Ginzelpreis 70 Heller. Sozialdemokrat Zentralorgan 6. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 11. Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion und Verwaltung: Prag II., Relájanta 18. Telephon: 26795, 31469.( Machtredaktion): 26797 Bolichedamt: 57544 Dienstag, 8. Geptember 1931 Völkerbundstagung eröffnet. Titulescu zum Vorsitzenden gewählt. Genf, 7. September. Die Eröffnungs- Bealngen betreffend die Aufrechterhaltung des fizung der 12. Völkerbundverfam m Friedens und die Annäherung der Nationen I ung hatte im gewohnten Rahmen das bekannte irgendein Monopol befißen. Aber es wäre Treiben eines ersten Tages aufzuweisen. Die ungerecht, nicht anzuerkennen, daß die auf interDelegierten sind fast vollzähligerschienen und be- nationalem Gebiete erzielten Ergebnisse nicht die grüßen einander, die neuen Delegierten werden Früchte eines Geistes und der Methoden vorgestellt und bekannt gemacht. Insbesondere des Völkerbandes sind. Und dies zu verwird der französische Außenminister, Aristide gessen, wäre Undant. Sprechen wir es heute offen Briand, von allen herzlichst begrüßt. Punkt aus, da die Blicke der ganzen Welt auf uns ge11 Uhr erklärte der amtierende Vorsitzende, der richtet sind, daß spanische Außenminister er rong, die zwölfte Genf nicht der Ort ist, wo Wunder geschehen, daß hier nicht das gelobte Land ist, aber beweisen wir durch unsere Taten, daß nirgends glücklichere Ergebnisse eines guten Willens und eines entbundes erreichbar sind. schlossenen Geistes als im Rahmen des Völker * Versammlung als eröffnet, indem er vorher in traditioneller Rede die Arbeit zusammenfaßte, die der Völkerbund in der abgelaufenen Zeitepoche der Mandate geschritten. Vier Staaten sind durch geleistet hatte. Hierauf wurde an die Verifizierung ihre Ministerpräsidenten, 23 durch ihre Außenminister oder sonstigen aktiven Minister vertreten. England hat Lord Robert Cecil, Ungarn sucht um die Hilfe des Italien Grandi, Frankreich Briand, Japan Völkerbundes an. den Botschafter in Paris Yoshivara entsandt. Der Vertreter Desterreichs ist Vizekanzler Dr. Sachverständigen- Ausschuß soll die finanzielle Schober. Die deutschen Hauptdelegierten find Lage untersuchen. Außenminister Dr. Curtius, Botschafter a. D. Budapest, 7. September. Wie dem ungari Graf Bernstorff und Ministerialdirekter Dr. schen Telegraphenkorrespondenzbüro aus Genf Sa 11 s. Die tschechoslowakische Delegation. * Nr. 209. Politische oder unpolitische Gemeindewahlen? Mit frommem Augenaufschlag predigen mitgeteilt wird, hat heute vormittags der ungarische Delegierte Pelenyi im Auftrage der ungarischen Regierung dem Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummund eine Note überreicht, in der nach Hinweis darauf, daß durch die wertvolle und erfolgreiche Hilfe, die der Völkerbund gewährte, es Ungarn möglich war, die finanzielle Restaurierung des Landes rasch unsere Christlichsozialen, daß die Gemeindeund mit sicheren Erfolgen durchzuführen, weiters wahlen unpolitisch seien, daß es sich nur gesagt wird:„ Die Folgen der schweren Wirt- darum handeln könne, von wem die betrefschaftskrise berühren das wirtschaftliche und fende Gemeinde, in der der Wähler wohnt, finanzielle Leben Ungarns sehr empfindlich. Die verwaltet werden soll. Auch die„ Landpost". ungarische Regierung wendet sich an den Völker- das Blatt des Bundes der Landwirte, stößt in bund mit der Bitte, im Wege einer Sach ver- dasselbe Horn und sagt, daß die Wahlen in ständigen Enquete die finanzielle Ober- und Niederdorf, genau wie in SchlotLage des Landes untersuchen zu lassen. Die ungarische Regierung spricht die stadt" nicht um irgendwelche politische Dinge, aufrichtige Hoffnung aus, daß der Völkerbund, sondern eben einfach um die Verwaltung der der Ungarn in der Vergangenheit eine so erfolg Gemeinden gehen. Es wird so getan, als ob reiche Hilfe hat angedeihen lassen, auch bereit sein wir in einer Zeit lebten, da das Schicksal des wird, dem Lande auch in seiner heutigen Lage Menschen in seiner Wohngemeinde beschlossen seine hilfreiche Hand darzubieten, damit die Kon- war, als ob den Menschen nichts anginge, was tinuität der finanziellen Restaurierungsarbeiten sich außerhalb der Gemeinde in der großen auch weiterhin gesichert werde." Welt begibt. Die Note der ungarischen Regierung wurde vom Völkerbundsekretariat der heute unter dem Borsiz des spanischen Außenministers zusammentretenden Ratstagung vorgelegt. Nach kurzer Beratung beschloß der Rat, das Ansuchen an den Finanzausschuß des Völkerbundes weiter zuleiten. * Das Haager Gutachten angenommen. 3ierhut, Migre Světlit und Gesandter Verlauf nahm. teilnehmen. Reine Debatte im Böllerbundrat. Beneš zur Zollunion. und neue cine Ge= Wer die letzten Jahre miterlebt hat, wer in den letzten Jahren das Schicksal unserer Gemeinden verfolgt hat, der wird wissen, daß das Wohl und Wehe der Gemeinden, daß das, was die Gemeinde überhaupt leisten kann, a b= bängig ist von den gesetzlichen Grundlagen, auf denen die Gemeindeverwaltung beruht. Verwaltungsreform und Finanzgesetz, diese beiden mDie Tschechoslowakei werden Außenminister Dr. Beneš, Senator Stodola und Abg. Dr. seligen Taten des Bürgerblocks, von denen wir Winter als Hauptdelegierte und Gesandter nicht nur jetzt vor den Gemeindewahlen spreierlinger, Abg. Migre Světlit, Abg. chen, von denen wir noch viele Jahre reden Genf, 7. September. Als kurz vor 19 Uhr Verhandlungen zwischen den Vertretern werden, haben die Weiterentwicklung der Ge3ierhut und Senator Plaminkova als Völkerbundsrat- Borjizende, der spanische der beiden Staaten sicherlich ein Ueberein meinden und die Ausgestaltung ihrer sozialen Erjazdelegierte vertreten. Nach der Wahl des der Völkerbundsrat- Vorsitzende, Vorsitzenden wird die Versammlung zur Kon- Außenminister Zerrour den Vertreter Bel tommen erzielt werden wird. Fürsorge so gehemmt, daß auch der beste Verftituierung der sechs Kommission schreiten. In giens Sy mans, ferner den österreichischen Verwalter einer Gemeinde nicht über gewisse der Kommission für rganisations und Rechts- treter Dr. Schober und den tschechoslowakifragen wird die Tschechsolwakei durch Abg. Tr. schen Vertreter, Außenminister Dr. Benesch Grenzen hinaustam. Wir begreifen es schon, daß Agrarier und Christlichsoziale unpolitische Winter und eLgationsrat Dr. Heidrich ver aufforderte, am Ratstische in Angelegenheit des Paris, 6. Sept. Der Genfer Sonderbricht- Wahlen haben wollen, wir verstehen schon, treten sein, in der finanzwirtschaftlichen Stommif Saager Gutachtens Platz zu nehmen, sion durch Senator Stodola und Gesandten war bereits die definitive Formel vorbereitet, der erstatter des Journal" bringt ein Juterview mit warum die Herrschaften nur über die lokalen Fierlinger, in der Abrüstungskommission die unmittelbar beteiligten Delegierten ihre Zu dem Außenminister Dr. Beneš über das Ver- Verhältnisse von Ober- und Niederdorf und Dr. Benes und Abg. Dr. Winter, in der ſtimmung gaben, so daß die eigentliche Verhand- hältnis der Tschechoslowakei zum deutsch- österrei Schlotstadt" reden wollen, wir wissen schon, Budget- und Verwaltungskommission Abg. lung vor dem Völkerbundrate einen sehr schnellen chischen Zollunionsplan. Dr. Beneš legte zunächst daß diese beiden Parteien die Wähler an Verierlinger, in der Sozialfommission Abg. Der Ratsvorsitzende Lerroux teilte mit, daß Tschechoslowakei aus dem beabsichtigten Unions- waltungsreform und Finanzgesetz, sowie an Světlit und Senator Bla.minfova und in das Guachten des Ständigen Internationalen plan drohten. und sodann die international- poli- alle politischen Dinge nicht erinnern wollen. der politischen Kommission Gesandter Fier- Gerichtshofes im Haag schriftlich bisher noch nicht tischen Gründe dar, warum die Tschechoslowa- Aber gerade darum, weil diese Parteien im linger und Senator Stodola. eingetroffen ist, daß aber der Generalsekretär des tische Republik sich gegen die Zollunion stellte. Wahlkampfe mur von lokalen Dingen reden Es ist das erstemal, daß Mitglieder der Völkerbundes am 5. September telephonisch eine Die Tschechoslowakei habe immer eine den ge- wollen, gerade weil sie sich vor der Aufrollung als Anfrage an den Haager Gerichtshof richtete und amteuropäischen Interessen die politischer Fragen fürchten, werden wir dies Nationalversammlung aktiv Delegierte an den Arbeiten im Plenum und der Schriftführer des Gerichtshofes mitgeteilt nende Politit, die vom Geiste des Völkerbundes um so mehr besorgen, zumal nur eine ne re den Kommission der Völkerbundversammlung babe, daß er ein unterfertigtes und versiegeltes geleitet war, betrieben. Natürlich verteidige ich, Verwaltungsreform Eremplar über das Gutachten des Haager Gejo erklärte der Minister, die Unerläßlichkeit eines endgültige Regelung der richtshofes über die deutsch- österreichische Zoll Wirtschaftsabkommens zwischen den Staaten meinde finanzen die Gemeinden wieder Die Wahl des Präsidenten. union abgefchickt habe. Die Ratsmitglieder sind, so erklärte BorMitteleuropas, aber ich habe niemals eine sepa- zu Bahnbrechern des sozialen Fortschrittes in machen können. Der zweite Delegierte Rumäniens bei der Völkerbundversammlung, der Gesandte in sitzender Lerroug in Kenntnis der am 3. Septem dieser Hinsicht nichts ohne vorhergehende Verein-| Aber die Zeit, in der die Gemeindewahien in der 12. Böllerbundversammlung gebenen Erklärung. Deshalb besteht für den barung mit Berlin, Paris, Rom usw. verwirt- stattfinden, macht es erst recht unmöglich, daß gewählt. Titulescu fonnic 25 Stimmen auf Völkerbundsrat kein Anlaß mehr, die Prüfung licht werden könne. Wir haben den Friedensver- im Wahlkampfe nur lokale Dinge eine Rolle fich vereinigen von einer eGsamizahl von 49 ab der Angelegenheit weiter zu verfolgen. Der Vortrag von St. Germain und das Protokoll vom spielen. Das Schicksal der Menschen gegebenen Stimmen. Der ungarische Delegierte, fibende spricht im Rahmen des Rates dent Ge- Jahre 1922 unterzeichnet. Und diese internatio Graf Albert Apponhi, erhielt 21 Stimmen. richtshof den Dant aus für die rasche und voll- nalen Verpflichtungen. die wir den Buchstaben ist heute nicht mehr in erster Linie davon abDer neugewählte Völkerbundpräsident sprach ständige Regelung der ihm aufgetragenen Auf gemäß respektieren, verbieten uns, in irgend eine hängig, wie diese örtlichen Dinge in der Bein feiner Programmrede den Dank für die ihm gabe. Schließlich schlug der Ratspräsident fol Kombination gesondert einzutreten, Dr. meinde erledigt werden, sondern es ist a 5Beneš betonte dem Berichterstatter des Jour- hängig vom großen Weltgeiche zuteil gewordene Ehre aus und versprach, er gende Entschließung vor: Der Böllerbundsrat nimmt von dem Gut- nal" gegenüber, daß dieser sein Standpunkten. Jeder Tag bezeugt es aufs neue, daß werde sich auf seinem Posten bemühen, dazu beiachten des Haager Gerichtshofes über das Pro- einen Haß oder Bitterteit gegenüber wir uns in einer für die gesamte Menschheit jett einer deutsch- österreichischen Zollunion irgend jemanden enthalte. Ich habe in den beiden außerordentlich schwierigen Zeit befinden, daß Kenntnis. Der Völkerbundrat spricht dem Stän- Außenausschüssen der Nationalversammlung im wir uns an der Wende zweier gesellschaftlicher digen Haager Gerichtshof seinen Tant aus. Mit kritischesten Augenblick, wo die" ffentl ye Mei- Ordnungen befinden, daß die Menschheit eine Rücksicht auf die am 3. September im Europäi- nung ganz Europas erregt war, erklärt:„ Wir schwere Krise durchmacht, die an ihr Sein und fchen Studienausschuß abgegebene Erklärung hegen Gefühle aufrichtiger Freund an ihre Zukunft greift. stellt der Völkerbungrat fest, daß für ihn keinschaft gegenüber Desterreich und Das furchtbarste Kennzeichen dieser Krise Anlaß mehr besteht, die Prüfung der unsere Beziehungen zu Deutsch ist die Arbeitslosigkeit, die im vorigen Winter Angelegenheit fortzuseßen. land haben den gleichen Charakter." mehr als 20 Millionen arbeitende Menschen, Auf die Frage des Vorsitzenden, ob jemand Jch wiederhole dies heute, wo sich mit ihren Familienangehörgen etwa 50 Milzu dieser Angelegenheit das Wort ergreifen wolle, die ganze Angelegenheit der Liquidierung nähert. lionen, unmittelbar ergriff und von deren meldete sich niemand, so daß der Vorsitzende er- Wir brauchen uns niemals zu scheuen unsere Anklären konnte, daß der Resolutionsantrag ein- ficht offen, ohne Haß und mit gutem Willen dar- Rüdgang wir auch in diesem Sommer nicht ftimmig angenommen ist. zulegen. Da jeßt der Konflikt beigelegt ist, möge biel verspürt haben. Millionen von Menschen davon nur nachstehende glückliche Lehre bestehen stehen einem ungewissen Winter gegenüber. bleiben: Wir alle haben zusammen- wissen nicht, wovon sie leben werden, wissen arbeit und Harmonie notwendig. nicht, ob sie imstande sein werden sich und die Nur auf diese Weise wird moralische Beruhigung Kinder vor Hunger und Kälte zu schüßen. in Geist und Herzen einziehen, ohne die kein Tausende von Betrieben stehen still, aus TauFriedenswerk verwirklicht werden und dauernd senden von Schloten steigt kein Rauch mehr jein kann. Nähern wir uns gegenseitig, werfen wir ohne jeden Hintergedanken berechtigte Be- empor, weite Fabrikshallen find leer gewor fürchtungen von uns, die uns für eine Zeit be- den, einst blühende Betriebe sind zu Stätten der fallen haben. Falls wir so vorgehen werden, Kirchhofsruhe geworden. Millionen Tonnen werden wir noch um einen Schritt der europäi- von Baumwolle sind im Augenblid unverfäuf schen Konsolidierung uns nähern. lich, da eine neue, große Baumwollernte vor London, Titulescu, wurde sigenden der zutragen, daß die Arbeiten des Völkerbundes wirfiam feien. Er erwähnte dann die furchtbare Vertrauenstrije, welche die ganze Welt ergriffen habe. Sievon set vor allem die Finanzwelt betroffen worden und es bestehe die Gefahr, daß die rise allmählich auch auf alle übrigen Wirtschaftszweige über greife. Wenn ich hier von allen Seiten höre", fagte Titulescu, daß das Flämmchen des Ver trauens am Erlöschen ist, dann würden wir unsere Aufgabe nicht erfüllen, wenn wir nicht durch schnelle und sichtbare Taten den Völkern beweisen wollten, daß das heilige Feuer von Genf feineswegs in Gefahr sei, zu verlöschen Der Völkerbund stellt vor allem einen wirt Damit war die heutige Tagung des Rates beendet. Der Konflikt Bulgarien- Griechenland vor dem Nat. und daß es, wenn es noch nicht mächtig genug ist, um die Welt zu erwärmen, doch stark genug ist, um sie zu erleuchten und zu führen. lich internationalen Geist dar, den wri für uns Genj, 7. September. Die strittige bulga gewinnen, wenn wir uns andauernd an den risch- griechische Angelegenheit nahm heute Genfer Arbeiten beteiligen. Haben wir ihn aber einen breiten Raum in den Beratungen des einmal gewonen, dann nehmen wir ihn als ein Völkerbundrates ein. Sowohl Venizelos als uns. mögen wir gehen, wohin auch Malinow ergriffen einige Male das immer. Wir behaupten nicht, daß wir in allen Wort, Briand fündigte an, daß durch direkte Kleinod mit Seit« 2 Dienstag, 8. September 1931. Nr. 209. Unentbehrlich für den Gemeinde wahlkampf: Wahlnummer der Tribüne Inhalt: Emil Aranzel: Die Gemeindewahlen— eine Kraftprobe. Josef Hofbauer: Der Wiener Kongreß. Robert Wiener: Verwaltungsreform n. Selbstverwaltung. Bruno Grund: Die Finanzprobleme der Selbstverwaltung.* Theodor Grnschka: Gesundheitspolitik in der Gemeinde. Adolf Schmidt: Unsere Aufgaben in der Landgemeinde. Katia Gerber: Frauen und Gemeindrwahlen. I. W. Brügel: 20 Monate Sozialpolitik. 48 Seite«! Die umfangreichste Wahibroschiirc. Jeder Vertrauensmann mutz im Besitze dieses Heftes sein. der Tür steht. Ebenso sind die Getreidespeicher Amerikas und Kanadas, Argentiniens und Rußland- überfüllt, Brasilien erstickt in seiner Kaffee-Ernte, es gibt zu viel Hopfen, Gerste und Hafer, einen Ueberfluß an Metallen, wie er noch nie da war. Dazu kommt die furchtbare Kreditkrise in einer Reihe von Staaten, Bankenkrachs in Nord- und Südamerika, in Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Rumänien, welche Industrie und Landwirtschaft auf das schwerste gefährden. In den letzten Wochen tritt noch verschärfend hinzu die Krise der Staatsfinanzen, wie in England, Deutschland, Oesterreich, Jugoslawien, fast alle südamerika- nifchen Staaten sind bankerott, Australien und Ncu-Seeland haben einen Teil ihrer Zinsenahlungen eingestellt, knrz, an allen Ecken und Enden der Welt brennt es, unsere ganze Wirtschaft ringt mit der schwersten Krise. So muß einem die Zukunft der Menschen bei Weiterbestand des kapitalistischen Systems in schwärzestem Lichte erscheinen. Gibt es überhaupt noch jemanden, dessen Einzelschicksal nicht non dem Schicksal der Welt mitbeeinflußt wird? Gibt es Noch einen Arbeiter, ob er jetzt arbeitslos ist oder noch arbeitet, dessen Lebensverhältnisse unabhängig sind von der Lage der Weltwirtschaft und den politischen Machtverhältnissen in der Welt? Gibt cs noch einen Bauer, dessen ganzes Sein nicht abhängt von den Notierungen der Weizenpreise an der Börse von Chicago oder von dem Umfang des Roggenexportes der Sowjetunion? Leben wir denn noch in den Zeiten, da der Mensch ganz eingekapselt war in seinen bäuerlichen Betrieb, von dem er lebte und mit der übrigen Welt keinen Zusammenhang hatte? Gibt es noch einen Ausweg für den einzelnen Arbeiter, für den einzelnen Bauer, für die einzelnen Gemeinden oder muß nicht die Menschheit gemeinsam einen Ausweg aus der Weltwirtschaftsnot suchen, um der drohenden Katastrophe zu entrinnen? Immer mehr hänfen sich die Stimmen, daß dieser Ausweg nur eine andere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sein kann, immer mehr verzweifeln die Kapitalisten» selbst daran, daß der Weiterbestand der kapitalistischen Wirtschaftsordnung möglich sei, immer notwendiger wird die Organisation der gesamten Weltwirtschaft, die Verdrängung der kapitalistischen Anarchie durch eine organisierte Planwirtschaft, durch den Sozialismus. Je mehr wir den Menschen diese Erkenntnis bei-. bringen, je mehr wir sie für den Sozialismus gewftinen, je stärker der Einfluß der Sozialdemokratie überall dort ist, wohin die Bevölkerung ihre Vertreter entsendet, desto rascher wird die Menschheit diese schwere Krise überwinden, in der sie sich gegenwärtig befindet. So sind uns die Gemeindewahlen nichtnureinKampfumlokaleAn- gelegenheiten, scnderneinKampf um den Sozialismus. scheu Systems erklärt, könnte sich ein weiteres und sehr originelles Verdienst erwerben, Wenn er uns mitteilte, w o und w i e seine Partei schon jemals gegen die Konzentration des Kapitals„gekämpft" hat und wie sie weiter dagegen zu„kämpfen" gedenkt. Aehnlich ernst zu nehmen sind auch die schönen Worte der ArbeitS« und Wirtschaftsgemeinschaft gegen Maßnahmen zu weiterer Proletaristerung der Privatangestellten und für den sozialen Fortschritt. Diese Partei bekämpft— es tut uns nur nicht sehr weh— die Sozialdemokratie, wo immer sie nur kann— und damit ist schon gesagt, in welch guter Hut bei ihr die arbeitenden Menschen aller Art und der soziale Fortschritt ständen!„Die Partei", heißt es schließlich unter anderem,„verwirft den Klassen kampf". Nämlich den der Arbeiter. Den der Bürger betreut sie selber nach Kräften mit. Eigentlich verdiente em proletarisch lebender Mensch, der diese Partei wählt, die bitteren Enttäuschungen, die er da erleben muß! Kranlenverficherimg und Wirtschastr- krise. Resolution des Krankenkassen ko ngresses. Die fünfte Generalversammlung der Internationalen Zentralstelle von Verbänden der Krankenkassen und Hilfsvereine hat im Namen von 33 Spitzenverbänden von Krankenkaffen und zur Besorgung der Krankenversicherung berufenen Anstalten beschlossen: Selbst die vorgeschrittensten Krankenversicherungsgesetze gewährleisten durch ihre Gelbund Sachleistungen und durch vorbeugende Maßnahmen nur«in M i n d e st m a ß wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schutzes; soll die Krankenversicherung ihren Zweck erfüllen, darf an diesem Mindestmaß nicht gerüttelt werden. Die Aufwendungen der Krankenversicherung werden von der Wirtschaft getragen. Dafür gewährleistet die Krankenversicherung der Wirtschaft Arbeitskräfte, deren ErzeugungS- und Per- brauchSkraft durch die Versicherung erhöht wird. Die Leistungen der Versicherung müssen den. Bedürfnissen der Versicherten ange paßt sein. Die Wirtschaftskrise vermiiiderl die Einnahmen der Versicherung durch Beitragsausfälle infolge von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, infolge von Senkungen des Grundlohnes, infolge von Betriebseinstellungen und schleppender Beitragszahlung. Die Wirtschafie- krise erhöht die Aufwendungen der Krankenversicherung, die von notleidenden und in ihrer Gesundheit gefährdeten Arbeikslofn und Kurzarbeitern in Anspruch genommen wird. Auch die Herabsetzung der Lebenshaltunz der Versicherten und ihrer Angehörigen führ«'n erhöhten Anforderungen au die Krankenversicherung. Dazu kominr in vielen Staaten die unaufhörliche Steigern:: s der Aufwendungen für Aerzteyonorar und Arzneiversorgung. Di« Generalversammlung erhebt ihre warnende Stimme und weist die Regierungen und die gesetzgebenden Körperschaften auf die G e- fahren hin, di« aus jeglicher Verminderung des den Arbeitnehmern gewährten Versicherung«.< schütze» gerade im Zeitpunkt der Krise, w» bk Versicherten und die Wirtschaft am meisten der Versicherung bedürfen, entspringen würden. Willkürliche Drosselungen durck« zweckwidrigen Beitragsabbau, durch Beichrän- knngen lebensnotwendiger Geld- und Sachleistungen und durch Beseitigunq der Gesundheitspflege würden die wirtschaftlichen und die gesundheitlichen Gefahren der Wirtschaftskrise nur noch v e r vemeindewahlen und christliche Nächstenliebe. Die„Deutsche Preffe" hat die„weltanschauliche Bedeutung" der Gemeindewahlen erkannt und zeigt uns, worum es in dieser ernsten Zeit eigentlich geht. Um die Arbeitslosenunterstützung? den Mieterschutz? die Sozialversicherung? Nein, es geht um die Weltanschauung im allgemeinen und im besonderen um Kirchenbauten: „Wenn es da zum Beispiel von einer großen Industriestadt an der Elbe hieß, daß die Stadtvertretung sich weigere, die notwendigsten Reparatur-Arbeiten an der allmählich verfallenden Stadtkirche vornehme» zu lassen, ging es nicht bloß um einen Partristreit. Dieser Fall und zahlreiche andere zeigten, daß eine bestimmte, in unseren deutschen Gemeinden herrschende Klique keinen Sinn Mehr für religiöse Werte hat. Was das bedeutet, darüber sind sich vielleicht die Katholiken noch nicht recht klar. Es geht ja nicht bloß um dos Aeußerr, um das baufällige Aussehen dieses«der jenes Kirchengebäudes, sondern es geht um die Kirch« als mütterlichen Urboden religiösen Lebens." Ja, warum richten die Herren, denen so viel an der Kirche liegt, diese nicht selbst her? Wenn doch angeblich die große Mehrheit der Bevölkerung die Kirche der Herren Ciriaci und Hilgenreiner noch immer für die allein sekigmachende hält, warum braucht man dann Staat und Gemeinde zum Kirchenbauen? Wenn die Klerikalen sich darüber aufregen, daß zu wenig Kirchen gebaut werden, so regen sich andere^ und wir bekennen uns zu ihnen, z. B. darüber auf, daß Prag, die Stadt der hundert Kirchen, dauernd neue erhält, daß man gegenwärtig an der Vollendung eines Millionen verschlingenden Kirchenbaues in den Weinbergen arbeitet, in fast sämtlichen Vorstädten neue Kirchen errichtet hat oder plant. Wir glauben, daß der christlichen Nächstenliebe und dem Geiste des Christentums durch Errichtung von Waisenhäusern oder Altersheimen weit bester Genüge getan würde. Wenn die Kirche aber schon Geld genug hat, solche Prunkbautrn zu errichten,»nährend Hunderttausende hunger», so nehme sie nicht noch das Geld der Gemeinden, das für menschlichere und sittlichere Zwecke da ist, für ihre Krrchenbau- ten in Anspruch! Und tvenn die„Deutsche Presse" damit hausieren geht, daß der Geburtenrückgang bei den KonfeffionSlosen am stärksten ist, so möchten»vir sie darauf aufmerksam machen, daß diese vielleicht zualeich die Aermsten, die AvbeitS-, die Wohnungslosen sind; das erklärt dann beides: ihr Abrücken von einer Kirche, die diese herrliche kapitalistische Ordnung verteidigt, und ihre Kinderlosigkeit. Mehr Wohnungen, weniger Kirchen bauen, Herr Hrlgenreiuer, das-wird den Nachwuchs mehren!(Und nebenbei: weniger auf den .Kubat hören, der doch die Vorgänge, die zur Geburtenhebung dienen, streng verpönt!) Schließlich hat das Blatt der Herren, die uns die Selbstverwaltung genommen haben und die Sozialversicherung zerstören wollten, die Stirn, folgendes zu schreiben: „Das katholische WohlfahrtSwesen setzt gerade dort ein, wo die öffentlichen Einrichtungen, Wie ! Sozialversicherung, Krankenversicherung usw. ver- sageii. Wo die Macht der Paragraphen und des . Bürokratismus versagt, dort setzt die Tätigkeit, der christlichen Liebe ein. Leider mußten wir auch in dieser Hinsicht erleben, daß ge- j rade von sozialistischer Seite, die doch allen Grund hätte, eine soziale Sache zu unterstützen. Es müßte aber nicht erst einsctzen,»venn die christliche Gesinnung so weit ginge, öftentliche Einrichtungen zuzulasten! Warum hat man denn die K a p i t a l i st e n nicht auf die christliche Liebe und auf Gottes Vorsehung verwiesen, sondern ihnen die Steuerreform auf höchst irdische Weise spendiert?! Ausgerechnet die Arbeiter sollen immer auf die christliche Liebe warten, die es doch erwiesenermaßen vorzieht, dem Nuntius Paläste zu kaufen, statt das Geld den Armen zu geben! Das Christentum der Herren Christlichsozialen hätte sich zeigen müssen, als sie über die soziale Gesetzgebung und über die Selbstverwaltung entschieden. Den Geldsack gesetzlich schützen und den geprellten armen Mensche» auf die chrrst- liche Liebe verweisen, mit der man ihm schon bei« springen werde, das ist eine Politik, der das Volk erfreulicherweise heute wenig Verständnis»nehr entgegenbringt. Das Wahlvrogramm der Ach. und Weh-Gemeinschaft. Das„Prager MontagSblatt" hat Führer einiger deutscher Parteien über deren Gemeinde- wahlprogramm auSgefragt; für die Deutsche Aroeits- und Wirtschaftsgemeinschaft antwortete deren Abgeordneter Dr. Peters. Nach seiner Meinung verficht diese Partei daS Programm der „nationalen Selbstverwaltung". Wahrscheinlich hat Herr Dr. Peters schon vergessen, daß seine Partei im Jahre 1929 zusammen den Wahlkampf gegen uns zusammen mit den Landbundlern führte, die nach Spinas eigenem harten, aber treffenden Wort der Selbstkritik die Totengräberarbeit an der Selb st Verwaltung mitgemacht haben und mit zu verantworten haben. Wenn das Programm dieser ach und weh so armseligen Gemeinschaft weiter die„Zusammenfassung der städtisch-bürgerlichen Schichten" fordert,„urn ein Zwischenglied zwischen dem Marxismus und dem AararismuS zu schaffen", so will das nur besagen, daß sie nach wie vor die besonderen„städtischen" Interessen des Kapitalismus vertreten will und wird.„S«e"(nämlich seine Partei), sagt Dr. Peters,„hält an der Privatwirtschaft als der regelmäßigen Betriebsform fest, bekäinpft aber die Zusammenballung monopolartiger Gewalt in der Hand weniger Individuen". Herr Dr. Peters, der hier also in dankenswerter Weise sein Parteichen als Stütze des immmer mehr verkrachenden privatkapitalisti- 62 «Nachdruck verboten.) Pfette aus dem Jenseits. Von Hans-Herbert Varien. Copyright Steinet& Co.. Berlin NW. 6. „Das stimmt auch. Eines Nachts, als die Offiziere völlig betrunken in dem Offizierszelt int festen Schlafe lagen, zeichnete er die« Mal auf bar, wenn viele Körperteile in Berührung mit dem er diese Male austrug. Sie wurden erst sichtbar, wen diese Körperteile in Berührung mit Wasser kamen. Am nächsten Tage badete der Commander mit seinen Kameraden., tableaü.." Mir ist nur das eine völlig unerklärlich, wie er diese Pfeile den Leuten in den Hals jagen konnte,,ohne das der Verdacht auf ihn fiel. Er wäre sicher gelyncht..." „Als freier Inder war es ihm möglich, selbst Zutritt zu dem Offizierskorps zu finden. Er war unerhört reich, denn er kannte die Dia- manffundstelle. Niemand war lieber bei den Offizieren gesehen als Ah-Sing. Niemand hatte eine Ahnung, daß er irgendwelche Beziehungen zu den Da-ri-hagS gehabt hatte. Er schoß dann alle Offiziere, die er gezeichnet hatte, mit den vergifteten Blaspfeilen ab." „Wie konnten seine Pfeile durch Mauern dringen. Der Commander erzählte mir einen Fall..." „... den des Leutnants Ribiera. Gewiß! Bing erzählte mir auch davon. Dieser Ah Sing war ungeheuer geschickt. Er hatte den Sekt gestiftet, der in die Zelle RibieraS gebracht wurde. Zwischen dem Glase und dem Korken der Setk- flasche brachte Ah Sing den kleinen vergifteten Pfeil an. Als Ribiera den Draht an bent Sektkorken löste, flog der Pfeil, von dem Druck der Kohlensäure hochgerissen, an den-Hals Ribieras. Das war natürlich ein Zufallstreffer. Ah Sing hatte nur gedacht, daß sich Ribiera irgendwie an den« Pfeil verletzen würde. Die geringste Verletzung mit dem vergifteten Pfeil hätte ja auch, schon die gleiche Wirkung gehabt..." „Und die anderen Offiziere?" .. erledigte er auf sehr geschickte Art und Weise. Er besaß einen Spazierstock, der in Wirklichkeit ein Blasrohr tvar. Niemand kam darauf. Diesen Spazierftock konnte er überall mit hinnehmen. Ans diesem Spazierftock blies er den Tod..." Aber warum erschoß er Lundberg und Torre und den Commander nicht schon drüben?" Diese drei waren drüben die Gebrüder Car- ruther. T-ieS ist ihr tvirklicher Name. Die beiden Brüder, die sich hier Lundberg und Torre nannten, waren gleich mit dem Anteil ihrer Beute nach Rückkehr der Expedition geflohen. Das was eigentlich gegen die Abmachung, dir die Offiziere untereinander getroffen hatten. Die Offiziere wollten erst nach einem Jahr mit ber Auflösung ihres Korps beginnen, um jeden Verdacht zerstrelren zu können. Es hätte ja hier oder da doch etwas von bem großen Diamantendieb- ftabl laut werden können. Nur die Heiden Carruthers»«achten sich gleich aus dem Staube. Der dritte Bruder, vielleicht der Anständigste. blieb. Diese beiden tvaren also Ah Sing gleich in« Anfang entkommen und auch der Coinntandtr floh, als die ersten Pfeile töteten..." „Warum aber verfolgte Ah Sing nicht selbst die Gebrüder Carruther. Warum mußte Bing die Rache vollenden?" „Ah Sing warf eine Lähmung nieder. Er kaufte sich ein großes Anwesen in Bloomfontain und erzog Bing zu seiner Lebensaufgabe.... der Rache an den Brüdern Carruther. Bing lernte reiten... boxe».... schießen... und besonders Pfeile blasen... Er lernte alles nur mit dem einen Ziel vor Augen.,, Rache!... Rache!..." „Und wie geschah der Mord an dem Commander!" fragte Clay. „Mord?... Ich möchte eS nicht ganz als Mord bezeichnen. Ich würde es nur Vergeltung nennen. Aber darüber wollen wir nicht streiten. Bings Pfeife tvar in Wirklichkeit nach ein prächtiges Blasrohr. Eine geniale Erfindung des Inders. Nachdem er den Todessang der Da-ri-hags gespielt hatte, entsandte er aus dem gleiche«« Instrument den tödlichen Pfeil. Auch die Schlangen und das Kästchen waren aus der Heimat rnitge- bracht. Alles war für die Rache vorbereitet gewesen." „Wußte«« denn die Brüder Carruther nie, wer Bing war?" „Nein, sie wußte,« erst, daß Bing der„Rächer" sein müsse, als er auf der Flöte den Todessang der Da-ri-hags spielte. Sicher wußten sie da, wer ihr Feind war." „Warum fprach der Continander aber nicht. Er sagte mit seinen Auge««... fragen Sie L... also Lundberg. Warum nannte er nicht klipp und klar den Namen Bing?" „Weil das wahrscheinlich doch auch das ganze verwerfliche Spiel der Gebrüder Carruther aufgedeckt hätte. Sie hatte» ja auch nur deshalb falsche Namen angenommen, um den Diaman- tcnraub verbergen zu können... Sie tauchten plötzlich hier in der Stadt auf, als reich« Leute. Niemand forschte nach ihnen. Niemand lvußte von ihrer Vergangenheit, und das«vollten sie auch..." „Säumt benahmen sich Lundberg und Torre mir gegenüber auch so feindlich. Aber ich verstehe nicht, warum der Commarrder mich dann überhaupt hinzuzog?" „Es werden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Brüdern gewesen sein... Der Commander hoffte vielleicht doch auf irgendwelchen Schutz durch Sie und Ihre Leute..." „Wer aber schoß nachher dem Commander die Kugel In die Stirn?" „Bing erzählte mir, daß er selbst das getan habe. Sie schickten ihn zum Telephonieren. Er benutzte diesen Moment. Er lief in die Etagc über dem Zimmer, wo der Commandre lag. Bing war ein vorzüglicher Turner. Er verankerte seine Füße in dem Eisengitter des Balkons, der eine Etage hoher vor dem Fenster dieses Zimnvrs lag. Mit de«n Kopf nach unten hing er so vor dem Fenster. Bon hier aus schoß er dem Commander die Kugel!n die Stirn." „... und Sie meinen, die Attentate, die dann von seilen Torres und Lundbergs verübt «vurden, galten nicht mir, sondern Bing?" „Ohne Frage. Die Brüder Carruther handelten schnell und flrupellos. Sie hatten einige treue Leute aus ihrer Dienerschaft zur Verfügung. Mit allen Mitteln versuchten sie, Bing unschädlich zu machen; das Sie stets mit Bing zusammen waren, war ihr persönliches Pech..." „Aber wozu das Bombenattentat im Lundberg-Palais?" „Das war eine Komödie, die nicht Ihnen, sondern Bing galt. Als Sie am Tor des Palais erschienen und über die Tür kletterten, telephonierte der Pförtner, der auf der Lauer gelegen hätte, ins Palais, daß Sie kämen. Diese Attentatskomödie wurde nur ausgeführt, um den Glauben zi« erwecken, daß Lundberg bereits tot sei... an einem Toten kann man keine Rache mehr nehmen. Dies tvar wohl ein alter Plan der Brüder Carruther für den Fall, daß die Bergan gei«helt gegen sie aufftehen würde. Bing durchschaute jedoch sofort das Manöver und ahnte, daß der lebende Lundberg in einer Verkleidung durch das geheime Pförtchen entfliehen würde." „Und dann schoß Bing auch am nächsten Morgen den Pfeil auf Lundberg ab?" „Ja... Bing wußte ja gleich, wer der Neger war.-Er hatte ihn gleich erkannt. In der aufgerollten Zeitung, durch die hindurch er Sie anrief, war das tödliche Blasrohr verborgen.? (Schluß jolgt.) r Nr. 209. schärfen, die Verbrauchstraft der versicherten Bevölkerung einschränken und zu einer Vertiefung der krije jühren. Dienstag, 8. September 1931. Der Deutsche Gewerkschaftsbund in der Tschechoslowakei im Jahre 1930. Mitgliederzunahme 7666. Ausgaben für gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstüßung über zehn Millionen Kronen. Seite 3 Aufruf an die Jugendgenossen! Ju wenigen Wochen werden in den meisten Gemeinden unseres Staates die Vertretungen neu gewählt. Diesen Wahlen kommt eine ganz besondere politische Bedeutung zu. In einer ungemein schweren Zeit, in der das kapitalistische System jeine Ohnmacht erweist und Millionen Menschen in entjeßlichstes Elend stürzt, besteht Die Krankenversicherung stellt den Grundjazz der Wirtschaftlichkeit voran; sie strebt eine bessere organisatorische 3u sammenfassung an und fordert rationelTere Gestaltung des ärztlichen Dienstes in der allgemeinen Praxis als auch im Krankenhaus sowie Entlastung von den ihr nicht zufommenden Soeben ist der Jahresbericht der Zentral- Der Abwehrkampf gegen die Folgen der auch die Gefahr, daß Hoffnungslosigkeit und BerAufwendungen. gewerkschaftskommission des Deutschen Gewerk- Wirtschaftskrise fand seine Steigerung durch zweiflung den Blid trüben und Bewegungen als Die Generalversammlung hält fest an der schaftsbundes für das Jahr 1930 erschienen. Der einen neuerlichen Versuch der Unternehmer, diese Retter und Helfer erscheinen lassen, die in Wirkungeschmälerten Aufrechterhaltung des Grund- Bericht geht davon aus, daß das Jahr 1930 als Zeit zum Lohnabbau zu mißbrauchen. Verbände lichkeit die Todfeinde der Arbeiterklasse sind. Diesatzes der Selbstverwaltung der Ver- ein ausgesprochenes Krisenjahr bezeichnet wer- und Zentralgewerkschaftskommission haben dieser Verwirrung fallen vor allem die schwer geficherungsträger durch Versicherte und deren Ar- den muß. So stand denn auch die Tätigkeit des fer Absicht mit teilweijem Erfolg entgegen- prüften Kreise der proletarischen Jugend zum beitgeber. Je schwieriger die Verwaltung der Deutschen Gewerkschaftsbundes größtenteils im gewirkt. Insgesamt hat sich die Zahl der Lohn Opfer. Es ist hier die Aufgabe der sozialistischen Frankenversicherung, um so stärker das Verant- ungünstigen Wirtschaftslage. Aus diesem Teile vermindert. Die statistischen Tabellen des Be Mahner zu sein, damit die Entscheidung fällt ju 3eichen der Abwehr der Auswirkungen dieser bewegungen gegenüber dem Vorjahre natürlich Jugend, Wegweiser zu sein einer neuen Zeit, zuwortungsgefühl, um so wichtiger die Idee der der Tätigkeit nahm in größtem Umfange der richtes belehren uns, daß die Zahl der Aus- gunsten des Aufstieges der Arbeiterschaft. Selbstverwaltung. Je schwerer die Wirtschaftsnot und die Le Kräfte in Anspruch. Wenn wir," so heißt es Lohnbewegungen 414 mit 157.523 Beteiligten, munistischen Lafaien und dem tapiKampf um die Arbeitslosenfürsorge Zeit und sperrungen 2 mit 1015 Beteiligten, die Zahl der Kampf dem Fascismus, seinen fombensbedingungen der Arbeiterschaft, ut m jo not wörtlich, im Berichte des Vorjahres auf die die Zahl der abgeschlossenen Verträge 1138 mit talistischen System, dem Nußnießer der wendiger ist die Krankenversiche Aenderung der politischen Konstellation im 58.327 Beteiligten betrugen. Zersplitterung der proletarischen Kräfte. rung. Staate verwiesen und angesichts der schon stark Aus der innern Tätigkeit des Bundes ist Die sozialistische Jugend steht in einsehenden Wirtschaftskrise unsere Hoffnung in hervorzuheben, daß die Reorganisation den kommenden Kämpfen in der vordersten so nen im Berichtsjahre durch Konferenzen in fchaft. Sie wird ihre ganzen jungen Kräfte einder Kreisgewertschaftskommissio- Rampffront der sozialdemokratischen Arbeiterallen Kreisgebieten ihren Abschluß fand. Es feßen für den Sieg des internationalen Sozia bestehen nunmehr 18 Kreisgewertschaftskommis- lismus. sionen, von denen 15 durch subventionierte Funk- So ruft der Vorstand des Sozialistischen Jus tionäre betreut werden. gendverbandes die gesamte proletarische Jugend Die Zahl der Verbände, die dem Bund auf: Sei bereit! Rämpfe in den Reihen des angeschlossen sind, beträgt, wie schon hervor- Sozialistischen Jugendverbandes für die sozialgehoben, 22. Die in 1604 Ortsgruppen 211.672 demokratische Partei. Der Sieg der sozialdemo Verhandlungen mit Brüning zum Teil erfolgreich. 11 Heute Gizung der sozialdemokratischen Siesen sozialistischen Fortschritt festen, johat Reichstagsfraktion. uns die Erfahrung dieses Jahres darin Recht gegeben. Nur dadurch, daß dem Kampfe der freien Berlin, 7. September.( Eigenbericht.) Gewerkschaften der sozialistische Einschlag in Die anfangs voriger Woche vertagten Ver- Regierung und Parlament zu Hilfe kam, handlungen zwischen den Vertretern der gelang es Positionen zu schaffen, welche fozialdemokratischen Reichstagsfraktion tansenden Arbeitern und Angestellten wenigund der Reichsregierung wurden heute stens ein füimmeerliche Dasein sicherten." fortgesezt. Die Verhandlungen gelten im Es wird sodann ein Ueberblick über die wesentlichen der Abänderung der Juli- Notver- sozial- politische Gesetzgebung des Jahres und Mitglieder vereinigen. Davon entfallen auf fratischen Partei ist auch der Sieg der arbeitenordnung. Der Reichskanzler hat in Aussicht ge- die Tätigkeit der dem Deutschen Gewerkschafts- Böhmen 165.662, auf Mähren 29.069 und auf den Jugend. ordnung. Der Reichskanzler hat in Aussicht gestellt, daß die schlimmsten Härten vor Zusam- bund angeschlossenen 22 Verbände gegeben. Im Schlesien 16.804. Die Gesamteinnahmen der stellt, daß die schlimmsten Härten vor Zusam Vordergrund stand natürlich die Unter- Verbände betrugen K 31,706.943.01, die Gementritt des Reichstags beseitigt werden mentritt des Reichstags beseitigt werden stüßung der arbeitslosen Mitglie famtausgaben K 28,773.833.39, das Gesamtversollen. Ferner wurde verhandelt über die Arder. Die Ausgaben der Verbände für Gewert- mögen K 28,752.744, wobei bei den finanziel beitslosenhilfe, die Kriegsbeschäschaftsunterstützung betrugen K 10,078.388.50, len Verhältnissen kein Bericht vorlag vom Verdigtenfürsorge und die Wiederherstellung der Staatsbeitrag K 21,257.049.65, andere Aus- band der Land- und Forstarbeiter und vom der tariflichen Rechte der in öffentlichen gaben K 1,277.961.18, insgesamt K 32,613.653.48. Verband der Bankbeamten. Unternehmungen beschäftigten Arbeiter. Neber das Ergebnis der in wichtigen Freundschaft! Der Verbandsvorstand des Sozialistischen Jugendverbandes. wurden. Die Demonstranten gaben jedoch diesen ihren Plan nicht auf und unternahmen ant Abend zwei neuerliche Versuche, das Zentralgefängnis im Sturm zu nehmen. Dabei Bunften positiven Verhandlungen Die neue Freidenter- Internationale.[ permocht hätte. Wir werden, fuhr Hayday wollten sie stets das Militär überraschen, über hat der Vorstand der sozialdemokratischen Reichsfort, uns an feinem Versuch beteiligen, die die Nachbardächer ins Gefängnis kommen, um Reallöhne der Arbeiter zu kürzen. Dann das Haupttor des Gefängnisjes zu öffnen. Ein Appell an das Bolt ist notwendig, um das Auch diese Versuche wurden durch das Militär durch die letzten Ereignisse entstandene politische verhindert. Turcheinander zu beseitigen. Unions- Generalsekretär Citrine sprach tagsfraktion beraten, welcher die Haltung seiner Vorsitzender Tervane, Sekretär Prof. Hartwig. Vertreter billigte. Gig in Prag. Desterreichischer Gewerkschaftsfongreß. 21. bis 25. September. Im übrigen diente die Sigung des Vorstan Berlin, 7. September. Der internationale des der Borbereitung der am Dienstag stattfin Freidenkertongreß stimmte heute nach denden Sitzung der Reichstagsfraktion, welche sich dreitägiger Verhandlung einstimmig der Grünnicht nur mit den langwierigen Verhandlungen dung der neuen internationalen Freidenkerunion über die Finanzkrise. Die finanziellen Schwie die Aufständischen in Chile kapitulieren. mit der Reichsregierung, sondern auch mit der zu, die die beiden bisherigen Freidenker- Inter- rigkeiten Deutschlands, Oesterreichs und UnSantiago de Chile, 7. September. Nach einer fünftigen Politik der jozialdemokrati- nationalen zusammenschließt. Präsident ist der garns hatten auch auf die finanzielle Situation schen Fraktion und der Ueberwindung der Wirt Borsigende der bisherigen Brüffeler Freidenker- Englands Einfluß gehabt. Es fei aber no de Chile wird jetzt ofiziell bestätigt, daß die not- Meldung der Afsoiatet Breß aus Santiago schaftskrise befassen wird. Internationale Tervane und Generalsekretär werdig, Ruhe zu bewahren. Wenn etwas die der Regierung wird ein geben hat. In neues der Union ist der geistige Leiter des bisherigen ausländider Gläubiger in ihrer Ueberzeugung meuterische Flotte sich bedingungslos er Wirtschafts- und Finanzprogramm internationalen Proletarier- Freidenker- Verbandes von der Stabilität des britischen Krebites wanexivogeit, mit welchem das Wirtschaftsleben wie- Professor Hart wig. Zum Sig dern enen Orga- feb med en förine, dann könne dies einzig die der in Gang gebracht werden soll. Ueber die Ein- nisation wurde Prag gewählt. Auf dem Rongreß Kampagne sein, die die Anschauung verbreitet, zelheiten herrscht noch feine Klarheit, weil sich waren die Freidenker- Organisationen von Defter daß Großbritannien dem finanziellen Ruin zu augenblicklich noch nicht die Entwicklung der näch reich, der Tschechoslowakei, Deutschlands, Frank steuere, da es durch den Aufwand für die sten Zeit voraussehen läßt. Während vor fur reichs, Belgiens, Hollands, der Schweiz, Polens, Arbeitslosenunterstützung überlastet sei. zem der Reichskanzler dem Vertreter eines Blat- Luxemburgs und Portugals vertreten. Den tes erklärte, daß man im Winter mit einer Ar- italienischen und lettländischen Vertretern war beitslosenziffer von 6 bis 7 Millionen rechnen die Ausreise verboten worden. Die amerikanischen müsse, ist man in Wirtschaftst en geneigt, mit Delegierten fonnten wegen der dortigen Wirteiner geringeren Zahl zu recgiven. Manichaftstrife nicht erscheinen. ist der Auffassung, daß die wesentlichste Aufgabe die Bereitstellung von Mitteln für arbeitsfähige Unternehmungen ist, womit match die Kreditpolitik der Reichsbank in jüngster Zeit in Einklang steht. Sozialistische Partei Bolens in verschärfter Oppofition. Der Vorstand des Bundes der Freien Geiverkschaften Lesterreichs hat beschlossen, den XI. ordentlichen Gewerkschaftstongreß für die Zeit vom 21. bis 25. September 1981 nach Wien einzuberufen. Um den Kopf von Gurtins. eBrlin, 7. September. Die Gerüchte über die Krise im Amte des Reichsaußenministers wollen nicht verstummen. Im Gegenteil, fie neh- Als Tagesordnung schlägt der Bundesvor men immer größeren Umfang an. An amtlicher stand vor: 1. Gröffnung. 2. Begrüßungen. Stelle wird in dieser Hinsicht auch weiter 3 t3. Wahl der Mandatsprüfungsfommission und rüdhaltung geübt, was allem Anschein nach der anderen Kommissionen. 4. Berichte: der Karl Warschau, 7. September. Der Haupt- darin liegt, daß der Reichskanzler tatsächlich mit a) Tätigkeit des Bundes( Berichterstatter: JoStlar ist man sich auch nicht über die Frage ausschuß der polnischen sozialistischen dem Tert der Kundgebung Dr. Curtius in hann Schorsch); b) Presse( Berichterstatter: der Versorgung der Arbeitslosen mit Natura Partei hielt heute in Warschau Beratungen Genf über die Zollunion nicht überein- Eduard Straas); c) Staffe( Berichterstatter: NoTien. Während die Agrarier überhaupt an ab, in denen die Stellungnahme der Partei gegen- it i m m 1, namentlich nicht mit der Motivierung hann vitannics); d) Frauenjektion( Berichtstelle der Unterſtüßungen Naturalverpfle über der Regierung durchberaten wurde. Nach dieser Absage. In diesem Sinne wird auch die erstatterin: Anna Boschet); e) Lehrlingssektion gung jeben wollen, wird von anderr Seite längerer Debatte wurde die bisherige oppo- plösliche Abreise des Statssekretärs im Ministe( Berichterstatter: Anton Brokich); f) Montcolle vorgeschlagen, nur einen Teild: Unterſtüßung fitionelle Taltit des parlamentarischen rium des Auswärtigen von Bülow nach Genf( Berichterstatter: Josef Weffely). 5. Die wirtin Naturalien zu leisten. Die Sozialdemokratie Klubs der sozialistischen Partei gegenüber der ausgelegt. Die offizielle Darlegung, derzufolge fchaftliche und die soziale Lage Desterreichs Verschär- Bülow( Berichterstatter: Dr. Sari Renner). 6. Dis ſteht auf dem Standpunkt, daß weder das Regierung gebilligt und eine Berschär. Bülow nur bezwecke, in Genf über die Vor- chaftliche und die soziale Lage Oesterreichs französischen soziale Gesetzgebung( Berichterstatter: Stephan eine noch das andere in Frage kommt, ug der Opposition in der Zukunft anempfoh- bereitungen des Besuches len. In einer Resolution fordert schließlich der Staatsmäner in Berlin zu verhandeln, und keine Suppert). 7. Probleme der Arbeitslosigkeit fondern daß neben der Unterstüßung noch dielen. 8. Beistellung von Koble und Kartoffeln erfolgen Hauptausschuß der polnischen sozialistischen Bar- Einmischung in die Verhandlungen der deutschen( Verichterstatter: Johann Schorsch). 8, Neujolle. Die Kartoffelernte ist heuer sehr gut gera tei 1. a. die Einführung der 40- stündigen Delegation beim Völkerbund beabsichtigt, deren wahl des Bundesvorstandes und der Kontrolle. nicht ist, findet wenig Glauten und da das Branntweinmonopol riesige terlöhne, die Ausarbeitung eines Geseges über ben. Cher hält man es für wahrscheinlich, daß Mengen Branntivein lagern hat, ist es nicht die Altersversorgung der Arbeiter, die Bülow dem Reichsaußenminister die Ansicht und nötig, die Kartoffeln zu brennen. Ebenjo liegen Befreiung der Arbeitslosen von der Mietzins- vielleicht auch die unzufriedenheit des auf den Halden große Bestände e Kohl, die in zahlung, Wiedereinführung der Autonomie der Reichskanzlers verdolmetschen soll. absehbarer Zeit nicht werden abgesetzt werden Krankenkassen, Herabjegung der Ausgaben für die Armee usw. Sodann wurden die Wahlen in Barcelona ruhig Demonstrationen Neben diesen Fragen wird sich auch die be- den Hauptausschuß der polnischen sozialistischen absichtigte Umwandlung der Hau 33 in siteuer Bartei vorgenommens. a. wurden in den mt eine hypothekarische Belastung der Häuser, vor Hauptausschuß alle ehemaligen sozialistischen Ababer die deutsch französische geordneten gewählt, die seinerzeit im Brefter GeBerständigung die Reichstagsfraktion be- fängnis untergebracht waren. schäftigen. fönnen. llem in Madrid. Sturm auf das Gefängnis. 9. Allgemeine Anträge. ,, Laffet endlich den Kapitalismus Sterben!" Die Berliner Börje, die nach dem Sturz der Danatbank gesperrt worden war, ist wiedereröffnet worden. Aber der erste Börsentag nach achtwöchiger Unterbrechung brachte einen furchtbaren Kurssturz. Auf die Hälfte, auf ein Drittel des letzten Kurses sind die Aktien der größten deutschen Banken und Industriegesellschaften gestürzt. Darob natürlich größte Bestürzung. Die schwerindustrielle. Deutsche Allgemeine Zei iung" flagt: Das Börjenuuheil, der Trümmerhaufen aus dem, was einst Effektenkapitalismus hieß, liegt vor uns und jammert einen an: Lasset endlich den Kapitalismus sterben, bertündet ihm das Todesurteil oder aber stellt die Bedingungen wieder her, unter denen er leben und sich entfalten kann! Und weiter schreibt das großindustrielle Paris, 7. September. Während sich in Bar celona die Lage beruhigt hat und heute bereits allgemein die Rückkehr der Arbeiterschaft zu Bor der Tagung des Unterhauses. Rongreß der Trade- Unions. den Arbeitsstellen erivartet wird kommen aus Donnerstag wird das Budget vorgelegt. London, 7. September. Heute vormittags Madrid Berichte über neue Demonstra wurde in Bristol der 63. Kongreß der Trade- tionen, die ertrent- kommunistische Elemente London, 7. September. Das gesamte pol unions unter Peteiligung von 587 Dele gestern hervorgerufen haben. Seit den frithen che Interesse in Großbritannien fou, ntriert sich gierten eröffnet. Es wurde festgestellt, daß die Morgenstuben durchliefen kleinere Demonstra auf die morgige Sigung des Parla- robe- Unions heuer 3.719.401 ditglieder tionsgruppen mit roten Fahnen die Straßen der ments. Die Thronrede wird in beiden umfassen, so daß gegenüber dem Vorjahre eine Stadi. Ueberall trieb sie die Polizei auseinander. Häusern verlesen werden. Hierauf wird sofort die Abnahme von rund 25.000 organisierten An mehreven Stellen kam es zu Zusammen Debatte über den Antrag des Ministerpräsidenten Mitgliedern zu verzeichnen ist. stößen. Eine Gruppe von Demonstranten, die auf Einschung eines Ausschusses der Mit In der Eröffnungssigung des Kongresses von der Polizei verfolgt wurde, flüchtete ins tel und Wege eröffnet werden. Es ist bisher der Gewerkschaften hielt sayday cine Be Allgemeine Krantenbaus. Die Polizei Blatt: noch nicht sicher, ob die vom ehemaligen Außen- f1ngsanspreche, in der er u. a. erklärte, verfolgte die Flüchtenden bis in die Spitalsfäle, minister Henderson geführte Opposition die verhängnisvolle politische und finanwo sich die Demonstranten unter die KranDebatte bis zur Abstimmung treiben wird. Falls elle Einflüsse feien hinter den fenbetten verstedten. In den Sälen selbst dies geschieht, so wird die Regierung nach allge Seulissen wirksam gewesen, und geheime fam es zu Schlägereien und Verhaftungen, Am Nachmittag zogen die Demonstrationsmeiner Erwartung eine Mehrheit von rund 60 Sräfte hätten die Arbeiterregierung ausein Stimmten erzielen. es ist aber auch gut möglich, ondergebredt und eine neue Regierung gehaufen, von verschiedenen Stadtteilen fommend. daß sie eine größere Mehrheit erhält, da es mehr ichofft, die sich weder auf das Barlament noch gegen das Zentralgefängnis zusammen, als wahrscheinlich ist, daß sich mehrere Arbeiter auf das Volf stüte. Eine gewaltige interuatio bas fie im Sturm nehmen wollten. Die Polizei Abgeordnete der Abstimmung enthalten werden. nale Jinan gruppe babe eine unbarmherzige und eine starte Militärabteilung schlug jedoch den Der Schatzkanzler Snowden wird Donnerstag und vollständige Finanzrevolution zustande ge Angriff der Demonstranten auf das Gefängnis dem Haufe das Not budget vorlegen. bradt, wie feine Wälitärdiktatur es zu ti zitvick, wobei zahlreiche Angreifer verhaftet zu Wenn man heute eine Volts abstim ntung darüber veranstalten würde, ob der letzte entscheidende Schritt in den Staatsfapitalismus hinein vollzogen oder der privatwirtschaftliche Charakter des deutschen Erwerbslebens wiederhergestellt werden soll, so würde vermutlich die Mehrzahl ihre Hoffnung auf bie angebliche Allmacht des Staates jezzen. Die Herren des Stapitals felbft fangen an, begreifen, wie es um den Kapitalismus steht. Seite 4 Dienstag, 8. September 1831. xr. Lvs. T agesneuigkeiten Moiffi und ein problematisches Frauenfchicksai. In Salzburg hat sich folgender Vorfall abgespielt: Die Lcitupg der dortigen Landeskran- Knanstalt gibt auf Angriffe, die gegen den christlichsozialen Landeshauptmann Rehrl"erhoben wurden, zu,„Moissi in Würdigung rein künstlerischer Absichten zu Studienzwecken gestattet zu haben, in einem weißen ArztkittelZeuge der Entbindung eines armen Mädchens zu sein. DerKünstlerhabesich dabei in jeder Beziehung taktvoll benommen. Moiffi bemerkt in einem Wiener Blatt, er habe Studien für einen Roman benötigt, den er derzeit schreibe und der ein problematisches Frauenschicksal behandle." Problematischer als diese Gesellschaftsordnung, welche solchen Skandal und srlche Erklärung duldet, dürfte der Roman auch nicht sein und das Frauenschicksal nicht int entferntesten an die Problematik des„armen" Mädchens heranreichen, das man listig vor einem prominenten Schauspieler entbinden läßt, welchen man ihr mitten ins verpfuschte Leben setzt, während die wohlhabenden vermögenden Mädchen sichs-n aller Diskretion nehmen lassen und bei diesem gewiß ebenso interessanten Vorgang, der auch Studienzwccken dienen könnte, keinem Herrn Moissi oder sonstwem gestatten, beizuwohnen, und wenn er sich noch so taktvoll in jeder Beziehung benehmen dürste. Bei einem armen Mädchen und Menschen ist aber alles erlaubt und gestattet, was immer man mit ihm aufführt, allein die Erklärung, daß es sich eben um einen solchen gehandelt hat, als Entschuldigung zu gebrauchen, für eine von allen anständigen Menschen als Gemeinheit empfundene Roheit, spricht von der Notwendigkeit, diese Gesellschaftsordnung einer gründlichen Umgestaltung zu unterwerfen. Köstlich in dieser Erklärung ist die Bekanntgabe von dem in jcher Beziehung taktvollen Verhalten des Künstlers. Was hätte er denn tun sollen oder was hat man Gegenteiliges von ihm erwartet? Es ist doch schon taktlos genug, auf Grund seiner prominente» Schauspielkunst, von der Bühne weg, in M a s k e als Arzt vermeidet in das leidvolle Leben eines armen Menschen und in dessen Krankenzimmer zu treten— zu Studienzwecken für einen problematischen Frauenroman. Die Problematik der bürgerlichen Welt ist aus solchen Vorfällen weit mehr ersichtlich als aus Ergebnissen irgendwelcher literarischer Extratouren. Und so nebenbei: Es ist nicht bekannt, daß Goethe, um der Figur seines„Gretchens" den Hintergrund problematischen Schicksals zu geben, sich von einer Schwangeren dazu inspirre- ren ließ— und es soll ihm trotzdenr gelungen sein, das Leben dieses Mädchens mit einem ansehnlichen Maß von Schicksalsproblcmatik erfüllt zu haben. Der Igel. Unglück beim Trebttfcher Flugtag. Absturz bei einem Akrobatik-Flug. Brü«n, 6. September. In Trebitsch ereignete sich bei dem vom Mährischen Aeroklub heute veranstalteten Flugtag ei» Nnglücksfall. Der Pilot Wenzel P e r i n a ans Miliöeves bei Rovy Jiöin in Böhmen vollführte auf dem Flugzeug A48 Akrobaten-Kun st stücke. In einer Höhe von etwa 600 bis 700 Metern wurde der Flieger von einem heftigen Windstoß ersaßt und das Flugzeug stürzte jäh ab. Dem Flieger gelang es nicht mehr, es ins Gleichgewicht zu bringen. Bei dem Ausfallen auf einen Felsen wurde das Flugzeug zertrümmert, der Motor geriet in Brand und der Pilot verbrannte. P e r i n a war in der Brünner Waffenfabrik beschäftigt und Pilot des Mährischen Aeroklubs. Schwere Stürze beim Paduditzer Motorradrennen. Mit lOOKilometer in d i e Z u schauermenge. Pardubitz, 7. September. Bei dem gestern hier stattgefundene» Motorradrennen um den„Goldenen Sturzhelm", welchem an 50.000 Personen«sahen, kam es zu schweren Unglücksfälle». Während des Rennens stießen zwe« tschechoslowakische Rennfahrer, Dohnat und Kraus, zusammen, wobei D o h n a l mit leichten Abschürfungen davon kam, während Kraus erheblich verletzt wnrde. Weitaus ernster verlies aber der Sturz eines ausländische» Teilnehmers am Rennen, des Däne» Soerensen, welcher mit Hundertkilometergeschwindigkeit in das Publikum hineinfuhr, wobei eine äroße Zahl von Personen, darunter auch drei Schulkinder, schwer verletzt wurden.Einigen der Berletzten wurden Arm« und Be.ine gebrochen, Soerensen selbst erlitt lebensgefährliche innere Verletzungen. Rennauto fahrt in die zuschauer. Mailand, 6. September. Bei dem hier abgehaltenen großen internationalen Autorennen geriet ein Alfa-Romco-Wagen aus der Bahn, rannte gegen die Brüstung und stürzte in die Zuschauermenge. Der Wagenführer blieb unverletzt, von den Zuschauern wurden zwei.getötet und 14 verletzt. Zeppelin aus Amerika zurück. Friedrichshafen, 7. September. Graf Zeppelin ist von seiner Fahrt nach Südamerika wohlbehalten wieder heimgekehrt. Das Luftschiff landete um 15.45 Uhr. Die Landung vollzog sich glatt. Genoss« Modrükek sechzig Jahr«. Wenige Tage noch dem 60. Geburtstag des Genossen Dr. Franz Soukup vollendet ein anderer bedeutender Funktionär der tschechischen Sozialdomo- kratie, Genosse Franz ModrLöek, sein sechzigstes Lebensjahr. Modrüöek ist am 8. September 1871 in Habrover(B^irk Chrudim) geboren und war ursprünglich Bildhauer. Als Jüngling schloß er sich der anarchistischen Bewegung an, weswegen er im Jahre 1892 in Wien eingesperrt und aus Niederösterreich aus, gewiesen wurde. Er kam dann nach Prag, wo er sich der Lmlodina anschloß und 1893 neuerlich verurteilt wurde. Bis zum Jahre"1895 saß er im Kerker, wurde dann amnestiert und arbeitet« einige Zeit lang in Deutschland und Frankreich, woraus er abermals nach Prag zurückkchrtc. In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts wurde er einer der ersten Bor- käuipfer der Genossenschastsbewegung und gründete 1908 mit den Genossen Havranek, dem verstorbenen Jirüsek, Llvstig und Kolinsty den Prager Konsumverein. Er war auch im Verband der tschechischen Konsumgenossenschaften tätig, der ihn 1911 zum Vorsitzenden wählte. Zu gleicher Zeit betätigte er sich in der politischen Partei und wurde schon im alten Oesterreich Nlgeordueter. Er war auch Mitglied der revolutionären Nationalversammlung, 1919 trat er aus der tschechischen Sozialdemokratie aus, kehrte ober bald daraus wieder zur Partei zurück. Seit 1925 ist er Senator. Mobrüoük ist nicht nut Praktiker, sondern auch ein bedeuten der Schriftsteller, der die tschechische soziologische Literatur um eine Reihe von Werken vermehrt hat. Mldrä^k ist zwar kein Marxist, aber ein ehrlich ringender, strebender Mensch, dem insbesondere die tschechische Genossenschaftsbewegung viel verdankt. Eröffnung der Prager Messe. Sonntag, den 6. September, wurde unter großer Teilnahme in- und ausländischer Einkäufer die XXlil. Herbstmesse eröffnet. Aus Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Polen, Jugoslawien, Holland, Dänemark, England und aus einigen überseeischen Staaten sind bereits etliche Einkäufer in Prag eingetroffen. Auch mittels Autobussen und Automobilen sind zahlreiche Interessenten in Prag cingetrossen und war am Eröffnungstage der Kongreß für Straßenbau von mehr als 400 Fachleuten aus der ganzen Republik und aus dem Auslande besucht. Die Zahl der Besucher am ersten Meffesonntage ist mit 60.000 nicht zu hoch gegriffen und lassen die in ungewöhnlich großer Zahl eingeholten Informationen ein erfreuliches Messegeschäft erhoffen. Di« Folschspiekerhanden in Nortdböhmeu. Die berüchtigte ,Lerz-Aß"-Bond« aus Tetschen-Bodenbach, für deren Mitglieder die SicherheitSbehörden Nordböhmens ein starkes Interesse zeigen, hat in der letzten Zeit wieder mehrfach von sich reden gemacht. Immer wilder fallen den Falschspielern vertrauensselige Leute herein, die sich sozusagen im Handumdrehen ihrer Barschaft beraubt sehen.» In Tetschen-Bodenbach ist den Hasardeuren längst der Boden unter den Füßen zu heiß geworden, weshalb sie aus diesem Gebiet verschwunden find und ihre Tätigkeit in Gegenden auszuüben versuchen, wo sie weniger bekannt sind. In einigen Ortschaften um B.-Leipa rupften sie einige Opfer so gründlich, daß das Schicksal über sie hereinbrach: in Reichstädt wurde die Bande beim Falschspiel von der Gendarmerie überrascht. Einige Mitglieder der Bande konnten festgenommen werden, während«s anderen gelang, in einem bereitstehenden Auto zu entfliehen. Wahrscheinlich durften sie nach einiger Zeit in der Reichenberg-Gablonzer cder in der Warnsdors-Rum- burger Gegend auftauchen. Schneefall im Riesengebirge. Aus Hirsch- berg meldet man: Die Schneekoppe hatte heute früh 8 Uhr bei minus 1 Grad den e r st e n Schneefall in diesem Herbst. „Nautilus" wieder beschädigt. Nach den letzten aus London kommenden Meldungen ist das Unterseeboot„N a u t i l us" eben aus dem arktischen Eis aufgetaucht und befindet sich auf dem offenen grönländischen Meere auf der Fahrt nach Spitzbergen. Das Unterseeboot wurde, wie gemeldet wiü>, beschädigt und hat eine sehr schwere Fahrt hinter sich, doch ist an Bord alles wohl. Wie verlautet, hat Sir Herbert W i l k i n s während der Reife viele werwolle wissenschaftliche Daten gewonnen. Der Schöpfer der Sozialhygiene gestorben. In Berlin starb Donnerstag Genosse Prof. Dr. Alfred Grotjahn, der Sozialhygieniker der Berliner Universität. In ihm verliert nicht nur die fozialdemokratische Partei Deutschlands eines ihrer hervorragenden Mitglieder— Gen. Grotjahn gehörte der Partei schon seit seinen Stu« dienjahren an— sondern auch die medizinische Wissenschaft einen in der ganzen Welt bekannten Gelehrten. Prof. Grotjahn ist allgemein als der Baler der modernen Sozialhygiene anerkannt, er hat eine unübersehbare Zahl von Schülern auf diesem Gebiete herangezogen. Unter seinen vielen Werken(über Bevölkerungspolitik, Heilstättenwesen, Alkoholismus, Schulreform u. a.) sst besonders sein grundlegendes Werk„Soziale Pathologie" hervorzuheben, in dem die Beziehungen der Krankheiten zur sozialen Lage dar- Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus ven Programmen. Mittwoch. Prag: 11.30: Schallplatte», 18.25: Deutsche Sendung: Arbeitersendung, Bruno Schwab: Die Finanznot der Gemeinden, 19.05: Feier zu Vrchlickys Todestag, 21: Violinkonzert, 21.30: Orchestcrkonzert.-r Brünn: 17.45: Schallplatte», 18.25: Deutsche Sendung: Arbeiterolympiade in Wien.— Mähr-Ostrau: 14.30: Orchesterkonzert.— Breslau: 17.05: Mozart- Lieder.— Leipzig: 16: Opernmusik, 0.30: Nachtkonzert.— Wien: 17.15: Alte Kammermusik, 20: Arienabend, 20.40: Karl Ginzkeh.— Moskau: 19.30: Konzert. gestellt werden. In den Jahren 1920 bis 1924 gehörte Prof.. Grotjahn auch dem Reichstag an. Verbrecher aus Böhmen in Salzburg verhaftet. In Salzburg wurde der 56jährige Hilfsarbeiter Johann Jari sch k o aus N e u d e k (Bezirk Neuhaus) in der Tschechoslowakei verhaftet, der seit einigen Monaten von der Polizei als Schwerverbrecher eifrig gesucht wurde. Er trug bei der Verhaftung zwei geladene Revolver bei sich. Durch«ine» Hnsschlag getötet. In den Ställen der Aktienbrauerei in B u d w e i s betreute der Kutscher I. Trha die Pferde und wurde dabei von einem der Pferde so heftig geschlagen, daß er auf dem Wege ins Krankenhaus verstarb. Dampferkatastrophe. An der Ostspitze von Cornwall sank der o73 Tonnen große englische Dampfer„Opal" aus Glasgow. Der Kapitän und der erste Ingenieur ertranken. Das Schiff war mit einer Ladung Mais auf der Fahrt von Antwerpen nach Cardiss unterwegs. Aus der Sudelküche des„Expreß". Das Blatt des mortüifch Hingerichteten Herrn Stri- br»v tischt seinen Lesern ein Märchen auf, das wegen seiner Stupidität unseren Lesern nicht verschwiegen werden kann, denn Spaß muß sein. Kaffee trinken wollte. Man sucht« eine tschechi- kann", erzählt es, daß Genosse Dr. Czech in Karlsbad in ein Restaurant kam und dort einen Kaffee trinken wollte. Man suchte einee tschechische Bedienung für den Minister aufzutreibcn. Ausgerechnet in Karlsbad. Endlich fand inan eine tschechische Kraft, die den Minister bediente. Aber Genosse Czcch antwortete deutsch und verstand die Bedienung nicht. Also das Blatt ent« blödet sich nicht, seinen Lesern solch einen Unsinn zu berichten. Ein Restaurant in Karlsbad sucht für den Genossen Dr. Czech eigens eine tschechische Bedienung! Und Genosse Dr. Czech antwortete der Bedienung in deutsch. Ausgerechnet in Karlsbad, der Hochburg der deutschen Sozialdemokratie, wird ein deutsches Restaurant für den deutschen sozialdemokratischen Minister nach einer tschechischen Bedienung senden! Di« Wohnangskanzlri der Prag» Mustermesse befindet sich bis zum Herbstmesseschluß(13. September) ausschließlich auf dem Wiksonbahn- hofe(Wartesaal 1. Klasse). Dieselbe besorgt nur für Messebesucher gegen Vorweisung der Messelegi- ymation Hotel- und Privatlogis zu wohlfeilen Preisen. Die Wohnungstanzlei der Prager Mustermesse ist daselbst von den ersten Frühzügen an bis zur Nachtzeit geöffnet. Di« Telephonnummer der Wohnungskanzlei ist 27434. Ein Telephonvereiu! In Berlin wurde ein „Reichsverband der Fernsprechteilnehmer" ins Leben gerufen. Den Vorsitz des Verbandes hat Konteradmiral a. D. Boetkc. Zweck des Vereines soll Wahrung der Interessen der Fernsprechteilnehmer sein, ferner„Propaganda für den Fern- sprechet". Wie Werterklirr und Wogenprall brausen die Ruf« des Meister Hildebrand der zeitgenössischen srdeiei deutschen Provinzpublizistik, also des Herrn Rudolf Zeidler aus Komo- tau durch die„Sr.detendeutsche Tageszeitung", beziehungsweise das„Nordböhmische Tagblatt"; welch« Blätter die Mitwelt vor daS unlösbar« Rätsel stelle», welches das Kopfblatt von welchen: ist, wobei von einem Kopf in keinem von beiden die Rede sein kann, was durch die ständige Mitarbeit der Horpynka, Zeidler und ähnlicher politischer Schriftsteller, deren deutscher Stil ihren politischen Auffassungen und ihrem „Geist" entspricht, erhärtet wird. Der 2. Herbstmond bescherte uns wieder einen Leitanssatz des wackeren Herrn Zeidler. Diesmal gehts im besonderen gegen die„Frankfurter Z e i- tun g", im allgemeinen wie stets gegen den „Marxismus". Was sich der alte Herr in Ko- motau darunter vorstellen mag, weiß Wotan allein, allenfalls eine Art modernen Belzebubs, den er mit Tintenfässern bewirft, gleich dem gottseligen Martin Luther, welchen er letzthin mit Idols Hitler verglichen hat, obwohl dieser doch Dreck statt Tintenfässer schleudert. Die„Frankfurter Zeitung", von Zeidler stets als das„rheinische Blatt" bezeichnet, obwohl Frankfurt seit seiner Gründung am Main liegt und deshalb auch Frankfurt am Main heißt, zum Unterschied von Frankfurt an der Oder, während ein Frankfurt am Rhein nur Herrn Zeidler bekannt ist, die„Frankfurter Zeitung,, also beschäftigte sich mit dem Regierungswechsel in England und kam zu dem Schluß, daß dort„eine Lösung unter Gent- lemen" gesunden worden sei. Hier wollen wir uns nicht mit der„Frankfurter Zeitung" auseinandersetzen, sondern uns am Zeidler ergötzen. Das„rheinische Blatt"„betont mit einem nicht mißzuverstehenden Seitenblick auf Deutschland", daß so was dort nicht möglich wäre, weil die Politischen Hinterwäldler Deutschlands, die di« rechten Plätze der Parlament«, den unrechten Platz in der Außenpolitik ni'd überhaupt keinen Platz unter den anständigen Politikern einnehmen, eben keine Gent- lemen sind. Das ist natürlich ein jüdisch- marxistischer Dreh.'Herr Zeidler läßt aber die Schmach auf dem„erwachenden Deutschland" nicht sitzen und gibt dem„süddeutschen Demo- kratenblätt" Saures.„Ohne rassische Betrachtung kommt er hieir nicht zum Ziel", was auch sein tschechisches Gegenstück, der brave Soldat S v«j k beim Handel mit rassisch nicht immer einwandfreien Hunden nicht konnte. Boden- siärdig wie der Herr Zeidler nun einmal ist, bedient er sich einer heroischen Sprache. Bon „mecrumspülten Sachsen",„staatsmännisch hochbegabten Somit«»", ,,großen Germanen,„genialen jüdischen Rheinländern" usw. wimmelt es. Seine Theorie" ist ungefähr folgende: Di« Judenfrage— nach feiner und der Zionisten Meinung der Angelpunkt jeglichen politischen Geschehens— sei in England anders als in Deutschland. In England geb« es eigentlich keine solche. Wohl haben auch in England Juden wichtige politische Positionen inne,*) aber dort sind sie anständig. Sie sind kein« Pazifisten, im Gegenteil, sie dienen ihrem „Adoptivvaterland" wi«„Angelsachsen von *)Jn d» neuen englischen Regierung sind die Liberalen durch zwei Juden vertreten: Lord Reading(früher Isaacs) und Sir Herbert Samuel, dem ersten High-Commis- sionar von Palästina. Eine neue Verschwörung der Weisen von Zion? Da müssen Sie hineinleuchten, Herr Zeidler! altem Schrot und Korn". So erkannte man D i s r a e l i, das ist der„hochbegabte Semite", nur seinem Aeußeren nach als Juden— was ist das für eine rassische Betrachtung, di« nur bis zur Nase reicht?— und/überhaupt sind die englischen Juden, wenn auch dazu gezwungen, so doch wirklich« Gentlemen. Anders in Deutschland. Dort läßt man sie„gegen den nationalen Stachel ihrer Adoptivhennat locken", sie sind Pazifisten, also Vernichter der nationalen Ehre, Freiheit und Wohssahrt. Karl Marr, das ist der„geniale jüdische Rheinländer", „reicht als Zeickleinorer Deutschlands fast an das unselige deutsch« Königshaus der Habsburger heran."„Die demokratische Presse wetteifert förmlich untereinander, Beweisstücke für die deutsche Kriegsschuld herbeizuschleppen" und von der„Frankfurter Zeitung" hat schon Bis- marck, dar ist der„große Germane"(aber ein Rundfchädel, also rassisch minderwertig!), gesagt, sie„fühle mehr rechts- als linksrheinisch", womit nur gesagt wäre, daß sie mehr deutsch als französisch fühlte(woraus man ihr, solange das Tritte Reich noch nicht installiert ist, auch keinen Vorwurf machen kann), denn rechts vom Rhein„bis Zum Belt", Herr Zeidler, dehnt sich das weite germanische Land, während erst weit links vom Rhein, der doch Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze ist, dos Welschland beginnt. Daß Herr Zeidler entweder nicht weiß, wo rechts und links ist, oder sich in der Geographie so wenig auskennt, daß er«nicht nur Frankfurt an den Rhein verlegt, sondern auch Deutschland, das er kennen müßte, mit Frankreich verwechselt, über das er doch als Erbfeind auch einigermaßen Bescheid wissen sollte, vermag uns ebensowenig aufzurcgen, wi« seine geistvolle Behauptung, die Sozialdemokraten 'eien dunkle Ehrenmänner, die töricht genug sind, sich zum Londes- und Hochverrat zu be- ferrcn. Herr Zeidler ist csne heiter« Figur und ein: Rens Claire-Tonfilm, von Willy Forst-Lehmann gang zu schweigen, wirkt, mit ihm verglichen, wie eine antike Tragödie. Herr Zeidler, der uns schon viele köstliche Stunden geschenkt hat, will mit anderen als politischen Maßstäben gemessen sein. Was ober soll man von einer Zeitung halten, die. ihn von ihrer Leserschaft ernst genommen haben will, ihn leitartikeln läßt? Wenn die„Cudetendeutsche" glaubt, das nahende Ende der deutfchnotionalen Partei mit einem Stuß wie, d«r„Marxismus"„erniedrige die Massen der Proletarier zur Schutztruppe deS internationalen Börsenkapitals" aufhalten zu können, erliegt sie einer Täuschung. Daß ihr Bemühen vergeblich bleiben muß, ist aber noch lange kein Milderungsgrund für die Schäbigkeit und bodenlose Unverfrorenheit des Fa« brikantenblatteS, das wahrscheinlich keine anderen als die kapitalistischen„Sefange" zu schützen hat. Es ist aber alles vergeblich, „Sudetendeulschc", du gehst unaufhaltsam d«u Weg alles Zeitungspapiers und wenn sich nicht ein jüdischer Bankier findet, der dir, wnJakob Goldschmied dem Hugenbekg, einige Millionen vorstreckt, wirst du bald dem letzten Abonnenten die Einstellung des BlatteS mitteilen müssen. Einen Trost host du allerdings: a>rch der deutschnationalen Partei, der du gemäß deiner„überparteilichen" Sendung dienst, geht ’ie§ nicht besser. Bon Wahl zu Wahl bekommt sie immer weniger Stimmen und mehr Hiebe. Die nächste Portion ist am 27. September fällig. Solltet ihr euch aber(oder eure Nazis) sm Wahlkampf schlecht aufführen, daun be- krnwt ihr die Hiebe noch vor dem Termin. It. Nr. 209. www Seite 5 wwwwww Ich bin den Kinderfreunden für jedes Kind Viktor Adler. Dienstag, 8. September 1931. Schmugglerschiff versenkt. Aus Gloucester ein Thema umbiegen und zum erwünschten Beschlußz Nebenher gabs manches Hübsche: Buchwart| wird gemeldet: Zwischen einem angeblichen lenken kann. Nachdem, erfüllt von wahrhaft Julius Streit, Gablonz, sfizzierte ein ansprechenSchmuggelschiff und Küstenwachtbooten ist sozialem Geiste, der Nuzen und die Berechtigung der des Bild von Natur, Kunst und Kultur im jer dankbar, das sie in ihre Obhut nehmen. es auf hoher See zu einem überaus erbitterten Sozialpolitik geschildert wurden, wird doch ihren gebirge, in dem auch der verstorbene Franz Kampf gekommen, in dessen Verlauf ein Mit- Maßnahmen die Grenze gezogen: der fapitalistische Grundmann den gebührenden Platz bekam. Daß glied der Besatzung des Schmuggelschiffes getötet Profit darf nicht gefährdet werden; und indem freilich die Harmonie der Farben gerade durch das Unterstüßt die Werbeaktion der Kinder= wurde. Als das überwältigte Schiff in den Hafen für die vielen gefährdeten fleinen Unternehmer Strifengespenst grell gestört ist, blieb verschwiegen. freunde im Monat September! gebracht werden sollte, geriet es plötzlich in Brand gleichfalls soziale Fürsorge gefordert wird, entsteht am 30. August sang die Altistin des Reichenberger und versant. der Anschein, als ob der Kapitalismus unparteiisch Stadttheaters, Frl. Lotte Bernhard, Arien von Arbeitnehmer und-geber behandle, während doch Bach, Händel und Mendelssohn. Ihre schöne, nur die unaufhaltsame Proletarisierung des Mit flangvoll dunkle Stimme, ausgezeichnet behandelt, telstandes durch das Großkapital vor sich geht. Die entbehrt doch der sanften Güte, so daß ihr das draArbeitslosenversicherung wird als untragbar ab- matisch Bewegte besser gelingt, als die Töne des Drei Vorträge an drei Tagen hintereinander; gelehnt und so endet der sozialpolitische Erkurs des Leidens und Mitleidens, und das Ganze ein wenig alle drei behandeln verwandte Gebiete und sind doch Herrn Doktors wie das Hornberger Schießen, eintönig wirkte. Mit desto größerer Erwartung so grundverschieden. Am 2. September spricht Dr. nach vielem Gefnalle bleibt alles beim Alten. Und kann man den von der Sendeleitung angekündigten Robert Baumgärtel über Justiz und Sozial- das ist die richtige bürgerlich- kapitalistische Sozial-| Aufführungen moderner Werte im kommenden Vom Prager Rundfun politit. Er zeichnet den geistigen und sozialen Ent- politik. widlungsprozeß der letzten hundert Jahre, vom Absolutismus zur Demokratie, von der Souveränität des Gottgesalbten zu der des Volkes. In der Rechtsanschauung formt sich das als Fortschreiten Winter entgegensehen. Wallace wird Wahrheit. vom Grundsatz der Vergeltung zur Bekämpfung der Ein französisches Kriminalmysterium. Kriminalität als eines sozialen Uebels. Der Begriff der Sozialpolitik wird entfaltet als Vortehrung jener Maßnahmen, die dent Zwecke dienen, Das verlassene Auto. Fürstenau. Die Papiere des Robert Guillaume. Die Gerichtssaal Gin Kretin. Irdisches Inferno. Und nun der Täter! Er wird aus der Unterjuchungshaft vorgeführt. Er steckt in schmierigen Lumpen. Und dieser Kopf! Die Haare reichen fast bis zu den Augenbrauen, eine Stirne ist kaum wahrzunehmen. Ausdruckslos glozt er vor sich hin. Er fetzt sich, statt auf die Anklagebant, neben jie auf den Boden und streckt sich behaglich aus. Der Aufseher muß ihn aufheben und hinseven. Er gtungt etwas und dann fist er stumm und teilnahmslos und antwortet auf teine der Fragen, die Prag, 7. September. Ist dieses Wesen auf der Antlagebant wirklich als Mensch zu qualifizieren, als denkendes Geschöpf mit Vernunft und freiem Willen", wie die schöne religiöse Begriffsbestimmung lautet? Es hat keinen praktischen Wert, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Denn dieses Rechtssystem hantiert nun einmal mit der Fiktion des freier Ein Navarre hat kein Gedächtnis. Willens, dessen Mißbrauch zum Bösen rätselhafte Rolle des Bruders. eben eine schuldhafte Handlung ist und gesetzliche Strafe nach sich zieht. Diese Stonstruktion ist zwar Die französische Oeffentlichkeit wird augenblid Haare waren ebenso wie die Augenbrauen glatt reichlich primitiv( man denke nuv an die Erkennt | reichlich primitiv( man denke nuv an die Erkenntdie sozialen Aufgaben des Staates möglichst voll. lich durch eine Sensation besonderer Art in Atemwegrafiert. Ueber das Gesicht liefen blutige Strie- nisse der modernen Psychologie), aber sie herrscht Nur wenige Sous hatte er in der Tasche. ständig, gerecht und reibungslos zu erfüllen." Und gehalten. Frankreich hat seinen„ Mann, der das men. da man erkannt hat, daß die Wurzeln der Krimi- Gedächtnis verlor". Es fragt sich nur, ob hier tat- Er machte einen sehr nervösen Eindruck, stärkte derzeit noch und besitzt sogar begeisterte Verfechter nalität nur zum geringsten Teil in wirklich afo- sächlich der Fall einer bedauerlichen Geistesstörung sich noch durch eine Mahlzeit, warf sich dann in unter den Konservativen und Reaktionären, den ewig nach rit dwärts Orientierten. zialer Veranlagung, zum größten Teil aber in Not, vorliegt oder ob es sich richt viel mehr um einen Kleidern aufs Bett und schlief sofort ein. Als er Nun wohl aber Fälle wie dieser sind geeignet, Unwissenheit und deren Folgen, Alkoholismus, Ver- genialen Schwindlertrid handelt oder um beides. erwachte, schien er niemanden zu kennen und gab auch abgehärtete Nerven zu irritieren. Geheime wilderung, Troy, zu suchen sind, so ergibt sich, daß wahrscheinlich wird es noch einige Zeit dauern, bis unverständliche Antworten. Als man ihn in dem auch abgehärtete Nerven zu irritieren. Geheime die Aufgabe des Staates zunächst die Bekämpfung die reichlich verworrene Geschichte und speziell die Auto, das man vor vier Wochen verlassen an der Not zucht, begangen an Schulkindern. Vor Czeanküste aufgefunden hatte, zu seiner Familie dem Verhandlungssaal die Beugen, die Kinder dieser Ursachen und die Justiz wesentlich ein Teil Frage der Schuldverteilung aufgeklärt ist. nach Tours bringen wollte, erfitt er einen Tobntit ihren Müttern, durchwegs armselige Gestalten der Sozialpolitik sein muß. Von dieser Erkenntnis suchtsanfall, so daß sechs kräftige Arme den Rasen- in verwaschenen, oft geflicten Kleidern. Sie reden her erstehen die Forderungen an eine demokratische Christian Navarre, der 22jährige Sohn eines den bändigen mußten. Der herbeigerufene Arzt aufgevegt miteinander eine verzweifelte Wut ift Justizpflege: Größere Freiheit des Richters von schematisch beengenden Vorschriften, nene Methoden reichen Staufmannes aus Tours, weilte mit seinen ſtellte völlige Nervenzerrüttung fest und ordnete die in ihren Worten.„ Dieses Tier! Diese scheußliche der Einwirkung auf die Kriminellen zu ihrer wirklichen Angehörigen in Croisie an der Atlantischen Küste sofortige Ueberführung in ein Sanatorium an. Seit Bestie!" Ein Dorspolizist, der gleichfalls als Zeuge Besserung, vor allem Kampf gegen die Todesstrafe. zur Sommerfrische. Am 14. Juli fuhr er seine Tagen liegt nun Christian Navarre im Hospital geladen ist, drückt sich verlegen in eine Ecke. Zeiten der Massennot, Krise, bedürfen solcher Re- Eltern nach dem Bahnhof von St. Nazaire. Er von Tours, ohne daß er sein Gedächtnis wiederder selbst wollte am Abend dieses Tages in St. Na erlangt hat. formen besonders dringend.„ Im Namen Justiz", muß endlich heißen:" In Namen der saire seine Verlobte, Welle. Pol, aufsuchen. Tatsächlich traf er aber bei ihr nicht ein, sondern wahren Menschlichkeit!" Gründlich wissenschaftlich vorbereitet und wohl wurde von diesem Zeitpunkt an von niemandem Inzwischen sind von der Polizei einige intergegliedert, von echt empfundenen, schönen Gedanken gefehen. essante Feststellungen gemacht worden, die das Bald darauf entdeckten Spaziergänger an der Mysterium zwar nicht aufhellen, aber den Fall im erfüllt, hatte der Vortrag doch den einen Fehler: er war, für eine Arbeitersendung, zu wenig volks Meeresfüfte unterhalb der Felsen von Villes- merhin eigenartig beleuchten. Die Gendarmen meltümlich, zu akademisch abstrakt. Dieser Stil des Martin ein herrenloses Auto, das als Eigentum ben aus Ville- sur- Mer, daß sich Christian Navarre Zeitungsauffages ist wohl überhaupt im Rundfunt der Familie Navarre festgestellt wurde. Schein vom 7. bis 13. Auguſt dort aufgehalten habe. Gin verfehlt, ebenso aber auch der einer öffentlichen werfer und Tür des Wagens waren abgerissen. Bolizist, dem sein eigenartiges Wesen aufgefallen war, hatte eine Legitimation von ihm verlangt. Ansprache vor Vielen; das Radio spricht und will Diese geringen Beschädigungen rechtfertigten in fetgehört, nicht gelesen sein, und es wird von jedem Absturz. Außerdem war der Wagen nicht umge Robert Guillaume ausgegeben und entsprechende weckt den Wunsch, nichts mehr sehen und nichts mehr gehört, nicht gelesen sein, und es wird von jedem ner Weise die anfängliche Annahme von einem Der junge Navarre soll sich als einen gewissen Empfänger einzeln gehört; die Atmosphäre des Berjammlungs- oder Bortragsjaals fehlt ebenso wie lippt, sondern fahrbereit, und die Uhr am Schalt Militärpapiere auf diesen Namen vorgezeigt haben. hören zu müssen. Dieses Lebewesen da, dieses Ge brett war in Ordnung. Nur von dem Fahrer war Die weiteren Nachforschungen haben nun ergeben, schöpf, dieser Halbmensch ist seinen bestialischen Triedie Beschaulichkeit des Lesers, der nach Bedarf 3 keine Spur zu sehen. Attentat? Unfall? Die daß der rechtmäßige Inhaber der Papiere ein An- ben gefolgt. Arme, unwissende schlecht behüttete Stun rückschauen und wiederholen kann, um ganz zu erfassen. Auf diesen Ton der Zwiesprache müßte der Untersuchung ergab keinerlei Anhaltspunkte, das gestellter der Firma Navarre ist und im Haus sei- der sind ihm zum Opfer gefallen und jeder einzelne nes Arbeitgebers wohnt. Seinen Baß vermißt er der ihm zur Last gelegten Fälle ist eine Tragödie für Radiovortrag geftimmt sein und müßte mit allen Geheimnis aufzuhelfen. Schließlich nahm man an, daß der junge Na- feit dem Verschwinden seines Prinzipaljohns. stilistischen Mitteln arbeiten, mit denen man in per varre sich ins Meer gestürzt habe. Allerdings war sich. Das stumpfe Halbbewußtsein dieses Stretins sönlicher Aussprache den Partner zu interessieren. Das Motiv eines solchen Selbstmordes nicht recht fonnte nicht ausreichen, seine Serualtriebe zu hemmen und was für moralische Instinkte will man von zu überzeugen trachtet. Inzwischen ist auch noch bekannt geworden, daß einem solchen Wesen erwarten? Ganz sicher ist der Diese Forderung des Stils erfüllten auch die klar, da der junge Mann als recht lebenslustig galt. beiden anderen Vorträge nicht. Aber Doz. Dr. Doch die Angehörigen des Vermizten schienen jede die auf den Namen Christian Navarres laufende Tatbestand des§ 128 gegeben, aber ebenso unzwerHoffnung aufzugeben, und der Bruder des Ver- Lebensversicherung über eine Million Franken, felhaft liegt noch ein anderer Tatbestand vor, der ( ant 3. d. M.) auch ein allgemeines Thema( 2and- hollenen beantragte die Auszahlung der Lebens deren Auszahlung so rasch von seinem Bruder be freilich noch seiner gesetzlichen Festlegung wartet. versicherung. antragt wurde, erst einen Monat vor dem Ver- Mitschuldig an dieser und unzähligen anderen Tra schwinden des Kaufmannssohnes abgeschlossen wor- gödien ähnlicher Art, ist eine gesellschaftliche Verden ist. Die Versicherungsgesellschaft hatte es frei- fassung, die feine Mittel weiß, solche unselige Krea. lich mit der Auszahlung nicht so eilig, erft wollte turen, solche verpfuschte Eremplare der Gattung sie den bündigen Beweis des Todes erbracht haben. Mensch rechtzeitig und in wirksamer und zugleich Nun hat sie angesichts der polizeilichen Ermitt menschlicher Art zu folieren und unschädlich zu lungen Betrugsanzeige eingereicht, und auch der machen und glaubt, ihre Unterlassungsfünden daAngestellte Robert Guillaume stellte Strafantrag durch wettzumachen, daß sie im Namen des Geieges mit Kerkerstrafen zur Hand ist. Es wird ihr kaum wegen Diebstahls seiner Papiere gelingen, sich auf diese Weise ein Alibi vor dem fosialen Weltgericht zu sichern und spätere Generatio nen werden erbarmungslos den Stab über ein System brechen, dessen verfaulte Morschheit mur durch seine grenzenlose Verlogenheit übertrof fen wird. Der nächtliche Befitcher.. Berechtigte Vorsicht Ing. J. Ott, Tetschen- Liebwerd, behandelte zwar wirtschaftliche Organisationsfragen), dabei aber ergaben sich so viele unmittelbar praktische Anregun gen und Aufklärungen, daß der zuhörende Land- Plötzlich kam es aber in der mystischen Angewirt persönlich etwas davon haben fonnte. Diese legenheit zu einer Wendung. Es war am Freitag, Richtung aufs Praktische, unmittelbar Verwertbare den 21. August, um 1 Uhr morgens. Stürmisch zeichnet die landwirtschaftliche Sendung ganz allge Klopfte es an der Tür des Herrn Pol in St. Na mein aus; wir fönnen für unsere Arbeiterfendung saire, des zukünftigen Schwiegervaters des jungen viel daraus lernen. Es müßte auch uns gelingen, Navarre.„ Wer ist da?" fragte der beunruhigt neben allgemein weltanschaulichen und bildenden über den späten Besuch. Ich, Christian" ant Fragen recht oft Dinge des täglichen Lebens 3 wortete eine schwache Stimme. Monsieur Pol besprechen, des Arbeiterlebens in allen seinen For wagte faum zu glauben, was er hörte. Er öffnete men. Dadurch würde unsere Sendung für ihre schnell und sah tatsächlich seinen zufünftigen Schwie Hörer wichtig und unentbehrlich werden. gersohn vor sich stehen. Christian Navarre, sonst Der Dritte in der Reihe, Dr. Karl Bieder, immer sehr elegant gefleidet, war in einem für Brag, gab mit seinem Vortrag Sozialnot und seine Verhältnisse beispiellosen Aufzug. Er steckte Sozialkrise in der Tschechoslowakei" ein sehr hüb- in einer Jacke, deren Aermel ihm viel zu lang, fches Beispiel, wie man sehr flug und sehr geschickt und in Hosen, die ihm viel zu kurz waren. Die spieler? Und seines Bruders Helfer? " ,, Willkommen Majestät!" Ferdinand Deml und König Alfons. " ... läßt also die eigene Phantasie zwischen Mitleid und Kritik wie ein scheues Roß burchgehen, läßt in jeder verdächtigen Geftalt einen gedungenen Königsmörder sehen, läßt vom Goldenen Blies und der Lebensrettung des Am Sonntag war davon die Rede, daß und Königs träumen und ersetzt dann stolze Worte wie die demokratische" Bohemia" ihren Ddes braven Mannes, der alles zurückweist, durch Redakteur" dem spanischen Erkönig an der die Vorstellung eines Schecks, der dem Grenze und in den Mauern Prags die Honneurs König, der eine halbe Milliarde in Sicherheit machen ließ. Inzwischen ist die Geschichte noch gebracht haben soll, gewiß eine Lappalie wäre." ärger geworden; so arg, daß sie einer neuerVielleicht hatten sich dennoch ein paar lichen Beleuchtung bedarf: Der ,, D- Redakteur" hat feine Chiffre geöffnet und erzählt, nunmehr in Sönigsmörder nach Motol aufgemacht und sind feinem Blatt unter vollem Namen Ferdi- nur wieder davongelaufen, als sie Ritter Deml nand Deml: Wie ich König Alfons auf der Wacht für des Königs Leben sahen. durch Prag geleitete." Das Beginnt also: manchmal bin ich stönig, Dann macht Verrat mich wünschen, ich wäre Bettler; Dann werd ich's, dann beredet Dürftigfeit Mich drückend, daß mir besser war als Rönia." Und so blieben Demis Träume Schäume, mit dem Goldenen Vlies ist nichts, und von einem Scheck, mit dem der König wenigstens die Auslagen für die Kognate und das Auto hätte decken fönnen, hört man auch nichts. Aber plößlich ist er da, in einem vornehmen, grauen Wagen, der dahinrast, als gälte es, an Ferdinand Deml unbehelligt vorbeizutommen? nein: Versuchter Versicherungsbetrug scheint vorzuliegen. Aber wer wollte ihn eigentlich durchführen? Wo war Christian Navarre in den letzten bier Wochen? Wurde der junge Fabrikant irgendwo heimlich gefangen gehalten? Vielleicht von seinem eigenen Bruder? Und hat er wirklich das Gedächtnis verloren? Oder ist er nur ein genialer Schaudazu mit solch einem Gebiz! Da nimmt doch selbst der wildeste Königsmörder Reißaus! So herrlich sind diese Zähne, daß sie Deml später nochmals anerkennend erwähnt- wahrscheinlich ist selbst ihm in diesem Königsgesicht sonst nichts Lobenswertes aufgefallen. Und nun kommt der für die Bohemia" und ihrem Reporter historische Augenblid: Ich hatte mir überlegt, wie ich ihn ansprechen wollte: Bürger Alfons", wie es Demokraten von einst getan hätten, wäre übertriebene Finsterkeit, ihm das Gericht( Vorsitzender OGR. Sitta) vorlegt. Ein Bild aus dem menschlichen Inferno. Es erDas Urteil lautete auf drei Monate schweren Kerkers. rb. hielt, lachte er, daß das starte Gebiz zu sehen war. Einmal, wir waren schon auf der Fahrt durch Prag, hatte ich eine fleine journalistische Schadenfreude( Jour nalisten kennen das Vergnügen); an dem langsam fahrenden Auto träumt der Lokalredat teur eines dentschen Blattes ahnungsIos vorüber. Es lebe journalistische Firigkeit und Tüch tigkeit, es lebe das Reporter- Glüd der„ Bohemia"! Aletsch der Deml von der Bohemia" und hat Willkommen, Majestät!" gerufen Der Demi hat den und der Demtl ist nicht finster! sonst kein anderer! Alfons durch sonst Prag geleitet- und Eure Majestät, Hoch!" zu rufen, ging schon niemand! Stol; wie ein Spanier " gar nicht. Warum nicht? Den Demokraten von heute würde das ausgezeichnet stehen! Aber eine Tiroler Mischung, das dürfte das Rechte sein. Also faßte ich mir ein Herz Um Gotteswillen, er wird ihm doch nicht etwa bayrisch gekommen sein, und sprach Willkommen, Majestät!" Also hatte ich am Sonntag doch richtig Wirklich fährt Deml fort ein armer Stönig, den niemand kennen will, niemand Aber Alfons hat Bech, er darf nicht, wie er Nachdem so der demokratische Journalist jener Philipp ein einsamer König bleiben, denn und Parteimann das revolutionäre Strafgericht der Bohemia"-Redakteur ist noch figer als die Spaniens, das mit Alfons persönlich doch wahr- spanische Revolution: haft sehr glimpflich verfuhr, bebend als Ver= rat" nacherlebt hat, läßt die quälende Phantasie ihn nimmer locker, zumal sein armer Körper für König Alfons tapfer leidet: Diese Phantasien Richard II. werden in dem Wirtshaus Zumt weißen Lamm" bei der Motoler Bollstation zur Wirklichkeit. Vier Stunden warten und ausschauen, fich frästelnd vor Regen ins Wirtshaus flüchten, einige Rognate trinken... als gälte es, das revolutionäre Spanien au ver- geraten! laffen. Ich stürze nach... Der Wagen steht, und am Volant lächelt der König. sein träftiges Gebiß zeigend, ohne jede Spur von Angst oder Gebrüdtheit. Warum sollte er auch? Ist doch der Redakteur der Bohemia" bei ihm, deren Bektüre ihn schon in Königswart beruhigt hat. Und noch wartet. dirigierte er den deutschfreiheitlichen Ehrenvagen für Alfons- und die anderen Journalisten", die dann erst im Hotel nur Nachlese halten durften, wo die Bohemia" aus dem Vollen geerntet hatte, sind zersprungen! Aetsch! Ferdinand Deml schildert dann nochmals, wie er den König" in Kirchen und Tempel führte, lobt seinen forschen und leichten Schritt, entdeckt immerhin einen königTich spanischen Minderwertigkeits tompler und die diplomatische Sunst des Alfons, jedem politischen Gespräch auszuweichen. Und über die trante Tante Isabella- antNiemand hat ihn erwartet? Nun, hier scheinend hätte Ferdinand Deml fast vor steht's. Und deshalb nur noch ein Zitat: Rührung geweint findet diese zutiefst repuIch habe König Alfons nach Brag blikanische, bis in die Nieren demokratische Gegeführt; ich dirigierte meinen Taxi- Chauffeur sinnung wieder zu Shakespeare zurück, der alles nur das eine nicht, daß wie ein folgjames Reitpferd mit„ Stopp, er mit Stopp. er vorausgeahnt hat; fommt nicht nach" und„ Achtung, ein Auto schiebt einmal ein Bohemia"-Redakteur, der als aufsich dazwischen". Der König lenkt seinen Bagen rechter Demokrat, ja als Sinksdemokrat, gelten vorsichtig und folgte seinem otsen durch den will, sich so benehmen würde! Brager Verkehrsstrom; so oft er hinter mir 2. G. Berte 6 Dienstag, 8. September 1931. Nr. 59.Modell 9875-22 Mode- Spangenschuh für den Herbst mit kontrastierender färbiger Unterlage unter der Lochverzierung. 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September 1931, abends ort des vor einigen Jahren verstorbenen Kompo- toria Zižkov 3: 1( 2: 1) in einem wenig schönen, 7 Uhr im großen Saale des Odborové dum, Prag II, Berštejn, nisten Puccini, wird in Torre Puccini unt aber desto unfaireren Spiel. In Kladno holte getauft werden. sich Čechie Karlin von SK. beide Punkte mit Plenar- Versammlung. einem 3: 2( 2: 1)-Sieg. irt: Rösele Rosenrot". " notwendig. Die Bezirksleitung. Mozarts„ Entführung aus dem Serail" fommt Freitag, den 11. ds., zum ersten Mal in dieser Sonstige Ergebnisse. Schreckenstein: DFC. Erscheinen aller Mitglieder unbedingt Spielzeit zur Aufführung. In dieser Vorstellung Prag gegen Sportbrüder 4: 0( 1: 0). Teplit: singt Jost Berkmann erstmalig den Belmonte", Slavia Prag gegen TFK. Profi 3: 2( 2: 2), FreundMagda Szakmary das„ Blondchen". Dirigent: Georg schaftsspiel.- Karlsbad: KFK. gegen DSV. „ Freischüß"-Neueinstudierung. Nun hat auch Széll. Regie: Oscar Fritz Schuh. Die für diesen Asch 3: 0( 2: 0). Komotau: DFK. gegen FC. Professor Georg Széll seine Liebe zu Webers Abend ursprünglich angesetzte Wiederaufnahme der Eger 14: 1. Saaz: DSV. gegen DSK. Brüg Freischütz" entdeckt, jener waldbustenden dent- Oper ,, Der Widerspenstigen Zähmung" mußte in 3: 1( 3: 0). Brünn: Židenice gegen DFK. Kolin schen romantischen Oper, die schon Richard Wagners folge Erkrankung von Leonie Kruse abgesetzt wer- 15: 1( 3: 0), Ausscheidungsspiel zur Staatsmeister- überflüssig! Richt einmal in diesem Lande, dessen Herz entzündete und die erst in neuester Zeit durch den. Das Werk wird, sobald Frau Kruse wieder schaft. Preßburg: Ligeti gegen CSR. 2: 1 Filmwelt unter der Führung der Zensur auf die den letzten großen deutschen Musikromantiker, pans hergestellt ist, auf dem Spielplan erscheinen.( 0: 0), dadurch errang Ligeti die Meisterschaft der rechten Bahnen" gelenkt wird, wird man es für Pfigner ihre szenisch- musikalische Wiedergeburt Verdis große Oper" Aida" wird als Neuinize Slowakei.- Budapest: Ferencvaros gegen 3. Be möglich halten. daß die tschechische Jugend einen feierte. Szélls Freischütz" Interpretation zeichnete nierung für den 28. ds. vorbereitet. Das Wert wird sirt 7: 2, Ujpest gegen Vasas 3: 1, Nemzeti gegen derart jämmerlichen, dummen und anckelnden Eindruck macht, wenn man sie nicht gerade im sich vor allem durch vollkommenste musikalische nach Entwürfen von Prof. Emil Pirchan, Aus Budai X/ 1: 1, Hungaria gegen Somogy 2: 0. Sauberkeit aus, die sowohl in der instrumentalen stattungschef der Preußischen Staatstheater in Ber Wien: Vienna gegen Admira 1: 0, Rapid gegen Film zegit. Die Lächerlichkeit, naivste Verdrehung Stlarheit wie in der Exaktheit der Ensembles und lin, völlig neu ausgestattet. Austria 5: 3, Nicholson gegen Sportklub 1: 1, und augenfälligste Unfähigkeit charakterisieren Chöre zur Geltung fommt. Romantisch wirkt sie Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Wader gegen Hakoah 2: 0, Slovan gegen FAC. dieje Sicblung", in der die jungen Traume durch die schön abgestimmte Kunst ihrer dynamischen Dienstag, 7.30 Uhr: Ga ft fp. Gisela Werbe- 3: 2. Temesvar: Stadtteam gegen Belgrad von Wersden mit würdigen Bäuchlein Gliederung, die vor allem im Dufte zartester Pianos Mittwoch, 2: 1. Neusat: Jugoslavia gegen Team Buda- dargestellt werden, in der man Burschen an Stelle schpvelgt. Der Rhythmiker Széll offenbarte sich be- 7.30 Uhr: Premiere:„ Der Graue"( 225-1). pest 3: 2. Bayreuth: 1. FC. gegen 1. FC. von Edhauspielern ins Wasser springen läßt, in sonders in den straffen Allegrofäßen, wie etwa in Donnerstag, 7.30 Uhr: Gastspiel Werbezirt: Nürnberg 3: 2. Berlin: Hamburg gegen Ber- der man von einer Reise nach Algier spricht, um dann Bilder aus Kairo und von den dent prächtig gelungenen Bittoria" Ensemble, im Rösele Rosenrot". Freitag, 7.30 Uhr: in 3: 2. Spotthor, im Jägerchor und im Finale der Oper." Entführung aus dem Serail"( 226- II). Leichtathletik. In Königshütte gelangte yramiden zu zeigen, die aus einer WochenManches hätte man beschleunigter im Zeitmaße Samstag, 7.30 Uhr: Gastspiel Werbezirk: Rösele Samstag und Sonntag der Länderkampf Tsch e cho- chan geschnitten sind; in der man Menschen nicht gewünscht; insbesondere die Gebetszene Agathens. Rosenrot". Ganz hervorragend angelegt im rhythmischen und Graue"( 227- III). Montag, 7.30 Uhr: Gastsp. fen mit 79: 72% Buntten gewannen. Bu erdie gange Gesellschaft für paar Kronen in den Sonntag, 7.30 Uhr: Der Slowakei- Polen zum Austrag, den die Po- im ald photographiert, sondern vor einen sogleich erkennbaren Waldprospeft aufstellt, anstatt Zu dynamischen Aufbau war die Ouvertüre; gleichzeitig Werbezirk: Rösele Rosenrot". wähnen wäre das Kugelstoßen, wo Donda( Tsch.) die eine Glanzleistung unseres passioniert spielenden Theaterorchesters. Als sehr zweckmäßig erWochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, sehr gute Weite von 15.71 Meter erreichte. In Baumgarten zu schaffen, damit das Publikumm wies sich die Idee, das Vorspiel des dritten Aftes 7.30 Uhr: 3ntimitäten". Mittwoch, 7.36 Paris wurde der Länderkampf Deutschland renigstens nicht über diese Fehler lachen soll! Die als Zwischenabtmusik vor dem letzten Bilde der Oper Uhr: Gastsp. Gisela Werbezirk:„ Rösele Rosen- gegen Frankreich ausgetragen, der mit dem Handlung besteht darin, daß auch Bankdirektorseinzuschalten. Leiter der szenischen Vorgänge war rot". Donnerstag, 7.30 Uhr: Intimi- Siege der Deutschen, u. ziv. mit 89: 62 Punkten töchter trampen" und dann lieben, überhaupt Oscar Fritz Schuh, der neue Opernregiffeur täten". Freitag, 7.30 Uhr: Gastspiel Gisela endete. Bei einem Meeting in Helsingfors besteht die ganze Siedlung aus durchaus würdigen Samstag, lief Sjörstedt( Schweden) die 110 Meter Hürden in und reifen Akademikern, Doktoren, Ingenieuren, des Prager Deutschen Theaters. Daß er Ordnung Werbezirk:„ Rösele Rosenrot". und Blanmäßigkeit bewies und auch für natürliches 7.30 Uhr: Premiere:„ Nina". Sonntag, 7.30 14.4 Set. Die besten Geher gaben sich in Paris alle ingehobener sozialer Stellung", alles Leute, Stelldichein in einem 25- Rilometer die an der Verwerflichkeit des außerehelichen BeiLeben auf der Bühne sorgte, war sein Hauptver- Uhr: Gastsp. Werbezirk: Rösele Rosenrot" ein Gehen. Sieger wurde Valente( Italien) in neuer schlafs in jeder Form festhalten und die Enthaltdienst; das schwierige Problem der Wolfsschlucht Montag, halb 8 Uhr:„ Nina". Weltrekordzeit in 2:03:13 Std. vor Schwab fan feit für Jungen predigen, deren Mentalität vermochte auch er nicht zu lösen. Sein eigentliches ihrer ellerdings nur aus dem„ Poledni List" oder ( Deutschland) in 2:04:24 Std. bes ei jolls aus der Filmverdrehung befannt ist! und schöpferisches Können wird er wohl in einer Spiel- Körperpflege Schwimmen. An dem am Sonntag ausgetra- und dagegen, Herr Kubat, gegen diese festen, vergenen Schwimmen Quer durch Pra g" betei- fchließbaren Häuschen mit ihren wohlgesitteten Wiener Arbeiterfußball. Die am Sonntag in ligten sich 26 Schwimmer und Schwimmerinnen. Perchnern, wollen Sie zu Felde zieken; mo es tiefe Lage der Bartie Schwierigkeiten bereitete, son- den einzelnen Abteilungen ausgetragenen Meister- Sieger über die 3300 Meter lange Strede wurde: bed)„ totdid" ist, zu trampen! terme dern auch an sich zeigte sich seine Stimme als wenig haftsspiele ergaben u. a. folgende Ergebnisse: bei den Männern Routet( APK.) in 37:44 Min, cute, die den vorgeschriebenen Tegt nicht nur ergiebig, übertrieben guttural im Ansatz und ge- iga: Gaswerf St. Veit gegen Rudolfshügel 7: 2 bei den Frauen Nezavdal Novotny( APK.) in 45:30 firçer, sondern auch noch zur bedauerlicheit VerStar gegen Altmannsdorf- Meidling/ Min. und bei den alten Herren Nikodem( AC. Praha) ftändl'd feit sprechen müssen! Im Zeichen dieser Neuinszenierung zeigen müſſen. Die Solisten Sport waren ungleich in ihren künstlerischen Leistungen. Eine Enttäuschung Boris Greverus, der neue Thrische Tenor, als Mag. Nicht nur, daß ihm die * * Min. in. 21 erreichten das Ziel. Aus der Partei Jugendbewegung. S. 3. Prag, Gruppe I. Heute im Verein höre für den intern. Jugendtag und für die Wahl Probeabend. Wir lernen Lieder und Sprecharbeit. Alle, die schon bei der Gesangsgruppe mit müssen unbedingt erscheinen.gewirkt haben, Mittwoch findet fein Heimabend statt. Donners. tag ist in der Gee Rekrutenabend. Ab hals Musit steht ungefähr ein Musiferalbum, man be fährlich unruhig im Red fährlich unruhig im Ton. Auch 2. O. Böck als 2: 1( 1: 1), Nord- Wien gegen Elektra 3: 1( 3: 0), 49 grüft gerührt alte Bekannte, man freut sich, mtt Raspar befriedigte nicht ganz; sein Organ ist zu hell, weld er Jrgerdfrische Nademlejnity einfach feine Darstellung zu zahm. Sehr erfreulich in ihren Boſtgewerkschaft gegen Floridsdorfer SC. 2.0( 1: 0), Erste Selasie: für jegliche Leibesfunktion ein Liedel erfunden hat. Darbietungen waren dagegen die beiden weiblichen Feuerwehr gegen E- Wert 3: 2( 3: 0), Helfort gegen die Feschats sind Normann und Kubla. Hauptrepräsentantinnen der Oper: Lotte Schöhönig Schwechat 3: 2( 0: 2). Gruppe Süd: Hochstädt- Rasenspieler gegen Donau nquer als Aennchen und Traute Rohne als teien Steimar als alter Vater diesmal feine 3: 0( 0: 0), Zentralverein gegen Falten 3: 1( 2: 0), Agathe. Erstere ist nicht nur eine stimmlich glän- Germania 14 gegen ASC. Brigittenau 2: 1( 1: 0), Konkurrenz maden muß, die blonde Dame heißt zend ausgestattete, gefangstechnisch vortrefflich ge- Mußdorf gegen Olympia 3: 2( 1: 1), Union gegen schulte und musikalisch zuverläjjige Sängerin, son- C: Simmering 2: 1( 0: 0), Reford Rider gegen Deutscher Arbeiter, Smečky 27( nicht in der Gee) Bašatkova und soll sich bei dem Regisseur da rer darkelte, obwohl man aus ihr etwas machen, dern auch eine gewandte und gewinnende Dar- Men- Rettenhof stellerin, mit der unser Theater, endlich wieder ein- nische Union gegen Tonaufeld 1: 0( 1: 0), Ostbahn tönnte. Sehr gelungen find aber die Bilder aus stellerin, mit der unser Theater endlich wieder ein- Neu- Kettenhof 1: 0( 0: 0); Gruppe Nord: Tech für bedarfer, daß er sie zu elender Ondratopic fönnte. Sehr gelungen sind aber die Bilder aus mal eine wirkliche Attraktion gewonnen zu haben Simmering gegen Fav. AC. 1: 0( 0: 0), Columbia ber asava gegend, in denen der Bhotomann Icheint. Traute Robne ist als Agathe fünstlerisch gegen Auto 1: 0( 1: 0), Humanitas- Winkler gegen sichtlich gewachsen Ihr schöner, keuscher Sopran flang diesmal besonders gut, war frei im Ton und Landstraßer Sportfreunde 4: 0( 3: 0), Phönizia Blažer zeigen kann, daß er seinen Mitergagierten turmhoch überlegen ist; denn nur er versteht sein Gewerbe! Und das repräsentiert den ridedischen Tonfilm, zu dessen Stüße öffentliche ntübelos ansprechend in der Höhe. Auch gefang gegen Ostbahn 10 1: 0( 1: 0). Die Bundesmeisterschaft im Einzelfahren der stilichisch gab die Sängerin diesmal Weber was 2ittel Foangezeçer werden follen; darüber hat Arbeiter- Radfahrer Desterreichs gelangte am SonnWebers ist. Bleibt nur etwas mehr Beseeltheit zu das Publikum gelacht! Allerdings dürfte die Sache in der Proving ein gleiches Geschäft machen, wie wünschen, um diese Agathe auch dem Herzen des tag in Eisenstadt im Burgenlande zum Austrag. die Courths Mahler; das sei festgestellt! Skrupel Hörers näher zu bringen. Die zahlreichen kleineren Sämtliche Kreise des Verbandes waren vertreten. Partien der Oper waren, bis auf die drei Braut Die Strecke führte über 70 Kilometer von Eisenstadt Stubatfreudem im Tonfilm. Also icht haben leg unwahr ist die Reflame: die Handlung spielt jungfern, fehr gut befeßt. Besonders hervorzu- nach Vinden und zurück. 46 Fahrer aus 32 Kreisen heben ist Rollers Stilian, Schönbergs Cuno erschienen am Start, von denen 34 das Ziel er wir auf der ganzen Linie gewonnen; der Tonnän lich nicht auch in der trostlosen afrikanischen und Hagens Fürst Citofar. Das Theater war reichten. Die Straßenverhältnisse waren teine gu- film: hai unter& mine! Regieftab den voll wije", sondern auch im trostlosen Atelier ten und zudem behinderte noch starker Wind die fommer en Vereis erbracht, daß Kubais Erlurs in der A- B- Film in Prag- Weinberge! sehr gut besucht, der Beifall verdient lebhaft. Fahrer. Sieger wurde Hamedl( Freiheit 17, Wien) in 1: 53: 32.2 Std. vor Sturm( Karl Marg, Wien) dichtauf, 3. Pello( Meidling- Wien) 1: 55: 25.8, 4. Gamsjäger( Mürztal). Bürgerlicher Sport. E. J. Kapellmeister Feinsinger in den Alpen tot auf gefunden. Touristen haben bei Zirl die Zeiche des Jeit Mitte Juli vermißten Kapellmeisters der Berliner Kroll- Oper, Feinsinger, gefunden. Er unternahm Mitte Juli mit der Familie eines deutschen Die Liga- Meisterschaft der Profis hat begonnen. Großindustriellen eine Bergtour. Während seine Am Samstag schlugen die Teplizer in Prag die Begleiter zu Tal stiegen, erklärte der Stapellmeister, Slavia verdient 3: 2( 2: 1), hatten aber unter Herausgeber: Siegfried Taub. Chefredakteur: Wilhelm iegnet. 8 Uhr. Der Film die ihm unbekannten Gebiete der Verfassungsfreiheiten nicht gerecht war! Der Tonfilm Die Siedlung junger Träume" ist das erste J W. Lg. ' n das Heim des flaffenbewußten Urbeiters gehört d. Zentralorgan. der Deutschen sozialdemokr. Arbeiterpartei „ Sozialdemokrat" und wohl auch letzte Produkt gesungenen und gespreder en Charakters aus dent Leben der Tran ps", wie sie in den Augen der heimischen Filmtulturhelden aussehen. Die Polizei hatte bei der Erstausführung Fereitschaft, weil turbulente Proteste der Jugend einsetien; das war wirklich Für den Drud verantwortlich: Otto Holil, Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strang, Prag. Drud: Rota" A.-G. für Zeitung und Buchdruck, Prag.. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kč 16.-, vierteljährlich Kč 48.-, Rüditellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten, Brag. Die Zeitungsmarkenfrantatur wurde von der Poft- u. Telegraphendirektion mit Erlag Nr. 13,800/ VII/ 1930 bewilligt. balbjährig Kä 96.- ganzjährig Ko 192.-, Juferate werden lant Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlas.