Ginzelpreis 70 Seller. Sozialdemokrat Zentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik. 11. Jahrgang. Griceint mit Ausnahme des Montag täglich frilh. Rebation and Dertretung: Drog II., Regants 18 Zelephen: 26795, 31469( airedaktion): 26797 Dottichedami: 57544 Freitag, 25. Geptember 1931 Nr. 224. Die Sozialistische Internationale Das Budget um 520 Millionen Kč herabgefeßt. Der Hauptschlager: für den Rüstungsstillstand. Paris, 24. September. Der Vorsitzende der Sozialistischen Arbeiter- Internationale Van dervelde und deren Generalsekretär Doktor Adler, die gestern in Paris zusammengetros. fen sind, sandten im Namen der Internationale dem Völkerbund und dem Vorjißenden der Dritten Bölkerbundskommission ein Telegramm, in bem gefordert wird, der Völkerbund möge sich mit allen seinen Kräften für die Berwirt. lichung eines allgemeinen Rüstungstillstandes im nächsten Jahre, wo die Allgemeine Abrüstungskonferenz zusammentreten wird, einsehen. Das Telegramm schließt: Die Arbeiterklasse wird in allen Ländern ihren ganzen Einfluß geltendmachen, um den Rüstungsstillstand zu verwirklichen. Die Forderungen des österreichischen Gewerkschaftskongresses. Wien, 24. September.( Eigenbericht.) Der Kongreß des freien Gewerkschaftsbundes fand heute seinen Abschluß. Es wurde eine Resolution über die soziale Gesezgebung angenont men, in der erklärt wird, daß die Gewerkschaften jedem Versuch, den gesetzlichen Schutz der Arbeiter und Angestellten anzutasten, mit allen Kräften Widerstand leisten werden. Dann referierte Nationalrat Schorsch Prag, 24. September. Offiziös wird mitgeteilt: Heute tagte nachmittags und abends der Weinisterrat zur Entscheidung über das Staatsbudget für das Jahr 1932. Es wurde beschlossen, daß in den Ausgabenposten weitere wesentliche Abstriche gemacht werden. Die Höhe der Ausgaben der Staatsverwaltung entsprechend dem Budget für das Jahr 1931 betrug 9.838,525.200 Kronen. Im Budget für das Jahr 1932 werden jeßt diese Ausgaben auf 9.318,900.000 kronen herabgefeht, so daß die herabsehung der Budgetausgaben gegenüber dem Jahre 1931 über eine halbe Milliarde Kronen beträgt. Amerika interveniert für den Frieden. Antimilitarismus! Ist es möglich, ist es nicht die Ausgebure einer tollen Phantasie, daß politische Parteien, die ihrem innersten Wesen nach Liebediener und Lakaien des Militarismus sind, die früher dem Moloch nicht genug Geld- und Bluts opfer geopfert sehen konnten und die Miturheber, Lobpreiser und Barden des furchtbarsten Krieges der Weltgeschichte waren, nunmehr als Antimilitaristen auftreten? wwwww Die Nationalsozialisten bringen dieses Kunststück, nein, diesen Betrug wirklich und wahrhaftig fertig und in ihrer Gefolgschaft Noten an Japan und China in Uebereinstimmung mit den Bölferbund. trippeln die man greift sich an den Kopf, Paris, 24. September. Die Agence Havas| schlimmer als in den letzten Tagen und hofft, ob das kein nächtlicher Sput ist die deutStimson dem Böllerbunde mitgeteilt habe, daß lingen werde, daß Japan und China das Kriegs- die A.- und W.- Gemeinschaftler einher, die berichtet aus Washington, daß Staatsjetretär daß es den Bemühungen des Völkerbundes ge- schen Christlichsozialen und wer noch? fein Standpunkt betreffend den chinesisch beil begraben. Von einem Kriegsbeil könne man ersteren noch beladen mit den Verwünschunjapanischen Konflikt von der Regierung der eigentlich nicht sprechen und insoferne unterVereinigten Staaten bollommen geteilt werde. scheibe sich die Situation von dem chinesisch- gen, die ihnen von der Bevölkerung für ihre Er fügte hinzu, er habe bereits beide Parteien russischen Konflikt im Sommer 1929. Diesmal Zustimmung zum Dreimilliarden- Rüstungsbringend ersucht, die Feindseligkeiten bandle es sich, soweit es sich angesichts der ein- fonds zuteil wurden. Auch in anderen Ländern einzustellen und er werde auch weiterhin ander widersprechenden Darstellungen übersehen haben die bürgerlichen Barteien aus der Polibestrebt sein, eine Versöhnung herbeign- laffe, um Zusammenstöße von Truppen in einem tit ein unsauberes Geschäft gemacht und wenr führen. Staatssekretär Stimson sandte sowohl an Gebiet, wo beide Regierungen berechtigt seien, es gegen die sozialistische Arbeiterschaft geht. China als auch an Japan Depeschen, die in an- bewaffnete Sträfte zu unterhalten. lassen sie es an Verlogenheit nicht fehlen, aber nähernd gleichem Sinne verfaßt waren. doch bleiben sie ihren Grundsätzen treu, verleugnen nicht völlig ihr innerstes Wesen, das Maß der Lüge, Heuchelei und Verkommenheit, wie es unsere politischen Gegner sich leisten, bringen sie jedenfalls nicht auf. Um vielleicht doch ein paar Stimmen bei den Gemeindeden albernsten Verdrehungen noch vor wahlen zu ergattern, schenen diese weder vor abgeschmacktesten Maskevade zurück bis zur Lächerlichkeit. sing Washington, 24. September. Im Staatsdepartement hält man die Lage für nicht Eine endgültige Stellungnahme sei daher unmöglich. Inzwischen hoffe man auf eine baldige. Beilegung des Konflikts durch direkte Berständigung. Stimson rät Japan von weiterer Gewaltanwendung ab. über das Problem der Arbeitslosigkeit an das Ministerium des Aeußern gerichteten licher und anderer Natur hervor. Er rate daher Tokio, 24. September.( Reuter.) In einer den anderen Mächten schwere Besorgnisse recht In einer diesbezüglichen Resolution wird die Denkschrift über die Vorgänge in der Mandschu- Japan, die Angelegenheit rasch beizulegen und Herabfezung der gesetzlichen Arbeitszeit auf 40 rei erklärt der ameritanische Staatssekretär nicht weiter Gewalt anzuwenden. Stunden wöchentlich, die gesetzliche obligatorische Stimson, die Vereinigten Staaten toünschten Arbeitsvermittlung und die Heranziehung von keinesfalls, sich in die Angelegenheiten Japans Mitteln der Gesamtheit zur unveränderten Auf- einzumischen, aber die gegenwärtige Lage rufe bei rechterhaltung der Arbeitslosenunterstützung und der Notstandsaushilfen verlangt. In einer weiteren Resolution wird verlangt, daß die Tätigkeit und die Geschäftsführung der Banken unter die wirksame Kontrolle des Staates gestellt werden. * Ernste Sprache der Sowjets. Wie berlantet, berät das japanische Kabinett gegenwärtig über die Antwort an Stimson. Hakenkreuzler und Christlichsoziale, ja sie mimen die Antimilitaristen! Wer das nicht glauben will, der werfe einen Blick in ihre Flugblätter und Zeitungen, der höre den Speech eines ihrer Redner in den WahlverGin Zag der Trauer in China. sammlungen an! Ach, wie gut ginge es dent Berlin, 24. September. Der„ Lokalanzeiger" Shanghai, 24. September. Der gestrige Tag Militarismus, wenn er lauter solche Gegner meldet, daß die Sowjetbotschaft in Berlin bisher stand unter dem Zeichen des Protestes Chinas. hätte! Doch nicht allein Feinde des MilitaJm Schlußwort erklärte Janečet, daß keine Detailberichte über den Inhalt der Unter- Sämtliche Theater, Kinos und öffentlichen Unter risnus wollen sie sein, sie flagen auch die die Gewerkschaften alles daransehen würden, um redung zwischen dem Leiter des Sowjetaußen- nehnungen waren geschlossen. Die Bevöl- Sozialdemokraten der Preisgabe ihres grundzu verhindern, daß die Arbeitslosen in ihren amtes und dem japanischen Botschafter in Mos- ferung folgte durchwegs der Aufforderung der fäßlichen Standpunktes an, weil diese seit sie gerechten Ansprüchen verkürzt werden. tant hat. Dieses Gespräch soll aber sehr ern Regierung zur Aufrechterhaltung der Ruhe, und fäßlichen Standpunktes an, weil diese seit sie sten Charakter gehabt haben, wie es der zu es tam nirgends zur Störung der öffentlichen in der Regierungsmehrheit stehen, für das gefpisten Situation entspricht. Insbesondere wird Ordnung. Für Samstag ist die Ausrufung eines gesamte Budget, in dem auch die Auslagen betont, daß die Initiative zu der Unterredung 24stündigen Generalstreites der Arbeiter in für den Militarismus sind, gestimmt haben. von russischer Seite ausging, da Litwinow den Shanghai geplant. Die Regierung hat strenge Ein nationalsozialistisches Flugblatt illustriert über Desterreich und Ungarn. japanischen Botschafter zu dieser Unterredung ge- Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung dies so: vor dem natürlich hochgemästeten Genf, 24. September. Heute wurde der beten hatte. Es wird als politisch sehr wenig ergriffen, denn es bestehen Befürchtungen, daß Fürsorgeminister stehen einige zu dünnen Bericht des Finanzfomitees für den Völkerbund wahrscheinlich angesehen, daß Rußland bei diesem im Falle einer Banik die Japaner die Gelegen Fädchen herabgehungerte Arbeitslose, denen ausgegeben. Er besteht aus drei Teilen. Zunächst Gespräche eine im vorhinein formulierte Erheit zum militärischen Einschreiten ergreifen der Minister hochfahrend erklärt, für sie sei wird eine Uebersicht der Budgetsituation flärung abgegeben hätte, zu welchen Maßnahmen fein Geld vorhanden, das dem Militarisnus Desterreichs gegeben. Die österreichische es greifen wolle, falls seine Interessen bedroht vorbehalten bleiben mußte. Fein, was? Regierung habe die Bereitwilligkeit ausgefind. sprochen, Delegierte des Finanzkomitees zu empfangen, unter deren Mitarbeit sie an die detaillierte Durchführung der Reformmaßnahmen Bericht des Finanzkomitees Absplitterung der SendewigGruppe. schreiten wolle. Zum Schluß heißt es in dem Berichte, Desterreich müsse sich 250 Millionen Schilling Auslandskredite Acht Reichstagsabgeordnete gegen den Beschluß beschaffen, um den Kassenforderungen nachzudes Parteivorstandes. kommen und den Vorrat fremder Devisen bei der österreichischen Nationalbank schüzen zu Bönnen. würden. Dem unreisen Wähler soll dies sagen: so wie sich die Nazis und die Schwarzen zu FeinDemgegenüber ist festzustellen, dag der Be- den des Militarismus gewandelt haben, so die schluß des Parteiausschusses gegen die Friedens Sozialdemokraten zur Militärfrommheit. Wenn gesellschaft lediglich gefaßt worden ist, weil diese die Sozialdemokraten nicht für das Militärdie Meinungsfreiheit in der Sozialdemokratie den Arbeitslosen zugewendet worden. Dafür eine neue sozialistische Partei gründen will. Daß budget gestimmt hätten, so wäre alles Geld feineswegs angetastet wird, beweist die Tatsache, würden die Nazis und die Christlichsozialen Berlin, 24. September.( Eigenbericht.) Durch daß Seydewik als Chefredakteur des Zwidauer forgen, wenn die Wähler ihnen ihre Stim das Verhalten einer Anzahl sozialdemokratischer Tagblattes der Sozialdemokratie und gemeinsam sorgen, wenn die Wähler ihnen ihre StimUeber Ungarn beißt es, daß außer bud- einzelner Gruppen von der sozialdemokratischen schrift„ Klassenlamps" ungehindert weiter ihre die Wähler doch ein Haar in der für ste so Abgeordneter ist die Gefahr einer Absplitterung mit Rosenfeld und Ströbel auch in der Zeit- men geben. Das ist doch klar! Oder finden getären Erwägungen anderer Elemente der finanziellen Situation ausschuß hatte am Dienstag beschlossen, daß die große Anzahl von Betveisen vor, daß hinter die aarzopf! in Ungarn eine Reihe Partei entstanden. Der sozialdemokratische Barctei Meinung äußern tönnen. Dagegeat fiegt eiate fein, zubereiteten Suppe? Nein, einen ganzen zutage treten, die eine gründliche Prüfung Mitgliedschaft der deutschen Friedensgesellschaft fer Behauptung, daß die Meinungsfreiheit unter- Die Parole: die Sozialdemokraten haben an Ort und Stelle erfordern. Das und die Unterstützung der Freien Verlagsgesell- brüdt werden soll, lediglich das Bestreben steht, für das Militärbudget gestimmt und dadurch Finanzlomitee empfiehlt deshalb, eine Sonder schaft mit ihrem Wochenblatt„ Die Fackel" mit aus der sogenannten Opposition eine neue Orga die Arbeitslosen geschädigt, erscheint den delegation nach Ungarn zu entsenden. Weiter der Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie unver- nisation zu bilben. Schwindlern besonders zugkräftig. Leider liegen wird auf die Möglichkeit verwiesen, daß eine einbar sei. schnelle Aktion zur Besserung der Lage notDie bürgerliche Presse bringt bereits lange die Dinge gevade umgekehrt: nur dadurch, wendig sei. Zu diesem Zwecke ersucht das neuesten Nummer der Fachel" die Freie Versichen Sozialdemokratie. Es wird dort erwartet, auf sich nahmen und im Rahmen des GesamtGegen diesen Beschluß veröffentlichen in der Artikel über die angebliche Spaltung" der deut- daß die Sozialdemokraten das schwere Opfer Finanzfomitee unt die Ermächtigung des Rates, im gegebenen Falle die notwendigen Maßnahmen lagsgesellschaft und die Redaktion eine Erklärung, daß den acht Abgeordneten größere Teile der budget auch die laufenden Militärausgaben der sich acht sozialdemokratische Reichstagsabge Bartei folgen werden. Davon fanm gor feine mitbewilligten, war es ihnen möglich, für die argreifen zu können. ordnete, und zwar Quettinghaus, Bovtune. Dr. Rede sein. Es gibt nur wenige Städte, wie Bres Arbeitslosen zu wirken und ihre bittere Not Rosenfeld, Dr. Siemsen, Sebberviz, Ströbel, lant, Plauen. Frankfurt am Maint und Haagen, darauf veriviesen, daß die heutige Situation in Ziegler und Bergmann angeschlossen haben. In in denen die sogenannte Opposition einigen Anu lindern. Nationalsozialisten und Christlichden verschiedensten Staaten durch Preis dieser Erklärung wird behauptet, daß der Behang besitzt. Die gewaltige Masse der Partei, soziale sagen uns, wir hätten gegen das Miliftir ze charakterisiert ist, und daß vor allem schluß des Porteiausschusses den Beginn eines selbst wenn sie über die zur Zeit zu befolgende tärbudget stimmen müssen. Sehr wohlgemeint, hier Abhilfe gesucht werden muk. Das Ver Gesinnungsterrors und Das Ver Gesinnungsterrors und einer Mei- Taktik verschiedener Meinung ist, denkt nicht nur schade, daß dann die Arbeitslosen ausfrauensmoment wird als unerläßliche Boraus nungsbilbatur bebente, den entgegenzutreten die daran, dem Feinben der Arbeiterfasse den Ge- schließlich auf das soziale Verständnis und das fegung für eine Gesundung hervorgehoben. Unterzeichner als pooleigenöffiche Pflicht op sollen zu tun und die Einheit der Barciei zer gute Herz der bürgerlichen Pavieien angewieonbest, Schlagen an lae. jen genejen mären. Und wie diefes beschaffen In den allgemeinen Schlußfolgerungen wird etue r Freitag, SS. Sepie«-« 1981. Rr. 224. ist, hat die arbeitende Bevölkerung in den vier Jahren, da diese Parteien schrankenlos wirtschafteten, ausreichend erfahren. Hat jemand Lust, daß die' brutale Geisel des Bürgerblocks noch weitere Striemen auf seinem Rücken ziehe? Arbeitslofe, Kriegsbeschädigte, Pensionisten und öffentliche Angestellte, die alle, wäh- rend zur selben Zeit in anderen Ländern diese Schichten sich eine wesentliche Kürzung ihrer Einkominen gefallen lassen mußten, der tatkräftigen Arbeit der Sozialdemokraten in der Regierung eine Besserung ihres Loses zu verdanken haben, sie hätten ihre blauen Wunder erlebt, wenn die bürgerlichen Parteien auch in dieser Regierung hübsch unter sich geblieben .oären! Der Rat: stimmt gegen die Militärauslagen, ist billig, nur eben daß er die arbeitenden Menschen Hunderte von Millionen gekostet hätte, wenn er von uns befolgt worden»väre. Seine Befolgung hätte bedeutet, daß die Sozialdemokraten keinen Augenblick länger hätten in der Regierung bleiben können und mit chrem Einfluß dort wäre es mit einem Schlage zu Ende. Wem wäre damit der größteLiebesdienstindieserZeit der Wirtschaftsnot er wiese n w o r- den? Dem Bürgertum, das dadurch wieder in den Allernbesitz der Staats- m a ch t gekommen wäre! Sollten wir nach den Wahlen im Jahre 1929 di« Herrschaft im Staate wieder zum Zwecke des schamlosesten Mißbrauchs der Bourgeoisie und den Restgut- baroncn ausliefern, die sie ebenso zur unverschämtesten Bewilligung für Steuergeschenke und Liebesgaben an sich und zur schwersten Unterdrückung der Arbeiterklasse benützt hätten! Wir brauchen uns vor unseren Grgnern wahrhaftig nicht zu rechtfertigen, denn der Beschluß auf Eintritt unserer Partei in die Regierung mit allen Konsequenzen wurde nicht allein von den Führern der Partei, sondern in demokratischer Weise von der Parteimitgliedschaft gefaßt, aber so viel sei gesagt, daß es unseren Genossen ein schweres ideelles Opfer zumuten hieß, dem Militärbudget zuzustimmen, das sie nur brachten, weil sie überzeugt waren und noch heute überzeugt sind, dem wohlverstandenen Interesse der Arbeiterschaft damit zu dienen. Das wäre freilich der deutschen wie der tschechischen Bourgeoisie Lecht, wenn wir niemals von dem Stück Macht und Einfluß, das uns von den Wählern gegeben wird, Gebrauch machen und das Feld den kapitalistischen Parteien und ihren nationalsozialistischen" Helfershelfern überlassen würden! Glaubtjemand, daß dann das Militärbudget keine Mehrheit im Parlamente finden würde? Im Gegenteil! Längst wäre zu dem außerordentlichen Rüstungsfonds, den die deutschen Christlichsozialen mrtbewilligr haben, ein weiterer Millrardenkredit für^ie Militärleitung hinzugekommen und die Christlichsozialen, dre jetzt wegen unserer formalere Zustimmung zum Militärbudget heuchlerisch die Augen vor Entrüstung verdrehen, wären unter den ersten, um dem Militarismus dieses neue Geschenk zu apportieren! Die Sozialdemokraten haben gegen den Militarismus nichts getan? Das wagen jene frech zu behaupten, die innerhalb des Bürger blocks, noch zur Zeit, da er am Verenden war, einer Erhöhung der Militärauslagen um 60 Millionen Kronen zugestimmt haben, während die Sozialdemokraten, seit sie in der Regierung sind, die Streichung dieser 80 Millionen durchsetzten und über ihr Betreiben soll im kommenden Staatsvoranschlag eine Verringerung des Militärbudgets um 50 Millionen vorgenommen werden. Die Tatsache des Bestandes des Militarismus ist freilich noch gegeben, noch haben ihn die Sozialdemokraten nicht abgeschafft, aber wie hätten sie dies auch tun können, da sie— deutsche und tschechische zusammen genommen— nur etwa ein Fünftel der Parlamentssitze innehaben!, Die Leimspindel der Nazis und der Schtvarzen ist für die ganz Dummen aufgestellt. Bleiben sie daran hängen, so werden sie dies bitter zu bereuen haben, die Reue wird I dann zu spät kommen. Die Nazis; Im| Alle bürgerlichen Parteien, Nationalsozialisten und Kommunisten mit eingeschlossen, wissen letzten Endes kein anderes Mittel mehr, als gegen die Krankenversicherung Stellung zu nehmen und die in schweren Nöten stehenden Anstalten in Mißkredit zu bringen. Welche Opfer, welche persönliche Hingabe und welche kaum zu schildernden Schwierigkeiten heute. die Angestellten und die Verwaltungsorgane in den Anstalten zu überwinden haben, wissen nur jene einzuschätzen, die mit Verantwortung belastet, in der Krankenvefticherung arbeiten. Die Schwierigkeiten, die die Aenderung deS Gesetzes durch die Bürgerkoalition, in der Herabsetzung der Beiträge und der Erhöhung der Leistungen an die Versicherten, die in der Wirtschaftsnot, der Rationalisierung der Arbeit in den Betrieben, der Kurzarbeit und der allgemeinen Lohnsenkung der Versicherten liegen, schafften eine unhaltbare Atmosphäre. Eine Aenderung ist nur durch eine Novellierung des Gesetzes möglich. Die Arbeiterschaft mutz ein jedes Ansinnen der Arbeitgeber und der bürgerlichen Parteien, Notverordnungen nach deutschem Muster enuuführen, ablehnen, weil dieS mit den schwersten gesundheitlichen Schäden für die Bevölkerung mit verbunden wäre. Den Versicherten und deren Familien- ängehörigen würde, falls die Notverordnungen eiugeführt würden, es nicht möglich sein, ärztlich« Hilfe in Anspruch zu nehmen und Medikamente zu beheben. Welche Folgen die Notverordnungen für die GefundheitSvechältnisie der reichsdeutschen Arbeiterklasse zeitigen werden, wird erst die Zukunft beweisen. Alle bürgerlichen Parteien erklären, daß die Krankenversicherungsanstalten die„Sauställe der. Marxisten" und ein Tummelplatz der sozialdemokratischen Agitatoren seien. Untersuchen wir nun, waS an diesen Mitteilungen wahr ist! Die deutschen Krankenversicherungsanstalten sind in drei Verbände gegliedert, und zwar in den„Reichs- v erb and", in der„Bereinigung" und den„Mährisch-Schlesisch en Verband". Die größte Anzahl der Anstalten erfaßt die Bereinigung" und der„Mährisch-Schlesische Verband", die vollständig bürgerlich eingestellt sind. I« den Verwaltungsorgane« in alle» Anstalten habe» bei g««einsamen Sitzungen I Kriege waren sie für die Fortsetzung des Mordens ohne Ende, nie haben sie noch die bürger- lichen Parteien wegen ihrer Zustimmung zu den Militärrüstungen, mochten diese der Bevölkerung noch so unerträgliche Lasten aufbürden, angegriffen, in Deutschland Hetzen sie zu Krieg und Bürgerkrieg. Nur der rot-weiß-blaue Militarismus will ihnen nicht gefallen, doch sonst sind sie mit Leib und Seew dem Mili- tarismus ergeben. Und die C h r i st l i ch sozialen? Ihre Gegnerschaft gegen den Militarismus datiert erst seit der Stunde, da Herr Mayr-Harting den Ministerstuhl räumen mußte. Gebt ihnen tvieder einen Ministersitz und sie werden dom Militarismus auf Kosten der Bevölkerung bewilligen, bis diese schwarz wird! Durch Verdrehungen suchen diese Parteien den klaren Sachverhalt zu verwirren. Wähler, erteilt darauf am 27. September die Antwort! die bürgerlichen Vertreter die Mehrheit. Man nenne uns«ine einzig« Anstalt in der Republik, wo di« freien Gewerkschaften oder di« sozialdemokratische Partei di« Mehrheit hat! Wenn man durchschnittlich die Machtverhältnisse in den Anstalten in Betracht ziehen würde, so würde man zu dem Ergebnisse gelangen, daß sich die Kräfteverhältnisse wie folgt zusammenstellen: Bürgerliche Vertreter 16 und 14. Vertreter der freien Geweickschaften 8 und 10. Die Märchen, die von verschiedenen Gegnern der Krankenversicherung in vollständiger Unkenntnis der Sachlage ausgestreut werden, daß in den Anstalten reinste sozialdemokratische Alleinherrschaft vorhanden ist, entspricht nicht der» Tatsachen, sondern alle An st alten haben eine bürgerliche Mehrheit in den Verwaltungsorganen! Bleiben die verhaßten leitenden Beamten übrig, di« sich zur Arbeiterklasse bekennen und offen sich als Ärzialdemokraten erklären. Diese Beamten sind meistenteils aus der alten Schule und es find nicht die schlechtesten Praktiker, die die Krankenversicherung hat. Gegen sie geht vor allem der Sturm der bürgerlichen Parteien, trotzdem es eine seltene Erscheinung geworden ist, daß sich leitende Beamte der Ärankenver- sicherungsanstalten in ihren wenigen freien Nachtstunden mit der Arbeiterschaft zum Be- ratunastische setzen. Die Mehrzahl der deutschen Anstalten sind in den bürgerlichen Verbänden und die leitenden Beamten stehen meistenteils in der bürgerlichen Bewegung. Hier spricht— selbstverständlich haben diese Angestellten das Recht, in ihrer freien Zeit zu machen, was ihnen entspricht— kein einziger Bürgerlicher davon! Nur den sozialdemokratisch fühlenden und denkenden Angestellten ist es untersagt, sich politisch zu betätigen. Auf diese werden alle Schmutzkübel ausgeleert und dies« haben di« größten Schwierigkeiten mit den bürgerlichen Mitgliedern der Verwaltungsorgane! Bleiben noch di« anderen Angestellten der Anstalten übrig. Wie wenige Angestellte der Krankenversicherungsanstalt politisch für die Arbeiterklasse tätig sind, wissen die Bezirksorganisationen der Partei am besten. Diese !Zkl M Wil Oie KlMMWllM uni Wk Amten. Infolge des tarifmäßigen Feiertages wird am Montag, den 28. September d. I. im Buchdruckergewerbe nicht gearbeitet, tzs eutjAtt daher die Ausgabe unseres Blattes vom 29. ds. Die nächst« Rümmer erscheint dann wieder am 30. September zur gewohnten Stunde. können selbstverständlich ebenfalls nur in ihrer dienstfreien Zeit für dre Partei mitarbeiten. Das dem Arbetter, dem Gemeindeangestellten, dem Beamten der Sparkasse« und Banken und des privaten Dienstes erlaubt ist, das soll dem sozialistisch fühlenden Angestellten in der Krankenversicherung Verbote» sei»? Die primitivsten Grundsätze des Staatsbürgerrechtes sollen bei den wenigen sozialdemokratischen Angestellten in der Krankenversicherung verletzt werden. Man spricht nichts von der Betätigung der christlichsozialen, nationalsozialistischen, der landbündlerischen Angestellten, sondern nur die sozialdemokratischen werden unter daS Trommelfeuer der. bürgerlichen Angriff« genommen. Und doch wäre«S Pflicht, daß jeder einzelne Angestellte iu der Sozialversicherung fich erinnert«, daß di« heutig« Sozialversicherung di« Frucht eines 40jährige» Kampfes der sozialistischen Arbeiterklasse ist und daß der Beamte, der im Dienste der sozialen Fürsorge steht, der das Massenelend täglich beobachten kann, seine ganz« Kraft, sein Wissen und fein Können der arbeitenden Klaffe zur Verfügung zu stellen hätte. Ohne die schweren Kämpfe der Arbeiterschaft um di« Verbesserung der sozialen Refornren, ohne den Einfluß.der Arbeiterklasse auf di«' soziale Gesetzgebung wäre die Sozialversicherung nicht. Eine sogenannte„Entpolitisierung" der Krankenversicherungsanstalten ist heute nur noch ein Schlagwort, und wenn man von „Entpolitisieren" spricht, so müßte man mit den bürgerlichen Angestellten anfangen. Die unter Leitung unserer Genossen stehenden Anstalten haben meistenteils heute die niedrigsten Beitragssätze uud weisen die höchster! Leistungen auf. Es soll kein Vorwurf gegen die bürgerlichen leitenden Beamten sein, es ist jedoch eigenartig, daß gerade die sozialdemokratischen verantwortlichen Beamten den Prügelknaben abgeben müssen, währerür die von bürgerlichen Anhängern verwalteten Institute trotz hoher Beitragssätze und minderen Leistungen keine Erwähnung finden. Es wäre interessant, auf Grund der Abschlüsse für das Jahr 1930 einen Vergleich zwischen den Anstalten deS Reichsverbandes und denen der bürgerlichen Bereinigungen zu ziehen, um den Beweis für diese Behauptung zu erbringen.„ Die Versicherten müssen die Gemeindewahlen als das Vorpostrngefrcht eines großen Kampfes betrachten, den die bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsgruppen für die Verschlechterung der Sozialversicherung einleiten. Wenn ein Unternrhmrrsrkretär erklärte, die Forderungen der Unternehmer, nach ihrem Wunsche di« Sozialversicherung umzugestalten, geh« nur über die Leich« des Genossen Dr. Czech, so ist mtt diesem Ausspruche di« Bedeutung des Gr- meiudewahlkampses am besten charakterisiert! 9 Der Traumlenker Roman von Harmynla Zur Mahlen. Peter lockt« den Hund unter den Schreibtisch; er streichelte ihn sanft, beruhigend, heimlich, als dürfe Liane es nicht sehen. Seine gute Laune war verschwunden, ein unerklärliche Traurigkeit überkam ihn. Eine Weile plauderten sie gezwungen, mit vielen Pausen. Peter ärgerte sich. War daS der Abend, von dem er sich so viel versprochen hatte? Er nahm sich zusämnten, erzählte von seinen Erlebnissen mit Patienten, berichtete, daß er in der letzten Woche tausendfünfhurckxrt Marl verdient habe. Liane lauschte zerstreut. Ihre schlanlen Finger streichelte» die Sävres-Tass«, in der golden der chinesische Tee glänzte. Dann sagte sie unvermittelt: „DaS geht so nicht weiter, Peter. Ich muß heiraten." „Heiraten?" ,Ha. Ich ertrage dieses armselige Leben nicht länger. Immer sparen, immer knausern. Immer von häßlichen- Dingen und Menschen umgeben sein. Diesen Sommer, in Interlaken, hübe ich wieder einmal gesehen, was das Leben sei» kann, tvenn man genug Geld hat,.." Peter war plötzlich zumute wie einem Schuljungen beim Examen, er kam sich ganz klein und hilflos vor. Di« schöne melodische Stimme fuhr gelassen fort: ,Jch bin jetzt fünfundzwanzig, Peter. Darf nicht mehr lange warten." Peter fand sich selbst wieder. „Höchstens noch ein halbes Jahr, Liane. Dann kann ich dir alles geben, Liebste..." „Du?" „Ja, ich. Liane, du mußt doch wissen-.:. Mein Gott, die Worte sind so abgebraucht, so leer, aber es gibt kein« andern. Liane, du weißt doch, du bist für mich alles, du bist die ganze Welt, bist Gott, ich liebe dich, Liane." ,Du?" Wieder diese kalte staunende Frage. Peter schoß das Blut in die Wangen. Seine Worte überstürzten sich; er hatte das Gefühl, keinen Augenblick schweigen zu dürfen, weil ihn sonst die Kälte, di« aus LianeS Stimme tönt«, erstarren ließe. ,Ja, Liane, ich. Liebst«, Schönste, ich werde arbeiten, wie ein Vieh» du sollst nichts entbehr«» müssen, ich werde dir alles geben. Die ganze Schönheit des Lebens, nach der du verlangst, die.. „Mit vier- oder fünftausend Mark im Monat?" ,Jch liebe dich, Liane, ist daS nichts? Bedeutet das nichts, einen Dienschen zu haben, für den man alle- ist? Liane..." »Ich weiß es nicht, Peter." Wie jung, wie hilflos dieses„Ich weiß es nicht" klang. AlS habe er, in einer fremden Sprache zu ihr geredet, oder über etwas, das sie gar nicht kannte., ,Ja, hast du... bist du..'.?" Peter begann zu stammeln. „Hör mich an, Peter, das Leben ist so kurz, di« Jugend ist so kurz. Und es gibt so viele schöne Dinge." Lianes Augen leuchteten.„So viele schöne Dinge, Peter. Ich muß sie haben, alle haben. Nicht in ein paar Jcchren, nicht „vielleicht, wenn alles gut geht", sondern bestimmt, jetzt, morgen, übermorgen." Peter schwieg-betroffen. „Du weißt, daß ich anders bin, als die andern Mädchen. Ich habe mich noch von keinem Mann küssen lassen. Heutzutage müßt« doch die Jungfräulichkeit einen Seltenheitswert haben. Glaubst du nicht, Peter, daß sich ein Mann findet, der sie teuer bezahlt?" Sie fragt« es keineswegs zynisch,_ sondern vollkommen sachlich, als hätte sie erklärt: Ich habe eine» echten Rembrandt, glaubst du nicht, daß sich ein Mensch findet, der ihn teuer bezahlt? ,Du willst also nur einen reichen Mann heiraten?" fragte Peter mit gepreßter Stimme. »Ja". „Und wenn ich reich, und wenn ich ein Millionär wäre?" „Dann würde ich dich heiraten." ,F)hne mich zu lieben?" ^Ohn« dich...". Liane stockte einen Augenblick; ihre graublauen Augen blieben an der kleinen Mahagoniekommode in der Ecke haften, auf der ein breites Stück Alen?onspitze lag.„Was ist das Peter, diese Spitze?" Peter trat zur Kommode, nahm die Spitze und legte sie auf LianeS Knie. ,^Die stammt noch von meiner Urgroßmutter." LianeS Wangen hatten sich gerötet, ihr Mund stand halb offen, ihre Brust hob und senfte sich rasch. „Mein Gott, wie schon. Schau das an, Peter. Dieses Blumenmuster, diese zarten Fäden." Ihre Finger streichelten leise daS feine Gewebe;, ihre Hellen Augen wurden dunkel. Peter fiel eine Lerne Chinesin ein, die er in einem Freudenhaus von Sa» Franzisko kennen gelernt hatte.„Fast eine Jungfrau", hatte die dicke Madame O'Sans Vorzüge gepriesen.„And so temperamenwoll." Es hatte auf dem Divan des Freudenhauses einen Augenblick gegeben, da O'San Peter mit den gleichen Augen angesehen hatte, wie jetzt Liane die Spitze betrachtete. Die dicke Madame hatte den Wert ihrer Ware nicht übertrieben. Liane lächelte. „Schenk mir die Spitze, Peter, lieber Peter", bettelt« sie. So hatte sie noch nie zu ihm gesprochen, dies« weichen hingebenden Töne kannte er nicht. Ekel würgte ihn in der Kehle; kalte Bosheit stieg in ihm hoch. ,^Jch schenke diese Spitze nur einer Frau, die mich liebt. Liebst du mich, Liane?" ,Ha, ich liebe dich." Sie hob die Augen nicht von der Spitze. „Willst du mir alles gebe«, wenn ich dir die Spitze schenke?" »Ja".. Lianes Hände legten sich zart, liebkosend um das feine Gewebe. Sie hob eS an ihr Gesicht, preßte die Lippen darauf. Peter wurde es rot vor den Augen. „Du kannst sie haben... nachher... erst will ich dich gehabt haben." Er riß sie vom Lehnstahl uud warf sie auf daS Sofa. Di« Spitze in der einen Hand haltend, lieh sie«S willenlos geschehen. Peter küßt« sie, küßte daS zarte Gesicht, den Hals, die Brust, Sie schlanken Beine. Sw wehrte sich nicht. Er warf sich auf sie. Seine zitternden Hände rissen an chrem Kleid. Da sah er, daß sie lächelte... die Spitze anlächelte, die sie noch immer in der Harro hielt. ,^Liane", rief er fast entsetzt. ,,Du schenkst mir die Spitze?" fragte sie zärtlich. Peter schnellte hoch. Mit einem Griff riß er ihr die Spitze aus der Hand. Er zerrte an der Spitze; mit einem scharfen Ton zerriß daS zarte Gewebe, und Peter zerrt« weiter, wild, verzweifelt, von einer wahn- sinnigen Wut besessen. Als er nur noch einen Fetzen in der Hand hielt, sah er nach Liane hinüber. Sie saß ganz starr und totenblaß da und weinte. Er hatte sie noch nie weinen gesehen. Plötzliche Reue überkam ihn. Er kniete neben sie hin. (Forljetzuug folgt.) Nr. 224. Freitag, 25. September 1981. Angestellte dem Seite 3 Aber es ist nicht einmal notwendig, diese[ ten, zu denen auch die Angestellten zählen, nicht forge für die Stellenlosen ganz außerordentlich gen, iven die Angestellten bei den Gemeindewah- angesetzt werden. Die Angestellten und die sozialdemokratischen Fürſorgeminiſter, die für- Gesichtspunkte ins Treffen zu führen, um zu zei- die gebührende Wahrnehmung finden und hintGemeindewahlen. Wenn das Judenblut vom Messer spritzt... verbessert wurde? Wissen nicht unzählige Angelen wählen sollen. Auch in Dingen, in denen die So sind es eine ganze Menge recht realer stellte aus eigener Erfahrung, wie segensreich sich Gemeindevertretung zu entscheiden hat, ist es für Dinge, die den zur Gemeindewahl berufenen Aus Angestelltenfreisen wird uns alle diese Fürsorgemaßnahmen für zahllose not- die Angestellten von größter Bedeutung, wie die männlichen und weiblichen Angestellten in ihrem geschrieben: leidende und darbende Angestelltenfamilien aus- Gemeindevertretung zusammengesetzt ist. So hat ureigensten Interesse, aber auch im Interesse der unerläßliche Wie bei allen Wahlen, so richten auch jest gewirft haben? Wohl ist es richtig, daß das alles. B. die Gemeindevertretung zur Frage der gesamten Angestelltenschaft die alle Barteien ihre Aufrufe auch an die Brivat- ur lindernd wirkt, aber zur Behebung der Not Sonntagsruhe und des Ladenschlusses Gutachten Bflicht auferlegen, bei der Abgabe des Stimm engestellten, um deren Stimmen fie recht eifrig nicht ausreicht; ermißt man aber die Widerstände, abzugeben, die natürlich nur dann befürwortend zettels am 27. September sehr forgsam darauf werben. Auch die schon längst in der Rumpel die in der Regierungskoalition den Bestrebungen lauten, wenn die Mehrheit der Gemeindevertre- bedacht zu sein, daß durch die Stimme nicht die fammer verstaubten Begriffe vom„ Mittelstand", der sozialdemokratischen Minderheit entgegen- tung dafür zu gewinnen ist. Wenn die Angestell- Gegner und Schädiger, sondern die Freunde und vom„ Standesbewußtsein" u. dal. tauchen wieder wirken, und vergleicht man insbesondere, das ten verhindern wollen, daß z. B. Vertreter der Förderer der Angestelltenintereffen gestärkt werauf und in einem Wahlauffos zugunsten der was unter der sozialdemokratischen Mitregierung Deutschen Nationalsozialisten, die dem DHV an- den. Der die Dinge flaren Auges betrachtende, Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft war dieser durchgesezt werden konnte, mit dem, was die gehören( ja jogar der Obmann einer DHB- Orts- das Für und Wider objektiv und fachlich aba dann gruppe hat dies kürzlich in Arnau getroffen!), wägende, die natürlichen Schlußfolgerungen aus Tage die Redewendung zu lesen, daß jene Beam- frühere bürgerliche Stoalition Teistete ten und Angestellten, die teiner Klaffenpartei an- muß wohl auch der gleichgültigste, den Dingen gegen die Einführung der Sonntagsruhe stim den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen zies gehören, nur Bertreter der AuWG wählen sollen. ganz fernestehende Angestellte anerkennen und men, dann müssen sie eben solche Vertreter wäh- hende weibliche oder männliche Angestellte wird Es ist nicht ohne Bedeutung, wem die An- erkennen, daß es nur dem sozialdemokratischen len, auf die sie sich verlassen können und von nicht auf überlebte hohle und inhaltsleere Phragestellten bei den bevorstehenden Gemeindewah Einflusse zu verdanken ist, daß wenigstens das denen fie aus Erfahrung wissen, daß sie imuter jen noch so hochtönenden und schwulstigen Klanlen ihre Stimmen geben. Wohl ist es richtig, geschaffen und getan werden konnte, was gesche- und überall für die Intereffen der Angestellten ges hineinfallen, durch die man nur von den daß die Entscheidungen über die auf dem Ge- ben ist und auch von den schärfsten Gegnern der eintreten. fetzgebungswege zu verwirklichenden Forderungen der Angestellten nicht in den Gemeindestuben, sondern im Parlamente fallen und es mag auch 22 sein, daß sich so mancher Angestellte bei den Gemeindewahlen von rein örtlichen, vielfach auch persönlichen Gesichtspunkten lenten lassen zu jollen glaubt. Wer aber näher überlegt und die Tragweite der bei den Gemeindewahlen fallenWas sagt die AWG dazu? den Entscheidung über die Zusammensetzung der Das kämpft für deutsche Kultur! Gemeindevertretungen für die nächsten vier Die braunen Scharen Hitlers und Jungs diese Partei gibt vor, für die deutsche Kultur Jahre sich richtig vor Augen führt, der wird über die Antwort auf die Frage, wen soll ich als An- wissen nicht nur mit Revolver, Schlagring und zu kämpfen! Dieselben Hakenkreuzler, in deren gestellter wählen", reiflicher nachdenken und fei- Stinkbomben umzugehen, ihnen gab Baldur auch Lager diese Poesie gedeiht, wollen sich den nen Entschluß so zu fassen trachten, wie er damit der Lieder süßen Mund, und so wissen sie in Tschechen als die Vorfämpfer der fude- Die deutschnationale und nationalsozialisti oder besser aus- holden Tönen zu befingen, was fie getan mit tendeutschen Selbstverwaltung präsche Presse, darunter der„ Tag" in Aussig und gedrückt, den Interessen der gesamten Angestell- fiarter Hand. Diese Landsknechtslieder der SA., sentieren und glauben noch, daß sie beim natio- bas" Norbb. Tagblatt" in Tetschen, war tenschaft zu dienen vermag. Eine fleine lieber- von der offiziellen Parteileitung gelegentlich nalen Gegner etwas anderes als Abscheu und ob des Zusammenbruchs des steirischen legung wird jeden Angestellten auf den richtigen abgeftritten, aber von tausenden Braunhemden Berachtung eriveden können. Uns aber hat man eimwehrputsches ganz außer Rand und Weg führen und wird ihn davor bewahren, zur in Deutschland auf allen Gassen gesungen, sind zugemutet, mit diesen Gesellen Wahlbündnisse Band. Ihre Trauer, daß es nicht geiang, die Stärkung jener beizutragen, die der Berwick ein deutsches Kulturdokument die einzugehen und, weil wir uns dessen weigerten, verfluchten Maryisten mittels Gewalt niederlichung feiner berechtigten Forderungen hindernd fer Zeit. Angefangen von dem bekannten möchte man uns„ nationalen Berrat" vorwerfen. zuschlagen und den ständischen Führerjenat aufEhrhard- Lied, mit dem die Nazi 1923 ins Feld als ob es eine größere Schande für die Nation zurichten, war sehr echt. Um aber der Oeffentgeben könnte, als daß ihr Leute angehören, die zogen, den Mord und das käufliche Söldnertum be- lichkeit zu zeigen, wer die Herren sind, die nach geglüdtem Butsch den Heimwehrstaat Desterreich fingen! in ihrem Sinne als Diktatoren geleitet hätten, führen wir einige von ihnen namentlich an: am besten seinen Interessen im Wege stehen. Eigentlich kann gerade bei den diesmaligen Wahlen feinem denkenden Angestellten die Wahl auch nur einen Augenblick schwer fallen. Die Parteien, die für die Gemeindewahlen auf Stimmenwerbung ausgehen, sind die glei chen, wie sie im Abgeordnetenhaus und Senat Hitlers verwegene Schar. Arbeiter, ihr Schweine, wie wird euch gescheh'n, Wenn ihr die Brigade Ehrhard werdet feh'n! Die Brigade Ehrhard schlägt alles kurz und Klein, Nimm dich in acht, du Arbeiterschwein! vertreten sind. Die Antwort auf die Frage wie bis zu den Gesängen von 1930 und 1931 ist die soll der Angestellte wählen" ergibt sich also schon Blut- und Rotpoesie der Salenkreuzler von selbst aus der Feststellung, wer im Barla- die würdige Begleiterscheinung ihrer Taten. Das mente für die Angestellten erfolgreich arbeitet, bezahlte Söldnervolk der Reaktion, das beim wer dort als Vertreter der Angestellteninteressen ersten Schuß, wie der steirische Heimwehrputsch wirkt. Ist es noch notwendig, den Angestellten zur Genüge bewiesen hat, davonläuft, kann sich besonders aufzuzeigen, was sich abgespielt hat? in Gewalttaten und Drohungen gegen wehrlose Es ist richtig, daß das jetzige Pensionsver- Mitbürger nicht genug tuit. Eines der beliebtesten Lieder der reichsficherungsgesetz der Privatangestellten unter der verflossenen Bürgerfoalition des früheren Par- deutschen Nazi„ Wir sind die SturmTamentes Gefes geworden ist. Aber alle Ange- tolonnen", das mit anderen einem Parteistellten werden sich hoch daran erinnern, daß die genossen in einem heftographierten Drud in vom sozialdemokratischen Fürsorgeminister ein- die Hand gekommen ist, hat u. a. folgende gesetzte Beratungskommiffion einen Entivurf für Strophen: aus dem So steht die Sturmkolonne zum Maffentamps bereit. Erst müssen Juden bluten, erst dann sind wir befreit. Kein Wort mehr von dem Handeln, was doch nicht helfen kann, ja kann, ja mit unserem Adolf Hitler wir greifen mutig au. Wir sind die Sturmlolonnen, die Handgranat im Gürtel, umspannt das Gewehr, dieses Gesetz ausgearbeitet hatte, der die berethtigten Wünsche der Angestellten weitaus mehr berücksichtigte, als dies die darnach unter dem christlichsozialen Fürsorgeminister fertiggestellte Regierungsvorlage tat, die gerade die wichtigsten Verbesserungen wir erwähnen nur die Einrechnung der vollen nichtversicherten Dienstzeit auf Kosten eines Staatsbeitrages! Entwurf herausnahm und diesen auch in ungemein vielen anderen Punkten wesentlich verschlechterte! Erst unter dem jebigen sozialdemtofratischen Fürsorgeminister fonnte die Einrech nung wenigstens der halben nicht versicherten Dienstzeit durch ein eigenes Gesetz verwirklicht und damit ein Teil des tausenden Rentnern und Versicherten unter dem christlichysozialen Fürsorgeminister zugefügten Schadens wieber gut gemodyt werden! Ebenso war es erst unter dem jebigen fozialdemokratischen Fürsorgeminister, erst unter der jetzigen sozialdemokratisch beeinflußten Re gierungsfoalition möglich, die für taufende Angestellte so überaus wichtigen Gegenseitigkeitsver träge mit Deutschland und Deutschösterreich zustande zu bringen. Das Bestreben, das Pensions- Das wahre Ziel des Nationalsozialismus, versicherungsgesetz durch Verbesserung der Ueber die Plünderung fremder Häuser- wer denkt trittsbestimmungen zur Sozialversicherung bei nicht an den Diebstahl von Lohngeldern beim Berufswechsel, durch Herabsetzung des Anfalls Putsch von 1923 in dem Münchner sozialdemo alters für die unbedingte und bedingte Alters- fratischen Parteihaus! wird hier höchft offenrente weiter zugunsten der Angestellten auszu- herzig verherrlicht. Hitler als Patron der Geldbauen, Gegenseitigkeitsverträge auch noch mit den schrankknader was will man mehr?! Und anderen in Betracht kommenden Staaten abzufchließen u. a. m., wird sicherlich weiter geförjo zieh'n die Sturmfolonnen im deutschen Land einher. Der Jude friegt' nen Schreden, er macht den Geldschrank auf, Adolf Hitler macht die Rechnung mit dem Pistolenlauf. dert werden, wenn die sozialdemokratische Bar Sozialdemokraten bei aller ihrer Verkleinerungstei aus dem Ausgange der Gemeindewahlen cine und Nörgelsucht nicht ganz abgestritten werben Verstärkung ihrer politischen Stellung erfährt. fann. Zur Zeit sind Beratungen über ein neues Den Prager Judenliberalen( Ach- und Web- Gemeinschaft), die mit den Saten frenzlern gekoppelt haben, um dem Hitlerapostel alder zu einem Mandat zu verhelfen, ist wahrscheinlich folgendes Liedchen zugebacht: Wenn der Sturmsolbat ins Feuer geht, ja dann hat er frohen Mut; denn wenn das Jubenblut vom Meffer sprint, dann geht's nochmal so gut. 110 Patronen in der Tasch', scharf gelaben das Gewehr und die Handgranaten in der Faust, Bolschewiften, tommt mal her! wirklichen Tatsachen ablenken, die Wahrheit verdunkeln, das Denken vernebeln will sondern wird sich unumwunden entscheiden für eine solche Wahl, die eine rückhaltlose Vertretung seiner Forderungen und seiner Gesichtspunkte verbürgt. Kein denkender, fein vernünftiger Angestellter wird anders wählen tönnen und dürfen als so= zialdemokratisch! Nur dadurch wird den Angestellten wahrhaft gedient, denn es gibt keine andere Partei, die als Vertreterin der Angestellteninteressen in Betracht kommt. K2. Wem fie zujabeln. Fürst" Ernst Rüdiger von Starhemberg( das Bürscherl mit den 13 Schlössern); Graf" Bertold Stürgth( Neffe des fetnergeitigen Ministerpräsidenten): Grof" Revertera; Generalmajor i. R. Baron" EnglijbPopparich( ehemaliger Brigadier); Botho Graf" Coreth zu Startenberg ( Fidelkommißherr auf Hochscharten); Johann Ritter" von Puch may r; May Ritter von" Riedlechner( gewesener Oberstleutnant, Prokurist der Portlandzementwerke in Kirchdorf); Graf" Czernin jun.( anscheinend east Sprosse des unseligen, seinerzeitigen Außenministers Graf" Otiolar Czernin, der selbst ein clfriger Heimwehrmacher ist und ein eigenes Reiterregiment ausgerüstet hat); ,, Graf" Albert Albert. Es gehört ein Saumagen dazu, mit diesen Herrschaften die Liste zu toppeln, ihnen zu einem Mandat zu verhelfen, aber wenn man es schon selbst tut, wenn die Prager Deutschdemokraten es ihren jüdischen Wählern schon Genug von dieser Kostprobe. Der Menschzumuten zu können meinen, daß sie die Herren heit ganzer Jammer faßt uns an, wenn wir wählen, denen es als schönster Wunschtraum diese Namen lesen und daran denken, daß sic erscheint, Wenn das Judenblut vom Messer nebst dem geflüchteten irrsinnigen Pfrimer den sprizt", so mögen sie wenigstens uns nicht österreichischen Kaiserersatz hätten sein sollen. noch Verrat nachsagen, da wir die Koppelung mit den Vertretern dieser deutschen Kultur ab lehnen. Wir überlassen es dem jüdischen Gewissen der Herren Bacher und Epstein und dem christlichen der Herren Hilgenreiner und Mayr Harting, einen Bundesgenos sen an ihr Herz zu drücken, dessen Wahlspruch lautet: Kennt ihr die Braunen, Hitlers verwegene Schar, bald wird sich die Nacht erhellen, Brüder, die Freiheit ist da. Ladet die blanken Gewehre, ladet sie mit Pulver und Blei, schießt auf die jüdischen Hunde, nieder mit der Judentyrannei. Aber die Hakenkreuzler und Deutschnationalen jubeln bei dem Gedanken, daß diese Sorte Realtionäre und Volksausbeuter die Roten zu Baaren treiben wollen. Wenn es gegen den sozialen Aufstieg der Arbeiterschaft geht, dann sind sie alle einig: die Blaublütigen, die Satenfreuzfer und Deutschnationalen famt den Schwarzen. Wer den Sinn des Parteikampfes in diefem Sinne noch immer nicht begreift. wird sein Leben lang politisch ungeschult bleiben. Na ionale Berräter oder Nationalisten? „ Mlady Benkov":" Hinaus aus der Regierung mit dem untschechischen Czech." Während der besessene Chor der Deutschen Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft, der Nationalsozialisten, Deutschnationalen und Christlichsozialen den Wahlkampf mit dem Gebrüll führt, die deutschen Sozialdemokraten seien die Berräter der Nation, kann man in jeder Auch wie die Gemeindevertretung über die Nummer der tschechisch- agrarischen Presse lesen, Regelung der Dienst- und Entlohnungsverhält- wir seien Nationalisten. So schreibt das nisse der in der Gemeindeverwaltung und in Organ der Jugend der tschechischen Agrarpartei Gemeindebetrieben beschäftigten Angestellten ent- Milady Ventov" unter dem Titel: Sinaus aus Ebenso war es erst unter der jebigen Regierungsmehrheit wieder möglich, nach Jahren völ- Angestelltengeſetz, über die Umgestaltung des scheidet und beschließt, ist für die Privat ber Regierung mit dem untschechischen Czech" Ligen Stillstandes wenigstens einige Fortschritte von der Entwicklung überholten, den heutigen angestellten von größter Wichtigkeit. Wird in der folgendes: auf dem Gebiete der Durchführung der Sonn- Erfordernissen nicht mehr entsprechenden Hand- Gemeinde abgebaut, so folgen die Privatuntertagsruhe und der Regelung des Ladenschlusses zu lungsgehilfengesetzes im Zuge. Soll das neue nehmer bestimmt sofort nach. Soll die Gemeinde erzielen. Wenn diese Fortschritte nicht noch grö- Gefes, wie es die Angestellten wünschen und besonders in größeren Städten mit Betrieben her waren und insbesondere in verschiedenen be- brauchen, bessere Kündigungs-, Urlaubs, Dienst- und Unternehmungen in der Behandlung der gutes Vorbild zeigen, dann bieten die volle Sonntagsruhe noch nicht einge- rechtsbestimmungen, mehr Schutz insbesondere Angestellten ein führt, ebenso auch der gesetzliche Fünf- Uhr für die älteren Angestellten, das Recht auf Ab- muß dafür gesorgt werden, daß die GemeindeLadenschluß am Weihnachtsabend noch nicht fertigungen, Ausgestaltung der sozialen Schußbe- vertretung so zusammengesetzt ist, daß alle Andurchgesetzt werden konnte, so ist daran schuld, stimmungen, besseren Schutz der weiblichen Anschläge auf die Rechte und Bezüge der Angestelldaß der sozialdemokratische Einfluß gegenüber gestellten u. a. m. bringen, sollen wir einen bef- ten abgewehrt, Verbesserungsanträge durchgesetzt der bürgerlichen Mehrheit in der Regierungs- seren Lehrlingsschutz erreichen, dann ist die Vor- werden können. Daß die Angestellten auch an der Regelung Toalition noch nicht start genug ist, um alle die- aussetzung dafür die Stärkung der Position der der sonstigen in den Wirkungskreis der Gejeu Forderungen entgegenstehenden Widerstände Sozialdemokraten. Der Ausbau des Jugendschutzes, der unter meinde fallenden Fragen lebhaft interessiert sind, zu überwinden. Dies wird aber ermöglicht wer den, wenn die Sozialdemokraten in den Ge- dem jezigen sozialdentokratischen Fürsorgemini- versteht sich von selbst. Wir erwähnen nur die meindewahlen solche Positionen erringen, daß sie, ster erfolgte, tommt zahllosen Lehrlingen und Verkehrsfragen. Gemeindeabgaben, Wohnungsgeftüßt auf eine entsprechende Zunahme ihrer jugendlichen Angestellten zugute. Das Arbeits- bauten, Sanitätswesen. Bildungs- und Wohlsablenmäßigen Vertretungen, mit noch mehr gerichtsgesetz, das erst unter dem jebigen fozial- fabrtswefen. Sultureinrichtungen, wie Theater, Nachdrud als bisher die noch unerfüllten For- demokratischen Justisminister unter Ueberwin- Resehallen, Büchereien, Schulwesen usw. alles Dieses ständige hemmungslose Geschimpfe derungen der arbeitenden Bevölkerung, also auch dung heftiger Widerstände Rechtsfraft erlangen Angelegenheiten, an denen die arbeitende Beder Angestellten, gegenüber den übrigen Rooli fonnte, bedeutet für die Angestellten eine wesent völkerung, besonders auch die Angestellten ganz auf den Genossen Dr. Czech in den agrarischen liche Verbesserung des Weges zur flagbaren Ver- lenge interessiert sind und sehr wohl zu verspüren Blättern werden unsere Genossen als das tionsparteien zu vertreten vermögen, Soll erst noch des längeren auseinanderge- tretung und Turchießung strittiger Forderungen baben, wenn bei ihrer Behandlung die Inter- stärkste Lob der Tätigkeit unseres Parteieffen der minderbemittelten Bevölkerungsschich- vorsigenden empfinden. kept werden, was es auch für tausende stellen gegen die Unternehmer. ,, Verurteilet ständig die Tätigkeit des Ministers Czech und das überall auf Bersamm lungen und bei allen Rundgebungen. Dieser Deutsche, der Millionen in bas berdeutschte Gebiet stopft und an die armen tschechischen Gegenden vergißt, verbient nichts anderes. Wir beten, damit ber Augenblid tommt, wo dieser Herr und seine ganze Partei, die antitaatlich ist, aus der Regierung berschwindet. Es ist geradezu eine Schade für unferen Staat, daß ein Abgeordneter biefer Partei im auswärtigen Ausschuß gegen den Friedensbertrag gesprochen hat. Das war ein Stan bal, aber es geschah weiter nichts, weil gewisse Kreise bei uns diesen Elementen den Daumen halten. Weg mit Czech! Sette 4 An alle Organisationen und Vertrauensleute. M Wahlresultate melden! Parteisekretariat und Zentralredaktion in Prag werden am WahlFreitag, 25. September 1931 Die Beamten und Lehrer und unsere Partei. Nr. 224. nach Eintritt der Wirksamkeit des Reichsvolksschulgesetzes, das leider die Festsetzung der Lehrerbezüge den Ländern überlassen hatte. Mangel und Not verfolgte die Lehrer fort bis in das 20. Jahrhundert herein, in den Krieg und über ihn hinaus bis zum Umsturz. Der fozialdemokratische Schulminister HabrEs ist eine tief bedauerliche Erscheinung, dierenden Kinder, für die den Beamten der An- man war es, der durch die Schaffung des tag von 5 Uhr nachmittag bis zwölf daß nicht nur auf dem flachen Lande, sondern spruch auf Zulagen zusteht.) Dazu trat überdies Baritätsgesetzes im Mai 1919, also ein halbes Uhr nachts Dienst halten, um tele- auch in den kleinen Städten gerade die Beam- ab 1. März 1923 schon die Kürzung der einheit Jahr nach dem Umsturz, die hohe Bedeutung, die phonisch die Berichte über die Wahl- ten und die Lehrer es oft sind, die sich lichen Teuerungszulage um 20 Prozent! die arbeitende Bevölkerung der Schule und der ergebnisse entgegenzunehmen. Anzu- unserer Partei in so auffallend feindlicher Weise Und das Jahr 1925 brachte nach der im Arbeit der Lehrer entgegenbringt, dadurch zum rufen find die Nummern: 31469 entgegenstellen, ja in den Versammlungen ge- März 1921 durch das Gesetz Nr. 99/21 bewirkten Ausdruck brachte, daß durch das Gesetz Nr. 274/19 oder 26795. Aus Orten, in denen radezu die Wortführer der Gegner sind. Kleinen Erhöhung der Bezüge der Altpensionisten die Lehrer in materieller Hinsicht den Staatsbeeine telephonische Verständigung Und doch ist dies die trasfeste nge- das Gesetz Nr. 287/24 mit einer weiteren kleinen amten gleichgestellt und sie so automatisch a Il nicht möglich ist, ersuchen wir um rechtigkeit und Undankbarkeit, die Verbesserung der Ruhe und Versorgungsgenüsse der Begünstigungen( Kriegshalbjahrzuein Stand begehen kann. der Altruheständler, aber das Gefez Nr. 286/24 zählung, monatliche Auszahlung des Anschaf das berüchtigte und fürchterliche Abbaugeset fungsbeitrages und Notaushilfe, Oktoberzulage, brachte die Rechtssicherheit der Staatsange- Pensionsaufbesserungen usw.) teilhaftig werden ließ, die den Staatsbeamten gewährt wurden! Alle diese Vorteile fielen jetzt ohne Rampf automatisch auch den Lehrern zu! Schon der telegraphischen Bericht. Schon im alten Desterreich hatte unsere Partei an der Sicherung des Beamtenrechtes im Jahre 1914 für die staatlichen Angestellten Geistes reiheit und Hatenkreuz. einen hervorragenden Anteil. Die in der D. P. stellten ins Wanken. Was geschah, als DeutschJm Tag" vom 24. September ziehen die errungene Zeit vorrüdung und die damit Nationalsozialisten die Versetzung des Prof. erworbene Unabhängigkeit von polibürgerliche mitregierten? Juli 1919 aber hatte eine weitere Er Ernst Kriet von der Pädagogischen Akademie tischen und nationalen Einflüssen, Die inzwischen durch die Spaltung und ihre rungenschaft gebracht, nämlich das Gesetz zuin Frankfurt nach Dortmund an und versuchen von persönlicher Gunst und Mizahlenmäßige Schwäche fast einflußlos gewor- gunsten der Lehrersoldaten, das ihnendieselbe als eine politische Maßregelung durch gunst war nicht in letter Linie das Werk bene tschechische sozialdemokratische soweit sie dem Mannschaftsstande angehörten, für den jozialdemokratischen Volksbildungsminister unserer Partei, die damals im Parlament des Bartei trat nach den Neuwahlen im Jahre die Zeit ihrer Militär- Kriegsdienstleistung die Preußens darzustellen. Wie in so vielen Fällen, allgemeinen Wahlrechtes einen nicht eben gerin 1925 aus der Regierung aus und mit Nachzahlung auf die vollen Bezüge sichert. Und fügt auch hier der Tag" und es scheint, daß gen Einfluß besaß. sich das Lügen bei ihm zu einer Manie entwickelt hat, von der er sich nicht befreien fann. Was war nun wirklich? Prof. Kriek hat in einer Rede vor den Studenten der PädaWie war es, als die Sozialdemokratie Einfluß hatte? ihnen die tschechischen Nationalsozialisten. An die Bestimmung des§ 7 dieses Gesetzes betreffend ihrer Stelle nahmen im Jahre 1926 die deut- die Rück datierung des Lehrbefähischen Christlichsozialen und die deutschen Agra- gungszeugnissessie hatte den jüngrier die Plätze auf den Ministersesseln ein und st en Lehrern, die im Kriege gestanden sind, vielgogischen Alademie in Frankfurt das Dritte Der rechtlichen Besserstellung im Jahre 1914 der Bürgerblod" trat nun in Aktion! Wohl tam fach Vorteile gebracht, die weit über das AusReich" gepriesen, also seine Stellung dazu benüßt, folgte die wirtschaftliche, freilich erst nach dem im Juli 1926 das neue Gehaltsgesetz Nr. 103/26, maß deffen hinausgehen, was sie erreichen hätunter seinen Schülern hafentrenglerische Umsturze. Im Revolutionsparlament war die allein es brachte an sich schon durch die Auf- ten fönnen, wenn der Weltkrieg nicht ausge Parteipropaganda zu machen. Zur Verantwor- tschechische Sozialdemokratie als hebung der Frauenzulage und die weitere Ein- brochen und sie im Zivildienste verblieben wären! tung gezogen, hat Prof. Seriet nach echt hafen- stärkste Partei dominierend in der Regierung. schränkung der Zulagen für die Kinder den brei- Der April 1920 brachte dann den Lehrern Treuzlerischer Art sich auf einen fagenhaften Es gelang ihr schon im Juli 1919, zunächst das ten Massen der Beamten und Bediensteten nur auch noch unter Gen. Habrmans Ministerschaft neben den automatisch anfallenden Begünsti Begriff vom Dritten Reich" ausgeredet. Um Gesetz Nr. 451/19 betreffend die Anrechnung eine bittere Enttäuschung, indem die mun diese erbärmliche Ausrede recht zu ver- der Kriegshalbjahre, dann die sicherlich linderreichen Angestellten überhaupt nur durch gungen der Staatsbeamten nicht nur das autoehen, jei noch folgendes vermerkt: Herr Seriet ganz ansehnliche Gehaltsregulierung die im Geseze vorgesehene Ausmatische Definitivum rückwirkend auf hat bor einigen Monaten auch in Braunschweig burchzusetzen, die das„ Oktober- Gesetz", das Ge- gleichszulage vor einer Verminde die Vollendung der einjährigen Dienstzeit, sondern vor Lehrerstudenten der Hochschule eine Rede fez Nr. 541/19 für die Beamten und Bediensteten rung ihrer Bezüge bewahrt blie die imperative Anordnung, daß bei der Bewer gehalten. Hiebei wurde er von nationalsozialisti- des Staates brachte. Und nun jagte förmlich ben! Dafür aber vernichtete dieses Gesetz die bung um eine ausgeschriebene Lehrer, Fachschen SA- Männern am Bahnhof empfangen, eine Bezugserhöhung die andere. Das Gesetz Nr. politische Unabhängigkeit und persönliche Frei- lehrer, Oberlehrer- oder Direktorstelle diese stets war von ihnen ständig begleitet und wurde 2/20 brachte eine Regelung und Erhöhung der heit der Beamten und Bediensteten durch die dem dienstältesten Lehrer verliehen wieder von ihnen auf den Bahnhof gebracht. Ruhe genüsse der Staatsangestell- Aufhebung des automatischen Aufstiegs in die werden muß, wenn er mindestens mit„ gut“ Bergleicht man diese Tatsache mit seiner Recht- ten und der Versorgungsgenüsse nächst höhere Rangsklasse und setzte an Stelle qualifiziert ist! Jede Protektion, jede Willkür, fertigung vor den Schulbehörden, so wird man ihrer Witwen, das Gesetz Nr. 3/30 eine Er- des Zeitavancements die Stellenbeförderung", alle Parteilichkeit und jedwede politische Verfol zu demselben Urteil tommen wie das preußische höhung der Bezüge der Altpensioniste n. die dem Dienstgeber das Recht gibt, sich nach gung ist für die Lehrer in der Tschechoslowali Schulministerium, das Krieks Entschuldigung Noch im Dezember 1919 wurde durch das Gesetz persönlichem Wohl- oder Uebelwollen unter fchen Republit ausgeschlossen, sie sind der als bubenhafte Ausrede" bezeichnet. Das ist Nr. 25/20 das Oktobergesetz novelliert und ver Rücksichtnahme auf nationale und freieste und unabhängigste Stand bei den Hakenkreuzlern überall so, erft brechen bessert. Der April 1920 brachte wieder zwei politische Zugehörigkeit jene Beim ganzen Staate! sie alle Anordnungen und wenn sie dann erwischt wichtige Geseze zugunsten der Staatsange- amten zum Avancement herauszuwerden, verlegen sie sich wie die Schulbuben stellten: Das Gesetz Nr. 214/20 betreffend die lauben, die oben bei den jeweiligen Herrschen- Einige Fragen an die Lehrer! monatliche Auszahlung der im Gesetze den gut angeschrieben sind. Was im Jahre 1914 aufs Leugnen. = Und was, als die deutschen Sozialdemokraten in die Regierung traten? Und wem haben sie diese StelProf. riet bat feine amtliche Stellung Nr. 541/19 festgesetten vierteljährlichen An- an Rechten und Freiheiten für die Staatsange- Iung zu verdanken? In erster Linie der zur Propaganda für die Nationalsozialisten be- fchaffungszulagen allerdings befristet stellten errungen und durch mehr als ein Jahr fozialdemokratischen Partei, deren nüßt, das ist erwiefen, Was wäre im gleichen bis 31. Auguft 1920 sowie das Gesetz Nr. zehnt behauptet worden war, der deutsch- tiche Unterrichtsminister den Lehrern diese impofante Falle einem Sozialdemokraten unter& rid in 222/20 über die Durch rechnung der chische Bürgerblock hat es durch das Gefeß Nr. Rechtsstellung geschaffen haben! Erinnern sich die Lehrer nicht mehr der Thüringen oder Franzen in Braunschweig Dienstzeit. Im Juli 1920 wurde durch das 103/26 mit einem Federstrich vernichtet unter geschehen? Dort wurden die sozialdemokratischen Gesetz Nr. 446/20 die weitere Auszah- Mithilfe der deutschen Agrarier und der Zeit, da sie bei jeder Bewerbung um eine Lehrerstelle bei den Orts- und Bezirksgewaltigen Lehrer entlassen, obwohl sie streng ihre Pflicht lung des monatlichen Anschaffungs- deutschen Christlich sozialen! exfüllten. Nur ein Name sei genannt, Prof. beitrages beschlossen, im November 1920 das vor allem natürlich beim Herrn Pfarrer" Baulsen von der Hochschule in Braunschweig, Gejet Nr. 625/20, in dem den Staatsbeamten untertänigst vorsprechen un jeden einzelnen erein Mann, der pädagogischen Ruf weit über die und Bediensteten weitere monatliche Notgeben, um sein Wohlwollen" untertänigst bitGrenzen Deutschlands besitzt. Prof. Kriek aushilfen im Ausmaße des Anschaffungsbeiten mußten, zitternd vielleicht doch durch eine wurde bei nachgewiesenem Amtsmißbrauch in trages bewilligt wurden. Dann kam zum 1. nicht ganz gut abgestimmte Redewendung dem derselben Eigenschaft nach Dortmund versett, Jänner 1921 die Regierungsverordnung Nr. Und Ende November 1929 traten zum ersten mächtigen Herrn" verletzt, sich sein lebelwollen Prof. Gen. Paulsen tros strengster Pflicht- 666/ 20 betreffend die Anrechnung des Male die deutschen Sozialdemokraten an der zugezogen und damit die angestrebte Stelle ver erfüllung von dem Hakenkreuzler Franzen Militär- und Präsenzdienstes für Seite der tschechischen Genossen in die Regierung scherzt zu haben? entlassen. Wer verletzt also die Geistes- Freiheit, alle Angestellten des Staates und noch im cin. Freilich standen sie in dieser Regierung Der älteren Lehrergeneration wird diese Zeit hier kann man, um mit dem Agrarier Stanět August 1921 das Gesetz Nr. 288/20, in dem für einer bürgerlichen Mehrheit gegen wohl noch in Erinnerung sein, die jüngere hat sie zu reden, tatsächlich sagen: Eine freche Stirn den Oktober 1921 noch eine besondere Aus- it ber, bestehend aus den tschechischen Alerifalen, alüdlicher Weise nicht mehr mitmachen müssen. ist mehr wert als ein Meierhof." Dreist wie die Hakenkreuzler nun schon ein bilfe im Ausmaße der monatlichen Notaushilfe den tschechischen Nationaldemokraten und den Aber es ist nur zu wundern, daß die Lehrer, gewährt wurde. tschechischen und deutschen Agrariern! Allein die diefe Errungenschaft boch hoffentlich zu schät mal sind, hängen sie an jede Lüge über reichsfaum war ein halbes Jahr ins Land gezogen und zen- wissen, keine Rechenschaft sich darüber abledeutsche Verhältnisse, eine Lüge über die gegen- Und wie, als die Sozial- schon brachte unter dem Einflusse der tschechischen gen, sich gar nicht besinnen, wem eigentlich sie wärtige sozialdemokratische Unterrichtsverwaltung in der Tschechoslowakei an. Geſchidt ichwin- demokratie Einfluß einbüßte? und deutschen Sozialdemokraten das Gesetz Nr. ihre Befreiung aus unwürdiger ernie70/50 den Altpensionisten die solange und ver- drigender Abhängigkeit zu danken deln sie in einem Sazze dem. Leser vor, als ob Bis dahin hatte sich die wirtschaftliche Lage geblich geforderte Gleichstellung mit den Neu- haben! Und wie stet's mit dem Verhältnis der Minister Gen. Dr. Dérer die hakenkreuz- der Beamten und Bediensteten des Staates in pensionisten und mit der Anschauung, daß sich der Lehrer zur Kirche? lerischen Lehrer verfolgen würde. Dabei ist gerade aufsteigender Linie bewegt. Und un- die Pensionistenfrage mit der Zeit von selbst In Desterreich war auch nach der Aufdas Gegenteil richtig, die hakenkreuzlerischen trennbar war das Schicksal der staatlichen Ange- lösen werde, und zwar durch das Ausster- hebung des Konkordates die Vorherrschaft der Lehrer konnten noch nie so gut unter der Lehrer- stellten verbunden mit dem Auf- und Niedergang ben der Altpensionisten wurde doch Klerisei in der Schule und über die Schule eine schaft für ihre bildungs- und volksfeindlichen der sozialdemokratischen Partei. Das Jahr 1921 völlig gebrochen, indem die ältesten Jahr- unbestrittene. Vergeblich kämpfte dagegen der Biele agitieren, wie unter dem Gen. Dr. Dérer, vollendete die Spaltung im Lagergänge als erste in den Bezug der erhöhten Verein Freie Schule" mit seinen wirklich freis fürwahr nicht aus Liebe zu den Hakenkreuzlern, unserer tschechischen Bruderpartei. Ruhegenüsse gesetzt wurden! Und noch war das heitlichen bürgerlichen Vorkämpfern Baron Hock sondern weil eben unter einem sozialdemo- Ter linke Flügel machte sich selbständig und grün- Jahr 1930 nicht zu Ende gegangen, so wurde und Dr. Ofner. fratischen Minister die Lehrerschaft größere dete die kommunistische Partei. So war trotz der bereits ziemlich stark entwidelten Wirt- War es nach dem Zerfall des alten StaaFreiheit besitzt. Und diese Freiheit nüßen die die tschechische sozialdemokratische Arbeiterpartei schaftskrise den Lehrern ein Weihnachtsbeitrag tes nicht wieder der sozialdemokratische MiniHakenkreuzler vor allem dazu aus, um die am zur Rumpfpartei geworden und hatte an Macht gewährt, eine Art der Bezugserhöhung, wie sie ster Sabermann, der durch seine Verordmeisten zu bekämpfen, die ihnen mehr Freiheit und Einfing gewaltig verloren. Die National bisher in der Tschechoslowakei überhaupt noch nungen vom Jahre 1919 den 3wang der Schulkinder zu den religiösen geben. demokraten, die Klerikalen und die Agrarier tra- nicht bestanden hatte! Nun fügt es sich gerade, daß wir an einem ten als starte, geschlossene und einflußreiche Bar- So zeigt sich genau: Mit dem Anwachsen des Uebungen beseitigt und damit auch die recht auffälligen Beispiel zeigen fönnen, wie sie teien in den Vordergrund und der maßgebende sozialdemokratischen Einflusses in Parlament und Lehrer von der Verpflichtung, die lügent. Gegenwärtig finder vom 7. bis 27. Sep Einfluß im Barlament ging von den tschechischen Regierung war das Steigen der Rechte und Be Kinder zur Kirche zu führen und tember ein dreiwöchiger Fortbildungskurs für sozialistischen Gruppen auf die tschechisch züge der Staatsangestellten verbunden, in alei- dort zu beaufsichtigen befreit hat? Hilfsschullehrer in Wien statt. An diesem Kurs, bürgerlichen Parteien über, die fortab chem Schritt mit der Schwächung dieses Einder bei uns mit den ersten Wochen des neuen bei der Beamtenbehandlung durch das Parlament stuffes würde auch die rechtliche und wirtschaftSchuljahres zujammenfällt, nimmt auch der den Ton" angaben. hatenkreuzlerische Lehrer Cermat aus Graupen Schicksal der Lehrer! Im alten Desterreich, wo die Haben die Lehrer nicht auf Grund der aus Sat nicht das Revolutionsparlament unter demselben sozialdemokratischen Schul- und Kulliche Lage der Beamten und Bediensteten des tusminister das Gesetz Nr. 111-19 den sogenannten ,, Kanzelparagraph" geschaffen, wodurch den teil. Čer mat ist ein wütender Agitator für das Schon dasselbe Jahr brachte das Gesez Nr. Staates verschlechtert! Nicht minder innig verknüpft mit dem Auf- geistlichen Herrn der Mißbrauch ihres Predigeramtes zu ihren politischen Hakenkreuz, er reist bei uns in diesem Mode- 495/21, das den Staatsbeamten wieder die Zah3weden bei Androhung von Arreststrafen von artikel herum. Dieser Hakenkreuzler hat also vom lung des Pensionsfondsbeitrages und der Ber- ftieg unserer Partei ist das fozialdemokratisch verwalteten Schulministerium sonaleinkommensteuer auftrug, die das Gesetz Nr. 1-6 Monaten verboten und ihnen so die Mög lichkeit in der Kirche von der Kanzel herab einen dreiwöchigen Urlaub bekommen, zu einer 541/19 dent Staate aufgelastet hatte. Es war Seleri- Schule und Lehrer herabzuwürdigen und gegen Zeit, wo der Unterricht durch einen Urlaub ge- das dasselbe Gesez, in dem zum ersten Male den stört wird und eine Urlaubsverweigerung päba Gemeinden, Bezirken und Ländern verboten sei, der Adel und die Bürokratie herrschte, da war sie zu heben genommen wurde? gogisch verteidigt werden könnte. Das Unter- wurde, ihre Beamten und Bediensteten besser zu die Arbeit der Volksschullehrer gering ge= richtsministerium hat aber diese Handhabe stellen als der Staat! Und ein Jahr später fam achtet und wenig geschätzt, ja die eben dem Paritätsgesetz vom Mai 1919 in das nene nicht ergriffent und dem hakenkreuzlerischen das Gefeß Nr. 394/22, das die eben erwähnte genannten Mächte sahen ja überhaupt auf die Lehrergesetz Nr. 104-26 übernommen Gleich Lehrer den Urlaub erteilt. Die Nationalsozialisten Bestimmung in verschärfter Form wieder Erfolge der Bildungs- und Aufklärungsarbeit mit ftellung mit den Staatsbeamten, bezw. Staatsmögen einen gleichen Fall unter Frick oder holte. Wohl wurden durch dasselbe Gesetz die scheelen Augen, erfüllt von der Furcht, die Kinder lehrern, die Weihnachtszulage bekommen, Bezüge stabilisiert, d. h. in der Weise vereinfacht, könnten zuviel des Wissens erfahren und dann die Lehreraltpensionisten die Gleich stellung Franzen nennen! An diesen Beispielen ist flar nachgewiesen, daß die außerordentlichen Zulagen beinahe zur nicht mehr so willige, geduldige Ausbeu- mit den Ruheständlern neuen Stils daß den Hakenkreuzlern, die sich besonders durch Gänze zum Gehalte geschlagen und neben diesem tungs- und Unterdrüdungsobjekte erreicht? Und hatte der Eintritt der deutschen Sozialeine profunde Untenntnis der Entwicklung und nur mehr eine einheitliche Tenerungszulage ge- abgeben, als in der guten alten Zeit!" Dieser Auffassung von der Lehrerarbeit und demokraten in die Regierung nicht auch in natio einem grenzenlosen Unverständnis für unsere währt wurde. Jede weitere Erhöhung aber Zeit und thre Probleme auszeichnen, teine Lüge wurde ausgeschlossen und vor allem wurde mit diefer Wertschäßung" der Schule des Volkes naler Beziehung für die deutschen Schulen und und Berleumdung zu schäbig ist, um damit gegen dem Abbau der sozialen Zulagen begonnen.( 3u entsprach auch die Entlohnung der Lehrer. Das die deutschen Lehrer Erleichterung gebracht? Gewiß, die nationale Autonomie lage der verheirateten Beaniten für nach dent sprichwörtlich gewordene Lehrerclend" war nicht die klassenbewußte Arbeiterschaft zu agitieren. Die beste Antwort auf ihre Lügen ist, alles 1. Jänner 1924 geborene Kinder, Herabfebung nur für die Konkordatsschule des Vormärz der österreichischen Sozialdemokratie schon im für den Sieg der Sozialdemokratie einzusetzen. des Lebensalters der unversorgten und nicht siu typisch, sondern es bestand tatsächlich auch noch Jahre 1899 auf ihrem internationalen Partei11 die von Nr. 224. Wenn das keine Arbeiter Partei ist! Dieser Tage spricht Adolf Hitler in Hamburg, wo demnächst Wahlen in den Landtag stattfinden. Ein Eintrittsplas zu dieser Versammlung der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiter- Partei kostet 6 Mark( sechs Mark)= 48 Kronen! Wieviel Arbeiter, wieviel Arbeitslose werden wohl den Führer des Dritten Reiches bei diesem Entree sprechen hören? Und was wird er an Honorar einstecken, da er sich schon in dem zehnmal so kleinen Braunschweig für eine Ver jammlungsrede ein Honorar von 2000 Mark 16.000 Kronen auszahlen ließ?! Denkt daran, wenn ihr Sonntag wählt! tag in Brünn gefordert wurde( die Deutschbürgerlichen und die Nationalsozialisten haben diese Forderung nur aus unserem Programm ohne Quellenangabe entlehnt) sie ist in den zwan zig Monaten seit dem Eintritt unserer Partei in die Regierung noch nicht durchgeführt worden. Ein Gejezzentwurf, der den Deutschen wirklich die Schulselbstverwaltung bringen soll, ist kein Werk, das über Nacht gemacht werden kann, das braucht Zeit. Ja, freilich unter der Herrschaft des deutsch- tschechischen Bürgerblocks, da wurde 2 Jahre nach dem Eintritt der deutschen Christlichsozialen und der deutschen Agrarier ein Schulselbstverwaltungsentwurf" ausgearbeitet, den man sogar als die Verwirklichung der Forderung nach nationaler Autonomie ausgegeben hatte! Aber wie sah der aus? Die deutschen Schulen in einer ganzen Reihe von Bezirken hätten überhaupt kei nen deutschen Bezirksschulrat gehabt, sondern wären einem tschechischen Bezirksschulrat unterstellt worden. Die deutschen Settio= nen der Landesschulräte hätten eine starte tschechische Mehrheit erhalten! Dafür aber hätte jedes Mitglied eines deutschen Ortsoder Bezirksschulrates sowie der deutschen Landesschulräte die tschechische Sprache vollständig beherrschen müssen! Das war die nationale Autonomie", die uns der deutsch- tschechische Bürgerblock hatte bringen wollen! So können wir die Sache natürlich nicht machen! Keine nationalen Erfolge? Wir haben durch unsere Verbundenheit mit den tschechischen Sozialdemokraten bewirkt, daß auch diese Partei sich vorbehaltlos, offen und entschieden auf dem Prager Parteitag im September des Vorjahres zur nationalen Autonomie bekannt hat! Damit ist ein wichtiger Schritt nach vorwärts zur Erfüllung dieser Forderung getan, denn die Deutschen allein können sie niemals durchsetzen! Ist es nicht eine Tatsache, daß unter der Ministerschaft des Genossen Dérer mehr als 200 neue deutsche Schulklassen eröffnet und die Errichtung jener tschechischen TschechisieeinigerFreitag, 25. September 1931. Dieses Urteils verliert Gajda nun das Gemeindewahlrecht und damit auch die Wählbarkeit in die Brager Gemeindevertretung, in die er an der Spitze der fascistischen Liste kandidiert. Es tritt aber auch der Verlust des Abgeordneten mandates ein, der auf Grund dieser Verurteilung nunmehr vom Wahlgericht ausgesprochen werden muß. Die leben! Billen kommunistischer Führer und Gemeindevertretungskandidaten. Die Villa des Dr. V. Vacel, Kandidaten der Kommunistischen Partei in Prag. ( Die Villa ist in Krč.) Die Villa des Redakteurs des ,, Rudé Právo" Vlastimil Borek auf der Flora in Prag. Minderheitschulen, die ausschließlich rechte Die Nationalbank über die Wirtschaftslage. Seite 5 Cäsar im Tiroler Kostüm. Ein italienischer Fascist über Hitler. Der italienische Fascist Curzio Malaparte hat ein Buch über„ Die Technik des Staatsstreiches" geschrieben, in dem er sich auch über Adolf Hitler, den deutschen Nachäffer Mussolinis, ausläßt. Es ist bezeichnend, daß Sitler, der vor Mussolini auf dem Bauche friecht, der ihm zuliebe Südtirol berrät und der alles bis auf den römischen Gruß der Fascisten kopiert hat, von dem italienischen Kollegen nur nur als lächerliche Figur gesehen wird. Malaparte schreibt über Adolf unter anderem: " In Wirklichkeit ist Hitler nur ein 3errbild Mussolinis Dieser dünfelhafte und fette Oesterreicher mit den harten und mißtrauischen Augen, mit dem brennenden Ehrgeiz, mit seinen zhnischen Plänen, mag, wie alle seine Landsleute, einen gewissen Geschmack an den Helden des alten Rom und an der italienischen Zivilisation der Renaissance haben, aber er besitzt auch hinreichend das Gefühl für die Lächerlichkeit einer Situation und gibt sich genau Rechenschaft darüber, daß das Deutschland der Weimarer Ver= faffung kein Land der Eroberung für einen Kleinbürger aus Ober- Oesterreich sein kann, der sich als Sulla, als Julius Cäfar oder als Kondottiere kostümiert. Hitler möchte gern Mussolini imitieren, er glaubt an die Möglichkeit, Mussolini auf deutsche Manier zu modernifieren, das heißt sein Seldenideal ist ein Julius Cäsar im Tiroler Kostüm Man muß wirklich stannen, darüber, daß das Klima Des Deutschlands von Weimar sich einer derartigen Mussolini Karikatur förderlich zeigt, die das ganze italienische Volk nur 32 Heiterkeit reizen könnte." = Eine neue Gemeinheit der Kommunillen Die Oeffentlichkeit hat bereits ausführlich Kenntnis von den Vorfällen in unserer Wähler= versammlung in Sörkau am Sonntag, den 20. September. Die kommunistische Partei, die Arbeiter gegen Arbeiter führt, deren einziger Daseinszweck die Verewigung der Spaltung ist, die durch ihre sinnlose Politik dem arbeitenden Volke mehr Schaden zufügt als alle politischen Gegner, zusammen, diese Partei hat nach den Görkauer Vorfällen noch die Stirn, sich in das Licht der Unschuld zu stellen! Die Kommunisten haben in Görkau ein Flugblatt verbreitet, das voll von Unwahrheiten ist. Als Elends- und Mordpolitik" wird die Politik unserer Genossen bezeichnet. Wer die Kommunisten nicht kennt und über die Vorfälle in Görlau nicht aus objektiver Quelle unterrichtet ist, der könnte meinen, daß diese maßen erschwert wurde, daß eine Mindestschülerzahl für die Gründung solcher Schulen festge- Prag, 24. September. Der Bankrat der Vergleiche mit den vorjährigen Ergebnissen be- Leute die reinsten Lamperin sind. In solchen Tschechoslowakischen Nationalbant, genehmigte in deutend niedriger, so daß man mit einer ex- Meister, da haben sie eine gute Schule hinter Dingen sind die Kommunisten wahrhaftige setzt wurde? Und ist denn die Durchführungsver- seiner heutigen ordentlichen Monatssigung den höhten Einfuhr von Brotgetreide Meister, da haben sie eine gute Schule hinter ordnung des Genossen Dr. Czech, die Beschluß des engeren Ausschusses vom 22. Sep- rechnen kann. Der Stand der Sadfrüchte und sich, aber es soll ihnen nichts nützen, Die dieser zu dem Geseze betreffend den Schutz der tember, mit welchem der Diskontsaz auf 6%%, Futtermittel hat sich im ganzen gebessert. Der Schuld steht eindeutig fest, daran unehelichen und der in fremder Pflege befind- der Lombardjazz auf 7%, resp. 7%% erhöht Winteranbau ist verspätet und durch die andau- ann niemand mehr rütteln: Wer mit Ochsenziemern in eine Versammlung geht, lichen Kinder herausgegeben hat und die bei wurde. Diese Erhöhung der Säße hängt mit ernden Niederschläge gestört. wer gleich am Beginn einer Versammlung anmehr als 100.000 solcher deutschen Kinder von der internationalen Wirtschaftsfängt zu stören, der hat keine guten Absichten! der Gefahr der Entnationalisie- und Finanzlage zusammen, deren Reflexe rung bewahrt und den Grundsatz der natio- in der inländischen Wirtschaft zum Teile schon nalen Autonomie im Verordnungswege für diese zum Ausdruck gekommen sind, zum Teile noch Kinder festlegte, nicht eine nationale Tat eine Verschärfung erfahren könnten; sie ersten Ranges? Sie allein bedeutet sicher lich 100mal mehr, als die zwei deutschbürgerlichen Regierungsparteien in ihrer mehr als dreijährigen Anteilnahme an der Macht im Staate in nationaler Beziehung zu leisten vermochten. schließt sich der bisherigen Entwicklung an, die den Störungen im internationalen Kreditivesen entspricht, und ist zu allerletzt Die Beschäftigung der Industrie war in den einzelnen Zweigen ungleichmäßig. In zahlreichen Exportbranchen wirkten die Finanz schwierigkeiten der ausländischen Abfahgebiete ungünstig ein. Auch macht sich der erhöhte Wettbewerb auf den Auslandsmärkten fühlbar. In den für den heimischen Markt arbeitenden Zweigen war die Situation ruhig, und die hier verzeichneten Aenderungen trugen größtenteils den Charakter saisonmäßiger Verschiebungen nach beiden Richtungen. Die Arbeiterschaft wird dieses frevle Spiel mit ihren Lebensinteressen noch einmal fatt bekommen und den Kommunisten eine Antwort mit dem Stimmzettel geben, die sie nicht mehr vergessen wird. Was sie in Görkau verbrochen haben, das zeigt ihr wahres Wesen. Sie sind die lassenkämpfer innerhalb der Arbeiterschaft. Aber dieser kommunistische Klassenkampf führt zu feinem Sozialismus. Er streut Haß unter Sie arbeitenden Menschen, die sonst gemeinsame Interessen haben, und führt zur Desorganifation. Die Kommunisten werden so zu Bahnbrechern des Fascismu s. Darum foll für alle vernünftigen und denkenden Arbeiter die Görkauer Versammlung wieder eine Mahnung sein. durch die bisherige Unfiarheit über die Tragweite und die möglichen Auswirkungen der Bei ruhiger Ueberlegung müssen sich sowohl englischen Währungsmaßnahme bedingt. bie Staatsangestellten, als auch die Lehrer sagen, Auf dem tschechoslowakischen Geldmarkte daß die Sozialdemokraten ihre besten und treueDie Arbeitslosigkeit erfuhr Ende August ans ten Freunde und Schüßer sind und daß unsere famen in den letzten Monaten die Einflüsse der Saisongründen eine mäßige Abnahme, die Bartei allein kraft ihrer nationalen Beziehungen erwähnten Verhältnisse durch den erhöhten Grundiendenz der Arbeitslosigkeit war bis im Stande ist, die deutschen Kulturforderungen Geldbedarf zum Ausdruck, der neben den nun nach abwärts gerichtet. in der Tschechoslowakischen Republik der Erfül- normalen Herbstansprüchen einerseits durch Rüdlung zuzuführen. zahlung der Kredite ans Ausland, andererseits Der Umsatz des Außenhandels im August durch das schwierige und verlangsamte Inkasso war im Vergleiche mit Juli einigermaßen leider tschechoslowakischen Exportforderungen, be- ner, analog wie dies in derselben Periode des sonders in den Nachbarstaaten, verursacht wurde. Vorjahres der Fall war, wobei die Ausfuhr Wer es ernst meint mit der Sache der ArbeiterDie zum Medio gewissermaßen fühlbare Erleich weniger als die Einfuhr zurüdging, so daß die klasse, der darf nicht mehr zusehen, wie hier terung hat infolge der letzten Auslandsereignisse Bilanz mit einem Aftivum schloß und sich haupt- in frivoler Weise mit Lebensinteressen der Ar einer neuen Versteifung Plas gemacht. Die fächlich in bezug auf die Ausfuhr von Fertig beiter gewürfelt wird. Bei der Gemeindewahl Nachfrage nach langfristigen re- fabrikaten gut hält. Die andauernde Depression am 27. September hat die gesamte Arbeiterschaft diten dauert in unverändertem Maße an. Die zeigt sich namentlich in der niedrigen Einfuhr von die Möglichkeit, ihrer Meinung über die RomEntwicklung der Spareinlagen ist weiterhin an industriellen Rohstoffen. munisten eindeutig Ausdruck zu verleihen! Gajda verliert sein Abgeordnetenmandat. einheitlich. Ende der Vorwoche hat das Oberste Gericht bekanntlich das Urteil gegen Gajda bestätigt, bas wegen Verbrechens der Vorschubleistung in ber bekannten Affäre von Sazava auf zwei Me nate Rerter unbedingt lautete. Das hat zur Folge, daß Gajda die zwei Monate nicht nur abDie Effektenbörse verfolgte im vergangenen figen muß, sondern auch seine Pension verliert, Beitabschnitt hinsichtlich der Aktienwerte bis zu die ihm allerdings schon bei seiner im Diszipli den letzten Tagen eine rückläufige, durch die Entnarwege erfolgten Degradierung gefürzt wor- widlung im Auslande bedingte Tendenz; das den war. Geschäft konzentrierte sich eher auf den AnlageDie Entscheidung darüber, ob Gajda aus markt, der sich trotz mäßiger Abschivachung gut unehrenhaften Motiven gehandelt habe, hatte sich hielt. Die Indizes der konjunkturempfindlichen das Oberste Gericht für die schriftliche Urteils- Preise und der Großhandelspreise verzeichnen begründung vorbehalten. Diese ist nun heute er anfangs September einen weiteren Rückgang. flossen. Demnach hat sich Gajda einer unehren- Die heurige Ernte von Getreidefrüchten ist baften Handlung schuldig gemacht. Auf Grund nach den letzten statistischen Ermittlungen im Die anhaltende Unsicherheit in der inter nationalen Wirtschaft, die jeßt hauptsächlich auf dem Gebiete der Finanzen zutage tritt, wirkt dauernd drückend ein. Nichtsdestoweniger weist die tschechoslowakische Wirtschaft auch in diesem unruhigen Zeitabschnitt eine namhafte Widerstandskraft auf. Der Kurs der tschechoslowakischen Krone war ruhig, die tschechoslowakische Währung bleibt in ihren Grundlagen fest und die bisherige Währungspolitik wird unverändert aufrechterhalten. Es muß Schluß gemacht werden mit den Kommunisten! Maffenhinrichtung in Merito? Paris, 24. September. New York Herald" berichtet aus Vincente Guerrero in Merilo: Der Bürgermeister der Stadt ordnete gestern über Befehl des Gouverneurs an, daß 85 Personen hingerichtet werden sollen. Troß der Proteste ber Bevölkerung aus der ganzen Gegend wurden diese 85 Hinrichtungen vollzogen. Man erwartet, daß die Bevölkerung dieses Gebietes dagegen revoltieren wird. Seite 6 Tagesneuigkeiten Deppelhinrichtung in Gera. Freitag, 25. September 1931. Rätfel der Mondlandschaft. Vom Rundfunk Kr. 224. Empfehlenswertes aus den Programmen. Samstag. Mostan: 12.30 Ein unruhiger, heißer Tag ist zu Ende gegan- fen, die von verschiedenen Ringgebirgen des Mondes gent. Langjam fteigt, wie eine Botin des Friedens ausgehen und strahlenförmig nach allen Seiten über Gera, 24. September. Morgen früh wird und der Ruhe, die Nacht herauf, um all das ruhe- Höhen und Tiefen hinwegziehen. Mehr als 2000 Prag: 11.30 Schallplatten. 17.10 Jugendstunde. hier eine Doppelhinrichtung erfolgen. Es han- lose Treiben, um Stadt und Land in ihren dunklen Kilometer sind manche dieser Strahlen lang. Man 18.25 Deutsche Sendung: Lieder zur Gitarre. delt sich um den Raubmörder Behold, der Mantel zu hüllen. Ueber der unruhigen Erdenwelt hat bei diesen hellen Streifen an glasartige Lava- 19.35 Maudr- Dudeljadtrio. 21.00 Blasmusik. wird jezt eine andere Welt sichtbar, die Welt der Aiche gedacht. die das Sonnenlicht besonders stark Brünn: 14.30 Orchestertongert. 18.25 Deutsche vom Gerner Schwurgericht wegen Ermordung Sterne, die seit undentlichen Zeiten dort droben den reflektiert und früher einmal von den einst tätigen Sendung: Aus Richard Wagners Musikdramen. einer Arbeiterin aus Tanna zum Tode verurteilt nächtlichen Simmel schmückt. Am Horizont aber Mondonlfanen ausgeworfen wurde. Da angenom- Mähr.- Cftrau: 17.50 Schallplatten. 18.25 Bither. worden ist, und den in Rudolstadt wegen Mor- tommt als Beherrscher des Himmels der Mond men wird, daß unser Trabant frither einmal eine borttage. 22.20 Bunter Abend. Breßburg: 1280 des an seiner Ehefrau und seiner Wirtschafterin empor, der schweigend wie das Sternenheer durch Atmosphäre besessen hat, so soll der Wind die Asche Orchesterkonzert. 17.50 Marionettentheater. Ge.weimal zum Tode verurteilten Landwirt die Stille der Nacht wandelt. Wie viele Volkslieder gradlinig auf weite Strecken davongetragen haben, lin: 19.00 Biolinvorträge. Breslau: 16.15 VolksRoppe. Beide hatten Begnadigungsgesuche haben ihn schon verherrlicht, wie viele Sagen sind bis sie allmählich zu Boden fiel und dadurch die hel tümliche Steder. Leipzig: 17.00 Spanien. 19.30 um jein Dasein gewoben worden! Wie viele sehnlen Streifen bildete. Weit wahrscheinlicher als diese Der Goldschmied von Toledo", Oper von Offeneingereicht, die aber verworfen wurden. Die Ursüchtige Augen, die sich nach besseren Welten sehnten, ziemlich fadenscheinige Ansicht ist die Auffassung, daß bach. Wien: 20.25 Sanft Nieje lacht und singt. teitsvollstreckung wird auf dem Hofe des Geraer haben schon zu ihm aufgeblickt! Und freundlich große Risse in Mondboden sich mit hervorquellen- 21.00 Sieber- und Arienabend. Sandgerichtsgefängnisses in Gegenwart von 12 fandte er jahrein, jahraus sein silbernes Licht auf der glänzender Lavamasse gefüllt haben. Der be- Stonzert. Zeugen stattfinden. Die zu diesem Zwecke be- Städte und Dörfer, auf Wälder und Felder. fannte Mondforscher Philipp Fauth glaubt jedoch Eine seltsame, rätselhafte Landschaft wird aber diese hellen Strahlen als Eisbildungen auf dem nötigte Guillotine wurde gestern in Weimar ver- sichtbar, wenn man durch ein Fernrohr das freund- Wonde ansprechen zu müssen. Diese Ansicht wird schäftsmann hat von einem Missionär für 1500 Ein Buddha aus Smaragd. Ein Wiener Geladen, um heute von den Gehilfen des Scharf- liche Monbgesicht betrachtet. Wie mit Narben über von den meisten Fachgelehrten nicht geteilt, weil in Shilling( 900 Mart) einen echten mandschurischen richters in Gera aufgestellt aut werden. sät erscheint dann die Oberfläche unfres Trabanten, folge des Mangels an Luft auf unserm Begleiter Buddha erstanden. Professor Michalet hat festge els wenn er früher einmal eine schwere Krankheit große Temperaturunterschiede herrschen. Seine stellt, daß die Figur aus einem echten Smaragd Niessche und Mathilde Ludendorff. durchgemacht hätte. Schon ein guter Felbstecher läßt Oberfläche mag, nach den Untersuchungen verschie von 1740 Rarat Gewicht geschnitten ist, dessen Wert Schade, daß Niehsche Frau Mathilde Ludendorff bei Halbmond die narbenübersäte Oberfläche ganz dener Physiker, während der Nichtbeleuchtung durch kaum abzuschähen ist. nicht vorausgeahnt hat. Er hätte dann vor gut erkennen. Ein Fernrohr mit stärkerer Bergrö die Sonne ungefähr die Temperatur des Weltraums ihrer größeren Bedeutung neiblos tapituliert. Berang macht deutlich, daß die narbenartigen Gebilde von minus 273 Grad Celsius annehmen. Während Denn daß sie viel größer ist als der Umwerter zahlreiche Gebirge und Krater sind. Gewaltige bes Mondtages ist der Boben am Aequator des aller Werte, unterliegt nach Ludendorffs Felsmassen und Gebirge ragen scharf und zadig Mondes aber, wenn die Sonne am höchsten steht, Bolkswarte", Nr. 30, feinem Zweifel. Und empor. Eine für uns seltsame, tote und schaurige über 100 Grad Celsius heiß. Diese hohe Tempera Weit bietet sich durch die modernen Rieseninstru- tur dürfte Eisbildungen auf der Mondoberfläche mente der Astronomen dem Ange dar. Durch die kaum zulassen. so erfahren wir: Die erste europäische Aerztin. Wohl hat es auch in früheren Jahrhunderten schon Aerztinnen gegeben. Aber ihre Ausbildung war nie die gleiche wie die ihrer männlichen Rol„ Wie gesagt: das danten wir Nietzsche, daß große Nähe des Mondes ist man in der Lage, seine Eine andre Frage, die ebenfalls noch nicht belegen. Sie wurden Aerztinnen auf Grund besoner eine Brüde war, ein Viadukt in schwungvoll- Oberfläche auf das genaueste sa studieren. Rut" friedigend beantwortet werden konnte, ist die nach derer Begabung und privater Studien. Die erste stem, fühnem Bogen ein Uebergang. Das nenerreichte Jejutand für uns Deutsche jedoch, das 384.000 Kilometer trennen uns von ihm. Das ist der Ursache der Veränderung einiger Mondgebilde. europäische Frau, die den medizinischen Doktortitel im astronomischen Sinne ein Kahensprung", den Der oben erwähnte hervorragende Mondbeobachter hat erst ein anderer Philosoph, jener, der Schöpfer ein moderner Schnellzug in sechs Monaten über- Schmidt hat im Jahre 1866 darauf aufmerkſamt ge- erwarb, ist die Schweizerin Marie Heimdieses Systems ist:„ Triumph des Unsterblichkeits- brüden könnte. Die Aftronomen können mit Hilfe macht, daß mit dem kleinen Strater Linné, der sich Wögilin gewesen. Ihre hohe berufliche Tüchtigschen Seele"„ Selbstschöpfung"- Des Kindes der großen Fernrohre auf der Oberfläche des Mon- int jogenannten Ma Serenitatis( Meer der Heiter- teit erwies die Richtigkeit des Prinzips des FrauenSeele" Des Kindes Seele und der Eltern des noch Gegenstände erkennen, die einen Durch feit) befindet, eine Veränderung vorgegangen zu fubisme. Marie Bögtlin wurde im Jahre 1845 in dem willens" 1 „ Schöpfungsgeschichte" Des Mender philosophischen Methode Mathilde Ludendorffs für uns Deutsche " www zu Amt" Erlösung von Jesu Christo"( fanter im allgemeinen über das Aussehen unsres Nachbarn gezeichneten Kraters jei jetzt nur noch ein wenig cargantfchen Dorje Bözen als Tochter des dortigen „ Erlösung von Jesu Christo"( lauter messer von etwa 200 Metern haben. Wie gut ntan sein scheine. Statt des verschiedentlich gesehenen und unsterbliche Werte der Mathilde. Ann. d. Red.). im Weltall unterrichtet ist, mag auch daraus hervor vertiefter weißer Fleck vorhanden. Diese Beobach Pfarrers geboren. Von ihrer Mutter hatte sie ben Ja, das muß auch von denjenigen ganz klar gehen, daß man vom sichtbaren Teile des Mondes tung hat sich in der Tat als richtig eripiejen. Drang nach beruflicher Ausbildung geerbt. In der erfannt werden, die dem großen Umwerter aller schon beffere und genauere Starten angefertigt hat, Allerdings besteh: nun wieder die Möglichkeit, daß Stille daheim fühlte sie sich nicht wohl und nahm. Werte" in Berehrung zugetan jind, daß erst mit als von manchen wenig erforschten Teilen der Erde. ältere Beobachter dieses Gebilde ungenant geschildert gern eine Einladung nach Zürich an. Hier wurde Aber trop der Erdnähe des guten, alten Nacht- oder gezeichnet haben. Seit 1867 ist jedenfalls keine gern eine Einladung nach Zürich an. Hier wurde sie mit den Strömungen ihrer Zeit bekannt, las ble wieter Festland gewonnen worden ist. Und wenn wandlers zeigt seine jo eigenartige Landschaft doch Beränderung mehr an dem Krater wahrgenommen Schriften von Stuart Mill, Thomas Budle auch der Befehl Laßt uns den Uebermenschen noch viele Erscheinungen, die bisher rätselhaft und worden.. Wenn solche Veränderungen auch ganz ge- und suchte vor allent Mazzini auf, der 1806 nach schaffen" groß ist, der wille zur Selbstschöpfung ungeklärt find. Da haben wir z. B. die vielen mert- waltige sein müssen, um von der Erde aus gesehen Zürich fam. Die Unterrebung mit bem großen tra im Sinne Mathilde Ludendorffs ist viel gröwürdigen Krater und Rinngebirge, die dem Antlig werden zu können, so find sie doch nicht vollständig fenischen Sozialpolitiker gehörte zu ihren wertvollser; vor allen Dingen ist er unmittelbarer, ist des Mondes ein so eigentümliches, der Erde unähn- ausgeschlossen. Es ist möglich, daß während der lanten Bebenserinnerungen. In blejer Zelt fakte er wirklichkeitsnäher, ist er der Künder des heili- liches Aussehen geben. Man erhält von der Anzahl gen, falten Mondnacht, die ja bekanntlich 14 Tage Marie den Entschluß, Aerztin zu werden. Der Be dieser Krater einen Begriff aus der vorzüglichen dauert, Wasserdampf oder Kohlensäure aus den sent Lebensfinnes. Und wenn der Angriff Fried- Mondkarte rich Nietzsches gegen Christentumt und Priestertum Mondkarte des Aftronomen 3. F. Schmidt, des Tiefen solcher veränderlicher Strater emporsteigt, sich griff„ Aerztin" mußte aber eigentlich erst erichaffen auch über die Maßen wuchtig war, der Angriff, ehemaligen Direktors der Sternwarte in Athen, berdichtet und in Form von Ranhreif die Strater- erben. Marie Bögtlin war die Kämpferin und der unter dem Namen Ludendorff sich vollzieht, die ungefähr 33.000 berartige Gebilde aufweist. wände bebedt. Die Strahlen der aufgehenden Bahnbrecherin, die sich durcharbeiten mußte durch ist es noch mehr, denn er ist systematischer, um- Ueber die Entstehung dieser Krater sind sich die Ge- Sonne vernichten dann die Niederschläge, und der den Wust von Vorurteilen und Schwierigfelten, von eine Vorstellung machen. faffender, begründeter, artgemäß und das heißt lehrten auch heute noch nicht recht im flaren. Wäh- Krater hat wieder ein normales Aussehen. Andre denen sich heute die Frauen in den Görsälen der in diesem Fall nicht zuleht: auch volkstümlicher. rend ein Teil der Astronomen glaubt, daß dieje Forscher neigen wieder ber Ansicht zu, daß au ein To bedeuten ihre Kämpfe ein Stüd Frauengeschichte, Ringberge vulkanischen Ursprungs seien, ver- gen, aus geologischen Gründen besonders geeigneten ein Stück Stulturgeschichte. Kurzum: Die Frucht ist reif geworden." tritt ein anderer die Auffassung, daß das Aufstür- Stellen des Mondes noch Spuren einer früheren In Zürich waren die wenigen Studentinnen ber Welch ein erhebendes Bild: Mathilde Ludendorff zen eines großen Schwarmes riesiger Meteore die vulkanischen Tätigkeit vorhanden seien. Die Verschreitet über den Viadukt Niebsche hinweg zum Entstehung der Krater verursacht habe. Man tann ändernngen, die W. 6. Bidering 1904 im Ring- Universität nur als Görerinnen zugelaffen. Marie neuerreichten Festland. Heil und Sieg!. F. einen den Mondkratern ähnlichen Rrater jebr leicht gebirge Blato und 1913 an dem kleinen Strater Eim- Bögilin mußte also bafür fämpfen, als erste reguläv Menderungen in der Einreihung in Oris- selbst ersengen, wenn man in halberstarrten Gips mart beobachtet hat, sind als taum zweifelhaft zu immatrikulierte Studierende anerkannt und zat best Am 9. Jänner Haffen. Auf Grund der Volkszählungsergebnisse aus einer bestimmten Höhe einen Stein hineinfal- betrachten. Auch der Farbenwechsel einzelner Mond- Brüfungen zugelassen zu werden. hat das Finanzministerium die Umreihung einer len läßt. Durch den Aufsturz des Steines entsteht gebiete, der sich mit dem Sonnenstande ändert und 1873 machte sie ihr Staatsexamen. Aber noch blicganzen Reihe von Orten in höhere, bzw. bei in dieser zähen, breiartigen Masse ein Gebilde, das von einigen Forschern als das Gedeihen einer nie ben ihr die Tore zur öffentlichen Ausübung der gesunkener Einwohnerzahl in niebere Orts mit einem Mondkrater eine täuschende Aehnlichkeit drigen Vegetation betrachtet wird, ist noch rätselhaft medisinijchen Pragis verschlossen So ging fie gutnächst zu weiteren Studien nach Leipzig, wo sie von klassen, nach denen die Aftivitätszulage der hat. Es bleibt nun aber die große Frage übrig, und ungeklärt. Jebenfalls find trotz der Nähe des guten den Professoren gut, dagegen von den Studenten Staatsangestellten bemessen wird, vorgenommen. warum von dem gewaltigen Meteorhagel, der vor Bald darJu die Gruppe B rüden 3 naim und Mun- undenklichen Zeiten auf den Mond herniedergepraj- Mondes" noch heute viele Erscheinungen seiner Ober- sehr unfreundlich aufgenommen wurde, facs vor, in die Gruppe C in Böhmen 56, in felt sein mag, nech teine Spuren auf unsrer Erde fläche feltsant und geheimnisvoll, und noch langer, auf erhielt die junge Aerztin einen Ruf an die Mähren 30, in der Slowakei 40 und in Rar aufzufinden gewesen sind, die doch durch die große unermüdlicher Forschungsarbeit wird es bedürfen, Königliche Entbindungsanstalt in Dresden. Hier patborngland 28 Gemeinden, so daß eine Er- Nähe ihres Trabanten bestimmt davon hätte mit- um die Geheimnisse unfres so naben Trabanten zu fchrieb sie ihre Dottorbiffertation. Nun war fie am entichleiern und die vielen Rätsel der Mondlandschaft Ziel. Das Experiment des Studiums war gegiüdt. höhung der Aktivitätszulage der Staatsangestell- betroffen werden müssen. Erich Krug. Nach der Gründung einer eigenen Bragis fit Noch seltsamer ist es mit den leuchtenden Strei- zu lösen. ten in insgesamt 156 Orten erfolgt. Die NachBürich zeigte sich bald, daß die Frauenärztin wirt zahlungen ab 1. Jänner d. J. werden in der lich für die Frauen ein Bedürfnis war. Viele Pa nächsten Zeit angewiesen werden. Wegen des Bevölkerungsrüdganges wurden dagegen wölf ausgegraben. Ju einem Brunnenschacht wurde fahrten nach Dresden zur Besichtigung dertienten tamen in ihr Haus, aus dem fich ein@tront Orte( fechs in Böhmen, vier in Mähren und. a. ein vollständig erhaltenes Kettenhemd ge- Sehenswürdigkeiten und zum Besuche des Zoologi von Güte und helfender Liebe in das Leben ergos. funden; außerdem entdedie man hier und an fchen Gartens. Die Reisekosten betragen 55 K Die Sprechstunde dieser ersten Aerztin wurde schnell zavei in der Slowatei) aus der Gruppe C in die anderen Stellen zahlreiche Geräte, Gefäße, Bert- und find darin einbezogen: Fahrt Auffig- Dresden eine der meistbesuchten in Zürich. Auch ihre Stol Gruppe D umgereiht. zeuge und Münzen. Auch fonnten in einem der und jarid, Paßgebühren, Eintrittskarten in den legen sollten ihr Achtung und Anerkennung. Ihren Doppelmord wegen einer Briefmarten- Brunnenschächte etwa 60 verschiedene Pflanzen- Soologischen Garten sowie Unfallversicherung. An Beruf faßte sie auf als Menschenpflegerin und Benimunt die Geschäftsstelle des hüterin, als Helferin und Trösterin. Ihre haus fammlung? Die Untersuchung des gemeldeten famen festgestellt werden. Ju ganzen wurden meldungen „ Die Naturfreunde", fraulich praktischen Kenntnisse tamen ihr dabei z Mordes an den Eheleuten Mojer in Dorimad etiva 485 Sellergruben und Brunnen freigelegt, Touristenvereines gute. Bon überallher famen Patientinnen zu ihr, geht von der Tatsache aus, daß der ermordete die ein lebendiges Bild eines alten römischen Auffig, Martt plas 11, entgegen. Sanfmann Eduard Moser ein leidenschaftlicher Lagerhanjes an der bamoligen Reichsgrenze ver- Ein neuer Tangeranzug. Der italienische In- jogar deutsche Fürstinnen stellten sich ein. Sie war Briefmartensammler gevesen ist und mitteln. genieur Galeaggi hat einen nenen Taucheranzug eine ausgezeichnete Geburtshelferin. Das tvar doch in seinem Besize zahlreiche felteste Stücke von tonstruiert, ter es gestattet, mit relativer Beichtigkeit turmer das Schönste von der ganzen Berufsarbeit," großem Wert gehabt hatte. Die Briefmarkenfammlung ist lose in der Wohnung verftrent auf die bisher unerreide Reforbtiefe von 200 Metern hat sie einmal geäußert, diese zwei Beben in ben unter bom Meeresspiegel zu erreichen. Am vergan- Händen zu halten und sie glüdlich über die Gefah gefunden worden, und man vermutet, daß es dem genen Samstag fanden bei Portofino die Proben veit hinwegzubringen." Mörder darum zu tun war, die Softbarkeiten der Der endlose Zug-- Auf den Schlacht mit diesem neuen Apparat statt, wobei fünf Offiziere Ihr fühnster Traum war ein von weiblichen Moserschen Sammlung an sich zu bringen. Die feldern von Souche; bei Arras sind in den fet des von der italienischen Kriegsmarine als Rettungs- Aerzten geleitetes Frauenspital mit einer Be Nachforschungen der Kriminalpolizei ersteeden ien Tagen die Leichen von 27 gefallenen Dent- fchiff benügten Striegespiffus„ Titano" in die Tiefe gerinnenschule. Eine threr Schülerinnen half thr sich darauf, festzustellen, ab Moser nicht in Sammischen gefunden worden. Drei Leichen konnten bis hinabstiegen. Sie berichten übereinstimmend, daß zur Verwirklichung dieses tühnen Blanes. Schoel lerkreisen Bekannte gehabt hat, denen die Tat her identifiziert werden. man in einer Tiefe von 185 Metern ohne Hilfe von ser Frauen löften die Frage der Finanzierung durch zutrauen wäre. Moser ist in seinem Privat Schneefall im Erzgebirge. In den letzten länfilicheur Lichte die im Inneren des Helmes be freiwillige Beiträge, Auch hier waren viele dvie leben außerordentlich pedantisch gewesen und hat alle Ereignisse in seinem Kalender notiert. Eine beiden Tagen find im Erzgebirge, im Gebiete des findlichen Meßinsirumente ablejen könne, da die rigkeiten zu überwinden. Aber Frau Dr. Heim Reihe von Berfonen, deren Namen auf bicie Seilbergs und des Bleibergs jowie in den Stäb Sonnenstrahlung infolge eines bisher noch nicht er Bögtlin scheute nie zurüd. So wurde am 11. Juli Weise bekannt ist, wurde bereits vernommen, ten Gottesgau, Bärringen, Abertham und Blat for chien Phänomens besonders start fei. Nach ge- 1899 der Grundstein des Gebäudes gelegt. Es war ohne daß irgendwelche Anhaltspuntie hätten geten ziemlich starte und anhaltende Schneefälle fatten ble in Gel angebrachten Fenster sehr gute der Tag, an dem Frau Heim fünfundzwanzig Jahre riedergegangen. Die Schneedede beträgt manchericht, so daß der neue Taucheranzug vollkommen vorher als erste Aerztin die medizinische DoktorTödlicher Absturz eines Segelfliegers, Ueber orts bis 15 Zentimeter. Nach einer Mitteilung jenen Zweden entspreche, für die er konstruiert würde erlangt hatte. Bur Ausstattung eines Rin derzimmers mit Freibett wurden der Jubilarin dem elände der fächsischen Segelfliegerichule bei ber Hoftverivaltung mußte der Verkehr der oft wurde. Familientragöbie. In dem Dorfe Nepomut bei 7000 Franken überreicht. Am 30. März 1901 foun Föbla stürzte Donnerstag nachmittags der Ber- autobuffe auf der Strede Karlsbad- Weipert in Třeben ereignete fich dieser Tage eine Familien ten Schule und Spital eröffnet werden. Mit großer Segelflugschüler Fleischer mit einem folge Schneeverwehungen eingestellt werden. Apparat Typ Gronan" aus 30 Meter Höhe ab. Strieg zwischen zwei Dörfern. In der Gemeinde tragödie. Die Eheleute Stažel suchten nach zwei Liebe wurden die Batientinnen, vor allem bie Fleischer trug bei dem Sturze einen schweren Miroga Tolna im Streife Brzeziny( Polen) entstand jähriger Che um die Ehescheidung an. Die Gattin armen, gepflegt, weil sie es einmal gut haben joll Ražeis fuhr nach Böhmisch- Budweis zu ihrem ten im Leben"." Das Sonnenland von Frau Dr. Schädelbruch davon. Er wurde in das Stranten ein Grenzftreit zwischen ben Rechtsvertreter und schlug, als sie bei ihrer Rückkehr Seim aber war die Kinderstube. Wie eine Mutter baus eingeliefert, wo er im Laufe des Abends Dörfer. Ueber 100 Personen beteiligten sich an von Stück befragt wurde, wie die Eheangelegenheit wurde sie dort von Schwestern und Kindern begrüßt. dent erbitterten Stompf. Ein Bauer ftarb. Das Flugzeug ist nur wenig beschädigt. fiche, eine diesbezügliche Antwort a b. Stužel gab aus einer Browningpistole einen Sauß gegen die Frau Seint, durch Krankheit gezwungen, von ihrem ärst In ihren legten Lebensjahren zog fich Marie Ein deutsches Pompeji. In der Nähe des schlagen, viele erlitten fäwere Berlesungen. alten Römertaftells Saalburg" bei Bad Hom- Autobusfahrten nach Dresden, Der Touristen ab, der fie in tn Bauch traf, worauf er die Waffe lichen Berufe zurüd. Um so mehr widmete fie sich burg wurde das Taunustafiell Bugmantel, das vercin Die Naturfreunde", 2 Ruffia, vergegen sich selbst richtete und zwei Schüsse abfeuerte. ihrer Familie und der privaten Fürsorge. Am in feiner Vitezeit im 2. und 3. Jahrhundert anstaltet regelmäßig jeden Dienstag. Beide Ehegatten erlagen ihren schweren Verlegungen. 7. November 1916 endete der Tob dieses reiche Leben. u. Chr. ein sicht befiebeltes Grenzdorf war, Donnerstag und Sonntag Autobusie hinterlaffen ein viermonatiges Wind. hinden verden können. finer " 1 Hinrichtung eines Neunzehnjährigen. Chartres Graufreich) wurte am Mittwoch en 19jähriger Doppelutörder hingerichtel, Bewohnern weier wurde er" Anna B1o8. 5fr? m. SS« 1931. Stile 7 Das Land ohne Luftdruck. Bolivien, das GebtrgSland auf dem Massiv der Anden, bietet in 4000 Meter Höhe Lebens«rscheirmn» gen von so ungewöhnlicher Art, daß es dem kürzlich erst inS Land Gekommenen immer wieder neue Selt- samkeiten zu Gesicht bringt. Jeder, der einmal in den Alpen gewesen ist, weiß, wesche Besonderheiten mit der geringeren Luftdicht« in beträchtlichen Höhen für den ganzen Lebens- Prozeß gegeben sind. Tn Bolivien haben wir nun «in ganzes Land, wo Mensch und Tier sich erst akkli- »atisieren mußten. Di« Leistungsfähigkeit des Menschen in der Luft des Hochgebirges sinkt außerordentlich. Die einfachsten Verrichtungen unterliegen den größten Schwierigkeiten. Um beispielsweise ein Ei richtig zu kochen, braucht man in Bolivien viel mehr Zeit, als irgendwo anders, und zwar weil hier das Wasser schon bei 90 Grad, nicht erst bei 100, wie im Kochtopf der enropäischen Hausfrau, zu sieden beginnt. Aber dieser Hitzegrad' von 90 Grad ist nicht genügend, um«in Ei zu kochen. Di« gleichen Umstand« machen sich bei der ganzen Kocherei bemerkbar, ganz gleich, ob«S Gemüse ist, das man gar, oder Reis, den man weich kochen will. Nur dir Eingeborenen mit ihrer einfachen, anspruchslosen Ernährungsweise kommen leicht über diese Schwierigkeiten hinweg. Wie alle spanischen Rasienabkömmlinge sind auch di« Bolivianer begeisterte Anhänger des Stierkamp- f«S. Lassen sie sich aber einmal einen der berühmtesten Toreros kommen, so ist«S ziemlich gewiß, daß auch er nicht zur rechten Entfaltung seines Könnens kommt, weil er zunächst einmal di« Bergkrankheit überwinden mutz. Es ist vorgekommen, daß man einen alten gebürtigen Bolivianer als Ersatzmann«inspringen laste« muht«, der nun gegen«inen besonders starken und gefährlichen Stier kämpfen sollte. Der Bolivianer ging aber dem Sti«r ohne Scheu zu Leibe, was die Zuschauer überaus ver- wundert«, da sie ihn sonst al»„gar zu vorsichtig und zu wenig standhaft" kannten. WaS wunder? Der Torero wußte eben, daß auch der Stier gerade erst frisch importiert und deshalb ebenfalls an „soroche" litt. Bei den„Carreras", den bolivanischen Pferderennen in La Paz, die sich großer Beliebtheit erfreuen, ist er gar nichts Seltenes, daß bei der gewaltigen physischen Anstrengung, die die RennPfeÄ« bei dem Lausen durchzumachen haben, manches Pferd sich buchstäblich bis zum letzten Hauch verausgabt. Auch das Pferd als«in Bewohner des Tieflandes ist den Luftschwierigkeiten de» bolivanischen Hochlande? nicht gewachsen. Hi«r in 4000 Meter Höhe setzt selbst das starke Herz der Rennpferdes wohl einmal aus. Bor wenigen Wochen ereignet« es sich, daß rin hochwertiger Pferd, Ortensia Azul, im vollen Lauf anfiel. Wenn es aber den Pferden so geht, braucht man nicht erstaunt zu sein, daß auch die stärksten Automobile nicht ihr« voll« Geschwindigkeit in der Gebirgsluft erzielen können. Die Motoren, deren B«rbrennungSvorgang von den Ingenieuren unter den normalen Luftverhältnisten der Tiefebene studiert und eingerichtet word«n ist, arbei- tet in 4000 Meter Höhe nicht so gut, wie bei un» niedriger wohnenden Menschen. B. S ch w i n n. wiederum ihre Probe bestanden. Es ist zu hoffen, daß die norwegischen Genoffen hieraus— auch in bezug auf den Wert der internationalen Zusammenarbeit— die richtige Lehre ziehen werden. Mitgliederzahle« des britischen Gewerkschaftsbundes. Auf dem in Bristol abgehaltenen 63. Kongreß des britischen GswerkschastsbundeS vertraten 587 Delegierte 3,719.401 Mitglieder. Auf dem Gewerkschaftskongreß des Jahres 1930 wurden 3,744.320 MitAieder von 606 Delegierten vertreten. Der geringe Rückgang ist insbesondere auf die schwierige Lage verschiedener Hn- oustrien(z. B. der Textilindustrie) zurückzufüh- rrn. Sieht man von diesen Industrien ab, so kann festgcstellt werden, daß auf Grund der speziellen OrganisattonSkampagne des Generalrates im vergangenen Jahr nicht weniger als 100.000 n«u« Mitglieder gewonnen wurden. Der Film Volkswirtschaft and Sozialpolitik Der Grotzkamps in Norwegen Der Großkampf in Norwegen, der am 15. März mit der Aussperrung von 12.000 Papierarbeitern seinen Anfang nochm und von dem später durch weitere Aussperrungen insgesamt 85.000 Arbeiter betroffen waren, ist»»«mehr beendet, und zwar auf Grundlage des bereit» im August von den Arbeitern abgelehnten Schlich- tungsvorschlageS des staatliche« Schlichters. Rach der Ablehnung des SchlichtunaSvorschlageS fanden wiederum Berhandtungen statt,— teils zwischen den beiden Spitzenorganisationen und teils zwischen den Organisationsleitungen in den einzelnen Berufen— wobei man sich über die Ber- deurlichung einiger unklarer Bestimmungen einigte. Danach fand eine Urabstimmung statt, die eine Mehrheit der GewerkschaftSmitAiSer für di? Annahme des Schlichtungsantrages ergab. Im letzten Augenblick erschien eS allerdings, als sollte sich die so mühsam erzielte Verständigung wieder zerschlagen, weil der außerhalb der Landeszentrale stehcrwe Manrerverband den Schiedsspruch ableynte, die Arbeitgeber jebodj ihre Zustimmung von der Verständigung auf der ganzen «nie abhängig machten. Aber auch diese Sch.vie« Agkeit wurde schließlich beseitigt, so daß die Arbeit in vollem Umfange wieder ausgenommen worden ist. Das Ergebnis des Kampfes kann Wohl»IS ein Erfolg der Arbeiter gewertet werden, da die durchgeführte Lohnherabsetzung durchschnittlich nur tz Prozent beträgt, wahren» die Arbeitgeber eine Kürzung von 15—25 Prozent gefordert hatten und die Indexziffer der Lebenshaltungskosten seit der letzten Löhnregulierung um 12 Prozent gesunken ist/ Allerdings hätten die Gewerkschaften^ den Katnvf mit dem gleichen Ergebnis weit früher beendigen können. Die jetzt beendete Aussperrung ist der größte und langwierigste Arbeitskampf in der Geschichte Norwegens um» wurde mit beispielloser Ausdauer und glänzender Solidarität durchgeführt. Allein an Unterstützungen haben die norwegischen Gewerkschaften wahrend des Kampfes annähernd 20 Millionen Kronen ausgezahlt. Die Aufbringung dieser gewaltigen Sumiüe war natürlich nur durch dir unvergleichliche Solidarität der dänischen und schwedischen Gewerkschaften möglich, die zum größten Teil diesen langandauernden Kampf finanzierten. Die enge Zusammenarbeit »wischen den skandinavischen Gewerkschaften hat Tschechischer Historienrummel. Mit den ,Hundsköpfen"— nach dem bekannten Roman von TirLsek— wird so ungefähr die Reihe der Fidlovakka fortgesetzt; die Rqst« Tnnemanns, die Musik von KoSkal und etwas sorgfältiger« Arbeit als in frühere« Filmen können nicht darüber hinwegtiuschen, daß dergleichen Werke mit Kunst nichts zu tun haben und in ihrer eindeutig nationalen Tendenz mit allen Mitteln bekämpft werden muffen. Die Russen haben unS, wenn auch in zensurierter Restfaffung, gezeigt, wie man daS wahre Gesicht nationaler Kämpfe zeigt; «in Roman, der in der liebenswürdigen Bürgerschul- linie der tschechischen Historikers den Freiheitskampf der, kleinen Chodenvostes zeigt, wird als historisch interessant nicht schaden: aber dieser Film ist raffiniert wirklichkeitsnahe, er muß Instinkt« entzünden, die unausweichlich zum unberechtigten nationalen Haß Hinweisen,«r gibt diesen Strömungen noch Nahrung dadurch, daß in gewohnt tränen- rührendrr Weis« der Tod deS mutigen und wackeren Bauern gezeigt wird, er macht eben daS, WaS doch heut« als schädlich«rkannt ist. Der Film zerreißt in vielen Menschen di« Brück« der nationalen Verständigung, er operiert mit Instinkten, die aut unverantwortlichen Schulbüchern nationaler Tendenz genährt werden,«r ist nicht volksbildend, sondern volksvergiftend; denn di« verstaubten Geschichten feudalen Streiten? mit blutiger Roheit dürfen gerade in dieser Zeit sozialer Kämpfe nicht propa- giert werden. Wir brauche« Zusammenarbeit und nicht nationalen Krieg, di« Klassenschichtung der Menschheit ist übernational und di« Neuordnung wird nicht auf Basis„Revanche für den Weißen Berg" aufgebaut werden. DaS mutz gesagt werden: Protest gegen diese« Mißbrauch der Geschichte. Protest gegen eine Clique von Gewinnsuchern, die daS alle» noch al» kulturell und für die Jugend geeignet zu erklären wagt! Wenn an diesem Film etwa? werwoll ist, dann ist r? di« klar« und eindrucksvolle Photographie BichS, der wirklich unvergeßliche Bilder geschaffen halt sein« Bauerntypen sind unheimlich markant, fein Gewitter, sein« Zeichtrung des Freiheitsbanners, dieses Spiel um den FreiheitSbaum sind erstklassig. Direkt unfaßbar aber, daß der Regisseur Ännemann die Hauptdarsteller Karen und die Dostalovä wie am verstaubtest«« Theater sprechen und spielen läßt, daß er mit guten Typen wie Pistek, Loskot, der Grossovs nichts anfangen kann; die Ungeistigkeit de? Arbeitskollektivs um diese« Film erkennt man am besten aus der Reklame: Großfilm, bearbeitet nach dem Roman von Jirüsek! Regiearbeit wird man vergeblich suchen. * Drei Tage Liebe. WaS«in Regiffeur im Tonfilm leisten kann, sieht man auch in diesem sympathischen Film, der im Urania.Kino hoffentlich großen Erfolg haben wird: Heinz Hilpert zeigt drei Tage der Liebe eines Packers und eine? Stubenmädchens. Er verzichtet mit Erfolg auf den Sex appeal und bemüht sich mit großer Sorgfalt in Hanni Albers und der Käthe Dorsch zwei Menschen auf di« Leinwand zu bringen, so wie sie wirklich leben und nicht, wie sie in Berlin W leben solle»; und da? ist der große Wert dieses Films, der kein« eigentliche Handlung hat und nur durch die meister- haft« Milieuzeichnung und das überragende Spiel dieser beiden Künstler wirkt; dieses primitve und so rlementare Erleben kann kaum greifbarer dargestellt werden. Der Film erinnrtt an das Erstlingswerk von Siodmak„Menschen am Sonntag", in dem gleichfalls Leben gezeigt wurde, wie«r ist. W. Lg. PRAGER ZEITUNG. WL BK M UiB»kB! A wie Ach- und Wehgemeinde: Kasinojudffn— Nazifreunde, B wie Bacher, Franz genannt, „Börsianer der Arbeit" er erfand, 6 wie Lechen, die sie Haffen, Am Deutschen Haus doch mauern lassen, D wie Demi, Demokrätchen: Willkommen, Alfons, Majestätchen! E wie Epstein, bißchen toll Durch ein Gedächtnisprotokoll, F wie Föhr, ein deutscher Reck', Lief der Filme wegen weg, G wie Gott— ach Gott, wo biste? Mit Epsteins oder Arier-Liste? Li wie Hornig— armer Rudel Lief zu diesem Kuddelmuddel, J wie Junger Demokrat Vergangenheit vergessen hat! K wie k. k. Kasinoten Wollten koppeln mit den Roten, L wie Lumpen jetzo lügen, Weil sie dran unS niemals kriegen, M wie mies vor de» Mandaten, Die sie christlich teilen taten. N wie man spricht Navratil Frantiöek nach Wotans Ml?. O wie Oberschall wird's wenden? Oh, wie wird das Sonntag enden! P wie Prager Bürgerübel Tröst« sich im Bräuhausstübel Q wie Nr-Quell-Quodlibet— Schön wär'?, wenn man's nur schon hält'! R wie Rosche: Hohes Haus, Halte meine Phrase» aus! 8 wie Sozi, Strauß und Schwelb Gegen Schwarz und Brau» und Gevb. T wie Tonfilm, deutsches Wort, Jagst den Föhr nach Dresden fort. V wie vorn so auch von hint, Dieser steht ein feder Kind, W wie Wirtschaftskrachpartei Stinket wie ein fameS Ci YX, Z wie Zier: Wählet Liste zehnundvier! Mit Sachlichkeit an die Arbeit So überschreibt die DAWG ihr neuestes Wahlflugblatt, in dem sie gleich ein paar praktische Proben dafür gibt, wie sie sich diese Sachlichkeit vorstellt: Die Wahrer der Kultur. „... für alle Kultur- und BildungSfragen zeigen die Dräger Deutschen seit jeher lebhaftes und verständnisvolles Interest«," sagt das Wahlflugblatt und führt den Beweis durch folgendes Sprüchlein: Sonntag geht Ihr an die Urnen: Blast ihnen den Tusch! Laßt die Sozi ruhig turnen, Bald heißt's für sie: kusch! »Pa«-E«ro»a muß in dieser oder jener Form unbedingt zur Tat werden," sagt ein Mitarbeiter an-em Flugblatt. Die DAWG hat sich für diese Form der Borarbeit für Paneuropa entschieden: Sie zeigt auf einem Bildchen einen vierschrötigen ekelhaften Kerl mit brutalem Ber- brechergesicht, in unbeschreiblich unästhetischer Stellung, von dem sie nach der Melodie„Fuchs, du hast die Gans gestohlen," singt: Feste steht auf seinen Haxen Bruder Tscheche da..." -,3«r loyale« Mitarbeit an der Lösung der innerstaatlichen Probleme stt die DAWG bereit," und zwar so: Sie läßt in einem satirischen„Protokoll über die X. Sitzung der Zentralvertretung von Groß-Prag" den tschechischen Sozialdemokraten sagen: „Man sollte die Deutschen nicht vor den Kopf stoßen. Die Deutschen dürfen doch deutsch sprechen, im Kasino, in ihren Wohnungen.." Das Wahlflugblatt, das diese Satire enthält, erscheint an emem Tag, an dem die Zeitungen folgende Meldung bringen: Das sozialdemokratische„P r ä v o L i d u" glostiert die Tatsache, daß die Deutsche Arbeitsund Wirtschaftsgemeinschaft in Prag gezwungen ist, ihre Wahlaufrufe ohne deutschen - Text zu plakatieren, in folgender Weise:„Wir wissen nicht, ob der Hauptstadt der Republik Ruhm daraus erwachsen wird, daß die deutschen Bürger, die daS Wahlrecht und eine Vertretung im Rathaus haben, keinen deutschen Wahlaufruf herauSgeben dürfen. Wahlplakate sind keine Speisekarten, und eS wär« doch lächerlich, wenn sich die deutschen polittschen Parteien an deutsche Wähler mit tschechischen Plakaten wenden müßten oder mit Plakaten in solchen Sprachen, die in Prag erlaubt sind, wie der französischen, englischen, arabischen oder chinesischen, abgesehen von allen flawischen Sprachen." Reue Lausbudereieu des Prager kafinotenpstcks. Die gestern von uns an leitender Stelle charakterisierte Ach- und Wehgemeinschaft, die den Wahlkampf in Prag und, soweit sie in der Provinz durch ihre Presse Einfluß besitzt, auch dort nut den mrsaitberslen und lumpigsten Verleumdungen führt, hat Donnerstag eme Wahlzeitung erscheinen lassen, die der ,^8ohemia" und dem„Prager Tagblatt" boigelegt wurde, und in der sich neben anderen Bübereien, die folgende ganz besonders freche findet; eS heißt, in einem Wort an die Unpolitischen: „Geben Sie den Sozialdemokraten Ihre Stimm«, so stimmen Sie damit ein in den Ruf nach der tschechischen Polizei, die Kommunisten und Hakenkreuzler niederknüppeln soll— bei einer Partei, die fünfzig Jahre lang von der Polizei niedergeknüppelt worden ist, eine Inkonsequenz, die zu denken gibt." Nicht nur, daß die AWG. in einem saugroben Wahlflugblatt die Nazi, die sie jetzt gegen die Polizei in Schutz zu nehmen scheint, als Diebe, Mordgesindel, Wegelagerer und Zuchthäusler hingestellt hat, dürste sich gerade die AWG., was die Haltung gegenüber der Polizei betrifft, am allerwenigsten rühmen. Ob die Polizei in Prag oder in der Provinz geprügelt und sich Ueborgriffe erlaubt hat, nie haben die Zeitungen der AÄG., weder die„Bohemia", noch gar das ,^Tagblaü" ein Sterbenswörtchen dagegen zu sagen gewagt. Sowohl auf Prager BÄ«n wie anderswo haben unsere Presse und unsere Partei den Kampf gegen den Poli^eiknüppel immer allein führen müssen und zu allerletzt unterstützt von dem feigen Casinotenpack, das um seine Pfründen zittert und der Obrigkeit bei jeder Gelegenheit seine Reverenzen macht. ES gibt doch nichts Er-' bärmlicheres, als dieses Politische Trödlertum, daS sich in Politischen Frredenszetten mit den: Nimbus der„überparteilichen Sachlichkeit" umgibt, den Gentteman spielt, jeden seiner Oelgötzen als das Muster von Ritterlichkeit beweihräuchert und im Wahlkampf, um dem Gegner ein paar hundert Stimmen abzujagen, in die Jauchengrube steigt und aus ihr seine Argumente schöpft! „Pravo Liv«" und die deutschen Wahlvlakale „Prüvo Lidu" knüpft an die von der AWG angeschlagenen angeblich deutschen, in Wirklichkeit aber neutralen Wahlplakate folgende Bemerkung:„Wir wissen nicht, ob eS für die Hauptstadt der Republik ein Ruhmesblatt ist, wenn die deutschen Mitbürger, welche ein Wahlrecht und eine Vertretung in der Gemeinde haben, bei den Wahlen keinen deutschen Wahlaufruf herausgeben dürfen. Wir halten dafür, daß Wahlaufrufe keine Speisekarten sind um» daß es wohl recht lächerlich wäre, wenn deutsche politische Parteien sich an deutsche Wähler mit tschechischen Plakaten oder Plakaten in einer Sprache, welche in Prag gestattet ist, wie Französisch, Englisch, Arabisch, Chinesisch usw., ohne die slawischen Sprachen anzuführen. wenden würden." Diese Aeußerung des„Prüvo Livü"»st neuerlich ein Beweis dafür, daß bisher nur bei den tschechischen Sozialdemokraten Bereitschaft zur Verständigung besteht. Wie armselig ist, verglichen mit diesem, in der Wahlzeit angesichts der chauvinistischen Propaganda doppelt mutigen Verhalten der. tschechischen Sozialdemokraten das deutsche Bürgertum, welches durch sein„nationales", auf Wählerfang gerichtetes Gehaben jeden Glauben an wahre Verstärchigungsbereitschaft erschlägt! Wie armselig sind besonders die„Böuischen", die an deutsche Wähler mit tschechischen Wahlzetteln herantreten wollten! Auch Glöckel hat nationalen Verrat geübt! Nicht nur die alles weniger als kacholische Deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemein schäft wirst den deutschen Sozialdemokraten nationalen „Verrat" vor, sondern auch das fromme christlichsoziale Wiener Montagsblatt. Ja, warum denn? Welches Interesse hoben die Wiener Sei- peloten an.den Prager Gemeindewahlen? Ra also, sie wollen den Genossen Glöckel treffet, erzählen von ihm, daß er in Prag in einer Wählerversammlung gesprochen habe und begrüßen ihn deshalb spöttelnd mit„Nazdar". Aber da hat sich das Seipelblatt einmal gründlich blamiert. Seine polittschen Kenntnisse scheinen über die Jpnere Stadt von Wien nicht hinauszurci- chen, es weiß nicht, daß es in Prag nicht nur Tschechen, sondern auch Deutsche gibt und daß Genosse Glöckel in einer deutschen sozialdemo- kratischen Wählerversammlung in Prag gerochen hat. Gen. Glöckel wurde auch, wir können das dem christlichsozial-deutschnationalen Blatt verraten, in der Versammlung nicht mit Nazdar begrüßt, sondern mit einem herzlichen F r e n n d schäft! Bette 8 Freitag, 25. September 1931. Wählt sozialdemokratisch! Weg mit allen Grundsäzen! Die Parole der AuWG. Gerichtssaal Liebesdrama im Stundenhotel. Eine Neunzehnjährige greift zum Messer. Die Schatten der Vergangenheit. ( Schwurgericht.) Er muß sofort operiert werden, kommt knapp am Tode vorbei und muß lange Zeit im Spital liegen. Roch heute ist er nicht ganz hergestellt. Sie dagegen, deren Verlegungen ganz leichter Art sind, wird so fort der Polizei übergeben, wo sie sich restlos zu der Mordabsicht bekennt. Die Folge ist die Anflage auf unvollendeten Meuchelmord und Diebstahl an ihrer Dienstgeberin. In Nr. 224. Brag Lifte 14 überaus nobel, haben redlichen Anteil an dem sehr eindrucksvollen Verlauf des Abends. Senseits des Urteils über das rein Künstlerische muß noch des unrein Politischen Erwähnung getan werden, das diesmal wieder ins Theater hineingespielt hatte: ein fleiner nationalistischer Hezartikel in česté Slovo", der Harry Liedtke vorwarf, er hätte irgendwo irgendeinmal in einem Filmt mit2. G. Die Deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft hat bei den Wahlen in Prag alle Grundfäße mit fühnem Schwung über Bord geworfen und führt den Wahlkampfwenn man bon den nichtswürdigen Verleumdungen und ordinären Beschimpfungen absieht nur noch Während der heutigen Verhandlung weinte die gewirkt, in dem ein paar Spässe über die Tschechen mit Rechenfunststücken. Ebenso fix wie sie herBrag, 24. September. Der dritte Mord- schmächtige und blasse Angeklagte ununterbrochen. vorkamen, hatte zur Abwechslung verstärktes Wachenusrechnet, daß die deutschen Sozialdemokraten prozeß der Session eine Neunzehnjährige unter Der Verlegte, der als Zeuge auftrat, antwortete auf aufgebot notwendig gemacht. Erfreulicherweise hatte in Prag tein Mandat erhalten werden, berech- Anklage des versuchten Mordes. Die Haus- die formelle Frage des Vorsitzenden ob er Haß es mit der journalistischen Wahlkampfdemagogie sein net sie, daß die Hakenkreuzler die Wahlzahl errei gehilfin Anna Ruprecht, die heute vor den Ge- oder Groll gegen sie hege: No ja freilich!" Bewenden es ist nichts passiert. chen werden. Woher nehmen die Rechentünstler schworenen steht, hat es nicht verwinden können, daß Er erklärte, die einzige Ursache seiner späteren Zwei Gastspiele Ernst Deutsch im Neuen Deuts der AuWG. die Gewißheit her, daß die mit ihr Geliebter, der Malergehilfe Franz 2o uša, dem Abneigung gegen die Angeklagte sei ihre trimischen Theater. Ernst Deutsch wird mit dem EnChristlichsozialen und Deutschnationalen verbün- Verhältnis, das zwei Jahre gedauert hatte. ein nelle Neigung gewesen. Sie sei soweit gegan- semble der Wiener Komödie Donnerstag, den 1. und deten Hakenkreuzler dieselbe Stimmenanzahl er- Ende machen wollte. Dieses Verhältnis schien zuerst gen, daß sie ihn unter Vorspiegelung einer Freitag, den 2. Oktober Otto Ernst Hesses Schauhalten werden wie die drei Parteien bei den zur Ehe zu führen. Auch die Eltern des damals Schwangerschaft zu halten suchte. In diesem spiel Wiederaufnahme beantragt" zur Barlamentswahlen zusammen erhalten haben? 22jährigen jungen Mannes hatten nichts dagegen Fall hätte er sie trotz allem geheiratet. Aber es Darstellung bringen, ein Justizstück, das in der ver Die Parlamentswahlen von 1929 fanden zu einer einzuwenden.„ Wenn das Mädel mur brav ist!" stellte sich heraus, daß nichts Wahres an der Sache floffenen Spielzeit an mehr als 40 deutschen Bühnen Zeit statt, da die Studenten, die ein beträchtliches Blöglich aber erfuhr er, daß seine Brant wegen war und nun fühlte er sich erst recht abgestoßen. Sie mit stärkster Wirkung zur Aufführung fam. Sontingent der Hakenkreuzstimmen stellen, alle eines Eigentumsdeliktes vorbestraft ist und motivierte ihre Tat ausschließlich mit ihrer großen Frauen haben das gern...!", die nach dent in Prag waren, während am kommenden Sonn- damit war es ihm klar, daß sie nicht seine Frau Liebe zu ihm. Sie habe es einfach nicht ertragen Schwank„ Der feusche Lebemann" verfaßte Operette tag die Hochschulen noch nicht eröffnet sind. Es werden könne. Tatsächlich hat sie bereits als Kind fönnen, ohne ihn zu leben. von Walter Kollo, wird als erste Operettennovität fann also sehr wohl geschehen zumindest zu kleinen Unehrlichkeiten geneigt und ihren Eltern Die Gschworenen bejahten alle Schuld- dieser Spielzeit Freitag, den 2. Oktober in der müßte die AuWG mit der Möglichkeit rechnen viel Sorgen gemacht. Die gestohlenen lei- fragen, worauf der Gerichtshof( Vors. OGR. Kleinen Bühne in Szene gehen. Regie: Rudolf daß der Hakenkreuzler mit den jüdischen und nigkeiten verteilte sie an ihre Ge- raba) unter Zubilligung mildernder Umstände Stadler. Dirigent: Ernst Waigand. wird. Was sagt aber der Wahlaufruf der AuWG[ pielen. Auch als sie in Dienst getreten war, und Anwendung des außerordentlichen Milderungswird. Was sagt aber der Wahlaufruf der AuWG unterlag sie dieser Neigung und fam vor Gericht. rechtes die gesetzlich zulässige Mindest strafe aus von den Hakenkreuzlern? sprach: brei Jahre schweren Rerters. Die Daß sie auf friedliche Passanten geschos Sie suchte ihren Geliebten mit allen Kräften Angeklagte, die sich bei der Urteilsverkündung nicht sen haben, daß sie Strafen wegen Diebstahls, Be- sich zu erhalten, als sie merkte, daß er stets kühler auf den Beinen halten konnte, nahm das Urteil an. trugs und Straßenraubs abgesessen haben, daß sie Südtirol schmählich im Stiche geTassen haben. Diejenigen Wähler der AuGW, welche also mit ihren Reststimmen Dieben"," Betrügern" und Straßenräubern", so nennen die Leute von der AuWG die Hakenkreuzler, zu einem Man dat verhelfen wollen, sollen die AuWG wählen. Die das nicht wollen, wählen die Liste 14 der deutschen Sozialdemokratie! Das Glend der Obdachlosen und die Humanität" der Bolizei. An dieser Sache sollte ihre Liebe scheitern. zu ihr wurde. Schließlich schreibt er ihr aus seinem Die Sozialdemokratie und die Gemeindewahlen. rb. Am Freitag, den 25. September findet um acht Uhr abends im Saale der Urania, Prag II., Smečkagasse, die zweite öffentliche Wählerversammlung der Bezirksorganisation Prag der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei statt. Redner die Mitglieder der böhmischen Landesvertretung Genofsin Maria Deutsch und Genosse Dr. Emil Strauß. Kunst und Wissen Schauspiel von Marcel Pagnol aus dem Hafen„ Zum goldenen Anker", ein volkstümliches milieu von Marseille, wird Sonntag, den 4. Oktober im Neuen Deutschen Theater zum erstenmale zur Aufführung kommen. Inszenierung: Otto Ströhlin. Neuen Deutschen Theaters. Spielplan des Neuen Deutschen Freitag, 8 Uhr( 236- IV):„ Der Grane". Sams Sonntag, tag, 7.30 Uhr( 237-1): Codtail". 7.30 Uhr( 238- II):„ Der legte Walzer". Montag, 7 Uhr( 239- III):„ Aida". Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag, 8 Uhr: ,, Nina". Samstag, 8 Uhr: Premiere:„ Der legte Equipagem". Sonntag, 7.30 Uhr: Nina". Montag, 8 Uhr: ,, Der lette Equipagew". Aus der Partei Von einem Augenzeugen wird uns folgender empörende Vorfall berichtet: Dienstag gegen Rote Fallen Prag, Horde I( Hofbauer). Dichalb zwei Uhr früh wurde von zwei patroulliejenigen, die das Beil und den Spaten übernommen renden Wachleuten in der Melantrichgasse ein Seimatsort den Abschiedsbrief. Sie beschließt, haben, werden gebeten, sie am Samstag mitzujunger Arbeiter beanständet, weil er vor einem ihn persönlich aufzusuchen, und um das Fahrgeld bringen, da wir sie am Sonntag für die Wanderung Haustore schlief. Da der Arbeiter der Auffor- aufzutreiben, begeht sie einen neuen Diebstahl derung den Platz zu verlassen, nicht nachkommen an ihrem Dienstgeber Jm Feber d. J. wird sie „ Ein idealer Gatte", Ostar Wildes viel brauchen. Auch Photos mitbringen, weil wir eine wollte, wurde er von einem Wachmann gepadi dafür vor dem hiesigen Streisgericht zu zwei Mo- gespieltes Schauspiel, erwies sich in dem von Ausstellung über das Leben der Fal und gestoßen, worauf der Unterstandslose in fei- naten Sterker verurteilt. Nun ist er mit ihr end- arry Liedtke geführten Berliner Enten machen wollen. Freundschaft! nem Aerger den Rock von sich warf, um gewisser- gültig fertig. Sie aber versuchte unablässig, ihn an semble- Gastspiel im Deutschen Theater fast S3. Prag, Gruppe I undg II Seule treffen maßen zu befunden, daß ihm alles egal ist. Ohne sich zu fetten. Sie trägt sich schon längere Zeit mit unvermindert wirksam. Wenn auch manches im wir uns 7 Uhr im Verein deutscher Arbeiter, und im geringsten eine drohende Haltung gegen die Selbstmordplänen, sucht Arsenik zu fau- Milieu, dieses Wort, jene Wendung bereits als geben in die Wählerversammlung. Alle müssen Wachleute eingenommen zu haben, schlug man fen, was ihr nicht gelingt, dann will sie sich er- historisch" erscheinend bläßlich anmutet und darum kommen! Blaue Blusen! Morgen Samstag, nunmehr den verzweifelten Menschen mit dem tränken, verliert aber im letzten Moment den voller Zeittheaterwirkung entrüdt ist, so hat den nachmittags 5 Uhr am V. d. Arb. stellen zur letzten Bendret auf den Rücken und einer der beiden Mut zum Sprung ins Wasser. Da kommt ihr der noch der wesentliche gesellschaftskritische Teil seine Wahlpropaganda. Alles in blauen Blusen. Polizisten zog sogar den Säbel blank, von dem Gedanke, ihn mit hinüber zu nehmen". Und dieser Aktualität behalten, ja man möchte sagen: erhöhte Sonntag Wanderung. Treffpunkt halb 9 er glücklicher Weise aber keinen Gebrauch machte. Gedante reift zu einem gut durchdachten und Aktualität erhalten in einer Zeit, da der ethische Uhr Endstation der Einers( Hezda). Weinend und klagend über sein Elend erhielt der ausgeführten Plan: Ueberbau einer zusammenbrechenden Klasse naturUnglückliche dann noch mehrmals die PolizeiSie begeht einen neuerlichen großen gemäß mehr Fäulnis atmet denn je, da politisches fäufte zu spüren, bis man ihn endlich in Ruhe Diebstahl an ihrer derzeitigen Dienstgeberin. Hochkommen durch Spekulation und Betrug feinesfieß. Der Gequälte, welcher nun seines Weges Belgraven, Wafage und Stleider im wegs mehr eine, ſo ſeltene Ausnahmserscheinung Sport Spiel A * * Körperpilege Endkampf um die deutsche Bundesmeisterschaft Meigehen konnte, ging jedoch nicht weit. Anscheinend Werte von faft 5000 K werben teils verfest, teils bilden, wie zweifellos in Englands zu Wildes Zeiten. um neuerlichen Belästigungen durch andere Polizisten zu entgehen und dennoch schlafen zu fönlizisten zu entgehen und dennoch schlafen zu kön- zu Schleuderpreisen beim Trödler verkauft. Sie läßt und wenn auch heute nichts mehr darüber gesagt nent, ging er nach wenigen Schritten freiwillig ich in einem Nusler Hotel, wo sie ihre Liebes- werden muß, daß Wildes Kritik und Satire zu im Bogen. Am 26. September gelangt in Fürth nen, ging er nach wenigen Schritten freiwillig zu den Prügelpolizisten zurück und verlangte die stunden zu halten pflegten, für die Nacht vom 29. guterlezt doch ins Versöhnliche, Verstehende und der Endlamps um die Mannschaftsmeisterschaft des Mitnahme zum Polizeikommissariat. Damit fand auf den 30. Mai d. J. ein Zimmer reservieren und Berzeihende umbiegen, statt nach der Anllage das Deutschen Arbeiter- Athletenbundes im Boxen zum diese widerliche und geradezu schmachvolle Stra- lädt den Geliebten brieflich ein, noch ein Urteil zu fällen, so bleibt dennoch seine Saupt- Austrag. Die Gegner sind der süddeutsche Meister zenszene ihr Ende. Das Vorgehen der Poli- mal zum Abschied mit ihr zusammen tendenz als gegen Verrottung, Käuflichkeit und Straftsportklub Fürth und der mitteldeutsche Wei zisten gegen den unterstandslosen Arbeiter ver- ukommen". Er kommt aber nicht und so schicht gesellschaftliche Büge gerichtet, unverwischbar und ster, Adler" Staßfurth. So daß man sich also schon sehr Arbeiter- Tennis- Länderkampf Westdeutschlastb urteilen wir auf das schärfste und verlangen, daß sie einen Boten zu seiner Arbeitsstätte, sie müsse dankenswert. die Polizeidirektion den geschilderten Fall streng- ihn unbedingt sprechen". Schließlich kommt er doch, wundern darf, wenn eine gewisse Kritit, die Butter Holland 14: 1. Der in Düsseldorf zur Durchwenn auch widerwillig. auf dem Kopfe hat, daraus das Recht ableitet, sich führung gekommene Länderkampf stand im Zeichen Den Abend bis 11 Uhr verbringen sie in einer auf eine einzige Stelle in Wildes Schauspiel zu großer Ueberlegenheit der deutschen ArbeitertennisPrager Straßenreinigung. Es ist sicher zu loben, Restauration. Tann auf dem Heimweg bittet sie ihn stürzen, in der Reinheit und Unbestechlichkeit als spieler. Lediglich im Männer- Einzel gelang es dem daß das Bauamt des Prager Magistrates( Abt. inständigst, mit ihr noch einmal ins hotel manisch- puritanisch hingestellt werden. Alle guten holländischen Spizenspieler Mobach, einen hart er Straßenreinigung) die Müllabfuhr modernisiert, zu gehen Er sträubt sich, aber endlich gibt er Geister dürfen den Fortschritt loben, daß Skandale tämpften Sieg zu erzielen. baß er Kehrmaschinen, Straßenjprisen, nach. In ihrem Täschchen trägt sie ein fpisiges, nicht mehr durchaus einem Manne Reiz verleihen ein sogenanntes und ihn interessant machen... Spülwagen modernster Konstruktion angeschafft scharfes Küchenmesser, stens untersucht. ein vollendeter Gentleman, der KINO- PROGRAMM vom 25. September bis 1. Oktober 1931. 2976 Finziges deutsches Kino Brags. Burlan und Ondra: l'el 20.429 Premiere der deutschen Fassung! Wo verkehren wir? hat. Das alles in Ehren! Aber wird man pidmesser", das sie tags zuvor eingekauft Bruno Frants neue Uebertragung ins Deutsche wohl je erleben, daß den von amts wegen aus hat. Als sie das Hotelzimmer betreten haben, scheint uns vor allem erhöhter Flüssigkeit des gefchidten Stau baufwirblern das Handwerk sperrt fie blisschnell die Türe ab und Dialogs und vornehmer Sprache zugute gekommen gelegt wird? Steine andere Stadt, die sich als Groß wirft den Schlüssel aus dem Fenster. Er nimmts zu sein. stadt bezeichnet, würde dulden, daß zu Zeiten leb- für einen Scherz. Beide legen sich schlafen, ohne daß Die Berliner Gäste sorgten für einen sehr hafter Frequenz plöglich eine Kolonne Straßen- es zu zärtlichkeiten gekommen wäre. Sie selbst vornehmen, stilvollen und darstellerisch überaus darstellerisch überaus Wran- Urania- Kino Harry Liedtke als lehrer auftaucht, um völlig sinnloserweise den schläft nach ihrer Behauptung ruhig bis zunt interessanten Abend. Straßenstaub aufzuwirbeln. Das soll nun grauenden Morgen. Goring bot das, was man eine angenehme Entstädtische Reinigungsarbeit vorstellen! Soweit überSonsa erwacht, nach seiner Darstellung, durch täuschung" zu nennen pflegt: eine unaufdringliche, haupt etwas zusammengefegt wird, treibt der nächſte beklemmende Atemnot und fühlt plöglich einen bren- fultivierte, in Erscheinung, Sprache und Geftit Er und seine Schwester. Windſtoh das Kehrichthäufchen doch wieder ausein- nenden Schmerz in der linken Bauchhälfte. Sie hat sympathische Figur, ohne Star- oder gar Filmander. Meist aber wird der Staub einfach in die dem Schlafenden ein Kissen aufs Gesicht gepreßt und Star- Allüren Söhe gewirbelt und hüllt die Passanten in eine ihm zugleich das Messer mit großer Gewalt in den freilich mehr durch Herz und Laune charmiert als ftintige Wolle. Da noch ziemlich viel Pferde Leib gestoßen. Ich wollte sein Herz tref durch tiefe Geistigkeit überzeugt. Unter den übrigen fuhrwert in Prag anzutreffen ist und der Mist fen", sagt sie vor Gericht aus, aber sie trifft ihn Künstlern, durchwegs ernsten schauspielerischen Berin den Fugen unseres prächtigen Pflasters hängen unter dem linken Rippenbogen in den Bauch. Wie sönlichkeiten, die wahrscheinlich dank der Regie bleibt, ist man bei jedem Atemzug genötigt, die ge- er aus seiner Benommenheit zu sich tommt, sieht er Eugen Roberts den Sprung von der Leinwand auf dörrten Exkremente einzuatmen. Daß er die offenen fie blutend auf den Bett fihen. Sie hat sich an den die Bretter tadellos exerzierten, verdient meines Café ,, Continental", Prag, Graben Obst und Lebensmittelstände, Würstelverkäufer und Sandgelenken verwundet, in der Absicht, sich die Erachtens die auch bei uns schon bekannte Elisa. dergleichen nicht verschont, ist klar. Ein appetitlicher Adern zu öffnen. Die Verlegungen sind jedoch nur beth Markus zuerst Erwähnung, weil sie die Zusatz zu den Eßwaren. Wenn man sich nicht ent- oberflächlich. Er alarmiert das Stubenmädchen, die hirnloje, geschwäßige Lady Marrkby so köstlich mimte fchließen kann, vor dem Fegen den Boden zu be- mit einem Nachschlüssel das Zimmer öffnet und und sich mit ihrer fleinen Szene einen großen Lachauf offener Szene holte. Sprengen, dann wäre es schon besser und hygienischer, beide blutüberströmt vorfindet. Er verbindet erfolg und Beifall von solcher Reinigung" überhaupt abzusehen. sie noch, dann fällt er bewußtlos zu Boden. Poli- Traute Carlsen ließ als die sehr begabte Die Deutsche Lehrerakademie erbittet für ihre sei und Rettungsgesellschaft tommt, man findet ihn Stanaille teinen Wunsch offen, die Damen Carola Hörer die Nenning billiger und guter Quartiere. fast verblutet und sie wimmert unausgeseßt: Das Toelle und Eva West, die Herren KleinBuschriften: Prag III, Letenská 5. brennt, ach das brennt, Mütterchen!" Rogge und Mar Land a sprachen und spielten| Drud: Nota" A.-G. für Zeitung und Buchdrud, Brag. Für den Drud verantwortlich: Otte Holit, Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Straus, Prag. Serausgeber: Siegfried. Taub. Chefredattext: Wilhelm Rießner. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kč 16.-, vierteljährlich Kč 48.Die Zeitungsmartenfrantatur wurde von der Boft. n. Telegraphendirektion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmasten, batbjährig Kö 96, gangjährig Ko 192,-, Jasevate werden laut Zatif billigst berechnet. Bei österen Einschaltungen Preisnachlaz. xag. Gastwirtschaft LIDOVÝ DUM ( Gen. Wilhelm Opatrn) $ 137 Konzert. PRAG II., Hybernská Nr. 7.