpartei, anstatt ehrliche Arbeit gareten- Wien) über 1000 meter mit 3: 19.1 Min. die Lähmung ihrer rechten Hand nun noch des für die schaffende Bevölkerung zu leisten, zumeist neue Askö- Bestleistungen. letzten Trostes beraubt ist, den ihr das Schicksal unter tätiger Mithilfe des Unternehmertums daran- Wiener Arbeiter- Handball. Der Meisterschaftsgelassen des schriftlichen Verkehrs mit den geht, Terrorgruppen einzueɣerzieren, die den Kampf kampf. den Sonntag die Turner- Handballer begonGeliebten ihres Herzens. gegen die anständige Arbeiterschaft mit den rüde- nen haben, wird mit dem der vergangenen Saijon Leben Sie recht wohl und seien Sie recht sten Mitteln der Drehung und Verleumdung wenig Aehnlichkeit haben. Denn bei dieser Meisterherzlich gegrüßt von führen. Dieses verbrecherische Beginnen gegen eine schaft wird jeder Punkt von Wichtigkeit sein, da die Jenny Marx. unter der Krisennot furchtbar leidende Arbeiter- Gleichwertigkeit der Teilnehmer heuer ausgepräg- w Drud:„ Rota" A.-G. für Zeitung und Buchdrud, Brag. Für den Drud verantwortlich: Otto Solit, erousgeber: Siegfried Tau b. Chefredakteur: Wilhelm Nießner.- Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß, Prag. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bost monatlich Kč 16.-, vierteljährlich Kč 48.-, Die Zeitungsmarienfranfatur wurde von der Poft- u. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Rüdstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten. balbjährig Kč 96.-, ganzjährig Ke 192.-,- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet, Be: Ifteren Einschaltungen Preisnachlaz. Brag drinenstraße 37, DAS BLATT DER WERKTATIGEN BASTLER U. HÖRER Probeheft kostenlos vom Verlag der Neuen Gesellschaft G. m. durch die Ortsgruppen des Freien Radio- Bundes, alle Volksbuchhandlungen sowie direkt vom Verlag in Berlin S 42. b. H., Berlin S 42. Der Arbeiterfunk" kann durch die Post Alexandrinenstraße 37, bezogen werden.