Ginzelpreis 70 Seller. Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tſchechoſlowakischen Republik 12 Jahrgang. Berliner Neunzimmer- Wohnung als Absteigequartier für Hitler! Berlin, 18. Jänner. Im Auftrage HitTers hat dessen Adjutant Goehring in Berlin am Kaiserdamm 34 eine NeunzimmerWohnung gemietet. Die Wohnung soll Herrn Hitler, wie es heißt, bei seinem Aufenthalt in Berlin als Absteigequartier dienen. Unter einer großen Zimmerflucht macht es blefer ,, Arbeiterführer" bekanntlich nie! genommen. Der„ Bürgerkriegsplan der Sozialdemokraten" als plumper Schwindel entlarvt. Wien, 18. Jänner.( Eigenbericht.) Das christlichsoziale Montagsblatt" hatte heute einen angeblichen Bürgerkriegsplan der Sozialdemofraten veröffentlicht, der bei der Haussuchung in Ottakring aufgefunden worden sein soll und der angeblich einen bis in die kleinsten Einzelheiten ausgearbeiteten Plan für ein bewaffnetes Vorgehen der sozialdemokratischen Parteigruppen im innerpolitischen Ernstfalle sowie Befehle für die Besetzung öffentlicher Gebäude, für die Verhoftuna politischer Gegner, für die Angriffsweise der Sturmabteilungen, für die Errichtung von Barrikaden, für die Organisierung eines diftatorischen Sicherheitsdienstes ufw. enthalte. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion und Verwaltung: Prag I., Netázania 18. Telephon: 26795, 31469. ( atredaktion): 26797 Bonfoedamt: 57544 Dienstag, 19. Jänner 1932 Was tostet die Krise? Bis Ende 1931 Verlust der Weltwirtschaft: etwa 1200 Milliarden Kč. 1 Bis Ende 1930 ergibt sich also allein in der deutschen Wirtschaft ein Gesamtverlust bon 23 bis 25 Milliarden Goldmark. Im ganzen hat also die Weltwirtschaft bis Ende des Jahres 1931 einen Verlust von hundertfünfzig bis hundertsechzig Milliarden Goldmark erlitten Nr. 16. Das Christentum der Rothschild- Sozialen Berlängerung des Hoovermoratoriums um sechs Monate Stintbomben? Nun, es iſt in wenigen Wordie einzige Aufgabe von Lausanne? Wladimir Woytinsky hat in seinem soeben erschienenen Buch Internationale Daß die christlichsoziale Partei Sebung der Preise als Ausweg aus der Krise" ( in der Schriftenreihe der Frankfurter Gesell Dabei ist diese Rechnung noch sehr vorsichtig: dem sie seinerzeit als eine antikapitalistische in allen Gebieten des alten Desterreich, in schaft für Konjunkturforschung, Verlag Buste, nach Berechnungen des Deutschen Konjunktur Leipzig) zu berechnen versucht, was die Welt forschungsinstituts ist der Verlust noch größer. Partei des kleinen Mannes entstanden ist, trise der Menschheit kostet. Woytinsky geht von Wie groß ist nun der Krisenverlust der also im neuen Deutschösterreich wie bei uns, Deutschland aus: in den anderthalb Jahren, Welt? In Deutschland sind etwa ein Fünftel zur Schüterin des Großkapitals bom September 1929 bis März 1931, haben bis ein Viertel der Arbeitslosen der ganzen geworden ist, braucht kaum noch belegt zu wer Hender on wieder hergestellt. den deutschen Arbeitsmarkt etwa 1.6 Millionen Welt. Ueberträgt man also die Ergebnisse der den. Die verwichenen zehn Jahre haben ja London, 18. Jänner. Der zum Vorsitzenden Arbeitslose belastet, deren Arbeitslosigkeit nicht Rechnung Woytinskys auf die Weltwirtschaft, so nicht nur die österreichischen Christlichsoziader Abrüstungskonferenz gewählte frühere britische auf Saisonschwankungen, sondern nur auf die kommt man zu dem erschreckenden Ergebnis, len im engen Bunde mit dem InduſtriellenAußenminister Arthur Henderson, dessen Ge- ungünstige wirtschaftliche Lage zurückzuführen daß allein die Erzeugung in der ganzen sundheitszustand in den letzten Wochen zu Besorg var. Su ihnen kommen noch die Kurzarbeiter, bis Ende 1931 einen Ausfall von 120 bis 130 und dem Bankenverband, mit Heimwehren nissen Anlaß gab, hat sich gut erholt und heute so daß mit dem Ausfall der Arbeit von etwa Milliarden Goldmark erlitten hat. Aber damit und anderen Fascisten gezeigt, sondern auch seine Tätigkeit am Sitz der Arbeiterpartei, deren zwei Millionen Arbeitskräften gerechnet werden noch nicht genug! Zu den Produktionsverlusten unsere Christlichsozialen im Bürgerblock, der außerparlamentarischer Führer er ist, wieder auf- muß. Was ein Arbeiter im Jahr produziert, fommen die Verluste, die infolge der Schrump den Kapitalisten die Steuer- und Verwalist nach Wohtinskys Schäzung etwa viertausend fung des Handelsapparates und der dadurch tungsreform gebracht hat. Daß sie trotz Krise Mart das Doppelte seines Lohnes wert. hervorgerufenen Einschränkung des Verkehrsund Auflösung des Kapitalismus treu zu dieIn den achtzehn Krisenmonaten bis März 1931 entstanden sind. Diese Unkosten der Produktion sem einst bekämpften System stehen, haben die hat Deutschland etwa 12 bis 12.6 Milliarden betragen in der Regel ein Viertel der Erösterreichischen Christlichsozialen erst füngst ſem einſt bekämpften System stehen, haben die Goldmark verloren: das Sozialprodukt, die zeugungswerte. wieder erwiesen und zwar an einem so draSumme der in der deutschen Volkswirtschaft erzeugten Güter, war um diese Riesensumme stischen Beispiel, daß eine gründlichere Begeringer. Aber das ist der Verlust nur bis zum trachtung dieser Art Christentum nottut. März. In den drei Vierteljahren, die seither Am Freitag haben die christlichsoVertreter im vergangen sind, ist der Verlust noch größer eine unvorstellbar große Summe, um die die zialen Wiener geworden: er dürfte nach Woytinstys Schätzung Menschheit ärmer geworden ist: ärmer an Landtag einen Exodus veranstaltet, wobei 1.2 bis 1.4 Milliarden Goldmark im Monat Gütern, mit denen die Hungernden gesättigt, die sie als Dokumente ihrer Geistigkeit Stintbetragen. Frierenden bekleidet werden könnten. bomben zurückließen. Was hatte die frommen Bürger so außer Nand und Band gebracht, was und wen verteidigten sie mit ihren ten gesagt: die reichsten Leute von Wien. Sie verteidigten sie gegen den sozialdemokratischen Paris, 17. Jänner. Die Stellungnahme| dauern. Die Delegierten würden sich damit be- Anschlag" einer Wohnbaufteuererhöhung. Die Gemeinde Wien baut seit fast einem der französischen Regierung mit Bezug auf die gnügen, die vorbereitenden Arbeiten der Sachvers Reparationen und die Einberufung der Repara- ständigen vom Juli 1931 zur Kenntnis zu neh- Jahrzehnt, seit sie unter sozialdemokratischer tionskonferenz wird erst Dienstag, dem Tage der men und eine Besprechung für dieses Jahr zu Verwaltung steht, Wohnungen. Anfänglich Regierungserklärung im Parlament, offiziell ver- verabreden. Gleichzeitig würde man in einer baute sie 5000 Wohnungen jährlich, dann steigemeinsamen Note an die amerikanische Regie- gerte sie die Zahl der jährlich errichteten Wohlantbart werden. Der deutsche Botschafter von Hoesch hatte rung eine weitere Verlängerung des nungen auf 6000. Insgesamt hat Wien beheute erneut eine Unterhaltung mit Minister- Hoover Moratoriums um fereits an 50.000 Wohnungen errichtet. Um Monate vorschlagen, so daß also die zweite präsident Laval, die der Vorbereitung der Reparationskonferenz nach den Wahlen in Frank- diese Wohnungen, die mit den modernsten hygienischen Einrichtungen versehen sind, zu reich und in Preußen stattfinden würde. Lausanner Konferenz diente. Die Frage einer Verschiebung der Konferenz London, 18. Jänner. Unterrichtete Kreise einem wohlfeilen Preise abzugeben( es foftete von Lausanne wird von der Presse weiter erör- find nach wie vor skeptisch, ob die Lausanner der Mietzins für eine Gemeindewohnung untert. Journal" erklärt, es habe aus offiziöser Konferenz zu den festgesetzten Termin stattfinden gefähr soviel als bei uns die nicht erhöhte Quelle erfahren, daß Frankreich eine Verschie- wird. Es heißt, daß England bestrebt sein wird, Friedensmiete für eine alte Wohnung beträgt), bung der Konferenz um fünf oder sechs Monate auf der Konferenz eine bedingungslose se ch sum von den Mietern nicht mehr als den Invorgeschlagen habe. Das Blatt behauptet, Deutsch- monatige Verlängerung des Striegs- standhaltungszins fordern zu müssen, hat die land, Italien und England erwägten eine Verschuldenmoratorium 8 durchzuseßen, um Gemeinde diese Wohnungen zum größten Teil ständigung auf der Grundlage dieses Vorschlages, so wenigstens einige der akutesten Schwierigkeiten fügt aber hinzu, bringe der englisch- italienische zu beheben. Man hofft, Frankreich werde sich in nicht mit geborgtem Geld, sondern aus den Borschlag, die Konferenz doch zum festgefeßten den nächsten Tagen dazu bereit erklären, eine Einnahmen einer besonderen WohnZeitpunkt abzuhalten durch, dann würden die Be- solche Regelung anzunehmen. Paris hat sich in- ba u steuer errichtet. Nun hat der Bürgerblock vor Jahr und Tag der Gemeinde Wien ratungen nicht länger als vier oder fünf Tage deffen bis jeßt noch nicht geäußert. einen Großteil ihrer Einnahmen weggenont Schließlich verlangt die Arbeiter- Zeitung", daß die Regierung endlich die Geheim= flotte, die gleichfalls nicht verheimlicht wird, ob- men. Das Land Wien mußte die unter der geschichte der Waffensuche mitteile, zwar dies durch Art. 123 des Trianoner Bertra- eritalen Mißwirtschaft leidenden, zum Teil die Heimwehren finanzierenden Bundesländer und stellt die Frage, ob es wahr sei, daß die ges ausdrücklich untersagt ist. Wiener Polizeidirektion und ihr Vizepräsident 300.000 Mann sofort mobilisierbar? Im Falle der Mobilisierung schließt Se- subventionieren. Zudem trifft natürlich die folche Attionen auf eigene Faust unternehmen und Weisungen der Regierung nicht be Paris, 17. Jänner. Senator General Bour- nator Bourgois, fönnte Ungarn mindestens Krise in schwerstem Maße die Finanzen des 300.000 Mann zu den Waffen rufen, von denen Landes und der Kommune Wien; die Anforfolgen. Die Regierung müsse reden; es sei gois, Mitglied des Wehrausschusses des Senates, der größte Teil eine sogenannte Offensivarmee derungen an die soziale Fürsorge steigen, die im Interesse der Oeffentlichkeit zu erfahren, veröffentlicht im„ Echo des Paris“ einen aus der ersten Linie fieben Divisionen Infanterie und Kaffeneingänge nehmen rapid ab. Es blieb nur zu erfahren, veröffentlicht im Echo des Paris" einen aus ob die Wiener Polizei noch in der Hand der führlichen Artikel über den unerlaubten Stand eine Division Kavallerie, bilden könnte. Der Rest die Wahl, die Wohnungsbauten stark zu reduRegierung oder der Klerikal- fascistischen Gift- der ungarischen Armee. Ungarn habe, so führt könnte dann eine zweite ebenfalls ausgebildete zieren, oder neue Einnahmsquellen zu erschlie= Bourgois aus, die Militärklauseln des Friedens- und ausgerüstete Linie von und ausgerüstete Linie von mindestens drei gen. Jenes hätte zugleich Vermehrung der Demgegenüber stellt die Arbeiter- Zeitung" fest, daß dieses Schwindeldokument zuerst von der gelben Polizeiorganisation und dann von der Hakenkreuzpresse veröffentlicht wurde, aber schon längst als plumpe Fälschung gekennzeichnet ist. Der Innenminister Winkler hat im berg dasselbe„ Dokument" als angebliche Richt linien der kommunistischen Arbeiterwehr ausgegeben; später wurde es gegen den Schuhbund verbreitet. Das alles ist aber schon vor Wochen widerlegt worden. Nationalrat bereits in der Debatte über VoitsEbenso ist die Behauptung eine Lüge, daß ein sozialdemokratischer Funktionär am Tage der Waffensuche in Ottakring im Innenministerium sein Ehrenvort gegeben habe, daß in Ottakring feine Waffen seien. Die Waffenfuche eine Eigenmächtig. feit der Wiener Bolizei? mischer sei. * Niederösterreichs Sozialdemokratie ein fester Wall um das Rote Wien. Ungarns militärische Stärte. Divisionen bilden. Aufhebung des Abzeichenverbotes. Arbeitslosigkeit und Mehrung der Wohnungsnot bedeutet, dieses mußte nach sozialistischen Grundsäßen so geschehen, daß die Arbeiter, Angestellten und Beamten, die kleinen Geschäfts- und Gewerbsleute, wenig oder nicht betroffen wurden. vertrages vollkommen umgeworfen. Die obligate Dienstpflicht wurde in Ungarn bereits in Gegenwart der alliierten Kontrollkommission in Budapest wieder eingeführt. Seit dem Abgang der Kommission geschieht die Umgehung dieser Ver- Berlin, 18. Jänner. Durch eine Notverord Wien, 17. Jänner. Wie die sozialdemokra- tragsbestimmungen ganz offen, da in Ungarn nung wird das in der letzten Verordnung des tische Korrespondenz meldet, hat heute eine tatsächlich 60.000 Mann jährlich ausge- Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft Landeskonferenz der niederösterreichischen sozial- bildet werden. Nach Abgang der Kontroll- und Finanzen und zum Schuße des inneren Frie Der Finanzreferent Genosse Breitner demokratischen Partei stattgefunden. Es wurde tommission wurde der Generalstab wieder herge- dens vom 8. Dezember 1931 ausgesprochene Vercine Resolution einstimmig angenommen, in der stellt, die Organisierung der Artillerie und der bot des Tragens von Abzeichen aufgehoben, und schlug vor, die Wohnbausteuer für jene Wohes heißt, der Heimwehrputsch vom 13. September Stavallerie erweitert. Im ganzen verfüge Ungarn zwar für Nadeln, Rosetten und ähnliche Kleinere mungen zu erhöhen, die 1914 mehr als 4000 v. J. sei ungefühnt geblieben, die fascistischen über 60.000 effettive Soldaten an Stelle der be- Abzeichen in der Form und Größe, wie sie bisher Friedenskronen Jahresmiete gekostet hatten. Seßer rüften zu einem neuen Putsch. Nieder- willigten 35.000. Die Zahl der Offiziere beträgt bei politischen Vereinigungen üblicherweise getra- Eine besondere Erhöhung sollte die Paläste, Banten, Warenhäuser, Luösterreich soll ein Aufmarschgebiet zur Eroberung 7000 anstatt 1750. Ungarn nimmt insgeheim, gen wurden. des roten Wien und zum Sturm der demokra- entgegen den ausdrücklichen Bestimmungen, die tischen Verfassung werden. Sollten die Fascisten Ausbildung neuer Reserveoffiziere vor und beruft Reichspräsidentenwahl am 28. Feber? usbillen treffen, deren Wohnbauſteuer ihre Trohungen wahr machen und einen bewaff- fie ebenfalls entgegen den Bestimmungen Berlin, 18. Jänner. Wie der sozialdemokra- auf 22 Prozent der Friedensmiete erhöht neten Anschlag auf die demokratische Republik su regelmäßigen Waffenübungen ein. Ungarn tische Abend" meldet, haben die deutschen We- werden sollte. Gegen diesen Plan liefen die unternehmen, so wird die niederösterreichische führt eine militärische Ausbildung der Jugend in hörden Weisung erhalten, für die Wahl des Christlichsozialen Sturm. Er hätte gerade 235 Arbeiterschaft unter der Führung des republikani verschiedenen Vereinen, die in der Oeffentlichkeit Reichspräsidenten Vorbereitungen zu treffen, da- Leute, die reichsten Leute von Wien, schen Schutzbundes einen unübersehbaren als Sport- und Turnvereine( Levente) bezeichnet mit diese am 28. Feber durchgeführt werden Rothschild, Sieghart, Bosel, die großen Bantiers und Wirtschaftsführer, für Wall um das Rote Wien bilden. werden, durch. Ungarn hat eine militärische Luft- I fönne. die Seite 2 Dienstag, 19. Jänner 1982 Furchtbare Arbeitslosigkeit in Deutschböhmen. Kaplik Raudnit Hohenelbe Trautenau " Zahl der Arbeits * 893 * Nr. 16 Ghika auf der Reise nach Prag. minister Fürst Ghita ist in Begleitung des Bukarest, 17. Jänner.( Rador.) Außentschechoslowakischen Gesandten in Bukarest Künzl Fizersty zum offiziellen Besuche nach Prag abgereist. M die das österreichische Volk blutet, und ein flen sich wieder zu revolutionären An-| politit aufwerfen, dann wollen wir paar Aristokraten, vielfache Schloßbesitzer und wälten der Arbeiter, zu Kritikern fie an ihren Stintbombenfeldzug Heimwehrprotektoren, getroffen. Das durfte sozialdemokratischer Sozial- für das Haus Rothschild erinnern! nicht geschehen. Da erhob Seipels christliche ,, Reichspost" bewegt lage darüber, daß solch ein notleidender Mittelständler, der bisher 10.300 Schilling( 50.000 Kronen) Wohnbausteuer gezahlt hatte, nun das Doppelte zahlen solle. Es handelt sich um den Herzog Die letzte Arbeitslosenstatistik des FürsorgeAm 31. 12. Arbeitslosigkeit aufweist als selbst Groß- Prag mit von Braunschweig, der in Hießing ein Palais ministeriums, die zum 31. Dezember des Vorvon 1000 31.9 und Beitmeris mit 31.5, Dauba mit lofen am mit 27 Wohnräumen, vier Badezimmern und jahres in der gesamten Republik 480.775 gemelEinwohn. 29.1 Bromille immerhin noch ungefähr dieselbe Bezirk 31./10. 30./11. 31./12. arbeitel.: zahlreichen Dienerzimmern und Nebenräumen dete Arbeitslose zählt, wovon allein auf Böhmen Kaaden 1441 2001 relative Arbeitslosigkeit aufweisen wie die hoch2507 58,9 bewohnt. Der hohe Herr erklärte, er werde 322.021 und auf Mähren 99.149 entfallen, weist Schluckenau 1753 2923 3284 57,0 industrialisierte tschechische Landeshauptstadt. Nur lieber sein Palais niederreißen als mehr seit Ende Oktober 1931 eine Steigerung der St. Joachimsthal 239 380 1028 Krumau mit nur 20.8 Promille schneidet unter 55,1 Plan 1164 1368 1847 53,9 Steuern zahlen. Und die„ Reichspost" billigte Arbeitslosenziffern um fast 100 Prozent auf. den deutschen Bezirken noch halbwegs günstig ab. diesen Widerstand! Die christlichsoziale Regie- faßt. Während im Reichsdurchschnitt auf je 1000 Am stärksten ist Böhmen von der Krise er1862 2831 52,6 Wie es in den Gebieten von Gablonz, Fried1267 1937 2796 rung aber fügte sich dem Wunsch der 230 Einwohner etwa 33 Arbeitslose zu verzeichnen 52,1 land, Deutschgabel, Neudek, Rumburg usw. aus1348 2025 2371 52,0 sieht, wo einschließlich der Familienmitglieder Herren und legte gegen das Landesgesetz ihr sind, sind in Böhmen nicht weniger als 48 von je 2731 3287 4340 50,7 wohl fast die Hälfte aller Einwohner ihr Leben Veto ein. Dazu ist sie formell berechtigt, sobald 1000 Einwohnern arbeitslos. Rechnet man hiezu mühselig von der Arbeitslosen- oder Krisenunte eine Gebäudesteuer mehr als 14 Prozent der noch die Familienangehörigen dieser Arbeitslosen, Obwohl gut zwei Drittel der politischen Be- stützung fristen, davon kann sich wohl überhaupt Friedensmiete beträgt. Aber dieselbe Regie- so ergibt sich ein furchtbares Bild. Und was das zirke Böhmens eine tschechische Mehrheit aufwei- niemand eine rechte Borstellung machen, der dieses rung hat seinerzeit im Ministerrat beschlossen, schrecklichste ist, nirgends noch zeigt sich auch nur jen, finden wir unter den 42 angeführten Bezir- Elend nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Steuern bis zu 28 Prozent zu dulden und die leiseste Hoffnung auf Besserung; schon rein fen mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit nur Daß unter diesen Umständen die bisherige sie hat tatsächlich den christlichsozialen Län- faisonmäßig wird man in den kommenden Mo- acht tschechische Bezirke, und diese be- Staatshilfe für die Arbeitslosen nicht im entfern dern das Recht auf mehr als 14prozentige naten eher noch mit einem weiteren Anginnen erst an 20. Stelle mit Pilsen; die über- testen ausreichen kann, liegt auf der Hand. Und steigen dieser Ziffern zu rechnen haben, die große Mehrzahl der vorwiegend tschechischen Be- mögen der Venkov" und andere bürgerliche Steuern zugestanden. Aber das ist natürlich etwas anderes, wie die Zahlen deutlich zeigen! Ichon heute die weitaus höchsten seit dem Bezirke weist also eine Arbeitslosigkeit auf, die weit Blätter noch so sehr Zeter und Mordio schreien, stande der Republik überhaupt sind. unter dem Durchschnitt liegt. die sozialen Ausgaben des Staates seien zu hoch, In Wien ist die Wohnbausteuer sozial Eine Analyse der für die politischen Bezirke Dagegen marschieren in dieser Zusammen die vorliegenden Ziffern reden eine andere gestaffelt. Man zahlt für eine Arbeiterwohnung mit 300 Stronen Friedenszins monatlich Böhmens festgestellten Arbeitslofenziffern zeigt ftellung fast alle Bezirke mit deutscher Sprache. All dem Geschrei der Bürgerlichen zum nung mit 300 Kronen Friedenszins monatlich in erschreckendem Make auf, wie sehr gerade die Mehrheit( in der Tabelle fett gedruckt). auf. Trotz werden die kürzlich erst wieder von unse 75 Groschen( 3.60 Kč) Steuer, für eine Wohin 75 Groschen( 3.60 Kč) Steuer, für eine Woh- beutschen Gebiete Böhmens ungleich mehr als Das ganze deutsche Industriegebiet von Eger bis rer Parteikonferenz betonten Forderungen nach nung mit 600 Kronen Friedenszins 1.50 das tschechische Sprachgebiet unter der Arbeits- Reichenberg präsentiert sich mit Arbeitslosenzif- Verkürzung der Arbeitszeit und monatlich( 7.20 Kč), aber für eine mit 1800 losigkeit zu leiden haben. fern, die jedem das Herz stocken lassen müssen. Schaffung eines Notfonds für die ArKronen Friedenszins allerdings bereits sechs In folgender Tabelle sind jene politischen Bezirke Nur etwa fünf überwiegend deutsche Bezirke beitslosen in den Vordergrund jeder Diss Schilling( 30 Kč) und für eine Wohnung Böhmens unter Angabe der absoluten und relati-( Strumau, Dauba, Leitmerit, Mies und Warns tussion gestellt werden müssen, denn es gibt einmit 3000 Stronen Friedensmiete 12 Schilling ven Arbeitslosigkeit angeführt, die die Durchdorf) liegen unter dem Durchschnitt; davon hält fach keinen anderen Ausweg als die Erfüllung 50 Grofchen( 60 Kč) monatlich. In den fle- schnittsarbeitslosenziffer von 48 pro Tausend, wie Warnsdorf mit 47.6 Arbeitslofen auf je 1000 dieser beiden Kardinalforderungen, wenn man rikalen Bundesländern aber betragen die sie sich im Landesdurchschnitt ergibt, überschreiten: Ginwohner knapp den Durchschnitt, während die Opfer der Krise nicht Hungers sterben Mies mit 38.4 immer noch eine weit größere| lassen will! Mietzinssteuern ein Vielfaches dieser Beträge bei den kleinen Wohnungen, während sie bei den großen entsprechend geringer sind. Und das ist, wie es scheint, das geheiligte Prinzip christlicher Gerechtigkeit! Der Arme soll genau soviel zahlen wie der Reiche oder nach Möglichkeit mehr. 80 Prozent aller Wiener Woh nungen, die Wohnungen mit einem Friedens- das sind schon zins bis zu 4000 kronen die für Mittelständler" im äußersten Falle erst erreichbaren Wohnungen bleiben von der Erhöhung verschont. Nur die ganz groBen Wohnungen und Geschäftsräume sollten eine Steuererhöhung bis zu 22 Prozent und, nachdem das der Staat verboten hatte, bis zu 14 Prozent der Friedensmiete erfahren. Aber die Christlichsozialen marschieren trotzdem als die Verteidiger des gefährdeten ,, Mittelstandes" auf, der Mittelständler Rothschild und Schwarzenberg, Bosel und Wittgenstein, die eine höhere Steuer nicht mehr zahlen können und sogar offiziell durch den Industriellenverband drohen ließen, sie würden ihren Ar-= beitern die Löhne herabsetzen, wenn das Land ihre Wohnbausteuer steigert. Für diese Herren, für diese paar hundert reichsten Leute von Wien haben die Christlichsozialen ihre Zeitungen mit Protesten bedruckt, ihre Abgeordneten ins Treffen geschickt, und zuguterletzt Stinkbomben geworfen. Das ist das Christentum der Rothschildsozialen, Kampf gegen die arbeitenden Massen, Schutz der Reichen. Wir wollen uns das Erempel merken. Wenn unsere Christlich sozia8 Bezirk . • Am 31. 12. Zahl der Arbeits: von 1000 Ipfen am Einwohn. 31./10. 30./11. 31./12. arbeitel.: Gablonz a. N.. 9289 11377 15327 154,8 Deutsch- Gabel 2953 3965 4767 151,3 Friedland 4905 5838 7553 149,0 Neudek 3287 4363 5321 146,5 Rumburg 2607 2593 4089 137,1 Graslig 4280 4695 119,7 Elbogen 3793 4798 114,9 Böhm.- Letpa Brüg Komotan Preßnit Braunau Lachau Tetschen Reichenberg Falkenau Teplit- Schönau Asch Bischofteinitz Pilsen Starkenbach Marienbad Eger Semil Rokycan Jungbunzlau Karlsbad . Ludit Saas Münchengräs Aufsig Dur Ratonik Tepl . 3750 3592 4493 5971 7843 106,7 5465 7826 10568 103,9 • 5033 6168 2223 2669 7756 103,7 3243 102,9 4492 4991 5533 97,7 2299 3574 4150 95,5 5104 8044 10576 87,8 4507 5120 7385 78,9 2265 2961 4275 78,8 5000 5675 7713 75,0 1400 2042 3303 73,6 2670 3095 3607 73,1 7927 8625 11322 72,6 1516 2408 8547 72,1 1307 1609 2296 71,8 2885 3829 4922 71,3 1957 3065 4458 70,7 2526 2980 8981 66,7 1869 3511 5054 65,6 3013 3449 5098 64,7 568 1255 1855 64,2 1220 1886 3124 63,2 1234 1657 2419 62,0 3725 5528 7300 61,9 2679 3820 5188 61,5 1431 2022 3150 61,1 Entschließungen der Sozialistischen Arbeiter- Sport- Internationale. Die Sozialistische Arbeiter- Sport- Internationale nicht veranlaßt, Wege einzuschlagen, die zu einem ( SASI.) hat auf ihrer in Paris abgehaltenen dauernden Frieden führen. Die Rüstungen zu einem Bürofizung ihre Stellungnahme zur Wirtschaftskrise, neuen Kriege gehen in einem riesenhaft gesteigerten Abrüstung und zum Fascismus einstimmig in den Tempo weiter. Drohend erheben sich Striegsgefahnachstehenden Entschließungen festgelegt: ren, indes der Völkerbund ohnmächtig und untätig Ueber Wirtschaftskrise und Sport. Die furchtbare Wirtschaftstrije hat in allen abseits bleibt. Es ist zu befürchten, daß auch die tapitalistischen Ländern Handel und Wandel lahm- demnächst beginnende Abrüstungskonferens des Bölgelegt. Eine Arbeitslosigkeit, wie sie niemals früher terbundes zu keinem Ziele führt. Die Sozialistische vorgekommen ist, drückt die proletarischen Massen. Arbeiter- Sport- Internationale wird ihrem ProInsbesondere die Jugend ist von der Arbeitslosig- gramm gemäß mit allem Nachdruck gegen die Kriegsfeit schwer betroffen. Hunderttausende junger Men- rüstungen fämpfen und auf diese Weise mitwirken, schen, die unfreiwillig feiern, hätten jest wohl Zeit den Striegsgefahren zu begegnen. Sie unterstützt die um Sport zu betreiben, aber nun fehlt es an den tötigen Geldmitteln. Die Wirtschaftstrise hat in dahin zielenden Aktionen der Sozialistischen Arbeiter. allen Ländern den Sportbetrieb der Arbeiter sehr Internationale und des Internationalen Gewerk. eingeschränkt. Aber gerade in dieser schweren Zeit schaftsbundes auf das Lebhafteste und fordert alle ist es doppelt notwendig, die proletarische Jugend angeschlossenen Landesverbände auf, tatkräftig mitmit Selbstvertrauen und neuer Tatkraft zu erfüllen. Deshalb werden wir uns unentwegt weiter be- zuwirken in dem Kriege gegen den Krieg. mühen, die Jugend der Arbeiterklasse sportlich zu Abwehr des Fascismus. beschäftigen, um sie zu ertüchtigen und zu befähigen, den an sie gestellten Anforderungen zu entsprechen. Angesichts der schweren Gefahren, die dem Trotz Wirtschaftsfrije und Arbeitslosigkeit lautet internationalen Proletariat durch den Fascismus unsere Parole: Laßt euch nicht entmutigen, bleibt drehen und ganz besonders in Deutschland und den Arbeiter- Sportverbänden treu, fämpft in den Desterreich bestehen, fordert die Sozialistische Reihen des internationalen sozialistischen Proleta- Arbeiter- Sport- Internationale die ihr angeschlosse riats für eine bessere Zukunft. nen Landesverbände auf, die antifascistischen Selbstschuhverbände in ihrem Kampfe tatkräftig zu unterstützen. Aus gleichen Gründen wird den Landesver bänden empfohlen, mehr Aufmerksamkeit dem Wehrsport zu widmen. Ueber die Abrüstung. Die grauenhaften Verwüstungen, die der Welt1098 1475 1591 59,9 frieg angerichtet hat, haben die Machthaber bisher Jan Hus/ Der letzte Tag aften, ich bin begierig, wie ſie aus Berbeugung, noch tiefer, noch ehrfürchtiger, als Wer?" ein Kind!" " Also Kopfarbeit statt der Goldarbeit", I now erkennend, macht er ihm eine tiefe, höfische Das grämliche Gesicht mitten im Zählen gefallen ist!" er sie selbst dem König gegenüber gemacht haben der Schritte unterbrochen hat Mühe, sich dar,, Ausgezeichnet ist sie ausgefallen. Als die würde. Sie soll ihm Zeit geben, die aufgestiegene auf zu befinnen, wen der Ritter mit seiner Frage Ein geschichtlicher Roman v. Oskar Wöhrle Luft hier zu zundelhaft wurde, mietete ich drü- Verwirrung zu verdecken. eigentlich meint. Schließlich begreift er. ( Berlag„ Der Bücherkreis", G. m. b.§., Berlin SW. 61.) ben auf der Jenseite der Gasse einen leerstehen- Das Mädchen aber steht da, vom Blut über- Luzia!" sagt er dann langsam. Richtig, Luzia!" wiederholt Jan von Trocz Der Esel gibt nicht sofort Antwort. Erst den Weinkeller, und da ich mich von Ruttenberg goffen wie von scharlachener Farbe, heftig atmend, schließt er die schwere torartige Tür, dreht zwei- her auf die Arbeit im Bergwerk verstehe, habe als wollten die ungestüm sich hebenden Brüste now, und es ist ihm, als ob er beim Ausspremal den riesigen Schlüssel knarrend rundum, legt ich unterirdisch einen Stollen gegraben, Fach dem Hemd sprengen. Das Mädchen scheint feft- chen dieses Namens in das Fruchtfleisch eines den Querbalken vor, späht durch den Sehschlitz und Gemach gut abgesteift, versteht sich, und genagelt zu sein an den Fußboden. Es weiß nicht, Pfirsichs bisse. Luzia! Vor drei Monden, als vorsorglich auf die Gasse hinaus, und erst dann, wenn nun was Geheimes zu bereden oder zu wo es die Augen lassen soll vor jungfräulicher ich nach Böhmen zurüdritt, war sie doch noch als er die Gewißheit hat, daß von den Nachbarn beratschlagen ist, so bersammeln sich die Herren Scham. Der Ritter ist selber verblüfft vor der un- Der Esel ist stehen geblieben: feiner glopend oder horchend herumfenstert, tehrt eben drüben im verborgenen Saale Weinfaß!" ,, und dort sind sie sicher?" erwarteten Szene. Aber als er begriffen hat,„ Es geht oft feltsam schnell mit diesen deut er sich dem Ritter zu mit dem Bescheid: Komm, Herr, ich werde dich führen!" Sicher wie in Abrahams Schoß!" beteuert, lacht er, hebt der Widerstrebenden mit Daumen schen Mädchen. Ueber Nacht sprengt es sie aus" Laß nur, ich finde mich selbst in den Saal:" Lachfalten ziehend, das Gesicht, das für diesen und Beigefinger das Kinn hoch, sieht, daß ihr einander, prall, wie im Frühjahr den Flieder!" verloren hat, das Herz in dem Adernez des Halses schlägt, wie Damit ist für ihn der Fall erledigt. Er tappt Das grämliche Gesicht verwandelt sich mit Augenblic alle Grämlichkeit freundlich bewegt vom Gedanken an die bewie- ein ängstlicher Vogel, und freut sich der schönen und tastet sich weiter. Der unterirdische Gang einem Schlag zur lachenden Fraße: Hundert Dickpfennige gewettet, Ritter, du sene eigene Schläue, stammt doch der Einfall Verwirrung. Aber er duldet nicht, daß sich ihr wird jetzt jo eng und schwierig, daß das grämt= mit dem Weinkeller, der auch dem Ritter zu Aug noch länger versteckt hält, sondern zwingt liche Gesicht ganz vergißt, zu erklären, daß es findest dich nicht hin!" ihren Blick in den seinen. Sekundenkurz nur selber am erstaunlichen Aufblühen dieses mädbehagen scheint, einzig von ihm. dauert diese Augenvermischung, aber lang genug, chenfleischenen Flieders nicht ganz unbeteiligt ft. um den Stahl, der ihn blank und blau ansticht, Denn auf des Esels Vorschlag hin ist jedesmal, hinschmelzen zu lassen in verdämmernden Samt. wenn die böhmischen und mährischen Herren Noch einen Augenblick, und es stürzen die geheimerweise sich versammelten, Karel, der Tränen. Page, dem Mädchen beigeordnet worden, als inr Gefelle fozusagen, der sie in dieser Zeit beschäf tigen und so davon abhalten sollte, besondere Wahrnehmungen oder Entdeckungen zu machen. Bisher hat die unschuldige List auch immer verfangen. Luzia, die Beschließerin des Hauses, hat fich nie darum bekümmert, wer an solchen Tagen in der steinernen Arche ein- und ausging. Der von Trocznow, der inzwischen in der dunklen Diele einige Schritte nach dem Saal hin getan hat, stutt, bleibt stehen und kehrt sich überrascht um: Du wettest, ich finde mich nicht hin? Was soll das heißen?" Taugt deine Einrichtung was, so ernenn' ich dich feierlich zum Großmeister über tausend Kniffe und Pfiffe!" Bei diesem Lobspruch glänzt das grämliche Gesicht des Esels bollends auf; es ist hell be,, Das soll heißen, daß die Söhne čechs in strahlt wie das eines Heiligen, dem zur Feier der Zeit deiner Abwesenheit etwas zugelernt des Namenstages ein Schod voller großer gelber haben. Seit die Spürnasen der Bäter des Kon- gutduftender Wachskerzen entzündet wird. zils unseren Briefwechsel mit Hus aufdeckten, wissen wir, daß in diesem verdammten Ron stanz auch die Hauswände Ohren haben, und richten uns danach!" hr richtet euch danach?" " Jawohl, Herr! Wir verlassen uns seitdem nicht mehr so sehr auf das Gemünzte im Geldfädel und auf dessen Wirkungskraft, sondern auf bas, was da drin steckt!" Bei diesen Worten deutet der Efel mit dem Zeigefinger nach der Stirn hin. Dem Ritter ist diese Bewegung troß der hlechten Beleuchtung nicht entgangen. Beim Eintritt in den Saal kommt es zu einem Kleinen Aufenthalt. Als der Esel nämlich die schwere eichene Tür aufgestoßen und sich wartend auf die Seite gestellt hat, um dem Ritter den Vortritt zu lajsen, springt überrascht ein Pärlein hoch, das bis her versunken, Wange an Wange, im Fenster fag, dem Spiel eines blaugrauen Taubers zuschauend, der im Hof auf dem Steinrund des Brunnens seine verliebten Gurrfünfte zeigte. Die jungen Leute sind im ersten Augenblic wie verſteint. Der Page faßt sich zuerst. Jan von Trocz Doch der Ritter läßt allen Zwang jein; er gibt frei das widerstrebende Kinn, macht dem Bagen scherzhaft einen Drohfinger und sagt: " 1 Wie werden die Prager Fräulein die Märe aufnehmen, Karel, daß du zu Konstanz im Hörselberg sizest?" Der Page möchte gerne eine Antwort geben. Doch er bringt die Lippen nicht auseinander, so sehr er sich auch müht. Befangenheit verriegelt seinen sonst so schlagfertigen Mund. Der Ritter wartet indessen eine Antwort gar nicht erst ab. Er schreitet weiter, dem Efel nach, der jede der nächsten Türen vorsichtig hint ter sich verschließt. Erst als er im dunkeln Gang unter der Straße vorwärtstappt, fällt es ihm ein, zu frageit: Wie heißt sie?" Jetzt aber, aufgeweckt durch die plötzliche und überraschende Begegnung mit dem einäugigen Ritter, ist in dem Mädchen mit beinahe schmerzhaftem Drang die Neugier wachgeworden. Die Erstarrung der beiden löst sich. Sarel greift nach Luzias Hand. Sie weicht aus und feuchtet mit der Zun genspitze die trockengewordenen Lippen. ( Fortjehung folgt.) Nr. 16 Dienstag, 19. Jänner 1982 Die Frauen werben! Organisiert die Werbeaktion! Landbündler und Arbeitslose Die Landpost" auf dem Kriegspfad gegen oe die Sozialpolitik. Statt über die Tätigkeit ihres Ministers zu berichten, verlegt sich die„ Landpost" in Lester Zeit darauf, die sozialpolitischen Bestrebungen der Sozialdemokraten herunterzureißen. Es läge kein Grund vor, die deutschagrarische Preffe bei dieser Berlegenheitsbeschäftigung, die über die Erfolg losigkeit ihrer eigenen Bolitit hinwegtäuschen soll, zu stören, wenn nicht ihre geradezu provokato rische Unkenntnis der Dinge manchmal eine Belehrung herausfordern würde. Es verdient zweifellos der breitesten Oeffentlichkeit bekannt zu werden, daß die" Landposi" zu behaupten wagt, daß am Lande ein Mangel an Arbeitskräften" besteht. Leute, die für die Landbevölkerung schrei ben, brauchen natürlich nicht zu wissen, daß auch in den Dörfern eine furchtbare Arbeitslosigkeit herrscht und daß es zumeist Bauern söhne sind, die den wirklichen Arbeitslosen bei den Notstandsarbeiten den fargen Verdienst streitig machen. Es steckt nach der Weisheit der„ Landpost" natürlich sozialdemokratische Tücke dahinter, wenn sich Menschen in die Städte drängen, die angeblich in den Dörfern zwar einen kleinen, aber ständigen Verdienst finden können". An diese Entdeckung knüpft sie dann folgende Phantasien: So ist also der Sozialdemokrat" nicht nur darauf bedacht, die Landslucht, die man heute ruhig als eine Fabrikation von Arbeitslosen bezeichnen fann, zu schützen, sondern die Ar= beitslojen auch wirtlich arbeitslos zu erhalten, denn sie bilden ja die berühmte Referbearmee des Sozialismus, Darum wehe allen denen, die eine Einschränfung der Arbeitslosenunterstügung, aber eine Erweiterung des Programms der Notstandsarbeiten verfechten. Sie alle werden als Feinde der Arbeitslosen verschrien, die ruhig zusehen, wie andere Menschen Hunger leiden. Wir wollen hier nicht davon sprechen, daß es vielleicht sozialdemokratische Krankenver ficherungsfunktionäre gibt, die wirklich ruhig zu fehen, wie die Versicherten dahinfiechen, weil ihnen die Strankenkasse teine geeignete Hilfe und Für forge gewährt, aber wir wollen einmal feststellen, daß es eine freche Lüge ist, wenn den Agrariern der Vorwurf des mangelnden Verständnisses für Die Arbeitskrise gemacht wird. Wer ohne Verschulden in Not gerät, wer arbeiten will, aber feine Arbeit findet, der verdient eine Unterstügung, die ihn und seine Fa milie vor Hunger und Elend bewahrt. Aber wem Arbeit geboten wird, und wer diese Arbeit nicht annimmt, nur weil es vielleicht angenehmer ist, von Arbeitslosenunterstüßungen zu leben, statt sich im Schweiße seines Angesichts sein Brot zu verdienen, der ist ein Parasit an der Allgemein heit, der keinen Schuß und teine Unterstübung verdient, mag er vielleicht auch sozialdemokra tisches Mitglied sein." Dazu wäre vor allemt die Frage zu stellen, warum gerade die Bauernföhne und Bauern töchter den kleinen, aber ständigen Berdienst" in den Dörfern verschmähen und lieber haufenweise in die Städte und Industrieorte ziehen, um dort den notleidenden Proletariern das letzte Stückchen Brot wegzuschnappen. Die„ Landpost" verrate doch einmal diese ländlichen Verdienstquellen, sie sage doch, wo Mangel an Arbeitsträften vorhanden ist und wo sich Arbeitslose zu einer halbwegs menschenwürdigen Beschäftigung nicht gemelbet haben! Ceite 3 Helft neue Mitkämpferinnen gewinnen! hat. So schaut das erweiterte Programm für der Landpost" eine jämmerliche AugenNotstandsarbeiten" in der Praxis aus! auswischerei, die vor der notteidenden In dustrie- und Landbevölkerung an den Pranger gestellt werden muß. Diesmal sollen die Herren Agrarier beim Wort genommen werden. Viele Fälle von Lohngen im Fürsorgeminifterium unerledigt, weil der beitragsanjuchen auch ländlicher Gemeinden lieMinisterrat erst neue Mittel für diese bewährteste Form der Arbeitsbeschaffung bewilligen muß. Der sozialdemokratische Fürsorgeminister weig ein Lied davon zu fingen, wie jede Million für dieje Zwede unter monatelangem Sängen und Würgen herausgeschlagen werden muß. Kommunistische demonftrationen in Pardubik. Tschechische Sozialdemokraten geben nicht nach. Um die kürzere Präsenzdienstzeit. Das Právo Lidu" setzt in einem Artikel des Genossen J. Koudelka die ArtikelPardubig, 18. Jänner.( C. P.-B.) Heute ferie für die Abrüstung in der Tschechoslowakei um halb 8 Uhr wurde hier der Versuch einer fort: Demonstration gemacht, zu der fich 200 bis 300 Wir können vor der. Abrüstungstonferenz nicht Demonstranten eingefunden hatten, die zum den Kopf in den Sand stecken. Wir können nicht Da sollte sich der Herr Spina einmal ins größten Teil nach den Direktiven der kommuni- untonsequent und doppelzüngig sein. Wir müssen Zeug legen! stischen Partei aus der Bardubizer, Könia- etwas unternehmen und etwas opfern, denn wenn Wir erwarten den geschlossenen Aufmarsch der gräßer und Chrudimer Gegend gekommen es zu einem neuen Weltkrieg fäme, würden wir deutschen und tschechischen Agrarier für die Bewaren. Die Demonstranten, welche durch die mehr verlieren, als das Opfer ausmacht, welches schleunigung der geplanten Notstandsarbeiten. Stadt zu ziehen beabsichtigten, wurden von der wir heute bringen sollen, damit die Sache des allSie sollen nur die Reservearmee des Sozialis Gendarmerie zerstreut, so daß um halb 20 Uhr gemeinen Friedens gestärkt und die Bereitwilligmus" tüchtig dezimieren, indem sie den Arbeits- wieder vollkommene Nuhe herrschte. Unter zehn keit der andern nicht unterdrückt werde. Und was losen recht bald und recht ausgiebig Arbeit ver- Angehaltenen wurde der kommunistische Abge- soll das sein? schaffen, Solange aber die Agrarparteien jede ordnete Novotny festgestellt, der versucht Form von Arbeitslosenfürsorge sabotieren und hatte, eine nicht angemeldete Versammlung abbekämpfen wie bisher, bleiben derartige Auffäße zuhalten. Tschechische Agrarier und Kommunisten Hand in hand gegen den Fürsorgeminifter. Welch abgrundtiefe Demagogie in dem Kampf steckt, den die Kommunisten gegen den Minister für soziale Fürsorge," Genossen Dr. Czech, führen, erhellt am besten daraus, daß die eigentlichen Vertreter der Bourgoisie in der Regierung, die tschechischen Agrarier, die führende Partei der Besizklassen in der Tschechoslowakischen Republit, fast Tag für Tag den verhaßten Minister gleichfalls angreifen. Wir wollen einmal Abdrücke aus der tschechisch- agrarischen und kommunistischen Preffe nebeneinander stellen. Zu den agrarischen Aeußerungen bemerken wir, daß in dem Leitartikel des fonntägigen Venkov", dem wir diese Stelle entnehmen, aus drei tschechischen sozialdemokratischen Zeifungen Zitate entnommen sind, in denen über die Ernährungs- und Bekleidungaftion, in verschiedenen Bezirken berichtet wird. Es schreibt nun das agrarische Blatt weiter: Diese drei Lokalnotizen durchwegs sozialdemokratischer Blätter sprechen eine über die Maßen verständliche Sprache„ von der Sparsamkeit". an einem einzigen Tage werden 5% Millionen Ke zu Zwecken unkontrollierter Arbeitslosigkeit ausgegeben. Nach unseren Informationen wurden faft 500 millionen im vergangenen Jahre an Arbeitslosen unterstützung ausgegeben. Das Ministerium für fogiale Fürsorge überschreitet den Voranschlag um hunderte von Millionen. Es ist kein starkes Wort, sondern nadie Tatsache, daß man da einen Run auf die Staatslaſſe veranstaltet. In den Aemtern wird man aus Sparsamkeitsgründen darauf achten, daß man bei den Bleistiften nicht zu lange Spigen schneidet und aus der Staatstassa entschwinden Millionen, bis auch kein Geld auf Bleistifte da sein wird. Und bis heute hat niemand in der Republik gehört, wer arbeitslos und zum Unterstützungsanspruch. berechtigt ist. Der Begriff der Arbeitslosigkeit ist für die Deffentlichkeit ein unbekannter Begriff, " Eine große Verantwortung für diese„ Verdienste" der Sozialdemokraten trägt das Minifte rium für soziale Fürsorge und sein Chef, der deutsche Minister Dr. Czech. Der aber hat auf alle Beschwerden die Ausrede bereit:„ Ich gebe nichts aus, als das, was mir der Herr Finanzminister Dr. Trapl unterschreibt. Man tann das gar nicht glauben! Derfelbe Minister Herr Dr. Traplder ganz entschieden Sparen will, der dafür ist, daß jeder Schreiber in einem Staatsamt spare und der verlangt, int Namen der Staatstaffa, daß die Landwirte und Solange sie darüber nicht erschöpfenden Aufschluß Säusler in der Republit der Staatstaffa 33, d. f. geben kann, bleibt sie mit dem Vorwurf belastet, breiunddreißig Millionen Kö dafür zahlen, daß in der Zeit der schlimmsten Not die Arbeitslosen er das Mischen von Benzin mit Spiritus zuläßtverhöhnt und verleumdet zu haben. Wenn sich im gleichen Zusammenhang das der foll so bereitwillig und freigebig Anweisungen agrarische Blatt wieder den demagogischen Trid auf die willkürliche Ausgabe staatlicher Millionen leistet, die sozialdemokratischen Strantentassenfunt tionäre für die unzureichenden Leistungen der Sozialinstitute verantwortlich zu machen, so ist wohl die Frage gestattet, um wieviel bie Leistungen der landwirtschaftlichen Krankenkassen höher" sind? Oder will die„ Landpost" mit ihrer Stritit in er ster Linie die agrarischen Stassenfunktionäre treffen? geben? Derfelbe Minister Dr. Trapl, der von uns täglich von massenweisen Expeditionen der Eretutoren in die Dörfer hört und der voll Rücksichtnahme auf die Staatskasse bei unseren Bestrebungen nach der Einstellung der Einfuhr ausländischen Viehes und Fettes in unsere Republik ift- der wird nicht die Massenauszahlungen des Ministe riums für soziale Fürsorge revidieren? Es bleibt nichts anderes übrig, als der stänEin deutliches Wort muß auch zu dem Gedigen rede gesagt werden, wonach die Agrarier angeb- bigen Verteidigung des Herrn Ministers Dr. Czech lich ein erweitertes Programm der Notstands zu glauben. arbeiten" verjechten. Was für ein Programm meint die Landpost"? Stellt sich das Blatt nur so dumm, oder weiß es fallisch nichts davon, daß überall, in Ge meinde, Bezirf, Land und Staat die Sozial demokraten an der Spipe aller Bemühungen Die zwei und ihre Parteien tragen die Verant wortung und erregen dabei das Wohlgefallen der Kommunisten. In den vergangenen Lagen referierte ein kommunistischer Führer in einer Borstadtversammlung von Arbeitern, also:„ Unser Rampf mit den Sozialfascisten ist siegreich beendet. Wir haben gestampft und Minister Czech zahlt bis um Arbeitsbeschaffung stehen? er schwarz wird. Wenn er nicht zahlen wird, Haben die agrarischen Redaktionen verschlafen, werden wir vor die Rathäuser von Bilsen, Prag daß es der sozialdemokratische Fürsorgeminister und Mähr. Ostrau marschieren, schmeißen die Dr. Czech war, der mit Einsatz aller träfte um Zozialfascisten hinaus und es wird Arbeit und die Mittel für produttive, Arbeits- Geld da sein." Vielleicht hat das der Herr Dr. Iojenfürsorge fämpfte, die in der Form Czech gehört und deswegen zahlt er so eifrig." bon Lohnbeträgen auch sehr gerne von zahlreichen Landgemeinden in Anspruch genommen wurden? Die Lohnbeiträge des Fürsorgeministeriums wur den in allen Fällen nach der Lohnverrechnung prompt angewiefen, dagegen warten hunderte bon Gemeinden vergebens auf die Subventionstaten, die ihnen das Gesundheitsminiterium für Wasserleitungsbauten versprochen Der kommunistische Vorwärts" schreibt in seiner Ausgabe vom 10. Jänner 1932 das Nachstehende: Was anderes als die Durchführung der zwölfmonatigen Militärdienstzeit, nichts mehr und nichts weniger als einfach das, was unsere erste Nationalversammlung im Wehrgesch schon im Jahre 1920 beschlossen hat. Damals waren bei uns und in Europa sicher schlimmere und weniger sichere Berhältnisse als heute. Und doch haben unsere gesetzgebenden Körperschaften der Bestimmung ihre Sanktion gegeben, daß vom Jahre 1926 an unsere Armee die vierzehnmonatliche Präsengdienstzeit haben soll, und da seit dem Jahre 1926 weitere sechs Jahre verflossen sind, ist die Sozialdemokratie der Ansicht, daß im Jahre 1932 die zwölf monatIf the Dienstzeit entsprechen würde. Der Vorsigende unserer Partei A. Hampl hat daher mit. größtem Nachbruck" die Forderung der zwölfmonatlichen Dienstzeit in seiner Budgetrede am 24. Nobember v. J. erhoben. Die zwölfmonatliche Präsenzdienstzeit gehört zu den dringendsten Forderungen der tschechischen Sozialdemotratie und gleichzeitig ist es nach Ihrer Anschauung die Opfergabe, welche die Vertreter unserer Republit nach Genf bringen soll als Beglaubigung, daß es der Tschechoslowakischen Republik mit der internationalen Abrüstung ernst ist... Troß dieser katastrophalen Lage, die sich von Tag zu Tag immer mehr verschärft, unternimmt Die Parlamentsweihnachtsferien sind vorüber, die Regierung nicht das geringste zur Linderung wir stehen vor der ersten Sizung der Nationalverder Not der Arbeitslosen. Sie legt die Hände in sammlung im neuen Jahr, aber von dem Entwurf den Schoß, Obzwar Tausende und Tausende vor über die Verkürzung der Militärdienstzeit ist nichts dem Hungertode stehen und gewaltige Massendemonstrationen nach Hilfe rufen, kümmert sich zu sehen und nichts zu hören. Anstatt dessen werden vom Ministerium für nationale Verteidigung und die Regierung nicht im geringsten um die Arbeits- von anderen Stellen Polemiten und säuerliche Be losen. Sie schickt höchstens ihre Staatsorgane gegen die Demonstrierenden und läßt sie ausein- merkungen verbreitet, die nicht davon zeugen, daß dort der gute Wille besteht, das Wort des anderschlagen.." Parlamentes einzulösen und daß das Ueber den geplanten Rotfonds, der bekanntlich Notwendige ohne Rampf und Bitterniffe durchgeführt den Zweck hat, auch die Unternehmer zu Zweden werde. Das Ministerium für Nationalverteidigung der Arbeitslosenunterstügung heranzuziehen, weil jezt nur der Staat und die Gewerkschaften für die hört nicht auf, der Oeffentlichkeit gegenüber zu be Basten der Arbeitslosenunterstüßung aufzukommen monatliche Dienstzeit eine genügende Anzahl von haupten, daß die Bedingung für eine vierzehnhaben, eine Forderung, die doch jeder Sozialist ver- Ausbildungsinstruktoren, von ihm während dieser treten müßte, äußert sich die kommunistische Presse in ihrer Ausgabe vom 15. Jänner folgendermaßen: ganzen Jahre nicht erfüllt und durchgeführt werden " Die Berwaltung des Notfonds wird in den die die Berkürzung der Militärdienstzeit fordern, fonnte, und andere Kreise beschuldigen diejenigen, Händen des Sozialfürsorgeministeriums liegen, Schädlinge der Sicherheit der Republik zu sein und Anspruch auf Unterstügung aus dem Fonds hat unsere Wehrmacht untergraben zu wollen... kein Arbeiter, sondern er muß erst schriftlich oder unsere Wehrmacht untergraben zu wollen mündlich darum einkommen. Die Gemeinde wird Die Verkürzung der Militärdienstzeit ist also seine Lage untersuchen und über eine allfällige eine Notwendigkeit, die längst hätte fertig Unterstügung entscheiden. Eine Bedingung, ob sein sollen. Es hat leinen Sinn, daß die sogenannten ein Arbeitsloser Unterstübung aus dem Notfonds militärischen Stellen ihr Verhältnis zur Deffenterhält, ist, daß er mindestens vier Wochen vor lichkeit und zu den gesetzgebenden Körperschaften ein feiner Arbeitslosigkeit in der Krantentasse ge- gespanntes werden lassen und daß diejenigen, welchen meldet war. es um das Wohl der Republit nicht weniger geht Zusammenfassend ist zu ersehen, daß für als den anderen, überflüssig als Defaitisten und diesen Notfonds die Arbeiterschaft selbst alle Leute ohne Verständnis für den Staat denunziert Opfer bringen muß, aber daß sie auf der an- werden. Wir sind in einer üblen wirtschaftlichen deren Seite keinerlei festverbürgte Rechte auf Krise. Jeder Posten unserer öffentlichen Verwaltung Unterstügung erhält. So arbeiten sich Agrarier und Kommunisten in die Hände, um den Minister für soziale Fürsorge, der seine ganze Energie dazu verwendet, um den Arbeitslosen zu helfen, in dessen Tätigkeit zu hemmen. Je heftiger die Kommunisten den Minister für soziale Fürsorge be lämpfen, desto dankbarer werden ihnen die Agrarier, die führende Partei des Bürgertums, sein. Der Herr Gutmann spielt den Staněk und Konsorten in die Hände, Hoffentlich schlagen die Agrarier ein paar fommunistische Führer zu Rittern von Ahr und Halm. Die Herren Kommunisten verdienen es wahrhaftig! und Wirtschaft muß sich den engeren und fleineren Ziffern anpassen. Es muß heruntergehen auch das Budget des Ministeriums für nationale Verteidigung. Breußenwahlen am 8. Mai. Berlin, 18. Jänner. Wie das Konti- Büro aus parlamentarischen Kreisen verlautet, findet morgen eine Besprechung zwischen den Vertreterit der Regierungsparteien und Mitgliedern des preußischen Kabinetts über den Termin der Wahlen und die Durchführung der letzten Notverordnung bezüglich der Aenderung des Wahlquotienten statt. Bekanntlich sah die Notverordmung vor, daß in Zukunft auf 60.000 Stimmen ein Mandat entfällt, gegen bisher auf 40.000. Die bisherigen Verhandlungen haben ergeben, daß die Regierungsparteien bereit sind, sich auf einen Wahlquotienten von 50.000 Stimmen zu einigen. Als Wahltermin hält man innerhalb der Regierungsparteien den 8. Mai am geeignetsten. Das preußische Kabinett hat sich bisher mit dieser Frage noch nicht befaßt, aber es wird wohl, soweit das Konti- Büro unterrichtet ist, dem 8. Mai als Termin zustimmen. Bereitelte Putschvorbereitungen. Baris, 18. Jänner. ,, Petit Parisien" erfährt über Madrid, daß in Lissabon eine neue Revolu tionsbewegung aufgedeckt wurde. Zwanzig Personen, Militärs und Zivilisten wurden verhaftet. Seite 4 Tagesneuigkeiten Zwei Soldatenselbstmorde an einem Zag! Am 17. Jänner erschoß sich mit eigener Postole durch einen Herzschuß der Soldat Wenzel Knotek vom Fliegerregiment Nr. 1 im Hause feiner Eltern in Hnidoush( Bezirk Slany). Aus hinterlassenen Aufzeichnungen geht hervor, daß die Ursache der Tat unglückliche Liebe war. Am selben Tag schoß sich der längerdienende Unteroffizier F. B. Přičina aus seinem Dienstgewehr eine Kugel in den Kopf, weil er von einem Untergebenen wider natürlicher segueller Neigungen bezichtigt wurde. Die Angelegenheit wird von einer Kommis sion und dem Militärprokurator untersucht. Bom sudetendeutschen Goetheausschuß. Ehrenausschuß des sudetendeutschen Goethejahres. Der Ehrenausschuß des sudetendeutschen Goethejahres, unter dessen Schuß alle in den sudetendeutschen Siedlungen stattfindenden Gedenkfeiern stehen, ist gebildet. Ihm gehören die beiden deutschen Minister Dr. Ludwig Czech und Univ.- Prof. Dr. Franz Spina an, ferner die Rektoren der deutschen Hochschulen Üniv.Prof. Dr. Marion San Nicolo, Prof. Ing. Otto Hlauschet, Prof. Dr. Hans Löschner, Brünn, der Vorsitzende der Gesellschaft der Wissenschaften und Künste, Univ.- Prof. Dr. Otto Großer sowie der Präsident der Handels- und Gewerbekammer in Reichenberg, Fabrikant Theodor Liebig. Goethe- Medaillon eines heimischen Künstlers. Der sudetendeutsche Bildhauer Adolf Henke, unserer heimischen Kunst, der sid Dienstag, 19. Jänner 1932 Kapitalistische ,, Drönung". inum affee wird verheizt! einer der Streifen burch seine Borivätplaketten In Beuthen noch zwei Zote geborgen. Die fünf noch Vermißten verloren. EX Vom Rundfunk Mittwoch: Ar. 16 Brag: 11.00 Schallplatten, 15.30 Cellokonzert, 17.10 Marionettentheater, 18.20: Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Franz Rehwald- Tepliß:„ Von der Krise der Wirtschaft zur Katastrophe", 19.30 Manon Lescaut, Oper bon Puccini. Brünn: 16.00 Schallplatten, 18.25 Deutsche Sendung: Marie Beer: ,, Schulreform und Arbeiterkind", 19.30 Jenufa". Oper von Janacek. Preßburg: 12.35 OrchesterKonzert, 18.00 Ungarische Sendung, 19.30:„ Der Widerspenstigen Zähmung", Oper von Göz. Berlin: 18.25 Vom Jazz und der modernen Klaviermusit. Breslau: 17.30 Heitere Lieder. Königsberg: 19.45 Süddeutsche Meister des Orgelspiels. Leipzig: 19.30 Volksmusik. Wien: 19.30 Voltstümliches Ronzert, 22.15 Wiener Musik. tungsmannschaft die Bergungen vornimmt, haben in der Wasserwüste, die von Minute zu Minute anschwillt und jetzt schon ein Gebiet von 50.000 Acres überflutet, aufs schwerste zu kämpfen. Ins gesamt sind in sechs Grafschaften etwa 325.000 Acres überschwemmt. Die Flut nähert sich jetzt allmählich dem Yalobusha- Fluß. Unter der Hilfsmannschaft von Swan- Bale herrscht die Ansicht, daß das ganze Deichsystent verloren ist. Das Geschäfts- und Regierungsviertel von Glendola ist überschwemmt. In dieser Stadt ruht alle Arbeit. Der amerikanische Gesandte in Abessinien verprügelt. Das Automobil, in welchem der Ges fandte der Vereinigten Staaten in Addis Aboba fuhr, rig einen Eingeborenen zu Boden, wobei Dieser am Fuß leicht verletzt wurde. Der Gesandte stieg aus dem Auto, um sich über den Zustand des Berletzten zu informieren. Es stellte sich ein eingeborener Polizist ein, der den Chauffeur des diese Verhaftung protestierte, entstand ein BoltsGesandten verhaftete. Als der Gesandte gegen auflauf, wobei der amerikanische Gesandte ver. prügelt wurde. Die Aufräumungsarbeiten an der Unglüds- 1Mannes mit Biller unterhalten habe und mit stätte haben die ganze Nacht auf Montag an diesem auch ein Liebesverhältnis unterhielt. Die gedauert. Bisher find elf Leichen geborgen; Frau tanzte fast ausschließlich mit Billner und man glaubt, daß damit die Zahl der Opfer ab als Michel seine Frau bewegen wollte, mit ihm gefchloffen fei. Zwei von den Toten fonnten noch nach Hause zu geben, wurde ihr von Biller ab nicht identifiziert werden. geredet. Verstimmt darüber, begab sich Michel nach Biller bewegen. Als der Frau der Einlaß in weil er eine Poſtſendung, die aus Amſterdam Bause und wollte seine Frau durch Verweigerung in weiten Ein unredlicher Postbeamter. Der Buda der Wohnung zur Aufgabe des Liebesverhältnisses pester Postbeamte Josef Tardy wurde verhaftet, bekannt geworden ist, hat eine Plakette geschaffen, mit die Goethes Kopf nach den Porträts aus dem die Wohnung verwehrt wurde, ging fie mit Bil- an einen Budapester Juwelenhändler gerichtet reifen. Mannesalter zeigt. Das aus Bronze ge Beuthen, 18. Jänner. Die Rettungsmann- ler wieder weg. In der Kapellengasse wurden war, Brillanten im Werte von 100.000 Pengo goffene Medaillon mißt 32 Zentimeter in Gefchaften in der Karsten- Centrum- Grube haben die beiden von Michel eingeholt. Es tam zu einer entwendet hatte. viert und ist auf einer Palisanderplatte( 50 mal Samstag spät abends die Leiche des Zimmer- Auseinandersehung zwischen den beiden Män50) befestigt. Der Preis stellt sich bei direktem häuers Weiß aus Beuthet geborgen. Weiß war nern, in deren Verlaufe Piller dem Michel mit Bezuge beim Künstler( Prag- Smichow, 3bo- Familienvater und ist zwei Tage nach dem Un- einem Dolche die beiden Stichwunden bei robsta 42) auf ungefähr 1200 K. Bei entsprechen- glück an den schweren Verletzungen, die er beim brachte. Die Verlegungen des Michel sind sehr der Nachfrage werden vom Künstler auch fleine Busammenbruch der Vorrichtungsstrede erfitt, in schwerer Natur. Piller wurde Montag Medaillons hergestellt werden. Der Goethe der Grube gestorben. früh verhaftet. ausschuß hat beschlossen, diese künstlerisch wertvolle Plakette zu empfehlen. Kalender der Goethefeiern. Ein agrarpolitischer Schulungskurs, der eine Woche dauern wird, wurde am 16. de. in Dittersbach eröffnet. Ant dent Sturs nehmen 23 Funktionäre der Partei, und des Verbandes der Seleinbauern und Häusler feil. San I aus Reischdorf im Erzgebirge war im Jahre Nach zwölf Jahren. Der Hausterer Johann 1919 von unbekannten Tätern überfallen und seiner Geldbörse mit 1000 K sowie eines Ballens Schnittwaren beraubt worden. Im Kaadener Bezirksgericht geftand jetzt ein Sträfling, den Ueberfall auf Hanl gemeinsam mit zwei Brüdern aus Wernsdorf ausgeführt zu haben. Die beiden Brüder wurden aus geforscht und verhaftet. lautet: R. F. B. Rotfront. Heute nachmittags ist auch die Leiche des zweiten Toten, des Hauers Misch aus Beuthen, unter äußerst gefahrvoller Arbeit geborgent morDer Goetheausschuß hat beschlossen, fort den. Meisch hinterläßt Frau und zwei Kinder. Er Revolverschüsse gegen eine Billa. Samstag in laufend über die in den judetendeutschen Sied lag ebenfalls unter Gestein eingeflemnit und ist früher Morgenstunde wurden auf das Wohnhaus lungen stattfindenden Goethegedenkfeiern zu be- erst nach vier Tagen von seinen Leiden ereines Vereitelte Bildungspflege. Vielleicht ist die Kölner Fabrikanten 18 scharfe richten, damit tunlichst vermieden werde, dag die löst worden. größeren Feiern am gleichen Tage stattfinden. Es Von den am 5. Jänner verschütteten 14 fer hier aufgezeichnete Einzelfall darnach angetan, chiffe abgegeben. Zehn Geschosse durchschlugen werden daher alle Veranstalter nochmals her; Bergleuten werden jetzt noch fünf vermißt. Trop den Bildungsbehörden zu zeigen, wie ihre Unter- Fenster und Türen. Berlebt wurde niemand. Im lich gebeten, an den Goetheausschuß( Herrn den fast übermenschlichen Anstrengungen der Ret- organe fich der Förderung der Bildungsarbeit in Borgarten des Hauses lag ein in Papier gewidelter Nerab, Brag VII., Simačkova 14) ehetunlichst tungsmanschaften schwindet nunmehr die utiffion in Schmöllnishütte( Slowakei) in der Fabrikant erschossen werde, wenn er die Lohnder Slowakei befleißigen. Die Ortsbildungskom- Siegelstein. Auf dem Papier stand geschrieben, daß bekannt zu geben, wann die einzelnen Feiern Soffnung, diese restlichen Verschütteten lebend der Unterzips veranstaltete einen Theaterabend. fürzung nicht rüdgängig mache. Die Unterschrift stattfinden werden. Wie zu erwarten war, ist die bergen zu fönnen. Die Schwierigkeiten, die sich der Zahl der Veranstaltungen groß, jede deutsche Rettungsfolonne entgegenstellen, wachsen ins Uneintraf, wurde sie von den Ortsbehörden zurüdge Bismardhütte in Oftoberschlesien schlug am Trotzdem die behördliche Bewilligung rechtzeitig Die Frau mit der Agt niedergeschlagen. In Siedlung wird ihre Goethegedenkfeier veran gebeure. Der Drud der Gebirges wird so stari, halten, die dann die Schlüssel zum Theatersaale Samstag mittags der Haarschneider Hartwig nad stalten, die Gefahr, dag innerhalb Kleinerer Land daß zur Verzimmerung der Rettungsstrecke die nicht ausfolgien, weil die behördliche Bewilli heftigen Wortwechsel seine 19jährige Ehefrau mit schaft zivei oder mehrere große Veranstaltungen üblichen Holzträger nicht mehr genügen. Man stattfinden, ist also groß. Der Goetheausschus baut deshalb jetzt in einem Abstand von je einem gung noch nicht eingelangt sei. Die Angelegenheit heftigent Wortwechsel seine 19jährige Ehefrau mit der Art nieber. Mit lebensgefährlichen Verbittet daher, den Tag der Abhaltung der Gedenk- halben Meter starte stählerne Ringe mit einem iit anzunehmen, daß die Bezirksbehörde, die ihre überführt. Der Ehemann stellte sich sofort nach der Grundlage einer Beschwerde geworden und es legungen wurde die junge Frau ins Krankenhaus feiern baldigst festzusetzen und zu melden. Durchmesser von 1% Meter ein, so daß die Ret- Bewilligung zur Aufführung gegeben hatte, die überführt. Der Ehemann stellte sich sofort nach der fungsstrecke das Aussehen eines Tunnelgewölbes untergeordnete Ortsbehörde darüber belehrt, daß erhält. Sämtliche Versuche, von dem Parallelgang Ortsbildungskommissionen auf Grund gesetzlicher aus in die alte Strecke einzubringen, sind bis- Bestimmungen eingerichtete öffentliche Bildungsher gescheitert, da man überall auf fehbare Brüche stößt. Es ist also höchst fraglich. ob die Fortsetzung der Rettungsarbeiten über haupt noch einen Zwed haben wird. Ein furchtbares Eisenbahnunglück bei Moskau Fauftrecht. Tat ber Polizei. Welche Filme sind kulturell- erzicherisch? Im Jahre 1931 wurden von der Zensur- jener erst nach 14 Tagen bekanntgegeben. organe find, deren Tätigkeit nicht gehemmt werden Störperschaft, die leider immer wieder von sich darf, am allerwenigsten von den Ortsbehörden, unliebsaches Aufsehen macht fünf heimische Moskau, 17. Jänner.( Taß.) Heute, Montag, denn die Ortsbildungskommission ist ein Teil der Filme als kulturell- erzieherisch erklärt, was mit beginnt vor dem Obersten Gerichtshof der Ortsbehörden, hat die gesetzliche Pflicht, sich der einer wesentlichen Abgabenermäßigung verbunden Prozeß in Angelegenheit des Zusammenstoßes von öffentlichen Bildungspflege anzunehmen tannt: Die Hundstöpfe", ein sehr mißglüdter, Vorortezügen in der Station Kossino- Uchtomskaja daran von niemandem gehindert werden. Es sentimental- romantischer Film nationaler Bräder Kajaner Eisenbahn in der Nähe von Moskau. Münster. 18. Jänner. Ein faum glaubhaf handelt sich hier feineswegs um einen Einzelfall. gung, der nur seinem historischen Hintergrund Am 2. Jänner abends gingen von Moskau im ter Ausbruch des Hasses und der Wut der Bevöl- Aehnliche Fälle ließen sich anführen. Dieser Fall diese Auszeichnung verdanken dürfte; Die Abstand von einigen Minuten zwei Züge ab. ferung hat sich in dem benachbarten kleinen Orte aber sei herausgegriffen, um die für die öffentliche Dritte Rotte" Jnnemanns letzter Film, Der erste Zug hielt, nachdem er die Station Kos Kattenvenne ereignet. Dort war vor einiger Bildungspflege verantwortlichen Aemter aufmerkvor einiger Bildungspflege verantwortlichen Aemter aufmerf der die Schlacht bei Zborow schildert und trop sino passiert hatte, an, weil sich ein Betrunke Zeit der Schreinermeister und Gemeindevor- sam zu machen, daß eine„ Belehrung" der Ge- betonter Objektivität im Wesen rein milita ner unter den Zug geworfen hatte. Das Zugs teher Hooge in den Abendstunden, als er in sei meindefunktionäre über das Wesen der Bildungs- ristisch und handlungsmäßig überſentimental personal des anhaltenden Zuges sorgte aber nicht ner Werkstatt tätig war, von der Straße aus ausschüsse in der Slowakei dringend notwendig it;„ Der Räuber", jener erste Film des für Warnungssignale, veshalb der nachfolgende durch Schüsse niedergestreckt worden. geworden ist. Regisseurs Kodiček, der weder mit Können, noch Zug mit einer Geschwindigkeit von 70 Stilo- Die Polizei vermutete, einen Racheaft und nahm Noch ein Todesopfer. Die Granaterplosion hat; Die Belehrung mit Kultur, noch mit Erziehung etwas gemein Dez metern in den ersten Zug hineinfuhr. Im den Kötter Altevogt und dessen Sohn unter dem Ferdys Augenblick des Zusammenstoßes fuhr außerdem Verdachte der Täterschaft fest, weil sie des öfteren in Blankenberg( Saale), bei der zwei Kinder hat; Die Belehrung cine Reservelo fo motive in die Trümmer- Drohungen gegen Hooge laut werden ließen. getötet wurden, forderte ein weiteres Opfer. Ein Pistora", Rodičets zweiter Film, der schon haufen hinein. Ein sich dem Orte des Zusammen- Darauf sammelten sich vor dem Hause der Fest fünfjähriges Mädchen, das 18 Eisensplitter im etwas besser ist, aber erst durch die rätselhafte stoßes nähernder vierter Zug wurde noch rechtzei- genommenen einige Männer und stürmten das Körper hatte, von denen einer die Schlagader im Entscheidung des Zenfurtörpers fulturellen Wert tig angehalten. Haus. In furzer Zeit war das Gebäude von den Oberschenkel durchschlug, ist im Stevantenhaus erhalten dürfte, und endlich„ Die Karriete Leuten, die die Wände mit Rammblöden ein gestorben. Ein sechsjähriger Knabe ringt mit dem des Paul Camrda", ein Prager Milieugeblödel, das man nur dann als wertvoll aner rannten, in Schutt gelegt und wurde vom Tode. Er wurde von 12 Splittern getroffen. fennen darf, wenn das naive Strizidasein derer in Dache bis zu den Grundmauern zerstört. Die Witwe nach Maximilian Harden, Selma Harden, ist Montag früh in Berliner Weitiana und um Ziztom als Charakteristifum für das im torium gestorben, wo sie Sonntag abend schwer tschechische Bolt angesehen wird. Nicht ausgezeich frant aufgenommen worden war. Man hatte sie net wurde von unsern strengen Sittenrichtern und in ihrer Wohnung bewußtlos aufgefunden. Allem Filmvormündern Machatys Von Samstag auf Anschein nach liegt Selbst mord vor. Sonntag", der erste heimische Versuch ohne Paris, 18. Jänner. Der Personenzug Baris Den Sohn erschossen. Wie aus Köln gemel- Lurus und Pflanz und Puder und Benzin", -Abbeville ist gestern abends bei St. Just ent det wird, feuerte in Radertal früh ein 50jäh- Boskovec' und Werichs erster Film, der besser ist gleift. Zehn Bersonen lamen hierbei ums Leben, Böhm.- Kamnik, 18. Jänner. In der Nacht riger Schreiner auf seinen schlafenden, 23jährigen als alle früheren tschechischen Tonfilme. Die zwanzig wurden verletzt. Das Unglück ist wahr vom Sonntag zum Montag gegen 2 Uhr kam der Sohn aus einem Armeerevolver einen Schuz ab. Bilanz einer sogenannten Kulturarbeit zeichnet scheinlich auf den Achsenbruch eines Wa- in der Kapellengasse in B.- Kamnit wohnhafte Der junge Mann wurde schwer verletzt und trefflich die Haltlosigkeit eines Zustands, der es gens zurückzuführen. Michel mit einer schweren Kopfverlegung auf mußte in ein Strankenhaus geschafft werden, wo gestattet, daß eine Körperschaft, die sich von innerDas Unglüd ereignete sich furz vor dem das Polizeiamt. Er gab an, daß ihm ein gewisser er, ohne das Bewußtsein zu erlangen, starb. Der politischen Grundsäßen und StaatssicherheitsgrünBahnhof der kleinen Station Saint Just. Troz Franz Piller die Verletzungen zugefügt habe. Vater, der mit seinem Sohn am Samstag mehr den leiten läßt, gleichzeitig über Kulturdes Achsenbruches fuhr der Zug, wenn auch mit Mit einem Rotverband versehen, wurde Michel mals Auseinandersetzungen gehabt hatte, wollte werte entscheiden soll, eine Aufgabe, der sie verminderter Schnelligkeit, bis zur ersten Weiche, in das Kamnitzer Krankenhaus gebracht. Bei der sich gleich nach der Tat erschießen, traf aber da- schon durch ihre anderen Gesichtspunkten entspringende Zusammensetzung nicht gewachsen sein wo die Katastrophe erfolgte. Die hinter dem be- näheren Untersuchung stellte sich heraus, daß neben und stellte sich selbst der Polizei. schädigten laufenden vier Wagen sprangen aus Michel einen Stich in das linte Auge und Die Hochwasserkatastrophe im Stromgebiet fann. Man ist bei uns an manches gewöhnt: ben Geleisen. Zwei Wagen gingen in Trümmer. einen zweiten Stich in den Rüden erhalten des Mississippi nimmt ungeheure Ausmaße an. welche Produktionsgesellschaft wird protegiert, Dicht an der Unfallstelle stand ein Weichensteller hat. Als Ursache zu der Tat Pillers geht aus den Unter Gefahr ihres Lebens versuchte die Ret- warum ist die Wahl auf diese Filme gefallen, von haus, das vollkommen eingedrückt wurde. Drei Aussagen des Michel hervor, daß die Frau des tungsmannschaft, die auf die Dächer der Häuser denen Kodičeks Fehlgriffe gewiß die AbgabenLeichensteller, die sich in Augenblick der Kata Michel sich auf der Maskenredoute des Deutschen geflüchtete Bevölkerung zu bergen. Die wild ermäßigung auf Kosten der notleidenden Gemein Strophe im Innern des Häuschens befanden, find Turnvereines in der denischen Turnhalle als tobenden Gewässer gestalten dieses Werk unge- den nicht verdient haben? Darüber müßte der Schwer verletzt worden. Maske stets, und zwar in Anwesenheit ihres heuer schwierig. Die Boote, mit denen die Ket- Deffentlichkeit Aufklärung gegeben werden! Bei dem Zusammenstoß wurden 65 Personen getötet und 131 verlegt. von denen drei ihren Berlegungen erlagen. 11 Zote bei einem Eisenbahnunglüd in Frankreich. Die Landjäger hatten die größte Mühe, die Frau und die Tochter Altevogts, die weinend ihre Sabjeligkeiten aus den Trümmern bergen wollten, vor der aufgeregten Menge zu schützen. Ehedrama. Nr. IS DiiuStag, IS. JSnnrr 1S3L Seite 8 Dar llateiMaagssesach. ,^Der Nächste!" Ein junger Bursch, der in der äußersten Eck« der laugen Holzbank gesessen hat, schrickt auf. Er blickt unsicher um sich, sicht dann auf, al- ihm di« übrigen Wartenden nickend bezeugen, daß er tatsächlich der Nächste sei, geht auf die Türe zu, die sein Borgänger offen«lassen hat, und verschwindet im anstoßenden Raum«. „Machen Sie die Tür zu!" Di«_ robust« Stimme mit schnarrendem Grundton überfällt den Burschen. Hastig wendet er sich um, nimmt vorsichtig di« Türklinke in di« klobigen Hände will recht behutsam die Türe schließen. Doch sie entgleitet seinen Händen und knallt mit aller Kraft zu; ein Peitschenknall durchzuckt den Raum. „Zumachen und nicht zuhauen! Hier sind Sie ja in keinem Stall, sondern in einem Amtsraum!" Der Bursch steht verlegen vor dem Schrrib- tisch. In den blau angelaufenen Händen halt er einen fleckigen Hut, der von Alter und Nässe erzählen kann. Verlegen blickt er auf den Tisch und wagt nicht, den Blick zu erheben und den Beamten anzublicken. Dieser betrachtet chn forschend und wartet.„No also, reden werd' ich, was?" Die Wangen des Burschen überflutet brennendes Rot. Mit Windesschnelle dreht er wie ein Mühlrad den Hut in den Händen. Dann greift er plötzlich, als besinne er sich eines Besseren, in die Tasche, holt einen blauen Zettel hervor und legt ihn auf den Schreibtisch. Teufel auch, beinahe hätte er diesen Zettel vergessen, und gerade dieser ganz gewöhnlich« blau« Zettel war es doch, auf den er alle Hoffnung gesetzt hatte. Der Beamte entfaltete den Zettel und liest. Er wendet den Wisch, der etwas fleckig und zerknittert ist, um und liest. Dann nimmt er die Zigarette aus dem Munde» und die robuste Stimm« wellt zum, Burschen über den Schreibtisch hinüber:»Ja, was glauben Si« den»? Meinen Sie vielleicht, daß w i r Ihnen den ZinS zahlen können? Wenn Sie einen Zins haben wollen, dann müssen S' ihn eben erarbeiten. Aber w i r sollen... haha..." Zum ersten Male hebt sich der Blick des Burschen und flattert furchtsam auf den Beamten hinüber.„Aber der Fursorgerat hat mir gesagt... hat mich geschickt.. „Der Fürsorgerat! WaS will der Fürsorgerat? Was glaubt der Fürsorgerat?— Der Fürsorgerat kann sagen, und der Fürsorgerat kann schicken, aber hi«r bin ich, und hier ist nicht der Fürsorgerat. So, und den Zettel da, den sttcken S' wieder ein, oder werfen S' chn wog! Mit dem Zins ist'S nichts." Es zuckt um di« Lippen des Burschen. In seinen Augen lagert Angst, Entsetzen. Der sl«k» kige Hut dreht sich mit SturmeSeile zwischen den beiden klobigen, blau angelaufenen Händen. ,Lch bin vier Stunden hergegangen,... und ich krieg' nichts,... ich bin..." Der Beamt« sieht auf. Was soll«r mit diesem Burschen onsangen?• Er will chn grob anfahren, denn über dreißig Parteien hat er bereits abgefertigt, und noch doppelt so viele harren der Abfertigung. Da m u ß doch di« Geduld reißen. Aber der Bursch— wie die Lippen zuk- ken...» der Hut sich dreht..., und in den erschrocken ausgerissenen Augen glitzert ein Etwas... Die Stimme ist weicher geworden.„Damit Sie den Zins kriegen können, dazu müssen Sie ein Gesuch machen. Daß Gesuch heißt:„Gesuch um Zinsaushilfe."— So, und wenn Sie das Gesuch gemacht haben, dann kommen S' wieder! Das werden wir vorlegen, und acht Tag« später können Sie den Zins kriegen. Das heißt: wenn das Gesuch bei der Sitzung genehmigt wird." Der Bursch schweigt und blickt zu Boden. Der Hut liegt still in den klobigen Händen, und Trostlosigkeit umfließt die Gestalt. Der Beamt« greift nach einem Bormerkblatt.„Wie heißen S' denn?" „Klemens Haberzettl." „Leben die Eltern noch?" „Die Mutter." „Und waS ist mit dem Bat«r?" „Den kenn' ich gar nicht." Der Beamte sieht auf. Augenblickslarrg. Er hört es täglich ein Dutzend Male, aber dennoch berührt es ihn eigenartig. „Wo wohnt denn di« Mutter?" „Das weiß ich nicht." „Sie werden doch wissen, wo Ihre Mutter wohnt!" brüllt ungeduldig der Beamte. „Nein. Ich hab' si« schon seit zwAf Jahren nicht mehr gesehen, und damals war ich noch klein." Der Beamte ist verdrießlich, denn er weiß nicht, wie er die vorgeschriebenen Rubriken auszufüllen hat. Und das Leben wickelt sich doch nur auf Grund säuberlich ausgefüllter Rubriken ab.- „Haben Sie niemand, der für Sie sorgt?" „Niemand." „Und keine Arbeit?" ,^eine." „Zu sorgen haben Sie natürlich für niemand. Und der Beamte macht einen Strich durch diese Rubrik auf dem Vormerkblatt. ,^ür ein Kind." „Mr was für ein Kind?" „Mein Kino." Schöne weißeZähne unter Beseitigung des häßlich gefärbten Zahnbelages erhalten Sie durch ständigen Gebrauch der guten Chlorodont-Zahn paste mit dem herrlich erfrischenden Pfefferminz-Geschmack. Tube Kc.4.-. an. i S' Wenn i S' Der Beamte sieht den Burschen sprachlos „Sie haben ein Kind?" „Ja." „Und wo ist die Mutter?" »Die ist fortgcgangen." Dem Beamten bleibt vor Erstaunen der Mund offen stehen. So etwas hat er doch noch nicht gehört.„Und wo ist die Mutter?"'' „Das weiß ich nicht. Sie hat mir das Kind zurückaclassen. Und plötzlich sagt her Bursch ganz leis« dazu:„Ein schr viel liebes Kind... Marie heißt's, wie di« Mutter." Der Beamt« weiß nicht aus noch ein. In welche Rubrik soll er dies alles eintragen? Plötzlich rafft er sich auf: ,F)hne Daten können nichts kriegen. Dorschrist ist Vorschrift. W S' alle- beisammen haben, dann kommen wieder!" Er steht auf, geht zur Tür«und ruft hinaus:„Der Nächste!" Ein Bursch geht heim zu seinem viel lieben Kind. Marie heißt's. Und ein Beamter füllt Rubriken auS. Zwischen beiden lagert die Kluft der Rubriken, die Menschen entfrenwet, in Lager teilt, verfeindet und so ziemlich das Häßlichste ist, was Menschenhirn erfinden konnte. Per Boll. Zwei Sensationsprozesse vor dein Prager Kreisgeridil. Aos der Welt der„sdidpferlsdiCB, privatwirtMhattiKiien Initiative'. Prag. 18. Jänner. Am heutigen Tag« begannen vor-em hiesigen Kreisgericht zwei aufsehenerregende Strafprozesse. Die Verhandlungen selbst lasse« freilich kein« Ueberraschungen erwarte», keine dramatische Steigerung, denn der Sachverhalt ist von vcrnhevein allzu klar. Aber als Zeitdokumente verdienen diese beiden Fäll« jede Beachtung. 1. Der Milllonendefraadant Sochorovfl^. Dieser Fall, ter seinerzeit viel Aufsehen erregt«, bedarf keines Kommentars. Milofla» Sochorov» flf, Disponent der Firma M r a ü«k, hat im Jahre ISA) Summa Summarum 2,256.000 Kronen defraudiert. Er hat sich nicht darauf beschränkt, seiner Firma Geld zu unterschlagen. Er hat auch ganz ordinär« und private Diebstähle und Unterschlagungen begangen, so z. B. der Frau ftineS Chefs ein« Brillant uhr herauSgekockt, di« Kasse geplündert u. dgl. m. Er hat bereits eine einjährig« Kerberstraf« hinter sich, waS nicht hinderte, daß er Disponent der Firma MraSek werden konnte. Man nahm die Vorstrafe bei ihm nicht tragisch, während bekanntlich g«wohnlich« Sterbliche, di« nicht völlig„unbescholten" sind, kür gewöhnlich auf-em Arbeitsmarkt geringen Kurs haben. Neben Sochorovsky sind angeklagt, sein Freund, der Vertreter Wenzel Palma, dessen Bruder Emil und Frau Franziska,'ferner di« Geliebte Sochorovsk^s, Rosa Ad am«c, 22 Jahre alt und Friseuse von Berus, und weit«rS die Freunde und Bekannten des Angeklagten Wladimir Mal-, Karl Fürst, Franz Novotny und Franz Parkan, die ihn bei feinen strafbaren Machinationen unterstützt haben. Bekanntlich wurde So» chorovs!- mit seiner Geliebten und dem Ehepaar Palma auf Capri verhaftet, u. zw. auf Grund der Angaben ein«- SihlastvagenkondukteurS namens SpaSek, der durch aufgefangene Bruchstücke der tschechischen Unterhaltung zwischen de« Angeklagten aus merksam wurde und die Polizei verständigte. Di« Verhandlung zog sich wegen Unklarheiten de- AuSliäferungSbegehrens geraum« Zeit hi», da nach d«n Grundsätze« des Völkerrechts ein von einem fremden Staat au-gelieferter Bürger nur nach den genau im AuSlieferunglbegehrrn bezeichnet«» Tatbeständen verfolgt wewen darf unformelle Mängel die Abwicklung des Sträfverfah- rent sehr hemmen können. Di« Angeklagten, die sich -essen wohl bewußt sind, daß«iü„reumütiges Geständnis"«in wichtiger mildernder Umstand ist, sind voll geständig. Unverkennbar haben sie sich mit Humor in ihr Schicksal gesunden. Di« sonst gänzlich uninteressante Verhandlung dauert« bis Legen Abend. Die Verhandlung leitet OGR. Trost. Der Prozeß wird vier Tag« dauern. * L Der Krach der„Bohemia-Bank". Gottes Mühlen mahlen nach dem Volksspruch„langsam aber schrecklich klein". Di« erstes Eigenschaft ist unbestritten, über die letztere gehen-te Meinungen der Sachverständigen auseinander. So ist es ziemlich ein Jahrzehnt her, daß die„Bohemia-Bank" verkracht«, ehe die Herren Verwaltungsräte und Direktoren aus die Anklagebank gelangten, wobei nicht verschwiegen werden darf, daß mehr als die Hälfte des damaligen-Verwaltungsrates bereits dieser traurigen Welt Lebewichl gesagt hat. Aber aktuell ist dieser Prozeß doch in dieser Zeit, wo um das Bankengesetz gekämpft wird. Dieser Prozeß bietet ein typisches Zeitbild. Eine Bank verkracht, weil«ine vollkommen unfähige Leitung sich in die unmöglichsten Geschäfte«»läßt. Eine Bank, die lediglich, zu Bankgeschäften konzessioniert und berechtigt ist, treibt Handel mit allen möglichen Waren: Chemikalien, Holz, Selchfleisch, Brombeeren, Haare und hunderterlei anderes wurde gehandelt und geschoben in diesen Rachkriegsjahren, dieser Blütezeit der„schöpferischen privatwirtschaftlichen Initiative". Leider mißlangen die Schiebungen, die a priori stümperhaft angelegt waren. Der Schaden(nach Schätzung der Buchsachverständigen) beträgt 176,379.767 Kronen. Die Verlust träger sind di« kleinen Einleger. Daß dies« Geschäft« unter„nationaler" Flagge getätigt wurden, bedarf keiner Erwägung. Auch Dr. Sch einer, der vorgestern bestattet« Obmann der „Soko l"-Gemeinde, gehört« dem Berwaltungsrat an. Bemerkenswert ist, daß dies« Patrioten vor allem Dollarspekulation vornahmen u. zw. patriotischer Weise a la Baisse bezüglich der tschechoslowakischen Krone. Di« Patrioten spekulierten auf den Ruin de: Währung des heißgeliebten Vaterlandes. Sie hatten sich verrechnet. Die Krone stabilisierte sich und der Dollar sank und mit einem Schlag waren Millionenverluste da. Daß die Tantiemen fast eine halbe Million ausmachten, daß«ine Dividende ausgezahlt wurde, als fast das gesamte Aktienkapital plus Reservefonds beim Teufel war, illustriert dieses Milieu wohl zur Genüge. Angeklagt sind im ganzen sieben Personen. An erster Stelle der 70jährige Josef Hhroß, br- scheidenerweis« als„Zuckerfabriksdirektor i. R." bezeichnet. Es ist aber allgemein bekannt, daß dieser arme Pensionist fast das ganze Bad P odö- b r a d besitzt— pärdon!— b«saß— denn zehn Jahre sind em« gut« Zeit und inzwischen ist alles auf di« Angehörigen überschrieben worden. Weiter ist angeklagt Herr Dr. Josef Kubikka(Großgrundbesitzer), Dr. Wenzel Piseeky, Dr. Ulrich Slavik, Direktor der„Rarodni Politika", die Direktoren W elg ne r, H av l u und Dr. B i s» kovskL. Ferner noch die Leiter der von der Bank gegründeten,^8 ohemia— International« Handelsgesellschaft" Floß und Buborn y. Die Anklage lautet auf das Vergehen der fahrlässigen Krida. Den Prozeß, der 1s Tag« dauern soll, leitet OGR. Hraba. Die Angeklagten erklären, nicht schuldig zu sein. Gleich bei der einleitenden Verantwortung regnet« es förmlich nationalistische und patriotische Redensarten. Der Hauptangeklagte H v r o ß ist wegen ernstlicher Erkrankung sticht erschienen. Das Verfahren gegen ihn ist anSgeschieden worden. Tie Verhandlung bracht« sonst nichts Erwähnenswertes. „ rb. Heitere». Blutsverwandtschaft. Die Königin Vikwria von England empfing eines Tages den Besuch einer „Königin" irgendwelcher England gehörigen Inseln. „Auch ich habe englisches Blut in meinen Adern", sagte die exotische Majestät. „Wie ist dar möglich?" fragte Königin Viktoria. „Mein Großvater hat den englischen Genercl Miller aufgegessen." Wer glaubt au Bessie? Am 17. Oktober erschien in sämtlichen führenden Zeitungen New Yorks«in« Anzeige mit folgendem Text: Wer glaubt an B«ssi«? Diese Wort« wurden gestern, am 18., abends um 8 Uhr 47 im Radio von einer Frauenstimme gesprochen. Wer kann mir sägen, von welcher Station auS? Ick bitte jeden, der mir Bescheid geben kann» um seine Hilfe! Ein LebenSgluck hängt davon ab. Jack SoameS, 15. Straße, Peachbuilding, 13. Stock. Wenn ein solche- Inserat in den New Dorker Zeitungen erscheint, was glauben Sie wohl, dürfte di« unmittelbar« Folge s«in? In unserm Fallt war eS die, daß ein lunger Mann ein« Viertel» stunde nach Erscheinen der Anzeige im 13. Stock oeS Peachbuilding den Fahrstuhl verließ und an die Tür klopfte, an welcher der Nam« Jack SoameS zu lesen war.„Herein", ertönte en« kräftige Stimme. Der junge Mann öffnete:„Guten Tag, Sir!" „Guten Tag, mein Herr! Sie wünschen?" „Sind Sie Mr. SoameS, Mr. Jack SoameS?" „Bin ich." „Sie baden da«in interessantes Inserat auf- ae geben. Ich komme vom„New York Herald. Der„New Aork Herald" glaubt, daß sich seine Leser für diesen Fall interessieren dürsten. Der „NewAork Herald"..." „Machen Sie es kurz!" »Mollen Sie mir erklären, was es mit dieser Anzeige auf sich hat?" Mr. Soames blickte an die Decke und zündet« sich umständlich eine Zigarette an. Dann sagte er:„Warum nicht? Vielleicht könnte«in Artikel sehr gut sein, Mister..." »^Thunder", verneigte sich der junge Mann. „Mr. Thunder, ich bin aramgeveugt. Es ist eine sentimental« Geschichte, die Sie hören werden. Bor zehn Jahren liebte ich. Wir man lebt, wenn man dreiundzwanzig ist. Sie war eine kleine Modistin. Sie hatte südliches Haar und südlichen Teint, aber hellblaue Augen. Sie war nicht nur das schönste, sondern auch das ungewöhnlichste Wesen, daS ich je kenn«» gelernt habe. Sie, Dorothy Mills. Ich gestand ihr mein« Liebe, und wir veäobten uns. Lebten glücklich miteinander, zwei Monate lang. Dann bekam sie«inen Fimmel. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, ein« große Schauspielerin zu sein. Ich versuchte, ihr die Id« auSzureden. Es war nichts zu machen. Sie blieb hartnäckig bei ihrem Einfall." „Verzeihung", sagte der Reporter und hörte mit Schreiben aus,„aber irren wir nicht vom Thema ab? Was Hai dies«, entschuldigen Sie schon, immerhin verjährt« Liebesgeschichte mit dem Inserat zu tun?- „Verjährt?" fuhr Mr. SoameS auf.„Verjährt! So etwas verjährt nicht! Ich liebe Dorothy noch heute ebenso wie damals. Außerdem hat das «in« ganze Menge mft dem Inserat zu tun. Also damals brannte Dorothy mir durch. Ich erfuhr, daß si« zu irgendeiner Schmiere gegangen war, stellte auch Nachforschungen an, konnte aber nie etwas erfahren. Gestern abend nun sitz« ich an diesem Ding da"—. Mr. SoameS zeigte mit auS- gestreckten Arme» auf den Radiolautsprecher, der auf einem kleinen Tischchen in der Nahe des Fensters stand—,„umr probierte an dem Apparat hemm. Da plötzlich horche ich auf. Meine Hände beginnen zu zittern. Im Apparat sprach«ine welche, vollendet schöne Frauenstimme. Ich erkannte sie sofort wieder; es war Dorothys Stimme. Sie sprach über ein« Besste. Ich habe alles vergessen, was sie sagte; nur der eine Satz ist mir noch im Gedächtnis geblieben:„Wer glaubt an Bessie?"— Atemlos lauschte ich ihrer Stimme und verschlang jedes ihrer Worte. Dorothy! Endlich gefunden! Denn es war mir klar, ich brauchte ja nur di« Beendigung ihrer Nummer abzuwarten, um zu hören, von wo sie sprach. Und wußte ich erst das, so war es ein leichtes, ihren Namen zu erfahren, ihren beutigen Namen, den sie als Schausp«l«rin vermutlich angenommen hat, ihre Adresse, all«», alles!" Na, also! Warum haben Sie dann eigentlich inseriert?" fragte der Journalist gespannt. „Stellen Sie sich mein Pech vor! Urplötzlich hört die Stimme auf zu sprechen. Statt dessen ertönt aus meinem Apparat ein fürchterliches rasselndes Geräusch. Weiß der Teufel, wo die Storung herkam! Ich wagt« nicht, den Apparat zu berühren, aus Furcht, die Station zu verlieren." „Direkt austegend". „Und wie! Denken Si« bloß, das schnarrende Geräusch dauerte vierzehn Minuten. Und als«S schwieg, da schwieg auch der Apparat! Ich habe bald geheult vor Wut! So ein Pech kann nur ich haben, ich, Jack Soam«S!" Er stand auf und ging ei» paarmal wütend im Zimmer auf und ab. Dann blieb er vor dem Reporter stehen und sagt«: „Cs ist gar nicht schlecht, daß Sie da sind. Schreiben Sie«inen Artikel! Wenn Sie wollen, gebe ich Ihnen eist Bild von Dorothy mit. Hier sst eS." Er nahm von einem Schranke di« Photographie eines schönen, schlanken Mädchens in einem veralteten Kostüm.„Wenn Si« daS Bild veröfstntlichen, so erfahre ich vielleicht doch noch etwas von ihr. Ich bin völlig verzweifelt. So nah« glaubte ich mich d«m Erfolge! Und eine «lende Störung im Apparat zerstörte mir alle mein« Hoffnungen!" Mr. Thunder drückt« Mr. Soames die Hand, um ihm sein Beileid zu bezeugen und zugleich Abschied zu nehmen, denn«r halt««S eilig. Der sensationelle Artikel sollte noch in di« Spatabend- auigabe. Er eilt« zum Fahrstuhl, der gerade hielt. Die Tür öffnete sich, und ein eiliger Herr schoß daraus hervor.„Cole!" schrie Thunder.„Sie sind wohl auch dem RadiogehetmniS auf der Spur?" „Wieso auch? Waren Sie etwa schon da?" „Natürlich!" ssrinste Thunder. Der Fahrstuhl sauste nach unten, und Thunder konnte nur noch Coles ärgerliches Gesicht sehen. Die„New Aork Sun", deren Vertreter Coke war, würde mit dem Artikel nachhinken! Damit begann d«r Wettkampf. Jede New Dorker Zeitung berichtet« in spaltenlangen Ar- tikeln über di« spannende Angelegenheit, und der Satz: ,^Ver glaubt an Bessie?" wurde zum geflügelten Wort«. Doch Dorothy wurde nicht gefunden. Mr. Soames erzählt« täglich zwanzig Reportern, er würde immer gramgebeugter, und di« Zeitungen brachten Bilder mtt der Unterschrift:„Der gramgebeugte Mr. Soames am Radioapparat" oder„Der grvmgr beugte Mr. Soames studiert die Rundfumzeitungen auf der Suche nach Dorothys Namen." Bei allen Radiostationen hatte man angeftagt, amerikanischen und europäischen, aber keine wußte Bescheid, wer den Satz gesprochen hatte:„Wer glaubt an Bessie." So veraingen vier Wochen. Eines Abends aber konnte man— wieder in sämtlichen führenden New Nork«r Zeitungen -*■ folgendes Inserat lesen: Wer glaubt an Bessie? So lautet der Titel eines neuen, aufsehenerregenden Tonfilms, der am morgigen Abend um 9 Uhr zur Aufführung gelangt im Plaza- Cinema. Di« meisten Leut« dachten, der Film wäre nach jener Presirsensation benannt worden. Nur ein paar Gescheite begriffen, daß die ganze Presse- sensation inszeniert worden war— um für den Tonfilm Reklame zu machen. Ein« sehr billige Reklame. Denn das Inserat in den Zeitungen hatte all«» in allem bloß 87 Dollar und 14 Cents gekostet. Und eine sehr wirkungsvolle Reklame. Denn dieser Tonfilm, dessen Titel an die erschütternde Lieb« de»„gramgebeugten Mr. Soames" erinnerte, lockte jeden Abend Tausende und aber Tausende in das Plaza-Cinema, Är. Soames aber, dem die Tonfilmgesell- schaft für seine Hilfe bei dem Reklametrick ein Promille der Einnahme versprochen hatte, konnte sich kürzlich eine entzückende Villa kauf«» und «inen prachtvollen SechSMinderwagen, in dem er seine Frau Dorothy, mit der er schon seit zehn Jahren verheiratet ist, täglich an das Plaza- Cinema fahrt, wo sie eine Weile halten, um den Menfchenstrom zu betrachten, der sich durch die Eingangspforten deS Kinos walzt, und wo si« schmunzelnd auSr«chn«n, was si« heute wieder vÄient haben. Kurt Miethke. Seite 6 Dienstag, 19. Jänner 1932 PRAGER ZEITUNG. " Aus der Partei Jugendbewegung. Ft. 10 Bezirksorganisation Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Jahresversammlung. Mittwoch, den 20. Jänner 1932, abends hauses( Bergstein). 1. Berichte. 2. Neuwahlen. 3. Anträge. 4. Anträge. Wir erwarten das Erscheinen aller Barteimit Sport * Die Bezirksvertretung. * Spiel Körperpilege Bürgerlicher Sport. Eine Blamage. Absage der Europa- Meisterschaften im Eishockey. Sozialdemokratische Bildungsstelle Prag. Nach der Wahl des Prager Primators. Die seines vorlauten, aber wißigen Ranglisten, der sich Der Vertrauensmännerkurs findet Dienstag Selbstwehr", das Prager Organ der Zionisten, überall zurechtfindet, immer wieder seinen Chef vor abends, den 19. Jänner, um 8 Uhr im Küchenbringt in ihrer letzten Folge einen Artikel des der teuren Liebe beschüßen will und mit unverwüft- saale, Prag II., Fügnerovo nam. 4, statt. Prager zionistischen Stadtverordneten Dr. Friedlichent Humor über alle Vervidlungen bis zum Thema: Die Organisation der sozialdemokratimann, in welchem dieser die Behauptung auf guten Ende hinwegkommt. Dieser ursprünglichste schen Partei", Vortragender: Gen. Ernst& Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftsstellt, daß bei der Wahl des Prager Primators aller Prager Schauspieler tobt sich diesmal nicht Paul. im ersten Wahlgang von den vier deutschen durch eine Reihe mehr oder weniger wichtiger Stich- Bezirksverein Arbeiter fürsorge", Prag. AusStadtverordneten zwei für Stula gestimmt hät wortbringer, sondern hat am Szenengerüst festgeschußßigung heute Dienstag um halb 8 Uhr abends ten. Daß dies bei dem Vertreter unserer Partei halten und beherrscht die Bühne weniger durch im Verein deutscher Arbeiter, Smeetagasje. Da im Prager Rathaus nicht zutreffen tann, liegt Extempora, als durch wirklich großes mimisches wichtige Punkte auf der Tagesordnung sind, bitten auf der Hand und geht überdies aus der Notiz, Können; er stellt einen alten Junggesellen mit einer wir um vollzähliges Erscheinen. die wir in unserem Blatte nach der Bürgermei Naturtreue, die zu bewundern ist, und manche sterwahl veröffentlicht haben, flar hervor. Im Uebertreibungen entschuldigen läßt. Das Wesen gestrigen„ Montagsblatt" nehmen nun die drei seiner Erfolge besteht darin, daß er immer wieder Wochenendschule: Unser Jugendverband glieder. Deutschbürgerlichen Gemeindevertreter zu der An- überraschend eingreift, daß er den Dialog mit Im Rahmen der allgemeinen Bildungsarbeit, die gelegenheit Stellung und erklären, daß sie alle echtem, ungefünftelten Witz souverän beherrscht und eine der Hauptaufgaben des Sozialistischen JugendDrei bei der Wahl des Primators leere Stimm- ausdehnt, daß ihm die Einfälle, so gut sie auch vor- verbandes überhaupt ist, veranstaltete die Prager zettel abgegeben haben. Es liegt nun an der bereitet sein mögen, scheinbar immer erst im S. J. eine Wochenendschule mit dem Thema:„ Unser Selbstwehr", bezw. an Herrn Dr. Friedmann, Sprechen tommen, so daß er stets den Eindrud S. I. eine Wochenendschule mit dem Thema:„ Unser bie zivei deutschen Stadtverordneten zu nennen, ungebundenen und ungezwungenen Sumors hervor Jugendverband." Unser Referent, Jugendgenosse die nach seiner Behauptung Stula gewählt haben. rufen kann. Schon äußerlich ist diese Figur, die Rudolf Geißler- Teplik, leitete feinen Vortrag Wenn das nicht geschicht, wird sich die Selbst- jeder, der noch Verständnis hat für ungezwungenes schilderte das erste Aufkommen einer zu Beginn noch mit einem furzen geschichtlichen Ueberblick ein. Er wehr" und wird sich insbesondere Herr Doktor Schauspielen, gesehen haben sollte, selten einpräg- childerte das erste Aufkommen einer zu Beginn noch Friedmann den Vorwurf gefallen lassen müssen, sam; die zerknitterten Hosen, der alte Gehrod, die unorganisierten Jugendbewegung, die erbitterten Teichtfertige Verdächtigungen auszusprechen und Halbglabe und dabei die immer tätigen und beweg Rämpfe gegen das damals noch schwere Joch der es mit der Wahrheit nicht sehr genau zu nehmen. ten großen Hände geben ein Bild gang ungewohnter Ausbeutung, die ersten Versuche einer ZusammenEinheit in der Darstellung des ewig wichtigtuenden fassung in Organisationen. Schon die ersten Jugend- Der tschechoslovakische Verband für kanadisches Spießers, der mit aller seiner angeborenen Ehrlich- organisationen stellten sich ähnliche Aufgaben wie Eishoden hatte vor einigen Tagen eine Nachricht in Kunst und Wissen teit doch mehr ein pfiffiger Schelm ist. Neben unsere heutige Bewegung; die österreichische Bewe- die Presse lanciert, daß er die Europameisterschaft Burian bewegt sich diesmal ein ziemlich gutes gung stellte die Bildungsarbeit, der belgische im Eishockey in Prag unter allen BedinStadttheater Teplitz- Schönau. Die Kammerspiele Stegl, deren Spiel gut abgestimmt ist und ein fast reichsdeutsche den wirtschaftlichen Kampf Verband veröffentlichen, daß er diese Veranstaltung Stadttheater Teplitz- Schönau. Die Kammerspiele Ensemble, Frau Grossova, die Herren Svitat und den Kampf gegen den Militarismus, die gungen durchführen wird. Nun läßt derfelbe brachten am Sonntag in den Vordergrund. Dann erläuterte Genosse nicht durchführen kann und sagte sie offiziell a b. Brücke" von Robert E. Sherwood in der stets bewegtes Szenenbild gibt. Geißler in knappen Worten das Programm, den Als Grund für diese Absage schiebt man die Nichtdeutschen Bearbeitung von Heinrich B. Kranz, Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Aufbau und die Satzungen unseres Jugendverbandes. fertigstellung des Wintersport it a auf die Bühne. Ein Kriegsstüd, das in London, Heute, Dienstag, 7% Uhr:„ Das Herz", Oper Die für den nächsten Tag gestellten Themen: im Dezember 1917 spielt. Steine mit starken Atzen von Pfizner( 81-1). Mittwoch, 7% Uhr:„ Die Mädel in unserer Organisation", und„ Aelteren ter: zum Bekennen aufrufende Tendenz. Dafür einem weißen Rößt", Singspiel von Müller- und Jüngerenarbeit im Jugendverbande" lösten eine ins Legendäre spielende Poesie, ein erschütternder Benatty( 82- II). Donnerstag, 7½ Uhr: rege Debatte aus, in derem Verlaufe eine Reihe Blid in die vereinsamten und verelendeten Seelen Gestern und heute"( 83- III). Freitag, wertvoller Anregungen für die Lösung dieser der Menschen, die im Hinterland wie draußen 7% Uhr:„ Der Troubadour", Oper von Verdi Probleme fiel. Besonderes Interesse erweckten die int Schützengraben an der Front stehen, einem( 84- IV). Samstag, 7% Uhr Ensemble- Ausführungen unseres Referenten über die JugendSchidjale gegenüber, das sie nicht begreifen, das sie gastspiel Curt Bois:„ Dienst am Kun Internationale und die ihr angeschlossenen Verbände. nur erleben fönnen in der Vernichtung ihres Men- den", Schwank von Bois und Hansen( Abonn. Genosse Geißler hat wohl allen Teilnehmern eine schentums. Der Soldat auf Urlaub und die Dirne aufgehoben). Sonntag, 7% Uhr: Ensemblegast Menge neuen Wissens bermittelt und wir freuen von der Waterloo- Brücke begegnen einander, lieben spiel Curt Bois:„ Dienst am Kunden"( Abon uns schon, ihn bei der Fortsetzung dieser Wochenendeinander und schenken einander, was ihnen noch genement aufgehoben). Montag, 7% Uhr: schule, die noch die restlichen Probleme behandeln blieben ist in der Not des Herzens. Dann müssen Gestern und heute"( 85-1). soll, begrüßen zu können. sie Abschied nehmen; er wird kämpfen; sie wird auf Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Dienstag, Besonders wichtig erschienen uns die Ausführunden Strich gehen. Vielleicht werden beide fallen; 8 Uhr:„ Nina", Komödie von Bruno Frant( Ab.). gen Geißlers über den Militarismus. Auch wir vielleicht werden sie gesund" aus dem Elend herMittwoch, 8 Uhr: Juwelenraub in der werden mit Begeisterung die geplante Aktion des auskommen. Krieg! Wer fragt nach Menschen- Kärntnerstraße", Lustspiel von Fodor( Ab.). Jugendverbandes: chicksalen! Die vier Bilder wurden von Dir.( Ab.).- Donnerstag, 7% Uhr: Professor Fris Rennemann ungemein wirkungsvoll in Bernhardi( Freier Berkauf und Bantbeamtenjzeniert. Liselott Reger( Myra), Wilhelm Althaus( Roy) spielen die führenden Rollen mit vol- Gruppe II). Samstag, 7% Uhr:„ Gestern Sonntag, nachmittags ler Hingabe. Christa Christ I( Ritty) bestätigt sich 3 Uhr: Kümmere dich um Amelie", aufs neue als feinbeobachtende Künstlerin und Schwant mit Musik von Feydeau, Nad und Grün Maria Frene entvidelt mit der Frau Hobley Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker eine Charakterstudie gang großen Formates.Die( b.). Abends, 7% Uhr: Erstaufführung:„ Ein Erstaufführung fand starten Beifall; Regisseur und entzüdender Mensch", musikalisches Lustspiel S. 3. II. Dienstag, den 19. Jänner, 18 Uhr von Letraz und Straus. Montag, 7% Uhr: Ausschußsigung im Continental. Alle Darsteller wurden herzlichst gefeiert. fomtnten! Professor Bernhardi"( Ab.). 20 Uhr: Funktionärturs im Heim am Fügnerplas Nr. 4. Mittwoch, den 20. Jänner, feine eigene Veranstaltung. „ Die WaterlooErnst Thöner. " " und heute"( Ab.). " W. Lg. Mitteilungen aus dem Publikum. Blafta Burian in Konto X". Noch selten hat der beliebteste aller Prager Darsteller einen derartigen Erfolg erzielt, als nun in der erweiterten und seinen Groteskbedürfnissen angepaßten Rolle des Sollizitators Duchaček; das nicht gerabe be Das Rezept des Augenarztes deutende oder besonders interessante Lustspiel der kann nur dann seinen Zweck erfüllen, wenn das Liebe eines jüdischen Advokaten zur adeligen jungen Augenglas fachmännisch angepaßt wird. Lassen Sie Dame, die sozusagen in einer höheren Gesellschafts- Ihr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag, Graben 2, flasse lebt, wird in Burians Umarbeitung zu einem gelungenen Rahmen für die unvergeßliche Figur „ Gestern und Heute." Palais„ Koruna", ausführen. für die Herabseßung der Rüstungen, der Militärdienstzeit und der Militärausgaben", ,, für die Demokratisierung der Armee!" ,, für die Einseßung von Soldatenräten" unterstützen.. -baKreisleitung der S. J. Prag. Donnerstag, den 21. Jänner, um 7 Uhr im Verein deutscher Arbeiter. Pünktlich kommen! Fortseßung der Wochendschule Freitag abends um 8 Uhr im Verein deutscher Arbeiter. Thema: was muß der Jugendfunktionär vom Recht wissen?" Referent: Genoffe Dr. Egon Schwelb. Rote Falten, Prag. Mittwoch, 6 Uhr, Falkenrat. wählt es das Ende so vieler Schüler, Soldaten oder anderer Menschen in Uniform: den Freitod, den die Oberin natürlich als Unglüd erklärt; um jener Mütter, Tanten und Prinzessinnen willen, deren Weltanschauung in ihrer ganzen Hohlheit gezeigt wind. " dions bor. Dies war aber doch dem Verband lange Zeit genug bekannt, ebenso wie er wußte, daß er als erste Hand die Europameisterschaften durchführen soll. Jeht nun, knapp vor dem Termin, die Absage so bequem mit dem unfertigen Stadion zu begründen, ist jedenfalls mehr als faden cheinig. Seit vorigem Winter hat man sich das ganze liebe Jahr nicht um das Stadion gelümmert und fell es sozusagen über Nacht fertig sein! Weitbliflend zu sein, das ist schon von jeher nicht die große Tugend bürgerlicher Sportführer gewesen. ** jept Die Europameisterschaften wird nun Deutschland durchführen, und zwar werden sie im März im Berliner Sportpalast ausgetragen. In Bari 3 wurden Samstag die Europameister Die neuen Europameister im Eiskunstlaufen. schaften im Eiskunstlaufen mit der Meisterschaft int Baarlaufen abgeschlossen, die von dem französi schen Paar Brunet- Brunet gewonnen wurde. Die Einzelmeisterschaft der Herren gewann sicher der Wiener Schäfer und die der Damen fiel an die Nonvegerin Sonja Henie. Die Wieneria Solobsty, von der man sich sehr viel versprad), fam nur auf den vierten Plaz, während Frizi Bürger Wien) den zweiten besetzte. Eishockey. Troppau: EV. gegen Hafoah Wien 12: 1. Brünn: LTC. Prag gegen BrünGablonz: ner deutsch- tschechisches Team 17: 0. DEHG. Prag gegen EV, 3: 0. Preßburg: CEK. Bratislava gegen Maffabi 4: 0. Stafcha u: KTH. Krynica gegen S. 1: 0. Wiener EV. gegen TSV. 3: 1. Grashoppers Zürich gegen HC. Milano 3: 2 und 1: 0. Paris Kanada gegen Frankreich 6: 1. Leoben: Mailand: DFC. Prag gegen Nuselsky S. 6: 0( 3: 0). DC. eröffnete mit diesem Spiel seine Saison und gewann leicht. Die Nusler zeigten vor der Pause ein annehmbares Auftreten, gaben das nachher aber auf und pielten äußerst hart. Im Winterturnier der Profi wurden Sonntag die ersten Hauptspiele ausgetragen. Die Te pliger eine Welt, die erfüllt ist von herzlosem Drill, sie erwiesen sich wiederum als eine Mannschaft, auf die wird ins Einheitskleid gepreßt und soll nach vorkein Verlaß ist; sie wurden von den ohne Bejbl gezeichnetem Plan Tag für Tag das gleiche tun, spielenden Bohemians mit 0: 4( 0: 1) geschlaEndlich wieder einmal modernes und echtes soll mit einem Mal ihr Anrecht aufs Leben hergen. Bei den Bragern war die Verteidigung sehr Theater auf der Prager deutschen Bühne; diese geben, um dem Vater, der Familie Ehre zu machen. gut, während bei den Teplikern diese und der AnTragödie aus den Mädcheninternat ist von der Das Kind, die erwachende Frau sehnt sich nach griff bis auf Kofics versagten. Das zweite Spiel Engländerin Christa Winsloe erlebt und hin- Wärme, nach Liebe, nach dem erhebenden Hauch Das Stüd, desjen scharfe Milieutritit Anlaß zu Sparta- 2ibeň endete zwar mit bent gleichen reißend wiedergegeben. Nach der Revolte im Er einer liebenden Person, sie stößt sich an allen Eden einem ausgezeichneten Film unter dem Titel Ergebnis, doch waren die Vorstädter ebenbürtige ziehungsheim", nach Forsters Der Graue" fieht und Enden der Disziplin wund und ihre Unsicher. Mädchen in Uniform" war, hat in Prag Gegner, denen es nur an schußträftigen Stürmern man jest das Milieu der weiblichen Erziehungs- heit reift zur heißen Verehrung, ja zur Liebe für ebenso wie früher in Wien und Berlin beim Publi fehlt. beime, preußischen Gepräges in drei anklagenden die einzige Lehrerin, die zu den Kindern vor allem tum fichtlich eingeschlagen. Hanns G53, der Re Aften, die das Problem von der richtigen Seite Mensch und nicht Aussichtsperson sein will gisseur, wußte diese Welt der Frauen, in der es anpoden: es tommt nicht so sehr auf das individuelle Das Leben in der Anstalt ist lebendig gezeichnet: diesmal ohne Mann abgeht, sorgfältig herauszu Erleben an, nicht so sehr auf die persönliche Trader Neuling bekommt seine Pflegemutter, die mit arbeiten und erzielte in den großen Auseinander gödie eines oder einiger Mädchen, sondern auf die ein paar Säßen alles das aufklärt, was für normal sehungen dramatische Effekte, wie noch selten. Frl. Anprangerung eines Systems, das sich, gestützt auf dentende Menschen recht unverständlich bleibt, von Carpentier spielte die Manuela als weiches, Sonstige Ergebnisse. Sa az: Čechie Laun gegen tiefe, historische Wurzeln, bis in unsere Tage hinein der verbotenen Schokolade bis zum militärischen anlehnungsbedürftiges Wesen, das aber noch genug D. 3: 1( 0: 1)! Pilsen: Viktoria gegen behaupten konnte. Das Stüd selbst ist mit den Appell und der minutengenauen Zeiteinteilung; die Kraft hat, auch in engstem Milieu sich aufzulehnen S. Ratonit 5: 1( 2: 0). Na chod: SK. gegen strengen Maßen des folgerichtigen Dramas gemessen, Rene steht aber auch eine gange Reihe von Rangen, und schließlich an der Enge dieser Welt buchstäblich Olympia Königgrätz 10: 0.- Wien: Sportting nicht ganz einwandfrei: die Berwicklung und die die noch nicht vom Drill gebrochen sind und freundet zerschellt; ihre Gegenspielerin ist Frau Meller, gegen BAC. 5: 2( 3: 0), Admira gegen RasensportLösung zugleich erhalten den Hauptanstoß durch sich mit einem frohen jungen Ding an, dessen Humor die es versteht, die rauhen und weichen Seiten der freunde 3: 1, WAC. gegen Donaustadt 10: 0. einen bloßen Zufall, erscheinen in den Charakteren fo richtig in der Schwärmerei für Hanns Albers, geliebten Lehrerin in richtigen Tönen zu treffen Dresden:' Ujpest Budapest gegen Sportklub 2: 1. der weiblichen Gegenspielerinnen nicht restlos be- den Göttlichen, ausgedrückt wird. Ihnen gegenüber und in den Auseinandersetzungen mit dem Kind( 1: 1). Nürnberg: SpVg. Fürth gegen 1. FC. gründet. Aber dieser Einwand verschwindet ebenso gibt fast jeder Satz der Lehrerinnen Anlaß zu schärf- und der Oberin große Akzente findet; Frl. Reich 2: 1. Berlin: Minerva gegen Hertha- BSC. wie die Tatsache, daß es hier nur um ein Teil- item, gefühlsmäßigen Widerspruch: das normale in spielt den kleinen, vorlauten Pensionatsfragen 4: 2( 1: 1). Hamburg: HSV. gegen Viktoria problemt geht weil nicht alle Mädchen unserer Empfinden bäumt sich auf gegen die Oberin, die mit unglaublicher Sicherheit, läßt feine Pointe aus 3: 1. Zeit in feudalen Internaten erzogen werden vor immer von preußischer Zucht und Ordnung spricht und hatte oft Senderapplaus; sehr gut, namentlich der Karen und verständlichen Tendenz, die in der und die Zöglinge nur zu brav gebärenden Soldaten- im Figuralen ist Frau Bertram als Oberta; unvergeßlichen Auseinandersetzung zwischen Oberin müttern erziehen will, gegen das ewig duckmäuse Tilde Ondra wußte die inspizierende Prinzessin und modern denkender Lehrerin Ausdruck findet: es rische Fräulein v. Resten, die jede Borniertheit und mit feinem Humor zu ironisieren; fehl am Platz ist Sonntag, ist nicht Sinn und Zweck der Anstalt, Slavenseelen unwahrheit gehorsam nachspricht und gegen die leider Frau Medelsky als ewig gebüdtes Fatheranzubilden, sondern freie Menschen. Sprachinstruktorinnen, die wegen eines Rindes" totum, ihr paßt ein grader Rüden besser als ein In der freien und loderen Art Shakespeares ihre Existenz nicht aufs Spiel sezen wollen. Nur gekrümmter, und dann Fr. Inge Rahm, die mit find die Szenen aneinandergereiht, die durch das eine von ihnen sieht mit wachem Auge, daß das ewig weinerlichem Afsent ein wahres Pensionatsrersönliche Geschid eines empfindsamen, frühreifen, Kind von den Rädern dieser Fehlerziehung zermalmt hascherl darstellt; auch Frl. Warnholz ist keine auch ein wenig abnormalen Mädchens und seine wird, und zu diesem Frl. v. Bernburg entbrennt glaubhafte, schmeichelnde Französin. In kleineren Beziehungen zur bergötterten Lehrerin verbunden das Kind in Liebe, die sie in Trunkenheit, nach Episcden leistet Bertl Halovanicz trefflich Burfind. Diese Manuela ist mit ihren fast 15 Jahren, einemt Fest in die Welt schreit. Das Werf läßt die schifoses. Die Aufführung, die feinen Vergleich zu Sind und erwachende Frau zugleich: sie wird in das Frage absichtlich offen, ob es hier nur um eine scheuen braucht, hatte verdienten Erfolg, der sich nach dem gleichnamigen Bühnenwert von Peter Internat gebracht, das von den Lehrerinnen be itärfere Mädchenschwärmerei geht, oder um ber- heffentlich in gesteigertem Interesse der Deffentlich zeichnend immer wieder Anstalt" genannt wird, botene" Liebe; und sowie man dem Kind mitteilt, teit ausdrüder: wind. fic fommt in ein faltes, unpersönliches Institut, in daß es von dieser Liebe streng geheilt werden müsse, Drud: Rota" A.-G. für Zeitung und Buchdrud, Prog. Für den Drud verantwortlich: Otto Golit, befrebatteur: Wilhelm Rienez. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Straus, Brag. Setansgeber: Siegfrieb Taub. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kč 16.-, bierteljährlich Kč 48.Brag. Die Seitungsmartenfrankatur wurde von der Post u. Telegraphendirektion mit Erlaß Rt. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. balbjährig Kö 96,-, ganzjährig Kč 192,-,- Juferate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlag. Rüdstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmatten. den 7. Feber, läuft im Wran Urania Sino als Sondervorführung der Sozialistischen Jugend Prag der Film .Giftgas über Berlin" Walter it stig. Beginn 2 Uhr. Martin Lampel. Ermäßigte Preise.