Einzelpreis 70 Heller. Sozialdemokrat Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratiſchen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik. 11. Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion nad Berwaltung: Brag II., Relájania 18 Telephon: 26795, 31469( Nachtredaktion): 26797 Beftfcedamt: 57544 Sonntag, 20. Geptember 1931 Nr. 220. Sprachenfragen in der spanischen Mukden von den Japanern besetzt. Wer schreit da ,, Verrat"? Konstituante. Madrid, 19. September. Die Kammer jezte gestern die Behandlung des Verfassungsartikels betreffs der Staatssprache in Spanien fort. Nach einer langen Debatte nahm die Kammer die Ansicht und den Antrag des Universitätsprofessors Unamuno an, der ausführt, daß es Pflicht jedes Spaniers sei, die Staatssprache das Kastilianische zu beherrschen und sie auch anzuwenden. Nach kurzer Debatte wurden der Artikel 5 angenommen, der besagt:„ Die Hauptstadt Spaniens ist Madird", weiters Artikel 6: Spanien verzichtet feierlich auf den Krieg als Instrument der natio= nalen Politik" und der Artikel 7 der Verfassung: Der spanische Staat wird die allgemeinen Bestimmungen des internationalen Rechtes respettieren und sie derart anerkennen, als ob sie einen Teil seiner eigenen Rechtsbestimmungen bilden würden. Einladung Rußlands und der Bereinigten Staaten in die Abrüftungstommiffion. Lotaler Konflikt oder Auftakt zur Besehung der Mandschurei? Shanghai, 19. September. Japanische Truppen sind in der Nacht auf heute nach längerer Artillerievorbereitung in den Feftungsgürtel von Mukden eingedrungen und haben gegen Morgen das Arsenal und alle wichtigen Punkte der Stadt bejeßt. Starle Abteilungen befeßten die Hauptstraßen und die öffentlichen Gebäude. Wie es scheint, ist es bei der Besehung zu keinen ernsteren Kämpfen gekommen, da die chinesischen Truppen auf Befehl des Gouverneurs der Mandschurei Tsang Suelijan keinen Widerstand leisteten. Die japanischen Militärbehörden haben nach der Beseßung der Stadt eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Aufrechterhaltung der Ordnung durch das japanische Militär verbürgen. Wie aus Tokio gemeldet wird, soll die japanische Regierung dem japanischen Generalfonful in Mukden angeordnet haben, die Angelegenheit zu lokalisieren. Dem sieht allerdings die Tatsache gegenüber, daß japanische Truppen heute vormittag auch in Tsing tau gelandet sind und daß auch in der Umgebung von K wants chang nördlich von Tschangtschung Zusammenstöße zwischen chinesischem und japanischem Militär erfolgt sind, die mit der Besehung der Stadt durch die Japaner endeten. Reuter meldet weiters aus Tokio, daß mit Rücksicht auf die ernste Lage in der Mandschurei das Hauptquartier der japanischen Armee aus Dairen nach Mukden verlegt worden jei; außerdem wurden japanische Flugzeuge nach Mukden entsendet, um die Verbindung mit der Armee zu sichern. Die chinesischen Behörden haben einen Sonderzug mit den Korrespondenten ausländischer Blätter, die in China find, abgefertigt, um ihnen zu ermöglichen, genaue Berichte über die tatsächliche Lage zu geben. * * * Beiderseits ruhige Beurteilung. Die deutschbürgerlichen Parteien glauben, ihren Wahlschlager gefunden zu haben. Das nationale Verratsgeschrei geht wieder um und den Verrat haben die deutschen Sozialdemo fraten begangen, weil sie in Prag mit dew tschechischen Genossen gekoppelt haben. Die ganze bürgerliche Presse, von den Kasinos Demokraten angefangen bis zu den Klerikalen und Hakenkreuzlern, tobt und sucht durch eint Trommelfeuer gemeinster Lügen die Wähler gegen die Sozialdemokratie aufzuputschen. Und seit Tagen schon steht die tschechische Sozialdemokratie im konzentrischen Feuer derselben nationalistischen Hezze, welche jetzt gegen: uns entfaltet wird. Dieselben Schlager, dieselben Beschuldigungen, die gleichen Beschinpfungen und das gleiche Gesindel marschieren gegen die Sozialdemokratie auf, hier wie dort. Das leztemal war es bei den Parlamentswahlen im Jahre 1929, wo die nationale Phrase Orgien im Kampf gegen die vereinigten Arbeiterparteien gefeiert hat. Der Versuch ging fehl, die Wählerschaft gab den„ nationaund Wirtschaftsgemeinschaft, die sich dem len" Bürgerparteien einschließlich der ArbeitsMeistbietenden an den Hals geworfen hatte, die richtige Antwort. Nationale Interessen vertreten wollen diese Parteien? Stimmen und Mandate, Die Meldungen über die Ursache des Kon- Der Kriegsminister erklärte, die Lage in der Geni, 19. September. Die Dritte Kom lifts widersprechen einander je nach ihrer Her Mandschurei sei viel ruhiger geworden, so mission( für Abrüstungsfragen) traf heute tunft. Vor japanischer Seite wird erklärt, daß die zusammen, um den bekannten Resolutionsentwurf Differenzen einsekten, als die Chinesen bei Mut, daß es nicht nötig sei, Verstärkungen aus Korea der Vertreter Dänemarks, Norwegens, der den die südmandschurische Bahn unterbrachen, zu entsenden, wenn nicht unvorhergesehene Um Niederlande, Schwedens und der Schweiz wegen welche von einer halbamtlichen japanischen Ge- stände einträten. eines feierlichen Appells an die Staatent sellschaft verwaltet wird. Dabei sei es zu Schar zu beraten, die ersucht werden sollen, bei der müßeln mit japanischen Abteilungen, die die Schaffung einer Weltmeinung behilflich zu sein, Strede bewachten, gekommen und es wurden Der Konflitt vor dem Bölferbundrat. Darum geht es ihnen! Wo sind denn jene Kerle, die die Frechheit haben, uns Verrat vorzuwelche ein Gelingen der Abrüstungskonferens chinesische Verstärkungen herbeigerufen. werfen, wenn es wirklich gilt natio= fichern würde. Nach der chinesischen Darlegung ist die Bevor au das Meritum der Frage geschritten unmittelbare Ursache der Berwicklungen die Ber- Genj, 19. September. Der Völker bund- nale Würde zu wahren? Da läuft der werden konnte, fand eine interessante Debatte nichtung eines bestimmten Abschnittes der süd- rat wurde zu Beginn seiner 65. Tagung heute Prager deutsche Stadtrat aus der Sizung, in prinzipiellen Charakters statt. Der Vorsitzende mandschurischen Bahn durch die Japaner, nachmittag mit dem Konflikt 3 wifchen welcher über die fascistischen Tonfilmtrawalle der Kommission, der Däne Munch stellte näm- welche die Chinesen dieser Zerstörung beschuldig- China und Japan befaßt. Der Vertreter gesprochen wird, einfach fort, weil er Privatlich zur allgemeinen Ueberraschung den Vor- ten, um einen Konflikt zu provoschlag zur Debatte, in die Kommission auch die gieren. Vertreter der Vereinigten Staatent, Sowjetrußlands und der Türkei ein zuladen, also die Vertreter von Staaten, die bei der Vorbereitungstonferenz mitarbeiteten, und daß wenigstens aus den nächsten Hauptstädten Vertreter dieser drei genannten Staaten berufen werden könnten. Als der Vorsitzende schloß, folgte eine Verlegenheitsdebatte. Chinesische Kreise betrachten die Bejeßung Mukdens jedoch vor allem als die Wirkung einer heftigen, vom japanischen Militär betriebenen Propaganda zugunsten einer festeren Politik gegenüber China, wobei die Forde rung nach Sühne des Mordes an einem japanis ichen Generalstabsoffizier namens Ratamuri eine Hauptrolle gespielt haben soll. * Der Vorwand. Butschbilanz. lichen Berlauf nehmen werde. Japans, Yoshisawa, gab eine kurze Er- geschäfte zu besorgen hat und überläßt die Verflärung ab, worin er mitteilte, er habe zuerst teidigung des Deutschtums- Tschechen. War aus Zeitungsnachrichten von Zusammenstößen bei das nationale Würde? Da laufen Mukden gelesen und heute früb eine offizielle Deutsche in den Aemtern, bitten, man möge in Mitteilung seiner Regierung erhalten, worin sie ihrem Orte eine tschechische Minderheitsschule die Tatsache solcher Zusammenstöße bestätige. Einzelheiten fehlen noch. Sobald weitere mit errichten. Sie bieten selbst ihre Kinder dafür teilungen eingingen, werde er sie dem Rat über- an, wenn nur die Schule in ihrem Hause mitteln. Er könne aber schon heute die Ver- untergebracht wird und sie dafür Zins oder sicherung abgeben, daß die japanische Regierung eine andere Belohnung, eine Stonzession oder Bei der allgemeinen Unsicherheit verkündete alles tun werde, um weitere Verwicklungen zu dergleichen, bekommen. Im Parlamentisans der Vorsitzende Munch, er anerkenne, daß der vermeiden. Der Vertreter Chinas, Sze, gab schuß wurde es den Deutschbürgerlichen in Vorschlag nachträglich vom Versammlungspräfidaraufhin seinerseits die Erklärung ab, daß die Gesicht geschleudert, feiner vor ihnen wagie es, bium genehmigt werden müßte. Der französische Tokio, 19. September.( Reuter.) Meldungen chinesische Delegation mit Bewegung von den Delegierte Maffigli wendet ein, daß es eben aus Mulden zufolge wurde die japanische Gar- Vorgängen gehört habe, die aus der Mandschurei aufzustehen und zu sagen: Es ist nicht wahr! tuell zu einer Situation kommen könnte, daß die nijon in Pejtajin unweit Mukden gestern nach elf gemeldet worden seien und auf die der Delegierte Taten das Arbeiter? Waren das Sozialdemo Ansicht des Präsidiums negativ wäre. Nach mehr Uhr nachts von etwa 200 chinesischen Soldaten Japans die Aufmerksamkeit des Rates gelenkt fraten? Da bringen jede Woche die Blätter fachen Verhandlungen wurde entschieden, daß überfallen. Eine andere chinesische Militärabtet habe. Ohne zuzugeben, daß diese Zwischenfälle Notizen: Berlorener deutscher Besis." Sier die Angelegenheit das Präsidium der Bölfer- lung versuchte, die Eisenbahnbrücke in der Süd- durch die Schuld Chinas hervorgerufen seien. ein Wohnhaus, dort eine Gastwirtschaft, eine bundversammlung, das um 10 Uhr abend zusam- mandschurei zu zerstören. Die japanischen Kräfte erklärte er sich bereit, den Völkerbundrat über Mühle und so fort. Tun das Arbeiter? mentritt, beraten und entscheiden muß. schlugen die Chinesen zurüd. Die Chinesen tamen die Nachrichten, die er von seiner Regierung er Sind das Sozialdemokraten? Nach einstündiger Beratung wurde beschloj- jedoch mit Verstärkung wieder, so daß ein ernster halte, auf dem Laufenden zu halten. Der Präst- Und als im Jahre 1925 die Deutschsen, zu diesen Arbeiten in die Dritte Kommis- Bursammenstoß erfolgte. Die schließlich eintreffen- dent des Völkerbundrates erroug nahm von demokraten nicht kandidieren konnten, weil fion Bertreter der Vereinigten Staaten, Sowjet- den japanischen Verstärkungen befreiten die japa- den Erklärungen Kenntnis und gab der Hoffnung feine Partei sie zur Auffüllung der Wählerrußlands und der Türkei( Anmerkung: d. i. der nische Garnison in Bejtajin und vertrieben die Ausdruck, daß die Angelegenheit einen fried fadres brauchte, wie war die Losung des Staaten, die an den Arbeiten der Vorberei- Chinesen in nördlicher Richtung. Kasinos"? Wahlenthaltung! Wahlenthaltung! tungstonferenz teilgenommen hatten) ferWo war da die Parole: Jede deutsche Stimme ner derjenigen Staaten, die auch zur Abrüstungsfonferenz eingeladen sind, d. i. Argentiniens, nicht nur sozialdemokratische Mandatare, sondern muß gezählt werden? Wie wenig tief saß da Afghanistans, Brasiliens, Costaricas, Aegyptens, auch ein Abgeordneter des Landbunds, Thoma, die nationale Würde! Wenn das die Sozialund Equadors einzuladen. Das Präsidium Wien, 19. September. Während die amt wurden z. B. in Gröbming verhaftet. Zu diesen demokraten getan hätten! Da verkaufen die der Völkerbundsversammlung wurde ermächtigt, lichen Untersuchungen von der Polizei und der widerrechtlichen Verhaftungen, deren Liste noch agrarischen Genossenschaften eines der größten diese Einladungen den erwähnten Staaten auf Gendarmerie gegen die Teilnehmer des fonn lange nicht vollständig ist, kommen noch die von deutschen Hausobjekte in Prag- ,, Elektra" raschestem Wege zukommen zu lassen. tägigen Butsches der Heimwehren in Oberöster den Heimwehren gestürmten Häuser und demoreich bereits ganz eingestellt wurden, sind die lierten Wohnungen, die Konfiskationen und Re- ausgerechnet an die Partei des so bekämpften Zugsattentate auch in Holland. Berhaftungen und auch die Hausdurchsuchungen quirierungen von staatlichen und privaten Last- Primators Baya! Wo blieb die Verteidigung in Steiermark bereits etwas abgeflaut. Nur in und Privatkraftwagen. Das Blatt nennt noch deutschen Besitzes? Taten das irgendwo und Amsterdam, 19. September. Bei der Ge- der Stadt Liezen in Ost- Tirol wurde ein gro- die Namen der getöteten und verlegten Arbeiter irgendwann deutsche Sozialdemokraten? Da beschließen deutsche Bürgerparteien Grenzgebiet wurde ein Anschlag auf den Bes Waffenlager der Heimwehren am gestrigen und führt alle die zahlreichen anderen im Laufe D- Bug Amsterdam- Paris verübt, der aber glüd- Tage entdeckt. Es wurden hier u. a. auch sieben der Heimwehraktion vom letzten Sonntag began die Abschaffung der zwei deutschen Gaue, da licherweise ohne Erfolg geblieben ist. Der komplette moderne Maschinengewehre und 150 genen Verbrechen und Delifte gegen die persön beseitigen sie die deutsche Selbstverwaltung und Lokomotivführer des D- Zuges, der um 19.15 Uhr Gewehre von der Gendarmerie konfisziert. Der liche Freiheit und gegen die Sicherheit des Staa- jezzen an ihre Stelle ernannte Bürokraten! Da unterschreiben im Jahre 1928 deutsche Amsterdam verläßt, teilte in Sittard mit, bekannte Heimwehrführer Hauser wurde in tes an. bürgerliche Minister eine Sprachenverordnung daß er bei Nie w st ad über ein Hindernis ge- Saft genommen, da er am Sonntag den strikten fahren sei. Bei der Untersuchung ergab sich, daß Befehl erlassen hatte, die Schienen im Tunnel Brasilien stellt Zinszahlungen ein. für die Bezirks- und Landesvertretungen und zwischen den Weichenschienen einige Stüde von Steinach- rdning aufzureißen, um den TransLondon, 19. September. Die brasilianische ihre Ausschüsse, die ungeseßlich ist und schlech schweren Eisenketten in der Länge von port der Gendarmerie und des Militärs von Die Tirol nach der Steiermark zu verhindern. Sein Regierung gibt bekannt, daß sie insolange der ter als das Sprachengeset, welches zu unterdreieinhalb Meter eingeklemmit waren. akuten wirtschaftlichen Depression in Brasilien schreiben die tschechischen sozialdemokratischen Kriminalpolizei vertritt die Auffassung, daß es Auftrag wurde jedoch nicht ausgeführt. Die„ Abeiter- Zeitung" veröffentlicht heute nicht in der Lage gewesen ist, in genügendem Minister abgelehnt hatten! fich um einen Anschlag handelt. Gleichzeitig Da verlegt einfach so ein Wirtschaftswird bekannt, daß bereits am 10. Juni ein ähn eine Liste von 44 Bürgermeistern, Vizebürger- Maße Devisen aufzutreiben, um die im Oktober führer" eines der größten deutschen Industrielicher Anschlag in der Provinz Limburg. meistern und anderen Gemeindefunktionären von fällig werdenden Zinszahlungen für die Ausder aber früher entdeckt wurde und kurz darauf mehr als 25 Gemeinden, welche von den Heim- landsschulden zu leisten. Sie pflegt gegenwärtig unternehmen aus reiner Profitgier ins tscheein ähnlicher ebenfalls erfolglos gebliebener wehren während des sonntägigen Putsches gefet Beratungen mit ihren Banfiers. Es handelt sich unternehmen aus reiner Profitgier ins ticheAnschlag im belgischen Grenzgebiet verübt widrig verhaftet wurden. Es befinden sich darin der Hauptsache um die beiden 4.5prozentigen chische Gebiet, macht tausende Arbeiter mit worden ist. Diese Anschläge wurden bis jetzt nicht unter auch Nationalräte, Landtagsabgeordnete Anleihen von 1888 und 1889 fowie die fünf- ihren Familien brotlos, ruiniert einen ganzen deutschen Bezirk- das Resultat in der bür bekannt, um das Publikum nicht zu beunruhigen. und ein Mitglied des Landesausschusses, Aber prozentige Anleihe von 1913. meine Nie wst ad im deutsch- niederländischen Gauateg, 20. O0Mkt flfi. Nr. 220. Otto Glöckel einem Kandidaten der FrantiZek Navratil-Liste zum Mandate. Unumwunden erklären wir, daß uns jeder tschechische Sozialdemokrat hundertmal lieber ist als ein Mitglied der Fememörderpartei, oder ein Diener des Weihvauchkessels oder des Geldsacks. mia" behauptet, daß Dr. Czech mit den Klerikalen an einem Strick zieht, so ist das eine Lüge, oder ob Parteien, die einander sonst zu bekämpfen vorgeben, zu einer unappetitlichen Mandatsversicherungsgesellschaft sich vereinigen. Deutsche Sozialdemokraten verhelfen nicht schäft, unter welchem Namen sich die—... Partei verbirgt. Diese Partei hat den Wählern so wenig zu sagen, daß einer ihrer Redner in ihrer Prager Versammlung uNieren Wahlaufruf zu Hilfe nehmen mußte, welchen er ausdrücklich als richtig bezeichnen mußte. In ihrer Verlegenheit nehmen sie Zuflucht zu erfundenen Behauptungen über unsere Prager Organisation. Unter lebhaftem Beifall der ganzen Versammlung spricht der Redner über das mit den tschechischen Genossen und der kommunistischen Opposition getroffene Koppelungs- Prag. Eine sdiöne Wahlversammlung der Prager Organisation. Mit einer überaus zahlreich besuchten Ver sammlung leitete Freitag die Prager Organi sation den Wahlkampf ein. Lange vor Be-| ginn der Versammlung begann sich der große j Saal der„Urani a" zu füllen. Pünktlich zur festgesetzten Zeit traten die O r d n e r an, um den ungestörten Gang der Versammlung zu sichern. Als die Fahnengruppe der sozialisti schen Jugend in den Saal emzog, war kein Plätzchen mehr frei. Jeder verfügbare Raum war besetzt, so daß auch die G a l e r i e geöffnet werden mußte. Nachdem die sozialistische Jugend das Scharlied,„Was will das Proletariat" ge sungen hatte, eröffnete der Bezirksvertrauens mann Gen. Schönfelder die Versammlung. Nach der Wahl des Präsidiums erteilte er dem ersten Redner des Abends, Genoffe Dr. Schwelb daS Wort. In einer Zeit, führte der Redner«. a. aus, in welcher der Kapitalismus den Bankrott seines Systems nicht mehr verschleiern kann, hat eS die Sozialdemokratie nicht nötig, von ihrem alten Standpunkt abzugeben, daß jede, auch die kleinste Wahl, eine große politische Bedeutung hat. Alle bisherigen allgemeinen Gemeindewahlen haben auch die Richtigkeit dieser Anschauung bestätigt. Es wird auch diesmal sich darum handeln, ob das bürgerliche oder das sozialistische Lager siegreich aus den Wahlen hervorgeht. Das Bürgertum wird also versuchen, teils selbst mit Hilfe der fascistischen und kom- munfftischen Listen den Sozialdemokraten Stim men abzunehmen. Das Ergebnis der Parlaments wahlen hat bewiesen, daß nur, wenn auch eine Verschiebung inerhalb der sozialistischen Parteien zugunsten der Sozialdemokraten erfolgt, eine auch nach außen hin wirksame Verschiebung des Krcffteverhältniffes Wischen den beiden großen Klaflenlagern, dem Bürgertum und der Arbeiter schaft, herbeiführen kann. Jeder Erfolg der Kommunisten oder Völkischen hat nur die Mehr heit der Parteien, die den Bürgerblock gebildet hatten, verstärkt. In Prag tritt den Sozialdemokraten aber auch eine besondere Spezies entgegen, die es an-! derswo nicht mehr gibt. Die Natur scheint■< manchmal eine Vorliebe für Antiquitäten' und Kuriositäten zu haben und konserviert! bei uns einen Ueberrest aus dem vorigen Jahr-- hundert, die Arbeit-- und Wirtschaftsgemem-! elchem Namen sich die alte liberale' mit den Parteien des Bürgertums können wir Kampfgefährten nur im Lager der Arbeiter suchen. Donnerstag wurde uns milgeteilt, daß die beiden deutschen bürgerlichen Listen in Prag unbedingt koppeln werden. Es ist eine ungeheuerliche Zumutung für uns, daß wir mit der Fememörder-Partei zusammengehen sollen, die mit dem Blute sozialistischer und republika- nffcher Arbeiter besteckt ist. Es ist vielmehr unsere Pflicht, alles zu tun, daß dem Deutschtum Prags die Schmach eines Hakenkreuzmandates erspart wird.(Starker Beifall.) Bon lebhaftem Bestall empfangen, beginnt Genoffe Nationalrat Stto Glöckel fein Referat über die heutigen Aufgaben der SeHialdemokratie. Jede Wahl gibt uns die Möglichkeit, unserem Ziel, die Herrschaft des Willens einzelner Personen durch den Willen der Gesamtheit zu ersetzen, näher zu kommen. Wir wollen die Möglichkeit auSnützen, die Macht und den Einfluß der sozialistischen Bewegung zu verstärken. Das Schicksal des Einzelnen ist unlösbar verknüpft mit dem Geschick der«Gsamcheit. Die Demokratie gibt nicht nur Rechte, sondern sie verlangt auch Pflichten und Verantwortung. Unter demokratischem Wahlrecht wird daS Volk genau so regiert, wie es gewählt hat. Ein jeder hat sich heute di« Frage vorzulegen: Gehöre ich in die Reihen deS Proletariats oder in die Reihen der Bourgeoisie? Bei der Mehrheit der Proletarier, welche sich instinktiv zur SoziaDemokrtie hingezogen fühlen, ist dies ein natürlicher Vorgang. Komplizierter wird es bei den Intellektuellen. Auch diese entscheiden zwar in der Regel gefühlsmäßig, aber sie entscheiden meist in falscher Richtung, sie werden Opfer von Vorurteilen und Oberflächlichkeit. Die LebenSlüg«, welcher sie erliegen, ist die Vorstellung deS Einzelnen, daß er«S zu etwas gebracht hat, eine gesicherte Position hat und sozial herabsteigen würde, wenn er sich dem Proletariat anschließenwürde. Manche erliegen der Vorstellung, daß der Gebildete der bessere Mensch sei, sie wissen nicht, daß B i l d un g erhöht« Verpflichtungen dem Kellek- tivum gegenüber bedeutet. Die dritte Gruppe zählt jene Leut«, di« glauben, über„Politik" erhaben zu sagen, die Politik, wie sie sagen, zu durchschauen. Sie übersehen, daß alles, waS um uns vorgeht, durch die„Politik" beeinflußt wird und daß niemand sich ihr entziehen kann. Wenn dann der Intellektuell« erkannt hat, daß eü sein« Pflicht ist, nicht oberflächlich zu urteilen, sondern zu überlegen und sich zu entscheiden, wohin er gehört, dann fängt für ihn, die Schwierigkeit an, sich in der bunten Muster- kart« der politischen Parteien zurechtzufinden. Auch das ist nicht zu schwer: Zwei Gruppen bilden sich schließlich immer heraus, die Verteidiger und Nutznießer des heutigen. Systems, dessen Entwicklung in der nächsten Zeit I schwer vorauszusagen ist(denn selbst ein bürger-■ f sicher Nationalökonom, wie S o m b a r t sagt, daß der Kapitalismus in die Wechseljahre eingetreten ist, unfruchtbar wird) und ihnen gegenüberstehen, ddie sozialistische Bewegung. Zwei Pfeiler stützen daS heutige System. Erstens der KlerikaliSmuS, aufgebaut auf den: Mißbrauch des religiösen Gefühlt, welcher den Menschen auf daS Jenseits vertröstet und ihm Bedürfnislosigkeit im Diesseits predigt. Ihm ist so lange ttidu zu trauen, solange er nicht selbst mit gutem Beispiel vorangeht, sondern lieber Kämpfe umeinluxuriösesBischoss- palais aufsührt. Der zweite Pfeiler ist der Nationalismus, auAebaut auf dem Miß- brauch der natürlichen Liebe zu seinem Volk. Der Nationalismus übertreibt diese Regung, er erzieht zur Ueberschatzung des eigenen und Geringschätzung anderer Völker, er trekbt damit immer dem Kriege entgegen. Heute muß man schon erkennen, daß.nach redem Krieg eine internationale Nieder!age kommt, daß es keilt Siegervolk gibt, wenn es sich wirklich um di« Völker selbst handelt und nicht um die, die Geschäfte mit dem Krieg und dem Nationalismus machen. Die heutige Krise ist das Ergebnis der Tatsache, daß im kapitalistischen System nicht das Bedürfnis entscheidet, sondern das Einzelinter- effe, ob die Arbeit den genügenden Profit abwirft. Die Arbeitslosigkeit ist die SchichsalS- frage der heutigen Gesellschaft. Denn wenn auch in erster Reihe die Arbeiterbetroffen werden, nach ihnen folgen dann die anderen Schichten, die Gewerbetreibenden, die geistigen Arbeiter, all« Kategorien der Angestellten, denen Löhne, Gehälter und schließlich sogar Pensionen gekürzt werden. Die Interessen des Kapitalismus werden durch die bürgerlichen Parteien vertreten. Die Grenzen werden absichtlich verwischt, und es ist die Aufgabe der Sozialdemokratie, hier den Kampf§u organisieren, die Welt deS Kapitals zu zerstören und eine neue, schönere Welt auszubauen. Unter gespannter Aufmerksmnkeit der Zuhörer schildert Genoffe Glöckel dann die Entwicklung der Geschehnisse in Oesterreich von der Entstehung der Heimwehrbewegung noch dem 15. Juli bis zum letzten Putschversuch der Hahnmschwänzler. Die österreichischen Arbeiter »verdau die Republik, die sie geschaffen hoben, zu verteidigen wissen.» Die Sozialdemokratie, schließt Glöckel, stt der Exponent einer gewaltige», unaufhaltsamen Bewegung. Nach der Erkampfung der Gleichheit politischer Rechte wird sie das gleiche Recht auf Bildung und das Recht auf den vollen Ertrag der Arbeit erkämpfen müssen. Die Idee des Sozialismus wird jumg und alt ergreifen, denn sie bedeutet den Fortschritt. Wenn wir die Geschichte der Bewegung übersehen, die so reich ist an Märtyrern wie keine andere, wenn wir wiffen, waS der Sozialismus ist und welche Ideale in ihm schlummern, so dürfen wir stolz darauf sein, daß wir Sozialisten sind. Glöckel- Rede einigemal von stürmischen Zu- stimnrungskundgebungen unterbrochen, wurde mit langandauerndem Beifall aufgenommen. Da von den anwesenden Gegnern sich niemand zur Debatte meldete, wurde die Versammlung nach einem kurzen Schlußwort des Vorsitzenden nach dreistündiger Dauer beendet. gerlichen Preffe? Leise Vorwürfe, die erst lau ter werden, als es schien, daß es ein schlechtes Geschäft war, welches da gemacht wurde. Na tionale Interessen? Ach was, die Dividende wird ja steigen, mit den Aktionären darf man es sich nicht verderben. Wird der F. B.-Redakteur der„Bohemia" den Geirevaldirektor etwa der Rothau-Neudeker Eisenwerke in seinem Blatt behandeln wie er, der Beauftragte dieser armseligen Splitter partei, die Anmaßung hat, der größten deut schen Partei gegenüberzutreten? Der Herr Redakteur wird es nicht tun! Wir haben mit den tschechi schen Sozialdemokraten in Prag gekoppelt. In Orten, wo die Situation eine andere ist, wie z. B. in Dux, wo es um die deutsche Mehrheit in der Gemeinde geht, haben wir allerdings das Wahlabkommen mit den deutschen Parteien treffen müssen— wahrhaftig nicht leichten Herzens. In Prag müssen wir mit der Möglichkeit rechnen, daß mit unseren Stimmen ein tschechischer Sozial demokrat mehr in die Gemeindevertretung kommt. So wie in Prag koppeln die beiden sc^ialdemokratischen Listen auch in vielen anderen Orten. Was sagt dazu der Bevollmäch tigte der AWG im„Prager Tagblatt"? Wir zitieren wörtlich: ES liegt uns fern, dies« Koppelung in einer deutschen Provinzstadt gutzuheißen, doch müssen wir zugeben, daß der Verlust in einer deutschen Stadt nur minimal sein kann, da dort die deutsche« Sozialdemokraten ein oder mehrere Man date erzielen, so daß nur mehr oder weniger bedeutend« Stimmreste in Betracht kommen. Hiebei kann, wenn der deutsche Stimmrest größer ist als der tschechische, sogar der Fall eintreren, daß mit Hllf« von tschechischen Stimmen«in weiteres deut sches Mandat erzielt wird. Man steht also, daß vom wahltechnischen Standpunkt aus eine der artige Koppelung in einer deutschen Prodinzstadt keine ungünstigen Folgen für dar Deutschtum bringen muß. Der Vorschlag, der damit gemacht wird, nämlich nur dort zu koppeln, wo ein Erfelg für die Deuffchen zu erwarten ist, ist ebenso 1 praktisch undurchführbar wie unehrlich. Solche Roßtäuschermethoden können nur zwi-' scheu bürgerlichen Parteien usuell sein i (siehe Deutschdemokraten im Jahre 1925). Ob. die deuffche oder die tschechische Partei im 1 Reichsdurchschnitt um ein paar Mandate bes- l ser abschneidet, ist reine Zufallssache. Immer wird es besser sein, wenn der fatalistische Ein-< fluß in der Gemeinde gestärkt wurde, als wenn irgend ein Klerikaler oder Hakenkreuzler das Mandat bekommt. Ganz besonders aber in Prag. Seit Jahren predigen die liberalen Blätter Verständigung der beiden Nationen, Zusammengehen der Gruppen, die gleiche wirtschaftliche und soziale Interessen haben. Im ersten Augen blick aber, wo sie zu beweisen hätten, daß cs ihnen ernst ist nut der Verständigung, ver sagen sie und getrieben von der Hoffnung, durch nationale Hetze der Sozialdemokratie zu schaden, tragen sie dazu bei, die nationale An näherung zu erschweren. Es ist ein Unterschied, ob zwei Parteien verschiedener Weltanschau ung und politischer Richtung zusammen in der„ t, Regierung sitzen— wenn F. B. in der„Bohe-'a b ko m m e n. Bei unserer Auseinandersetzung 5 Der Traumlenker Roman von Harmynia Zur Mühlen« Und wie wir so marschiert sind und unsere Schritte laut gepocht haben, da ists mir plötzlich eingefallen: Zweihundert Mann gegen einen einzigen Menschen. Und von da ab hat mir das Ganze keine Freude mehr gemacht. Ich hab mir den Hack vorstellen müssen, wie er lauft und läuft und sich hier versteckt und sich dort versteckt, und überall sind Feinde, jeder Mensch ist sein Feind. Und auch die Tiere sind seine Feinde, me Kühe können ihn durch ihr Brüllen, die Hunde durch ihr Bellen verraten. Sehen Sie, Herr Doktor, ich liebe die Tiere, wenn einer ein Tier quält, könnt ich ihn erschlagen. Verstehen Sie das, Herr Doktor?" ^,Ja, ja", erwiderte Peter etwas ungeduldig. „Erzählen Sie weiter." „Und bann ist mir eingefallen,— daß der Hack aus Not gemordet hat. Er ist früher ein braver Mensch gewesen. Vielleicht, wenn er Arbeit gefunden hätte, wäre er nie ein Mörder geworden. Und jetzt kämpft er um sein Leben. Kämpft e i n Mensch gegen zweihundert. Wie gesagt, Herr Doktor, das Ganze hat mir keine Freude mehr gemacht, und ich hab sonst doch immer den Dienst geliebt, hab immer meine Pflicht getan..'. Wir haben den Wald umzingelt, haben den Hack erwischt... Und wie ich fein Gesicht gesehen hab, da ist mir so schlecht geworden, daß ich hinter einen Baum treten und mich erbrechen mußte. So viel Angst, Herr Doktor, und so viel Verzweiflung! Wie gesagt, ich hab fünf Einbrecher festgenommen, Herr Doktor, und einen Mörder, und hab mir dabei nie was gedacht und jetzt träum ich jede Nacht vom Hack tmd seh sein Gesicht. DaS ist nicht auszuhalten. Können Sie mir helfen, Herr Doktor?" Franz Kies wischte sich den Schweiß von der l Stirn; seine großen Hände zitterten, sei« Vollmondgesicht war grau geworden. „Legen Sie sich aufs Sofa", sagte Peter tonlos, zutiefft erschüttert.„Schlafen Sie, schlafen | Sie." Trotzdem das Zimmer warm war, fror Peter. Er blickte auf den dicken schlafenden Mann hinab nnd empfand großes Mitleid mit ihm. Wie hatte er gesagt:„Unb da unterwegs»st mir das Unglück passiert, ich hab zu denken angefangen. „Armer dicker Mann, du hast fünf Ernbreckcr festgenommen und einen Mörder und hast dir dabei nichts gedacht. Und dann ist dir das Unglück passiert... ES gibt eben Berufe, bei denen der Mensch nicht denken darf: Polizisten, Soldaten, Börsianer, Großindustrielle, Politiker... Peter legte die schmalen lärmen Finger um die fleischigen Handgelenke des Polizisten. Wenn der Mann nur nicht gesagt hätte:„So viel Angst, Herr Doktor, und so viel Verzweiflung." Nun drängte sich diese- grauenhafte Gesicht deS gefangenen Raubmörders in den Trosttraum, den Peters Wille und Gehirn formten. Die Stehuhr tickte pochend in der Stille wie ein trauriges Herz. Die elektrische Lampe warf einen fahlen unwirklichen Schein auf den Schlafenden. Zitternde Schatten huschten über die Wände. Durch das geschlossene Fenster tönte das Tute« eines Autos, wie ein verzweifelter Klageschrei. Das Vollmondgesicht entspannte sich nicht, der dicke Mann sah noch immer aus wie ein Baby, das gleich zu weine» anfangen wird. Beter fühlte, wie ihm kalter Schweiß über die Stirn floß. Wie lange rang er schon mit dem grauenhaften Gesicht, das nicht weichen wollte? Stunden, Tage, Jahre? Es wurde immer größer und größer, füllte das Zimmer aus, die Straße, die ganze Stadt. War nicht mehr das Gesicht eines Menschen, war das verschmolzene Gesicht aller Menschen, der ganzen Menschheit... Peter ließ die Handgelenke deS Polizisten loS und trat taumelnd zu einem Schram in der Ecke. Er öffnete ihn, nahm eine Kognakflasche heraus, füllte ein Glas und goß es hmunter. Ein" Seufzer ließ ihn den Kopf der Chaiselongue zuwenden.. „Es hat nichts genützt, Herr Doktor", stöhnte der dicke Mann kläglich. ,Lch hab ihn wieder gesehen." „DaS geht nicht so rasch, Herr Kies", beschwichtigte ihn Peter.„Kommen Sie morgen wieder." Er trat abermals an den Schrank und nahm eine Veronaltablette heraus. „Nehmen Sie die Tablette vor dem Schlafengehen. Vielleicht nützt es." „Danke, Herr Doktor, waS bin ich schuldig?" „Nichts." Der dicke Mann ging mit einer ungelenken Verbeugung. In dreser Nacht schlief er traumlos. Er hatte seinen Alpdruck auf. Peter abgewälzt, der di« ganze Nacht hindurch zitternd in ein grauenhaftes Gesicht starrte, verzerrt von Angst und Verzweiflung: Das Antlitz oer Welt. DritteSKapitel. Der Dittator. Sonntag Vormittag machte Peter Brenn Kasse. Er konnte mit dem Ergebnis der Woche zufrieden fein; hatte durchschnittlich dreißig Mark pro Tag verdient. Wenn daS so weiterging, konnte er von seinem tollen Plan ausgezeichnet leben. Er hatte bereits drei Patienten, die ein „Traumabonnement" für einen Monat genommen hatten, den Traum zu zehn Mark. Peter staunte über die Leichtigkeit, mit der er im Verlauf einer halben Stunde herauS- brachte, welche Träume für jeden Patienten die richtigen waren. Wie durchsichtig waren doch diese Menschen, wie primitiv, wie— barbarisch! Wie unkompliziert waren ihre Wünsche! Erfolg, Geld, Geld, Erfolg, höher verstieg ihr Sehnen sich in den seltensten Fällen. Ein einziger der neuen Patienten hatte cNvas anderes gewollt. Peter hatte gestaunt, als er den Mann daS Sprechzimmer betreten sah. Er kannte sein Bild auS illustrierten Zeitungen; das ganze Land kannte da» böse scharfe Habichtgestcht Edmund BrohmerS, de» allmächtigen Generaldirektors deS StahltrustS. ES wurde erzählt, daß dieser millionenreiche Mann sich keinen Augenblick Ruhe gönn«, daß er den ganzen Tag und die halbe Nacht schufte, wie ein Lasttier, daß er nicht trinke, nicht rauche, sich keine Frauen halte, nie in einem Unterhaltungslokal anzutreffen sei. Peter erschrak ein wenig, als der magere, bereits ergraute Mann ihm gegenüber im Lehnstuhl Platz nahm. Was konnte dieser Mann vom Traum verlangen, daS ihm das Leben nicht 'schon gewährt hatte? Er begann ihn vorsichtig auSzufragen. Vergeblich. Die Habichtaugen unter den buschigen Brauen stierten ihn mißtrauisch an, die Antworten deS Trustdirektors gaben Peter keinen einzigen Anhaltspunkt. Da kam ihm nach einer qualvollen Viertelstunde der Zufall zu Hilfe. PeterS Kanarienvogel begann im Nebenzimmer zu singen. W>mund Brohmer stockt« mitten in einem Satz und lächelt«. Die Jahre der Habgier und der Unbarmherzigkeit fielen von ihm ab, wie ein Kleid; vor Peter saß ein kleiner Junge, der sich freut, harmlos, kindlich freut. „Sehen Sie", sagte der allmächtige Generaldirektor des StahltrustS.„DaS ist das richtige." Und als Peter ihn verständnislos anblickte, fuhr Edmund Brohmer fort: „Sehen Sie..." Merkwürdig, dachte Peter, jetzt da er ganz natürlich ist, redet er wie Franz KieS, der Polizist. (Fortsetzung folgt.) Nr. 220. Sonntag, 20. September 1931. Wer hat die Notlage in den Krankenkassen verschuldet? Im Laufe dieses Jahres sind die Unter- Die Relativzahlen hinsichtlich der Erkrannehmer auf ihren verschiedenen Tagungen fungen einschließlich Entbindungen und expowiederholt gegen die Krankenversicherung der nierten Krankentagen sind so: Arbeiter Sturm gelaufen. Dieser Haßgesang gegen die Krankenversicherung, wie überhaupt gegen jede sozialpolitische Einrichtung, ist nicht neu. Schon vor ungefähr 43 Jahren, als das Wiener Abgeordnetenhaus daran ging, das Krankenversicherungsgesetz zu schaffen, setzten die Durchschnitt großen und die kleinen Unternehmer Himmel 1923-1925 und Hölle in Bewegung, um das Zustandekom- 1926-1928 Auf 100 Versicherte entfallen Erkrankungen Auf einen Versicherten entfallen Krankentage Täglicher in Prozenten උය උප Krankenjtand 63.81 55.41 12.41 11.66 Seite 3 Die angeführten statistischen Daten lassen tierung der Krankenkassen durch die entsprechende sehr deutlich erkennen, daß die Diskussion über Erhöhung der Beiträge durchgeführt werde. Das die Frage der Sanierung der Krankenkassen auf Gequietsche der Unternehmer über die untragein anderes Gebiet verlegt werden muß, als es bar hohen Krankenkassenbeiträge der Unterin den letzten Jahren geschah. Die Unternehmer und auch andere Kreise find drauf und dran, die Krankenversicherung der Arbeiter neuerlich zu verschlechtern. Dies jes Ziel hofft man dadurch zu erreichen, daß die Krankenkassen in einen ausweglosen Zustand hineingetrieben werden sollen. Deshalb ist es höchst an der Zeit, daß die Sabo3.40 3.44 Kommunisten nehmeranteil beträgt ungefähr 0.5 Prozent des Wertumsatzes in der Republik muß überwun den werden. Ueberwunden muß auch werden der verkappte Widerstand jener Sozialpolitiker, die bei Schaffung des Gesetzes über die Sozialversicherung berechnend und bewußt die Kran kenkassen in den finanziellen Notstand hineingesteuert haben, in dem sich dieselben heute befinden. J. A. G. betteln bei Kapitalisten Gelder für Rußlanddelegationen. men der Krankenversicherung der Arbeiter zu Die Erkrankungen sind um 8.4 Prozent geverhindern. Von den Petitionen, mit denen die junken; die exponierten Krankentage verminderUnternehmer das Abgeordneten- und das Herten sich um 0.75 und der tägliche Krankenstand renhaus überschütteten, sind einige in den Bro- ist unverändert. tokollen der beiden Häuser verewigt. Es sind Aus Eger wird uns geschrieben: Möglichkeit erreichen, in das Sowjetparadies ein Und wie steht es mit den Geldleistungen Klassische Kronzeugen! Sie bestätigen eindeutig, an die Versicherten? Im Durchschnitt 1923 bis Seit einigen Tagen sind die Kommunisten zuziehen. Mit Hilfe des Geldes der Kapitalisten daß über vier Jahrzehnte wirtschaftlicher und 1925 entfielen auf einen Versicherten an Keran- besonders in Eger sehr rührig. Es geht aber wird der verwässerte Kommunist aus der Tschepolitischer Entwicklung an unseren Unterneh- tengeld und andere Geldzuwendungen 163.35 K. Diesmal weder um die Werbung von neuen choslowakei zum richtig linierten Stämpfer der mern und deren Organisationen in Bezug auf Fm Durchschnitt 1926-1928 find es 154.09 K, Rämpfern für die Weltrevolution, noch um die Weltrevolution. die geistige Einstellung zur Sozialpolitik frucht also um 5.67 Brozent weniger. In Verhältnis einer Lifte rennen sie dem Bürgertum die Türen ob der Kampf der Kommunisten ehrlich gemeint Gewinnung von Lesern für ihre Blätter. Mit Viele Arbeiter legen sich da die Frage vor, los vorübergegangen sind. Denn in dieser Rich- zahlen ausgedrückt betrugen die Geldleistungen ein und schnorren um Geldunter- ist, oder ob sie von ihren Führern, die die Antung sind diese Herrschaften heute noch genau an die Versicherten im Durchschnitt 1923-1925 so prozig und engſtirnig, wie sie sich in den 48.62 Prozent und 1926-1928 41.75 Prozent tügung für eine Ru Ian d- reger der Schnorrerei bei den Kapitalisten sind, erwähnten Petitionen selber konterfeit haben. der gesamten Beiträge. Das ist eine Absenting delegation! an der Nase herumgeführt werden. Die SammAls unmittelbaren Anlaß zur Attade auf um 6.87 Prozent. die Krankenversicherungsanstalten benügen die Die Einnahmen aus Beiträgen der ArbeiUnternehmer den ungünstigen finanziellen ter und Unternehmer und die gesamten AusStand dieser Anstalten. Die Unternehmer sind gaben stellen sich wie folgt: offenbar der Ansicht, daß die Krankenkassen bereits derart finanziell zermürbt sind, daß sie durch den eingeleiteten Sturm den Willen der Unternehmer unterworfen werden können. Durchschnitt 1923-1925 1926-1928 1929 1930 Einnahmen in Millionen Kč 806.7 833.8 Ausgaben in Millionen Kŏ 788.7 +1 Plus+ Minus 18.0+ 938.6 104.81073.8 118.4955.4 987.3 1103.0 115.7Also in den Jahren 1926-1930 sind die Ausgaben um 548.5 Millionen höher, als die Einnahmen aus Beiträgen der Versicherten und Unternehmer. Die geeichten Revolutionäre, die den Kavi- lung in Eger ist allein Beweis genug, wohin die Die geeichten Revolutionäre, die den Kapi- kommunistische Partei die Arbeiterschaft führen talismus mit Saut und Haaren in der Stunde will. Die Frage muß wohl auch aufgeworfen fechzigmal aufzehren, puzen bei diesen Leuten die werden, ob diese Sammlung zur Reise nach Türklinken, damit sie die Gelder für eine Reise Sowjetrußland etwa nur vorgeschützt wird, um nach Sowjetrußland aufbringen! Munition zum Wahlkampf gegen die verhaßtent Praktisch würde es so aussehen, daß einige| Sozialdemokraten zu erhalten. Arbeiter, denkt revolutionäre Arbeiter mit Kapitalistengelder die darüber nach! Die Slowakei und die Gemeindewahlen. Prekburg, den 19. September 1931. Bekanntlich werden anläßlich der kommenden Gemeinderatswahlen nicht in allen Kommunen der Tschechoslowakischen Republik die Gemeinderate neu gewählt werden. Von diesem Gesichtspunkte kommt der Slowakei, unter den Ländern der Republik eine besondere Bedeutung zu, nach dem hier in fast 75 Prozent der Gemeinden die Bevölkerung wählen wird. Frühwirth auserkoren, der wohl ein guter Horthy- Magyare, aber kein Deutscher ist. Ein Teil der deutschen Bevölkerung der Zips ist wie der unter Führung des Zipser deutschen" ABgeordneten Nitsch, der seine politischen Weisungen von der ungarischen Nationalpartei und von den ungarischen Christlichsozialen entgegennimmt. Wir sehen es auch heute, vor den Gemeindewahlen, daß die Wahlliste der Hakenkreuzler, unter dem Deckmantel Deutsche Wahlgemeinschaft" und die Liste der Zipser deutschen Partei auf dem ganzen Gebiet der Slowakei und Karpathorußlands mit zwei magyarischen Parteien koppelt. Die Unternehmer verhindern vorerst jede Erhöhung der Beiträge; fie gehen aber noch weiter: fie verlangen nicht mehr und nicht meniger, als Herabseßung der Beiträge, wobei das Gleichgewicht durch Einschränkung der Leistungen bei kurzfristigen Krankheiten hergestellt werden soll. Die bezüglichen Pläne sind mannigfacher Art. So fordert z. B. eine Unternehmergruppe, daß der erkrankte Arbeiter in den ersten acht Tagen seiner Erkrankung über haupt fein Krankengeld erhalten Hätte der durchschnittliche Beitrag 5.7 Prosoll. Ferner soll der Versicherte auf die Dauer zent der von der Zentralfozialversicherungsseiner Erkrankung nur einmal wöchent anstalt ausgewiesenen Lohnfumme betragen, lich ärztliche Hilfe und Heilmittel so hätten sich die Beitragseinnahmen und die erhalten. Der letztere Wunsch gemütsroher Ausgaben die Wage gehalten. Folgende Begleitumstände werden die WahUnternehmerseelen geht sogar der Egerer San- Demgegenüber betrug der Beitrag 1929 5.03 len in der Slowakei beeinflussen: Nachdem die Die Aufklärungsarbeit, die sich dels- und Gewerbekammer zu weit; fie fügt Prozent, 1930 5.11 Prozent und am 1. Jänner flowakisch- katholische Partei des Rosenberger unsere Partei auf dem Gebiete der aber entgegenkommend hinzu, daß man die Ver- 1931 5.18 Prozent. Von den an den Beiträgen Baters, Abg. Hlinka zur Auflebung der partei- Slowakei als Ziel gestedt hat, wird sicherten verpflichten sollte, für die ärztliche gemessenen Abgang von 548.5 Millionen entfal- lichen Wirtschaftsorganisationen die reichhaltige zu Erfolgen führen müssen. Behandlung eine Sondergebühr zu leisten. len 432.8 Millionen auf die Jahre 1926 bis materielle Hilfe Prags in Anspruch nahm und Auch die sogenannten Sozialpolitiker reden 1929. In diesem Falle verjagt das Jonglieren daher bereits völlig dem Willen des tschechischen Gaidas Nichtigkeitsbeschwerde zurückund schreiben über die finanzielle Notlage der mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise voll- Gedankens ausgeliefert ist, wird das slowakische Krantenfaffen. Sie winden und drehen sich, wie ständig. bigott veranlagte Volt ihm das Vertrauen ent gewiefen. Aale, nach allen Seiten, um ihr aufgeputies Bor uns liegt der Bericht einer großen Beziehen und dadurch nolens- volens den zentralistiSchlußakt des Sazawa- Ueberfalls. sozialpolitisches Geficht nach Außen zu wahren. sirtstrantenversicherungsanstalt des nordwestböhWenn man aber die Argumente der betreffen- ntischen Branfohlenreviers für das Jahr 1930. Dr. Hodža- Flügel der tschechischen Agrarpartei fchen Gedanken der in der Slowakei durch den Brünn, 19. September. Der Oberste den Sozialpolitik näher befieht, findet man als- Die einleitenden Bemerkungen dieses Berichtes vertreten ist.- stärken. Die slowakischen Geld- Gerichtshof in Brünn verhandelte heute die bald heraus, daß deren Ansichten sich im Wesent- find betitelt:„ Vor dem Bankrott". Sieht man institute der tschechischen Agrarpartei, die Rol- Nichtigkeitsbeschwerde des ehemaligen lichen mit jenen der Unternehmer decken. Der diesen Bericht durch, so findet man, daß 1930 nická vzajoma pokladnica, die fast in allen Orten Generals Rudolf Gajda gegen das Urteil des Unterschied besteht nur darin, daß die Unter- die Krankenziffern viel günſtiger ſind, als 1929. auch schon mit einer Einwohnerzahl von 1500 Kreisstrafgerichtes in Prag vom 19. Juni 1929, nehmer ihre Absichten deutlich zum Ausdruck In dieser Bezirkskrankenversicherungsanstalt entbringen, während die betreffenden Sozialpoli- fielen 1929 auf 100 Versicherte, 73.10 Erfran- Domizile haben und die in ganz besonderen womit er zu zweimonatigem Kerfers untiker ihre Absichten in einen Nebelschleier hüllen. tungen. 1930 find es 59.93, alſo um 13.17 Bro- staatlichen Begünstigungen beteiligt werden, bedingt wegen des Verbrechens der VorschubBezeichnend und auffallend zugleich ist die zent weniger. Desgleichen ist in der erwähnten find eigentlich Parteisekretariate der tschechischen leistung bei Verbrechen verurteilt wurde, deffen Tatsache, daß diese sozialpolitisch schillernden Bergleichszeit der tägliche Strankenſtand von 7.64 Agrarpartei. Man tann daher behaupten, daß er sich am 23. August 1927, am Tage des UeberHerren, denen die statistischen Daten jederzeit auf 5.81 gefunten. diese Partei in den Ländern: Slowakei und Rar falles der Wohnung Dr. Vorels in Sázava zur Verfügung stehen, an der eigentlichen Urpathorußland, mit einem verhältnismäßig grö- schuldig gemacht hatte, indem er zwei Teilnehmer sache der Finanznot der Krankenkassen vorbeigerem Apparat arbeitet, als in den sonstigen an dem Ueberfall, Josef Klečka und Karl reden. Diese Jahre hindurch betriebene TäuLändern der Republik. Alle Präsidentenstellen etes, Geld gab und ihnen die Reise nach schung der Deffentlichkeit ist nur deshalb mög der slowakischen Landesverwaltung, alle wichtigen Mähren ermöglichte, damit sie sich ein Alibi lich, weil außenstehende Körperschaften und VerReferate des Preßburger Landesamtes und die beschaffen. sonen, die sich für Versicherungsfragen inter- Hätte die in Betracht kommende Bezirksversiche meisten Bezirkshauptmann- Stellen sind von essieren, jahrelang auf das amtliche statistische zungsanstalt einen Beitrag von 7 Prozent statt Agrariern besetzt, welche Machtstellungen noch Material warten müssen, um sich ein Urteil 5.5 Prozent eingehoben, so wäre sie in der Lage vor einigen Jahren die Männer der Hlinkapartei bilden zu können. So wurde bekleideten. in diesem Frühjahr erst die Krankenstatistik für das Jahr 1926 publiziert. Wert. Aus diesen Ziffern kann selbst der kühnste Rabulist nicht herauslesen, daß das Krisen jahr 1930 die Krankengeldneurofe" begünftigt hat. Die heutige Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof, zu der Abg. Gajda persönlich erschienen war, leitete Senatspräsident Procházta. Nach ausführlichem Bericht des Referengewesen, 9 Prozent der Ausgaben dem Reservefonds zuzuführen. Vor dem Inkrafttreten der Troß alledem werden die Agrarier an den ten des Obersten Gerichtshofes Pokorni Sozialversicherung hatte die gegenständliche Be- Wahlen teine Freude erleben. Die tschechoslowa sprach der Generalprokurator Dr. Brig, welcher zirksversicherungsanstalt einen Beitrag von acht tische Sozialdemokratie ging in den letzten Jahren die einzelnen Einwände der NichtigkeitsWird dieses Tempo eingehalten, dann wird die Prozent. daran, die Zahl der Lokalorganisationen in der beschwerde zurüdwies und deren Abweisung amtliche Krantenstatistik für 1930 im Jahre 1935 Die Verwaltungskosten aller Krankenkassen Slowakei zu erhöhen und insbesondere im öst- beantragte. Hierauf zog sich der Gerichtshof zur der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. Dadurch betrugen auf den Kopf eines Versicherten im lichen Teile des Landes, von Kaschau ostwärts Beratung zurüd, worauf er die zurückerhält die amtliche Statistik nur historischen Durchschnitt 1923-1925 44.98 Seronen und 1926 gelang es den slowakischen Genossen, Fuß zu weisung der Richtigkeitsbeschwerde bis 1928 63.70 Kronen. Die Kopfquote der VerEin günstiger Umstand fügt es nun, daß waltungskosten ist somit von 100 auf 141.62 faffen. Die Landeskonferenz der Partei, die ein Gajdas verkündete. In nichtöffentlicher Sizung man ausnahmsweise doch früher einen Einblic Prozent gestiegen. Von den Beiträgen entfallen Auftakt zu den Wahlen war, fonnte über erfreu- beriet der Gerichtshof sodann über die Berufung in die Gebarung der Krankenkassen seit 1926 im Durchschnitt 1923-1925 13.04 Prozent und iche organisatorische Erfolge berichten. Zu be- gegen das Strafausmaß. erhält. Anfang September d. J. hat nämlich der 1926 1928 19.43 Prozent auf Verwaltungs( bie sehr jung ist, nachdem wir in der Slowatei Rommunisten auf der Liste der Arbeitsflagen sei jedoch, daß die slowakische Intelligenz Internationale Krankenkassentongreß in Prag toften. Das ist eine Zunahme um 6.39 Prozent. bis 1918 lediglich magyarische Schulen hatten) stattgefunden. Deshalb hielt es die Zentralver- Diese bedeutende Erhöhung der Verwaltungsund Wirtschaftsgemeinschaft. ficherungsanstalt für angebracht, diesem Ston- tosten wurde durch die Einhebung der Beiträge noch immer nicht den Weg zum Sozialismus Ueber eine merkwürdige Wahlgemeinschaft greß eine Uebersicht über den Stand der Keran- zur Invaliditäts- und Altersversicherung herbei- gefunden hat. Die Kommunisten, unter denen sich viele berichtet der Karlsbader Volkswille": Die Hun lenkaffen in der Tschechoslowakei in den Jahren geführt. Zu diesen Verwaltungskosten hat jedoch 1926 bis 1930( 1929 und 1930 sind leider nur die Zentralfozialversicherungsanstalt im Verhält- Horty- Magyaronen befinden, haben ihre Rolle dertprozentigen, die nach ihren Thesen kein Kompromiß fennen und jeden, der ein solches vorBruchstücke) zu unterbreiten. Obzwar dieser nis zu den eingehobenen Krankenkassenbeiträgen im in der Slowakei völlig ausgespielt. Die Deutschen der Slowakei, die eine schlägt, als gemeinen Verräter am Klassentampfe Bericht die amtliche Krankenkassenstatistit nicht Durchschnitt 1926-1928 nur 2.22 Prozent beiersehen kann, so reicht er immerhin aus, um getragen. Die tatsächlichen Verwaltungskosten, Anzahl von 200.000 Seelen repräsentieren beschimpfen, sind auf einmal unter die Fittische feststellen zu können, wie die Notlage der Kran- mit denen die Invaliditäts- und Altersversiche- und in der Stadt Prezburg, im Preßburger poli- der A. ut. W.- Gemeinschaft gekrochen. tentassen entstanden ist. In der Gemeinde Rohr im Egerland haben rung die Krankenkassen belastet, sind ganz natur- tischen Bezirke, ferner im Kremnizer SprachDie Finanznot der Krankenkassen gemäß um das vielfache höher. Deshalb muß da- gebiet und in der Zips siedeln, find völlig gespal Kommunisten mit den Vertretern des Geldsades begann am 1. Juli 1926. Aber weder infolge für gesorgt werden, daß die Zentralfozialver- ten. Die deutsche Sozialdemokratie der Slowakei, gemeinsame Sache gemacht. Eine selbständige Lifte der Erhöhung der Leistungen an die Versicherten, sicherungsanstalt den Krankenkassen den aliquoten die in der Stadt Preßburg und im Breßburger getrauen sich die Herren Kommunisten nicht einnoch infolge der Vermehrung der Erkrankungen, Teil der Verwaltungskosten zur Gänze refundiert, politischen Bezirke eine ziemlich starke Position zureichen. Um nun doch noch in der Gemeinde sondern sie Ob und inwieweit die Verwaltungskosten inne hat, schreitet in der letzten Zeit daran, eine Rolle spielen zu können, haben sich die Beentstand durch die Herabminderung der sonst gedrückt werden können, bleibe in dieser Parteiorganisationen auch im Kremnißer Sprach ninisten entschlossen, auf der Liste der deutschen Beiträge von 7 auf 5 Prozent. Abhandlung dahingestellt. Bemerkt sei nur, daß gebiet auszubauen. In der Zips sind bereits Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft zu tandiDiese Tatsache geht aus dem einschlägigen die Unternehmer, die so sehr gegen die Verival- einige Organisationen der deutschen Sozialdemo- dieren. Wie sie von den Vertretern dieser Partei Ziffernmaterial lückenlos hervor. Sierbei folgen tungskosten wettern, deren Sentung sehr wefent- tratie vorhanden und demnächst werden zum behandelt werden, zeigt schon die Aufstellung der wir für die Jahre 1923 bis 1925 der amtlichen lich fördern können, wenn sie die vorgeschriebenen Ausbau des Parteilebens in dem Ländchen der Kandidatenliste. Erst kommen die offiziellen Ber Krankenstatistit, und von 1926 an benüßen wir Beiträge regelmäßig abführen. Jedenfalls ist es Bips feitens des Preßburger Sekretariates ge- treter des Bürgertums und an 4. und 5. Stelle den gegenständlichen Bericht der Zentralsozial- unerhört, und unerträglich, daß die Kranten eignete Maßnahmen getroffen werden. die Wortführer der Kommunisten. Nicht weniger versicherungsanstalt. Um die Häufung von Zah- fassen eine stattliche Zahl von Beamten beschäf len zu vermeiden, haben wir zwei Gruppen von tigen, die nichts anderes zu tun haben, als ganze je drei Jahren gebildet, wovon die eine in die Berge von Mahnungen und Exekutionsklagen Zeit vor und die andere in die Zeit nach Wirk- herzustellen, um die verpflichteten Beiträge ein samkeit der Sozialversicherung fällt. zubringen. Die Deutsch- bürgerlichen der Slowakei, teil- als vier Unentwegte haben sich dazu herbeigeeise im Fahrwasser der Hakenkreuzler, die aus lassen. Die Kommunisten sollen in der Gemeinde den böhmischen Ländern kamen und unser ein- Rohr den Sozialdemokraten Abbruch tun, damit heimisches Volt beglüden wollen, haben als die Gemeinde in ihrer Mehrheit rein bürgerlich Führer den Preßburger Advokaten, Dr. Samuel bleibt! Seite 4 Militärflugzeug bei Broßniz havariert. Sonntag, 28. September 1881. Die Jahreszeit der Grippe fommt! Rr. 220. 32.000 Kč geraubt. Prag, 19. September. Heute vormittags Mähr.- Oftrau, 19. September. In der Nach: geriet das dem Fliegerregiment 1 gehörige FlugDie Spätsommertage haben schon recht tiefe Menschen, die mit Erkälteten in einem Raum zu auf heute wurde in Karwin die Frau des Bauzeug ,, Š 16-27" beim Fluge von Proßnitz nach Temperaturen, das bedeutet das Wiedereinsetzen der sammen arbeiten müssen, sollen vor allen Dingen die meisters Daniel in ihrer Wohnung von drei Königgräb, südlich von Mährisch- Trübau, in Erkältungskrankheiten und der Grippe, von der Erkrankten nicht anfassen, von ihnen getragen und Unbekannten überfallen, die ihr ein Handtuch Nebel und havarierte bei dem Versuche zu hoffen ist, daß sie uns in diesem Jahr in ihren benutzte Gegenstände nicht berühren und sich mög- als Knebel in den Mund steckten und sodann die in dem gebirgigen Terrain zu landen. Die epidemischen Formen verschont. Tatsache ist, daß lichst oft die Hände waschen. ganze Wohnung durchsuchten. Sie raubten Besazung, Oberst Augustin Charvát, Kom- eine Zahl grippeähnlicher Erkrankungen in diesem mandant des Fliegerregimentes 1, aus Prag, Jahre schon wieder aufgetreten ist und daß deshalb infektionsmitteln, auf die allerdings die verschieden Es gibt heute auch eine ganze Anzahl von Des- 32.000 K, wovon 20.000 K Lohngelder sind. einer der ältesten tschechoslowakischen Piloten, die Frage eines Schuges gegen die Grippe für weite artigen Konftitutionen der Menschen verschieden Todesurteile gegen chilenische und Oberleutnant Brožet vom gleichen Regi- Bevölkerungsfreise von Interesse und Bedeutung ist. reagieren. Die Anwendung der Desinfektionsmittel, Matrosen. mente, wurden schwer verlett, Die Ver- Die Medizin kennt den Erreger der Grippe bis die im allgemeinen in der Nase, im Rachen und den legungen sind vorwiegend mehrfache Brüche der her noch nicht sicher. Im Jahre 1892 entdeckte zwar Luftwegen bakterientötend wirken sollen, muß deshalb Santiago de Chile, 19. September. Vier Gliedmaßen. Die Verletzten wurden in das Pfeiffer den Influenza- Bazillus. Die Aerzte sind der einzelne an sich selber ausprobieren. Einen weitere Rädelsführer bei dem letzten Aufstand Krankenhaus in Mährisch- Trübau überführt. aber auch durchaus nicht alle der Ansicht, daß sicheren Schuß bilden diese Desinfektionsmittel je der Flotte sind zum Tode, sieben zu lebenslängGrippe und Influenza dasselbe sind. Jedenfalls ließ doch nicht. Dieses Schußmittel haben wir bisher lichem Gefängnis und eine Reihe anderer zu Der Influenza- Bazillus sich bisher keineswegs bei noch nicht gefunden und selbst die sorgfältigste durch leichteren Strafen verurteilt worden. allen Grippefällen nachweisen. Wenn man den Grippe- Erreger Grippe Erreger schon genau fennen würde, so wäre das beste Vorbeugungsmittel gegen die Grippe die Schußimpfung. Da wir aber den Erreger nicht kennen, ist dieses Mittel bisher nicht anwendbar. Gegen den Arzt ausgeführte Desinfektion der Luftwege gibt feine Gewähr für die Beseitigung der Gefahr der Grippe- Ansteckung. Deutsche Lehrerakademie in Prag. Die Unterrichtsgestaltung hat in den letzten Jahrzehnten gewaltige Fortschritte gentacht und die Vor Verzweiflung gerettet. Der Aufruf" und die Lidski Prav" Organ der Liga für Lehrerschaft hat sich aus eigener Kraft und mit un Menschenrechte schreibt in der eben erschienenen ermüdlichem Fortbildungsstreben stetig bemüht, mit Da bei der Behandlung der Grippe das recht- Nummer: In dem durch die Tagespresse bekanntden Ergebnissen der Wissenschaften Schritt zu hal die übrigen Infektionskrankheiten können wir uns seitige Eingreifen mit den geeigneten Mitteln außer- gewordenen Fall Weich herz hat die Liga ten und sie in die praktische Schularbeit umzusetzen. im allgemeinen durch Schußimpfungen unempfäng- ordentlich wichtig ist, so sollte man bei Grippe einen vollen Erfolg gehabt. Prager PolizeiIn der Tschechoslowakei steht die Frage der lich machen, so zum Beispiel gegen Diphterie, Verdacht möglichst früh einen Arzt aufsuchen. Direktion und Landesamt haben in ungesetzlicher Lehrerbildung seit Jahren auf der Tagesordnung, Typhus, Ruhr und Cholera. Einzelne Aerzte haben Allerdings ist nicht jeder Schnupfen und Husten und willkürlicher Weise Frau Weichherz und doch konnte bis jetzt eine gefegliche Lösung nicht er auch versucht, durch bestimmte Impfungen mit schon eine Grippe. Erst wenn sich bieber ihren Kindern die Ausreise zu ihrem Ernährer, reicht werden. Daher bestehen bei uns noch die Impfstoffen, die aus abgetöteten Influenza- Bazillen erscheinungen bemerkbar machen oder das son Gatten und Bater nach Rußland verweigert. Die Lehrerbildungsanstalten wie im alten Desterreich, und verschiedenen Kokkenarten bestehen, einen Schut stige Wohlbefinden so stark betroffen ist, daß die Er- Liga hat sich beschwerdeführend an den Innenwährend besonders in Deutschland Universitäten oder gegen die Grippe- Infektion zu schaffen. Bisher ist ärung einer einfachen Erkältung nicht mehr aus- minister Dr. Slavik und den Sozialfürsorgeneu geschaffene Lehrerakademien der Lehrerbildung diese Methode jedoch wissenschaftlich noch nicht an reicht, ist der Grippe- Verdacht naheliegend und die minister Dr. Czech gewendet. Das unbürodienen. Auf tschechischer Seite ist man indessen den Hinzuziehung eines Arztes notwendig. Es ist ohne kratische und hilfsbereite mensch Weg der Selbsthilfe gegangen. In Prag und Brünn Die Hauptschuzmittel gegen die Grippe bestehen Zweifel richtig, daß bei manchen Menschen die Be- liche Verständnis Dr. Czechs.... hat wurden in Anlehnung an die Hochschulen private also in möglichst großer Vorsicht vor der An- nuhung von Aspirin-, Salicyl- und Byramidon Frau Weichherz und ihre Kinder vor der VerLehrerakademien gegründet. Dann folgte der Staat ste dung. Man meide nach Möglichkeit die Nähe Tabletten en geeignetes Mittel zur Bekämpfung zweiflung gerettet. 3.weiflung gerettet. und errichtete in Preßburg für die Slowakei eine und errichtete in Breßburg für die Slowakei eine von Menschen, die an Schnupfen, Katarrh, Susten leichter Erkältungs- und Grippe- Erkrankungen ist. staatliche Akademie. In jüngster Zeit wurden die usw. erkrankt sind, denn auch die leicht Kranken sind Auch die vielfach angewendete Borbeugungsmaß- Hunderttausende ergaunert. Von der Berprivaten tschechischen Akademien in Prag und Brünn selbstverständlich Bazillenträger und können eine nahme durch Genuß von Alkohol wird selbst von vie- liner Kriminalpolizei wird zur Zeit der 38 Jahre vom Staate übernommen, die private viersemestrige Ansteckung hervorrufen. Wer selber an einer sollen Aerzten für richtig und zweckmäßig gehalten. alte Kaufmann" Hermann Seligmann gesucht, so daß heute für die Tschechen zwei, für die chen Erkrankung leidet, sollte schon von sich aus be- Aber auch das ist eine eine Frage der Konstitution der durch einen großzügig angelegten KautionsSlowaten eine staatliche und eine viersemestrige strebt sein, die Nähe der Mitmenschen zu meiden, um des einzelnen und diese Ratschläge sind nicht allge- und Warenschwindel zahlreiche Geschäftsleute um private tschechische Lehrerakademie für eine erneuerte nicht zur Verbreitung der Krankheit beizutragen. mein gültig. erkannt. Tagesneuigkeiten Zier- Farmen. Armen. Dr. A. W. E. J. 8wei Zodesurteile im Prozeß gegen die Wischauer Lotschläger. Brünn, 19. September. Heute nachmittag wurde im Prozeß gegen die Wischauer Totschläger bas Urteil gefällt. Die Geschworenen bejahten bei Rudolf Kotisa, Franz Kotisa, Heinrich Pavličet und Eduard Alturban die Hauptfragen auf räuberischen Totschlag, bei Alturban die Frage mehrere hunderttausend Mark geschädigt hat. Seligmann war der Generaldirektor" der von ihm gegründeten Dewag"( Deutsche Warenhausund Einkaufsgesellschaft), die nach seiner Angabe eine Tochtergesellschaft der Deutschen Werke in Spandau sein und sich mit der Beschaffung von Waren für den Handels- und Industriebedarf beschäftigen sollte. Der Generaldirektor" warb in allen möglichen Städten des Reiches eine ganze Reihe von Vertretern an, die zur Einleitung ihrer Tätigkeit an ihn 1000 bis 2000 Mart Raution zahlten. Anfangs lieferte Seligmann einen Teil der bestellten Waren, um die Vertreter in Sicherheit zu wiegen. Später blieben die Warenlieferungen aus. Nachdem bei der Berliner Kriminalpolizei zahlreiche Anzeigen gegen den Schwindler eingegangen waren, ergriff Seligmann die Flucht. Es wurde festgestellt, daß sein Büro" aus einem einzigen Zimmer in Berlin- W. bestand. schen„ Eurasia" Flieger Kölger und Ratic, die mit Die Erlebnisse der Eurasia- Flieger. Die deut schen Eurasia"-Flieger Kölger und Ratje, die mit abgeschossen und wegen angeblicher Spionage zu ihrem Bostflugzeug von mongolischen Soldaten 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden waren, und verbesserte Lehrerbildung zur Verfügung stehen. Die Deutschen in diesem Staate haben bis werden, die der notleidenden Bevölkerung verjetzt keine gleichartige Einrichtung an die Seite stelsagt werden. Und es wirkt wie ein Hohn auf len fönnen. Um diesem empfindlichen Mangel zum unsere ganze soziale Gemeinwirtschaft, daß diese Schaden der deutschen Schule und der deutschen Tierfarmen in freundlicher Nachbarschaft von Menschen bestehen können, die kaum das NotwenJugend abzuhelfen, ist die Pestalozzi- Gesellschaft mit der Schaffung einer privaten deutschen Lehrer- Ein Bild sozialen Unrechtes aus dem Jfergebirge. digste zum Essen haben und die an aller sozialen akademie hervorgetreten. Sie nährt die berechtigte Im fergebirge sind die Tierfarmen Mode Gerechtigkeit irre werden müssen, wenn sie sehen, Hoffnung, daß sich der Staat seiner Verpflichtung geworden. Das nette Gebirgsstädtchen Neustadt daß es dem Tiere viel besser geht als dem Menden Deutschen gegenüber nicht entziehen und diese an der Tafelfichte hat den Anfang mit ihnen schen. Und dies nur deswegen, weil die Lurusprivate deutsche Lehrerakademie übernehmen wird. gemacht. Neuestens haben sie auch in dem lieb- sucht der Reichen mehr gilt als die Not der Bis dahin aber muß die Deutsche Pestalozzi- Gesell- lichen Sommerfrischeort Weißbach bei Haindorf schaft mit Unterstützung der deutschen Deffentlichkeit ihre Heimstätte gefunden. Noch sind sie dort nicht die deutsche Lehrerakademie errichten und erhalten. jo berühmt wie die heuer eingeführten Jeder Siezu sind ganz außergewöhnliche Mittel notwendig, mann" Festspiele. Aber sie werden es bald sein die die Bestalozzi- Gesellschaft aus eigenem nicht auf und den Luxus der Haindorfer Festspielbesucher bringen fann. Die Organisationen der Lehrerschaft, neu befruchten. Diese Tierfarmen sind Gehege, in zahlreiche Stellen der Arbeiterschaft, der Landwirt- denen fleine, wilde Pelztiere nur zu dem Endschaft, der Industrie, des Handels und des Gewer- zwecke gezüchtet werden, um hingemordet zu werbes haben sich bereit erklärt, zur Erhaltung der deut- ben und mit ihrem kostbaren Fell die Zuruskleischen Lehrerakademie beizutragen und ihre Vertreter dung der Reichen zu liefern. in das Kuratorium zu entsenden. Am 15. Septem- Ich hatte im ber hat sich im Sigungssaale der jur. Fakultät der zwei dieser Tierfarmen zu sehen und in ihrer auf Betrug, bei Marie Plhal die Frage auf Mit- aber aufgrund diplomatischer Intervention freideutschen Universität im Rahmen der Deutschen tier- und menschenfreundlichen Einrichtung ten bei Karoline Pavliček. Auf Grund dieses Ver- gelassen wurden, sind am Freitag in Peking einBestalozzi- Gesellschaft dieses Kuratorium unter dem nen zu lernen. Die eine war noch erträglich in diftes verurteilte das Gericht Rudolf Kotisa getroffen. Dem Flieger Kölger, der bei der BeVorsitze des Herrn Univ.- Prof. Dr. Otto tonfti- ihrer Organisation: eine Silberfuchs- Farm, die zu 15 Jahren schweren Kerters mit schießung durch die mongolischen Soldaten eine tuiert. Das Ministerium für Schulwesen und es sich zur Aufgabe macht, Silberfüchse im großen Dunkelhaft in jedem Bierteljahre und Fasten an chivere Senieverletzung erlitten hatte, ist in der Boltskultur hat mit dem Erlaß vom 2. September, zu halten und zu züchten, damit die verwöhnten jedem Jahrestag der Tat. Außerdem Verlust des Gefangenschaft von einem russischen Arzt ein Bein amputiert worden. Die Verurteilung ist, 3.: 93753, gegen die Errichtung der deutschen Leh- Stadtdamen genügend schönes und warmes Pelz- Wahlrechtes, Bewilligung der Stellung unter wie die Flieger jetzt berichten, vor dem Kriegsrerakademie keinen Widerspruch erhoben. Im Mittelpunkt der Beratungen standen: Das scheut der spekulative Farmer keine Kosten: Für zwölf Jahren schweren Sterkers, Dunkelhaft gericht in der mongolischen Landeshauptstadt Statut der Deutschen Lehrerakademie, die Berufung ein einziges Zuchtpaar zahlt er ohne weiteres in jedem Vierteljahr, Fasten am Jahrestag der rga erfolgt. Die Vollstreckung des Urteils wurde bereits am Tage der Urteilsverkündung vollzogen. der Professoren und Dozenten, die Frage der 20.000 bis 30.000 Stronen, das ihm im nächsten Tat und Verlust des Wahlrechtes verurteilt. Die Nahrung bestand aus Käse, Milch und HamUebungsschule, die Lösung der Raumfrage, die Auf- Jahre schon ein Vielfaches dieses Betrages ein- Pavliček und Alturban wurden zu m nahme der Hörer, soziale Fürsorge- Einrichtungen bringt, da der jährliche Nachwuchs von diesem Tode durch den Strang verurteilt. Bei melfleisch. Die Abschiebung der Flieger nach und die Eröffnung der Lehrerakademie am 1. Ot- einen Zuchtpaare vier bis acht Stück beträgt. Die den beiden Kotisa wurde die Todesstrafe deshalb Peking erfolgte auf dem Wege über Sibirien. Das abgeschossene Eurasia"-Flugzeug ist von den tober. Von den 286 Anmeldungen konnten nur 80 Erhaltungskosten dieser Tiere sind nicht gering, nicht erkannt, weil sie am Tage der Tat noch Mongolen fonfisziert worden. die Fürsorge für sie ist bei ihrer kostspieligkeit nicht das 20. Lebensjahr erreicht hatten. Marie berücksichtigt werden. Neue Warnungssignale an Bahnübergängen. Dem Kassebericht ist zu entnehmen, daß der größer als für fleine Kinder. Sie müssen mit Bhal wurde zu zwei Jahren schweren Kerters An den Kreuzungen zwischen Eisenbahn und Stra wirtschaftliche Bestand der Lehrerakademie unter der guter Soft gefüttert werden, mit einer Stoſt, wie verurteilt. Voraussetzung als gesichert betrachtet werden kann, sie vielen armen Menschen versagt ist. Ich sah sprochen. In die Kerkerstrafen wurde die Unter- Ben, die nicht durch Schranken geschützt sind, werden daß die Werbearbeit zunächst noch fortgesetzt und an zehn Paare dieser im Sommer so zierlichen, fuchungshaft eingerechnet. Der Verteidiger Alt- in der Tschechoslowakei bisher Warnungstafeln mit schwarzfelligen, flar blickenden Tierchen, die erst urbans meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an. Die der Aufschrift Achtung auf den Zug" verwendet. bis Weihnachten zum Abschluß gebracht wird. Es geht um ein deutsches Stulturwerk, das da im Winter ihren dichten, schönen und so begehr- anderen Verurteilten behielten sich drei Tage Das Eisenbahnministerium hat dieser Tage angeordnet, nach und nach diese Warnungstafeln durch zu dienen soll, den Deutschen des Staates die gleiten Pelz anlegen. Sie sind übrigens gar nicht Bedenkzeit vor. Warnungszeichen zu ersetzen, wie sie die internatio chen Einrichtungen für die Lehrerbildung zu errin- fcheu und schauen dich treuherzig an. Sie wissen Weitere Unglüdsfälle nale Eisenbahnunion vorschreibt. Diese neuen Wargen, wie sie den anderen Völkern bereits zur Ver- nicht, welches Schicksal sie erwartet: Weiter vernungszeichen haben die Form eines liegenden Kreubei den polnischen Manövern. fügung stehen. Die Früchte der Errungenschaft fom fauft zu werden in die Gefangenschaft zu nichtszes, das auf einem Pfosten in unmittelbarer Nähe men zugute der deutschen Schule, der deutschen würdiger Luxuszucht oder um ihres wertvollen Warschau, 19. September. Unter einem des Bahnüberganges auf beiden Seiten das Geleises Felles wegen umgebracht zu werden für zarte, Jugend und damit dem deutschen Volke. citle Damen. Mord! Elender, gezüchteter Mord! schlechten Stern steht eine polnische Militärflug angebracht wird. Bei mehrgeleisigen Bahnübergänschreien alle die Hunderte und Tausende Silber- veranstaltung, die vorstern hier begonnen hat und gen sind die Kreuzbalken verdoppelt. Die Form des fuchsfelle, die aus diesen Farmen auf den Markt drei Tage dauern soll. Bisher sind bereits vier Kreuzes sowie dessen Anstrich wurden auf Grund der Der Städte wandern, die das Ergebnis raffinier- Unglücksfälle zu verzeichnen. Vorgestern abend gemachten Erfahrungen gewählt, daß Warnungster Spekulation und den Mord beabsichtigender gingen, wie schon gemeldet, zwei Flugzeuge bei zeichen dieser Art viel auffälliger als WarZucht sind. Denn: Nicht der Tod des einzelnen Notlandungen, die sie in der Gegend von Sutno nungstafeln sind. Sie sollen so aufgestellt werden, daß sie aus start frequentierten Straßen auf mindeTieres durch Jagd oder Fallenstellerei ist un- vornehmen mußten, in Trümmer. In der Nacht stürzte ein weiteres Flugzeug itens 50 Meter, auf weniger frequentierten auf menschlich und grausam, sondern ihr massenMontag: Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Brag: 11.30: Schallplatten, 14.10: Schallplatten, 18.25: Deutsche Sendung: Regitationen, 21.30: Spanische Klavierkompositionen. Brünn: 17.45: Mähr. Dienstag: wurde Abgestürztes Sportflugzeug. Pilot unverlegt, Passagier tot. Form aufgestellt werden. Vor dem Austausch ber nungssignale wird die Bevölkerung noch durch beheutigen Warnungstafeln gegen die neuen Warsondere Kundmachungen anf diese Aenderung aufmerksam gemacht werden. Schallplatten, 18.25: Deutsche Sendungen: weises, durch spekulative Zucht vorbereitetes Sin- bei Plock ab, wobei die beiden Insassen ums wenigstens 20 Meter zu sehen sind. Wo eine Sicht Dr. Kocauret: Gesundheitspflege im Herbste, 21.00: schlachten. Noch dazu für eine weniger nüßliche Leben kamen. Ein viertes Flugzeug fiel gestern auf diese Entfernung nicht möglich ist, wird in ent und nachmittag auf die Warschauer Mähr.- Ostrau: 12.30: Orchestertongert, 17.20: So- och herausfordernder und aufreizender fand ich polnischen Flugverkehrsgesellschaft. Es durchschlug eine zweite derartige Tierfarm; eine Edelpelz- das Dach und beschädigte leicht drei Zivilfluglistenkonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Maria Stona: Mein Papagei. Berlin: 19.05: farm, die sich mit der Nerzzucht befaßt. Denn hier zeuge. Der Flugzeugführer, ein polnischer LeutOrchesterkonzert, 21.25: Kabarett der Schauspieler. wirkt sich die Zucht dieser kleinen Raubtiere als nant, war auf der Stelle tot. Leipzig: 19.30: Walzer und Märsche. München: Verbrechen an der notleidenden Menschheit aus. Diese verwöhnten fleinen Tierchen haben einen Staubregen. Aus Sardinien wird gemeldet, daß 20.00: Chorkonzert. Mostau: 19.30: Ronzert. feinen Gaumen, dem nur das allerbeste Fleisch recht ist. Und um den Freßwünschen dieser Lurus- Breslau, 19. September. Zwischen Banau nach einem sehr heißen Tage über zahlreichen BezirBrag: 11.30: Schallplatten, 14.30: Orchesterton- tiere gerecht zu werden, hat der Befizer der Nerz- und Hennersdorf im Kreis Frankenstein stürzte fen eine dichte Wolfe erschienen sei, aus der warmer, Deutsche Sendung: Ludwig tierfarm ihr gleich eine zweite Tierfarm ange- heute vormittag der Eindecker ,, D 2022", ein rötlicher Sand fiel, der die Gassen in den Orten Winder liest aus eigenen Werken, 19.20 Orchester- schlossen; eine Hühner- Farm, in der die schönsten, Sportübungsflugzeug mit zwei Insassen ab. Die und das ganze Gebiet mit einer ziemlich starken fonzert, 20.30: Don Juan, Oper von Mozart.blütenweißen Hühner in vielen Völfern gezüchtet Maschine war in der Luft in Brand geraten. Der Schichte bedeckte. Ein Polizist von Einbrechen erschossen. In LaBrünn: 12.30: Orchesterkonzert, 17.45: Schallplatten, werden, ausschließlich nur zu dem Zwecke, um Führer versuchte eine Notlandung. Bevor das 18.25: Deutsche Sendung: Ing. Freytag: ihren edlen Kollegen aus dem Tierreiche zum Flugzeug auffezte, sprang der Insasse heraus, er bi au( Ostpreußen) wurde Freitag nachts der PoliVon der Kunstseide. Mähr.- Ostrau: 17.00: Blas- Fraß vorgeworfen zu werden. Man kann diese verunglückte dabei tödlich. Das Flugzeug zer- zeihauptwachtmeister Wendt von zwei Einbrechern, musik. Berlin: 17.50: Russische Volkslieder. tombinierte oder Doppel- Tierfarm nicht ohne schellte bei der Landung. Der Führer, Diplom- die er auf ihrem Motorrad als verdächtig anhielt, Breslau: 20.30: Don Juan, Oper von Mozart. Groll und Zorn betrachten, nicht ohne des schrei- ingenieur Badle aus Breslau, blieb unver erschossen. Die Verbrecher, deren einer als der ArHamburg: 16.30: Instrumentalfonzert. Leipzig: enden sozialen Unrechtes inne zu werden, das lebt. Der Name des Toten ist noch nicht er- beite Altrod aus Königsberg festgestellt ist, flüchteten 19.30: Aus Franz Lehars Schaffen, 21.40: Mozart- dadurch begangen wird, daß dem Luxus der mittelt. Das Flugzeug war auf dem Wege von unter Zurüdlassung des Motorrades und von Einbruchswertzeugen, menschlichen Gesellschaft mutwillig Opfer gebracht Breslau nach Mittelwalde. gert, 18.25: unde 分 Nr. 220. Sonntag, 20. September 1981. Seit« L Vom Prager Rundfunk Die Borträge dieser Woche beweisen wieder einmal, daß erst das Durchwalten einer Ide« die Betrachtung.welches Interessengebietes immer wirklich fruchtbar macht. Erst von dieser Grundidee aus erhält jede Einzelheit ihre Bedeutung, ordnet sich di« Fülle der Beobachtungen und Gedanken zum harmonischen Ganzen. Wir erhebt sich über die üblichen Reisebericht« das Bild eines Landes, mit den Augen des Marxisten gesehen! Carola Schwelb gab in der Arbeitersendung ein recht gutes Beispiel dafür. Klar zeichnete sich die' Natur Norwegens und Spitzbergens, aus ihr die Lebensbedingungen der Bewohner, ihre soziale Lage, dir Politik des Landes, di« Weltanschauung der Menschen. Hier bleibt nichts zufällig, bloß interessant, alle- liegt in der festen Verkettung von Ursache und Wirkung und führt zu untrüglichen Schlüssen. Der tiefste Eindruck, daß weder die Felsfjorde Norwegens, noch di« Eiswüsten des hohen Nordens von der kapitalistischen Durchdringung verschont bleiben konnten, daß dort wie bei uns und wie auf den„glücklichen Inseln" der Südsee das Los des arbeitenden Menschen von dem Gesetz deS Prosits und Mehrwerts bestimmt wird. Gerade diese Durchkapitalisierung auch der abgelegensten Erdenwinkel ist aber auch die Grenze des Kapitalismus,— da er nun nicht mehr wesentlich expandieren kann, muß er intensivieren, die soziale Lage der Arbeiter immer mehr verschlechtern, dadurch ihr Klassenbewußtsekn wecken und so selbst die Armee schaffen, dir ihm seine letzte Niederlage zufügen wird. Während also die Idee d«S Sozialismus in die Zukunft führt, hält der Grundgedanke, der di« landwirtschaftlichen Sendungen durchzieht, am Seien- ste» fest. Das Vergangene soll mit allen Mitteln bewahrt werden. Privateigentum am Grund und Boden, patriarchalisch« Familie, Selbstversorgung des Haushalts, überlieferte Sitte und Kl«idung, das sind die Ideale und auch modern« Anwendungsformen(Maschinen, Genossenschaftswesen) sollen nur diesem Zweck der Konservierung des Alien dienen. Wirksamstes Mittel ist di« Schule, das erkennen wir auch aus der Schilderung der landwirtschaftlichen Bolksbildungsschule, wie sie Inspektor Raimund Renger(Böhm.-Leipa) gab. Die Ein- urüe und die i Dies« Stoff- f Kunst und Wissen Aus der Partei pjdnkd^stkiijs^Mcl IPäschesoda macht hartes Wasserreich/ Jugendbewegung. l. und II. Montag, 8 Uhr abends, alle bestimmt in di« Gee. Dringende Ange- mußten sehr lachen und erklärten einstimmig:„Das ist doch ein Unsinn!" Box populi!"...— Erfreulich blieb ein Abendkonzert des Radiojournalorchesters, geleitet von Kapellmeister H. G. Schick. Mozarts Klein« Nachtmusik G-dur und Haydns 7. Symphonie C-dur kamen frisch, rhythmisch belebt und fein nuanciert und so tröstete, über alle Widerwärtigkeiten der Zeit und der Menschen hinweg, die ewig schöne reine Kunst. Fürstenau.- in Prag zu «-ltallatilcher Rücksicht auf zu breit an stecken in Betonfundamenten, und alle richtung und Lehrweise ist durchaus neuzeitlich: Theorieunterricht im Winter, praktische Anwendung auf Versuchsfeldern im Sommer. All« Lehrgegenstände auf praktisch« Anwendung im landwirtschaftlichen Betrieb eingestellt, Leiter und Lehrkörper der Schulen stets in enger Verbindung mit den Be- rufsgenossenschaften, um der Praxis in jedem Augenblick nahe zu sein. Neben den Fachgegen- ständen GrsundheitSlehre und Bürgerkunde, für hi« Mädchen Haushaltungslehre, Rahen und Kochen, dauernder Einfluß auf die Absolventen durch Beratung und Berichterstattung,— alles sehr wirkungsvoll und sicherlich erfolgreich. Für unsere, noch arg rückständigen Landwirte auch sehr nötig, und doch Fortschritt nur im grob Materiellen, weil, wie oben gesagt, jede Neugestaltung des Denken-, der Wellbetrachtung, abgelehnt wird. 978 solcher BolkSbildungSschulrn in der Republik bilden 40.000 Schüler und Schülerinnen alljährlich zu technisch aufgeklärten, daher widerstandsfähigen Verteidigern des Kapitalismus aus. Die anderen Borträge der Woche boten das Der Nachruf Ferdinand D e m l s für August Sauer atmet« dir Verehrung des Schülers für den Lehrer, der tatfächlich bis in sein hoher Alter beweglich geblieben und soweit gegangen ist, wie es dem in der bürgerlichen Weltanschauung verhafteten Gelehrten möglich war. Dr. Otto A r j e, Prag, empfahl unbekannt» Dichter (Bruno Brehm, A. von Hartfeld und Klara Nord- ström); unverständliche Aussprache von Namen und Titeln minderte den Wert des BortragS stark herab.— Prof. Dr. R. Messer, Prag, benützte «ine Ausstellung im Manespavillon“ einer weitausholenden Besprechung Kunst, gänzlich verunglückt, weil ohne die zur Verfügung stehende Zeit viel gelegt; er mußte denn auch in der Mitt« abbrechen und ließ«inen traurigen Torso zurück.— In der Funkreihe„10 Minuten für das Kind" las Alfred Scholz, der„Märchenonkel", zwei seiner anthro- pomorphiden, moralgesättigten Tiermärchen, wobei er u. a. einen Frosch zuerst eine.Heuschrecke, dann eine Schnecke heiraten ließ. Welch«in Naturbild bekommen wohl die Kinder von solchen Phantasiesprüngen sorgloser Märchendichter? Die Meinen übliche Kunterbunt. Volksbühne und Theaterkäuse. Die Brt-lauer Volksbühne hat das Thalia-Theater in Breslau zu außerordentlich günstigen Bedingungen erworben. irr ost du Wasser daran schuld. Das harte Brunnen« und Leitung*« wasser hemmt Waschwirkung und Schaumbildung des Waschmittel« ganz erheblich. Einige Handvoll Henko vor Bereitung der Lösung dem Wasser beigegeben, machen das härteste Wasser wundervoll weich und sichern angenehmes, wirtschaft« liches Waschen. Der gefährdete„Do X«. Man kann nicht gerade sagen, daß sich der „Do X" das Glück an die Propeller geheftet hätte. Schon verschiedene Male wurde das größte Flugboot der Welt von mehr oder minder glimpflich verlaufenen Unglücksfällen betroffen. Der größte war bisher der Brand des linken Flügels, bei dem die imprägnierte Stoffbespannung zerstört wurde und die Motoren einigen Schaden erlitten.£'' bespannung ist natürlich eine große Gefahr für das Flugzeug und hätte auch jetzt wieder, als der Blitz in di« Radioanlage«inschlug und«inen Mechaniker in das Wasser des New Korker Hafens schleudert«, verhängnisvoll sein können. Die Feuersgefahr bildet bei allen Luftfahrzeugen bekanntlich das größte Gefahrenmoment und die meisten Katastrophen sind auch Brandkatastrophen gewesen. Natürlich arbeiten die Konstrukteure stets daran, diese Brandgefahr auf ein Minimum zu beschränken. Bei den Großflugzeugen ist das allerdings kein einfaches Problem. Die Funkers-Flugzeug« sind auch in den Tragflächen bekannt- sich Metallflugzeuge und Funkers ist auch beim Bau seiner im Dienst der Deutschen Lufthansa stehenden „G 38" nicht davon abgegangen. Obwohl man heute zu diesen Zwecken leichteste Metalle verwendet, sind solche Metalldecken oder Bespannungen für die Tragflächen doch naturgemäß erheblich schwerer als die Stoffbespannung, di« die Dornier-Werk« bei der „Do X" gewählt haben. Sie bedeuten also eine Minderung der Nutzlast des Flugzeuges zugunsten der Feuersicherheit. Diese Riesenmaschinen sollen nun aber gerade«ine Lösung des noch immer schr mangelhaft gelösten Nutzlastproblems darstellen und man kann es deshalb verstehen, wenn di« Konstruk- teure mit allen Mitteln versuchen,«ine allzu große Eigenlast der Maschine zu vermeiden. Die Dornirr- Werke haben deshalb bei der„Do X" eine Aluminium-Bedeckung der Tragflächen nur an den Teilen vorgenommen, an denen sich das Triebwerk befindet, wo also die Gefahr der Entstehung eines Feuers verhältnismäßig groß ist. An den andern Teilen hat man auf diese schwerere Metalldecke verzichtet und lieber die leichter« Stoffbespannung gewählt. Man muß ja nun zugeben, daß die Entstehung eines Brandes, durch Funkenflug, wie es bei der „Do X" der Fall war, während des Fluges sehr viel weniger wahrscheinlich und möglich ist als bei der stillstehenden Maschine. Trotzdem wird man nach dem Brand der„Do X" ernsthaft di« Frage erwägen müssen, wie es möglich ist, di« Tragdecken feuersicher zu machen. Bei den kleinen Maschinen ist dies Problem kaum akut. Ähre Konstruktion ist im allgemeinen so, daß«ine Jeuersgefahr durch Funkenflug selbst bei ungünstigsten Umständen nicht in Frage kommt. Es sind wohl überhaupt kaum Fäll« zu verzeichnen, wo durch Funkenflug di« Tragfläche eines Flugzeuges in Brand geraten ist. Bei den Großflugzeugen ist das anders. Allein ihr« Tragflächen bie- ten'eine sehr viel größer« AngrifiSfläche für Funkenflug und wenn man auch bisher annahm, daß die Konstruktion solche Fälle so gut wie ausschlösse, so zeigt der Fall der„Do X" eben doch, daß dies« Sicherheit nicht in vollem Maß« gegeben ist, Ob es nun gelingt, die Stoffbespannung durch irgendeine besondere Präparierung gegen di« FeuerSgefahr zu schützen, oder ob man zweckmäßiger die ganzen Tragflächen mit Duraluminium deckt, das ist ein Pro-. blem, dessen Lösung den Konstrukteuren der Dor-' nier-Werke überlassen bleiben muß. S. F. Mitglieder legenheit. S. I. Prag/ Grupp« I. und II. Dienstag, abends halb 8 Uhr, im Verein deutscher Arbeiter Probe für den internationalen Jugendtag. S. I. Prag, Grupp« I. Dienstag, halb 7 Uhr Probe der Tanzgruppe. Turnschuh« mitbringen. Mittwoch, 8 Uhr, in der G«r Unterhaltung«- abend, von der USP. Sektion ausgestaltet. Gäste herzlichst willkommen. weniger. Denn der Zug durch di« Wüste, den di« faseistischen Blätter poetisch einen„biblischen Aus- zug" nenn«n, hat Tausende von Opfern gefordert. Hunger, Durst und Seuchen haben di« Menschen in Massen dahingerafft, und was der Hunger, der Durst und di« Seuchen nicht fertiggebracht haben, daS haben die faseistischen Milizsokdaten besorgt. Wenn unter den Bedauernswerten, die wie Viehherden durch die Wüste getrieben wurden, sich Widerstand gegen die Anordnungen der Miliz regt«, dann wurde«ine„decimazione" vorgenommen, wie der fascistffche Fachausdruck es so schön nennt; jeder Zehnte wurde erschossen oder an schnell errichteten Galgen gehängt! Di« Korrespondenten der europäischen Zeitungen, die von Zeit zu Zeit von den italienischen Kolonialbehörden durch di«„befriedeten" Gebiete geführt werden, bekommen davon natürlich nicht- zu sehen. Völkerbund-venkschrift und arabisch« Gegenwehr. Das arabisch«„Komitee für di« Berteidigung Tripolitaniens" hat dem Völkerbund«ine erschüt- tertÄe Denkschrift über di« Zustände in den italienischen Kolonien unterbreitet. In dieser Denkschrift ist vor allem di« Red« von den Prügelorglrn, von den„Dezimierungen", von den massenhaften Vergewaltigungen und von der Einrichtung von Offizierskasinos in den Moscheen... Nnd die aktive Gegenwehr der Araber beschränkt sich nicht auf bewaffneten Widerstand; ein anderes Mittel wird in der nächsten Zeit sehr witksam angewendet werben: der Boykott, der wahrscheinlich bald von der gesamten moslemitischen Welt durchge- kghrt werden wird. Fn den Aufrufen zum Boykott heißt eS:„Kauft nichts bei Italienern und verkauft chnen nicht-!"—„Kauft keinerlei italienische Erzeugnisse!"„Holt euer Geld auS den italienischen Banken weg!"„Laßt eure Kinder nicht di« italienischen Schulen besuchen!"„Laßt eure Kranken nicht in den italienischen Krankenhäusern oder von italienischen Aerzten behandeln!"„Fahrt nicht auf italienischen Schiffen!"„Schaltet die Italiener bei allen Geschäften, di« ihr macht, aus!" Diese Aufrufe werden ihre Wirkung nicht verfehlen— waS allerdings die faseistische Presse kn Ftalien und in anderen Ländern nicht hindern wird, welter von den großartigen Erfolgen der faseistischen Politik und von der„vollständigen Befriedung" der Fieder feinte am Galgen? 9er araottoer&au in Orr»flfte./ 9afd|W«e„2»efrie&uuQ«pottttf“ in Starftafetffa./ 9et CtiirMiuea Orr 90.000. Rom, Mitte September 1931(Eigener Bericht), s Der Tourist, der auf dem 24. Längengrad östlich‘ von Greenwich durch die Libysche Wüst« wandert, wird erstaunt schwitzende italienisch« Kolonialsoldaten und Eingeborene hei einer ungeheuren Arbeit beob achten, deren Sinn er auf den ersten Blick nicht be greifen wird Wenn er einen der leitenden Offizier« fragt, wird man ihm stolz erzählen, daß er es hier mit einem wichtigen Teil der„BefriedungSarbeit" zu tun hat, die der noch auS dem Weltkriege berüch tigte General Graziani gegenwärtig in Ftalienisch- Nordafrika leistet. An der Grenze zwischen Aegypten nnd dem italienischen Kolonialgebiet wird hier mitten durch die Wüste ein ungeheurer Drahtverhau gebaut. Er soll dreihundert Kilometer lang, zehn Meter breit und zwei Meter hoch werden. Die Pfähle*'-‘' dreißig Kilometer wird ei« kleine- Fort eingebaut, in dem die faseistische Miliz wachen soll. Außerdem sollen Panzerautomoble Tag und Nacht an dieser Grenzsperre hin und her rollen. Gegen die aufständische» Araber. Dieser„Befriedungs-Drahtverhau ist der letzt« Versuch des Generals Graziani, di« Zufuhr von Lebensmitteln, Waffen und Munition für die auf- i ständischen Araber in der italienischen Cyrenaiee l abzuschneiden. Ob eS ihm gelingen wird? Kenn«r des Landes nnd der Bevölkerung find überzeugt, daß auch diese neue großzügige Verpulverung deS Geldes der schtverbelasteten italienischen Steuerzahler nutz los sein wird. Der Kampf der Araber gegen die faseistische Unterdrückung wird weitergehen, und die Grausamkeiten der Fascisten gegen bie Aufständischen werden die Erbitterung nur noch steigern. Di« Arme« der Deportierte«! Di« Faseisttn arbeiten in den afrikanischen Ko lonien so, wie sie es in Ftalien gern möchten, aber angesichts der Weltöffentlichkeit nicht wagen. Was in Italien die Zwangsverschickung nach den glühend- heißen wasserarmen Liparischen Änseln ist, ist in Lybien di« Massendeportation. In den letzten Mo naten sind 80.000 Menschen, Männer, Frauen und Kinder, auS ihren im Fnnern des Landes gelegenen Wohngebieten nach der Küste deportiert worden, wo sie jetzt in bewachten Konzentrationslagern unter gebrach: sind. 80.000 find auS dem Fnnern abmar schiert: wieviel an der Küste angekommen sind, steht. nicht genau fest,<''“ r‘' Der Ankauf ist erfolgt, um durch Verwendung der Ueberschüsse zu Renovationszweckvn daS Thalia- Theater als Pflegestätte sozialer Theaterkultur vor der von der Polizei geforderten Schließung zu bewahren. DaS Haus wird nach wie vor von den Vereinigten Theatern Breslau unter der Intendanz Barnay bespielt. Der Umbau soll im Laufe eineS Jahres durchgeführt werden. Die Ausgabe des«euen Abonnements erfolgt täglich an der Tageskassa des Reuen Deutschen Theaters und zwar bis Dienstag, den 22 dS. ausschließlich für die bisherigen Abonnenten, doch werden Anmeldungen neuer Abonennten ebenfalls entgegengenommen. DaS Abonnement für die Spielzeit 1931182 bringt eine Reihe neuer außerordentlicher Vergünstigungen für dir Abonnenten wie: Zwölf Vorstellungen nach freier Wahl''— 20 Vorstellungen im Neuen Theater oder in der Kleinen Bühne zu ermäßigten Preisen.— Bequeme Teilzahlungen. Späterer Vorstellungsbeginn. Die Direktion macht nochmals darauf aufmerksam, daß Versuchsweise alle Vorstellungen von kürzerer Aufführungsdauer künftig um 8 Uhr beginnen werden. Dies« Neuregelung tritt bereits bei den montägigen Aufführungen in Kraft, di« beide(„Der Graue" im Neuen Deutschen Theater und„Nina" in der Kleinen Bühne) um 8 Uhr beginnen werden. Einmaliges Gastspiel Harry Liedtke und Berlin» Ensemble. Mittwoch, den 23. d. findet bei aufgehobenem Abonnement ein einmaliges Gastspiel Harry Liedtkes und Berliner Schauspieler(Carola Toell«, Traute Carlsen, Elisabeth Markus, Eva West, Max Landa, Rudolf Klein-Rogge, Ernst Pittschau, Ernst schlott) in Oscar Wildes Komödie„Ein idealer Gatte" statt, worin Harry Liedtke di« Rolle des Viscount Goring spielen wird. Regie: Prof. Enge» Robert, Berlin. Uraufführung:„Der letzt« Equipagew". Als erste Uraufführung dieser Spielzeit wird Samstag, den 26. ds. in ver Kleinen Bühne Valentin Katajews Komödie„der letzt« Equipagew" in der Regie von Friedrich Hölzlin in Szene gehen. Katajew gehört zu den führenden Autoren der modernen russischen Dramatikergeneration. An den deutschen Bühnen ist Katajew durch die Sericnerfolge seines Lustspiels „Quadratur des Kreises" rasch bekannt geworden. In Berlin wurde soeben sein Schauspiel„Avantgarde" von der Grupp« junger Schauspieler zur Uraufführung gebracht. Der letzte Equiagew wird Mitt« Oktober am Lessingtheater in Berlin zur reich-deutschen Erstaufführung kommen. auf jeden Fall viele Tausend« 1 Kolonien zu sprechen.__, c jähriger Pause Montag, den 28. dr. al- erste der für diese Spielzeit geplanten Opern-Neuinszenierun- gen zur Aufführung gebracht. Musikalische Leitung: Georg Szvll. Inszenierung:' Oscar Fritz Schuh. Szenische Neuausstattung: Emil Pirchan. Kostüme: Trude Volkner. Das Ballett steht unter Leitung von Martha Aubrechtovü und ist durch deren Tanzgruppe die bei der Mitwirkung„Im weißen Rößl" einen besonderen Erfolg erzielte, verstärkt. Spielplan des Reu«« deutschen Theaters. Sonntag: 7 Uhr„Im weißen Rößl"; Montag: 8 Uhr(28441)„Ter Graue"; Dienstag: 7.30Uhr (238-1)„I m weißen Rößl"; Mitt- woch: 8 Uhr Ensemblegastspiel Harry Liedtke „Ein idealer Gatte"; Donnerstag: 8 Uhr (236-III)„Arzt wider Willen"; Freitag: 8 Uhr(W6-IV)'„Der Graue"; SamStag: 7.30 Uhr(287-1)„Cocktail"; Sonntag: 7.80 Uhr (238-11)„Der letzte Walzer'; Montag: 7 Ubr (230411)„A i d a". Spielplan der„Kleinen Bühne." Sonntag: 7.80 Uhr„Intimität« n"; Montag: 8 Uhr „N i n a"; Dienstag: 8 Uhr„Intimitäten": Mittwoch: 8 Uhr„Jntimitäten";Donnerstag: 8 Uhr„Die Spieler",„Der Doppelgänger",„Der Heirat s an trag"; Fr«itag: 8 Uhr „Nina"; Samstag: 8 Uhr Premier«„D« r letzte Equipagew"; Sonntag: 7.80 Uhr„Nina": Montag: 8 Uhr„Der letzte Equipagew". Wiener Staatstheater vor schweren Einschränkungen. Wien, 19. September. Die Berhandlunge». zwischen den Direktionen der österreichischen Bundestheater und den Angestellten in Sachen der angestrebten Gehalregulierungcn haben bisher noch zu keinem Abschlüsse geführt. Wie die heutigen Wiener Morgenblätter wissen wollen, wurde den Vertretern der Mitglieder beider Bundestheater erklärt, daß an der angestrebten Gesamtersparnis von 700.000 Schilling um so eher festgehalten werden müsse, als augenblicklich die Tendenz nach noch weitergehenden Abstrichen bestehe. ES soll auch der Plan bestehen, den Betrieb beider Staat»- t h e a t e r, das fft des Burgtheaters und der StaatSoper, in der Weise ein zuschränken, daß entweder das Burgtheater ganz geschlossen und die Vorstellungen dieser Bühne abwechselnd mit den Opernaufführun- gen in das Opernhaus verlegt würden oder, fall» auf diesem Wege die angestrebten Ersparungen nicht erzielt werden sollten, eine zeitweilige Schließung der beiden führenden Wiener Bühnen in die Wege zu leiten. Dieser Plan steht, wie das„Neue Wiener Tagblatt" erfährt, in Erwägung, zumal da nach dem Ergebnis der letzten Genfer Beratungen radikale Ersparungen auf allen Gebieten unbedingt unerläßlich sind. | 1 I Cette b Sonntag, 20. September 1931. Wählt sozialdemokratisch! PRAGER ZEITUNG. Deutschdemokratische WahlStatistit. blatt" gleichzutun. Sanft und still tänzelt sie ein- Volt, zu dessen Nußen, zu Nutzen der Kunst und her damit nur ja tein Leser scheu werde. So- der Künstler selber. Sozialismus und damit nur ja kein Leser scheu werde. So- Kunst werden einmal eine Einheit wie aber Wahlen übers Land kommen hui, ein da verliert die alte Rosinante selber die Conte- ihren letzten Zahn verloren haben wird, obwohl vielleicht noch bevor die„ Bohemia" Die deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemein- nance, wichert und schlägt aus, so daß die Kafi- das doch ganz bestimmt nicht mehr lange schaft ist offenbar nicht in der Lage, irgend ein noten auf dem Graben die Köpfe zusammen- dauern fann! politisches Argument gegen die Sozialdemo- steden. 3n Str. 220. Bras Lifte 14. Irufen sie auf, mitzuhelfen, daß es anders werde, I dungsstück, das bei uns im Boston- oder Tangorhyth damit die Kunst aus einer Beilage" für Satt- mus besungen zu werden beliebt. Dieser Musikant gefressene, Blafierte und Unterhaltungstünstler berfelder ist dem alten Stolz turmhoch überein Hauptgericht werde für das ganze legen, der aus der Mona- Lisa gemeinsam mit Regisseur Bolvary, eine Detektivlimonade fabriziert, die faum Massenerfolg haben dürfte. Viele Details sind allerdings diesmal sehr gut: von den Dächern pfeifen, wenn der Dieb Beruggia so wenn alle Spazen schon die Geschichte des Raubes durch die Gassen schlendert, wenn die Kamera den Louvre hinaufguckt oder sämtliche Maßnahmen der tratie zu finden, und weiß, daß ihre Liste durch Dieser Kraftaufwand der Bohemia" ist Polizei augenblidlich sichtbar werden; das ist filmisch. das Koppeln mit den übelbeleumdesten Parteien insofern begreiflich, als sie ja ein Partei- Die Koppelungen für die Prager Gemeinde. Was soll man aber zu einem Dienstmädchen sagen, nicht an Anziehungskraft für die Wähler gewon- blatt so ziemlich ohne Partei ist und weil mahlen. Wie der Prager Magistrat verlautbart, das so degeneriert feinnervig und intellektuell ausnen hat. Sie verwendet daher als einziges und für sie alles- wenn das auch in diesem Falle sind folgende Koppelungen angemeldet worden: sieht, daß es direkt als Ausstellungsobjekt der Antiausschließliches Mittel im Wahlkampf die Be- sehr wenig ist davon abhängt, wie die Deutsch- deutsche Sozialdemokraten( 14) und kommun könnte? Wer eine Aehnlichkeit der Trudev. Molo 1. Tschechische Sozialdemokraten( Liste 10) ,, Intellektuellenkampagne des Bolschewismus dienen hauptung, daß die deutsche sozialdemokratische demokraten in Prag abschneiden. Denn hier gibts stische Opposition( 9); 2. Deutsche Arbeits- und mit der Mona- Lisa entdeckt, müßte sich sofort zum Liste in Prag feine Mandatsaussichten ein paar Tausend Menschen, die nicht wissen, habe, die für sie abgegebenen Stimmen daher wohin sie gehören und die deshalb ganz gut für Wirtschaftsgemeinschaft( 7) und Deutsche Wahl- Tonfilm melden, denn diesen und ähnlichen Eigen,, verloren" seien. diese Demokraten" als Wahlfutter gebraucht gemeinschaft, d. j. Hakenkreuzler, Christlichsoziale fchaften dürfte Herr Bolvary sein überraschendes Auch ein Arifel im Prager Tagblatt", der werden können. Diesmal aber scheinen sie in der und Deutschynationale( 18); 3. Gewerbepartei Engagement zu verdanken haben. Auch Billy sich mit den Wahl aussichten der deutschen ifts rot vor den Augen geworden und nun will herrenpartei( 6), Republikaner( 11) und Volks- ner mit feuriger Liebe, diesem Routinier und Galant Liliengasse toll geworden zu sein. Der Rosinante( 2), Nationaldemokraten( 3), tschechische Haus-& or st ist kein richtiger, in Paris verlorener Italie Barteien Brags beschäftigt, gelangt auf Grund statistischer Berechnung zu dem gleichen Resultat fie alles niedertrampeln, was die verfluchten partei( 20); 4. unpolitische Mieter( 5) und die glaube ich keinen Augenblick, daß er um der Frau Sozialdemokraten an Argumenten aufzuweisen Beamten- und Angestelltenpartei( 12); 5. willen den verwegenen Raub wagt man erwartet Dieses Reſultat jedoch ist falsch, weil seine baben. Das Lustige dabei aber ist, daß, wenn die Stříbrny- Liga( 4), oppositionelle Hausbesitzer mit mehr Recht, daß er rasch auf Brautschau ins Voraussetzungen irrig sind. Der Schreiber des Artikels nimmt zur fast nichts anders bemerkbar ist Rosinante vorübergeritten ist, von ihrer Attacke( 8), Fascisten( 16). nächste Kino geht, aber der Forst sieht doch wieder Grundlage seiner Berechnungen zunächst einmal sonst Rösser in der Site des Gefechts hinter Angestellten der als was halt Sammlung für die Arbeiterfürsorge. Die nett aus, hat sympathische Gesten und zeigt überdie Prager Ergebnisse der Parlamentswahlen aus Gec Zentrale legene Ruhe; die sonst so prächtige Molo ist aber dem Jahre 1929. Es wird aber wohl die Verlassen. haben in Erkenntnis der Notwendigkeit, die Auf- glatt unmöglich und hat ihr Gegenstüd in den mutung gestattet sein, daß die fegensreiche wir uns erlaubten, auch die" Künstler ein terstüben, eine Sammlung veranstaltet, an Hotel- Esplanade" Ehre machen müßten. Was hilft Fuchsteufelswild ist die Bohemia", weil gaben des Vereines Arbeiterfürsorge" zu un- eleganten Aufwaschfrauen des Louvre, die jedem Tätigkeit, die Herr Architekt o ehr bisher im wenig zum Nachdenken darüber anzuregen, wo- welcher sich 176 Angestellte beteiligten. Das da die Sand rod, der Gülstorf oder GründFoehr Stadtrat entfaltet hat, nicht dazu beigetragen hat, hin fie politisch und sozial gehören. Daß sich die Ergebnis ist der Betrag von K 11.558.75. Es gens? Das Verständnis des Regisseurs zeige sich die Sympathien der Wählerschaft für seine Bohemia" mit unseren Gründen ausein entfällt auf jeden Angestellten der Betrag von nicht im Schauspielen, sondern im ganzen Aufbau, Partei zu erhöhen; daß vielmehr die gesamte andersetze, kann man nicht gut von ihr erwar-| K 60.-. Zumindest wurden abgeführt 2 Pro- der an die Kritiklosigkeit des Publikums nicht zu Weltsituation, die politische Lage Staat ebenso wie die lokalen Verhältnisse den ibiesem ten. Ihre eigenen Gründe sind aber so lap- gent eines Monatsgehaltes, die Höchstabgabe be- große Anforderungen stellen darf. Troß dieser Fehler deutschen Wählern die Erkenntnis vermittelt haben, daß sie in der deutschen Sozial. demokratie allein die berufene und befähigte Wahrerin ihrer Intereffen erbliden kann. Der zweite Irrtumt aber besteht darin, daß der Artikel des Prager Tagblatt" nicht den Umstand berücksichtigt, daß die deutschen Sozialdemokraten nicht nur mit ihrer mit ihrer tschechischen Bruderpartei, sondern auch mit der kommunistischen Oppositionsgruppe Sture foppelt. Die Sozialdemokratie und die Gemeindewahlen. Am Freitag, den 25. September findet um acht Uhr abends im Saale der Urania, Prag II., Smečkagasse, die zweite öffentliche Wählerversammlung der Bezirksorganisation Prag der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei statt. Redner die Mitglieder der böhmischen Landesvertretung Genoffin Marie deutsch und Genosse Dr. Emil Strauß. faffen kann. Für die Sozialdemokratie gilt nur die Masse, für sie haben nur die manuellen Arbeiter wirklichen Wert." wird man nicht immer gelangweilt, was auch schon ein Fortschritt ist. W. Lg. Vereinsnachrichten ,, Erania" Wochenprogramm: Sonntag, halb 11 Uhr:„ Dänemart". Sulturfilm. Montag, viertel 9 Uhr: Dänemark", Sultun film. Dienstag, 8 Uhr: Im Westen von Nordafrita", großer Lichtbildervortrag. Ratechet Jenatschke, Aujjig. Dienstag, 8 Uhr: Hauptversammlung des ,, Urania Radiobundes". fürsorge im Tierreich". Reizende Episoden, Mittwoch, 3 Uhr: Kindernachmittag: Elternerzählt mit Lichtbildern. Dazu:„ Micky Maus" in vier Lustspielen. Selbst wenn wir die Wahlzahlen von 1929 zur Grundlage der Berechnung nehmen, so entfallen auf die gekoppelten Listen 71.584 deutsche und tschechische sozialdemokratische Stimmen plus denen der kommunistischen Oppo- pisch und dabei so verlogen, daß man sich faunt trägt 8 Prozent. Wir glauben, dieser sozialen fitionsliste. Diese werden von Kennern der Verhältnisse auf 6-7000 geschätzt. Auf die drei geTat der Angestellten feine besonderen Worte Toppelten Listen würden bei einer Wahlzahl von hinzufügen zu müssen nur die Empfehlung an 4280 18 Mandate entfallen, wovon die tschechi alle jene Streife, welche ein geregeltes Einfom Schen Sozialdemokraten 16, die deutschen men haben, es diesen Angestellten nachzumachen. Sozialdemokraten mit der angenomme Was nun wahrscheinlich jeden Künstler Die Spende wurde mit dem Wunsche übergeben, nen Stimmenzahl von 3483 und die kommuni- Leute zu wählen, die sich von der Masse vor- trages tinderreiche Familien von Genossenschaf- platten." Einleitender Vortrag:" Sichtbarer oder bewegen soll, die ,, individualistischen" Bohemia" baß der Reichsverein bei Verwendung des Be- Mittwoch, 8 Uhr: Allerlei auf Schallstische Oppositionsgruppe je eins erhalten wür- nehm unterscheiden – nannte doch einer ihrer tern berücksichtige. Die Gec- Angestellten führen unsichtbarer Sänger", Richard Starpe. bent. Ja, selbst wenn man die Stimmen der Redakteure vor wenigen Monaten erst ein Schau- übrigens gemäß dem Beschluß des Allgem. AngeOppositionsgruppe nur mit rund rund 5000 alt= nimmt, so erhält die gekoppelte Gruppe im ersten pielensemble, dessen Leistungen nicht befriedig stelltenverbandes auch eine besondere Steuer Strutinium 17 Mandate, und kann, mit einem Die Sozialdemokratie allerdings möchte gerne, eine Horde von Dilettanten"! für ausgesteuerte Mitglieder des Verbandes ab. Rest von mindestens 3824 Stimmen höchster Wahrscheinlichkeit auf ein Reitman- en, schöpferischen Masse zählen, sie, mita daß sich auch die Künstler zu der gro dat rechnen( der Artikelschreiber will ja jogar die so wie die Wissenschaftler und Techniker un8561 deutschbürgerlichen Reststimmen ein viertes fere Zeit mitbestimmen und mitzuführen deutschbürgerliches Mandat als Restmandat zu haben. Ohne die geistigen Arbeiter fein Sozia weisen); es würde also jogar in diesem lismus, fein Fortschritt. Deswegen werben wir Falle ein Mandat auf die deutschen um sie nicht nur bei Wahlen, wie die Seiner Sozialdemokraten entfallen, wobei mit einem Stimmenzuwachs dieser Partei noch Bohemia". spanischen Majestät allzeit getreue demokratische gar nicht gerechnet ist. ten, Der geistige Arbeiter, der gebügelte Hosen und einen weißen Kragen trägt, wird, mag er tun, was er wolle, schon deshalb von vornherein als„ Bourgeois" verdächtig behandelt." Der Film Wran- Urania Kino. Donnerstag, 8 Uhr: Volkswirtschaftlicher Dis tussionsabend. Samstag, 3 Uhr:„ Am Rande der Sahara", Kultur- Tonfilm. Samstag, 8 Uhr: Berühmte Wiener Komiker", heiterer Vortragsabend: Dr. Josef Bergauer, Wien. Ein Vortrag mit Lichtbildern, Liedern und Kuplets. Mitglieder- Anmeldungen und Mitglieds- Karten führung im Wran- Urania- Rino. Allgemein mit den Begünstigungen: 1. Stostenloser Bezug der ,, Drei Tage Liebe." Großer Erfolg der Erstauf- erneuerungen. Hauptkarte( Jahreskarte 18 K) bewundert die Meisterleistungen von Hans Albers illustrierten Monatsschrift für moderne und Käthe Dorsch. Heute, 2, 4, 6 und 8.15 Uhr. Zwei Bremieren. Bildungspflege Urania" sowie des „ Goethe almanacs"( als Almanach der Deutschen in der Tschechoslowakei): 2, 20 bis 25 Brozent Ermäßigung bei allen Veranstaltungen der ,, Urania"; 3. Besuch der Kurse( nur für Mitglieder); 4. ErEin Tonfilm und einer, ders gern sein möchte, mäßigte Karten zu zahlreichen Veranstaltungen der eine neue und eine abgespielte Marke, Bubul, Brager Konzertdirektionen. Anschlußtarte: 3K der König der Nassauer" und Der Raub für Familienmitglieder) mit den gleichen Begün der Mona Lisa", fie beide streiten diese Woche ftigungen bei den Veranstaltungen. Karten täglich: in Prag um den Primat. Dem ahnungslosen Publi halb 10 bis halb 1 und 3 bis 7 Uhr. Telephon 26321 fum sei verraten, daß die Franzosen wieder einmal Wenn nun gar von der Bohemia" behauptet wird, daß durch das Koppeln mit den tschechischen Sozialdemokraten eventuell ein fünftes deutsches Mandat verloren werden fann, so ist bas sagen wir ein Jrrium ihres Statistifers, der zu Unrecht annimmt, daß ihm niemand auf Jst uns nie eingefallen! Wir gönnen dem die mit fiktiven Zahlen manipulierenden geistigen Arbeiter, wir gönnen allen Menschen Finger flopfen wird. Durch Stoppelung der gebügelte Hosen und weiße Kragen. Leider gibts Listen aller deutschen Parteien Prags kann sich unter den geistigen Arbeitern auch ein paar das Rennen überlegen gewonnen haben. Was zeigt Urania Sprachkurse. aus den von diesem Fachmann angenomanenen taufend Schauspieler, Musiker und uns die„ Pathé- Nathan"? Wie Humor aus der Fr. Prof. Quitsfeld); Französisch( Fr. Prof. Tschechisch( Prof. Dr. Donath); Englisch Zahlen nur eines flipp und flar ergeben: daß die Sänger, denen es durch Arbeitslosig Situation erwächst, wie eine Melodie aus dem 3 wideD: Italienisch( Brof. R. Finzi). Jeder deutschen Parteien mit 19.838 Stimmen vier Leit und Besitlosigkeit so schlecht geht, Rhythmus eines Boltes, aus dem unsterblichen Sturs dreiteilig( für Anfänger, Fortgeschrittene und Mandate und einen Rest von 2718 Stimmen er daß sie genau so wie die anderen Proleten mit Milieu der Bariser Straße, des Temperaments ge- Reife), monatlich 8 Stunden, 30 K. Beginn: 1. Of halten würden, der nie zu einem fünften Man- un gebügelten Hosen und schmuki- formt wird! Und das Kleeblatt Reisch- Bolvary- tober.' Anmeldungen: Urania- Kaffe. dat ausreichen kann. Wenn es überhaupt gen Sragen herumlaufen müssen! eine Möglichkeit für ein solches fünftes Mandat Der Materialismus der marristischen Lehre entgegenstellt, wie urdumm ein Wienerrhythmus gibt, dann einzig und allein auf dem von der läßt für die Blüte der Kunst wenig Raum ibrig." in Florenz wirkt und wie sich der tesse Berliner Deutschen Sozialdemokratie eingeschlagenen Wege, Armer Tor, der das geschrieben, aber noch Morig die Mona- Lisa angesungen vorstellt! Die Die ,, Bohemia", die es nur für recht und nie ein Buch über den Marrismus in der Hand Franzosen zeigen Bubul, den Pariser StraßenBillig hält, daß in deutschen Orten tschechische gehabt hat. Der Materialismus“ der Sozial- fänger, zeigen den hochbegabten Schauspieler GeorSozialdemokraten mit ihren deutschen Stlaffenge bemokratie will das materielle Elend beseitigen, ges Milton, der gar keine Maske hat, teine Rolle nossen toppeln, aber von den deutschen Sozial- damit der Geist und die Seele befreit, damit spielt, sondern in der Figur des Straßenfängers eben Demokraten in Prag verlangt, daß sie sich mit der Kunst ihre Freiheit, ihre Entfaltungsmög- verkörpert ist, trotz gewisser Beleibtheit und milchiger Besuch. Satenfreuzfascisten und abgetafelten Bürger- lichkeit, ihr Aufstieg werde. Der Materialis Rundlichkeit des Antliges, das aber sichtlich nicht um Blöcklern verbünden, mit falschen Zahlen mus der fapitalistischen Gesell der vorausberechneten Sieghaftigkeit Willen lächelt; jongliert, so ist das charakteristisch für das fchaft aber läßt Kunst und Künstler er ist ein Bursch, dem alles glückt und der uns ohne Niveau ihrer Bolitit, die mit hoher Mathematik berhungern, läßt die Theater verdorren, die, Hindernisrennen und Groteske der Unnatur zeigt, eine niedrige politische Moral bemänteln will. Künstler von Monat zu Monat um ihre Existenz wie man sich aus peinlichen Situationen rettet, der Die deutschdemokratische Rofinante bangen sofern sie noch eine haben! -Der Künstler, also wichert die Rosinante, ist ,, wenn es einmal hart auf hart geht, für die Sozialdemokratie doch nur eine Kraft, die den Lurus der verhaßten Bourgeoisie zu garnieren hat." Stolz? Daß man die Töne diametral den Bildern damit die zwar ins rechte Milieu hinein heiratet. Lust allgemein wird, den man aber darob fast bedauert: denn als freies Kind der Pariser Straße ist er ein König, er muß beim Sechstagerennen mit feinem Lied die Massen mitreißen und muß beim Rugbyspiel den Erfolg haben, weil ihm das alles Ja, leider ist heute die Kunst oft nur angeboren ist. Und dieses leichtbeschwingte Leben lebt ein lammfromm, sucht es an Vornehmheit dent solche Garnierung für bourgeoisen Lurus. Aber auch in der Musif, in den übermütigen Rhythmen wichert über ,, Kunst und Sozialdemokraten". Die alte Bohemia" ist jahraus jahrArbeiter- Turn- und Sportverein Prag. 49 Heute, Sonntag, um 3 Uhr nachmit tags, offizielle Eröffnungsfeier auf dem neuen Turn- und Sportplaz( Hekinsel). Genoffinnen und Genossen unters stüßt diese Feier durch einen zahlreichen Eintritt frei! Verlangen Sie in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cle.. PILSEN Selchwaren der fa. HEGNER& Cle., PILSEN SIND DIE ALLERBESTEN! beffer situierten und gekleideten„ Prager Tag- eben deswegen rufen wir die Künstler zu uns, des Schlagers über die„ Stombination", jenes Slei Berbreitet die Arbeiterpreise. befzebatteur: Wilhelm Riegner. erausgeber: Siegfried a ub. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strang. Brag. Drud: Rota" A.-G. für Zeitung und Buchdrud, Prag. Für den Drud verantwortlich: Otto Solit, - Die Zeitungsmartenfrantatur wurde von ber Poft- u. Telegraphenbirektion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus uber bei Bezug durch die Bost monatlich Ke 16.-, vierteljährlich Ke 48.halbjährig Kö 96.- gangjährig Kö 192,-,- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einfaltungen Preisnachlaz. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarlen, Brag