Einzelpreis 70 seller. Sosialdemokrat Zentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Ifchechoslowakischen Republik 11. Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion und Berwaltung: Prag I., Relásanla 18 Telepbon: 26795, 31469( natrebattion): 26797 Bosidedami: 57544 Dienstag, 6. Oktober 1931 Verlängerung der itaatlichen Er- Der tschechisch- römische Verstoß gegen die deutschen Katholiken: nährungs- und Milchaktion. Weitere zehn Millionen bis 15. November. In der am 2. Oktober stattgefundenen Sigung des Ministerrates wurde beschlossen, die staatliche Ernährungsaktion für Arbeitslose und Kurzarbeiter und die Milchaktion für Kinder von Arbeitslosen bis zum 15. November 1931 zu ver längern. Zu diesem Zwede wurden für die Durch führung der staatlichen Ernährungsaktion 9 Millionen Ke und für die Milchaktion eine Million Kronen bewilligt. Eine neue Botschaft Hoovers? New York, 5. Oktober. Wie New Hort Times" meldet, erwartet man, daß Präsident Hoover in der nächsten Woche eine bedeutende Kundgebung über den Stillstand des Kriegsschiff banes für die Dauer von fünf Jahren machen und sich auch über die Steuerpläne der Regierung sowie über die Maßnahmen zweds Stabilisierung der Märkte äußern wird. London, 5. Oftober. Zum morgigen Bo riser Besuch des britischen Außenministers Loud Reading schreibt der diplomatische Storvespondent des ,, Daily Telegraph": Bei den engTisch französischen und bei den darauffolgenden französisch- amerikanischen Unterredungen werden nicht nur Reparations und Kriegsschuldenfragen, sondern auch Fragen der Währung und der internation1 aIen Schulden eine hervorragende Rolle spicIen. Es ist bestimmt anzunehmen, daß sein Mei nungsaustausch mit den französischen Staats männern sich auf Abrüstungsfragen nur insofern beziehen wird, als die Abrüstung nach amerikanischer Meinung mit einer eventuellen Revision der Kriegsschulden verknüpft iſt. Eine ,, schwere Prüfung".. Nehmen die deutschen Katholiken die Ohricige ruhig hin? Demütige Haltung des Preßvereins Egerland.- Die christlichsoziale Presse finanziell gefährdet? Nr. 232. Hände weg von den Löhnen! Wir haben vor einigen Tagen an dieser Stelle dargelegt, was man aus der Krise der englischen Währung und Wirtschaft lernen tann. Die Anhäufung des Goldes, der Grundlage der Währungen im Kapitalismus, in einzelnen Ländern, die Armut anderer Länder an der Golddeckung ihres Geldwesens erfordert Es scheint, daß die Beschlüsse der Olmützer| Gebieten. Sie fonnte und kann jich dabei stützen eine internationale Regelung, eine Bischofskonferenz, diese den deutschen Katholiken auf die Mitarbeit der hervorragendsten Männer planmäßige Organisation der Wirtschaft. Eine von tschechischnationalen Bischöfen und von dem des katholischen In- und Auslandes. andere Folgerung aus diesen Ereignissen zierömisch- fascistischen Nuntius verabreichte OhrDas wollen aber die Leser und will die hen unsere Unternehmer. In ihrer Apotheke feige, die in gewissem Sinne eine Schmach Deffentlichkeit in diesem Augenblick nicht wissen. gibt es nur ein Mittel: den 2ohnabbau. für die deutsche Bevölkerung überhaupt ist und Sie wollen wissen, ob die Ohrfeige des Nuntius So wie man im Kriege alle Krankheiten durch eine schwere Provokation aller Weit mit einem Vergelt's Gott oder mit einer saftigen Aspirin oder Opium geheilt hat, so glauben glieder der katholischen Kirche darstellt, die Erwiderung quittiert wird. In delphischem Chriftlichsozialen und den deutschen Klerus wie Orakelstil ist auch die Schlußerklärung der die Kapitalisten mit dem Medikament des ein Bliz aus heiterem Himmel getroffen hat. Deutschen Presse" gehalten: Ihre Erklärungen lassen jede Klarheit vermissen, sie sehen sich weder zur Wehr, noch unterwerfen fie sich in aller Form. Sollten sie die Maulschelle tatsächlich so einsteden, wie man es nach den schüchternen Kundgebungen vom Sonntag annehmen muß, so müßte die deutsche Deffentlich feit wohl über andere Mittel nachdenken, dem Nuntius und seinen tschechischnationalen Schleppträgern eine entsprechende Antwort zu erteilen. Der Preßverein Egerland" hat eine Vorstandssizung abgehalten, und sich soweit zurüdgezogen, daß er ohne sich in die Sache selbst einzulassen" erklärt: „ daß einzelne in dieser Sache von Blättern des Preßverein Egerland" veröffentlichte Artikel in der Form nicht gebilligt werden können." Der Borstand ,, bedauert", wenn einige, gewiß auch von derselben Absicht ( den Katholizismus zu schüßen, d. R.) geleitete Artikelan Mißbentungen Anlaß gegeben haben." Lohnabbaues den totkranken Körper der fapiDas Bewußtsein erfüllter Pflicht gibt uns talistischen Wirtschaft der Gesundung zuzuführen. die Kraft, auch die gegenwärtige schwere Den Anfang zu einer Herabsetzung der Prüfung, die über die katholische Zentralpresse Löhne machte England, das mit dieser hereingebrochen ist, mit Gottvertrauen zu ertragen. Der sudetendeutsche Katholizismus ist Methode bei den Matrosen sehr schlechte Crinnerlich so start, daß er auch durch diese seine fahrungen gemacht hat, denn die geplante Prüfung teinen Schaden erleiden wird. Herabsetzung des Soldes der englischen MatroDer Weg, den uns unsere katholische Ueber- sen führte zu einer Meutevei, die ganz Engzeugung vorschreibt, ist klar: Die firchliche land in Aufregung versetzt hat. Die EntwerAutorität ist für uns entscheidend. tung des Pfundes, die seit dem 19. Septem Wir glauben, daß dies wesentlich zur Beruhigung ber eingetreten ist, bewirkte eine weitere Herunserer Leser beitragen und niemanden an uns absetzung des Realeinkommens der arbeitenirre werden lassen wird. Wir bitten deshalb unsere den Klassen Englands, denn für alle Waren, Lejer, ebenso ruhig und gefaßt wie wir die kom die aus dem Auslande kommen das ist in menden Entscheidungen abzuivarten. England alles Brotgetreides, aller KolonialDaß die kirchliche Autorität für ein christ- waren, der meisten industriellen Rohstoffe lichsoziales Blatt entscheidend ist, muß ja nicht müssen mehr Pfunde als bisher bezahlt werbetont werden. Wichtig zu wissen wäre, em die Deutsche Breffe" diefe find natürlich auch die reichs deutschen den. Wenn es um Lohnherabsetzungen geht, Autorität verkörpert sieht. Sie hat sieht. Sie hat feinerzeit geleugnet, daß der Nuntius diese Unternehmer gleich am Platze. Im Ruhe Nun, es hat sich weder um die Form Autorität befize; sein Amt, schrieb sie, sei nicht gebiet will man die an sich schon niedrigen gehandelt, noch war da viel zu mißdeuten. von Gott. Billigt sie ihm und seinen Mame- Bergarbeiterlöhne weiter fürzen, Reichsbahn In dem bemerkenswertesten der Artikel stand, for- lucken die Autorität jetzt zu? Stedt sie alles ein, und Reichspoft haben die Lohntarife gekündigt, mell, flar und einwandfrei, in gutem Deutsch das Interdikt, die Beschimpfung( die es für sie der Reichsverband der deutschen Industrie und mit großer Ehrlichkeit, daß der Nuntius doch bedeutet), tein katholisches, sondern ein dem fündigt eine Lohnabbauoffensive an. Auch in gelogen und damit eine schwere Sünde begangen tatholischen Denken feindliches Blatt zu sein, das Oesterreich wollten die bürgerlichen Parhabe. Berbot an die Geistlichen, an ihr mitzuarbeiten? teien eine Kürzung der Beamtengehälter in Paris 100 Millionen Schilling. Statt sich zu rechtfertigen, verhängt der Die schwere Prüfung wird mit Gottvertrauen durchführen, was ihnen aber durch das EinParis, 4. Oktober. Wie das„ Journal" mit Nuntius das Interdikt über die christlichsoziale allein nicht zu bestehen sein. Hier gilt es ent- greifen der Sozialdemokratie bei den schlechter Anleihe zu teilt, werden diese Woche der ehemalige österrei- Bresse. Und diese, statt die Ohrfeige zurückzu- weder bei der Konkurrenz eine chische Finanzminister Juch und der Direktor geben und zu ihrem Worte zu stehen kneift machen und mit Luther zu erklären: Das Wort bezahlten Beamten nicht gelungen ist. Es wäre ein Wunder gewesen, wenn die der Oesterreichischen Nationalbant Reisch in aus, indem sie sich auf Mißverständnisse und sie sollen lassen stan! Paris eintreffen, um mit Pariser Banten über Formfehler zurückzieht. Einmal hat diese Preffe den Pantoffel zu küssen und die Achtung aller Unternehmer in der Tschechoslowatei nicht die gleiche Bahn beschritten hätten wic eine 100- Millionen- Schilling- Arleihe zu berhan eine gute Sache mannhaft vertreten, einmal allen anständigen Menschen zu verlieren. mun Wie wir von gut unterrichteter Seite er- ihre reichsdeutschen Klassengenossen. Wunder deln. Diese Anleihe soll zur Bezahlung der von anständigen Menschen Freude gemacht wird sie kneifen? fahren, wanken bor der Bank von England Desterreich gewährten und allem die finanziellen geschehen nicht und so hat sich auch der VerDie Deutsche, Presse" rühmt sich Grundlagen der christlichsozialen Preffe, da die band der tschechoslowakischen Industriellen in am 18. d. M. rückzahlbaren Anleihe verwendet ebenfalls ihrer Berdienste um die katholische Sache Zuschüsse aus Klöstern, Pfarreien und vor allem einer Sizung mit der Frage des Lohnabbanes und entwickelt dann folgendes viel und nichts aus dem Stift Tepl ausbleiben dürften. Man beschäftigt. Die Herrschaften glaubten, das besagende Programm: rechnet in Kreisen der christlichsozialen Partei sonders gescheit anfangen zu müssen. Sic mit einer schweren materiellen Krise der katholischen Presse, die von der Geistlichkeit bisher über gaben einen Bericht über eine Sigung her Waffer gehalten wurde. Wie wäre es, Herr aus, in der von allen möglichen Mitteln der Hilgenreiner, wenn man vom Nuntius die Karls. Behebung der Wirtschaftskrise und den verbader Villa zurückforderte und sie als Denkmal schiedensten Wünschen der Industriellen die verkaufte? Von dem Gelde könnte dann die Rede ist, von den Löhnen wird geschwiegen. Deutsche Presse" weiter erhalten werden?! werden. Desterreich sucht Staatshilfe für bedrohte Banten. Preußen stüßt die Rheinische Landesbank. Berlin, 5. Oktober. Der Ständige Ausschuß des preußischen Landtages ist für morgen Nachmittag einberufen worden, um eine Verordnung der Staatsregierung über Sicherheitsleistung des Staates zugunsten der Rheinischen Landesbank zu verabschieden. Diese Verordnung, die, wie schon ihr Name fagt, feine Barausgaben, sondern nur eine Staatsbürgerschaft enthält, nimmt als Betrag für die Sicherheitsleistung 120 Millionen Mark an. Es handelt sich hier um eine Notver ordnung auf Grund des Artikels 55 der Preu hischen Verfassung, die die Staatsregierung mit Zustimmung des Ständigen Ausschusses des Landtages ohne weiteres erlassen darf. Die Rheinische Landesbank, ein öffentlich rechtliches Institut, das gleichzeitig Girozentrale für die Rheinproving ist, ist durch die eingefro Lenen Kredite rheinischer Städte in ihrer Liqui dation bedroht worden. Auch das Reich wird feinerseits weitere 120 Millionen Mark Schatanweisungen als Sicherheit für das angesehene rheinische Institut zur Verfügung stellen. Jederzeit faßte die„ Deutsche Preffe" ihre Aufgabe als Dienst an den allgemeinen Intereffen des gesamten Katholizismus der Tschecho slowakei und darüber hinaus auf. Sie war und wird bleiben, soweit es eine Tages zeitung sein kann, die Vermittlerin tatholischer, Forschung, katholischer Wissenschaft Wissenschaft aus allen Demission des österreichischen Finanzministers Wien, 5. Oktober. Der Bundesminister für Finanzen Dr. Redlich hat in einem von 4. Oktober datierten Schreiben an den Bundesfangler Dr. Burefch seine Demission unterbreitet. oder aber dem Nuntius schloß, Macdonald als Kandidaten der Arbeiterpartei für den Wahlkreis Seaham auf zustellen. Zariferhöhungen in Desterreich. Personentarife um 20 Prozent. Wie aber das ,, Česté Slovo" aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren hat, bildete bas Problem der Löhne den wichtigsten Punkt der Tagesordmung bei dieser Beratung und es wurde eine Herabsetzung der Löhne bis 15 Prozent gefordert, die spätestens mit Beginn des neuen Jahres verwirklicht werden soll. Ist die Forderung, die die Unternehmer Der Bundeskanzler, der das Schreiben Redlichs ferenz wurden heute nähere Mitteilungen über und kann damit der tschechoslowakischen Wirt Wien, 5. Oktober( AN). In einer Pressekonda in aller Heimlichkeit aufstellen, berechtigt Montag vormittags erhielt, machte hievon sofort Montag vormittags erhielt, machte hievon sofort Mitteilung dem Bundespräsidenten, der die De- die bei den österreichischen Bundesbahnen mit 15. schaft geholfen werden? Oktober geplanten Tariferhöhungen geUnsere Unternehmer dürfen nicht vergejmission Dr. Redlichs annahm und Dr. Buresch macht. Die Hinaufsetzung der Personentarise wird sen, daß schon einmal ein Lohnabbau durchmit der Leitung des Finanzministeriums betraute. fich im allgemeinen zwischen 6 und 20 Prozent geführt wurde. Es war dies in den Jahren bewegen. Um 20 Prozent werden die Fahrpreise 1921 und 1922 in der Zeit der Deflation, in der ersten und dritten Klasse der Personenzüge des Steigens der tschechoslowakischen Krouc, und in allen Klassen der Schnellzüge erhöht da die Arbeiterlöhne um 30, 40, 50 ja bis zu werden. In der zweiten Klasse der Personenzüge 60 Prozent gekürzt wurden, wo also die Anwerden die Fahrpreise um etwa 6.7 Prozent passung an den Wert der Krone nach Wunsch Wahlstimmung in England. London, 5. Oktober.( AR.) Wie erwartet wird, sollen die Arbeiten des bisherigen ParlaDänische Nationalbantstüßt Handelshant mentes diese Woche beendet werden. Zeitungs- hinaufgesetzt werden. Dafür wird das Begünsti- und Willen der Unternehmer durchgeführt Kopenhagen, 5. Oftober. Infolge von Zwei Donnerstag oder Freitag zur Verlesung gelangen feln an der Liquidität der Sandelsbanken" to und die Wahlen am 28. oder 29. Oktober durch penhagen, die in gewissen Streifen zu bestehen geführt werden. Der Führer der Liberalen, Lloyd scheinen, hat die dänische Nationalbant sich bereit George, ist noch immer entschieden gegen die erklärt, der Handelsbank Mittel in einer, Höhe zur allgemeinen Wahlen. Verfügung zu stellen, die diese für nötig erachtet, um allen an jie gestellten Anforderungen gerecht Murton bei Seaham( Grafschaft Turbam), zu werden. 15. Ottober. Die hiesige Bergarbeitergruppe beFahrten in Sonderzügen, das gegenwärtig 25 bis wurde. Eine Lohnherabsetzung aus valutari 33 Prozent beträgt, wird bis 50 Prozent erweitert schen Gründen wäre also jetzt vollkommen un und die Begünstigung bei Gesellschaftsreifen schon berechtigt, da ſeither der Wert der tschechoslofür a cht Personen( bisher 12 Personen) gewährt wakischen Krone sich nicht geändert hat. werden. Auch die Begünstigungen für die Vor- Dazu kommt noch, daß infolge der Mechaund Nachsaison werden weiter gewährt und sogar nisierung und Maschinisierung des Produferweitert, indem die Mindestentfernung für Aus- tionsprozesses, infolge der in den letzten Jayländer auf 50 Kilometer herabgesetzt wird. ren durchgeführten Rationalisierung der An Seite 2 Dienstag, k. Oktober 1-81 Fr. 232 teil der Löhn« an den Produktionskosten in ständigem Sinken begriffen ist. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der durchschnittliche Anteil der Löhne an den Produktionskosten nicht mehr als 15 bis 20 Prozent beträgt, in wenigen Branchen wohl etwas höher, in den meisten aber noch niedriger ist. Eine Lohnhorab-- setzung von etwa fünf Prozent käme also einer Senkung der Produktionskosten um ein Prozent gleich, was nicht im geringsten ins st-e- wicht fiele. Mit einer Herabsetzung der Löhne ist also unfercr Volkswirtschaft nicht zu helfen, daS könnte heute.schon jeder volkswirtschaftliche ABC-Schütze wissen. Aber eine Herabsetzung der Löhne würde nicht nur keinen Nutzen bringen, sie wiirde uns in die Krise noch tiefer hineinziehen. Der Lohn ist nämlich nicht nur ein Clement in den Produktionskosten, sondern auch ein Faktor der Kaufkraft der Bevölkerung. Die Herabsetzung der Löhne bedeutet, wie alle neueren volkswirtschaftlichen Schriftsteller darlegen— die Herren Unternehmer könnten in die diesbezügliche Literatur einmal Einsicht nehmen— ja n ie selbst vernünftig« industrielle Unternehmer cinsehen, verringerte Kaufkraft der Massen der Bevölkerung, geringer« Nachfrag«, Verringerung der Produktion, neue Arbetterenflassun- gen und neuerliche Senkung der Kaufkraft— eine Schraub« ohne Ende, welche die ganze Wirtschaft immer mehr in den Abgrund der Krise und Arbeitslosigkeit, der Not und des Elends hinabzieht. Dies gilt besonders von einem Land, m dem die Lohne selbst in Kon- junkturzeiden niedrig sind, niedriger als in anderen Ländern. In einem unserer Gewerk- schaftsblätter war unlängst eine Zusammenstellung der Löhne eines Spinners in der Flachsindustrie im Vergleich mit den Kleinhandelspreisen der betreffenden Länder und da wurde festgestellt, daß dieser Lohn in Deutschland 100, in Oesterreich 83, in der Tschechoslowakei aber 74 beträgt, nicht zu reden von Ländern wie England und Amerika, in denen die Löhne wert höher sind als bei uns. Selbst in den angrenzenden Ländern, die noch schwerer unter den Wirkungen der Krise leiden als wir, sind also die Lohne höher als in der Tschechoslowakei. Wir haben erst dieser Tage einen Vergleich gezogen Mischen den Kosten der Erhaltung eines Sträfling- und den Arbeiterlöhnen und haben da festgestellt, daß die Kosten für Beköstigung, Bekleidung und Löhnung. wöchentlich 44.88 Kronen betragen, während der Lohn eines Viertel» aller versicherten Arbeiter in der Tschechosiowakei nur 43,57 Kronen beträgt(dabei hat der Sträfling die Wohnung umsonst, während der Arbeiter den teuren Mietztn- bezahlen muß). Bei solch elenden Löhnen ist es kein Wunder, wenn wir aus der Kris« nicht herauskommen und da wollen die Unternehmer, diese größten Verderber und Schädiger de- Wirtschaftsleben», die Löhne noch weiter herabsetzen! Nicht die Löhn« der Arbeiter stich schuld an der Konkurrenzunfähigkeit der Industrie, sondern dir verbrecherische Wirtschaftsführung der Unternehmer, wie die Fälle Lahusen, Danatbank und Oesterreichische Kreditanstalt zeigen. Der Angriff, den da die Unternehmer oer Tschechosiowakei auf die Löhne der Arbeiter planen, ist also wirtschaftlich nicht gerechtfertigt und sozial untragbar. Der Versuch der Kapitalisten aller Länder, die Löhne zu senken, ist der Versuch der Sanierung des kapitalistischen Systems auf Kost e n der A r b e i t t rk l a s s e. Der Arbeiter und Angestellte nnrd sich das nicht gefallen lassen und so werden zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Europa noch verschärft« soziale Kämpfe treten. Die Arbeiter haben die Verschärfung der Klassenkämpfe nicht zu fürchten, wohl aber die Unternehmer, denn j e schärfer diese Kämpfe werden, desto mehr wird es um das Sein oder Nichtsein der ganzen kapita- oder Nichtsein des ganzen kapita- - Stabilifiervngsdilanzeu oder: Wie Milliarden verdient werden. Tas eben erschienene Septemberheft der „Mitteilungen der tschechoslowakischen Nationalbank" bringt eine Beilage, worin in an- slbaulicher Form mittels Tabellen und graphischer Darstellungen die Erfolge aufaezeigt werden, die die Aktiengesellschaften unserer Republik durch die im Sinne des Gesetzes über Stabi- listerungsbilanzen vom 15. Ium 1927 erfolgte Aufwertung erzielt haben. Es ist auch für den Laien imeressant, zu erfahren, daß durch dies« Gesetzesbestimmung, welche gestattet, daß alle im Unternehmen dauernd Verwendung findenden Gegenstände, also Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Einrichtungen, die in den Bilanzen bisher mit ihrem ursprünglichen Wert figurierten, nunmehr mit dem Wert eingesetzt werden könne», den sie am Tage der Aufstellung der neuen Bilanz effektiv haben. Es konnte z. B. eine Fabrik, deren Wert mit Maschinen, Einrichtungen etc. in der alten Bilanz mit 800.000 Kronen beziffert wurde, Plötzlich auf 5,000.000 Kronen aufgewertet werden, welcher Wertzuwachs entweder auf ein Reservefondskonto gutgeschrieben werden konnte oder zur Erhöhung des Kapitals verwendet werden durfte; diese Kapitalserhohung kann bei Aktiengesellschaften durch Aufstempelung der Aktien auf einen höheren Nominalbetrag oder durch Ausgabe von Gratisaktien erfolgen. Es Ist also bei einem großen Teil dieser Akneninhaber das Vermögen so wie selbstverständlich auch dessen weiterer Zinsertrag über Nacht, ohne weiteres Hinzutun, durch einen Federstrich sozusagen um ein Beträchtliches gestiegen, ohne daß, wie die» bei anderen Gewinnen, auch wenn sie durch ehrliche Arbeit erzielt wurden der Fall ist, in« Allgemeinheit, d. i. der Staat irgend etwas davon obbekommen hätte. Der durch di« Stabilisierungsbilanz erzielte BermögenSzuwach» ist nämlich dank der Mild« diese» für die Kapitalisten so hoch. wichtigen Gesetzes vollständig steuer-«nd gebührenfrei. Daß dieser Bermögenszuwachs nicht gerade S ist, geht aus einer in oben erwähnter !atwn enthaltenen Zusammenstellung hervor, welche zeigt, daß z. B. in unserem Staate bei 18 Bankanstalten eine Erhöhung des Eigenkapitals um 119,754.408 Kronen, 46 Bierbrauereien und Malzfabriken um 393,986.094 Kronen, bei 12 chemischen Fabriken um 372,820.382 Kronen, bei 28 Textilfabriken um 327,590.947 Kronen, bei 83 Zuckerfabriken um 435,032.255 Krönen und bei 22 Berg- und Hütten-Unternehmun- gen um 1.988,151.896 Kronen stattgefunden hat. Im Ganze« habe« 268 Unternehmungen eine Erhöhung ihres ursprünglichen Eigenkapital» um fünf Milliarde«, vierhundertzwei Millionen, nennhundertvierundsiebzig- tansend siinshunbertviernndvierzig Krauen erfahre«. Und diese Kapitalisten, denen solche Summen mühelos in den Schoß gefallen sind, ent« blöden sich nicht, bei dem geringsten Schwinden der Profctmöglichkriten, den Staat um Hilfe anzuflehen, die ihnen in allen möglichen Formen, durch Steuernachlässe, Sanierungen, Exportprämien, Schutzzölle, usw. in bereitwilligster Weise gewährt werben. Wenn aber alle diese Hilfsmittel erschöpft sind, in dem Augenblick, wo das Unternehmen nicht mehr die gewohnten Riesengewinne abwirft— dann wird eben Tabula j rasa gemacht, der Betrieb wird stille gelegt, daS Vermögen wird in hochwertige Dollar, Hollandwilden ustv. verwandelt und in die so sichere Schweiz geflüchtet— und die Tausende von Arbeitern, die diesen Reichtum in blutigem Schweiß mit ihren schwieligen Händen geschaffen, werden erbarmungslos aufs Pflaster geworfen.— Wie lange noch? revtschvatiovkUe Wirtschaft. Das„Prager Montagsblott" vom 5. Okwber schreibt zur Affäre der Leitmeritzer„Deutschen BolkSbank" u. a. folgendes: ,B«i einem Kapital von 8.28 Millionen US ergibt der heutige Status dieser bedrängten Kleinbank, daß sie von ihren aus 115 Millionen Kronen bestehenden Einlagen etwa 40 Millionen Kronen an 10 oder 11 JNdustriefirmen verliehen hat und «S wär« wohl interessant, zu erfahren, mit wel- cher Machtvollkommenheit die Direktion einer Leinen Genossenschaftsbank ungedeckte oder nur sehr mangelhaft gedeckte Kredite in diesem Ausmaß« erteilen konnte. Man muß sich fragen, welche Roll« der AufsichtSrat bei Erteilung von Krediten gespielt hat, wie der Liquiditätsstandpunkt gewahrt wurde, d. h. in welchem Ausmaße den bestehenden Einlagen pupilar- sichere, stets belehnbare Werte gegenüberstanden und wieso es kam, daß die Bank, die auf Grund eines Revisionsbefundes sich an andere ge nossenschaftliche Institute um Hilfe gewandt hatte, noch nachher in einer für die Oefftntlichkeit bestimmten Bilanz einen Reingewinn ausgewiesen und eine Dividend« ausgeschüttet hat." DaS„Prager MontagSblatt" begrüßt die von der Regierung veranlaßte erhöhte Bankkontrolle und die verschäfte juridische und materielle Verantwortlichkeit der maßgebenden Leiter. ES wäre sicher notwendig, daß die Oeffent- lichkeit über die deutschnationale Wirtschaft in Leitmeritz bald ein klares Bild erhielte. Reue Abgeordnete. Der Innenminister hat dieser Tage drei neuen Abgeordneten das Beglau- bigungsschreiben zugesendet, das zum Eintritt in das Abgeordnetenhaus berechtigt.^Di« neuen Abgeordneten sind: Dr. Franz Bacher(Arbeitsund Wirtschaftsgemeinschaft) für den verstorbenen Professor Dr. Kafka, der Prager Advokat Dr. Angelo Goldstein(jüdische Partei) für den verstorbenen Dr. Singer und der tschechische Ge- werbeparteiler Emanuel K e j m a r als Nachfolger des verstorbenen Abgeordneten Pekarek. An» dem Parlament. Für Freitag ist das Präsidium des Abgeordnetenhauses«mberufen worden, um die endgültigen Dispositionen für oic erste Plenarsitzung am 14. Oktober zu treffen. Gemäß der Anregung der letzten Präsidialsitzüng hat der Ministerrat am Frertag oefchloffen, daß in dieser Sitzung nach dem Budgetexposä des Finanzministers auch noch der Außenminister Dr. B e n e i eine Erklärung über die außenpolitische Lage abgeben soll. Daran wird sich eine allgemeine politisch- wirtschaftliche Aussprache knüpfen, die mehrere Tage beanspruchen wird. Sitzung der Wirtschaft-Minister. Für heute sind die WtrtschaftSmintster einberufen; auf der Tagesordnung sicht die Geschäftsordnung für die interministerielle Kommission, die die G e« treideeinfuhrbewilligung erteilt, ferner die noch strittigen Punkte der Durchführungsverordnung über die Exportkredite. DaS.^Prager Tagblatt" kämpft. Nämlich für die Familien Lefko Vic und Fleischer im Horakprozeß. Am Sonntag, den 4. ds. wußte es »inen Lesern mitzuteilen, vaß am 11. Auiu 1919 der Massenmord geschehen und daß Friedrich Bill am 11. Juli 1931 den Fall aufgegriffen hat, der dann nicht mehr ruhen konnte. Also war es wieder einmal daS„Prager Tagblatt", das erfolgreiche Arbeit geleistet hat? Wie kommt es aber, daß am 11. Juli 1931 Herr Horak schon im Kittchen gesessen ist? Glaubt da»„Dräger Tagblatt" wirklich— trotzdem es über oen Jnstan- zenzug im Strafprozeß und die Nichtigkeitsbeschwerde im besonder« so gut informiert ist— oaß ohne den mutigen Dreispalter Herr Horak nicht einmal zu seinem Triumph vor den Prager Geschworenen gekommen wäre? Es soll eben so au-sehen, als ob die Prager Hauptzentrale der Bürgerkultur unentbehrlich wäre, wenn eS um Recht und Unrecht geht. Dabei wird aber bewußt Verschw regen, was Friedrich Bill in der^Ostrauer Morgenzeitung" iestgestellt hat, daß die Sozialdemokraten schon im Jahre 1920 eine Interpellation eingebracht haben, dabei wissen die Prager SchabbeSleser natürlich nicht» von der ungeheuren Aufregung, den dieser Skandalfall. schon vor dem ominösen Anklageartikel aus Prag in der einigermaßen freigeisrigen Presse der Slowakei hervorgerufen hat; dabei sollen Sie lieben Taablattleker natürlich nichts davon wissen, daß sich die so schwer heim- aesuchten Familien nicht an das„Prager Tagblatt" und seine Mitarbeiter, sondern an die Liga für Menschknreebte gewandt haben und daß nur der zufällig« und schon oftmals mit Mißfallen ausgenommen« Umstand, daß fein Mitarbeiter Friedrich Bill auch im Vorstand der Liga die Hauptarbeit leistet, dem„Prager Tagblatt" wieder einmal zu einer Information Verholfen hat, die, in üblicher Weise sensationell aufgemacht. nunmehr als Panier einer Menschlichseit zu dienen hat, die am besten dadurch beleuchtet wird, daß das mutige Organ amTagnach dem Urteil keinen kritischen Artikel gebracht hat, trotzdem doch sonst bei dem beschei- »ensten Revolutionderl in Mittelasrika sämtliche Einflüsse auf all« möglichen Kultur-»nd Wirt- chastSgebietc von Prag und weiterer Umgebung teleitartikelt werden; das„Prager Tagblatt" har wieder einmal andre Blätter die Kastanien ans dem Feuer holen lassen und hat— gestützt etwa auf unseren Leitartikel„Fr«ispru ch"— gnädig die Erlaubnis erteilt, daß Friedrich Bill unter persönlicher Verantwortung und unter vollem Namen zwei Tage nach dem Urteil eine rmmerhin notwendige Stellungnahme äußern mrste. Kenner der Pressemoral wird natürlich an dieser Angelegenheit nichts wundern! 16 Der Traumlenker Roman von Hormynla Sur Mühlen. „Komm," sagte Babett und ihre heisere Stimme klang weich und mütterlich.„Ich werd dir Helsen. Mein Mödelhändler sagt immer, ich kann ihn allen geschäftlichen Aevger vergessen lassen. Komm, armer Junge." MS Babett im fahlen Licht des Dezembermorgens fortging, fror Peter. Ihre mageren Arm« hatten eme warme Güte gehabt, st« war ein Mensch gewesen und keine Marionette. Er küßte sie Ptm Abschied wie einen lieben Freund und blickte ihr aus dem Fenster nach, bi» die klmne unscheinbare Gestalt im Frühnebel verschwand. Siebentes Kapitel. 3m„Goldenen Hahn." Perer Brenn fand in seinem Brieflasten «inen kleinen grellgclden Zettel, auf dem große rote Lettern prahlerisch verkündeten: „Friedrich Müller spricht z» der Welt!" Kleine kcylvarze Buchstaben auf der rechten Seite des Zettels fugten die nüchterne Erklärung hinzu: JJm„Goldenen Hahn", Fahrgaffe 6. Am 18. Dezember, 8 Uhr abends. Eintritt frei." Peter Brenn beschloß, Anziehen; er wollte seine Marionette tanzen sehen. E» schneite, als Peter auf die Straß-: trat. Wie Glasperlengardinen fielen die Flocken in geraden, dichten Streifen nieder. Die von den Bogenlampen erhellten Gesichter glänzten rot. Die Schaufenster in den großen Straßen waren hell erleuchtet; das. künstliche Licht inmitten de» nächtlichen Dunkels verlieh den ausgestellten Gegenständen«inen seltsamen Reiz. Bor einer Sprelwarenhandlung standen zwei zerlumpte kleine Jungen und preßten die Nasen gegen die Scheibe. Ihre Augen glänzten, die schmutzigen kleinen Finger zitterten, als sie einander das Spielzeug zeigten, daS sie sich wünschten und ni« besitzen wurden. Peter suhlt« ein seltsames Würgen in der Kehle; wäre das Geschäft nicht schon geschloffen gewesen, es hätte ihm Freude gemacht, die beiden Jungen bineinzyführen und ihnen di« Eisenbahn und den Baukasten zu kaufen, die für si« das Ziel aller Wünsche bedeuteten. Aber sein« milde Stimmung hielt nicht lange an. Bor einem strahlenden Kino kam ihm eine alle Streichholzverkäuferin entgegen; ihr müder alter Rücken war dermaßen gekrümmt, daß sie wie ein lebendiges Fragezeichen anmutete, ihre verblaßten, tränenden Augen mochten seit Jahren nichts anderes gesehen haben, als den Asphalt und das Pflaster der Stadt; für sie gab es keinen Himmel und kein« Sterne. Peter holte die Geldbörse hervor. Eine Zeitungsverkäuferin, schäbig gekleidet, mit vergrämtem Gesicht, trat ihm in den Weg. „Geben Si« der Alten nichts," sagte sie, und aus ihrer Stimme tönte galliger niedriger Neid,„die ist reicher als sie." Peter blieb stehen, als hätte er einen Schlag erhalten. Bor oieser grenzenlosen Gemeinheit verblaßte alles, was er in den letzten Wochen erlebt hatte. Uicd plötzlich haßte er die armselige Zeitungsverkäuferin, wie er noch niemanden gehaßt hatte. Haßte sie, wie man oen Menschen üaßt, der einem die letzte Illusion zerstört. Als sie schwerbepackt die Straß« überquerte, wünschte er leidenschaftlich, sie möge unter ein Auto geraten. Sie waren ja alle gleich, die Menschen, reich oder arm, schlecht, gemein, keiner anstan-! digen Handlung fähig, Pöt« Brenn lächelte; nun endlich sind ihm di« Augen aufgegangen, jetzt sieht der die Menschen, wie sie wirklich sind. Einen Augenblick kam ihm die Erinnerung an die kleine haß-1 liche Babett und ihre schüchtern« Güte, aber er verscheuchte sie unwillig; sicherlich hatte das Mädchen di« ganze Nacht über nur an die hundert Maick gedacht. Er gelangte in den alten Teil der Stadt. Enge, von einem fahlen Licht spärlich erleuchtete stinkende Gassen dunkelten drohend, wie unheimlich« Schluchten. Die schmutzigen Häuser schalten sich wie Scharlachkranke. Bor einem Wurststand drängten sich Menschen; das flackernde Licht einer Kerze verzerrte ihre Gesichter; sie glichen Regenspeiern an einem gotischen Dom. Peter sah ihre offenen Münder, gierig ausgerissen, als wollen si« alle- verschlingen. Drohende Raub- tierzahne leuchteten aus der schwarten Höhlung. Bose und unerbittlich ragte über den niederen Häusern der Dom empor, ein schwarzes Gespenst in der Nacht, mit drohendem Steinsinger. Au» einer der Schluchten tönte Gesang; Peter blieb stehen und blickte hinein. Kinder hielten sich bei den Händen und tanzten singend im Kreis. Ihre kleinen Füße stampften auf dem Unrat, zwischen den eng gedrängten Hausern fanden sie kaum Platz für ihren Tanz, aber ihre hellen Stimmen flogen hoch und erreichten über Schmutz und Gestank und Trostlosigkeit den Himmel. Eine halb verhungerte schmierige Katze flüchtete vor einem Hund in ein halb offenes Fenslcr, zischte und. faucht« au» dem sicheren Versteck den Feind an. Peter erreichte den„Goldenen Hahn". Der Raum war von Tabakrauch erfüllt, der schmuyig- grau wie eine Säule in der Luft stand. Auf den ungedeckten Tischen übelriechende Bierlachen. Vom Schanktisch weht« ein ekliger Fuselsieruch herüber. Ein heiseres Grammophon krächzte: „Ich küß ihre Hand, Madame." Ein betrunkener Fuhrmann in einer Ecke sang eintönig vor sich hin:„Hakenkreuz am Stahlhelm, schwar-weiß- rotes Band, die Brigade Ehrhardt.. Zwei stämmige Jungarbeiter traten an den Tisch und brüllten ihn herausfordernd an: „Völker, hört di« Signal«, auf;um letzten Gefecht..." Der Fuhrmann murmelte, ohne den Kopf zu heben: „Saujuden!" Eine aufgeregte dicke Frau lief trippelnd zu den dreien: „Meine Herten, ich bitte sie, keine Parteipolitik. Herr Friedrich Müller ist soeben gekommen!-. Peter setzte sich an einen noch leeren Tisch. Bor ihm standen in einer häßlichen bunten Base verstaubte Papierrosen. Wa» bedeuten sie? Konventionellen Schmuck oder ein« ehrliche Sehnsucht nach Schönheit, die sich mit Papierrosen begnügen muß? Lianen» Spitzen, Babctrs rotes Pluschfofa, die steifen verstaubten Papierrosen in dieser kleinen Kneipe, fi« waren allesamt die Der- körperung eine» Traume», der gegen die Trost- losigkeit des wirklichen Leben» kämpft... Auf dem schmalen Podium erschien Herr Friedrich Müller in einem altmodischen Gehrock und gestreiften Hosen. Die linke Hand in di« Weste geschoben. DaS Grammophon brach schnarrens mitten in der Melodie ab. Stühle wurden gerückt, einige Menschen husteten, andere schneuzten sich laut. Dem betrunkenen Fuhrmann blieb da» ,Jbc" der ,^Brigade" int Hals stecken, und alle Augen starrten nach dem Podium. Peter staunte. Er hatte noch den ängstlichen kleinen Angestellten Friedrich Muller in der Erinnerung, der vor so vielen forschenden, fragenden, fordernden, gläubigen, höhnischen Blicken vor Scham vergangen wäre. Aber der kleine Mann dort oben auf dem Podium schämte sich nicht. Er blickt« auf die Menschen nieder wie ein Hirt auf seine Herde, gleichgAtig, fast verächtlich. Vielleicht sah er sie gar nicht, vielleicht ab er nur sich selbst, Friedrich Muller, den Diktator. (Fortsetzung folgt.) Mr. 232 Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands". 3um Konflikt in der deutschen Sozialdemokratie. Dienstag, 6. Oktober 1931 Seite 3 Notwendige Zusammenarbeit. Da die Abspaltung vollzogen ist, die neue sund Nur- Negierung der offiziellen Parteipolitik) Partei sich als„ Sozialistische Arbeiterpartei" war, keine zündende Parole und durch ihre Verfonstituiert hat, muß im Interesse der Einheit bindung mit der anrüchigen Deutschen Frieder Bewegung die neue Sette, mag man auch desgesellschaft" und der Zeitschrift Das andere ideologisch und taktisch nicht mit allem überent Deutschland" ist sie in den Augen vieler GenosIn der agrarischen Deutschen Landheimat" stimmen, was die SBD getan hat und tut, mag fen von allem Anfang kompromittiert. Aller( Leitmerik) erschien in der Nummer vom man auch manche Sympathien für die Linken" Voraussicht nach wird die Geschichte der Sozia- 30. September ein bezeichnender Artikel über die Die Bresse unserer Gegner triumphiert, die haben, unter denen sich Männer von der Lauter- listischen Arbeiterpartei eine Episode bleiben. Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen so charakterlose wie ungebildete Schriftleiterfeit Heinrich Ströbels oder Kurt Rosen Um so mehr aber ist es zu bedauern, daß durch Genossenschaften und Konsumvereinen und Arpresse der Provinz, die von den variablen Strachsfelds befinden, als Gegner ansehen. Sie wird diese Episode in schwerster Stunde den Gegnern beiterschlächtereien". in kommunistischen und fascistischen Lager keine der deutschen Arbeiterklasse keinen Gewinn brin- der Arbeiterklasse Waffen geliefert werden, daß Notiz genommen hat, stimmt in den Chorus ein: gent, sie wird dem sozialistischen Gedanken nur les zu dem Bruch gekommen ist, der zwar keine Spaltung der Sozialdemokratie, Zerfall, Niederschaden. Im Sinne Viktor Adlers, der uns Spaltung der Bartei, aber doch eine Stärkung gang, Zusammenbruch des Marxismus... und lehrte, daß es für die Arbeiter besser sei, einig des Fascismus ift. was des Unsinns mehr ist. Worum aber handelt einen falschen Weg zu gehen, als eines Mei es sich bei der Gründung der Sozialistischen mungsstreites halber die Einheit aufzugeben, müssen wir die Bildung der neuen Partei verArbeiterpartei Deutschlands" tatsächlich? Junerhalb einer so großen Partei wie die urteilen. SPD sie darstellt, einer Partei mit nahezu einer Es ist nicht anzunehmen, daß die neue Par- Berlin, 5. Oktober.( Eigenbericht.) Am Sonn- Zweifel gern bereit, ihre Waren zu liefern. Biele Million zahlenden Mitglieder, mit acht bis tei eine größere Bedeutung gewinnen wird; alle tag wurde in einer nach Berlin einberufenen Sonfumvereine kaufen denn auch schon sehr neun Millionen Wählern, gibt es natürlich Erfahrung seit 1918 lehrt, daß die fleinen oppo- Reichskonferen; die Sozialistische Arbeiterpartei erhebliche Mengen Waren direkt bei landwirtwurden schaftlichen Genossenschaften. Statt diese Tatsache immer verschiedene Ansichten. Die Meinungen fitionellen Splitterparteien zerrieben werden. gegründet. Zum Parteivorsitzenden der Hunderttausende können natürlich nicht auf zwischen KPD und SPD ist eben schon seit Seydewis, Rosenfeld und Ströbel anzuerkennen und der Vertiefung der direteine Linie gebracht werden, wohl aber ist es die Halle kein Play mehr für eine dritte Arbeiter gewählt. Die Unabhängige Arbeiterpartei Eng ten Beziehungen zwischen den Erzeuger- und Aufgabe der Partei, den Willen aller partei. Auch hat die Linke, deren schwerster lands hatte zu der Gründungstagung ein Begri Verbrauchergenossenschaften das Wort zu reden, Mitkämpfer nach einem Ziele zu Mangel ihre programm und ziellose Regierung ßungsschreiben geschickt. * Die Gründung vollzogen. Brüning ganz im Schlepptau der Rechtsradifalen? Unter Bezugnahme auf eine Polemik des Sozialdemokrat" mit der„ Deutschen Landpost" wird erklärt, die Bereitwilligkeit der Zusammenarbeit seitens der landwirtschaftlichen Genossenschaften sei gegeben. Das ist sicherlich zutreffend. Für das gute Geld der Arbeite fonsumvereine usw. sind die Agrarier ohne polemisiert die Deutsche Landheimat" in einer Weise gegen die ,, roten" Konsumvereine, die nicht unwidersprochen bleiben kann. Die spekulativen Weizeneinkäufe der tschechischen Großeinkaufsgesellschaft, die vom genossenschaftlichen Stand punkt aus schwer begreiflich sind, werden so dargestellt, als ob es sich um unsere deutsche Großeinkaufgesellschaft( Gec) handeln würde. Pressemeldungen über die bevorstehende Kabinettsumbildung. Berlin, 5. Oktober. Zahlreiche Blätter brin- Zweck dieser Personalveränderungen im Ka- Diese hat mit den Weizeneinkäufen der tschebinette wäre es, der Regierung im Reich 3. chischen Großeinkaufgesellschaft selbstverständlich Reichs- nicht das geringste zu tun. Ob die Verluste der tage eine Mehrheit von rechts 3 letteren infolge dieser Weizeneinkäufe wirklich sichern, da nach der bisherigen Entwicklung die 18 Millionen Kronen betragen und ob gerade die ichige Reichstagsmehrheit, beziehungsweise die Bauern und Handwerker das Defizit in Form weitere Tolerierung durch die Sozialdemokraten, erhöhter Steuern bezahlen, ist mehr als zweifelhaft. zweifelhaft erscheint. Tenten. Nun gibt es aber seit dem September des vorigen Jahres in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands eine schon vordem ,, radikale" Gruppe von Genossen, denen zibar nicht ein anderes Endziel, wohl aber für die nächste Zeit ein anderes Ziel vorschwebt als dem für die Politik der Partei verantwortlichen Parteivorstand. Während dieser seit den Septemberwahlen sein unmittelbares Ziel darin erblidt, gen Meldungen und verzeichnen Gerüchte über den deutschen Fascismus an der Machtergreifung zu hindern, und zu diesem Zwecke das bür- bevorstehende Aenderungen im Reichskabinett, die gerliche, seiner ganzen Tendenz nach kapitalistische in den nächsten Tagen erfolgen sollen. Die Mehrund oft arbeiterfeindliche Kabinett Brüning zahl dieser Meldungen stimmt darin überein, daß unterstützt, hielt die Opposition die Politit für mit der Demission des Reichs Außenministers aussichtslos und schädlich. Sie glaubt, daß die Teilnahme der Nationalsozialisten an der Reichs- Dr. Curtius sicher zu rechnen ist, die er zu Die Deutsche Landheimat" macht dann den regierung und das bedeutet natürlich auch: folge morgen bei seiner Audien; beim ReichsGinige Blätter verzeichnen auch das Gerücht, roten" Konsumvereinen den unberechtigten Sturz der sozialdemokratisch- bürgerlichen Koali- präsidenten Hindenburg überreichen werde. daß es vielleicht noch vor dem Zusammentritt des Vorwurf, daß die meisten ausländisches Fett, tionsregierung in Preußen, Fascisierung der Gleichzeitig mit dieser Aenderung heißt es Reichstages auch im ganzen Regierungssystem 3 ren, obwohl heimische Brodukte in gleicher Güte ausländisches Obst und ausländisches Wieht füthVerwaltung, Justiz und Schule, Raub der jozia- weiter, werde Reichskanzler Dr. Brüning noch radikalen Aenderungen kommen werde. len Errungenschaften, Diktatur der SchwerinduAenderungen kommen werde. Die und zu gleichen Preisen oder billiger von landstrie und der Banken nicht aufzuhalten sei. vor dem Zusammentritt des Reichstages ant Deutsche Allgemeine Zeitung" spricht von der wirtschaftlichen Genossenschaften zu haben sind. Die Bartei könne daher zur Bekämpfung dieser 13. ds. M. eine Reihe weiterer Personal Möglichkeit eines Rechtstabinettes mit Geheim- Das wären schlechte Genossenschaften, die billigere Gefahr nur eines tun, ſich ſtark und gerüstet hal- veränderungen in seinem Kabinette vor- rat sugenberg an der Spike. In diesem einheimische Ware ablehnen und teure fremde ten, um im gegebenen Augenblick die Diftatur zu Brodukte kaufen würden! Der gauze unso brechen. Die Politik des Parteivorstandes aber nehmen. So werde der bisherige Direktor des Falle wäre mit der Auflösung So werde der bisherige Direktor des Falle wäre mit der Auflösung des Reichstagesiale Groll des landbündlerischen Blattes schwäche die Partei, da die Massen die Tolerie Chemietrustes der J. G. Farben, Geheimrat und mit der Aufschiebung der Wahlen äußert sich in folgenden Säßen; rung nicht verstünden und zu den Kommunisten Sch mit zum Reichswirtschaftsminister ernannt über die normale Zeit hinaus zu rech übergingen. Der Fascismus dagegen wachse von werden. Justizminister soll der bisherige Leiter nen. Dieses deutschnationale Kabinett würde mit Wahl zu Wahl und es sei nur eine Frage der Zeit, wann Brüning und Hitler die Sozialdemo- dieses Ministeriums, Staatssekretär Joel wer- Hilfe von Nowerordnungen in geänderter Form tratie für geschwächt genug halten, um parla den. Die beiden genannten Ministerien sind beregieren. mentarisch oder außerparlamentarisch die Macht reits seit einer Reihe von Monaten unbesetzt.] ergreifen zu können. Die Wahlen in die Prager Ortsbertretungen. Dieser Gedankengang hat manches für sich und vor allem die letzten Ereignisse, vor allem die Hamburger Wahlen, lassen die Gefahr auftauchen, daß die Partei durch die Unterstützung oder Duldung Brünings geschwächt Gegenüber den Wahlen in die Zentralver werde und Hitler inzwischen zur Uebernahme der Macht rüste. Spätestens im Frühjahr werden retung brachten die jonntägigen Wahlen in die gewisse Entscheidungen – wie die Breußenwah- 13 Ortsvertretungen einige verschie len 14 täglich höchstens 10.000 Kronen ohne Bewilli gung ins Ausland überwiesen werden. Mit sofortiger Wirksamkeit wird die Ablieferungsan die Nationalbant angeordnet, die aus dem Pflicht für sämtliche fremden Zahlungsmittel Berkauf von Waren, Wertpapieren oder anderen Quellen stammen ausgenommen sind öster ,, Hunderte von Millionen Kronen wandern ins Ausland ab und der heimische Bauer und Häusler muß darben, aber dafür die Arbeitslojen bezahlen, die die Sozialdemokraten als die Verbündeten der Industrie und des Handels, jetzt arbeitslos gemacht haben mit ihrer schrankenlojen Ausgabenwirtschaft, ihrer un sinnigen Schuldenmacherei, statt zu predigen, daß die Wohlfahrt nach der zusam mengebrochenen Volkswirtschaft des Weltkrieges nur durch Fleiß, Sparsamkeit und Entbehrungen aller, ohne Ausnahme, allmählich wieder zu erreichen sein wird." Abgesehen davon, daß doch die deutschen unaufschiebbar geworden sein, der Kri- bungen, die sich vor allem aus der Tatsache erreichische Schillinge, ungarische Bengö senwinter wird die Massen weiter radikalisiert gaben, daß nur die großen Parteien in alle und einige exotische Währungen. Die Zuteilung Agrarier unter der Parole„ Für Gott, Staifer haben und von Brüning ist, wie die Tatsachen Ortsvertretungen kandidierten, so daß ihnen die von Devisen an Personen, die Guthaben in und Vaterland" den Krieg geführt haben erweisen, weder Einsicht noch faires Spiel zu er- Stimmen der kleinen Parteien diesmal zufielen. fremder Währung im Ausland haben, wird erst und im Kriege schwer verdient haben, warten. Er hat tatsächlich die Zwangslage der Die deutschen Sozialdemokraten nach Erschöpfung dieser Guthaben bewilligt ist die ganze geistreiche" Bolemit der Deutschen SPD in einer schamlosen Weise, die sich noch erhielten in den zwei Wahlbezirken, in welchen werden. an ihm rächen wird, ausgenügt, er ist in seinem sie Liften aufgestellt hatten, u. zwar in InnerHerzen zweifellos ein Feind der Sozialdemo- Prag und Weinberge, 1203 bezw. 563, zu fratie und vor allem auch nicht der große Staatsmann", zu dem er von seinen Lobbud lern gemacht wird. Deutsche Sozialdemokraten an: 1.766 am 3.987 9.896 10.380 4.128 5.150 67.183 66.922 55.829 58.731 53.602 48.425 Landheimat" gegen die roten" Konfumvereine völlig finnlos. Die chemischen Arbeiter in Auffig Diese verlangen von der Landwirtschaft eine sammen also 1766 Stimmen, das ist in zwei lehnen das Bedaur- System ab. entsprechende Belieferung. Solange die heimische Produktion den Bedarf an Weizen Bezirken nur um 200 Stimmen weniger als im Jahre 1927 in ganz Groß- Prag. Die AWG., Gestern Montag beabsichtigte die Zeitung der mehl, Fett, Fleisch etc. nicht voll decken kann, Je deutlicher sich aber zeigte, daß die Auf welche in allen Bezirken kandidierte, blieb mit großen chemischen Fabrik in Aussig, durch Ver- muß selbstverständlich im Ausland gekauft wer fassung der Linken ihre guten Gründe für sich 9896 Stimmen ebenso hinter der Stimmenzahl treter der Bedaux- Gesellschaft das Bedaur- System den. Wenn sich die heimische Landwirtschaft dem habe, je schwächer nach ihrer Ansicht die ideolo vom 27. September zurüd wie die Wahlgemein in den Werkstätten einzuführen. Die Arbeiter, in Bedarf anpaßt und ihn voll deckt, so gische Fundierung der offiziellen Parteipolitit schaft, welche diesmal 4128 Stimmen erhielt. Die der Vorahmung, daß es ihnen obenso ergehen werden die Konsumvereine das nur begrüßen. wurde, desto treuer hätten sie zur Partei stehen Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft erhält ins- werde wie in den bedaupisierten Abteilungen, Es ist erstaunlich, daß man endlich daran müssen, der Stunde harrend, die sie berief, insgesamt 8, die Wahlgemeinschaft 1 Mandat. Die nahmen offen dagegen Stellung. Die Arbeiter der geht, den Schweinemarkt zu regulieren, dem sie ihnen recht gab. Leider hat sich die Zahl der deutschen Mandate bleibt also erhalten. Werkstätten strömten spontan in der Mittags indem man eine Organisation für den SchweineLinke aber, je näher sie den Augenblick kommen Nach der amtlichen Zählung erhielten: stunde zu einer Betriebsversammlung zusam- einkauf schaffen, den Auftrieb zwecks Preisfah, der ihre Position verbessern mußte, desto men, wo sie neuerdings beschlossen, das Bedaur- stabilisierung regeln, den Schweinebestand jedes unversöhnlicher der Parteipolitik entgegengestellt. 4. Off. 27. Sept. System in seiner Gänge abzulehnen halbe Jahr erheben und besondere Tarife für die Sie hat vor allem in Widerspruch mit dem Parteistatut Dinge unternommen, die der Bildung Arbeits- u. Wirtschaftsgemeinschaft und an den vertraglichen Bestimmungen festzu- Hauptmärkte schaffen will. Ohne eine umfassende von Spaltungszellen doch verdammt ähnlich Deutsche Wahlgemeinschaft halten. Sie beantragten dann die Vertreter des und planvolle Organisation der landsahen. Man wird, wenn man objektiv urteilt, Tichechische Sozialdemokraten Betriebsausschusses, in diesem Sinn mit der Bei- wirtschaftlichen Produktion und beide Teile von der Schuld an dem Bruch nicht ichechische Nationalsozialisten 107.814 107.146 tung des Unternehmens zu verhandeln und über des Absages tommt man eben nicht mehr das Ergebnis zu berichten. freisprechen können. Der Parteivorstond hat, wie Kommunisten aus. Wir bösen" Sozialdemokraten haben doch es scheint, den Linken die Propagierung ihrer Rationale Liga auf diese Notwendigkeiten in erster Reihe hinIdeen erschwert. Die Linke wieder hat über den Nationaldemokraten gewiesen. Wir waren es, welche das GetreideRahmen zulässiger Kritik und Werbung hinaus Gewerbepartei monopol zur Stabilisierung der Getreidedas Organisationsleben und den inneren Bartei Tschechische Klerikale preife befürworteten, fanden aber damit auf agrarischer Seite anfänglich gar kein Entgegen frieden gestört. Es spizte sich schließlich alles auf Für die tschechischen Sozialdemo tommen. Wir waren es auch, welche mit Hilfe den Streit um die Rote Büchergemeinde und die der gleitenden Zölle den landwirtschaftWochenschrift Die Fadel"( nicht zu verwechseln trafen brachten die Wahlen eine Steigerung lichen Produzenten die Preise auf einer halbmit der gleichnamigen Wiener Zeitschrift) zu. der Stimmen auch gegenüber dem letzten SonnKongreß der Labour Party. vegs entsprechenden Höhe halten halfen; wir Barteivorstand forderte von den Linken, daß fie tag und einen Gervinn von 15 neuen Manda ten. Die tschechischen Sozialdemokraten stehen London, 5. Oftober. Auf dem Jahreston- sind es, die gegen den schädlichen 3 wischen= beides aufgeben sollten, da die Büchergemeinde mit 59 Mandaten nunmehr an zweiter Stelle greß der Arbeiterpartei in Scarborough hat der handel Krieg führen tros alledem ernten auch Versammlungen und Vorträge veranstalte, somit Zellen bilde. In diesem Augenblid wäre in Groß- Prag. Die Kommunisten haben seit Borsitzende des nationalen Vollzugsausschusses, wir von furzsichtiger agrarischer Seite, wie die es an den Genoffen der Linken gewesen, sich zu dem 27. September über 3000 Stimmen ver Hirst, in seiner Eröffnungsansprache sich mit Deutsche Landheimat" es zeigt, nur alberne und Sie büßen 14 Mandate gegenüber der Gefahr einer Diktatur und der Na vr- böswillige Anflegelungen. Ein Glüd nur, daß fügen, dem Verlangen stattzugeben als Orloren. gan blieb ihnen ja der Klassentampf", blieben 1927 ein. heit" der Schutzollprojekte befaßt und es verständigere Agrarier als die Macher jener ihnen die von ihnen geleiteten Parteiblätter die öffentliche Bankentontrolle gefordert. Hirst Beitung gibt, die der systematischen Zusammenund in der Partei mit statutarisch erlaubten Berschärfung der Devisenkontrolle. griff die Sparsamkeitspolitik der Regierungen arbeit der landwirtschaftlichen Genossenschaften Mitteln weiter für ihre Ideen zu werben, zumal Die Nationalbant veröffentlichte Montag cher Opfer für alle verletze. ant, von der ersagte, daß sie den Grundjag glei- und der Konsumvereine zum Wohl beider Teile die Wege ernstlich ebnen. Was an tins liegt, um da Herr Brüning ja ohnehin alles tut, die Tolerierungspolitik der Partei zu untergraben. eine Kundmachung zur Regierungsverordnung Das größte Interesse bei den heutigen Ver- diese so dringende Zusammenarbeit zu fördern, Dem äußeren Anschein nach ist der Partei- über die Wiedereinführung der Devisenzwangs- Handlungen erweckte die Frage der Barlaments- geschieht zu jeder Zeit. torstand nach der Weigerung der Genossen wirtschaft, in der die Bestimmungen der KundSeydewiz und Rosenfeld sehr drafo- machung vom 2. ds. vielfach verschärft werden. wahlen, die alle übrigen Fragen in den Hinter nisch vorgegangen. Ob er dadurch die Abspaltung So wird die Ausfuhr von Tschechotronen und grund drängte. In dem heute veröffentlichten Die Betriebsleitung übernahm die Forde 73.466 70.203 rung der Arbeiter zur Weiterleitung an die Ge22.486 23.843 neraldirektion. Bis zur Austragung der Ange27.214 legenheit im Verhandlungswege bleibt der alte Zustand aufrecht. 27.243 maffet un ausgelekt für beschleunigt oder ob er durch rasches Zugreifen inländischen Geldmünzen ohne Bewilligung auf Finongbericht wurde ein ziemlich großes Defizit Genossen! She ein größeres Unglüd verhindert hat, kann aber 10.000 Stronen beschränkt; Reisende dürfen auf festgestellt, was beim Exekutivausschuß gewisse Be die Verbreitung unserer Zeitung agitierenheute noch nicht beurteilt werden. Die formelle ihren Reiseausweis höchstens 10.000 kronen fürchtungen hervorrief. Dieser forderte daher die Berechtigung zu den Ausschlüssen hatte er und monatlich in Tschechotronen oder fremden Balu- Konferen; auf, einer Erhöhung der Mitglieds Seht euch überall für unsere Parteipreffe es wäre an den Genossen der Linfen gewefen, ten ausführen. Bei höheren Beträgen ist die beiträge von drei auf vier Bence zuzustimmen ein. In das Heim des Arbeiters gehört die a durch Unterwerfung unter die Disziplin ihre Bewilligung der Nationalbank erforderlich. Im oder eine nochmalige Einhebung der Mitglieds Arbeiterpreffe. Darum, Postverkehr dürfen für Rechnung einer Perfon beiträge in der bisherigen Höhe zu beschließen. Senoffen u.Genoffinnen agitiert Geite 4 Tagesneuigkeiten Snquifition 1931. Die Kirche läßt heute die Ketzer" laufen, die ihre Seele dem Bösen verfaufen"; jie schmort jie nicht mehr auf dent Scheiterhausen; die Frevler" werden nur suspendiert" So sehr hat die Kirche sich schon kultiviert und modernisiert. Das ist ein Glück für die Deutsche Bresse", denn früher verstand man da gar teine Spässe. und wurde, statt wie früher verbrannt, lediglich auf den Index verbannt mit dem„ Egerland". Bergleicht man's jedoch mit den alten Bräuchen, so findet man, daß vor den großen Bäuchen noch immer die Kleinen zu Krenze trenchen und fühnen und büßen müssen wie.ch. Auch heut' noch harrt ihrer das Auto da Fé" Nur tut's nicht so weh. H. L. Dienstag, 6. Ottober 1931 Der Mordprozeß Mayer vor dem Egerer Schwurgericht. Eger, 5. Oktober. Vor dem Schwurgericht, das unter dem Vorsiz des Hofrates Do stal zu fammentrat, begann heute der Mordprozeß gegen den Tschernofchiner Arzt Dr. Mayer. Die Anflage vertritt Profurator Dr. Grund, die Ber teidigung Mahers führt Dr. Tubauer. Es sind etwa fünfzig Zeugen und eine Reihe von Sachverständigen geladen. Der Anklage liegt folgende Begebenheit zugrunde: Am Abend des 28. Jänner erschien im Anwesen der Theresia Metka in Hangendorf Dr. Josef Mayer, Distriktsarzt aus Tschernoschin und bat um Hilfe, da er überfallen und angeschossen worden sei. Er erzählte, ein Unbekann ter habe sein Auto im Walde angehalten und, nachdem er und seine Frau ausgestiegen waren, durch einige Schüsse die Frau getötet, ihn verwundet und niedergeschlagen. Dann habe er das Bewußtsein verloren. dringlichen Vorstellungen des Vorsitzenden jede Schuld; er blieb dabei, seine Frau habe sich selbst getötet, und zwar nicht nach vorbedachtem Plane, fondent in höchster Erregung. Er habe den Selbstmord aus Rücksicht auf seine Kinder verheimlichen wollen. Widersprüche mit früheren Aussagen sucht er damit abzutun, daß er damals ungewöhnlich auf geregt war und sich infolgedeffen nicht mehr genau an alles erinnern könne. Er blieb dabei, daß seine Frau sich selbst getötet habe, aber nicht nach vorbedachtem Plan, sondern in höchster Erregung. Das wichtigste Moment des Verhöres war, daß der Angeklagte zugab, daß möglicherweise Schüsse gegen seine Frau im Handgemenge um den Revolver von ihm abgegeben worden seien, boch fönne er auch dies nicht mit Sicherheit behaupten, da sich alles in wenigen Sekunden abspielte. Im wesentlichen blieb also der Angeklagte bei seiner früheren Verteidigung und es gelang nicht, ihn auch nur zu einem teilweisen Geständnis zu bewegen, obwohl es eine Zeit lang schien, daß er dem Feuer des Kreuzberhöres auf die Dauer nicht werde widerstehen können. Er raffte sich aber immer wieder auf. Vom Rundfunk Nr. 232 Empfehlenswertes aus den Programmen. Dienstag: Berlin: Prag: 11.00 Schallplatten, 14.10 Schallplatten 17.35 Kinderfunt, 18.25 Deutsche Sendung. Ländler, Rezitationen, 22.20 Konzert. Brün: 12.35 Mittagskonzert, 18.25 Deutsche Sendung: Dr. Spizer: Ueber das Funkwesen. 22.15 Gandhi am runden Tisch mit England. Breslau: 17.55 Aus Wagner- Opern. Hamburg: 20.00 Sinfoniekonzert, 22.20 Serenaden. Leipzig: 19.20 Liebeswalzer. München: 19.35,, Li- Tai- Pe", Oper von Frankenstein. Mostan: 19.30 Konzert. Mittwoch: Balladen Brag: 11: Schallplatten, 14.10: Sballplante, 17.10: Marionetten- Theater, 18.15: Deutsche Arbeiter Sendung. Gustav Herrmani: von Paul Zech, 20: Repräsentationstonzert der chemischen Philharmonie, Deutsche Sendung. Anna B'och: Tas Badevroblem in der Seleinwohnung, 19.20: Funtspiel.-- Berin: 16.30: Unbekanntes unserer Klassiker, 22.15: Statische Tänze, Hamburg: 19.30: Instru Brünr: 18.25: mentalfonzert. die Schiene.- München: 19.30: Ein heiteres Leipzig: 21.10: Der Kampf unt Quodlibet.- Wien: 17: Birtuose und konzertante Mujit. werte von etwa eineinviertel Millionen Dollar ausgeschifft. ,, Krise sei nicht die Devise". Die Gendarmerie begann sofort mit den Typische Antworten des bürgerlichen Publikums. Nachforschungen nach dem Täter, es stellte sich aber heraus, daß in dem tiefverschneiten Walde Die Jungdemokraten haben anscheinend die feine Spur vorhanden war. Dagegen wurde der gleichen schweren Sorgen bei„ die miesen Zeiten" Revolver Mayers in der Nähe des Tatortes im Eingehend wurden auch die Vermögensverhält wie die alten Demofraten und so sah sich ihr Wasser liegend gefunden. Da außerdem bekannt nisse des Angeklagten besprochen. Der Vorsitzende gab Leibblatt genötigt, eine Umfrage unter ihnen wurde, daß Dr. Mayer, der sich durch einen feinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß der Angezu veranstalten, ob man in der gegenwärtigen Gutslauf schwer verschuldet hatte, auf seine Frau flagte sich mit ganz geringfügigen Mitteln in Reali- follte ein Fußballwettspiel zwischen dem deut Autobusunglüd. Am Sonntag, 4. Oktober, Zeit der Not Feste feiern soll oder nicht. Wan eine hohe Versicherung abgeschlossen hatte( 200.000 tätenipekulationen eingelassen habe. Was den Absollte ein Fußballwettspiel zwischen dem deut sollte glauben, daß die Zeit selbst eine derartige Kronen, bel Tod durch Unfall 400.000 Stronen), schluß der Lebensversicherungen betrifft, gab der An- schen Fußballklub Neuern und dem Fußballklub Umfrage überflüssig erschienen ließe aber in während er seine eigene Versicherung zur selben geklagte an, er habe die Versicherungen über Drän Furth im Walde stattfinden. Der Fußballklub den Redaktionsstuben der bürgerlichen Blätter ist Zeit verfallen ließ, nahm das Gericht den Arzt in gen der Versicherungsgesellschaft Dona i deren Furth im Walde juhr mit einem Autobus, in man ganz gegenteiliger Ansicht; so hat man eben Haft. gefragt, vor Neugier besser unterblieben wäre; nun liegt das Ergebnis flar vor uns, und gleich antiwortung. Er behauptete nun, seine Frau wegen seiner Beziehungen zur Versicherungsgesell- Fahrt von St. Katharina gegen Kohlheim, wo In der Haft änderte Dr. Mayer seine Ver- Versicherung nicht als eine Versorgung, vielmehr Ratharina Kohlheim gegen Neuern. Auf der dem Prager Tagblatt" sollen einige der typis habe, während sie im Auto in Streit gerieten, schaft als eine geschäftliche Sache betrachtet, da er die Straße sehr stark abfällt, unmittelbar vor schisten Antworten" von uns veröffentlicht wer- fich in einem plöblichen Tobsuchtsanfall erschossen. Dantit rechnete, daß die Bersicherungsbewerber, die Kohlheim, überschlug sich der Autobus infolge den, als Charakterisierung jener geistigen Ein- Er sei dabei ebenfalls durch einen Schuf verletzt von ihm später Zeugnisse holen, auch seine Patien- Bersagens der Bremse. Eine Person war fofort stellung, welche die wohlhabenden Kreise der worden, da er ihr den Revolver zu entwinden ten werden würden. Bourgeoisie zur Zeit haben. Ein Arzt läßt sich fuchte. Die Sachverständigen erklärten aber, daß In später Abendstunde gab dann ein Sachfolgendermaßen vernehmen: " verständiger über den Wert des Gutes Sinzen dorf an, daß dieses 1930 ungefähr 40.000 K ab warf und nicht 100.000, wie der Angeklagte beFrau Mayer zwei tödliche Schüffe erhalten habe. Vom ärztlichen Standpunkt. Sie fonne also, nachdem sie einmal getroffen Ja, man soll! Krise? Meiner Meinung nach worden sei, nicht selbst noch ein zweitesmal geist das Problem eine Seelentrife", Sie uns alle fchoffen haben. hauptet. eher mehr als weniger erfaßt... Bekannt ist die Die Situation Wayers wird noch erschwert Morgen wird im Hofe des Gerichtsgebäudes beruhigende, seelenstärtende Wirkung der Musik- durch das Verhalten seines Vaters, der versucht an dem Auto des Angeklagten die Situation, in tapelle auf dem sinkenden Schiff, die inmitten der hatte, einen Staffiber in das Gefängnis zu der die kritischen Schüsse gefallen sind, retongrößten Panik den Verzweifelnden neue Straft ver- schmuggeln, in dem er einen Entlastungszeugen ftruiert werden. Insbesondere wird die Möglichleiht; es gilt als wichtiges medizinisches Prinzip, anbot, und außerdem mit den Geschworenen feit untersucht werden, ob der Angeklagte tatbie Kranten bei guter Laune zu er- Fühlung genommen hat. Es handelt sich also um fächlich aus dem Auto herausgehen und Schüsse halten, ihren Gemütszustand zu he- einen Indizienprozeß, in dem äußerst schwere abgeben, fonnte, während die Frau darin fizen ben, sie in ihrem Optimismus zu stär- Indizien gegen den Angeklagten sprechen. blieb. Bei dem heutigen Verhör hatte nämlich ten; ebenso befannt ist die aufpulvernde Wirkung In dem heutigen Verhör leugnete Dr. der Angeklagte angegeben, daß die Frau aus der plötzlich ertönenden Militärmusit auf er- Mayer auf wiederholte Fragen und nach ein- dem Auto heraus auf ihn geschossen habe. schöpfte Truppen. Da wir in einer ständigen Ba mit leben, erschöpft und seelisch frant sind, bin ich für Musik... Ich bin dafür, daß die durch die Mitmenschen so gequälte Menschheit zur Erholung, zur Unterhaltung tommt und unserer armen Jugend, deren Kindesalter bereits voller Summer war, nicht jede harmlose Freude gekommen wird. Veranstaltungen für wohltätige Zwecke wirken doppelt wohltuend. Dagegen halte ich die weitere Einschränkung der ausschließlich zu repräsentativen Broeden veranstalteten exklusiven Abende, die bereits im vorigen Winter taftvoller weise reduziert wurden, für richtig. Mit Musil werden wir es schaffen. Die Arbeitslojen, die vor Erschöpfung am Zusammenbrechen sind, in diesem Winter wird ihnen geholfen werden, a Musi", werden fie friegen und singen werden sie dazu da habis mei letztes Krant". Nod) köstlicher ist die Ansicht, welche ein Denter aus Breßburg äußert: wer besigt, möge sich freuen. Geld und Besių au sia) sind leblos und wandern abfichtslos von einem zum anderen wie der Tod. wollen, weil andere sterben. Auch du mirst sterben. Jezt aber lebe! Die Arije" ist ein Gespenst, aber nicht von heute und morgen. Immer gab es Elend und Freude. Lust und veade wird niemals aufhören zu sein, weil auch das Elend endlos ist. Es wäre unsinnig, nicht leben zu 2. M. macht böse Blut. M. R. tot, zwei Personen erlitten so schwere Ver lehungen, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Die übrigen 15 Bersonen erlitten alle leichtere Verlegungen. Die Verletzten wurden mittels Autobus nach Furth im Walde transportiert. Eine Frau erwürgt die andere wegen eines Wahlstreites. Im Orte Rostrinska Roztoka im Bezirk Velty Berezny gerieten zwei Frauen an läßlich der Wahlen in einen Streit, der in eine Rauferei ausartete, wobei Anna Pazuchaničova die Margit Nagy er würgte. Die Pazuchani čova wurde verhaftet. Bei einer Klettertour am Beilenstein( in der Steiermark) stürzte der Uhrmacher Rudolf Goß und der Privatbeamte Karl Baummer, beide aus Wien, vierzig Meter tief ab. Goß blieb tot am Berlegungen geborgen werden konnte. Geröll liegen, während Baummer mit schweren Am das ist ganz besonders auffallend und der Wetter zu beschleunigen, da kurz vorher eine zu Ausbesserungsarbeiten eingefahrene Kolonne Antfascistische Flugzettel über Rom. von Grubenarbeitern unverrichteter Dinge zuDiese Antwort verdient als die beste und rückgekehrt war und nur mit Mühe die Stollen- Samstag- Abend gegen halb 9 Uhr wurden über antifasci treffendste bezeichnet zu werden. Alle Heuchelei johle wieder erreicht hatte. Die beiden Bergleute Rom von einem Flugzeug aus der Demokratie" spricht aus ihr alle Ver- hatten sechs Ventile in der Strede geöffnet und it if he Flugzettel in Maffen abgeworfen. logenheit grinst uns schamlos entgegen. Zu befanden sich auf dem Rückwege, als der eine be- Die Flugzettel enthalten einen dringenden ApHause, da werden sie hinter geschlossenen Türen wußtlos zusammenbrach. Sein Kollege nahm den pell an den König, das Volk vom Fascismus zu und Fenstern saufen, fressen und buren aber Bewußtlosen auf, ließ ihn aber vierzig Meter vor, befreien. Die Polizei schritt sofort zur Be nach außen hin werden sie bescheiden tun, um dem Schacht los, da ihn selbst die Kräfte verschlagnahme der Zettel. Obwohl die Berfolgung die Löhne senten und die Gebälter ließen. Die Silfe, die er herbeiholte, fam zu des Flugzeugs sofort aufgenommen wurde, abbauen zu können. Das ist jener Teil der spät. Die Wiederbelebungsversuche wurden nach fonnte es in der Dunkelheit entkommen. Menschheit, der sich durch seine Mitmenschen dreiftündigen Bemühungen als erfolglos aufge- Selbstmord einer Preßburger Schauspielerin. gequält" und sich nur wohl fühlt im Sinne geben. iener Ruhe und Ordnung" für deren Aufrechterhaltung mit Gummifnüppeln und Bajonetten ständig Vorsorge getroffen ist. Aber wenn man auch mit aller Heimlichfeit" sich anschicken wird, kein böses Blut" zu machen, so ist das schon zu spät, es ist bereits da und rinnt durch Millionen Adern; es ist die Soffnung aller Gutgesinnten, daß mit diesem bösen Blut“ eine neue, bessere, gütigere Welt ins Leben gerufen, zur Tat werden wird! Der Jgel. Berschüttet.. der Nacht von Sonntag auf Montag wurde in Breßburg die Opernsängerin des Slowakischen Ne Blutige Parteifehde. Freitag abend kam es fonaltheaters Vlasta Posltova durch Leuchtgas Die Ursache des Selbst in Guben( Lausitz) zwischen Nationalsozialisten vergiftet aufgefunden. und Kommunisten zu einer Schlägerei, in deren mordes konnte bisher nicht festgestellt werden.. Der Budapest- Wiener Autobeis, dessen Passagiere Berlauf der Arbeiter Marquardt' so schier durch Messerstiche verletzt wurde, daß er im pom Fußballkampf heimtehrende österreichische Gäſte Krankenhaus starb. Als mutmaßlicher Täter waren, stieß Sonntag abends gegen 19 Uhr beim wurde der Nationalsozialist Sonntag verhaftet. Mauthaus im 3. Budapester Bezirk mit einem Die Kommunisten legten sich am Samstag auf Motorrad zusammen. Der Lenker des Motorrades, die Lauer, un fich für Marquardt zu rächen. Sie der 45jährige Rauchfangtehrermeister Komlodi mißhandelten einen nationalsozialistischen An- erlitt einen Schädelbruch und starb auf der Stelle. hänger, namens Frank, der ihnen in die Hände Der hinter ihm sitzende Rauchfangkehrer Stefan fiel, so schwer, daß er mit schweren Kopfver- Papai wurde lebensgefährlich verlegt, während legungen ins Krankenhaus gebracht werden die Frau und die Tochter Komlodis, die im Bei Gleiwiß, 4. Oktober. Der Bergrebierbeamte mußte. wagen faßen, mit leichteren Verlegungen davon des Bergreviers Gleiwit- Nord teilt amtlich mit, Geldschrankknacker. In der Nacht auf Mon- famen. Von den Autobusinsassen fam niemand zu Die Antwort ist auf jeden Fall typisch daß dort heute morgens um 2 Uhr 43 eine fräftige tag wurde die feuersichere Kasse im städtischen Schaden. Der Autobus fonnte die Fahrt nach das ist das Gesicht der herrschenden Klaffe, und erdbebenartige Gebirgsbewegung aufgetreten ist. Schlachthaus in Friedet ausgeraubt. Den furzer Zeit fortsetzen. das Signum unter der Antwort, dieses. M." Diese ist nach Mitteilung der Erdbebenwarte Ra- Tätern, die raffinierte Rassentnader sein dürften, Die beiden amerikanischen Flieger Herudon und soll mit Gözens Antwort herzlichst erwidert tibor um dieselbe Zeit auch in Ratibor ſelbſt find zwei Einlagebücher, die auf einen größeren Bangborn sind im Eindeder von der Sabun werden. Die Welt ist herrlich und des Schöpfers sowie in Beistretscham, Beuthen und Hinden- Betrag lauten, und 1800 Kronen Bargeld in die Bucht in Japan zu einem Fluge über den Stiller Tiergarten ist groß. Fröhliches Geschnatter läßt burg deutlich verspürt worden. Infolge der Er- Sände gefallen. Ozean nach Seattle gestartet. Es handelt sich um sich also hören: schütterung sind auf der Concordia- Grube in Hincinen dritten Versuch, den Preis von 100.000 Mar In einem Anfall geistiger Umnachtung erEin junges Mädchen. denburg auf Andreas- Flöz III auf der 236 Meter- würgte die seit Jahren nervenleidende 46jährige für den ersten direkten Flug Japan- Bereinigte jugavinnen, den die japanische Zeitung„ Ahah Sohle einige Strecken zu Bruch gegangen, wo- Frau des Landwirtes Ebert in Ruernach bei Staaten qusgesetzt hat. Die beiden Flieger find, wie den sind. Hiervon sind drei Mann furz vor elfürzburg ihre beiden jüngsten Kinder im Alter Affociated Preß meldet, Sonntag um 4 1hr 15 3 in Wenatchee im Staate Washington gelandet. Sie Uhr unverletzt geborgen worden. Gegen 14 Uhr Waschzuber. Sie stürzte sich dann in die Jauche- haben den ersten Non- Stopflug über den Bazifischen gelang es dann auch nach angestrengter Tätigkeit grube. Die Frau hinterläßt den Ehemann mit Ozean in 41 Stunden durchgeführt. Die Flugftrede Der Bergungsmannschaften, die übrigen acht ein brei älteren Kindern. geschlossenen Bergarbeiter unverletzt zu retten. beträgt rund 8400 Rilometer. Rurz nach dem Auf Ein Auto abgestürzt. An einer abschüssigen stieg in Samushiro in Japan hatten die Flieger die Stelle der Straße Rittsteig Sankt Katharina bei Bandungsvorrichtung des Flugzeuges abgeworfen, um Furth im Walde verlor der Führer eines mit das Gewicht zu vermindern. Sie mußten baher Sportlern befesten Automobils infolge Versagens Landung ohne Räder vornehmen. Um eine even Der Bremsen die Gewalt über den Wagen. Das tutelle Explosion zu vermeiden, hatten sie zuvor den Automobil stürzte einen tiefen Abhang hinab, Rest ihres Gasolins abgeworfen. Das Flugzeug über überschlug sich und begrub die Insassen unter schlug sich beinahe beim Aufsehen auf den Erdboden, Binder Life. Biersdorf( Kreis Altenkirchen), 5. Oftober. ich, von denen einer nur als Leiche und sechs in brehte sich dann nach links über und lam schließlich hinter diesem Auf der stillliegenden Grube Glaskopf", die vor hiverperletztem Zustande unter dem Wagen in einer riesigen Staubwolke zum Stehen. Bravo, bravo! Sehr richtig Rieger blieben dabei unverlegt. plumpen Sparen, lauern andere Gefahren und zwei Tagen durch Sprengung mit der Grube bervorgezogen werden konnten. Fischerkrieg in der Nordsee. Das Berliner der Reiche merit sie doch, liebe Liese, und so ist füzeberg" verbunden wurde, machten sich matte Fünfzehn Tonnen Gold von New York nach Wetter bemerkbar, die nach dem Durchschuß in Paris. Vom Dampier Europa", der Sonntag Tageblatt" meldet aus Esbjerg: Ein telegraphi er für die Grube Füßeberg" niedergingen, wo ihnen aus New New York in Cherbourg eintraf, wurscher Bericht des dänischen Fischerei- Inspektions Privatgesellschaften nicht außer Haus. ein Bergmann zum Opfer gefallen ist. Dieser den fünfzehn Tonnen Gold abgeladen, die für schiffes meldet ernste Zusammenstöße zwischen Feste sollen wohl abgehalten wer war gestern mit einem anderen Bergmann, beide eine Pariser Bank bestimmt sind. Eine weitere englischen und dänischen Fischerflotten in der den, doch sollte man nicht, wie es üblich wurde, mit Sauerstoffapparaten ausgerüstet, in die 424 Goldsendung aus Amerika wird für Dienstag er- Nordsee. Zwischen drei dänischen Kuttern und Privatgesellschaften außer aus, in Meter Sohle hinabgefahren, um die Ventile der wartet. Auch in Le Havre wurde eine Sendung einent englischen Fangboot soll es zu einem Hotel- oder Restaurationsräumen geben, denn Drudluftleitung zu öffnen und damit den Abzug amerikanischen Goldes und Silbers im Gesamt regelrechten Kampf gefommen sein. Bin ich für, so bin ich gegen nämlich gegen, daß wir wegen Dieser scheußlichen Bilanzen Diesen Winter ohne tanzen, Chne Feste still versauern. Ewig wird es ja nicht dauern! Sinter diesem plumpen Sparen Lauern andere Gefahren, Die die Not nur noch verstärken ( nur der Reiche wirds nicht merken). Weg mit den gespenst'gen Grillen! Nähren wir den frommen Willen! Arise sei nicht die Devise dieser Zeit! meint * Paris, 4. Oktober. In einem Bergwerk bei Saint Etienne sind zwei Bergarbeiter gestern nachts verschüttet worden; sie kamen ums Leben. * Gastod im Stollen. " 1 die Nr. 232 Typhusepidemie in Mostau. In Moskau ist eine Typhusepidemie ausgebrochen. Es ereigneten fich zahlreiche Todesfälle. Ein Teil der Schulen mußte schließen. meldet. Dienstag, 6. Oftober 1931 Wallstreets Golögier. Der Bette 5 Da es für die Beurteilung der Volltrunten. heit von Bedeutung ist, läßt sich der Richter dic fonsumierten Alkoholita aufzählen. Zeuge und Angeflagter beginnen mit bereinten Stäften, sich zu erinnern: 3ehn Biere und fünf Sutr" Zwei Dollarmillionen- Kredit für die größte Schaßgräberexpedition aller Zeiten Ein Advokat wegen Wuchers verurteilt. Der Klosterschaft im Innern Boliviens Mit Asbestanzügen und Gasmasken. Straffenat des Kreisgerichtes in Ungbar fällte am Shahgraberei ist heutzutage modern wie auf der Stelle die Arbeit liegen und weigerten( Staffee mit Rum) und nochmals sechs Biere Montag nach fünftägiger Verhandlung im Prozeß nichts anderes. Ueberall in der Welt wird nach sich, auch nur einen Spatenstich weiter zu tun. und zehn Schnäpse und drei Viertel und nochmals gegen den Advokaten Dr. Munt aus Belle Berezne Schayen gegraben, nicht nur in der alten Mutter Dr. Sanders war also damals gezwungen, die drei Sutr" und nochmals-" Der Richter das Urteil. Die Anklage legte Dr. Munt zur Last, Erde, sondern auch auf dem Meeresgrund. Hier weitere Suche aufzugeben und mußte nach Hause schüttelt den Kopf, aber die beiden sind in Schwung in vielen Fällen Bandwirte, denen er Geld zu hohen und da sickert dann eine Nachricht durch, daß zurückkehren. geraten und er muß wohl oder übel die Liste anZinsen gelieben hatte, wucherisch ausgebeutet zu oder dort wieder ein größerer Schatz gehoben hören. Er wird nunmehr mit in Amerika angehaben. In dem Prozeß wurden über 80 Sengen worden ist. Das ist dann immer wieder ein worbenen Hilfskräften und einem ganzen Stab ,, Mädel habt ihr teine gehabt?" will er noch geführt. Der Angeklagte wurde 31 veieinhalb neuer Anreiz für hoffnungsfrohe und optimi- von Ingenieuren und Mitarbeitern aufs Neue wissen.„ Woher denn!" fagen beide schnell, wie Jahren Kerker und 20.000 kronen Geldstrafe, die stische Leute aller Zonen. ans Werk gehen. Mit Hilfe eines Kredites von aus einem Munde. Das Thema ist ihnen peinlich, int Nichteinbringungsfalle in weitere 200 Tagen Daß sich die Hochfinanz für Schahgräber 2 Millionen Dollars, der ihm eröffnet worden denn im Auditorium figen ihre Frauen. Der Kerker umgewandelt wird, ferner zum Erjak der interessiert, ist immerhin etwas Neues. Aus ist, wird es ihm bei dieser neuerlichen Expe- Richter hat ein Einsehen und läßt das heille Thema Kosten des Gerichtsverfahrens, die für einbringlich Amerita tommt die Kunde, daß ein großes, dition an nichts fehlen. fallen. Der Angeklagte faßte damals den Entschluß erklärt wurden, berurteilt. Das Urteil ist unbe- weltbekanntes Finanzinstitut sich neuerdings der Die Geschichte und Herkunft dieses Schayes mit dem Auto heimzufahren, obwohl, wie gedingt. Weiter wurde der Verlust des Wahlrechtes Schahgräberei verschrieben hat. Immerhin hat ist nicht minder schauerlich. Die Mönche des jagt, keiner von beiden einen Heller mehr besaß. für ein Jahr und Amtsverlust auf drei Jahre aus sich das amerikanische Institut nicht auf eine Klosters betrieben eine Goldtoäscherei im Fluffe Der Freund, der sich durch einen kurzen Schlaf am gesprochen. Der Berurteilte bat Bernfung ange Stage im Sad eingelassen. Es hat sehr genaue Shato, deren Erträgnis allmählich die Steller Wirtshaustisch erquickt und etwas ernüchtert hatte, Nachforschungen anstellen und Gutachten ein- des Klosters füllten. Während Während des langen bekam es angesichts des Riesenaffen seines RumSchändung und Morove: bacht. Der mehrfach holen lassen, bevor es einen so ungewöhnlichen südamerikanischen Unabhängigkeitskrieges war es pans mit der Angst zu tun und verschwand, da er vorbestrafte 33 Jahre alte ris Ende wurde on Schritt tat. nun unmöglich, diese Schäße zu verwerten und Unannehmlichkeiten fürchtete. Und tatsächlich! Der tag morgens in Landeshut( Schlesien) verhaftet. Der Mann, dem es gelungen ist, Wallstreet fie einzufchiffen. Und als schließlich die Begehr- Angeklagte bestieg eine Elektrische und verlangte Er hatte sich am Sonntagabent in Pfaffendorf an in Schahgräberfieber zu versehen, heißt Dr. Ed- lichleit der neuen Machthaber auf die fagen- gebieterisch freie Fahrt für sich. Als der Kons einem 16 Jahre alten Mädchen vergangen. Kurze gar Sanders. Er ist in wissenschaftlichen, haften Schäße des Klosters wuchs, da beugten bukteur amtlich wurde, hieb er ihm eine herunter. Zeit nach dieser Tat wurde der 72 Jahre alte hauptsächlich geographischen und archäologischen die Mönche dem vor. Mehrere hundert Indios Das war der Schluß und Ausklang der„ Tröftung". Schuhmacher Feind, mit dessen Tochter Ende ein Streifen wohl bekannt. Sanders stieß vor zwei gruben ein Bersted in einem in der Nähe befind- Er wurde nur wegen Uebertretung der Siebesverhältnis unterhalten hatte, in seiner Woh- Jahren bei einer Expedition im Innern Bo- lichen Hügel, das alles Gold und die übrigen runtenheit verurteilt, und zwar zu zehn nung tot vermutlich vergiftet aufgefunden. liviens auf ein verfallenes und urwaldüber- Schätze aufnehmen konnte. Der Hügel selbst Zagen Arrest aber die bekam er unbedingt Da zwischen Feind und Ende Feindschaft bestand, wuchertes Stloster. Die Geschichte dieses verlas wurde mit einer viele hundert Zentner schweren in liegt die Vermutung nahe, daß Ende den Mord fenen Klosters ist bekannt. Was Sanders aber Steinplatte bedeckt, die kein Mensch zu heben begangen hat. interessierte, waren alte Eingeborenenfagen, die vermag, weil sie sich im Lauf der Zeit tief in Berlängerung der Schwurgerichts. Abgebrannte Radiofabril. In Wembley bet es umwoben. In diesem Kloster, das vor 150 die Erde gesenkt hat. Sanders beabsichtigt periode. London wurde das Fabriksgebäude der Metro- Jahren anläßlich der großen südamerikanischen daher ihre Sprengung. Radio- Gesellschaft bis auf die Grundmauern ein- Revolution fluchtartig verlassen worden ist, soll Wenn man das Verzeichnis der Schähe Prag, 3. Oktober. Ursprünglich sollte mit dent geäichert. Der Sachschaden beträgt eine Million ein enormer Schah verborgen sein, der einen hört, versteht man die Geneigtheit der ameri- gestern verhandelten Fall Javuret die ohnedies Reichsmart. ungefähren Wert von 250 Millionen Dollars fanischen Stapitalisten, für dieses Unternehmen recht umfangreiche Herbstfeffion des hiesigen SchwurAufreizender Lurus. Präsident Hoover etöffnete haben soll. 2 Millionen Dollars zur Verfügung zu stellen. gerichtes abgeschlossen werden. Nun sind aber nacham Donnerstag in Anwesenheit von etwa 20.000 Was die Angelegenheit erft abenteuerlich Es sind verzeichnet 37 Zentner reines Gold, träglich noch einige Fälle dem Schwurgericht zur port Mioria", bas 47 Stomwerte zählt. Die Grund- ein Fluch ruht, der denjenigen treffen soll, der 7 Fuhren Kunstgegenstände aus. Silber und lich unter Ausschluß der Deffentlichkeit. Die Berdorf Personen das riesige New Yorker Luxushotel Wal macht, ist die Tatsache, daß auf dieſent Schabe zwei Säde mit Edelsteinen und Diamanten, Verhandlung zugewiesen worden. Heute wurde ein Prozeß wegen Notzucht durchgeführt, natürstüde allein fofteten 14 Millionen Dollar. Das die Verwegenheit befigt, ihn anzutaften. Den Gold, unter anderem eine Statue aus reinem Hotel hat 2200 Zimmer, die durchwegs mit Tele- Wortlaut dieses Fluches fand Sanders, als er Gold mit zwei Diamanten an Stelle der handlung wurde vertagt. einen alten verschütteten Tunnel aufgrub, der Augen, 200 Säde phonapparaten sowie Apparaten für Funkverbindung Waschgold und ungefähr and Television versehen sind. Unter dem Hotel be- den Weg zu den alten Klosterkellern verbarri- 900.000 Silberduros. findet sich eine große Garage für private Eisenbahn- die mit einem großen Pergament bedeckt war, tadiert. Dabei stieß Sanders auf eine Mauer, auf welchem in altem Spanisch stand: waggons. Drei Arbeiter arrunten. Beim Bau der neuen „ Wer hierher gelangt, kehre auf der Stelle Elektrizitätssentrale in Belgrad am Ufer der Save geriet ein mit zehn Arbeitern besetztes Motor- um! Dieser Blas ist Gott dem Allmächtigen boot in den Wellenschlag eines Dampfers und geweiht. Wer weiter geht, wird eines raschen und schmerzlichen Todes sterben und der ewigen Verdammnis anheimfallen!" Als die abergläubischen eingeborenen Hilfskräfte des Forschers den Wortlaut dieses Fluches hörten, ließen sie fenterte. Drei Arbeiter ertranten. Kreuzoiter in der Hosentasche. Ein merkwürdiges Unglüd traf einen Banern aus Livorno( Italien). Er hatte sich nach der Arbeit im Schatten eines Baumes Hingelegt und war eingeschlafen. Plöglich spürte er an der sechten Hüfte einen Stich: während des Schlafes hatte sich eine Kreuzotter in seine Bojentasche vertrochen und ihn gebiffen. Der Bauer wurde sofort ins Spital gebracht; er fonnte gerettet werden. Das Ende eines Saufgelages. In New York wurde ein 20jähriges Mädchen in seiner Wohnung im entkleideten Zustand erdrosselt aufgefunden. Ein tolles Saufgelage mit Freunden war der Tragödie vorausgegangen. Die Beteiligten wurden verhaftet. Der holländische Frachtdampfer Johanna" ist in der Nacht zum Samstag im dichten Nebel bei der Insel Sein auf der Höhe von Brest auf einen Felfen aufgefahren und gesunken. Nur das Hed und die Kommandobrücke des Schiffes ragen noch aus dem Wasser heraus. Die aus 23 Mann bestehende Besatzung wurde von einem Motorboot der Insel Sein gerettet. „ Römische Kulissenarbeit". Bon Dr. A. M. faffung bes„ Mobus vivendi" au sein. Die Redaktion. Gerichtssaal freisprechende Urteil war beim Obersten Gericht aufgehoben worden. br. rb. Berufsbiebin von gutem Ru/. nach der Meinung von Dr. Sanders auf ausDie Warnung und der Fluch beziehen sich Allerhand Leumunds- Noten. Prag, 3. Oktober. Der formelle Abschluß des gelegtes Gift. Man will mit aller Vorsicht ans Beweisverfahrens bildet die Verlesung der Werk geben. Die Vordringenden werden sich denmundsnoten des Angeklagten. Zuständi mit Asbestanzügen und Gasmasken gegen alle möglichen denkbaren Anschläge schüßen. Dr. ges Gemeindeamt und Gendarmerie be Sanders ist überzeugt, daß bei Einhaltung aller richten über den„ Ruf" des Sünders und diese gebotenen Vorsicht die Expedition ihr Ziel ohne gewisse Rolle. Sie ist sein abgestuft: hat guten fedes Opfer an Menschenleben erreichen wird. Rui", ziemlich gut", erfreut sich feines besonderen H. Tefmar. Rufes" weifelhaften Rufes", hat schlechten Ruf" usto. Die schwerste klassifikation, die wir je ver nommen haben, lautete: denkbar allerschlechtesten Rüf", die schmeichelhafteste bekam ein Herr GroßHerr hohes Gericht!" beginut der Zeuge, grundbesiber mit der Note Ruf vorzüglich". ,, wir haben uns halt getröstet." Der Angeflagte Zuweilen widersprechen sich Gemeindeam t zu gründlich getröstet.. war nämlich damals vorübergehend ohne Stel- und Gendarmerie und wir haben schon erlebt, Sonderbare Motivierung einer Ohrfeige. Iung und sein Freund, der gerade 300 K in der daß die Gendarmerie den Angeklagten als verdäch Tasche hatte, als er ihn zufällig auf der Straße tiges Subjekt brandmarkte, während er nach dem Brag, 2. Oltober. Die Sache ist ja an sich begegnete, wollte ihm etwas Gutes tun. Und dann Bericht des Gemeindeamtes ein ehrenvoller Bürger höchst alltäglich: ein Besoffener gibt einem im Dienst ich hab mich auch selbst trösten wollen. war. befindlichen Kondukteur der Straßenbahn eine Ohr- Meine Alte war bei ihrer Mutter am Land und Aber merkwürdig bleibt es doch, wenn eine feige und hat sich daher wegen öffentlicher ich war allein und sehr traurig." Dann schildert berufsmäßige 2aben die bin mit 13 Borstrafen, Gewalttätigkeit zu verantworten. Drollig er die gemeinsame Eröftung, die in einem Gast- die zu den Stammgästen des Frauengefängnisses aber ist, wie er und sein Freund, der in der Sache haus in Dlabačov um 5 Uhr nach mit von Repy gehört und selbst mit ihrem Beruf sehr nur als Zeuge auftritt, aber eine wesentliche Rolle tags begann und in einer der zahlreichen einzufrieden scheint, daß also eine ausgesprochen krimispielt, wie also die beiden Spezi" das gewalt- stuben der Segergasse in Weinberge endete. nelle Existenz nach Auskunft des zuständigen Getätige Beginnen des Angeklagten motivieren. Es ist Da war es schon halb 11 Uhr vormittags und meindeamtes einen guten Ruf" befipt. Es schon eine ganze Weile her im April 1930 hat man beschloß nur deshalb aufzubrechen, weil beide scheint, daß man diesen Zensuren aus Bürgerfich der Zwischenfall ereignet und das ursprünglich zusammen teine Krone mehr in der Tasche hatten. tugend mit großer Vorsicht begegnen muß. " nach den orten eine ganz rb. ger Erzbischof aber muß angeblich noch brav zu- Und was sollen die ärmeren Schichten und anders als gewöhnlich, so ist es nie eine Bagatelle warten. Zu viel Würde auf einmal für Brag Nichtkatholiken bei uns denken? auch nicht nach der Auffassung Roms, sondern stets wenigstens- tut nicht gut. In Ungarn givar Ist denn die Kirche neue eine große Sache aus vielen triftigen Gründen! fonnte 3. B. ein einfacher Mönch in rasendstem Hierarchie! eine Diplomatenschule geworden, Ein Leser unseres Blaites, ber ein guter Tempo Bischof, Erzbischof, ja Kardinal auf einmal beren Absolventen sich zu Lehrmeistern von Prima- Erzbischof die Verschlungenen Wege des Batilans" Und lannte Kordač, der einfache demokratische Renner des Pirchenrechts und ber vatikanischen Politif ist, stellt uns werden, ohne daß es ihm schadete. Noch besorgte ten, Erzbischöfen, Bischöfen und altehrwürdigen nicht so gut wie der Nuntius, so ist dies nicht einden folgenden Artikel zur Verfügung, in dem sogar der Papst selber die Weihe, um die Nation Domkapiteln fremder Länder aufwerfen? mal eine Schande für ihn; daß aber Rom vom der lebhafte Untoilie des wirklich demokratisch besonders zu ehren. Was soll man halten von einem Christentum, Prager Erzbischof Dr. Kordač, der ein ganzes und freifinnig benkenden intellektuellen BürgerIn der Tschechoslowakei aber schafft man gegen das sich gar so viel um Repräsentanz durch prunt Schisma seines Landes verhindert im Interesse der tums über die Zumutungen Roma zum Addruck tommt, die in jüngster Zeit in der joge. Prag ein Gegengewicht, ja ein Uebergewicht in hafte Palais Hümmert um Villen in Weltkur Kirche, der in aller Welt gelesene und kommentierte nannten demokratischen Bürgerpresse fogar noch Olmüş. Man muß ja„ vorsichtig" sein um hohe die Welt allzusehr nachahmende klassische Hirtenbrief über die aktuellste Notlage der verteidigt wurden, so in der olemia, bie legten Erfahrungen zumal es fans allerhand pas brillierende Diplomatie von einem Christentum Welt verfaßt der volle 7 Jahre seine vortreffder sie den Hakenkreuzlern abjangen wollte, toren sieren! Damit wird aber auch der Primat des höherer Stände", das gar so große Stüde daraus liche Erziehung gerade in Rom geholt ,,, wenig Frieden mit dem Nuntius machte. Der Artikel Provinzkardinals gestärkt, der von Prag naturgemäß hält, den„ Doyen des diplomatischen Corps" zu stel- wisse", ist ebenso unwahr wie naiv, zu behaupten. icheint uns auch eine berechtigte Warnung vor abgeschwächt und durch den neu zu errichtenden len, als lebten wir noch im Mittelalter? Und all Daß er außerdem„ nur lateinisch" mit dent Bapste den Gefahren einer allzu großen Nachgiebigkeit Primat der Slovakei jogar in drei Teile geteilt. das in einem Lande, wo schon einmal Lurus die gesprochen und nicht auch„ italienisch" Staates gegenüber ber vatikanischen Auf- Es ist der systematische Todesstoß gegen die Ge Triebfeder zu einer Reformation geworden, die bis ist hoffentlich die katholische Strche teine italienische schließlich lüfte" eines Patriarchates mit der Gesamtjuris zum heutigen Tage besteht und gleich daneben noch Nationalkirche! ist daher ebenfalls ein Unding bittion über alle anderen Erzbistümer und Bis die unheimliche Schlange der Weltkrise schleicht? Der Nuntius fehrt zurüd". vom Verfasser des Artikels„ Prag im Vatikan", gar Was soll man mit den Worten Christi im Wer erinnert sich da nicht an die Worte Petrus tümer feitens eines Prager Erzbischofes, welches auf dem Berge Tabor: Herr, hier ist gut jein, immer. Sogar der reine Titel wurde umgangen. Evangelium:„ Mein Reich ist nicht von dieser Welt noch, wenn er vermeint besonders gute Informatic nen zu haben. willst du, so wollen wir brei Hütten banen, dir Es ist begreiflich. Divide et impera" ist Roms anfangen? Wenn man ferner Eifersüchteleien zwischen alte Devise. Alle separatistischen Tendenzen der Kirche Warum sollen diese höheren Stände des Chri Nuntius und Erzbischöfen gewohnt sei in Rom", fo ne mir eine und dem Elias eine"? Warmlos dentals, aber nicht heute! Abgesehen der Tschechoslowakei sind hiemit im Steime erstidt. stentums die materiellen Güter der Kirche pachten beutet dies eher auf das Ungefunde der Institution Und so etwas nennt man in der Diplomaten dürfen, während man die eigentliche Religionsaus der Nuntiatiuren überhaupt, da sie nur ein fortſprache modus vivendi" hierzulande! Der Staat übung als etwas offenbar Minderwertiges- wie gefehtes Mißtrauen Roms gegenüber der Kirche merkte offenbar kaum dessen ganze Bedeutung für Spreu sorgsam vom fetten Weizen geschieden Für die tschechische Nation jedenfalls ist der„ breiten Masse in der Kirche zur ohnehin so Rom. ein ,, modus vivendi" solcherlei Art lein Stompliment. mühsamen Verarbeitung überläßt? Das„ Dixi" des Vatikans endlich ist, wie die Das ist also das neue Prag im neuen Vatikan! Eine Phrase, man müsse die Dinge nehmen Durch das merkwürdige Verhalten einiger Streise beim Streit zwischen Erzbischof und Nuntius Das die„ Erledigung der Pragensia Apostolicae, wie sie jind", tuts hier nicht. Alles verstehen heißt Geschichte lehrt, schon lange nicht mehr allgewaltig ist es so weit gekommen. Und die Folgen? Sedis", wie die Bohemia" meint. Leider ist dies alles verzeiben, was aber verderbliche Schwäche ist. und sollte dies Nom beim Frieden mit Italien Das Wort:„ Was gilt schon ein Erzbischof in spüren, für den auch heute noch niemand garanWohl der größte Teil der tschechischen und feine„ Erledigung". Die laffe man ruhig die Zeit deutschen Katholiten wird durch die Rückkehr des und die Geschichte besorgen. Wehe aber, wenn sie Romt, das Staat ist" ist ebenso respektlos wie undog- tieren wird noch kann. ber historische Auftakt einer ,, nationalen" Erledigung matisch noch die wirklich gegenwärtige Auffassung Nuntius mitbrüstiert und warum? Der Papst selbst wir ergänzen hiemit jene wäre? Ist Spaniens neue Republik nicht ein Roms. Denn ein Bischof ist„ Venerabilis Frater" Information soll nur vier Kardinäle von den Kulissenarbeit der Diplomatie! Schon rüden Roms Pflaster und Geschenke an: warnendes Beispiel, das Bollwert des Katholizis- des Papstes, ist juris divini wie diefer selbst, wäh etwa 50 anderen, für seine Idee bekommen haben, brei mus"? Dort drüdte man fast über Nacht dem rend Nuntius wie Sardinalswürde ipeit späterer habe dann selbständig gehandelt und die Früchte" Dei funkelnagelneue Kardinalshüte und biolette Talare mit Bischofsinsignien! Die Augen Nuntius das Ausweisungsbefret, einen Protest und rein menschlicher, jederzeit abschaffbarer Einrichtung sind wurmstichig noch immer. der tschechischen Nation sollen geblendet werden.den Baß in die Hand. Wir wünschen dies nicht. sind. Außerdem wird der Bapst mit seinem gan- Italien schon fein Glüd, um so weniger ist der Aber noch sehen wir gut. Aber diplomatische Phrasen und Kulissenarbeit so zen Stab eigentlich vom Gelde der Bistümer der Druck einer Art Diktatur in fremden, zumal bentoIst es nicht eine Brüstierung Brags, wenn gut vorbereitet wie immer, und durch Jahrhunderte fremden Nationen der Erde ausgehalten durch den kratischen Ländern, schon gar nicht in der Tscheder Olmüşer Erzbischof als Provingfardinal zu bauernd, sind dort ganz einfach plöglich von den Peterspfennig, den meist eben die„ Erzbischöfe" brin choslowakei verständlich. Wer nicht den Frieden Igen. Und verfährt Rom einmal mit einem solchen will, muß den Kampf haben. erst den roten Hut bekommt? Der fünftige Bra- Taten überrannt worden. davon, daß es sich heute um Palais und Villen in ter fromm- firchlichen Auffassung! lommt eine Diftatur für die Kirche der Tschechoslowakei beider Nationen. Staaten schon gar nicht angeht. anderer Nationen darstellen, was in demokratischer Rr. 232 Seite 6 Dienstag, 6. Ottober 1981 PRAGER ZEITUNG. Die Blamage der AWG. " folg und zu einer begeisterten Aufnahme zn verhelfen. mi. GOLD EXCELSION PS PS PALABA PS PA PS PS PALABA Die starke Drei Stark infolge ihres viele Stunden andauernden belien Lichtes... stark durch Ihre Beliebtheit bei allen, < lle nur eine gute Batterie verlangen Gold Palaba, Excelsior Palaba. Silber Palaba, RYKR PIRAS PALABA Carl Nielsen f. In Kopenhagen verstarb im matiter dazu als Pagnol und Frank, die zwar Alter von 66 Jahren der dänische Komponist Carl die Atmosphäre des Hafens und der fleinen Kneipe, Nielsen, Schöpfer zahlreicher Opern, Kammermusik. Die D. A. W. G zieht ihre Presseklagen das Gesicht der Stammgäste und den Ton der leicht werte und Klavierstüde, deren volkstümliche Melogegen Genossen Dr. Strauß vorbehaltlos frivolen, aber dennoch biedeten Unterhaltung fleiner bien und einfache Natürlichkeit den Komponisten in zurüd und muß die Kosten zahlen. Bürger wirkungsvoll zu zeichnen, nicht aber Leiden- Standinavien sehr populär machte. Nielsen war Umrühmlich, wie die D. A. W. G. den schaften zu wecken verstehen. Drei Atte lang wartet Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. ,, Tristan und Isolde".( Neues Deutsches Wahlkampf geführt hat, unrühmlich, wie sie ihn man darauf, daß endlich etwas geschehe, fragt sich berloren hat, ebenso unrühmlich muß immer wieder, wozu das alles erzählt und erponiert Theater, 3. Oftober. Diese erste Wagnersie einen ihrer größten Schlager wird, um dann im letzten Aft feststellen zu können, Aufführung in der neuen Spielzeit war nicht dieses Wahlkampfes liquidieren. daß tant de bruit pour une omelette eben zuviel geeignet, die Prager Wagnergemeinde für das PraWir haben schon darüber berichtet, daß die Her- ist und der Vierafter gerade noch ein guter Sketch ger Deutsche Theater zu interessieren und zu gewinnen. Schon rein musikalisch gab es so viele Uneben ren Dr. Epstein, Langhammer und i- von 20 Minuten wäre. nanzrat Dr. Steiner von der Deutschen Otto Ströhlin hat das Stück inszeniert beiten, daß die Freude an Wagners dauerhaftestem Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft den Genosim Tempo viel zu langsam im Tempo viel zu langsam und spielt selbst ert eine zweifelhafte war. Auch ist grundsätzlich sen Dr. Strauß wegen Nichtabdrucks zweier die Hauptrolle. Es gelingt ihm nicht, den Träumer Georg Szells Interpretation des„ Tristan" nicht Berichtigungen geklagt haben. Sie haben mit die- Marius tiefer anzulegen, es fommt im Grunde ein begeisterungsfähig; es fehlt ihr die Leidenschaft und ser Tatsache in den letzten zwei Tagen vor der Schwächling und Waschlappen heraus, an dem das die efstatische Glut, sie ist eher nüchtern als hinrei Wahl in die Prager Zentralvertretung geradezu Fernweh" unecht und fast tomisch wirkt, der feine Bend. Eine arge Trübung brachte gleich der Beginn den Wahlkampf bestritten. Obgleich Genosse Dr. Sympathien wedt, als unreifer Junge ohne ernsten des ersten Aufzuges: Wenn der Sänger des jungen Strauß die eine der Berichtigungen überhaupt Willen erscheint. Das liegt zum Teil schon an der Seemanns nicht intonationsfest genug ist, darf die nicht erhalten hatte, übernahm er in bet- Rolle, zum andern aber auch an dem Darsteller, ihm zuteil werdende Unterstützung durch das mitden Fällen vor Gericht die volle der ihr nicht mehr geben konnte, als sie ihm bot; spielende Harmonium nicht so deutlich sein, daß sie Verantwortung. Bei der Hauptverhand- um so stärker wirkt dann die Fanny der Halo- auch im Auditorium zu hören ist. Die Ehre dieses Tung, die am 30. September stattfand, wies der vanicz, so daß sich die Dinge im Laufe des Stückes ersten Wagnerabends rettete Frau Merter, deren Verteidiger des Gen. Dr. Strauß u. a. darauf berkehren; es ist nicht die Tragödie des Burschen, Isolde nicht nur darstellerisch ganz großes Format hin, daß die Berichtigungen der Herren Doktor sondern die des Mädels, die im vierten Aft fesselt, hat, sondern die auch als Sängerin durch die kulti. Epstein, Langhammer und Dr. Steiner dem Ge- und den Motiven des Durchbrenners bringt man um vierte Art ihres Bortrages überzeugt. Als Brangäne jetze überhaupt nicht entsprechen. Der Vertreter so weniger Verständnis entgegen, als einem das war für die erkrankte Frau Schwarz ein Gast erder Kläger bat um Vertagung der Verhandlung, verlassene Mädel als der wertvollere, tiefere Mensch schienen: Melitta Amerling von der Städtidamit er noch Zeugen namhaft machen kann, erscheint. Frau Halovanic; gelang im übrigen schen Oper in Berlin. Eine szenengewandte Künst die durch ihre Aussage den Herren Epstein, auch die Darstellung einer oft zu spielenden, aber berin, deren Stimme mehr durch ihr großes Volumen Landhammer und Steiner wenn schon nicht immer wieder schwierigen Umwandlung des unbe- als durch Wohllaut auffällt. Eine schwere Enttäuzum Siege im Wahlkampf, so doch fangenen, zwischen Koketterie und Naivität stehen- schung bereitete Herr Helm als Tristan; er war wenigstens zum Siege im Gerichtssa al den Mädchens in das wissende Weib in vollem nicht nur musikalisch unsicher, sondern hielt sich auch verhelfen sollten. Der Richter gabob- Maße. Eine prächtige Leistung ist der Vater stimmlich ungewöhnlich zurück, so daß viele Schönwohl schon bei der ersten Verhandlung feststand, Willy Rösners, eine naturechte Weiſchung von heiten feiner Bartie verloren gingen. Das Theater An unsere Boftbeziener. daß Gen. Dr. Strauß freigesprochen werden rauhen und zarten Elementen, die sich in der Seele war gut besucht. muß, dem Gesuche des Klagevertreters statt und des Wittibers, Vaters und Kleinbürgers paaren. vertagte die Verhandlung auf den 7. Oktober. Eine plastische Figur stelle auch Herr Schindler vielfachen Wünschen aus Abonnentenkreisen entGestern wurde nun der Vertreter des Ge- mit dem von Liebe geplagten und zur Güte be- gegenzukommen, wird den bisherigen Abonnenten nossen Dr. Strauß, Genosse Dr. Schwelb, von lehrten Panisse auf die Bretter. Die Medelskydas Bezugsrecht auf ihre Plätze noch bis einschließ dem Vertreter der Kläger, Herrn Dr. Müller, hat wieder eine ihrer glänzenden Mutterrollen, derblich Mittwoch, den 7. d., gewährt. Die bisherigen telephonisch davon verständigt, daß die klien drastisch, und sie spielt sie mit jener meisterhaften Abonnenten werden gebeten, innerhalb dieser Frist ten des Herrn Dr. Müller die Pre- Realistit des Gefühls, nicht der bloßen Maske, mit ihre Starten zu beheben. Die Kartenausgabe an die flagen zurüdziehen. Also: um der Nie- der tieferen Wahrheit des Herzens, die jedes Wort neuen Abonnenten erfolgt ab Samstag, den 10. b. derlage in der öffentlichen Hauptverhandlung, belebt. Die Typen der Stammgäste wurden von den dem sicheren Freispruch des Gen. Dr. Strauß zu Herren Janisch, Reiter und Taub stilgerecht entgehen, müssen die Herren ohne irgendeine dargestellt. Außerdem waren beschäftigt die Herren Genugtuung zu erhalten, ohne einen Widerruf Richling, Schönberg, Salii, Klein, Rudi oder eine Richtigstellung in unserem Blatte Reinhardt, die Damen Otto und Nella. An durchzusetzen, auf die Fortsetzung des Verfah- der Inszenierung gefielen besonders die schönen Büh. rens verzichten und die Klagen bedin- nenbilder von F. Zelenka, der vor allem im gungslos zurüdziehen. An der Zurüd- dritten Att mit sparsamen Mitteln ein überzeugen ziehung der Klagen fönnen wir die Kläger nicht des Stimmungsbild des nächtlichen Strandes zu E. F. hindern, leider, denn das Urteil des Gerichtes schaffen wußte. hätte gezeigt, wie unbegründet die Klagen waren. Aber daraus, daß die Herren vor ihrer Klage selbst davonlaufen, kann die deutsche Bevölkerung Brags ersehen, wie sie von der D. A. W. G. geblufft und zum Besten gehalten worden ist. Der Graue. Arbeiter. 1. Borstellung des Bildungsvereines deutscher E. J. Die Ausgabe des neuen Abonnements. Um ,, Caefar und Cleopatra", eine historische Komö die von Bernard Shaw, ist als nächste Schauspielneuheit des Neuen Deutschen Theaters in der Inizenierung von Max Liebl in Vorbereitung. Den Caefar spielt Josef Renner, die Cleopatra Emmy Carpentier. " PS PS Der heutigen Rummer liegt ein Erlaghein zur Bezahlung der Bezugsgebühr bei. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß die Einzahlung unter demselben Namen geleistet werden muß, unter welchem der Bersand der Zeitungen erfolgt. Die Bezuge gebühr ist am Kopf des Blattes ersichtlich und ist stets im Vorhinein zu entrichten. Der Abonnementsbetrag muf; spätestens bis 12. eines jeden Monates in unserem Besike fein; wir ersuchen Sie, dies zu berüeficiis gen, damit feine Unterbrechung in der g fieffung eintritt. Die Verwaltung elSpielplan des Reuen Deutschen Theaters. Dienstag, 7 Uhr: Aida"( 245-1).- Mittwoch, 7% Uhr: 3 um goldenen Anter"( 246-2). ist das Spiel ein ausgesprochenes Donnerstag, 7% Uhr, neueinstudiert: Donen" gewesen. Schall ist am Oberschenkel verlegt, Pasquale"( 247-3). Freitag, 8 Uhr: God Freitag, 8 Uhr:„ Cod Vogel an der Hand. Hiden und Gall wurden in tail"( 248-4). Samstag, 7% Uhr: 3m weiden letzten Minuten vom Plak getragen. Siden hat Sonntag, gen Rögl"( Abonn. aufgehoben). eine Verlegung des Kreuzes, Gall eine Schulter7% Uhr, Erstaufführung:„ Die Toni aus verrentung. Bischet hat eine Verlegung des Be Wien"( 249-1). Montag, 8 Uhr: Don mes, Schmiistit eine Rigwunde an der Hand. Mehr Pasquale"( 250-2). tann ich mir als Arzt nicht wünschen. Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, 8 Uhr: I in a". Mittwoch, 8 Uhr:" Frauen ha ben das gern". Donnerstag, 8 Uhr: Der Samstag, 8 Uhr: Leste Equipagew".Sonntag, 3 Uhr nachmit tags: Der Grau e"; abends 8 Uhr:„ Nina". Intimitäten". Die Zurückziehung der Klagen hat zur Der Bildungsberein deutscher Arbeiter hat das selbstverständlichen Folge, daß die Kläger 25. Jahr seiner Tätigkeit mit der Aufführung eines die gesamten Prozeßtosten ersehen Stüdes eröffnet, dessen Inhalt vom Anfang bis müffen. Der Wahlkampf brachte der D. A. W. G. zum Ende ein getreues Abbild des wirklichen Lebens darstellt Der Graue" von Friedrich För war eine große Niederlage, aber auch wertvolle ft er. Daß der Dichter eines Schauspiels uns unter Lehren für die Zukunft. Sie wird zur Kenntnis Schüler, in eine Lehranstalt führt, ist heute schon nehmen müssen, daß die schönen Tage, da die häufiger geworden, Förster aber behandelt das SchulPrager deutsche Wählerschaft ihrem chauvinisti- problemt von einer neuen Seite, auf eine Stritit der schen Geschrei und ihren statistischen Rechen- heutigen Schule kommt es ihm erst in zweiter Linie tunststüden blind Glauben schenkte, endgültig an. Gewig, er bringt typische Professorengestalten dahin sind. Sie wird gelernt haben, daß die So- auf die Bühne, er schildert das Schulleben mit nicht zialdemokratie sich wohl zu wehren versteht und zu überbietender Wirklichkeitstreue und bei der Prager deutschen Wählerschaft auf immer schauer wird sich eingedent seiner eigenen Schulerleb- fann nur dann seinen Zwed erfüllen, wenn das größeres Verständnis stößt. Und wenn sie schließ- nisse bewußt: so war die Schule, so waren die Pro- Augenglas fachmännisch angepaßt wird. Bassen Sie lich lernen wird, daß man auch mit dem Preß- fessoren. Ein junges Menschenleben wird aus der Ihr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag. Graben 2. gesetz vorsichtiger umgehen muß, so soll uns das Schülerschaft der Untersekunda herausgegriffen, auf gleichfalls freuen. der ZuMitteilungen aus dem Dublilum. Das Rezept des Augenarztes Balais„ Koruna". ausführen. Kunst und Wissen Sport Sport- Spiel 27 * Körperpflege Bürgerlicher Sport. Gin Länderspiel und Polizei mit blantgezogener Waffe. Das möge genügen! Mehr über ein so ver tommenes System zu sagen, bieze Gulen nach Athen tragen. Die Staatsmeisterschaft der Amateure. Am Sonntag fanden die Rückspiele der ersten Runde statt, die fast alle den erwarteten Ausgang nahmen. In Prag konnte DFC. auf eigenem Plaz gegen Cechoslovan Košir wiederum nicht siegen trotzdem die Koschirscher mit Ersatz antraten, und es muß nun noch ein drittes Spiel ausgetragen werden. DFC. hatte speziell vor der Pause eine Unmenge Chancen, doch der Sturm fand das Tor nicht, denn Langsamkeit ist beim DFC. eine große Tugend und so hatten die schnellen Koschirscher im mer noa Gelegenheit, Gefahren abzuwenden. Unt die Darstellung des Schicksals eines einzigen vom entschieden 3: 3( 2: 1) endete das Treffen. Dies Unglück verfolgten Jünglings legt der Dichter das mal wurde fair gekämpft und der beste Mann Hauptgewicht, des Schicksals eines jungen Menschen, am Blaze war der Schiedsrichter Siba den die Schule falsch behandelt und dem das Eltern( Nimburg). In Kladno schlug SK. Kroče haus tein Verständnis entgegenbringt. Denken wir ,, Zum goldenen Anker". wieder an unsere eigene Schulzeit. Wieviele Graue" hlavy im ersten Spiel ben mit Ersaz antretenden Meister der Slowakei Ligeti Preßburg 7: 0 In der deutschen Fassung, für die der rührige hat es nicht unter unsern Mitschülern gegeben, wie( 3: 0). R. Zidenice( Brünn) besiegte in Bruno Frank verantwortlich zeichnet, hat dieses viele, die in der Schule gekränkt und gequält wrJungbunzlau den SR. Mladoboleslav vieraltige Schauspiel von Marcel Pagnol drei den und die in ihren Entwicklungsjahren, da fie ify mit 5: 3( 3: 2) und in Brozni blieb die Akte Exposition und einen Att Handlung. Ob das Hilfe imd Rat am dringendsten bedurften, ohne In Budapest farb am Sonntag der zum Begegnung DSV. Brünn- K. unentschieden im Französischen anders sein mag, ob dort das einen Menschen waren, dem sie vertrauen konnten. Nebenwert von Milien- Zeichnung, Wig und Humor Ohne Uebertreibung kann man jagen, daß jeder Mit Europapokal zählende Länderkampf Desterreich 1: 1( 1: 1); infolge besserem Torverhältnisses fommt Ungarn statt, der wohl mit dem ärgsten der Brognizer Verein in die zweite Runde. das Fehlen einer dramatischen Aktion dermaßen er- telschüler in gewisser Hinsicht ein„ Grauer" ist, wenn tanda I endete, den bürgerliche Beranstaltungen Die Meisterschaft der Profis wurde in der setzt, daß man sich drei Afte lang nicht langweilt, er auch später sein seelisches Gleichgewicht erlangt bisher aufzuweisen hatten. Die letzten Erfolge der ersten Liga am Sonntag wieder fortgefeßt. In und auch nur selten den düstern Weg Hanseners Die deutsche Fassung bietet jedenfalls zu wenig Ab- bis zum tragischen Ende geht. lenkung vom Hauptthema, als daß man dessen man- Das hohe Niveau der an dieser Stelle ichon ge geinde Entwicklung zu dramatischer Komposition würdigten schauspielerischen Leiſtungen hat wesentübersehen könnte. lich dazu beigetragen, dem Stück zu einem vollen ErDas Thema ist der Seelenkonflitt eines jungen Mannes, der an Fernweh nach den Inseln der Südsee oder nach fremden Ländern und nach dem Meer überhaupt leidet. Als Sohn eines Hafenwirtes in Marseille empfindet er die Verlodung zur Flucht auf das weite Meer doppelt start und nicht minder heftig den Kontrast seines bürgerlichen Berufes zu int der romantischen Sehnsucht seines Herzens. Da er endlich so weit ist, fliehen zu können, kommt eine Weibergeschichte dazwischen. Er wird sich, nicht ohne Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Mittwoch, den 7. Oktober, abends 8 Uhr, Odborový dům, Perštyn, Klabund- Abend. so stark angefeuert", daß diese mit unerhörter Buntte teilen; das Spiel endere 4: 4( 2: 1); Ridichtslosigkeit auf ihre Gegner los die Spartaner machten einen sehr schwachen Ein gingen. Eine Anzahl Berlegter der Dester brud. Bohemians schlugen Čechie Starlin reicher kennzeichneten diese Begeisterung". Nach nach ziemlich gleichwertigem Spiel 5: 3( 4: 3). Schluß des„ Kampfes" ließ die enttäuschte Menge labia blieb nach einem reichlich scharf geführ - weil ihre Elf keinen Sieg landen konnte die ten Kampf über Vittoria Pilsen mit 4: 1 ganze Wut an dem Schiedsrichter Bau-( 2: 0) siegreich. Topliter& K. bekam auf eige wens( Köln) aus, der vor den Tätlichkeiten von der nem Boden von Vittoria Žižkov eine 2: 0Polizei geschützt werden mußte. Die Polizei Niederlage; es soll auch sehr hart gespielt worden soll nach Berichten der bürgerlichen Presse fein. rüdsichtslos mit gezüdtem Säbel in die Menge hineingehauen haben, so daß der Plak in einer(!) Minute gesäubert" war. auch der bürgerlichen Presse entnommen Nachhilfe von der Gegenseite her, seiner Liebe zu Es rezitiert der Vortragskünstler Genosse und nun zwei Aeußerungen über das„ Spiel" bewußt, die ihren der jungen Muschelhändlerin bewußt, die ihren von Aus der Partei Jugendbewegung. Stand auf der Terrasse des kleinen Estaminets hat. Gustav Herrmann, Leipzig. Außerdem denen die des Dr. Schwarz besonders bezeichnend S. J. Prag, Gruppe I. Beute abends Probe Er wird ihr Geliebter und durchlebt Wochen schive- fingt Jugendgenosse Gottlob Klabund- Lieder, wirkt. Sugo Meijl, der österreichische Verbands in der Gee für den internationalen Jugendtag fapitän, preßte die Kritik in ein Wort: Schwei- am 18. Oftober. Alle müssen kommen! Agitiert rer Seelenkämpfe; vom Vater an der Ehre gepackt, von Bela Reinig vertont. entschließt er sich zu bleiben und die Geliebte zu Parteimitglieder, Turngenossen, Freunde nerei. Er sagte weiter: Wenn eine Mannschaft noch tüchtig für den Klabund Abend! S. I. S. Prag. Heute alle halb 8 Uhr in die 3ut spielen versucht und die andere nur die Absicht legitimieren. Da aber gibt sie ihn frei, verhilft ihm der Jugend, besucht unsere Werbeveranstaltung, at, ihr eins auszuwischen, fann man das nicht Gee kommen. mehr Fußball nennen. Dr. Schwarz, der S. 3., Kreis Prag. Morgen 7 Uhr im Odbo Wiener Fußballarzt, sagte: Für mich als Chirurg roby dum Sihung der Kreiserekutive. Drad: Rota" A.- 3. für Seitung und Buchdrud, Brag. Far ben Drud verantwortlich: Otts Holil, befrebattent: Wilhelm tegnet. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Streus. Brag. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Boft monatli Ke 16.-, vierteljährlich K 8.rag. 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