Einzelpreis 70 Heller. Sozialdemokrat Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratiſchen Arbeiterpartei i.d.Tſchechoslowakischen Republik 11 Jahrgang. Q2: Dementierte Gerüchte über ein österreichisches Moratorium. Prag, 30. Dezember. Die österreichische Gejandtschaft teilt im Auftrage ihrer Regierung mit, Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb. Redaktion und Berwaltung: Prag II., Netázania 18. Telephon: 26795, 31469.( Mairedaktion): 26797 Bondedamt: 57544 Donnerstag, 31. Dezember 1931 18. Jänner 1932: Reparationskonferenz in Lausanne. Nr. 303. Deutsche Jahreswende. Unmittelbar nach dem Beginn des neuen Jahres geht in Deutschland der Burgfriede" zu Ende. Bald darauf wird der politische daß die Gerüchte, wonach Desterreich beabsichtige, Ohne Amerika unzulänglich. Franzöfifch- englische Berständigungsversuche. Kampf in neuer Stärke entbrennen. Die Lande ein Moratorium zu erklären, jeder Grund: lage entbehren. Sanierung der Bundesbahnen auf Kosten der Eisenbahner. Wien, 30. Dezember. Die Verhandlungen der Regierung mit den Parteien des National rates sowie auch die Verhandlungen der Generaldirektion der Bundesbahnen mit den Gewerkschaften der Eisenbahner wurden heute nachmittag beendet. Die Beratungen schlossen mit einem Abkommen über das Sanierungsgesey der Bundesbahnen, dessen Wesen darin besteht, daß die Gehälter und Löhne der Eisenbahnangestellten unt 25 Millionen Schilling her abgefest werden, während die Regierung ursprünglich eine Reduktion unt 34 Millionen verlangt hatte. Außerdem wird an den Dienstrechten der Eisenbahner, speziell an der Stellung der Gewerkschaften im Prinzip nichts geändert werden. Formal wird das Gesetz erst nach Neujahr erledigt werden. würde. Die englische Regierung wünscht eine IänEs ist wahrscheinlich, daß die Schweizer gere Ausdehnung des Reparationsmoratoriums Regierung offiziell die Regierungen zu der Repa- als sie offenbar von der franzöfifchen Regierung rationskonferenz nach Lausanne einladen wird, in Aussicht genommen ist. Die französisch- englischen Borbesprechungen. ** * London, 30. Dezember. Reuter erfährt bis die Mitteilungen der intereffierten Regierun- dürften widerhallen von dem Streit um die aus amtlichen Kreisen, daß die britische Regie- gen eintreffen. Stimmung und die Stimmen der Wähler, von rung durch ihre diplomatischen Vertreter in Binnen kurzem werden die Beratungen der deren Haltung gerade im kommenden Jahre Paris, Rom, Brüssel, Tokio, Athen, Bukarest, französischen und englischen Experten über die das Schicksal Deutschlands für lange Zeiten Belgrad, Warschau, Prag und Lissabon ange- Reparationsfragen wieder aufgenommen werden, abhängen wird. regt hat, die Reparationskonferenz am 18. Jän- Es besteht Hoffnung, durch ein vorläufiges Zwei Wahlkämpfe sind auszufechten, Abkommen zu irgendeiner vorherigen deren Ausgang so oder so das Gesicht der ner in Lausanne zusammentreten zu lassen. Nach Auffassung unterrichteter Londoner Verständigung zu gelangen, wodurch die Kreise könne diese Konferenz nur eine beschränkte Aufgabe der Konferenz wesentlich erleichtert Republik neu prägen kann: die Wahl des Reichspräsidenten und die verfass Tragweite haben, da Amerika, das den Schlüssel des gesamten Reparationsproblems in jungsmäßige Neuwahl des Preußider Hand habe, ihr fernbleiben werde. chen Landtags. In beiden Abstimmun gen soll sich der Wille der Nation gestalten. In ihnen wird sich auch die Reife des Systems" zu erweisen haben, das heute von so vielen gelästert wird, die nie versucht haben, in seines Frankreich diesen Betrag Deutschland, u. zw. der Wesens Kern einzudringen. In beiden AbDeutschen Reichsbahn nach der Prozedur bestimmungen wird die Sozialdemokra= zahlen, wie sie für das heurige Hoover- Mora- tie im Mittelpunkt der Entscheidung stehen. London, 30. Dezember. In verschiedenen torium geschaffen wurde. Als die Trägerin des republikanischen GedanDie Deutsche Verkehrsgewerkschaft, die von gewöhnlich gut unterrichteten englischen Blättern land gewissen Nachlässen zugunsten Jugoslawiens fie die Zielscheibe aller Angriffe von rechts 3. Als Gegenleistung dafür würde Deutschtens ist sie allen Verleumdungen ausgesetzt, ist den Großdeutschen und den Nationalsozialisten war heute mit einiger Autorität von der Wahr- und Rumäniens zustimmen und außerdem die sie die Zielscheibe aller Angriffe von rechts passiven Resistenz auf der Strecke Bregenz Wien britischen und der französischen Regierung über in minimalem Ausmaße fortsetzen. beherrscht wird, hatte geſtern die Parole zur scheinlichkeit einer Vereinbarung zwischen der Naturallieferungen an Frankreich allerdings und links. Gerade deshalb ruht auf ihr eine Verantwortung von geschichtlicher Größe. Im ausgegeben. Wie die Arbeiterzeitung" fonstatiert, die unmittelbare Regelung der Reparationsfrage sind irgendwelche Auswirkungen dieser passiven auf der bevorstehenden internationalen Konferenz neuerdings die Zahlungsfähigkeit Deutschlands sie den Kampf um das Schicksal der Republik 4. Nach Ablauf der dreijährigen Frist würde Vollbewußtsein dieser Verantwortung wird Rejistenz bisher nirgends zu verzeichnen die Rebe. Von unterrichteter Seite wird darauf geprüft werden. und der Nation mit voller Kraft fühhingewiesen, daß noch keine derartige Verein5. Deutschland würde dafür ntit den ameri- ren und mit der zähen Energie, die das Bebarung in Aussicht steht, und daß die Besprechun- kanischen, französischen, englischen und den Ban- wußtsein ihrer historischen Mission ihr verHauffe in Nichtangriffspalten. gen fortdauern. Man gab zu, daß die Erzielung ten der neutralen Staaten ein Abkommen über leiht. Bukarest, 30. Dezember( Radon.) Das eines Einvernehmens die Arbeit der Konferenz den Vorgang bei der Zahlung der kurzfristigen In diesen Kämpfen um die Erhaltung Außenministerium veröffentlicht eine Nachricht, wesentlich fördern würde", doch sei bis eingefrorenen Kredite abschließen. wonach im Zusammenhang mit den Beratungen her in der Moratoriumsfrage nichts endgültig 6. Die alliierten Staaten als Gläubiger und Neugestaltung des Reiches ist mit Faktoüber einen französisch- sowjetrussischen Nicht geregelt worden. Weiter wurde in unterrichteten britischen Deutschlands würden gemeinsame Maßnahmen ren zu rechnen, die früher unbekannt waren angriffspaft auch ein ähnlicher Pakt zwischen Polen und Sowjetrußland verhandelt Streifen erklärt, daß in Abwesenheit Ame- ergreifen, um die Washingtoner Regierung davon und auch heute nur in Umrissen zu erkennen wird. Die natürliche Folge dieser Verhandlungen ritas der Aktionsradius der bevorstehenden Re- 3 überzeugen, daß es im Interesse der wirt sind. Das hervorstehendste Merkmal ist die ist, daß auch die rumänische und die Sow- parationskonferens beschränkt sein müsse, da schaftlichen Wiedergeburt Europas unerläßlich völlige Auflösung der bisherifetregierung die Möglichkeiten studieren. Amerika den Schlüffel des gesamten Reparations- ei, daß Amerika auf eine entsprechende Serab gen bürgerlichen Front. Wenn man unter denen sie Verhandlungen über den Ab- problems in Händen halte. Es wird daher be- ebung der Kerigsschulden eingeht. vom 3entrum absieht, das in seiner weltichluß eines gleichen Baltes beginnen fönnten. weifelt, ob die Konferenz in der Lage sein mäßig beträchtliche Arbeiterkreise umfaßt, so getvejen. * anschaulichen Gebundenheit auch noch zahlenwird, angesichts der Haltung des amerikanischen Amerika will sich bitten lassen. find alle bürgerlichen Parteien ,, ins Rutschen Warschau, 30. Dezember. Heute nachmittags Rongreſſes zu einer allgemeinen Regelung Washington, 30. Dezember. Die Botschaft geraten". Die Nachfolger der einst Preußen fand bei Marschall Biljubiti eine Konferenz statt, des Reparationsproblems zu gelangen. Reparain welcher der polnische Gesandte in Moskau tionen und Striegsschulden sind nach Ansicht der der Vereinigten Staaten in London ließ dem beherrschenden Konservativen sind in die verBatet den Marschall eingehend über den Ver- britischen Regierung unzertrennliche Probleme. Staatsdepartement die offizielle Mitteilung zu schiedensten Splätergruppen zerfallen Was Tauf und die Ergebnisse der Verhandlungen be- Die Nichtbeteiligung der Vereinigten Staaten an gehen, es werde vorgeschlagen, daß die internatio- fich da als Reste der Deutschnationa treffend den Abschluß des polnisch- sowjetrussischen der Konferenz würde diese, wie Nichtangriffspaktes unterrichtete. Dem Verneh nicht instandsetzen, die Frage der Kriegs- Lausanne stattfinde. Das Staatsdepartement fiebt men nach stehen diese Verhandlungen unmittel- fchulden zu behandeln. bar vor einem günstigen Abschluß. * man glaubt, nale Reparationsfonferenz am 18. Jänner in Ausdehnung des Moratoriums auf drei Jahre? diefe Mitteilung nicht als Einladung an die Vereinigten Staaten zur Teilnahme an dieser Konferenz an. 11 en bemüht, ein getreues Anhängsel an die Harzburger Front" unter Hitlers großspuriger Führung zu sein, führt ein wenig beneidenswertes Dasein zwischen der Narrenschelle In hiesigen Regierungsfreijen nimmt man und dem Bettelsack, den es im Lande mit Hilfe an, daß die europäischen Staatsmänner auf das der Spiritusgesellschaften zu füllen bestrebt ist. Programm dieser Konferenz alle Fragen jepen Das Landvo It", als politische Sonderwerden, die Amerika dazu bewegen fönnten, an gruppe aufgetan, sieht mit Grausen selbst in der Konferenz teilzunehmen. Man seiner Domäne, den Landwirtschaftskammern, würde nicht überrascht sein, wenn führende Ber- das Hakenkreuz vordringen. Die kümmerlichen 1. Deutschland würde für den geschützten sönlichkeiten der europäischen Staaten in diesem Reste der einst so großen nationallibe Tariffäße für gewiffe Waren eingeführt, andere Teil der Youngzahlungen ein vollständiges Mo- Sinne eine direkte Aufforderung an die ralen Partei haben nach Stresemanns Tode ratorium für die Zeit von drei Jahren ge- Vereinigten Staaten richten würden. währt werden. Neue Zollverordnungen in Wolen. Warschau, 30. Dezember.( PAT.) Das heutige Amtsblatt hat vier Zollverordnungen ter öffentlicht. In der ersten wird für die Dauer effes Jahres die Einfuhr gewisser Waren gattungen verboten, durch die zweite wird der Zelltarif teilweise geändert, d. h. es werden neue Tariffäße erhöht; durch die dritte Verordnung wird der Zollsaß auf Waren, die in Polen nicht hergestellt werden, mit Gültigkeit bis 30. Juni 1932 herabgesetzt, während die vierte Verordnung Bestimmungen enthält, denen zufolge bei der Ausfuhr von Erzeugnissen, die in Polen hergestellt wurden, der für die Rühmaterialien bezahlte Ausfuhrzoll rücvergütet wird. Paris, 30. Dezember. Dem ,, Echo de Paris" zufolge werde das Reparationsproblem bei den franzöſiſch- englischen Beratungen der Experten etwa folgendermaßen gelöst werden: Man nimmt jedoch nicht an, daß derartige vollends den Krebsgang angetreten. Sie find 2. Deutschland würde für die Zeit dieser Versuche von Erfolg begleitet sein könnten. Brä- unter so bedeutenden Führern" wie Schol; drei Jahre der Bank für Internationalen 3ah- fident Soover bewahrt diesbezüglich vollkom- und Dingelden glücklich zu einem Häuflein lungsausgleich den sogenannten ungeschüßten Teil bezahlen. Diese Zahlung wäre jedoch nur eine fiktive zu dem Zwecke, das Prinzip des Youngplanes einzuhalten, in Wirklichkeit würde Internationaler Bergarbeiter. tongreß 1932. Die Liste der Einfuhrverbote umfaßt bei nahe alle Arten von ausländischen Artikeln. In Ausnahmefällen wird nur die Einfuhr folcher Maschinen und Apparate gestattet sein, welche zur Aufrechterhaltung der Produktion notwendig Berlin, 30. Dezember. Das Internationale find und im Inlande nicht erzeugt werden. Die Erhöhung der Zollfäbe betrifft gleichfalls alle omitee der Bergarbeiter beruft für Ende März aus dem Auslande eingeführten Waren. Nur 1932 einen Internationalen Kongreß der Bergsolche Waren, die auf dem Seewege über Gdin- arbeiter der europäischen Länder ein. Der gen eingeführt werden, genießen in einer Reihe von Fällen Zollermäßigungen. Liquidierung der indischen Unruhen. Delhi, 30. Dezember.( Reuter). Jm Gebiete an der Nordwestgrenze hat sich die Lage gebessert. Der Aufstand in den meisten aufständischen Dörfern wird von der Polizei mit Hilfe von Militärtongrez soll sich in der Hauptsache mit der Lage im Bergbau und der Organisierung des Stampfes gegen die Unternehmer- Offensive und insbeson dere mit bei der Ginführung der Siebenſt un denschicht beschäftigen. Als Tagungsort ist Aachen oder Saarbrüden in Aussicht genommen. Englischer Zoll auf Obst und Gemüſe. abteilungen ohne ernstere Zwischenfälle liquidiert. London, 30. Dezember.( AR.) Der Land Die Polizei und das Militär werden in vielen Fällen von den der Regierung ergebenen Einwirtschaftsntinister hat gestern die erste Verord nung auf Grund des Gesetzes über Gartenbaugeborenen- Führern unterstützt. menes Schweigen. Er soll unzufrieden sein, daß Europa das Moratorium und seine guten Seiten bisher nicht so, wie er es im Sinne hatte, ausgenützt habe. Unglück geworden. Auch die Demokratische Partei ist trotz ihres Namenswechsels so gut wie aufgerieben. In ihrem Schicksal zeigte sich, daß Deutschland leider nie ein im Kern demofraerzeugnisse erlassen, die am 5. Jänner 1932 in tisches Bürgertum besessen hat, daß ein solches Kraft tritt. Durch diese Verordnung werden sich auch nach den Umwälzungen der Kriegs3ölle auf verschiedene Gartenbauer zeug- und Nachkriegsjahre nicht zu bilden und zu nisse eingeführt, wie z. B. auf Obst, Fein- festigen vermochte. gemüse, Blumen usw. Ueber den ehemals herrschenden bürger lich- kapitalistischen Gruppierungen schwingt 250 Millionen- Borschuß an Rumänien beute der sogenannte Nationalso zialismus seine Narrenpeitsche. Sein Paris, 30. Dezember. Die Agence Econo- Zweifel, daß der Zulauf, den die Hitlerei hat, mique et Financiere" berichtet, daß die zwischen zum größten Teile zurückzuführen iſt auf das der Bank von Frankreich und der rumänischen staatspolitische Versagen der alten bürgerlichen Nationalbant wegen Gewährung eines Bor- Parteien. Sie haben zwar mit den Begriffen schusses von 250 Millionen Franken geführten der Nation" und der Befreiung" jongliert, Verhandlungen sich in einem sehr fortgeschrittenen Stadium befinden. Das definitive Abkommen aber sie waren weder willens noch fähig, dieses hänge nur noch davon ab, ob Rumänien die von Spiel mit Worten in politische Taten umzuder Bank von Frankreich geforderten Garantien gestalten. Nun laufen ihre Anhänger den geben werde. Der Vorschuß soll auf drei Monate Landsknechten nach, die mit lärmender Trommel durchs Land ziehen und als neue Heilsgewährt werden. 11 Seite 2 Städte in Not. Wien, 30. Dezember. Die katastrophale Finanzlage der Stadt Steyr in Oberösterreich, deren Stadtvertretung in einer heute nachts gezur Durchführung gelangen und in der Stadt wird inzwischen alles beim alten bleiben. Donnerstag, 31. Dezember 1931. Amerika 1931. Rr. 303. heute noch von einer Trugatmosphäre von Prosperität umgeben, von der Millionen vernünftiger Farmer und Arbeiter glauben, daß sie echt ist Bolkswirtschaftliche Analphabeten in der Partei des Ministerpräsidenten. Washington, Ende Dezember. stens einigen Hunderttausend Dollar an, um die und sie wirksam vor Not und Elend zu schüßen Die Gespenster Hunger, Not, Elend und Verpflegung der Kinder, deren Eltern, Fords vermag. Die Wirklichkeit aber ist und bleibt, daß faßten Resolution mit einer zeitweisen Unter- Krankheit suchen jetzt auch Amerifa immer mehr Schüßlinge", arbeitslos find, über den Winter das Schicksal einer Nation von 120 Millionen brechung der kommunalen Tätigkeit, darunter heim. Im Hintergrunde droht neues Kriegsver- sicherzustellen. Was im übrigen aus einem Menschen und darüber hinaus einer ganzen Welt auch mit der Sperrung der Schulen, der Einstel- derben. Der Farmer wehrt sich mit den letzten Kinde werden soll, das an einer Nickelmahlzeit in den Händen einer Handvoll von Finanz lung der Beleuchtung usw. droht, wird morgen Kräften gegen den kommenden Ruin. Der Arbei- pro Tag aufwächst, ist ein anderes Problem, an potentaten liegt, die aus der gegenwärtigen Krise den Ministerrat befaffen. Da auch andere Städte ter ist durch den Maschinenfortschritt aus dem das sich die Detroiter Stadtväter wohlweislich nicht mehr herauswissen. Oesterreichs eine ähnliche Krise wie Steyr durch Eristen gleichmaß geworfen, verelendet und den nicht herantrauen. Die eiserne Faust Fords hängt machen, besteht keine große Hoffnung darauf, daß verstärkten Angriffen der Klassengegner ausgelie- sichtbar über der Stadt und vermag den aufdie Regierung in der Lage sein wird, eine gröfert. Der kleine Geschäftsmann gehört der Ver- jässigen Stadtweisen leicht zu ihrem Schaden zu Bere Hilfsaktion einzuleiten. Trotzdem werden gangenheit an, ist längst in das Stehkragen beweisen, daß das Großkapital Gott und Ford die angekündigten Maßnahmen in Stehr nicht proletariat abgesunken, von dem der in veralte- fein allwissender Prophet ist. en Denkbegriffen lebende Durchschnittsamerika- Dagegen schreit die Notlage der amerikani- Im Leitartikel des ,, Venkov" vom 30. Dezem ner auch heute noch nichts wissen will. Hinter den schen Stahlindustrie, deren finanzielle Schwierig- ber, dem Hauptblatt der größten' tschechischen Massen und der Regierungsmaschinerie steht eine feiten erst vor wenigen Wochen durch eine Partei, in welchent man oft die wunderlichsten fleine Multi- millionärslique, zehnprozentige Kürzung aller Ar- Dinge lesen kann, wird uns das Geheimnis verwahrheit preisen, was die alten Antisemiten in herrscht die Handvoll jener 149, deren steuer- beiter und Angestelltenlöhne so ein- raten, wie man der Krije Herr werden könnte. Deutschland und Oesterreich schon vor Jahr- bare Gesamteinkommen im Strijenjahr 1930 dringlich vor Augen geführt worden ist, wirklich Das Rezept ist sehr einfach: man soll nichts zehnten ankündeten. Der„ Sozialismus der die ungeheure Summe von über 356 Millionen zum Himmel. Oder wagt jemand daran zu zwei- überflüssiges einführen. Darunter werden nicht dummen Kerls" findet in den judenfresserischen Dollar erreichten. 149 Einzelmenschen aus einer feln, wenn die Geschäftsausweise nach Abschre:- nur Luxuswaren gemeint, deren Einfuhr der Kraftmeiereien der Hitlergarde seine Wieder Nation von 120 Millionen, die sich mit Stolz bung reichlicher Reserven flipp und far bewe:- Statiſtiker Dr. Auerhan mit 277 Millionen auferstehung. Aber damit ist ihn, auf die eme Demokratie nennt. Aber sprechen wir von sen, daß die United States Steel für die ersten Kronen beziffert, sondern Kolonialwaren, SüdLänge gesehen, auch sein Schicksal vorher ge- konkreten Dingen, die besser als alles andere neun Monate des laufenden Jahres einen Netto- früchte, Tabat, Holz, Papierwaren usw. Waren, Länge gesehen, auch sein Schicksal vorher ge- zeigen, wie wenig von den demokratischen Federn gewinn von 21,7 Millionen Dollar auszuweisen deren Einfuhrivert etwa 12 Milliarden ausmacht, sagt. Selbst bei einigen Millionen an Wähler- ber Freiheit und Gleichberechtigung aller im vermochte, die Bethlehem Steel 7,4 Millionen d. i. fast die ganze Einfuhr, die im Jahre 1930 sagt. Selbst bei einigen Millionen an Wähler- zeigen, stimmen und Dußenden von Parlamenta glorreichen Jahre 1981 übrig geblieben ist. Hier und die Youngstown 1,17 Millionen Dollar?! etwas über 15.5 Milliarden Kronen betragen riern" mit braunen Hemden ist der Hitleris find, aus dem Topf des Alltags gegriffen, einige Jedenfalls bleibt den notleidenden amerikanischen hat. Besonders hat es dem agrarischen Hauptmus noch kein Staat, ja es ist im engsten Beispiele: Stahlmagnaten der Trost, daß die Dividenden blatt die Einfuhr von Bananen angetan und es Sinne des Wortes damit noch kein Staat zu In den Jahren 1920 bis 1927 find über gerettet worden sind und die Aktionäre nach dem hat auch schon jemand vor kurzer Zeit die bermachen". drei Millionen Menschen durch die im Oktober erfolgreich durchgeführten Lohnabbau rückte Idee gehabt, einen Bananenzoll zu empfeh Eine vorübergehende Gefahr für Deutsch Entwicklung der Maschinentechnik ihrer land nicht mehr in Hengsten zu schieben brauchen, daß len, obzwar es bei uns gar keine Bananenland und seine republikanischen Grundlagen wirtschaftlichen Existenz verlustig ihren legitimen Gewinnen" in Zukunft Abbruch agrarier gibt, deren Interessen zu schützen wären. gegangen und als Industrie proletarier in die getan wird. Daß aber die Arbeitnehmerschaft Das beste Mittel gegen die Einfuhr von ausTann der Nationalsozialismus" nur werden, Großstädte getrieben worden, wo sie heute zum Durch den Lohnabbau gegen acht Milländischem Obst wäre, wenn unsere Obstbauern weil und solange er auf der andern Seite den größten Teile der täglich wachsenden Armee der lionen Dollar eingebüßt hat, ist für ein gutes, hochwertiges Inlandobst züchten und bolschewistischen Gegenspieler findet. amerikanischen Arbeitslosen angehören. Nichts- die weisen Wirtschaftsgehirne derer um Mellon dieses billig abgeben würden. Hätten wir beffere Die Wirtschaftsnot treibt verzweifelnde Arbei- destoweniger geht diefer landwirtschaftliche Me- und Schwab nebensächlich und zielt im übrigen billige inländische Aepfel, würde es niemandem ter in das Lager der Kommunisten. Dort er- chanisierungsprozeß im Angesichte einer Agrar- darauf ab, die legitimen Ansprüche des Kapitals einfallen die teueren, aber hochwertigen ameri hoffen sie„ radikale" Maßnahmen zur Linde- frise, wie sie Amerika noch nie erlebt hat, ruhig zu vertuschen und den Arbeiter topfscheu ju flanischen oder australischen Aepfel zu laufen. rung ihrer Lage. Aber sie erhalten anstelle der weiter und zwingt den amerikanischen Farmer machen". Geht es nach dem Willen der Bitts- Aber die Agrarier müßten uns auch erwarteten Suppenlogit nur revolutionäre zur Aufnahme von Leihgeldern für maschinelle burger Industriegewaltigen, so muß der Arbei- sagen, wohin wir unsere ExportPhrasen, gewürzt mit obligatem Schimpffon- Berbesserungen, will er sich gegen die zunehmende ter jich noch bantbar erweisen, daß seine Sohn- artifel ausführen sollen, wenn wir zert auf die Sozialdemokratie, die angebliche über Waffer halten. Ohne wirtschaftliche Not- der Gesellschaften zu erleichtern und die Dividen- wenn wir von den andern kaufen, können wir Konkurrenz und Preisunterbietung überhaupt abzüge dazu beitragen, das schwere Finanzles allen Ländern die Einfuhr zu uns sperren? Nur Ursache alles Unheils auf der Welt. Die Verwendigkeit werden der amerikanischen Landwirt- dentribute aufrecht zu erhalten. ihnen verkaufen. Und wir müssen verkaufen, veiflung der Krisenopfer vermag der Kom- schaft jährlich Maschinenwerte von Hunderten Und noch ein anderes Kapitalistenstücklein, sonst tönnen wir nicht leben, sonst würde noch munismus nicht zu bannen. Wohl aber weiß von Millionen Dollars von den allmächtigen das zeigt, daß die Welt für die herrschende eine halbe Million Industriearbei er geschickt die Bälle zu werfen, deren der Industrien aufgezwungen; so allein im Jahre Klaffe doch nicht ganz so übel und hoffungslos ter arbeitslos werden. Wir führen allein fascistische Sitlerfreis bedarf, um seine Lands 1930 Traktoren für 145 Millionen und andere ausschaut, wie das professionelle Klagegeschrei der für etwa sechs Milliarden Krenen Baumwolle, fnechtsgefolgschaft bei Laune zu erhalten. Farmmaschinerie für 146 Millionen Dollar. Wallstreet- Bataien erwarten läßt. Während sich Boll, Leinenwaren, Seide und Konfektion aus, Die Sozialdemokratie überschreitet die Diese Mechanisierung bedeutet bei den stetig im Oktober die Zahl der Bankenzusammenbrüche unsere gesamte Ausfuhr im Jahre 1930 hat 17.5 Milliarden Kronen betragen, welchen unendlichen Schivelle zum neuen Fahre in dem Bewußt- fallenden Produktenpreisen den Ruin der Land- auf 512 mit einem Gesamt- Depofitenkapital von Berlust ein Boykott unseres Warenexports, der wirtschaft, bedeutet die Brotlosmachung weiterer 566 Millionen Dollar belief, ist diese Refordsein ihrer Verantwortlichkeit für Volk und Sunderttausende und Millionen Landarbeiter. 3iffer im November auf 25 Bankenschließungen die Folge drakonischer Einfuhrverbote wäre, Land. Sie weiß, daß ihre Grundsätze noch be- Gleichzeitig aber gibt sie den amerikanischen Ma- pro Woche gesunken und wird in den kommenden bedeuten würde, kann sich ein Agrariergehirn stehen werden, wenn die politischen Konjunk schinenindustrien die Möglichkeit, eine künstliche Wochen wahrscheinlich noch weiter zurückgehen. auftaucht, ist schon bezeichnend für das geradezu gar nicht vorstellen. Daß eine solche Idee nur turgewinnler von heute längst nur noch in Prosperität vorzutäuschen und den Dividenden Wie die leitenden Finanzkreise beruhigend fest- tindische Niveau, auf dem die Wirtschaftspolitik Archiven und Museen zu finden sind. Aber sie hunger des unerfättlichen Großkapitals zu befrie stellen, hat die Bankentrise damit wieder das der führenden" Partei des Staates steht. normale Niveau des Jahres 1930 erreicht. Die tveiß auch, daß es barten Kampf um jeden bigen. Gesamtsumme der in diesem Jahre durch BantFußbreit politischen Bodens geben wird. Deshalb ruft sie zum neuen Jahre alle, die guten banterotte und Schließungen festgelegten BeWillens sind, die demokratischen Einrichtungen träge beläuft sich auf über 1500 Millionen Dol- feiner gestrigen Sitzung eine Reihe von Gesuchen lar. Sicherlich ein schöner Geldhaufen, wenn be- von Gemeinden zwecks Beitragsleistung für die der Republik zu schützen. Deshalb sorgt sie dacht wird, daß er hauptsächlich aus den Taschen systematische Einführung von Telephonverbin durch Beharrlichkeit dafür, daß die Bäume der der kleinen Leute stammt. Die Großen mit der Dungen. Der Landesausschuß beriet über die faseistischen Wünsche nicht in den Himmel der feinen Spürnaje, die allen Haifischen inner- und Gemeindebudgets und die Gesuche um Bewilli Erfüllung wachsen. außerhalb des Wassers eigen ist, haben sich recht- gung von Zuschlägen und Steuern. Weiters gezeitig aus den meistens sehr anrüchigen Bant nehmigte er die Anleihen von Bezirken und Geaffären zu ziehen gewußt. meinden, tam zahlreichen Gesuchen nach Beiträgen für die Meliorations- und Wasserarbeiten ent gegen, ernannte seine Vertreter in den Ausschüssen der Fortbildungsschulen und feine Ver der allgemeinen öffentlichen Strankenhäuser. Er trauensmänner in den Verwaltungsausschüssen bewilligte schließlich die Auszahlung der Landesdotation für verschiedene kulturelle Zwecke! In den Schulen der Autometropole Detroit werden täglich über 20.000 Kinder mit einer Mahlzeit verpflegt, deren Kosten von 5 Cents pro Kind durch öffentliche Sammlungen eines städt schen Wohlfahrtskomitees aufgebracht werden. Wie die städtischen Behörden festgestellt haben, ist diese Mahlzeit die einzige Verpflegung, die ein großer Teil der Kinder überhaupt erhält. So Das neue Jahr 1932 wird ein Jahr kommen nach den gewiß unverdächtigen Aussagen der Entscheidungskämpfe sein. Die der Lehrkräfte Tausende von Kindern, ohne überSo schaut das wirkliche Amerika an einem politische Jahreswende muß alle bereit fin- baupt einen Frühstücksbissen zu Hause erhalten den, das Volfsrecht der Selbstbestimmung zu zu haben, in die Schulen und stürzen sich heiß- Wintertage 1931 aus. Aus Jammer und Leiden wahren und auszubauen. Bildet die Front hungrig auf die Mahlzeit, die wegen der Schwie- löst sich auch hier der Schrei der Massen der Abwehr und ihr bildet die Front reichend ist. Das städtische Stomitee ist am Ende die Frage auf, wie sich die Welt vor der alles der Abwehr und ihr bildet die Front rigkeiten der Geldaufbringung sehr häufig unzu- ta ch Freiheit und Glück, taucht auch hier des Sieges für die Zukunft! seiner Finanzkräfte und fleht die befizenden zermalmenden tapitalistischen Dampfwalze vetten Franz Klühs. Elemente von Detroit um Hergabe von wenig- kann. Amerika ist trotz dreijähriger Krise auch 2 Der böhmische Landesausschuß erledigte.n Das Loch im Himmel. But there, bien mäler er en megen. Crſt genügte wohl noch ein Gläschen, den soll, wenn du erst einmal so weit damit biſt, Novelle von Ernst Kreische. ,, Kommt wieder, Fridolin Sohr--!" Das hörte er nun seit langem nicht mehr-. Dann schwiegen sie beide eine geraume Zeit. So fand ihn Wilhelm Todt. Müde, ver- Aber er ließ sichs gesagt sein, für zwei Stunden oder auch drei und sah an ein paar Wirtshäufern vorüber. Das dünkte ihn schon selbst wie eine kleine Besserung, an die er mit schlechtem Gewissen nicht glaubte. Walz- Das war etwas, das noch an eine ihn, die nach abwärts drängte. Er begann zu Oder: Dent' an dich und daran, was wernur noch die zahllosen Mäuler der Alten mum- so hin und wieder im Tage. Später wurden daß du davon nimmer lassen kannst. Ist schon melnd erzählten wie von einer lieben Erinne- ibrer mehr und mehr und schließlich saßen ihm manche gute Kunst im Brande ersoffen, also rung, die wie eine Blume gepflegt wird und die die Geister des Schnapjes taumelnd und böse wäre die deine die erste noch lange nicht. Willst Gleich am ersten Tage noch ging er nach erst mit dem letzten Herzschlage hinüber geht und auf den zitternden Händen, der feine Meißel du vernünftig sein?" dem Feierabende durch das Dorf gegen die nimmer wiederkehrt. glitt kraftlos vom blanken Edelmetalle und die ,, Ein Pfaffe bist du!" knurrte Fridolin Hügel, die das ebene Land wie eine gewaltige, Sie allein hatten sich diese Zeit zurückgeholt, müden Finger lösten sich von dem Hammer, der Sohr zur Antwort. Er war immer wieder von zertlüftete Mauer säumten. Der Himmel schien der Wilhelm Todt aus Eldringen und er, wenn langit teine klingenden Schläge mehr tat. Blieb neuem erbost darüber. Die schönen Reden auf ihnen zu wuchten. Die untergehende Sonne auch nicht mit dem gleichen Willen. Der Wil- er früher nur Wochen, so wanderte er jetzt schon rinnen dir aus dem Maule wie eitel Honigseim. hing zwischen rotem Gewölt und verschied ge- helm mußte auf die Wanderschaft gehen, weil es nach wenigen Tagen. Und ich soll mir wohl daran den Durst verschletmach in der Einsamkeit des werdenden Abends. fein Vater so wollte, der an dem Hergebrachten fen? He-!" Fridolin Sohr warf sich auf die Erde, aus festhielt wie an der Sonntagspredigt und an dem der das junge Gras sproßte. Mit halbgeschloftönernen Pfeifentopfe. Bei ihm, dem Fridolin senen Augen blinzelte er in das ruhende Land Sohr war das anders gewesen. Ihn hatte nie- wirrt, unfähig zur Arbeit, halbnadt und hunhinunter, das in der Düsterheit verschwamm, mand geschickt. Er wanderte eben, weil er wanmit den Bäumen, deren Kronen gleich scharf ge- dern mußte. Er fannte feine Raft. Das Hand- gernd. Und war voll Mitleides. schnittenen Schattenbildern steif und förmlich an werk hatte bei ihm wohl auch einen Boden, aber Gott zum Gruße, Bruder!" jagte er. Das den Straßen standen, die wie die Fäden eines feinen goldenen. Es schien, als seien Löcher dar- Brot, daß er ihm bot, az Fridolin Sohr mit fraAuch der Wilhelm glaubte nicht daran. Doch gewaltigen Spinnenneßes durcheinanderliefen. in, breit genug, um selbst das größte Silberſtüd chenden Kinnladen. Den Inhalt der gereichten Er lag und überschlug die letzten Wochen. hindurchgleiten zu lassen, noch bevor es sich einen Flasche aber spie er verächtlich in den Sand. konnte er nicht lange böse sein und begann bald Wenn er die Fersen gegen den harten Boden Ruheplay suchen konnte. Und das war schon ein Wasser? Er hatte vergessen, wie Wasser wieder zu schwazen. Das liebste Erzählen war schmeckte. Ihm fror darnach stemmte, schmerzten ihn die Füße. Wieviel ein böser Anfang gewesen. ihm von der Heimat und von dem Dorfe, das fame Meilensteine waren an ihm vorbeigeſtri Nun wanderten sie zu zweit. Wilhelm Todt weitab in einem anderen Lande lag und doch für Solange er den Schnaps nicht kannte, ging chen, seit er ruhelos durch das Land wanderte es an. Die Meister merkten wohl bald sein Ge- war um ein paar Jahre jünger als er. Hoch- ihn so nahe, weil seine Gedanken dort weilten. von jener Nacht ab, in der er den Wilhelm Todt bon jener Nacht ab, in der er den Wilhelm Todt ichid, lobten ihn und sahen ihn nur ungern aufgefchoffen, mit schmalen Schultern und einem Er erzählte auch von seinem Vater. Das war erschlagen hatte, weit draußen irgendwo in der scheiden, den eine fremde Macht niemals lange Gesichte, das wie aus einem Holzschnitte gelie- dann stets wie der Abglanz einer bewundernden Heide? Er wußte es nicht. Aber es mußten verweilen ließ, sondern immer wieder weiter tomme eines alten Geschlechtes, das mit der einen Vater habe, der als der vierte seines Geben war, schritt er neben ihm, der derbe Nach- Ehrfurcht. Ob er, Fridolin Sohr, auch solch threr viele gewesen sein, große und fleine, weiße trieb. und graue, und alle waren sie mit den schwarzen Kommt wieder, Fridolin Sohr-!" riefen Scholle verwachsen war, zäh, hart. Der Staub schlechtes die Schelle pflügte und der so treu Ziffern bemalt und sahen von weitem wie grin fic nicht selten beim Abschiede. der Straße hinderte ihn nicht am schwaßen. Wie war wie die Erde, die ihn ernährte, jahrein. fende Totenschädel aus, die eine einzige böse. Tat flatternde Vögel hüpften ihm die Worte vom jahraus-? Er lachte.„ Uebers Jahr vielleicht oder Munde. Ja, lustig war er gewesen. Aber In solchen Augenbliden verwünschte Friin tückischer Rache immer wieder von neuem an auch nicht immer. Manchmal, wenn Fridolin dolin den Wilhelm. Ihn und sein Geschwäß. den Weg zu legen schien, den er, Fridolin Sohr, auch nicht!" Aber eine Rose fand sich fast imnter oder Sohr sich von seiner Seite gestohlen und einen Nein, er hatte feinen solchen Vater. Das der Mörder, gehen mußte Wie er sie haßte, diese talten, grauen, leb- sonst ein Blühendes, das ihm des Meisters blon- Schnaps erstanden hatte, fonnte er auch recht Verstehen dafür fehlte ihm. Er hatte seinen des oder braunes Töchterlein verstohlen auf den ernst werden. Vater überhaupt nicht gefannt. Auf ein BeIosen Steine! Vor zwei Jahren waren sie selbander an Hut stedte und das noch lange nicht verdorrt dauern darüber verzichtete er. ihnen auf den Straßen vorbeigewandert, der war, wenn er längst irgendwo anders an die Wilhelm Todt und er. Jeder hatte sein Ränzel Tür Klopfte und den Herbergsgruß entbot. auf dem Rüden getragen und den gleichen Hun Ja, das war eine Zeit, die noch ihre Freu ger im Magen. Zwei Goldschmiede auf der den hatte. Dann aber fam jene Wandlung über ,, Baffe endlich den Branntwein sein!" mahnte er. Riechst wie ein schlimmes Faß selbst darnach. Oder meinst du, daß es eine Ehre für uns ist, wenn der Meister da oder dort die Behrung bersagt?" ( Fortsetzung folgt.) Nr. 303. Donnerstag, 31. Dezember 1981. Saenger- Krieg gegen die die blutigen Sitlerleute als Stüben des wachsen. Freilich auch umso rascher, je gründ gebie ,, Zweite Internationale". find als„ puhige" Sozialiſtenführer. geht, die blutigen Hitlerleute als Etügen des licher so I che Sprecher aus der nationalen Repräsentanz verschwinden werden, denen die Herr Saenger soll sich nur feine lächelnden eigene geistige Ohnmacht nichts weiter gestattet, Gette 3 Tagesneuigkeiten aufgegriffen? Der Berliner Korrespondent des„ Brager Sorgen machen um die„ Neugeburt" der Soziali- als an der feelischen und organisatorischen Re- Lichitscherin als Bettler in Moskau Tagblatt", Herr S. Saenger, hat dort am stischen Internationale! Ob unblutige oder präsentanz von Millionen international gesinnter, Dienstag einen Leitartikel veröffentlicht, in dem blutige Ueberwindung der fascistischen Gefahren Klassenfämpferischer Arbeiter die geschwinde halbe und funterbunt durcheinandergeworfene unsere Kräfte werden so und so Feder zu wezen! Betrachtungen über die Zweite Internationale" also eingeleitet werden: ,, Es ist mehr als verwunderlich, daß man von der zweiten Internationale Zaumsprechen hört. Eristiert sie denn noch? Zweifellos existiert sie, nämlich als Organisationsapparat ohne Seele." T Rückzug hinter die Große Mauer. Zusammenstöße. bom feine Rechtsabweichung dem Nichts preisgegeben. Die Entlassung Tschitscherins erfolgte Ende 1929. Jetzt soll Tschitscherin völlig verelendet und ver tommen als betrunkener Bettler in den Straßen Moskaus aufgegriffen und in ein Ashl eingeliefert worden sein. Aus russischen Quellen wird eine Nachricht über den früheren russischen Außenminister Tschitscherin verbreitet, die zunächst ganz phantastisch und unwahrscheinlich klang, die aber um so stärker an Wahrscheinlichkeit gewinnt, als feinerlei Gegenäußerung von russischer amtlicher Seite erfolgt. Die Nachricht besagt, daß der eheKein regulärer chinesischer Golbat mehr in der Mandschurei. malige Außenminister, nachdem er von Stalin wegen angeblicher Rechtsabweichungen Die Erflärung der von Saenger dann wei- Peking, 30. Dezember. Die chinesischen| Zwei chinesische Truppentransportzüge, die Amte entfernt worden sei, systematisch durch die terhin beobachteten angeblichen Bedeutungslosig- Truppen in Tschingtschau und Umgebung ziehen Truppen von Tschingtschau nach Tientsin brach- Sowjetregierung ausgehungert worden keit der Sozialistischen Arbeiter- Internationale" sich hinter die Große Mauer zurüd, um so den ten, haben die Stadt Tschanghaitwang, wo eine sei. Man habe ihn völlig arbeitslos und warum nennt er sie nicht bei ihrem richtigen Japanern jeden Vorwand zu nehmen, den Krieg Bejagung von 500 japanischen Soldaten liegt, ohne jedes Einkommen als Strafe für Namen? liege nun darin, daß die sozial nach Nordchina auszudehnen. ohne Zwischenfall passiert. demokratischen Parteien nach Kriegsschluß den sozialistischen Umbau und Aufbau nicht unter- Washington, 30. Dezember. Wie gemel nahmen, daß die sozialdemokratischen Minister det wird, hat der amerikanische Gesandte in beispielsweise in Deutschland sich zwar puti Peking dem Staatsdepartement telegraphisch mitParis, 30. Dezember. Die Agentur Indoger Weise" auf das Kommunistische Manifest geteilt, daß mit der Zurückziehung der chinesischen beriefen, aber sich tatsächlich auf„ staunenswerte Truppen aus dem Gebiete von Tschingtschau die pacifique bestätigt aus Peking die Nachricht, daß bürgerlich- demokratische Treue" auf das For Mandschurei von allen regulären chin es zwischen regulären japanischen und chinesischen und Pazififtifischen Soldatengeräumt worden ist. Militärabteilungen heute in Tatva, das sich zivimaldemokratische" Diese Nachricht weckt die Erinnerung an schen Kupanen und Netvohang befindet, die das traurige Ende Joffes. Joffe, einer der jche" beschränken. Das sei der Grund, weshalb Paris, 30. Dezember. Bum Vorrüden japa- Feindseligkeiten begonnen haben. die Sprecher der Sozialistischen Internationale ersten Sowjetdiplomaten, bekannt von den Vernach dem Kriege aus der nationalen Repräsen- nischer Truppen in der Mandschurei erklärt die Der Angriff wurde durch einen chinesischen handlungen von Brest- Litowst und als erster tanz schnell und gründlich verdrängt wurden" und japanische Botschaft in Paris, daß die japanische Banzerzug eingeleitet. Die Japaner antworteten Sowjetbotschafter in Berlin, er schoß sich. Er deshalb existiere diese Internationale Regierung auf der Räumung von Tsching mit dem Feuer aus acht Geschüßen, 18 Panzer- hinterließ einen Abschiedsbrief an Trozki, in dem beinahe nur noch im geschichtslosen schau durch die chinesichen Truppen automobilen, Maschinengewehren und einem An- er feststellte, daß die Kreaturen Stalins die Raum, wie das Schicksal der ihr angeschlossenen bestehe, weil die japanische Regierung auf Grund griff von acht Flugzeugen, die 80 Bomben war Drohung, die Opposition auf den Gruppen beweist". Als Beispiel zitiert Saenger bestimmter Angaben die Ueberzeugung gewonnen fen. Die Berluste sind nicht bekannt. Magen zu treffen, bei ihm buchstäblich durchgeführt hätten, daß sie ihm obendrein systeden kläglichen Zusammenbruch" der englischen habe, daß die Militärbehörde in Tschingtschau matisch alle ärztliche Hilfe und alle Medikamente Arbeiterpartei und die„ politische Ohnmacht" der die chinesischen Banditen westlich des Liao- Fluffes SPD., verhöhnt dann die Haltung der sozial- unterstüte. Um wirksam einschreiten zu können, verweigert hätten. demokratischen Parteien während des Krieges müßten die japanischen Truppen daher bis westund begreift so das Zunehmen der nationalisti lich vom Liao- Fluß vorrüden. schen Bewegungen, gegen die die Wirkungsmög lichkeiten der Zweiten Internationale weiter zusammenschrumpfen". Alle Zwiespältigkeit und Hilflosigkeit des sogenannten demokratischen Bürgertums, wie es in Berlin die Saenger, in Prag jenes Tagblatt repräsentiert, fommt in dem Aufsay, aus dem wir oben zitierten, zu unfreiwillig beredtem Ausdruck: auf der einen Seite schlecht verhohlene Freude über die gigantischen Schwierigkeiten, die die Sozialdemokratie zu überwinden hat, auf der anderen Seite bißchen Bedauern, daß die Sozialdemokratie nicht die Macht hat, vor allem die nationalistischen und fascistischen Gefahren mit einem Schlage aus der Welt zu schaffen, natürlich von Herrn Saenger nicht gewünscht was * * Vormarsch der Japaner. Tokio, 30. Dezember.( Reuter.) Die japa nischen Truppen haben einen Vormarsch gegen Pup anzu angetreten. Die japanische Vorhut stieß mit den chinesischen Abteilungen bei Pait. chiapao zusammen. Das chinesische Oberkommando hat die Räus mung von Kintschau angeordnet. Es werden Rüge bereitgestellt, mit denen die chinesischen Abteilungen, die sich hinter der großen Mauer befinden, herantransportiert werden sollen. Ausländer in China bleiben erterritorial Nanking, 30. Dezember.( Reuter.) Eine Verordnung der Nationalregierung schiebt die Ein japanischer Kreuzer und drei Torpedo. Gültigkeit der Verordnung vom 5. Mai, wonach bootzerstörer haben im Hafen von Schim- die chinesischen Gerichte das Recht haben, auch wantau( in der Bucht von Liantung; im Gel- über ausländische Staatsangehörige zu urteilen, für unbestimmte Zeit auf. ben Meer) Anker geworfen. Am Slegesdenkmal. wird, damit dann Raum für die Rechte der Ar- Reichsdeutsche Nationalsozialisten beiter, Raum für eine neue Wirtschaftsordnung, Raum für den Sozialismus werde, sondern haben, wie ein Innsbrucker Telegramm vom herrlichen. Und sie schreien nicht auf, wenn in Deutschfüdtirol ein deutscher Stamm brutal vernichtet wird? Nein, sie schreien nicht auf! Sie stehen zu Diese Erinnerung an Joffe macht die Nachricht über Tschitscherin schon weniger unwahr scheinlich. Auch Tschitscherin hat sich den Haz Stalins zugezogen. An den Namen Tschitscherin knüpfen sich Erinnerungen an die großen Punkte sowjetrussischer Außenpolitik. Tschitscherin ist es gewesen, der in zäher Arbeit Rußland wieder zu einer außenpolitischen Stellung berholfen hat. Aber er hatte eine eigene Meinung. Er war Stalin im Wege. Er hat es büßen müssen! Mordversuch nach einem Wirtshausstreit. damit die Kapitalisten die fascistischen Geister, 24. Dezember meldete, in Bozen, das jetzt Bolzano den Hakenkreuzlern, die den Vernichtern dieses lich dem Lawitschka vorwarf, an dem Tode seiner die nun die letzte Auseinandersetzung um den mal einen Lorbeertrang in den Cozialismus noch näher brachte, wieder los werde! Weil die Zweite Internationale" wahrhaftig der letzte und einzige Hort der Demokratie ift, gegen die sich die Saenger noch nicht restlos entschließen können, bedauern sie, daß wir im schwersten Ringen stehen; aber weil dieje„ Zweite Internationale" die einzige seriöse westliche Macht gegen den Rapitalismus ift, freuen sie sich der fascistischen Wellen, auf denen diese Demo fraten" planlos hin und her schwimmen! genoffen gehuldigt. Die den fascistischen Knechtern eines dent italienischen Farben niedergelegischen Stammes zujubeln, bloß, weil sie Senechter find! Denn sie wissen nichts, fie ahnen nichts In speichellecerischer Selbstentwürdigung, -fie wollen Knechte sein oder deren die Nationalisten feines anderen Volkes von Freiheit fähig wären, haben diese Hakenkreuzler dem Be- nechter, fie jubeln jeder Gewalt zu, weil sie Gwalt ist, und umso begeisterter, je grausamer fieger ihres eigenen Boltes, dem Stnechter in Bog, ſie iſt. Kommisnaturen, die den Stiefel küffen, haft heldenmütigem Kampfe unterlegener Volks- der fie tritt. Die bereit sind, jeden Stiefel zu tüffen, der irgend jemanden trit. Und dabei hoffen, Denn wenn auch gerade die Annegion wünschen, selig zu werden, indem sie auch ein Deutschjüdtirols durch Italien bewiesen hat, daß mal ein bißchen treten können der Krieg das ungeeignetste Mittel ist, nationale Fragen gerecht zu lösen, entsprechend den Grundfäßen des Selbstbestimmungsrechtes, auch der entschiedendste Kriegsgegner kann dem zähen Kampf der Tiroler in den Jahren 1916 bis 1918 nicht seine Bewunderung versagen. Wie muß jeder Fascist, der noch ein wenig Charakter hat, solche Striechlinge verachten! Wie müßten, wäre nicht der Gewaltgößendienst zur Religion so vieler Deutscher geworden, in allen deutschen Landen Wogen des Etels gegen die Hafenkreuzler sich erheben! Daß dieser Ekeln sich nicht erhebt, das ist die wahre deutsche Schande unserer Zeit. Und zum Denkmal dieser Schmach wurde Ehrung eines unrühmlich errungenen Erfolges durch den Lorbeerkranz der Hakenkreuzler zur auch das italienische Siegesdenkmal in Bozen. In einem Gasthause in Litschkau bei Saaz tam es an einem der letzten Abende zu einem Wortwechsel zwischen dem 31jährigen Zimmermann J. Ba witschta aus Klutschtau und dem chorschiz aus nichtiger Ursache. Als Wydra schließ 38jährigen Heizer Wenzel Wydra aus Tuersten Frau Schuld zu tragen, entfernte sich der Zimmermann aus dem Gastlokal, begab sich heim und holte aus seiner Wohnung ein Gewehr, das er mit gehadtem Blei lud und sich damit wieder auf den Weg nach dem Gasthause machte, in welchem Wydra mit seinen Bekannten ſizen geblie ben war. In der Nähe des Gasthauses postierte sich Lawitschka mit seinem Gewehr auf der Straße und erwartete Wydra, der schließlich auch mut einigen Freunden des Weges fam. Er erblickte den Zimmermann mit dem Gewehr und tief ihm, Böses ahnend, zu: Du wirst mich doch nicht erschießen wollen?" Jm gleichen Augenblick feuerte Lawitschka aus der Büchse einen Schuß gegen Wydra ab, der, von mehreren Bleistüden im Ge ficht und in den Hals getroffen, blutend zusammenstürzte, während Lawitschka flüchtete. Wydra wurde ins Gasthaus zurückgebracht und nach erster überführt. Nur dem Ünistande, daß er einen difärztlicher Hilfeleistung ins Saazer Krankenhaus ten Winterrod getragen und den Rockragen aufgeschlagen hatte, hat er zu danken, daß er am Leben ben Morgen den Täter verhaften und dem Saqgeblieben ist. Die Gendarmerie konnte am folgenben Morgen den Täter verhaften und dem Sazer Bezirksgerichte einliefern. In der Wohnung des Lawitschka, der ein berüchtigter Wilddieb ist, wurden verschiedene Schußwaffen, Gewehre, Flauberts und Revolver, vorgefunden und beschlagnahmt. Aber wie sieht denn der„ überparteiliche" Beobachtungspunkt aus, von dem aus Herr Saenger und das„ Prager Tagblatt" mit einem heiteren, einem nassen Auge von der Existenz unserer Internationale fast nichts mehr hören? Was wissen denn die überhaupt von der Arbei Sie wußten, daß der jetzt von den Halen. terbewegung und ihrer Seele? Wann haben sie treuzlern so sehr bewunderte heilige Egoismus“ sich jemals für das heiße und leidenschaftliche Italiens nicht nur nach dem Trentino, daß er Aufwärtsringen der Arbeiterschaft interessiert? Für sie war wahrhaftig die Sozialdemokratie auch nach dem Brenner langte! Es war verbisseimmer nur gut genug, als einzige reale Macht wallisch" zu werden, der in wenigen Tagen auf ner Wille der Tiroler deutschen Gebirgler, nicht den republikanisch- demokratischen Kampfboden ou chepen 10); als geeignetsten Fechtplay den, steilen Höhen der Grenzberge Abwehrstellun Chrung eines unrühmlich errungenen Erfolges für den Klassenkampf ansehen und auf gen schuf, der Knaben und Greise an diese Denkmal eines Verrates aus Knechtseligkeit! zu schützen, wir dem sich die demokratischen Kapitalisten anständi Fronten trieb, der sie die Qualen winterlichen gen und ehrlichen Gegnern gegenübersehen. Aber Hochgebirgskrieges heroisch erdulden liek. In seinem Buche Berge in Flammen", sobald es auf diesem Kampfplay hart auf hart ohne jede nationale Gehäffigkeit den Die Erhöhung der Zündmittelsteuer. In suging, warfen sich eben diese Demokraten" in das immer größeren Scharen in die Arme der under- Krieg in den Dolomiten schildert, erzählt Louis unserer gestrigen Notiz hat sich ein unliebsamer Druckfehler eingeschlichen. Es soll dort richtig hüllteiten Beattion, machten sie sich mitschuldig, render, daß in den Höfen der Täler und heißen, daß die bei den Konsumenten vorrätigen daß der Fascismus immer höher sein Haupt er in den Sütten auf den Berghängen die gleiche Bündhölzer der Nachbesteuerung nicht unterheben konnte der Fascismus, gegen den es Entschlossenheit, die Heimat zu verteidgen, lebenliegen. Die Vorräte in den Zündholzfabriken Rom, 30. Dezember. Gestern abends ist hier ebenso nur einen einzigen Sort gibt, wie es nur dig wurde wie mehr als hundert Jahre zuvor, und in den Geschäften unterliegen dagegen der ein großer Betonbau eingestürzt. Aus den Trüm. einen Sort gibt für alle Kräfte, die das Wirt- in den Tagen Andreas Hofers. Nachbesteuerung mit dem Stichtag vom 1. Jän- mern wurden bisher fünf Tote geborgen. Drei Heimatliebe, die Liebe zum alten Berglande, ner 1932, soweit sie eine ganze Riste der Original Arbeiter werden vermißt. fchaftschaos beseitigen wollen: die Sozialdemo erfüllte die Verteidiger. padung übersteigen. demokratien und ihre Internationale. Aber Heimatliebe ist zu schwach als AbwehrMit der Leichtigkeit, nein, dem Leichtsinn einer bürgerlichen Tagschreiberfeder fafelt, Herr mittel gegen den mit überlegenen Kriegsmitteln Gaenger etwas vom„ geschichtslosen Raum" unse und mit der halben Welt verbündeten ImperaYer Internationale und ihrer Parteien. Die lismus. Soldaten von den britischen Inseln und Außenpolitik der englischen Arbeiterregierung, vom amerikanischen Kontinent führten den hei bas heldenhaft- marternreiche Ringen der reichsligen Egoismus" Italiens zum Siege. deutschen Sozialdemokratie, der siegreiche AbFreilich: die Heimat, das Stüdchen Heimat. wehrkampf der österreichischen Partei gegen den J. H. Streit um den Oftrauer Kollektiv- Bertrag. Betonbau in Rom eingestürzt. Bisher fünf Tote geborgen. Gasexplosion in der Londoner City. London, 30. Dezember. In der Nähe der wie die ,, Lidové Noviny" melden, fand in Mähr. Ostrau am 29. Dezember eine Beratung der Bertreter jener Bergarbeiterorganisationen statt, Bant von England explodierten heute Vormittag welche die Kontrahenten des Öftrauer Kollektiv mehrere unterirdische Gasleitungen. Das Pflaster Vertrages find. Die Direktoren- Konferenz in wurde an vielen Stellen aufgerissen und in die Oftrau hat nämlich an die Gruben im dortigen Luft geschleudert. Mehrere meterhohe Flammen Heimwehrfascismus, Aufbau und politische Ar- auf dem sie siedeln, ist den Südtirolern geblic Revier ein Rundschreiben gesandt, in dem die schossen aus den Löchern hervor. Unter den zahlder Tschechoslowakei, der Sturz der fluchbelade ihr Deutschtum, ihre Stammesari, wurde ihnen den Tagen, da auf den Gruben nicht gearbeitet weise wurde jedoch niemand verletzt. beit der sozialdemokratischen Internationale in ben. Aber das, was für sie zur Heimat gehörte, Grubenverwaltungen aufgefordert werden, an reichen Passanten entstand eine Panik. Glücklicher nen spanischen Monarchie- das, um nur einiges genommen. Keine deutsche Schule mehr! Rein wird, nur den niedrigeren Lohn von K 33.90 zu nennen Iuftleeren Raum ab! Wo waren und wo sind die Italieniſierung sogar der Grabaufschriften! Auftierten Durchschnittslohn von K 39.15 zu zahlen. Die Hauptversammlung der Reichsvereinidemokratischen Parteien und der Sozialistischen Kindern, die nicht mehr die Sprache ihrer Eltern daß die Verwaltungen einiger Gruben bereits am 3. Jänner 1932, nachmittags 2 Uhr, im Kräfte in Europa, die außerhalb der sozial- reißen einer tiefen Kluft zwischen Eltern und In den Beratungen hierüber wurde festgestellt, gung deutscher sozialdemokratischer Lehrer findet Arbeiter- Internationale fruchtbare Ideen für die lesen, sie nicht mehr richtig sprechen fönnen! an die Belegschaft herangetreten sind, Reverse Deutschen Haus, Gewerbeverein" in Brünn Beseitigung der Wirtschaftskrise produzierten, wo Bermürbende Bespibelung der alteingefeffenen zu unterschreiben, in welchem die Zustimmung statt. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Die parfind außerhalb dieier Quellen ernste Kräfte gegen den Militarismus? Wenn diese unsere Kräfte Deutschen! Völlige Entnationalisierung! zu dem Vorgehen der Grubenverwaltungen aus lamentarische Schulpolitik der Partei. 3. Unsere Die Heimatforscher" sind besonders bei den gesprochen wird. Die Beratung beschloß, den Arbeit auf dem Bande. 4. Wahlen. Die Teilnicht stärker, noch nicht stark genug sind, so dankt Nationalsozialisten zuhause. Die Herren, die Revierrat damit zu betrauen, von den Unternehmer müssen sich mit der Legitimation der Die Welt das jenen„ demokratischen" Saengern, Bücher über die deutsche Stammestunde schrei- nehmern Aufklärung zu verlangen, warum diese Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei ausdenen eben, weil und sofern es um das Ganze ben, die Bodenverwurzelung des Bauern ver- den Stollettiv- Wertrag nicht einhalten. weisen. Seite& Schweres Autounglück bei Karlsbad. Karlsbad, 30. Dezember. Auf der Straße nach Bärenklau stieß heute das mit Bier beladene Lastauto der Brüder Erwin und Anton Brotsch in einer unübersichtlichen Straßenfurve in voller Fahrt gegen ein Langholzfuhrivert. Das Auto wurde vollkommen zertrümmert und Erwin Brotsch blieb mit zerquetschtem Brustkorb und her aushängenden Eingeweiden auf der Stelle fot liegen. Sein Bruder Anton erlitt Schnittwunden und Hautabschürfungen. Einem dritten Insassen, namens Schöttner, wurde gleichfalls der Brust forb zerquetscht. Er erlitt außerdem ein n Schädelbruch und verschied auf dem Transport in das Karlsbader Bezirksfrankenhaus. Von den Pferden des Fuhrwerkes wurde eines auf der Stelle getötet, das andere erlitt tödliche Verlegungen. Die Brüder Profsch und Schöttner stammen aus Wehediß und stehen im Alter von 25 bis 30 Jahren. Gendarmerie und eine Gerichtskommission haben sich an die Unfallstelle begeben, um ein etwaiges Verschulden an dem fürchterlichen Unglüdsfall festzustellen. Heberfall auf die Sultschiner Stationstaffe. Donnerstag, 31. Dezember 1981. Stürmischer Abschluß des Stříbrný- Prozesses. Die Playdouers. Kundgebungen und Saalräumung, wwwUrtell am 2. Jänner 1932. " Rr. 303. Vom Rundfunk MASC Empfehlenswertes aus den Programmen. Freitag: Prag: 10.20: Schallplatten, 17.30: Schallplatten, Prag, 30. Dezentber. Nachdem noch einige Pro- jener Nachkriegszeit mit Worten heiterer Selbstber- 18.00: Deutsche Sendung: Konzert: Funt tokolle verlesen worden waren, erklärte heute um ständlichkeit zur Kenntnis nimmt: Ganz Prag hat orchester, 20.00: Orchesterkonzert, Brünu: 11.00: 10 Uhr der Vorfiyende das Beweisverfahren gewußt, daß der Franta Sichrovsky mit den Waggons Matinee, 18.00: Deutsche Sendung: Schramfür abgeschlossen und erteilte das Wort der Millionen verdient hat", was vom Standpunti des melquartett Grigar, 19.10: Walachischer Abend, Staatsanwalt Dr. Marjanto. gerade heute fo unsäglich leidenden Voltes nicht Mähr.- Ostran: 16.00: Orchesterkonzert, 17.30: BlasDas Plädoyer des öffentlichen Anflägers dauerte anders empfunden werben fann, als eine aufreizende musik. Breßburg: 12.05: Orchesterkonzert, 19.10: über zwei Stunden. Mit großer Gründlich. Provokation. Dieses Publikum scheint das freilich Laute Abend, 22.20: Zigeunermusit. Berlin: teit zergliederte der Staatsanwalt die einzelnen nicht zu spüren, denn nach Beendigung des Plä- 14.30: Mandolinenorchester, 20.00: Tannhäuser, Punkte der Anklage. Er betonte eingangs, es doyers tann vor dem Plädoyers seines Anwalts Oper von Wagner, Breslau: 17.30: Stubenten handle fich eineswegs um einen politi- Stribrny seine Verteidigungs- und zugleich fingen, 19.30: Mufit für Violine. Königsberg: ichen Prozeß, sondern einfach um die Frage, 18.00: Historisches Kabarett. Leipzig: 17.45: Agitationsrede 2 ob die Angeklagten in ihrer Aussage int Presseprozeß belten, die zu stürmischen Szenen führt. Das Gericht Minna von Barnhelm, Lustspiel von Lessing. gegen Red. Dyma bezw. vor dem Untersuchungsbewies gelegentlich des Speechs Stribrnys freilich Wien: 12.10: Orchesterkonzert, 16.30: Johann ausschuß bewußt die Unwahrheit gesprochen hätten. eine Langutut, die geradezu zu der Frage heraus- Strauß- Konzert. All das ungeheuere Material, das aufgerollt wurde, fordert, wie es einem gewöhnlichen Sterb. dient nur zur Aufklärung dieser einen Fragetichen ergeben würde( wobei wir ganz von forscht nach dem Zäter, der identisch zu sein scheint und steht selbst als solches in diesem Prozeß destruttiven und staatsfeindlichen Elementen" ab- mit einem Individium, das schon zu wiederholten nicht zur Diskussion. Was Sichrovsky betrifft, so seichert wollen), wenn er sich berart vor Gericht be- Malen im Saazer Stadtpark Liebespaare überfallen dessen Behauptung, weder Einfluß no Interesse an dem Geschäft gehabt zu haben, nehmen wollte. Herr Stribrny sprach von der und verprügelt oder beraubt hat. schon durch die Tatsache der Sieben Millio Inquisition", die der Untersuchungsausschuß darDie internationale Konferenz für die Unifie Millioneftellt nen- Provision widerlegt, abgesehen von den gestellt habe, dessen Methoden er nicht genug ver- gierung des Strafrechtes hat Mittwoch in Paris Troppau, 30. Dezember. Heute gegen 6 Uhr zahlreichen anderen Beweisen und Indizien, wie das dammen kann. Er spricht meist weniger zum Ge- ihre Arbeiten beendet. Unter den angenommenen richt gewendet, als zur Journalisten Bestimmungen befinden sich insbesondere solche avends brangen vier mastierte Männer in das Offert an das Ministerium usw. In tribune und dem Zuschauerraum. An poli über die Auslieferung von Verbrechern von Berkehrsamt der Station Sultfchin ein, mit gründlichster Weise befaßte sich dann der Ankläger tischen Erlursen, die mit der Sache selbst wenig gu Staat zu Staat. Es wurde anerkannt, daß die der Absicht, die in der dortigen Kasse befindlichen mit den hartnädig bestrittenen Beziehungen zivi un haben, läßt er es nicht fehlen. Er bezeichnet sich Auslieferung von Verbrechern obligatorisch Gelder zu rauben. In der Kanzlei befanden sich schen den beiden und zeigte alle im Verlaufe des als Opfer von Nachstellungen, die ihren Grund sein soll, daß es aber notwendig ist, die Fälle vier Beamte. Ein Beamter, der gegen die Räuber Verfahrens zutage gekommenen Umstände auf, die borging, wurde von ihnen niedergeschof in dieser Richtung ins Gewicht fallen. In subfen und ernstlich verletzt. Die mastierten Män- jettiver Sinficht genüge übrigens schon die Tat ner ergriffen sodann die Flucht und konnten un- sache, daß beide Angeklagten sich heute an alle erkannt entkommen. Die Gendarmerie hat die jene Umstände Nachforschungen eingeleitet. Der Ueberfall erinnert start an die beiden jüngsten Ueberfälle auf die Stationstassen in Dehylov. d nur schleierhaft und undeutlich zu erinnern behaupten, die sie gegen Dyma äußerst präzise und mit größter Bestimmtheit als Zeugen vor. gebracht haben. darin hätten, weil er G gegen gewisse Legenden" gekämpft habe. Er unterscheidet die Zeugen, die im Verlauf des Prozesses aufgetreten sind, in drei Gruppen: Die redlichen Beamten", die feilen, erwerbetüchtigen Raufleute" und drittens ,, die, die er nicht qualifizieren will", und in dieser letten Gruppe führt er an: Dr. Englis, Koudelka und Dr. Stransky. Ohne ein ein sigesmal unterbrochen zu werden, schließt er nach einer gehässigen Polemit gegen Dr. Englis mit der alte Vorfämpfer der Befreiung werde, so sagt er, In der Ostsee untergegangen. Der Staatsanwalt beantragte zum Schluß, die Reval, 30. Dezember. Ueber das Schicksal Angeklagten schuldig zu erkennen, zu angemessedes estnischen Dampfers iro", der am 11. nen Strafen und zwar unbedingt zu verurteilen Dezember von Hull mit Kohlen auslief und und zugleich die Aberkennung des Wahlrechtes aus- patriotischen und nationalen Worten. Er, seitdem vermißt wird, hegt man ernste Befürchzusprechen. tungen. Man nimmt an, daß der Dampfer, auf dem sich außer der 17köpfigen Mannschaft drei Bassagiere befanden, während eines heftigen Sturmes in der Ostsee untergegangen ist. ,, sich diese Anklage als Dokument der Dant barkeit für seine bisher im Dienste der Republik geleistete Arbeit aufheben." auszunehmen, wo es sich um politische Verbre chen handelt, ferner Verbrechen und lebertretungen militärischer, steuerrechtlicher und religiöser Art. Zwei Polizeibeamte aus Köln, die sich mit Fahrrädern auf einer Streife befanden, wurden Mittwoch früh auf der Xantener Straße in der Nähe der Köln- Riehler Kabelfabrik bon fünf jungen Männern aus dem Hinterhalt mit Pistolen beschossen. Glüdlicherweise gingen die Schüsse fehl. Die Polizeibeamten nahmen jofort die Verfolgung auf, die jedoch ergebnislos verlief, da die Angreifer in den benachbarten Scyrebergärten enttamen. Zur Beachtung für Neujahrsgratulanten, Wiederholt werden Beschwerden darüber laut, daß die rating Empfänger von Neujahrsgratulationen in Visittar tenformat oft gezwungen find, Strafporto zu zahlen. Es wird in diesem Zusammenhange daran erinnert, dag offene Briefumschläge, die Bifitfarten Bet diesem Schlußpaffus bricht der dicht gefüllte Zuschauerraum in rasenden Applaus Gegen halb sieben Uhr wird die Verhandlung Schwindler handeln müsse, weil das Amt niemanden Siebei stellte sich heraus, daß es sich um einen fortgesetzt. Das Publikum hat den Saal zwar ge- geschickt hatte. Da der Betrüger in seiner Aftenräumt, doch sind fast sämtliche Richter des hiesigen tasche, wie die geprellte Trafikantin bemerkt hatte, Gerichtes und sonstige fachlich interessierten Per- noch mehrere Empfangsbestätigungen" mit sich ionen( Juristen, Journalisten) in solcher Anzahl zu getragen hatte, ist anzunehmen, daß der Gauner quch bei anderen Geschäftsleuten sein Glüd versucht hat, gegen, baß der Saal fast gefüllt ist. bezw. versuchen wird. Nach einstündiger Bause ergriff Dr. Svo boda, als Vertreter des Privatbeteiligten Red. Dyma, der bekanntlich auf Grund der inkriminier ten Aussagen verurteilt wurde, das Wort. Infolge dieser Verurteilung erlitt Tyma einen Schaden bon Etwas zum Problem des§ 144. In fast etwa 8400 K an Prozeßfoften, mit welchem Betrag jeder Schwurgerichtsperiode wird das Problem er sich dem Strafverfahren anschließt. In Ergän aufgerollt, ob man nicht doch manchen Stindes zung der Ausführungen des öffentlichen Anflägers mörderinnen Gnade vor Recht" ergehen lassen hielt dann Dr. Svoboda eine Rede, die als rheto- aus, der tros der mehrfachen Ermahnungen des enthalten, nicht als Drucjache mit 20 Heller, sondern foll; allen Sittlichkeitsaposteln fei zur Beleuchtisches Meisterstüd bezeichnet werden kann. Borsigendent nicht abbricht, so daß OGR. Slou- mit einer 30- Seller Marte zu frantieren find. tung ihres Rechtsbegriffes wieder einmal etwas In temperamentvollster Weise analysiert er nicht et schließlich um 6 Uhr abends mitgeteilt. In Schnobolin, einem Dorf bei nur die äußerlichen Zusammenhänge, sondern be- ben Befehl zur Räumung des Auditoriums Ein falscher Gefällskontrollor treibt in a ris bad und Umgebung gegenwärtig sein Unwesen. Olmüş, dient und arbeitet eine Magd Kaleuchtet auch die psychologischen Voraussetzungen, gibt und die Berhandung unterbricht. tharina Bayer beim Landwirt To bi as: serpflict bie Tattit, Stribrnys, der in geschid Das Publikun leistet aber einstweilen feine leigner in Starlsbad und forderte unter Vorlage Dieser Tage erschien er in der Tabaktrafik der Frau fie arbeitet und schuftet für sich und ihr uneheter Weise eine Menge nebenfächlicher Fragen in Folge, wohl in der Hoffnung, daß der Befehl nicht einer Empfangsbestätigung die Ausfolgung eines Tiches, fleines sind, das sie aber von ihrem den Bordergrund zu schieben weiß, um die Haupt zur Ausführung gelangen werde. Der Vorsitzende Betrages von 55.50 K. Die Frau erlegte, obwobl Verdienst" nicht erhalten kann. Bis dahin hat probleme zu verschleiern. Er selbst sei seinerzeit im muß nochmals im Saal erscheinen und er praefidio fie Zweifel hatte, schließlich diesen Betrag, begab fie die Geseke dieser unbarmherzigen Gesellschaft Brozeß gegen Dyma in feiner Eigenschaft als deffen die Aufforderung zur Saalräumung wiederholen sich einige Stunden später auf das Gefällskontroll. brab befolgt; jetzt aber rührt sich ihr Herz: foll Verteidiger durch die bestimmten Aussagen Stribranter Sinweis auf die Maßnahmen, die sonst getrof- amt und erfundigte sich dort nach dem Beamtent. fie zusehen, wie ihr unterernährtes Kind rber- nys überzeugt worden, die fich um eben jene fen werden müßten. fulos wird und wie sich seine Glieder unter der Dinge drehen, deren sich dieser heute nicht mehr Rachitis frümmen? Niemand gibt ihr das pri- rber nur undeutlich zu erinnern behauptet. mitivste Lebensrecht; niemand fümmert der Zum Schluß seines Plädoyers erregt Dr. Svo Schmerz der Mutter, die unter dem Zivang des boda mit einer humoristischen Pointe einen Sturm Gejezes geboren und das Mysterium des Lebens von Heiterfeit im Auditorium, den der gleichfalls dazu erfüllt hat, um Elend über ihr Kind zu lachende Gerichtshof kaum zu unterbrüden vermag, bringen. Sie entschließt sich zum Aeußersten, als der Anwalt mit ernster Miene seine gefeglich ertränkt im eisigen Bach ihr Kind und will fich vorgeschriebene Roftenrechnung legt und erklärt, an Dann ergreift Dr. Ladislav Rašin, der Verteidiger Stříbrnys, das Wort. Er spricht ruhig und dann selbst hineinstürzen; aber hilfsbereite" Vertretungskosten Für 150.000 K Belze gestohlen. In den Weih Menschen retten sie; und sie fommt vor das objektiv. Seine Ausführungen bewegen sich nach nachtsfeiertagen war im ePlzgeschäft des Kürschners Gericht des Voltes, um zu hören, ob sie Mör einer etwas politisch gefärbten Einleitung im Rah- Pilat in der Lerchenfelderstraße in Wien ein Einderin" ihres Kindes ist. Gewiß hat sie getötet: men einer theoretisch- juristischen Auseinandersetzung bruchsdiebstahl verübt worden, bei dem Pelzmäntel über Gesezlichkeit oder Ungefeßlichkeit der Hand- im Werte von ungefähr 30.000 Schilling erbeutet mer flagt aber eine Ordnung an, die täglich lungsweise. Stribrnys und einer fachlichen Kritif wurden. Der Polizei gelang es am Mittwoch, den bunderte Proleten ins Unglück stürzt, ihnen den der Anklage, wobei er sehr gründlich vorgeht und Täter in der Perion des bereits vorbestraften Dach Keim der Tuberkulose durch Not und Unhygiene Dr. Josiffo, als Berteidiger Sichrov- auch auf recht fernliegende Fragen abschweift. Er bedergehilfen als einziges Geschenk für ihre Arbeit gibt? Wer ya beruft sich vor allem auf feine bereits fucht nachzuweisen, daß weber objektiv noch subjektiv seinem Berhör nach anfänglichem Leugnen auch frys Wich zu verhaften, welcher bet flagi da an? Wer von den Hütern der Gerech befannte und mehrfach bekundete Ansicht, daß sein der Tatbestand der falschen Beugenaussage gegeben aeftand, wei weitere Einbruchsdiebstähle verübt zu afeit fann und wird einmal das Recht" ver- Mandant als Verdächtigter gleichzeitig als fet. Er schloß mit einem Appell an das richterliche haben, bei denen er Waren im Werte von 9000, telbigen, das einem Werftätigen nicht einmal Beuge einvernommen worden fei, was von vorn Verantwortungsgefühl und absolute Unbeeinfluß bzw. 13.000 Schilling ftahl. Seine leste Strafe hai als Frucht des Kampfes ums Dasein fein nacktes herein das Verfahren als nichtig erscheinen lasse, da barkeit, in deren Namen er Leben gewährleistet? Wer wird ohne Sentimen- ein Verdächtigter leugnen dürfe, während bitte. um Freispruch Wich erhalten, weil er in Prag einen Einbruch beim Juwelier Pollak mit einer Schadenssumme talität dieses Recht noch Recht nennen? der Zeuge unter Straffanttionen die Wahrheit Staatsanwalt Marjanto repliziert auf von 150.000 K und einen großen Diebstahl von Höhleneinsturz. Sicben Knaben flüchteten aussagen müsse. Im Verlaufe seiner zweistündigen in Neapel vor einem hereinbrechenden Regenguß Rede fritisiert der Anwalt die schwaden Stellen der einige Aeußerungen der beiden Verteidiger, an die Seidenballen verübt hatte. in eine Erdhöhle. Plötzlich brach das geloderte Anflage und gelangt in seiner wohlstiliſierten Rede Der morgige Tag bleibt der Beratung des Gerichts 1. August 1930 bis zum 31. Dezember 1931 betrug, sich eine furze Duplit Dr. Josiffos schließt. Die Hilfsaktion für Rothau. In der Zeit vom Erdreich zusammen und begrub die Kinder. Vier auch zu hofes vorbehalten, die den ganzen Tag ausfüllen wie uns berichtet wird, der Gesamtaufwand für derselben fonnten lebend geborgen werden, hievon wird. Das Unteil wird Samstag, den 2. Jänner Silfsaktionen zugunsten der durch die Werksverle hatte einer schwere Wunden und Brüche davon gung nach Karlshütte empfindlich getroffenen Ge getragen. Die übrigen drei Knaben fand man fo epa, trenn er das goldene Schiebert um 1932 erfolgen. meinde Rothau bei Graslih 6,001.637.35 Kč, welerstidt auf. eine tschechoslomatische Krone zu liquidieren. Die Verhandlung wird hierauf bis um halb vier Uhr unterbrochen, worauf die Verteidigung zu Worte kommt. Konstruktionen etwas sonderbarer Art, Eisenbahn und Autobus. Ein Autobus, in Um 194.000 Mart geschädigt. Das erweiterte F. K. Ginzley Ehrendoktor. Auf Antrag des cher Betrag sich aus folgenden Bosten zusammenſent: welchem außer dem Lenter sieben Fahrgäste saßen, Schöffengericht St öln verurteilte den seit 1910 Profefforenkollegiums der philosophischen Faful- Aufwendungen für die Notstandsarbeiten beim wurde beim Bahnübergang der Strede bon bei der Stadt Stöln beschäftigten laufmännischen tät hat der akademische Senat der Wiener Uni- Straßenbau Rothau- Hochgarth 1,324.000 K; ver Mantua nach Monselice von einem Personen- Bürogehilfen Kerz wegen Unterschlagung und versität in seiner legten Sitzung beschlossen, dem schiedene Rotstandsarbeiten 346.635.75 K. Notstands zug erfaßt und vollständig zertrümmert. Als der Betruges zu weieinhalb Jahren Zuchthaus und Dichter Fran; Karl Gingley das Ehrendoktorat arbeiten durch das Hilfskomitee 22.499.25 K. Für Unterstügungen an entlassene Werksarbeiter 792.978 Zug etwa zehn Meter von der Stelle des Bufam 200 Mart Geldstrafe. Kerz hat die Stadt Köln in der Philosophie zu verleihen. menstoßes angehalten hatte, fand das Zugsper den letzten Jahren um rund 194.000 Mart ge- Opfer des Berufs. In Hamburg verstarb der Kronen 35 Heller, für Unterstügungen durch den fonal die Infaffen des Autobusses in furchtbar schädigt, indem er Rechnungen von angeblich ge- bekannte Tuberkulosespezialist Prof. Le Blanc Metallarbeiterverband 2,790.384 Ke, an Geldunterverlegtem Zustande auf der Strecke auf. Vier liefertem Schreibmaterial fälschte. Das auf diese an einer Zungeninfettion, die er sich im Jahre fühungen durch das Hilfskomitee für Rothau 43.560 der Passagiere waren bereits tot, die anderen Weise an die Lieferanten zuviel abgeführte Geld, 1925 in seiner Praris zugezogen hatte und die Kronen, für Schultinderausspeisungen bis Ende No das der ungetreue Beamte durch Wittelsmänner später als Kehlkopftuberkulose in Erscheinung gehilfe 544.993 Kč. Bei den Notstandsarbeiten fanden vember 1931 136.592 Ke, an staatlicher Ernährungsfämtlich schwer verwundet. Amtliche Festseßung der Preise der Selch an sich brachte, hat Sterz verwettet oder verspielt. treten war. Was einer Arbeiterin nicht passieren lann. 1420 Arbeiter abwechselnd Beschäftigung. Neben den waren in Brag. Das Gewerbereferat des Prager Blutiger Ueberfall im Saazer Stadtpark. In geldlichen Unterstüßungen erhielt die Gemeinde Magistrates hat das Ministerium für Volksver- Bon unbekanntem Täter wurde auf der Fahrt einer der letzten Nächte erging sich ein Eisenbahn- Rothau zahlreiche Sachspenden( Nahrungsmittel, pflegung um die Ermächtigung ersucht, Maximal- zwischen Marienbad und Karlsbad ein Persianer angestellter mit einem Mädchen im Saazer Stadt Bekleidungsgegenstände usw.) insgesamt über 5000 preise der Selchwaren zu verlautbaren, wenn diese mantel im Werte von 50.000 Stronen entwendet. part, als er plöglich von einem großen, starken Stüd. Preise sich nicht in dem richtigen Verhältnis zu Nachforschungen blieben bisher ergebnislos. Manne überfallen und insultiert wurde. Der EisenKälte in Südtirol. Die grintmige Rälte im den Viehpreisen bewegen. Bei den letzten Bera Ein Säugling im Bette erstidt. Wie uns aus bahner wehrte sich, fühlte aber plöglich starte tungen mit den Selchern ist es zu keiner Verein Kanden berichtet wird, ereignete sich in der klei- Schmerzen in der linken Hand und flüchtete schließ- Trentino dauert unvermindert auch weiterhin an. barung gekommen, weswegen der Magistrat nied- nen Ortschaft Settwa ein tragischer Unglüdsfall, lich zusammen mit dem Mädchen vor dem Rowdy. Schlreiche Seen Südtirols find bis auf den Grund rigere Selchwarenpreise ansehen will. Es soll dem ein kaum vierteljähriger Säugling zum Opfer Bei der Polizei, wo der Ueberfallene die Anzeige eingefroren. Die Dolomitenstraße ist vom Bordojdies gleich nach Neujahr geschehen. gefallen ist. Die Arbeitersfrau Löffler, die mit erstattete, stellte sich heraus, daß der Handteller Freitod mit 500 Volt. In Wiefed bei Gießen ihrem Säugling, einem Mädchen, im Bette ein- der linken Hand fast völlig durchschnitten och bis zum Falzarego- Baß und bei Misurina un beging ein 28jähriger Milchhändler Selbstmord, gefchlafen war, fand am Morgen das Kind er- war. Der durch starken Blutverlust start entfräftete fahrbar. In Toscana find viele Straßen wegen indem er sich mit beiden Händen an eine mit 500 stidt neben sich liegen. Der Unglücksfall wird Eisenbahnangestellte wurde nach ärztlicher Hilfe- Bereifung gesperrt. Der Arno ist an mehreren Bolt geladene Starkstromleitung hängte. untersucht. Leiftung ins Krankenhaus überführt. Die Polizei Stellen zugefroren. Nr. 303. Seite 5 Donnerstag, 81. Dezember 1831. ^efutft Bei 6er„Sufitama". 70 Meter unter dem Meeresspiegel.— Ein Stahlrohr frißt sich in den Schiffsleib.— Technik der Tub.— Frank Erilleh und sein Bruder. SPD. N«w-Bork, Mitt« Dezember.(Eig.»Ber.) Amerika ist immer noch in technischer Hinsicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Ingenieur Simon L a k e, hat jetzt«in großartiges Projekt entworfen, das die bisherige Submarinetechnik von Grund auf revolutionieren wird. Bisher war man bei Schiffshebungen auf die unvollkommene Arbeit von Tauchern angewiesen. In Zukunft wird man die Taucher größtenteils entbehren kön- nen. Ein riesiges Rohr, sozusagen ein Wurm von Stahl und Eisen, wird in die Ozeanties« vorgestoßen und mit dem Schiffswrack in direkte Verbindung gebracht. Die Mündung des Stahlrohrs frißt sich förmlich in den Schiffsleib ein. Gegenstände, die man heben will und die eine gewisse Größe nicht überschreiten, werden mittels eines besonderen Instruments im Innern des Stahlrohrs, der„Tub", an di« Meeresoberfläche befördert. Di« Schätz« in d«r Lutin«". Ingenieur Lake beabsichtigt, um die praktisch« Verwertbarkeit seiner Projektes nachzuweisen, demnächst dem Wrack-er„Lusitania" einen Besuch abzustatten. Dieser Schiff, dar im Kriege mit 2500 Passagieren von einem deutschen U-Boot versenkt wurde, liegt westlich der irischen Küste, 50 bis 70 Meter unter dem Meeresspiegel im atlantischen Ozean begraben. Noch nie hat«in menschlicher Auge diesen schlummernden Schiffskoloß erschaut. Nun wollen die Amerikaner dar Unglaubliche mög- lich machen. Ingenieur Lake gab bei«inem Presseempfang in New-Park«ine Reihe interessanter Einzelheiten über sein gigantischer Unternehmen bekannt. Dar Stahlrohr, dessen technisch« Details ängstlich geheim gehalten werden, wurde von Lake schon vor zwanzig Jahren erfunden. Damals, im Jahr« 1911, hatte er den Auftrag erhalten, da- Wrack des holländischen Dampfers ,Lutin«" am Ausfluß-e- Zuidersees zu heben. Dieser Dampfer barg unermcßliche Schätze in seinem Innern, so Goldbarren im Wert« von 20,000.000 Mark. Simon Lake kam damals auf die Ide«, ein Stahlrohr zu bauen, um bis an die Lagerstelle-es Wracks zu gelangen. Der Au-bruch des Weltkrieges verhindert« die Verwirklichung dieses PlaneS. Noch heut« ruhen die Riesenschätze der »Lutine" in den niederländischen Gewässern. Wie in«in«» U-Boot—— Inzwischen hat Simon Lake sein« Erfindung bedeutend vervollkommnet. DaS Stahlrohr ist fertiggestellt und hat schon mehrere Proben erfolgreich überstanden. Es reicht bi- zu einer Tief« von hundert Metern. Lake glaubt, innerhalb von zwei ruhigen Wintertagen die Bergung des Kassenschrankes der»Lusitania" vornehmen zu können. i Tas Begleitschiff, ein gechartert«! amerikanischer Dampfer, ermittelt zunächst di« genau« Lage des Wracks. Dann wird da- Stahlrohr in die Tief« gelassen. Sein« Mündung setzt sich auf den Körper der„Lusitania". Di« Wände-es Stahlrohrs, das biegsam ist, sind derart konstruiert, daß sie den höch sten Wasserdruck auszuhaltcn vermögen. Im Innern wird man nichts von diesen submarinen Gefahren verspüren, sondern-en Eindruck haben, sich in einem Unterseeboot zu befinden. „Zwei-Kammern-System." Auf Leitern und Treppen steigen Arbeiter und Ingenieure von Bord des Begleitschiffes aus in die Tiefe des Rohres. Am Ende befinden sich zwei Luftkammern. Tie erste ist das große Hauptquartier der Submarinetechniker. Sie enthält Telefon«, Maschinen, Motore und Periskope. Und von mehreren Glasfenstern aus kann man die Arbeiten, die später in der zweiten Kammer vorgenommen werden, genau beobachten und überwachen. Ein besonderes Verfahren sorgt für die Entlüftung. Der wichtigste Bestandteil der„Tub" jedoch ist di« zweite Kammer. Sie bildet gewissermaßen den Mund des gigantischen Stahlwurms. Zunächst werden die äußeren Tor« geschlossen, damit kein Wasser eindringen kann: Durch«ine kleine Tür gelangen zwei Taucher von der inneren in di« äußere Kammer. Durch ein kleineres Rohr läuft nun von oben Wasser«in, bis di« äußere Kammer vollkommen angefüllt ist. Dann wird„dicht gemacht". Eine elektrische Press« erhöht jetzt den Wasserdruck in dem überschreiten. Den Rückweg treten di« beiden Taucher befinden, bii darin der gleiche Druck herrscht wie „draußen" in 70 Metern Meerestiefe. Nun öffnen die beiden Taucher den„Mund" des Stahlrohres, verlassen di« Außenkammern und bcginnen ihre Arbeiten an dem Schiff-wrack. Elektrisch betrieben« Bohrer, Krahn« und ander« Hilfsmaschinen stehen zu ihrer Verfügung. Mit diesem technischen Komfort" können di« Tiefsee-Techniker ganz andere Arbeiten vollbringen, als bisher die gewöhnlichen Taucher. Die Dauer de- Aufenthaltes in 70 Meter Ozeantiefe, soll«ine Stunde nicht übersreiten. Den Rückweg tret«» di« beiden Taucher in der umgekehrten Reihenfolge an. Männer ohne Todesfurcht. Und wer wird nun den Mut finden, sich diesen submarinen Gefahren auSzusetzen? Ingenieur Lake hat schon seinen Mann gefunden. Es ist der ame- rik^l Nische Meistertaucher Frank Crilley, der mit seinem Bruder die Arbeiten im„Murcke" des Stahlrohrs vornehmen will. Dies« beiden Männer unternahmen kürzlich in einer Tief« von 92 Metern einen«instündigen Versuch, der zur vollständigen Zufriedenheit ausfiel. In diesem Winter noch steht nun die große Sensation bevor. In den nächsten Tagen dampft Ingenieur Lake mit seinen Mitarbeitern nach Irland ab. Wird die ,Lusitania" ihr 16 Jahr« ge- hütete- Geheimnis preisgeben? Simon Lake glaubt fest au vollem Erfolge uüd die'amerikanischen Geldleut«, die sein-Unternehmen finanzieren, offenbar ebenfalls. Es scheint,'als ob di« submarine Technik" sich wirklich an einer Wende ihrer Methoden befindet. Und dann wird der Ozean kein« Mysterien mehr kennen. Selbstmord eines Zwölfjährig««. Irr Wattenscheid(Wests.) ließ sich ein zwölfjähriger Schüler von einem Personcnzug überfahren Seine Eltern hatten ihn wegen eines Tummenjungenstreichs auf . sein Zimmer verwiesen. Tie„Schande" glaubte er nicht überleben zu können... An einer Erdnuß erstickt ist der zweijährige !Knabe des Arbeiters August Bradka in Postelbcrg. Das Kind hatte eine sogenannte Burennuß geschluckt; der Kern blieb ihm im Halse stecken und der Knabe erstickte, bevor noch eine Operation an ihm vorgenommen werden konnte. Großfeuer in Breslau. Im Breslauer Alten Schlachchof, einem mehrere hundert Jahre alten Gebäude, das jetzt nur noch als Lagerplatz dient, brach Mittwoch Nachmittag aus noch nicht bekannter Ursache ein Großfeuer aus, das die gesamte Breslauer Feuerwehr auf den Plan rief. Das Feuer fand an den eingrlagrrten Gegenständen, in der Hauptsache Lumpen, Knochen und Papier, außerdem aber auch an der starken Holzkonstruktion, die Balken bis zu 50 Ztm. Stärke aufweist, reiche Nahrung. Beim Erscheinen der Wehren stand bereits die Hälfte des etwa 25 Meter langen Gebäudes in hellen Flammen Gegen halb 6 Uhr war di« Gefahr für die alten Häuser der Umgebung— es handelt sich um das älteste.Viertel Breslaus— beseitigt und das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Ter Brand des Alten SchlachthofS war gegen 7 Uhr bis auf kleiner Brandnester gelöscht. Der Schaden ist durch Versicherung völlig gedeckt. Wahrscheinlich ist das Feuer durch Kürzschluß entstanden. Prnfionistenstrom nach Ungarn. Mit Rücksicht auf die neue ungarische Pensionsverordnung, durch welche die PenstonSgebührcn insbesondere der im Ausland lebenden Pensionisten verkürzt werden, wird der größere Teil der in Wien lebenden ungarischen militärischen und zivilen pensionierten Würdenträger «ach Ungarn zurückkehrrn. Wie die„Stunde" meldet, befindet sich unter ihnen auch Generaloberst Arthur A r z, der letzte österreichische Generalstabschef.! Urbcr die Unfälle der Bataslugzeug« bei ihren Reifen in den Orient erfahren wir folgend« Einzelheiten:- Bi- zu«inem gewissen Grade hat das sprichwörtlich« Schusterpech von Beginn an die Balaflugzeug-Expedition begleitet. DaS Haupt- Fokkerftugzeug erlitt in der Syrte«inen großen Schaden am rechten Motor und konnte nur infolge des bereitwilligen Zutuns der italirnischen Militärbehörden weiterfliegen, di« Bata ihren einzigen Reservemotor gleichen Typs verkauften. Dar dritte Flugzeug mit dem Ersatzmotor havariert« in den Hohen Tauern und die Flieger gelangten erst nych zweitägigem Nmherirren unter Hunger und Kälte nach Twang, woher sie einen Bericht senden konnten. Das zweite Flugzeug/ das dem ersten nach Nordafrika nachfolgte, wurde ebenfalls von einem Unfall betroffen, zuerst bei Neapel, wo sich der Pilot Stastny beim Anlassen des. Motors verletzte, und zum zweitenmal vor. der Ueberfliegung der Mittelmeeres, wo daS. FlugzeW. zu einer Notlandung in Trapani bei Taft«! Vetrens auf Sizilien gezwungen war, wobei es leicht havarierte. Es ist aber zum Weiterflug bis zum Erhalt der Ersatzteil« g«rignet.— Tas Fokkerflugzeug mit Bata an Bord führte Dienstag eine weitere— bisher die beste — Etappe ihres Fluges von Damaskus in die Hauptstadt des Jraj-Bagdad. aus. Mittwoch setzte das Fokkerflugzeug den Weiterflug nach Bush!re und Jask in Persien fort. „3m Gedelkyreis find zwei Mahlzeiten sfir Bedürftige inbegriffen." Es gibt immer noch Leute, die etwas haben und etwa--ausgeben können— trotz Massenentlassunyen und Wirtschaftskrach. Sie möchten daS, was st« haben, ausgeb«» und natürlich zu Silvester! Aber der Gedanke, daß sie obeü tanzen und Sekt trinken, während unten das Volk im grauen Gleich versinkt, wird allmählich etwas peinlich. Zum Teufel, man hat doch schließlich auch ein Gewissen, zumal das nichts kistet! Dem zarten Gewissen des Besitzes ist die Ber- gnügungSindustrie für den kommenden Silvester verständnisvoll entgegengckommen. Sie veranstal tet beispielsweise in B e r l r n überall große Sil- vesterfeiern, wobei sich die Preise für das Abendessen zwischen 9 und 25 Mark bewegen. 25 Mark für ein Abendessen, während mancher nicht 20 Pfennig hat, um sich eine warme Suppe zu kaufen! Aber wir sind ja so sozial und also liest man in diesem Jahre keine Ankinchigung einer großen Vergnügungsstätte für Silvester ohne den Zusatz: „Im Gedeckpreis sind zwei Mablzer- ten für Bedürftige einbegriffen." Wenn also der Herr Generaldirektor»nb Frau Gemahlin für 25 Mark pro Person in einem Berliner Luxushotel ihr Silvestersouper zu sich nehmen, kann sich ihr soziales Gewissen bei dem Gedanken beruhigen, daß vier Notleidend.» dadrirch jeder eine 50Hfg.-M«chlzeit erhalten:'.>nd hinter jeder Flasche Sekt steht der tröstliche Gedanke, da erhält wieder ein Arbeitsloser mehr ein Glas Wasser zu seiner Winterhilfe-Mahlzeit! ES gibt nichts Erbärmlicheres als diese soziale Bemäntelung der unsozialen Gesinnung als dies Gctvissensopium für daS schlechte Gewissen deS Großbesitzes! Rastelli. Bon Rhedo. DaS erste- und letztemal sah ich ihn Heuer im Sommer in Karlsbad. Jung,- elastisch und sichtlich unverbraucht, balancierte er mit unnach- ahmlicher Selbstverständlichkeit und Grazie auf allen möglichen Körperteilen die leichten Bälle, die er nach der Vorstellung als handgreiflichen Beweis seiner Kunst an die anwesenden Kinder verteilte, in seiner Art einen Weltrekord haltend, elegant, ohne zu schwitzen(wenigstevs sah man niemals Schweiß an ihm) und ohne sich sichtlich anzustrenge». Bor einigen Tagen trugen ihn sein« trauernden Landsleute zu Grabe, rn dem Bewußtsein, erneu Heros verlören zu haben, der, einen Ball im Nacken und einen in der Kniekehle, Herr über das Leblos« war, weil er das Höchste, was er besaß, seinen lebenden Körper, virtuos beherrschte. Rastelli tvar ein Genie des Fingerspitzengefühls. Es wohnte universal in seinem ganzen Körper, beseelte jeden Nerv, jeden Muskel, jede Sehne und jeden Knochen. Die Bälle gehorchten ihm wie märchenhaft dressierte Vögel, di« willenlos jeder Bewegung des Meisters folgten, sein Geist teilte sich der Materie mit, die er beseel:« und zu einem Teil seines Organismus machte. Er war kein Artist schlechthin, er war«in Künstler und seine Kunst war echt, denn sie schien müheloses Spiel. Wenn er die Bübne betrat, flogen ihm die Gummibälle und di« Herzen der Zuschauer in gleicher Wesse zu und während er die ersteren bändigte wie der Drahtzieher seine Marionetten, zwang er di« letzteren durch di« Negierung der Schwerkraft in seinen Bann. Er war ein König des Gleichgewichts, von dem er nie auch nur einen Bruchteil verlor, er zwang der Glätte der Kugel seinen Mllen auf und schuf ihr unsichtbare Ecken und Kanten, an denen sein Wille sie hielt. Semem Nachfolger, und welcher Weltmeister hält« nicht, allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit zum Trotz, einen Nachfolger gefunden, der noch um ein Gran iveltmersterlicher war, wird es schwer falleu, an seinem Körper ein« Stelle zu sinken wo der zehnte Ball ohne Quecksilber und Sywtheiikon, einzig vom unsichtbaren Spiel der Muskeln bezwungen, haften soll. Aber er wird sie dennoch finden. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Sine düstere Prognose. Ueber die Kris« in der Baumwollindustrie berichtet William Gregory(London) in der„Wirtschaft" schreckliche Tatsachen. Der Genannte schreibt u. a.: Die Berichte der verschiedenen Bereinigungen der Spinner auf dem Kontinent sprechen immer deutlicher von zunehmenden Stillegungen der Betriebe und die Gewißheit, daß in absehbarer Zeit in Europa rund 40 Prozent der Produktionskapazitäten der Baumwollindustrie von der Stärke der Ereignisse, stillgelegt sein werden, läßt sich heute nicht mehr ableugnen. Zu diesem furchtbaren Moment kommen aber nun noch die schier unübersehbar gewordenen Bilanzschfvierigkeiten in dieser Industrie in der ganzen, Welt, mit Ausnahme von Japan und England., Es sind heute? rund neun Zehntel der. BoumKollindustrien. außerhalb. dies« Länder und einschließlich jener in den Bereinigten Staaten von Nordamerika nicht mehr in der Lage, eine Erfolgsrechnung aufzustellen, ohne völlig.passiv zu,sein." Di« Aussichten der Baumwollindustrie skizziert er wie folgt:„In den mitteleuropäischen Ländern wird aller Wahrscheinlichkeit.nach nur ein Drittel der Kapazitäten von 1926 lebensfähig b l e i b e n. In England rechnet man heute mit einer Restquote von 26 Millionen Spindeln auf nach dem Kriege vorhandenen 58 Millionen..In. Frankreich wird mit etwa 60 Prozent bestandfähiger Spindeln gerechnet. In Belgien liegen die Pinge fast gleichartig. Ebenso vielleicht auch in Holland. Schlimmer liegen sie aber in Italien, wo die verschiedensten Cottonifices sehr krank sind, auch wenn die Zeitungen rm Reiche des Duce darüber nichts schreiben dürfen.und am schwersten ist und bleibt die. Problemstellung im mittleren Europa von Deutschland bis nach Oesterreich und Polen. Da dürfte aber nach aller, auch noch so wohlwollender Voraussicht,^ vorläufig nichts z« kurieren sein." Siliester bei Steindergerr. Steinbergers hatten vor nicht allzu langer Zeit geheiratet. Bereits wenige Tage später wurden die ersten Besuche gemacht: beim Kollegen Napfschleif von der Makulaturabtcilung, bei Obersekretär Steguwcit und Lehrer Grünfetzen. Die Gegenbesuche wurden nun am Silvesterabend bei Stembergers erwartet. Frau Steinberger— übrigen- hieß sie Bärbel, und da mir der Name gefallt, will ich jetzt auch immer.? r. also Frau Bärbel hatte schon leise bereut, die Sache mit den Bekanntschaften angezettelt zu haben» denn bei NapfschleifS hatte man drei Stunden lang g«äi>nk; Herr Steguwcit zeigte vier Postkartenalben und erklärte nahezu jedes Bild, und Lehrer Grünfctzen spielte auf einer Hausorgcl, bei der die Bälge quietschen, ein ganzes ChoräÄuch durch.... damit nicht so viel gegessen würde, wie Herr, Steinberger behauptete. Als Frau- Bärbel ihren Mann beauftragte, für den Silvesterabend Steinberger— Napfschleif— Steguwcit— Grünsetzen eine Bowle zu brauen, verschwieg er seine völlige Unkenntnis auf dem Gebiete des Brauens im allgemeinen und des Bowlenbrauens im speziellen, denn ein Bürgersmann, der keine Bowle brauen kann, wird' nicht für voll angesehen, solange andere Männer dieses Problem lösen. Also erklärte Herr Steinberger, eine Bowle zu bereiten, von der seine Gäste noch lange nach dem letzten Schluck erzählen würden. Frau Bärbel verriet beim Fleischer' an Frau Steauwrit das Geheimnis von der wunderbaren Silvesterbowle, die der ehreiuverte» Gäste harrte. Steinberger verbrachte eine schlaflose Nacht. Fragen mochte er nicht; irgendwie erfährt es eine Frau doch wieder. In der zweiten Nacht kam er auf einen glülichen Gedanken: das Kochbuch. Frau Bärbel pflegte eS in der Küche just über dem Behälter„Zwiebeln" auf dem Sims aufzubewahren. Steinberger schlich sich in die Küche — zur Geisterstunde— eine Hundekälte übrigens. Er stieß mit den Zehen zweimal an je eine Schwelle und fluchte zischend. Durch diese Zwischenfälle zerbrach seine Aufmerksamkeit und dadurch auch ein Glas, das er in der Dunkelheit umstieß. Frau Bärbel erwachte... erschien ebenfalls in der Küche. Er log: es sei ihm nicht Wohl— und trank unter Frau Bärbels mitleidigen Blicken zwei Gläser eiskalten Leitungswassers. Ten Rest der Nacht hustete er sich, so gut es ging, durch, um am nächsten Mittag vier Liter„Krätzeberger Rachenputzer", letzter Jahrgang, mitzubringen. Dann schnitt er Aepfel in den Wein, weil Apfelsinen zur Zeit noch zu sauer erschienen. Er kostete: Apfelbowle... mal was anderes.'Da er vergessen hatte, die Kerne herauszuschlälen, fischte er die Apfelstückchen wieder heraus und entdeckte, daß auch die Schalen noch anhafleten. Das brachte ihn auf den Gedanken, es mit gedörrten Aprikosen zu versuchen. Diese edlen Früchte lagen dann zwei Stunden im„Krätzeberger Rachenputzer", ohne daß sie weich wurden. Fran Bärbel wurde mißtrauisch: ob er denn was davon verstünde; es käme ihr fast so vor, wie wenn... doch ihr Gatte lächelte nur überlegen. Eine Stunde später lagen in der Bowlenterrine außer den bereits erwähnten Gewächsen: Zitronenschalen, AnanaSstücke und Apselsinen- i scheiben. Steinberger erklärte, eS handle sich im vorliegenden Falle um eine sogenannte Fünf- s frucht-Bowl«, die besonders zu Silvesterfeiern in seiner Heimat bevorzugt Würde. Frau Bärbel kostete. Eine Minute später bekam sie Sodbrennen, Herr Steinberger warf, um die Gäste vor ähnlichen Unannehmlichkeiten zu schützen, einen Eßlöffel doppelkohlensaures Natron in das Gebräu, rührte kräftig um und gab ein wenig geriebene Muskatnuß nach. Er kostete wieder und meinte, dieses Rezept bekäme so leicht keiner heraus. Chemiker hätten sich darum bemüht, doch vergebens. Es sei Geheimnis einiger alteingesessener Leute in seiner Heimat. Darauchin kostete Frau Bärbel wieder und— spie(in Worten: spie) die seltsame Flüssigkeit sofort aus. „WaS hast du denn? An den Geschmack muß man sich erst gewöhnen," flötete er. Das Flören war falsch; hatte er gelacht, so wäre ihm vielleicht geglaubt worden. So aber spürte Frau Bärbet mit- jähem Instinkt die abgrundtiefe Lüge.„Adolf, das ist gemein, solche Schwindelei! Du kannst überhaupt keine... deine Bowle ist Dreck(sie sagt« tassächlich Dreck, aber da- hörte sich gar nicht so häßlich an, denn schon bei„keine..." kamen ihr die Tränen und da klang eS dann viel weichex). Adolf wollte etwas entgegnen, aber Frau Bärbel rechnete bereits: ,„... vier Flaschen „Krätzeberger", die Apfelsinen, Zitronen, Aprikosen, AnanaS..." Es läutete. Die Gäste erschienen. Adolf muhte öffnen, denn Frau Bärbels Tränen.,. na, ja; jedenfalls erschien sie erst später. Herrn Steinberger kam plötzlich der rettende Gedanke: Zucker fehlste der Bowle; das war alles! Er trällerte und sprang durch die Küche, erwischte auch die Büchse mit den rettenden Weißen Körnchen und schüttete, eifrig rührend, die Hälfte des Inhalts hinein. Einige fielen daneben. Er tupfte sie mit nassem Zeigefmger auf, übernahm sie mit naschender Zunge und.. spuckte, wie vor einigen Minuten es seine Frau getan hatte. Dann drehte er die Büchse um und las in schöner Rustika-Schrift:„Soda." Im gleichen Augenblick bat Frau Bärbel aus dem anderen Zimmer:„Adolf, bring doch die Bowle!" Und nun freuen Sie sich schon, verehrter Mitbürger, auf das, was jetzt die Gäste... und so weiter. Falsch gedacht! Sie haben das Schicksal nicht mit hineinaezogen in ihr Exempel. Wenn nämlich daS Schicksal jemanden ein« satanisch« Bowle brauen läßt, so ist es gütig genug, eS nicht zuzulassen, daß sie getrunken wird. So auch hier. Wie Sie sich erinnern,.hatte Frau Bärbel bei der Kostprobe den Schluck Bowle anderswo untcrgebracht als jenseits der Zunge. Bei diesem Vorgang war ein Stück Zitronenschale auf die Türschwclle gehopst, über die jetzt— sehen Sie ihn?!— Herr Aoolf Steinberger leichenblaß mit der todbringenden Bowlenterrine schreitet,... schwankt... fällt.— Die Terrine löst« sich in ihre Urbestandteile auf. Die Gäste jedoch verstanden eS nicht, wieso Herr und Frau Steinberger über das stimmungsraubende Unglück sich noch freuen konnten. In einer jungen Ehe ist eben alles möglich, meinten sie und grnge« frühzeitig nach Hause. Seit dieser Zeit hat Herr Steinberger das Wort„Bowle" nicht mehr ausgesprochen. Und Frau Bärbel hat sich nie wieder nach gesellschaftlichem Verkehr gesehnt. O. F. Heinrich. Nr. 303. Seite 6 Donnerstag, 31. Dezember 1931. PRAGER ZEITUNG. Ein neues Zonfilmatelier in Prag. Die Diskussionen der letzten Monate über die[ Tonfilm nach den Arben der Produktion nicht Möglichkeiten des tschechischen Tonfilms haben bei ertragen ionnte. Bisher wurde das neue nterder Produktion Widerhall gefunden; man hat auf nehmen mit 19 Millionen K veranschlagt und wenn die technischen Schwierigkeiten hingewiesen, in den auch der ganze Bauaufwand bisher noch niet gedeckt unzulänglichen Ateliers der A- B- Film- Akt.- Ges. ist, so wird an dem Projekt doch weiter gearbeitet, weiter zu arbeiten, und es hat sich darum in den weil die Cadt Prag im bisherigen Atelier aus legten Monaten ein Konsortium unter der Führung Sicherheitsgründen die Arbeit nur bis 1. Juli 1932 der A- B- Film- A.- G. gebildet, das die nötigen Rapi- provisorisch bewilligt hat. talien aufbringen will, um der tschechoslowakischen Produktion vor allem technisch einwandfreie und moderne Ateliers zu erbauen. Die Projekte, die fürzlich der Oeffentlichkeit mitgeteilt wurden, ent behren nicht einer anzuerkennenden Großzügigkeit, die möglicherweise Erfolg haben dürfte. 1931 1937 PALABA PS PS Ein glückliches Neues Jahr Allen, die sie verkaufen Allen, die sie kaufen- und Allen, denen sie gute Dienste zu leisten bereit ist. So wie die PALABA die finsterste Nacht mit hellem Licht erfüllt, soll das Neue Jahr nur helle Freude in Ihr Leben bringen. 392 Literatur. Die Produzenten begründen ihren großzügigen Plan vor allem damit, daß eine Förderung des tschechischen Tonfilms schon deshalb notwendig sci, Broduktionsgesellschaften bezahlt werden, die der weil jährlich viele Millionen an die ausländischen Auf einer Fläche von 50.000 Quadratmeter soll einheimischen Wirtschaft verloren gehen. Besonders ein Filmterritorium erbaut werden, das nicht nur interessant ist auch, daß die neue Gesellichoj: de die notwendigen Ateliers mit den Laboratorien, son Berleiher ausschalten will und eine eigene Verleis dern auch die Flächen umfassen wird, die zum Aufrufen wird, um auch auf diese Weise die Kosten abteilung unter Leitung eines Fachmanns ins Leben bau von Erterrieurs notwendig sind. Nach den Plänen der Architekten Mag Urban und Wilhelm des tschechischen Tonfilms auf ein Minimum jerabRittershain sollen zwei Ateliergebäude errichtet zusetzen und daß ein eigener Produktionsrat ins werden, in denen zwei Regisseurgruppen vollkommen bei Fixierung des Programms befragt werden fol. Leben gerufen werden soll, der von der Produktion voneinander unabhängig werden produzieren können; ueber die Art dieses Beirats ist noch nichts verit Kantinen für die Mitwirkenden und das technische bart worden, man hat angekündigt, daß dabei cuf Personal, ein Hotel für die Schauspieler werden die Weisungen des Schulministeriums Rüfirbt ten gelten Deutschland und Desterreich. Ueber vor-] den einen Flügel bilden, den andern Flügel sollen zügliche Spielstärke verfügen auch der Aussiger Verdie Verwaltungsgebäude, ein Kinosaal für 300 Per- genommen werden wird. sonen und ein Synchronisierungsgebäude abschließen. dugu diejen großzügigen Plänen, die besonders' n band, Ungarn und Palästina, denen sich Polen, Eng „ Das Eismeer". Ein Roman aus der Artti.. Ein Maschinenhaus mit Transformatorenstation soll technischer Beziehung begrüßenswert sind, wäre ver land und Finnland anschließen. Das Fußballpro Bon Bawel G. Nisowoj. 3 RM., Leinen RM. 4.80. eine vollkommen von äußeren Störungen unabhän allem darauf hinzuweisen, daß nicht allein der gramm der SASI. hat durch die gastfreundschaft Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart. Ter gige Arbeit ermöglichen. Die Laboratorien und technische Fortschritt, sondern vielmehr die idep- liche Mitwirkung des mit der SASI. sympathisie neue Roman„ Das Eismeer" vermittelt das Schafe Verwaltungsgebäude sollen schon im april 1932 logische Erneuerung dem tschechischen Film renden norwegischen Arbeitersportbundes eine an- fen eines in Deutschland noch wenig bekannten, inon betriebsfähig werden und sind auf eine Kapazitat helfen kann, der bis jetzt fast immer versagt hat; genehme Bereicherung erfahren. Den norwegischen Rußland bereits sehr geschätzten Schriftstellers. Zumd bon 500.000 Meter pro Monat eingestellt; die darum wird es am wichtigsten sein, den Produktions- Fußballspielern, die auch am 2. Arbeiter- Olympia ersten Male ist hier die Welt des östlichen Nordens, Ateliers selbst sollen im Laufe des Monats Juli beirat wirklich ernstlich und objektiv zu organisieren in Wien teilnahmen und Trostründensieger wurden, das Gebiet der fernen Murman- Küste zum Schaubetriebsfähig werden. Man rechnet vor allemt und dabei zu bedenken, daß die rein faufmännische fann das beste Urteil ausgesprochen werden. plak, zum Gegenstand eines großangelegten Rodamit, daß die moderne Anlage der Laboratorien Führung der bisherigen Produktion ideell und auch manes gemacht. Die arktische Landschaft, der grauenesd eine Ertragfähigkeit des Unternehmens garantieren finanziell vollkommen enttäuschte. Die Ausschaltung volle Bolarwinter, der flüchtige Frühling, die Sport im fafciftischen Staat. wird, weil die Produktion dadurch auf eine viel des berteuernden Zwischenhandels wird nur dann unermeßliche Dede und Einsamkeit von Meer und rationellere Basis gestellt ist und die Kosten merklich zu begrüßen sein, wenn die so ersparten Summen Die bürgerliche Mitteldeutsche Sportzeitung" Land werden lebendig. Auf diesem Boden steht ein herabgesetzt werden können. Bisher tojiet celannt einerseits in der Qualität, andererseits in der chrieb vor einigen Wochen in ihren Betrachtungen Menschenpaar in hartem Alltagslampf um Leben lich ein Aufnahmetag in unzureichenden Ateliers Preispolitik der Kinos zum Ausdruck kommen. über die Sportverbände in Italien: und Nahrung, um Haus und Kinder in zähem rind 50.000 K, eine Summe, die der tschechise Dem italienischen Fascismus, der alle Jugend- Liebesringen zwischen der ursprünglichen Straftnatur bewegungen a priori bekämpfen muß, die sich sei- des Mannes und der zarteren, den Forderungen nem Bugriff, feiner Kontrolle entziehen, und der ihres Daseins seelisch kaum gewachsenen Frau. Gevon Verdi( 66- II). Sonntag, halb 3 Uhr:„ Die deshalb heute den katholischen Jugendbünden den rade in der Schilderung und Durchführung dieses Dubarry"; abends 8 Uhr: Frauen haben Fehdehandschuh hinwirft, kind die Sportverbände Konflikts liegt ein wesentlicher Reiz des Buches, das gern"( 67- III). Montag, halb 8 Uhr: jeines Landes zu rein politischen Faktoren gewor- jeine schöne Natürlichkeit, seine gesunde, flare Gastspiel Emil Jannings mit dem Ensemble„ Der Troubadour", Oper von Verdi( 68- IV). den, mit denen man dem Auslande gegenüber ita- Menschlichkeit. des Deutschen Volkstheaters, Wien. Freitag, den Spielplan ber Kleinen Bühne. Heute Don- lienisches Prestige genau so wahren fann, wie mit. ,, Wehrlos hinter der Front, Leiden der Völker 8. Jänner, absolviert der bekannte Filmstar Emil nerstag, halb 7 Uhr: Der Gerichtsvollzie- dem Flug eines ganzen Geschwaders nach Süd- im Krieg". 144 Bilddokumente. Preis: RM. 2.83. Jannings ein einmaliges Gastspiel als uhr- her", Komödie von Harwood( Ab.); Nachtvorstel- amerita, einem Ministerbesuch oder einer Gastspiel- Societäts- Verlag, Frankfurt a. M., 1931. An Tage mann Henschel" in Gerhart Hauptmanns lung, 10.15 Uhr, Erstaufführung: tüm mere reife des Mailänder Scala Ensembles. th eines Kriegsausbruches ist das Leben der vom Kriege gleichnamigen Schauspiel. Der Kartenvorverkauf dich um Amelie". Freitag, 3 Uhr: Infür dieses Gastspiel findet für Abonnenten Freitag, ti mitäten"( Ab.); abends halb 8 Uhr: zeit gelweigert, dem Fascio zu folgen und ihren denen sich das normale Arbeitsleben der Bevölkerung Sätten sich die italienischen Sportführer seiner- betroffenen Völker bis in das entfernteste Torf hinein mit einem Schlage geändert. Alle Gejezze, unter den 1., und Samstag, den 2. Jänner, statt. Allge welenraub in der Kärntnerstraße". Sport zu verkaufen( jawohl zu verkaufen!"), hätte vollzieht, sind gewissermaßen außer Kraft gesezt. Je meiner Vorverkauf ab Sonntag, den 3. Jänner. Samstag, halb 8 Uhr: Kümmere dich um der Duce sofort die pazifistische" Sportbewegung nach der Lage auf und zu den Kriegsschauplägen ( Abonn. aufgehoben.) Sonntag, 3 Uhr:„ Nina"; abends aufs schärfste bekämpft und eine rein fascistische drückt sich dieser Zwang verschieden start aus; zu Heute, 10.15 Uhr, in der Kleinen Bühne, Sil- halb 8 Uhr: Juwelenraub in der Kärnt- Organisation an ihre Stelle gesetzt, oder aber ihre spüren ist er überall und umso vernichtender, je bester- Nachtvorstellung( Erstaufführung): Rimmere ner straße". Montag, 8 Uhr: opf oder Führer als Verräter an der Nation gebrandmarkt länger der Krieg dauert. Es gibt dann leine Sumadich um Amelie", Schwant mit Musik von Georges Schrift".( Ab.) und entsprechend abgeurteilt." Feydeau, Gesangsterte von Hans Regina Nad, Musit von Bernard Grün. Regie: Mag Liebl. In dieser Vorstellung wird das Tänzerpaar Sonia Polakova und Victor Serof vom Lido de Paris einmalig in einer großen Tanzeinlage auftreten. Erste Wiederholung Samstag, 7.30 Uhr. Kunst und Wissen „ Kopf oder Schrift", Lustspiel von Verneuil, mit Eva Sommer a. G. a. A. in der Rolle der„ Maica" am Montag, 8 Uhr, in der Kleinen Bühne.( Ab.) Amelie". W. Lg. Sport- Spiel- Körperpflege für * Das Fußballspiel in der SASI. Nach den letzten Erhebungen des Fachausschusses Reford- Stißprünge gab es bei einem Stispringen in St. Moris. Der Einheimische Chiogna be legte den ersten Plas mit drei Sprüngen von 68.5, 69 und 67 Meter Weite. Fußball der Sozialistischen Arbeiter Sport- 191 Aus der Partei gang den Schauplak wechseln, sie springen von Polen Jugendbewegung. nität mehr, durch die die brutale Tatsache Strieg" aus der Welt zu schaffen ist. Diese Leiden, denen unschuldige Menschen in allen Ländern ausgefest waren, lassen sich nur andeutungsweise in Einzelfchicfalen darstellen. Keine Phantasie vermag ihnen allen gerecht zu werden. Die photographischen Bilddokumente, die zufällig aus der Kriegszeit erhalten sind, wirken unmittelbar. Sie können ohne UeberInternationale wird das Fußballspiel in 16 Lannach Frankreich, von den bejezten Gebieten in Bel- bl Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. desverbänden gepflegt, und zwar in Belgien, Tänegien und später an der Ruhr in die deutschen und Seute Donnerstag, halb 7 Uhr: Die Dumert, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, französischen Binnenstädte, von den Dörfern hinter barry"( Seriensprung 65-1); Nachtvorstellung, Lettland, Niederlande, Desterreich, Palästina, Bolen, Sozialistische Jugend, Gruppe I. Heute der Front aufs offene Meer, und werden überall 10.15 Uhr, Erstaufführung:„ 3ur goldnen Schweiz, im Aufsiger Arbeiter- Turn- und Sport- abend Silvester Unterhaltung in unse- verstanden. Sie lassen uns in die Gesichter der be Liebe", Operette von Benazly( Ab. aufgehoben). verband, in Ungarn und im Nordamerikanischen rem Gruppenheim am Fügnerplay. Beginn 8 Uhr. stürzten Flüchtlinge und Heimatlosen schauen und sc Freitag, halb 3 Uhr:" Im weißen Röß!" Arbeiter- Turn- und Sportbund. Der deutsche Ar- Wir bringen die Musikinstrumente mit. Wer hilft bergegenwärtigen ohne viel Worte, was der Verlust Singspiel von Müller- Benayky; abends halb 8 Uhr: better- Turn- und Sportbund nimmt unter ihnen der Heimat und jeder Habe bedeutet. Sie zeigen 3ur goldnen Liebe"( 64- IV). Samstag, mit 140.000 Fußballspielern den ersten Platz ein. mit, das Programm auszugestalten? Zutritt haben Brand, Hungersnot, Fliegergefahr, zertrümmerte 7 Uhr, Gastspiel Kerstin Thorborg:" Aida", Oper als die Verbände mit den spielstärksten Mannschaf- Inur S. J.- Mitglieder und eingeführte Gäste. Behausungen und Kirchen. Sie machen flar, was ein Leben ohne geregelte Schule und in steter Gegichtgeplagten und darum stets verdrossenen fahr, eine Unterkunft in Eisenbahnwagen, Kellern Ich führte das Hundejüngferchen( ach, ich und Sundehütten auf sich hat. Arme zerlumpte und Schneiderjakob mit, der seinerseits froh gewesen ahnte ja nicht, daß es damit jest vorbei sei) an vergrämte Menschen begegnen uns auf den Straßen. Iduna war die Forhündin des Pfarrers. fein mag, einmal das Reich der heiligen Jouna seinem nicht mehr ganz so weißen Leinchen ins Bertrüppelte fristen ihr Leben. Hunderte warten Um nicht den verrohenden Einflüssen der Straße betreten zu dürfen. Ich ließ den fremden Sund Pfarrhaus und gab dem Epiz mit einem Husch refigniert auf die Zuteilung von Lebensmitteln. ausgesezt zu sein, wurde sie von der Köchin stets aber nicht ins Haus hinein, sondern band ihn zu verstehen, daß er jetzt gehen könne. Eine ungeheure Verwahrlosung greift um sich. Sun an einem weißen Leinchen in den Garten ge- mit einer Kordel ans Gartenfor. Zuerst wollte Nach einigen Wochen hieß es im Dorfe, die derivierundvierzig Photos faffen in einem schmalen führt, wenn ihre sonst entsagende Natur notvoll das Sterlchen sich loszausen. Als ich jedoch in Pfarrersföchin habe eine Erscheinung gehabt. Band all diesen Jammer zusammen; sie erzählen bazu drängte. Im übrigen hatte sie nie das Gesellschaft der Iduna wieder herauskam, webelte Wenigstens sagte es mir mit diesem Ausdrud Tragödien, die feine Worte unseren Stindern so jungfräuliche Zimmer der Kathrin verlassen und es freudig mit seiner Haarquaste und beleckte meine Mutter. Mein Freund hatte außerdem greifbar zu machen vermögen; sie sind eine Warbeshalb allen weltlichen Versuchungen zu wider sein Schnäuzchen, als brächte ich ihm einen im Laden seines Vaters gehört, des Pfarrers nung, die uns alle angeht. Es bedurfte feiner Tenstehen vermocht. Nichtsdestoweniger regten sich Honigtopf. Kathrin sei fest davon überzeugt, daß mit ihrer denz und keiner Greuel, um das wahre Antlitz des manchmal ungestüm erbsündige Triebe in ihr, Mir selber wurde nicht wenig füßleckerig zu- Jduna ein Wunder geschehen sein müsse. Schon Krieges zu zeigen. Diese Bilder sind ohne Bose, sien mit denen sie huurrend und jaunernd stritt, bis mute, und zwar wegen der feinen Mirabellen, lange jei ihr Ränzlein ungewähnlich did ange- sprechen eine erschütternde Sprache, fie flagen fein die von zwei schwanken Bäumchen lodten. Ich schwollen und jetzt habe der hohe Herr selber einzelnes Volt, sie flagen den Krieg selbst an. band also auch meinen Pflegebefohlenen an das festgestellt, daß sich darin etwas Lebendiges Gartentor und verließ mich darauf, daß wenig rege. stens eine der beiden Hundeseelen aus Dankbarfeit anschlüge, wenn für mich auf den wirabellenbäumchen Gefahr im Verzuge sei. Iduna, sie überwunden waren. Eine solche Zeit der Anfechtung war ihr auch gerade beschieden, als der Pfarrer mir eines Tages auftrug, für ihn beim Bauern die Milch zu holen, da die Köchin verreist sei und vor Abend nicht wiederfäme. Er selber hatte Besuch von einem Konfrater, mit dem er sich eine ziemliche Weile auch im Pastoratskeller unterhielt, was verständlich war, denn dieser Steller genoß in Weinkennerfreisen einen beredten Ruhm. Als ich mit dem Milchtopf fortging, rief der Pfarrer mir an der Haustür noch nach: Und dann fannst du mal das Hündchen an der Leine nehmen und in den Garten führen." Tatsächlich lagen auch eines Morgens jünf blindäugige Tierchen im Strumpfforb, die das ganze Dorf sich besehen kam, weil jeder glaubte, Es dauerte aber fast eine halbe Stunde, in fie müßten wohl Heiligenscheine um die Köpfe der ich mich hinreichend an den köstlichen Früch- haben. Wir selber schwante ihre Frdischkeit, als ten gelabt hatte, da meinte ich, wenn auch fein fie anfingen, dem Spitz des Schneiderjakob ähn Bellen so doch ein furzes, halb wimmerndes, lich zu werden; aber ich verriet feinem etwas halb freudiges Aufjauchzen zu hören, so daß ich von meinem rationalistischen Wissen, weil mich dachte: Da ist der Pfarrer am Tor. ja die ideelle Mutterschaft ein wenig drückte. Und Das war nun freilich nicht der Fall, son- daß der Pfarrer schwieg, geschah vielleicht in der dern der Spitz hatte sich nur losgerissen und Erinnerung an die Kellerfreuden, die er gemeinWeil ich mir nun vorstellen konnte, wie schön stand mit aufgesperrtem, hachendem Schnäuzchen fam mit seinem Konfrater genossen hatte. Man es auch für einen Hund sei, zu zweien anstatt und heraushängender Zunge vor der Jduna, die muß auch den lieben Tieren schon mal ein Verallein durch den sommerlichen Garten zu sprin- felber mich so angstvoll anblidte, als hätte sie gnügen gönnen. gen, so loďte ich auf der Straße den Spiz des weit mehr als Honig genascht. O Richard Wenz. Kuckuck Kuckuck ist die schönste illustrierte Wochenschrift Überall erhältlich! S beftebatter: Wilhelm tegnet. Berantwortlicher Redakteur: Dz. Emil Strau 3. Brag. Drud: Rota... für Zeitung and Budbrud, Brag. Für den Drud verantwortlich: Otts Bolil, zag. Die Beitungsmartenfrantatuz wurde von der Bot. a. Telegraphenbirektion mit Ezias Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Bezugsbedingungen: Bei Zuftellung ins Haus oder bei Bezug burch die Bot monatlich Ke 16.-, bierzeljährlich Ke 8, balbjabrio Kä 96. eangjährig Kö 192,- Juferate werden laut Zarif billight berechnet, Bei älteren Einidhaltungen Breisnachlag. 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