Einzelpreis 70 Heller. Sozialdemokrat блі Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik. 11. Jahrgang. Audinal Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb. Redaktion und Berwaltung: Prag I., Retasanfa 18 Telepbon: 26795, 31469( Radtredaktion): 26797 Beledamt: 57544 driet Mittwoch, 25 November 1931 Die Notstandsgesetze eingebracht verwaltung ermittelt und dem Steuerträger, Nr. 274. falls die Borſchreibung der Einkommensteuer be Hakenkreuz im Dienste reits erfolgt ist, durch einen besonderen Zahlungsauftrag, sonst im normalen Zahlungsauftrag mitgeteilt. Zahlbar ist der Zuschlag binnen Zur Santiemensteuer des Kapitals. ildm für Inflation. Für drückende Gegen Belastung der Unternehmer. Schulden. Für Arbeitszwang. Prag, 24. November. Die Regierung hat[ Der Motivenbericht begründet diese Sparmak 30 Tagen nach Zustellung. Dienstnehmer können hente im Abgeordnetenhaus die beiden Notstands name damit, daß man in Zeiten der Wirtschafts- den Zuschlag in zwei gleichen Raten binnen 30 gefeße über Sparmaßnahmen im Personalbud. und Finanznot auch Ersparungen bei den Gehalten, und 60 Tagen bezahlen. Ein Abzug durch den get und über die zeitweiligen Zuschläge zur Ein die die größte Ausgabenpoft des Staates bilden, Dienstgeber erfolgt nicht. Der Erlös gehört dem tommen- und Tantiemensteuer vorgelegt und er nicht ausweichen könne; einigermaßen erleichtert Staate; irgendwelche weitere Zuschläge( seitens sucht, die beiden Vorlagen derart zu verabschie, werde dieses Vorgehen durch das Sinken des Preis der Gemeinden usw.) sind unstatthaft. Die revolutionären Zirkulare der Kommunisten erhalten nun eine hakenkreuzlerische den, daß sie noch vor dem 1. Dezember fundge- niveaus in der legten Zeit. Außerdem würden nur macht werden können. die Spigengehälter davon betroffen. Um aber Konkurrenz. Im Fabrizieven von Resolutio Die Kammer hat beide Vorlagen noch heute einen gewissen finanziellen Effekt zu erreichen, fonnnen sind die Nazis eben nicht weniger fix als den Ausschüssen zugewiesen, die bereits morgen ten auch die übrigen Staatsangestellten nicht ganz wird für die beiden Jahre ein Zuschlag erhoben, die Bolschewiki. Sie verstehen auch die Kunst, nachmittag zusammentreten sollen. Die Plenar- ausgenommen werden, was durch die Kürzung, bzw. der 100 Prozent beträgt, wenn die von einer Ge- aus Papier neues Papier zu erzeugen, ganz debatte ist für Donnerstag geplant. Wenigstens Streichung der Weihnachtszulage erfolgte. Den sozial sellschaft insgesamt ausbezahlten Tantiemen vorzüglich. So macht jetzt eine nationalsozialis wurde heute der Senat bereits für Freitag zehn schwächeren Angestellten werde aber der Weihnachts- 50.000 K nicht überschreiten. Dieser Prozentsaz stische Resolution die Runde durch die GeUhr vormittags mit einer unbedeutenden Tages- beitrag wenigstens in der halben Höhe belassen. steigt auf 150 Prozent, wenn die Gesamtsumme meindevertretungen, deven Sinn und Bedenordnung einberufen. Offenbar sollen in dieser Durch die Vorlage werden erspart: beim Präs zwischen 50.000 und 100.000 K liegt, und auf tung nichts anderes ist, als für den nationalSigung schon die diesbezüglichen Beschlüsse des fidenten 500.000 K, bei den Ministern 224.000, bei 200 Prozent bei größeren Beträgen. Die Zu sozialistischen Schwindelantrag im Parla Abgeordnetenhauses vorgelegt und den Senats- den gejeßgebenden Körperschaften 1,652.640 K, bei schläge für 1931 werden nachträglich von den mente, mit dem die Hakenkreuzler ihr Strijenausschüssen zugewiesen werden. den hohen Staatsbeamten 3,000.000 und bei den Empfängern eingehoben und sind binnen 30 mente, mit dem die Hakenkreuzler ihr KrisenDie Erefutive aller Staatsangestelltenorga- Ruhegehailten 800.000 K. Tagen zahlbar. Die Zuschläge für 1932 werden bekämpfungs- ,, Programm" entwickeln, die Renisationen bemühte sich heute in Aussprachen mit Durch die Kürzung der Weihnachtszulage wer- im Abzugswege bei der auszahlenden Gesellschaft flametrommel zu rühren. dem Ministerpräsidenten und dem Finanzmini- den 203,5 Millionen K erspart. Der zur Auszahlung zugleich mit der Tantiemensteuer selbst eingester sowie in Vorsprachen bei den einzelnen Par- gelangende Betrag dürfte etwa 86,5 Millionen K hoben. teien eine Verbesserung der Weihnachtszulage ausmachen. für die niederen Angestelltenkategorien durchzujeßen. Bindende Beschlüsse wurden aber noch die Zuschläge zur Einkommensteuer nicht gefaßt. Für morgen vormittag sind erst für die Steuerjahre 1930 und 1931 beginnen bei eine Reihe von Parteienvertreter beim Minister- einem steuerpflichtigen Einkommen von mehr präsidenten angemeldet. Wahrscheinlich dürften als 30.000 K, und betragen diese Verhandlungen noch neben den Ausschuß beratungen am Nachmittag fortgehen. Der Inhalt der Spargesetze, den wir bereits in unserer Sonntagsnummer furz ffizziert haben, ist folgender: Die Gehaltsabzüge für das Sahr 1932 bis 40.000 K 6 Prozent, bis 50.000 K 9 Prozent, bis 60.000 K 13 Prozent, bis 80.000 K 18 Prozent, bis 100.000 K 24 Prozent, über 100.000 K 30 Prozent Der Motivenbericht begründet die Vorlagen mit der Notwendigkeit der Eröffnung neuer Einnahms quellen für die Staatsverwaltung. Die Einkommen ſtener samt dem Zuschlag erreicht immer noch nicht In dieser Resolution wird zunächst auf die große Arbeitslosigkeit verwiesen und die ungünstige Finanzlage der Gemeinden dargestellt, sodann der nationalsozialistische Antrag auf Bereitstellung eines Dreimilliardenkredites an die Gemeinden und auf Auszahlung einer Arbeitslosenunterstützung von 10 die Höhe der Einkommensteuer vor dem Inkrafttreten der Steuergesetze aus dem Jahre 1926. Bei Kronen täglich als Heilmittel angepriesen und einem Einkommen von 30.100 K werden nunmehr zum Schlusse gesagt: 3,89 Prozent weggesteuert( bisher 3,67, vor dem Jahre 1927 aber 6,38 Prozent). In den höchsten Flaffen betragt die Steuer samt Zuschlag bei 1 Million Einfommen 21,19( bisher 16,3) Prozent, bei 5 Millionen Einkommen und darüber 30,13( früher 23,18) Prozent; vor dem Jahre 1927 war von diesem Einfommen 37,95 Prozent weggesteuert worden. der normalen Einkommensteuer einschließlich der machen folgende Beträge aus: der Zuschläge( bzw. Abzüge) für minder( bzw. Bein Präsidenten der Republik 150.000 Kmehr- belastete Saushalte. Eine eigene Bestim Eine offizielle Schäzung der Mehreinnahmen von seinem Gehalt und 350.000 K von feinem mung sorgt dafür, daß bei knapper Ueberschrei Amtspauschale; tung der jeweiligen Höchstgrenzen Härten vermies durch die beiden Steuern fehlt leider im Motivenden werden. Der Zuschlag wird von der Steuer- bericht. bei den Abgeordneten und Senatoren 6 Prozent ihres Gehaltes; bei den Vorsitzenden der beiden Häuser 12 Prozent; bei den Vizepräsidenten 6 Prozent ihrer Funktionsbezüge; * Beginn der Budgetdebatte im Plenum. beim Ministerpräsidenten 16.000, bei den Im Abgeordnetenhaus begann heute die übrigen Ministern 12.000 K; außerdem je Aussprache über den Staatsvoranschlag für 1982 14.000 K von den Repräsentationsfonds des mit einem Referat Teplanskys. Die Debatte, die Ministerpräsidenten und des Außenministers. schon morgen durch die Verhandlung der NotBei Staatsbeamten, deren Pensionsgrund- standsgesehe unterbrochen werden dürfte, wird lage 54.000( bei Richtern 55.500) K übersteigt, frühestens am nächsten Mittwoch zum Abschluß werden 4 Prozent aller Bezüge, die die Pen gelangen. sionsgrundlage bilden, abgezogen; übersteigt die Aus der heutigen Debatte sind zwei Aeuße Grundlage 66.000( bet Richtern 66.900) K, so rungen tschechischer Agrarier erwähnenswert, beträgt der Abzug 8 Prozent. Bei Staatsbeamten, die energisch für den Abbau der kartelierten deren ständige Dienstbezüge 100.000 K über Preise eintraten und überhaupt eine ziemlich steigen, werden außer dem erwähnten Abzug von scharfe Sprache gegen die preisverteuernden Kar 8 Prozent der Pensionsgrundlage noch 12 Pro- telle führten. Das gleichzeitige Eintreten dieser zent der übrigen ständigen Dienstbezüge ab Redner für produttive Arbeitslosenfürsorge gezogen. Die Dienstbezüge dürfen durch diese Ab- zwingt eher zur Vorsicht, ob dahinter nicht Be züge jedoch nich tunter die angeführten Minimal- mühungen nach einem Abbau der Arbeitslosen grenzen von 54.000 bziv. 55.500 K finfen. unterstügung maskiert werden sollen. Staatsbeamte mit mehr als 100.000 K Gintom men dürfen infolge der Abzüge nicht weniger erhalten, als wenn ihre ständigen Bezüge 100.000 Stronen betrügen. Pensionsfondsbeiträge von die jen Abzügen werden nicht bezahlt. Diese Abzüge gelten anolog für Pensionen in der angeführten Höhe, ebenso für Vertragsbeamte und Angestellte der öffentlich- rechtlichen Korporationen und Anstalten. Als Sprecher unserer Fraktion wird in der Generaldebatte Genosse Kremser fungieren. Das Referat erstattet statt des franten Dr. Guidet der Agrarier Teplansky. sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Teil. Redefrist bei größeren Klubs zwölf Minuten pro Klubmitglied, bei kleineren vierzehn Minuten, mindestens jedoch eineinhalb Stunden. ,, Solange der Staat nicht bereit oder willens ist, die Zinsknechtschaft und Bankenherrschaft durch Ausgabe von zinslojem Baugeld zu brechen, bleibt nur der oben angedeutete Weg zur Hilfe der Opfer der Wirtschaftskrise(!), zum Stampf gegen das Elend unserer Zeit übrig. Aus diesent Grunde beschließt die Gemeinde vertretung, den Antrag der Nationalsozialisten in den Prager Parlamenten zu begrüßen und die Regierung aufzufordern, diesent Gesezesantrag beizustimmen, bzw. ihn zur Grundlage des gesetzlichen Kampfes(!) gegen die Wirtschaftstrije und Arbeitslosigkeit zu machen." Da die Gemeindestuben nach unserer Auffassung nicht dazu da sind, die Reklamebüros der Nationalsozialisten abzugeben, noch dazu, wenn sie sich damit blamieren, halten wir es für notwendig, den nationalsozialisti schen Antrag ein wenig unter die Lupe zu nehmen, wobei sprachliche VerbesserungsverIn der Debatte spricht als erster Simm( Nat. suche wegen Aussichtslosigkeit unterlassen Sos.), der namens des deutschen parlamentarischen werden. Staatsangestelltenausschusses dem die deutschen An der Spitze reitet natürlich der ParadeSozialdentofraten nicht angehören) sich mit Staatsbeamtenfragen befaßt. Er gibt eine Ueber- gaul ,, zinsloses Geld", eine Phantasie, entſprun sicht über die große Benachteiligung der deutschen gen aus der wirtschaftspolitischen AhnungsStaatsangestellten bei der legten Restrinktion vor losigkeit, die sich vorstellt, daß der Staat sechs Jahren und erklärt, daß die hinter ihm selbstherrlich Geld zu schaffen vermag, das stehenden Parteien auch den Abbaumodus Trapls, den ökonomischen Gesetzen nicht unterliegt. die Sperre der Neuaufnahmen, nicht annehmen Solange das von den Hakenkreuzlern verteikönnten, da unter den Beamten der jüngere deutsche digte Privateigentum an Produktionsmitteln Nachwuchs ohnedies schon fehle. Während seiner besteht, ist zinsloses Baugeld" nur ein verRede tommt es zu Zusammenstößen von Saken schämter Name für unbedeckte Staatsnoten, Hafentreuglern und Kommunisten, wobei Krebs und über deren Bedeutung wir in der InflationsHabet( Komm.) Ordnungsrufe erhalten. zeit hinreichend belehrt worden sind. Ihre Hauptwirkung ist die Entwertung des Arbeitseinkommens, ihre Folge nicht die Bre hung, sondern die Stärkung der Banfen herrschaft. Dr. Cerny, der Vorsitzende des Budgetaus schusses, warnt vor allzugroßer Konzentrierung aller Er erklärte u. a., man dürfe die Hoffnung auf Arbeiten in den Händen der Regierung. Heute eine beffere Zeit nicht verlieren. Die wichtigste brauche man politische Charaktere, Elastizität und Aufgabe sei es, das Staatsbudget im Gleichgewicht Mut auch zu unpopulären Dingen. Vor allem Indessen müssen wir die Redensarten zu halten. Unsere attive Handelsbilanz dürfe nicht müsse man sich der Bauern und der Arbeiter anDer Weihnachtsbeitrag für 1931 burch überflüssige" Einfuhr namentlich von land nehmen, deren Konsumtraft am meisten gesunken vom zinslosen Geld ebensowenig ernst nebwird den aktiven Staatsangestellten und Lehrern wirtschaftlichen Produkten bedroht werden. Sur lei. Für bie Bauern verlangt er billigen Kredit und men, wie es die Hakenkreuzler selbst tun, die nur ausbezahlt, falls sie im Genusse eines Er- Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verlangt er be Abbau der kartellierten Preise; die Kartelle feien in einem Nebensatz über das„ Herzstück" ihres ziehungsbeitrages für wenigstens ein Kind stehen schleunigt ein Programm für produttive Fürsorge, nicht zulezt die Ursache der Strife, ja sie ver Brogrammes hinweggleiten, um gleich, indem und gleichzeitig thre Pensionsgrundlage das Aus- das mit Hilfe der Selbstverwaltungstörper durch größern sie noch. Scharf wendet er sich auch sie zu praktischen Borschlägen kommen, ins maß der vierten Gestaltsstufe, Stufe d) nicht geführt werden soll. Um die Handelsbilanz zu gegen die wucherischen Zwischenhandelsgewinne naübersteigt, und zwar auch dann nur an der halten, müsse man die Industrie durch herab mentlich bei landwirtschaftlichen Produkten; ferner entgegengesetzte Extrem, nämlich die Aufhalben Höhe. Jit die Pensionsgrundlage je zung der Belastung der Probuftion fordert er Kontrolle der Einfuhr überflüssiger nahme eines Dreimilliardendarlehens zu ver zwar höher, erreicht sie aber nicht die Summe entlasten und den offiziellen Zinsfuß herabsetzen. Gegenstände. Sein Eintreten für produktive Ar- fallen, was jedenfalls eine eigenartige Methode dieser Höchstgrenze, vermehrt um den halben In diesem Zusammenhang sei ein Bantengesez und beitslosenfürsorge bekommt allerdings einen agra- zur Brechung der Zinsknechtschaft wäre. Die Weihnachtsbeitrag, so erhält der betreffende An- ein Kartellgeses notwendig. Durch swed- rischen Beigeschmad, wenn er in diesem Zusammen- Nationalsozialisten werden freilich sagen, daj gestellte bei Erfüllung der sonstigen Bedingungen mäßige Vergebung der Staatslieferungen ließen sich bang sofort Maßnahmen gegen die Landflucht bzw. die Gemeinden ja nur 3 Prozent, also einen Sie Ergänzung auf diese Höhe als sicher noch bedeutende Beträge ersparen, ebenso für die Repatrierung der in die Städte abgewan- unter den heutigen Verhältnissen sehr mäßidurch eine Reform der Administrative. Von den derten Arbeitslosen verlangt. Soweit sind wir Weihnachtsbeitrag. Den Angestellten der öffentlich- rechtlichen Steuerrückständen feien sicher noch zwei Drittel ein- doch noch nicht, um etwa eine Zwangsverschidung gen Zins bezahlen sollen. Aber die Frage ist Rorporationen und Anstalten darf ein Weih bringlich. Sollten weitere Sparmaßnahmen not- von Arbeitslojen aufs Land zuzulassen, wo sie bei nicht die, ob die Gemeinden billige Darlehen nachtsbeitrag nur in den Grenzen der vorerwähnwendig sein, so würden administrative Maßnahmen den Bauern um den ärgsten Schunblohn schuften brauchen fönnien, welche Erkenntnis feines müßten! Wenn die Bauern erträgliche Arbeits- wegs den Hakenkreuzlern vorbehalten war. ten Bestimmungen für die Staatsangestellten nicht mehr genügen. bedingungen schaffen, dann werden sie Hilfskräfte Hat doch unsere Gemeindevertreterkonferenz ausgezahlt werden. sicher auch ohne Zwang in genügender Zahl er schon im Februar 1930 eine Entschuldungsaktion für die Gemeinden wohlgemerkt, halten! als Uebergangsmaßnahme, bis zur definitiDie Bestimmungen dieses Gesetzes können durch Regierungsverordnung im gleichen Umfang für ein weiteres Jahr verlängert werden, Die Debatte wird dann wie üblich in eine General- und eine Spezialdebatte eingeteilt. Lettere zerfällt in einen politischen, fulturell ( Fortfegung auf Seite 2.) Seite S Mittwoch, 25. November 1931. Nr. 274 den Sanierung— gefordert. Die Frage, die man beantworten muß, wenn man nicht Demagogie, sondern Politik betreiben will, ist vielmehr die, woher der Staat die drei Milliarden nehmen soll. Denn ehe er sie hergibt, muß er sie zunächst haben. Nun dürfte aber selbst in die Reihen der Nationalsozialisten bereits die Kunde gedrungen sein, daß der Staat nach drei Krisenjahren nicht über finanzielle Reserven verfügt, vielmehr die größten Anstrengungen machen muß, um seinen eigenen Haushalt im Gleichgewicht zu erhalten^ Der Staat müßte also"die drei Milliarden borgen, was unter den herrschenden Kreditschwierigkeiten, von denen die Nationalsozialisten vielleicht auch schon einmal gehört haben, wenn überhaupt, nur unter den drückendsten Bedingungen möglich wäre. Selbstverständlich bildet die Sanierung der Selbstverwaltungsfinanzen ein ernstes Problem und eine ernste Sorge. Aber man löst ernste Probleme nicht, indem man unernste Vorschläge zu Papier bringt, deren Grundgedanke etwa der ist, daß der Staat die Zinsknechtschaft dadurch bekämpfen soll, daß er sich in Schulden stürzt. Endlich die nationalsozialistische Lösung der Arbeitslosenfrage. Daß die hakenkreuz- lerische Weisheit uns auch hier die Antwort auf die Bedeckungsfrage schuldig bleibt, ist nicht weiter erstaunlich. Hier liegt vielmehr der Hase im Pfeffer. Daran durften sie ja nicht rühren, wenn sie— was ihnen durchaus gelungen ist— einen Vorschlag machen wollten, an dem vor allem die Unternehmer ihre Freude haben können. Darum haben sie in ihren Antrag nicht nur die famose Bestimmung über den Är- beitszwang ausgenommen, darum sind sie nicht nur über das Problem der Arbeitszeitverkürzung mit lautlosem Schweigen hinweg geglitten, sondern darum reden sie auch nicht von der Arbeitslosenversicherung, zu der die Unternehmer-Beiträge leisten müssen. Sie haben die Forderungen der freien Gewerkschaften verschlafen, welche die Schaffung eines Krisen- fonds vorsehen, zu dem die Unternehmer berzu- steuern haben, sie haben nicht nur Kenntnis genommen, daß der Minister für soziale Fürsorge in seiner Budgetrede für die Schaffung eines solchen Notfonds eingetreten ist, mit der ausdrücklichen Begründung, daß die Unternehmer, die imGegensatzzufa st allen entwickelten Industriestaaten bei uns zur Arbeitslosenfürsorge gar nichts beitragen, zu entsprechenden Leistungen herangezogen werden müssen. Die Nationalsozialisten vertreten scheinbar die Interessen der Arbeitslosen, indem sie für sie Unterstützungen fordern, in Wirklichkeit besorgen sie die Geschäfte der Unternehmer. Die Hakenkreuzler sind darin ganz in ihrer Rolle. Daß aber die Kommunisten beispielsweise in Bodenbach der hier besprochenen Resolution zustimmten, während sie sich bei dem ernsten, die Grenzen der gebotenen Möglichkeiten berücksichtigenden Anträge der Sozialdemokratie der Sfimme enthielten, ist! ein wertvoller Beitrag zur Naturgeschichte dieser„revolutionären" Partei. Die einen wie die anderen, Hakenkreuzler wie Kommunisten,! sehen in der Not der Arbeitslosen eben nicht» g Dr. Tolpe’s Rache. Boman von A. Aitschul. Der Motor zog an. Nachdem Jenny in einem Gefühl ungehinderter Freiheit etwa fünf Sekunden lang mft anerkennenswerter Fixigkeit und vollkommener Nichtachtung aller gesellschaftlichen Vorschriften wortlos mit den Beinen gestrampelt hatte, holte sie tief Atem, seufzt«, lehnte sich in die Polster und lachte Kurt an: „Also, wohin fahren wir?" „Das frage ich dich." „Dummkopf." „Ach so..." „Glaubst du, ich habe mir deshalb große Toilette angezogen, damit wir im Auto durch die Stadt tuten? Mach ein Programm, gib dem Chauffeur ein« Adresse oder mehrere Adressen, ich habe"— sie griff in ihren Beutel— „ich habe mächtig viel Geld Mitgenommen. Da, siehst du?" ,^Jch habe auch etwa- Geld da", wagte Kurt «inzuwenden.„Spar es dir. Du bist heute mein Gast. LoS. Wohin?" „Die Theater haben schon angefangen." „Dann brauchst du sie erst nicht zu erwähnen." „Revuen?" „Danke." Plötzlich faßt« sie sorgenvoll Kurts Hand. „Hast du überhaupt schon gegessen? Ich auch nicht. Also wir fahren dort hin, wo es schrecklich elegant ist und wir rasend viel essen können. Weißt du ein solches Lokal?" Kurt schüttelte den Kopf. Jenny sah ihn mit großen Augen an.„Ach, ... also oaS bist du geworden?' Da ist es ja gut, daß wir einmal auSreißen. Da siehst du vor deinem Tod wenigstens noch mal waS HsibfcheS." anderes als willkommenes Agitationsmaterial, der Gedanke, wirklich, Hilfe zu bringen, liegt ihnen meilenfern.... Die Sozialdemokratie wird es nicht schwer haben, solche Manöver billiger Demagogie zu durchkreuzen. Wir haben nie versprochen Wunder zu wirken. Wir haben immer die großen Schwierigkeiten, die bürgerlicher Widerstand in der* kapitalistischen Ordnung Die Budgetdebatte. (Fortsetzung vo« Seit« 1.) Genosse Hampl(tsch. Sozialdem.) erklärt, ganz Europa sei heute pessimistisch und habe auch allen Grund dazu. Politisch komme dir kritisch« Situation auch in den heftigen Angriffen gegen das demokratische Regime tn Deutschland und Oesterreich zum Ausdruck. Unsere Aufgabe in Mitteleuropa wäre es, ein einheitliches, wirtschaftlich auf sich selbst ange- wiesenes Mitteleuropa anzubahnen, wobei er sich hie Kleine Entente als Kristallisationspunkt vor- stellt. Redner bedauert, daß wir die agrarisch« Politik ständig mit handelspolitischen Schwierigkeiten bezahlen müssen. Wenn die Agrarier zur Bildung einer handelspolitischen Blocks^, im Rahmen der Kleinen Entente fähig wären, würden dabei auch ihre Interessen gut abschneiden. Hampl verlangt energisch die Herabsetzung der Rüstungsausgaben und die Verkürzung der Militäroienst- zeit auf zwölf Monate; er befürchtet, daß zünftige Diplomaten und Militärs auf der Abrüstungskon, ferenz nicht den Mut zu einer radikalen Lösung aufbringen werden. Angesichts der 4Ü0.vdv Arbeitslosen ist I n i t i a- tive auf allen Gebieten der Wirtschaft und der Verwaltung notwendig, um di« Arbeitslosigkeit«in- zudämmen. Wenn die Regierung mit neuen Steuern kommt, so wird sie bei der Sozialdemokratie auf Verständnis stoßen, wenn sie di« wirtschaftlich Stärkeren belastet und di« Lasten gerechter auftrllt. In der Frage d«r Weihnachtszulage, die ein schmerzlicher Kompromiß zwischen den Staatsfinanzen und der Lage der kleinen Angestellten sei, hätte man direkt mit den Organisationen verhandeln sollen. So hab« man nur unnütz böser Blut gemacht. Dr. Lnkscha(Christlichsoz.) verwahrt sich dagegen, daß auf verwaltungstechnischem Gebiet etwa Aenderungen des Staatsvoranschlages legitimiert werden. Ersparnisse am richtigen Platz werde er nicht bekämpfen, er sei aber dagegen, daß man sich zuerst auf die Staatsbeamten fttirz«. Dar Gegenteil wäre eher richtig gewesen. Rach Ausnützung der ungelösten nationalen Probleme z« Angriffen gegen die Koalition stellt er sogar die Behauptung auf, die gegenwärtige Krise sei eigentlich keine Wirtschaftskrise(!), sondern eine Krise der politischen Unfähigkeit, die Dinge zu ordne». In«in«r zweiten Sitzung wind ein« Reihe von Senatsbeschlüssen sowie die beiden Regierungsvorlagen über die Sparmaßnahmen und di« Sparmaßnahmen und di« Steuerzuschläge, letztere mit 36stündiger Frist, den Ausschüssen zugewi«s«n. In fortgesetzter Debatte spricht noch RazuS (Auton. Sojus) über karpachorussische und slowakische Fragen. Dr. Szüllö(Ung. Christlichsoz.) erklärt, Benei vergess« bei seinen Plänen einer Zollunion Tschechoflowakei-Oesterreich-Ungarn einen wichtigen Koeffizienten, das ungarische Nationalgefühl. Ohne Heilung der den Ungarn zugefügtrn Wunden gebe es keine mitteleuropäische Konsolidierung. Letzter Debattenredner ist der Landbündler Böhm. auch der gerechtesten Forderung entgegenbestellt, auch den Arbertslosen- auseinandergesetzt. Aber was wir versprochen haben: das Los der Arbeitslosen nach Kräften zu mildern, das haben wir geleistet und das werden wir weiter leisten. Damit werden wir aber gegenüber demagogischen Resolutionen, die nremandem etwas bringen, vor der Arbeiterklasse in Ehren bestehen.* Die WirWastsfitnatton bleibt schwierig. Aus dem Bericht der Natioualbauk. & 24. November. Der Bankrat der wäkischen Nationalbank hielt heute feine ordentliche MonatAitzung'ab. Dem vorgetragenen Geschäftsberichte entnehmen wir: In den internationalen Finanz, und Krediwer» hältmssen bracht« auch der vergangene Zeitabschnitt keine Klärung. Di« Folgen der Kreditschwierigkeiten, der Einfuhrbeschränkungen einzelner Länder und der Devisenverorbnungen kommen in ihren Reflexe« auf. den internationalen Warenaustausch in einem bedeutenden Maße zum Vorschein. Der sschechoilowa- kisch« Geldmarkt blieb trotz der geringeren virt- schatflichen Aktivität gespannt, teils zufolge der wachsenden Schwierigkeiten bei Realisierung der AuSsuhrsordcrungen, teils im Zusammenhänge mil dem erhöhten Bedarf«' derjenigen Saisonzweige der inländischen Erzeugung, die Heuer fast ausschließlich auf heimisch« Kreditquellen angewiesen sind. Der Markt der langfristigen Kredite weist keine Aenderungen auf. Die Bewegung der Großhandelspreise verlief analog der auSläiwischen Entwicklung stabiler. Der Index der empfindlichen Preise erfuhr in den letzten Wochen«ine geringe Befestigung. Die Herbstarbeiten der Landwirtschaft sind im ganzen beendet. Di« Mißernte, an Futtermitteln und Stroh hatte in den Viehzucht-Gebieten Mangel an Rauhfutter und Streu zur Folg« und führt« zu Zwangsverkäufen, welche«in« stark« Senkung der Schlachtviehpreise hervorriefen. Di« industrielle Beschäftigung leidet in den Exportzweigen unter allseitigen Schwierigkeiten, di« sich dem Absatz und der Realisierung der Exportförderungen in den Weg stellen. Di« Arbeitslosigkeit stieg teils- aut diesem Gründe,»«ils wegen vorgerückter Saison. Di« steigenden Ausfuhrschwierigkeiten kommen auch in der Handelsbilanz für Oktober zum Ausdruck, hauptsächlich bei der Ausfuhr von Fertigwaren. Während in der Einfuhr eine sinkende Tendenz nicht wahrzunehmen ist, stellte sich in der Ausfuhr di« regelmäßig« Oktobererhöhung nicht«in. DaS Oktoberaktivum der Handelsbilanz war wesentlich niedriger wie im Vorjahr«. Der Druck der ungünstigen Entwicklung auf den Auslandsmärkte«, hauptsächlich im Zusammenhänge mit der Kreditkris« und mit verschiedenen Maßnahmen zur Beschränkung der Einfuhr, befindet sich dauernd im Steigen. Di« Wirtschaftssituation bleibt schwierig. Der Kurs der tsche- choflowakischen Krone war ruhig. Las soziale kmvfinden der Agrarier. Wir haben unlängst geschrieben, daß die Agrarier„zu den ärgsten Feinden jeder ernsten Sozialpolitck gehören und kein soziales Empfinden für di« Not der Arbeiterschaft zeigen". Diese Behauptung hat den Herren vom Bund der. Landwirt« Bauchschmerzen verursacht und so Polemisieren sie unter einem zweispaltigen Titel gegen unsere Behauptung. Dabei passiert ihnen etwas. t«is nur erhärtet, daß in den Reihen der Landbündler nicht eine Spur von Verständnis für die Läge der Arbeiterschaft vorhanden ist. Sie polemisieren gegen den Bestand der Sozialversicherung, die angeblich ein«„Mammutinstitution" ist, der Arbeiterschaft keinen Nutzen bringt und da« man an Stelle des Geldes, das di« Sozialversicherung kostet, 500.000 Arbeitslos« beschäfttgen könnte. Es ist wirklich müßig, sich im Jähr« 1931 mit Leuten auseinanderzusetzen, die gegen die Sozialversicherung zu Felde ziehen. Die Krankenversicherung hat in den mehr als vierzig Jahren ihres Bestandes so viel für die Arbeiterschaft geleistet,/sie hat so sehr zur Hebung der Gesundheit der Bevölkerung beigetragen, daß jeder Kind ihre, Notwendigkeit einsioht. Ebenso begreift jeder Mensch, der nur ein wenig sozialer Empfinden hat, daß auch di« Alters- und Jnvalidenversiche- rung für die Arbeiterschaft notwendig„ist. lieber dkesesDzlale Empfinden verfügen eben dr« Herren vom Bund der Landwirt« nrcht— und daran wird sich chphl auch in Zukunft nichts ändern. Sie„Deutsche Morgeuzeituug" und der Radlumtov. Die Bergarbeiter von St. Joachimstal führen seit Jahren einen schwerem Kampf gegen die unheilvollen Einwirkungen der Raoiumaus- trahlungeN. Den Forderungen der Bergarbeiter teilt sich die bürgerliche Oeffentlichkeit und die taatliche Grubenverwaltung vollständig gleichgültig gegenüber. Nach schwerer Mühe ist eS unseren Genossen gelungen, den- von den Genossen Abg. Pohl und B r o L i k eingebrachten Gesetzesantrag. im sozialpolitischen Ausschuß zu behandeln. Eine eigene SubkomMission dieses Ausschusses hat sich an Ort und Stelle von den Dingen überzeugt. Just zu der Zeit, wo sich der sozialpolitische Ausschuß neuerlich mit der JoachimStaler Angelegenheit befaßt, erscheint in der ,-DeutscheN Morgenzeitung" in der Nummer 264 vom 19. November 1931 eine Notiz mft der Uebeffchrift„Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiterschaft in der Joachims- taler Radiumfabrik". Die Wolf-Presse behauptet in dieser Notiz, daß durch die Sicherheitsmaßnahmen die Arbeiter und Angestellten gegen die verderblichen Einwirkungen der RadiumäuSstrah- lungen vollständig gesichert sind, daß infolge neuer Einrichtungen in der Grube die Bildung radioaktiven StaubeS unmöglich ist und daß durch diese Einrichtungen die Bildung der Radiumgase beseitigt ist. Wer die bestehenden Verhältnisse in den Gruben und in der Radiumfabrik in Joachimstal kennt, weiß aber auch, daß der Schreiber von den Verhältnissen in Joachimstal keine Ahnung hat. Es sind in Joachimstal keinerlei Einrichtungen getroffen worden, aus Grund welcher die Ra- oiumgasbildung beseitigt werden kann, noch sind Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, auf Grund welcher die Arbeiter und Angestellte gegen die verderblichen Einwirkungen der Radiumausstrahlungen vollständig gesichert sind. Ebenso wenig sind Wasch- uttd Reinigungseiurichtungen getroffen worden. Die Einführung der amerrka- nischen Bohrhämmer mit Wasserspülung hat lediglich den Zweck, die Staubentwicklung zu hemmen, aber auch den Zweck, die P r o d u k- tion zu erhöhen. Durch Versuche mit der Wetterführung kann lediglich erreicht werden, die staub-, öl- und Pulverrauch geschwängerte Lust aus den Gruben berauszubringen. Sowohl die Radiumausstrahlung als die Radiumgase und die Radiumemanation ist auf die ununterbrochene Ausstrahlung der Pechblende zurückzuführen. Auf Grund der wissenschaftlichen Abhandlungen und Gutachten ist ganz einwand- Sie schüttelte den Kopf:„Eine rechte Frau ist überhaupt nicht zu gewinnen. Si« verschenkt sich, oder sie ist uneinnehmbar. Nein, ich wollte vorhin sagen: nicht ganz einfach zu lösen. Ihr Männer macht doch so gern au» der Frau«ine algebraische Aufgabe, di« um jeden Preis gelöst werden muß." ,^JennY, ich habe die Empfindung, ein« Lektion zu erhalten. Sollte ich dazu den Frack angezogen haben?" Sie lachte.„Gewiß nicht, aber für daS Gespräch mit einer Frau ist der Mann mitverantwortlich und du fingst an von dem Sinn der Schönheit zu sprechen." Sie berührte seine Hand und lächelt« ihm zu. Glaubst du, liebster Junge, daß uns dieser Sinn so interessiert? DaS ist etwa- für euch, die chr Gleichnisse und Urbilder braucht. Wir wollen—" Sie brach ab und vollführte eine müde, spöt- tische Handbewegung, gleich al» verstünde er«S doch nicht. Da beugt« er sich leicht zu chr und vollendete:„ vermutlich geliebt zu werden." „Vermutlich", antwortet« sie. Und setzte nach kurzem Schweige» hinzu:„Da» ist nämlich unser höherer Zustand." Hob den Kopf und sah Kurt so ruhig und Hefter an, daß«r ein wunderliche- Frösteln spürte. Sie aßen, tranken, schwatzten, rauchten, schwiegen, lachten, schauten ins flitternd« Ge- woge. Dort tanzten die anderen und Mufft war überall in der Lust. Jenny wählte für Kurt schöne Frauen aus. Er sah Jenny an und sah durch sie hindurch in» Herz der Erde. Ja, das war da» Geheimnis irdischen Glücks; Schönheit. Und dem, der sie begriff, war si« zugleich Brücke in» Ewig« hinüber. Plötzlich bemerkte«r, daß Jenny ganz steif dasaß. „Wie? Du sitzt ja ganz steif auf detnem Stuhl?"' \(Fortsetzung folgt.) Der Wagen hielt. Der Chauffeur schob das Fenster zurück und fragte, wohin er fahren solle. Darauf fragte ihn Jenny kurzerhand nach dem elegantesten Restaurant. Chauffeure und Oberkellner sind nie erstaunt. Er dachte nach, nannte einen Namen, auf den hin beide verständnislos nickten, und fuhr ab. MS der Wagen hielt, stürzte ein betreßter Knabe an den Wagenschlag, öffnete, grüßte und überließ di« beiden der Hut«ineS anderen Betreßten, der den Weg zur Garderobe wies. Gehorsam legte Kurt ab. Jenny behielt das Cape und schritt, ehe Kurt noch recht Orientierung genommen, mutig voran. Dann drang unsinnig viel Licht auf Kurt ein, er fühlte weiche Teppiche, er b«m«rkte einen Kellner, der in überwältigender Dienstbeflissenheit ihnen den Weg zu einem Tisch bahnte. Er sah ein Empore, Mahagonigeländer, tanzende Paar«, Sektflaschen in Eiskübeln,«inen zweiten Oberkellner, der di« Sessel zurechtrückte und die in Saffian gebundene Speisekarte vorlegte. Ein dritter erschien mit der Weinkarte. Kurt setzte sich, musterte etwa» geblendet die überfttdene Architektur. „Herrlich", sagte Jenny, gerade das Richtige." Sie warf den Mantel ab. Einer der Betreßten ergriff ihn, trug ihn fort. Kurt sah nicht, was si« trug, e» war ihm überdies ganz gleichgültig. Er sah da ein Bild von Samt und Silberpokat... eine zauberische Sache. Jenny lachte ihn aus, als er ihr erklärt«, daß ihm jetzt, in diesem Augenblick, der Sinn der Schönheit klar geworden sei,„DaS ist aber reichlich spät", meint« sie,„du bist doch schon ziemlich über di« dreißig? Der Sinn der Schönheit geht einem Mann doch meisten» mit zwanzig auf?" Da erklärte er ihr, daß man mft zwanzig noch sehr verworrene Begriffe von Schönheit habe und die Sehnsucht nach ihr als Bildnis mit der Ahnung eines höheren Zustandes komme. „Aber dieftn Zustand kann man wohl nicht mit einer Frau«rieben", versetzt« sie und begann ihre Suppe zu essen. „Nicht mit, sondern durch die Frau." „Nicht mit, sondern durch die Frau... DaS heißt, daß«ine Frau ihn natürlich nicht erleben kann. So ist eS immer mit den höheren Zuständen. Sie scheinen alle für euch reserviert. Weißt du was, Kurt? Ich sehe von einem wesentlich banaleren Standpunkt auS, daß du endlich heiraten mußt." heiraten?" „Oder dir eine Freundin anschaffen. ES ist dir bekannt, daß alle Frauen gern kuppeln, also laß mich dir ein« auSsuchen." „Einverstanden", lacht« er.„Mach mir Vorschläge." „Liebesvorschläge bei Ochsenschwanzsuppe, das nennt man wohl Neu« Sachlichkeit? Nein, Kürt, gar so einfach geht daS nun doch nicht. Ich unterhalte schließlich kein HeiratSbüro. Aber ich werde an dich denken. Sage mir, waS du liebst: Blond? Brünett? Schwarz?" Er sah sie an und sagt«:„Brünett." Sie hob die Augenbrauen und gab sein Lächeln leicht zurück. ,H)aS heißt, wen« ich recht versteh«, daß du es mit den Schwarzen versuchen willst. Nicht ungefährlich... denn di« schwarzhaarigen Frauen wollen nicht teilen, sind eifersüchtig wie Rassehund« und entschlossen, alles auf eine Kart« z« setzen... Warum lachst du mich auS?" Er blickte auf chr Haar. „ES ist nicht ganz schwarz und ich habe Alldem blaue Augen, wäre also etwas wir eine kombinierte Schachaufgabe, nicht ganz einfach-- „Zugewiruren?" unterbrach Kurt. Nr. 274 Mittwoch, 25. November 1931. Seite 3 frei nachgewiesen, daß die Radiumemanation durch technische Vorkehrungen auf feinen Fall beseitigt werder tann, sondern daß das Radium eben ununterbrochen diese Energie ungeschwächt ausstrahlt und die Luft, Gegenmaßnahme?„ Militärische Operationen"! Zwei Millionen Chinesen in den lezten Jahren ermordet! Keine Erhöhung der Kaffee- und Neue Kämpje. Zeezölle. Prag, 24. November. Auf eine Anfrage des tschechischen Sozialdemokraten Genossen Koudelka, ob eine Erhöhung der Zölle auf Tee und Kaffee geplant sei, erwiderte heute der Finanzminister in einer schriftlichen Antwort, daß er zur Aufrechterhaltung des Budgetgleichgewichtes keineswegs beabsichtige, eine Erhöhung der Tee- oder Kaffeezölle in Vorschlag zu bringen. Ertünstelte Aufregun.. Die tschechischen Chauvinisten und die deutsch: Ausgabe der Sozialen Revue, " das Wasser, fux alle Körper die der StadiumLondon, 24. November. Einer Times"-Meldung aus Schanghai zufolge, befaßt sich der emanation ausgesetzt sind, radioaktiv macht. Da Kongreß der Kuomintang in Nanking gegenwärtig mit der kommunistischen Bewegung in den her ja auch die Forderungen der Bergarbeiter Provinzen Kingji, Hupeh, Hunan, Honan, Fulien und Nganhui. Die Behördenvertreter dieser auf größeren Erholungsurlaub, bessere Provinzen sollen erklärt haben, daß in den letzten Jahren insgesamt zwei Millionen MenLöhne, um den Störper gegenüber diesen schäd- schen ermordet und Sachwerte in der Höhe von zwei Milliarden meritalichen Einflüssen widerstandsfähiger zu machen. nischer Dollar zerstört worden seien. Als Gegenmaßnahmen sollen militärische Ope Es ist unwiderlegbar, daß die Bergarbeiter und rationen in allen Westprovinzen unter einem Oberbefehlshaber geplant sein. Die Kosten die Arbeiter in der Uran- und Radiumfabrit, die dieser militärischen Unternehmung, so heißt es weiter, müßten von der Zentralregierung täglich 8 Stunden an der Quelle der Radium getragen werden. gewinnung arbeiten müssen, durch die ununter brochenen Einwirkungen der Radiumemanation nannte fliegende chinesische Korps in der Gegend von Hfimintun einen Angriff auf einige Abteischwere förperliche Schäden erleiden müffen. Wenn dann nicht zugegeben wird, so ist dies auf Murden, 24. November.( Reuter.) Seit lungen der japanischen Truppen, von denen eine Voreingenommenheit oderat böse hente früh ist zwischen den Gemeinden Tschulinho Abteilung zwölf Tote gehabt haben soll. DemAbsicht der betreffenden Stelle zurückzuführen. und Sinmitun ein Kampf zwischen japanischen gegenüber unternahmen zwischen der füdmandschurischen Bahn und der Stadt Tajceho japaIn beiden Fällen fann dadurch den Bergarbeitern und chinesischen Truppen im Gange. bon Joachimstal schwerer Schaden entstehen, General Mor, der Kommandant der die nische Flugzeuge, die von ihrer Artillerie unter- Die Kunst, mit der die nationalistische Presse weshalb ivir, es für nonvendig halten, die fildmandschurische Eisenbahn bewachenden japa- ftügt wurden, einen scharfen Angriff auf große aller Völker es versteht, sich auch bei nationalnischen Besagung, hat eine Attion eingeleitet, um chinesische Banden ehemaliger Soldaten der politisch vollkommen gleichgültigen Anlässen in Deffentlichkeit ausdrücklich auf die richtig ble Banditen hinter den Liao- Fluß zu vertreiben. chinesischen Armee und fügten ihnen schwere eine gemachte, gewiffermaßen in der redaktionellen Teit der bezogenen Notiz aufmerksam zu machen. Er beabsichtigt, besonders die Gegend von Tan- Berlufte zu. Diese Räuberbanden wurden Retorte erzeugte Aufregung zu verjeßen, ist bei lane und Niutswang zu säubern, wo die Bandi- schließlich durch einen konzentrierten Angriff der Blättern vom Schlage des Ventov" geradezu zur Birtuofität ausgebildet. Das ist wieder flar zutage Vor Tische las man's anders! ten zahlreiche Ueberfälle unternahmen und die japanischen Truppen vollständig aufgerieben. jübmandschurische Bahn bedrohen. Es wird be Offizielle japanische Kreise fragen jeßt, ob getreten, als der Genosse Czech daran ging, das Amtsblatt des Ministeriums für soziale Fürsorge Dic englischen Zölle und die tont, daß diese Aktion rein lokalen Cha die erwähnten Aktionen der japanischen Truppen auch in deutscher Ausgabe herauszugeben. Man Bourgeoisie 296 rafter(?) hat und nicht etwa die Einnahme ein Anzeichen für eine allgemeine Offen sollte meinen, daß der tschechoslowakische Staat ber Stadt Tschintschan bezweckt. Unsere Zeit ist vergeßlich; aber so vergeßlich five auf Mukden sei. Es wird berichtet, daß ein Interesse daran hat, daß seine sozialpolitischen wohl nicht, daß man sich nicht noch der JubelBorstoß gegen Murden? die sogenannte gemischte japanische Brigade, die Leistungen auch der Bevölkerung der andern Länder zur Kenntnis gebracht werden. Aber in chöre erinnern würde, die am Tage nach den Tolio, 24. November,( Renter.) Nach hier fürzlich von Mukden tam, den Bereitschauvinistischen Stöpfen werden eben beim Anenglischen Wahlen in der bürgerlichen Bresse er mardod hören deutscher Worte oder beim Anblick einer schienen sind. In Frankreich, Deutschland, Bel eingelangten Meldungen unternahm das soge. fchaftsbefehl erhalten hat. gien, bei uns, in Oesterreich waren alle Teufel phdeutschen Druckschrift die normalen Gehirnfunt los. Man überschlug sich vor Freude über den Liste die abfolute Mehrheit erzielte, ent- tionen durch Wutanfälle verdrängt. So fonnten " Etdrutsch", man konnte die Niederlage des Reichsfinanzminister plant neuen fallen auf fie 15 Mandate. Es ist dies der wir z. B. lesen, daß die deutsche Ausgabe eines Amtsblattes verfassungswidrig" ist, als ob nicht Sozialismus" nicht laut genug bejubeln. Wir erste Fall dieser Art in Ungarn. haben damals schon vorausgesagt, daß der dauch die amtliche Gefeßessanimlung, als ob nicht Razenjammer auch seit Jahren die Amtsblätter des Schul, nicht ausbleiben Berlin, 24. November. In den Blättern Justiz- und Gesundheitsministeriums in deutscher tauchen wiederum Nachrichten auf, daß die Reichseinnahmen einen so schlechten Stand aufSprache erschienen. In nächster Zeit will auch das Ernährungsministerium sein Amtsblatt in weisen, daß an neue Sparmahnahmen deutscher Sprache herausgeben. Auch das Amts geacht werden müsse, um die Reichsfinanzen im Gleichgewicht zu erhalten. Finanzminister DietLondon, 24. November. Der tatsächliche blatt des Ministeriums für soziale Fürsorge ift rich ziehe daher eine neue, etwa 10prozentige Mißerfolg der Rundtisch- Konferenz wird seinen einige Jahre hindurch in einer allerdings geKürzung der Gehälter der öffentlichen Ange- äußeren Ausdruck in einer Gefeßesvorlage über fürzten deutschen Ausgabe erschienen, bis es ftellien in Erwägung, und zwar entweder durch Indien finden, die die englische Regierung an- mangels an Abonnenten eingestellt werden mußte. eine direkte Serabjebung der eigentlichen Ge- fangs nächster Woche dem Parlament vorzulegen Da es nun der Redaktion der Revue gelungen ist, hälter oder durch Erhöhung der sogenannten gedenkt. Der Gefeßentwurf sieht zwar, wie ver- für die deutsche Ausgabe eine hinreichende Anzahl von Abnehmern zu gewinnen, ebensovicle Strisensteuer. Weiter soll diesen Nachrichten zu lautet, für die indischen Provinzen ein ge Abnehmer, wie die tichechische Ausgabe hat, so folge eine Erhöhung der Umsatzsteuer beabsichtigt wiffes Maß von Autonomie vor; jedoch daß das Erscheinen des Blattes materiell vollsein. Schließlich soll die Kapitalertragssteuer auf erhält Indien teine verantwortliche lommen gesichert ist, schreien die Hüter der 20 Prozent erhöht werden. Alle diese Ein- sentrale Selbstregierung, sondern es Staatsinteressen entrüstet über„ Berschwendung". nahmen sollen ausschließlich zu der Zins- wird nur das bereits früher gegebene Versprechen wobei der„ Venkov" gewisse unangenehme Tat ermäßigungsaktion verwendet werden. über die fünftige Errichtung einer verantwort fachen, wie etwa das Brunkgebäude des Landlichen Zentralregierung in einer Präambel der wirtschaftsministeriums oder die vor einigen Vorlage wiederholt. Tagen gemeldete selbstherrliche Stiftung eines Dieser Beschluß der Regierung soll dem Staatspreises durch den Herrn Sektionsche diplomatischen Korrespondenten des Daily Pazderka völlig zu übersehen beliebt. Wir haben auf diesen Ausfall gar nich: An dem Widerstand dritter Staaten gescheitert. Herald" zufolge unter dem Drude der Tories" gefaßt worden sein. Man folgt damit den Vor- reagiert, weil die Herren ja nicht gewillt sind, sich Berlin, 24. November. Wie die Blätter mit schlägen des Simon- Berichtes, und es wird die eines Besseren belehren zu lassen. Das hat auch teilen, hat die deutsche Regierung der rumän Errichtung einer zentralen Selbst der Genosse Dr. Eugen Stern erfahren müssen, dadoschen Regierung mitgeteilt, daß sie sich gezwungen regierung in Indien auf unbeder in einem absolut fachlichen Artikel int sche, von den deutsch- rumänischen Handels- it i m m te Zeit verschieben. Die Zentral" Právo Lidu" die Notwendigkeit und Nüblichkeit abkommen, das auf Grund von Präferenzzöllen regierung wird somit, wie bisher, völlig in den am 22. d. M. in Straft treten sollte, einstweilen sänden des Vizekönigs und dessen englischen zurüdzutreten, u. zw. deshalb, weil sieben Staatssekretärs für Indien bleiben. Staaten( Sowjetrußland, die Türkei, Dänemart, Argentinien, Schweden, Norwegen, Holland) ihre Zustimmung zu diesem Abkommen nicht erteilt würde. Nun er ist schon da! England bereitet unter der Tory- Mehrheit Bollschuß für seine Produkte bor. In Paris heult die Presse der französischen Kapitalisten auf, die zumeist getroffen werden. Wenn England die Einfuhr von Luruswaren mit Zoll belegt, so ist der französische Export schwer getroffen. In Deutschland fürchtet man Verschärfung der Strife. Desterreich wird noch näher an den Rand des Abgrundes gedrängt. Bei uns geht die Jeremiade los: 90 Prozent unferer Ausfuhr nach England gefährdet! Ja hat man das am Tag nach der Wahl nicht ge wußt? Hat man allen Ernstes geglaubt, die nationale Regierung" werde sich nicht als ton servative entpuppen? Nun, so blöd war man wohl nicht. Aber man war so von Schadens freude durchglüht, daß man den eigenen Schaden in Stauf nehmen wollte. Nun kommt das bit tere Ende nach. Nun schreiben dieselben Jdioten, die damals jubelten, in der bürgerlichen Presse ihre Jammerartikel. In Paris, in Berlin, bei Léon Blum hat ihnen im Popu laire" mit Recht das berühmte Zitat entgegen gerufen: uns Tu l'as voulu Georges Dandin!" Du hast es gewollt, Georges Dandin Gehaltsabbau? Kein deutsch rumänischer Präferenzvertrag. haben. Wieder Sechstagewoche in Rußland. Arbeitszeit: sechs Stunden. Keine Autonomie für Indien! Sie wird ihm nur neuerdings versprochen. Starhemberg verurteilt. Vorfize des Oberlandesgerichtsrates Dr. Rabender abgehaltenen Verhandlung zu 200 Scht Iling Geldstrafe, im Nichteinbringungsfalle 3 bier Tagen Arrest verurteilt. ber Informierung der deutschen Bevölkerung bargetan und insbesondere auf den großen Wert hingewiesen hat, den die deutsche Ausgabe der Sozialen Revue" dadurch erhält, daß sie nich zur Information des Auslandes über unsere fozialpolitischen Verhältnisse dient. Denn auf diese ruhigen und überzeugenden Darlegungen hatte der Venkov" keine andere Antwort als dies: " 1 Drohende Betriebseinstellungen von Betrieben der Firma Johann Liebig. Die drohenden Betriebsstillstände bei der Aber guter Leumund" als mildernder Umstand! Firma Johann Liebieg in Swarow, Haratiy und Das deutsche Außenamt habe sich nach Mezivody haben auf Verlangen der Arbeiter Bukarest und Budapest mit der Anregung ge Linz, 24. November.( AN.) Auf Grund der Das„ Právo Lidu" wirft sich wie immer zum schaft zu einer vom Ministerium für soziale Advokaten des Dr. Czech auf und teilt mit, daß Fürsorge einberufenen Enquete aller an diesen wandt, daß deutsche, rumänische und ungarische vom Vizekanzler Dr. Schober gegen den Unterhändler zu einer neuerlichen Bera- Bundesführer des Heimatschuhpes Ernst Rüdiger nicht nur dieser deutsche sozialdemokratische Betriebsstillständen interessierten Streise am tung zusammentreten, in der sie Wege suchen von Starhemberg erhobenen EhrenbeleidigungsMinister, sondern auch alle tschechischen sozialdemo Samstag, den 14. November 1. J. geführt. würden, wie die gegenwärtigen Schwierigkeiten, flage wurde Starhemberg in der heute unter dem Pratischen Minister,( den slowakischen sozialdemo Fratischen Schulminister Dr. Dérer nicht ausZu dieser Enquete hatte das Ministerium die Präferenzverträge geltend zu machen, beseitigt für soziale Fürsorge, das Handelsministerium, werden könnten. genommen) ihr Amtsblatt auch deutsch heraus das Ernährungsministerium und das Ministe gaben. Darauf muß die Oeffentlichkeit aufmertrium für öffentliche Arbeiten einen Vertreter fam gemacht werden." this s entfendet. Von den beteiligten Interessenten Der Richter führte in Begründung dieses Soll man die Herrschaft daran erinnern, daß waren die Firma Johann Liebieg und der Urteils aus, ein Wahrheitsbeweis fei fie in ihrer Aufzählung den agrarischen GesundDeutsche Hauptverband der Industrie sowie die in diesem Vertragsgebiet anerkannten Vertrags- Moskau, 24. November.( Tsch. P.-B.) Der nicht angetreten worden, sei auch nicht beitsminister übersehen hat? Daß die Amtsgewerkschaften und eine große Anzahl von Ver- Volkskommissarenrat der Sowjetunion hat ein sulässig gewesen, da es sich um Verspottun- blätter des Justiz- und Schulministeriums auch tretern der Selbstverwaltungskörper anwesend. Defret erlassen, wornach gewissen Betrieben zur gen und Schmähungen handle. Als mildernd unter den gut bürgerlichen Herren Dr. DolanIn der Aussprache wurden aus den Reihen Beseitigung bei der Durchführung der ununter wurde das Geständnis, der gute Leumund, ty und Dr. Hodža deutsch erschienen find? der Vertreter der Arbeiterschaft die gegenwär- brochenen Woche entstandener Mängel erlaubt dann der Umstand ausgesprochen, daß die intri Es ist doch alles umsonst. Denn in solchen tigen, schon jetzt sehr traurigen Verhältnisse zur wird, vom 1. Dezember an zeitweilig zur unter- minierten Aeußerungen im politischen Kampfe Ergüffen offenbart sich ein Geisteszustand, der für Sprache gebracht, unter welcher die Arbeiter- brochenen Sechstagewoche überzugehen. Der gefallen find; als erschwerend galt die Vor- den Psychiater interessanter ist, als für den schaft dieses Gebietes leben, muß. Arbeitstag wird in diesen Betrieben von sechs- trafe und das Zusammentreffen mehrerer Bublizisten. strafbarer Tatbestände. Es tönne mit Rücksicht einhalb auf seche Stunden verkürzt. darauf, daß der läger auf eine schwere Bestrafung keinen Wert lege, und mit Rücksicht der zuständigen Paragraphen der Straf prozeßordnung die ausgesprochene Strafe als berechtigt angesehen werden. Es wurde darauf verwiesen, daß, falls die Betriebsstillegungen Wirklichkeit würden, die Auswirkungen auf die Bevölkerung dieses Gebietes, die ja teine andere Möglichkeit hat, anderweitig Arbeit und Verdienst zu finden, geradezu verheerend sein müßten. Als Ergebnis dieser Enquete tönnen Erflärungen festgehalten werden, die die VertreKeine Repreffalien Ameritas gegen die englischen Dumpingzölle. Washington, 24. November,( Reuter.) Heute In den Armen liegen fich beide... In den Armen liegen sich beide... Erklärung: Zu dem in unserer Zeitung am 18. Sep tember 1931 unter der Ueberschrift Chriftlich foziales Lügengebäude zu Ehren des Kapitalismus" veröffentlichten Artikel erklären wir, daß wir die dort enthaltenen, auf die Ehre ber 11 Zeitung Deutsche Preffe" sich beziehenden beleiWien, 24. November. Gestern hat zwischen digenden Aeußerungen mit dem Ausdrucke des dem Heimwehrführer Starhemberg, dem Führer der Tiroler Heimwehr Dr. Steible und dem Führer der Wiener Heimwehr Major kann man bereits mit voller Sicherheit berichten, daß die Regierung der Vereinigten Staaten nicht beabsichtigt, Repreffalien gegen die Antidumpingzölle Großbritanniens zu ergreifen. Nach ter ber einzelnen Ministerien abgaben, in wel eingehender Prüfung der ganzen Frage gelangte chen sie versicherten, daß, soweit der Einfluß Präsident Hoover zu der Ueberzeugung, daß die dieser Ministerien reicht, alles getan werden soll, erwähnten Antidumpingzölle bloß auf 1.6 Bro Fey eine Besprechung stattgefunden. Hiebei wurde die drohenden treter erklären, daß sie die Zurücknahme ihrer Einfluß haben. 00 Gin Symptom für die Verhältnisse in Ungarn. Bebauerns als grundlos widerrufen. Die Redaktion. Vor einem Lohnkonflikt in der Deutschen halten. Die Firma Liebieg ließ durch ihre Ver- gent des Gesamtwertes der normal nach Groß bezüglich der Zielsetzung der Heimatschuß- bzw. Bant. Die Deutsche Bank für Industrie, Handel, amerikanischen Produkte in Jorgestellt. Auch in bezug auf die Form der fünf ein der Zentralbant der deutschen Sparkassen sehr Dispositionen abhängig machen muß von der Ertigen Zusammenarbeit herrschte unter den ge- nahestehendes Institut, steht seit mehreren langung eines größeren Kredites, den sie unbe nannten Führern volles Einverständnis. Wochen mit ihrer Beamtenschaft, beziehungsweise dingt benötigt, um die drei Betriebe weiter füh Aus der Mitteilung der Pressestelle des mit dem Verbande der Bank- und Sparkassenten zu können. Eine Teputation der Arbeiter Heimwehrschußes ist ersichtlich, daß der zuerst beamten als Vertragskontrahenten in Differenzen schaft soll bei den zuständigen Ministerien die Budapest, 24. November. Bei den gestrigen zwischen Starhemberg und dem Tiroler Heim- wegen der Fortsetzung der Beamtenverträge ab Lage der Arbeiterschaft in diesem Gebiete schil. derit. Die Firma Liebieg wird sich gleichfalls Gemeindewahlen in Haidunanas entfielen auf die wehrführer Dr. Steidle ausgebrochene Ston- 1. Jänner 1932. Da die Bankleitung zu diesem Kanditaten flitt einerseits, sowie der Wiener Heimwehr Fragenkomplex eine sehr unfoziale und beamtenbemühen, in der Zwischenzeit noch in Verhand- sozialdemokratische lungen mit Stellen einzutreten, die die Gewährifte 1200 timmen, auf die Lifte der oppos gruppe des Major Fey andererseits, der nach der unfreundliche Haltung einnimmt, dürfte es zu rung eines entsprechenden Kredites gewäórlei- fitionellen Agrarier 600 und auf die Einheits- Heimwehrtagung in Schladming im Jänner d. I. einem Konflikte mit dieser Anstalt ften tönnten. partei 300 Stimmen. Da die sozialdemokratische ausgebrochen war, beigelegt wurde. tommen. Seffe Tagesneuigkeiten Was hätte Ossietzky bei uns bekommen? An alle aufgeregten Humanisten. Mittwoch, 25. November 1931. Vom Rundfunk Rr. 274 Begriff„ Vaterland" gegenüber, eine ganze Reihe jaktion eingeleitet, die mit den Sammlungen greifbarer Realitäten für diejenigen mit sich des Roten Kreuzes bis zum 23. November d. J. bringt, welche die heiligsten Güter der Nation den Betrag von 260.000 K erbrachte, Bis Ende Empfehlenswertes aus den Brogrammen. verwalten, wird man es begreiflich finden, daß Feber wird die Arbeitslosenfürsorge einen AufDonnerstag: ihr Schicksal ihnen nicht gestattet, für die Idee wand von rund 800.000 K erfordern. reit sind. Karlsbad Brag: 11: Schallplatten. 14.10: Schallplatten. su sterben, für welche sie zu werben ständig be- Entgleister ehemaliger Journalist. Aus 18.25: Deutsche Sendung: Kunz: Landwirtschaftliches Bildungswesen in der Tschechoslowatet. wird uns berichtet: Der früher 20.30: Europäisches. Konzert. Brünn: 12.35: Die Verurteilung des Herausgebers der Opfern der Interessensphäre" In Japan danken fie feierlich den Jahre hindurch beim sogenanten ,, Deutscharischen Orchestertonzert. 18.25: Deutsche Sendung: Berliner Weltbühne" Carl von Offietty erinnert man sich nur ihrer. in Europa Breffeverein", einer Gründung der deutschen Prof. Dr. Glüd: Die Geschichte und kulturelle Be wegen militärischen Verrates zu 18 Mona Anschein, als ob man im Osten der Wahrheit Anton Somma, der in den letzten Jahren 20.05: Rlavierfongert. Mähr. Oftrau: 19.20: Das hat den Nationalpartei, angestellt gewejene Schriftleiter deutung des Brünner Theaters. 19.20: Konzert. ten ist für gewiffe Kreise in der Tschechoslowa näher fäme und das ist schon etwas wert! Denn, feines Lebens Unterhalt als Anzeigenaquisiteur Blasmufit. 22.20: Leichte Orchestermusif. Brez Lei ein willkommener Anlak, wieder einmal in was die Völfer heute brauchen, ist, die Ideale" verschiedener Egerer und Karlsbader Blätter zu burg: 15: Schallplatten 18.26: Klavierkonzert. Humanismus und Demokratie zu machen. Man so zu erkennen, wie sie sich ihnen nicht zeigen! wirft sich in die demokratische Männerbruſt Det Igel. man haut pazifistisch auf den Tisch und kann sich bor Entrüftung nicht fassen. Das wäre ganz in Ordnung, wenn man im eigenen Bereich minde- Mißglückte Flucht von 200 Sträflingen. stens ebenso fritisch und mutig wäre. Betruges berhaftet und dem Karlsbader Be Breslan: 21.15: Violinkonzert. Hamburg: 16.30 friften gezwungen war, ist dieser Tage wegen Berlin: 21.10: Budapester Streichquartett. Betruges berpaftet und Dem Starisbaber Be- 21.10: Biolinert pamburg: 16.30 zirksgerichte überstellt worden. Komma, der Deutsche Jugendstunde. Leipzig: 16: Bariationen. und die Berlage jener Zeitungen, für die er Ignaz Friedmann. mehrfache Bechprellereien auf dem Gewissen hat mehrfache Zechprellereien auf dem Gewissen hat München: 21.35: Rammermufit. Wien: 19.25: Wir haben es wohl nicht nötig zu ver- New Yort, 24. November. Aus Port of Inferate afquirierte, um erhebliche Beträge fichern, daß wir jegliche unter dem Dedmantel pain auf Trinidad wird mitgeteilt, daß nach geschädigt hat, war an der vor furzer Zeit erdos Patriotismus geübte Klassenjusti; verurtei einer aus Cayenne eingetroffenen Weldung folgten Gründung eines Arbeitslosenschutzver Der 111. Geburtstag!? Eine der ältesten len und daß wir auch das Urteil über Offietsky 200 träflinge aus dem Wald- Sträf- bandes" in Karlsbad beteiligt, mit welchem den Irländerinnen, Katharina Bluntett aus als eine Verbeugung der deutschen Justiz vor lingslager in Französisch- Guyana geflüchtet erwerbslosen Ständen Hilfe gebracht werden Bellymascanion in der Grafschaft Louth, feierte Hitler und seinem Vorläufer Groener in diese sind. Diese Strafgefangenen hatten das Gerücht sollte. Der Schubberband" mietete im Starls Sonntag so wird aus London berichtet- bei Urteile einreihen. Um so mehr aber haben wir vernommen, daß eine amerikanische Gesellschaft bader Passage" Hotel eine Kanzlei, bestellte die voller Gesundheit ihren 111. Geburtstag. Frau das moralische Recht, die Sumanisten mit den mit dem Bau einer Eisenbahn im In- biefür erforderliche Einrichtung und begann dann Plunkett hat die Regierungen von fünf britizwei Gefichtern darauf zu verweisen, daß Herr nern von Holländisch- Guyana begonnen habe. feine Tätigkeit, die darin bestand, daß er Samm- schen Herrschern erlebt. Ossiesky, hätte er das Glück, unser Mitbürger Sie beschlossen deshalb zu fliehen. Sie enttamen lungen zugunsten der Arbeitslosen einleitete. Eine Geschlechtsumwandlungs- Operation. zu sein, bei weitem übler daran wäre. Er wäre aus dem Lager, ftellten ein Floß ber, mit dem sie Komma besuchte in seiner Eigenschaft als Ge- Auf der Szegediner Alinit des Professors bei uns wegen§6 des Schutzgesetzes verklagt über den Fluß Maroni auf holländisches Gebiet schäftsführer des Schußverbandes verschiedene be- Vidakovich wurde die 32jährige Tochter eines und zu mindestens drei Jahren verdonnert wor- gelangten. Dann durchquerien fie de fieberber- güterte Persönlichkeiten, bei denen er wegen Schmiedemeisters aus dem Dorfe Kistelet, im den. Daß ein Gericht ihm ehrenhafte Motive feuchten Sümpfe, wo sie tief im Wasser waten unterstützung der Bestrebungen des Schutzver- Wege einer Operation in einen Mann verwan und Staatsgefängnis zuerkannt hätte, wird nie- mußten und als sie die Sümpfe hinter sich hat bandes vorsprach und Spenden einkaffierte. So belt. Seit geraumer Zeit waren bei ihr Mannmand zu behaupten wagen. Das Staatsgefäng- ten, mußten sie sich durch den Urwald einen Weg erhielt er u. a. vom Großgrundbefizer Beaufort barkeitserscheinungen zutage getreten. Sie be nis wird ja auf lange hinaus nur ein Wolkenbahnen. Nach vielen Tagen unermeßlicher Ent- in Betschau einen Betrag von 2000 kronen, fam Männerbände, eine männliche Stimme und fuckucksheim sein, von keinem irdischen Gaste behrungen gelangten sie schließlich in ein Dorf, die er jedoch nicht abführte, sondern für sich und Bartwuchs. Sie hatte auch Abscheu vor jeglicher wo sie jedoch erfuhren, daß das Gerücht von einen Genossen namens Haydn verwendete. Die Frauenbeschäftigung und erlernte deshalb das Vielleicht darf man daran erinnern, daß dem Bau einer Esenbahn eine bloße Erfin- Polizei, die sich für den von Komma gegründeten Schmiedehandwerk, das sie auch ausübte. InPřemysl Bitter vor nicht zu langer Zeit dung ici. Die Mehrzahl der Flüchtlinge Arbeitslosenschusverband näher interessierte, fand folgedessen war sie im Dorfe fortwährendem zu einigen Monaten verurteilt wurde, weil er ergab sich den holländischen Behörden und auch schließlich in der Gebarung des ehemaligen Gefpött ausgefekt. In der jüngsten Zeit ge in einem Privatbrief den Krieg als das bezeich alle übrigen wurden zur Rüdfehr in das Journalisten ein Haar und schritt daher zu fellten sich zu den seelischen auch heftige phynet hat, was er ungefähr im Kelloggpakt auch Sträflingslager gezwungen, wo ihre Füh- feiner Verhaftung. fische Schmerzen, worauf sie die Klinik des Progenannt wird. Vielleicht darf man daran errer zu Einzelhaft auf den TeufelsNach einer ge innern, daß kürzlich der kommunistische Schrift nseln verurteilt wurden. Heimkehr der deutschen Himalaya- Expedition, fessors Vidakovich aufsuchte. steller Fuĕit, Herausgeber der„ Tvorba" Die bier Mitglieder der deutschen Simalaya- richtsärztlichen Untersuchung wurde die Ge alien tommend, in München eingetroffen. Dr. Expedition, Dr. Bauer- Nabburg, Hartmann, ch le ch tswandlungs operation für inzwölfmal und zwar zu insgesamt t Dr. Wien und Fendt, sind gestern morgens, von biziert gefunden. 48 Monaten verurteilt worden ist, Nieder mit Grandi!" Bei einer Vorstellung Allwein- München war bereits früher zurüdge- im Metropolitan Opernhaus( New besucht. megen zwölf Borträgen über China würde! Dantgottesdienst. Bor einer Prager Trafik, die eine große Kampf zwischen Fischerflotillen auf dem Schwarzen Meer. natürlich mit„ unehrenhaften Motiven", weil er Bukarest, 24. November. Aus noch unbekann- lehrt. Die Expedition hatte den neunten Versuch Port), der der italienische Miniſter des Auswär erklärt hatte, die chinesische Armee sei gegen die russische unterlegen, da sie eine tapitalistische ten Gründen fand auf dem Schwarzen Meer ein zur Bezwingung des Ranch- Gipfels im Himalaya figen Grandi beiwohnte, wurden in dem Augen Armee fei, womit nach Auffassung des Gerichtes ernster Zusammenstoß zwischen rumänischen und unternommen. In einer Höhe von 7800 Me- blid, da nach dem Abspielen der italieni nur gemeint sein könne, daß die tschechoslowa- sowjetrussischen Fischerflottillen statt. Nach den stern wurde die Expedition durch eine unbeschen Nationalhymne die Zuschauer fische Armee gegen die russische unterliegen bisher eingetroffenen Nachrichten scheint der zwingbare Eiswand am weiteren Vordringen Es lebe Grandi" riefen, von der Galerie Zusammenstoß, der auf stürmischer See erfolgte, gehindert. Zur Begrüßung der Bergsteiger hatte herab rosa und gelbe Zettel geworfen, die die Ueber diesen Prozeß, der noch durch die zu einem Kampf geführt zu haben, der mit Hand fich am Münchener Bahnhof eine große Zahl Worte Nieder mit Grandi" trugen. Die letzte Instan; läuft, wird die Prager waffen, Rudern und Hafen erbittert durchgeführt von Freunden eingefunden. Der Führer der Manifestanten, zwei Antifascisten, wurden. Preffe" nicht mit zweispaltigem Titel, fon- worden sei. Auf beiden Seiten sollen mehrere Expedition Dr. Bauer- Nabburg, erklärte, verhaftet. dern voraussichtlich gar nicht berichten; denn Boote zum Kentern gebracht worden sein. Ob daß auch die letzte Eiswand des Kanch einmal Von einem Auto erfaßt und getötet. Wie Humanismus im eigenen Lande, das liegt ihr Menschenleben zu beklagen find, konnte noch nicht überwunden werden kann, wenn man zu einer uns aus Sa az berichtet wird, wurde dort von nicht! festgestellt werden, doch wird gemeldet, daß drei Beit an fie geht, da sie start verschheit ist. einem Personenauto die 74jährige Private rumänische Fischer gefangengenommen und nach Frühling in Nordamerika. Demi New York Theresia Benesch beim Ueberschreiten der Sowjetrußland geschleppt warden seien. dal Herald" zufolge herrschen in den Vereinigten Straße von einem großen Personenauto erfaßt Staaten von Nordamerika ungewöhnlich hohe schmere innere Berlegungen erlitt, daß sie noch und niedergestoßen, wobei die Verunglückte so Anzahl illustrierter Zeitschriften ausgestellt hat, Achtung, Privatangestellte! Das Miniſte Temperaturen, die 22 und mehr Grad Celsius er- während der lleberführung ins Krankenhaus bleibt, der Blid des Neugierigen besonders auf rium für soziale Fürsorge hat die Frist zur Borreichen. Bei sehr vielen Bäumen find Knospen starb. Der Lenker des Autos, der 29jährige einem Titelbild haften, das einen militärt- lage der Nachweise, die zur Belegung der Tue and Raufmann Ernst Reiß, wurde verhaftet, jedoch, ichen Dantgottesdienst darstellt, der in suche um zuerkennung des staatlichen Beitrages aufgefchoffen. 3otio aus Anlaß des Japan- China- Feldzuges gemäß§ 176 des Gesetzes vom 21. Feber 1929, da teine Fluchtgefahr besteht, nach furzer Zeit Eisenbahnertod. In der Station Mödling stattfand. Es ist ein äußerst erotischer Eindrud, S. d. G. u. V. Nr. 26, über die Pensionsver-( Nieder- Desterreich) wurden gestern früh beim wieder auf freien Fuß gesetzt. welchen man von dem Bild empfängt; diese rät- sicherung der Privatangestellten höheren Verschieben einer leeren Personenzugsgarnitur Ein sattelfefter Marrist. Im Wiener Arbeiter felhaften asiatischen Gesichter, deren jedes hinter Diensten erforderlich sind, bis zum 30. Juni 1932 die auf der Geleisanlage mit dem Nachziehen rat polemisierte in den Fragen der Novemberrevo seinem scheinbaren Lächeln das Geheimnis von verlängert. der Schubverschlüsse beschäftigten Arbeiter lution der Kommunist Tomann gegen die Ar Jahrtausenden zu wahren scheint, üben einen Die Arbeitslosigkeit in Pilsen. In der Mathias Kling und Josef Vidrich überfaheigenartigen Zauber auf den Betrachter aus. Sitzung der Stadtvertretung Pilsen erstattete der ren. Dem ersten wurde der Stopf zur Gänze ab- beiterzeitung". Dabei stellte er phantastische volksVor einem Altar steht der Shinto- Priester, dem Bürgermeister der Stadt, Abgeordneter Genoffe getrennt. Dem Vidrich wurden die Füße glatt wirtschaftliche Lehren auf. Friedrich Adler rief zwei oder mehrere Mönche bei seinen heiligen Bil, einen eingehenden Bericht über den Stand abgeschnitten. Vidrich ging noch einige Schritte dazwischen:„ Das haben Sie wohl im sechsten Sandlungen afſiſtieren und hinter dem Priester der Arbeitslosigkeit und über die Mittel zu ihrer auf den blutenden Fußstümpfen und zog sich da- Band von Mary' Kapitel gelesen?" Entrüstet gab in langer Front eine Reihe Andächtiger. Der Linderung. Die Gemeinde hat bisher für verschie bei noch seinen Rod an. Erst als er an sich Tomann zurüd:„ Wir manuellen Arbeiter hoben Text belehrt uns, daß es hohe Militärs find Text belehrt uns, daß es hohe Militärs sind dene Investitionen über 65 Millionen K vecaus- herabblickte, brach er bewußtlos zusammen. Der und hohe Staatswürdenträger, die dem Dant gabt. Für das Jahr 1932 find 67 Millionen K Zustand Vidrichs ist lebensgefährlich. Ein Ver- foane Zeit, olle sechs Bände vom Kapita" 3 gottesdienst für die wohnen. Dieser Text nimmt aber dem Bild für diese Arbeiten präliminiert. Außerdem hat schulden des Zugspersonals scheint nicht vorhan- studier'n. Wir müss'n froh sein, wann wir mit den die Gemeinde eine großzügige Sammel- I den zu sein. Atanafilda. Kamperzählung von Javier de Viana ( Uruguay). J ersten fünf Bänden fertig wer'n!" und den Gesichtern auch gleich das„ Geheimnisbolle"; er beweist uns flar und eindeutig, daß aus dem ganzen Zauber des fernen Ostens die Nun hoffte sie schon nicht mehr. Dennoch Atanasilda sah zu: sie war wie versteinert. gleiche Wirklichkeit des nahen Westens spricht. stand fie an Posttagen früher auf als gewöhnlich Das war Raul, ihr Raul; er erkannte sie nicht daß sich ein Schauspiel nur wiederholt, welches und ging nach dem Korral( Pferch). Da molt sie wieder oder wollte sie nicht wiedererkennen und wir in den Jahren des Weltkriegs und noch in das Bich in unruhiger Erwartung und spähte war so gemein, mit einer andern Frau vor sie den Jahren nachher zu sehen oft und oft die die Landstraße entlang, während ihr kleiner zu treten; einer schwächlichen, mageren Blondine, Gelegenheit hatten. An der Front, da sterben Raul, barfuß und in dürftigen Kleidern, im die ihn dauernd umarmte und füßte. Hunderte und wer weiß, ob in nächster Zeit Die Landstraße zog sich um einen Hügel Staube mit dem Hunde spielte. Der war sein ein- Atanafilda wagte fein Wort, fonnte nicht nicht Tausende und vielleicht in Zukunft Mil- herum und beschrieb einen Dreiviertelfreis, ehe ziges Spielzeug und tummelte sich mit dem reden. Mit der Bosheit kleiner Seelen, die ver lionen armer Soldaten, Japaner und Chinesen; fie an die Estancia( Landgut) gelangte, wo die Jungen unter den Beinen von Kuh und Kalb. lezen wollen, machte die Fremde eine verächt unter diesen gewiß auch arme ausgebeutete Boftstation war. Von ihrem Auftauchen am liche Gebärde und zeigte auf den kleinen Raul, Als Atanajilda an einem fühlen, windigen Söhne des großen Proletariats und rück- Sügelhang bis zur Ankunft an den Häusern verwundert anstarrte. märts, irgendwo weit weg vom Schuß, danken brauchte die Bost mehr als eine halbe Stunde, Augustmorgen das gelbe Gebäude der Poft wie der sie, schmuzig und den Finger in der Nase, ihnen diesen Tod, die hohen Würdenträger und in den letzten vier Jahren lebte Atanafilda ihr einen Stich durchs Herz. Das fündigte gleichen," sagte fie, das kleine Geschöpf bei dieder einmal um den Hügel schwenken sah, gab es beim Dankgottesdienst. dreimal wöchentlich eine halbe Stunde in angst etwas" an. Sie vergaß ihre Braune und hielt fie ,,, das Hier wird eine Feierlichkeit in ihrer ganzen voller Erwartung. Die Leute sind daran gewöhnt," erklärte, Bracht und mit aller ihr innewohnenden Mystik als das Mädchen im Melken fortfahren wollte, Sie erhob sich sommers und winters bei in der Arbeit inne. Das Tier wurde ungeduldig; fer Kälte halbnadt herumlaufen zu lassen." -durch die prominenten Arrangeure, die ihr Morgengrauen, um die Kühe zu melken. Wäh- als das Mädchen im Melken fortfahren wollte, Wie die Tiere," rief die junge Frau das sympathische Gepräge geben, in all ihrer rend der Arbeit flog ihr Blid unablässig um die schlug es aus und warf einen Welftübel um. Da Raul und bat um ein zweites Glas Milch entrüftet. Heiligkeit entlarvt und zur Satire gestempelt; graue Surve, auf der an Posttagen das lärmende band Atanafilda das Kalb los, das bald am Euter der Mutter einschlief. Da richtete sich Atanasilda hochauf. Ihr Das Mädchen zitterte vor Erregung, als die dunkles Gesicht rötete sich, die schwarzen Augen zur Satire auf alles, was vor ihr war. fam und Gefährt erscheinen mußte, das ihr unerbittbis auf weiteres wohl auch sein wird. lich Enttäuschung brachte. Briefter Versammelten, daß sie den idealen ,, Es ist doch eine Rücksichtslosigkeit sonder Gewiß, jagen alle diese um den Shindo- Tatu, ihr Lieblingsbund, leistete sich an die Fahrgäste ausstiegen, um sich während des blitzten, die glühroten Lippen zitterten. Dann Opfermut der Gefallenen ehren und sie danken en Tagen jedesmal einen besonderen Genuß: Pferdewechsels die Beine zu vertreten. Alles fentte sie den Kopf, saß nieder und begann Gott, der der Nation solche Söhne gab. Tes- denn das Mädchen ließ in ihrer Zerstreutheit drehte sich um sie, als sie ein junges Paar er langsam und ruhig das Glas mit schäumender halb bleibt die Frage nach wie vor unbeantwor- und Spannung unfehlbar den ganzen Inhalt blickte, das, gemeinsam in eine Dede gehüllt, Milch zu füllen, während das junge Baar die Als das Glas voll war, erhob sich Atana tet, warum es gerade immer die Höchstgestellten einer Zige danebenlaufen, und Tatu letzte ihn auf den Korral zuschritt. Nun hörte sie eine Dede dichter um sich zog und sich enger umarmte. Stimme, die in ihr die Erinnerung an Liebder Nation sind, die vom Schicksal in geradezu luftig vom Boden auf. tofungen und Rüsse wachrief, in gleichgültigem filda, sah Paul und seine Gefährtin mit unbän Vier Jahre sehnsüchtigen Wartens. Nach so peinlicher Weise dazu auserieben werden, fich immer bedanken zu müssen für das Opfer, langem Harren und Dülden erinnerte sich das Tone sagen: Würden Sie uns wohl etwas zu digem Saz in die Augen, nahm den kleinen trinten geben?" simi beim Arm, zerrte ihn vorwärts und gab ihm bas welches ihnen, den Lebenden, gebracht wird; statt Mädchen nur noch dunkel des Aussehens von Mechanisch füllte Atanafilda ein Glas und Glas in die Hand. Dann zeigte sie auf den jur daß es das Schidjal einmal gut mit ihnen mei- Raul Linares. Der junge Mann aus der Stadt Gib das deinem Vater." nen und fie gleichfalls dazu verhalten würde. batte ein paar Ferienwochen auf einer Nachbar- reichte es dem jungen Manne hin. Erst trant er gen Mann und sagte wild: fich der großen Cache des Krieges opfern zu estancia verbracht, bei einigen Vergnügungen mit einen Schlud, dann seine Begleiterin; dabei dürfen! ihr getanzt, ihr Liebe gelogen und war dann sahen sie sich verliebt in die Augen und sprachen( Berechtigte Nebersetzung aus dem Uruguayschen - wie Neuvermählte zu tun. von O. H. Neuendorff. Aber wenn man erfährt, daß das Baterland davongegangen. Er hatte ihr versprochen, bald leise miteinander pflegen. eine Intereffensphäre" hat, welche dem idealen zurüdzukehren. Nr. 774 Mittwoch. 25. November 1931. Veite 5 Warnung vor Auswanderung nach Kanada. Di« kanadisch« Regierung hat im Jahre 1936, als di« kanadstcken Farmer durch den Gerstenpreisrück- grng und durch die Absa^stockung in Gerste betroffen wurde», di« Auswanderung nach Kanada emge- schränkt. Zur Farmerkrise gesellt« sich«in« Pro« dukrionS« und Handelskrise, verbunden mit großer Arbeitslosigkeit, unter der insbesondere di« grüß«, ren kanadischen Städte wie Montreal, Winipeg und Vancouver leiden. Unter Diesen Verhältnissen habe», weder landwirtschaftliche, noch Industriearbeiter Ar- beitsauSsichten in Kanada, so daß viel« von ihnen, di««rst vor kurzem nach Kanada gekommen sind, bereits um kostenlos« Repatriierung ersuchen. Da. her ist es notwendig, all« diesenig«n Personen auf« merksam zu machen, die auf Grund einer älteren Berechtigung vielleicht di« Möglichkeit hätten, nach Kanada auSzuwandern, daß ihnen die VerhAtn-fle in Kanada gegenwärtig kein« Aussichten auf Erfolg bieten. Selbst Frauen, die von ihnen Männern nach Kanada verlangt werden, sollt«» erwägen, ob die Beschäftigung ihrer Männer ein« dauernd« ist und ob si« sich nicht einer ungewissen Zukunft auS- fttzen. Ein« vergrabene Kriegs kaffe wird gesucht. Flnangorgane und Gendarmerie fahnden ln der iimgedung von llngvar nach einem Kriegsschatz auS dem Jahre 1815. Dieser wurde ana-bliw non einer auS-dem Hinterhalt überfallenen russischen Militärab« teilung vergraben. In der Kasse sollen sich 1,800.000 Rubel in Gold, 40 Kilogramm Silber und der Goldschmuck der beim russischen Armeestab weilenden russischen Offizter-frauen befunden haben Fünf der Soldaten, die Zeugen dieses Vorganges waren, fielen. Der letzte überlebende Zeuge jenes Bor« falle« kam im Vorjahre aus Rußland noch Kar- Palhorußland;«r hatte ein« Karte sowie eine Skizze der Stell« bei sich, an der der Schatz vergraben würde. Der Schatz sollt« heimlich.ausgegraben und nach Rußland geschafft werden. Dor einigen Tagen erfuhren aber dir Staatsorgan« ron der Saarakteristi'ck>e Kurven d«r Atemgeräutche hergestellt. Die Kurv« d«1 Atemgeräuschr einer«sunden Lunge zeigt«in ver- hältni-mäßig gleichartige- Auf- und Abichwingen der Kurve, als ob jemand nacheinander. Auf- und Abstriche zieht. Dabei sind di« Abstände der einzelnen Phasen ziemlich gleichmäßig Es verändert sich lediglich di« Höh« der einzelnen Schwingungen. Ganz anders dagegen sieht dir Kurve«inet Airmgeräuschs aus, in dem di« berühmten Rassel- Die Arbeiter.Bor st adt Croix Rousse oder Rote- Kreuz schwebt immer hoch über dem eigentliche» Lyon, wie eS sich zwischen Rhone und Saone zusammenpreßt. Aber an diesem Montag, am 21. November 1831, hängt si« wie eine drohende Lawine über der Stadt, bereit, sich jeden Augenblick zu lösen und vernichtend, zerstörend zu Tal zu rollen. Üu- heimliches liegt in der Luft; es wird nicht gut enden! Dabei war doch weiter nicht- als daß di« armen Teufel, die in den engen, stinkenden Gassen mit'den hohen, schwarzen Hausern Vieltau» sendfältig hockten, den Hungergurt um em Paar Löcher hatten enger schnallen müssen. Si« bildeten die mißachtete breite Basis von Lyons industrieller Blüte, die M.000 bis 40.000 Seide n w e b e r, di« für kargen Lohn di« Tage hindurch und bis weit in die Nächte hinein daheim den Webstuhl schnurren ließen. Die nächste Stufe stellten die 10.000 Zwischenmeister dar, halb bürgerliche, halb proletarische Existenzen, deren feder-sein« vier bis fünf Webstühle samt dem Rohstoff an die NichtShabigen auslieh. Ueber ihnen thronte die dünne Schicht der Warenabnehmer, etwa 800 Fabrikanten oder Unternehmer, in deren Taschen der Hauptgewinn kleben blieb, falls nicht auch sie den wenigen Kommissionären verpflichtet waren, vollkommenen Schmarotzertypen, die Geld und Material im großen vorschössen. Unterlagen die Arbeiter, von denen sich di« Zwischenmeister nährten und di« Fabrikanten und Kommissionäre mästeten, derart einer Ausbeutung im dop- velten und dreifachen Grade- so murrten sie doch so lange nicht, wie die Prosperität der Seidenindustrie sie vor dem nackten Verhungern schützte. Doch nach den unerbittlkchen Gesetzen der kapitalistischen Gesellschaft traf die auS mannigfachen Ursachen entspringende Krise die Schwächsten am härtesten; der Tagelohn für einen HauSweber sank von 6, von 5, von 4 Franken auf 2, auf 1.75, auf 1.25 Franken; schließlich strich er bei entnervender achtzehnstündiger Arbeitszeit nicht mehr als 18 Sous ein; das war ein Stu»den lohn von vier Pfennig! Da aber auch so verelendete, verkümmerte, geduckte und gedrückte Menschen, wie es die Lyoner Seidenweber waren, sich gegen den glatten Hungertod sträuben, begann es im Herbst 1831 auf Croix Rousie zu gären. Gruppen standen herum, krummgezogene, blaffe Männer, hohläugige Weiber, Kinder mit fiebrigen Augen. Obwohl die StaatSgetvalt damals von einer sozialen Frage, di« die Arbeiter anging, noch nichts wußte und sich nur zur„Neutralität", dar hieß: zur Aufrechterhaltung der„Ordnung" im In» tereffe der Wohlhäbigen, verpflichtet glaubt«, legte sich der Präfekt deS Rhone-Departement-, Dumolard, bedenklich geworden, ms Mittel, warb um da- Vertrauen der Arbeiter und bracht« durch seinen Einfluß im Oktober zwischen Fabrikanten und Webern ein U e b e r« i n- kommen mit Mindestlohntarif unter Doch und Fach. Mehr als bescheidene Mindestlöhne- aber auf Croix Roufle tanzt«, man erleichtert und stellte Abend' als Freudenzeichen armselige Lichtchen an die Fenster der Miets kasernen. Di« Unternehmer dagegen, nur dar» auf bedacht, di« Wirkungen der Krise von sich aus di« Aermsten der Armen abzuwälzen, maulten über das, was ihnen als unerhörte Durchbrechung deS geheiligten Prinzips der Gewerbe» freiheit erschien, schüchterten den Präfekten, ein, steckten sich hinter die Stadtverwaltung, gewonnen den Truppenkommandeur,. General Graf R o g u e t, riete« Verhängung d«S Belagerung-, zustande- an, rechneten stegessicher auf die bewaffnete Macht—„wenn", höhnte einer der Grohgewinner über di« Ausgepowerten,„sie kein Brot im Bauche haben, so werden sie Bajonette hineinbekommen!" Da setzt sich, verzweifelt ob der Nichtachtung des Tarifs durch die Fabrikanten, Croix Räufle am 21. November in Bewegung, gliedert sich in Kolonnen zu Viererreihen, marschiert in guter Ordnung zu friedlicher, unbewaffneter Kund» gebung nach der Stadt herunter: d r e Lawine rollt! Die Nationalgarde, di« dem Zug entgegentritt, ist an den Grenadier-Bärenmutzen al- Abteilung aus dem Besitzendenviertel kenntlich; also gehen di« Gewehre von selber loS; Tote und Verwundete auf dem Pflaster; wie eine Feuerzange leckt über Croi^c Roufle der Entsetzensschrei:„Unsere Bruder werden ab geschlachtet!" Croix Roufle bewaffnet sich, Croix Roufle bedeckt sich mit Barrikaden, Infanterie, Kavallerie, Artillerie; Nationalgarde geht zum Volk über; Generalmarsch, Sturmglocken» geläut, Geschützfeuer, und als die Dunkelheit deS 22. November herabsinkt, ist di« zweit» größte Stadt Frankreichs in den Händen der Proletarier. Mit dem Reste der zusammengeschmolzenen Truppen bahnt sich General R o g u e t in-er Nacht, während es Kugeln aus den Fenstern, Ziegel von den Dächern regnet, unter empfindlichen Verlusten einen Weg inS Freie. In Parts spricht man von sechstausend Toten auf beiden Seiten; genaues ist nicht festzustellen, da die beiden großen Ströme viel Leichen wegschwemmen. Al- jedoch di« Weber den Sieg in Händen halten, sehen sie sich erstaunt, fast verlegen an. WaS nun? Hinter ihrer Bewegung stand keine Theorie, keine Doktrin, kein Sozialismus, keine Sehnsucht nach einer gerechteren Gesellschaftsordnung, stand nichts als der Hunger. Ein« andre Losung, hatten sie nicht als die düstere Inschrift auf der großen schwarzen Fahne, die der ersten Elendskolonne von Croix Roufle voraufweht«: Durch Arbeit leben oder im Kampfe sterben! Etwas wie ein Sinnbild der dumpfen, ahnungslosen, un» aufgeklärten Masse war der Neger Sta- n i s l a S, der, mit seiner Flinte auf der Mo- rand-Brücke aufgevflanzt. unter wilden Grimassen und Freudenschrei in die Luft sprang, so oft er einen Kanonier oder Dragoner niedergestreckt batte, aber sicher nicht wußte, weshalb er schoß. Da die Masse auch keine Führer hatte, ihr den Sinn der Erhebung zu deuten, gelang es den Handlangern der Bourgeoisie leicht, die Proletarier in den alten Pferch zurückzutreiben: Die hungernden und frierenden Weber hüteten mit dem Fanatismus e^neS Mo-^hunde- das Eigentum der Besitzenden. Ende der Woche war jede Spur deS Geschehenen auSgewischt, und kein« Hand rührte sich zum Widerstand, als am 3. De zember der Marschall Soult und der Thron folger mit stattlicher Truppsnmacht einrückten. Was folgte? Das Selbstverständliche: die Entwaffnung der Arbeiter, die Auflösung der Nationalgarde, die Verlegung einer Garnison von 20.000 Mann nach Lyon, die Abriegelung der Arbeitervorstadt durch eine Reihe von SperrfortS, und alles, Ausbeutung, Profit und Hunger, konnte weitergehen wie bisher. Aber instinktloser noch als die Proletarier waren ihre Gegner. Di« Machthaber atmeten vielfach erleichtert auf, als sie hörten, daß eS sich nicht um einen politischen Putsch von Republikanern oder Legitimisten, sondern „nur" um einen Streit zwischen Fabrikanten und Arbeitern handle. Bagatelle! Zipfelmütze über- Ohr, herumgedreht und weitergeschlafen! Sie sahen nichts von der Flammenschrift an der Wand, mit der sich hier die Frage der Zukunft ankündigte; sie blieven taub für den Marschtritt einer neuen Klaff«, die hier zum erstenmal auf den Schauplatz der Geschichte trat; sie rochen nicht im entferntesten den Pulvergeruch vom ersten Vorpostengesechte de- großen sozialen Krieges, unter deflen Schlachten ein Jahrhundert spater, di« Erde beben-sollte! Hermann Wendel. Geriditssaal Totschlag au der Peripherie. Jndizienprozeß um«in« Messerstecherei (Schwurgericht.) Prag, 24. November. In valid«« platz 3 lHr nachts— ein Toter,«in Verwundeter, damit ist daS Milieu angedeutet, in welchem das Drama spielt. Diese Gegend Prag- gehört zu den mit Recht verrufenen und wer dort zur Nachtzeit seine- Weges kommt, kann pch auf allerlei lleberraschungen gefaßt machen. So erging ei auch am 23. August d. I. einer Gesellschaft, bestehend aus den Brüdern Johann und Heinrich Aubrecht und Wenzel Holub, die von einer SamStagS Unterhaltung nach Lieben heimkehrten. In der Gegend deS JnvalidenPlatzeS kam ihnen eine Grupp« von Leuten entgegen, darunter zwei Frauen. Im Vorbeigehen streifte einer der drei an«inen Entgegenkommenden an. Es gab einen Wortwechsel, der immer heftiger wurde und plötzlich bekam Heinrich Aubr«cht einen Hüch mit einem Ochsenziemer zwischen die Schulterblätter. Sein Bruder Johann, der herzusprang, erhielt«inen Stich ln den Ober- schenke! und brach zusammen. Heinrich Aubrecht beugte sich erschrocken über den verletzten Bruder und im gleichen Moment fuhr ihm ein Messer in di.« link« Brustseite. Sein Bruder rafft« sich auf, beide begaben sich aus die Flucht, doch schon nach 30'Schritten sank Heinrich zusammen und verblutete auf dem Transport inS Krankenhaus. Die Polizei forschte bald di« Verdächtigen aus und führte zunächst die Untersuchung gegen all« vier männlichen Mitglieder der Gesellschaft. Allmählich konzentriert« sich der Verdacht auf«inen Einzigen von ihnen, nämlich auf den 29jährigen Milofiav Bolek, gegen den die Staatsanwaltschaft schließlich auch Auflage wegen Totschlages und vorsätzlicher Körperverletzung erhob. Freilich beruht die Anklage lediglich auf den Aussagen seiner Kumpane Mar-ale k, Müller und P o s p i 8 i I, die, wenn auch nicht ohne innere Widersprüche ihn einmütig belasten, des- gleichen auch die beiden Frauen. Der Angeklagte wehrt sich mit allen Kräften gegen die belastenden Aussagen. Er habe Pvar gerauft, aber dos Messer schon deshalb nicht verwenden können, weil er eS noch im Gasthaus dem Müller geborgt und nicht zurückerhalten habe. Müller gibt daS auch zu, erklärt aber, der Angeklagte Bolek habe zwei Messer besessen. Weiter behaupten die Gefährten BolekS, dieser habe sie zum Davonlaufen aufgefordert. Dabei hätten sie auch daS blutige Messer in seiner Hand gesehen. Der Bruder des Toten sowie sein Freund Holub haben daS Gesicht deS Angreifers nicht zu erkennen vermocht, doch erklären sie, beide Stiche feien von einem und demselben Täter geführt worden. Nach der Darstellung deS Angeklagten käme als solcher nur noch Maräalek in Betracht, weil sich nur dieser außer ihm an dem Streit beteiligt hatte, während die anderen auS einiger Entfernung zusahen. Tatsächlich sprechen auch einige Indizien für diele Annahme, doch steht dem wieder die einmütige NuSsäg« der anderen gegenüber, die- der Angeklagte aber al- erkunden bezeichnet. Manche- erklärt sich, wenn man die Persönlichkeiten de» Angeklagten und der Zeugen näher betrachtet. Es sind vielfach vorbestrafte Leute, fast durchweg- von Zuhälterei, die Frauen von Prostitution lebend: Bolek selbst ist keineswegs di« unsympathischeste Figur unter ihnen. Bis zum Jahre 1938 lebte er einwandfrei, dann geriet er in diese Gesellschaft, in der er trotz seiner ArbeitStüchtigkeit, die ihm von allen Dienstgebern nachgerühmt wird, allmählich verkam. Heute ist er in diesem Sumpf zu Hause. DaS Opfer de- Streite- war ei« braver und tüchtiger Arbeiter, der auch seine alte Mutter unterstützte, die heute unter Tränen und Verwünschungen gegen den Täter als Privatbeteiltgte vor Gericht erschien Die Geschworenen bejahten di« Schuldsrag« aus Totschlag nur mit sieb«« Stimmen, also nicht mit der erforderlichen Mehrheit, hie Eventual- frage auf Teilnahme an einer Rauferei mit tö tlichcm Au-gang dagegen mit elf Stimmen, worauf der Schwurgericht-hof(Bors. OGR. Hellriegel) den Angeklagten zu zweieinhalb Jahren, schweren Kerkers verurteilte. Seite 6 ,, Sozialdemokrat" IN REGEN- UND SCHNEEWETTER. મ A- A 29.Für Damen: Ganzgummi- Oberschuhe, Modell 1865-01 warm gefüttert. Schwarz oder braun. Dasselbe Modell aus Gabardin Kč 19. oder Ganzgummi mit ReissSolverschluss zu Kč 49,- this 29° Damen- Oberschuhe. Modell 1045-71 Die heurige Herbstmodeneuheit. Ein ganz leichter und dabei doch warmer Ganzgummi- Überschuh. Mittwoch, 25. November 1931. Nr. 274 Aata 49.Modell 1887-06 Herren- Überschuh, ganz aus Gummi, warm gefüt tert, Reissverschluss. Aus Stoff für Kč 39.-. Er ist genau nach der Form unserer Schuhe verfertigt. 29° Ganzgummistiefel für Kinder. Nr. 7-8( 24-26) Kč 29.- Nr. 9-1 ( 27-34) Kč 39.8-172 In unseren Schaufenstern finden Sie noch viele andere Modelle, die Ihren Wünschen entsprechen werden. Besuchen Sie uns. PRAGER ZEITUNG. wurde auch verfilmt. Der bescheidene, stille Mensch. der Karl Adolph immer gewesen ist, verstand es allerdings nicht, sich in Szene zu setzen, und so Kinderfreunde Brag. Heute, Mittwoch nachmittag 3 Uhr Kindernachmittag blieb er im lauten Getriebe der Literatur ver borgen. Alle kommen, da Vorbereitungen für die Fröhliche Feierstunde" am 8. Dezember. Leitung Genoffinnen Paul und Mizzi Schwab. Ein nobler Unternehmer. Ein Genosse schreibt| Bedarf an Lebensunterhalt davon deckt, was von Sonntag, halb 8 Uhr, Erstaufführung:„ Der uns: In der Narodni třída Nr. 26, im Hause, in der Leidenschaft fürs Spiel noch abfällt für die welchem sich die Restauration, Choděru" befindet, Liebe. Von dieser Erfahrenen wird Hella der Gerichtsvollzieher", Romödie von Harwood. Regie: richtet die Firma Ander a syn aus Olmüz Rat, daß man die Untreue der Männer nicht be- Friedrich Hölzlin. Mitwirkende: Halowanicz, Lorenz, einen Bazar beziv. ein Warenhaus ein, das am 1. weint, sondern rächt. Da sich, bei Seft befehen, Heineke, Warnholz, Bauer, Göy, Hölzlin, Jantsch, Dezember eröffnet werden soll. Auf dem noch ver- solche Liebe von jolther Liebe nicht wesentlich Reinhardt, Stadler. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. fchloffenen Auslagefenster, in dem die genannte unterscheidet, kriegt unser verlassenes Frauchen Firma ihre Waren ausstellen wird, prangen zwei einen recht frivolen Appetit und möchte sich für Mittwoch, 8 Uhr: Gastspiel Leopold Kramer: Donnerstag, halb 8 Plakate mit der Aufschrift: 3de je Braha nauci den Anfang mit einem Gesellschafter für das Sou- emand"( 32- IV). Seirit!", d. h. deutsch: Hier lernt. Brag ipa per begnügen. Dabei lernt sie begreifen, daß die Uhr: Caramba", Operette mit Hindernissen ren!" Schon jeit einigen Wochen oder noch län- Gefühle eines leicht angegrauten Herrn weit zuber-( 33-1). Freitag, halb 8 Uhr: 3ar und Zim ger stehen täglich por dem neu errichteten Büro die- lässiger find, als die abirrende Leidenschaft Peters; mermann", komische Oper von Lorging( 34- II). effanteste dabei ist aber, daß dieje in Frage stehenjer Firma flangenartige Fronten von stellungs- der friegt somit einen Abschiedsbrief und die Mama Ber", Oper von Pfigner. Sonntag, halb 8 Uhr wurden. Samstag, halb 8 Uhr: Erstaufführung: Das den Hütten mit staatlichen Mitteln erbaut Insen Angestellten, die sich auf die in den Tagesblät daheim das Telegramm„ Gatte gewechselt Hoch tern erfienenen Inserate hin um Stellen bewer- seitsreise fortgesent!" ben. Natürlich kommt bei dem großen Anbote nur Das Stüd ist mit sicherer Bühnenroutine gemacht, räumt der Stolotterie eine so dominierende Stellung ein, daß sie es sich erlauben darf, gegen Gazinidem. Bezirksorganisation- 6. J. II. Prag. das Leben ihre wißigen Bonmots auszuspielen, Heute, Mittwoch, 25. d. M., um 8 Uhr vole Stofotterie zwischen Anständigkeit und UnanHeute, Mittwoch, 25. d. M., um 8 Uhr beren pikante Schlagkraft zündend wirkt. Die friabends, im Gewerkschaftshaus, Perštýn: ständigkeit entbehrt nicht des erotischen Zaubers, Die wirtschaftliche Entwicklung der immer freudige Gefolgschaft findet. von 1918-1931. Referent Genoise Dr. Strauß Daneben verdient die Aufführung den stürmischen Erfolg durch die vortreffliche Spielleitung Franz Andermanns und die ausgezeichnete Besetzung der führenden Rollen. Elfe Panto steht mit der Sella an der Spize; sie entwidelt ein beein fleines Prozent von ihnen in Betracht und die- zauberndes Farbenspiel raffiniertester Schauspielfes eine Brozent unter den dentbar miserabelften funst. Daneben die fein pointierte Art Christo nachmittags: Arbeitervorstellung, Gastpiel Leopold Kramer: Spiel im Schloß"; 8 Uhr: Gastspiel Leopold sera mer: Jemand". Montag, halb 8 Uhr: ein Der Hauptmann von Köpenid", Verkauf und Bankbeamtengruppe 1 und 2.). deutsches Märchen von Carl Zudmayer.( Freier In der Frage der Tryptits( Ausweise zur Ueberschreitung der Grenze auf Fahrrädern usw.) ist teine Besserung eingetreten. Alle Anstrengungen der Zentrale, daß die Berechtigung zur Ausgabe diefer Tryptits auch unsere Arbeiter- Radfahrerverbände erhalten, waren vergeblich. Das Recht zur Ausgabe der Tryptits befigt ausschließlich der nur einige iebling, adieu!"- Freitag, 8 Uhr: Gast Zentralverein der Radfahrer"( CUZB.), und zwar Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr: hundert Mitglieder zählende Tschechoslowakische piel Leopold Kramer. Sunt 40. Wale!„ Spiel aus rein finanziellen Gründen, wie von Beamten im Schloß" von Molnar. Samstag, 8 Uhr: des Finanzministeriums bestätigt wurde. Also eine in a"( Ab.). Sonntag, halb 8 Uhr: Erstauf- Organisation, die kaum ein Zehntel au Mitgliedern führung: Der Gerichtsvollzieher", to- befigt wie die Arbeiter Radfahrerverbände der Tschemödie von Harwood. * * Bedingungen. Sie werden auf fleben Tage zur Chriſtels und der vornehme, distingierte Mar- Sport Spiel Körperpilege Darsteller und Probe, mit Gehalten von 50, 75 und 100 K, besten- cell Bittor Gschmeidlers. falls mit 150 K per Woche aufgenommen und er. Regisseur fonnten für stürmischen Beifall danken. Ernst Thöne r. halten nach drei Tagen einen Bertrag, in dem sie 3 Die Zentrale der sozialistischen Körperkulturorganisationen in der Tschechoslowakei choslowakei zusammengenommen, wird sozusagen mit taatlicher Hilfe auf den Beinen gehalten! Eine ärgere Mißachtung der Arbeitersportbewegung fann man sich kaum vorstellen! In der Frage der Wirtschaftstrije wurde beschlossen, mit allen Kräften zu arbeiten und alles daranzusehen, damit die Tätigkeit der einzelnen Verbände und ihrer Vereine durch diese Krise nicht gehemmt werde. Energisch Stellung genommen wurde gegen die Ueberzeitarbeit in den einzelnen Betrie Arbeit sind. Im kommenden Jahre halten folgende Verbände Aus der Partei sich mit Unterschrift verpflichten müssen, für diese Bronislaw Hubermann, der große polnische lächerlichen Schundgehalte nicht nur die gefeyliche weist ergeiger, beglüdte die Prager Verehrer Arbeitszeit, sondern über diese Zeit hinaus seiner Stunst vorgestern im nahezu ausverkauften hielt am Sonntag, den 22. d. M., in Prag eine vorläufig bis zur Eröffnung, auch Sonntags ohne separate Bezahlung zu arbeiten, uzerna- Saal wieder einmal durch die unvergleich- Tagung ab, an der 15 Vertreter, die sieben Arbeiterben, während Hunderttausende von Arbeitern ohne liche Größe seines Spieles, das abgeklärtesten Aus- Sportorganisationen vertraten, teilnahmen. Man hielt Rückschau über das Wiener Olympia und ihre dabei ihre Dienstpflichten genauestens ou erfüllen brud und tiefstes seelisches Empfinden mit tempe- Auswirkungen für einen weiteren Aufstieg der Ar- ihre Verbandstage ab: Der Auſſiger Verband, die und außerdem ihren Gehalt bezw. Lohn für die ramentbeschwingter, vollkommenster Technik vererften 14 Tage als Kaution der Firma zu bindet. Daß Hubermann nach den amerikani- beitersportbewegung, besprach sehr eingehend die DTIC., der Verband der Arbeiter- Radfahrer und hinterlegen, so daß die armen Angestellten für ihre Leistungen, und die Firma verlangt in dieser Be- schen Wunderinaben Menuhin spielte, war ein gegenwärtige Wirtschaftskrise und verhandelte fer- der Verband der tschi. Arbeitertouristen. Beschlossen ner bezüglich des im Jahre 1932 geplanten Allsport- wurde ferner die Teilnahme an dent Kreisfest der ziehung von ihnen sehr viel, für die erste Zeit fast Glück für diesen, weil er, nach Hubermann gegar feinen Lohn erhalten. Man bedente, daß die nossen, taum Sensation erregt hätte. Hubermannlichen Tages, der aber vielleicht auf das Jahr DTI., das im Juni 1932 in Bilsen stattfindet. Angestellten täglich, auch Sonntags, insbesondere war diesmal ein wenig von seiner streng tonfer. 1933 verlegt werden wird. Als neues Mitjest, schiere, mitunter ganz grobe Handlangerarbeit vativen Art in der Programmgestaltung abge- glied der Zentrale wurde der polnische Ver von mindestens elf Stunden leisten müssen! Ein wichen. Gleich an die Spitze seiner Vorträge hatte bendila" mit dem Size in& arwin( Teschener nobler Warenhausbesiger, der einen Billigkeitsbazar er eine moderne Violin- Sonate von dem deutschen Gebiet) aufgenommen. Dadurch stieg die Zahl der Bezirksverein„ Arbeiterfürsorge", Prag. mit dem Motto„ 3de se Praha nauči šetřit!" auf Reutöner und Stilerneuerer Paul Hindemith Mitglieder der Zentrale auf 230.000 in acht BerStoften lediglich armer Proletarier errichtet, die für gejezt, ein allerdings noch sehr zahmes und in der Der Touristenverein„ Die Naturfreunde"( Siz Ausschußfißung heute, Mittwoch, den 25. ds., um einen Schun lohn nicht nur vollwertige, sondern Stilvergangenheit der Nachromantik wurzelndes auch noch leberzeitarbeit, den sie für 14 Tage als werf. Das eigentliche Erlebnis und Wunder des Aussig) hat bei Joachimstal eine neue Sütte erbaut; 8 Uhr abends im„ Berein deutscher Arbeiter" in Konzertabends war natürlich Beethoven( die er beligt gegenwärtig 22 Sütten und weist einen Prag, Smetschkagasse 27. Die AusschußmitDer deutsche ArRaution hinterlegen und daher gratis arbeiten! Vortragsabend der tschechischen sozialistischen Ab- Sonate in E- Moll), dessen hingebendster Apostel Mitgliedsstand von 10.000 auf. finenten heute im Odborovy dum, na Perštně. Subermann ja ist. Eine Suite des Russen Tane.beiter- Rad- und Kraftfahrerbund war genötigt, 50 glieder werden ersucht, bestimmt zu Auf dem Programm stehen zwei Vorträge: Chefarzt iev, eine mehr äußerlichen Eindruck machende als fommunistisch eingestellte Vereine wegen ihrer schä- erscheinen. Auf dem Programm stehen zwei Vorträge: Chefarzt innerlich befriedigende Komposition tonservativer MUDr. Eduard Břeffy: Sozialgehundheitliche Ge- Musikrichtung, und fleinere Stücke von fichtspuntte im Kampfe gegen den Alfohol. Primar Musikrichtung, und fleinere Stüde bon Sara und zählt derzeit girla 20.000 Mitglieder. An Interfällt der Jugendabend. Der Vortrag des Genossen MUDr. Franz Kafka: Vom Alkoholismus, seinen late, Paganini und Chopin ergänzten das MUDr. Franz Kafta: Bom Alleholismus, seinen Programm. Als unfehlbarer und allen leiſeſten Ursachen und seiner Heilung. Wünschen und Absichten des Solisten willig folgen der Begleiter am Flügel bewährte sich aber mals Siegfried Schule. e. i. Kunst und Wissen Uraufführung im Zepliker Stadttheater Roulette" Lustspiel von Ladislaus Fodor. Karl Adolph geftorben. Dieser Tage ist in Wien der proletarische Erzähler, der bekannte Verfasser bänden. digenden Tätigkeit auszuschließen, fonnte aber diesen Abgang durch 60 Neugründungen wieder wettmachen und zählt derzeit zirka 20.000 Mitglieder. An Unterstübungen zahlte dieser Verband im heurigen Jahre a 160.000 K an feine Mitglieder aus. Mit dem Ausschluß der Kommunisten im deutschen Arbeiter Rad- und Kraftfahrerbund find nun alle in der Zentrale vereinigten Verbände vollständig von den„ Einheitsfrontlern" gereinigt und bekennen sich ausnahmslos zur Soztal demokratie, du Jugendbewegung. Sozialistische Jugend, Gruppe I. Mittwoch entfällt der Jugendabend. Der Vortrag des Genossen Abg. Jafich findet Freitag um 8hr abends statt. Lofal wird noch bekanntgegeben! S. J. IL.( Studenten). Mittwoch, 25. November, 20 Uhr, Odborovy dum( Perštyn), I. Sou terrain, Gen. Dr. Strauß: Die wirtschaftTiche Entwidlung 1918-1931. Borher unt 6 Uhr im gleichen Lofale Ausschußsigung. Rote Fallen, Prag. Samstag nantittags halo Beschwerde wurde geführt wegen der Fahrpreis erhöhung auf den Eisenbahnen, die die Tätigkeit 4 Uhr im Verein deutscher Arbeiter wichtige Buunserer Touristenvereine start hemunt und einem jammenfunit. Theaterrollen mitbringen! großen Teil der Arbeiterschaft die Möglichkeit nimmt, Ausflüge usw. zu unternehmen.pian Vereinsnachrichten des Buches aus Nr. 37", gestorben. Karl Adolph, 1869 in Wien geboren, wurde Beamter des Allgemeinen Stranfenhauses, aber schon frühzeitig verfaßte der junge Adolph Gedichte und Novellen, die fast ausschließlich Erscheinungen und Vorfälle Das frisch berehelichte Baar Beter und Hella aus der Wiener Vorstadt schilderten. Seine Liebe hat seinen Hochzeitsflug nach Monte Carlo gemacht, gehörte den Armen und Elenden, dem bekannten Es wurde auch darauf hingewiesen, daß sich die un dort zu flitterwöchnern. Ihn padt aber die Wien jenseits des Gürtels. Je älter Adolph wurde, Spielmut und statt mit feinem hübschen Frauchen um so reifer wurde auch seine Kunst. Es erschien Deutsche Turnerschaft gänzlich im Schlepp. Bärtlichkeiten zu tauschen, fämpft er im Roulett das Buch„ Haus Nr. 37", das den Verfasser in tau der Fascisten und Halentrenzler bearbeiter- Turn- und Svortverein Prag. um die Gunst Fortunas. Keine Beschwörungen der kurzer Zeit weit über die Grenzen Wiens hinaus findet. Im gleichen Sinne wurde auch von einer Generalversammlung. Heute, Mitta Heinen Hello, der die Süßigkeit der primae noctis befannt machte. Er schilderte darin, ebenso wie in tschechischbürgerlichen Organisation, dem Klub tiche woch, 25. d., halb acht Uhr abends, im fichtlich verlockender erscheint, rufen den rüdsichts den folgenden Romanen Schader!" und„ Töchter" choslowakischer Touristen, gesprochen. Dieser Ver Wintergarten" des Hotel Monopol Tosen Safardeur zurüd, der nicht einmal die die Freuden und Leiden des Wiener Arbeiters, des band befindet sich ebenfalls im fascistischen Fahr. ( gegenüber Majarytbahnhof, Ankunftseite) Inappe Zeit erübrigen will, mit seiner Gattin am Wiener theinen Mannes. Ungeschminkt und ehrlich wasser und hat es verstanden, den Mitgliedern des ordentliche Generalversammlung. ersten Abend gemeinsam zu soupieren. stellte er Typen auf, die so lebendig sind, daß e tschechischen Arbeiter- Touristenverbandes alle Bor nur ein wirklicher Dichter schaffen fonnte. 13 teile, die diese bisher in verschiedenen Hütten der Die Mitglieder werden ersucht, bestintint and pünft Nr. 37", sein bekanntester und berühmtester Homan, chechoslowakei hatten, wegzunehmen. Das Inter- lich zu erscheinen. betrebatteat: Wilhelm tegnez Berantwortlicher Redakteur Dr. Emil urbe von der Boft Telegraphendirektion mit Erlag Nr 13.800/ VII/ 1930 bewilligt gangjährig Ko 102.3aferaie werden laut Zatif billigt berechnet. Bet älteren Im Kummer des Alleinseins wird Hella mit Jeanne Rose bekannt, einem Dämchen, das seinen etensgeber Siegfried Tenb Die Beltungsmartenfranfatne balojährig Kč 96, 13: 04.19 Für den Drud verantwortlich. Uno oli, Drud: Koto.-. für Zeitung und Buchbrud, Brag Strang. Brag Bezugsbedingungen. Bei Buftellung ins Daus oder bei Bezug durch die Bot monatlich Kè 16.-, vierteljabrli Kö 8. Rudstellung box Manuskripten erfolgt mir bei Einsendung der Retourmatten. inihaltungen Preisnaglaj.