Ginzelpreis 70 Seller. Sozialdemokrat Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tſchechoslowakischen Republik 11 Jahrgang. Die neue Notverordnung: Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion und Berwaltung: Prag II., Netázanta 18. Telephon: 26795, 31409.( tacirebattion): 26797 Bollidedamt: 57544 Mittwoch, 9. Dezember 1931 Brüning droht Hitler mit dem Ausnahmezustand. Uniformverbot für alle Verbände. Nebenregierung wird nicht geduldet. Berlin, 8. Dezember. Der Reichspräsident hat heute die neue Notverordnung unterzeichnet. Ihre Veröffentlichung im Wortlaut wird erst im Laufe des morgigen Tages erfoigen, doch sind aus offiziellen Erläuterungen bereits die Hauptgrundsäge der Notverordnung bekannt. Es erfolgt u. a. cine 10prozentige Herabjegung der kartellierten Preise, eine 25prozentige Senfung der Zinsen; auch die Mieten werden herabgefeßt und ein besonderer Preissentungsfommissar mit weitgehenden Vollmachten ernannt. Die Löhne und Gehälter in der Privatwirtschaft werden auf den Stand vom 10. Jänner 1927 herabgeseẞt; Härten können durch Anrufung eines Schlichters gemildert werden. Die Löhne der öffentlichen Angestellten werden mit 1. Jänner 1932 um 9 bis 10 Prozent herabgefeßt. Zur Deckung des Budgetdefizits wird weiters die Umsaßstener von 0.85 auf 2 Prozent erhöht. Politisch von großer Tragweite ist das allgemeine Berbot des Tragens von Uniformen und Parteiabzeichen, das vor allem die Hakenkreuzler schwer treffen dürfte. Reichskanzler Brüning hat heute abends im Rundfunk eine Rede gehalten, in der er zunächst ausführlich die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Bestimmungen der Notverordnung zu begründen suchte; dann fand er endlich nach langem Zögern energische Worte gegeit die Hakenkreuzbewegung, wobei er mit allem Nachdruck erklärte, daß die Regierung nötigenfalls auch vor dem Ausnahms zustand nicht zurückschreden werde, um Angriffe auf die Verfassung abzuwehren. Unter Anspielung auf Hitlers fürzliche Aeußerungen zu den Vertretern der Auslandspresse erklärte Brüning, daß in Deutschland keine Nebenregierung geduldet werden würde. Der Kanzler erklärte hiezu u. a.: Eine Regierung, die sich ihrer Verantwor tung für Bolt und Vaterland bewußt ist, darf und wird nicht davor zurückschrecken, einen drohenden Zerfall der Volkskräfte mit eiserner Energie entgegenzutreten. Sie duldet leine andere Macht als die berfassungsmäßige. Reichspräsident und Reichsregierung verfügen allein über die Machtmittel dieses Staates. Sie werden mit unerbittlicher Strenge, notfalls auch unter Verhängung des Ausnahmezustandes gegen alle eingefegt werden, die sich unterfangen würden, in den Stunden der stärksten Nervenprobe den ver fassungsmäßigen Gewalten in den Arm zu fallen. Wenn der Parteiführer der Nationalsozialisten die legalen Wege und Ziele feiner politischen Absichten betont hat, so stehen im krassen Stontrast dazu die heftigen Beteuerungen, in denen sich nicht weniger verantwortlich dünkende Führer zum finnlosen Bruderkampf und zu außenpolitischen Torheiten auffordern. Wenn man erklärt, daß man auf legalem Wege zur Macht gekommen die legalen Schranken durchbrechen werde, so ist das feine Legalität. Und sie ist es noch weniger, wenn zu gleicher Zeit in engeren Kreisen Rachepläne geschmiedet werden. Dagegen wende ich mich als verant ** wortungsvoller Staatsmann auf das entschiedenste. Ich werde mich weiterhin mit allen verfajfungsmäßigen Mitteln solchen Parteiverjuchen entgegenjehen, das deutsche Voit in die fer ungeheuren materiellen und seelischen Not in zwei feindliche Lager zu zerreißen. Ihr Ideal: Nr. 286. der Sklavenstaat Während bei uns die Nazis ihre hauptsächlichsten Anstrengungen daran verschwenden, größere Teile der Arbeiterschaft in ihre einmaligen Kündigung vorgesehen, und zwar zum noch sozialistischer" als die Sozialisten erNetze einzufangen und sich zu diesem Zwecke 1. April; das gilt auch für gewerbliche Räume. Durch Schutzvorschriften zugunsten der Landwirtscheinen möchten, hat in Deutschland Serr schaften und des Hausbesizes kann bei der Hitler schon seit Monaten das Schwergewicht Zwangsversteigerung von Grundstücken im Falle seiner Bemühungen nach der ganz entgegeneiner Verschleuderung der Zuschlag verweigert gesetzten Seite hin verlegt. Er hat die Komödie werden. der Arbeiterfreundlichkeit aufgegeben, offenbar weil er sie für zwecklos hält, denn bisher ist ihm und seiner Partei die Absplitterung der Nachläuferschichten der marxistischen Parteien nicht annähernd in dem erhofften Maße gelungen, er hat daher die Maske fallen lassen und ist ganz offen in die Arbeitgeberfront eingeschwenkt. Unter den sonstigen wirtschaftlichen Maß nahmen sind steuerliche Erleichterungen für die Aufteilung von Gesellschaften vorgesehen, um die Rüdentwicklung zu fördern. Die Einführung eines Vier- Pfennig- Stückes soll den Spartrieb weiter fördern. Tariflöhne auf den Stand von Jänner 1927 reduziert Vor kurzem berichtete der aus der HitlerDer zweite Teil der Notverordnung behan- partei ausgetretene mehrjährige Hilfsreferent delt in erster Linie die Frage der Löhne und bei der Reichsparteileitung der Nazi- Partei, Gehälter der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Freiherr von Red, einiges über die Es ist vorgesehen, daß alle Tarifverträge am Tage Gründe dieses Einschwenkens. Im Frühjahr des Inkrafttretens der Notverordnung gekündigt werden, mit der Maßgabe, daß die Lohn- und Gehaltsfäße auf den Stand vom 10. Jänner 1927 festgesetzt werden. 9 bis 10 Prozent Gehaltsabbau bel den öffentlichen Angestellten Die Löhne und Gehälter in Reich, Ländern und Gemeinden sollen bei den Beamten um nenn Prozent, und bei den Arbeitern um 10 Prozent gesenkt werden. Die neunprozentige Kürzung der Beamten gehälter wirkt sich praktisch ebenso aus, wie die zehnprozentigen Kürzung der Arbeiterlöhne. Umsatzsteuer auf 2 Prozent erhöht Ein weiteres Kapitel der Notverordnung enthält Maßnahmen zur Sicherung des Haus haltes. In diesem ist in der Hauptsache eine Erhöhung der Umsatzsteuer auf 2 Prozent und die Einhebung einer Ausgleichssteuer für die Einjuhrwaren vorgesehen. dieses Jahres schon habe Hitler auf einer Reichskonferenz der Nazigauleiter in München erklärt, daß man den Mob der Städte" niemals gewinnen könne und darum müsse der Kampf auf das Land hinausgetragen werden und tags darauf faßte der neue Leiter der Diplom- Landwirt Darré, diese Auffassung agrarpolitischen Abteilung der Naziparter, dahin zusammen: Die Nationalsozialistische In diesen entscheidenden Stunden ist es ein Partei sei zwar als Arbeiterpartei gegründer dem Lande abträgliches Unterfangen, wenn mit worden, doch sei die Erfassung der dem Hinweise auf innerpolitische Verschiebun Arbeiterschaft vorbeigelungen gen in des Tages Meinungen der Wähler der sucht wird, im Auslande den Eindrud zu er und darum müsse der deutsche Bauer das Rüdweden, als ob es in Deutschland in Wirklichkeit grat der Partei werden. So wie Hitler auf der einen Seite auf den Bauernfang auszugeteilte Fronten, ja eine Regierung von morgen gebe, die sich anmaken dürfte, für gehen beschloß, so wendet er seither seine liebedas deutsche Volt zu sprechen. Auch künftig hin vollen Bemühungen auf der anderen Seite wird die politische Führung des Deutschen Reiches und die Bertretung der Interessen des den industriellen Unternehmern zu, die er zu überzeugen sucht, daß sie den Nationalsozialis Deutschen Reiches ausschließlich in den Hän mus nicht im allerentferntesten zu fürchten den des Herrn Reichspräsidenten Maßnahmen gegen Kapitalsflucht und der verfassungsmäßigen Regierung liegen. brauchen. Seither scheut sich Hitler nicht im Das Tragen von Uniformen und Abzeichen Ausführlich beschäftigt sich der zweite Tell geringsten mehr, Schulter an Schulter mit den politischer Verbände hat sich als immer größe der Notverordnungen noch einmal mit den Pro- Vertretern des berüchtigtesten Ausbeutertums rer Mißstand erwiesen. Reichspräsident und blemen der Kapitalsflucht. In der Not zum Kampf um das ,, Dritte Reich", das ist I zum Kampf um das„ Dritte Reich", das ist Reichsregierung haben sich daher entschlossen, verordnung ist eme sogenannte„ Reichsflucht um die Fascisierung Deutschlands anzutreten, das Tragen von Uniformen und Abzeichen poli ste u er" vorgesehen. Von dieser Steuer werden wie dies in Harzburg geschah, wo unter den tischer Verbände allgemein und aus- alle diejenigen betroffen, die in der Zeit vom nahmslos für das ganze Reichsgebiet zu 31. März 1931 bis 31. März 1933 über 200.000 Wirtschaftsführern", die an der Tagung teilberbieten. Mart Vermögen ms Ausland bringen. Die nahmen und den Hitler und Hugenberg den Steuer wird in Höhe von einem Viertel Treueid schwuren, neben Scharfmachern der ihres in Deutschland befindlichen Vermögens er- Industrie auch der Vertreter der internatiohoben. Für den Fall, daß die betreffenden Kapi- nalen Finanzwelt, Dr. W. G. Regentalflüchtlinge auch dann noch versuchen, die danz, der im Dienste der Wiener Steuer zu hinterziehen, wird ein. Steuer- Sted Rothschild steht und deren Interessen in brief erlassen werden. Bei sofortiger Verhaftung zahlreichen holländischen, Schweizer und österund Aburteilung sind dann Gefängnisstrafen reichischen Gesellschaften vertritt. vorgesehen. * Schwere Eingriffe in das Tarifrecht. Senkung der Kartellpreise um 10 Prozent schreibungen des Reiches, der Länder und der Kommunen, als auch der privaten Papiere diefer Art. " Der erste Teil der neuen Noiverordnung Die Zinssenkung soll durchgeführt werden Weitere Abschnitte der Notverordnungen Je näher sich nun Hitler dem Augenblic befaßt sich mit dem Problem der Preis- und bei 8 Prozent oder weniger auf 6 Prozent, bei beschäftigen sich dann mit der Frage der Börder Machtergreifung wähnt, desto offener sept 3inssenkung. Die gebundenen Preise wer Zinssäßen von mehr als 8 Prozent im Verhält en um sa steuer. Künftig müssen auch die er seine Bemühungen fort, die großen, mäch den sämtlich um 10 Prozent gefürzt. Wenn diese nis von 8 zu 6. Diese Regelung gilt auch für ienigen Firmen Börsenumsatzsteuer zahlen, die tigen Unternehmer davon zu überzeugen, daß Senfung nicht durchgeführt wird, so gelten alle Hypotheken- und Pfandbriefe. Der Reichskom- ihre Börsengeschäfte innerhalb der eigenen Firma sie bei einer Uebernahme der Macht durch ion Vereinbarungen als null und nichtig. Das Kabi- missär für das Bankgewerbe wird durch Verein- machen und bisher von der Börsenumsatzsteuer nichts zu fürchten brauchen und wie er einernett hat sich aber nicht entschlossen, die Kartelle barung mit den Spizenverbänden eine Sent befreit waren. seits seine Gesandten" ins Ausland schickt, aufzulösen. Der Wirtschaftsminister kann über fung der Debet- 3insen herbeiführen. In der Frage der Realsteuern werden damit sie dort die Stimmung der maßgeben diese Grenzen aber noch hinausgehen und den In den Fällen, in denen eine Vereinbarung nicht die Länder ermächtigt, im Bedarfsfalle einzelZeitpunkt für die Herabsetzung vorschreiben. Der möglich ist, hat der Kommissär das Recht, von nen Gemeinden eine Erhöhung der Realsteuern den kapitalistischen Kreise zugunsten eines Breis für Kohle und Kali wird am 1. Jänner sich aus Festsetzungen zu treffen. Durch Verhand- zu gestatten. fascistischen Deutschlands beeinflussen, so sind ebenfalls um 10 Prozent gesenkt; auch der Preis lungen mit der Reichsbant ist eine Annäherung von ihm andere Gesandte" damit betraut, für Stidstoff soll ab 1. Jänner gesenkt werden. des Lombardzinsfazes an den Wechselzinssatz her- Man ist an amtlicher Stelle der Auffassung, auf Tagungen der großen Unternehmer das Es ist auch Vorsorge getroffen, daß die Herab- beigeführt worden. Die Senkung beträgt zunächst daß die in der Notverordnung enthaltenen Preis- wahre Programm der Nationalsoziasetzung des Kohlenpreises sich im Kleinhandel ein Prozent. Von besonderem Interesse ist, senkungs- und Zinsjenkungsmaßnahmen insge- listen zu entwickeln, damit sie dem Antritt der daß die Steuerverzugszuschläge ab 1. Jänner samt einen gewichtigen Ausgleich für die beab- Herrschaft Hitlers feine Schwierigkeiten be1932 aufgehoben werden. sichtigte Lehn- und Gehaltsenkung bieten. BeBereiten. Ein Preissenkungskommissär Die Hauszinssteuer soll allmählich abgebaut sonders ins Gewicht falle dabei die Senkung der Das Programm, wie es die Beauftragten Der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Goer werden und sie wird zunächst ab 1. April um Mieten; aber auch die Senkung der Frachten, deler ist zum Preissenkungskommiffär ernannt 20 Prozent gesenkt, dann später für die Jahre für die 300 Millionen vorgesehen sind, sowie die des„ Osaf" vor solchen Publitümern vorworden. Er hat die Aufgabe, die Durchführung 1935 und 1936 auf 75 Prozent, für die folgenden Zinssenfung und die Senfung der gebundenen tragen, das sieht nun freilich ganz anders aus, ständig zu überwachen und bei weitestgehenden Jahre auf 50 Prozent, so daß sie ab 1. April Preise bedeuten eine starte Erleichterung für den als jener Wust von Phrasen und Verheizun Vollmachten unter Umständer Maßnahmen zu 1940 ganz verschwindet. Dieser Abbau wird zu Verbraucher. gen über den Kampf gegen das ,, raffende treffent, die bis zur Schließung von Geschäften nächst dadurch sichergestellt, daß die Hauszinssteuer Generelles Uniformverbot Kapital" und für die Brechung der Zins-gehen; sein Aufgabenkreis erstreckt sich auf den nach bestimmten Säßen sofort abgelöst knechtschaft", mit dem die Schwindler einfäl Abbau der nicht gebundenen Preise. tige Leute bei uns einzufangen suchen. So Zinssenkung wird jest bekannt, daß am 7. November 1931 in Düsseldorf eine wirtschaftspolitische Sondertagung für füh auswirkt. werden kann. Der legte Teil der Notverordnung bringt Die Mietssenkung ergibt sich aus der noch Maßnahmen zum Schuße des inneren FrieSerabsenkung der Sypothekenzinsen, und zwar für dens. Neben Richtlinien gegen den Mißbrauch Die Zinsen für die festverzinslichen Papiere Alt- und Neuwohnungen. Wo die Zwangswirt werden gesenkt, und zwar sowohl die Schuldverschaft nicht mehr besteht, ist die Möglichkeit der is( Schluß auf Seite 2) Seite 2 Mittwoch, 9. Dezember 1981. Rr. 28«. rende Persönlichkeiten der Wirtschaft" abgehalten wurde, auf welcher im Auftrage der Reichsparteileitung der Hitler- Partei der Hauptmann D r. Otto Wage- n e r eine Rede über„Nationalsozialistische Produktionspolitik und Wirtschaftsorganisation" gehalten hat. Dieser Hitler-Paladin ließ die Schleier vom Nationalsozia- listischen Zukunftsstaat gründlich fallen und dieser Autorität zufolge soll es also darin wie folgt au eschen: Die erste Lanze, die Herr Dr. Wagener einlegte, war gegm die Auffassung gerichtet, der deutsche Fascismus sei eigentumsfeindlich. Die zweite galt der Meinung, die Nationalsozialisten seien S o z i a l i st e n. Den versammelten Industrie- und Bankkapitalisten versicherte er eifervoll:„Unser Sozialismus kann von jedem einzelnen Wirtschafter angenommen und bejaht werden"— was man wahrhaftig aufs Wort glauben kann. Und um auch gleich mndzutun, wie es um die politischen Verhältnisse im Zukunftsstaat der Nazis bestellt sein werde, sagte der Hitler- Gesandte, daß Deutschland jetzt in einer Zwangswirtschaft des Parlamentarismus, „der Herrschaft der Masse und damit der Dummheit" lebe. Das werde im„Dritten Reich" ganz anders sein: „Die Masse kann nicht regieren, regieren kann nur ein Führer, eine verantwortliche Persönlichkeit". Schamloser ist wohl noch nie die Verachtung des Volles durch die Hakenkreuzführer utü» ihr Sehnen nach Errichtung eines Staates von willen- und wehrlosen Sklaven zum Ausdruck gebracht worden als hier! Doch Herr Dr. Wagener hat noch mehr der Details den zuhörenden Ausbeutern aufgetischt. Um diesen jeden Zweifel zu benehmen, um welche Sorte von„Sozialismus" es sich bei den Nazis handelt, betonte er. daß seine Partei keinerlei Sozialrsie- rungsbestrebungen verfolge:„Wir denken gar nicht daran, den bisherigen Besitzer auszuschallen... Unser Staat wird so hoch über der Wirtschaft stehen, daß er selbst niemals als Teilhaber in Frage kommt." Der Unternehmer kann also der Errichtung des „Dritten Reichs" mit Seelenruhe entgegensehen, doch wie will der Nationalsozialismus das Schicksal der Arbeiter und Angestellten gestalten? Die Arbeiter, die so töricht waren, auf die nationalsozialistischen Köder anzubeißen, werden die Augen aufreißen, wenn sie dieses wahre Programm der Nazis kennen lernen. Bor allem soll die Arbeitsdiensitz s l i ch t eingeführt werden. Dieser werden sich bekanntlich alle Deutschen mit Ausnahme der Mitglieder der SA.-Leute zu unterwerfen haben. Lohnwirdnicht gezahltwerden, die Erfüller der Arbeitsdienstpflicht sollen lünglich„Anspruch auf unentgeltliche Nahrung, Kleidung und Wohnung" haben. Welcher Ausbeuter wird nicht mit beiden Händen zugreifen, wenn sich die Aussichten für einen solchen Sklavenstaat eröffnen! Die Begründung, die Herr Doktor Wagener der Arbeitsdienstpflicht gibt, ist die: es soll der Jugend zunächst einmal beigebracht weiten,„daß es eben noch ein Oben und ein Unten gibt". Knecht bleibe Knecht! Das ist das nun eingestandene Ziel des Nationalsozialismus! Um aber die Unternehmer vollständig zu beruhigen, beteuerte Dr. Wagener, es falle den Nationalsozialisten nicht ein, Anhänger des heutigen Tarifsystems zu sein, kurz er ließ keinen Zweifel darüber übrig, daß eine nationalsozialistische Regierung die Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung noch weit mehr herabdrük- ken würde, als es bisher schon der Fall ist und wörtlich sagte er:„Künftig werden die Betriebsräte mit den Unternehmern beraten. Entscheiden muß natürlich stets derUnternehmer." Wie sollten sonst die Unternehmer sich für den ^Sozialismus" der Nationalsozialisten erwärmen, wie den Heroismus aufbringen, zu seiner Unterstützung ihre Kasienschränke zu öffnen! Man darf überzeugt sein, daß es dem Die neue Notverordnung: (Schluß von Seite 1) von Waffen enthält dieser letzte Teil als zweifellos einschneidendste Maßnahme ein allgemeines Uniformverbot für sämtliche Verbände. Jedes Trage« von irgendwelchen Uniformen oder Abzeichen ist de« Angehörigen politischer Verbände antzerhalb der eigenen Wohnung verboten. Weiter ist eine erhebliche Verstärkung des Ehrenschutzes vorgesehen. Verleumdungen gegen Personen im öffentlichen Leben werden in Zukunft mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Außerdem sind bis zum 3. Jänner 1932 zur Sicherung des Weihnachts- ftiedens alle Versammlungen sowie alle Aufzüge unter fteiem Himmel verböten. Im Zusammenhang mit diesem Notverordnungswerk ist die Frage einer Abtragung der privaten deutschen Schulden von entscheidender Bedeutung. Die Möglichkeit, dieser Aufgabe gerecht zu werden, beruht auf der Gestaltung der deutschen Ausfuhr, gegen die in jüngster Zeit an immer zahlreichen Stellen des Auslandes Hindernisse aufgerichtet worden sind. ES wird deshalb darauf hingewiesen, daß die Verweigerung einer Abnahme deutscher Ausfuhrgüter der Verweigerung einer Zahlungsabnahme gleichkommt und nicht etwa eine mangelnde Zahlungsbereitschaft Deutschlands bedeute. * 8 Millionen Deutsche arbeitslos Berlin, 8. Dezember. Die erwartete jahreszeitliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes ist in der Berichtszeit(18. bis 3V. November) eingetreten. Die Zahl der Arbeitslosen nahm nm rund 214.000 zu«nd betrug am 30. November nach de« vorläufigen Meldungen der Srbeits- amter rund 8,057.000. Die Zunahme liegt im Rahmen der Schätzungen der Reichsanstalt. Seit dem sommerlichen Tiefstand war in diesem wie im vorigen Jahre eine Zunahme der Arbeitslosenzahl«m etwa 1.1 Millionen zu verzeichnen. Der Stand der Arbeitslosigkeit ist jetzt ähnlich wie im Sommer, nm etwas über 1.3 Millionen höher als z« den Bergleichszeiten des Vorjahre«. Abgesandten Hitlers gelungen ist, alle etwa noch bestehenden Bedenken vor dem Nationalsozialismus, wie sich das Schwindelprchukt benennt, zu zerstreuen. Er hat ja auch bekannt, daß seine Partei eine„grundsätzliche Gegnerin" des heutigen Systems der Sozialversicherung ist, daß die Arbeitslosenversicherung wesentlich verschlechtert, die Unfallversicherung eingeschränkt werden müsse und er versprach, am Gesamtbudget des Staates, der Länder und Gemeinden„erhebliche Abstriche, mindestens 8 bis 10 Milliarden", das ist rund die Hälfte des Gesamtbudgets, gemacht werden würden. Das bedeutet, daß die gesamte Sozialversicherung, die Versorgung der Kriegsopfer und die soziale Fürsorge aus dem Budget gestrichen werden müßte, um eine„Ersparnis" in solcher Höhe machen zu können. Darnach wird es für die große Masse der Bevölkerung herrlich in diesem Zukunstsstaar der Nazis aussehen! Wer zweifelt noch daran, daß der deutsche Fascismus dieselbe Sklaverei errichten will, wie es der italienische Fascismus getan? Antrag an! Reichstagseinberukung. Berlin, 8. Dezember. Di« kommunistischen Mitglieder des Aeltestenrates haben am Dienstag einen neuen Antrag auf Einberufung des Aeltestenrates beim Reichstagspräfidenten L o e b e eingebracht, und zwar für Freitag, den 11. Dezember. Die Einberufung des Reichstagsplenums wird für DienStag, den 15. Dezember, von den Kommunisten gefordert. Als Tagesordnung werden kommunistische Anträge auf Aufhebung der neuen Notverordnung vorgeschlagen, in Verbindung damit eine sinanz- und wirtschaftspolitische Aussprache sowie erneut eine außenpolitische Aussprache und ein« Erklärung des Reichsinnenministers zu den hessischen Dokumenten. Berlin, 8. Dezember. Der Vorstand der sozialdemokratischen ReichSiagSsraktion wird sich Donnerstag nachmittags mit der neue« Notverordnung beschäftigen, während die gesamte Fraktion für Montag einberufen ist. • Deutschlands kurzfristige Lerschulduuy. Basel, 8. Dezember. Der beratende Sonderausschuß hat heute seine Beratungen über die wirtschaftliche und finanzielle Lage in Deutschland fortgesetzt. Der deutsche Vertreter Doktor MAchror gab Erklärungen über das dem Ausschuß unterbreitete statistisch« Material. In seinen weiteren Darlegungen hat Dr. Melchior sich haupffächlich mit der kurzfristigen Verschuldung Deutschlands befaßt. Es sei bekannt, daß die Betrage dieser kurzfristigen Kredite erheblich höher seien als diejenigen, wie sie sich im Bericht des Wiggin-AuSschufseS befinden. Trotz des Aktiv-SaldoS der deutschen Handelsbilanz habe sich die Deckung der Reichsbanknoten weiterhin verschlechtert. Die ReichSban!! schätze, daß Deutschland in den letzten sechs Monaten ungefähr eine Milliarde Mark kurzfristiger Kredite zurückgezahlt habe. Der SoiiderauSschuß hat einen technischen Unterausschuß eingesetzt, der das von deutscher Seite unterbreitete statistische Material prüfen und mit den Ziffern, die von anderer Seite beigebracht worden sind, vergleichen soll. Zentrum»erhitzt de« Nazis in heilen zum Laudta>;»kWentea. Darmstadt, 8. Dezember. Der neue uational- ozialiftische heMche Landtagspräsident Werner wurde mit 40 Stimmen seiner Partei, der übrigen Rechtsparteien und des Zentrums gegen 16 Stimmen des sozialdemokratischen Kandidaten und 12 Stimmen des kommunistischen Kandidaten gewählt. Es haben also trotz allen Ableugnungen doch Besprechungen zwischen dem Zentrum und den Rationasoziallsten wenigstens über di« Wahl des Landtagspräsidenten stattgefunden, die dazu führten, daß die Zentrumsfraktion den nationalsozicäistischen Kandidaten Werner geschlossen seine zehn Stimmen zuführte. Die Nationalsozialisten quittierten dann dem Zentrum seine Wahlbilfe bei der Wähl des ersten Vizepräsidenten, indem sie auf die Benennung eines eigenen Kandidaten für dieses Amt verzichteten. Frankreich nur für provisorische Regelung der Reparatiousprobiems. Paris, 8. Dezember.(Havas.) Zur Eröffnung der Arbeiten des beratenden Sonderausschusses in Basel hat die französische Regierung den beteiligten Regierungen ihre A n s i ch t L b e r die Reparationsfrage mitgeteilt. Sie ist der Auffasiung, daß irgendeine Aenderung der im Aoung-Plan sestgelegten Grundsätze nur bei gleichzeitiger Herabsetzung der zwischen den Regierungen bestehenden Schulden möglich ist, von der Deutschland Nutzen haben würde. Frankreich nimmt di« deutsche Forderung an, die Loge im Reiche im Rahmen des?)o«ng-Planes zu untersuchen, da, nachdem Deutschland im Haag den Bedingungen des Houng-Planrs zugestimmt hat, seine Forderung auf Einberufung des Ausschusses den ordnungsmäßigen Schritt eines Schuldners darstelle, ter seine Verpflichtungen zu erfüllen wünscht. Da die Weltkrise die deutsch« Zahlunas« unfähigfeit zum Teil erklärlich erscheinen läßt, erkennt Frankreich die Notwendigkeit an, dem Reiche z« Hilfe zn komme« und wird dem Geiste des kürzlich in Washington veröffentlichten Kommunique«» ent- sprechen. Hinsichtlich der Arbeiten des Baseler AuSschusies hat sich Frankreich seine HondlnnaS- freiheit bewahrt, da ihm der Tert der deutschen Forderung nicht»u endgültiger Einwilligung un- terbreitet worden ist. Es prüfte die Notwendigkeit, das gegenwärtioe Moratorium im Geitt« der Zugeständnisse an die deutsche Lage zu verlängern; Frankreich besteht jedoch aus der Aufrechterhaltung der Reparationszahlung en, da kein Beweis dafür geben flt, daß Deutschland ständjg in einem Krisenzustand bleiben wird. Im Einblick dar"«', die Finanzschwieriqkeiten des Reiches nicht geeignet sind, um eine endgültige Prüfung vorzunehmen, kann sich die gegenwärtig« Untersuchung nur mit einer vorübergehenden Lage brschäitigen «nd durch nur einstweilige Maßnahmen Abh'lfe schaffen. Erst in eine, späteren internationalen Konferenz wird man dann die Zahlunasfoh'akelt »u prüfen haben. Die kran'össsche Reai'.rung lebnt eS ob, die Priorität der kurzfristigen Schulden anzuerkennen, bemerkt aber, daß die Frag« in Wirklichkeit überhaupt«lebt zur Debatte steht» denn die Revaratro- nen und Privatschulden sind nur Elemente des Fundameutalsproblems dar Zablunaskähiakeit «nd der Achtung vor den Berbindli^keiten. SH Dr. Tolpe's Rache. Rohm von A. Aitschul Tolpe hatte eine gute Witterung.„Horn, heraus", schrie er,„Hände weg, nichts wegwerfen. Heraus mit dir, du Hund." Er packte Horn zerrte ihn in eine Ecke und durchsucht« mit geübtem Griff dessen Taschen.„Da haben wir es ja", triumphierte er und hielt einen kleinen Blechfrosch in der Hand. Darauf verlieh er wortlos die Klasse. Die Ruhe wahrte noch einige Sekunden. Dann setzte plötzlich ein Lärm ein, wie ihn selbst Schipper noch nicht erlebt hatte. Man besprach den Vorfall. Schipper begann wieder seine Wanderung auf dem Podium, blieb stehen, ging weiter, rang verzweifelt die Hände. Plötzlich raffte er sich zusammen. „Manzberg, was haben Sie jetzt zu reden", schrie er, als ob dies etwas so Außergewöhnliches wäre. Franzl erhob sich.„Ich?" meinte er und schien erstaunt über diese neugierige Frage. „Ja, Sie. WaS haben Sie jetzt zu Geyer gesprochen? Reden Sie, oder.. Schipper hielt inne. „Sie würden mich sicherlich auf Ehrenbe- leidigungg klagen, Herr Professor", gab Franzl unschuldig zurück. „Reden Sie", keuchte Schipper. Er war dem Bersten nahe. „Aber ich kann es Ihnen doch nicht sagen", beharrte Franz!,„ich will ja mit dem Gericht nichts zu tun bekommen." Schipper trat von einem Fuß auf den anderen. Das tat er immer, wenn feine Wut das normale Maß überschritten hatte."Geher", jammerte er,„was hat der Manzberg eben ge- sagt?" Langsam stand Geher auf.„Er hat mir auS der Seele gesprochen", antwortete er und llopfte dabei Franzl anerkennend auf die Schulter. „Sagen Sie eS mir, Geher, oder Sie werden es bereuen."• „Darf ich mir vorerst eine Frage erlauben, Herr Professor?" vergewisserte sich Geyer, und als Schipper nichts erwiderte, fragte er, zur Klasse gewendet: Kommen im„Götz von Ber- lichingen" beledigende Ausdrücke vor?" Netzker nickte bejahend. „Dann kann ich es Ihnen leider nicht sagen, Herr Professor", fuhr Geher bedauernd fort und setzte sich wieder. Schipper kam überhaupt nicht mehr zu Wort. Des Kampfes müde, zog er sich auf seinen Platz zurück und kaute verzweifelt an seinen Fingernägeln. In der darauffolgenden Pause war es bedeutend ruhiger, als es in SchipperS Stund« gewesen war. Horn, Franzl und Geher besprachen nun ernstlich, wie man aus dieser Geschichte herauskommen könnte. Für Horn stand die Sache schlimm, für die beiden anderen waren noch Chancen vorhanden. ES fragte sich nur. wie Tolpe in dieser Angelegenheit vorgehen würde. „Wer hat eigentlich den Frosch mitgebracht?" fragte Franzl, ,^aS muß man doch wissen, um die Aussagen darauf zuschneiden zu können." „Ich habe ihn von vorne zugeworfen bekommen und habe ihn dann an Horn weitergegeben," erllärte Geher. „Von unS hat ihn also niemand gehabt? Dann ist die Sache ja nicht so arg. Durch«in paar geschickte Antworten wird man di« Affäre schon so verwickeln können, daß eine Bestrafung unmöglich wird." „Wenn wir aber einzeln hineingerufen wer- den," bemerkte Horn, der solche Einzelverhöre bereits einigemal miterlebt hatte. „Dann kann eben jeder nur seine eigene Haut in Sicherheit bringen," sagte Geyer und grüßte Professor Pabst, der gerade vocheiging. Pabst war Jurist und hatte im Vorjahr in dieser Klaffe Handelsrecht unterrichtet. Jetzt hatte er Urlaub genommen, da er an der Hoch- ichule las. „Einen Augenblick bitte, Herr Professor," rief plötzlich Franzl, der«inen Ausweg gefunden zu haben glaubte. Pabst blieb stehen, wandte sich um.„WaS gibt's denn, Manzberg?" fragte er und ging auf Franzl zu. „Ich möchte Sie um«ine Auskunft bitten, Herr Professor," begann Franzl» während Horn und Geyer einander verständnislos ansahen. Franzl dachte einen Augenblick nach. Dann fragte er:„Hal ein Privater das Recht, an einem anderen Privaten ein« LeibeSvisiwlion vorzunehmen?" Pabst blickte Franzl erstaunt an. Diese Frage schien ihm in irgendeinem Zusammenhang mit der Schule zu sein.„Das läßt sich nicht so ohne weiters beantworten." wich er auS und verschwand im Professorenzimmer. Räch dem Läuten kam Professor Krüger. „Was haben's denn schon wieder an- q'stellt?" fragte er, als er di? nötigen Eintragungen beendet hatte.„ES soll ja WaS ganz Wüste» q'wesen sein." Der Schuldiener erschien in der Tür. „Der Schüler Horn soll zum Herrn Direktor kommen," meldet« er und wartete, wi« ein Gerichtsdiener auf den Deliquenten wartet. „Einzelverhör." murmelte Horn und stand langsam auf.„Also, Jungens, jetzt— rette sich, wer kann," Er ging hinau». Nach zehn Minuten kam der Schuldiener wieder. ,D«r Schüler Geyer soll zum Herrn Direktor kommen." Geyer ging. Nach einer Weile erschien der Schuldiener ein drittes Mal. Franzl wartete di« monotone Meldung gar nicht ab, sondern schritt sofort unaufgefordert zur Tür. „Der Schüler Manzberg soll zum Herrn Direktor kommen."' Framl war bei» diesen Worten schon zur Tür draußen. Er hört« noch, wie die anderen scheinbar über das verdutzte Gesicht des Schulkieners lachten. Dann ging er in die Direktionskanzlei. Im Vorzimmer saß Horn.„Was gibt's?" fragte Franzl. Horn zuckte die Achseln.„Ich weiß nicht", sagte er. Tolpe öffnete die Tür. Geyer kam heraus. Franzl betrat das Allerheiligste. Im Hintergrund bemerkte er Neber und sah dessen besorgten Blick.„Nehmt euch doch endlich zusammen", schien dieser zu sagen,„eS dauert ja nur mehr paar Monate." Tolpe kam zurück, stellte sich in Positur. Sein Bauch nahm ungeheuere Dimensionen an, sein« Augen glänzten vor teuflischer Freude. „Mut", flüsterte sich Franzl zu,„nur ruhig Blut bewahren. Jetzt kann dich allein Frechheit retten. Mußt alles auf«ine Karte setzen. Entweder— oder." „WaS wissen Sie von dem Frosch?" donnerte Tolpe loS, daß die Scheiben klirrten. „Wovon?" erkundigte sich Franzl mit der unschuldigsten Miene der Welt. „Bon diesem ominösen Lärminstrument, das allgemein mit dem Ausdruck„Frosch" bezeichnet wird." Tolpe reichte ihm den Frosch. Franzl nahm ihn und die Hand des Meisters fühlend, begann da» Tierchen lustig zu quaken.„Nein, ist das aber niedlich", freute sich Franzl kindlich.„Darf ich eS behalten?" fragte er und wollte den Frosch schon in der Tasche n-rkchwinden lassen. (Fortsetzung folgt.) Nr. SSL Mittwoch, 9. Dezember 1931. Seite 8 Die LmdbSodler elr„Arbeiter. Ireunde". Der Bund der Landwirte ist unter die— „Arbeiterfreunde" gegangen! Der ländbündlert- fche Abgeordnetenklub hat einen Antrag eingebracht, mit welchem di« Regierung aufgefordert wird,«in« Novelle de» Gesetze» über di« Unterstützung der Arbeitslosen vorzulegen. Di« agrarischen„Arbeiterfreunde" finden,„daß die bisherig« Art der öffentlichen Arbeitslosenfürsorge nicht voll entspricht und manch« Mängel besitzt, welche sowohl im öffentlichen Interesse als auch im Interesse der Arbeitslosen beseitigt werden müssen." Also Ber- beflerung des Gesetzes,«ine regelrechte Arbeits- losenverstcherung mit entsprechenden Beiträgen der Unternehmer?' Ach, gar keine Spur! Man will im Gegenteil eine wesentlich« Berschlechte r u n g des Genter Systems herbeifuhren! DaS Genter System soll„organisatorisch" hauptsächlich in folgendem„ergänzt" werden: Die Feststellung und Kontrolle der Arbeit», losen wird von den Gemeinden und Bezirken untrr persönlicher Verantwortung der leitenden Funktionäre und mit Hilfe amtlicher Organe durchgeführt und haben diese Srlbst- verwaltungiverbändr da» Recht, allen Arbeitslosen, welche«ine Unterstützung beziehen, angemessen« Arbeiten für öffentliche Zwecke zuzuteilen. Der Schwerpunkt der ganzen Aktion ist auf die produktive Fürsorge zu legen, damit zweckmäßig« Notstand» arbeiten durch- geführt werden, wobei den Gemeinden, welch« die Notstandsaribeiten durchführen, die Einhebung«ine» weiteren blonderen, Zuschlags bis zu SO Prozent bewilligt weichen kann. Der staatliche Beitrag nach dem Genter System ist auf drei Viertel he» durchschnittlichen Lohne» der landwiptschaftli- chen Arbeiter in dem betreffenden Gebiet zu beschränken, und ist nur an jen« Fachorganisationen auszubezahlen, welch« da» Gesetz in seinem vollen Umfang erfüllen. Die Ausspeisungsakttonen sind in der bezeichneten Art auf Initiativ« der Gemeinden und unter Kontrolle der Bezirksbehörden durchzuführen, so daß die Unterstützung vor allem in notwendigen Naturalien zur Ausgabe kommt. Die deutschen Landbündler, dir sich erfrecht haben, bei den letzten Gemeindewahlen auch als Arbeitervertreter zu kandidieren, verlangen demnach bei Herabsetzung d«S Staatsbeitrag«» für organisiert« Arbeitslose Und Ersatz der GeldauS« hissen an Unorganisiert« durch Naturalien sowie bei schärfster Kontrolle durch oft arbeiterfeindliche Vorsteher ufw. die Einführung der Zwangsarbeit!! In der Begründung diese» famosen Anträge» wird auS^führt, vom„sozialen Stand- Punkt" sei e» gerecht, einen„Ausgleich zwischen den Unterstützungen der ArbertSlosen und dem tatsächlichen Lohn der arbeitenden landwirtschaftlichen Arbeiterschaft" herbeizuführen. Der tief« LeoenSstandard der landwirtschaftlichen Arbeiter soll nach dem„sozialen" Empfinden der deutschen Agrarier auch für die städtischen Arbeitslosen gelten. Daß in der Stadt die Lebenthaltung wesentlich Höker ist, al» am Land, darnach fragen di« Landbündler nicht im mindesten. Die Saisonarbeiter, speziell di« Bauarbeiter, sollen von der Unterstützung überhaupt ausgeschlossen werden. Die Naturalunterstützung soll obligatorisch sein. Die Landbündler wollen demnach ihr« Warenüberschüsse an di« Arbeitslosen loswerden. Außerdem fordern sie in ihrem Antrag, der von Bollmann und Hodina firmiert wird, erhöhten Schutz, d. h. höhere Zölle gegen di« ausländische Konkurrenz und billige Kredite für die Landwirtschaft. Wenn in dem landbündlerifchen Antrag zum Schlüsse erklärt wird, daß durch denselben kein« finanziell« Belastung(de» Staat«-) entsteht, so rst das weit darüber hinan» richtig: Der Staat würde sich dabei ziemlich viel ersparen. Man sieht: wo di« Agrarier die Maske der Ar« briterfreuMichkeit umbinden, haben sie ein« Teufelei gegen di« Arbeiterschaft im Sinne. Bei den Aermsten der Armen soll zu— sparen angefangen werden, so gebietet es di« „soziale Gerechtigkeit" der Landbündler. Sie selbst schreien aber auS vollem Hals nach mehr Subventionen und Steuerherabsetzungen. Der landbündlerische Abgeordnete Wagner z. B. fordert die Erhöhung des Milchpreise»„um«in beträchtlicher" durch— StaatSsubventronen. Bei all den vi«len, vielen Millionen, welche di« Agrarier au» Steuergeldern emstecken, fällt ihnen nicht im Traum« ein, von einer Arbeitspflicht d e r B a u« «rn zugunsten der Allgemeinheit zu reden! E» schert sie auch nicht, daß durch Verringerung der Unterstützungen der Konsum leidet» die Hauptsache ist ihnen, wenn nur sie möglichst viel Staatsgelder ohne jede Gegen lei» stung ergattern können. Der Antrag Böllmann-Hodina zeigt wieder einmal der Arbeiterschaft, wa» sie von einer Regierung zu erwarten hätten, in der die Agrarier nach Belieben schalten und walten könnten. Mit welch' bodenlosem Haß unser Fürsorgeminister Genosse Dr. C z e ch und sein Werk von den Agrariern bedroht wird, zeigt ihre Waffe täglich. Umso fester muß die Arbeiterschaft zu ihm stehen. Was wir uns merken massen: Kc 21.90 Kö 10.30 Kfi 10.— K6 4.— Washington, 8. Dezember. In seiner Jahresbotschaft an den Bundeskongxeß kündigte Präsident Hoover an, daß er die außenpolitischen Fragen in einer späteren Sonderbotschaft ausführlicher behandeln werde. Heut« beschränkte er sich auf einen kurzen Rückblick. Die WrrtschäftSkffd in Deutschland und in Mitteleuropa habe im Juni das Ausmaß einer allgemeinen Panik angenommen und«» seftklar geworden, daß diese Nationen ohn« auswärtige Hilfe zusannnenbrechen würden. Bor allem aber war«S von größter Wichtigkeit, dabei mitzuhrlfen, daß das deutsch« Volk von der«nmittewar bevorstehende« Katastrophe bewahrt und Deutschlands Stabilität erhalten bliebe. Wenn di« Welt zu einer angemessenen Lebenshaltung zurückgelangen will, so muß sie sowohl die Flotten- als auch die anderen Rüstungen weitechin verringern. Ein« allgemein« Revision de» Zolltarife» lehnte Hoover ab, da dadurch die Depression nur verlängert werden würde. DaS gegenwärtige System scharfer Einschränkung der Einwan- Die Pfundvetluste der Bank von Frankreich werden vom Staat übernommen. Paris, 8. Dezember. Finanzminister Flan- din legte heute der.Deputiertenkammer den Entwurf des Abkommens zwischen den Staatskasse und der Bank von Frankreich über die Dek- kung der Verluste, welche di« Bank Yon Frankreich durch den Rückgang des englischen Pfund erlitt, zur Ratssizierung vor. Die Bank von Frankreich hatte zur Zeit, al» England den Goldstandard aufgab, einen Vorrat von 62 Millionen Pfund Sterling. Die französische Regierung ersuchte damals die Bank von Frankreich, die Pfund zu halten, einerseits au» Freundschaft zu England, andererseits um di« Panik auf dem Geldmärkte nicht zu erhöhen. Nach dem weiteren Rückgang, des englischen Pfund betragen heute die Verluste der Bank von Frankreich rund 2.5 Milliarden Frank. Die Regierung will diese Verluste der Bank von Frankreich durch Auflegung besonderer Bons der Staatskasse decken.. Schlußsitzung der ungarischen Barte!' tag«. Budapest, 8. Dezember, Ter sozialdemokratische Parteitag wurde heute geschloffen. In seinem Referat über„S y st e m w« ch s e l oder Katastrophe" stellt« Weltner fest, daß di« ungarische Gegenrevolution nicht imstande sein werde, sich mit Standrecht und Versammlungsverbot in dem bevorstehenden Zusammenbruch zu behaupten. Er bezeichnet« es als ein« Schande für ganz Ungarn, daß di« politischen Emigranten, die vor zwölf Jahren au» Ungarn vertrieben wurden, noch immer nicht heimkehren können. Der Kongreß bereitete den politischen Flüchtlingen große Ovationen. Dann erklärt« Weltner, ebenso wie di« österreichische Sozialdemokratie werde auch die ungarische Arbeiterschaft jeden Restaurationsversuch mit äußerster Entschlossenheit verhindern. Ti« ungarische Arbeiterschaft hofft, daß die Staatsform des Landes in Bald« di« demokratisch« R«publik sein werde. In der Debatte stellten zahlreich« Redner fest, daß di« Kinder der Landarbeiter von Gen- darmeri» zum Levente-Dienst gezwungen werden. In seiner Schlußrede erklärte Propper, daß das Jahr 1982 für Ungarn entweder den Sieg „Nationaler verrat' gefällig? -Noch jede Wahl seit den Zeiten des alten .Oesterreich ist von unseren Gegnern mit dem Argument des„nationalen Verrats" der Sozialdemokratie bestritten worden. Auch bei den letzten Gemeindewahlen war der^nationale Verrat", der darin bestand, daß wir mit den tschechischen Sozialdemokraten koppelten, der Hauptschlager vor allem der Nazi. Nach den Wahlen wurden die Koppelungen deutscher und tschechischer Sozialdemokraten, die dazu dienten, Arbeiterinteressen in den Gemeindestuben durchzusetzen, mit lautem Geschrei al». nationaler Verrat ausposaunt. Die Nazi haben sich als Sittenrichter der deutschen Nation nicht nur über uns, sondern auch über die Nationalpartei aufgeregt; weil in Bodenbach ein Nationalparteiler auch zwei tschechische Stimmen erhielt, wurde er als nationaler Verräter ver- Pfuit. Al» in Aussig Genosse Pölzl mit Stimmen der tschechischen Parteien gewählt wurde, war es natürlich Nationaler Verrat. Als in Schwaz unsere Genossen die Wahl eines tschechischen Sozialdemokraten ermöglichten(während die Deutschbürgerlichen 1927 für einen tschechischen Nationalisten gestimmt hatten), war da»„nationaler Verrat." Da mag es nützlich sein, einige keine Ereignisse der letzten Zeit aus der Lokalrubrik herauszuheben und besonders zu vermerken. MaN wird sie den Herren Nationassozialisten gelegentlich unter die Nase halten mässen: In Ladowitz haben vie deutschen Nationalsozialisten für einen tschechischen Nationalsozialisten als Bürgermeister gestimmt«nv seine Wahl ermöglicht. Ausrede: Man könne von ihnen doch nicht verlangen, datz sie für einen Kommu- nistc« stimmten!. Da. sei ihnen der tschechischnationale Bürgermeister schon litbcv« In Brüx haben die Nazi sich gleich doppelt gegen die heiligen Grundsätze des Dritten Reiches vergangen. Dort halben sie ihre Stimme» für den tschechischen Juden(Gewerbe- parteiler) Propper als Vertreter in der Finanzkommtsfion abgegeben.- In K o p i tz, wo bisher ebenfalls ein Kommunist Bürgermeister war, haben die N a z'i durch ihre fünf Stimme« Vie Wahl eines tschechischen Nationalsozialisten zum Bürgermeister, eines tschechischen Nationaldemokraten(!) zum zweiten Stellvertreter ermöglicht, während zum erste« Stellvertreter ein tentscher Hitlermann mit fünf deutsch«« und dreizehn tschechischnationale« Stimmen gewählt wurde. Die Nazi rechtfertigen diese Handlungen damit, daß die Kommunisten angeblich scharfe Gegner des Nationalsozialismus seien und ihn gehässig bekämpfen. Darum seien ihnen tschechischnationale Vertreter lieber.. Also geht eben doch das Parteiinteresse über die nationale Sache? Was sollen wir da sagen? Keine Partei bekämpft uns so gehässig wie die Natio- nassoziälisten—'wenn wir aber lieber'für einen tschechischen Sozialdemokraten als für«inen deutschen Fascisten stimmen, kommt man uns mit dem„nationalen Be'rot." Wir werden jedenfalls die Gegenbeweise in Evidenz führen und den demagogischen Bolksverdummern ihr Verratsgeschrei nächsten» verleiden. Hoovers Botschaft aa den Kongreß Sin Riesendeflzlt im Staatshaushalt. 555.—, in Oesterreich Kc 513.65, in Holland K6 456.21, in den Vereinigten Staaten Kö 335.—, tn Deutschland Kc 329.66, in Frankreich Kc 259.33. Aber nicht nur die Preise der Lebensmittel, auch di« Preise industrieller Rohstoffe sind in der Tschechoflowakei am höchsten. Es kostete am 1. März 1931 100 Kilo Gußeisen in der Tschechoslowakei Kö 65.—, in Deutschland Kc 62.69, in Belgien Kö 47.96, in Groß- Britannien Kc 47.21, in Frankreich Kö 37.66. Dasselbe sehen wir bei Blei, wovon 100 Kilo im März in der Tschechoflowakei Kö 264.—, in Frankreich Kö 258.—, in England Kö 212.— kosteten. Zinn kostete pro 100 Kilo in derselben Zeit in der Tschechoflowakei Kö 2193.—, in Frankreich KL 2151.—, in Deutschland Kö 2033.—, in England Kö 1968.—, in den Bereinigten Staaten Kö 1944.—. Kupfer in der Tschechoslowakei Kö 870.—, in Frankreich Kc 826.—, tn Deutschland Kö 792—, in England Kö 724.-,-.’ Vom September 1926 bis zum September 1931, asso in fünf Jie Sozialdemokratie war Genosse Abg. T a Y e r l e erschienen. Für die ausübenden Musiker sprach namens der„U n i«" Sekretär S u l a n. Nachdem er di« durch da» Ueberhandnehmen der mechanischen Musik an sich erschwerte Existenzlage dieses Berufes dargetan hatte, braßte er sich mit der durch kein Gesetz gehinderten unlauteren Konkurrenz nicht qualifizierter Dilettanten, vor allem leider öffentlicher Angestellter, und zwar ost solcher, die sich in höheren Stellungen befinden und nicht auf Nebenerwerb angewiesen sind. Ferner ist es di« Militärmusitz di« trotz eines Versprechens des Verteidigungsministers Dr. Viökovsk^ in unzulässiger Weise mit den Berufsmusikern konkurriert. Der Referent verlangt gesetzliche Abstellung dieser Unzukömmlichkeiten. Die Lage der privat en Musiklehre: und Lehrinstitute kenmeichnete Prof. He man. Auch hier zeigt sich der Mangel eines gesetzlichen Schutzes in geradezu katastrophaler Weise. Im Gegensatz zu D« u t s ch l a n d und Öfter re ich macht sich bei unS eine Winkelkonkurrenz breit, gegen die bei dem Mangel entsprechender Schutzbestimmungen nichts auSzu- richten ist. Um so.schlimmer, daß die Haupt- tadt Prag daran geht, durch Einführung von „Instrumental-Kursen" an den Schulen die Lag« noch zu verschlechtern. Tie Erträgnisse dieser Kurst kommen wteder nicht den berufsmäßigen Musiklehrern zugute, die E rw e rh- und Umsatzsteuer zahlen müssen, sondern teilen einen Nebenerwerb für anderweitig fest angestellt« Lehrkräfte da». In dieser Richtung wird gleichfalls gesetzliche Abhilfe ge- ordert. derung durch Verwaltungsvorschriften wünscht« er auf eine gesetzliche Basis gestellt zu sehen. Im Uebrigen kündigte Hoover Gesetzentwürfe für höhere Steuern als Notmaßnahme für die nächsten zwei Jahre an. Unstr erneuter. Betonung der notwendigen Erhaltung des. tradstionellen Prirtzips individueller Betätigung ,. lehnte Hoover die Arbeitslosenunterftühung in direkter oder indirektor Form ab. Ueber di« Bnndesfinanze« triste Hoover mit, datz der Rückgang der Steuereinkünfte und die vermehrten Ausgaben für Notstandsarbeiten zu einem Defizit geführt hatten, das sich Ende Juni d. I. auf 993 Millionen Dollar belaufe« hätte«nd Ende Inn! nächste« Jahres etwa 2123 Millionen Dollar betrage« dürste. Di« öffentlich« Schuld werde sich am End« des laufende« Etatsjahre» um 1711 Millionen Lollar erhöben. Die» sei ein«««tragbare Situation, die teil» durch di« Aufnahm« von Anleihe«, teil» durch erhöht« Stenern korrigiert werden müsse. Ak SMfMei- ein M niedtioee Wk unh Honet Weise i Im„PrLvo Lidu" veröffentlicht« dieser Tag« Genosse Dr. EvLen 5 t« r n einen. Aufsatz, au» dem wir einige statistische Ziffern' hervorheben. Zunächst über die Arbeiterlöhn«. Es beträgt der Stundenlvhn eines erwachsenen Arbeiter» in der Metallindustrie In Amerika In England In Deutschland In der Tschechoslowakei im Verkehr K« 24.50 Kö 10.80 K« 11.80 „...: Kö 4.30 Die Löhne in der Tschechoslowakei sind also von diesen vier Ländern die niedrigsten. Selle Tagesneuigkeiten Kampf zwischen Gefängniswärter und Sträfling. Die Zukunft" meldet aus Pilsen: 11 Soldatenschinderei in der Brager Kavallerietaserne. Vom Rundfunk Str. 286. Empfehlenswertes aus den Programmen. Donnerstag. Brag: 11: Schallplatten. 14.10: Schallplatt 18.25: Deutsche Sendung: Ugler: Wie richtet Berhandlung vor dem Divisionsgericht. Milde Strafen für fadistische fich ein fleinbäuerlicher Landwirt eine Buchführung Goldatenquäler. Das Gesetz schützt Bolizeiwilltür. Der 35jährige Doppelraubmörder Raimund ein? 20: Konzert. 21.10: Ronzert. Brünn: 12.35: Ehrlich sizt in der Strafanstalt Bory eine Orchestertongert. 18.25: Deutsche Sendung: lebenslängliche Rerferstrafe ab. Schon einmal Vor dem Prager Divisionsgericht fand schlagen, damit dieser die Hände nicht her- Dr. Schürer: Wie wollen wir Städte jeben? 19: unterlassen könne. Rezitationen. Mähr. Oftrau: 16: Militärfonzert. versuchte er auszubrechen, stürzte aber von der Montag die Verhandlung gegen zwei UnteroffiMauer herab und brach sich ein Bein. Seit dies ziere des Kavallerieregimentes Nr. 1, welches Als die Kameraden den Gefolterten festhalten 18.25: Deutsche Sendung: Salter: Das ser Zeit hinft er und sollte über sein Ersuchen auf dem Invalidenplatz in Prag untergebracht wollten, weil er einer Ohnmacht nahe war, ließ Wunderkind. 22.20: Leichte Orchestermusif. zu einem Röntgenologen geführt werden. Ais am ist statt, welche die ihnen untergeordnete Mann- fie Stup einige Stunden lang in der Ecke inien Berlin: 16.30: Orchesterfonzert. 19.10: Chorgefänge. München: Freitag nachmittags der Gefängniswärter Ma- fchaft lange Zeit hindurch auf das unmenschlichste und die ganze Rotte mußte auf dem kotigen Breslau: 21: Dudelsadlieber. thias Majer den Ehrlich vom Arzt zurückführte, und grausamste gequält haben, ohne daß ihre Uebungsplah Uebungen vollführen, bei welchen 21.30: Kammermusit. Wien: 15.55: Lieder zur schlug dieser den Gefängniswärter fnapp vor der Opfer den Mut gefunden hätten, darüber Bessie sich im Schlamme wälzen mußten. Der Vor- Gitarre. 21: Bollslieber. Etrafanstalt mit dem Stocke über den Kopf und schwerde zu führen. Hätte nicht einer der Sol- jizende, Major Benačet, richtete an einige Zeulief davon. Der schwerverlette Gefängniswärter daten, welcher von dem Korporal Beranet gen die Frage, warum niemand sich beschwert holte ihn jedoch ein und in dem Kampf, der sich mit der Faust ins Gesicht geschlagen wurde, in habe. Die Antwort, welche von allen anwesenzwischen beiden entspann, zog schließlich Majer begreiflicher Erregung zurückgeschlagen, wäre das den Soldaten durch Kopfniden bestätigt wurde, den Revolver, doch gelang es Ehrlich, dem War Treiben in der Kavalleriefaserne vielleicht über- ift charakteristisch für die herrschende Stimmung. ter den Revolver zu entreißen. Majer fonnte haupt nicht in die Deffentlichkeit gedrungen. Be- Der Gefragte sagte nämlich: Das Recht der freien Meinungsäußerung ist Ehrlich glücklicherweise am Schießen hindern. ránet stand bereits vor einiger Zeit vor dent ,, Hätten wir uns beschwert, hätte man uns nach der Verfassung vom 29. Februar 1920 gewähr Auf seine Hilferufe eilte schließlich der Gefäng- Gericht, welches ihn damals zu vier Monaten noch mehr gejagt." leiftet; man fut seine Meinung fund im gesprochenen niswärter Franz Frank herbei. Nun konnte der verurteilte, welche Strafe er auch bereits verDer Kommandant der Eskadron, Stabs- oder gedruckten Wort, wobei nach der Terminologie Sträfling überwältigt und in die Strafanstalt büßt hat. Čermat, zurückgeführt werden. Runmehr stand der dreiundzwanzigjährige tapitän Cer ma 1, soll von all dem nichts ge- unserer modernen" Strafgesetze die Deffentlichkeit Runmehr stand der dreiundzwanzigjährige wußt haben. Die Sache kam erst heraus, als als erschwerendes Moment hinzukommt. So wie Soldat Franz Babička, in Zivil Bergmann Babička wegen einer schlecht durchgeführten die demokratische Republit in flarer ideologischer aus der Durer Gegend, der Gefreite Josef up, Gemezel in der peruanischen Hauptstadt Sandlungsgehilfe aus Brür, und der Gefreite ebung( er war frant, durfte jedoch nicht zum Folge der bürgerlich- nationalen Revolution der Lima, 8. Dezember. Bei einem Zusammen-. lavta aus Prag vor Gericht. Babička rzte gehen) von Berá net geschlagen wurde modernsten und wichtigsten Meinungsäußerung, dem stoß zwischen Zivilisten und Polizei in war wegen Verlegung der Subordination, die und zurückschlug. Dafür wurde er wegen eines Rundfunk, einen Waultorb umzuhängen verstand, der Nähe von Lima wurden 10 Personen beiden andern wegen des Verbrechens der Nicht Verbrechens unter Anklage gestellt, auf welches ebenso bestrebt sich in unserem Staatswesen, das sich nur in den allerfeltensten Fällen seiner eigenen getötet und 13 verwundet. befolgung der Dienstvorschriften und des Ver- unter Umständen Todesstrafe steht. gebens gegen die körperliche Sicherheit angeklagt. Das Divisionsgericht sprach Babička Verfassung bewußt wird, Justiz und Verwaltung Im Neumünster- Prozeß gegen 21 Rom- Während der Verhandlung famen unerhörte Ein- frei, wobei es von der Annahme ausging, daß die Grundsähe der Befreiung nach Möglichkeit zu munisten, die an den Zusammenstößen am zelheiten heraus. Das geringste waren noch die er von Schmerzen gequält unter unwidersteh boykottieren, eine Tendenz, die sich in den Hand11. November beteiligt waren, wurde der Haupt- Beschimpfungen, mit welchen die angeklagten lichem Zipange gehandelt habe, und daß der langen der Staatsorgane in Sachen der Presse. angeflagte wegen Landfriedensbruch zu zweiein Unteroffiziere die Mannschaft bedachten. Beson- Schlag gegen den Vorgefeßten als bloße Re- freiheit besonders frag zeigt. Der Bar.a. halb Jahren Gefängnis verurteilt. Die übrigen ders Beránek, aber auch Rup, waren geradezu flerbewegung aufzufassen sei. Der Gefreite graph 23 unseres fast sieben Jahrzehnte alten. 20 Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von erfinderisch in der Verhängung von Strafen" Rup erhielt zweieinhalb Monate Gefängnis mit Preßgesebes verbietet fategorisch das Ausvier Monaten bis zu einem Jahr. über die Soldaten. Mit besonderer Vorliebe Fasten und Dunkelkammer, jedoch Die Fliegerin Elly Beinhorn ist Montag führte Kup die Rotte zum Ererzieren, wenn der abends auf dem Flugplatz in Konstantino- Platz vom Regen aufgeweicht und voller Pfüßen pel gelandet. Sie gedenkt. ihren Flug in den war und ließ dann Uebungen auf dem Boden nächsten Tagen über Bagdad nach Austra- bornehmen. Ein anderes Mal Iient fortzusetzen. überwinden. bande getötet. • " ließ er die Soldaten in der Reitschule im Kreise lanfen und trieb sie dabei mit der Peitsche an. Einen Soldaten, welcher eine Frage nicht beantvorten konnte, ließ er das Gewehr auf den ausgestreckten Händen halten, bis er vor Erschöpfung fast umfiel und befahl dann den anderen, mit gezogenen Säbeln um den Körper des Mannes zu mit Rücksicht auf das gute Zeugnis, welches ihm seine militärischen Vorgesezten ausstel len, auf drei Jahre bedingt. Slávka, welchem man leine physischen Quälereien, sondern nur Beschimpfungen der Soldaten zum Vorwurf macht, wurde zu 14 Tagen bedingt auf ein Jahr verurteilt. Beide, Rup und Slávka, wurden außerdem degradiert. Der Prozeß gibt jedenfalls eine Vorstellung dessen, was alles ans Tageslicht käme, wenn die Soldaten nicht befürchten würden, wegen ihrer Beschwerden noch größere Unannehmlichkeiten zu haben. wird. Es ist dies einer der ältesten Funde, die man überhaupt in Schweden machte. Asche in die Winde... rufen und Feilbieten von Drudschriften an öffentlichen, außerhalb der zum Handel mit Presseerzeugnissen bestimmten Orten"; mer zuwiderhan belt, begeht eine Uebertretung, die mit Arrest bestraft wird. Damit wurde seinerzeit, als noch ber milde Kaiser regierte, die Rolportage von Bet tungen auf der Straße verboten und außerhalb des Gesezes gestellt, und da die preßgesetzlichen Bestimmungen trog ungezählter Versprehungen und Enqueten im vierzehnten Jahr des Bestandes der Republit nicht gemildert wurden die Brezgesetznovelle Nr. 124 aus dem Jahre 1924 ist noch ärger als das monarchistische Gesez so ist heute tatsächlich auf Grund bestehender und in den Bestand eines Freistaates übernommener Rechte die Bei tungsfolportage verboten und bedin. gungslos strafbar! Man fönnte sich zwar theoretisch auf den Standpunkt stellen. daß diese Beschränkung der Meinungsfreiheit als mit der Berfaffung im Widerspruch stehend, rechtsun mittsam sei, weil nach dem bekannten Rechtsgrundjag das spätere Gesetz ein früheres entgegen stehendes aufhebt, aber dergleichen Erwägungen bei dem heutigen Stand unserer Strafrechtspflege anzustellen, erscheint aussichtslos. Es muß darum betont werden, daß wir Tag Junglehrer und Nationalsozialismus. Wir haben vor einiger Zeit an eine Resolution der Junglehrerschaft anknüpfend die Bemerkung gemacht, daß die Junglehrer durch ihre Agitation für den Nationalsozialismus leider selbst dazu beitragen, daß ihre Lage so schlecht ist( was übrigens im gleichen Maße für die Beamten fast aller Stategorien gilt). Die Arbeitsstelle der Junglehrer legt Wert auf die Feststellung, daß fie als Organisation völlig fannten Gründen erschossen. Lißner war im Lübecker[ dens. Ein Arbeiter grub hier in einer Tiefe von unpolitisch ist und daß wir mit unserem Calmette- Prozeß von Alsberg vertretungsweise mit gwölf Fuß Rieselgegenstände aus, deren Ursprung Sinweis nicht die Organisation gemeint haben. der Verteidigung von Professor Deyle, beauftragt. von den Archeologen auf 10.000 Jahre zurüdgeleitet Wir stellen das gern fest, da wir keinerlei Anlaß Das Eisenbahnministerium schreibt einen unhaben, die Organisation der Junglehrer einer verbindlichen öffentlichen Konkurs auf Lieferung von politischen Boreingenommenheit zu zeihen, Unfer Vorwurf richtete fich persönlich gegen jene Schienenmotorfahrzeugen für das Jahr 1932 aus, und zwar: 5 vierachsige Motorwagen normaler zahlreichen Junglehrer, die politische Agitatoren Spurenweite 3. und 2./3. Klasse, 12 Wagen 3. Klasse, London, 1. Dezember.( Eig. Ber.) der Nationalsozialisten sind, also die Sozialdemo- jedoch zweiachsig, 70 Schienenautobusse 3. Klasse fratie bekämpfen und ihr es dadurch erschweren, normalspurig, 3 Schienenautobusse 3. Klasse, jedoch Das Begräbnis des bedeutenden englischen die Widerstände der bürgerlichen Parteien zu mit 760 Millimeter Spurenweite, 5 Lolotraktoren, Romanisten, Professor Sampson von der Uninormalspurig für Verschubdienst. Nähere Angaben bersität in Liverpool, der vor wenigen Tagen ge- für Tag auf allen Straßen, wo Zeitungen ausPolizistentod. An der Ostküste von Suma- sind in den Amtsblättern und im Mitteilungsblatt torben ist, erfolgte mit einer seltenen Beremonie gerufen und gehandelt werden, einen ex- leg- Zuständ und auf eine seltsame Art. Der Professor hatte sehen, den die Polizei nach Belieben abschaffen tra, in der Nähe der Stadt Bengkalis wurden des Eisenbahnministeriums enthalten. drei Polizeibeamte, die drei Mör= Gefälschte 10 Schilling- Noten. In der Zeit vom teftamentarisch verfügt, daß sein Körper nicht nur fann; ja, man lönnte auch die Meinung vertreten, der verhaften wollten, von einer Aufrührer- 2. bis 5. 63. tauchten in Wien und Umgebung eingeäschert, sondern die Asche von dem Pic Foelgoch daß die Polizei verpflichtet jei, gegen Gejeges übertretungen einzuschreiten und sie zu verhindern. einige falsche 10 Schilling- Banknoten auf. Am ins Zal gestreut werden sollte. Professor Sampson hat drei Leidenschaften ge- Bisher hat nun die Sicherheitsbehörde diese Auffal Der Berliner Rechtsanwalt Pagentemper, 3. d. wurde nun in Inzersdorf bei Wien der lebt: seinen Studien, die ihn über die britischen fung vertreten und für sich das Recht in Anspruch gegen den wegen Untreue und unter Malergehilfe Anton Bejer, in Leipnik in Mähren Inseln hinaus bekannt werden ließen, seinen galli- genommen, den Verkauf derjenigen Zeitungen un schlagung von Mandantengeldern geboren und nach Polen zuständig, verhaftet. Nach Saftbefehl erlassen wurde, da er zu dem anbe- anfänglichem Leugnen gab er zu, die Noten gefälscht chen Bergen, in denen er am liebsten seine Muße möglich zu machen, die ihr gerade ein Dorn im raumten Termin nicht erschienen war, wurde zu haben, um sich für seine beabsichtigte Auswan- stunden verbrachte, und der Boheme des Landes, Auge waren und ganz nach Belieben Bersonen gestern früh in seiner Villa erschossen auf- derung nach Frankreich Geld zu verschaffen. Bejer der er einen eigenen Ritus der Umgangsformen sicherzustellen und der Preßgesetzübertretung anzuflagen, die zufällig die Aufmerksamkeit eines Begefunden. Die Kriminalpolizei hatte von seinem geftand, bisher zwölf Noten hergestellt zu haben. gab. Die Wünsche des Toten wurden respektiert. Nach der Verbrennung des irdischen Leibes im wahrers der Ordnung erregt hatten Dieser Zu Aufenthalt in seiner Villa Kenntnis erhalten Bier davon habe er verausgabt, die restlichen acht strentatorium viele Hunderte ehemaliger An- stand ist natürlich unmöglich, und mit dem Ernst und umstellte früh um 5 Uhr mit Unterstüßung waren so matt ausgefallen, daß sie ihm nicht ge- hänger hatten sich eingefundenbewegte sich der primitivster Freiheitsbegriffe unvereinbar; wenn die eines Ueberfallkommandos die Villa. Gerade in eignet erschienen. dem Moment, als die Kriminalpolizei in das Die Frau aus Eifersucht erwürgt. In Deutsch. Trauerzug durch das Land zum Gebirge. Unter- Bolizei in Prag die Verbreitung einer StudentenHaus Einlaß begehrte, hörte sie aus dem ersten Rutyne bei Oderberg erwürgte in der Nacht auf wegs schlossen sich Delegationen aus allen Gegenden zeitschrift, des„ Neuen Schultam pf" verbietet, Stod einen Schuß, und stellte nach gewaltsamem Samstag der 31jähr. Bergarbeiter Karl Babier aus Großbritanniens an. Eine eigenartige Gesellschaft weil eine Gymnasialdirektion die würdige 50 Jahr Eindringen in die verbarrikadierte Villa fest, Eifersucht seine 22jährige Gattin Franziska. Die erwies dem Meister der romanischen Sprachen die Feier um feinen Preis trüben lassen will, wenn dieselbe Polizei dabei einige Studenten festhält, daß sich der Gesuchte durch einen Schläfenschuß Tat geftand Babis erst nach der gerichtlichen SezieZahlreiche Männer mit langen Haaren und die der naiven Ansicht sind, daß die Presseerzeugerschossen hatte. rung ein, als der Arzt die Todesursache feststellte. riesigen Schlapphüten und Frauen in den buntesten nisse, die das gewiß nicht freiheitliche Zensurdepar20 Mordopfer im deutsch- holländischen Das Erdbeben in Cerignola( Italien) fand in sostümen sammelten sich am Fuß des Berges Foel- tement passiert haben, straflos verkaufen dürfen, Grenzwald? Die Umwohner des deutsch- hollän- den letzten Tagen seine Fortsetzung. In der Nacht goch. Die Urne wurde von dem Sohn des Ver- so ist sie formal durch das Gesetz gedeckt. Und dischen Grenzwaldes von Putbroek, in dem vor ereigneten sich wiederum heftige Erdstöße. Die Bestorbenen und seinent besten Freund, dem bekannten niemand hat bisher dieser Willkür Schranken zu einigen Tagen die Leichen von vier ermordeten völkerung tampiert bereits seit vier Zagen unter englischen Maler Augustus John, getragen. Ihnen jegen versucht, niemals hat die Gesetzgebungsjungen Männern entdeckt wurden, behaupten, Belten im Freien. Am Sonntag wurde eine Messe folgte ein Musikkorps bedeutender Künstler, die eine maschine dieses Staates sich zu der außergewöhnlichen maschine dieses Staates sich zu der außergewöhnlichen daß im Laufe des letzten Jahrzehnts envaunter freiem Himmel gelesen. Die Stadtverordnung eigens zum Tode ihres Meisters komponierte Hymne Leistung aufgeschwungen, dieſem unwürdigen Zu 20 Personen aus dem Grenzgebiet auf geheim- trifft Maßnahmen zur Sicherung der Gebäude und spielten. stand durch eine ganz turze Novelle entgegenzutreten nisvolle Weise verschwunden seien. Die Bevölke- zur Feststellung der bisherigen Schäden. Er wird Zwischen malerischen Felsschluchten stieg der und den berüchtigten§ 23 des Preßgejeges einfach rung glaubt fest daran, daß die Vermißten versichert, daß das Erdbeben keinen Anlaß zu 3ug mit abgewogenen Schritten unter den flagen außer Kraft zu segen. Die Polizei maßt sich bis jämtlich Opfer des dringend verdächtigen und äußersten Befürchtungen zu geben brauche. den Klängen vieler Geigen und Harfen zu dem berhafteten Jagdauffchers van den Elzen gewor Schwedens Emigranten kehren aus Amerita Lieblingsaufenthaltsort Professor Sampsons. Er heute immer wieder das Recht an, nach Belieben den find. zurüd. Wie das Schwedische Int. Preß- Bureau" schöpft langte man auf dem Pic an. Augustus John su entscheiden, was auf der Straße den StaatsEine grauenvolle Bluttat ist Montag abends berichtet, kehren Tausende von Schweden, die seiner ergriff das Wort, um von dem toten Freund mit bürgern als Lesestoff angeboten werden darf. In in einem Einfamilienhaus in Speifing bei Wien geit ihr Mutterland verließen, wieder nach Schweden dieser Rede Abschied zu nehmen: Bruder, dein der Hand einer verantwortungsbewusten entdeckt worden. Dajelbst wurde die frühere zurüd. Vor drei und vier Jahren überwog noch Wunsch war es, daß deine Asche von diesem Gipfel, Justiz und Polizei lönnte der§ 23 natürlich zur Eigentümerin des Hauses, Frau Justine Mahr, die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten den du so oft bestiegit, als du noch lebend unter Unterbrüdung widerlicher Boulevardliteratur ber eine geschiedene Frau, erschlagen aufgefunden. und Kanada, in den letzten neun Monaten dieses uns weiltest, in die Winde zerstreut werden möge. wendet werden; aber weit gefehlt: der starke Arm mit einem Jahres sind nicht weniger als 6000 Schweden- So wirst du im Der Mord ist wahrscheinlich mit Tode, wie im Leben, mit den der Ordnungssucher richtet sich nicht gegen Nudelwalker verübt worden. Die Erhebun- Amerikaner zurückgekehrt. Der Grund ist in den Bergen vereint sein. Der Grund ist in den Bergen vereint sein. Wir errichten bir feinen hundliteratur der Revolverpresse, sondern gen ergaben, daß Frau Mahr im Besige einer guten wirtschaftlichen Verhältnissen Schwedens zu Gedenkstein. Der Berg wird künden, daß du warst. gegen die Presse, deren Haltung der Bürokratie größeren Geldsumme war, da sie ihr Einfamilien- suchen. Auch zahlreiche Schiffstarten wurden von Deine Seele wird ewig leben wie diese Felsen, die nicht paßt. Dieser Zustand ist unhaltbar; der § 23, bisher ein beliebtes Gaudium von Polizisten haus verkauft hatte. Von dem Täter hat man Schweder an ihre Verwandten nach Amerita ge- die Urzeit gebar." Feierlich wurde die Urne geöffnet und die und Staatsanwälten, muß verschwinden, und es bisher keine Spur, doch wurde unter den Brief- fandt, während früher das Gegenteil der Fall war. fchaften der Frau ein Schreiben gefunden, worin Spuren einer 10.000 Jahre alten Bevölkerung Asche über dem Abgrund entleert. Ein lehter Sym- wäre höchste Zeit, daß das Justisministerium fie jemand für Montag abends zu einer Zusam- entdeckt. Wie das Schwedische Int. Breß- Bureau" nus seiner Anhänger und die sterblichen Refte die nötigen gesetzgeberischen Schritte unverzüglich menkunft cinlud. Es ist möglich, daß dieses berichtet, hat man durch die Universität Upsala in bes Meisters waren in Atome gerstäubt. Tränenden einleitet. Solange sich die Staatsanwälte mit Schreiben einen Fingerzeig für die weiteren der Nähe von Balsgärde in der Nähe von Upsala Auges stand die Boheme auf dem Vie von Foelgoch Bergnügen der Polizei zweds Verfolgung derartiger eine alte Bifinger- Begräbnisstätte aus dem siebenten in stummer Ergriffenheit Wenige Minuten Delitte" zur Verfügung stellen, solange fein Gericht Erhebungen bieten fann. Selbstmord eines Calmette- Anwalts. Der Ber- Jahrhundert entdeckt. Man fand ein Boot mit später jubelte die Trauergemeinde im wirbelnden bas verfassungswidrige derartiger Persekution an anderer Weg, als durch liner Rechtsanwalt Dr. Walter 2igner, ein einem waffengeschmüdten Krieger, mehrere Pferde Tanz zu den luftigen Welsen der Querpfeifer, denn prangert, bleibt fein Dr. W. 2. Sozius von Professor Alsberg, hat sich in seiner und Hausgeräte. Dazu kommt jest ein neuer Fund Sampson hatte bestimmt: Ihr sollt nicht lagen, ftriften gejeglichen Befehl den unwürdigen Zustand zu beseitigen. Wohnung in Berlin- Spandau aus bis jetzt unbe- in der Nähe von Barberg an der Westküste Schwe- wenn ich scheide!" legie Ehre. 286. Lustiges über den fommunistischen „ Wahlsieg" in Babiz. Der fommunistische Vorwärts" und seine Ableger brachten dieser Tage in großartiger Aufmachung die Meldung von einem glänzenden kommunistischen Wahlerfolg in Babiz bei Brünn, wo angeblich am 22. November Wahlen in die Gemeindever tretung durchgeführt worden sein sollen ohne daß irgend ein Brünner Blatt von diesem Er eignis etwas erfahren oder mitgeteilt hätte. Glänzender Wahlerfolg in Babis. Mittwoch, 9. Dezember 1931. 30mal Nobelpreisverteilung. 3ur lebergabefeier am 10. Dezember. Nobel und fein Zeftament. Dynamit- Katastrophen. Von Dietrich Meinhardt. Am 10. Dezember findet zum 30. Mal| Arbeiter hier ein Dugend, dort beinahe vier in Stockholm die Verteilung des Nobel- Dugend, und dann flogen wieder ganze Fabriken preises statt, diesmal an die deutschen Ge- auf. lehrten Bosch, Bergius und War- Nobel blieb Junggeselle: das Vermögen, das burg. er hinterließ, betrug 50 Millionen Mark. Als er am 10. Dezember 1896 in San Remo an der Ribiera starb, hinterließ er das großartigste Testament, das je ein Mensch gemacht hat. Er stiftet alles dem friedlichen Fortschritt der Menschheit. Das Testament trägt als Datum den 27. NoDie Erfindung Alfred Nobels, mit der er zum vielfachen Millionär wurde, war die Urjache furchtbarer Katastrophen und verschuldete den Sonntag, den 22. November, fand in Babis straft des Dynamits von Menschenhand nicht Tod zahlreicher Menschen, wenn die elementare bei Brünn die Wahl in die Gemeindevertretung dirigiert durchbrach, oder zu Krieg und Verbrechen bember 1895", es sind darin fünf Preise ausgesetzt, statt. Obzwar die Kommunistische Partei in diesent Orte erst vor kurzem eine Ortsgruppe benutzt wurde. Sie ermöglichte aber auch zivilisato- für die bedeutendsten Leistungen auf den Gebieten diesem Orte erst vor kurzem eine Ortsgruppe gründen konnte und zum ersten Male landidierte, rische Großtaten, die ohne dieses Sprengmittel nicht der Physit, Chemie, Medizin oder Phygründen konnte und zum ersten Male kandidierte, möglich gewesen wären. Um die Blutschuld zu füh- siologie, der Friedensorganisation und fonnte sie einen glänzenden Erfolg erzielen. nen, hat Nobel vor seinem Tode jenes großzügige der Literatur. Die erste Preisverteilung erDie Kommunistische Partei erhielt von 455 Testament gemacht, dessen Zinsen Künstlern, Gelehr- folgte im Jahre 1901, wobei Deutschland von den abgegebenen Stimmen 132 Stimmen und ten und hier wird der Wunsch nach Wiedergut fünf Preisen gleich drei erhielt, den für Physik an 6 Mandate. machung besonders deutlich Kämpfern für die Röntgen, den für Chemie an van t'hoff und Die sozialdemokratische Partei erhielt von Friedensbewegung zugute kommt. den für Medizin an Professor von Behring. Nicht ihren früheren 69 Stimmen nur noch immer wird alljährlich jeder der fünf Preise ver 15 Stimmen. teilt; falls fein geeigneter Bewerber vorhanden sein sollte, fällt er wohl auch einmal aus. Die aus dem Vermögen angesammelten Zinsen werden aber bei der nächsten Verteilung mitverwandt, so daß die Höhe der Preise von Jahr zu Jahr sehr verschie den ist. P EXCELSTOR GOLD Seite 5 PSW PS PALABA PS PS PALABA Fajsende PS PS PALABA Weihnachtsgeschenke im Lichte der Palaba. Die Kerzen auf dem Weihnachts baum und die Taschenlampe mit de PALABA auf dem Gabentisch machen den Weihnachtsabend zun wahren Feste des Lichts. PALABA PS PS 30 Alfred Nobel wurde am 21. Oktober 1833 als Sohn des schwedischen Ingenieurs Emanuel Nobel Dieser glänzende Erfolg der Kom- in Stockholm geboren. Da aber sein Vater furze munistischen Partei ist vor allem darauf zurud Seit später der russischen Regierung in Petersburg zuführen, daß ein großer Teil der Areine Waffenfabrit einrichtete, berlebte Alfred Nobel beiterschaft die Rolle der Saten feine Kindheit und Jugend in Rußland. Waffen und freugler richtig erkannt hat und mit Sprengstoffe standen also von Kindheit an vor Die Nobelstiftung hat ihren Sig seit dem Jahre diefer Partei ein- für allemal Schluß machte seinem Gesichtskreis. Als Siebzehnjähriger studierte und ihre Stimme der Kommunistischen Partei gab. er in Amerika Technik, Physik und Chemie und 1900 in Stockholm. Ein Kuratorium, das aus ReDaß die junge kommunistische Ortsgruppe fehrte erst während des Krimkrieges, nachdem seine gierungsvertretern sowie Gelehrten der Universi Babiz den glänzenden Wahlerfolg auch Studien abgeschlossen waren, nach Petersburg zu- täten Upsala, Lund, Kopenhagen, Oslo, Helsing und organisatorisch zu verwerten versteht, wurde durch rück, wo es alle Hände voll zu tun gab. Es eri- einigen anderen jährlich wechselnden Hochschulen, die am Dienstag, den 24. November, abgehaltene stierte damals eigentlich noch kein arbeitsbrauchbarer sowie allen früheren Nobelpreisträgern besteht, hat Versammlung bewiesen, in welcher es ihr hochexplosiver Sprengstoff, so daß mit fortschreiten- das Vorschlagsrecht; ein anderes, ähnlich zufam viele Male wegen ähnlicher Sachen vorbestraft, der gelang, 15 neue Parteimitglieder zu ber chemischer und technischer Erkenntnis die Auf- mengesettes, das Beschlußrecht. So beschließt zum andere ein bisher unbescholtener Mann, ein t'i eigewinnen. In dieser Versammlung wurde auch gaben und die Lösung des Problems beständig akut Beispiel die schwedische Wissenschafts- Akademie inner Schuster, der wie viele andere ſeinesgleichen ein Sturm plan aufgestellt und es besteht bei waren. Nach einem Jahrzehnt mühevoller Experi- Stockholm über die Verleihung der Preise für Che- der Konkurrenz der Schuhindustrie erlegen ist und der Aktivität der dortigen Genossen mente und faft täglichen lebensgefährlichen Ringens mie, Physik und Literatur, das Karolinische Insti- fich in seiner Ratlosigkeit zu solchen Geschäften überdie volle Voraussetzung zur Verwirklichung dieses war das Dynamit entdeckt. Aber Alfred Nobel hatte tut für Medizinische Forschung in Stockholm erteilt reben ließ. Er hat gleich beim ersten Versuch Tech Blanes. Die neue Organisation der Kommuni- diese Entbedung mit dem Verlust seines eigenen den Preis für Medizin oder Physiologie, während gehabt. Die zwei Diebe wurden zu zwei Jah. ftischen Partei wird gedeihen, trotz der Ber- Bruders bezahlen müssen, der im Jahre 1861 mit der Nobelfriedenspreis von einer norwegischen Land- ren und fünfzehn Monaten schweren Stev felutionen seitens des Staatsapparates und des der Fabrit in die Luft flog. Der vierunddreißig tagskommission unter Zustimmung des Nobelinsti- fers verurteilt, die beiden anderen Angeklagten zu jährige Erfinder war gefürchtet wie der Teufel und tuts in Oslo zuerkannt wird. acht und vier Monaten, wobei das Gericht dem Terrors der Sozialfaschisten, die gehaßt wie die Best. Niemand mochte ihn persönSchuster eine dreijährige Bewährungsnach dem Bekanntwerden des kommunistischen lich noch vollends gar seine Fabrik in der Nähe frist zubilligte mit der ernsten Ermahnung, von Wahlerfolges bie Sprache berloren dulden, weil jeder meinte, im nächsten Augenblid solchen Geschäften künftighin die Hände zu lassen. haben. ( AK.) mit ihm in die Luft zu fliegen. Ein einsames Schiff auf den Mälarsee südwestlich von Stockholm, blieb schließlich die Zufluchtsstätte für das Laboratorium, wo Alfred Nobel sein Patent für die Herstellung von sicherem Nitroglyzerin" verbessern Daß es in Babit feine Hafen reuzler gibt, weiß hier jedes Kind, daß es in Babis bei Brünn am 22. November auch feine Gemeindewahlen gegeben hat, war rasch mit vollkommener Sicherheit festgestellt. " Die Redaktion des Vorwärts" war also einem fleinen Grubenhund aufgesessen Kinder- Gefchichten. Die Schelle. Onter Gustav hat seinent Neffen Gerd eine Klingel zum Spielen gegeben. Inbrünstig schellend wandert er durchs Zimmer und spielt: Lumpen 1 Flaschen Papier!" Unversehens haut er ch dabei die Schelle tüchtig ins Gesicht und Onkel und Tante erwarten einen Tränenstrom. Aber nichts da bon. Unendlich gelassen dreht der Kleine sich um und sagt über die Schulter: ,, Da hat der Onkel Gustav mal wieder' ne schöne Dummheit gemacht, daß er mir die Schelle gibt!" * Das Rinoplakat. Lieselottchen hat schon immer so gern ein Gefowiterben haben wollen, aber immer, wenn sie Die Mutter fragt:„ Warum bekomme ich denn kein Brüberdhen Ther Schweſterchen?" wurde ihr gesagt: oder Das lönnen wir uns nicht leisten, das ist zu teuer!" Alls Lieselottchen zur Schule gekommen ist und lesen gelernt hat, tommi jie eines Tages an einem Stino vorbei, an dem ein großes Plakat steht. Sie kann ihren Augen nicht trauen, als sie es liest, und ganz strahlend rennt sie nach Hause:„ Mutti, Mutti, denke bloß, wir müssen ins Keino an der Ede, da steht: Kinder halbe Preise, da können wir uns doch auch eins leisten!" Einladung. Der Kleine Bobby war bei seinem Freund Heinz zum Spielen. Als es Zeit zum Nachhausegehen war, begann es zu regnen. Heinz' Mutter gab Bobby ihres eigenen Sohnes Regenmantel und Gummischuhe. " Oh, machen Sie sich doch nicht so viel Müb". fagte Bobby höflich. ,, Durchaus teine Mühe, Bobby", entgegnete biese, ich bin sicher, daß deine Mama das gleiche für Heinz im umgekehrten Fall täte". Mama würde noch mehr tun", meinte Bobby feierlich. Sie würde Heinz bitten, zum Tee dazubleiben." Nicht nötig. In Ingolstadt tummelte sich in den Weihnachtsferien vor einem Schulhaus eine Schar Buben unter mörderischem Schreien und Indianergeheul. Mit einmal kommt der neue Hilfslehrer des Weges daher, aber feinem von den Buben fällt es ein, den Lehrer zu grüßen, alle Wollmützen bleiben wie angewachsen auf den Köpfen. Der junge Lehrer ist darüber empört und fühlt sich verpflichtet, hier ersicherisch zu wirken. Kennt tbr mich denn nicht?" fragt er die Buben „ Ja, Sie san der neue Lehrer!" " Warum grüßt ihr dann nicht?" fragt nun der Lehrer streng. Allgemeines Erstaunen und allgemeine Entrüstung unter den Kleinen. Endlich rufen zwei:„ Ja, iaga ham mer doch Ferien!" fonnte. Die Ausbreitung des neuentdeckten Sprengstoffes kostete der ganzen Welt furchtbare Blutopfer. In einem New Yorker Gasthaus explodierte ber Stoffer eines deutschen Ingenieurs mit mehreren Kilogramm Dynamit als Inhalt und riß drei Häuser weg, die Infaffen darunter begrabend; Schiffe mit Dynamitfracht explodierten und verfanken, bei Sprengversuchen fielen Ingenieure und Gerichtssaal Bente und Gewinn. Stehlen ein schlechtes Geschäft! Die Verteilung ist international, so daß alle Länder und ihre bedeutendsten Rapazitäten dafür in Frage kommen. Die Vorliebe für die Naturwissenschaften hat die Geisteswissenschaften stark in den Hintergrund gestellt, so daß schon wiederholt und nicht unbegründet eine Revision des Nobeltestaments gefordert worden ist. Die juristischen Handhaben für eine solche Abänderung sind jedoch außer ordentlich schwach. Seit der ersten Verteilung vor dreißig Jahren, am 10. Dezember 1901, hat Deutschland im ganzen 38 Nobelpreise errungen. Dann kommt an nächster Stelle Frankreich, weiter England, darauf die Vereinigten Staaten und Schweden, Holland, Dänemark, Norwegen, die Schweiz, Desterreich und Belgien. Einzelne Breise gingen nach Rußland, Italien, Spanien, Polen, Indien usw. Um eine Grabinſchrift. Kerrb. Prag, 7. Dezember. Anläßlich des 80. Geburtstages des Staatspräsidenten arrangierte die Heeresverwaltung eine Ehrung besonderer Art. Tie Flugzeuge einiger Jagdstaffeln formten nämlich das Monogramm des Staatsoberhauptes. Dabei kam es zu einem Zusammenstoß zweier Maschinen, wobei der 22jährige. Pilot Georg. Matejka den Tod fand. Inschrift, in der es hieß, der Tote habe in seinent Seine Eltern setten ihm einen Grabstein mit einer Inschrift, in der es hieß, der Tote babe in feinent. schönsten Lebensalter als Opfer des 80. Geburtstages des Präsidenten" den Tod gefunden. Die Aufstellung des Grabmals wurde genehmigt, später intervenierte aber die Polizei bei Jahelka, die sich im Som mer d. J. das Bu- den Eltern und forderte die Beseitigung der Inbentsch- Dejwizer Villenviertel als Tätigkeitsgebiet schrift. Als diese verweigert wurde, ordnete der ausersehen hatten. Sie suchten sich solche Wohnun- m a gift rat als politische Behörde die Entfernung gen aus, wo die herabgelassenen Jalousien anzeig an, wogegen die Eltern des Toten an die Landesten, daß die Wohnungsinhaber auf Sommerwoh behörde refurrierten, die in der Sache noch nicht nung waren. Die Beute ist ganz erstaunlich. Aus entschieden hat. Prag, 7. Dezember. Diebstahl ist ein miserab- einer einzigen Wohnung nahmen sie a cht An- Inzwischen hatte die Střibrny- Presse les Geschäft, wenn die Beute nicht in barem Geld, züge, einen Bisampelz, Brillantringe, sich in der üblichen Weise des Falles bemächtigt und sondern in Sachen besteht mögen sie auch noch zwanzig Hemben, fünfzig Krawatten, goldene Uhren, der nationalsozialistische Telegraf" hatte in jo wertvoll sein. Die eigentlichen Nugnießer find Füllfedern, ein Barometer, ein Mikroskop und vie- einem Artikel die Angelegenheit als häßliches, polistets die Hehler, worunter man sich feineswegs lerlei andere wertvolle Dinge mit. Die Beute hat tisches Manöver hingestellt, worauf die Eltern Maimmer dunkle Existenzen vorstellen muß. Man hat einen Wert von 30.000 kronen, der Belamantel tejfas den verantwortlichen Redakteur des Blattes, auch schon sehr geachtete Staufleute in dieser Rolle allein 6000 kronen. Und dieser fabelhafte Fischzug Syndikus Bichl, wegen Ehrenbeleidigung flagten. vor Gericht gesehen, wo sie sich mit mehr oder weni- trug den Einbrechern alles in allem fieben- Nach mehrfacher Bertagung wurde heute dieser Proger Glüd dahin zu entschuldigen suchten, sie hätten hunder i Kronen ein. Der Bisam pelz wurde zeß durch Freispruch des angeklagten Redaknicht gewußt, daß es sich um diebsgut handelt, ohne für fünfzig Kronen verhandelt, die übrigen teurs beendet. Das Gericht war der Ansicht, daß aber erklären zu können, wie sie für die wertvollsten Sachen in ähnlicher Weise verschleudert. So muß der Tegt der Grabinschrift tatsächlich von VorüberDinge so lächerliche Preise zahlen konnten. Ein ten außer den zwei Hauptangeklagten auch noch gehenden als politische Demonstration aufgefaßt derartiger Fall stand vor dem Senat des DGR. wei andere Leute wegen Teilnahme am Ber- werden könne und auch der Widerstand der Kläger Masat zur Verhandlung. Die Hauptangeklagten brechen des Diebstahles auf der Anklagebant Play gegen die Entfernung der Inschrift dente in ber sind zwei profeffionelle Wohnungsdiebe Pilař und nehmen. Der eine ist berufsmäßiger Hehler und gleichen Richtung. 1460-1931. Ober: Deutschland, ein winter. märchen. 1. Att. 1. Szene. Personen: Ritter Hinz von Kunffingen mit fteben Knechten. Der Ritter: Verflucht, saht ihr sie laufen? Ein Knecht: Was gabt Ihr nicht das Zeichen? Wir wären draufgegangen. Der Ritter: Draufgegangen wärt ihr dabei, das stimmt. Die waren uns gleichstart. Dummtöpfe, wir greifen nur an, wenn wir die Mehreren Schauplay: Mitteldeutschland, ein Wald, im find. Unser Wahlspruch.. Hintergrund Ritterburg. Beit: 1460. Personen: Kaufleute mit ihren Franen, Reifige. Ein Hohlweg, der Winter knirscht mit dem Schnee, die Reisenden mit den Zähnen, Pferde ziehen beladene Wagen. 1. Reiter: Dort ist die Burg des Ritters Hinz von Kunffingen. 2. Reiter: Saltet euch beieinand, hier wurde vor zween Tagen ein reifender Kaufmann mit Söh nen und Knechten und Vieh umgebracht! 1. Reiter: Unfichere Seiten in Deutschland! 2. Reiter: Mord und Brand! 1. Reiter: Ritter wollen das sein? Rüben. ritter, Rüpelritter, Raubritter! Brechen aus dem Sinterhalt. The fich's einer bersieht, hat er einen Dolch im Rüden. 2. Reiter: Friedfertige Menschen abgurgein und das nennen sie Erneuerung des Rittertums. 1. Reiter: Wir sind am Hohlweg! Eine Rotte voraus, eine Rotte in die Nachhut! Frauen und Wagen in die Mitte. Hühott! Ein Knecht: Für Rittertum und Tapferkeit! ( Alle ab. Vorhang.) 2. t.0902st 1. Szene. Schauplat: Mitteldeutschland, eine Stadt, Vorort, im Hintergrund ein Naziheim, an der Hakenkreuzfahne fenntlich. Beit: 1931. Personen: Ein Trüpplein Reichsbannerleute, Frauen, Jugendliche, von einer SPD.- Versammlung heimkehrend. Es ist Nacht. Die Straßenbeleuchtung auf halbe Kraft gesetzt. 1. Reichsbannermann: Dort ist das Nagiheim! 2. Reichsbannermann: Zusammenrüden! Gestern wieder ein Ueberfall. Hier an der Stelle. Erster: Ein Reichsbannermann von hinten erstochen, zwei Jugendliche schwer, drei unbeteiligte Passanten durch Streifschüsse leicht verletzt! 8 weiter: Was sind das für Zeiten in Deutschland! ( Der ganze Zug ab in den Hohlwveg.) 2. Szene. Erster: Nationalsozialisten nennt sich das Schauplaz: Derselbe Wald, dieselbe Stelle. Beug? Machen vor den Unternehmern schön und rb. schlagen Arbeiter tot, immer nur Arbeiter. Brechen aus dem Hinterhalt. Che sich's einer versteht, hat er ein Messer im Rüden. 8 weiter: Sadisten, Kriecher und Mörder! Erster: Frauen und Jugendliche überfallen, Andersdenkende abgurgeln, die still ihres Weges gehen und das nennen sie„ Erneuerung Deutschlands". Für die Erneuerung danken wir! geben! Reichsbanner voraus, Reichsbanner in die 3weiter: Wir sind am Naziheim! Achtung Nachhut, Frauen und Jugendliche in die Mitte! Los! ( Der ganze Zug ab um die Ede.) 2. Szene. Schauplatz: Dieselbe Vorortstraße, vor dem Perfonen: Ein Gauftaf, 10 A.- Mannen. Der Gausta f: Gottverdammich, habt ihr die gesehen? Ein SA.- Mann: Warum haben Sie nicht gepfiffen? Naziheim. Gausta f: Bei dir pfeift's wohl? Hast du nicht gesehen, daß sie uns gleichstart waren? Mal alle herhören: Ein für allemal, wir greifen nur an, wenn es eine todsichere Sache ist. Ein SA. Mann: Deutschland erwache! AIIe singen im Abgehen: ,, Die Handgranat' im Gürtel, umspannt das Gewehr, so ziehn die Sturmtolonnen im deutschen Land einher." ( Vorhang.). H Ceite 6 Mittwoch, 9. Dezember 1931. PRAGER ZEITUNG. nicht erwarteten 2: 3- Niederlage von Döbern gegen| Räschen. Dadurch ist Döbern, dem man die besten Ansichten zur Erringung der Kreismeisterschaft gab, auf den letzten Plaz gefallen. Nr. 286. Mitteilungen aus dem Bublitum. 100 Maffenwillens, sondern werden gewissermaßen als Ein halbes Jahr dauert in den Polarländern die Nacht. Es ist dies allerdings keine so finstere Die neue Postsparkasse. Die Boftspartassel Rahm und Sonntag, 7.30 Uhr, Cowards Cheiettiner Meiſter Bejebuch flug Greif Torgelow In unseren Gegenden macht sich diese halbjährige Stettin- Bodejuch pommerscher Kreismeister. Der Nacht wie bei uns, eher eine Art Dänumerung. amtiert ant Samstag, den 12. Dezember 1931 fomödie Intimitäten"( Ab.) in Szene geben. zu in legten male in ihrem alten Gebäude in Spielplan des Nenen Deutschen Theaters. Mitt in Endspiel mit 2: 1. Vorherrschaft der Finsternis durch länger werdende Smichov. Die Amtsstunden für den Parteienver- modh, 3 Uhr: ,, iebling, Adieu!"( Seriensprung Frete Turner Aschersleben niitteldeutscher Kreis- Nächte bemerkbar. Alljährlich können wir es beob tehr enden an diesem Tage wie gewöhnlich um 46- II.) Donnerstag, 7.30 Uhr: m weißen meister. Das Endspiel um die Meisterschaft des achten. Wir sehen, wie die Sonne immer früher 13 Uhr. Am Montag, den 14. Dezember RöBI", Singspiel von Müller- Benasty.( 45-1.)-Kreises Provinz Sachsen, Anhalt, Braunschweig sah untergeht und doch vergessen wir häufig, daß 1931 wird bereits im neuen Gebäude Freitag, 8 Uhr: Der Gerichtsvollzieher" zu Beginn nicht nach einem Sieg der Ascherslebener menschlicher Erfindungsgeist uns eine Waffe ge der Postipartaffe auf dem Wenzels( 47- III.) Samstag 6 Uhr: Siegfried." aus. Wader Röthen ging mit 2: 0 in Führung geben hat: die elektrische Taschenlampe. Mit der play amtiert. Die Amtsstunden für den Seriensprung 50- II.) Sonntag, 7.30 Uhr: Schnitz- und Aschersleben hatte zu tun, um bis zur Bause verläßlichen Batterie Balaba ausgerüstet, Parteienverkehr beginnen an diesem Tage aus- ler- Gedenkfeier: Neueinstudierung: Professor den Ausgleich zu erzielen. Nach Seitenwechsel war leistet jie uns nachts unschäßbare Dienste. nahmsweise um 9.30 Uhr, ansonsten immer um Bernhardi", Schauspiel von Schnitler.( 48 Stöthen fichtlich nervös, Achsersleben nüßte das aus 8 Uhr. Im neuen Gebäude werden Einlagen auf IV.) Montag, 8 Uhr: Siebling, Adieu!" und sicherte sich den Sieg Schedeinzahlungsscheine und auf Einlagebücher der( 49-1.) Postsparkasse den ganzen Tag, ohne Unterbrechung Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 7.30 von 8-19 Ubr, entgegengenommen. Desgleichen Uhr: Nina".( Freier Verkauf und Bankbeamten find Auszahlungen von Einlagebüchern den ganzen Gruppe II.)- Donnerstag, 8 Uhr: Der Tag zulässig. Auszahlunen von Kassaschecs finden Gerichtsbollzieher."( Ab.)- Freitag, 8 Uhr: nur von 8-13.30 Uhr statt. Im neuen Gebäude Liebling, Adieu!"( Ab.)- Samstag, 8 Uhr: vermietet die Postspartasse auch Sicherheits- Schränke in a".( Ab.)- Sonntag, nachmittags 3 Uhr: ( Safes) zur Aufbewahrung von Dokumenten, Wert- Der Gerichtsvollzieher".( Ab.) Abend papieren, Pretiosen und sonstigen Werten. Die 7.30 Uhr: Intimitäten".( b.) Safes- Räume sind für den Parteienverkehr von 8 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eingang für das Publi fum ist von Wenzelsplaß aus. Die Telephonnum mern der Postsparkasse ab 14. Dezember 1931 sind: 873 41, 878-41; ausschließlich für interurbane Gespräche: 365--62, 865-63; an Sonn- und Feiertagen und nachts von 20-8 Uhr früh: 373-41; Gebäude- Verwalter: Kanzlei: 363-20, Wohnung: Die 366-12. Die Staatsbahndirektion Prag- Süd wird in den Tagen vom 24.- 27. Dezember einen Sonder ausflug nach dem Gesente veranstalten. Der Fahrpreis beträgt 196 K. Anmeldungen werden an der Kasse Nr. 13 auf dem Wilsonbahnhof entgegengenommen. Anzahlung 20 K. Kunst und Wissen " 1918-1931 Heute Mittwoch, den 9. Dezember, 8 Uhr abenbe im Gewerkschaftshaus auf dem Perštyn als 4. Diskussionsabend: Tschechoslowakei. Referent Gen. Jaksch. Sport- Spiel * * Körperpflege Städtekampf Wien- Bern der Arbeiterboger. Am Samstag fand in Bern der erste Auslandsstart der Wiener Arbeiterboger im Rahmen eines Städtetampfes Bern- Wien statt, der den Wienern mit 5: 3 Punkten einen schönen Erfolg brachte. Ber bewirbt sich um den Direktorposten am Wiener Arbeiterfußball. Siga: Gaswerf gegen Brünner deutschen Theater? Um den Direktorposten Floridsdorf 5: 0( 1: 0), mit diesem Sieg wurde bei den Vereinigten Deutschen Theatern in Brünn Gaswerf Herbstmeister; Elektra gegen Feuerwehr bewerben sich: Georg Karl Pohl( Teplitz- Schönau), 6: 2( 2: 2). Erste Selasse: Gruppe Nord: Ernst Rolle( Leipzig), Josef Trummer( Wien). Her Technische Union gegen Auto 7: 2( 3: 1), Columbia mann Wlach( Zürich), Hans Steinschneider( Berlin), gegen Humanitas 4: 3( 1: 2); Gruppe Süd: Zen Sans Josef Jarno( Preßburg), Walter Jensen tralverein gegen Donau 6: 2( 3: 1), Union gegen ( Heidelberg), Viktor Plasser( Wien), Ernst Desterrei- Nußdorf 3: 2( 0: 2), Neu- Rettenhof gegen Olym cher( Wien), Paul Olnvühl( Magdeburg), Viktor pia 6: 1( 2: 1), Felten gegen Simmering 0: 0. Bachmann( Eger), Sans Troftli( Berlin), Gustav Charlé( Wien), Karl Schwieger( Bad Erndorf). Die Ausstellung der„ Prager Secession" im Kunstverein für Böhmen( II., Pštrossova 12), ist nur noch furze Zeit geöffnet. " Die Zwischenrunde um die nordbayerische KreisFußballmeisterschaft endete mit der überraschenden Niederlage des Favoriten SC. Weiden, die er durch den Koburger Bezirksmeister Freie Turner Schney mit 3: 5( 2: 3) erlitt. Nürnberg- Ost schlug die Freien Turner Schweinfurt 4: 1( 2: 1). Rommen den Sonntag werden Nürnberg- Ost und Schney das Endspiel um die nordbayerische KreismeisterSpielplanänderung. Da Emmy Carpentier auf ärztliche Anordnung von Freitag an nicht auftreten darf, muß die Erstaufführung Gestern und heute" auf einen späteren Termin verschoben werden. Das schaft bestreiten. für wird in der Kleinen Bühne Samstag, 8 Uhr, Die zweite Runde der Bezirksmeister um die Bruno Frants Komödie„ Nina"( Ab.) mit Inge Laufizer Fußball- Kreismeisterschaft begann mit der Werte Genossen! Wir werden wie im Vorjahre wieder die Neujahrs- Enthebungen in unserem Blatte veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unfosten erspart bleiben. Die Enthebungen werden, nach Orten geordnet, erscheinen und lediglich Namen und Beruf enthalten. Eine Enthebung wird mit Ke 10. berechnet. Wir ersuchen Sie, die tieferstehende Enthebungsbestellung frdl. auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 10. Dezember bei uns einlangen. Wir rechnen zuversichtlich damit, daß sie von unserem Angebote Gebrauch machen werden und zeichnen mit Parteigruß: Berivaltung bes ,, Gozialdemokrat" Brag II., Nefazanta 18. Sier abtrennen! viol Bier abtrennen! Neujahrs- Enthebung für ,, Gozialdemokrat". Ich bestelle hiemit unter dem Namen Ort: eine Neujahrsenthebung zum Betrage von K 10.- und sende Ihnen diesen Betrag gleichzeitig mit der Abonnementsgebühr pro ein. And Unterschrift: Beruf: Bürgerlicher Sport. Ohne Geld lein Fußballspiel. Sonntag sollte Träger des hemmungslos ausbegehrenden und des die Profi- Mannschaft der Čechie Starlin mit Sparta gemäßigt vernünftigen Einzelwillens hingestellt. Stošir ein Freundschaftsspiel austragen. Das Spiel und indem man der Größe und Heldenhaftigkeit tonnte aber nicht stattfinden, weil die Spieler der Mitfühlen verschafft, wird eine Sphäre der Verbeider Typen Achtung und warmes menschliches Cechie Starlin streikten, da sie noch keine Gage beföhnlichkeit geschaffen und das berüchtige ameri kommen haben. Vittoria žižkov hat fürzlich eine große Aus- tanische happy end herbeigeführt, dessen Vorahnung das Fauchen der mit Maschinengewehren, Tants landsreise angetreten. An und für sich nichts besonderes, und doch: Sie trägt nämlich in rund 59 und Gasbomben anfahrenden Ordnungsbeitie mildern soll, das in Wahrheit aber verstimmt und, Tagen 22 Spiele aus mit vierzehn(!) Spielern. Die finanziellen Erfolge werden wohl Eindrücke zur völligen Selbstbesinnung kommt, erwenn man nach Ordnung der vielen und starten die sportlichen überwiegen und die Gesundheit der kennen läßt, daß hier wieder einmal der Bels geSpieler auch wenn sie Professionals sind auf waschen wurde, ohne daß man ihn naß machte das ärgste gefährdet. Im Grunde stellt sich also auch dieses, in der Anlage gegen den Strafvollzug unserer Zeit gerich teteWert als äußerst tüchtige und geschickte Der Film Salbheit dar, vor der die Zenjur keines Landes gittern muß. Im Gegenteil: die ach so ftriftigen Prinzipien des allgemein noch geltenden Strafvollzugs finden durch diesen Film, wenn auch fast nirgends flar ausgesprochen, ihre Anerkennung. Im merhin aber darf aber ja schon gleich zu Anfang des Films der Zuchthausdirektor den Satz sprechen: Einem festen Charakter fann auch das Zuchthaus nichts anhaben." Was tut's, daß der Film ſelbſt diese so wahr schillernde Lüge widerlegt? Auch dieser Film bestätigt am Ende, daß njere. Gesellschaft weder die Kraft noch den Willen hat, im Strafhaus zu bessern und zu erziehen, sondern daß sie sich durch Kerkermauern nur schüßen will Soz alistische Jugend, Prag, Gruppe F. Heute Mittwoch, in der Nitoloabend. Anfang 8 Uhr.( Scherzpalete und Briefpost.) Gäste find herzlichst willkommen! gegen die Entgleisten, gegen jede Bedrohung vor allent des Eigentums, das ihr doch wahrhaftiger wichtiger und heiliger ist als das Menschenleben. Neben dieser Betrachtung des Films Menschen hinter Gittern" findet der gestrige Sitartikel der Bohemia" erhöhte Aktualität: der Kreisgerichtsvizepräsident von Eger, Herr Rofos, schreibt dort gegen die Besserungstheorie in einer Zeit, da die Abschredungstheorie bielleicht noch gerade gut genug wäre, das größte Unrecht zu verhüten" und fordert Nach Ueberwindung der zensorischen Bedenten standrechtliche Aburteilung" aller Mördieser Zuchthausrevolten- Film der der, Justifizierung innerhalb vierMetro- Goldwyn- Mayer auch in Prag. Ein gran- undzwanzig Stunden! Dann brauchen die Steuerträger nicht so vielen Raubmördern lebensdios angelegtes Wert, in der deutschen Fassung läuft Claire Nommer( Ufa). ,, Menschen hinter Gittern". Menschen hinter Gittern". Wer ihn aber so betrachtet, wird ohne Vernebelungsgefahr das Positive in ihm mit größter Anteilnahme in sich aufnehmen fönnen. Aus der Partei Jugendbewegung. 2. G. es gibt deren insgesamt drei bezwingend durch längliche Unterkunft und Verpflegung bezahlen Heinrich Georges meisterliche Gestaltung Salb von diesem Geifte ist auch der Film der Hauptrolle, durch eine ganze Reihe anderer ausgezeichneter Darsteller, durch die Wucht der Massenszenen. Mit angehal enem Atem verfolgt man, festgebannt schon durch den Anblick der gigan tischen Festung, in der Amerila dreitausend feiner Sträflinge entmenschlichend festhält, die Schilderung des Zuchthauslebens, ahnt man das unjägliche Leid der Eingekerkerten, rebelliert mit ihnen gegen die grausamen Här en des Strafvollzugs, erlebt zitternd die erste Erhebung mit, wird man demütig vor dem riesigen Kind Butch, dem mit Animalität geladenen S. J. Prag, Gruppe I. Heute abends 8 Uhr Schwerverbrecher, den Heinrich Georges mit un in der Gec. Nikoloabend. Parole: Gegen die übertrefflicher Ueberzeugungskraft aufgebaut hin Unittlichkeit der Jugend! Gäste sind herzlichst willstellt: ein Löwe an Kraft und Mut, ein Bär an tommen! Alle Mithelfer müssen schon um 6 Uhr Gutmütigkeit und Tapfigkeit, ein Kind an Einfach tommen. Freitag im Verein deutscher Arbeiter heit und Natürlichkeit, und vor allem: unter Roheit Arbeitsgemeinschaft. Thema: Wege zum und Brutalität ein Mensch, dessen verhaltene Ge Sozialismus. Anfang 8 Uhr. Samstag und fühlsausbrüche bei der Nachricht vom Tode der Sonntag Funktionärschule. Anmeldungen hente bei Mutter so echt und ergreifend sind, daß man sie als Genossen Wolfert. eines der großartigsten Zeugnisse ergreifendster Darstellungskunst von heute im Gedächtnis bewahren darf. Einzigartig auch die langsamen Wandlungen und die Sprünge vom lässigen zum grimmigen Humor, die Rückwandlungen, und dann der plösliche wilde erste Ausbruch. 9 Vereinsnachrichten Arbeiter- Turn- und Sportverein Prag. Bis dorthin zeichnet dieser Film nadt und ohne Beschönigung den nur im Technischen modernen, in der feelischen und geistigen Wirkung aber mittelalterlich- barbarischen Strafvollzug, wie er leider nicht nur für die amerikanische Justiz charak teristisch ist. Dann aber folat leider ein Umbiegen und Ablenken, das die elementare Anllage- Gewalt 7 Uhr abends in der Turnhalle. der ersten Hälfte des Films wieder zum größten Teil verpuffen läßt: scheinbar wird das Interesse Ian dem Massenschidjal im Zuchthaus wohl auch An alle Mitglieder! Donnerstag, den 10. d., 7 Uhr abends, in der Turnhalle, Gruppenbildaufnahme aller Mitglieder in Turndrej( Leibchen mit Atus- Abzeichen!). Trodenstikurs. Beginn Mittwoch, den 9. d., um Heute Mittwoch, 9. Dezember, Kindernachmittag nachmittags 3 Uhr in der Gec. weiter wachgehalten; aber diese Anteilnahme am Kinderfreunde Brag. Rollettiv tann selbst im dramatischen Höhepunkt, bei der blutigen Erhebung, nur mehr eine äußerliche sein: immer mehr, wenn auch sehr geschickt verkleidet, werden Einzel sahidjale in den Vorder grund gestellt; Butch, der Gentleman- Verbrecher Morris in der ausgezeichneten Darstellung Dießls erscheinen nicht mehr als Träger des Drud: Rota" A.- G fitr Zeitung und Budhorud, Brag Für den Drud verantwortlich: Otto Solit, eat. Wilhelm Reznet Beranimurit het Nedafient Dr. Emil Streak. Brag. Bezugsbedingungen. Bei Suftellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bah monatlich Ke 16.-. vierteljährlich Ke 8.luru varde son oci Bost.. Telegrapyendirektion mit Erlag 11.800/ VII 1930 bewilligt Rudstellung von Manuskripten erfolat aut bei Einsenbang der Retourmatten, abjährig Kö 96.-, ganzjährig Ko 102,- Jajerate werden laut Zarif billigt berechnet. Det äftezza Gildaltungen Preisnachlas. Wag. Ble Bettang