Nr. 52. Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrirter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Rolonelgetle oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzetgen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternspredjer: Hmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteipolitische Gährungen in der Schweiz. 8ürich, 27. februar. In den bürgerlichen Parteien der Schweiz geht es ſeit einigen Monaten drunter und drüber. Den direkten Anstoß zu diesem Wirrwarr hat die von der sogenannten äußersten Linken" aufgestellte Doppelinitiative betreffend die Volkswahl des Bundesrathes und die Proportionalwahl des Nationalrathes gegeben, aber die inneren Gründe dazu sind schon seit Jahren vorhanden und wirksam. Es ist die fortschreitende wirthschaftliche und soziale Entwickelung, das in beiden Lagern, bei den Besitzenden wie bei den Besitzlosen, immer mehr zum Durchbruch gekommene Klassenbewußtsein, die Erkenntniß des Gegensages der Interessen von Arbeit und Kapital, welche die Sozialdemokratie geboren und die Verhältnisse der bürgerlichen Barteien verschoben haben. Donnerstag, den 2. März 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3 01 schauungen und Grundsätze unter das Joch der über den Brotkorb Ein ruchloser Kerl, dieser Herr Vorwärts". Er treibt Hehlerei, gebietenden radikalen Partei zwingt, anderseits aber nach rechts teine ja stiftet sogar möglicher Weise zum Einbruchsdiebstahl an. Noch Grenze zieht, muß sich die Bildung einer einzigen bürgerlichen Partei mehr: Er raucht gestohlene Stumm- Bigarren, wie die gesinnungsvollziehen, deren Hauptaufgabe dann die Bekämpfung der Sozial- verwandten Berliner Neuesten Nachrichten"- die demokratie ist. Diese parteipolitische Entwickelung ist schon seit Jahren das Ideal ber kapitalistischen„ Neuen Zürcher Zeitung", die" Post" hat offenbar diesen Verlust noch nicht gemerkt – andeuten fich ihre Vorbilder von den deutschen Nationalliberalen und zu können so glücklich sind, die da enthüllen: Stonservativen holt und diese Politik schon bor drei Wie demoralisirend die Sozialdemokratie auf die Massen einJahren anläßlich der Nationalrathswahlen in Zürich mit Erfolg wirkt, diese Thatsache erfährt wieder eine drastische Beleuchtung gegen die Sozialdemokratie getrieben hat. Bereits damals dankte durch folgenden Vorfall. Das Pult eines Redakteurs der" Post" durch ihre Haltung die demokratische Partei als solche ab und seit ist erbrochen und daraus find Briefe des Freiherrn von der Zeit hat sie durchaus nicht gewonnen, sondern nur verloren. Stumm gestohlen worden. Durch gleichzeitige EntIn die bürgerliche Presse ist unter dem Einflusse dieser Vor- nahme einiger Zigarren suchte der Dieb die gänge die reinste Konfusion gefahren. Liberal- konservative Zeitungen Sache zu verdecken. Von den gestohlenen Briefen hat der haben auf ihren Titel„ freifinnig- demokratisches Organ" geschrieben, ,, Borivärts" mehrere veröffentlicht. Er hat sich also mindestens ohne an der Zusammensetzung der Redaktion etwas zu ändern; zum Hehler hergegeben. Allerdings ist diese schändliche politische demokratische Blätter haben den Kompaß verloren und irren ziellos Kampfart bei der Sozialdemokratie nicht neu. Die Sache wird Es ist übrigens nicht leicht, sich in dem Durcheinander der in der Wüste der Politik umher und der Zuschauer dieser Komödie aber ein gerichtliches Nachspiel haben und dabei werden hoffentlich Bürgerlichen Parteien zurechtzufinden, namentlich in dem des der Irrungen findet den Schlüssel zum Verständniß der Dinge nur Hehler und Stehler gebührend gebrandmarkt und gestraft werden." Kantons Zürich. Die Dinge fließen da ineinander und in der um jeden Preis aufrechtzuhaltenden Herrschaft der radikalen Als wir den Herrn Vorwärts" wegen dieser Schandthaten man würde am besten thun, einfach von dem bürgerlichen Bartei, sowie in dem gemeinsamen wirthschaftlichen und sozialen zur Rede stellten, versicherte er frech, die Zigarren hätten ihm noch Mischmasch als einheitlicher Phalang gegenüber der sozialdemo- Klaffeninteresse aller dieser bürgerlichen Gesellschaftsschichten. tratischen Partei zu reden. Wir haben da die Liberaldemokraten oder Liberalfonservativen, die Freifinnigen oder Radikaldemokraten bewegung in die Konfusion verwidelt und zwar durch die eine oder öffentlichen werde, die nach den„ Neuesten Nachrichten" gestohlen sein Zum Theil ist leider auch die sozialdemokratische Arbeiter besser geschmeckt als die Briefe. Vergeblich aber versuchten wir von ihm herauszubekommen, ob er denn noch die anderen Briefe verbesonderes Programm; das der Demokraten ist das weitestgehende. in seinem Statut die Bestimmung, daß er auf dem Boden sollen. und die Demokraten schlechthin. Jede dieser drei Parteien hat ihr andere Sektion des Grütlivereins. Derselbe hat zwar seit Jahren Aber was wollen in einer bewegten Zeit Programm besagen! Man der sozialdemokratischen Grundsäge steht, aber viele seiner Mitglieder Wenn Stumm der" Post" zufolge den Herrn„ Vorwärts" benugt sie, wenn es paßt und man verleugnet sie, wenn es zweck- sind nicht Sozialdemokraten und vielfach ist er trop der tausendfachen wegen Hehlerei denunzirt hat so ist das erheiternd. mäßiger ist. Steht doch als erster Punkt an der Spize des im schlechten Erfahrungen noch immer der Tummelplatz bürgerlicher Wir verstehen es aber nicht, wie die Staatsanwaltschaft aus Jahre 1892 aufgestellten neuen Programms der demokratischen Partei Streber, Aemterjäger und Politifer. das Postulat: Eidgenösische Verwaltungsreform und Wahl des Grütlianer" und" Demokraten" und vermeidet ängstlich das Wort denkende Bersonen in der unglaublich prompten Weise vorMan giebt sich dann als dieser Beschuldigung eines Abstraktums die Nöthigung herleitet, gegen Bundesrathes burch das Bolt, und nun, da sich Sozial: Sozialdemokrat, wodurch die Bewegung gefälscht und geschädigt wird. demokraten und linksstehende Demokraten daran gemacht haben, dem Erfreulicherweise ist die ganze 1ozialdemokratische Presse einig in zugehen, wie es geschehen iſt. Hat der Denunziant angegeben, Postulat Leben und Gestalt zu geben, bekämpfen fie es und geberden der Auffassung dieser Dinge in dem Sinne, daß da eine reinliche wann der märchenhafte Einbruchsdiebstahl verübt worden ist? Hat fich gegen die Bertheidiger desselben wie Berserker. Die Renegaten Ausscheidung und Klarheit für unsere Sache nur von Nuzen sein er bezeichnet, wie viel Briefe angeblich gestohlen worden sind? wüthen ja bekanntlich immer am ärgften gegen das, was sie fann. Entweder entscheide man sich offen und ehrlich für die Sozial- Herrn v. Stumm's Phantasie ist augenblicklich mit Diebstahls- Vorborher selbst vertreten haben und sie tragen dadurch das Meiste demokratie und nehme alle damit verbundenen Konsequenzen mann- ftellungen erfüllt, weil er in Saarbrüden bestohlen worden ist. dazu bei, sich bei allen anständigen Leuten höchst verächtlich zu haft auf sich, oder man habe den Muth zurückzutreten unt sich der Mit gestohlenen Briefen aber wissentlich Politik zu treiben, das machen. Herrschenden Geldjackspartei in die Arme zu werfen. Man könnte auf dieses charakterlose Renegaten- und Streberist eine Eigenthümlichkeit reaktionärer Parteien, vor der die SozialJe früher diese parteipolitischen Gährungen zum bschlusse demokratie stets sich sorgsam gehütet hat. thum die Worte Byron's anwenden: Jetzt sind sie liberal, doch stets gelangen, desto besser ist es gerade für unsere Partei. In wenigen erbötig, den Rod zu wechseln und die Haut, wenn nöthig", allein Monaten finden im Kanton Zürich die Kantonsrathswahlen, im Herr v. Stumm mag sich ärgern das verstehen wir. Wenn die Liberalen befinden sich in der gleichen Lage, Im Jahre 1893 Ottober in der ganzen Schweiz die Nationalrathswahlen statt. Eine er im Aerger den Vorwand eines Einbruchsdiebstahls benutzt, gaben fie fich ein neues Parteiprogramm, dessen sechster Punkt flare Situation mit einer unverfälschten und unverschleierten Sozial- um seine Gegner zu denunziren so begreifen wir auch das lautet: Billige Vertretung der Minderheiten in demokratie stärkt die Einheitlichkeit und Aktionsfähigkeit der Bartei, schließlich. Aber sind unsere Behörden wirklich dazu da, die verden Bundesbehörden", also Proportionalwahl des National begeistert die sozialdemokratischen Arbeitermassen und veranlaßt fie, legten Gefühle des Freiherrn v. Stumm zu schüßen? Die" Post" rathes und Berücksichtigung der Minderheiten bei der Wahl des bis auf den letzten Mann zur Urne zu gehen und ihre Pflicht zu Geschichte von dem Einbruchsdiebstahl ist genau so wahr, wie etwa Bundesrathes; allein wie verhalten sich jetzt die Herren zur Doppel- erfüllen, während das konfuse Durcheinander und die überflüssige die Behauptung, daß die" Post" unabhängig von Herrn v. Stumm initiative, welche ihre eigene Forderung verwirklichen will? Am Kompromißlerei auf die proletarischen Genoffen lähmend und ab- sei, genau so wahr, wie die Verwechselungskomödie Lorenz und 12. Februar 1899 hielten sie in Winterthur einen Parteitag fühlend wirkt. Aus der Auflösung und dem Zerfall der alten ab, auf dem einstimmig von 242 Mann eine Resolution Parteien muß die junge aufstrebende Partei der Sozialdemokratie orenzen“, genau so war, wie die Versicherung, daß die Sozialangenommen wurde, in der beide Initiativbegehren zurück- neue Kraft durch allseitige Ausbreitung und erhöhte Schlagfertigkeit demokratie die Löbtauer Exzesse gebilligt habe, genau so wahr, wie gewiesen wurden und speziell bezüglich der Proportionalwahl ziehen. Das Alte fällt, es ändert sich die Zeit und neues Leben dies Organ eines toll gewordenen Kapitalismus stets zu sein pflegt! " Stumm's wahre Antwort. Politische Uebersicht. Der Reichstag Berlin, den 1. März. des Nationalrathes gesagt wird, daß die Minderheiten im blüht aus den Ruinen!" Ständerathe bereits eine ungemein starke Bertretung besitzen.. Welche raffinirte Verschiebung der Sachlage! Die Sozialdemokraten, welche bei ihrer Stärke von etwa 100 000 Stimmen nur zwei Vertreter im Nationalrath und gar keinen im Ständerath haben, fordern die Proportionalwahl des Nationalrathes und die Liberalen Die vernichtende Veröffentlichung dreier Briefe des Freiherrn entgegnen, daß die Minderheiten bereits start im Ständerath vertreten find! Politisch ehrlich wäre es gewesen, wenn sie erklärt. Stumm hatte den Gewaltigen zunächst leichtsinniger Weise ver- beschäftigte sich heute mit allen möglichen und unmöglichen ein bunteres Allerlei hat es nie gegeben. Bier, hätten, fie als Minderheitspartei sind schon jetzt verhältnißmäßig viel führt, einen Gang mit geistigen Waffen zu versuchen. Indessen seiner Dingen zu start vertreten, weil sie als die Partei der Millionäre, Groß- Schwäche auf diesem Gebiete wohlbewußt, kehrte er alsbald reuig Pariser Weltausstellung, Stärkezucker, Südpol- Expedition, die industriellen und Großlaufleute überall, auch von Seite der herrschenden zu seiner bequemeren Taktik der Zwangspolitik zurück und die Ornamentik des Reichstags, Gemälde, Feuerbestattung, Urnenraditalen Bartei die weiteste Berücksichtigung finden und es sei daher Staatsanwaltschaft wurde mobil gemacht, auf daß der begreifliche furz ein luftiges Durcheinander. Und niemals ist im Reichstag für sie ihr Programmpunkt erfüllt. Born des Königs von Saarabien sich auszuleben vermöchte. soviel von Kunst und Wissenschaft" gesprochen worden. Es Die aus Gründen nackter und brutaler Parteiherrschaft die Wir sind in der angenehmen Lage, einmal die Behörden auf- herrschte eine wahrhaft Bosse'sche Begeisterung. Am glühendsten Doppelinitiative bekämpfenden Radikalen, im Allgemeinen eine sehr richtig loben zu können, wenn wir auch bei unserer Abneigung gegen war die Begeisterung der Zentrumsleute; sie dürfte der des heterogene, zusammengewürfelte Gesellschaft, die über jede nichtige Frage, namentlich wenn sie sozialpolitischer Art ist, auseinanderfällt Herrn v. Stumm uns nicht zu dem Geständniß zu überwinden ver- Herrn Bosse nichts nachgeben. Sehr beruhigend war die und sich in mehrere Lager spaltet, und die nur zusammengehalten mögen, daß seinem erzieherischen Einfluß die erstaunliche Leistung Erklärung des päpstlichen Kammerherrn Lingens, daß das Verwird durch das gemeinsame Suterefie am staatlichen Futtertrog, über zu verdanken ſei. brennen von Menschen gegen die Religion sei. Schade nur daß den sie verfügen, benußen die Initiativbewegung zu einer reinlichen Man stelle sich vor. Am Sonntag werden Briefe des Freiherrn die christliche Kirche das nicht anderthalb Jahrtausend früher entdeckt Scheidung von allen Elementen, welche nicht blos schöne demagogische v. Stumm veröffentlicht, und bereits am Mittwoch Nachmittag werden hat, dann würde die Million Keger, die auf Scheiterhaufen Phrafen und Programme im Munde führen, sondern auch volls- fast gleichzeitig in den verschiedensten Theilen Berlins und der Vororte geendet haben, in ihren Betten gestorben sein. thümliche Thaten verrichtet sehen möchten; die radikale Partei will bei einer größeren Anzahl unbescholtener Personen auf Requisition Recht gut verlief die Bierdebatte, obgleich der Bierredner fich mausern zur entschiedenen Geldsackspartei und darum müssen die der Staatsanwaltschaft Haussuchungen vorgenommen, weil man par excellence, Dr. Alexander Meyer, auch in diesem Reichstag linksstehenden und vorwärtsdrängenden Männer hinausgeschmissen diese Leute plöglich der-- Hehlerei verdächtig hält. Der schwere fehlt. Sträftig trat in unserem Namen Genosse Wurm ein, daß das Bier ausschließlich aus Hopfen, Diese Herrschende radikale Bartei fönnte man ohne jede Ein Verdacht gründete sich ausschließlich auf die Beziehungen, die die dafür ein, daß das und Surrogate schränkung die Partei der Renegaten nennen. Die meisten, beinahe Betroffenen mit dem„ Vorwärts" verbinden. Nicht nur die Malz Wasser, ohne jegliche Es ist das unalle ihre Führer, gaben sich in den jungen Jahren als mehr oder Redaktionsräume wurden durchstöbert, sondern auch die Privat- andere Ingredienzien herzustellen sei. weniger entschiedene Sozialdemokraten und Arbeiterführer, die meisten wohnungen der Redakteure, soweit sie nicht durch ein Reichstags- zweifelhaft die Meinung des Reichstags mit einziger Ausmachten auf den Schultern der organisirten Arbeiter ihre Karrière, mandat gesichert waren. Allein das Bemühen der Behörden ist nahme der Agrarier, die auch andere landwirthschaftwobei der Grütliverein in der Regel die Hauptrolle spielte, und alle erfolglos geblieben; denn die gestohlenen Briefe des Herrn v. Stumm" liche Produkte" zur Bierbereitung verwandt wissen wollen, haben die Arbeiter verrathen, haben ihnen den Rücken gewendet, wurden nirgends gefunden. Bierverfälschung nennt sich da ,, Schutz der Landwirthfobald sie das Ziel ihres moralischen und materiellen Strebens erreicht hatten und bekämpfen jetzt alles, was von den Arbeitern ausgeht. Darum nämlich handelt es sich, wie die" Post" im Voraus an- schaft. An solche Wortspiele sind wir bei den Herren gewöhnt. Morgen Fortsetzung der Etatsberathung. Der Antrag Und das Gleiche gilt von einem großen Theile der Anhänger und zukündigen wußte. Das Organ, in dem verruchte Redakteure nicht Wähler der radikalen Partei. Tausende von Handwerkern, Kaufleuten, einmal die Reichstagsreden Stumm's zu lesen scheinen, verkündet auf Errichtung eines Goethe- Denkmals tommt als einer der Angestellten 2c. waren früher in den politischen und gewerkschaftlichen im triumphirenden Sperrdruck folgende juristische Spaßhaftigkeit: ersten Punkte zur Verhandlung. Es ist daher nöthig, sich bei Arbeiterorganisationen, viele davon als Partei oder gelegentliche Beiten einzufinden. Streitführer, um jetzt das zu verrathen und mit Füßen zu treten, wofür sie früher fämpfen. werden. Unter dem Einflusse dieses Prozesses und auch unter der aus inneren Gründen heraus fortschreitenden Verschärfung der Klassengegensäße und Klaffentämpfe ist auch in der Schweiz seit Jahren ein fast völliger Stillstand der Sozialpolitit eingetreten. Besonders deuts lich ist dies in Zürich zu sehen. Im Züricher Kantonsrath wie im Züricher Großen Stadtrathe dominirt das Unternehmer, das Geldsadsinteresse derart daß die paar sozialdemokratischen Vertreter in diesen Behörden meistens allein stehen, wenn sie die Arbeiterinteressen in genügender und wirksamer Weise wahrgenommen wissen wollen. Demokraten, Freifinnige, Liberale und Konservative sind da in der Regel ein Herz und eine Seele. Die Demokraten und Radikalen stehen also bereits sehr weit rechts und die gegenwärtige Mauserung bedeutet eine weitere starke Schwenkung in dieser Nichtung. Indem man die linksstehenden Elemente ganz abstößt oder sie unter Preisgabe ihrer besseren An" und Ein strafrechtliches Verfahren wegen Hehlerei ist bei der töniglichen Staatsanwaltschaft gegen den Vorwärts", der Briefe veröffentlicht hat, die nach einem in unserer Redaktion verDie Berathung des Eisenbahn- Etats. übten Einbruchdiebstahl in seinen Besitz gelangt find, Das preußische Abgeordnetenhaus begann heute die zweite beantragt worden. Der Antrag stüßt sich auf§ 259 des Straf- Lesung des Etats der Eisenbahnverwaltung. Der eigentgesetzbuches, welcher lautet: Wer seines Vortheils wegen Sachen, liche Eisenbahnminister, v. Miquel, war am Erscheinen verhindert von denen er weiß, oder den Umständen nach annehmen muß, daß sie und so mußte denn der offizielle Eisenbahnminister Thielen die mittels einer strafbaren Handlung erlangt sind, verheimlicht, ankauft, Verhandlungen einleiten. Was er sagte, war allerdings so sehr im zum Pfande nimmt, oder sonst an sich bringt, oder zu deren Absatz Miquel'schen Geiste gehalten, daß dessen Abwesenheit nicht allzu sehr bei anderen mitwirkt, wird als Hehler mit Gefängniß bestraft." vermißt wurde. Wie ein rother Faden zog sich durch seine Rede Von dem Resultat der zu erwartenden Ermittelungen wird es ab- der Gedanke, daß die Eisenbahnen nicht ein reines Verkehrshängen, ob auch wegen Anftiftung zum Diebstahl gegen den Institut bilden, sondern daß fie dazu dienen müßten, hohe Ueber" Vorwärts" Anklage erhoben werden wird. Wenn uns persönlich schüsse für andere Ausgaben der Staatsverwaltung abzuiverfen. In auch, wie wir bereits betont haben, wenig an der stattgehabten derselben Weise, wie sein Kollege von der Post, Herr v. Podbielski, Veröffentlichung der in Rede stehenden Schriftstücke gelegen ist, so so hielt es auch Herr Thielen für angebracht, die Beamten vor den erscheint es uns doch im öffentlichen Interesse geboten, den Einflüssen einer gewissen Partei" zu warnen. Die Bemerkung, er ,, Vorwärts" darüber zu belehren, daß man gestohlene Briefe nicht werde alles thun, um die Beamten und Arbeiter vor der Verungestraft veröffentlichen darf." führung der Sozialdemokratie zu bewahren, läßt daranf schließen, 00 daß er das schneidige Hnsarenregiment des Generalpostmeisters auch in seinem Ressort einzuführen gedenkt. Das, was der Minister an positiven Angaben machte, ist unseren Lesern bereits aus den von uns iviedergegebenen Uebersichtcn über die Ergebnisse der Eisenbahnen bekannt. Erwähnenswerth ist nur seine Mittheilnng, daß die zwischen Nord- und Süddeutschland schwebenden Verhandlungen voraussichtlich nicht zu einer Verein- beitlichung der Personentarife führen werden; der Grund liegt Haupt- sachlich darin, daß man in Preußen von einer Abschafsima der vierten Wagcnklasse nichts wissen will. In der Debatte berührte der nationalliberale Abg. Macco unter Anderen auch die Kanalfrage; aus seinen Aus- führungen ist zu entnehmen, daß er in Bezug auf die Kanäle auf demselben Standpunkt steht, wie die Agrarier. Freilich sprach Herr Maeco nur für seine Person, und der Fraktionsredner der Nationalliberalen Dr. v. d. V e r g h t, desavouirte ihn ausdrücklich, indem er den großen wirthschaftlichcn Segen der Kanäle pries. Interessant ist es, daß dieser Redner gegen die Finanzgebahrung seines ehemaligen Fraktionskollegen v. Miguel scharf poleniisirtc und eine strenge Scheidung der Eisenbahnverwallung von der allgemeinen Finanzverwaltung verlangte. Mit vollem Recht protestirte er da gegen, daß die Regierung die Eisenbahnen als»melkende Kuh" bc trachte. Die Reden der Abgg. Winkl er sk.). Graf Moltke(fk.) und Im Walle lZ.) boten nichts Bemerkenswerthes. Die Berathung wird morgen fortgesetzt.— Der Kuhhandel. Die Zentrumsmitgkieder der Budgetkommission bewilligten zwar die hauptsächlichen Militärforderungen der Regierung. machten aber einige gelinde Abstriche an den Forderungen für die Kavallerie und Infanterie. Wir nahmen das Zieren der Zentrumsherren sofort nicht für ernst. Die„Freisinnige Zeitung" weiß mitzutheilen. daß der Kompromiß zwischen Zentrum und Negienmg jetzt bereits abgeschlossen ist. Tie Zentrumspartei werde für die abgelehnten zehn neuen Eskadrons Jäger zu Pferde stimmen. Außerdem hat sie sich dazu verstanden, eine höhere Präsenz stärke auch abgesehen von diesen neuen Formationen zu be willigen, den Abstrich bei der ersten Berathung der Budget kommission also erheblich herabzumindern. Auch ein höh ere r D u r ch s ch n i t t L s a tz als 584 Mann pro Infanterie- b a t a i l l o n, wie er bei der ersten Berathung der Budget kommission beschlossen war. soll der Festsetzung der Friedend Präsenzstärke zu Grunde gelegt werden. Das Zentrum spendet also der Regierung in Hülle und Fülle. Und dem Zentrum winkt auch bereits der Lohn für diese„patriotische" That. Die..Münchener Allgemeine Zeitung" weiß aus offiziöser Quelle, daß bei Neu besetzung der Stelle des Unterstaatssekretärs v. Weyrauch, der der geistlicheir Abtheilung des Kultusministeriums vorstand, ein Katholik gewählt werden solle. Aber noch mehr. Herr v. Miqunel, der darob von der„Kölnischen Zeitung" heftig angegriffen wird, hat sich bereit gefunden, das an- gekündigte Gemeinde-Wahlgesetz so zu gestalten, daß das Zentrum dabei große Vortheile erzielen lvürde. Es soll die zweite Klasse.der Gemeinde Wähler aus der dritten so gestärkt worden, daß in beiden Klassen die Zentrumsleute bei den Wahlen den Sieg erringen und so die Verwaltung der Gemeinden im Rheinland in ihre Macht bekommen können. Eine Hand wäscht die andere. Um Volksverrath erkauft das Zentrum Regierungsgunst, Stellen und Macht! Das Befinden des Papstes hat sich nach Privatnachrichten im Laufe des heutigen TagcS noch verschlimmert. Dagegen lauten die Nachrichten des offiziösen italienischen Telegraphenbureaus„Agenzia Stcfani" günstiger. Ein Vertreter dieses Bureaus hatten mit dem Chirurgen Mazzoni eine Unterredung. Mazzoni theilte mit, er habe heute Vormittag dem Papst ein Geschwür an der linken Hüfte operirt; die Operation sei vollständig gelungen. Rosegger über die Sozialdemokratie. Im Märzhest der„D e u t s ch e n Revue" wird ein offener Brief Peter Rosegger's veröffentlicht, in dem der bedeutende Dichter seine Ansichten über die Sozialdemokratie entwickelt. Wir entnehmen den, intereffanten Briefe die folgenden Sätze: In meinen Bauernidyllen besangen, habe ich mir die Sozial- dcmolratie vom Halse gehalten, so lang es möglich war. Endlich ist sie aber doch mit jener elementaren Gewalt, in der geschichtliche Wandlungen vor sich zu gehen pflegen, auch in meine stillen Berge gedrungen und zwingt mich, wie jeden, zu ihr Stellung zu nehmen. Ob die Sozialdemokratie in unsere Berge dringt?— Längst ist sie schon hereingcdrungen. Steiermark, das alte Land des Eisens, mit großen Kohlenbezirken und Holzbereiwngs-Gebieten, hat seit Jahrzehnten auch eine bedeutende Industrie. In diesen Bereichen sind Hunderttausende von Arbeitern thätig, zu denen die Agitatoren hereinkommen und die sozialistischen Schriften, wie überallhin. Am wenigsten empfänglich für den Sozialismus sind die Holzhauer, die sich noch ans Baucrnthum lehnen? schon mehr dafür und sogar sehr dasür gestimmt sind die Schmiede und Eisenhämmer, deren die meisten zu großen Gewerkschaften umgewandelt wurden. Am aller- leichtesten zu habe» für die neue Lehre dürften wohl die Bergknappen sein. Diese Arbeitermassen des Landes haben bereits ihre musterhaste Organisation, ihre Presse, ihre Wer« eine, ihre Agenten. Es vergeht kein Sonn-, kein Feiertag, wo in der Stadt und auf dem Lande nicht Vcrsamm- lungen stattfinden. Es ist ein strammes, einheitliches Re- giment, unter dem allerdings die persönliche Freiheit so ganz und gar geknebelt ist wie bei den Soldaten. Die Sozialdemokratie macht mir nicht den Eindruck einer Partei, sondern vielmehr einer Armee. Bei den politischen Grazer Ereignissen der letzten Jahre hat es sich auch gezeigt, welch ein bedeutender, gefürchteter, be- ziehungsweise erwünschter Faktor unsere Sozialdemokraten ge- worden sind; s i e haben schließlich für das Verhalten einzelner Parteien und selb st der Regierung den Ausschlag gegeben, dadurch, ob siemitthatenoder U i ch t m i t t h a t e n. Um mich von der neuen Macht und ihren Grundsätzen zu unterrichten, habe ich häufig sozialdemokratische Versammlungen be- sucht und ihren Reden gehorcht. Und habe bemerkt, daß diese Leute, nahe besehen, nicht ganz so schlimm sind, als sie aus der Ferne, durch Part ei ränle entstellt, aussehen. Einmal steht fest, daß sie keine Hunnen sind, die gelegentlich plündern, sengen und brcimen wollen, und vor denen„das Kind im Mutterleibe nicht sicher geht". Bei uns agitiren sie vorwiegend für das allgemeine Wahlrecht, für den Achtstundentag, für die Altersversorgung, kurz für Verbesserung ihrer Existenz und ihrer Bildungsverhältnisse. Ihr Verhalten ist ztvar derb, aber anständig? Ausartungen einzelner iverden nach strengster Disziplin bestraft. Die ArbeiterdiSziplin ist musterhaft, nnd darin liegt ihre Stärke; andere Parteien sollten sich das merken. Man will wissen, daß die Sozial- demokratie heute in Oesterreich nicht blos die z i e l b e w u ß t e st e, sondern auch die klügste und taktvollste Partei sei. Die steierischen Arbeiter sind in zwei Lager getheilt, die„Schwarzen" und die„Rothen". Die Schwarzen sind konservativ und unter klerikalem Patronate; die weitaus größte Mehrzahl aber sind die„Rothen". Das Fieber, an welchem der Papst litt, sei ausschließlich durch jenes Geschwür hervorgerufen gewesen, welches sich in einem entzündlichen Zustande befunden habe. Mazzoni äußerte sich befriedigt über den Zustand des Papstes. Bei dem hohen Alter des Papstes— er ist am 2. März 1310 geboren ist seine Krankheit doch jedenfalls sehr be- denklich.— •» Deutsches Weich. Das Vertrauen in die Justiz erschüttert jetzt dieselbe „Staatsbürger-Zeitung", die vor Kurzem über unsere Kritik des Dresdener Schwurgerichts empört that und sich zu den Anschauungen des Herrn Rüger bekannte. Sie weist darauf hin, daß der sogenannte jüdische Demmziantcnverein. eine der unangenehmsten Folge- Erscheinungen des Antisemitismus, eine Denunziation wegen ihrer Flegel-Redc bei der Staatsanwaltschaft eingereicht habe, und sie fügt, durch Haussuchung und Konfiskation gänzlich geknickt, hinzu „Wir beugen uns als loyale Staatsbürger den Gericht" beschlüsscn? aber wir müssen gestehen, daß uns dies nicht erleichtert Ivird durch ein derartigesAuftreten dcsJudenthums das ja förmlich dazu anaethan ist, den Schei hervorzurufen, als ob die deutschen Gericht dem Judenthum e zu Willen wären. Trotzdem wir durch einen Gerichtsbeschluß selbst betroffen worden sind, halten wir es für unsere Pflicht, die deutschen Gerichte gegen eine solche Unterstellung zu verwahren. Wir können und wollen eS nicht glauben, daß das Jndenthum unsere Gerichte und unsere Recht sprechung beeinflussen könnte; nein wir glauben es nicht, wir weisen jode dahin gehende Aeußernng mit Entrüstung zurück! Die„Staatsbürgerin" Iveist solchen Verdacht entrüstet zurück, aber unter dieser Fiktion der entrüsteten Zurückweisung findet sie die Beschlagnahme unerklärlich. Erklärlich würde sie ihr also einzig unter jener Annahme, die sie entrüstet abweist. Die„Staatsbürgerin" kommt nicht einmal auf die Vennuthung. daß die Gerichte einfach das Gesetz haben könnten. Wir als Gegner jeder Polizeipolitik bedauern Denunziation wie Konfiskation. Wir hielten es für eine ausreichende Maßnahme. wenn man dem Urtheil der öffentlichen Meinung zeigte, w o man zu Gowaltthätigkeiten aufreizt. Dadurch würde die Heuchelei der reaktionären Parteien genügend gekennzeichnet, die davon zu reden wagen, daß die Sozialdemokratie zu Rohheiten veranlaßt. Der Zentralvcrband der Industriellen hat sich in einer am Dienstag in B e r l i n abgehaltenen Sitzung gegen die Z u s a m m e n leg«» g derArbeiterversicherungs- Gesetze ans gesprochen. Auch gegen die Errichtung der ö r t l i ch e n Renten stellen sind die Scharsmacher, da sie eine Förderung de ozioldemokratischen Agitation darin erblicken. V der Konfiskation" einesTbeiles des angesammelten Vermögens betritt die Regierungsvorlage nach der Ansicht des ZcntralvereinS den Weg einer„sozialistischenAuftheilung des Kapitals".— So etwas muß Herr v. P o s a d o w s k y, der die Novelle zu vertreten hat. erleben? Seine besten Freunde klagen ihn der.Förderung sozialdemokratischer Agitation" an. Oh! Oh!— Die staatSstrcichclnde goldene Jugend Frankreichs findet bei unseren Reaktionären begreifliche Synipathicn. Der Pariser Kor respondent des„Vorwärts" hatte seine Genngthuung geäußert, daß enc Bande endlich unter das Gesetz gestellt wird, während die Polizei bisher mit ihr fratcrnisirte. Das bekümmert die„Kons. Korresp." und sie bemerkt schmerzlich: Die„veränderte Haltung" unserer Polizei und Behörden nennt der„Vorwärts" den„Zuchthauskurs" 1 Die„Konserv. Korrcsp." irrt sich. Bei uns hat sich die Haltung der Polizei und der Behörden gegenüber den deutschen Gesinnungs lenossen jenes Pariser Janhagels gamicht geändert— desbalb önuen wir auch nicht in dieser Hinsicht von einem Zuchthausiurs reden. Wahrscheinlich führt die„Kons. Korresp." irrthümlicherweise unser Schlagwort vom Zuchthauskurs auf die Erscheinung zurück, daß neuerlich unsere Behörden ziemlich erheblich unter den allzu harmlosen" Mitgliedern der„goldenen Jugend" aufräumen.— Schlagt den Huud todt! Die katholische„Kölnische Bolkszeitung" führt aus, daß es dem volksthümlichen Sprach- gebrauch durchaus widersprechen würde, die Wendung„Schlagt den Hund todt l" als eine ernstliche Aufforderung zum Todtschlag auf- zufassen, wie dies das Dresdener Schwurgericht that. Wir wollen als Ergänzung darauf hinweisen, daß selbst von einem Minister Ucbrigens sind diese„Rothen" sogar— national. Ein steirischer Arbeiterführer, von mir interpellirt, erklärte offen, daß die Parole vom„Internationalismus der Sozialdemokraten" nicht etwa so zu verstehen sei, als sagten sich die Arbeiter von ihrer Nation los. Wenn die agitatorischen Standesgrundsätze der Sozialdemokraten international seien, weil eben in der ganzen Welt das gleiche Uebel zu bekämpfen ist. so heiße das durchaus nicht, daß sie anlinational eien. In den Zeiten der Roth würde auch der Arbeiter es mit seinem Volke halten, weil das ihm doch naturgemäß in jeder Be- ziehnng am nächsten stehe. Gegen das Bürgenhum halten die Sozialdemokraten natürlich auch bei uns scharfe Front. Die bürgerliche Wohlthätigkeit für arme Arbeiter lehnen sie im Prinzip ab.„Wir wollen keine Gnade. wir wollen unser Reckst" Einen größeren Haß bekunden sie gegen jene reaktionäre Partei, die man, ob immer zutreffend oder nicht, die klerikale nennt. Don dieser werden die Sozialdemokraten auch am ungerechtesten beurtheilt und bekämpft. Denen ist der Sozialdemokrat nicht etwa der verlorene Sohn, dem man beide Arme entgegenhält, um ihm sittlich und gesellsckiastlich aufzuhelfen. nein, sondern der wilde Umstürzler, der Jakobiner, der Anarchist. Als vor ein paar Jahren die Sozialdemokraten ein k n in m e r- liches Wahlrecht erlangt hatten, boten die im Reichsrath so vielstimmig vertretenen Klerikalen ihren ganzen Heerbann auf, um die Wahl des einzigen aufgestellten Arbeiterkandivaten zu ver- hindern. Die zelotische Presse benahm sich in einer so verab- scheuenswerthen Art, gegen eine Partei, die eben auch ihre Lage verbessern will, daß sich in Graz selbst das Biirgerthum dagegen empörte und für den sozialdemokratischen Kandidaten emtrat, der denn auch gewählt worden ist. Seither hat zwischen Bürgerthum und Arbeiterschaft die Spannung etwas nachgelassen, und bei den schon erwähnten Grazer Krawallen machten sie gemeinsame Sache. Das Vornrtheil gegen die„Sozis" ist bei uns im Schwinden begriffen. Wir sehen in ihnen nicht fremde, feindliche, umstürzlerische Massen, sondern arbeitende Menschen, die eben auch ihr Geschick oerbessern wollen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln. Das tbut in seiner Art ja jeder frisch aufstrebende Stand, und je benachtheiligter und bildungsloser er bisher gewesen, je weniger wählerisch wird er in seinen Mitteln sein können. Wir sehen in den Arbeitern unserer Jndustriebezirke Blut von unserem Blut. eS giebt bald keinen Bürger und keinen Bauer, der nicht in der Fabrik einen Verwandten hätte. Woher kommen denn die Arbeiter? Es sind Leute aus dem niedergehenden Gewerbe- und besonders aus dem Bauernstande. Wir wissen wohl, daß der Bauer das konservativste Element des Landes ist oder war. Aber der Staat hat der Jndiistrie und dem Handel zulieb alles miterlassen, um ihn auf seiner Scholle zu stützen, und vieles gethan, um ihn zu Grunde zu richten. So muß der Staat nun zur blühenden Industrie halt die Arbeiter und ihre soziale Gefahr mit i» Kauf nehmen. Die Aufhebung deS bäuerlichen Majorates, die Belastung des Hofbesitzers mit der Militärpflicht ifrüher war er davon frei), die Freithcilbarkeit der Bauerngüter, das eindringende Agentenwesen mit dein wucherischen Zwischenhandel, das Auskaufen von Bauernhöfen durch„Kavaliere" zu Jagdzwecken und so weiter, das sind die Hanptschäden, die der Staat nicht ver- hindert, sondern gefördert und erzwungen hat. Der Bauer selbst hat auch seine Dummheiten gemacht, besonders ist er auf die modenicn. ihm ans der Silbertasse entgegengebrachten Bedürfnisse reingefallen. einmal die gleiche Anfforderung ausgesprochen worden ist.„Schlagt ihn todt, den Hund! Es ist ein Rezensent." Das hatGoettze geschrieben. Volkssprache ist eben immer derb. Der Ketzer unterwirft sich. Die„Germania" meldet jubelnd: „Aus Würzburg kommt uns soeben die erfreuliche Nachricht, welche wir be» der uns bekannten lauteren Gesinnung Sckell's nicht anders erwartet haben. Professor Dr. Schell wird seine Lehren de in Urtheile Roms entsprechend mit der Kirch entehre in Einklang setzen. Es hat dies den Professoren der theologischen Fakultät gegenüber erklärt und will es morgen dem Bischof gegenüber förmlich zum Ausdruck bringen. Bravo I Die Hoffnungen der liberalen Presse, welche Profcffor Schell so gern als Stnrmbock gegen die katholische Kirche inißbraucht hätten, sind also in nichts zerflossen. Professor Schell hat die schwere Probe bestanden. Sein Verhalten der kirchlichen Autorität gegenüber verdient die höchste Anerkennung. Die„Germania" ist sich nicht einmal bewußt, wie schwer kränkend für Professor Schell ihre Jiibelkunde ist. Berichtet die „Germania" richtig, so ist die Wissenschaft um eine Charakterschwäche reicher. Der modernisirte Ketzer sagt höflich: Verzeihen Sie. Ganz recht. Ich überzeugte mich soeben. Sie bewegt sich doch— nicht!— Die Alimentationsklage«ach dem Bürgerlichen Gesetz- buch. Obgleich das Bürgerliche Gesetzbuch als allgemeinen Ein- führnngsternim den 1. Januar 1900 hat, tritt eine Bestimmung des Gesetzes schon in nächster Woche in Kraft. Es ist dies die Vor- schrift des§1717/ worin die Anhaltspunkte für die Alimen- tationskloge und die„Vermuthiing der Vaterschaft" festgesetzt sind. Als kritische Zeit zur Feststellung der Vaterschaft gilt danach die Zeit vom 181. bis 302. Tage, also der äußerste Terniin für die Vcrmuthung der Vaterschaft �.por dem 1. Januar 1900, ist der kommende Sonntag, 5. Mär z. An diesem Tage tritt also nach den im Zusammenhang mit§ 1717 des Bürgerlichen Gesetzbuches stehenden Bestimmungen zunächst der«satz des Code Napoleon:»I-» recherche de la pateraite est interdite" für die deutschen Gebiete des französischen Rechts(bayer. Rheinpfalz. Baden. Elsaß- Lothringen) außer Kraft. Andererseits erhält am gleichen Tage für die Gebiete des bisherigen„Gemeinen Rechts" die Änrede gegen die Alimentationsklage, daß mehrere der Ver- muthung der Vaterschaft unterliegen, für alle nach dem 1. Januar 1900 geborene Kinder Geltung.— Weimar, 27. Februar. sEig. fflcr.) Landtag, Im vorigen Jahre hatte unser Genosse, Abg. B ändert, den Antrag um Auf- Hebung bezw. zeitgemäße Abänderung des Ana- tomie-Gesetzes gestellt und dazu anch die Unterstützung von acht Abgeordneten erhalten. Der Z 1 des aus dem Fahre 1850 stammenden Gesetzes besagt u. a., daß an die A n a t o m i e Jena zu w i s s e n s ch a j t l i ch e n Studien die Leichen derjenigen ab- geliefert werden muffen, welche: 1. als Sträflinge in einem Zilchthause oder Slrafarbeitshause verstorben, der letzteren jedoch nur, wenn ihnen die staatsbürgerlichen Rechte abcrkmmt worden waren; 2. derjenigen, gegen welche eine, wenn anch nur erstinstanzliche ZilchthauSstrafe vorliegt, sofern der Tod in der Haft erfolgt; 3. der znrechnunasfähigen Selbstmörder; 4. von Personen, deren Begräbniß aus Privatmittcln Niemand bestreitet; 5. von unehelichen Fehlgeburten, von anderen unreifen unche- lichcn Geburten und von unehelichen Kind ern, welche das achte Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Das Material des Genosien Baudert gegen dieses, wie erjagte:„barbarische Gesetz" war so beweiskräftig, daß die Vertheidigungsreden der Herren Regicrnngsvertreter ohne Eindnick blieben. Mit großer Mehrheit wurde beschloffen, die Bestimmnngen unter 2, 3, 5 aufzuhebeil und bezüglich der Selbstmörder zu bestimmen, daß nur die Leichen solcher an die Anatomie abgeliefert werden, die von den Angehörigen nicht be- erdigt werden. Leider besteht noch das„Gesetz", daß Personen, deren Be- grävniß ans Privatnutteln niemand bestreitet, an die Anatomie abgeliefert werden, also der Arme, der Befitzlose, sofern die Kommunal-Ärmen- Verwaltung die Begräbnißkosten nicht übernimmt, nach seinem Tode noch als anatomisches Präparat dienen muß. Nim, agitiren wir rastlos weiter, dann wird auch diese„Ungerechtigkeit" verschwinden. München, 28. Februar,(©ig.. Ber.) Abgeordnetenkammer. Mit allen gegen drei Stimmen der sozialdemokratischen Abgeordneten hat gestern die Kammer beschlossen, die Waarenhäuser mit einer Umsatzsteuer von 3 pCt. zu belegen. Liberale und Frei- sinnige haben in rührender Uebemnftimmnng mit der Zentrums- �zartei, den Konservattven und Bauembündleni einen Vorstoß gegen ine Gewerbefreiheit unternommen, der zu den bedenklichsten Kon- So wird er locker, so fällt er ab und geht— in die Fabrik. Mit der Fabrik droht jeder Knecht dem Hausvater, wenn dieser seinen Ansprüchen nicht nachkommen will oder kann. Denn die Dienst- boten im Bauenihofe steigen! ihre Ansprüche und ihre Keckheit ebenso wie die Fabrikarbeiter. Man kann schon sagen, daß die Sozial- demokratie auch in die Berghütte gedrungen ist. Die Botschaft vom„Herrenderschlagen" ist auf dem Dorfe seit den Bauenikriegen her nie ganz vcrslunmit, wenn anch selten ernst gemeint gewesen; etzt im Fabrikarbeiter aber wird sie neuerdings lebendig und manch- mal nicht so harmlos als auf dem gemüthnchen Dorfe, auf dem einsamen Hof. Der GebirgSbancr, der trotz allen Fleißes kaum mehr bestehen kann, hätte eigentlich ganz besonders Ursache, eine 'oziale Umwälzung anzustreben; er bringt dieser Idee zwar vielfach chon Empfänglichkeit entgegen, aber„Sozi" wird er doch erst, wenn er daheim abgewirthschaftct hat, in den Fabriken der Großstädte, wo das größte Elend und der üppigste LuxnS sich wüthend und höhnend gegenüberstehen. So sehe ich's. Unter diesen Eindrücken habe ich keine besondere Furcht vor der Sozialdemokratie, nehme sie aber ernst! Sie ist eine natürliche Folge der Ursachen, die hier nicht weiter erörtert werden ollen, oder, um mich akademisch auszudrücken, sie ist ein noth- vcndigeS Glied in der sozialen Entwickelung. Lieber wäre eS mir �ccilich, wen» dieses unter Umständen gefährliche Glied in der ozialen Entwickelung nicht nothwendig geworden wäre, ivenn wir, besonders noch ans dem Lande, jene ruhigeren, behaglicheren und zufriedeneren Verhältnisse hätten, die sich so gcmüthlich leben und von Dorfgeschichtenschrcibern noch gemüthlicher darstellen ließen. Vielleicht kommen sie wieder einmal in anderer Form, die Zustände, die das menschliche Dasein verlohnen. Die gegenwärtigen erlohnen es kaum. Die Gefahr der Sozialdemokratie für den edleren Theil unserer Kultur ist nicht ganz zu leugnen, und drei Mittel wüßte ich zu ihrer Bekämpfung; da solche aber nicht aus Bajonnetten und Kanonen bestehen, so dürften sie mancherorts kaum recht Anklang finden. Das erste Mittel: Einschränkung der Industrie, Ausdehnung der Landwirthschaft, Ablegung der gottverfluchten Groß- mannssucht und Rückkehr zu einer anspruchsloseren, natürlicheren Lebensweise.— Wird nicht angenommen... Das zweite Mittel: Vollste Freizügigkeit.der radikalsten Sozialdemokraten zur Verwirk- lichung ihrer Ideale. Nach wenigen Jahren iviirden sie bekehrt sein. - Wird abgelehnt... Das dritte Mittel: Man komme den erechten Ansprüchen der Arbeiter entgegen, gebe hnen die politischen Rechte des Bürgers, Ge- egenheit und Mittel, sich sittlich und geistig zu ilden, und erkenne sie an als im gesellschäft- ichen Leben gleichwerthig n nd gleichgeachtet ivie lle übrigen Staatsbürger, die etwas leisten. Dieses dritte Mittel zur Bcscitignna der sozialdemokratischen Gefahr dürfte sich als ausführbar empfehlen." Man sieht: Peter Rosegger hat kaum einen Hauch sozialistischen Geistes empfangen. Man hat den Eindnick, als ob er sein Wiffen von der sozialdemokratischen Weltanschauung aus bloßen Unter- Haltungen, vielleicht gelegcnttich aus gegnerischen Schriften, sicherlich nicht aus Parteidoknmenien gelvonnen hat. Aber ein gerader Bei- stand und ein ehrliches Gemiith spricht ans dem Briefe— und darum sei das Zeugniß eines der lvenigen Gegner mitgetheilt, vor dem man keinen Ekel zu empfinden braucht. manis tiny allod fequenzen führen muß. Rüdivärts, rüdwärts, lautet die Parole des glücklich sein, wenn er von anderer Seite Unterstügung er- Siernach hat der frühere Aufständischen Führer Aranjita auf der bayerischen Liberalismus. Der bekannte Zentrums- Abgeordnete Haim halte. Bom Liberalismus werde er ebenso wenig mit einem Insel eine vollständig republikanische Regierung und Berwaltung benutzte diese Gelegenheit wieder zu Angriffen gegen unfere Partei, Schritte abweichen, wie von dem Bestreben, die Einheit des eingeführt, an beren Spige er selbst als" Präsident der Republik wurde aber von unseren Freunden Ehrhart und v. Wollmar ungarischen Staates zu erreichen. Er wolle tein großes Programm Negros steht. Er hatte die ihm von Aguinaldo zugedachte gründlich widerlegt. bezüglich der auswärtigen Politit entwickeln, in dieser Stelle als Verwaltungsbeamter der Provinz Negros", die dadurch Eine Erinnerung an die deutsche Revolution. Zu Beginn der Beziehung fei er in der glücklichen Lage, daß die An- ein Theil der philippinischen Gesammtrepublik geworden wäre, ersten diesjährigen und zugleich Jubiläums Sigimgsperiode des fichten der maßgebenden Faktoren mit der Richtung der abgelehnt und es vorgezogen, sich in seinem Gebiet völlig selbständig Schwurgerichts bei dem Landgerichte München I richtete der Präfi auswärtigen Politit übereinstimmten. Die Poiltit des Landes einzurichten. dent, der Münchener Bost" zufolge, an die Geschworenen herzliche fei eine Bolitik des Friedens und ihre Grundlage Die Regierung der Filipinos hat eine Erklärung Begrüßungsworte und führte dann aus: Durch Gesez vom bilde der Dreibumb.( Lebhafter Beifall.) Die finanziellen Fragen veröffentlicht, in der es heißt, die Filipinos bezeugen vor der zivilisirten Jahre 1848 find bei uns in Bayern die Geschworenengerichte erheischten größte Sparfamkeit. Die fortwährenden Rüstungen Welt, daß sie bis zum Tode gegen den Verrath und die rohe eingeführt worden und in diesen Tagen werden es fünfzig feien au bebauern, doch erheische das Interesse des Vater Gewalt der Amerikaner fämpfen wollen, und daß selbst die Jahre, daß die erste Sigung für Oberbayern hier in München landes Opferfreudigkeit; die Wehrfähigkeit aufrechtzuerhalten, sei die Frauen erforderlichenfalls an dem heiligen Kriege für die Unstattgefunden hat. Wenu die Schwurgerichte das Ansehen, Pflicht jedes Patrioten. Die Regierung werde bestrebt sein, zwischen abhängigkeit theilnehmen werden. das sie sich hart erworben haben, erhalten haben, so ist Staat und Kirche das beste Verhältniß aufrecht zu erhalten. das gewiß zum großen Theil den vorzüglichen Eigenschaften zu ver Die Ausführungen des Ministers wurden mit stürmischem Beifall danken, welche wenigstens unsere bayerischen und speziell ober aufgenommen. Horanszky und Stoffuth, sowie die übrigen Partei bayerischen Geschworenen stets an den Tag gelegt haben. Pflicht führer gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, daß an der Spize der treue und Gewissenhaftigkeit sind die Eigenschaften, welche die Ge- Regierung Szell stehe, sprachen demselben Vertrauen aus und die schworenen bisher stets an den Tag zu legen bestrebt gewesen find, Hoffming, daß sich aus dem Kampfe als zohn das Glück des Vater und daher kommt es auch, daß sie bei uns in Bayern, man darf es landes ergeben werde..k12 fagen, in Ansehen gestanden sind und noch stehen. In Bayern big the darf die Revolution noch verherrlicht werden!-stud Italien. til mad m Bei dieser Stimmung wird wohl auch das Erscheinen eines weiteren amerikanischen Striegsschiffes vor Manila teinen Eindruck auf die Filipinos machen. In Amerika ist man dagegen offenbar entschlossen, den Aufständischen gegenüber nicht nachzugeben. Das geht unter anderem auch aus der jüngsten Rede des Präsidenten ac Kinley in Boston hervor, in welcher der Präsident über feine Politik Auskunft gab. Er erklärte, das amerikanische Bolt sei frei von EroberungsAus Elfak- Lothringen, 27. Februar.( Eig. Ber.) Es gewinnt Deputirtenkammer die Diskussion über die Gesegesvorlagen betr. die das Ende der spanischen Herrschaft auf dem Infelreich zur Thatsache Rom, 26. Februar.( Eig. Ber.) Gestern wurde in der Staaten in die Hände gefallen. Der Vertrag von Paris habe sucht. Nach dem Ausbruch des Krieges jei Manila den Vereinigten immer mehr den Anschein, als ob die von der Regierung im Landes- Einschränkung der Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit, der gemacht, und die besiegte Macht habe das Land an die Vereinigten ausschuß eingebrachte Vorlage, betreffend die Gehaltserhöhung Preßfreiheit und der Koalitionsfreiheit der Angestellten in staatlichen Staaten der mittleren und höheren Beamten in ihrer jezigen Betrieben vorläufig beendet. Die Reaktion geht von dem Stand- teit sein und über den Ernst der Kulturmission" der Vereinigten förmlich abgetreten. Es würde eine LächerlichForm als endgiltig gescheitert angesehen werden müsse. Dieselbe punkt aus, daß das italienische Volt noch zu ungebildet sei, um die Staaten Zweifel entstehen lassen, wenn dieselben aus den Philippinen fchließt die unteren Gehaltskategorien von der geplanten Aufbefferung Freiheit richtig anwenden zu können, diese müsse daher eingeschränkt abzögen und die herrschende Anarchie zu Gunsten einiger Abenteurer aus, obwohl diese gerade dort am allermeisten angebracht wäre. werden. Die Vorlagen bedeuten ein Zugeständniß an die Reaktionäre bestehen liegen. Wie auf Kuba müsse in den Philippinen vor allem Dafür suchte man die Unterbeamten durch eine offiziose Auslaffung von Mailand, die man für den im Mai v. J. erhaltenen Schrecken Ordnung und Recht hergestellt werden. Ob spätere Erfahrungen den zu trösten, derzufolge die Regierung nicht abgeneigt sei, auch dem entschädigen will, fie glauben durch noch größere Strenge Beweis liefern werden, daß es für die Wohlfahrt der Einwohner Wunsche der unteren Beamten in nicht allzu ferner Beit zu ent- und Brutalität alle freiheitlichen Bestrebungen eindämmen des Inselreiches angemessen sei, ihnen das Recht der Selbſt sprechen. Dieser Hinweis auf das warme Herz der ReIm zu können. gierung für die unteren Beamtentlaffen scheint mun aller- welche Gefahren der freiheitlichen und friedlichen Entwickelung durch ließe sich nicht antizipiren, und es sei daher Pflicht des Er zu verhüten, daß das Land Land erfahre, verwaltung einzuräumen, sei eine Sache der Zukunft. Das Resultat dings seinen gwed, die Gehaltsvorlage zu Gunsten der die Knebelgesetze laufen, hat man in Mailand sogar Versammlungen oberers, über die Wohlfahrt des Landes mindestens so lange zu oberen und mittleren Beamten der Boltsvertretung der Boltsvertretung etwas verboten, die fich mit diesen Projekten befassen sollten. In den wachen, als nicht festgestellt fet, baß die Bürger deſſelben im mundgerechter zu machen, verfehlt zu haben. Wie aus einem nächsten Tagen wird die Diskussion wieder aufgenommen und die Stande sind, Recht und Gesetz aufrecht zu halten. Auch fallen Dementi hervorgeht, das die regierungsoffigiöse Straßburger Post" Redner der Oppofition werden zum Wort kommen. Nicht weniger wirthschaftliche und politische Rücksichten von größter Bedeutung nach einer Nachricht der Köln. Boltsatg." über das Scheitern der als 50 Anträge stehen zur Debatte. Im Uebrigen wird die Linke der Ansicht des Präsidenten dabei in die Waagschale und verbieten es Beamtenvorlage entgegenseßen zu müssen glaubt, besteht die vom Obstruktionspolitik treiben und eine lebhafte Agitation im Lande den Vereinigten Staaten, aus falscher Sentimentalität die Philippinen Plenum des Landesausschusses mit der Borberathung des Entwurfs entfalten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Kabinet Belloux im Stich zu lassen. Die Herrschaft des Sternen banners betraute Kommission darauf, daß auch die Unterbeamten in über die Vorlagen stolpert. den Kreis der Regierungsfürsorge mit einbezogen werden, was mit Süd drohen auch bei dieser Frage aufeinander zu plazen. Kürzlich und es wird in späterer Zeit Sache des Kongresses sein, über das Die Gegensätze zwischen Nord und muß daher vorderhand in den Philippinen walten, anderen Worten fagen will: Die Vorlage der Regierung ist im fam es schon zu Auseinandersetzungen in der Fünfzehnerkommission, Schicksal des Landes endgültig zu verfügen. Plenum des Landesausschusses der Ablehnung ficher, jene sich nicht entschließt, gleichzeitig mit den mittleren belte sich um die Aufhebung des städtischen Oftrois, durch den besonders wenn welche die ökonomischen Projekte zu berathen hatten. Es han imd oberen auch die Den Schutz der Deutschen auf den Philippinen überläßt dienenden am allerersten Berücksichtigung ver- die Arbeiter schwer belastet werden. Die Abgeordneten des agrarischen die deutsche Regierung den Amerikanern. Wie ein Reuter- Telegramm Daß das offiziöse Blatt damit die Richtigkeit deffen bestätigt, des Nordens lehnten bie geplante Besteuerung der elektrischen Straft, gierung der Präsident Mac Kinley das Leben und Eigenthum Gehältern aufzubeffern. Südens erklärten fich dagegen, die Vertreter der Industricbezirke aus Washington meldet, läßt auf Wunsch der deutschen Rewas es zu dementiren beauftragt war, liegt auf der Hand. Ander- des Gases ab und so scheiterte die ganze Vorlage. Auch auf dem Ge- der auf den Philippinen befindlichen Deutschen durch die Land- und feits scheint man im Landesausschuß unter dem Einfluß seiner biete der Sozialreform herricht vollkommene Stagnation und Seemacht der Vereinigten Staaten ausüben. Deutschland will sein agrarischen Elemente die Gehaltserhöhungen der Beamten von den sonst ist die Parole: Immer rüdwärts. günstigen Erfolgen, der progressiven Einkommensteuer abnoch in den Philippinischen Gewässern stationirtes Kriegsschiff für hängig machen zu wollen, durch welche der in dem bestehenden den Dienst an der chinesischen Küste verivenden. reichständischen Steuersystem begründeten einseitigen Belastung des bäuerlichen Grundbesizes, zum Vortheil der Erträge aus Kapital, genommen, um den gegen die Republik gerichteten Komplotten auf Maffenhafte Saussuchungen werden jetzt in Paris vor- Partei- Nachrichten. Lohn und Besoldung, abgeholfen werden soll. Auf alle Fälle aber bie Spur zu kommen. Am Mittwoch früh fanden bei den Präsidenten, steht die Thatsache fest, daß die Regierung in der vorliegenden Frage Sekretären, Schaßmeistern und Mitgliedern der Liga zur Wahrung sich bei der Volksvertretung des Landes eine Schlappe holen wird. der Menschen- und Bürgerrechte, der Liga La Patrie française", der Es geht dies auch schon daraus hervor, daß in der genannten Kom- Liga für die Intereffen der nationalen Bertheidigung und beim Baron mission die Befürchtung geäußert wurde, die Regierung werde im Lagoue, dem Borsigenden der plebiszitären Komitees des SeineFalle der Ablehnung ihrer Vorlage die geplanten Gehaltserhöhungen departements, Haussuchungen statt, bei welchen eine große Anzahl dem Lande durch den Reichsia g oftrogiren lassen. von Schriftstiden mit Beschlag belegt wurde. Unterbeamten in ihren meditat Frankreich. Borläufig gebehrden fich die orleanistischen Monarchisten noch Chronik der Gewaltthätigkeiten. ziemlich frech. Der Chef des politischen Bureaus des Herzogs von ( Vergleiche zum Dresdener Zuchthaus- Kurs.) Orleans, Buffet, erklärte einem Berichterstatter gegenüber, die orleanistische Partei habe selbstverständlich komplottirt. Daß ausständige Arbeiter, die einem Streifbrecher in nur zu aber die Polizei werde unter den beschlagnahmten Papieren keinerlei erflärlichem Unmuth ein paar grobe Worte fagen, zu Beweis dafür finden. Die Orleanisten hätten niemals einen schwerer Gefängnißstrafe verurtheilt werden, geschieht unter Schritt bei einer politischen oder militärischen Persönlichkeit unter dem Buchthausturs alle Tage. Tage. Bei dieser dieser Erscheinung nommen. P zu wo Spanien. 9 wiffermaßen ein Ereigniß. Kürzlich war es nach langer Zeit wieder Eine fozialdemokratische Versammlung ist in Posen ge einmal gelungen, einen Saal für eine öffentliche Versammlung zu erhalten. Diefelbe war von 600 Personen besucht; Genosse Nöste aus Hamburg trat als Referent auf und die Diskussion wurde in deutscher und polnischer Sprache geführt. Die Versammlung legte auch protest ein gegen das Dresdener Zuchthaus- Urtheil. der Arbeiter Bildungsverein zu Limbach in Sachsen. Bei der GeSein zehnjähriges Stiftungsfest feierte am vorigen Sonntag legenheit wurde auch dem Genossen Semmler, der ebenso lange Borsigender des Vereins ist, für seine aufopfernde Thätigkeit eine Anerkennung zu theil, indem ihn Genosse Ludwig namens des Gemmler gelobte, daß ihm diese Anerkennung ein Anfporn sein Vereins ein naturwiſſenſchaftliches Werk überreichte. Genosse ist es von hohem Interesse, werde, auch in Zukunft im Interesse des Vereins zu arbeiten. die auffällige Milde beobachten, die ein Gericht in dem Falle anwandte, Zu Redakteuren der Rheinisch Westfälischen Das Kabinet Sagafta hat seine Demiffion eingereicht. Da Arbeiterzeitung" in Dortmund wählte die Preßkommission Streifbrecher gemeinsam an ausständigen Arbeitern eine der Senat am Dienstag mit nur drei Stimmen Majorität und des Blattes die Genoffen Rosenow, früher am" Chemnizer schwere Mißhandlung verübten. Ein solcher Fall beschäftigte, gierungsvorschläge bez. Abtretung der Philippinen gebilligt hatte, Tagespost" in Nürnberg, als zweiten Redakteur. Der Antritt soll so mit dieser Majorität stimmten sämmtliche Minister die Re Beobachter", als ersten und Lebius, bisher an der Fränkischen gestern die Berufungs Straffammer des Landgerichts I. Die vier jo jah die Regierung, daß sie sich unmöglich halten könne. arbeitswilligen Maurer Roß, Lewart, Schulze und Zimmerbald als möglich erfolgen. mann waren bom Schöffengericht wegen gemeinschaftlicher KörperRußland. Badische Parteipreffe. Der Vorstand der badischen Landess verlegung zu Geldstrafen verurtheilt worden, die sich zwischen Studentenunruhen ernsterer Art Herrschen seit mehreren Tagen organisation erläßt folgende Bekanntmachung: 10 und 20 M. bewegten. Es war dabei folgender Thatbestand in verschiedenen russischen Universitätsstädten. Sie nahmen ihren Auf der lezten Landesversammlung der sozialdemokratischen für erwiesen angesehen worden: Auf einem Bau in der Hussiten- Ursprung in Petersburg. Gehässige und reaktionäre Erlasse des Rettors Partei Badens wurde mit großer Majorität der Beschluß gefaßt, ſtraße hatte im verfloffenen Sommer der größte Theil der dort be- ibn beshalb mit Bfeifen und Spektakel, der sich bis auf die Straße zu verlegen und dort wöchentlich sechsmal erscheinen zu lassen. Die Professor Sfergejewitsch gaben den Anlaß. Die Studenten empfingen unser Partei- Organ„ Volksfreund" zum 1. April 1899 nach Karlsruhe schäftigten Maurer die Arbeit niedergelegt. Es wurden Attord- fortpflanzte. Hier ließ man ein massenhaftes Polizeiaufgebot Vorarbeiten sind jetzt so weit gediehen, daß dieser Beschluß verwirklicht maurer angenommen, welche nach üblichem Brauch von den heranrücken und mit brutalen Beitschenhieben in die Studenten werden kann. Mit dem Genossen Adolf Geck wurde wegen UeberStreifenden belästigt sein wollten. Angeklagten vor dem Bau mit dem Maurer A u ft in zusammen, der haftet. Diese Vorgänge haben eine außerordentliche Erregung unter beide Theile befriedigendes Uebereinkommen erzielt. Den Druck Eines Abends trafen die vier schaaren einbauen. Viele Studenten wurden verlegt, über 200 vernahme des Verlagsrechts des„ Volksfreund" durch die Partei ein für Austin haben wir nun den Parteigenossen Goldschagg und Burger überzu den Streikenden gehörte. Sie versuchten mit ihm anzubinden den Studenten hervorgerufen. An sämmtlichen Hochschulen Peters haben wir nun den Parteigenossen Goldschagg und Burger überund fielen dann insgesammt über ihn her. Austin wurde burgs wurde der Besuch der Vorlesungen eingestellt. Die Studenten tragen. Der„ Volksfreind" erscheint vom 1. April an wöchentlich erheblich, wenn auch nicht bis zur Arbeitsunfähigkeit gemishandelt. in Siew und Charkow haben sich dieser Bewegung angeschloffen und sechsmal in Karlsruhe". Er wurde im Strafverfahren gegen die Angeklagten als Neben- es wird der Rücktritt des Ministers der„ Boltsaufklärung" Bogaljagow Wir wünschen dem so erweiterten Binderblatte kräftiges Ges Kläger zugelaffen. Wegen der überaus niebrigen Strafen, auf die berlangt, nach dessen Weisungen der Rettor der Petersburger Universität deihen. erkannt worden war, legte Austin Berufung ein. Sein Vertreter, Genoffe A. Agster, der fich aus der Klinik in Tübingen( nicht Rechtsanwalt Katz, führte in der gestrigen Verhandlung aus, daß Senat hatte beschlossen, bei dem Kaiser Nikolaus wegen des taijer- hatte, wird nunmehr durch Fürsorge der Partei in eine Privat- HeilDas Ende der Selbstverwaltung in Finland. Der finische Pfullingen), in die man ihn einstweilen gebracht, wieder entfernt das milde Urtheil des Schöffengerichts um so weniger gerechtfertigt lichen Manifestes über die Wehrpflicht vorstellig zu werden. Die anstalt gebracht werden, wo sich sein bedauernswerther Zustand fei, als doch gegen die Streitenden, welche sich gegen Antwort, welche quf diese Vorstellungen ergangen ist, hat folgenden hoffentlich bald wieder beffern wird. Arbeitswillige vergingen, die härtesten Strafen lakonischen Wortlaut: Veranlaßt keine Veranstaltungen 1"-Eine berhängt würden. Ein so mildes Urtheil wie das nette Antwort! angefochtene, könne unmöglich dazu dienen, vor Gewaltthaten abzuschrecken. Der Gerichtshof verwarf dennoch die eingelegte Be- Die Mächte auf Kreta. Eine Depesche aus Rom meldet, zu rufung. Es müsse besonders mildernd ins Gewicht fallen, daß die der Konsolidirung der Verhältnisse auf Streta und zur Regehung Angeklagten seit längerer Zeit von den Streifenden schwere Unbilden der Verantwortlichkeit der vier Mächte bezüglich ihrer Verpflichtungen hatten erdulden müssen, so daß sie wiederholt den Schutz der gegenüber der tretischen Bevölkerung und dem Sultan, daß die Polizei angerufen hätten! Es giebt also doch Kabinette von Frankreich, Rußland und England be troy Dresdennoch mildernde Umstände! absichtigten, über diese Fragen in Rom durch ihre Botschafter mit dem Minister des Aeußern Canevaro verhandeln und Beschluß fassen zu lassen. Man wolle eine Art Komitee für Kreta errichten, in welchem Canevaro den Vorsitz führen werde. Ausland. Desterreich- Ungarn. gehandelt hat. Türkei. Aften. Eine unangenehme Berichtigung mußte sich das liberale Gemeinde- Wahlfomitee in Gießen gefallen lassen. Bei den Stadtverordneten- Wahlen im vorigen November war Genosse Eduard fallenen Stimmen für ungiltig und erreichte damit, daß er mur als Krumm gewählt worden. Man erklärte aber 100 der auf ihn ge= Erjaymann für drei Jahre gewählt galt. Auf die Beschwerde Krumm's entschied der Kreisausschuß, daß die 100 Stimmen giltig seien und Krumm damit auf fechs Jahre gewählt ift. Die 100 Stimmen waren deshalb für ungiltig erklärt war und das Wahlkomitee entdeckt hatte, daß noch ein Mann worden, weil der Vorname auf ihnen nicht ausgeschrieben namens Edmund Krumm in Gießen wohnte. Er war zwar kaum der Schule entwachsen und daher die lingiltigkeitserklärung der Stimmen sehr lächerlich, aber ein liberales Wahlkomitee hat das Privileg, fich lächerlich zu machen. Im ungarischen Abgeordnetenhaus hielt am 1. März der neue Ministerpräsident Koloman Szell feine Programm Ans China liegen heute die folgenden Mittheilungen vor: rede. Er führte aus: Seit Monaten habe im Hause ein heftiger die Dentschrift eines Bensors veröffentlicht, in welcher der Gouverneur eting, 28. Februar. In dem„ Pekinger Amtsblatt" wird Polizeiliches, Gerichtliches u. 1. w. Kampf gewüthet und das Land sei in einen außergeseßlichen Zustand gerathen. Jetzt sei der Kampf vorüber; Gott gebe, daß auch sein Widerhall auf von Schantung Tschang- hu- mei der Bestechlichkeit und Kor Pirna verbot eine Versammlung mit folgender Begründung: Sächsische Polizeifürsorge. Die Amtshauptmannschaft ewig verklinge. Nach monatelangem Stampfe habe sich die Ueberzeugung ruption beschuldigt und Li- hung tiang Extravaganz Der Zensor ist von der Krone aufgefordert Restauration in Groß- 3fchachwig, ist zur Abhaltung einer öffentlichen „ Das in Aussicht genommene Lokal, die Lehmann'sche allgemein Bahn gebrochen, daß dem unhaltbaren Zustande ein Ende borgeworfen wird. gemacht und der außergefeßliche Zustand beendet werden müsse. worden, seine Anflagen im Einzelnen zu begründen.offtan Nummehr sei der Friede zu ftande gekommen und auf Grund dieses bei Baotingfu, 80 Weilen südlich von Peking, wurden von 200 höchstens 30 Personen. Daß mur zirka 30 Personen erscheinen Peting, 28. Februar. Die Bauten für die neue Eisenbahn 60 Personen, wie in Ihrer Eingabe behauptet wird, sondern Bersammlung bei Weitem nicht groß genug. Es faßt nicht 50 bis Friedens stehe er vor dem Hause, eines Friedens, welcher ohne Chinesen angegriffen. Dieselben zerstörten einen Theil des würden, beruht auf einer Schäßung Ihrerfeits, für deren Richtigkeit prinzipielle Opfer au stande gekommen sei. Der Friede fei ein ehrlicher, Materials und versuchten, Theile der Brüde fortzufchleppen. Die es an jedem Anhalte gebricht. Es ist vielmehr mit der Möglichkeit anständiger und ruhe auf fester Grundlage. Der Ministerpräsident zählte sodann die im Sinne des Kompromisses vorzunehmenden Ar- Ortspolizei zeigte sich machtlos gegenüber der Schaar. Personen zu rechnen, daß einer etwa erscheinenden größeren Zahl von Personen beiten auf, wobei er ausführte, daß die Regierung das größte Gewicht wurden nicht angegriffen. auf die Ausgleichsvorlagen lege. Die Regierung werde dem Direttor ber nördlichen Eisenbahnen, Huyufen, wegen schlechter Ver- bez. Störungen des öffentlichen Verkehrs und der allgemeinen Ruhe Beting, 28. Februar. Die Untersuchung gegen den früheren Bon den Auszuschließenden aber würden Busammenrottungen und ber Zutritt zu dem Versammlungslokale zu versagen sein würde. Hause Vorlagen unterbreiten, welche der wirthschaftlichen Unsicherheit ein Ende machen und das Verhältniß zu Oesterreich bis 1903, respettive waltung hat zu seiner Freisprechung geführt. und Ordnung zu befürchten sein." 1904, festlegen sollten. Das Kompromiß sichere auch die Erledigung Vom philippinischen Kriegsschauplah. Der General Otis Wir bewundern die weise Voraussicht dieser Behörde, die sich des definitiven Ausgleiches. Die Regierung stehe auf dem Boden meldet, daß er Truppen nach der Insel Negros abgeben laffe; in hier als wahrhaft ahmungsvoller Engel eriviefen hat. der Gesetze von 1867. Sein Szell's politisches Glaubens Manila sei alles ruhig. Wie der Intern. Korr." aus Madrid bekenntniß ruhe auf derselben Basis in ihrem wahren, unverfälschten gemeldet wird, wird die über Washington verbreitete Nachricht. Dienstag vor dem Erfurter Landgericht zur Verhandlung. Zu- Drei Prefprozesse gegen die Tribüne gelangten am Sinne und könne nichts anderes bedeuten, als wahren Liberalismus. daß die Philippinen- Insel Negros die Herrschaft der nächst hatte sich Genoffe Rudolph wegen zweier Beleidigungen ( Stürmischer Beifall rechts.) Szell ersuchte sodann die liberale Vereinigten Staaten angenommen habe, in den Mittheilungen, welche des Polizei- Inspektors Megler zu verantworten. Bartei um ihre Unterstügung und fügte hinzu, er werde auch der spanischen Regierung angegangen find, erheblich eingeschränkt. wurde vertagt, weil der Oberbürgermeister Schmidt, der als geuge Die eine Sache " Einer Beleidigung der königl. Staatsanwaltschaft in Halle soll sich der Genosse Swienth vom dortigen Parteiblatte fchuldig gemacht haben. In einer Lokalnotiz des Boltsblatts" er blickt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Parteilichkeit, weil darin auf die auffällige Thatsache hingewiesen wird, daß seiner Zeit nur gegen den Motorwagenführer Groth wegen Beleidigung ver handelt worden ist und nicht auch gegen den Fürsten v. Radziwil, der den Groth gleichfalls beleidigt hatte. " " geladen war, die Beantwortung einiger Fragen von der Erlaubniß- Das gesammte Personal der Waldmeher'schen Buchdruckerei] ob er es mit seiner hohen Beamtenstellung für vereinbar halte, mit einem ertheilung seiner vorgesezten Behörde abhängig machte. Im zweiten in Colmar i. E., etwa 20 Mann, befindet sich seit einigen Tagen Manne wie Silberberg Grundstücksschacher zu betreiben, bei dem Fall wurde Rudolph zu 150 m. Geldstrafe verurtheilt.! im Ausstand. Der Befizer des Geschäftes hatte seinem Personal die armen Bauhandwerker in große Verluste gerathen seien u. f. w. Im dritten Falle hatte sich Genosse Heinrich Schulz wegen seinerzeit die neunstündige Arbeitszeit bewilligt, nachträglich aber Dem Anschreiben lag gleichzeitig eine Broschüre bei, welche den Beleidigung des Darmstädter Kriegsgerichts zu verantworten. Die aus offenbarem Aerger hierüber einzelne seiner Gehilfen und zwar Bauschwindel in Berlin behandelte. Herr v. Voß richtete auf Grund Behauptung nicht erweislich wahrer" und verächtlich machender gerade solche, die schon lange bei ihm in Arbeit stehen, auf die dieses Briefes, den er für eine verstedte Erpressung anjah, Thatsachen" war in einem„ Sechzehn Jahre Zuchthaus wegen Straße zu werfen versucht. Die übrigen ließen sich durch diese eine Strafanzeige, die er mit seinem Namen und dem Zusaze - Unfug" überschriebenen Artikel gefunden, der feiner Zeit durch Maßregeln nicht schrecken und fündigten ebenfalls. Dafür rächt sich Stellvertreter des Regierungspräsidenteu" unterzeichnete. In dieser einen großen Theil der sozialdemokratischen sowie auch der bürger- nun der Herr W., indem er fleißig denunzirt. In seinem Strafanzeige bezeichnete er Herrn Seldis als ein, Subjekt". lichen Bresse gegangen war. Es handelte sich um ein friegsgericht- Colmarer Tageblatt" fucht er die Staatsanwaltschaft gegen den Dieser wollte sich eine solche Bezeichnung nicht gefallen und richtete liches Erkenntniß gegen drei Reservisten, die am Tage der Kontroll-" Terrorismus" des elsaß- lothringischen Buchdruckerverbandes und daher eine Beschwerde irrthümlicherweise zuerst an den Oberbersammlung„ militärischen Aufruhr" begangen hatten. Der Dar- gegen einzelne Heger" unter seinen Gehilfen, die er mit Namen präsidenten und dann an den zuständigen Regierungsstellung des Sachverhalts waren noch einige furze Bemerkungen nennt, scharf zu machen. Neuerdings hat er sogar den berüchtigten präsidenten, in welcher einige Stellen vorkamen, die zu einer angefügt, in denen auf die Berurtheilung bezw. Begnadigung der Diftaturparagraphen in den Dienst seiner Unternehmerintereffen Antlage wegen Beleidigung führten. Seldis wurde seinerBrüsewiße und Stollberge" Bezug genommen war. Das Gericht zu stellen versucht. Einem seiner Gehilfen, einem Deutsch- Desterreicher, zeit wegen der in dem Briefe an Herrn v. Voß und in erblickte in der Notiz eine Beleidigung der Richter des Kriegsgerichts der bereits seit 6 Jahren in der W.'schen Offizin arbeitet, drohte er den beiden Beschwerdebriefen enthaltenen Beleidigungen zu se s und berurtheilte Schulz dem Antrage des Staatsanwalts gemäß türzlich mit den Worten: Sie haben den Artikel gegen mich in der Monaten Gefängniß verurtheilt. Das Reichsgericht hob das zu einem Monat Gefängniß. Bollspartei" geschrieben! Bedenten Sie wohl, daß Sie erste Urtheil insoweit auf, als die Verurtheilung ivegen der beiden usländer find!" Unter den von W. Denunzirten befindet Beschwerdebriefe erfolgt und hier die Frage der Wahrnehmung be sich auch der Vorsitzende der Straßburger Orts- Strantentasse, der mit rechtigter Interessen nicht geprüft worden sei. Der Angeklagte bedem Colmarer Ausstand nicht das Mindeste zu thun hat.- stritt, eine Beleidigung beabsichtigt zu haben. Er habe es für sein Ausland. gutes Recht gehalten, sich darüber zu beschweren, daß OberIn den Streit eingetreten sind die Arbeiter der Stiderei Subjeft" gebraucht habe, und daran die Frage zu knüpfen, ob es Regierungsrath v. Voß in feiner Denunziation den Ausdruck fabrit in Widnau( Kanton St. Gallen), weil ihr Verlangen um einem so hohen Beamten gestattet set, derartige TerrainVerbesserung der miserablen Arbeitslöhne abgewiesen wurde. Die spekulationen zu betreiben. Rechtsanwalt Fiebig, der Fabrik steht leer. - Eine Freisprechung in Magdeburg. Genosse 8ähle in den Nebenkläger v. Boß in vielen Rechtsgeschäften vertreten hat, Magdeburg ist am 1. März von der Anklage, die Staatsanwaltschaft gewöhnliche Physiognomie gegeben. Die streitenden Weber und immer in erster Reihe darauf bedacht war, daß die Bauhandwerker Der Weberstreik hat der Stadt Na chod( Böhmen) eine unbetundete, daß Herr v. Boß bei all' seinen Grundstücks- Transaktionen Magdeburg und die Landgerichtspräsidenten beleidigt zu haben, frei- Weberinnen promeniren in den Straßen umher, während zahlreiche feinen Schaden erlitten und auch vielfach für dieselben mehr ges gesprochen worden. Die angebliche Beleidigung sollte Zähle am Gendarmerieposten mit aufgepflanzten Bayonneten sie auf Schritt leistet habe, als ihm rechtlich oblag. Der Nebentläger v. Voß 30. Oftober v. J. in einer Versammlung begangen haben, als er die und Tritt verfolgen. Sogar die Feuerwehr ist konfignirt und sendet suchte diese Behauptung im Einzelnen rechnungsmäßig zu belegen. Versammlungsbesucher zum Abonnement auf die„ Boltsstimme" auf bei Tag und Nacht Wachposten in die Fabriken. In den Arbeits- Der Gedanke, Terrains zu erwerben, sei bei ihm dadurch entstanden, forderte. Die Aufforderung geschah unter Hinweis auf die enormen fälen stehen die Spritzen und Wassereimer bereit zur Rettungsaktion, daß ihm und Verwandten durch Erbgang eine größere Summe zu Strafen der Voltsstimme" und die Straflosigkeit einiger vom armen wenn die Streifenden die Fabriten angreifen sollten. Bolle noch gelesenen bürgerlichen Zeitungen. Der Staatsanwalt höchst überflüssigen, die Oeffentlichkeit beunruhigenden Maßregeln vertirungsgerüchte umherschwirrten, habe er sich entschloßen, größere Diese geflossen sei und da damals bezüglich der Anleihepapiere Kon erachtete die Beleidigung für vorliegend, beantragte 1 Monat Ge- find auf eine dem Bürgermeisteramt zugegangene Weisung des be- Areals zu taufen und diese zum Zwecke der Bebauung zu er fängniß, hatte aber keinen Erfolg.fannten Fabrikantenfreundes und Bezirkshauptmannes Neuhold zurück- schließen. Thatsache sei es, zuführen. Dieser Herr giebt dem energischen" Chef der Nachoder fauften daß eine Anzahl der verOrtspolizei eine Unterweisung zur Aufrechterhaltung der Ruhe und sei, Grundstüce zur Subhastation ge gekommen Ordnung im Streifgebiet, die auf die rechtliche Stellung streikender daß er habe folche aber niemals veranlaßt, bestreite auch, die der Preise verkauften Grundstücke übertrieben Arbeiter in Desterreich ein merkwürdiges, wenig vortheilhaftes hoch gewesen seien oder daß durch seine Schuld Handwerker Licht wirft. um ihr Geld gekommen feien. Er gab auch als richtig zu, daß er in einem Falle Rigdorfer Terrain gegen ein Gut vertauscht habe und darüber mit dem Komparenten in einen Prozeß gerathen sei. Zu dem Grubenunglück auf der Zeche Mont Ceni 3" schreibt Beuge Silberberg bestritt, daß unter den von ihm die Rhein. Westf. Arb.- 8tg." noch:" Glücklicherweise sind diesmal für Herrn v. Voß betriebenen Geschäften sich irgend ein anstößiges die Folgen nicht ganz so entsegliche, wie damals auf„ General oder illegales befunden habe. Er bestritt dies auch bezüglich des Streit gerüstet dazustehen. In einem Rundschreiben, das von den wurde. Schwer find fie freilich auch diesmal und noch ist nicht aber von Ebers unter großen Opfern wieder zurückgekauft worden Die Berliner Bäckermeister sind sehr eifrig bemüht, bei einem Blumenthal", wo der Unfall durch ähnliche Ursachen herbeigeführt vielbesprochenen Ebers'schen Falles, in welchem dem Gärtnereibefizer: ist Ebers sein Grundstück durch Herrn Schulvater abgelauft, schließlich beiden Obermeistern der hiesigen Innungen unterzeichnet ist, wird abzusehen, ob nicht Menschenleben zu beklagen sein werden, ob nicht ist. Der Zeuge behauptete unter Widerspruch des Angeklagten, aber von Ebers unter großen Opfern wieder zurückgekauft worden den Meistern mitgetheilt, daß man den Streit nicht fürchten brauche, der Tod unter den Schwerverletzten noch seine Opfer fordern wird. und auch bei einem Boykott über die Mittel und Wege, die einzum günstigsten Fall werden fünf Bergleute auf lange Zeit ihre daß dieser ihm deshalb zürne, weil er einmal den Schwiegervater schlagen sind, Bestimmungen getroffen habe. Zum Schluß heißt es Arbeitsfähigkeit einbüßen, vielleicht lebenslang zum Krüppel werden. des Geldis, auf den dieser mit einem Messer losging, geschützt An jenem Abend ist auf der Zeche„ Mont Cenis" ein Förder- habe. Seldis habe ihm damals erklärt:„ Das werde ich Ihnen " Es werden Ihnen in Kürze von den dazu beauftragten Kollegen forb zu hoch gezogen worden, infolge deffen der andere, welcher gedenken, daß Sie mich verhinderten, den alten Juden todt zu zwei Listen vorgelegt werden, die eine zur Zeichnung von Beiträgen mit Menschen besetzt war, mit Wucht in den Sumpf gesetzt wurde. Die mehrstündige Beweisaufnahme hatte im wesentlichen dasfür den Streitfonds, die andere zur Unterschrift. Kollegen, die Hierbei sind fünf Bergleute schwer, 17 leicht verlegt Eristenz vieler lieben Kollegen und deren Familien wird auf dem worden. Montag Mittag lebten die Verlegten noch sämmtlich, selbe Ergebniß, wie bei der ersten Verhandlung. Spiele stehen, deshalb bitten wir, gebe ein Jeder sein Scherflein hoffentlich kommen sie mit dem Leben davon." Staatsanwalt Kanzow: Der Angeklagte habe nicht zur nach seinen Verhältnissen und unterzeichne ein Jeder die andere Liste Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, sondern aus persönlicher Rachsucht. ohne jedes Bedenken. Wir werden jedem Kollegen unsere Hilfe zu Monaten Gefängniß, Er beantrage deshalb eine Zusatzstrafe von drei theil verden lassen, wir werden bei einer etwaigen Uebertretung des unterzeichneten Schriftstüdes nicht gleich den Stab über solchen sechs Wochen Gefängniß. Der Angeklagte habe nach Ansicht Nach langer Berathung erkannte der Gerichtshof zusäßlich auf Kollegen brechen, sondern jeder vorkommende Fall wird von einer des Gerichts gar nicht die Absicht gehabt, sein objektives Recht zur eigens zu diesem Zwede bestimmten Stommission von Fall zu Fall Beschwerde über den Herrn v. Voß wahrzunehmen, sondern lediglich, geprüft und soll jedem Kollegen sein Recht werden. den letzteren zu schmähen. Der Gerichtshof halte den Angeklagten Bublikationen über gezeichnete Beiträge finden nicht statt. Die Gelder werden gewissenhaft verwendet und später genau Rechnung für einen sogenannten Preßpiraten, da aber in diesem Falle ungelegt werden." lautere Gelderwerb- Motive nicht nachweisbar waren, habe der Gerichtshof die voriges Mal erkannte Strafe ermäßigt. - Die Magdeburger ,, Volksstimme" veröffentlicht folgende Monats- Chronit vom Februar: Bestrafungen sind in diesem Monat nicht erfolgt. Eingestellt ist ein Verfahren wegen BeYeidigung eines Offiziers. Es schweben Antlagen wegen Beleidigung der Magdeburger Polizei und Richter, sowie zwei Privatklagen und das eingeleitete Verfahren gegen den Abgeordneten Schmidt.dann: Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Da die Bädergefellen erklärt haben, daß fie vorläufig von einem Streit Abstand nehmen, so werden die Bäckermeister noch keine Gelegenheit haben, ihre planvolle Taltit in Anwendung zu bringen. Deutsches Reich. Boziales. " Untersuchung über die Zahl der in Fabriken beschäftigten Frauen. Die Polizeibehörden sind angewiesen worden, bei den Revisionen in den Fabriken, die gesetzlich halbjährig vorgenommen werden müssen, auch die Zahl der in diesen Unternehmungen beschäftigten Frauen festzustellen und nach Industriezweigen geordnet anzugeben. Hierbei ist ausdrücklich vorgeschrieben worden, daß zu den verheiratheten Frauen auch solche gezählt werden sollen, die verheirathet waren, aber verwittwet oder geschieden sind. machen." Bonn, 1. März.( B. H.) Das letzte heute Mittag 1 Uhr ausgegebene Bulletin lautet: Der Papst wurde heute an einer alten Fistel operirt, die sich plötzlich entzündete. Der Papst ertrug die Operation, obwohl kein Chloroform angewandt wurde, überraschend gut. Sein Zustand ist befriedigend. Entbehrungslöhne. Der Vorstand der Halle' schen Portlandein sehr befriedigendes". Er hat auch alle Ursache dazu. Zementfabrik bezeichnet das Ergebniß des Geschäftsjahres 1898 als Der" Rohgewinn betrug 358 503,77 M. Im Vorjahre war bedeutend geringerer Gewinn zu verzeichnen, nämlich 169 612,97 Lehte Nachrichten und Depelthen. m. 53 447 M. erhält der Vorstand und Aufsichtsrath allein als Achtung, Holzarbeiter! In der Möbelfabrik von Hugo Tantieme, die Aktionäre erhalten 137 500 M., gleich 11 pCt. Schüler, Frankfurt a. O., wurde den Bildhauern, Verleimern Dividende. Und die Arbeiter nennen das Etablissement und Maschinenarbeitern ein um 122-75 pet. reduzirter Lohntarif allgemein Seno chenmühle. vorgelegt. Da Einigungsversuche mißlangen, traten die genannten Organisation der Gemeindebeamten. In Frankfurt Arbeiter in den Streit und erklärten sich die Tischler und Drechsler a. M. fand dieser Tage eine Versammlung der Gemeindebeamten mit denselben solidarisch. Es ist deshalb von genannten Branchen statt, in der beschlossen wurde, einen Ortsverein in Frankfurt zu Buzug streng fernzuhalten. Der Geschäftsführer Herr Philipp ist gründen. Der Referent, ein Obersekretär aus Wiesbaden, theilte bemüht, in Berlin Ersatz für die Streifenden anzuwerben. Der Verband erstrebe in erster Linie die völlige Gleichstellung der mit, daß der Verband in Preußen bereits 7000 Mitglieder zähle. Gemeinde- mit den Staatsbeamten. Dahin gehören Anstellung auf Lebenszeit, Aufbesserung der Gehälter, Gewährung von Alterszulagen und Wohnungsgeldzuschuß. Anrechnung der Militärdienstzeit, Verſorgung der Hinterbliebenen 2c. Außerdem find mehrfache Wohlfahrtseinrichtungen in Aussicht genommen. Annahme. der Maschinendefekts im Habsburgschachte die Förderschale ab, wobei Brüg, 1. März.( B. H.) Heute Morgen stürzte infolge eines zwei Arbeiter schwer und fünf leichter verlegt wurden. Achtung, Steinarbeiter! Die bei der Firma Merkel in Debatte Absatz 1 der Revisionsvorlage mit 158 gegen 118 Stimmen 3wei Arbeiter schwer und fünf leichter verletzt wurden. Paris, 1. März.( 8. H.) Der Senat hat heute nach kurzer Gotha beschäftigten Steinarbeiter legten wegen Lohndifferenzen am 28. Februar die Arbeit nieder. Im Januar bereits stellten die angenommen. Absatz 2 gelangte mit 158 gegen 116 Stimmen zur Steinmeßen in Alvensleben das Ersuchen an die Arbeitnehmer, bom 1. März ab eine minimale Lohnerhöhung eintreten zu lassen. Präsidenten des Pariser Gemeinderaths erwählt. Paris, 1. März.( W. T. B.) Lucipia( Sozialist) wurde zum Die Antwort seitens der Firma Binternelle war am 27. Februar die Entlassung von 14 Steinarbeitern. Die Zahl der in Osterwald London, 1. März.( W. T. B.) Das Unterhaus nahm mit Die Zahl der bayerischen Arbeiterinnen, welche 1898 in 317 gegen 59 Stimmen die zweite Lesung des von Robson einbei der Firma Giebel ausständigen Steinarbeiter hat sich von 51 inspektionspflichtigen Fabriken und Handwerksbetrieben beschäftigt gebrachten Gesezentwurfes an, durch den das Alter, in welchent auf 21 vermindert, da sie anderweitig Arbeit erhalten haben. Die Stein- waren, betrug nach dem Bericht der Gewerbe- Aufsicht 90 855. tinder die Schule nicht mehr zu besuchen brauchen, megen bei derselben Firma in Hildesheim erklärten sich solidarisch Die Zahl der erwachsenen Fabritarbeiterinnen hat gegen 1897 eine von 11 auf 12 Jahre erhöht wird. Der Vizepräsident des Unterund kündigten das Arbeitsverhältniß. Der Ausstand der Steinmeßen in Vermehrung um 1,2 pet. erfahren. Die Zahl der erwachsenen Arrichtsdepartements, Sir John Gorst, erklärte im Laufe Plauen i. B. ist beendet, indem die Firma erklärte, keine Lohn- beiter hat aber um 9,3 pet. zugenommen. Die weiblichen Arbeiter Berathung: Die Ehre des britischen Volkes sei gewissermaßen reduzirungen vornehmen zu wollen. In Lohnbewegung resp. in im Alter über 16 Jahre machten 20,3 pEt. der Gesammtarbeiterschaft auf der Berliner Arbeiterschutz- Konferenz verpfändet worden Tarifverhandlungen befinden sich die Steinmeßen in Hildesheim, der Fabriken aus. Im Jahre 1897 waren daselbst 21,5 vet. Ar- und dies gelte umsomehr, da alle anderen europäischen Völker, mit Halberstadt, Braunschweig, Breslau, Hamburg, beiterinnen beschäftigt, so daß also die weibliche Fabrikarbeit pro- Ausnahme der südlichen Länder, ihre Fabrikgesetzgebung auf ein Frankfurt a. M. und Düsseldorf. Die reisenden Steinmetzen zentual ein wenig abgenommen hat. In den Handwerksbetrieben Niveau im Sinne dieser Konferenz gebracht hätten. Der Vortheil, werden ersucht, vorgenannte Orte nicht als Reiseziel zu nehmen. waren im Berichtsjahr 7,2 pet. Arbeiterinnen beschäftigt, 1897 da- daß die Baumwollspinnerei mit Kinderarbeit billiger und besser Der Konflikt am Elberfelder Gewerbegericht hat vor gegen mur 7 pet., so daß also hier eine ganz schwache Zunahme der betrieben werden könne, müsse gegenüber den anderen, durch die Kurzem auch das Landgericht beschäftigt. Bekanntlich hatten die Frauenarbeit erfolgt ist. Berliner Konferenz erlangten, Vortheilen aufgegeben werden. Beifizer der Arbeitnehmer eines Tages die Sigung verlassen, weil Arbeiterversicherung in Rußland. Den russischen Berg- Rom, 1. März.( B. H.) Im Vatikan dementirt man fateder Vorsitzende ihrem Verlangen, vor der Urtheilsfällung im werksbesigern legt das Gefeß die Pflicht auf, bei Krankheits- gorisch alle Gerüchte vom Tode des Papstes; derselbe befinde sich Berathungszimmer zusammenzutreten, nicht stattgab. Die Beisiger fällen nicht allein für den Arbeiter selbst, sondern auch für dessen im Gegentheil wohler. wurden in eine Ordnungsstrafe von je 30 Mart genommen; das Familie zu sorgen. Die fürzlich in Ural tagende große VersammLandgericht hat die Strafe auf 2 Mart herabgefeßt. In der schrift lung russischer Bergwerts befizer richtete an das Departement lichen Begründung läßt sich das Urtheil wie folgt aus: für Bergwerksindustrie die Forderung, fie von diesen Verpflichtungen Dagegen wird der geschilderte Hergang in der fraglichen Sigung zu befreien. Das Departement willfahrte diesem Verlangen infodes hiesigen Gewerbegerichts zweifellos nicht den an eine sachgemäße weit, als es sich auf die Familien der Arbeiter bezieht, da für diese Urtheilsfindung zu stellenden Anforderungen gerecht. Denn ein Theil bald durch ein neues Arbeiterversicherungs- Zwangsgesetz von der der zur Entscheidung berufenen und für dieselbe mit verantwort Regierung gesorgt werden würde. lichen Richter ist weder überhaupt zur eigenen Meinungsäußerung gelangt, noch in die Lage gebracht worden, aus dent Munde der Mehrheit deren Gründe zu erfahren und Gegengründe ins Gefecht qu führen. Das erregt um schwers Die Grundstücksspekulationen des Ober- Regierungsraths wiegendere Bedenken, als die Erfahrung lehrt, daß sich v. Voß zu Marienwerder bildeten den Mittelpunkt einer umfangnicht selten nach Austausch der verschiedenen Ansichten eine reichen Berhandlung vor der 8. Straflammer des Landgerichts I. Sinnesänderung bei dem Einen oder Auderen und damit eine Ver- Ober- Regierungsrath v. Boß hat umfangreiche Bauterrains in schiebung des Stimmenverhältnisses vollzieht. Die besondere Ge- Pankow, Wilmersdorf, Rigdorf und anderen Stellen erworben und der Königin- Regentin, daß es dem Kabinet unmöglich sei, mit den staltung des Gewerbegerichts vollends, welches seine Beisiger aus parzellirt. Aus diesem Geschäft entwickelten sich Parzellenverkäufe jezigen Stammern weiter zu arbeiten; man müsse sie aufzwei verschiedenartigen Gesellschaftsklassen entnimmt, verlangt ge- an Bauunternehmer, Gewährung von Baugeldern, Rückläufe von lösen. Um der Königin- Regentin ihre Aufgabe zu erleichtern, bieterisch eine ganz peinliche Vermeidung jeden Anscheins, als ob die Grundstücken im Wege der Subhastation 2c. Herr v. Boß hatte einen reichte Sagasta dann die Demission des Kabinets ein und rieth der eine Beisigergruppe eine überwiegende mit der Verfassung eines Agenten Silberberg als seinen Vertreter in diesen geschäftlichen Königin- Regentin, die tonangebenden politischen Persönlichkeiten zu Kollegialgerichts schlechterdings nicht vereinbare Stellung einnehme. Angelegenheiten ausgewählt und schenkte demselben fein Rathe zu ziehen. Da ein Verstoß gegen die vorentwickelten Grundsäge untergelaufen volles Vertrauen. Dieser Herr Silberberg ist infolge eines Petersburg, 1. März.( W. T. B.) Wie die„ Russische Teleist, so wird sich der Beschwerdeführer das berechtigte Gefühl be- bei einem geschäftlichen Unternehmen entbrannten Zwistes mit dem graphen- Agentur" erfährt, hat der Kaiser von Rußland den Botmächtigt haben, daß sie in ihren Rechten getränkt seien. Berichterstatter Felix Seldis verfeindet, welch' letzterer die schafter in London Baron bon Staal zum zweiten Bevoll so Gerichts- Beitung. verließen die Gemächer des Papstes um 5 Uhr Nachmittags und Rom, 1. März.( W. T. B.) Die Aerzte Mazzoni und Lapponi äußerten sich befriedigt über den Zustand desselben. Lapponi wird heute Nacht im Batitan schlafen. Rom, 1. März.( W. T. B.) Die Agenzia Stefani" meldet aus Peking, der dortige italienische Gesandte habe von der chinesischen Regierung die Verpachtung der Sanmun- Bay. im Süden von Ningpo( Provinz Che- liang), verlangt. Das genannte Bureau fügt hinzu, daß sich bereits zwei italienische Schiffe in den chinesischen Gewässern befänden und daß demnächst drei weitere Schiffe zu denselben stoßen würden. Turin, 1. März.( W. T. B.) Das Personal der Turiner Pferdebahnen hat die Arbeit eingestellt. Der Betrieb ruht. Madrid, 1. März.( W. T. B.) Ministerpräsident Sagasta erklärte Allerdings durften sie sich unter der Herrschaft dieser Empfindung Bloßlegung der ungefunden Verhältnisse auf dem Baumarkte zu mächtigten bei der Friedenskonferenz im Haag defignirt. Seitens der nicht zu dem immerhin unüberlegten, und weil eine Dienst- Aufsichts- feiner Spezialaufgabe gemacht hat. Diefer glaubte Beweise dafür russischen Ministerien sollen ihm Spezialdelegirte beigegeben instanz angegangen werden kann, auch unangebrachten Schritt hin zu haben, daß die vom Hrn. b. Voß betriebenen Baugeschäfte un werden, darunter Professor von Martens als Spezialdelegirter für reißen lassen, nunmehr troßig jede weitere Dienstleistung zu verfaubere seien und den Effekt hätten, daß die Bauhandwerker vielfach alle Völkerrechtsfragen. Durch die Wahl des letzteren beweise Kaiser weigern. Vielmehr entzogen sie sich dadurch ohne zwingenden An- geschädigt würden. Er richtete deshalb schon vor Jahren ein Nikolaus sein besonderes Interesse an der Durchführung des großen laß ihren Obliegenheiten, was dem Gerichtsvorsigenden die Pflicht Schreiben an den Oberregierungsrath v. Boß, warnte ihn vor Werkes der Konferenz. Sogleich nach Beendigung der letzteren auferlegte, die gebietende Vorschrift des§ 21 des Reichsgesetzes Silberberg und behauptete, daß hr. v. Boß von diesem übervortheilt werde Botschafter v. Staal auf seinen Bosten zurückkehren. vom 29. Juli 1870 gegen diefelben wie geschehen in Anwendung zu worden sei. Im Jahre 1897 richtete Hr. Seldis abermals ein An- Montevideo, 1. März.( Meldung des„ Neuter schen Bureaus".) bringen." schreiben an Hrn. v. Voß, in welchem er die Anfrage an ihn richtete, Cuestas ist zum tonftitutionellen Präsidenten erwählt worden. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Tb.Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Interhaltungsblatt. Br. 52. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 2. März 1899. Reichstag. 45. Sigung, Mittwoch, 1. März 1899, 1 hr. b. Thielmann. wo ein neues Biersteuer- Gesez gemacht wird, als Kompensation für diese die Billigung der Kommission nicht finden, werden die Beeine Erhöhung der Biersteuer vor. Die Regierung hat sich inzwischen stellungen einfach rückgängig gemacht. Die Summen, die hier ausbei Gelegenheit der letzten Militärvorlage verpflichtet, keine Erhöhung gesetzt sind, sind an sich nicht zu groß. Nur kann man verlangen, Am Bundesrathstische: Graf v. Posadowsky, Freiherr der Biersteuer eintreten zu lassen, sie kann das Surrogatverbot als daß hierfür auch wirklich vorzügliches geliefert wird. Ich will hoffen, daß Kompensationsobjekt betrachten und wir müssen demnach verlangen, die wichtige Frage der allmäligen Ausschmückung des Reichstags in einer Weise gelöst werden wird, die sowohl dem Hause selbst, daß der Bundesrath der Resolution Dr. Paasche- Röside zustimmt. Damit schließt die Diskussion; die Abstimmung über die wie der deutschen Kunst zu Gute kommt.( Beifall.) Resolution findet erst in der dritten Lesung statt; der Titel wird bewilligt, ebenso der Rest dieses Etats. Es folgt der Etat der Stempelabgaben. Beim Titel Staatslotterien bemerkt Die zweite Berathung des Etats wird beim Etat der Zölle, Verbrauchszölle und Aversen fortgesetzt. " Zu dem Titel Braufteuer" liegt folgende Resolution der Abgg. Paasche( natl.), töside Dessau( wildlib.) und Genossen vor: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage baldigst einen Gesezentwurf vorzulegen, durch welchen die Verwendung von Surrogaten und der Zusa bon Süßstoffen und sogenannten Konser birungsmitteln bei der Bierbereitung in der Brausteuergemeinschaft verboten wird. Die Abgg. Gamp( Rp.) und Hermes( frs. Vp.) beantragen, statt: bei der Bierbereitung, zu sagen: bei der Bereitung unterjähriger Biere. Abg. Paasche( natl.): In Bayern, Württemberg und Baden ist die Verwendung von Surrogaten bei der Bierbereitung verboten. Die norddeutschen Brauereien würden durch ein solches Verbot wieder an Renommée gewinnen und etwas konkurrenzfähiger werden. Auch im Interesse des biertrinkenden Publikums liegt es, daß ihm hierdurch die Bürg schaft geboten wird, reines und gutes Bier zu erhalten. Jegt wird in Berlin durch Zusezung eines Extrakts jedes Bier zu einem Münchener, Kulmbacher 2c. gemacht. Das ist eine unlautere Stonkurrenz, die das ganze Braugewerbe schädigt, Abg. Gamp( Rp.) Abg. Beckh( frs. Vv.): Das Institut Staatslotterien ist nichts weiter als eine Abgabe, die aus der Spiel- und Gewinnsucht der Bürger folgt. Die Spielbanken sind durch Reichsgesetz aufgehoben; warum läßt man die Lotterien bestehen? Eines ist so unmoralisch wie das andere. Es ist die höchste Zeit, daß das nichtswürdige, abscheuliche Lotteriespiel endlich aufgehoben wird. Der Etat wird bewilligt. für das Reichsamt des Innern. Es folgen die an die Kommission verwiesenen Theile des Etats Beim Kapitel Gesundheitsamt bemerkt auf eine Anfrage des Abg. Lingens(.) Direktor Köhler, daß bei ordnungsmäßiger Vornahme von Verfuchen mit infizirten Thieren und bei vorschriftsmäßiger Wegschaffung der Thierleichen eine Gefahr einer Krankheitserregung nicht zu befürchten sei. Das gelte auch nach Ansicht der Autoritäten von der indischen Beulenpest. Von einer Bestattung der an der Pest Verstorbenen ist im Allgemeinen nichts zu befürchten. Abg. Lingens( 8.) So einfach, wie sich die Herren das in der Resolution denken, geht es nicht. In Bayern entlastet die Steuergesetzgebung den dankt dem Vorrebner für diese Mittheilungen. Es würde leider von Heinen Brauer ganz erheblich. Daß bei uns der Zusaß gesundheits- gewissen Kreisen das Gegentheil behauptet, um Propaganda für die schädlicher Surrogate verboten wird, befürwortete ich auch. Aber Feuerbestattung zu machen. Es herrsche jetzt eine wahre Manie, die 3. B. Stärkesyrup und Stärkezucker find durchaus nüzlich und bilden jezige Art der Bestattung, die seit Einführung des Christenthums sich das eigentlich nährende Element. Wollen Sie den englischen Porter so bewährt hat, abzuschaffen. berbieten oder unserer Industrie verbieten, ähnliche Produkte herzustellen? Ein solches Verbot würde auch auf die Spiritusfabrikation schädlich einwirken; denn der Verbrauch an Stärkemehl bestattung gesundheitsschädlich wirken. Ich glaube, der Herr Direktor Bet ungünstigen Kirchhofsverhältnissen tann doch die Leichenwürde sehr eingeschränkt werden. Es wäre gut, wenn die Resolution des Reichsgesundheitsamtes hat solche Fälle auch nicht ausschließen vom Etat losgelöst und einer Kommission überwiesen würde. Abg. Wurm( Soz.): wollen. Abg. Dr. Müller( Sagan): Das Kapitel, Reichs- Gesundheitsamt" wird hierauf bewilligt. In dem nun folgenden Extra- Ordinarium werden im Titel I 25 000 m. als erste Rate für die Kosten der Herausgabe eines Werkes über die Sigtinische Kapelle in Rom verlangt. Die Kommission beantragt die Bewilligung. Abg. Dr. Lieber( 8.): Abg. Broemel( frs. Vgg.) bemängelt, daß bei der Ausschmüdung allenthalben Wappen und Wappenthiere bis zum Ueberdruß Verwendung gefunden haben. Man ist eben von dem Grundgedanken ausgegangen, bei der Dekoration alles zu vermeiden, was an den eigentlichen Zweck des Hauses erinnert. Es sind an dem Hause der deutschen Nation nur allegorische Figuren angebracht, die man an dem Hause jedes Duodezfürsten erblicken kann. Damit schließt die Debatte. Der Titel wird bewilligt. Es werden weiter gefordert als dritte Rate zur Errichtung eines Präsidialgebäudes 250 000 m. und zur Versorgung des Reichstages und des Präfidialgebäudes mit elektrischem Strom 137 700 M. Die Kommission beantragt dagegen, statt der letzteren Forderung 137 700. als erste Rate für Errichtung einer eigenen Anlage zur Erzeugung elettrischen Stromes für das Reichstagsgebäude zu bes willigen. Außerdem schlägt die Kommission vor, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, für einen nach dem Projekt des Prof. Wallot auszus führenden Anbau an das Präfidialgebäude zur Deckung der Giebel der Nachbargrundstücke die erforderlichen Mittel einzustellen; ferner in einem Nachtragsetat die über die bewilligten 137 700 M. hinaus erforderlichen Mittel zur Vollendung der elektrischen Anlage fordern zu wollen. Nach einigen Bemerkungen des Abg. Grafen Kanit( f.), des Grafen Posadowsky und des Abg. Deinhardt( natl.) bemerkt Abg. Singer( Soz.): Es macht einen etwas eigenthümlichen Eindruck, daß die Sparsamkeitsliebe der Herren von der Rechten sich immer auf Dinge richtet, die mit dem Reichstag zusammenhängen.( Sehr richtig! lints.) Es ist von allen Parteien- vielleicht mit Ausnahme der von der Rechten als eine Nothwendigkeit anerkannt worden, für das Präsidium des Reichstages dieselbe Für forge zu treffen, wie für das Präsidium des preußischen Landtages. Jedes der beiden Präsidialgebäude für das Herrenhaus und das Abgeordnetenhaus kostet 31/2 Millionen Mark. Und das, was sich die beiden Häuser des Landtags leisten können, das wird sich der deutsche Reichstag am Ende auch leisten können.( Sehr richtig! links.) Das gehört einfach dazu, um die Würde des deutschen Parlaments zu wahren. Zum Vergleich möchte ich Sie hinweisen auf die Kostenaufwendung, die mit dem Willen der Herren Konfervativen immer für die Reichsämter geschieht. Das Reichskanzlerpalais kostet 6 Millionen, für seinen Ausbau ist noch eine Million bewilligt worden, macht 7 Millionen.( Sehr richtig! links.) nommen. Kolonial- Etat. Herr Gamp braucht nicht zu fürchten, daß die Landwirthschaft benachtheiligt wird, wenn man die Surrogate verbietet. An Stärkemehl find im ganzen Jahre nur 13 Doppelzentner verbraucht worden und an Syrup nur 1474 Doppelzentner für die Bierproduktion, während die Produktion im ganzen Jahre an Stärkesyrup 354 000 Doppelzentner flüssigen und 75 000 Doppelzentner festen beträgt. Abg. Freiherr v. Hertling( 8.): Er habe in der Kommission Andererseits wird beim Verbot von Surrogaten mehr Malz und mehr gegen die Position gestimmt, wolle aber jetzt zustimmen, denn er Getreide verbraucht werden, und dies kommt doch auch der Land- habe sich inzwischen überzeugt, daß das geplante werk in der That wirthschaft zu Gute. Wir haben uns von jeher dagegen gewendet, deutsche Kunst dem Auslande gegenüber zur Geltung zu bringen gedaß man in Norddeutschland schlechteres Bier machen darf, als in eignet sei. Abg. Graf Kanit( f.) findet den Vergleich des Präsidialgebäudes Süddeutschland. Wir wollen auch so gutes Bier haben, wie das Abg. Graf v. Stolberg( f.) und Abg. Lieber stimmen zu. Die tönnte eine so tomfortable Wohnung gar nicht benutzen, wenn ihm mit den Ministerpalais nicht stichhaltig. Ein Reichstagspräsident Münchener Bier.( Seiterkeit.) Wir find gegen die Verwendung von Position wird bewilligt. Surrogaten jeder Art, Wir halten es auch nicht für nöthig, erst und Malerei, sowie zur Beschaffung von funstgewerblichen Gegenpräsentationsgelder stimmen, ebenso wie die Sozialdemokraten für Für Ausschmückung des Reichstags- Gebäudes mit Bildwerken nicht Repräsentationsgelder gezahlt werden. Abg. Singer( S03.) erklärt, er würde auch stets für solche Re noch eine Kommission zur Berathung dieser Frage zusammenzu berufen. Ich erinnere daran, daß bereits im Jahre 1892 der Ständen werden 100 000 Mart gefordert. Die Kommission be- präsentationsgelder stimmen, ebenso wie die Sozialdemokraten für Diäten an die Abgeordneten gestimmt haben. Reichstag einen Antrag unserer Fraktion einstimmig angenommen antragt die Bewilligung. Die Titel werden hierauf bewilligt, die Resolutionen anges hat, daß Bier nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt Abg. Graf v. Kanik( f.): werden dürfe. Warum jezt auf einmal solche Meinungsverschiedenheiten? Für Ausschmüdung des Reichstags sind schon 924 000 m. aus- Zur Betheiligung des Reiches an der Pariser Weltausstellung Was den Zusatz von Saccharin anlangt, so sind wir von Anfang gegeben worden bis auf einen Rest von 12 000 M. Ich möchte mir werden 3 534 000 m. gefordert. an aus denselben Gründen dagegen gewesen, aus welchen wir gegen die Frage erlauben, ob die in Angriff genommenen Deckengemälde alle Surrogate find. Nicht weil wir diese Surrogate für besonders in der Wandelhalle, die aber wieder eingestellt worden sind, in dieser Reichskommissar Geheimrath Richter gesundheitsschädlich halten gegen den Bufak gesundheitsschädlicher Summe mit einbegriffen find. 30 000 m. waren dafür ausgeworfen. giebt einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der VorStoffe find wir ja bereits durch das Nahrungsmittel- Gesez geschützt sind sie schon bezahlt worden? Ich glaube, es wäre besser, die Wandelballe bereitungen. Die deutsche Industrie bringt dem Unternehmen ein sondern weil sie nur verwendet werden, um den Käufer zu be- bleibt unbemalt und wir sparen 600 000 M. HerrWallot bekommt vorläufig fehr reges Interesse entgegen, die Erwartungen auf ihre Leistungen trügen. Der Kaufer weiß nicht, daß er ein Surrogat erhält, denn noch jährlich 10 000 M. Wie lange soll er dieses Jahresgehalt noch sind sehr hoch gespannt. Bei den Ausstellungsbehörden haben wir der Preis ist so hoch, daß der Verkäufer auch ein Malzprodukt dafür beziehen? Ich halte diese Gehaltszahlung für ungewöhnlich. Den das größte Entgegenkommen gefunden. Im Ganzen wird Deutschliefern tönnte. Wenn aber diese Sorrogatprodukte zu dem Preis vorliegenden Titel will ich nicht beanstanden, möchte aber wünschen, land an 18-20 Stellen vertreten jein. Für einzelne Industriezweige reeller Malzprodukte verkauft werden, so folgt daraus nur daß mit den Zahlungen in der bisherigen Weise nicht fortgefahren werden geschlossene Kollektiv- Ausstellungen arrangirt. Alles in allem die Nothwendigkeit, diese unlautere Konkurrenz einzuschränken. werde. wird die deutsche Ausstellung zum 5. April fertig gestellt sein und Wir sind für ein gutes, verdauliches Bier, weil wir in ihm die beste ich halte es für meine Pflicht, von dieser Stelle allen zu danken, Konkurrenz gegen den Schnaps sehen. Eine Beeinträchtigung des Biergenusies tritt aber dadurch ein, daß durch die Erlaubniß der verstanden. Mit der Ausschmüdung unseres Reichstages geht es nicht Mit dem Grafen Kanit bin ich in einer Reihe von Fragen ein- die die Bemühungen der Regierung gefördert und unterstützt haben. ( Beifall.) Surrogatzufäße einem schrankenlosen Wettbewerb Thür und Thor mehr so weiter, wie es bisher getrieben worden ist. Was die Malerei Die Forderung wird darauf bewilligt. 8ur Ausrüstung geöffnet wird, der schließlich dahin führt, ein Spülicht zusammen- betrifft, so ist das letzte Wert, das in der Vorhalle zu Portal veiner Tieffee Expedition werden 100 000 m. bewilligt. aufabriziren, das nur für einen Augenblid Geschmack hat, nachher wie ich zu meiner Freude höre, nur probeweise untergebracht ist, Ferner gelangt eine Resolution zur Annahme, die die Aussetzung aber den Magen belästigt und den Trinker dazu führt, zu dem Bier ein Wert von Franz Stud, ein wahrer Spott und Hohn auf einer Summe für die geplante deutsche Südpol- Expedition fordert. einen Schnaps zu genießen. In einer Petition des Vereins der jedes ästhetische Gefühl und jeden geläuterten Geschmack.( Sehr Die weitere Debatte wird auf Donnerstag 1 hr vertagt. Weißbier Brauereien Berlins und der Umgegend, die sich richtig! rechts. Widerspruch links.) Wenn wir so den Reichstag aus ( Außerdem Militär- Etat.) gegen die Surrogatsverwendung ausspricht, wird darauf hin- schmüden wollen, dann kommen wir ja weit beffer und billiger dazu, Schluß 534 Uhr. gewiesen, daß in den Krankenhäusern Braunbier ver= wendet werde, dies Braunbier müßte also ganz gesundheits- statt 30 000. zu zahlen für dieje Spottgeburt aus Dreck und wenn wir die Titelblätter der Jugend" sammeln und auffleben, unschädlich sein. Leider ist diese Schlußfolgerung nicht ganz richtig. Feuer.( Große Heiterfeit.) Da thun wir wirklich besser, wenn wir Es wird nicht so darauf geachtet, ob alle Nahrungsmittel, die den die weitere Ausschmückung der leeren Ecken fistiren und die Flächen die Berathung des Etats des Auswärtigen Amts fortgesetzt. In der Budgetkommission des Reichstags wurde am Mittwoch Kranten gegeben werden, von vorzüglichster Beschaffenheit sind. Es weiß laffen, fehlt in den Anstalten leider immer noch an dem nöthigen Geld und durch solche Malereien wie Graf Kaniz will, statt das Gebäude man nimmt, was billig ist. Ein leichtes Bier, aus Malz und Hopfen Nach unwesentlicher Debatte wird der Rest des Ordinariums beverhohniepeln.( Seiterfeit.) Und die funstgewerblichen Gegenstände, hergestellt, würde den Kranken viel zuträglicher sein. willigt. Auch das Extra- Ordinarium wird fast ohne Debatte ge= Ich bitte Sie, also dem Wunsche des Herrn Gamp nicht nach tag schmüden sollen. Da find zwei Urnen geplant, die nehmigt, darunter 40 000 M. Subvention an die zoologische Station schicksalsreichen Urnen erfezen follen, in des Professor Dohrn in Neapel, 15 000 M. Subvention an die zugeben. Der Reichstag möge einstimmig erklären, daß er auch den 1871 die Stimmzettel hier im Hause eingesammelt werden. Sehen zoologische Station in Rovigno in Italien, 10 000 M. zur Förderung Norddeutschen das gönnt, was die Süddeutschen haben: ein surrogat- Sie sich einmal die Entwürfe dieser neuen Urnen an, von denen alterthumswissenschaftlicher Arbeiten in Egypten, 100 000 M. zur freies Bier.( Bravo!) jede die Kleinigkeit von 12 000 m. toften soll.( hört, hört 1) Es ist Erwerbung eines Grundstücks in Capstadt behufs Gewährung einer Bayerischer Ministerialrath Ritter von Geiger die Darstellung eines auf die Spise gestellten Gies, vermuthlich des Dienstwohnung an den dortigen Generalfonful und 18 000. zur widerlegt die vom Abg. Gamp aufgestellte Behauptung, daß Bayern berühmten Welt- Gies( Heiterkeit.), das getragen wird von drei völlig Griverbung eines Grundstücks für die Errichtung eines Konsulatsseinen Brauereien Ausfuhrprämien gewähre. nadten( Hört, hört! im Zentrum.) männlichen Gestalten, die daran gebäudes und eines Rathhauses in der deutschen Niederlassung in Tientsin. geklebt sind, wie die Tugendjungfrauen am Kaiser Wilhelmdenkmal. ( Heiterkeit.) Das Ganze ist auf einen Würfel gestellt, der an ZierHierauf wird der Kolonial- Etat zur Berathung gestellt. Bei lichkeit mit dem Schlußstein des Reichstagsgebäudes in der Wandel- dem Stat für das Ostafrikanische Schußgebiet wird der halle wetteifen kann.( Große Heiterkeit.) Ich habe auch nach dem Ansatz für die Zölle i 750 000 2.( 125 000 M. mehr als im VorZweck dieses Würfels gefragt und bin zu der Vermuthung jahr) von verschiedenen Seiten bemängelt. Die Steigerung erscheine der Vermuthung willtürlich und nicht genügend begründet. Der Ansatz wird jedoch gekommen, daß er wohl eine Art Leichenverbrennung mit großer Mehrheit bewilligt. Die beiden folgenden Positionen entgegnet dem Abg. Wurm, daß es sich keineswegs um ein unerheb- Ich glaube selbst, mein verehrter Freund Dr. Lingens wird los im Etat des Auswärtigen Amts das Kapitel Kolonial- Verofen für unsere Stimmzettel darstellt.( Große Heiterkeit.)( Reichszuschuß 2c.) werden ausgesetzt. Bewilligt wird sodann debatteeinen solchen Verbrennungsofen für zeitgemäß halten.( Große Abg. Hermes( frf. p.): Durch ein völliges Surrogatverbot wird es unmöglich gemacht, in den Saal. Die Abgeordneten drängen sich am Tisch des Hauses werden bis nach der Entscheidung über den Vortrag mit der Neu Heiterkeit.)[ Reichstagsdiener bringen die Photographien der Urnen waltung" bis auf zwei Pofitionen( zur Stellvertretung der Reichsbeamten im Schutzgebiete der Marschallinseln 2c.), die ausgefeßt ein billiges, schmadhaftes, bekömmliches Bier herzustellen. Dadurch zusammen.] Doch da kommen sie ja selber, sehen Sie sich die Sache Guinea- Kompagnie. Bei dem ersten Titel der Ausgaben für das wird nur der kleine Mann geschädigt. Bei obergährigem Bier ist ein nur einmal an. Wenn man all diesen Erscheinungen gegenübersteht, ostafrikanische Schutzgebiet: Gouverneur 50 000 M., bringt AbSurrogatverbot nach feiner Richtung hin geboten. so wird man zu der Frage gedrängt, ist nicht ein Grundfehler in Abg. Wurm( Soz.): der Organisation für die weitere Ausschmüdung des Reichstags- geordneter Richter die Broschüre Kollege Hermes dürfte mit seiner Schwärmerei für die Surrogat- gebäudes vorhanden? So wie bisher geht es nicht weiter. Wir Sprache, worin behauptet wird, daß ihm eine Kiste mit Papieren und biere ganz allein dastehen; er muß besonders ausgebildete Ge- müffen einen hier am Orte anwesenden Künstler als Leiter der Ent- Briefen abhanden gekommen, die der Post zur Beförderung übergeben würfe haben und müssen mit der Pflicht der Dankbarkeit brechen, Baumann. Direktor v. Buchka: Die Kolonialabtheilung steht war. Richter erwähnt sodann die Publikationen des Konsul schmacksnerven haben.( Heiterkeit.) Wer fo geringe Ansprüche stellt, dem Baumeister auch die Leitung der Ausschmückung des Hauses zu der Diebstahlsgeschichte des Dr. Peters absolut fern und hat sich dem steht auch noch ein anderes Getränk zur Verfügung: Wasser. übertragen und ihn dafür mit 10 000 m. jährlich zu honoriren. Das nicht damit befaßt. Die Publitation Baumann's zeigt eine Rohheit, ( Heiterkeit.) Wasser schmeckt gut, bekommt gut und ist besser muß ein Ende nehmen. Der Künstler, der die Ausschmückung leitet, wie sie selten vorkommt. Bericht vom Gouverneur von Sanfibar sei als Surrogatbier, denn der Nährwerth des mit Surrogaten muß stetig die persönliche Verantwortlichkeit tragen und in ununter- eingefordert. Baumann habe von der österreichischen Regierung gebrauten Bieres ist ein ganz minimaler, und es beruht auf Unkenntniß bei vielen Aerzten, wenn brochener Berührung mit der Ausschmückungskommission bleiben. sie Braunbier einen strengen Verweis bekommen und seinen Abschied genommen. dem Publifum als ganz besonders nahrhaft empfehlen. Vor ( Bravo! im Zentrum und auf der Rechten.) Abg. Bebel behält sich vor, im Plenum auf diese Dinge einzugehen 50 Jahren produzirte man allerdings die Biere aus gutem Malz Staatssekretär Graf Posadowsky: und erbittet Auskunft über die Strafrechtspflege in den und nahm keinen Stärkezuder. Die jezt gebrauten Biere enthalten Ich habe allerdings nicht entdecken können, wie der Vorwurf des Kolonien. Direktor v. Buchka: Auf Grund kaiserlicher Berein paar Prozent Buder, fast gar fein Eiweiß und ein paar Brozent Gemäldes mit der Thätigkeit einer gefeggeberischen Körperschaft zuordnung vom Jahre 1896 find bezüglich der Strafrechtspflege in den Alkohol. Es ist nicht bekannt im deutschen Volke, daß auch Braun- sammenhängt.( Heiterkeit.) Aber der Architekt ist zweifellos inner- Kolonien zwei Verfügungen erlassen, die auf ganz humaner Grundbier Surrogatbier ist und daß es meist Reisbiere sind, die als halb der ihm gelassenen Kompetenzen geblieben. lage beruhen. Ohne wesentliche Debatte wurde der Rest des OrdiPilsener Bier zu uns tommen. Ich glaube nicht, daß es zur Kom- Man sollte indessen bei der Ausschmückung eines so wichtigen nariums bewilligt, sowie die beiden ersten Titel vom Extramissionsberathung kommen wird, wenigstens würde dieselbe eine sehr nationalen Gebäudes mit voller Ruhe warten, bis sich die geeigneten Ordinarium( 240 000 M. für Bauten und 300 000 m. als erste State furze sein, wenn nicht noch ein anderes Moment hinzufäme. Der fünstlerischen Genies hierzu finden und nicht durch fabritmäßige Be- eines Schwimmdocks in Dar- es- Salam). Die Berathung wird frühere Reichs Schazsekretär Graf v. Posadowsky hat nämlich 1892 stellungen den vorhandenen Fonds vergeuden. In Zukunft werden morgen fortgesetzt. gesagt, die Regierung behielte sich das Surrogatverbot für die Zeit, daher stets die Stizzen und Modelle vorgelegt werden, und, wenn Abg. Brömel( frs. Vg.) tritt für volles Surrogatverbot ein. Falls aber in mehreren Fraktionen der Wunsch nach einer Ueberweisung an eine Kommission vorhanden sein sollte, so habe er dagegen nichts einzuwenden. Abg. Gamp( Rp.) liches Quantum an Stärfemehl handle. nunt die die zu den Reichsdenen feit des Dr. Peters zur 00 prüfungs- Kommission Invalidenversicherungs- Kommiſſion. Parifimas Romiffion des strichſtages fast babon tein Wort. Sie lige, Sewußter Micbericacht“ and„ eienden Kümmel. 6. Sigung vom 1. März 1899. Die§§ 17, 18, 27, 28, 29 an genommen; über die§§ 19-26 wird die Berathung ausgesetzt.§ 30 bestimmt, den weiblichen Personen, welche eine Ehe eingehen, die Beiträge( nach 200 Wochen Zahlung) zurückzuzahlen, wenn sie inner halb 6 Monate verlangt werden. Molkenbuhr und Ge nossen beantragen 12 Monate. Dertel( Nürnberg) befür wortet dies; der Antrag wird mit 15 Stimmen angenommen. § 31 bestimmt, daß nur die ehelichen Kinder eines Ver" " " " " bon Lüge", Niedertracht" blättchen- Tricks" zu reden. haben also bewußt gelogen. Sie stellen es ferner so dar, als ob nur wegen des zer- Herrn Eugen Richter aber widmen wir dieses duftige Briefchen schmetternden Votums der Wahlpr.- Komm. Herrn Kreitling fein feines auf der Höhe der Bildung stehenden freisinnigen Genossen Mandat niedergelegt habe. Ihre armen Wähler wissen eben, da ganz besonders; die zartbefaitete Seele des Vaters der„ Sparsie von Ihnen und Ihresgleichen systematisch in Unwiffenheit agnes" jammerte schon vor Wochen über den Ton, der jetzt schon erhalten werden, bermuthlich gar nicht, daß es alter Brauch im aus dem Vorwärts" flinge, als dieser ruhig und fachlich und wahrReichstage ist, so zu handeln; was Sie zu einer Angst des Herrn heitsgemäß von freifinnigen Kapitalsschüßern" sprach. Hoffentlich Krtlg. und der Freifinnigen stempeln, ist einfaches Anstandsgefühl friegt er nicht über den feinen Ton des Herrn Dr. Werner die -wofür ja allerdings nicht überall Verständniß herrscht. Wäre Strämpfe! Fischer als gewählt proklamirt worden, und ihm nun in der Unsere Genossen sehen aber, mit welcher Sorte von FreiKommission die 3 od. 5 Stimmen abgezogen worden, wie bei Kirtlg., finn wir den Kampf zu führen haben! dann wäre sein Mandat auch für ungiltig erklärt worden! Davon erfahren aber Ihre Leute natürlich nichts! Ging( ditalian j dr& 188 stil und jom sinn Kommunales. Aus Mangel an wirklichem Material( denn was fie vor bringen, ist doch blos elendes Gewäsche) wärmen Sie immer den alten Kohl wieder auf, daß die Freifinnigen an der damaligen Die städtische Schuldeputation hielt gestern unter Vorsitz des Verlängerung des Sozialistengesetzes schuld find. Auch das ist Bürgermeisters Kirschner eine Sißung ab, in der ein Reſtripi des niederträchtige bewußte Lüge. Selbst wenn damals alle Provinzial- Schullollegiums verlesen wurde, in welchem Freifinnigen dagegen gestimmt hätten, wäre das Sozialistengesetz in Bezug auf die Ordinariate der jüdischen Lehre doch angenommen worden! Das steht urkundlich fest- nur die rinnen in den hiesigen Gemeindeschulen die Mittheilung enthalten Sozialdemokratie frebst immer noch mit dem armseligen Ammen- ist, daß der Minister im Prinzip auf seinem in dieser Angelegenheit märchen herum! Wenn Sie aber von„ Abkommandirungen" eingenommenen Standpunkt beharre, doch wünsche er, daß bei der sprechen warum erzählen Sie Ihren Genossen da nichts von Ausführung der Anordnungen Härten vermieden werden sollen. Das den Abkommandirungen der sozialdemokrati Provinzial- Schulkollegium ersucht alsdann die städtische Schulschen Fraktion bei der Dampferfubventions- Vorlage? Davon deputation, Kommiffare zu ernennen, welche mit seinen Kommissaren erfährt natürlich kein Genoffe ein Sterbenswörtchen! am 28. März dieses Jahres Berathungen pflegen sollen über die Wenn Sie endlich einzelne Worte des Abgeordneten Dr. Barth Ausführung der feitens des Ministers erlassenen Anordnungen. aus dem Zusammenhange reißen, so daß ein ganz berkehrter Sinn Die Zahl der freien Pläge an den höheren Privatmädchenschulen entsteht; und wenn Sie den alten Kniff anwenden, die betragen über 5000, wovon über 4000 den jüdischen Kindern zuBolts Zeitung" au einer freifinnigen Zeitung zu gänglich find, sodaß ein Nothstand bezüglich der Unterbringung der machen, so sind das so erbärmliche Kümmelblättchen- Tricks, jüdischen Kinder in den höheren Privatmädchenschulen nicht bestehe. Da daß es dafür nur ein Gefühl als Antwort giebt: Verachtung! für diejenigen Eltern, welche ihre Kinder einer höheren städtischen Es ist vielleicht mancher Wähler mit dem Verhalten der frei- Mädchenschule zuführen wollen, Schwierigkeiten namentlich im Westen finnigen Partei nicht immer einverstanden, aber derartige ge- entstehen sollen, so hat die städtische Schuldeputation beschlossen, die meine Flugblätter, wie das Ihrige, erreichen den Zweck sicherlich Charlottenschule anzuweisen, die Aufnahme von außerhalb sich nicht, dem„ Arbeiter"-Kandidaten neue Anhänger zuzuführen nicht, dem„ Arbeiter"-Kandidaten neue Anhänger zuzuführen meldender Stinder erst dann zu bewirten, wenn hiesige Kinder zuvor wenigstens da nicht, wo selbständiges Denten vorhanden ist. sind sie wenigstens da nicht, wo selbständiges Denten vorhanden ist. berücksichtigt worden sind und keinerlei Meldungen von letteren mehr Dr. R. Werner. vorliegen. D d " utitis storbenen vor Empfang einer Rente Anspruch auf Erstattung der Hälfte der Beiträge erhalten. Moltenbuhr und Genossen beantragen eheliche" zu streichen, so daß auch die unehelichen Anspruch erheben können. Ferner beantragen sie, folgende Bestimmung hinzuzufügen: Versicherten Personen, welche dauernd erwerbs unfähig werden, bevor sie einen Anspruch auf Rente haben, steht das Recht auf Erstattung der Hälfte der für sie geleisteten Beiträge zu." Gegen den ersten Antrag wendet sich Regierungsrath Dr. Wödtke aus Sittlichkeitsgründen", gegen den zweiten aus Versicherungsgründen; der sozialdemokratische Ans trag sei unannehmbar für alle diejenigen, welche die Ehe hoch halten" wollen. Trotz Gegenwehr durch Moltenbuhr und Wurm, denen Trimborn( 8.) zustimmt, werden die fozialdemokratischen Anträge mit sechs Stimmen abgelehnt. Bu§ 33 Entziehung der Invalidenrente" beantragen Moltenbuhr und Genolsen den Absatz 2 zu streichen, durch den die Ber ficherungsanstalt das Recht bekommt, von dem Invaliden zu fordern, fich eventuell einem Heilverfahren zu unterwerfen, widrigenfalls ihm die Rente entzogen wird. Moltenbuhr weist darauf hin, daß man sich solche Hungerstrafe nur den Arbeitern gegenüber erlauben wolle, während z. B. beim Militärpensions Gejez es niemandem einfallen werde, einem Offizier zu verlangen, daß er sich einem Heil verfahren unterwerfe oder die Pension verliere. Size( 8.) will die Rente nur ,, auf Beit" entziehen. Löbell( t): Wenn der Rentenempfänger sich der Aufnahme in eine Heilanstalt ohne triftigen Grund" entzieht, ihm die Rente ganz oder theilweise" aberkannt werden kann; Gerstenberger( 3.) anstatt: ,, Liegt Grund zu der Annahme vor" zu setzen:„ Jst begründete Aussicht vorhanden"; Herold( 3.) beantragt, anstatt:„ sofern anzunehmen ist" zu Wenn den Herrn Dr. N.( Richard?) Werner das sozialdemo fetzen:„ fofern nachgewiesen ist". Staatssekretär Posadowsty schlägt fratische Wahlflugblatt, das ja den einen, von uns bereits schlossen, den Gemeindebehörden die Wiederwahl des Dr. Hebold Die Deputation für die städtische Irreupflege hat bevor:" Die Rente tann auf Beit ganz oder theilweise" vorgestern auf Veranlassung des Verfassers berichtigten Irrthum als Direktor der Anstalt für Epileptische Wuhlgarten" auf weitere entzogen werden. Alle Anträge außer dem sozialdemokratischen in Bezug auf die Rede des freifinnigen Abgeordneten Bräfice enthält, fechs Jahre unter Gewährung einer Gehaltszulage von 1000 M. zu werden angenommen.§ 34 Ruhen der Rente" tritt schon jo in sittliche Entrüstung versezt, daß er nur mit den gröbsten empfehlen. ein für diejenigen Personen, welche eine Unfallrente beziehen, so und rohesten Schimpfworten seiner freisinnigen Wahrheitsliebe Luft Anträge der Neuen Fraktion der Linken. Die Stadtlange und so weit dieselbe unter Hinzurechnung der Invalidenrente machen kann, welche Bezeichnung hat er denn für die Flugblätter, verordneten Dinse und Genoffen haben folgenden Antrag eingebracht: den Betrag von 450 M. übersteigt. Molkenbuhr u. Gen. beantragen anstatt dessen zu segen: Genossen Fischer und Schmidt in letzter Stunde losließ? Sie teichstage dahin vorstellig zu werden, daß die Regierungsvorlage, die Herr Eugen Richter bei der letzten Wahl gegen unsere Die Stadtverordneten- Bersammlung ersucht den Magistrat, beim sobald sie den Betrag desjenigen Durchschnittslohnes übersteigt, waren bekanntlich so nichtswürdig und verlogen, daß sogar Herr betreffend Aufhebung der Privatposten, abgelehnt werde." Ferner welchen sie im letzten Jahre vor dem fraglichen Unfall bezogen reitling privatim seine uneingeschränkte Mißbilligung darob haben die Stadtverordneten Kalisch und Genossen nachstehende Anhaben." Sachse( Soz.) befürwortet ihn besonders unter Hinweis aussprach, wenngleich er die öffentliche Verbreitung durch träge eingebracht: 1.„ Die Stadtverordneten- Versammlung ersucht auf die üblichen Brattifen bei den Knappschafts- und den Militär- sein Wahlfomitee nicht blos duldete, sondern durch sein Visum unter den Magistrat, schleunigst bei dem Reichstage gegen die beabsichtigte penfionen, welche auf Grund dieses§ 34 ihre Pensionen kürzen, obwohl die Korrekturbogen auch billigte! Vielleicht erklärt Herr Dr. Neuregelung der Fernsprechgebühren vorstellig zu werden." 2. Die die vollen Beiträge bezahlt werden mußten. So hat ein Knappschafts- Werner uns diesen schreienden Widerspruch zwischen privater und Stadtverordneten- Bersammlung ersucht den Magistrat, bei den zuinvalide, der auch Militärinvalide war, schließlich von der ersteren anstatt öffentlicher freisinniger Moral! 34 M. 60 Pf. monatlich nur 4 M. 60 Pf. erhalten, da die Militärpension ständigen Staatsbehörden dahin vorstellig zu werden, daß von einer von 30 M. ihm auf Grund§ 34 auf die Knappschaftspension an Herr Werner nennt es bewußt gelogen, daß freisinnige Wahl- Theilung der Stadt Berlin in verschiedene Gerichtsbezirke Abstand gerechnet wurde. Hilbd( natt.) beantragt:" Drei Viertel vorsteher sozialdemokratische Stimmzettel wider Recht und Gesez" genommen werde." bes Durchschnittslohnes." Direttor Dr. Woedtte wendet sich für ungiltig erklärt haben. Nun hat aber die Wahlprüfungsgegen den zweiten Antrag Moltenbuhr und Genossen, welcher Kommission laut Bericht auch der freisinnigen Blätter Tokales. verlangt, daß Abs. 3§ 34 gestrichen wird, der den Gefangenen die 15 wider Recht und Gejez für ungiltig erklärte Fischer'ſcheid Rente entzieht. Nach Woedtke würde dadurch das Zuchthaus zu einer Stimmzettel für giltig, so daß für Fischer 28 547+ 15= 28 562 Zur Neuwahl im zweiten Reichstagswahlkreise. Den Sparkasse für die Gefangenen. Wurm weist darauf hin, wie grade Stimmen gezählt werden mußten, während Streiling noch 4 Stimmen Parteigenossen und Genossinnen die Mittheilung, daß am Freitag durch diese Ersparnisse der entlassene Sträffing in die Lage komme,( weil zu Unrecht ihm zugezählt) abgezogen werden mußten, so daß er Abend 8 Uhr zwei Voltsversammlungen stattfinden, und werben. Die Beratung wird auf irgi tagant Berbrecher zu Majorität besaß und die ganze Wahl für ungiltig Friedrichſir. 236. Dreissa, berben mur 28 558 Stimmen hatte, folgedessen er gar nicht mehr die zwar bei Kliem, Hafenhaide 14/15, sowie im Friedrichstädt. Kafino" erklärt wurde. Als wahrheitsliebender Mann fügt der Kandidat des Kreises, St. Fischer, werden über die bevorHerr Dr. Werner noch ausdrücklich hinzu:" Der Bericht der Wahl stehende Neuwahl sprechen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht prüfungs- Kommission sagt davon kein Wort". In dem Protokoll Das Wahlfomitee. Um die Zuständigkeit der Gewerbegerichte zu erweitern, weiß niedergeschrieben, vom Vorfizenden und Schriftführer unter- Kösliner Hof. Köslinerstr. 8, eine Voltsversammlung ftatt, in der der Wahlprüfungs- Kommission ist obiger Thatbestand schwarz auf Sechster Wahlkreis. Am Sonntag Abend 52 Uhr findet im hat Genosse Tubauer in der Gewerbegerichts Kommission bezeichnet, in dem Bericht der Wahlprüfungs- Kommission steht frei- Genoffe G. Wagner über Umstürzler und Kulturantragt, den§3 Biffer 1 und 2 des Gesetzes betreffend die Gewerbe- lich kein Wort davon, fintemalen dieser Bericht noch gar nicht träger" einen Vortrag halten wird. Nach der Versammlung gerichte wie folgt abzuändern: Die Gewerbegerichte find ohne Rücksicht auf den Werth des erschienen ist, also auch Herr Dr. Werner einen solchen gar findet ein gemüthliches Beisammensein statt. Zahlreichen Besuch ernicht gesehen hat. Vielleicht sagt uns nnnmehr der frei- wartet 1. wegen der aus dem Arbeitsverhältniß folgenden Verpflich logen hat. finnige und wahrheitsliebende Herr Dr. Werner, wer bewußt geFreie Volfsbühne. Die Vorstellung der 4. Abtheilung( braune tungen und Entschädigungsansprüche, wegen Nichterfüllung derselben Und nun die unbequemen freisinnigen Abkommandirungen Karten) findet Sonntag Nachmittag 23/4 Uhr im Friedrich WilhelmAntritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, in nigen an der damaligen Verlängerung des Sozialisten Otto Erich Hartleben und des Einatters von oder nicht gehöriger Erfüllung, insbesondere der Ansprüche über den beim Sozialistengesetz und die Behauptung, daß die Frei- städtischen Theater statt, und zwar In Behandlung". Die Aufführung der Komödie Erziehung zur Ehe" von über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuches Gefeßes schuld seien. Herr Dr. Werner sagt:" Auch das ist Dreher Liebesträume"( mit Fräulein Eliſe Sauer) wird oder Zeugnisses, sowie über die sonstigen Leistungen und bewußte niederträchtige Lüge". Lassen wir die Thatsachen Sonntagnachmittag für die zweite Abtheilung im Lessing- Theater Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältniß, über sprechen: Zahlung einer Konventionalstrafe, über Rüdgabe aus Anlaß des Die Abkommandirungsbriefe schrieb der politische Famulus des Mitglieder dürfen im Lessing- Theater nur die Vorstellung ihrer Arbeitsverhältnisses übergebener Zeugnisse, Bücher, Legitimations Herrn Eugen Richter, Dr. D. Hermes, und fügte seiner Unter- Abtheilung beiuchen, da Nachzügler in den übrigen Borstellungen stattfinden, so daß heute in beiden Theatern gespielt wird. Die papiere, Urkunden, Geräthschaften, Kleidungsstücke oder Kautionen schrift bei: Im Auftrage". Dem fortschrittlichen Abgeordneten feinen Raum finden. Die sechste Abtheilung fann noch einige MitUnter- Mitglieder dürfen im Leffing- Theater nur die Vorstellung ihrer und dergleichen, sowie die Ansprüche auf Entschädigung wegen ver- Kämpffer gegenüber erklärte Hermes auf die Frage, in wessen weigerter oder verzögerter Aushändigung dieser Sachen oder wegen Auftrage er die Briefe geschrieben, wörtlich:„ Nun, in Eugen's glieder aufnehmen, Anmeldungen nehmen alle Zahlstellen entgegen. Ausstellung inhaltlich unrichtiger Zeugnisse. Namen". Wenn Herr Dr. Werner den Wortlaut der Briefe In den Zahlstellen sind Billets zur Gemälde- Ausstellung im StunstStämpffer's einsehen will, sie stehen ihm zur Ber- falon Ribera à 20 Pf. für Mitglieder erhältlich( halber Kaſſenpreis). Desgleichen die Marten zum Märzfest des Vereins( nur Parlamentarisches. Streitgegenstandes zuständig für Streitigkeiten: " 390 3 H " Der Vertrauensmann. guten Sitten verstoßenden Weise, insbesondere durch Aneignung der fügung. 2. Wegen vorfäßlicher Schadenszufügung in einer gegen die Arbeitszeugnisse oder durch Verlegung der Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse, sowie wegen Ueberlassung, Benutzung oder Räumung Gefeßes erfolgte am 10. Mai 1884. Die Verlängerung wurde be- nur in geringer Bahl ausgegeben werden können, ist es für die MitDie Abstimmung über die Berlängerung des Sozialisten- für Mitglieder) am 18. März im Böhmischen Brauhaus. Da dieselben von Wohnungen, die vom Arbeitgeber dem Arbeiter entgeltlich oder schlossen mit 183 gegen 158 Stimmen, also mit einer Majorität glieder empfehlenswerth, sich schleunigst damit zu versehen.( Siehe unentgeltlich überlaffen werden und wegen Zahlung des Mieths von 25 Stimmen. Von den Freisinnigen( fie waren damals auch heutiges Inferat.) Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. preises oder Herstellung von Reparaturen für diese Wohnungen. noch die goldene hundert, die sich schon als RegierungsJustizkommiffion. In der sechsten Kommission des Reichstags partei des fünftigen Kaisers Friedrich faben) fehlten außer den Der Mangel an mechanischen Feuerwehr- Leiteru wurden heute Artikel III des Antrages Rintelen und Artikel III der Kranken und Beurlaubten folgende Drückeberger: Behrend, hat sich bei dem Dachstuhlbrand in der Megerstraße von der Regierung vorgelegten Justiznovelle zusammen beamspohn, Hempel, Karsten, Koch, Langhoff, wieder sehr fühlbar gemacht. Allem Anscheine nach wäre die dabei rathen. In ähnlichem Wortlaut wird hier bestimmt, daß die falsche Richter Hamburg, Schröder Friedberg und Sello. Das vorgekommene Verunglückung von Feuerwehr- Mannschaften vermieden uneidliche Aussage mit Gefängniß bis zu sechs Monaten Schmähliche an jener Abstimmung war nicht blos die freisinnige worden, wenn sofort eine mechanische Leiter zur Stelle gewesen bestraft wird, neben welchem auf Geldstrafe bis zu 1000 m. erkannt Abfommandirung und die freifinnige Drüdebergerei, sondern das wäre. Die Schuld an diesem Mangel trifft keineswegs die Feuerwerden kann. Abg. v. Strombed( 8.) beantragt, die Gefängniß Schmählichste war, daß jogar 26 freifinnige Abgeordnete für das wehr- Direktion, wie in einem hiesigen Blatte behauptet wird. Die strafe bis drei Jahre festzusetzen und zu bestimmen, daß auch auf Ausnahmegese stimmten und dadurch seine Verlängerung Direktion hat seit Jahren auf die Nothwendigkeit der Vermehrung Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann. Abg. herbeiführten. Diese 26 Jajager waren: Beisert, Eberty, der mechanischen Leitern hingewiesen und bereits 1894 die Aus Himburg( t.) beantragt, auch die fahrlässige uneibliche Fährmann, v. Fordenbed, Frieß. Goldschmidt, rüstung sämmtlicher Feuerwachen mit solchen Aussage unter Strafe zu stellen. Abg. Dr. Herzfeld( Soz.) Grieninger, Hammer, Horwiz, Jegel, Kochhann, Reitern beantragt. Aber noch 1897 waren nur zwei Leitern vorstellt eine Reihe Abänderungsanträge. Danach soll ein event. hohes iepte, Maager, Alexander Meher, Mommsen, handen, und von den drei neuen, die im Verwaltungsjahre 1897/98 Strafmaß nur in wirklich schweren Fällen Anwendung finden. Die Panse, Pfluger, b. Schirmeister, Schlutow, endlich beschafft werden sollten, war bis Ende März 1898 erst eine Strafen sollen abgestuft werden, je nachdem es sich um Verbrechen, Schröter, Strube, Thilenius, Wander, Westphal, eingestellt. Gegenwärtig dürften alle fünf Leitern in Gebrauch sein, Vergehen oder llebertretungen handelt. Auch soll die Gewährung Dr. Witte und Wölfel. aber das ist für eine Stadt wie Berlin selbstverständlich immer noch mildernder Umstände eintreten fönnen. Im givilverfahren soll auf Hätten diese 26 Freifinnigen gegen das Gesetz gestimmt oder viel zu wenig. Die Feuerwehr Direktion hat es übrigens auch dreifachen Ersatz des durch falsche Aussage angerichteten Schadens auch nur den Muth der Drüdebergerei gehabt und sich der Ab- nicht versäumt, in den letzten Jahren in ihren Berichten immer erkannt werden können. Nach längerer Debatte wurden die Anträge ftimmung enthalten, so wäre das Gesetz gefallen. Die Freifinnigen wieder auf die großen Gefahren hinzuweisen, die sich Herzfeld mit 16 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Dagegen wurden haben also ganz allein die Verantwortung für die aus dem Mangel an mechanischen Leitern ergeben. Sie hat für die Anträge Strombed und Simburg und alsdann der Verlängerung des Sozialistengesetzes. Und keiner der freifinnigen verschiedene Brände den Nachweis geführt, daß die Beschränkung so modifizirte Antrag III der Regierungsvorlage angenommen. Jajager wurde aus der freisinnigen Fraktion deshalb ausgeschlossen, des Feuers auf seinen herd oder die Rettung also fand ihre schimpfliche Abstimmung die Gutheißung der von Bewohnern der obersten Stodwerke dadurch freifinnigen Fraktion! erschwert wurde, daß der zuerst auf der Brandstelle eintreffende Zug Eine freisinnige Mannesthat. Unser Genosse S. Werner, Bertrauensmann des zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreises, erhielt folgenden Brief, den wir seines allgemeinen Interesses wegen der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten wollen: Berlin, 23. Februar 1899. SW., Großbeerenstr. 55. Mein Herr! Win uns nun der Herr Dr. Werner fagen, auf nicht mit einer mechanischen Leiter ausgerüstet war. Bei dem großen welcher Seite die bewußte niederträchtige Lüge ist? Die Brande Müller- und Fennstraßen- Ede am 18. August 1897 mußten aller Thatsachen entbehrende Behauptung von den Abkommandirungen mehrere Personen unter größter Lebensgefahr und zum Theil mit der fozialdemokratischen Frattion bei der Dampfersubventions- dem Sprungtuch gerettet werden, weil die ersten Büge feine mechaVorlage" wollen wir dem wahrheitsliebenden Herrn schenten, nischen Leitern besaßen. Der Bericht der Feuerwehr- Direktion hebt zumal jeder ernsthafte Politiker weiß, daß die sozialdemokratische hervor, daß es sonst ohne jede Gefahr und in einem Zeitraum von Fraktion geschlossen gegen die Dampfer subvention wenigen Minuten möglich gewesen wäre, sämmtliche gefährdete Personen gestimmt hat. zu retten"; bei keinem Feuer der letzten Jahrzehnte habe sich der # Wenn es ferner ein erbärmlicher Kümmelblättchen- Trick" Mangel an mechanischen Leitern in so hohem Grade fühlbar ges sein soll, die Volts- Beitung" als freisinniges Blatt macht. Zu dem Brande Invalidenstraße 129 am 14. Februar 1898 Sie mögen Ihren Anhängern ja vorschwindeln, was Sie zu zitiren, so hat der ehrenwerthe Herr Dottor vielleicht die bemerkt die Direktion in ihrem Bericht, daß bei Vorhandensein wollen das geht im allgemeinen Niemanden etwas an, außer Güte, wahrheitsgemäß uns zu antworten, ob die„ Bolts- Beitung" einer mechanischen Leiter das für die Mannschaften sehr, anstrengende dem wollen Ihre Streise auch belogen sein, denn sonst würden die Kandidatur Kreitling unterstützt hat oder nicht. Und wenn sie Baffiren des verqualmten Treppenhauses nicht erforderlich gewesen Sie den Vorwärts", das frechfte Lügenblatt, welches für den Freisinnigen gegen alle übrigen Barteien agitirt, so sein würde". eristirt, nicht lesen können. Allein was Sie in Ihrem Flugblatte wird sie wohl trotz des Bannfluches von Seiten des Herrn dies Mal bieten, das geht denn doch über das Erlaubte hinaus. Dr. Werner als freifinnig bezeichnet werden dürfen. Und so lange Der vom Minifterium des Junern ausgearbeitete Entwurf Es ist eine freche Lüge, wenn Sie behaupten, daß freisinnige Herr Dr. Werner nicht den Nachweis bringt, daß die Worte des über die Besteuerung der Waarenhäuser ist nicht nur den Wahlvorsteher soz.- dem. Stimmzettel wider Recht und Herrn Barth finn- oder wortgemäß falsch wiedergegeben sind, haben Handelskammern, sondern auch den Inhabern einiger großen Gesez" für ungiltig erklärt haben. Der Bericht der Wahl- alle anderen Leute eher denn er das Recht, von„ Gemeinheit", hiesigen in Betracht kommenden Geschäfte zur Begutachtung mit Gerichts- Beitung. getheilt worden. Die Juhaber dieser Geschäfte werden in einer am Markgrafenstraße 62 wohnte. b. Moos war in einem Geschäft der ebenso hoch bewerthet werden kann, wie berjenige für Menschen, Freitag stattfindenden Versammlung zu dem Entwurfe Stellung Stochstraße angestellt, hatte aber einen ihm gewährten Urlaub über- dürfte wohl nur von der Eisenbahnverwaltung zu begreifen sein. nehmen. Aus der Vorlage theilt der Konfektionär" mit, daß von schritten und die Stellung verloren. Als nervöser und überarbeiteter Auch eine weitere Fahrpreis- Seltsamkeit besteht ferner noch auf dereiner Umsatzsteuer Abstand genommen worden ist. Es wird eine Mann fand er nicht gleich ein anderweites Unterkommen und war selben Bahn in der Höhe des Fahrgeldes für die gleichen Streden. Branchensteuer in Vorschlag gebracht, welche in einem Zuschlag aller Mittel bar. In dieser Lage griff er zum Revolver und jagte So toftet vom Lehrter Hauptbahnhof nach Spandau eine Fahrkarte zur Gewerbesteuer besteht, die je nach der Zahl der Branchen er sich eine Kugel in die rechte Schläfe. Der Tod war fofort ein- 3. Stlaffe 20 Pf., während wenn die Fahrt dorthin vom Lehrter gel in ble recte late höht wird. Die Steuersäge halten sich angeblich in mäßigen getreten. Stadtbahnhof angetreten wird, 30 Bf. zu zahlen sind und die Fahri Grenzen. Eine auf dem Gebiete der Photographie sicherlich be- mit der Stadtbahn erst vom Zoologischen Garten an 20 Pf. tostet. Tödtliche Verunglückungen von Feuerwehr- Mannschaften deutungsvolle Erfindung wurde in der Sigung der Deutschen Ge- Ebenso find die Preise für die Monatstarten verschiedene, d. H. es find von 1853 bis 1898 in Berlin in 14 Fällen vorgekommen, sellschaft von Freunden der Photographie zum ersten Male der ist für dieselbe Strecke vom Lehrter Stadtbahnhof mehr zu zahlen, 1 Fall 1853( Birkus Renz, Friedrichstraße), 3 Fälle 1878( Berliner Oeffentlichkeit übergeben. Direktor Schulz- Hence, der über die Er- als vom Lehrter Hauptbahnhof. Brotfabrit, Holzmarktgaffe), 4 Fälle 1880( Akademische Bierhallen, findung von Secco- Films, eines neuen Ersages für Glasplatten und Hegelplatz), 3 Fälle 1883( Berliner Velvetfabrik, Köpenickerstraße). Celluloid- Films, und über seine damit ausgeführten Versuche be1 Fall 1891( Rückfahrt nach Wache Keibelstraße), 1 Fall 1897 richtete, hob hervor, daß die Einführung dieser Secco- Films geradezus ( Schering'sche Fabrik, Fennstraße). Seit 1. Juli 1896 besteht als ein Ereigniß auf photographischem Gebiete zu betrachten fei, Wie schwer bedenklich die in der Preffe schon oft gerigte übrigens zwischen der Feuerwehr und einer biesigen Versicherungs- und daß besonders die künstlerische Photographie durch die neuen Fragestellung nach den Vorstrafen in öffentlichen Gerichtsgesellschaft ein Abkommen, nach welchem die Mannschaften sich oder Films sehr gefördert werden würde. Die Secco Films find eine berhandlungen ist, zeigt ein erschütternder Fall, der sich gestern Secco- Films ihre Familienmitglieder mit einem leinen Kapital versichern Werbefferung des alten Moh'schen Negativpapiers; denn das Papier, in Moabit abspielte. Das Schwurgericht des Landgerichts ver können. Im ersten Jahre wurden über 800 Versicherungen( einschl. auf dem das fertige Negativ ruht, braucht nicht mehr transparent handelte gegen den Kutscher Wilhelm Unglaube wegen wiffentFrauen und Kinder) abgeschlossen. gemacht zu werden, man kann vielmehr das fertige Bild ohne lichen Meineides. Ein wegen Bettelns und Arbeitsschen angeklagter Die Aufstellung polnischer Sonderkandidaturen bei allen Weiteres auf trockenem Wege von seiner Unterlage ablösen und als Mann hatte sich auf das Zeugniß des Unglaube darüber berufen, Wahlen in Berlin hat einer Zeitungsnachricht zufolge eine Ber- besonders widerstandsfähige Haut für die Kopirzivecke für sich allein daß er während der fraglichen Zeit bei demselben einen Tag gefammlung der hier ansässigen Polen beschlossen. Zu welchem benutzen. Dr. Heseliel erklärte die Handhabung und den Gebrauch arbeitet hatte. Da es darauf aufam, ob der frühere Angeklagte ins 8wed? der neuen Films und demonstrirte experimentell einige ihrer Eigen Korrektionshaus geschickt werden solle oder nicht, wurde unglaube Den Fahrrädern wird voraussichtlich in den neuen Berliner fchaften. geladen. Im folgenden Termine beschwvor derselbe, daß der Miethskontrakten, die gegenwärtig in der Ausarbeitung begriffen Fenerbericht. Mittwoch Mittag wurde die Feuerwehr nach Angeklagte thatsächlich einen Tag bei ihm beschäftigt gewesen find, eine besondere Bestimmung gewidmet werden. Bahlreiche Teдandrinenstr. 46 gerufen, ivo im Badraum einer Uhren fei. Der Gerichtshof hielt den Zeugen nicht für einwandsfrei und wo Hausbesizer beklagen sich nämlich über die Beschädigungen an fabrit ein Brand ausgebrochen war, der Stiften und Holzwolle zer- nahm Veranlassung, ihn in betreff seiner Borstrafen zu befragen. Thüren, namentlich an sogenannten Windfängen und an den störte. In der Nacht zum Mittwoch waren zwei erhebliche Brände unglaube erklärte, daß er abgesehen von Heinen Polizeiftrafen unbe Treppengeländern, die bei dem öfteren Transport der Fahrräder abzulöschen. Kurz nach Mitternacht entstand Schönhauser scholten sei und blieb dabei trotz aller Vorhaltungen. Da Unglaube hervorgerufen werden. Sie haben im Parterregeschoß des Hauses Allee 164 in dem unter einem Fabrikgebäude belegenen Lagerfeller auffällig häufig als Beuge vorgeschlagen wurde, so schöpfte die Vorrichtungen zur Aufstellung und zweckmäßigen Verwahrung der Feuer, das an den dort lagernden Hanf und Baumwollengarn Staatsanwaltschaft Verdacht, daß man es mit einem Manne zu Räder anbringen lassen, deren Benugung aber beim Mangel einer Vorräthen reichliche Nahrung fand und dabei eine solche Berqualmung thun habe, welcher sich als Zeuge laden laffe, um die Gebühren besonderen Bereinbarung in das Belieben eines Radbefizers gestellt erzeugte, daß mit Rauchhelmen zum Brandherde vorgedrungen einstreichen zu fönnen. Die Ermittelungen gaben gaben hierfür ist und die gewöhnlich dann unterlassen wird, wenn Differenzen werden mußte. Drei Rohre brachten den Brand nach 1stündiger nicht genügenden Anhalt, dagegen wurde festgestellt, daß der zwischen den Miethsparteien eingetreten sind. Diese Angelegenheit Arbeit zum Stehen. Der verursachte Schaden ist beträchtlich. Angeklagte insofern wissentlich seine Eidespflicht verlegt hatte, als er wünschen nun die Hausbesiger in der Weise geregelt zu fchen, daß Ebenfalls in einem Lagerfeller war heute früh kurz nach 2 Uhr eine erhebliche Bestrafung wegen Blutschande vereine Verpflichtung des Miethers kontraktlich festgesetzt wird, wonach aldstraße 37 ein Schadenfeuer zu löschen. Hier wurde ein schwiegen hatte. Da die Beweisaufnahme an der Schuld des Andieser sich verpflichtet, das ihm gehörige Fahrrad in dem dazu an- großer Posten Schuhwaaren vernichtet. Nach Klopstod geklagten feinen Zweifel ließ, bejahten die Geschworenen die Schuldgewiesenen Hausraum unterzubringen. Allerdings entsteht dabei die straße 65 wurde die Wehr böswillig alarmirt. Der Thäter fonnte frage unter Ausschluß von mildernden Umständen, worauf der GeFrage, ob in derartigen Fällen der Vermiether nicht auch der Ver- nicht ermittelt werden. Mittwoch früh gegen 6 Uhr gingen in richtshof den Angeklagten zu einer 8uchthausstrafe von drei wahrer des ihm anvertrauten Fahrrades wird und für dessen Be- der 3ossener str. 45 Prestohlen in einer Schlächterküche in Jahren und den üblichen Nebenstrafen verurtheilte. schädigung oder Entwendung aufzukommen hat. Mindestens würden Flammen auf. Sturz nach 9 Uhr mußte Alegandrinenfich die Befizer der Häuser gegen derartige Schadensansprüche ver- und Stallschreiber str. 50/51 Ede ein Zimmerbrand beseitigt sichern müssen. werden. Zur felben Zeit brannte ein Müllwagen des Fuhrherrn August ehmann, Müllerstraße 10, der Hauptwache Linden str. 40/41. Von Stufe zu Stufe scheint es mit Ella Golz zu gehen. Zuerst zogen sie die Bretter an, dann wandte sie sich der Schriftstellerei zu. Auf der Bühne wollte die Polizei fie nicht haben und ihre schriftstellerischen Leistungen waren allzu unbedeutend. Jezt läßt ein Gastwirth aus der Oranienburgerstraße Bettel vertheilen, wonach Ella Goltz bei ihm mit zarter Hand bedient. Seit Sonnabend waltet sie ihres neuen Berufes. bor Aus den Nachbarorten. Charlottenburg. Freitag Abend 81/2 Uhr findet im Lokale Bismardshöhe der zweite Distuffionsabend statt. Behandelt wird das Parteiprogramm in seinem grundsäglichen Theil. Gäste haben Der Vorstand. Zutritt. Unter der Beschuldigung, ſein Kind ohne triftigen Grund vom Religionsunterricht in der Gemeindeschule ferngehalten zu haben, stand gestern der Handelsmann Hoffmann vor dem hiesigen Schöffengericht. Der Angeklagte behauptete, daß er als Dissident das Recht habe, seine Kinder von dem konfessionellen Religionsunterricht fernzuhalten. Er erklärte, daß ihm dies Recht bezüglich seiner vier Kinder bereits rechtskräftig zu= gestanden worden sei und legte zum Beweise ein zu seinen Gunsten ergangenes Erkenntniß des Gerichts zu Halle und des Kammergerichts vor. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung. FEE Ein Landgerichts. Direktor wegen Beleidigung ver: bera Das Polizeipräsidium hat dem von den städtischen Behörden beschlossenen Projekt wegen Festsetzung neuer Fluchtlinien der Ans Spandau. Eine doppelte Miethszahlung schafft den Beurtheilt. In Nordhausen hat sich dieser Tage ein merkwürdiger Manteuffelstraße( Berlängerung) zwischen Köpnickerstraße und wohnern der Staatenerstraße in Spandau zur Zeit viel Verdruß. Fall vor dem dortigen Schöffengericht abgespielt. Vor einiger Zeit Mühlenstraße unter Aufhebung der bestehenden Fluchtlinien der Im November v. J. erschien bei den Einwohnern eines Hauses schweifte der Kaufmann Julius Barthel in einer Verhandlung vor int welcher er Angeklagter Fruchtstraße zwischen Mühlenstraße und Spree zugestimmt. Der dieser Straße ein Bollziehungsbeamter des Magistrats namens der Landgerichts- Straflammer, Straßenzug und die über die Spree zu erbauende Brüde erhalten Rippin in Uniform mit einem Schreiben seiner Behörde, wonach die war und durch den Rechtsanwalt Dr. Slawyt- Halle von der Sache eine Gesammtbreite von 19 Metern, der Straßendamm eine solche Miether die wegen Steuerrefte beschlagnahmte Miethe nicht an den theidigt wurde, in seiner Vertheidigung von 15 Metern und die Bürgersteige je 4 Meter. Hausbesizer, sondern an die Steuerkasse zu zahlen haben sollten. ab, so daß ihn der Vorsitzende Landgerichts Direttor Der Beamte nahm alsdann die Miethe gegen seine Quittung bei Lindenberg in die nöthigen Grenzen wies. Barthel erwiderte Die Verhaftung eines flüchtigen Defraudanten ist der verschiedenen Einwohnern bald in Empfang. Rippin wurde einige hierauf etwa:" Man wird sich doch wohl vertheidigen können? Dazu Berliner Kriminalpolizei geglückt. Es handelte sich um den Guts- Zeit später flüchtig; die einkaffirten Miethen unterschlug er. Der bin ich doch hier!" worauf der Vorsitzende fich solche Unverpächter Klingenberg aus Jeefer bei Greifswald, der beschuldigt wird, Magistrat verlangt nunmehr von den Bewohnern die nochmalige fchämtheit" verbat. Kaufmann Barthel tlagte mu gegen den als Vorsitzender der Molkerei- Genossenschaft Milzow das Genossen Zahlung der Wiethe mit der Begründung, daß der Beamte zu deren Landgerichts- Direktor Lindenberg wegen Beleidigung. Dieser schaftsvermögen widerrechtlich um etwa 8000 M. geschädigt zu haben. Erhebung gar nicht berechtigt war. Die Miether, zumeist leine Tage wurde die Sache vor dem dortigen Schöffengerichte abgehandelt Um die Unterschleife zu verdeden, verübte Kl. auch noch Fälschungen Leute, werden hierdurch hart betroffen. Gegen den Vollziehungs- und Landgerichts- Direktor Lindenberg zu 30 Mart Geldstrafe in den ihm anvertrauten Büchern. Ferner werden ihm einige Beamten Rippin ist die gerichtliche Untersuchung wegen Unter- verurtheilt. Der Gerichtshof bestand, wie die„ Tägliche Wechselfälschungen zur Laft gelegt. Die Unredlichkeiten tamen fchlagung amtlicher Gelder eingeleitet worden. Hoffentlich ist der Rundschau" meldet, aus dem Amtsgerichtsrath Leyfer als gelegentlich einer Kaffenrevision zu Tage. Als dann Kl. eine Magistrat verständig genug, sein vermeintliches Recht den Armen Vorsitzenden fowie dem Gutsbesitzer Wagner und dem bringende Geschäftsreise" nach Berlin antrat, wurde der gegenüber nicht bis zum äußersten durchzufechten. Telegraph in Thätigkeit gesetzt, worauf hier seine Festnahme erfolgte. Der Defraudant wurde dem Gerichtsgefängniß zu Greifswald dem Bädermeister Lorbeer in Spandau das ganze Baarvermögen, Grünenthal hat Schule gemacht. Vor acht Wochen wurde zugeführt. en ton Seifenfabrikanten Wolf als Schöffen. Als Zeugen waren die Mitglieder der Strafkammer, Landgerichtsräthe Mylius, Hoffmann sowie der Rechtsanwalt Dr. Slawyk Salle zugezogen. Dem An und Schneidewind, der Staatsanwalts- Vertreter, der Gerichtsschreiber Berathung des Gerichtshofs währte über eine Stunde. Landgerichtsgeklagten stand Rechtsanwalt Flins als Vertheidiger zur Seite. Die Direktor Lindenberg meldete sofort Berufung an. Bei der grundfäßlichen Wichtigkeit der Sache ist man natürlich nicht wenig darauf gespannt, wie sie in zweiter Jnstanz verlaufen wird. " Vermischtes. Die Abrißarbeiten in der Spandauerstraße sind nunmehr und dessen Freund, der Schloffer Prierow, verhaftet worden. Beide Die Abrißarbeiten in der Spandauerstraße sind nunmehr 900 m., gestohlen. Als der That verdächtig find sein Lehrling Nölte fast in vollem Umfange vollendet. Gegenwärtig ist nur noch das leugneten harinädig. Erst am Dienstag gestand der Lehrling die Haus der Simons- Apotheke und die angrenzenden Fronten in der That und erzählte auch, wo sich das Geld befinde. Die Diebe hatten Probftstraße niederzulegen, doch auch hier ist der Abriß bereits so die Staffette mit einem Theil der Beute auf einem mit Ephen be weit gediehen, daß die Arbeiten in der nächsten Woche beendet deckten Grabe verborgen. werden. Der Bauzaun wird späterhin wieder eingerüdt, daß während des Neubaues der großen Geschäftshäuser, der Löbtauer Berurtheilten, wird vermißt. Der Finder wird ersucht, fie Rigdorf. Die Gammelliste Nr. 346, ausgegeben zu gunsten der Anfang April in Angriff genommen wird, die Spandauer- öbtauer Straße in ihrer ursprünglichen Breite dem öffentlichen Verkehr abzugeben bei Otto Klein, Restaurateur, Kaiser Friedrichstr. 286 Von der ,, Bulgaria." Die von dem Dampfer Weehawken" überlassen bleibt. Ende Oktober d. J. wird die endgültige Erweite Der Spreetunnel zwischen Stralau und Treptow ist nun aufgenommenen und in Punta Delgada gelandeten Passagiere und rung der Spandauerstraße vorgenommen. Der Fahrdamm wird eine mehr betriebsfertig. Gegenwärtig wird nur noch ein Auspuß der Mannschaften der" Bulgaria", welche von dort mittels Dampfers Verbreiterung von 1,50 Meter bis 0,70, der Bürgersteig eine Ver- Bementflächen in der Rohrleitung vorgenommen, weil bei den Azor" nach Liffabon befördert wurden, sind am Montag in Lissabon breiterung von 0,50 bis 0,10 Meter erhalten. Da die Straßenbahn- früheren Bohrungsarbeiten die Zementflächen durch starke Er eingetroffen. Alle, Passagiere und Mannschaften, find des Lobes voll Geleise in ihrer jegigen Lage verbleiben, so dürfte möglicherweise schütterungen theilweise uneben geworden sind. Es erscheint dennoch über die an Bord der Bulgaria" herrschende Disziplin und die Bedas Polizeiverbot des Haltens der Fuhrwerke in dem Engpaß der fraglich, ob die Eröffnung der Straßenbahnlinie vom sonnenheit und unerschrockenheit des Kapitäns Schmidt und feiner Spandauerstraße aufgehoben werden, da nach der Verbreiterung die Schlesischen Thor bis Treptow noch in diesem Jahre er- Offiziere. Sie beschlossen sofort, ihrer Anerkennung in einem an die früher so häufig vorgekommenen Verkehrsstörungen nicht mehr zu folgen kann, weil en midt weil vorher noch verschiedene bauliche Aende- Direktion der Hamburg Amerika Linie" gerichteten Dankschreiben befürchten sein werden. rungen vorgenommen werden müffen. Die Dorfstraße in Ausdruck zu geben. Die ,, Moravia". Eine bei Aloyds eingegangene Depesche aus Der im Untersuchungs- Gefängniß befindliche Willy Lange Stralan ist in ihrem größeren Theile zu eng, um ein Doppelgeleise hat jetzt eine neue Angabe über den Verbleib der veruntreuten aufzunehmen und so muß der ganze Straßenzug auf Kosten der Newyork bejagt, der Sloman- Dampfer" Moravia" sei total ver40 000 M. gemacht. Er äußerte zu einem Beamten, daß er sein Bürgersteige und der Vorgärten verbreitert werden. Die Dorfstraße loren. Dagegen ist nach einer Meldung aus Ferrol der Streuzer Die Besizer der in Meteoro", welcher gestern Nachmittag infolge eines Lecks zu sinken Geld so untergebracht habe, daß niemand herankönne". Er werde erhält diefelbe Breite wie die Stralauer Allee. ganz bestimmt in den Besitz des Betrages gelangen, sobald er die Frage kommenden Terrains haben die nothwendigen Ländereien am begann, wieder flott geworden. In Hamburg wird allgemein aus ihm bevorstehende Strafe verbüßt. hätte. Allerdings habe er feinem 1. Mai an die Dorfgemeinde zu übergeben und an diesem Termin genommen, daß die Besagung des auf Sable Island gestrandeten, Freunde, den er nach wie vor Müller nennt, eine Summe gegeben, wird dann mit dem Umbau begonnen werden. Die Gesellschaft für der Rhederei Robert Sloman gehörigen Dampfers„ Moravia" von damit dieser unterdeffen in St Franzisco ein Restaurant eröffnen Untergrundbahnen hat außerdem noch zwei große Wohnhäuser an- Fischer- Schoonern gerettet ist. könne.- Im übrigen laffen sich, wie ein Berichterstatter wissen will, gekauft, die zum Zweck der Straßenverbreiterung niedergerissen werden fand in der an der russisch- preußischen Grenze gelegenen, dem Dynamit- Explosion. Wie die Kattowißer Zeitung" meldet, die Friedrichshagener die Ermittelung der 40 000 m. besonders an- müssen. gelegen sein. Man rechnet dort mit Sicherheit darauf, daß der Diebstähle an Hausthürklinken bilden gegenwärtig den Fürsten Hohenlohe gelegenen Kohlengrube Saturn" eine DynamitDefraudant das Geld in der waldreichen Umgegend versteckt habe, Schrecken Charlottenburger Eigenthümer. Schon in der vergangenen beiter, die auf der Stelle getödtet wurden, während ein dritter Explosion statt. Dieselbe entstand durch Unvorsichtigkeit zweier Arwohin er sich bald nach Verübung der That gewandt habe. Bisher Woche wurden mehrere Fälle bekannt; in der Nacht zum Mittwoch beiter, die auf der Stelle getödtet wurden, während ein dritter schwere Verlegungen erlitt. nun sind 25 solcher Diebstähle vorgekommen. Dies geschieht in der fehlt freilich jede sichere Spur von dem Gelde. Die Leichen der beiden Getödteten Beit zwischen dem Oeffnen der Säuser und dem Eintritt der bildeten nur noch eine unförmliche Fleischmafſe. Der Vorschusverein in Schönberg( Kreis Lauban), beffen Kassirer wegen Defrauden verhaftet worden ist, beschloß, den Ein Idyll and dem Militärstaat. Tanzerlaubniß als Be Konturs anzumelden. Bahlreiche fleine Leute verlieren ihre Erlohnung für gute Aufführung wird im Kreise Beeskow- Storkom den sparnisse. Militärpflichtigen, welche fich im März zur diesjährigen Auf Helgoland sind im Jahre 1898 insgesammt 230 CheAusmusterung zu stellen haben, vom Landrath von Gersdorff vorschließungen vollzogen worden, wovon 17 auf einheimische und 210 behalten. Derselbe hat nämlich in seinem Kreise folgende Verfügung auf auswärtige Brautpaare( mit Dispens vom Aufgebot) entfielen. zur öffentlichen Kenntniß gebracht: Aus Anlaß des bevorstehenden Außer diesen 227 Brautpaaren wurden noch drei Paare auf HelgoEinen bösen Ausgang hat eine Spielerei zwifchen atvei pflichtigen auch diesmal bei den Herren Amtsvorstehern des Streises amtlich verbunden worden waren. Uebrigens will die Helgoländer Militär- Erfaßgeschäftes werden voraussichtlich von Gestellungs- land firchlich getraut, nachdem sie bereits in der Heimath standesSchülern genommen. Der Knabe Müller wurde durch einen losgehenden Revolver am Unterleib berlegt und nach einem Kranten Gesuche um Ertheilung von Tanzerlaubniß für den betreffenden Gemeindevertretung an das preußische Abgeordnetenhaus eine Petition hause gebracht. Nach einer anfänglichen Befferung hat sich der Zu- Gestellungstag angebracht werden. Ich behalte mir für diesen Fall senden mit der Bitte, die Vorschriften über die Eheschließungen auf stand jetzt derart verschlimmert, daß die Eltern auf die gefährliche ausdrücklich vor, über bergleichen Anträge felber zu Belgoland mit Dispens vom Aufgebot trotz der Einführung des stand jetzt derart verschlimmert, daß die Eltern auf die gefährliche befinden und bemerke hierbei, daß ich ihnen grundsäglich nur neuen Bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900 auf weitere Wendung aufmerksam gemacht wurden. Wann wird der namentlich dann Folge geben werde, wenn die Geftellungspflichtigen an dem zehn Jahre, alfo bis 1910, gelten zu laffen. in den höheren Schulen übliche Unfug, daß Kinder mit Schießwaffen Musterungstage felbst sich tadellos geführt haben. Die Die Influenza, die seit ihrem ersten Auftreten im Jahre 1892 Berlin alljährlich im Frühjahr heimsucht, hat auch in diesem Jahre hier wieder Fuß gefaßt und eine ganz bedeutende Ausdehnung angenommen. Die Krankheitserscheinungen find vielfach sehr schwerer Natur und führen häufiger zu Todesfällen. Besonders ist der Norden und Osten der Stadt von der Krankheit befallen und ebenso werden aus den nach jener Nichtung hin belegenen Vororten eine große Zahl von Grippe- Erkrankungen gemeldet. spielen, endlich aufhören? Tageshelle. betheiligten Herren Amtsvorsteher wollen eintretenden Falles dies den Antragstellern in geeigneter Weise eröffnen und ihnen gleich zeitig anheimgeben, ihren Antrag am Musterungstage bei mir zu wiederholen. Der Zwischenfall bei dem Erweiterungsbau der Firma F. W. Borchardt, Französischestraße 47, ist beseitigt worden. Der schwere Stein, bei dessen Aufwinden zwei Taue zerrissen, fonnte inzwischen an den für ihn bestimmten Plaz geschafft werden, so daß Ein fonderbares Tariffuriosum hat sich bis jetzt fortdauernd jede weitere Gefahr ausgeschlossen war und die Straße für den Wagenverkehr wieder freigegeben werden konnte. Im Gasthofe hat sich hier der 50 Jahre alte Buchhalter Fri Vorwagner erhängt, der vorgestern aus Dresden in Berlin eingetroffen war und in der Königgrägerstraße Wohnung genommen hatte. Er wollte sich hier wegen eines Nervenleidens ärztlich bes handeln lassen. Das Amtsgericht zu Grevesmühlen t. M. erläßt ein Aufgebot, wonach der 1828 zu Roggenstorf geborene Theodor Kunze, Sohn des weiland Bastor Kunze, Erbschaft halber gesucht wird. unge ist 1859 nach Australien oder Amerika ausgewandert, ohne bislang eine Nachricht an die Heimath zu geben. Der Gesuchte ist ein Bruder von Fritz Reuter's Gemahlin, die aus dem Pfarrhause zu Roggenstorf stammt. auf der Bahnstrecke Berlin- Nauen( Hamburger Bahn) erhalten. Auf derselben wird nämlich für jede Person fowie für jeden Hund ein..Pherestop betitelt sich ein neuer Illusionstrick, der bei GeFahrpreis von 40 Pf. vom Bahnhof Friedrichstraße bis zur Halte legenheit der Kunstausstellung Dresden 1899 im Dresdener Ausstelle Finfentrug erhoben, so daß auf diesem Theil der Strecke für stellungspark vorgeführt werden soll." Pherestop" ist ein IllusionsMensch und Hund genau daffelbe Fahrgeld zu zahlen ist. Auf dem apparat, der, in einem großen, zirkusartigen Gebäude vorgeführt, zweiten Theil jener Strede, also Fintenkrug- Rauen beträgt der dem Beschauer die Illusion einer Luftballon- Fahrt bietet, ohne daß Fahrpreis für Personen ebenfalls 40 Pf., für Hunde aber nur die fich dieser wirklich von der festen Erde entfernt. Die Luftreise soll Erschoffen hat sich am Dienstag Abend um 92 Uhr der Hälfte, alfo 20 Pf. Wie das möglich ist, oder richtiger: wie auf der zeitgemäßerweise von Dresden nach dem Nordpol gehen. Der Er32 Jahre alte Kaufmann Leo v. Moos, der aus Zürich stammt und Strede Berlin- Finkenfrug in den Bahnzügen der Plaz für Hunde finder dieses Jülusionstricks ist ein Dresdener Künstler. Briefkasten der Redaktion. fache wäre. Gewonnen hat also feiner von Beiden. M. S. Vom vollendeten 16. Lebensjahre an. R. W. 19. Nur, wenn Sie wegen Meineides bestraft sind. 2. A. 1. Nein. 2. Ja. B. B. 100. Dagegen läßt sich nichts machen. F. 24. Nein, Brunnens straße 13. Das Vermögen des Betreffenden ist auf Verlangen anzugeben, G. Z. Ja. G. G. 9. 1. Nein. 2. Ja. 3. Ja. T. W. C. Ja. 3. P. O. D. Ja, wenn nicht durch eine Handlung der Staatsanwalts schaft eine Unterbrechung der Verjährung erfolgt ist.- D. W. Fassbender. Kommen Sie mit dem Material in die Sprechstunde. Das Grubeuunglück auf Zeche ,, Mont Cenis"( bei Herne) ift| Jahre 1898. Von M. Beer.( Schluß.) Konsum, Bau und Sparverein nicht hindert, daß im Reichstag auch derartige Dinge diskutirt und geprüft durch Fahrlässigkeit des Maschinenwärters herbeigeführt worden. Der Produktion". Von A. v. Elm. Voltsthümliche Universitätsbewegung werden können. Es giebt überhaupt faum eine wichtigere Angelegenheit der Mann hat in angetrunkenem Zustande den Förderkorb zu hoch gezogen. und Reform des höheren Bildungswesens. Von Otto Amedorf. Berliner Einzelstaaten, die nicht gleichzeitig bis zu einem gewissen Grade auch Reichs: Theater. Von F. Mehring. Notizen: Nochmals die Gliederfüßler als Streikende Schüler. Wegen Betrügereien bei Anfertigung der Bermittler von Krankheiten.- Feuilleton: Heim. Von J. C. van der Burgh. schriftlichen Arbeiten in der Mechanik und Phyfit für die Entlassungs- Uebersetzung aus dem Dänischen von Francis Maro. prüfung war den Schülern der ersten Klasse der königlichen Maschinenbau und Hüttenschule in Duisburg vom Direktor der Anstalt angekündigt worden, daß in sämmtlichen Fächern neue Arbeiten gemacht werden sollten. Gegen diesen Beschluß des Lehrerfollegiums erhoben die Schüler der ersten Klasse in einer von Allen unterschriebenen Eingabe Protest und erklärten sich bereit, nur in den beiden Fächern, in welchen Mogelei getrieben worden war, sich einer neuen Arbeit unterziehen zu wollen. Als die Schüler sich nun Mittags in der Klasse versammelt hatten, erklärte ihnen der Oberlehrer Braun im Namen des Direktors, daß die erste Klaffe der Schule vorläufig aufgehoben sei". Wie verlautet, ist der Direktor der Anstalt nach Düsseldorf zur königlichen Regierung gereist, um sich weitere Maßnahmen zu erbitten. Die Klasse ist entschlossen, wenn sie mit ihrem Antrage nicht durchdringe, auf ein Reifezeugniß zu verzichten und sich unter Darlegung der Verhältnisse an das Ministerium zu wenden. Eingegangene Druckschriften. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 23. Seft des 17. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Nochmals das Dresdener Urtheil. Die Vereinigten Staaten im Dantjagung. Achtung! Für die Beweise herzlicher Theilnahme, fowie für die Kranzspenden des Wahlv. f. d. 4. Berl. Reichstags= Wahlkreis SO. und der Zentr.- Krankenu. Sterbekasse der Tischler 2c. meinen tiefgefühlten Dant. 14665 Frau Wwe Völker. Allen Freunden und Bekannten, Die juristische Sprechstunde wird Dienstags. Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8 1hr abgehalten. H. D. Die Vendomefäule, die von der Kommune umgestürzt worden war, wurde von den Versaillern wieder aufgerichtet. Blödsinn" war's, aber reaktionärer. V G. A., Spandau. Derselbe muß Preuße und 24 Jahre alt sein. Darf im letzten Jahre keine Armenunterstüßung empfangen haben und eigenen Hausstand( darunter werden auch Chambregarnisten verstanden) besitzen. Schriftsteller aufgeführt. Seine Berliner Adresse ist Boffenerstr. 34. R. B. Genoffe R. ist im Reichstags Handbuch als Redakteur und E. S. 31. Beachten Sie die betreffende Lokalnotiz in der Mittwochs: Nummer. K. S. 1. Zentral- Kranken- und Begräbnißkasse für Frauen und Mädchen, Oranienstr. 180. 2. Wegen Aufnahme müssen Sie dort anfragen. Cigarre 34. Ladislaus v. Wagner, Tabakkultur, Tabat- und Cigarren: fabritation( Weimar). R. 36. Derartige Mittheilungen können wir nicht machen. R. H., Nixdorf. Ueber derartige Gehaltsfragen entscheidet nicht der Reichstag. Die Entscheidung darüber liegt in den Landtagen, was aber 2. Wahlkreis. Achtung! Freitag, den 3. März, Abends 8 Uhr: Zwei Volks- Versammlungen. den Kollegen der Firma Dette u. 1. Kliem's Salon, Hafenhaide 14-15. 2. Friedrichstädt. Kasino, Friedrichstraße 236. dent Samariter- Rurfus, sowie Allen, die meinem lieben Mann die lezte Ehre erwiesen haben, sagen wir hiermit unsern innigsten Dank. 14326 Martha Raue, geb. Eichner, nebst Tochter. Ref.: Reichstagsabg. B. Kramer- Darmstadt. Ref.: Reichstags- Kandidat Richard Fischer. Tages Ordnung: 1. Die bevorstehende Neuwahl. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Wahlkomitee. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Außerordentl. Generalversammlung Robert Schmidt. Tages Ordnung: 210/12 Witterungsübersicht vom 1. März 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind: Bunzpa Windstärke Wetter Temp. n. C. 5°. 4° R. Stationen Barometer stand mm 5 Haparanda 753 3 bedeckt 6 Petersburg 3 Cort 781 9 Swinemde. 764 WNW 5 Dunst Hamburg 769 NA Berlin 767 N 5 Regen Wiesbaden 776 S München 776 Wien 76923 15lb. bed. 5 bedeckt 6 bedeckt Winds rigtung Windstärke 0 Aberdeen 772 SS 0 Paris Wetter Temp. n. 6. 15° C.= 4° R. 4bedeckt -10 1 Mebel 3wolkig 780 WSW Dunst 03 3 1019 Wetter Prognose für Mittwoch, den 2. März 1899. Mild, jedoch ziemlich trübe mit leichten Regenfällen und mäßigen west lichen Winden. Berliner Wetterbureau. 99 Unserem Kollegen Tate" zu seinem 26. Geburtstag ein dreifaches Hoch! ,, Wallemar, Kalizer uf'n Asphal." Klud Klud". Lede Lecke" Hurrah Pappa! 14636 99Das neueste Problem" 14646 muss gelöst sein! Empfehle mein vorzüglich gepflegtes Weiß- und Bayrisch- Vier. Alter Nordhäuser stets auf Lager. Werk stellen haben Vorzugspreise.[ 1081L* Bahlstellen des 4. Wahlvereins, Often. Bahlstellen und Arbeitsnachweis des Verbandes der Vergolder. Emil Köpnick, Schillingstr. 30a. Tücht. Versilberer u. Farbigmacher 14576 verl. Gr. Frankfurterstr. 84. Versilberer auf Leisten verl. Schult, Rirdorf, Berlinerstr. 89. 14566 14595 Stanzer auf Holz- Photographic Rahmen verlangt Wolff, Mathieustr. 14. Arbeiter auf beffere WollMorgenröde und Matinee's verlangen gegen Vorzeigung 14626 von Probe- Arbeit Eisenberg& Sussmann, Jerufalemerstr. 19/20. Nur gut eins Stadtreifender geführter unter günstigen Bedingungen für eine Liqueurfabrit gesucht. 14676 Offerten M. S. 100 Poftamt 99. Beim Monatswechsel empfehlen sich folgende Partei- Speditionen: Charlottenburg: Empfehle allen Freunden u. Bekannten und gr. Speisegeschäft. Reich: mein Weiss-, Bairischbier- Feuerversicherungs. haltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag Agenten 105/20 mit Bier 50 Pf. fowie Abendtisch à la * 10662* Luxusgeschirren Berlin vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, Frucht Sonntag, den 5. März, Vormittags 10 Uhr, in Keller's traße 30, Hof II. SO.: Frit Thiel, Stalizerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedeler mit Klavier für 20-50 Personen. carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer werden von alter deutscher Gesellschaft Salon, Koppenstraße Nr. 29: allerwärts gegen hohe Provision ges straße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger H. Stramm, Reft., Ritterstr. 123. sucht. Offerten unter U. S. 148 Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 14. Gesundan Haasenstein& Vogler, brunnen: Wilhelm Gaß maun, Grünthalerſir. 64/ 65- Rosen- Vereine und Gewerkschaften! A.-G., Berlin, Leipzigerstr. 48. thaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: all Ein älterer Sattler in Anfertigung Empfehle mein Weiß- u. VairischGustav Die Angriffe auf das Koalitionsrecht der Arbeiter. Referent Kollege Mar 3, Kastanien Allee 95/ 96.Bierlokal nebst franz. Billard und von Deutsch- WilmersStellungnahme zu dem von den Arbeitgebern Scharnberg, Schillerstr. 94, v. 1 Treppe. borgeschlagenen gemeinsamen Arbeitsnachweis. dorf: Frau& übler, Sigmaringenstr. 34, und Frau Heinemann, Vereinszimmer für 40-50 PerWahl der Delegirten zu dem Frankfurter Gewerkschaftskongreß. Verbandsangelegenheiten. Sigmaringenstr. 35.( Hier ist auch die Brandenburgische Bolts- Zeitung" zu fonen, auch geeignet für Zahlstellen. Kommandantenstr.65, Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu er: erhalten.) Rixdorf: Ostermann, Erfstraße 6. Schöne G. Ladewig, nahe alte Jakobstraße. scheinen, damit spätestens bis 1 Uhr Mittags die Versammlung berg: Wilhelm Bäumler, Belzigerstr. 59, Seitenflügel part. beendet sein tann. Johannisthal- Nieder- und Ober- Schöneweide: Otto Allen Bekannten, Kollegen und GeDie Bertranensmänner, welche für ihre Werkstattkollegen die John, Ober- Schöneweide, Siemensstraße 7, Zigarrengeschäft. Annahme: noffen empfehle mein Beitragzahlung besorgen, werden ersucht, am Sonntag deren stellen: Nieber- Schöneweide: Karl Weber, Bigarrengeschäft. Johannis: Weiß- und Bairisch Bier: Lokal Bücher mit nach der Versammlung zu bringen und dort dieselben that: Senftleben, Restaurateur.- Friedenau- Steglitz: S. u. bitte um gütigen Zuspruch. Hermann den Kollegen auszuhändigen, Bernfee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Labs, Grunewaldstr. 12, Schöneberg. Steglitz:. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schellhase, AhornEintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Donnerstag, den 2. März 1899, Abends 8 1hr, in Behrend's Festsälen, Mantenffelstraße Nr. 95: Branchen- Bersammlung der Sigmöbel- Arbeiter Berlins. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission über die Tarifberathung. 2. Wie gestalten fich die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse in den Werkstätten? Es ist Pflicht eines jeden in der Sitzmöbel- Branche beschäftigten Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. straße 15a. Baumschulenweg: Godel, Baumschulſtr. 32 v. Außerdem find sämmtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte dort zu haben. Auch werden Inserate für den Vorwärts" entgegengenommen. Um genaue Angabe der Adresse wird dringend gebeten. Bitte ausschneiden! 7/11 Volksversammlung Achtung! Stuckateure. Achtung! Montag, den 6. März, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Buske, Grenadierstraße Nr. 33: Oeffentliche Versammlung Tagesordnung: 1. Die Arbeiterbewegung früher und jetzt. Referent Reichstags- Abg. am Freitag, den 3. März, Abends 81/2 Uhr, im Saale der Gambrinus- Brauerei, Charlottenburg, Wallstraße 94. Tagesordnung: 1. Warum werden wir in der Miethe gefteigert? 2. Was thun unsere Parteien, um die Miethsausbeutrung zu befämpfen? 3. Diskussion. Bund der deutschen Bodenreformer. 1431b Rixdorf. Rosenow. 2. Discussion. 3. Abrechnung vom Streitfonds. 4. Stellung Am Freitag, den 3. März, Abends 8½ Uhr, im großen nahme zum Bauarbeiterschutz- Kongreß. 5. Berschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet. Achtung! 173/3 Der Vertrauensmann. Achtung! Schrauben- und Façondreher. Saal des Herrn Klemke, Bergstraße 136/137: Volks- Versammlung für Männer und Frauen. Tages Ordnung: Montag, 6. März, Abends 7 Uhr, bei Graumann( fr. Renz), 2. Distusfion. 3. Aufstellung der Kandidaten zur 2. und 3. Abtheilung. 1. Die Stadtverordneten- Wahlen und die Kompromik- Partei. Naunynstr. 27: Zahlreichen Besuch erwartet Große öffentliche Versammlung aller in Schraubenfabriken besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Das Vorgehen des neuen Meisters Kühling bei der Firma Mir & Genest. 2. Die allgemeinen Arbeitsverhältnisse in den Schraubenfabriken und das Verhalten der Kollegen. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen folgender Firmen: Mix& Genest, Sudicatis, Stelzner, Stärke, Willing& Viollett, Roll, Näser, fomie sämmtliche in Schraubenfabriten beschäftigten Arbeiterinnen besonders eingeladen. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung sind alle Kollegen ver pflichtet, für regen Besuch der Versammlung zu agitiren. 115/7 Der Vertrauensmann: Krause. Chemigraphen. Donnerstag, den 2. März, Abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: T Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen P. Dupont über: Volts: thümliche Kunstveranstaltungen. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet Die Verwaltung. 96/6 Achtung, Töpfer Charlottenburgs! Freitag, den 3. März: Oeffentliche Versammlung im Lokale Bismarckshöhe, Wilmersdorferstraße 39. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. In anbetracht, daß eine große Anzahl Kollegen in Charlottenburg wohnen, hoffen wir, daß diese Versammlung gut besucht wird. 195/2 Der Vorstand. Arbeiter- Radfahrer- Verein ,, Greif", Rixdorf. ( Mitglied des Arbelter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität!') Sonnabend, den 4. März 1899, im Apollo- Theater, Hermannstrasse 48-50: 1428b Grosser Wiener Maskenball. Billets sind im Vereinslokal( Apollo- Theater) zu haben. Es ladet hierzu ergebenst ein Das Comité. Das Wahlkomitee. = [ 8376 Masken- Costume verleiht billigst Fr. C. Frommholz, Elsasserstr. 78, Gde Aderir. Meine Costume zeichnen sich durch höchste Eleganz aus u. wurden tausend: fach mit ersten Preisen getrönt. Costume in Atlas von 1 Mt. 50 ab.[ 1068* L Möbel Kleiderspinden, einfach, v. 20 M. an, fournirt v. 36, Wäschespinden v. 36, Schlaffophas v. 30, Wohnzimmerfopha b. 25, Paneelfophas v. 60, Plüsch garnituren i. all. Farb. v. 100, Bett: stellen m. Federboden v. 30, Ruhebetten init Dede v. 33, Marmortoiletten v. 25, Kommoden, Ausziehetische von 16, Sophatische, Küchenspinden von 15, Rohrstühle v. 22, sowie alle sonstigen Möbel in großer Auswahl allerbilligst. Vollständige Einrichtungen, besonders preiswerth, transportfrei. Möbel auf Theilzahlung. unter Garantie, unter folibesten Be dingungen. Schier, Möbelfabrik, Neanderstrasse 13. 02/10 D. Wurzel& Co., Freie Volksbühne. IV. Abtheilung Sonntag Nachmittag 23 Uhr im FriedrichWilhelmst. Theater: In Behandlung( mit Frau PraschGrevenberg). II. Abtheilung Sonntag Nachm. 234 Uhr im Lessing- Theater: Die Erziehung zur Ehe. Komödie in 3 Akten von Otto Erich Hartleben. Hierauf: Liebesträume. Anmeldungen zur VI. Abtheilung werden in allen Zahlstellen entgegen genommen. Marken zum Märzfest à 50 Pf. in allen Zahlstellen nur an Mitglieder. Dito Billets zur Kunstausstellung im Salon Ribera ( à 20 Pf.) für Sonntag, den 26. Februar und 6. März, Mittags 12 Uhr. Vortrag über: Harro Magnussen und seine Kunst. Bis 3 Uhr geöffnet. 228/18 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Wrangelstr. 17. Ecke Manteuffelstraße. Wäsche ausschließl. eigenes Fabrikat. Spezialität: Arbeiter Berufs: fleidung: Blau Cöper- Jacken M. 1,65, steigend je Größe um 10 Bf., blau Cöper- Hosen, in allen Längen, M. 1,65. Arbeiterhemden, Blousen, Malertittel und Montenrhemden. D. Wurzel& Co., Wrangelstr. 17. 1848* durchaus erfahren und der in Abwesen: ständig leiten kann, findet dauernde und lohnende Stellung. Offerten W 9 an die Expedition dieses Blattes. heit des Meisters eine Werkstatt ſelb Tüchtige Baumwollfärber berl. Soldin& Sommerfeld, Berlin, Holzmarktstr. 21. Tüchtige Waffen- und Ueberrock- Schneider, welche auch Arbeit nach auker halb mit übernehmen, gesucht. Offerten unter X. 9 an die Expedition d. Blattes. Ein erfahrener Schloffer, welcher Ercenterpresse u. 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Für die Angehörigen der Verurtheilten in Dresden Theile der Geschäfte durchbrochen ist, bei den Firmen aber, wo der wurden einstimmig angenommen und als Delegirte für denkongreß Tarif noch anerkannt wird, die Einführung neuer Moden und Ertra- Straube, Freude und Uther gewählt. gingen bei der Expedition des„ Vorwärts" folgende Beiträge ein: Anzahl Geschäfte überhaupt keinen Lohntarif hat und nach Willkür sellschaft sprach hier August Bebel am Montag in einer BoltsArbeiten nachtheilig für die Kollegen wirkt, andererseits aber auch eine Schöneberg. Ueber die Stellung der Frau im Staat und Ges Reinhold Schirmer 3,- Tischlerei A. Oehlert durch Seifert 7, Frau bezahlt wird; in fernerer Erwägung, daß die Hausindustrie dem versammlung, die den Saal des Klubhauses bis auf den letzten Hines, Rirdorf 1,-... 2,-. Küchenmöbelfabrit Jaede, Weißensee, Heiner 3dorferweg, 5,75. Tischler' nnd Polirer v. Bieger u. Co. 6,15. Ber Unternehmerthum eine Handhabe bietet, die Löhne bis auf das Platz füllte. Infolge polizeilicher Absperrung mußten viele auf den golder und Tischler von Ab. Königsberger durch Schall 10,35. Gin Aeußerste zu drücken und auch die Gefahr für die Uebertragung an- fehr interessanten Vortrag verzichten. Bebel gab ein scharf umBaubenbefizer bom Tempelhofer Feld 3,-. Rothe Brüder aus der Vittoria außer Einem 4, Ein Unfreier 1,50. steckender Krankheiten durch die in Hausindustrie verfertigten rissenes Bild von der wirthschaftlichen und sozialen Entwickelung Personal der Graphischen Gesellschaft, Lindenstr. 16, 50,-. Gesammelt beschäftigten Arbeiter, daß in allen Geschäften Betriebswerkstätten beim weiblichen Geschlecht der höheren Kreise eine Bewegung Gesammelt vom Kleidungsstücke vorhanden ist, verlangen die in der Maaßbranche des letzten Jahrhunderts und legte dar, wie diese Entwickelung von mehreren Kollegen der Bautischlerei von Rother u. Ruge's Bau- errichtet werden, welche allen hygienischen und sanitären Anforderungen zur Erzielung wirthschaftlicher Selbständigkeit zeitigte, während sie tischlerei, Cotheniusstr. 3, 2,20. Sechs Maler, Blücherstr. 35, 3, Der Aktien- Brauerei Hohenschönhausen 24,40. Buchbindereipersonal der Firma und Aufrechterhalung fester Lohntarife nach Maßgabe der 1893er Er- Werkstätten, Fabriken und in der Hausindustrie auslieferte. Die Arbeiter entsprechen. Ferner verlangt die Versammlung Wiederherstellung andererseits Millionen von Proletarierinnen der Ausbeutung in Asbelm 11,15. Gef. bei einer rothen Kindtaufe bei Seidel, Müllerstr. 163 b, 3,76. 2. S., Chorinerstr., 1,-. Freiburg i. B., Was Ihr dem geringsten 2c. rungenschaft. V Littauer u. Boysen, extra 50 Pf., 20,45. Personal der Buchdruckerei druckerei Wilhelm Jsleib 12,85. Versammlungen. Die Gastwirthsgehilfen hielten gestern Dienstag wieder eine öffentliche Versammlung ab, um die Diskussion über die paritätischen Arbeitsnachweise fortzusetzen. Nach einer lebhaften Polemik zwischen Pötzsch, der sich in eingehender Weise gegen diese Einrichtung äußerte, und den Vertreter des Vorstandes des Zentral- ArbeitsNachweises Herrn Weigert, der in längeren Ausführungen die paritätischen Arbeitsnachweise befürwortete, gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: eintreten. 3,55. Tischler der Möbelfabrik zelder u. Plathen, 2. Rate 6,- nothwendig ist, daß mindestens zwei Drittel der Kollegen organisirt Hier laffe man erst in allerneuester Zeit Frauen zum UniversitätsDurch einen jungen Abonnenten des Vorwärts" itt Siegmar find, hält es die Versammlung für geboten, daß die Kollegen studium zu, in manchem anderen Kulturstaat nähmen sie dagegen schon ( Sachfen) 4, Gesammelt bei A. B.'s Geburtstag in Köpenid 2,45. zunächst für die Beseitigung der in den einzelnen Geschäften feit langem geachtete Stellungen im Schulwesen, in der Kommune, Arbeiter der Firma P. u. W. 4,60. Vom Personal der Buchdruckerei Alb. vorhandenen Behrendt, Elisabethhof 5,55. Von den Puzern vom Bau Dunterstraße 4,50. es, sich der Organisation, dem deutschen Schneider- und England und Amerika. Mißstände Pflicht eines jeden ist als Aerztinnen und als Richter ein. Redner verweist speziell auf Ges. von den zielbewußten Arbeitern der Firma Ohrenstein 11,65. Arbeiter Schneiderinnen- Verband anzuschließen, um bei geeigneter Zeit bessere die gegenüber dem allgemeinen Wachsen der Arbeiterklasse DeutschAn der Hand der Statistik zeigte er dann der Metallwaaren- Fabrik v. G. Solms 9,50.. Gesammelt durch Hofstädt bei Kabsch, Memelerstraße 32 2,-. Die Arbeiter der Lohn- und Arbeitsverhältnisse herbeizuführen. Die Versammlung lands unverhältnißmäßig starke Zunahme der weiblichen Arbeiter, Firma Harpendorf u. Lehmann, Köpenickerstraße 11,15. Spar: und beauftragt den Vertrauensmann, schon jezt Vorbereitungen zu treffen, die besonders in bestimmten Berufen, so im Handelsgewerbe, der Kreditverein Eiche" 10,-. Von organisirten und Haustapelle Andreas Festsäle 15.-. Tischlerei von Neumann 7,25. überall da, wo die Kollegen gewillt sind, schon dieses Frühjahr und Verkehr habe sich die Zahl der weiblichen Angestellten von 1882 Gastwirthsgehilfen um gemeinsam mit den Kollegen die Mißstände zu beseitigen und Textilindustrie, der Tabakindustrie, eine folossale ist. Im Handel Nachtrag der Schneidemühle Wildenowstr. 22, 3,30. Schneiderwerkstatt A. bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen, dieses Vorhaben bis 1895 um 94 pct. vermehrt, also fast verdoppelt. Der ge Kaufmann, Zimmerstraße 4,- Windige Ecke 2,-. Gesammelt von in jeder Weise zu unterstützen." Stammngästen Gartenstraße 148 5,55. Gesammelt von acht Geppert's sammte Zuwachs der in den verschiedenen Industrien und auf einer Geburtstagsfeier in der Wilhelmstraße 8,-. Des Weiteren wurde beschlossen, daß in den nächsten 8 Tagen Erwerbszweigen Verein der Stein: beschäftigten Personen betrage bei den Hauer Berlins und Umgegend durch Gustav Bolte, Triftstraße 42 10,-. die Arbeiter der einzelneu Geschäfte Sigungen abhalten, in welchen Männern 25, bei den Frauen 35 pct. Eine erhebliche Zahl der Schneiderwerkstelle Herrmann Hoffmann 9,- Von einer Kroatin 1,- die verschiedenen Mißstände besprochen werden und Berathungen in bestimmten Berufen thätigen Frauen seien verheirathet. So Personal der Wollmer'schen Schriftgießerei 49,35. Von den Handwertern über ein event. Vorgehen stattfinden sollen. Von dem Ergebniß der fämen im Fürstenthum Neuß, in dem die Textilindustrie vorherrsche, vom Millionenbau Berlin W. außer einigen durch C. Horn 12,75. Kollegen Sigungen ist dem Vertrauensmann nach dem Bureau, Annenstr. 9, auf 100 der Tischlerei Geisler, Mariannenſtr. 18 3,50. Gebr. 2. 1,-. Druckerei fofort Mittheilung zu machen und sind von diesem dann, wenn noth- lustration zu der von gewisser Seite angeschwärmten„ Heiligkeit arbeitende Frauen 41 verheirathete. Eine hübsche Greve 7,80. Bronzewaarenfabrik W. Humpert durch D. G. 12,15... 1,50.vendig, baldigst öffentliche Versammlungen zur weiteren Beschluß der Familie". Diese Verhältnisse, die eine Folge der kapitalistischen Aderftr. 93, 2. B., 3,50. Hantow, China, 3,-. Tischler von Beschlow, faffung einzuberufen. Entwidelung seien, verschuldeten die nicht abzuleugnende Zunahme 2. Rate, 2,55. Zimmerer von Meze außer Ginem" 9,80. Restaurateur Die Puker Berlins und Umgegend hielten am Montag bei der Rohheitsvergehen jüngerer Leute. Dagegen sei deshalb auch Bartsch nebst Gäſte 2,- Nach Pflicht und Gewissen gehandelt 5,75. Buch- Keller, Koppenstraße, eine öffentliche Versammlung ab, um über die feine lex Heinze, sondern lediglich eine durchgreifende sozialpolitische Summa 427,25 Mr. Bereits quittirt 975,85 M. In Summa 1403,10 m. auch in den Vororten beschlossen wurde, zu berathen. In dieser treffenden Ausführungen die rechtliche Zurücksetzung der Frauen, insDurchführung der Resolution, die vor einiger Zeit in Berlin und Gesetzgebung angebracht. Redner kennzeichnete schließlich noch in Resolution wird die Aufrechterhaltung des Abschlag-Tage- besondere der Arbeiterinnen. Die Proletarierin habe in wirthschaftlicher, Johns von 7 Mark, neunstündige Arbeitszeit und pünktliche sozialer und rechtlicher Beziehung das gleiche Intereffe, wie ihr Mann, ihr Lohnzahlung des Sonnabends auch für dieses Jahr gefordert. Vater und ihr Arbeitsgenosse, und müsse ihnen darum treu zur Außerdem sollen nach derselben alle diejenigen, die Arbeit annehmen, Seite stehen. Je mehr die kapitalistische Gesellschaft dem Höhepunkt und dazu Rüstungen liefern, oder auf Ratenzahlungen eingehen, ihrer Entwickelung entgegeneile, je mehr werde sie auch rütteln an oder ihren Mitarbeitern den mit den Unternehmern abgeschlossenen den Beziehungen der Geschlechter zu einander. In der sozialistischen Vertrag nicht mittheilen, als Arbeitgeber betrachtet und danach be- Gesellschaft werde die Ehe eine andere Form haben, wie heute, und handelt werden. Nach einer längeren Diskussion, in der alle Redner, in ihr werde auch die Frau ein vollberechtigtes Wesen sein und dagleich dem Referenten Fr. Schulz, für eine lebhaftere Agitation im stehen als Freie und Gleiche unter Gleichen und Freien.( Stürmischer Interesse der weiteren Bewegung plädirten, wurde wie folgt beschlossen: Beifall.)- Eine eigentliche Debatte fand nicht statt. Die anwesenden Vom Dienstag, den 28. Februar d. J. ab, wird wieder ein Bureau Frauen wurden ersucht, in den allmonatlich bei Obst in der Grune Die Versammlung erklärt: Die Arbeitsvermittelung gehört in von 2 Personen eingesetzt, welche pro Tag mit 7 M. entschädigt waldstraße nach dem 15. des Monats stattfindenden Frauen- Versammdie Hände der Arbeiterschaft; dieses Ziel zu erreichen, sollte eine der werden. Von demselben Tage ab werden die Quittungskarten zum lungen zu erscheinen. Hauptaufgaben der Gewerkschaften sein. Streiffonds ausgegeben und beginnt zu gleicher Zeit die Beitrags- Rigdorf. Mit den bevorstehenden Stadtverordneten Der neutrale" Arbeitsnachweis, wie er von Seiten bürger- zahlung mit 25 Pf. pro Woche. Die Beiträge werden jeden Abend Wahlen beschäftigte sich am Dienstag eine sehr gut besuchte Voltslicher Reformer befürwortet wird und von einigen Kommunal- von 6 bis 8 Uhr entgegen genommen. Die Arbeitslosen- Abstempelung versammlung, die im äußersten Südosten des Ortes, bei Peters in behörden bereits zur Durchführung gelangt ist, erscheint für die findet Donnerstags und Freitags von 3 bis 6 Uhr Nachmittags statt. der Knesebeckstraße, stattfand. Der Reichstags- Abgeordnete Stolle Arbeiter wenig erstrebenswerth, namentlich so lange, als die Ver- Die Kommission ist von 8 bis 1 Uhr und 3 bis 8 Uhr thätig. hatte das Referat übernommen. Einleitend erinnerte er an die waltungen der Gemeinden in den Händen von mehr oder weniger An Sonn- und Feiertagen bleibt das Bureau geschlossen." Worte Johann Jacoby's, daß das Bolt selbst handeln arbeiterfeindlichen Parteien sich befinden und so lange der Selbst- Wie bekannt gegeben wurde, befindet sich das Bureau bei Schiller, müsse, damit der papierne Verfassungskorb zur lebendigen verwaltung der Gemeinden so enge Grenzen gezogen sind wie gegen- Rosenthalerstraße 57. Außerdem wurde nach dem Referat von Verfassungswahrheit werde. Hiernach habe sich die Arbeiterwärtig noch im Deutschen Reiche. J. Dietrich, dem eine lebhafte Diskussion folgte, nachstehender schaft stets gerichtet, und die Arbeiter Nigdorfs hätten alle Abmachungen mit Unternehmer Vereinigungen( Tarifgemein- Antrag angenommen:„ Die Versammlung beschließt folgende Ver- Ursache, es auch gelegentlich der Stadtverordnetenwahlen zu thun. schaften) sind nicht prinzipiell zu verwerfen. Sie sind anzustreben, fürzung der Arbeitszeit: An allen Montagen vom 13. März ab Redner behandelte dann die Rechte und Pflichten der Bürger wenn es dadurch den Arbeitern gelingt, ihre Lohn- und Arbeits- beginnt die Arbeit früh 8 Uhr, an den anderen Wochentagen um preußischer Städte, wobei er an den reaktionären Bestimmungen der verhältnisse günstiger und stabiler zu gestalten. Voraussetzung dabei 7 Uhr früh und dauert bei Aufrechterhaltung der üblichen preußischen Städte- Ordnung scharfe Kritik übte. So meinte er, es aber ist, daß die beiden kontrahirenden Parteien über annähernd die Pausen bis 6 Uhr. An den Sonnabenden ist um 4 Uhr Arbeits- sei geradezu ein Hohn auf die deutsche Einheit, daß dergleiche Macht verfügen, da andernfalls solche Vereinbarungen in der schluß unter Wegfall der Vesperpause und hat um jenige Preuße sein müsse, der in Preußen an den Wahlen Regel nicht von langer Dauer sein werden. diese Zeit auch die Lohnzahlung zu erfolgen." Dieser Beschluß, der für die Stadtverordneten- Versammlungen theilnehmen wolle. Dies Ferner erklärt die Versammlung, daß der Vertreter der Gast- einer Verkürzung der Arbeitszeit um 2 Stunden pro Woche bedeutet sei um so unsinniger, als alle Einwohner der Stadt unterschiedslos wirthsgehilfen im Kuratorium des Zentralvereins für Arbeitsnach- und eine Neuforderung für dieses Jahr darstellt, soll von der Kom- zu den Lasten beitragen müßten. Unser Wahrspruch sei demgegenüber: weis, Kollege Wegener, weder im Einverständniß noch im Sinne der mission den Unternehmern unterbreitet werden. Ferner waren die gleiche Pflichten, gleiche Rechte! Das arbeitende Volt habe ein organisirten Kollegenschaft handelte, als er die Erklärung betreffend Versammelten der Ansicht, daß energischer wie bisher die Errichtung großes Interesse daran, Männer seines Vertrauens in das städtische die Auflösung der gewerkschaftlichen Arbeitsnachweise abgab." von verschließbaren und heizbaren Baubuden auch für die Buzzer Kollegium zu entfenden. Die Stadtverordneten hätten zunächst die wählt werden und die Kommission je nach den Bedürfnissen mit den wichtiges Recht, wenn auch in Preußen die Bürgermeister zu begefordert werden müsse. Auf allen Bauten follen Baudeputirte ge- Wahl des Stadtoberhauptes vorzunehmen, und das sei ein sehr selben die üblichen Sigungen veranlassen. stätigen seien. Die Arbeitervertreter in der Stadtgemeinde könnten in vielfacher Beziehung segensreich wirken. Eine der ersten Aufgaben der neuen städtischen Berwaltung sei die Errichtung eines Gewerbegerichts, wofür in Rigdorf mit seiner zahlreichen Arbeiterbevölkerung das dringendste Bedürfniß vorliege. Nachdem Redner noch mehrere Punkte des sozialdemokratischen Kommunalprogramms in anregender Weise be sprochen hatte, schloß er mit einem warm empfundenen Aufruf zur Losung: Gleiches Recht für Alle! müsse auch auf kommunalem GeTheilnahme an den Wahlen. Die Arbeiterbewegung mit ihrer Wahltage den Sieg davontragen werde.( Webhafter Beifall.) biete in Fluß bleiben; er hoffe, daß die Arbeiterschaft Nixdorfs am Die Bautischler nahmen in einer am 27. Februar im„ Englischen Garten" stattgehabten, nur recht mäßig besuchten öffentlichen Versammlung Stellung zu dem im März stattfindenden BauarbeiterKongreß. Millarg hob in seinem einleitenden Referat alle MißDie Graveure und Ziseleure nahmen in ihrer Versammlung stände hervor, deren Beseitigung durch die Gesetzgebung angestrebt am 21. Februar die Abrechnung des Vergnügungsfomitees entgegen. werden müsse. An der Diskussion betheiligten sich Barsch. Danach ist ein leberschuß von 192,30 M. zu verzeichnen. Es folgte Marts, Kühne, Kleie, Maaß und Glode. Letzterer weist dann die Berathung einiger Anträge zur Generalversammlung. darauf hin, daß die Bautischler Deutschlands zu dem Kongreß überhaupt Die Mechaniker und Uhrmacher hielten am 21. Februar eine noch nicht Stellung genommen und er empfahl den hier zu schwach besuchte Versammlung ab. Nach einem Vortrag des Herrn wählenden Delegirten, daß dieselben sich noch mit einem Aufruf an Völker wählte die Versammlung Karl Schmidt zum Verdie deutsche Kollegenschaft wenden, damit eventuelle Wünsche und trauensmann und Uhrmacher Lüderiz zum Stellvertreter. Anträge derselben den Delegirten mit auf den Weg gegeben werden dann gelangten die Verhältnisse in der Werkstatt von Schuchardt, können. Als Delegirte wählte die Versammlung: für die Bau- Rungestraße, zur Besprechung, worauf Schluß der Versammlung tischler: Millarg, Einsetzer: Kühme, Bodenleger: Kleie. eintrat. Auf eine Anregung Silberschmidt's wählt die Versammlung den Tischler Ma aß als Delegirten in die Berliner Kommission für Bauarbeiter- Schutz. B SD= Hoppe theilte dann namens des Wahlkomitees mit, daß am Freitag im Deutschen Wirthshaus in der Bergstraße 136/137 eine Der Verband der in Buchbindereien beschäftigten Arbeiter große Boltsversammlung zu dem Zwecke stattfinden werde, die und Arbeiterinnen hielt am 21. Februar seine Mitgliederversammlung Kandidaten aufzustellen. In allen Versammlungen der bürgerlichen ab, in der Massatsch über das Thema: Die Gewerkschafts- Parteien schreie man nach Einigkeit, um der Sozialdemokratie entIn einer stark besuchten öffentlichen Versammlung der bewegung einst und jetzt referirte. Im Anschluß an den beifällig gegentreten zu können. Weshalb? Weil man eine ungestörte VetternMaaßschneider für Herrenbekleidung, die am Dienstag in den aufgenommenen Vortrag gab Brückner bekannt, daß die Broschüre wirthschaft im Rathhause etabliren möchte. Viele Geschäftsleute aus Arminhallen" tagte, wurden die gegenwärtigen Lohn- und Arbeits- von Mar Echippel über das Koalitionsrecht der Arbeiter für 15 Pf. der II. Wählerklasse seien solcher Wirthschaft abhold und sympathifirten bedingungen, die in dieser Branche herrschen, eingehend erörtert. im Bureau, sowie in den bekannten Zahlstellen zu haben ist. mit der Sozialdemokratie. Hauptsächlich um ihnen eine Gelegenheit Wie der Referent Stubbe ausführte, ist in den zahlreichen Werk stattfizungen und Delegirtenkonferenzen festgestellt worden, daß sich Der Zentralverband der Maurer( Filiale Rabißbuzer) hatte zum Protest zu bieten, sollten auch in der II. Klasse sozialdemokratische die Zustände in der Branche wieder wesentlich verschlechtert haben am 21. Februar eine Versammlung anberaumt, in welcher der Kandidaten aufgestellt werden. Genosse Rezerau verweist darauf und auch die vorgenommenen Erhebungen ergaben, daß die Unter- Geschäftsbericht gegeben wurde. Demnach fanden im vorigen Jahre daß die Arbeiterpartei die Frage, wer als Kandidat aufgestellt werden 5 Streits statt, die zu Gunsten des Verbandes verliefen. solle, sehr ernst nehme, während sich zwei Herren vom bürgerlichen nehmer vielfach ihr Wort gebrochen und der 93er Tarif nicht mehr innegehalten wird. Nicht nur, daß infolge der stets wechselnden Moden An Streifunterstützung wurden 1528 M. gezahlt. Die Neuwahl Mischmasch ihre Kandidatur auf dem Billard ausgespielt hatten. fortwährend Lohnstreitigkeiten zu verzeichnen sind, ist mit der Zeit auch vollmächtigter; Reichardt, Stellvertreter; Toppel, Saffirer; dritten Abtheilung Kandidaten fortwährend Lohnstreitigkeiten zu verzeichnen sind, ist mit der Zeit auch des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Gallert, Be- Thomas giebt bekannt, daß die Gegner beabsichtigen, auch in der aufzustellen. Er begrüßt von verschiedenen Geschäften, entgegen den Abmachungen, der sogenannte zweite Tarif eingeführt worden, der natürlich viel Derfel, Stellvertreter; Siewert, Schriftführer; Müller, dies als vortheilhaft für die Sozialdemokratie, weil für sie ein wirklicher ungünstiger für die Arbeiter lautet. Der Redner machte eine An- a ech und Helbig, Revisoren. Die Sperre über die Firma Sieg ehrenvoller fei, als die Uebernahme ihr lampflos überlassener zahl Geschäfte namhaft, in denen mur bessere Arbeit hergestellt wird, Bach wurde aufgehoben. Bezüglich der Mitgliederversammmlungen Mandate. Natürlich müffe jeder frei gefinnte Wähler dann auch am die Bezahlung aber nach dem 2. Tarif erfolgt, der für diese Geschäfte wurde bestimmt, daß dieselben jeden Mittwoch nach dem 15. des 15. März auf dem Posten sein.( Lebhafte Zustimmung.) Monats stattfinden. gar keine Anwendung finden dürfte. In seinen weiteren AusNeu- Weißensee. Der Sozialdemokratische Arbeiterverein für führungen verwies der Redner auf die schlechten sanitären und Die Handels Hilfearbeiter( lokale Richtung) tagten am Weißensee und Umgegend hielt am Dienstag eine Versammlung in Hygienischen Zustände, die in den Geschäftswertstätten vorhanden sind 23. Februar. Rein, welcher das Referat übernommen hatte, be- der Flora" ab. Dieselbe war gut besucht. Zunächst referirte und insbesondere aber in den Arbeitsräumen der Hausindustriellen sprach die Frage der Einigung in eingehender Weise. Redner empfahl Genosse Karow über die Vorgänge im Berliner Lokal- Anzeiger" vorherrschen. Er bemängelte noch die unwürdige Behandlung, die der Versammlung, den zu Ostern in Leipzig stattfindenden Kongreß, und sprach über die Stellung, welche die Arbeiter gegenüber den den Arbeitern von den Unternehmern bezw. ihren Vertretern zu welchen die Vertrauensmänner Alboldt und Hoffmann ein- fleinen Wirthen einzunehmen haben, die den„ Lokal- Anzeiger" beitheil wird und plädirte sodann für den festen Zusammenschluß berufen haben, zu beschicken und stellte folgenden Antrag behalten hätten. Die Beschlußfaffung wurde ausgesetzt und sprach aller Arbeiter dieser Branche, um durch ein vereintes Vorgehen zur Diskussion: Die Versammlung erklärt sich mit der Einberufung zunächst Reichstags- Abg. Rose now über die bürgerliche Gesellschaft die mannigfachen Mißstände zu beseitigen. In der hierauf eines Einigungs- Kongresses zu Ostern 1899 einverstanden. Die Ver- und den Sozialismus". Als der Referent bis 10 Uhr gesprochen hatte, folgenden Diskussion wurde angeführt, daß in verschiedenen Geschäften sammelten sind bereit, die Resolution der Konferenz vom 11. De- erhob sich der überwachende Beamte und verlangte den Schluß der in der letzten Zeit ganz erhebliche Preisreduzirungen eingetreten zember zu der ihrigen zu machen und die Beschichung des Kongresses Versammlung, da der Wirth auf das Lotal nur bis 10 Uhr Abends Es wurde zunächst aus der Versammlung dem find, daß nicht selten die Preise von den Unternehmern ganz will- zu empfehlen. Die Delegirten find jedoch verpflichtet, für die Be- Konzession habe. türlich festgesetzt werden, oder mehrere Tarife vorhanden sind und schlüsse einzutreten, welche in der Versammlung vom 24. Januar Verlangen lebhaft widersprochen. Der Vorsitzende ließ jedoch, da obwohl Arbeit nach dem ersten Tarif verlangt wird, die Bezahlung gefaßt sind. der leberwachende in Aussicht stellte, daß er sonst das Lokal räumen eine viel niedrigere ist. Außerdem wurde kritisirt, daß die Arbeiter Ein zweiter Antrag lautet: Auf den zu Ostern 1899 stattfindenden lassen werde, darüber abstimmen, was die Versammlung thun wolle. bei der Ablieferung oder auf den Empfang neuer Arbeit oft viele Berufskongreß sind die Bestimmungen betreffend die Abstimmungen Die Versammelten stimmten, um Weiterungen zu vermeiden, für Stunden warten müssen, ohne daß sie für die verloren ge- auf General- Versammlungen des bestehenden Zentral- Verbandes den Schluß der Versammlung, weshalb das Referat abgebrochen gangene Zeit irgendwelche Entschädigung erhalten. Auch von den nicht anwendbar, sondern hat der Kongreß seinen Wahl- wurde und die Versammelten schon nach 10 Uhr auseinander gingen. Diskussionsrednern wurde darauf hingewiesen, daß die Arbeitszeit modus selbst festzusetzen. Jedoch muß derselbe derartig Große öffentliche Versammlung der Former und Berufsgenossen eine außerordentlich lange ist, daß vielfach Tag und Nacht gearbeitet sein, daß eine Majorifirung einer der beiden Parteien unmöglich ist. am Sonntag, den 5. März, Mittags 12 Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuthwird, um auf diese Weise einen höheren Verdienst zu erzielen Alle Redner, welche in der Diskussion sprachen, waren einig, daß straße 21. Tagesordnung: 1. Die Beschichung des Formertages. 2. Disund um existiren zu können. Wie von dem Referenten, so Mittel und Wege gefunden werden müssen, um den leidigen Bruder- fussion. 3. Wahl der Delegirten. 4. Die Lage der Berliner Former und wurde auch in der Diskussion die Errichtung bon ge- frieg aus der Welt zu schaffen. Schumann, ein Vertreter der welche Maßregeln sind zu ergreifen, um dem Vorgehen der Fabrikanten entgegenwirfen zu können?- Alle Former, auch Nichtorganisirte, sind zu eigneten Betriebswerkstätten gefordert. Schließlich gelangte zentralen Richtung, gab in sachlicher Weise seine Zustimmung und obiger Versammlung eingeladen. folgende Resolution zur Annahme:" In Erwägung, daß der Tarif, betonte, daß, wenn er es sein sollte, der einer Einigung hindernd im Zentralverband der Konditoren.( Mitgliedschaft Berlin.) Heute wie er 1893 von der Kollegenschaft errungen wurde, in einem großen Wege stehe, er ohne weiteres zurücktreten würde. Beide Anträge Abend 812 Ubr bei Schiller, Rosenthalerstr. 57: Mitglieder- Versammlung. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Donnerstag, den 2. März. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Das fünfte Rad. Anfang 7 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). = Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Das Land der Fjorde. Im Hörsaal: Dr. P. Spies: Die Ausbreitung des Lichts!( Experimental- Physik 7.) 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Pfandleihe Neanderstr. 6. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Chausseestr. 24.