Einzelpreis 70 Seller. Sozialdemokrat Zentralorgan b. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 11 Jahrgang. Drei Millionen Franken für Motstandsbauten. Großes Investitionsprogramm in Frankreich. Paris, 5. Dezember. Die Deputierten fammer tagte seit gestern nachmittag bis heute halb vier Uhr früh und nahm den Regierungsentwurf über die öffentlichen Notstand sarbeiten an, die den Hauptteil des Planes der sogenannten nationalen Ausstattung bilden, der den Bau von Straßen und Lokaleisen bahnen, von Schulen und öffentlichen Gebäuden, die Elektrifizierung des Landes, Ausrüstung der Feuerwehren usw. mit einem Gesamtkostenaufwand von drei Milliarden Franken vorsieht. Busagablommen mit Frankreich über Die Schutzölle. Verzicht auf die Vertragszölle ad valorem. Als Ergänzung zu dem französisch- tschecho flowakischen Handelsabkommen vom 7. Juli 1928 wurde in Paris am 25. November 1931 ein Zujazabkommen unterzeichnet, demzufolge die Tschechoslowakei bei Schuhen aus Leder und aus Geweben auf die Vertragszölle ad valorem bei den entsprechenden Positionen des französischen Tarifs, vereinbart mit dem erwähnten Abfommen vom Jahre 1928, verzichtet und neue nach Arten abgestufte Stüdzölle bei den gleichen Positionen des französischen Tarifs festgesetzt werden. Dieses Zusatzabkommen ist am 2. Dezember d. J. in Kraft getreten, d. i. gleichzeitig mit dem neuen französischen Schuhzollgesen. Die tschechoslowakische Regierung hat soeben das angeführte 3sababkommen beiden Stammern der Nationalp ammlung gleichzeitig zur verfassungsgemäßen Behandlung vorgelegt. Clearing- Berordnung in Desterreich. Wien, 5. Dezember.( AN.) Der HauptausSchuß des Nationalrates hat heute die Verordnung der Regierung über den Clearingverkehr mit dem Auslande genehmigt, wonach von dem Zeitpunkte an, wo Vereinbarungen zwischen der öfterreichischen Nationalbank und der Nationalbant eines anderen Staates über den Clearingverkehr in Kraft treten, jeder andere Zahlungsverkehr mit dem betreffenden Lande verboten und unter Strafe gestellt ist. Das Abkommen mit der Schweiz soll bereits am 10. d. M. in Kraft treten, mit Polen stehen die Verhandlungen vor dem Abschluß, mit Jugo slawien sind sie sehr weit fortgeschritten und mit Ungarn stehen sie gleichfalls unmittelbar vor dem Abschluß. Parteitag der GPU. Budapest, 5. Dezember.( Eigenbericht.) Der Parteitag der sozialdemokratischen Barkei Ungarns, der drei Tage dauern soll, wird morgen beginnen. Im Mittelpunkt der Beratungen werden der Kampf gegen die Konter revolution und die Agrarfrage stehen. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion und Verwaltung: Prag II., Relájania 18. Telephon: 26795, 31469.( Nachtredaktion): 26797 Bomhedamt: 57544 Gonntag, 6 Dezember 1931 Nr. 284. Das Chaos in der Nationalpartci. Zweierlei Maß Lodgman für Ansorge. Die nationalparteiliche Presse schweigt. Oeffentliches Redéduell? Bürgerliche Presse und sozialistische Arbeit Die Art, wie die bürgerliche Presse die Auf welchem Wege die Nationalpartei ist schon zur Reduktion der Partei auf ein Drittel und was ihr der Versuch, durch den Ausschluß ihres ehemaligen Besißstandes geführt hat. Es Anfündigungen der ernsten Rüstungsbeschränder Opposition ein ruhiges Leichenbegängnis zu handelt sich um eine Aeußerung, die Dr. Do- fung, als die man die Herabsetzung der Diensterhalten, doch noch an Unannehmlichkeiten vor berauer dessen Qualitäten als Politifer im zeit ansprechen muß, fommentiert, indem sie der Bestattung eintragen wird, bereist der weitere umgekehrten Verhältnis zu seinen unbestrittenen sie nach Kräften bagatellisiert, ist ein SchulVerlauf der Affäre Ansorge. Nach Dr. Leistungen als Chirurg zu stehen scheinen Brunar, dem früheren Vorsitzenden der Par- getan hat. Er erklärte nach Mitteilung An- beispiel für die verfälschenden Prattiken dieser Art ,, unabhängigen" Presse tei, der freiwillig aus ihr ausgeschieden ist, sorges in der Parteileitungssigung folgendes: überhaupt. meldet sich Dr. Lodgman zu Wort und es ,, Es ist interessant, daß gerade jene Leute der Dieselben Zeitungen, die eben noch nach fragt sich, ob die Nationalpartei auch über die Partei den Vorwurf machen, sie sei zu wenig Ersparnissen beim Militärbudget, nach EinAeußerungen ihres Gründers mit Schiveigen zur radikal, welche dann ins gegnerische Lager überTagesordnung übergehen kann. Der Gründer, Führer und gewe sene Vorfißende der Deutschen Nationalpartei hat aus Teplit- Schönau mit 3. Dezem ber 1931 an den ehemaligen Senator Dr. Brunar das folgende Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Doktor! Durch den Beschluß der Parteileitung der DNP. bin ich wahrscheinlich nicht minder übers rascht worden, wie Sie. Ansorge hatte mir jeinen Ausschluß bereits telegraphisch mitgeteilt, so daß mich die Zeitungsnachrichten bereits vor bereitet fanden. Ich muß schon sagen, daß ich den Beschluß der Parteileitung mehr als sonder. bar empfinde: zuerst wünscht man ein Schiebse gericht, dann teilt mir Herr Dr. Schöppe mit, daß unter die ganze Angelegenheit ein dicker Strich" gemacht werden soll und schließlich jchließt man Ansorge aus. Ich weiß nicht warum, ich weiß nicht, in welcher Absicht, ich weiß aber, daß sich damit die Partei ins Unrecht gefeßt hat und daß dies wahrscheinlich ihr Ende bedeutet. Und außerdem wird es niemand verstehen, daß die Partei ausgerechnet jegt, da die alte Staatenund Wirtschaftsordnung in allen Fugen fracht, nichts anderes zu tun hatte, als jemanden wegen ein paar längst nicht mehr bedeutungsvoller Zeitungsauffäße, deren Urheberschaft nicht einmal nachgewiesen ist, auszuschließen. Ich habe den Eindruck, daß nicht einmal die gegnerische deutsche Breffe weiß, was sie mit dieser Haupt- und Staatsaftion anfangen soll. Ich begrüße Sie bestens in alter Freund schaft; hoffentlich erregt dies in der Partei leinen Anstoß!? Ihr ergebener 2odgman m. p. gehen, wo sie sich als Gemäßigte herausstellen. schränkung der Rüstungen und fürzerer Dienst So war es bei den Nationalsozialisten, seit gerufen und recht laut die Verantwor als sie sich von uns abgespaltet haben. tung der Sozialdemokraten festgestellt hatten, Sie haben sich offen und ganz ohne Zweifel nehmen die Ankündigung der gewünschten längst von dem Standpunkt radikaler Boje ent- Maßnahmen mit einer Gleichgültigkeit und fernt, indem sie sich zum Staate bekennen. Gegen Selbstverständlichkeit auf, die sie wirklich nur uns aber haben sie mit dem radikalen Moment bei einer einzigen Gelegenheit aufbringen: gearbeitet. So war es mit Dr. Peters, der wenn es einen sozialdemokratischen Erfolg zu als Vertrauensmann des Dr. Lodg man im verkleinern gilt. Da hat ein Blatt es ist deutschpolitischen Arbeitsamt nichts anderes getan der zwischen jüdischen Inseraten und natiohat, als dessen Stellung in der Partei zu unterwühlen und in der Presse gegen uns zu polemi- nalsozialistischer Gesinnung seiltanzende ,, Tepfieren. Auch das ist viel zu lange gedul- lit- Schönauer Anzeiger" in höchst kunstvol det worden. Genau so bei Dr. Rosche; wäre ler Statistik den zahlenmäßigen Nachweis erer ein Jahr früher hinausgeworfen worden, hätte bracht, daß die Rüstungsgegner in der Koali er nicht auf dem Rüden unserer Partei Population start genug wären, mehr durchzusetzen; es rität bekommen; wir haben wiederum zu lange feien nämlich 63 Sozialdemokraten( in Wahrgeduldet. Das Ende der Nachfolgeschaft Dr. heit 60) und 13... also was glaubt man? Rofches war eben diese Gruppe, die fich um wahrhaftig 13 Landbündler als Rüstungs die Person Dr. Brunars gebildet hat und zu der auch der Herr Ansorge gehört. Diese batte nichts gegner anzusehen und sie hätten einen Rüd halt an der ebenfalls rüstungsgegnerischen anderes in der Absicht, als die ganze Partei zum Dr. Rosche hinüberzu- Opposition, also könnten sie die Abrüstung in bringen. Das war die Absicht, das ist Fluß bringen. Nun, jedermann weiß, daß die nicht gelungen, und deshalb follte die 13. Landbündler unter dem Kommando der Partei jest zerstört werden." rüstungstollen tschechischen Agrarier stehen und nicht aufzumucen wagen, daß in der Und das zu verhindern, zerstören die Herren eben selbst die Partei. Wie schwach dieses Opposition die Christlichsozialen, Gewerbepar Grüppchen von fröhlich Hinterbliebenen einer teiler und Ludaci ſizen, deren Rüstungsgeggroßen Bewegung sich fühlt, zeigt sich am besten nerschaft" uns den Rüstungsfonds, die verlän in der Feigheit, mit der es jede öffentliche gerte Dienstzeit und das gefeßlich firierte MiErörterung des Konfliktes vermeidet. Anjorge litärbudget. gebracht hat. Die bürgerliche schlägt jetzt dem Dr. Schöppe bezw. dem Frak- Preffe aber läßt sie als Rüstungsgegner figu lionsführer Dr. Schollich eine öffentliche Dis- rieren! fussion, ein Rededuell" mit streng festgelegten Da aber bekannt wird, daß die RüstungsFormen, mit Sekundanten und einem Unpartei ifchen" vor; jedenfalls ein interessantes No- gegner in der Koalition, die Sozialisten also, Eine andere Meinungsäußerung, die von vum! Ob die Nationalpartei darauf eingehen nicht mehr locker lassen und der Herr MiniGerrit Ansorge der Presse mitgeteilt wird, läßt wird? Es scheint, daß die Herrschaften, die sie ster trotz aller Dementis fich wird fügen müs cinen Blid in das Chaos tun, das sich feit Lodg- och verkörpern, nur ein Programm haben, an sen, begrüßt die bürgerliche Presse das? gibt mans Abgang nationalparteiliche Politit nennt. dem sie mit eiserner Stonsequenz festhalten:„ Meisie den Erfolg der eben noch beschimpften SoZugleich beweist diese Aeußerung, daß führende Ru b' will ich hab'n!" Man gewähre ihnen zialdemokraten zu? Keine Spur: sie antwor Männer der Nationalpartei anscheinend keinerlei die Bitte und lasse die Partei, die sich als tet mit Totschweigen oder mit hämipolitisches Urteilsvermögen besigen, sondern alles lebensunfähig erwiesen bat, ruhig in den Orkuss cher Bagatellisierung wie die ,, Reiin einen Topf werfen und ohne jede Unterscheissteigen. Jung und Krebs freuen sich des chenberger Zeitung", die auf einmal weiß, dung der Opposition mit dem Radikalmittel Erbes und verzehren mit titanischem Vergnügen daß die 14monatige Dienstzeit keine Erspa Rausschmeißen" begegnen, obwohl das heute die eigenen Väter! Japanische Waffenfendungen in Charbin beschlagnahmt. Für Weißgardisten und sonstige Banden bestimmt? rung, feine Abrüstung, feine Erleichterung sei. Man stelle sich aber einmal vor, daß die bürgerlichen Parteien dergleichen erzielt hätten! Wochenlang würden die größ ten Lettern der Sehkästen geplündert, den ungeheuren, nie dagewesenen Erfolg zu verfünden. Daß die bürgerlichen Parteien seinerzeit Das Verfahren gegen die Butschiften. Mostau, 5. Dezember.( Taß.) Die Moskauer| Ein Teil der Charbiner Presse behauptet, die. Die nstzeit verlängert, den Rü Budapest, 5. Dezember.( Eigenbericht.) Die Bresse veröffentlicht eine Meldung aus Peking, daß diese entdeckten Waffenlieferungen einen endUntersuchung gegen die Urheber des Putschver- derzufolge die Güterstation in Charbin an der gültigen Beweis für die Waffen beliefe- tungsfonds und das„ Minimalbudfuches ist nunmehr abgeschlossen. Ueber 20 der Ostchinabahn zufällig gemeinsam mit der Polizei rung der Weißgardistentrupps und get" zum Gesetz erhoben haben, das wurde Putschisten wurde die ordentliche Untersuchung eine aus Tschangtschun kommende Sendung von der Banden in der Nordmandschurei mit leiser Kritik hingenommen und binnen berhängt und gegen sie das Verfahren wegen zwanzig Kisten Waffen, Minenwerfern und Ge- durch die Japan er lieferten. Gleichzeitig furzem vergessen; wenn dieselben Herren sich Aufruhr und Erhebung gegen die Regierung schossen entdeckte. Diese Kisten trugen die Marke wird festgestellt, daß in der letzten Zeit vom heute in die Positur von Rüstungsgegnern eingeleitet. Die meisten verantworten sich damit, des Mukdener Arsenals. Die Waffenfendung war Süden her viele Baumwollfrachten über die Ost- werfen, gibt es kein bürgerliches Blatt, das daß ein Gendarmerie- Oberst sie aufgefordert geschict als Baumwollballen maskiert. chinesische Eisenbahn gingen, doch erregten diese ihnen die Vergangenheit vorhalten würde, habe: im Falle eines fommunistischen Butsches Als Absender dieser Frachten war die japanische Sendungen bis zuletzt keinerlei Zipeifel an der nein, jedes nimmt sie ernst und stimmt ihnen den Ersaz der bewaffneten Macht zu bilden. Firma Kukujai Unju angeführt. Zum Frachten Richtigkeit der Frachtangabe. lebhaft zu. Den Sozialdemokraten gegenüber empfang stellten sich die Vertreter der Charofiter fennt man nichts als Vorwürfe, daß sie nicht Filiale der genannten Firma ein, unterließen es Tokio, 5. Dezember. Wie das japanische genug erreicht hätten, und wenn sich ein ErPrag, 5. Dezember.( INC.) Im Ministeriumt jedoch, als sie von der Durchsuchung erfuhren, die Kriegsministerium mitteilt, haben chinesische folg nicht ins Gegenteil umligen läßt, jo für Nationalperteidigung wird unter Teilnahme Stifte in Empfang zu nehmen. Die Frachten Truppen unter dem Befehl Tschangſueliangs verschweigt man ihn eben. des Ministeriums für Auswärtige Angelegen befinden sich gegenwärtig im Lagerhaus der japanische Posten an der Bahn Mulden verschweigt man ihn eben. heiten und des Generalstabes an den Vorberei Güterstation unter Bewachung bon chinesischer stintshan berfallen und die Bahnlinie an tungen für die Abfüstungstonferen; gearbeitet. Polizei, welche über den ganzen Vorfall ein einigen Stellen unterbrochen. Zweifleinere Es fanden bereits einige Beratungen statt, on Protokoll aufgejezt hat. Gegen halb 12 Uhr trafen Brüden sind gesprengt worden. denen der Minister für Nationalverteidigung, nun aus Tschangtfchuna abermals von der obgeder Außenminister und der Chef des General- nannten japanischen Firma abgesandte Frachten ftabes teilnahmen und in denen über die Formu im Bahnhofe ein. Neuerdings wurden nun über Tierung unserer Standpunkte zum Problem der Verfügung der Behörden diese neuen Sendungen Rüftungsbeschränkung Erwägungen angeftell: geöffnet und 16 isten mit Waffen und Munition aufgefunden. wurden. Die Beratungen werden fortgesetzt. Generale und Abrüstung. Chinas Bertreter zurückgetreten. Nanting, 5. Dezember. Der vor furzer Zeit ernannte Außenminister Wellington Roo und der Vertreter Chinas im Völkerbundrat, Dr. Alfred Sze, sind zurückgetreten. Die Frage der 14monatigen Dienstzeit ist ein besonders markantes Beispiel. An jedem nicht das einzige, sondern nur das jüngste und anderen Gesetz ließe sich das gleiche nachwei sen. Als die bürgerlichen Parteien bei vollen Staffen, bester Konjunktur und hohen Preisen den Staatsbeamten den 13. Gehalt verweiger ten, ging man mit ein paar bedauernden Flos feln darüber hinweg. Als die Sozialdemokra Seife 2 Sonntag, 8. Dezember 1981. Ar. 284. len bei steigender Krise und Finanznol den Beamten eine Weihnachtszulage herausholten, hat nicht eine bürgerliche Zeitung dies als Erfolg quittiert, sondern von Trop- pau bis Eger herrschte ein einziger Chorus der Raunzerei, daß die Sozialdemokraten nicht mehr erreicht hätten. Bei den Ge- meindewahlen empfahl die gesamte Bürger- presse den Beamten, ja nicht sozialdemokratisch zu wählen, da man ihnen die Gehälter kürzen werde; daß die Bürgerlichen für die Verkürzung seien, wurde verschwiegen; die Wahlen brachten der Sozialdemokratie keinen Zuwachs, ihre politische Kraft reichte nicht aus, den Beamten die Zulagen zu retten. Wer ist schuld? Man lese die Bürgerpresse aller Sorten: die Sozialdemokraten! Erlauben wir uns gar, diese Demagogie aufzudecken, so wird uns von einem fingerfertigen Giftmischer- der Meinungsmache vorgeworfen, wir hätten die bürgerlichen Parteien, die sich„der Staatsbeamten annahmen"(Wo? Wann? Wie?) „aufs gröblichste beschimpft"! Die Gleichstellung der Altprn- franksten, von den Bürgerlichen unter Rechts- und Wortbruch verweigert, haben wir bei beginnender Krise unter den größten Schwierigkeiten durchgesetzt. Wer redet noch davon, wer hat je davon geredet? Die bürgerlichen Zeitungen wußten auch damals nur, daß wir nicht alles und nicht allen sofort daS Geforderte gebracht hätten, obwohl ihnen so gut wie uns bekannt war, welche Schwierigkeiten die Bürgerlichen bereiteten und wie raffiniert die Steuer- und Budgetpolitik des Bürgerblocks alle Wege zu neuen Ausgaben verrammelt hatte. Schlagen wir neue Steuern für die Besitzenden vor, so geht a tempo ein Wutgeheul los, als ob die Welt noch nie ein größeres Unrecht gesehen hätte, und keiner der Herren Meinungsfälscher wird zugeben, daß er nur die oberen Zehntausend schützt. Schettert unser Vorhaben an diesem Widerstand und müssen wir einer Belastung breiterer Schichten zusttmmen, so schaltet man die Maschine um und macht erst recht die Sozialdemokraten für die Massenbelastung verantwortlich. Daß unsere Mitwirkung an der Regierung sich an jedem Gesetz nachweisen läßt, daß wir in jedem Falle die sozial Schwachen geschützt, die Besitzenden stärker belastet haben, diese vielen kleinen Erfolge unserer Politik hat die Bürgerpresie so wenig anerkannt wie eine unserer größeren Errungenschaften(etwa die Gemeindefivanznovelle). Die Tätigkeit des Fürsorgemini st er s, der in zwei Jahren einen wahren Rekord an legislatorischer und administrativer Arbeit aufgestellt hat, dessen vorbildliches und einwandfreies Wirken die führende Zeitschrift 'der tschechischen Intelligenz vor kurzem gerühmt hat, erntet in der deutschen Bürgerpresse, von einem halben Dutzend Ausnahmen abgesehen, nichts als Hohn, Mißtrauen, gehässige Angriffe und Verdächtigungen, wäh- reno man den bürgerlichen Ministern ein Uebermaß an Vertrauen und Geduld entgegengebracht, sie nie nach ihren Leistungen gefragt hat. Nun, das alleSist— wird man einwenden— imGrundeselbstverständ- l i ch, entspricht dem Gesetz des Klassenkampfes. Allerdings! Aber ebenso selbstver- stündlich sollte es sein, daß kein Arbeiter diese Bürgerpresse kauft oder fördett, daß jeder Sozialdemokrat sie bekämpft, daß jeder Proletarier ein Soldat im Dienste seiner Partei ist! Das Borbild des Dritten Reichs. Wie der italienische Fascismus die Preßfreiheit knebelt Uebcrall, wo die Nationalsozialisten Macht und Einfluß erringen, dort eröffnen sie einen Feldzug gegen die fundamentalen Rechte des Volkes, dort stellen sie ihre politischen Gegner außerhalb der Gesetze. Ueberall, wo Nationalsozialisten regieren, dort wird keine republikanische Versammlung unter freiem Himmel geduldet, dort wird die Aufführung fortschrittlicher Filme und Theaterstücke untersagt, dort wird ein wichtiger Faktor des politischen Lebens, die Presse, eingeengt und schikaniert.'In Thüringen wurden von Frick, in Braunschweig werden von KlaggeS auf Grund des Republikschutzgesetzes unter irgendeinem nichtigen Vorwand sozialdemokratische Zeitungen verboten. Erst kürzlich ereilte den Braunschweiger„Bolksfreund" das Schicksal, auf acht Wochen eingestellt zu werden und nur durch daS Eingreffen des Reichsinnenministers wurde die Berbotsfrist abgekürzt. Schon heute, da die letzte„Zitadelle der Demokratie und der Republik", wie eS im Aufruf der preußischen Re- (sierung gegen den Volksentscheid hieß, noch be- teht, Witt» von den Ländern auS die Weimarer Verfassung systematisch ausgehöhlt. Es zeigt sich, wie recht der bereits eingegangene Berliner „Nationale Sozialist" hatte, als sr schrieb, daß der Nationalsozialismus die Antithese der Men-, schenrechte ist. Auch für den italienischen FasciS- mus bedeuteten die Menschenrechte ein Vorurteil, daS er allerdings gründlich überwunden hat. Mussolini hat jetzt seinen Schatten über Deutschland geworfen. Die Nationalsozialisten ahmen den Fascismus bewußt nach, wenn auch nur mit dem zweifelhaften Erfolg, von Finzi, Mussolinis Unterstaatssekretär, als„Aeffchen Mussolinis" bezeichnet zu werden. Kein anderer als Hitler hat in seiner Diskussion mit Otto Strasser erklärt:„Wir haben ja ein Vorbild, das wir ohne weiteres annehmen können, den Fascismus." Frick, eine für nationalsozialistische Taktik zweifellos kompetente Persönlichkeit, sagte erst diesen Monat in einer Versammlung in Frankftrt a. d. Oder:„Der volksfeindliche Marxismus muß mit Stumpf und Stiel auSgerottet werden, so wie dies in Italien durch Mussolini geschehen ist." So wie in Italien! Mit Rizinusöl, Mord, Brandstiftung und Deportation wollen also die„Erneuerer" Deutschlands Herr über ihre Gegner werden. Deutschland soll vor den Augen der gesitteten Welt ebenso auS der Reihe der Kulturstaaten auSgeschaltet werden wie Italien. WaS uns hier interessiert ist die Tatsache, daß der Sieg des Nationalsozialismus daS Ende der geistigen Freiheit bedeuten würde, durch Zensur, Verbot und Konfiskationen würde nicht nur die Freiheit der marxistischen Presse aufgehoben werden. Es kann uns nicht beirren, daß sich die Nationalsozialisten heute in der grotesken Rolle der Verteidiger einer bedrohten Demokratie gefallen. Auch darin hatten sie im FasciSmuS einen Vorgänger. Am 28. November 1919 schrieb Mussolini im„Popolo d'Jtalia", einer Zeitung, die sich noch bis August 1918„sozialistisches Organ" genannt hatte: ,^kst immer noch nicht die Stunde gekommen, die schandbare Zensur abzuschaffen?" Und noch am 29. Jänner 1929 gebot er:„Fort mit der Zensur, sie ist ein Schimpf und eine Schande der Freiheit!" Aber im vor- fascistischen Italien gab eS— abgesehen von der KriegSzensur— eine Pressefreiheit, die eS Mussolini durchaus gestattete, seinen an Anarchismus grenzenden radikalen Anschauungen freien Lauf zu lassen, eine Pressefreiheit, die es ihm unbenommen ließ, als Leitattikelüberschrift„DaS Schwein Nitti" zu wählen. So sehr sich Mussolini selbst journalistisch austobte, als er zur Macht gelangt war, hat er die Presse seiner Gegner voll- ständlg vernichtet und zertreten. Nicht von den fascisnschen Raubzügen auf antifascistische Blätter soll hier die Rede sein, Peter N e n n i hat in seinem berühmt gewordenen Buch„TodeSkamps der Freiheit" in geradezu dramatischer Darstellung die wiederholten Ueberfälle auf den „Avanti" geschildert, so daß wir uns daS hier ersparen können, wir wollen unS mehr mit den offiziellen Maßnahmen der fascistischen Regierung beschäftigen. Unter der fascistischen Aera wurde einer Zeitung nach der anderen daS Lebenslicht auSgebla- fen, diesem Wüten fiel natürlich zuerst die sozialistische und demokratische OpposttionSpresf« in ihrer Gesamtheit zum Opfer. Dann drangsalierte man die Presse der nationalen Minderheiten. Die slowenische Zeitung„Edinost", deren Herausgeber W i l f a n der Präsident deS Minderheitenkongresses ist, wurde verholen. Die deutsche Presse Südtirols wprde erst vorübergehend, bald aber für immer eingestellt. Als Ersatz dafür erhalten die Südtiroler eine fascistische Zeitung in deutscher Sprache serviert,„Die Alpenzei- t u n g", die aber bald durch eine italienische Zeitung abgelöst werden soll. Jede auch noch so gemäßigte Zeitung, di« den fascistischen Kurnicht restlos billigte, wurde schließlich beseitigt, die letzten nichtfascistffchen Organe, die Zeitungen der katholffchen Aktion, wurden mit dem Konkordat Mussolini-Gasparri erledigt, da der heilige Stuhl Wohl oder übel erklären mußte, daß er an einer päpstlichen Presse im italienischen Ausland nicht interessiert sei, da ja sein Hauptorgan„Osservatore Romano" in der souveränen Batikanstadt erscheint. Nach dem „Handbuch der Weltpresse" gibt eS in Italien, nur noch eine Zeitung, die zwar die amtlichen Meldungen und Bekanntmachungen veröffentlicht, sonst aber ihre Spalten nicht mit Lobeshymnen auf den Fascismus füllt. Diese einzige Zeitung, die von Zeit zu Zeit die Kühnheit besitzt, außenpolitische Artckel zu bringen, die wenn auch nur wenig, von der Generallinie des FasciSmuS abweicht, fft ,$1 Lavoro" in Genua. Ihre Redakteure find ehemalig« Sozialisten und Republikaner. Als eS keine Oppositionsblätter mehr zu verbieten gab, rückte man auch der fascistischen Presse an den Leib. ES begann daS Massensterben der fascistischen Provinzzeitungen. Der oberste Rat deS FasciSmuS verfügte, daß in jeder Provinz nur eine Zeitung erscheinen dürfe, nur bei Städten über 190.000 Einwohner sollte eine AuS- nahm« gemacht werden. Damit wurde 160 Tageszeitungen und 50 Wochenblättern das weitere Erscheinen unmöglich' gemacht. Gewiß, diese Maßnahme des RateS war vom Wunsche diktiert, die Parteikassa zu entlasten, aber mitunter sind auch politische Gründ« dafür maßgebend, wenn plötzlich eine fascistische Zeitung vom Erdboden verschwindet. Daß es auch im Rahmen der fascistischen Doktrin keine Diskussion geben darf, das mußte sich das Organ der sasci- stischen Studenten„Rivolta Ideale" ebenso sagen lassen, wie der ultrafascistische„Jmpero". Die auf diese Art erwirkte Beseitigung der Pressefreiheit konnte nur dapr führen, den Inhalt der Zeitungen vollständig eintönig zu machen und das Leserpublikum abzuschrecken. Es gibt keine Abwechslung mehr, seit eine Zeitung der anderen gleich ist, seitdem di« besten italienischen Blätter zum Teil überhaupt nicht mehr erscheinen, wie„Tr i b u n a",„S e c o l o" und „Ambrosiano" oder aber eine vollständige redaktionelle Umgestaltung durchmachten, wie der Mailänder„Corriere de la Sera". Zur Eintönigkeit der Tendenz aller Presseerzeugnisse Italiens kommt noch die Nichtigkeit ihres Inhalts hinzu. Der innerpolitische Teil der Zeitung auf den der Italiener früher den größten Wen legte, ist heute auf ein Minimum zusammengeschrumpft, da eS ja kein demokratisches Parteileben und keinen Parlamentsbericht mehr gibt. Bon außenpolitischen Ereignissen darf nur va» den Lesern übermittelt werden, WaS die offiziöse „Agenzia Stefan!" meldet. So mußte sich alft die bedauernswerte Publizistik Italiens auf die unpolitischen Vorgänge des Alltags, auf die Lokalchronik beschrmcken. Aber auch diefes Gebiet wurde, so unglaublich eS ist, beschnitten, so braucht man um ein Eisenbahnunglück zu melden, erst di« Erlaubnis der Behörde. Der Präfett hat jederzeit das Recht, einer Zeitung seiner Provinz die Berichterstattung über irgendeinen Vorfall zu untersagen. Mussolini hat m einem Brief an seinen Bruder Arnoldo, der ja Chefradekteur des„Popolo d'Jtalia" ist, den Wunsch geäußert," daß in der Lokalchronik die Meldung von Verbrechen, Selbstmorden und Unglücksfällen einzuschränken sei und jene Themen des städtischen Lebens sollten in den Vordergrund gestellt werden, die schöne, gute und nützliche Vorgänge berichten. Kann man sich unter solchen Verhältnissen wundern, daß der Großteil des italienischen Volkes gern darauf verzichtet, Zeitungen zu kau- fen, wenn er auS ihnen nicht erfahren kann, was in der Heimat und in der Welt vorgeht? Daher ist die Auflagenziffer der italienischen Blätter seit der staatlichen Machtergreifung des FasciS- muS rapid gesunken. Bei folgenden drei Zeitungen ist daS klar ersichtlich: Corriere de la Sera Messagers Giornale d Italia 1922 700.000 150.000 500.000 1930 300.000 50.000 100.000 Der Italiener hat keinen anderen Ausweg als zu ausländischen Zeitungen zu greifen, wenn er sich über di« politischen Vorgänge in scinetn Lande wahrheitsgemäß informieren will. Das konnten die fascistischen Regierungsstellen nicht dulden, man verbot auch alle ausländischen Organe, die ei» Solidaritätsgefühl mit einem geknechteten Volk« zeigten. Alle ausländischen sozialistischen Zeitungen sind daher verboten, von den kommunistischen Blättern sind die russischen, als die offiziellen Organe der Sowjetregie» rung, erlaubt. Als Gegenstück dazu diene die Tatsache, daß eS in Moskau Wohl einen Vertreter des nationalistischen ScherlverlagS geben darf, aber keinen Korrespondenten des sozialistischen Pressedienstes. Auch bürgerliche Blätter deS Ausland- werden verboten, namentlich französische, die in Italien am meisten gelesen werden, weil sie infolge der gespannten politischen Verhältnisse zwischen Frankreich und Italien sich nicht so zahm über den FasciSmuS äußern, wie in« 19 Dr. Tolpe’s Rache. Roman von A. Aitschui Das Schuljahr hatte Besitz ergriffen von der Zeit und lastet« auf allen gleich einem fürchterlichen Albdruck. Stunde um Stunde verging, ohne daß irgendeine Entspannung eintrat. Diese brütende Ruhe wurde schon beängstigend, legte sich um die Gemüter wie schwere eiserne Reifen, di« zum Zerspringen angespannt waren und verkündete«men nahenden, schrecklichen Sturm. Die Klasse glich einem gefüllten Pulverfaß, das der lleinste Funken zur furchtbaren Explosion bringen konnte und wehe dann denen, die dabei zu Brei zermalmt würden. Tolpe hatte sich in seiner Höhle zurückgezogen und steigerte durch seine Unsichtbarkeit die Spannung ins Uferlos«. Man sah ihn nicht, ahnte ihn nur, überall und nirgends zugleich. Die verbotene Zigarette schmeckt« nicht mehr während der Pausen und selbst die Frau deS SchukdienerS beklagte sich über einen merklichen Rückgang des Würstelgeschäftes. „Machen Sie sich nur nichts drauS, Frau Traut", tröstete sie Horn,„jedes Unternehmen muß mal eine kleine Krise durchmachen. DaS gehört, wie man so sagt, zum guten Ton." Frau Traut nickte betrübt zu diesen tristen Eröffnungen, nahm ein schmutziges Heft auS der Schublade und begann HornS Konto zu addieren. Horn schnitt ein saures Gesicht. ,Ja, eS find schwere Zeiten", seuftte«r und verschwand eiligst in der Klasse.— ,Hch kann heute nicht prüfen", eröffnete Professor Schwarek die Deutschstunde,„wir sind im Lehrstoff zurück und müssen doch zur Matura damit fertig werden. Ich trage jetzt vor und Sie werden sich für die nächste Stunde aus den ganzen drei letzten Kapiteln vorbereiten.— Also wir sind stehengeblieben bei... Bauer, was haben Si« jetzt zu reden? Das hatten Sie in der Pause fragen müssen. Stellen Sie sich dort rückwärts in die Ecke." Bauer stand auf und stellte sich gehorsam in den Winkel. In den letzten Bänken wurde eL unruhig. War man in einem Kindergarten oder war man im letzten Jahrgang, in der Oktav«? Einige Monate vor der Matura. Wird es dort auch so zugehen? Wie schön wird das doch klingen: „Herr Kandidat, stellen Sie sich strafweise dort rückwärts in die Ecke." Und der Herr Kandidat wird aufstehen und sich wirklich in den Winkel stellen. Vielleicht sogar im Smoking, mit schwarzem Schlips und steffgebügelter Hemdbrust. Nein, wie lustig. Die Unruhe wuchs. Plötzlich stand Horn auf, ging nach rückwärts zu Bauer und blieb neben ihm stehen. Ihm auf den Fuß folgten Geyer, Franzl, Kauder, Böcker»Holzer H. und Karsten. „Seid Ihr nicht bei Trost?" raunte ihnen Weiner zu, der auf der anderen Seite saß und mit seinem langen Gesicht gleichgültig vor sich hingestarrt hatte. Franzl beugte sich zu ihm:„Heute der Bauer, morgen du, übermorgen ein anderer. DaS darf nicht einreißen." Weiner schloß sich ihnen an. Auch Netzker folgte. Schwarek stand" regungslos da. Sein Gesicht verfärbte sich, die Augen traten aus ibren Höhlen, der hager« Hals dehnte sich und wurde dadurch noch dünner. „Was soll diese Völkerwanderung?" krähte er. Seine Stimme überschlug sich, wurde kreischend.„Marsch, zurück auf dl« Plätze, alle mit Ausnahme von Bauer." Niemand rührt« sich. „Na, wird'-?." Schwarek» Wut steigerte sich zur Raserei. Sein« Stirnadern schwollen unheimlich an, er bebte am ganzen Leibe. Geher trat einen kleinen Schritt vor.„Wir stich nicht in der Volksschule, wo man strafweise ins Winker! gestellt wird. Aber wir können die Stunde auch stehend abhalten." Schwarek schwankte zwischen einer Ohnmacht und einem Schlaganfall, entschied sich jedoch für keines von beiden, sondern fauchte nur:„Dawerdet Ihr büßen, Ihr... Ihr geifernden Bestien." Dann setzte er seinen Vortrag über die politische Dichtung der Achtundvierzigerjahre fott.————— Die lähmend« Ruh« dauerte an. Der Zwischenfall in Schwareks Stunde wurde schwebend übergangen, hatte nicht einmal«ine Klassenbucheintragung zur Fotze gehabt. Etwas bereitete sich vor, was, das wußte niemand, daß öS aber fo war, fühlte jeder. Ja, etwas lag in der Luft. Wie eine Gewitterwolke zog eS näher und droht« sich mit fürchterlicher Gewalt zu entladen. Dann wird eS kein Erbarmen geben, alle, die sich widersetzen, sich nicht vor dem Sturm ducken würden, werden einfach geknickt, entwurzelt werden. Freue dich, Tolpe, daS wird dann deine Stunde fein, eine Stunde des herrlichsten Genusses für dich, du Kannibalenhäuptling. Wie wirst du lüstern mit der Zunge schnalzen, bis deine Opfer am Spieß schmoren werden, welch« Wonne wirst du dabei empfinden, bis du ihnen daS Messer an die Kehle setzen wirst, wie wird dein Herz vor Freude springen, wen« du ihnen sagen kannst:„Die Konferenz vom soundsovielten hat Ihren Ausschluß auS der Anstalt beschlossen." Glaube aber ja nicht, du Bluthund, daß daS alles so stillschweigend übergangen werden wird, wie du jetzt alles schweigerü» übergehst, um dann zu einem um so kräftigeren Schlag auSholen zu könne». Wenn wir Schlechtheit gelernt haben, so haben wir sie von Dir gelernt und wenn wir diese Schlechtigkeit anwenden, so warst wieder nur Du es, der uns dies lehrte. Freue Dich, lache nur, wir werde« uns auch freuen, werden auch lachen. Aber zuletzt. Und wer zuletzt lacht ... Du kennst das Sprichwort, nicht wahr? Also hüte Dich, Tolve, treib es nicht auf die Spitze, denn Du wirst e» sein, der eS bereuen wird.'— Franzl schreckte auf. Er hatte mit Erna eine Verabredung und hätte sie in seinen Gedanken über Tolpe beinahe versäumt. Schnell sprang er auf, ergriff Mantel und Hut und eilt« zur Straßenbahn. Der Wagen kam nicht. Niemals kommt der Wagen, wenn man Eil« hat. Die Zetzer rückten vor. Franzl schaute nervös auf dre Uhr. Er.wird zu spät kommen. Erna wird Watten. Er hielt«in vorüberfahrendes Tarr an und versprach dem Chauffeur ein großes Trinkgeld, wenn er rechtzeitig am Ziel wäre. Das Auto raste davon. Franzl wartete. x Eine Viertelstunde war schon verstrichen. Erna kam nicht.. ES begann zu regnen. Franzl stülpte den Kragen hoch. Ist sie vielleicht krank? Ist ihr etwas geschehen? Ein Auto, ein Wagen...: Nein, sie hat wahrscheinlich noch etwas zu tun gehabt und wird sich nur verspätet haben. Eine halbe Stunde schon. Franzl wartete noch immer. Er fror. Der Regen ließ nicht nach. Ein kalter Wind blieS ihm die Tropfen inS Geücht. Endlich kam Erna. Frffch, leicht, unbekümmert wie immer. verzeih", begrüßte sie Franzl,„hast lang gewartet? Weißt, lch war bei der Schneiderin, daS dauert immer so lange. Da kann man eS auf fünf Minuten nicht abzirkeln.— Brrr, ist daS«in Hundewetter. Ich habe schon ganz kalte Füße." Sie verkroch sich in ihren Pelzkragen. (Fortjetzung folgt.) Nr. 284. deutsche Presse. Daß alle Presseerzeugnisse der Fuorusciti", antifascistischen Emigranten in Frankreich und in der Schweiz, Sonntag, 6. Dezember 1931. fogenannten korsfetti", der antifafe Dedung der Staatsausgaben unter allen Umständen nötig. auf den fascistischen Index gesetzt wurden, ist wohl selbstverständlich. Aber nicht nur durch Zensur und durch Verbote sucht man in Italien eine unerwünschte Bresse abzuwehren, man packt die Presse an ihrer Wurzel und kontingentiert die Zahl der Journalisten. Das gefchah durch die Gründung eines fascistischen Pressesyndikates und dadurch, daß ein Standesbuch der Journalisten angelegt wurde. In dieses Albo dei Giornalist" muß jeder auf genommen sein, der den Beruf eines Journalisten ausüben will und nur der fann aufgenommen werden, der ,, Matel" antifascistischer Gesinnung frei befunden wurde. Seite 3 Tagesneuigkeiten Finanzminister glaubt an die Notwendigkeit weiterer gefeßlicher Budgetiparmaßnahmen. Wachsende Arbeitslosigkeit im Bezirke Prag, den 5. Dezember. Finanzminister nicht mit dem Bade ausgießen. Es wäre nicht am Dr. Trapl hielt heute im Budgetausichuß des Plazze, bei uns heute in einem Defaitismus zu berFaltenau. Senates anläßlich der Generaldebatte über den fallen. Staatsvoranschlag eine Rede, in der er darauf Wie uns aus Falkenau an der Eger berich An der folgenden Generaldebatte, die von tet wird, ist im dortigen Bezirke die Arbeitsverwies, daß er schon bei seinem Amtsantritt Silgenreiner mit einem mißglüdten Verlosigkeit im Laufe des Monates November neuervor der Notwendigkeit gestanden sei, noch im fagungsantrag eingeleitet wurde, sprachen acht lich gestiegen, so daß die Zahl der arbeitslosen Budget für 1931 Ersparungen vorzunehmen, Redner. weil das rasche Vorwärtsschreiten der Depression Personen im Fallenauer Bezirke gegenwärtig Unter ihnen leistete sich die Nationalsozialistin 3300 erreicht hat. Gine Wendung zum Besserent die Einschränkung der Ausgaben auf das not Pla mintová einige recht gehäffige Ausfälle in der nächsten Zeit ist nicht zu erwarten; es wendigste Maß erforderte. gegen Deutschland, das angeblich die Hauptursache wird im Gegenteil mit einer neuerlichen Vor den Ferien wurden die Ausgaben für fei, daß man noch nicht zu einer Rüstungsver- Verschärfung der Situation gerechnet 1932 bereits festgesetzt, aber die Entwicklung der minderung beziehungsweise Abrüstung gelangen werden müssen. Einnahmen zeigte seither, daß wir mit den Aus- fönne und daß es sich irren werde, wenn es glaube, Mussolini ist am Ziel, zumindest, was die gaben noch mehr heruntergehen müssen; daher wurde durch sein Auftreten alle möglichen finanziellen restlose Unterdrückung der Meinungsfreiheit an- auch noch eine weitere Herabsetzung des Budgets Dinge durchsetzen zu können. Berhaftete Rauschgift- Großhändler. belangt. Jm vollen Umfang fann man dem Vor- borgenommen. Teilweise wurde auch schon mit einer Der tschechische Genosse Modračet beschäf- Berlin, 5. Dezember. In der Nacht zum fizenden des fascistischen Pressesyndikates recht- Erhöhung der Zündhölzchensteuer gerechnet, sonst tigte sich mit den in letzter Zeit aufgetauchten 1. d. m. verhafteten Beamte des Rauschgiftgeben, der mit folgenden Worten das Ergebnis aber rechnet das Budget noch nicht mit neuen Plänen einer Donauföderation; der Ge- dezernates auf dem Bahnhof Friedrichsstraße den der fascistischen Pressepolitik zusammenfaßt: Aus Einnahmen. Das mußte auf eine spätere bante wirtschaftlicher Zusammenarbeit sei nicht als Rauschgifthändler bekannten Kaufmann der journalistischen Revolution ist eine nationale Beit verschoben werden; es konnten nur jene schlecht, aber man dürfe die politischen Schwierig August Del Gracio aus New York aus Breffe hervorgegangen, die im Rahmen des Ersparungen berücksichtigt werden, die auf admi- leiten nicht übersehen. Wir werden nicht dem Zuge heraus. Durch seine Festnahme Staates wirkt und ihre Tätigkeit mit Selbstver- nistrativem Wege zu erreichen sind. anfangen, erklärte er; das müffen jene Staaten ist man im Laufe der Untersuchung einem großen ständlichkeit der Aufsicht und den Sanktionen des Der im Budget enthaltene Wirtschaftsplan tun, die mehr durchmachen, als wir. Wenn es dazu Rauschgiftschmuggel auf die Spur gekommen, der Staates unterwirft, eine fascistische Presse, die bleibe in Kraft, er müsse aber den geänderten Ver- kommen soll, dann muß die Anregung von Ungarn von der Türkei bis Amerika reicht. politisches Werkzeug der Regierung, bereite, hältnissen angepaßt werden. Zum Teil ist dies und Desterreich kommen. Durch die Zusammenarbeit der Berliner Beamten fichere, furchtbare Waffe der fascistischen Revolu- schon durch die Zuschläge zur Einkommensteuer und der Zentralstelle zur Bekämpfung des Rauschgifttion ift." die Sparmaßnahmen im Personalbudget geschehen. Genosse Rehzl handels und der Hamburger Kriminalpolizei ist Das Budget ist ein Maximalplan und die berief sich auf die ausführlichen Erörterungen es gelungen, im Hamburger Freihafen 27 Kisten Regierung hat immer die Möglichkeit und in der unserer Genossen im Abgeordnetenhaus und er- und Pakete mit insgesamt 250 Kilogramm heutigen außerordentlichen Zeit auch die Pflicht, flärte, jedes Budget könne nur fiftive Ziffern morphium zu beschlagnahmen, die aus der die im Finanzgesek bewilligten Ausgaben weiter enthalten. Richtig zu beurteilen ist doch nur der Türkei stammten und in Würfelform verherabzusehen. Das werde auch geschehen. Der Rechnungsabschluß In einer Zeit, wie die heutige sandtbereit fürs Ausland fertig standen. Zugleich Minister glaubt, daß dies nur den Intentionen es ist, vom Finanzminister zu verlangen, daß er fonnte ein gewisser Karl Frank und sein der Nationalversammlung entsprechen wird. Auch feste Ziffern bringe, sei unmöglich. Fest steht nur Komplize Bater, de beide aus Hamburg stamder legislative Weg, soweit er die Staatswirtschaft das eine, daß das Budget feine heutige men und mit Del Gracio in ständiger Geschäftsfür 1932 betrifft, dürfte mit der Annahme der Gestalt nicht behalten kann. Wenn das verbindung stehen, festgenommen werden. Del vorliegenden Geseze noch nicht beendet sein, weil Gracio fommt als Abnehmer und vermutlicher es notwendig ist, in der heutigen Zeit die StaatsGeldgeber der Bande in Frage. Nach anderen wirtschaft auf eine feste Grundlage zu stellen und in die Angelegenheit verwickelten Personen wird wirtschaft auf eine feste Grundlage zu stellen und unter allen Umständen unsere Ausgaben auch bei noch gefahndet. finkenden Einnahmen zu decken. Dieser Weg sel ficher heitel und schwierig, aber er sei im Intereffe des Staates und erfülle sicher seine Aufgabe, uns das Ueberstehen der heutigen Arise zu er möglichen. Die deutsche Arbeiterklasse wird aus dem Anschauungsunterricht, den ihr Italiens jüngste Geschichte erteilt, lernen. Sie wird nie und nimmer den deutschen Schülern Mussolinis folgen fönnen, die ihr nicht die Erlösung aus wirtschaftlicher Not, sondern die blutige Diktatur ihres Dritten Reichs und die geistige Versklavung bringen werden. wpf. Weitere Erhöhung der Anzahl der Arbeitslosen in Nordböhmen Die Anzahl der in den 47 Bezirksanstalten für allgemeine unentgeltliche Arbeits- und Dienstvermittlung in Nordböhmen angemeldeten Arbeitslosen ist im November von 70.000 auf fast 90.000 gestiegen. In den meisten Biegeleien wurde die Arbeit eingestellt, die Beschäftigung der Steinbrüche hat nachgelaffen, die meisten Bauarbeiten sind fertig oder unterbrochen und ähnlich verhält es sich auch bei den Not standsarbeiten. Eine Reihe von Industrieunternehmungen wurde neuerlich zufolge der Einschränkung der Möglichkeit der Ausfuhr schwer betroffen. Der Minister werde sicher bemüht sein, die bewilligten Ausgaben nur in einem Mindestmaß in Anspruch zu nehmen, wie dies das Interesse unserer Staatswirtschaft erfordere. Budget des Fürsorgeministeriums um 7 Millionen höher ist, als im Vorjahre, so kann dies in Anbetracht der heutigen Verhältnisse nicht als eine tracht der heutigen eigentliche Erhöhung bezeichnet werden. Die Staatsverwaltung wird sich auch entschließen müssen, irgendwie die Gemeinde finanzen zu regeln. Auch in der Verwaltung muß Remedur geschaffen werden, denn die bisherige Verwaltungsreform wurde in einer Weise gemacht, die mehr und nicht weniger Bürokratie bedeutet. Solange sich der Staat nicht entschließt, endlich in die Privatwirtschaft einzugreifen, kann es mit der Krise nicht besser werden. Vor allem wäre ein Eingriff in die Banken- und Kartellwirtschaft notwendig. Aus dem Umstande, daß wir als Koalitionspartei für das Budget stimmen, darf man feinesfalls ableiten, daß wir mit der ganzen Wirtschaft des Staates etwa restlos übereinstimmen; der Staat hat heute noch eine andere Aufgabe, als die, den Kapitalismus zu schüßen! Der Generalberichterstatter Stodola erklärte unter anderem, der Preissturz würde schon jetzt eine radikalere Anpassung des Budgets an den gesunfenen Wirtschafts- und Lebensstandard erfordern. um ein Die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstüt. Die Großhandelspreise feien seit 1925 zung mit dem Staatsbeitrage erhält nur ein Viertel gefallen; das würde einer Budgetsumme Kleinerer Teil der Arbeitslosen und eine große von 7283 Millionen, also um 2025 Millionen Anzahl ersucht daher um Znteilung der Anwei weniger entsprechen, als das vorliegende Budget fungen aus der staatlichen Ernährungs- ausweist. Nach irgendeiner obsturen Statistit will Letzter Redner in der Generaldebatte war der aktion, die bereits fast überall an die Mel Stodola herausgefunden haben, daß der Juder des dung in den Arbeitsvermittlungsanstalten gebun- Reallohnes nur in Schweden und in der Schweiz tschechische Volksparteiler Krejči, der eine schredden ist. Mit den zugeteilten Anweisungen fann höher sei als bei uns; den gleichen Indeg hätten liche Moralpredigt losließ, das alte Rom zitierte, fast nirgends das Auslangen gefunden werden. angeblich nur die Vereinigten Staaten, während das durch seine Morallosigkeit zugrunde gegangen Schwer betroffen sind auch die Heimarbeis alle anderen Staaten in diesem Punkte im Vor- sei, und erklärte, daß alle die Klagen über die jahr hinter(???) uns rangiert hätten. Auch er Staatswirtschaft legten Endes von dem fittter. Die Bezirksanstalten für allgemeine balte eine gewisse Revision" im fapitalistischen lichen Verfall der heutigen Zeit ausunentgeltliche Arbeits- und Dienstvermittlung, System für notwendig, aber man dürfe das Kind gehen. bie tausende Bewerber in Evidenz haben und mit deren Kontrolle betraut find, bitten alle Arbeitgeber, ihnen alle Arbeits- und Dienststel. len auch wenn es sich nur um furzfristige Regierungswechsel in Mecklenburg- Strelig. Brüning und Hitler. Scharfe Widersprüche zwischen Zentrumsund offiziöser Presse. Lynchjustiz im Gerichtsgebäude. Ein Neger, der gestern nachmittags einen Salisbury( Maryland), 5. Dezember.( Reuter.) Mannerschossen und sich selbst verwundet hatte, wurde in der Nacht aus seinem Bett Gerichtshauses von einer zweitausendim Krankenhaus gezerrt und im Hofe des töpfigen Menschenmenge an Baum gelyncht. an einem Blick ins Dritte Reich. Auf einer Agitationstour erklärte der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Oberpoſtsekretär Jente- Breslau in einer Versammlung in Löffingen( Baden) folgendes: ,, Kein Blutvergießen gibt es für solche, die mit Dredjau, Dredhund, Schweineigel etc. tituliert werden. Nein, diese lassen wir baumeln. Es sollen ihnen nur die Zungen heraushängen, und die Stricke müssen dick und stark sein, daß sie zum abschreckenden Beispiel auf lange Beit hängen bleiben die Körper sollen nicht verfaulen, sondern ausdörren. Die Arbeitslosigkeit wird abgeschafft durch den Zwangsdienst der jungen Leute in schmucker Uniform mit freier Kost und Wohnung und 50 Pfennig Sold pro Tag. Die Arbeitskolonnen bauen u. a. Straßen, die spiegelblant sein müssen, auch die Waldwege und die Feldwege, damit der Bauer mit seinem Ochsengespann auch seine Freude am Dritten Reich hat. Nach einigen Jahren Zwangsdienst kommen diese Arbeiter zur regulären Wehrmacht. Dividenden, Gewinne des Freihandels und der Industrie werden konfisziert. Weltwirtschaft das gibt es für uns nicht, das kennen wir nicht. Wir sind deutsch und bleiben deutsch und lehnen alles Internationale ab. Reparationen das kennen wir auch nicht. Wir werden durch unsere Sender der Welt mitteilen: Wir haben den Krieg nicht gewollt, wir haben den Krieg nicht verloren, wir haben seit 1918 die Milliarden zu Unrecht bezahlt." Dieser Bericht ist dem Zentrumsorgan des badischen Zentrums, dem ,, Badischen Beobachter" Nr. 330 vom 1. Dezember entnommen. Arbeit oder vielleicht nur um Gelegenheitsarbei- Gleiche Ziele? ten handelt zu melden, um sie in die Lage zu bringen, die täglich sich meldenden Arbeitslosen auf die vorhandene Arbeitsgelegenheit aufmerk Köln, 5. Dezember. Unter der Ueberschrift ning persönlich schon längst vertreten werden. jam machen zu können und den Lenten das Hitlers Dolchstoßversuch. Die Privatdiplomatie Diese überraschende Jdentifizierung der AußenSuchen der Arbeit durch direkte Nachfrage zu er- der Nationalsozialisten und ihre Folgen" schreibt politit Brünings mit derjenigen Hitlers wird sparen. Falls irgendwo Arbeitskräfte für die die Kölnische Boltszeitung" im Rahmen eines faum dadurch abgeschwächt, wenn auf die Agispeziellen Winterarbeiten gebraucht werden soll- Drahtberichtes ihres Berliner Vertreters u. a.: tationsrücksichten Hitlers hingewiesen, wenn ferten, so bitten die genannten Anstalten sowohl die Es muß Klarheit geschaffen oder wiederher. ner betont wird, daß Hitler, obgleich ein aner Bezirksbehörden und Stadt- und Gemeindeämter gestellt und die etwaige il nicherheit darüber fannter Führer und Beherrscher einer großen als auch die Arbeitgeber überhaupt, auch solche beseitigt werden, ob man es in der Zu- Partei, doch nur als Privatmann und nicht als Arbeitskräfte jedesmal in den Anstalten anzu- funft mit der Reichsregierung Brüning oder ein zur Macht berufener verantwortlicher Staatsprechen, weil dadurch das beste Verständnis für einem Kabinett Hitler zu tun haben wird. Es mann gesprochen hat, oder wenn in anderen, die Arbeitslosenfürsorge nachgewiesen wird. ist ein unmöglicher Zustand, daß sich im meist innerpolitischen Fragen, die die Korre Hintergrund bereits eine Art Neben- oder Neu- spondenz selbst als untergeordnet bezeichnet, ein regierung auftut, während Deutschland mitten in anderer Standpunkt eingenommen wird. wichtigen internationalen Verhandlungen steht. Hitler informiert England. Reine Regierung kann mit Aussicht auf Erfolg In der Freitag- Sibung des Mecklenburg- Deutschlands Sache vertreten, wenn neben oder Er wird immer zahmer. Strelig'schen Landtages wurde die feit mehreren hinter ihr sich bereits andere Machtfaktoren in London, 5. Dezember. Das Hauptereignis Jahren im Amt befindliche Regierung von dieser Weise vor dem Auslande zur Geltung zu Das Gefeß über die Arbeitsgerichte tritt Reibnit, die von der Sozialdemokratie und den bringen suchen. Die Reichsregierung wird nicht für die heutigen Morgenblätter bildet ein InterMittelparteien gestützt wurde, gestürzt. Die umhin lönnen, flar und deutlich zu erklären, view, das Adolf Hitler in Berlin dortigen Ver- bekanntlich mit 1. Jänner fommenden Jahres mittelparteilichen Gruppen stimmten für einen daß fie und sie nur allein dem Auslande gegen tretern englischer Blätter gegeben hat. Der Führer in Kraft. Durch dieses Gesetz werden die bishe beutschnationalen Mißtrauensantrag, der mit 22 über Deutschlands Interessen zu vertreten hat der Nationalsozialisten sette den englischen Jour- rigen mannigfaltigen Vorschriften durch die BeStimmen gegen 18 Stimmen der Sozialdemokraten und Abmachungen mit diesen eingehen und ab- nalisten seine Auffassung über die Lage und seine Stimmung vereinheitlicht, daß die Entscheidunlehnen kann, und daß es neben den Vertretern Borstellungen von der Zukunft auseinander. Er gen sämtlicher Streitigkeiten aus dem Arbeits-, Auf Vorschlag des deutschnationalen Fraktions- der Reichsgewalt teine andere Macht gibt und betonte dabei u. a. wieder, daß er nur auf Dienst- und Lohnverhältnis grundsäßlich vor die fahrers von Waldow wurde nach den Bestimmun- geben wird, mit der das Ausland zu rechnen legalem Wege vorgehen werde. Die Macht Arbeitsgerichte bezw. vor besondere Abteilungen liege für ihn praktisch schon in Reichweite, und der Bezirksgerichte und, wo solche nicht bestegen der Landesverfassung vom Landtagspräsidenten hätte. Berlin, 5. Dezember. der deutschnationale Abgeordnete Dr. vom Michael, Die offiziöse da wäre es ein Unheil, wenn seine Partei sich hen, vor die ordentlichen Bezirksgerichte fom ein Rittergut befizer aus Mecklenburg- Strelis, zum deutsche diplomatisch- politische Korrespondenz, auf das Risiko illegaler Handlungen einlassen men. Dadurch hat dieses Geses seine besondere Bedeutung vor allem für Arbeiter und AngeMinister ernannt. Der deutschnationale Minister die als Sprachrohr des Auswärtigen Amtes gilt, Zur Frage der Außenpolitik hob Hitler her- stellte erlangt. Um allen an diesem Gesetz Interberief die bisherigen Staatsräte der Regierung von befaßt sich heute in einem Artikel mit den gestriReibniz, den volksparteilichen Abgeordneten Doktor gen Ausführungen Adolf Hitlers vor den Ber- vor, daß das Verhältnis zwischen Frankreich und essierten einen möglichst guten Ueberblid über Shredhas, den demokratischen Abgeordneten iretern der englischen und nordamerikanischen Deutschland von ersterem abhänge. Auf eine die Neuregelung zu geben, wird vom DeutHandwerkerabgeordneten Preise und mit der außenpolitischen Aktivität der Politik der Erpressung gegenüber Deutschland, schen Gewerkschaftsbund in ReichenFrohmde als Staatsräte in die Nechtsregierung, nationalsozialistischen Partei, die von den Ver- die nur zum Ruin führen müsse, fönne sich berg, Färbergasse 1- II, ein Sandbuch vorbe Die sozialdemokratische Fraktion hat gegen die trauensleuten Hitlers in der letzten Zeit in den Deutschland nicht einlassen. Deutschland sei nicht reitet, welches in Kürze erscheinen wird. In dieser Neuerscheinung werden die Bestimmungen Rechtsregierung bereits ein Mißtrauensvotum ein- benachbarten Hauptstädten entfaltet wird. Dabei Karthago und Frankreich sei nicht Rom. Die Forderung nach einer praktischen Ver- des Gesetzes ausführlich und in leicht verständgebracht, über das in der nächsten Woche im Land- kommt die offiziöse Korrespondenz zu einer wetag abgestimmt werden wird. Wahrscheinlich wird nigstens für das Ausland überraschenden minderung der deutschen Einfuhr taucht in den licher Form erläutert. Viele Marginalien geben die Rechtsregierung eine Mehrheit erhalten. In Schlußfolgerung, indem sie feststellt, daß die Sitlerschen Bemerkungen immer wieder auf. Er einen guten Ueberblick über die Gefeßesmaterie politischen Streifen wird allgemein angenommen, von Hitler proklamierten Mittel brachte die Theorie vor, daß durch Vermeidung und erleichtern die Orientierung. Sobald die daß die neue Regierung mit Rücksicht darauf, daß und Ziele der deutschen Außen podes Antaufes unnötiger ausländischer Lebens- Durchführungsverordnung erscheinen wird, kann die Wahlperiode des jezigen Landtages am 29. Jän- Titik biefelben sind wie diejenigen, mittel eine Milliarde im Lande blieben, was den dieses Buch geliefert werden. Bestellungen werner abläuft, beschleunigt Neuwahlen ausschreiben die von der gegenwärtigen Reichs- heimischen Markt in einem Ausmaße von sechs den schon jetzt vom Herausgeber entgegengeregierung und von dem Reichskanzler Brü- bis sieben Milliarden anregen würde. angenommen wurde. Gundlach urd den wirb. würde. nommen. Seite 4 Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag: Prag: 8.30: Schallplatten, 11: Orchesterfonzert, 12.05: Blasmujit, 17.30: Schallpl., 18: Deutsche Sendung: Donte Carlo", Hörspiel, 22.50: Blasmusif. Brünn: 17: Schallplatten, 20: Volksblastapelle, 21.20: Violinkonzert. Mähr.- Ostrau: 15: Orchesterkonzert. Prchburg: 11: Sinfoniekonzert, 17.30: Jazzmujit. Berlin: 11.30: Bach- Kanate, 15.35: Boltstüml. Orchesterfonzert. Breslau: 8: Chorkonzert. Hamburg: 15,20: barfenfonzert. Stipzig: 15: Chorkonzert. Wien: 10.45: Tänze der Nationen, 18: Kammermusif, 20: Anton Tvorof. ostau: 19: Konzert. Montag: Brag: 11: Schallplatten, 14.10: Schallplatten, 18.25: Deutsche Sendung einhuber: Störschutz beim Ru tdfunkempfang, 22.20: Schallplatten. - Brünn: 15: Orchesterkonzert, 17: Jugendfunk, 18.25: Deutsche Sendung. Prof Dr. Kreisler: Die deutsche Tiergeschichte, 19: Jazz- Variete, 20: Konzert. Mähr.- Ostran: 12.30. Orchesterfonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Ing. Lindel: Biychologie der Berufswahl. Berlin: 16.30: Chopin, 17.10: Violinvorträge. Breslau: 22.25: Kammermusif. gert. Königsberg: 21.15: FlötenfonLeipzig: 20: Stimmingen, 17.05: Konzert. Wien: 19.45: Wiener Volksmujit. Dienstag: Prag: 10.20: Schallplatten, 17.30 Sallplat ten, 18: Deutsche Sendung: Das deutsche Lied zur Gitarre, 19.20: Opernarien, 19.45: Bunter Abend. Brünn: 18: Deutsche Sendung: Musikalische Jugendstunde. Berlin: 21.40: Mozart: Klavierkonzert. Hamburg: 22.10: Instrumental- Kabarett. Königsberg: 18.50: Rammermujit. Wien: 15.20: Edvard Grieg, 19.40: Berühmte Sänger, 22.30: Wiener Musif.Moskau: 21: Ronzert. Der Wiener Ringtheaterbrand. Jacques Offenbach's letztes Bühnenwerk Hoffmanns Erzählungen" wurde vor 50 Jahren, am 7. Dezember 1881, im Wiener Ringtheater zum ersten Male in Oesterreich aufgeführt. Am folgenden Tage sollte die Aufführung wiederholt werden. Dazu kam es jedoch aus einer tragischen Ursache nicht, weil das Ringtheater, das sich am Schottenring befand, in unmittelbarer Nähe der Polizeidirektion und nur wenige Minuten Fahrzeit von der Feuerwehr- Hauptwache entfernt, einem verheerenden Brande zum Opfer fiel. Der Feiertag( Maria Empfängnis), der für die Bevölterung der Donaustadt so froh begonnen hatte, endete als Trauertag. Die unmittelbare Ursache des 20 Minuten vor Beginn der auf 7 Uhr angesetzten Vorstellung ent standenen Brandes war eine beleuchtungstechnische Unzulänglichkeit: Die Gasbeleuchtung der Bühne wurde elektrisch in Betrieb gejezt; es mußte daher der Gasdruck in diesem Moment besonders verstärft werden. Das ausströmende Gas erzeugte eine schwache Luftbewegung. Ein dekorationsfähnchen fam der ungeschüßten offenen Gasflamme zu nahe und brannte sofort. Ein einziger fräftiger Wasserstrahl hätte das Feuerchen augenblicklich gelöscht, und die Gefahr wäre beseitigt gewesen. Geschulte Feuerwehrmänner waren aber gar nicht im Hause, denn die Handhabung der Feuerlöschvorrich tungen hatte die hohe Direktion den Bühnenarbei tern( Kulissenschiebern) übertragen. Ein Bühnen arbeiter versuchte, den eisernen Vorhang und eine Schutzdecke aus Draht herabzulassen. Der Versuch miklang, und der Mann viel den Flammen zum Opfer. Tas ner fonnte ungehindert in den Bu ichauerraum überspringen. Der Pelen.htungsmeifter hatte aus nest vor einer Gaserplosion di beiden Gasometer abgedreht, so daß augenblicklich vollste Finsternis eintrat, denn die vorgeschriebene Notbeleuchtung war nicht vorhanden. Die in Todesangst vorwärtsdrängenden Theaterbejudher fonnten ich in dem winkligen Gebäude, dessen Türen nach innen aufgingen, nun schon gar nicht mehr zurechtfinden, und aus einem geringfügigen Brande wurde eine der schlimmsten Brandkatastrophen, die Wien jemals erlebt hat. Sonntag, 6. Dezember 1981. Aus Hitlers Hauptquartier, Sem luguriöfen Braunen aus in München. Der„ Senatorensaal" Ar. 284. Schauerlicher Leichenfund. Am Freitag- Morgen fanden Strombauarbeiter auf dem Rheinstrombett unter der Köln- Mühlheimer Brüde eine männlide Leiche, die mindestens ein Jahr im Wasser gelegen hat. Da der Schädel zertrümmert war und auferdem an der Leiche Teile eines Saces festgestellt wurden, rechnet man mit einem Verbrechen. Studentenstreif. Die 1200 Schüler der Mathematil und Wasserbanlehrer der Technischen Hochschule in Sofia sind in Streit getreten. Tie jungen Leute behaupten, viel zu strenge und völlig ungerechtfertigte Zensuren erhalten zu haben. Der Schwager Hoovers, Vanez Leavitt, der am 10. v. M. unter der Beschuldigung, Alkohol zut bejizen, verhaftet wurde, ist von der Anflage, gegen die Prohibitionsgeseze verstoßen zu haben, fret. geiprochen worden, obwohl er zugestanden batte. furz vor seiner Verhaftung ein Glas Alichol fen jumiert zu haben Vom Prager Rundfunk Der Sonntag brachte eine bedeutungsvolle en erung: die erste Uebertragung aus der Brunke in die Prager deutsche Sendung. Ganz richung wies Dr. Hans Holländer in seinen einleuenden Worten darauf hin, daß von solcher Gemeinament vorteilhafte geistige Anregung und Befruchtung von Stadt zu Stadt, von Land zu Land ausgehen tonne. Böhmen und Mähren, auch ihre deutschen Bewoh ner, sind sich in vieler Beziehung fremder, als man glauben würde, und es wäre ein Verdienst des Rundfunts, wenn er sie einander besser becanit nachte. So fönnte auch die oft bedauerte Gleid; zettigkeit der beiden deutschen Sendungen zum Vorteil gewendet werden. Gesendet wurde ein vom Brünner Radiojournalorchesters unter Leitung des Kapellmit den fostbaren Sesseln, deren jeder Tausende Marf fostete; hier wurde gleich- meisters Friz, Fall, Brünn, sehr hübsch gespieltes sam der Hinterteil der Naziführer mit Goldstücken gepflastert. Das Führerzimmer" man beachte die luxuriöse Ausstattung der Zinimerdecke. nd Die Razi haben beschlossen, in Schrecken stein ein Braunes Haus zu errichten. Da wird es die Arbeiter, die Ronzert mit Mozart, Schubert und Wagner. Am Dienstag sang Frau Fine Rei. Dorich( Karlsruhe) Arien aus Wagnerwerken ( Tannhäuser, Holländer, Götterdämmerung). Für die Hörer, die fern von jedem Operntheater hausen, mögen solche Opernbruchstüde einen gewissen Reiz haben, besonders wenn sie von einer so großen, metallisch glänzenden Stimme getragen sind, der es hörbar Freude macht, sich mächtig auszugeben Von den Vorträgen der Woche( die Arbeitersendung am Mittwoch fonnte ich leider nicht hören) gewannen die Ausführungen Anton Gamnit zers, Prag, über das Stift Tepl und die Gründung Marienbads durch den herzlich liebevollen Ton des Lokalpatriotismus und der persönlichen Verehrung für den bedeutenden Abt Reichenberger. Die fultu rellen Auswirkungen der Stift Tepler Arbeiten auf Westböhmen sind wirklich bis in die neuere Zeit hinein zu vergleichen mit der Pionierarbeit der Klöfter im frühen Mittelalter. Vergessen wir dabei in der Krije nichts mehr nicht, daß sich auf solche Weise ein gewaltiger Machi ersehnen als einen Balast apparat des Katholizismus gebildet hat, der als für Herrn Krebs, sicher wirtschaftlicher Gebiete über weite Landstriche interessieren, wie das durch Seelsorge und Unterricht die Herzen und GeiBraune Haus inster im Banne der Kirche hielt. Wenn das deutsche München aussicht. Es Westböhmen heute noch eine feste Stüge auch der firchlichen Politik ist, so darf man das zum größten ist- mitten in der deut- Teil auf den Einfluß dieses Stifts zurückführen. schen Krife und Notzeit errichtet ein Palast, in Sem fein Luxus fehlt. Rostbare Schnißereien, teuerste Hölzer, pompöse Kronleuchter zieren das Hauptquartier Adolfs des Trommlers. Die Nazi presse hat das kürzlich ableugnen wollen; die Bilder strafen sie Lügen. Wir fönnen noch mit anderen Aufnahmen auf warten, wenn diese nicht genügen! Der Jugendstunde mit Musit Frau Stu ch lit.Deutelmoser und Emma Sarl, Thema: Das Rondo) sei auch heute wieder mit dankbarer Anerkennung gedacht. Mit dieser Reihe kann unsere deutsche Sendung getrost den Wettbewerb mit jedem ausländischen Großsender aufnehmen. F Donnerstag machte uns Archivrat Dr. A. Mo u dha mit neuen Jugendbüchern bekannt. Das fommende Weihnachtsfest legt es ja nabe, an dieses beste Geschenk für unsere Kinder zu denken, freilich, wieviele von uns dürfen überhaupt daran denten? Wo es nicht langt fürs Essen, für Heizung, warme Kleidung, woher sollen dort die Bücher fommen? Mit dieser Frage sollten jich einmal die Veranstalter der Buchtage" befassen; aber das geht über ihre Kompetenz hinaus, in jedem Sinne Nachzutragen wäre der Bericht über Tonners tag bor acht Tagen: Reg.- Rat Ing Franz Run 3, Prag, sprach über das landwirtschaftliche Bildungs wesen in der CSR. Da die ländliche Bevölkerung die Quelle der Volkskraft ist, muß ihre Bildung, nicht nur die ihres Wissens, sondern noch mehr die ihres Charakters, besonders achtsam behandelt wer Fünfzigjährige Männer, meldet euch zur den. Als Lehrer soll nicht der Bildungsbeamte, sonDer Nizzaer Theaterbrand 1880 hatte die Büro. diesbezügliche Programm wurde bereits definitiv fraten im österreichischen Ministerium des Junern ausgearbeitet und angefett. Nunmehr hat aber der Militär- Entlassung! Die im Jahre 1881 ge- dern der pädagogisch schöpferische Mensch hier wir doch ein bischen aus ihrer Beschaulichkeit aufge. Direttorenverband der Wiener Bühnen da- borenen Soldaten mögen mittels Korrespondenz fen. Die Arbeit der landwirtschaftlichen Schule mus scheucht, und das Wiener Stadtbauamt bekam den gegen Einspruch erhoben, mit der Begründung. farte ihremt heimatlichen Ergänzungsbezirkskom- wohl nach Inhalt und Methode eigentümlich, dabei Auftrag, die Theater Sicherheitsvorschriften bom daß eine derartige Reminijzen; an das Unglück den mando( eingefragen auf der ersten Seite des aber politisch neutral sein, um die sozialen, poliJahre 1817 den geänderten Verhältnissen anzupas- heaterbesuch sehr ungünstig beein- Militärbuches) ihre Adresse mit Angabe des Re- tischen und weltanschaulichen Gegenfäße auszuglei flussen tönnte. sen. Tie neuen Vorschriften wurden erlassen, und überwachen Natürlich fann sich eine Staatsbehörde fann. giments, der Gemeinde und des politischen Bechen. Diese Neutralität ist wohl als Abwehrmittel zirks ihrer Heimatszuständigkeit bekanntgeben, gegen die soziale Bewegung der Kleinbauern gedacht, die ft. Theaterpolizei sollte die Durchführung Attentat auf ein Erholungsheim. In der damit die Zustellung der Entlassungsscheine ohne wir fennen solches Ausgleichen". Die Ausbil nicht von einer simplen städtischen Dienststelle An- Freitag- Nacht wurde in Waldeck am Edersee weitere Nachforschungen bezüglich der dermaligen dung soll zunächst die ganze Landjugend in der zwei ordnungen erteilen faffen, und so fab die leber( bei Staffel) auf das Erholungsheim Aufenthaltsorte der zu Entlassenden erfolgen jährigen Fortbildungsschule erfassen und dann die Fähigen in den mittleren und höheren Fachschulent wachung der Theatersicherheit dementsprechend aus. 23 iggand ein Sprengstoffattentat verübt. Un- Deutscher Dampfer gestrandet. An der hol- weiterfördern. Der Hauswirtschaftlichen Bildung der Im September 1881 waren sämtliche Wiener Thea bekannte Täter brachten vor der Haustür eine ländischen Küste und den ostfriesischen Inseln Mädchen muß viel mehr Beachtung gewidmet wer ter sozulagen revidiert worden, und man hatte alles Sprengladung zur Entzündung, deren Wirkung herrscht seit einigen Tagen Sturm. Der deutsche den; wenn sie wieder Liebe zu ihrem schweren Lein bester Ordnung gefunden! Offiziell wird die Zahl der Todesopfer mit 379 so start war, daß sämtliche Fensterscheiben zer Dampfer Theodor" strandete in der Nähe ben als Landfrauen gewinnen, wird das ein Heilangegeben. Ob die Zahl stimmt. wird wohl niemals trümmert wurden. Ein Teil der Zimmerdecken der Insel Terel, da ihm das Maschinensteuer- mittel gegen die Landflucht sein. Hier freilich wäre ruder und auch das Handsteuerruder gebrochen anzumerken, daß die Landflucht doch ihre sozialen mehr festgestellt werden können. Für die Hinterblie- stürzte ein. Der Hausbesitzer erlitt durch wurde, weshalb er radiotelegraphisch um Hilfe und wirtschaftlichen Ursachen hat, gegen die auf benen wurde eifrig gesammelt. Auch der Berliner umberfliegende Splitter schwere Verlegungen. gebeten hat, da er hilfelos der Küfte zutreibe. solche Weise allein nicht anzufämpfen ist. Das Er Bolizeipräsident von Madai forderte zu Spenden Neuer Tiefenrekord. Ein neuer Tiefenrekord Einige Schiffe find ausgelaufen, um den in See- gebnis des Vortrags ist das Bild einer zielbewußten, systematischen Arbeit, Ziel ist Erzeugung eines ein Tie Brandkatastrophe des Wiener Ringtheaters wurde in Sta. Margherita Ligure aufgestellt. Bei not befindlichen Dampfer zu helfen. Bei einem Autounglück in der Nähe von heitlichen Standesbewußtseins, das über die auch hat zur Folge gehabt, daß die Oper„ Beffmanns Proben mit einem neuen, von Ing. Galeazzi Erzählungen" bis in die ersten Jahre unfres Jahr fonstruierten Tauchapparat gelang es, eine Sirschberg im Riefengebirge wurde in der auf dem Lande immer wirksameren Klaffengegen hunderts von allen deutschen Bühnen verbannt blieb. Weerestiefe von zweihundert Metern zu Freitag Nacht der Hotelbesitzer Most aus Brüden sähe hinweghelfen soll. Dies alles kann sich leicht erreichen. Der neue Apparat, der äußerlich einem berg getötet. Ein Fahrgast wurde schwer, berwirklichen, weil es sich in die Front des kapitali stischen Abwehrkampfes einordnet. Unsere Schule, Zylinder mit aufgesetter Halbfugel gleicht, ge- der Kraftwagenführer leicht verletzt. Furcht, die ein halbes Jahrhundert stattet ein verhältnismäßig sehr schnelles Tauchen Neuer Beinhorn- Flug. Tie 20jährige Afrika- die Schule der Proletarierkinder, ist aber immer noch nachwirft. ohne Anstrengung des Tauchers. Ein weiterer fliegerin Elli Beinhorn startete am Freitag Mittag vom Geiste des Klassengegners, des Kapitalismus, Wien, 5. Dezember. Für den 8. Dezember hat Vorzug soll die gute Sicht sein, die es ge- auf dem Flugfelde Berlin- Staafen mit einer erfüllt und wir haben noch harte Arbeit vor uns. die Rava a eine Reihe von Veranstaltungen geftatte, noch in einer Tiefe von 185 Metern ohne Klemm- Daimler- Maschine zu einem Fernostflug, der ehe wir, so wie jetzt die Landwirte, eine Schule beplant, die dem Gedenten des Ringtheater- Zuhilfenahme von fünstlichem Licht die im noch über Indien hinausführen soll. Elli Bein- fommen, die Geist von unserem Geist auch in unsere Rinder verpflanzt. Fürsten ait. horn fliegt allein, brandes vor 50 Jahren gewidmet sind. Das Apparat angebrachten Instrumente abzulesen. auf. 肉 飯 Nr. 284. Sonntag, 6. Dezember 1931. „ Das" Prager Seidenhaus Bon Grialtungstrantheiten, Jufluenza, Neue Schriften MUSTEK DRIKOP Sobe Die bellebte Weihnachtsoccasion Grippe, Schnupfenfieber befreit man fich raid und sicher durch einige Togal- Tabletten. Nechtzeitig genommen, verschwinden die Krankheitserscheinungen sofort! Unschädlich für Magen, Herz u. a. Organe. Wenn Tausende von Aerzten Dieses Mittel verordnen. fönnen auch Sie e vertrauensvoll faufen. Togal darf in feinem Hause fehlen, jeder follte Togal stets bei sich; führen! Besorgen Sie sich in der nächsten Apothefe Togal. Wo nicht erhältlich, dann diref: bei Brauners Apotheke Zum weißen Löwen" Prag II., Příkopy 12. In das Heim des flaffenbewußten Arbeiters gehört d. Zentralorgan. der Deutschen sozialdemokr. Arbeiterpartei „ Sozialdemokrat" PRAGER ZEITUNG. Vereinsnachrichten zur politischen Lage Der Gegenwart. Der Moskauer Prozeß und die Sozialistische Arbeiter- Internationale. Von Friedrich adler, Abramowitsch, Leon Blum und Vanderve 3.80 Landsberg, Die polttische strife der Gegenwart. K 2.10 Abramowitsch, Wandlungen der bolschewistischen Diktatur. K 2.10 en mahnen Nie wieder Krieg. K 1.30 Bolfsbuchhandlung Kremser& Co., Teplit- Schönau, Königstraße 13, birekt gegenüber dem Neuen Stabt thearer. Genoffin Du darfst tn Deinem Bildungs ftreben nicht zuben. Ber rastet, der toftet! fannst Dich felbft nur metterbilden durch das Belen guter Bücher! unter Deinen Mitar beitern für die Bar. tei werbend wirken ßt, um dies zu fönnen, fleißig die Arbeiter. bücherei benügen! Erfolg hat stets Inserieren! Heinrich Tutsch gestorben. Freitag mittags| Monats werden bei günstiger Witterung die Nebel- fost verschied nach langem schweren Leiden Herr schwaden und die Sterngruppen beobachtet werden Heinrich Tutsch, 38jährig, Sekretär des tönnen, während in der zweiten Monatshälfte mitInternationalen Versöhnungsbundes und der tels eines großen Fernrohres der Mond gesehen Gesellschaft für sittliche Erziehung. Tutsch war werden kann. An Sonntagen finden stets Benach dem Umsturz einer der ersten, die für eine sichtigungen der Einrichtungen der Sternwarte un Annäherung der beiden Nationen in diesem 10 Uhr statt, während sie am Nachmittag ab 15 Uhr Staate mit Wort und Tat eintrat. Ein beson- besichtigt werden können. deres Verdienst hat er sich durch die Einführung der Schüleraustausch- Aktionen" in den Ferienmonaten erworben. Tutsch war ein echter Idealist, der anfänglich als Outsider jeder politischen Partei, zur Zeit des Wahlkampfes in unferent Blatte für den Sozialismus eintrat und erklärte, daß ein Pazifist nur sozialistisch wählen fönne. Wegen seines stillen Wesens, seiner wahrhaften, aufrichtigen Gesinnung und seines gütigen, edlen Herzens wird er allen, die mit ihm zit tun gehabt haben, unvergeßlich bleiben. Er hinterläßt eine Witte mit einem Kinde. Das Leichenbegängnis findet am Dienstag, den 8. d. M., um 11 Uhr vormittag vom Prager Krematorium aus statt. J. R. Arbeiter- Turn- und Sportverein Brag. Der Rekord unserer KČ Seite 5 Leistungsfähigkeit: kostet 590-= ein kompletter uns Innen- PELZ ( Modestoff oder einfärbig. bis hinunter mit echtem Fell gefüttert mit Fellkragen) Buscio PRAG PŘÍKOPY 27 im 1. Stock! EINGANG nur oben ( Mitte des Grabens) Dazu alle Kurse der Urania- Volkshochschule". I staltungen viel weniger fünstlerischer Natur Stasse: halb 10 bis halb 1 und 3 bis 7 Uhr. Tele- sehen sind. Prof. Froßler aus Brünn war ein Karten zu allen Veranstaltungen täglich Urania Soupers, Jausen und ähnlichem- vollzählig zu feinfühliger musikalischer Begleiter der BrobutBran- UraniaKino. 32208 3 An alle Mitglieder! Donnerstag, den phon 26321. 10. d., 7 Uhr abends, in der Turnhalle, Gruppenbildaufnahme aller Mitglied in ,, Danton." Das große Tonschauspiel aus der Turndrez( Leibchen mit Atus- Abzeichen!). französischen Revolution. Fris Kortner mit Jene Mitglieder, die dieses Abzeichen noch überragender Leistung. Berauschend die Massen nicht besitzen, mögen es beim Genossen Schrader szenen in folossaler Aufmachung. Täglich halb 6 oder in den Turnstunden anfordern. Die Aufnahme und 8.15 Uhr. Sonntag: 2, 4, 6 und 8.15 Uhr. erfolgt auf Grund des fünfjährigen Bestandes und ist vollzähliges und pünktliches Erscheinen dringend notwendig! Trodenstilurs. Beginn Mittwoch, den 9. d., um 7 Uhr abends in der Turnhalle. uw. Erania" Wochenprogramm: nobm Sonntag, halb 11 Uhr: 2öns und seine Sonntag, 3 Uhr: Nitolo- Rindernachmittag. Montag, 8 Uhr: 2. Deffentlicher Abend", Deutsche Musikakademie. Vortrag des englischen Gesandten Addison in der Britischen Gesellschaft in Prag. Vor einem zahlreichen Publikum, das in dem zunächst vorgesehenen fleinen Saal der Handelskammer überhaupt keinen Play, und in dem kurz vor Vortragsbeginn be 30genen großen Sigungssaal nur zu einem kleinen Teile Sitzpläge fand, sprach in Mr. Addison eine Persönlichkeit, die einen starten Eindruck von den Potenzen gab, auf welche England bei der Besetzung seiner Auslandsmissionen zurüdgrelfen beide", Kulturfilm. fann. Mit fait unenglischer Leichtigkeit und dabei doch allergrößter Konzentration bot der Gesandte necht Rupprecht", Weihnachtsspiel von Erwine Addison nichts demjenigen, der sich vom Vor- 3B, Musik von Erno košta 1. Tanzvorführungen tragethema„ Die englische Verfassung" eine Behand Jung altueller Fragen erwartete. Vieles dagegen fonnte aus dem Vortrage mit sich nach Hause nehmen, wer Gefallen daran fand, aus cinem Al- fresco- Bild der englischen Geschichte, die von Anfang an Verfassungsgeschichte ist, sich den Geist der englischen Verfassung näher bringen zu lassen. Ein englisch gesprochener Vortrag, der gewiß seinen 3wed, Intereffe für England und die Eigentümlichfeiten feines Staatslebens zu weden, erfüllte, der Emerich. Wit Erstaufführungen für das Moor'sche Dienstag, 8 Uhr: Klavierkonzert Prof. Baul aber manchent politisch Weiterdenkenden wohl die Doppelflavier. Frage vorlegte, ob nicht bald manches von! Mittwoch, 3 Uhr: Das Tierparadies" dem als heute und morgen gültig Sagenbed- Film. Kindernachmittag. Lustiges BeiVorgetragenen- auch in England programm: bald geschichtliche Vergangenheit sein wird! soda Dr. E. M. Montag, viertel 9 Uhr: Löns und seine Heide", Stulturfilm. Dienstag, halb 5 Uhr: 3. Urania- Kammerquar. meister Dr. Otto Saper, Kapellmeister er tett„ Eine Stunde Musit Wiener Meister", Konzertmann, Vittor Cohn, Josef Merz. tionen der Künstlerin. J. R. Sonntag, Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. 8 Uhr: zieher", Komödie von Harwood.( 42- II.) Montag, 7.30 Uhr: Der Gerichtsvoll,, Der legte Walzer", Operette von Oscar Straus,( 43- III.) Diens tag, 6.30 Uhr: Die Walküre".( 44- IV.) Mittwoch, Mitteilungen aus dem Bublifum. 3 Uhr: Liebling, Adieu!" ( Sertensprung 46- II.) Donnerstag, 7.30 Uhr: Trauer- Kleidung, auch für kleine starke Damen, m weißen RößI", Singspiel von Müllerstets fertig auf Lager bei Busch, Damen- und Mäd. Benatzky.( 45-1.)- Freitag, 8 Uhr: Der Sams chen Kleidung en gros& en detail, Prag, Prikopy Gerichtsvollzieher".( 47- III.) 27( Mitte des Grabens), nur 1. Stod, Eingang im tag, 6 Uhr: Siegfried".( Seriensprung 50- II.) Sonntag, 7.30 Uhr: Schnipler- GedenkHause. Telephon 246.17. Auch mittags geöffnet. feier: Neueinstud.: Professor Bernhardi", Schauspiel von Schnißler.( 48- IV) Montag, 8 Uhr:„ Liebling, Adieu!"( 49- I.) Kunst und Wissen Spielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, nachTanzabend der Schwedin Nanny Johannson. mittags 3 Uhr: Intimitäten", Komödie von Freitag, den 4. d. M. gab die bei uns in Prag Coward.( Ab.)" Abends 8 Uhr: Biebling, bereits bekannte schwedische Tanzkünstlerin Ronny Adieu!", musikalisches Lustspiel von Bertuch, Johannjon einen Abend in der Produktenbörse. Die Sachs und Rosen.( Ab.) Montag, 8 Uhr: Zum Johannson ist mit der Tuncan cine der ersten 25. Male: Nina", Komödie von Bruno Franf. Bahnbrecherinnen für den„ modernen Tanz" ge-( b.) Dienstag, 8 Uhr: Der Gerichtsvollwejen. Auch diesmal bot sie viel Anmutiges und sieher", Komödie von Harwood.( Ab.)- MittGraziöses, dazu ein erstklassiges musikalisches Pro woch, 7.30 Uhr:" Nina".( Freier Verkauf und besten gelang ihr wohl die ihrer nordischen Frauen Der Gerichtsvollzieher".( Ab.) gramm, so Strauß, Debussy, Rachmaninov. Am Bankbeamten Gruppe II.) Donnerstag, 8 Uhr: Frei natur naheliegende Walküre" von Rachmaninov tag, 8 Uhr: Liebling, Adieu!"( Ab.) Bolla" von Glazunov austoben lassen. Auch eine und heute", Schauspiel von Christa Winsloe. und ihren grotesten" Humor fonnte sie in der Samstag, 7.30 Uhr: Erstaufführung:„ Gestern ordentlich. Doch hätten wir statt dieses erotischen vollzieher".( Ab.) Abend 7.30 Uhr:„ Gestern stilisierte Javanische Volksmelodie gefiel außer- Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der GerichtsTanzes lieber einen stilisierten standinavischen und heute". Volkstanz mit einer Untermalung Grieg'scher Musik Uhren-, Juwelen, Gold-, Silber Waren PRAG II., Mittwoch, dreiviertel 7 Uhr:„ Pindar. Sport, Eros und Glaube der Griechen" von dieser Nordländerin gesehen. Wir wollen hof TH. BASCH NACHF. mit Lichtbildern, Univ.- Prof. Dr. Viktor Ehrenfen, daß sie uns dies bei ihrem nächsten Auftreten berg. 3. Vortrag Kulturbilder aus der Antike". das hoffentlich von ihrem Impresario etwas Mittwoch, 8 Uhr:„ Der soziale Goethe", geschickter mit Hilfe der hier bestehenden schwedischen Luitpold Stern, Wien. Fünfter Vortrag: Goethe Gesellschaft und des skandinavischen Institutes Zyklus". arrangiert werden müßte bringen wird. Man vermiste die Herrschaften der tschechoslowakischschwedischen Gesellschaft, die doch sonst bei VeranVon der Stefanif- Bellssternwerte in Prag. Im Dezember I J. ist die Sternwarte täglich, außer an Montagen, stets um 18 Uhr zugänglich. Schulbesuche finden um 1 Uhr und Vereinsbesuche um 19 Uhr statt. Massenbesuche müssen jedoch im vorSamstag, 3 Uhr: Vor den Toren des aus angekündigt werden. In der ersten Hälfte des ewigen Eises", Kulturfilm. 1 Jindřišská ul. 10 Tel. 296-37. Unsere Reklamepreise für Weihnachtsverkauf Gestreitter Mode- Flanell den in Modefarben, 140 cm breit... Kč Nur aus Reklamegründen gegen diese Anweisung Batist, bunt gewebt, für Kleidchen, in schönen Mode- Karos und Streifen Kč 2980 Woll- Boucké Wasch- Delatne echtfarbig, neue schöne Muster für Kleider u. Schlafröcke 3.50 .. Kč 3.50 . Kč 4.80 9 Kč 6.80 Auf einen ganzen Mantel 6.80 Auf ein ganzes Kleid 6.90 ... Kč 9.80 Hemden- Zephire u. Barchente ausgezeichneter Qualität für Pyjamas, 80 cm breit, la Qualität Remberg- Seiden- Imprimé bester Qualität Geblumter Flanel! für Wäsche, besonders fein ausgezeichnete Qualität, 70 cm breit, neueste Muster Kč Sami ord, bedruckt Doubleflanel für Herren- und Damenschlafröcke ... Kč 22.80 2% m Wollstoff.... Kč 45° 3½ m Wollstoff.... Kč Seiden- Georgette Diagonal in modernsten Pastellfarben. 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Bet lien Gintbeltungen Breisnachlas. Städtellung von Manuftripten erfolgt war bei Enjeung ber eine Kä Seite 6 Die Akademte für Kunst und Wissenschaft Lernt ( Galeria biographica) in Rom hat Richard Salzer, in Anerkennung seiner Verdienste und Tschechisch Erfolge auf dem Gebiete der Psychographologie, die Ehrenmitgliedschaft und das Ehrenzeichen T. RI tagfrei verlieben. Der Film ,, Ameritanijoje Eragödie." nach der Methode Mertner Kein Wörterlernen Kein Einüben von Regeln Kein Schuldrill Mein Auswendiglernen Vollständiger Lehrgang 102- Kč Ausgabe in 3 Teilen: Teil 34- Kč. eder Auf Wunsch auch in Raten. Volksbuchhandlung, Kremser& Lo Josef v. Sternbergs Film nach dem betaunten, äußerst umfangreichen Roman Theodore Dreisers war Gegenstand eines Sensationsprozesses: der Autor hat gegen diese Verarbeitung proteftiert, hat erklärt, daß er dieser Umdeutung sein. Placet nicht geben könnte, und wollte die öffentliche Aufführung des Tonfilms verbieten; er hat diesen Brozeß verloren und, wie man jetzt am Film selbst feststellen fann, mit Recht. Bon Dreisers Roman wurde recht viel geschrieben, er sei die mächtigste Eduard Weltsch: Enthüllung der frankhaften amerikanischen Gesellſchaftsmoral und ihrer Berlogenheit; nun, ein einziges Einleitungsfapitel Upton Sinclair, eiwa die Autofahrt von Bater und Sohn in Petroleum" sagt mehr und Richtigeres, als die vielen hundert Seiten des Dreiserschen Buches, das an der eigent lichen Anklage gegen die vergötterte„ Society" New Ports vorbeigeht. Denn die Tragödie des ehrgeizi gen jungen Angestellten, der sich der geschwängerten, läftigen Liebsten entledigen will, um ein schönes, = Teplitz- Schönau,= nigstraße 13 Direkt gegenüber dem Neuen Stadttheater. Technik der geistigen Arbeit Ein Wegweiser für Selbstbildung und Benutzung des Unterrichts. KC 8.50 über dem neuen Stadttheater. überfultiviertes und verzärteltes Mädchen zu beira Volksbuchhandlung ten, ist nicht für Amerita allein charakteristisch. Die Wahrheit liegt in der Verlogenheit der Moral, die Teplitz- Schönau den jungen Menschen vorschreibt, alles zu genießen Königstraße 13, direkt gegenbis zu dem bekannten Leßten, die jedes Beifammen sein der Geschlechter an den Besitz von Autos und die Veranstaltung von Weekend- Ausflügen bindet, jenter Moral, die die Menschen einteilt in edle Be sitzende und damit in jeder Beziehung Hochstehende und die Ueberzahl von Menschen, die als Werktätige feinen Anteil haben sollen an den Freuden des Lebens. Daß nun der Film auch kein Licht in das wahre Leben Ameritas wirft, in das anekelnde Scheindasein der Gesellschaft, die ewig und immer Theo T ass int Blislicht getaufter und williger Reporter lebt, DER GROSSE LUGNER wird an Hand des Buches nicht verwundern; denn die Filmindustrie hat in Amerika, seit der Tonfilm besteht, noch niemals den Versuch gemacht, einen Wahrheitsfilm zu zeigen und eine Analyse des gegenwärtigen Lebens zu geben. Gewiß fann man dem Roman vieles entnehmen, was einer, wenn auch milden und immer recht zahmen, Antlage gleich Tommi; dieses Wenige ist nun im Film vollkommen verschwunden und hat einer ganz soliden bürger lichen Tragödie Platz gemacht, die von Sternberg mit viel Geschid ganz in der Tradition amerikani scher Gesellschaftsproduktion, gedreht wurde; das mußte Theodore Dreiser wissen, als er den Vertrag mit der Paramount unterschrieb, und darum wird fein Prozeß wenigstens in Europa nicht sehr ernst. genommen werden. Der Film zeigt in möglichst schlichter Weise das Leben des Jünglings, der eine Arbeiterin liebt, schwängert und dann den Künsten eines Mädchens der besten Gesellschaft" unterliegt; Eine deutsche Heldengeschichte von Erich Herrmann. In Leinenhand nur Kč 24.Volksbuchhandlung BE Teplitz Schönau Königstraße 13. Düchen man glaubt ihm, daß er seine neue Flamme liebt, Wisseng Mach man glaubt feine Verzweiflung, die ihn zum Entschluß treibt, diel äftige Frau zu ertränken, und man fieht das alles in ganz solider Art dargestellt; jämtTiche Arbeiterinnen der Arbeitsstätte des Helden könnten bei uns als Ausstellungsobjekte eines Schönheitssalons figurieren und er selbst, Clyde Griffiths, ist natürlich ein Mann mit interessanter blonder Mähne und eingefallenen Wangen. Daß er schließlich das reiche Mädchen liebt, wird man ihm auf Grund der gebotenen Leistungen der Darstel Terinnen nicht übel nehmen. Man sieht die Handlung hübsch ordentlich aufgebaut, ein paar nette Naturaufnahmen des Ausflugs, bei dem sich die Tragödie abspielt, man sieht das Boot umlippen und weiß, daß er eigentlich kein Mörder ist, sondern die Ertrinkende ,, nur" ertrinten läßt, und erlebt dann die Gerichtsverhandlung, in der sehr viel und tempeiamentvoll gesprochen wird und wo es alles gibt, sogar einen Lokalaugenschein auf dem Boot, das zumi hohen Tribunal gebracht wird; Sternberg hat es nicht verstanden, diesen Hauptteil durch Wiederholung der Mordszene belebt zu gestalten, und dem Film damit viel Wirkung genommen; trotzdem bleibt aber noch genug kriminalistische Spannung namentlich für ein Publikum, das den Roman nicht Pennt, die den Film, der für amerikanische BerSonntag, 6. Dezember 1931. MODEN HAUS A. SCHILLER& KARLSBAD Tuastout Jederzeit gut verwendbare Stoffe PRAG, NA PŘÍKOPĚ 7-11 3 m Lainette zum Waschkleid 3 m Gingham zum Hauskleid 3 m Diagonal zum Mantel 4 m Tibelain z. 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