Einzelpreis 70 Heller. Sosialdemokrat Zentralorgan 6. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik. 11. Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion und Verwaltung: Prag II., Nekázanta 18. Telephon: 26795, 31469.( Nachtredaktion): 26797 Boltihedamt: 57544 Gamstag, 5. Geptember 1931 Defterreich sucht um eine Bällerbund. Angstmaßnahmen der polnischen Dittatur. anleihe an. Genf, 4. September. Als erster Punkt der Tagesordnung der heute nachmittags abgehaltenen Sigung des Völkerbundrates wurde das öfter reichische Gesuch um Gewährung einer Finanzhilfe erörtert, wobei der österreichische Vizefanzler Schober eine Erklärung abgab. Das Gesuch wurde dem Finanzaussuß des Völker bundes zugewiesen. Standgerichte für politische Bergehen. Nr. 207. Das dritte Lager. Der Marxismus als Wissenschaft hat uns gelehrt, daß die kapitalistische Gesellschaft sich Warschau, 4. September. Der Ministerrat Warschau, 4. September. Die heutige War- notwendig in zwei klassen gliedert: in hat auf Grund eines Dekrets des Präsidenten der schauer Abendpresse meldet, daß die Verordnung die der Besitzenden, Ausbeutenden, am FortRepublik vom Jahre 1928 beschlossen, in ganz Standgerichte wegen der in der letzten Zeit einen, in die Besitzlofen, Ausgebeuteten, zum des Ministerrates über die Einführung der bestand dieser Ordnung Interessierten auf der Polen Standgerichte einzuführen. Das hauptsächlich in Ostgalizien begangenen Umsturz Treibenden auf der anderen Seite. standgerichtliche Verfahren erstreckt sich sowohl Sabotage- und Terrorakte, ferner wegen der Beruht also der Klassenkampfgedanke auf der auf politische als auch auf gemeine Ver- verbrecherischen Brandlegungen im Posener Tatsache dieser zwei gegenüberstehenden, m brechen. Das Standrecht tritt in ganz Polen Gebiete und wegen zahlreicher Ueberfälle auf die Erhaltung oder um die Eroberung der einen Tag nach der Veröffentlichung dieser Ber- lassen wurde. Die Verordnung des Minister Macht ringenden fardinalen Interessen. Reichstagseinberufung abgelehnt. ordnung in Kraft. Die diesbezügliche Verordnung rates zählt die Verbrechen auf, bei denen das gruppen, so steht dennoch, im Bewußtsein Berlin, 4. September. Der Aeltestenrat des Ministerrates wurde heute im Gesetzblatte standrechtliche Verfahren zur Anwendung ge- der Menschen nicht ganz so einfach Interesse des Reichstages hielt am Freitag nachmittag eine veröffentlicht.- Wie verlautet, steht die Ein- langen soll. Im Sinne dieser Verordnung fallen gegen Interesse. Das heißt: so flar es für die Sizung ab, um über den kommunistischen führung des standgerichtlichen Verfahrens in Po- brechen des Mordes und des Totschlages an beiden Klassen diese oder jene Einzelgruppe, in die Kompetenz der Standgerichte die Ver- sozialistische Erkenntnis ist, zu welcher der Antrag auf Reichstagseinberufung zu entscheiden. Für den Antrag traten mit den Kommunisten len in Verbindung mit den letzten Terror- und Amts- und Privatpersonen, Raubüberfälle, Er- dieser oder jener Einzelmensch gehört, so wenig nur die Deutschnationalen und Nationalsozialisten Sabotageatten in Ostgalizien und Wol- pressungen mit Waffengewalt, absichtliche Be- dieser oder jener Einzelmensch gehört, so wenig Betlar ist es doch oft dieser Gruppe, diesem Einein. Präsident Loebe stellte fest, daß der Antrag hy nien. schädigung der Verkehrsmittel, Hochverrat nicht genügend unterstützt und die Reichstagsein und Spionage, Aufwiegelung zu Aufwiegelung zu zelnen selbst, daß er wirtschaftlich und sozial Die Nachricht von der Einführung der berufung abgelehnt ist. Standgerichte erweckte in ganz Polen großen Unruhen, die Herstellung und Magazinierung beispielsweise zum Proletariat sich zu zählen von Sprengstoffen und Brandlegung. hätte. Nicht jedem Proletarier ist es bewußt, nicht jeder wirtschaftlich oder sozial an dem Sturz des Kapitalismus Interessierte erkennt dieses sein Interesse und gibt dem politisch Ausdruck. Eindrud. Internationaler Rongreß für Sozialversicherung. über Der Frankfurter Kongreß beendet. Frankfurt a. M., 4. September.( Eigenbericht.) Der Kongreß des Deutschen Gewerk schaftsbundes wurde heute mittags geschlos= Und um diese Proleten, die es sind, aber jen. Vorher wurde noch die Diskussion über das Donnerstag trat, wie wir bereits berichtet aus der Tschechoslowakischen Republik die 3 en nicht wahrhaben mögen, oder Anschluß an eine Referat Merkels abgeführt, in welcher eine haben, in Prag der internationale Kongreß für tral bruderlade, welche den Verband der Gruppe suchen, die nur vermeintlich proletariReihe von Beschwerden über die Rechtssprechung Versicherungswesen zusammen. Den Vorsiz Bergbruderladen darstellt, angemeldet haben. sche Interessen vertritt, tatsächlich aber mehr beim Reichsarbeitsgericht vorgebracht führt der Vorsitzende des reichsdeutschen Verwurde. Die Klagen betreffen vornehmlich die bandes der Versicherungsanstalten, Genosse bemerken, daß 10 Staaten die Uebereinkommen folgschaft leistet um diese ihrer Klassenlage Auf internationalem Gebiete ist zu oder weniger durchsichtig dem Bürgertum GeDurchbrechung und Umgehung von Tarifver ehmann, der die anwesenden Gäste be- über die Krankenversicherung der Arbeitnehmer und ihrer Klassenaufgaben noch nicht bewußMaßregelung von Betriebsräten und den Mig- grüßte. Namens des vorbereitenden Komitees in Industrie und Sandel und 6 Staaten die ten Proletarier geht unser tägliches Ringen trägen, der zunächst seiner brauch bon Betriebsstillegungen. Besonderen die Versicherung der in Erziehung, Aufklärung und Agitation, um Beifall fand die Forderung nach Gleichstellung in Prag stattfindet. Seine Beschlüsse werden haben. Ferner muß mit Dank ein gewiffer Fort- Wahltampf. Doch nicht etwa in dem Freude darüber Ausdruck gab, daß der Stongreß landwirtschaftlichen Arbeitnehmer ratifiziert sie geht es natürlich ganz besonders im der Zanddrbeiter in der sozialen Gesetz auch für die Krankenversicherung der Tschecho schritt anerkannt werden, der sich darin äußert, Sinne, daß wir nur oder auch nur zuvörderst gebung. Im Schlußwort verlangte Merkel, daß in einer unerfreulichen finanziellen Lage be- über die Durchführung der Sozialversicherung ihre slowakei, welche sich infolge der Wirtschaftskrise daß ein Gegenseitigteitsvertrag Stimmen suchen und sammeln. mehr noch als bisher alle Kräfte für die er findet, eine Stütze sein. Sodann begrüßten den bereits abgeschlossen wurde, oder in nächster Zeit Gewiß, jede Stimme, bewußt oder unbewußt, einheitlichung des Arbeitsrechtes Rongreß namens der Regierung Genosse Dr. hat in der Urne gleiches Gewicht und die nach eingesetzt werden. Czech, dessen Rede wir bereits auszugsweise zum Abschluß kommen wird. einem sozialistischen Wahlsieg Die Krankenversicherung in den einzelnen Genosse Leipart dankte im Namen aller gebracht haben, Genosse Kellner namens der möglichen neuen und wiedergewählten Mitglieder des Vor- Stadt Prag und Genosse Hampl namens der Staaten leidet insbesondere durch den Ent- Schritte nach vorwärts zur proletarischen standes für das vom Kongreß bewiesene Ver- Sozialversicherungsanstalten des Landes. Letzterer gang der Einnahmen, die ihr durch Ar- Machtergreifung sind nicht ganz abhängig trauen. Nachdem noch der Vertreter der schwei- führte u. a. aus, daß die arbeitenden Massen beitslosigkeit, Kurzarbeit und das davon, wie tief und fest verankert mit uns zerischen Gewerkschaften im Namen aller aus unter der gegenwärtigen Lage schwer leiden, Absintfen der Lohnhöhen verursacht wurden. gleichgerichtetes Wollen in jenem Teil der ländischen Gäste dem Verbandstag den weil die Entwicklung der sozialpolitischen Gesetz Diese Situation mißbrauchten die Gegner der Wählerschaft ist, der politisch Nur wählerschaft Dank ausgesprochen hatte, schloß der Vorsitzende gebung nicht gleichen Schritt gehalten hat mit Sozialversicherung zu einer erhöhten Agitation darstellt, das heißt jener, die politisch mitmit einer Rede, in welcher er die Verbunder Entwicklung der Produktion. Die überstürzte für den Abbau oder wenigstens eine Einschrän- arbeiten, mitkämpfen, mitentscheiden nur bei denheit der Gewerkschaft mit der Bar Rationalisierung ist zusammengefallen mit ung der Leistungen und insbesondere der Wahlen, Aber und in diesem Aber liegt tei erneut betonte, den Kongreß. schweren wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Selbstverwaltung. Dem muß durch erhöhte eine Schicksalsfrage des Sozialismus schwere Lage der arbeitenden Massen, welche den Tätigkeit entgegengetreten werden, wobei die den Sozialismus, verwirklichen, die Die Endziffern des Boltsentscheids Kern der menschlichen Gesellschaft bilden, gibt Internationale Zentralstelle in dieser Richtung uns nicht die Möglichkeit einer vuhigen inneren nichts unterlassen wird, was sich als notwendig politische Macht ergreifen und festhalten dazu wird niemals ein noch so großes Gewicht, Die Niederlage des Hitler- Thälmann- Bundes Entwicklung und reiht alle sozialpolitischen Ein- erweisen sollte. in Zahlen. richtungen in einer Reihe mit dem gemeinsamen Diesem Berichte folgte eine umfangreiche eine noch so große Zahl sozialdemokratischer Berlin, 4. September. Am heutigen Vormit- Ziel, die menschliche Not zu lindern, das Ge- Wechselrede, an der sich u. a. beteilig- Stimmen ausreichen, wenn sie nicht herrühren sozialdemokratischer Er= tag wurde das endgültige Ergebnis des Boffs. wiffen der Oeffentlichkeit aufzurütteln und das ten: Der Direktor der tschechoslowakischen Zen- aus Interesse wachzurufen für die große Wichtigkeit trale der Krankenversicherungsanstalten, Stulit fenntnis und aus dauerndem soziali entscheides andtagsauflösung" bom der Vertreter des Reichsverbandes deutscher stischem Wollen! Die Köpfe und die 9. Auguft d. J. festgestellt. Wie der anttliche der sozialpolitischen Einrichtungen. Preußische Pressedienst mitteilt, haben sich dar- Gestern wurde der zweite Sizungstag mit Krankenversicherungsanstalten, Genosse Abge- Herzen müssen sozialistisch denken und nach an der Abstimmung beteiligt 10,425.635, einem Berichte des Vorsitzenden Helmuth Leh ordneter Hadenberg, der Vorsitzende des schlagen, wenn wir imstande sein sollen, die gleich 39.2 vom Hundert; davon sind gültige mann, über die Tätigkeit der Zentralſtelle im Verbandes der österreichischen Krankenkassen und größte Revolution aller Zeiten durchzuführen Stimmten 10,182.185, gleich 38.3 vom Hundert, vergangenen Jahre und einer Uebersicht über der Gewerkschaftszentrale Gen. Janetsche und neben ihren Barrikaden das Neue aufAlle Redner zuführen. ungültige Stimmen 243.450, gleich 0.9 vom die Gesetzgebung in den einzelnen Staaten auf und Gen. Senator Johanis. Alle Redner Hundert. dem Gebiete der Sozialversicherung und über machten auf die Konjunktureinflüsse, welche die Und darum eben ist's nicht unbescheiden Von den gültigen Stimmen waren Jaden Einfluß der Wirtschaftskrise auf diese Ein- Wirtschaftskrise in der Krankenversicherung in Stimmen 9,793.030, gleich 36.8 vom Sundert, richtung eingeleitet. Erscheinung treten ließ und auf die besonderen und überheblich, wenn wir Sozialdemokraten Nein- Stimmen 389.125, gleich 1.5 vom Hundert. Am Beginne seiner Rede widmete der Be- Verhältnisse in der Tschechoslowakischen Republik jeder Wahlentscheidung für uns stärkere BeDen größten Prozentjaß an Ja- Stimmen stellte richterstatter dem verstorbenen seinerzeitigen aufmerksam, wo die Krankenversicherungsanstalten deutung beimessen als für irgendwelche gröder Stimmkreis Merseburg mit 54.1 dicht dahin Vorsitzenden, Präsidenten Matthias Eldersch, schon sechs Jahre trotz allen Sparmaßnahmen, Bere oder kleinere bürgerliche Partei. Üns ter folgt Pommern mit 53, Oft- Hannover mit ehrende Worte des Gedenkens, der einer der die ständig getroffen werden, größere Ausgaben geht es nicht nur und nicht einmal so sehr um 49, dann folgen Frankfurt a. d. O. mit 47.7, hervorragendsten sozialpolitischen Arbeiter schon als Einnahmen ausweisen. Vor allem wurde die Größe von Fraktionen, ja nicht einmal so Ostpreußen mit 47.1, Schleswig- Holstein mit im gewesenen Desterreich und auch im heutigen die Notwendigkeit der Abwehr gegen die sehr um die größere oder kleinere Möglichkeit, 47, Ziegnių mit 43.7, Magdeburg mit 42.1 und Desterreich war. Den ausführlichen, im Druck Bestrebungen, die gegenwärtige Not der Kran- Tagesforderungen der Arbeiter durchzusetzen. Erfurt mit 41.4, der ortsanwesenden Stimm- veröffentlichten Bericht ergänzte er mit dem Hin- kenversicherungen dazu ausnüßen, ihr für die uns geht es immer und überall, wo die ganze weis darauf, daß die internationale Zentralstelle, zu gewährende Hilfe einen Abbau der Selbstver- Bevölkerung zu einer Wahl aufgerufen ist, berechtigten. welche auf demokratischen Grundsäßen aufgebaut waltung abzuringen, hervorgerufen. bu, ift, ihre Anziehungskraft und Nüßlichkeit er- Die nachmittägigen Verhandlungen wurden um die Gelegenheit, die Menschen, die uns wiesen hat, wofür die Tatsache spricht, daß sich im Plenum durch den Bericht des Dr. Tyse politisch und ideologisch noch fernstehen, obwohl gerade für die Prager Tagung als Mitglieder baert( Belgien) über die Bäderfürsorge in sie nach ihrer Wirtschafts- und sozialen Lage drei weitere Verbände, von denen der eine die der Krankenversicherung und Dr. Kori chinet zu uns gehören, mit dem Umsturzgeiste der landwirtschaftliche Krankenversicherung und der( Desterreich) über die Krankenversicherung der Sozialdemokratie, des Sozialismus zu erfüllen, andere die Betriebskrankenkassen umfaßt, und öffentlichen Angestellten eingeleitet. Streitwelle in Spanien. Madrid, 4. September. Die fast auf der ganzen Pyrenäenhalbinsel herrschende Nervosi tät gab sich gestern fast an allen Enden und Ecken in verschiedenen Zwischenfällen indas dritte Lagereinzudringen, fund. In Cordoba und Vigo wurde für den immer tiefer einzudringen, das sich zwischen Generalstreik start agitiert. Die Zivilgouver etwa drei Stunden verkauft, durchwegs bei be- Bourgeoisie und der klassenbewußten Arbeiterden zwei großen Lagern der klassenbewußten neure haben die nötigen Vorsichtsmaßregeln deutend herabgesetzten Kursen. Auf diese Baisse getroffen. In den agrarischen Provinzen planen die landwirtschaftlichen Arbeiter, in den Streif Paris, 4. September. Das„ Echo de Paris" hatte das allgemeine Nachgeben der Papiere an schaft auftut. Dieses dritte Lager das sind nicht nur zu treten. In zahlreichen fleineren Städten tam teilt mit, daß es heute an der New Yorker Börse der Berliner Börse, weiters Einstellung der es zu einer Reihe fleinerer Konflikte zwischen beim Massenabverkauf von Wertpapieren zu einer Auszahlung zahlreicher Dividenden und der man- die sogenannten Indifferenten", also jene, Arbeitern und Arbeitgebern und unbedeutenderen großen Panit gekommen sei. Fast zwei Mil- gelnde Glauben an die Zunahme der Nachfrage die dem politischen Geschehen, der gesellschaftlichen Entwicklung gleichgiltig gegenüberZusammenstößen. fionen Aftien wurden ni der kurzen Zeit von in Amerika Einfluß. Banif an der New Yorker Börse. Seite 2 stehen; zu jenem dritten Lager gehören auch Samstag, 5. September 1931. Nr. 207 diejenigen, bie zwifchen den 2agen, Das große Industriesterben im Böhmerwald. Warum die Zollunion ja Betriebseinstellungen in der Glas- und Papierindustrie, in den Sägewerken, im Bergbau. Wir haben bereits einen Teil der Tragödie wurde das Hochlandgebiet von Außer Entschließung abgedruckt, welche in der gefild heimgesucht. Durch die Stillegung der am Sonntag, den 30. August stattgefun Papierfabrik Franzensthal am 31. März 1930 denen südwestböhmischen Notstandskonfe- wurden 209 Arbeiter mit 620 Angehörigen renz in Pilsen beschlossen wurde. Wir brotlos. brirgen nachstehend noch einige Angaben Desgleichen steht auch der Großteil der über Schließung von Industriebetrieben Sägeindustrie des Winterberger Gebietes im bortigen Gebiet, die wir dem Referat vor ihrer Einstellung. des Abg. Genossen Jatsch entnehmen: zwischen den einzelnen Gruppen des Bürgerlagers, hin und her pendeln, die vielleicht sogar auch außerhalb der Wahlentscheidungen durch Wort und Tat Einfluß nehmen auf die wirtschaftliche, politische und fulturelle Gestaltung, die es aber nicht tun kraft eigener Ueberzeugung, kraft einer festen Erkenntnis und einer unerschütterlichen Ueberzeugung, sondern die gedankenlos die Gedanken der andern nachdenken, die Gefühle der andern zu den eigenent machen, die sich von jedem Windhauch treiben Tassen, die ihren Mantel nach dem Winde hängen, die von kleinen und kleinsten, meist nur Zur allgemeinen Ungunft der Lebensverhältvermeintlichen persönlichen Interessen be- nisse in den südwestböhmischen Grenzgebieten hat stimmt sind. die Krise ein Industriesterben furchtbarsten Umfanges hinzugesellt. Unsere bodenständige Glasindustrie ist in der Nachkriegszeit und besonders in den letzten Krisenjahren geradezu dezimiert worden. Jahre 1929 noch 560 Arbeiter, derzeit nur 260. scheitern mußte. Der Verzicht Desterreichs und des Deutschen einen der größten Erfolge der französischen, eine Reiches auf Abschluß einer Zollunion bedeutet der schwersten Niederlagen der deutschen Politik Tatsache hinwegtäuschen zu wollen, es hat keinen feit 1919. Es hat feinen Zweck, sich über diese Sinn, sie zu beschönigen. Wir haben das Projekt einer deutsch- österreichischen Zollunion von dem Augenblick an, da es der Welt verkündet wurde, In Neuern beschäftigte die Gabelfabrik tontinentalen Zollschranken, zugleich auch als als einen Schritt zur Ueberwindung der interBernt früher 180, jetzt nur mehr 120 Arbeiter, einen Schritt zur Wiedervereinigung Deutschlands die aber noch wochenlang aussehen müssen. In und Desterreichs, zur Verwirklichung des Selbstden Optischen Werken& of ſt ein arbeiteten im bestimmungsrechtes der Bölker begrüßt. Wir Um all die geht das Ringen Tag für Tag, geht es besonders zu Wahlzeiten, in denen nur In den Adlerbetrieben in Eisenstein betrug haben, soweit unsere politischen Kräfte reichten, in die Allerblödesten unter den Gleichgiftigen nach dem Kriege der Stand der Beschäftigten diesem Staate für den Gedanken eines An300 bis 400 und hat sich inzwischen auf 110 schlusses der Tschechoslowakei an die geplante oder Unklaren abseits stehen, in denen das mitteleuropäische Zolleinheit geworben. Unsere reduziert. Bewußtsein eines doch nicht alltäglichen Das Sterben in der Glasindustrie hat nach Im Notstandsgebiet des Bezirkes Bischof: deutsch- österreichische Zollunion, würde durch eine Wirtschaft, aufs höchste gefährdet durch eine Schritts, wie ihn ein Gang zur Urne darstellt, dem Kriege begonnen mit der Stillegung der teinis standen den arbeitenden Menschen zwei mitteleuropäische Union mit Einschluß der Tschedoch eine gewisse Anteilnahme an dem Für Fabrik Josefstal im Bezirk Oberplan, wo industrielle Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung: choslowakei auf eine gesunde Grundlage geſtellt. Burch 67 Fach- und 73 Hilfsarbeiter brotlos der Spatbergbau von Mehling und die Wir sind noch heute und unabhängig von dem und Wider zwischen den Parteien wedt. wurden. Der Glasbetrieb Fichtenbach wurde Glashütte Karlsbach. Beide hat die Krise Dieses zu Wahlzeiten erhöhte oder doch gleichfalls aufgelaffen und nach Kriegern verlegt. vernichtet. Der Spatbergbau, der bisher an 200 urteil, zu dem der Haager Gerichtshof gelangen geweckte Bewußtsein des proletarischen Men- Fm vorigen Jahr ist der Konzentrationspolitit Menschen eine Existenz sicherte, steht fast gänzlich und das ja ein rein formaljuridisches Gutachten schen von der Bedeutung selbst seiner winzigen der Firma Stölzle der Glasbetrieb Sofien still; die Arbeiter sind bis auf wenige Ausnahmen Desterreich das Recht haben, die künstlichen und sein wird, der Ansicht, daß Deutschland und Stimme das ist psychologisch der Punkt, wald bei Erdweis zum Opfer gefallen. 115 entlassen. Im Bischofteiniger Bezirk kommen an dem wir einsetzen müssen. Und hier ist Arbeiter wurden brotlos. Die Belegschaft der dazu etwa 1000 Frauen, welche durch die durch Gewalt, unter Wortbruch und wider Gedie Aufgabe, die jedem unter uns Formenfabrik in 3uggers wurde von 135 Spitzenklöppelei einige Kronen verdien- wissen der Sieger gezogenen Grenzen zu beseitigen, die das lebensunfähige Deutschösterreich gestellt ist, auch wenn er feine Flugschrift auf 90 Arbeiter reduziert. In Suchental ten. Auch diese ist im Aussterben. schreiben, keine Wahlrede halten kann, auch brotlos gemacht. Erst vor wenigen Tagen lafen fabrik die Holzindustrie Arbeitsmöglichkeit. wurde ein Sifonofen gelöscht und 80 Glasarbeiter Jm Tachauer Bezirk bot neben der Tabat. vom deutschen Mutterland trennen. wenn er Marx und Engels nicht gelesen hat. wir die Unglücksbotschaft, daß in der weltberühm- In dieser ist durch die Entwicklung der letzten Sein sozialistisches Herz laut schlagen, seine ten Glasfabrik Adolf bei Winterberg die Jahre die Zahl der Beschäftigten von 1200 auf Ueberzeugung von der Notwendigkeit des Angestellten per 1. September gekündigt wurden, 700 zurüdgegangen, während an Stelle von 1500 Sozialismus laut werden lassen, das kann und es ist nur eine Frage von wenigen Tagen, Heimarbeitern in früheren Jahren heute nur jeder. Da darf es keine Lässigkeit geben, ob auch die 250 Arbeiter des Betriebes ihren mehr 500 Verdienstmöglichkeit haben. fein bequemes Sich zurückziehen mit dem Hin- Arbeitsplay gänzlich verlieren werden. Die Glas- Im industriearmen Marienbader Be- Belgiens keine ernstlichen Schwierigkeiten entweis, daß der oder jener ja doch nicht soziali- fabrik Klostermühle bei Unterreichenſtein zirk ist infolge der Fremdenverkehrskrise dieses gegensetzen würde; wir haben keinen Augenblick stisch wählen werde, auch wenn man ihm noch steht seit Feber 1930. Der Betrieb in Karls Jahres der Kurbetrieb, die einzige Erwerbsquelle lang daran gezweifelt, daß die Herren Briand, so eindringlich die eigenen Gedanken mitteilt. ba chhütte bei Sostau wurde im Feber 1930 hunderter Menschen, fatastrophal zurückgegangen Beneš, Scialoja sich morgen der Argumenté Sei's drum! Mag jener oder dieser trotz hun- tillgelegt und 44 Arbeiter entlassen. Desgleichen und wurden die Saisonarbeiter schon wieder nach der deutschen Diplomatie bedienen und das, was steht auch der Betrieb Annathal seit November derter kluger Worte, trop hundertmal geäußer- 1930. In den letzten Tagen wurde in Altpocher einigen Wochen auf die Straße gesetzt. Tiefgehend ist auch die Auswirkung der stellen würden, wenn sie eines der eben genann ter chrlicher und warmer Gefühle hingehen im Bezirk Tachau die fleine Glasschleiferei der und nicht sozialdemokratisch wählen. Sei's Firma Naschauer& Pollak geschlossen. drum! Wie in der Welt der Materie, so geht Ueberall Stillegungen und Einschränkungen. auch in der Welt der Gedanken und Gefühle Das Versiegen der Existenzquellen erstrect nichts, gar nichts verloren. Und wenn nur ein sich aber auf fast alle Zweige der Wirtschaft. Hundertstel Deines Wollens, Deiner Ueber- In Schwarzbach- Stuben ruhen seit zeugung, Deiner Argumente, Deiner Kraft April die Graphitgruben. In Kalsching ist dem anderen sich mitteilt, so hast Du für den vor ganz kurzer Zeit das Sägewerk, auf welchem Sozialismus Gewaltiges getan, in vielen 30 Mann arbeiteten, eingestellt worden. In Fällen wahrscheinlich mehr, als wenn man usset fanden früher auf dem dortigen Holzeine Stimme ohne Inhalt erobert. eine 136 Arbeiter Verdienst, gegenwärtig arbeiten imprägnierwerke und der dazu gehörigen Säge Stimme, die dann ein andermal vielleicht bort nur mehr 30. Mann. Von einer wahren wieder anderwärts gerichtet sein wird. Die Krise in Mähren- Schlesien. Brünn, 4. September. Der mährisch- schlesische Bandesausschuß beschäftigte sich in seiner gestrigen Sizung mit den Maßnahmen des Landes zur Linderung der Arbeitslosigkeit und der schwierigen finanziellen Situation der Landesverwaltung. Bis Aber die Politik ist leider teine Rechtsfrage, sie ist noch immer, ja seit 1919 mehr als vor 1914 eine Machtfrage. Wir alle, Sieger und Besiegte, find überzeugt davon, daß man einer Zollunion Italiens und Defter reichs, Polens und Rumäniens, Frankreichs und sie selbst heute jagen, als Vertragsverlegung hin Krisenentwicklung in den Reihen der Berg- ten Projekte verwirklichen wollten. Das wissen Leute des Gebietes. Der Mieser Erzberg- die Berliner und die Wiener Diplomatic auch. bau ist der Krise dauernd zum Opfer gefallen. Und gerade, weil sie den Wortbruch Wilsons. Die Situation im ganzen Bergbau des Piliner die Gewaltmethoden des Siegerimperialismus Reviers ist wenig erfreulich. Waren im Jahre erlebt haben, mußten sie auch wissen, daß ihr 1920 noch 42 Kohlengruben in Betrieb mit einer Belegschaft von über 8000 Mann, so arbeitete man Ende des Jahres 1930 nur mehr in 19 Gruben mit 4500 Mann, das sind nur mehr 56 Prozent der früheren Belegschaft. In den Sfodalverken in Pilsen ist die Zahl der deutschen Arbeiter seit dem Umstur; katastrophal gesunken. Projekt einer Zollunion nicht nach den Grundjäten des Retchs, sondern nach Gesichtspunkten der Macht beurteilt werden würde. Sie mußtent mit einem Stampf rechnen und sich fragen, ob ihre Kräfte für diesen Kampf ausreichten. Daß sie sich in den Kampf einliegen, obwohl sie ihre Länder in bedrängter Finanzlage wußten, obwohl fie faum hoffen konnten, den Sommer ohne finanzielle Hilfe des Auslandes überstehen C fönnen, beweist ihren eichtsinn, ihre 11 n fähigkeit. Redet, überzeugt, flärt auf! Gebt es nie legenheit ein Memorandum vorzulegen. Die auf! Auch wenn Euer Werbeerfolg nicht Wirtschaft des Landes Mähren Schle= Deutschland und Oesterreich gingen, als sie immer im Zuwachs von Stimmen, im Wachssien endete im Jahre 1929 mit einem Defizit das Unionsprojekt veröffentlichten, einer Budtum der Partei am Orte, im Betrieb, im bon 27 Millionen, das im Jahre 1930 auf getfrise entgegen; wenn die Staatsmänner Sause sichtbar wird werbet dennoch! Kein 37 Millionen anstieg. Gleichzeitig stieg die schon nicht begriffen, daß auch die auf fur; Werben, das so ehrlichen Herzens, so im fundierte Schuld des Landes und ist bereits fristigen Krediten aufgebaute Notwirtschaft ihrer Interesse des andern erfolgt, kann dauernd größer als die Böhmens. Außerdem hat das Land Länder zusammenbrechen würde, sobald es bem ohne Erfolg bleiben! Nüßet diese so mußhöhten politischen Interesses, macht tatsächlich arbeiten 63 Millionen, in Arbeiten des Landes 157 Millionen, dabei hat das Land Mähren ten fie doch in ihre Staatsfinanzen soweit Ein am Sozialismus Interessierte zu wirklichen 17 Millionen investiert. Die Mehrzahl der durch Schlesien nur eine Zuschlagsbasis von 80 Mil blid haben, um die Aussichtslosigkeit einer AusTeilnehmern unseres Kampfes. Jede geführten Investitionsarbeiten wird erst mit lionen gegenüber 240 Millionen in Böhmen. Die einandersetzung mit Frankreich einzusehen. In Ende des Jahres verbucht und bezahlt werden Schulden der Gemeinden, Bezirke dem Augenblick, da die österreichischen Banken fönnen. Ein höchst unerfreuliches Bild bietet nach und des Landes erreichten gegen Ende des zusammenbrachen und Desterreich zum soundsowie vor die finanzielle Situation der Bezirke und Jahres die Höhe von 2 Milliarden 732 Millionen, vielten Male seit dem Kriege die Finanzhilfe des Gemeinden. Der Landesausschuß beschloß dem deren Verzinsung und Amortisation allein einen Völkerbundes in Anspruch nahm, der selbst wieInnen- und Finanzministerium in dieser Ange- Betrag von 164 Millionen Kronen erfordert. der auf die französischen Banken angewiesen iſt Stimme, die wir dabei gewinnen, soll uns allen hochwillkommen sein aber zehn fach wiegt jeder, den wir dabei zum Sozialisten machen! ( Nachdruck verboten.) Von Hans- Herbert Varien. Copyright Greiner& Co., Berlin NW. 6. 60 D 11 " " " von den Geheimnissen Afrikas kannte, als jemals| rika. Die Indianer dort sind Meister in dieser gibt sich aus dem unhöflichen Betragen Ihnen einem Europäer beschieden worden ist. Er auch Kunst. Dort lernte es auch der Vater unseres gegenüber in der Gesellschaft. Der Commander war es, der diese seltsamen schwarzen Schlangen Niggers, der in allen Erdteilen unserer kleinen wußte, daß er erledigt war. Lundberg und Torre Pfeile aus dem Jenseits. entdeckte, die dies furchtbare Gift der langen Erde herumgekommen war, um schließlich, als mußten fehen, wie sie mit ihrem Schifal fertig Todesstarre in ihren Zähnen trugen König der Da- ri- hags in Afrika zu enden wurden. Wollte man Sie nicht in das Spiel hinClay sah starr vor sich hin. Sein Gesicht Wird Ihnen jetzt die Sache klarer? Ich einziehen, so war das ihre Sache. Sicher war zudte erregt. Die Lippen lagen fest über den wußte gleich, daß es sich nur um den Pfeil eines dies der Gedankengang des Commanders.. Blasrohrs handeln könne, als ich las, wie flein Nun, gut!", rief Clay aufgebracht. ,, Wenn Ich vermute, daß da irgendwelche radio- blassen Zähnen. Schließlich sagte er... Ich sah immer nur zwei Augen. Aber ich der Pfeil gewesen war. Mehr Völkerkunde, Chef! alle ihren Wund halten, kann ich nicht wissen, aftive Strahlen sich auswirkten, die irgendwo der Feind sitzt. wie eine besondere Reizung des Schnervs jah überall zivei Augen... Ihre Theorie ist Mehr Völkerkunde, Chef! Aber ich sah auch keinen Nigger mit einem ,, Oh doch! Sie mußten sich logisch sagen, daß hervorriefen. Wenn Sie zum Beispiel in möglich... Eine Reizung des Sehnervs tönnie die Sonne sehen, jo haben Sie auch noch solche Auswirkungen haben. Aber... ich sah Blasrohr", knurrte Clay ärgerlich. Im Innern Lundberg und Torre den Feind, der sie vernichdiese Steine nie!" gab er Davis recht. Aber zum Teufel, änderte ten zu wollen schien, mit allen Mitteln zu be lange den roten Ball vor ihren Augen tanzen. ,, Nein, diese Steine befanden sich zwischen das etwas an der ganzen Sache. Es war doch kämpfen versuchen würde So ähnlich ist es gewiß mit diesen Steinen. Der dem" Bast des Kästchens, in dem die Schlange höchst gleichgültig, ob der Pfeil nun aus einem Ja, da war ja die Narrheit!", rief Clay Sehnerv ist überanstrengt und täuscht einen immer noch dies seltsame Funkeln vor. Ganz war. Daher hatten Sie auch schon bei dem Be- Blasrohr oder von einer Sehne geschnellt wor- und sprang erregt aus seinem Sessel, in den er den war sich gerade hatte fallen lassen. diese Men besonders, wenn Sie ins Dunkle schauen. Sie trachten des Kästchens das Gefühl von Augen. Teufelsaugen... beobachtet zu werden.. ,, Sie sahen den Nigger und Sie sahen auch schen bekämpften nicht diesen Feind. Sie bewerden sicher diese funkelnden Augen nur dann Das ist wahr!", sagte Clay und stand er das Blasrohr. Sie hatten es sogar dicht vor kämpften mich mich mich durch gesehen haben, wenn Sie irgendwie Ihre Augen durch Gas... durch Autounfälle auf einen Gegenstand richteten. Zum Beispiel regt auf. Die Mystik begann sich von dem felt- Ihrer Nase.", sagte Davis und lächelte wie- Kugeln. gegen einen dunklen Schrank, gegen den Fuß- samen Fall zu lösen. Fast war Clay ein wenig der, als er jah, wie die Ader an der Stirn des Polizeichefs anschwoll. boden. Jm Baumschatten. Terrible schoß enttäuscht. nach Augen, die ihm aus dem dunklen Garten ,, Aber woher famen die Pfeile...?", rief heraus anzustarren schienen. Sie sehen, Clay, wie Clay, als flammere er sich hier an das Selteinfach das alles ist. Da ist keine Spur von My- same, Abstrakte ſtit.. Dieser Nigger, der in allem, was er ,, Nicht aus dem Jenseits! Nun Sie haben tat, geradezu genial ist, hat vielleicht die Wirkung auch hier sich eine falsche Vorstellung gemacht. dieser Steine noch auf chemischem Wege erhöht. Diese Pfeile wurden nicht von einer Sehne geJa! Er bezeichnete aber...!" Wie, weiß ich nicht? Der Kerl ist wie sein Va- schnellt. Nein, sie wurden... geblasen... ter ein großer Erfinder. Vielleicht aber gab es ,, Geblasen!", schrie Clay förmlich auf und ,, Papperlapapp! Er bezeichnete nie Lundauch bei den Da- ri- hags eine Fundgrube, dieser starrrte auf Davis. berg als seinen Mörder. Er dittierte nur: fragen feltsamen, bisher noch sehr unbekannten Steine, Ja, mit einem Blasrohr. Das hätte Ihnen Sie 2... Er wollte zweifellos weiter diftieaußer Nachtigall scheint sie feiner in Afrifa ent- gleich auffallen müssen, denn die Pfeile waren ren... undberg. Er wußte, daß auch Lundberg deckt zu haben. Aber war besagt das. Afrika birgt io klein, daß sie niemals von einer Sehne abge- und Torre den Feind, der sie gemeinsam be- men. Was soll dieser Blödsinn!?" noch heute viele ungelöste Rätsel. Noch immer schnellt werden konnten. Selbst der Commander droht hatte, erkannt hatten. Er wollte es jedoch ,, Kein Blödsinn, edler Chef! Wer sagt, daß ist Ophir nicht entdeckt. Noch immer erhält sich scheint nicht darauf gekommen zu sein, daß selbst Lundberg und Torre anheimstellen, zu reden. Da Ihnen die Kugeln galten? Daß Sie gerade durch die Sage von einem weißen Amazonenstamm in die Pfeile, die in Afrita seine Kameraden traf, war das Geheimnis, daß sie Brüder waren und Gas ins Jenseits befördert werden sollten? Dag Afrika, ohne daß man bisher ihr seltsames Reich mit dem Blasrohr versandt wurden. Er kam da war noch manches andere unangenehme für man wollte, daß Sie sich bei dem Autounfall das fand. Noch immer gibt es Riesengebiete, die nie deswegen nicht darauf, weil diese Stunst in Afrika Lundberg und Torre. Wahrscheinlich waren sie Genic brechen sollten?" eines Menschen Fuß betrat und wo die seltsamsten fast unbekannt ist. Jedenfalls in der Gegend, von vornherein dagegen gewesen, daß Sie hinzu- Nun schlägts dreizehn!", schrie Clay und Geheimnisse schlummern. Eins jedenfalls ist wo sich das Trama der Da- ri- hags abspielte. gezogen würden. Sie fürchteten, daß ihre anderen wußte nicht, ob er lachen oder vor Aerger toben aweifelsfrei, daß der Vater dieses Niggers mehr Das Blasrohr ist besonders beliebt in Südame- Geheimnisse aufgedeckt werden würden. Das er- follte. 11 Nun, Sie sahen es nicht! Gut! Sie waren furzsichtig! Aber trotz alledem war es leicht, den Täter herauszubekommen. Sie haben mir selbst gesagt, daß Sie davon überzeugt waren, daß Der Commander, als ihn der Pfeil getroffen hatte, wußte, wer der Täter war!" Nie gaben sich Menschen mehr Mühe, mich auf fürzestem Wege ins Jenseits zu befördern, wie diese Menschen..." Clay schlug mit der Faust auf die Platte des Rauchtischchens, daß Bigarren und Zigaretten tanzten und die Asche in einer Wolke aufflog. Davis lächelte. Er lächelte so suffisant, daß Clay ihn dafür hätte schütteln mögen. Davis sagte: Das ist es eben, lieber Chef! Etwas weniger Eingenommenheit! Etwas weniger Eingenommenheit! Es gibt keinen größeren Fehler!" Hölle und Pest, ich bin nicht eingenom11 11 ( Fortsetzung folgt.) Rr. 207 SamStag, 8. September 1931. Seite 3 und von der französischen Politik dirigiert wird, war die Zollunion erledigt. Wer auch für Deutschland, das seinerseits eine französische Bedingung nicht einfach annehmen wollte, bedeutet der österreichische Verzicht den willkommenen Ausweg. Hier war es einmal so, daß der k l e i n e Bruder vorangehen mußte, weil ihm die Blamage nicht in dem Maße schadet wie dem großen. Hätte Deutschland, statt den Präliminarvertrag mit Oesterreich als große Ueberraschung in die Welt zu posaunen, ein allgemeines Angebot erlassen und wäre dann Oesterreich auf dieses eingegangen, so hätten die Gegner kein so leichtes Spiel gehabt. Noch klüger wäre es gewesen, statt mit Wien mit Paris zu verhandeln und eine deutsch-französische Zollunion zur Basis weiterer Schritte zu machen. Daß man diese Politik nicht einschlug, liegt zum Teil an den Kräften, die in Deutschland und Oesterreich die Außenpolitik bestimmen— da wie dort reden die bornierten Agrarier zu viel drein—, zum Teil liegt es an der Unfähigkeit der f üh- rcnden Diplomaten der beiden deutschen Staaten, vor allem aber an der Unfähigkeit Schobers. Johann Schober erschien der europäischen Politik lange Zeit nur als der Sieger vom 15. Juli, als dex„Hort der Ordnung" und, als in Oesterreich alles drunter und drüber ging, sah man in ihm eine Garantie des Friedens.' So sehr schon während seiner Kanzlerschaft seine Unzulänglichkeit auffiel, glaubte man ihm doch auf sein biederes Gesicht hin und es gelang ihm, Bri- and und Henderson mit seiner Ehrlichkeit und „Pflichterfüllung" genau so hineinzulcgen, wie er sämtliche Parteien, Politiker und Privatleute hineingelegt hat, die seinem blauen Auge und der Geste des Biedermannes vertraut hatten. In Oesterreich, wo Schober dank einer gesinnungslosen Presse bis heute den grundehrlichen und bedeutenden Mann spielen kann, freute man sich des Erfolges, den man mit dem Repräsentanten auch im Ausland hatte und man hielt es für eine besondere Akquisition, daß Schober in den Kabinetten Ender und Buresch Außenminister blieb. Tatsächlich aber war er in Genf längst zur komischen Figur geworden. Die einfach läppische Art, in der er oie Zollunion entrierte, machte ihn vollends unmöglich. Am Tage vor der Publikation des Planes hatte er dem französischen Gesandten erklärt, daß ein solcher Plan nicht vorliege. Zu gleicher Zeit gab er dem französischen Journalisten Sauerwein ein Interview, in dem er die Unionspläne dementierte, und der'„Bosiischen Ztg." eines, in dem er die Union folterte; auf eine Anfrage aus Paris dementiert^ er die Berliner Nachricht, was in der Wilhelmstraße peinliche Ueberraschung hervorrief. Schließlich mußte das deutsche Ministerium unter Berufung auf die österreichische Gesandtschaft ein Interview dementieren, das der österreichische Minister einem französischen Journalisten gegeben hatte. Nicht genug damit, bestand Schober in seiner kindischen Eitelkeit darauf, in Genf englisch zu reden. Er las'eine englische Erklärung mit schauderhaftem Akzent herunter, blieb dann, als Henderson das Gespräch englisch weiterführte, einfach stecken und erklärte mit einem„All rigth" sein Einverständnis mit der Anregung Hendersons, ohne zu kapieren, daß er damit bereits seine Zustimmung zur Unterbrechung der Vorarbeiten gegeben hatte. Die offiziöse Erklärung des Berliner Außenamtes läßt auch jetzt durchblicken, daß Schober nun wieder nicht nur aus Prestigegründen vorgeschickt wurde, sondern daß er für das klägliche Ende verantwortlich ist. Daß die Zollunion, da man sie! schon so ungeschickt als möglich gestaltet hatte, unter so blamablen Begleiterscheinungen zu Grabe getragen wurde, ist die persönliche Schuld der führenden Diplomaten, vor allem aber Johann Schobers, an dem gemessen seine Vorgänger, den Berchtold eingeschlossen, sämtlich als Meister der Diplomatie erscheinen. Deutschland wie Oesterreich hätten ein dringendes Interesse daran, ihre Außenminister nunmehr schleunigst abtreten zu lassen. Wahrscheinlich wird aber Herr Brüning seinen Curtius halten und das österreichische Bürgertum seinen Schober, es sei denn, daß Seipel die Gelegenheit ergreift, den Mann, den er persönlich nie gemocht und als einer der wenigen, die sich da kaum bluffen lassen, wohl auch immer richtig eingcschätzt, aber skrupellos benützt hat, nun aus Wien zu entfernen. Der Berliner Gesandtschaftsposten, auf dem die Beherrschung des oberösterreichischen Dialekts als einzige Sprachkenntnis ausrcicht, dürfte in diesem Falle Schobers vorläufig letzte Station sein. Wenn er sich beeilt, an dieses Ziel zu kommen, wird er gerade noch zurecht kommen, um der neuerlichen Aufführung der„Unüberwindlichen" von Karl Kraus in der Berliner Volksbühne beiwohnen und das Schoberlied von der Bühne hören zu können! „Zehn Jahre Sozialdemokrat". Auch das Zentralorgan der tschechischen Sozialdemokratie hat dem zehnjährigen Bestehen des„Sozialdemokrat" eine Betrachtung gewidmet. Es erzählt die Schwierigkeiten, die sich der Schaffung 'des Blattes entgegengestellt haben urü» sagt dann:„Trotzdem hat sich die deutsche sozialdemokratische Presse bei uns zu einem bedeutsamen politischen Faktor entwickelt, wenn auch ihre Bedeutung der Bedeutung der Partei noch nicht entspricht. Aber das ist eine europäische Erscheinung aller sozialdemokratischen Parteien. Der parteigenössische„Sozialdemokrat" stand seit dem Smichover Kongreß mit uns Schulter an Schulter und seine Bedeutung wächst mit dem wachsenden Einfluß seiner Partei^ welche heute die größte deutsche Partei in der Republik ist. Wir wünfchen ihm in allen seinen Unternehmungen ehrlich möglichst großen Erfolg!" Der Wahlaufruf der Kommunisten. Schonung der Bürgertums.- Mit allen Mitteln gegen die Sozialvemolratie. Er beginnt mit der Behauptung, daß die jetzige Regierung durch Hilfe der Sozialsten eine o u r g o i s e Diktatur" ist, die mit diesen Wahlen die Arbeiter„überrumpelt" und„betrügt" um sich den Weg zur Durchführung' ihrer A u sh u n g e r u ng s- und Versklavungspläne zu ebnen". UrÄ in diesem Ton gehts zunächst fünf Spalten läng weiter: den Arbeitslosen seien durch Bürgertum und Sozialfascisten die letzten Unterstützungen weggenommen worden, das Ergebnis der Regierung sei Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Elend und Hunger. Und diese Politik„wollen die Kapitalisten und ihre soziäl- fascistischen Verbündeten nach den Wahlen fortsetzen", ,ben Arbeitern und Kleingewerbetreibenden die Steuern und Gebühren erhöhen, den Reichen die Steuern noch mehr herabsetzen, die letzte» Reste der sozialen Fürsorge für die Arbeitslosen, Obdachlosen und Hungernden noch verschlechtern oder überhaupt aufhcbcn." Wer ist schuld an dem und dem? Auf zwanzig rhetorische Fragen gibt dieser Wahlaufruf immer dieselbe Antwort:„die sozialistischen Führer", die„selbst Millionäre, Kapita- l i st e n s i n d". Innerhalb zweieinhalb Seiten Text ist dann eine halbe Spalte bürgerlichen Gegnern gewidmet und sodann folgen die kommuni st ischen Tagesförderungen; ihr Gipfelpunkt ist die Forderung nach der roten Kommune. Sich mit diesem Wahlaufruf im einzelnen auseinandersetzen, hieße jemanden, der von der Ehrabschneiderei lebt und ohne sie zum Tode verurteilt ist, zu einer anständigen Gesinnung bringen zu wollen. Alle unsere tägliche Mühe und Sorge, all unseren täglichen Kampf für di« Arbeiter und für, die Arbeitslosen, unsere Lebensaufgabe, die kapitalistische Gesellschaft zum Sturze reif zu machen, so niederträchtig, mit so dreckiger, gewissenloser Manier in ihr Gegenteil verkehren zu wollen, wie es in diesem Aufruf geschieht— das ist nicht nur in der proletarischen Geschichte, sondern in der politischen Geschichte überhaupt solch ein Unikum, daß für die Schiäldemokratie die Feststellung solcher gehäuften Gemeinheit genügt. Die Art, in der der gedankenlos und schematisch die Auswirkungen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung einfach aufgezählt und für sie dann die Sozialdemokraten verantwor-tlich gemacht werden, ist nicht nur ein neuer Beweis für das kommunistische Hinabsinken von marxistisch-wissönschaftlicher Den- k u n g s w e i s e zum m a s ch^.n« n m ä ß i g e n Haßgesang gegen die"Sozi all de mb- k r a t i e, sondern ist uns auch Beweis dafür, daß die Führung der kommuni ft ischen Partei nunmehr endgültig geistig und moralisch an die Hefe übergegangen ist. Die bürgerlichen Parteien, di« von den Kommunisten—* mit Ausnahme einiger Phrasen über den Fascismus— ignoriert werden, verschwenden selbstverständlich ihrerseits kaum einen winzigen Bruchteil ihrer Wahlagitation gegen die Kommunisten. Sie müssen sie als willkommene Bundesgenossen gegen die Sozialdemokratie betrachten, als Handlanger, die die schmutzigste Arbeit für die Bour- georsie verrichten: früher einmal war es der journalistische Abschaum der bürgerlichen Parteien, waren es die zu jeder Niedertracht käuflichen Gelben, die zu Wahlzeiten dem Bürgertum das Geschäft besorgten, den Wählern die Lüge von den Millionenbesitzen sozialdemokratischer Führer aufzutischen; heute hat die Bourgeoisie das nicht mehr notwendig: di« Kommunisten besorgen es in der gründlichsten Weise. Vielleicht unterscheidet sich der T o n dieses kommunistischen Wahlaufrufs durch eine immer mehr entstellende Häßlichkeit von früheren Pamphleten und von dem täglichen Gebelfer der kommunistischen Presse; im Wesen haben sie sich nicht geändert, sind so geblieben, wie sie vor zehn Jahren waren, als sie zur Vernichtung der Sozialdemokratie auszogen. Daß sie auf gar keine Weise auch nur einen Stein ans dem sozialdemokratischen Gebäude lösen konnten und können, ist vielleicht die einzig« menschlich verständliche Erklärung für die Besinnungslosigkeit, mit der sie unser Werk besudel». Früher einmal haben sie bei jeder Wahl, bei jedem größeren Streik, nach jedem größeren politischen Ereignis die Arbeiter auf die Barrikaden gerufen und immer für den morgigen Tag die proletarisch« Endrevolution vorausgesagt. Heute sind sie in dieser Hinsicht etwas bescheidener geworden, reden kein Wort von Revolution, von Arbeiter- und Bauernregierung, von der Diktaturdes Proletariats, sondern kommen mit Tagesförderungen, di« sich, im wesentlichen von den demokratischen nur dadurch unterscheiden, daß wir Stück um Stück unseres Programms erfüllen, während das politische Gewicht der Kommunisten so sehr gleich Null ist, daß ihre Forderungen in Sand geschrieben erscheinen. Es hängt einzig und allein von der wachsenden Erkenntnis des Proletariat« ab, wie lange die Kommunisten noch ihr Spiel werden fortsetzen können. Di« Gemeindewahlen werden zeigen, wo wir in dieser Hinsicht halten. Hätte 1«der Wähler Gelegenheit, diesen Wahlaufruf zu lesen und zu durchdenken, die kommuni- st is che Tatenlosigkeit mit dem sozialdemokratischen Wirken, die Makellosigkeit unserer Partei mit diesem Sumpf zu vergleichen, dann würde kein Herrgott auS Moskau das Geschäft dieser Uebeltäter noch einmal schützen können. Es ist furchtbar, daß wir in dieser entsetzlichen Kris«, unter dem schrecklichen Druck des Kapitalismus, einen Teil unserer Kraft auch noch gegen diesen Gegner verwenden müssen. Aber unsere Kampffront gegen die Bourgeoisie muß und wird auch bei diesen Wahlen durch di« schärffte Attacke gegen die kommunistischen Feinde in unserem Rücken gestärkt werd«»! Die landbllndlerischen Wahlschlager. Arbeiten und Sparen lautet der Hauptschlager der deutschen Agrarier. Hauptsächlich das Sparen wird hervorgehoben. In einem Artikel„Selbswerwaltung und Sozialisten" vom 1. d. M. wird auf einen Artikel der seelenverwandten„Narodni Lisch" hingewiesen, wo der nationaldemökratische Bürgermeisterstellvertreter Prags Dr. Stula die Sozialisten Englands usw. für die finanzielle Misere in den Gemeinden verantwortlich macht. Ohne Rücksicht auf die finanzielle Tragkraft der Steuerträger wurden ihnen„immer wieder neue Aufgaben und Ausgaben aufgehalst". Insbesondere die Personalregie wie auch die sachlichen Verwaltungsausgaben der Gemeinden und Bezirke bei uns wurden nach der „D. L." derartig erhöht, daß sie in vielen Gemeinden mehr als die Hälfte aller Ausgaben machen." Da die neuen Aufgaben die unbedingt notwendige soziale Fürsorge betrafen, ist klar, daß die Landbündler nach altgewohnter Art an dieser herummäkeln und die gerade in den agrarischen Landgemeinden noch immer schlecht bezahlten G e- meindeange st eilten als Sündenböcke hin- stelleir möchten. Man gibt zwar etwas verschämt zu, es sei richttg, daß das Gesetz über die Begrenzung der Gemeindezuschläge Schwierigkeiten verursacht— in Wirklichkeit liege die Schuld für den schlechten Stand der Gemeindefinanzen dar in i „daß der Selbswerwaltung zu viel aufgebürdet wurde." Immer wieder also: Abbauen und sparen! Die„Deutsche Landpost" flötet zum Schluß: „Nach Ersparnissen in der össentlichen Verwaltung sucht heute Ungarn, England und auch Deutschland, und auch in der Tschechoflowokei gibt es sowohl für den Staat wie auch die Selbst- verwalwngskörper keinen anderen Weg, wobei man nicht vergessen darf, daß die Gesundung des Wirtschaftslebens der Selbswerwaltung der erste Schritt zur Gesundung des gesamten Wirtschaftslebens überhaupt ist." Speziell Deutschland und Ungarn sparen bekanntlich bei den Ausgaben für die soziale Fürsorge und den Gehältern der öffent- uchen Angestellten. Dort wollen offenbar auch die LandbünÄer hierzulande mit dem Sparen anfangen! Das entspricht übrigens ganz und gar chrer antisozialen Einstellung. Schon im Jahre 1922 haben Kreisparteitage und andere landbündlerische Kundgebungen ausdrücklich gefordert, daß kein Heller Gemeindegeld zugunsten der Arbeitslosen verwendet werde und die gesamte Arbeitslosenfürsorge als schädlich abzmchaffen sei. Dafür schwärmt man insgeheim Wohl noch heute und sieht in der staatlichen Zwangsarbeit das einzige wirksame Hilfsmittel gegen die angebliche AÄeitsscheu der Ar- beitslosen. Wie aus dem Leitartikel der„Deutschen Landpost" vom 2. September hervorgeht, pfeifen die Landbündler auf die Prinzipielle Forderung „Freiheit der Selbstverwaltung", das sie ebenso als Schlagwort bezeichnen wie die Tatsache, daß die heurigen Gemeindewahlen eminent politische Wahlen sind. Sparsamkeit in Sach- und Pevsonalausgaben, das müßte die Losung jeder Gemeindevertretung sein und„mit der Verwirklichung großer Pläne werden die Sozialdemokraten eben warten müssen, bis es uns wieder ein wenig besser geht." Als ob die Landbündler in guten Zeiten mehr Einsicht für soziale NotwendiAeiten besessen hätten?! Die„D. L." plaidiert für einheitliche Li st en, damit die Gemeindewahlen möglichst— aus Ersparungsgründen— entfallen. Das Landvolk werde sich, meint die„D. L." dagegen wehren rnüssen,„daß die Gemeindestube zu einem Tummelplatz politischer Agitatton gemacht werde". Den Land- bündlern scheinen die Grausbirnen aufzusteigen, ansonsten ließe sich ihre Nervosität und die Sucht, die Gemeindewahlen als unpolitisch hinzustellen, schwer erklären. Sie können als„Retter" der Landwirtschaft ihren Leuten wenig bieten, die Stinnnung ist deshalb flau und am schönsten wäre es für die Lanobündler, wenn überhaupt nicht gewählt würde. Mer ob sie wollen oder nicht, sie müssen Farbe bekennen. Sie tuns schon jetzt und da erkennt man sie wieder als die alten Reak- ftionäre und Volksfeinde von ehedem. Der Völkerbund schützt die Minderheiten. Wer würde es wagen, an der Notwendigkc.. der Heiligkeit aller segensreichen Friedensvcr- träge zu zweifeln, die doch in Europa bekanntlich das Paradies des Wohlstandes, des Glücks und der Zufriedenheit eingeführt haben. Nichts kann doch an den so weise gesetzten Ererben prinzipiell ausgestellt werden, all« Böller sind froh vereint und es gibt bekanntlich nur noch Glück, Eintracht und Frieden zwischen den Menschen, die durch die segensreichen Folgen eines netten Stahlbades geeint sind. Minderheiten- Probleme; lächerlich! Im vergangenen Jahr hat das Generalsekretariat des Völkerbundes diese regsame Organisation internationalen Eintrachtgefühls und Rechtsempfindens gerade 18—• achtzehn— Stück so erledigt, daß kein« vor den Völkerbund selbst kommen mußt«. Man hat im ganzen 204 Schriftstücke als« ch t e Beschwerden" angenommen, davon aber nach gerechter Ueberprüfung der Völkerbund- und Minderheitssatzungen und Verträge 133 als unzulässig zurückgewiesen. Von den restlichen 73— dreiundsiebzig— sind bis heute ganze 18— achtzehn— erledigt worden. Natürlich zur vollkommenen Befriedigung aller Beteiligten und im freundschaftlichen Einverständnis aller beteiligten und verbündeten Nationen. Man soll nicht indiskret sein, besonders wo es um die Würde unseres teuersten, aber auch vornehmsten Organismus geht, aber wir können nicht umhin, zu verraten, daß aus der Ukraine allein 2000— zweitausend— Beschwerden beim Generalsekretariat des Böllerbundes eingelangt sind, die sich größtenteils gegen die menschenfreundlichen„Bc- friedigungsaktionen" Pilsudskis richten. Aber davon weiß man in Genf nichts: dort ist«s ruhig. Die Hauptsache ist eine strenge, aber gerechte Wahrung der bestehenden Verträge, deren Heiligkeit zur Dogmatil aller wahren Friedensfreunde erhoben wird; daß unterdessen die Verbündeten Frankreichs Menschen hin- schlachten, totprügeln lassen oder sonst menschenwürdig handeln, kann erst dann zur Kenntnis genommen werden, wenn alle formellen Voraussetzungen der Beiträge erfüllt find, die doch z. B. in der Ukraine schon in den polnischen Schulen ausgehängt und damit allgemein bekannt sein dürften.—g. Strafgericht mit Hindernissen. Kampf mit Banditen vor einem Lodzer Gericht. Warschau, 4. September. Vor dem Lodzer Strafgericht hätte gestern eine Verhandlung gegen drei Banditen stattfinden sollen, die vor einigen Wochen einen Raubüberfall auf einen Geldbriekträger zu unternehmen versuchten. Allem schwere Tumulte vor dem Gerichtsgebäude, die in dem Augenblicke einsetztcu, als der Gefangenenwagen vor dem Gebäude Haltmachte, hatten die Folge, daß nicht geivagt werden konnte, die Angeklagten aussteigen zu lassen. Zunächst stürzten sich etwa 50 Personen, die offensichtlich dem übelsten Mob angehörten, auf den Wagen, um die Verbrecher zu befreien. Rasch herbeigerufene Polizei zu Fuß und zu Pferde mutzte eine förmliche Schlacht mit dem Janhagel ausfechten, in deren Verlauf 11 Personen, darunter drei Schutzleüte, verletzt worden sind. Endlich gelang es, fünf der Rädelsführer festzuneh- m e n, was das Signal zu einem neuen Angriff auf die Polizei war, diesmal mit dem Ziele, die Verhafteten der Polizei wieder zu entreißen'. Nach vieler Mühe ist es dann schließlich doch gelungen, die Menge auseinanderzutreiben und die Gefangenen abzutransportieren. Reimann wird witzig. Der neugebackene „Chefredakteur" sämtlicher Moskowiterblatteln hat nach langem Studium eine stattliche Frucht seiner ergiebigen Nase an die revolutionäre Oeffentlichkett gefördert. Er widmet eine Lanze Seite seiner Parolenplantage der Jubiläumsnummer des„Sozialdemokrat", über die er trostlos kurdische Witze reißt. Er käme sich natürlich gesinnungslos vor, würde er nicht seine„Polemik" mit einer Lüße einleiten. Er behauptet nämlich, daß der„Sozialdemokrat" in seiner Jubiläums- ausgabe„keinen einzigen Beitrag irgendeines Arbeiters" veröffentlicht habe, obwohl er den Brief eines sozialdemokratischen Vertrauensmannes so gut gelesen hat, wie die anderen Beiträge. Das sei festgestellt; im übrigen regt uns der Humor des Reimann wenig auf. Wir wissen natürlich, daß es bei einem„Vorwärts"- Jubiläum einen anderen Betrieb gÄben wird: alle halben Jahre einen neuen Chef— wer war da nicht von Kreibich bis herunter zum Reimann schon alles an der Spitze!— alle sechs Wochen eine andere Linie, rechtsrum, linksrum, mittendurch, alle Jahre wieder ein« neue zu verherrlichende„Führergarnitur", wer kennt die Völker, zählt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen?! Der Clou, die„Arbeiterkorrespondenzen", die weder mit Arbeitern noch mit Korrespondenzen etwas zu tun haben, sondern am Redaktionstisch aus der Nase eines mißratenen Bürgersprößlings gegrübelt werden... Nein, da können und wollen wir nicht mit Wenn Herr Reimann das Ergebnis seiner Grübeleien mit »Zehn Jahre Nießner" überschreibt, so erwägen wir ohne allen Neid(nicht einmal mit Schadenfreude, sondern ganz sachlich), daß es einmal in der Geschichte des„Vorwärts" im allevbesten Fall„Ein Jahr Reimann" heißen wird. Seite 4 Sam-tag, 5. September 1981. Skr 207 „Berg frei!“ Zur Reichskonferenz der„Naturfreunde" am 5. und 6. September in Aussig. Der Touristenverein„Die Naturfreunde" feiert heute und morgen im Rahmen einer Reichskonferenz den zehnjährigen Bestand der Naturfreundebewegung rn diesem Staate. Aus einem Fähnlein Unentwegter, die vor zehn Jahren in Prag zu einer Beratung über eine zentrale Zusammenfassung der Naturfreunde» gruppen zusammenkamen, ist in diesen zehn Jahren eine ansehnliche Kulturorganisation geworden, die in der gesamten Arbeiterbewegung dieses Staates einen bedeutungsvollen Platz einnimmt. Längst ist die ursprüngliche Beschränkung des Programmes, die Förderung des Wanderns, überschritten, eine ansehnliche Anzahl Sparten, Wintersportler, Kletterer, Wassersportler, dann aber Photographen und schließlich Naturwissen- schaftler, gibt einen Ueberblick über die reiche und umfassende Tätigkeit der Naturfreunde. Das Wertvolle und Wichtigste an der Naturfreundebewegung ist die Tatsache, daß sie in jahrzehntelanger eifriger Aufklärungsarbeit bei den Arbeitern und Angestellten Lust und Liebe zum Wandern geweckt hat. Damit haben die Naturfreunde, es sei mit besonderer Freude festgestellt, wesentlich zur Erfüllung der kulturellen Sendung'der Arbeiterklasse beigetragen, die Ferdinand Lassalle in den Satz zusammenfaßte: „Es ziemen Ihnen nicht mehr die Laster der Unterdrückten, noch die müßigen Zerstreuungen der Gedankenlosen, noch selbst der harmlose Leichtsinn der Unbedeutenden. Sie find der Fels, auf dem die Kirche der Zukunft gebaut wird." Jeder Arbeiter, der seinen Sonntag fern vom Maßkrug und Tabakrauch irgendwo draußen in der Natur verbringt, im Rauschen alter Bäume, im Murmeln der Bäche, in den tausendfältigen Schönheiten eines Sommertages der Stimme der Natur lauscht, ist ein Freiheitskämpfer mehr im Heere des klassenbewußten Proletariats. Wenn die Naturfreunde mit offenen Augen durch die Welt gehen, wenn auf ihren Fahrten sich in alten Burgen, alten Bauernhäuser» als Denkmäler der Vergangenheit erschließen und sie nach dem sozialen Sinn dieser Denkmäler forschen, Heimatgeschichte nicht im Sinne der reichen Rittergutbesitzer, sondern um der armen und gequälten Bauern und Häusler willen betreiben, bann wird wohl auch die wertvolle Rolle der Naturfreunde in der Erziehung zu sozialem Denken und Forschen offenbar. Der wandernde Arbeiter findet in den zahlreichen Schutzhütten der Naturfreunde willkommene Stützpunkte für seine Wanderungen. Deshalb erfreuen sich die Naturfreundehäuser besonderer Beliebtheit, man kann sie sich aus der Fülle der wichtigen sozialen und kulturellen Einrichtungen, die sich die Arbeiterklasse durch ihre verschiedenartigen Organisationen geschaffen hat, kaum wegdenken. So wird die Reichskonferenz in der Lage sein, über einen glänzenden Aufstieg der Bewegung zu berichten, ein Aufstieg, der nicht nur die Delegierten, die befreundeten Organisationen, sondern die gesamte klassenbewußte Arbeiterschaft mit Freude erfüllen wird. Dieser glänzende Aufstieg verpflichtet unsere Naturfreunde zu weiterer eifriger Arbeit im Sinne ihres Programms und damit im Geiste des Kulturkampfes der Arbeiterklasse. Wir beglückwünschen die Naturfreunde zu ihrem Jubelfeste, wünschen den Beratungen der Reichskonferenz besten Erfolg und hoffen, daß all die Wünsche, die die Naturfreunde in diesen Tagen für ihre Bewegung hegen, sich im nächsten Jahrzehnt in reichem Maße erfüllen mögen. Tagesneuigkeiten Otto Bauer 50 Fahre. Heute vollendet einer der hervorragendsten Männer der sozialistischen Internationale, Otto Bauer, sein 50. Lebensjahr. Die führende Stellung, die ihm sein Wissen und seine außerordentliche schriftstellerische und rednerische Begabung in der wissenschaftlichen Arbeit des Marxismus, wie in der politischen Tagesarbeit der sozialistischen Internationale erworben haben, rechtfertigen eine knappe Würdigung an diesem Datum, so wenig es auch für die geistige Arbeitsfähigkeit des Menschen und gerade auch Otto Bauers eine wesentliche Marke bedeutet. In Wien«boren, absolvierte Bauer das Gymnasium in Reichenberg, um dann in Wien Recht, Volkswirtschaft und Sozialwifsen- schaft zu studieren. Es war die Zeit leidenschuft- lichen Richtungsstreits in der reichsdeutschen Sozialdemokratie, der seinen Höhepunkt auf dem Dresdner Parteitag 1903 und lebhafteste Anteilnahme unter den jungen Wiener Genossen fand, in deren studentischer Gruppe Bauer schon damals großes Ansehen hatte. Seiner Heerespflicht genügte er bei einem tschechischen Regiment; er ging auf ein Jahr in eine kleine Provinzstadt, um tschechisch zu lernen, was ihm für seine poli- S Arbeit wichtig erschien. Als das gleiche , lrecht 1907 die Sozialdemokratie aller Nationen zur stärken Partei des Parlaments machte, berief sie Bauer zum Fraktionssekretär und übertrug chm, der bereits mit Karl Renner, Mar Adler und Rudolf Hilferding die„Marx- Studien" gegründet hatte, die Leitung der Par- teimonatsschrift„Der Kampf". Das schwere Ringen der Nationen, das auch die Partei zerlegte, ließ Bauers Werk„Die Nationalitätenfrage" entstehen, das weit über das alt-österreichische Problem hinaus von bleibendem Wert ist. Als Reserveleutnant mußte Bauer 1914 mit ins Feld und geriet bald in russische Kriegsgefangenschaft. Im sibirischen Lager gab er eine Zeitung heraus und lernte russisch. Nach der Märzrevolution tauschte die sozialdemokratische Regierung chn nach Oesterreich aus. Bauer arbeitete dann in der kriegswissenschaftlichen Abteilung der Heeresverwaltung und im Fraktionsbüro, sowie in der Arbeiter-Zeitung. Er folgte nach dem Zusammenbruch dem Parteiführer Viktor Adler ins Außenministerium und wurde nach dessen Tod am 12. November 1918 Staatssekretär, gehörte der vom Staatskanzler Renner geführten Friedensdelegation in St. Germain an, trat aber im Sommer zurück, zumal der Anschlußwille gerade der Sozialdemokratie das weitere Verbleiben eines ihrer Führer an der Stelle, wo so oft mit Frankreich und der ganzen Entente zu„veichandeln" war, nicht ermöglichte. Seither ist Bauer der Führer der Nationalratsfraktion, der er seit der ersten Wahl 1919 selbstverständlich angehört. Er sitzt im Parteivorstand und in der Exekutive der Jirternatto- nale, er gehört in leitender Stellung der Redak- tion des Zentralorgans an. Bei all dieser Arbeitslast, die mit dieser Aufzählung von Aemtern noch lange nicht erschöpft ist, findet er noch die Zeit, in- und ausländische Versammlungen als Redner geradezu unvergleichlich zu begeistern und, woran ihm am mersten liegt, wissenschaftlich weiterzuarbeite». Vor kurzem erst hat sein Buch über die Fehlrationalisierung, der erste Teil eines grundlegenden Werkes über unsere Zeit, den tiefsten und nachhaltigsten Eindruck gemacht, was man auch von seiner letzten Rede auf dem Internationalen Kongreß in Wien sagen kann. Der internationale Sozialismus kann von Otto Bauer noch viel erwarten. Sott erhalle... Mit welcher Genauigkeit, Liebe und Sorgfalt die bürgerliche Press« das Leben und Wohlergehen ihrer geliebten Kaiser und Könige verfolgt und davon ihre Anhänger in Kenntnis setzt, erhellt wohl wieder einmal glänzend aus der nachfolgenden Notiz, die sich die„Reichenberger Zeitung" aus Marienbad schicken läßt: *(Alfons aiff der Hirschjazch.) Aus Marien- bad, 1. September, wird gemeldet: Exkönig Alfons will in Bad Königswart seine Ruhe haben und empfängt leinen Pressevertreter. Er geht fast täglich auf die JoA» und hatte bisher in den Revieren des Mettermch'schen Besitzes großes Weidmannsheil. Bier starke Hirsch« könnt« er bisher zur Streck« bringen. Mit dem Forst personal hat er sich schon sehr angefreundet und steht mit ihm— da er die deutsch« Sprache vollkommen beherr.scht— in ständigem Verkehr. AlfonS wird auch di« übrige Zeit seines KönigSwarter Auf- enthaltes ausschließlich mit der Jagd verbringen. Am Sonniag besuch!« der Exkönig gemeinsam mit seiren Gastgebern doS Marienbader Theater, wo an diesem Abend„Viktoria und ihr Husar" gegeben wurde. Alfons will angeblich etwa sechs Tage in Bad Kön'igswart bleiben. Wohin er tonn reisen wird, ist vollkommen unbestimmt.— Samstag früh langt« heim Marienbader Hauptpostamt als Expreßsendung eine Kiste mit Nürnberger Lebkuchen an, welche die Anschrift trug: An Se. Majestät König Alfons den Dreizehnten von Spanien, Marienbad, Stadtamt. Ach, diese wunderbare Sorge_ um den lieben Alfons in unserer Republik, während die Spanier froh sind, daß sie ihn los geworden sind! Man muß sich wirklich Wundern, mit welcher kleinlichen Genauigkeit festgchaltcn wird, was Alfons hier bei uns alles gemacht hat. Das ist doch ein Ereignis, über das man reden und schreiben kann! Man bedenke: ein wirklicher, leibhaftiger König! Die bürgerliche Presse weiß leider nicht mit der gleichen Genauigkeit über die Not und das Elend breiter Schickten der Bevölkerung zu berichten, die nicht wissen, wovon sie leben sollen, die seit vielen, unvergeßlichen Monaten arbeitslos, ohne jeden Verdienst, ohne Brot sind. Sie jammert höchstens darüber, daß die Profite der Aktien-Gesellschaften nicht mehr so hoch sind wie in den Zeiten der Konjunktur; das ist der einzige Beweggrund, der sie über die gegenwärtige Krisenzeit klagen läßt. Vielleicht gewinnt man Se. Majestät als Wahlredner! Das wäre ein Schlager, den sich die bürgerlichen Parteien nicht entgehen lassen sollten. Dann wüßte doch wenigstens auch Alfonso, was er nach den sechs Tagen im Bad Königswart machen soll und die bürgerliche Presse würde nicht zu raten brauchen. Es wäre beiden geholfen und wir wünschen recht viel Glück! B. S, An Mord nach acht Fahren aufgedeckt. Vom Schwager ermordet. Warschau, 4. September. Vor einer Druk- kerei in Posen wurde beim Verladen von Rotationsdruckpapier, als ein Ballen herabfiel und daS Psiaster beschädigte, an der betreffenden Stelle eine Leiche entdeckt, die bereits einige Jahre dort in der Erde gelegen sein mußte. Durch die sogleich vorgenommene Untersuchung wurde festgestellt, daß es sich um die Leiche des 16jährigen Bankboten Josef Jankowiak handelt, der im Jahre 1923 verschwunden war. An dem Tage, als er verschwand, hatte ihm die Bank eine beträchtliche Geldsumme anvertraut, die er einer Firma übergeben sollte. Einige Tage später cr- Sagan u. T. Bunzl(Ursendung).— Hörspiel- Bearbeitungen von Werken der deutschen Literatur sind vorgesehen im Rahmen einer Funkreihe „Markst«ine deutscher Dichtkunst.. Fuukreihrn: Die Einschränkung der Vorträge bedingt naturgemäß auch eine Einschränkung der Funkreihen, von denen die vorerwähnte, größte: „Marksteine deutscher Dichtkunst zu dtm hörspielmäßigen Eharakter trägt und der Vortrag hier nur den Zweck hat, das Verbindende'dieser Hörspielreihe aufzuweisen. Es sollen vorläufig die laufenden Zyklen zu End« geführt werden. Neu ist die einmal im Monat erfolgende Besprechung der Literatur auf musikalischem Gebiet: „Musikalische Zeitgeschichte". Für später ist eine Reihe„Einführung in die Philosophie der Gegenwart", in der Profes- soren bezw. Dozenten der Deutschen Universität sprechen sollen, vorgesehen. Ebenfalls für später in Aussicht genommene Interviews mit Professoren der Deutschen Technischen Hochschule sollen über„Die technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte" Aufschluß geben. Im Frühjahr wird eine medizinische Funkreihe begonnen werden. Bolkswirtschaftler sollen über die Grundbegriffe der Volkswirtschaftslehre Aufschluß geben. Das Goethe-Jahr wird das Programm im Frühjahr 1932 bestimmen. In einer eigenen Festwoche, in musikalischen Veranstaltungen(Goethe-Liedern, Goethes Beziehungen zur zeitgenössischen Musik, Musik zu Goethes Bühnenwerken), literarischen(hörspielmäßige Aufführung verschiedener Goethe-Werke) und in Vorträgen soll das Gedenkjahr im Rundfunk begangen werden. Diesen Feiern werden sich jene aus Anlaß des Haydn- Jahres anschließen. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag. Prag: 10.20: Schallplatte«. 12.05: Blasmusik. 13.05: Schallplatte«. 18.25: Deutsche Sendung: Schlag«li«der. 18: Konzert. 19.45: Sokol- Trompetenchor.— Btciinu: 9: Geistliche Musik. 18: Deutsche Sendung Chopin: Preludes cls-moll.— Mähr.-Ostr«u: 1630: Orchesterkonzert.— Pretz. bürg: 10.15: Schallplatte«. 1730: Promenadenkonzert. 19.15: Orchestvrkongert.— Berlin: 11.30: Bach-Kantat«. 14.80: Flötenkonzert. 20: Orchesterkonzert.— Brest«,: 20:„Der B«ttelstudent", Operette von Millöcker.— Hamburg: 18.45: Kammermusik.— München: 18.30: Josef Haydn. 20: Orchestevkonzert.— Moskau: 19: Konzert. 22: Kontze-rt. hiell die Familie Jankowiaks einen Brief von ihm, daß er«ine weite Reise angetreten habe. Es entstand der berechtigte Verdacht, daß Jankowiak das ihm änvertraute Geld veruntreut habe. Nunmehr wurde durch die weitere Untersuchung sichergestellt, daß der Bankbote von sei- nemSchwagerermordet wuÄ>e, der dann noch Frankreich auswanderte. Die polnischen Behörden haben bereits bei den ftanzösischen Behörden die nötigen Schritte unternommen, daß der Mörder in Frankreich verhaftet werde. Hittserveditiou Mr de«„Nautilus". Oslo, 4. September. Nach einer Erklärung des Premierministers wird die Regierung voraussichtlich morgen Vorbereitungen zu einer Hilfsexpeditton für das Polarunterseeboot„N a u- t i l u s" treffen. Für diese Expeditton kommt entweder der Robbenfänge!„Weiding" iwcr der Robbenfänger„Fritjof Nansen" in Frage. Der Hilfsplan soll heute im Laufe des Tages bis ins Detail ausgcarbeitet werden. Ein« Prager Kontoristin als Fallschirmspringerin. Donnerstag abends führte, wie die„Abendzeitung" berichtet, eine Pragerin, die 21 jährige Beamtin Lili Pur«ocha aus Weinberge, auf dem Gbcller Flugplatz einen Alllschirmabsprung aus der Höhe von 1000 Meter durch und kam unversehrt zu Boden. Frl. Purnocha ist in einer Prager Advokatcnkanzlei beschäftigt. Bor einer Woche unternahm sic ihren ersten Flug als Passagier. Sie fand solchen Gefallen daran, daß sie sich sogleich mit einer Firma, die in Prag Fallschirme produziert, in Verbindung setzte und vorgestern nach Beendigung ihrer Bureauarbeit nach Gbcll fuyr, um dort auf ihr eigenes Risiko den ersten Fallschirmabsprung auszuführcn. Sie stieg mit einem Flugzeug des Aeroklubs 1000 Meter hoch, stieg auf der linken Seite des Aeroplans aus, der Fallschirm funktionierte und in ungefähr fünf Minuten landete sie wohlbehalten in der Mitte des Flugplatzes. Frl. Purnocha will in der nächsten Zeit auch in Pilsen und Kladno starten. Sie ist somit nach dem Frl. Krupiöka die zweite Fallschirmspringerin in der Republik. Ausstellung von 10.000 Photos im Prager Messepalast«. Anläßlich der XXIII. Prager Herbstmesse(6. bis 13. September) wird im ersten Stockwerke des Meffepalastes eine Ausstellung von über 10.000 Photos aus allen Weltteilen, welche der Weltrcisendc B. Pospi- Zil in fünfjähriger Tour sammelte bzw. selbst aufnahm, zu sehen sein. Es sind seltene Aufnahmen aus Asien, Afrika, Australien, Amerika, ja selbst den selten besuchten Südseeinseln in dieser Sammlung. Dieser Journalist legte über 160.000 Kilometer zurück und cs ist die obige Kollektion in verschiedene, leicht übersichtliche Abteilungen gegliedert. So sind in der volkswirtschaftlichen Abteilung das Leben auf den Zuckerplantagen, die Ernte von Tee, die Tätigkeit in den Kaffeeplantagen, das Farmerleben, die pr:- mitivc Gold-, Silber- und Kohlcn-Gewinming in fernem Orient« u. v. a. zu sehen. Ebenso sind wissenschaftliche Kuriositäten in reichster Auswahl vorhanden. Auch Bilder aus den Bürgerkriegen in China, aus dem Volksleben in Indien, Birma, Jndochina, Korea, Mandschurei, Australien u. v. a. Für Kenner bietet diese Sammlung eine unerschöpfliche Quelle der Volkskunde. Wirbelsturm im Saazer Land. Aus Saaz wird uns berichtet: Ein furchtbarer Wolkenbruch, der im Gefolge eines starken Gewitters mit starkem Haaelschlag verbunden über die Gegend von Horosedl niederging, richtete an den Fluren außerordentliche Schäden an. Der Wirbelsturm entwurzelte Obstbäume, riß die Hopfen- Pflanzen in den noch ungepflückten Hopfenanlagen rechenweise nieder und richtete an den Kulturen außerordentlich großen Schaden an. Zeppelin hilft. Das Luftschiff„Graf^ppe- lin" wird auf seiner Rückfahrt von Pernam- buco nach Friedrichshafen einen Deutschen mitnehmen, der in Südamerika durch einen Unglücksfall in schwere materielle Rot geraten und nicht mehr in der Lage ist, für feinen Lebensunterhalt zu sorgen. Da dem Betreffenden auch die notwendigen Geldmittel zur Rückreise fehlten, hat sich seine in Hagen(Westfalen) wohnende Mutter brieflich an Tr. Eckener mit der Bitte gewandt, ihren Sohn auf der Rückreise mitzubringen. Dr. Eckener sagte sofort:u. Ucber vier Millionen Analphabeten in Amerika. Nach dem Jahresbericht des Washingtoner Büros für öffentlichen Unterricht gibt es in den Bereinigten Staaten 4,283.753 Personen im Alter von Wer zehn JÄhren, die weder lesen noch schreiben können; das bedeutet, daß es in den Vereinigten Staaten 4.3 Prozent Analphabeten gibt. Gegenüber dem Jahre 1922 ist die Zahl der Analphabeten um 640.152 Personen gesunken. Vom Prager Rundfunk Programm der Prager deutschen Sendung 1031/32. Die„Prager Urania" als Programmstelle für die deutschen Sendungen gibt nachstehende Vorschau für 1931,82, die, mehr noch als in früheren Jahren, den durch den Rundfunk herausgebildeten, neuen künstlerischen Formen Rechnung trägt. Der Einzel-Vortrag wird eingeschränkt zugunsten der in sich geschlossenen, arteigenen Funkveranstaltungen: dem Hörspiel, dem akustischen Bild verschiedenster Art. Das Wochenprogramm weist dementsprechend, in großen Zügen dargelegt, folgende Besetzung auf: Sonntag: Größere musikalische Aufführungen, Opern, Operetten und Hörspiele. Montag: Dichtervorlesungen, einmal im Monat ein Vortrag:„Musikalische Zeitgeschichte", Einzel-Vorträge. Dienstag: Heitere, musikalische, literarische oder Dialekt-Veranstaltungen. Hörspiele für die Jugend. Einmal im Monat„Jugendstunde mit Musik". Schallplatten. Mittwoch: Arbeitersendung. Alle 14 Tage außerdem„10 Minuten für Jflä Kind" bezw.„für die Jugend". Donnerstag: Landwirtschaftliche Sendung. Alle zwei Wochen die 10-Minuten-Funkreihe„Neue Bücher". Freitag: Aktuelle Vorträge. Samstag: Musikalische Funkreihe, Hörspiel«, Rezitationen usw. Soweit der äußere Rahmen. Für di« einzelnen Abteilungen ist nun u. a. vorgesehen: Musikalische Veranstaltung««: an Opern- Aufführungen, bezw. Konzerten, z. T. mit Orchester:„Gebet der Mädchen zu Maria"(R i l k e), Orchesterliederzyklus von Karl Marx, gleichzeitig mit„Pep", amerikanisches Balladenbuch von Lion Feuchtwanger, Musik von Walter Goehr. -Kästner-Nick.„Leben in dierser Zeit" (lyrische Suite).— Herbert Trantow. Cowboy- Kantate.— E. de Falls,„Ein kurzes Leben." — Brecht-Weill.„Der Jasager".— Die Rundfunk-Oper von Horst Platen„Die schwei. gende Glocke".— Goehr,„Ralpopita".— Rudi Stephan,„Liebeszauber".— Joh. Seb. Bach, „Wir Han een neue Obrigkeit" und„Der Streit Wischen Phöbus und Pan", zwei weltliche Kantaten.— Pergolese,„Die Magd als Herrin". — Leo Blech,„Versiegelt".— Wolf-Ferra rü,„Susannes Geheimnis".— Offenbach, „Fyrtunios Lied".— Offenbach,„Die Insel Tulipatan".— Busoni, Querschnitt durch dir Oper„Dr. Faust".— Nick, Rundfunkgesänge.— Alban Berg, Frühe Lieder.— Der unbekannte Verdi. Melodramen abend(Ases Tod, Schlußszene aus„HannrleS Himmelfahrt") mit Streichquartett, Harmonium.— Songabend (Songs von Brecht-Weill, Feuchtwanger- Goehr).— Sudetendeutsche Komponisten und Kompositionen sollen zu fallweiser Mitwirkung herangezogcn werden.— Schallplattensendungen, gelegentlich an Wochentagen, dürften folgende Kurz-Opernbearbei- tungen bringen: Rossini:„Der Bierbier von Sevilla". Joh. Strauß:„Die Fledermaus", Weber:„Der Freischütz", Humperdinck:„Hänsel und Gretel", Nicolai:„Die lusttgen Weiber von Windsor", Lort- zing:„Zar und Zimmermann". Literarssche Veranstaltungen: Folgend« Hörspiele dürften zur Aufführung erworben werden: „Tannhäuser und di« Jockeys" von Hans G. Lustig.—„Man nehme" von Paul Schiller und Leo K r a s a.—„M onte Carlo" n. einer Nov. von Stefan Zweig, bearbeitet von L. Nr. 207 EamSiag, 5. September 1931. Seite& gegen Zahnstein Keine 8 Monate... In dieser kurzen Frist wurde ein Fall mit schwerer Zahnsteinbildung nur durch regelmäßigen Kalodont-Gebrauch gänzlich davon befreit. Nur Kalodont enthält den wirksamen Zusatz gegen Zahn« stein« zum Sohne kam, bemerkte sie sogleich, daß er unwirsch war, aber er fragte nach dem Grund chres Besuches und lügen wollte sie nicht. Doch hatte sie kaum auSgeredet, als er aufbrauste:„Man kann mich nicht zwingen wollen. Dich zu unterstützen, immer habe ich Wo die Kirche in Deutschland öffenüich mit ddr Enthaltsamkeitsbewegung sympathisiert, wird ihr mit Entzug der Mittel und mit Kirchenaustritt gedroht. Und der Film? Steht er nicht ganz im Dienste des Braukapitals? ES gibt wohl kaum einen Film ohne Trinkszenen. Man hat eigene Filme für das Alkoholtrinken und gegen die Abftmenzbewegung Herstellen lasten. Es sei nur an die Filme erinnert, die auch in unserem Lande laufen: Hast du geliebt am schönen Rhein.— Die Lindenwirtin.— Zwei Krawatten.— Wein, Weib, Gesang (Ufa).— Bockbierfest.— Links der Isar— rechts der Spree(Emella) und viele andere, die gleiche Tendenz ausweisen. So einfach hat es die Absttnenzbewegung nicht. Sie hat schwere Arbeit zu verrichten, wenn sie den alkoholfreundlichen Masten begreiflich machen will, daß der MoholismuS nicht nur für die Gesellschaft ein unproduktiver Faktor ist, sondern auch ein ungeheures Hemmnis für den geistigen Aufstieg und für die Befreiung der ArberterKaste. Daher muh unsere Propaganda gesteigert werden. Hiezu eignen sich alle Schrff» ten, die im Neuland-Berlage erschienen sind, und ganz besonders die Schrift von Kurt Baurichter. Der Arbeiterabstinentenbund. Teplitz-Schönau, Theresiengasse 18, vermittelt diese Schriften zum Selbstkostenpreis allen Funktionären der Arbeiterbewegung. Der schwerste Schlag, der der übertriebenen AlkoholreKame aber zugefügt werden kann, ist die Enthaltsamkeit der Arbeiter von allen alkoholischen Getränken. Die Schrift Baurichters wird manchen Arbeiter von dieser Notwendigkeit überzeugen. R. Rückl. nur als Aushelfer Arbeit. Seit Wochen schon Hecke ich kein« heilen Schuhe, w«il ich sie mir nicht leisten kann." Die alte Frau machte sich auf den Heimweg, ein paarmal stteß sie mit Fußgängern zusammen, einmal wäre sie beinahe unter ein Automobil geraten. Sie überhörte das Schelten des Chauffeurs und ging langsam weiter. Di« Kinder hatten ihr die Bitt« abschlagen mästen, da- sah sie ein, aber die Worte, diese harten Worte, die kamen einer Mißhandlung gleich. Sie dachte nicht mehr an die paar Mark, sie dachte auch nicht an ihr Zuhause, sie dachte nur hi« und wieder an Mayer, daß er zu fresten haben müste. Zu Hause angelangt, zerpflückte sie ihm ein ganzes Brötchen. Und Mayer kam herangeflogen und fraß und fraß; aber dann wurde es ihm unheimlich, weil die Frau so still war. Tapfer bekämpfte er feine Furcht und zupft« die Frau am A«rmel, hüpste auf ihre Schulter und pickte an ihrem Umschlagetuch, doch dann überwog in ihm die Angst vor etwas Unbekanntem und Mayer verkroch sich in sein Bauer. Ms am anderen Morgen der Sattler kam, der fragen wollte, ob er bei den Möbeln anfangen könn-, wurde ihm nicht geöffnet. Die Hausbewohner aber wußten es genau, daß die alte Frau zu Hause weilte. Da erbrach man die Tur. Man fand di« alte Frau tot am Tisch sitzend. Ihr Herz hatte mit plötzlichem Stillstand die harten Worte beantwortet. Sohn und Tochter kamen bald und kümmerten sich um die Erbschaft. Auf Mayer waren sie ernstlich böse. Es war doch auch zu lächerlich von der Alten gewesen, so viel Aufhebens von einetk Spatz zu machen. Sie setzten das geöffnete Bauer auf das vor dem Fenster angebrachte Blumenbrett und schloffen das Küchenfenster. Dann kramten sie weiter. Mayer aber dachte nicht ans Fortfliegen, er Plusterte sich dick auf und saß tottraurig da, trotz leuchtender Sonne und leicht zu erringender Freiheit, denn Mayer fühlte e-,— seine Mutter war gestorben. Geriditssaal Miniaturen der Elends. Die Drohung eine« Berzwei fetten. Prag, 4. September. Auf di« Schultern diesi. armen Teufels auf der Anklagebank hat di« gütige Vorsehung so ziemlich alles Elend gelegt, das diese beste aller Welten überhaupt und diese Elendzeit im besonderen für die Enterbten der menschlichen Gesellschaft bereit hält. Vielleicht hat«r deshalb einen Buckel mitbekommen, utm die Last des Jammers bester tragen zu können. Die Arbeit hat er schon lange verloren, seine Familie darbt und aus dem abgezehrten und eingefallene« Gesicht, den tief liegend«» Augen und den dürren Gliedern, um di« erbärmliche Lumpen schlottern, spricht die äußerst« Rot, der bitterste Hunger/ Aber mehr als das! Dieser Mann, der Frau und vier Kin- der hat, ist auch«nteastandslo's. Sein Jüngstes ist vierzehn Tage alt— die Frau hat wohl ihr letztes bißchen Lebenskraft bei der Geburt erschöpft und stecht dahin. Und diese Menschen pflanzen sich fort und sorgen für Nachwuchs in der ungeheueren Armee des Elends! Unwillkürlich erinnert man sich an jene köstlich« Bulle „Easti rounubil" in der der unfehlbar« Stellvertreter Christi di« Ejmpfänguiiverhükung in der Che als Todsünde brandmarkt und wünscht vom Herzen, daß diese Elenden in dieser Beziehung aufs Konsequenteste sündigen möchte«. Liefer Mann plso und sein« Familie waren ohne Obdach, Wöchnerin und Säugling ohne Heim, die anderen Kinder ohne Wartung. Der Familien- Vater begab sich zum Herrn Borsteher und bat um irgend einen Beistand in der verzweifelten Lage. Ter Vorsteher zuckt die Achseln:„Das geht mich Wichts an!"«Und wie alle Bitten nichts fruchten und der obdachlose Vater sich halb hin- auSgeworfrn steht— da steigt ihm beim Gedanken an sein« hinsiechende Frau, an seine verwahrlosten Kinder dar Blut zu Kops und er zieht s e i n Messer gegen den Ortsvorsteher. Geschehen Ist freilich nichts. Woher denn! Das Oberhaupt des Ortes ist ein stämmiger, dicker, muKulösser Bauer, der sich vor drei Angreifern solcher Art nicht zu suchten braucht. Welch ein Kontrast! Dieser rotbackig«, kraft- strotzei de Angegriffene und diese erbärmliche Jammergestalt von einem Angreifer! Der erster« schien auch etwas wie Bedauern zu empfinden. Er milderte sein« Aussagen gegenüber seinen früheren Angaben zusehends, schwächte di« Anklage nach Möglichkeit ab und so konnte der Gerichtshof unter hem Dorsitz des OGR. S i t' t a ein mildes Urteil verkünden. Der ursprünglich wegen de« Verbrechens der öffentliche» Gewalttätigkeit Angeklagte,'wurde nur der Uebertretung nach dem Terrorgesetz schuldig erkannt und zu zwei Wochen Arrest verurteilt. Die Rottolonie. Richt der Sachverhalt selbst ist erheblich— eS handelt sich um«ine der üblichen Streitereien zweier Familien, di« zusammen«inen jener niedrigen, engen, finsteren und stinkigen Kästen drauf«' an der Peripherie bewohnen,.die man hochtrabend als Häuschen bezeichnet. Infolge des ewigen Haderns, Streitens und Balgens dieser auf engem Raum zusammengedrängten Menschen kommt es dann gelegentlich zu leichteren oder schwereren Körperverletzungen, gefähr. lichen Drohungen und anderen Delikten, die in diesem Milieu naturgemäß zum Ausbruch kommen müsten. Rein, nicht der Sachverhalt selbst ist«S, der Aufmerksamkeit erregt, sondern, was da durch die Aussagen der Zengen und di« Verantwortung der Angeklagten so nebenbei mit zutage kommt, unprotokolliert und wenig beachtet, weil«S für di« gerichtliche Entscheidung kein« unmittelbare Bedeutung hat: daß. Bruder und Schwester, Vater und Tochter ohne.Rücksicht auf Alter uick Entwicklungsreife der jüngeren Generation in einem Bett schlafen, daS wiederum in einem Raum steht, wo noch«ine andere mehrköpfige Familie haust. Daß zum Ueberfluß noch ein„Schlafbursche" da ist,«in richtiger Untermieter, der in dieser Hundehütte billiges Ouartier gefunden hat und nun. Gegenstand mehrfacher Eifersüchteleien ist, die drastisch« Schilderung unglaublicher Rausch- und Sexualszenen u. dgl. m. Tie Verhandlung wurde vertagt'und daS Urteil kann uns wenig interessieren. Ob der Angeklagte wirklich die Biers la sch« geworfen, ob sr wirklich dem Zeugen angedroht hat,„ihm die Gedärme herauszulasten" und all« bi« sonstigen Tatfrogen, bi« da mit juristischem Scharfsinn gelöst «erden, werden bedeutungslos und fast lächerilch ge^erüber dem Hintergrund, vor dem sich diese Begebenheiten abspielen. Was kann es da nützen, etliche Wochen oder Monate Arrest oder Kerker zu verhängen, wenn der Krankheitsherd ungestört weiter wuchert? Diese Dinge werten wohl erst im Zuge eines ganz anderen Bor- fahrens bereinigt werden, das'gründlich und summarisch nicht nur die Eiterbeulen behandeln, sondier» daS Grund übel selbst ausmerzen wird. rd Oie trübte illustrierte ITocAenscA ri/t Cndkeinf fetten fonnCoe titeraU ciftdMHdk Seite 6 MEHR STRÜMPFE. Zu jedem Kleid-- für jeden Tag. Sie sind in allen Modefarben für die neue Saison bei uns erhältlich. Wir haben eine reiche Auswahl. Unsere Verkäufer werden Ihnen bei der Auswahl behilflich sein. Samstag, 5. September 1931. Herren- Modelle für den Herbst. 89.Modell 7637-46 Spitze, schlanke Form mit breitem Absatz. In den Farben schwarz oder mahagoni. Wir erzeugen sie in zwei Breiten. Mitteilungen aus dem Bublilam. Das Rezept des Augenarztes fann nur dann seinen 3med erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepaßẞt wird. Lassen Sie Thr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag, Graben 2, Balais Rotuna", ausführen. 89.Modell 9637-26 Aparte schwarze, reich perforierte Halbschuhe zum Sportkostüm. Dasselbe Modell aus braunem DullBox für Kč 99.-. Ch 135. so etwas wird in Amerika übel vermerkt. Walker wird von seinem Börjenanteil nicht viel übrig behalten haben, da der Kampf fnapp 250.000 Dollar brachte, aber ein Boyer soll, trok seines rauhen Ferufs, auch Wensch sein, und das ist gar nicht so schwer. ( Vorwärts, Berlin.) Schneider- Rechnung vor 250 Jahren.fitent des Prager Profi- Fußballklubs Sparta iſt, Ansd eirerd hat es doch einmal eine gute alte Zeit gegeten! Eine Zeit, in der die Lebenskosten von einer Aingigkeit waren, wie wir, die Opfer eines urenthegien und radikalen Preisabbanes, jie uns nicht zu erträumen wagen. Wie billig sich 3. B. eine Frau im 17. Jahrhundert fleiden lonnte, geht aus einer Schneidenrechnung aus dem Jahre 1680 hervor, die kürzlich aufgefunden wurde, und die folgendermaßen lautet: Ter Jungfer Christine Löbbecken die Maß für ein Kleidt genommen 5 Groschen; die nöthigen Stüde zu einem faltigen Unterrode zusammengenäht 7 Groschen; ten Eberleib genau für die Brust, ferner die Achsein und Arme der Jungfer geformet 8 Groschen; vor Seihde 4 Groschen; Baumwolle eingenäht 7 Groschen. Zaß Kleibt ordentlich abgegeben, bittet um Begleichung dieser christlich ehrlichen Rechnungen in Höhe von 31 Grosden zur Wintermesse Gottlieb Wegener, Echneider für den hohen Abel als auch für Bürgersleute. * Sport- Spiel * Körperpflege Borer- Schäßung. Sparta Prag nach Sowjetrußland. Der Abg. Seba( tschechischer Nationalsozialist), der auch Präweilte in den letzten Wochen bekanntlich in politischer Mission in Moskau. in Moskau. In der Sparta nahestehenden Kreisen macht nun das Gerücht die Runde, daß Abg. Seba seinen Rußland- Besuch auch dazu terüpt hätte, bezüglich einer Tournee der Sparta nach Sowjetvußland Verhandlungen anzu bohnen, die, so erzählt man, ein günstiges Ergeb nis gezeitigt hätten. „ Unser Fußballsport muß so gefittet sein..." Anläßlich eines Spieles der SpVg. Bodenbach und Sportbrüder Fersen in Bensen kam es laut Be richt des„ Reichenberger Sportblatt" zu einem anscheinend sehr respektablen Skandal. Man vers zichtet zwar im Interesse der Sportbewegung" auf die Aufzählung der Geschchnisse in- und außerhalb des Spielfestes, aber trotz alledem" schreibt man, daß es nicht unerwähnt" bleiben fann, ,, daß ein Lensener Zuschauer noch dazu ein Schiedsrichter- einen Bodenbacher Spieler, der treçen einer Verlegung den Plaz verließ, mit einem Spazierstod niederschlug, so daß der Spieler erhebliche Folgen dieses Roheitsaftes davontrug." Ein Schiedsrichter als Prügelheld weit gebracht hat man es schon! T. 207 Rota 99.Modell 3267-0 Fester Dullboxschuh mit Lederfütterung und starker Kruponsohle, welche mit Messingschrauben gesichert ist. Besonders Jägern zu empfehlen. Er benutt ein paar gängige flischierte Ideechen und ein paar abgedroschene Situationen aus schlechten Boulevardromanen und braut so foKinderfreunde Brag. fort jeden beliebigen Roman, jedes Theaterstüď, jede Novelle zusammen. Er hat einen besonders feinen Riecher für die Marktkonjunktur". Er Sonntag, 6. September ist schlau und weiß, womit er sich bei der Haupt- Ausflug ins Brokopital. Treffpunkt halb 10 Uhr vormittag Endstation der 5er Linie in Hlupočepy. literaturverwaltung Liebfind machen, womit er dem Leser oder Zuschauer gefallen kann, welche Edwierigkeiten nicht überwunden, sondern umgangen werden müssen. Er schreibt über einen Industriebau oder einen Kolchos, ohne von ihnen eine Ahnung zu haben. Gräßlichen Schund zu und Braukapital" gewidmet. Hier stellt vor allem ,, Segualproblemen" faschiert er mit Sentenzen der Geschäftsführer des Arbeiter- Abstinentenbunüber die Politik der Partei. Jedes akute Thema, des, Genosse Dr. Lieben, fest, daß auch Voltshäujeden neuen Gedanken, jedes neue Bild verbannt ser, die zu Stätten der Wirksamkeit sozialistischer er aus seinem Tagesgebrauch. Er ist durchaus Bestrebungen geschaffen wurden, frei von den ,, wohlgesinnt". In den Spalten seiner Werke drücenten Beeinträchtigungen des Alkoholkapitals spazieren edle Bolsche wifi herum, sein können. Kazenstein, Berlin, Sepp Pölzl und Nachkommen der edlen Grafen aus Dr. Wilhelm Feld- Abegg geben in glänzenden Arden Romanen von der großen Welt, und düstere beiten eine Uebersicht über die Notwendigkeiten der Böschichte, die sich seit den Zeiten der Schund- Reformation der Arbeiterheime aus Gast zu Erdetektive erhalten haben. ,, Vorwärts, vorwärts, ziehungsstätten. Einige fleinere Beiträge ergänvorträrts! Wir fiegen, siegen, wir siegen, wir zen den Wedruf", der allen nach Freiheit und siegen!" so schließt der Schundschreiber nicht Aufstieg ringenden Arbeitern bestens empfohlen selten das letzte Kapitel seines Romans oder werden kann. Bestellungen sind an die Verwal den letzten Att seines Schauspiels. tung des Wedruf", Teplit- Schönau. TheresienDer Schund erscheint heutzutage gewöhnlich gasse 18, zu richten. in einer seiner Abarten, in der Abart des roten Schundes", die ihre Zweigarten sowohl in der schönen Literatur als auch im Kino, im Radio wie im Theater hat. Der rote Schurd" ist die schlimmste und gefähr lichste Schundart. Sie iſt.... gefährlich, weil sie die Aufgaben der revolutionären Kunst diskreditiert, die großen Ideen des Sozia Iismus berfitscht, das Bewußtsein von hunderttausenden Arbeitern und Bauern forrumpiert, fleinbürgerliche, spießerhafte Vorstel lungen über die Revolution festigt, die Kunst ergiehung des Proletariats und des Bauern tums verhindert." 80.000 Mark verliert die Deutsche Sportbehörde durch den Zusammenbruch eines Münchener Bankhauses. Aus München melden bürgerliche Blätter, daß die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik höchstwahrscheinlich einen großen Teil ihres Ver mögers verlieren werde. Auf der GläubigerEin amerikanisches Fachblast, The Ring, ist Murderer Banthauses Ruederer u. Lang wurde bersammlung des vor kurzem zusammengebrochenen auf die eigenartige Idee gekommen, seinen Lesern Diese Ausführungen fönnten gewiß ihr Gutes die Frage vorzulegen, welchen von den amerikani- bekannt, daß die Deutsche Sportbehörde bei diesem schen Boxern jie als Mensch, Borer und Bürger Institut auf Konto- Korrent- Konto 160.000 Mart tun, wäre der„ rote Schund" nicht das Produkt des am höchsten schäten. Das Ergebnis dieser Rund- argelegt hatte. Ob sich in dieser Summe auch der in der Sowjetunion herrschenken Systems der frage brachte ein paar interessante Tatsachen, vor Olympiadefonds befindet, war noch nicht festzustel. Unterdrüdung der Meinungsfreiheit und frage brachte ein paar interessante Tatsachen, vor len. Der Status der zusammengebrochenen Bant des freien fünstlerischen Schaffens. allem konnte man die Feststellung machen, daß Jad läßt höchstens eine Quote von 50 v. 5. erwarten, der eble Bolschewvil" ist eben das, was das Sharkey nur 25mal an erster Stelle genannt so daß die Sportbehörde für Leichtathletik schon jetregime von seinen Schundschreibern werwurde. Man muß doch annehmen, daß die Lefer heute mit einem Verlust von 80.000 Mart langt. eines Fachblattes„ hre Pappenheimer fennen", rechnen muß. Die Anlage des Geldes bei dem 6, und wissen warum und weshalb. Die Rundfrage ünderer Kanthaus geschah aus dem Grunde, Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. findet, in veränderter Form, alle Jahre statt, und weil der einzige Geschäftsführer und Samstag, den diesmal hat Tommy Loughran den Vogel abge: nhaber des Bankhauses, Dr. Franz Paul weißen RößI"( 222-11).- Sonntag, den H, schossen, der 629 Stimmen erhielt, Young Stribling brachte es auf 432, und daß auch. Mickey Walang, auch im Vorstand der Deutschen Sport- September, 7 Uhr, neueinstudiert:„ Der Frei fer nicht im besten Ansehen steht, beweist die äußerst betörte für Leichtathletik sich befindet. Nach einer hit", romantische Oper von C. M. von Weber Auskunft des Ritters v. Halt, des Sportwartes( 223- III).ontag, den 7. September, halb niedrige Stimmenzahl 6. Eine ganze Anzahl von der TV, find die 160.000 Mart das gesamte 8 Uhr: oethe. Abend: Vorspiel auf dem Bogern ber leichteren Klasse. wie Fidel la Barba, Bermögen der Deutschen Sportbehörde gewesen. Theater"," Die Mitschuldigen"," Die Laune des Me Larnin, Canzoneri u. a. werden höher einge- Dr. gang ist als Vorsitzender der Deutschen Verliebten"( 224- IV). schätzt als die Schwergewichte. Daß Tommy Loughran die meisten Stimmen erhielt, ist erklärlich. Der Amerikaner ist sehr zu rüdhaltend und bescheiden, fann es nicht bertragen, gelobt zu werden, er hat auch noch nichts auf dem Kerbholz, wie verschiedene andere seiner Zunft genossen. Wenn ihm ein Kampfvertrag vorgelegt wird, nimmt er seinen Füllfederhalter in die Hand und unterschreibt, ganz gleich, welchen Formats der Gegner ist. Gegen Sharkey braucht er es nicht So eilig zu haben. 1 Centralbank der deutschen Sparkassen in der Čechoslovakischen Republik. Hauptanstalt: Prag II., Bredauergasse 14. Zweigniederlassungen: Aussig, Brünn, Eger, Jägerndorf, Reichenberg, C. Teschen, Trautenau, Troppau. Die Bank der deutschen Sparanstalten und Gemeinden. 1008 Besuchet und beschicket die XXIII. Internationale Prager Herbstmesse 1 vom 6. bis 13. September 1931. Allgemeine Messe. Technische Messe. Straßenbau u. Straßentechnik. 5. September, 7 Uhr:„ Im Sondergruppe für sparsame Wirtschaftsführung im Haushalte. Radiomesse. Möbel- und Pianomesse. Pelzmesse. Autobörse. Spielwarenmessen. Musikinstrumente. Die größten in- und ausländischen Firmen als Aussteller. Zahlreiche Auslandsgruppen. Messepalast mit Exportmusterlagern ganzjährig geöffnet. Legitimationskarten zu Kč 25.- bei 33% Fahrpreisermäßigung, bei allen Auslandsvertretungen der Cechoslovakischen Republik und beim Meßamt in Prag, VII., Veletržní třída 200 erhältlich. XXIV. Prager Frühjahrsmesse vom 13. bis 20. März 1932. Sportbehörde zurüdgetreten. Der Geschäftsfüh- Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag, den rer der TEB., Ceneralsekretär Sagler, vertrat auf 5 September: Intimitäten". Sonntag, der Gläubigerversammlung außer der DSB.- For- den 6. September: Liebe, Mord und Alto. terung auch noch Privatforderungen in der Höhe hol". Montag, den 7. September, Gaſt ſpiel von 100.000 Mart. co unentgeltliche Beratung s stunden der Arbeiterfürforge finden jeden Samstag von 5-7 Uhr im Berein deutscher Arbeiter, Smečkagaffe Nr. 27, statt. ve Kunst und Wissen " Roter Schund". Sharley und Mickey Walker haben nicht ohne Grund so schlecht abgeschnitten. Der schwapende Hai", so wird der Litouer drüben genannt, ist mit feiren alberren Redereien schon vielen auf die Merren gefallen, und so allmählich hat man auch drüten von seiner Foulerei genug bekommen. Schmeling ist nämlich feineswegs der erste, der bon Sharkey tiefgeschlagen wurde. Sogar seine Trainingspartner haten unter diesen üblen AngewohnIn der Atmosphäre der allgemeinen Rechtheit zu leiten gehabt( George Cook). Sie stammt aus dem Kampf mit Tempsey. Charkey behauptet, losigkeit und Gesinnungsschnüffelei ist das Aufdamals durch einen Tiefschlag fnodout geschlagen blüfen prinsipienloser, aber um so anpassungszu sein, und dann fönne er das gleiche Rezept an- fähigerer Streber unabivendbar. Die Seuche hat werten. Es reißt sich jetzt auch niemand mehr in der Ecwjetunion auch auf die Literatur überum einen Kampf mit Sharkey, solange ihm von gegriffen und scheint bereits so start zu sein, daß der New Yorker Kommission das Recht zugestan selbst die streng linientreue" Moskauer Litera den wird, seine Gegner nach Belieben in den Unter- turnaja Cajeta"( vom 15. August) sich genötigt leib zu schlagen. Sein Angeben im Ring, Ver- sieht, gegen diese Art literarischer Schmaroger teigern des Handschlags usw.. hat auch nicht dazu Stellung zu nehmen: beigetragen, Sympathien für ihn zu erweden. „ Der Schundschreiber zeichnet sich durch Schnelligkeit in der Arbeit, Beweglichkeit, Verdigkeit aus. Er kann im Handumdrehen zu jedem Thema Stellung nehmen. Er ist nicht getröhnt nachzudenken, ja dazu auch nicht fähig. Für ihn gibt es feine ungelösten Fragen und feine drierigkeiten. Chne große Mühe tann er jedes Thema und jeden Gedanken berkitschen. Gisela Werbezirt, Erstaufführung:„ Rösele Rosenrot", vier Bilder aus Alt- Prag von Knepler und Beda. Musik von Les Ascher. Aus der Partei Jugendbewegung. S. J. Prag- S. J. S. Sonntag Treffpunkt um 8 Uhr bei der Endstation der ber- Elektrischen in Hlubočepy. S. J. Prag, Gruppe I. Morgen treffen wir uns früh 7 Uhr an der Endstation der Straßenbahn in Branit.( 17er und 21er.) Wanderung nach Vrane. Ball und Instrumente mitbringen. Literatur Die Doppelnummer der Zeitschrift des ArbeiterAbstinentenbenbes Der Wedraf" Nr. 7/8 ist in ihrem einleitenden Teile dem Leben und Wirken des großen Wissenschaftlers Forel gewidmet. Ein Beitrag des Genossen Dr. A. Holitscher macht die Arbeiter mit der wissenschaftlich- sozialistischen Bedeutung der Lebensarbeit August Forels bekannt. Dr. Karl Edwarber schreibt über die Tätigkeit des großen Pazifisten und Erziehers; außerdem ent hält das Doppelheft Worte und Bemerkungen Forels, die dem freiheitlichen Kampf des Proleta riats gegen den Alkoholismus ungemein dienbar sein können. Eine besondere Beilage des Wed ruf" wird dem wichtigen Problem Arbeiterheime Ein Versuch überzeugt! In allen Apotheken. Preis Kč.28Togal unubertroffen bei RHEUMA- GICHT KOPFSCHMERZEN Ischias, Hexenschuß uEskaltungs hrankheiten Entfernt dHarnsäure! 6000 Arztegutachten/ Vollkommen unschädlich Fragen Sie Ihren Arzt Generaldepot. KC.12 Ke28 BRAUNER'S APOTHEKE ZUM WEISSEN LOWEN PRAG I PŘÍKOPY 12. Im Palais Sylva Taroucca Anglo- Elementar Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die č. S. R. In Prag. General- Agentschaft Reichenberg empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer-, Unfall-, Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-, Trans port-, Pferde- und Viehversicherungen zu kulanten Preisen. 5743 Bargarantiemittel in der Č. S. R. 56 Millionen. Büros: Prag, Narodní tř. 17. Midey Walker ist in eine sehr unangenehme Affäre beitridelt.. Unmittelbar vor dem Kampf mit Sharkey wurde ihn durch das Gericht eine Unterhaltsforderung seiner geschiedenen Frau in Höhe von 120.000 Tellar zugestellt. Walfer hat sich jahrelang um seine Familie, zu der auch zwei un erwachsene Kinder gehören, nicht gefümmert, und Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strang, Brag. Für den Drud verantwortlich: Otto Holil, Chefredakteur: Wilhelm Nießner. Drud: Rota" A.-G. für Zeitung und Buchdrud, Brag. berausgeber: Siegfried Taub. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kč 16.-, vierteljährlich Kč 48.-, Brag. Die Beitungsmartenfrankatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. halbjährig Ko 96.-, ganzjährig Kč 192.-,- Inferate werden laut Zarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlag. 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