Nr. 54. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post ZeitungsPreisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. a Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Rolonel getle oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Militarismus. Sonnabend, den 4. März 1899. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3 " " " das gesammte Leben unseres Zeitalters durchziehen, am zu, daß die ganze Erzählung, die sie der Oeffentlichkeit schärfsten ausgedrückt. Herr v. Tiedemann sprach es selbst sowie der Staatsanwaltschaft aufzubinden versuchte, eitel Zwei Melodien durchzogen am Freitag die Reichstags aus, daß im heutigen Militärsystem das Offiziertorps Flunkerei ist. Debatte. Die eine, die gestern der Kriegsminister angeſtimmt eine bevorzugte Klasse" bilde. Wenn darum Bebel Herr v. Stumm läßt die Post" schweigen, weil sie behatte, von der Verrohung der Jugend, und die andere, in an Einzelfällen zeigt, wie mild die Militärjustiz Vergehen von wiesen hat, daß sie, wenn sie nicht schweigt, das Spiel ihres deren Absingung jeder Redner der bürgerlichen Parteien seinen Offizieren auffaßt, wie furchtbar dagegen gewöhnliche Soldaten Herrn und Meisters schädigt. Der Herr und Meister selbst Vorfänger durch pathetische Stimmfülle zu überfingen fuchte, bestraft werden, so ist das eine um so härtere Verurtheilung aber benutzt seine Immunität als Reichstags- Abgeordneter von der Herrlichkeit der deutschen Armee, deren Glanz nur so des militärischen Systems, je mehr das Wort des Krigs- zur Ausstreuung von Unwahrheiten, von Verleumdungen. böswillige Nörgler, wie die Sozialdemokraten nun einmal ministers wahr ist, daß auch die besonderen Milderungs- Herr v. Stumm bezeichnete am Freitag im Reichstag die feien, zu verdunkeln wagten. bestimmungen gewissenhaft für die Untergebenen angewandt vom Vorwärts" veröffentlichten Briefe als, vom VorBebel hatte gestern an einer Reihe von Einzelfällen werden, denn es zeigt dies, wie unfähig eine bevorzugte wärts" gestohlene Briefe". die Mängel und Flecken des Militarismus aufgewiesen. Der Klasse ist, wahrhaft objektiv über eine andere zu richten. Herr v. Stumm hatte das Glück, daß seine Aeußerung Kriegsminister konnte auch heut seine Beschwerden und Bebel wies sehr zutreffend den Vorwurf zurück, daß er unter der Präsidentschaft des freisinnigen Herrn Schmidt nicht entkräften; der Versuch, Bebel Unrichtigkeiten vor die Armee beleidige und herabseze: Bilden sich denn gewisse fiel. Vielleicht hat Herr v. Stumm es so eingerichtet. zuwerfen, weil er z. B. gesagt habe, Graf Stolberg- einzelne Streise, und wären sie auch noch so maßgebend", ein, daß er seine Verleumdung aussprach, als der Freifinnige Wernigerode habe den Sergeanten Scheinhardt nicht erfie feien die Armee?" Wenn die Sozialdemokratie im Reichs- präsidirte. Herr v. Ballestrem rief Tags zuvor seinen Freund stochen, sondern mit dem Degen geschlagen, daß er daarn tag ihre Aufgabe nicht darin sähe, zu kritisiren und zu Ver- Lingens zur Ordnung, weil er die Evangelischen" beleidigt habe. verstarb, mißglückte völlig, und in dem besonders charakte- besserungen anzuregen, sondern darin, dithyrambisch zu loben Herr v. Stumm hat einem Blatte die Verleumdung angehangen, es ristischen Elbinger Falle- Bestrafung eines Sozialdemokraten und in vaterländischem Eigendünkel zu prunten, so könnte sie habe Briefe gestohlen, indem er wußte, daß drei Mitmit 14 Tagen Arrest, weil er vor Gericht die Wahrheit freilich auch die Armee verherrlichen, sie tönnte glieder des Blattes Reichstagsabgeordnete gefagt hatte mußte sich der Kriegsminister auch vom die Züchtigkeit und den Eifer unserer Sol- find. Diese reichstagsnotorische Thatsache mußte Abg. Gröber sagen lassen, daß die Militärbehörde aus der daten feiern, die, trohdem sie in ein System auch Herr Vizepräsident Schmidt kennen, und erinnerte er Erfüllung einer bürgerlichen Rechtspflicht nicht eine rechts- gespannt sind, das einem freien Mann wenig sich ihrer nicht, so hat ihn Abg. Singer fofort darauf aufmerkſam widrige Handlung konstruiren dürfe, mag es sich auch um einen gefällt, freudig ihre Pflicht erfüllen, gemacht. Dennoch unterließ Herr Schmidt, den Abg. v. Stumm Sozialdemokraten handeln. aus Liebe zum Vaterlande und in der zu rügen. " " Da man solcher Art den sozialdemokratischen Anklagen Soffnung, daß es gelingen wird, die Armee Unter der Leitung des freisinnigen Vizepräsidenten wird nichts entgegenstellen konnte, mochte man sich um so eifriger aus einem Werkzeug gegen den inneren Freiherr v. Stumm es wohl noch wagen zu sagen, wann, auf dem bürren Boden der Gemeinpläglichkeit tummeln. eind" zu einem wirklichen Volksheere zu wo und von welchem oder von welchen Mitgliedern Trat die Sozialdemokratie auf als Klägerin gegen den gestalten. des Vorwärts" Briefe gestohlen worden sind. Militarismus, so antwortete man mit Hymnen auf die gloriose Armee, die nur den einen Mangel habe, daß sie viele Der Zentrumsschacher. borbestrafte junge Leute in sich aufnehmen müsse, welcher Umstand auf das Konto der sittenverderbenden, religions- Sch a den litt. feindlichen Sozialdemokratie zu sehen sei. In dieser Gedankenlosigkeit waren sich alle bürgerlichen Parteien einig. Der ebenso geiſtesarme wie wortreiche Herr Paasche gab den Ton an und alle Parteien fielen ein, vom Heldentenor Klindowström's bis zum Gröberschen Brummbaß. In dieser Gedankenlosigkeit feierten 3en trum und Nationalliberale Versöhnung nach uralter Fehde. können. So waren die bürgerlichen Sprecher ausgezogen, um der fozialdemokratischen Kritik entgegenzutreten, und ihr Erfolg ist gewesen, daß das System selbst, dem sie lobsangen, den " Welchen Schacher meinen wir? Das Zentrum hat immer eine ganze Anzahl Geschäftchen an der Hand. Im Reichstag ist heut Die Debatte entbehrte aber auch nicht ganz der Komit. ein Geschäftchen mit den Nationalliberalen abgeschlossen; die NationalDie militärberherrlichenden Reden wurden in besonderer liberalen erklären sich bereit, Religion als Verkaufsartikel in ihrem Bubereitung servirt. Dem rauhen Kriegsmann wurde Biber politischen Stramladen zu führen, dafür lobfingt das Zentrum dem und Katechismus und zahlreiche sonstige Schriften für militarismus mitsammt allen seinen Mateln und Fehlern. innere Mission in den Tornister gepackt. Nicht nur von dem andern Zentrumshandel, demjenigen mit der Regierung wegen Aber hiervon wollen wir augenblicklich nicht sprechen. Sondern ein Stöder gab dem Militarismus die religiöse Weihe, der Militärborlage. Die" Germania" sucht wieder zit selbst ein Paasche, der nationalliberale Redner, legte ein leugnen. Aber die Freifinnige Zeitung" weiß hierzu zu melden: positives Glaubensbekenntniß ab: Ich glaube an Gott, all- Diese Dementirung beruht auf eitel Wortlauberei. Ueber Verwahrlosung der Jugend wurde ge- mächtigen Vater..., und nachdem Stöcker und Gröber sich Die maßgebenden Kommissionsmitglieder der Zentrumspartei haben zetert und die Sozialdemokratie dafür verantwortlich gemacht. des reuigen Sünders gefreut, Gröber aber sich einiger Er- die Grundsäge des Kompromisses mit den Regierungsvertretern verAber nichts wußten die Herren zu erwidern, als man sie innerungen an die holde Jugendzeit der nunmehrigen alten einbart. In der Fraktion der Zentrumspartei ist freilich die Andarauf hinwies, daß sie selbst alle Vorschläge gerade der Betschwester nicht enthalten fonnte, da erhob sich der national- gelegenheit noch nicht zum Vortrag gekommen. Indeß hat dies ja nur eine formale Bedeutung. Die Regierungsvertreter Sozialdemokratie vereitelt hätten, durch welche der mit der liberale Graf Oriola und erklärte vor versammeltem find jetzt schon damit beschäftigt, im Einzelnen die Präsenz tapitalistischen Entwickelung zunehmenden Gefährdung der Kinder Reichstag, es gebe einen Herrgott im Himmel, und seine giffern, wie sie sich auf Grund des Kompromisses und jungen Leute hätte entgegengewirkt werden können. Wer Partei wolle im Bunde mit der Rechten und dem Zentrum gestalten, auszurechnen. Das Zentrum bewilligt also die ist der zunehmenden Frauenarbeit, durch welche die Kinder dafür wirken, daß die Religion dem Volke erhalten bleibe... bisher abgelehnten 10 neuen Eskadrons Jäger zu Pferde und zur der mütterlichen Aufsicht entzogen werden, durch Forderung Der Reichstag ist nicht der Ort, wo religiöse und meta- brundung noch so viel Infanterie mehr, daß das württembergische ernstlichen Arbeiterinnenschutes entgegengetreten? Wer hat physische Probleme ausgetragen werden können. Aber wäre Kontigent keine Verminderung zu erfahren braucht. den Schutz der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen, wer es auch angemessen, im Parlament über Glaubensfragen zu hat ausreichenden Unterricht, Fortbildungsschulen und Reform diskutiren, so würde ein Ehrlicher sich nur dazu entschließen, Deutsches Reich. der gesammten Jugenderziehung verlangt? Wer hat aber wenn ihm ehrlich Suchende gegenüberständen. Aber das diese Mittel der geistigen und sittlichen Hebung zurüd lärmende Wortgepränge gerade in Fragen der Religion deutet Kaifer in Wilhelmshaven an die Marineretruten bei deren Heiden und Christen. In der Ansprache, welche der gewiesen? Welch' groteskes Bild, diejenigen als Sitten auf innere Hohlheit und äußerliche Absichten. Bereidigung gehalten hat, erinnerte er, wie die Rhein- Westf. 8tg." richter über die Verderbniß der Jugend predigen Wenn die Lobredner des Militarismus, wenn die Rüfter mittheilt, zunächst daran, daß uns schon von den alten Heiden zu hören, welche selbst die wahrhaft und blutiger Kriege, wenn die Nugnießer der kapitalistischen Volks- die Geschichte viele Beispiele besonderer Tapferteit überliefert habe einzig Schuldigen sind, welche der Jugend nicht einmal ausbeutung sich in den Mantel der Religion und des und zog dann einen Vergleich zwischen dem Muth und der Schule bis zum 14. Jahre gönnen, um sie in der Fabrik und Christenthums hüllen, so weiß das deutsche Volt, was es Tapferteit eines Heiden und eines Chriften. Der Vergleich auf den Rübenfeldern zeitiger und gründlicher ausnuten zu von diesen Religionsbekennern und diesen Säbel- Christen zu gipfelte darin, daß der Christ seine Pflicht auch dann thut, wenn ihn niemand sieht. Ein Beispiel hierfür halten hat. sei die Besagung des Dampfers So böse es aber mit der Jugend steht, ebenso herrlich Bulgaria", welche ein Die zweite Lesung des Militäretats- Position Kriegs- leuchtendes Vorbild von Pflichterfüllung gegeben habe. Das Verentwickelt sie sich, sobald sie dem Stellvertreter Gottes auf minister hat nicht nur die Mängel des militaristischen dienst der Besagung sei ein ebenso hohes gewesen, wenn sie nieErden" übergeben wird, sobald sie Armee wird. Systems, sondern auch die religionsfeindliche Re- mand gesehen hätte, und wenn ihre Thaten nicht bekannt geworden Die Armee ist die beste Schule. Die Armee ist das Heiligste, ligions heuchelei der den Namen des Christenthums wären. Ihm selbst seien in seiner Stellung als Kaiser gleichfalls was wir besiken. Die Armee ist sakrosankt. Wehe dem Stören- schwer mißbrauchenden bürgerlichen Parteien dem deutschen schwere Pflichten als Christ auferlegt. Für sie würden fried, der sie kritisiren, sie zu tabeln unternimmt. Wehe dem Volke in Erinnerung zurückgerufen und zur Aburtheilung vielleicht später auch schwere Beiten tommen. Er Abgeordneten Bebel, der zwar blos 6 oder 7 Fälle vorzubringen übergeben. weiß, aber doch unsere Armee vor dem Auslande bloßstellt, Paasche und Oriola von den Nationalliberalen, Klindow ström und Stöder von den Konservativen, Stumm und Ziedemann von den Freikonservativen, sie alle wiederholtenh Berlin, den 3. März. dieselbe Litanei und auch Herr Gröber erklärte im Namen des Preußisches Abgeordnetenhaus. b militärbegeisterten Zentrum: Bebel gebe ein schiefes Bild der Zu- Das Abgeordnetenhaus bewilligte hente das Ordinarium des stände in der Armee und es wäre vor allem Pflicht, auch Etats der Eisenbahnverwaltung. Der gestern von uns wiedergegebene Anerkennung für die Vorzüge und Leistungen der Armee Antrag Wetekamp( frs. Bp.) betreffend die Arbeiterwochenauszusprechen. farten wurde nicht einmal einer Kommissionsberathung für Wir begreifen, wie in den bürgerlichen Parteien diese würdig befunden, sondern sofort im Plenum abgelehnt. Dasselbe Auffassung von den Aufgaben des Parlaments gegenüber dem Schicksal widerfuhr einem Zentrumsantrag auf größere Berück Militarismus fich festsezen konnte. Wem das System des fichtigung der Haltestellen- Aufseher bei der Vertheilung der Stellenzulagen. Militarismus gefällt und von Nußen ist, dem sind Einzel- Aus der Debatte, die sich völlig in Einzelheiten verlor, ist nur der fälle" nebensächlich und unwesentlich. Für die Sozialdemokratie schüchterne Versuch des Abg. Goldschmidt( frf. Vp.) zu erwähnen, aber sind die Einzelfälle Kennzeichen des Systems der so lange von den Freifinnigen vernachläffigten Sozialpolitit er selbst und die Anklage gegen das einzelne Ereigniß erhebt höhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Seine Forderungen auf sich und erweitert sich zur Anklage gegen Aufbau und Wesen Einführung der wöchentlichen, statt der Halbmonatlichen Lohn der gesammten militärischen Organisation. auszahlung an Werkstättenarbeiter und Vergütung für die an In einem Falle verwies der Kriegsminister auf den patriotischen Festtagen einzustellende Arbeit wurden vom Minister Beschwerdeweg des Soldaten, in einem anderen erklärte er, hielen dahin beantwortet, daß die Arbeiter von einer wöchent Bestrafung sei nöthig gewesen, weil der Soldat sozial- lichen Lohnauszahlung nichts wissen wollen, und daß sie einen Einnahme- Ausfall durch das Feiern an patriotischen Festtagen nicht demokratische Gesinnung bethätigt habe. Gehen wir diesen erleiden. Damit war die große sozialpolitische Debatte erledigt. Anschauungen auf den Grund, so erkennen wir das Beschwerde- Morgen: Fortsetzung der Berathung des Eisenbahnetats, zweite wesen der Soldaten als werthlos und nichtig im heutigen Rejung des Gesetzentwurfs betr. das Bernsteinregal, und Etat des System des stummen Gehorsams, so erkennen wir in der Be- Handelsministeriums. strafung wegen Aeußerung sozialdemokratischer Gesinnung die heutige Armee als ein Instrument der herrschenden Wie Stumm verleumdet. Parteien gegen die sozialdemokratische Bevölkerung. m Die" Post" schweigt. Die" Post" sagt nicht, wann und heutigen Militarismus sind die Klassengegensäge, die l wo gestohlen" sein soll. Die" Post" giebt durch Schweigen Politische Meberlicht. erwarte, daß die Rekruten, nachdem sie ihm den Eid der Treue gea leiftet hätten, auch in solchen Zeiten als gläubige Christen stets ihre Pflicht thun würden. Die Tapferkeit der Muhamedaner hat der Kaiser in Damastus charatterifirt.Karl Peter's Aftenkifte wird jetzt von der Postverwaltung wie folgt tritifirt: Der Afrikareisende Dr. Karl Peters hat in einer Mißbrauch der Amtsgewalt" betitelten Drudschrift behauptet: 1. Nach seiner Ueberfiedelung 1896 nach England habe eine unheimliche Ueberwachung seiner Korrespondenz begonnen. Viele seiner Briefe seien überhaupt verschwunden, eine Reihe anderer habe unverkennbare Spuren des Eröffnetseins getragen; 2. im Dezember 1896 habe die Firma v. d. Heydt u. Ko. in Berlin eine Rifte mit Aften an ihn abgesandt. Die Kiste sei eingeschrieben und versichert gewesen, habe also im Verwahrsam der deutschen Post gelegen. Die Attentiste sei vom Hamburger Bahnhof in Berlin auf räthselhafte Weise verschwunden und nach einigen Tagen in einem Hofe der Wilhelmstraße erbrochen und wichtiger Schreiben beraubt vorgefunden worden. Die beiden gegen die Reichspost gerichteten Beschuldigungen sind unwahr. Die Stifte ist, wie das Bankhaus v. d. Heydt u. Co. bereits durch die Erklärung in den Zeitungen dargethan hat, überhaupt nicht der Post zur Beförderung übergeben, sondern von dem Bankhaus einem Spediteur übermittelt worden. Die Reichs- Postverwaltung ist daher in der Sache ganz unbetheiligt. Eine Ueberwachung der für Dr. Peters eingegangenen Briefschaften durch die deutsche Post hat in feiner Weise stattgefunden. Die strafgerichtliche Verfolgung ist beantragt. Wer Peters tennt, weiß, daß der Held garnicht im Stande ist, nicht zu phantafiren. Das Portal. Die Stizzenzeichnung des revolutionären Bortals liegt jezt vor. Die Freis. 8tg." sagt darüber: Jeder Beschauer worden sei. " 910 ninja srut " " Frankreich. England. der Stizze muß zunächst erstaunt sein über die Einfachheit Boltszeitung", deren stetiges Steigen der Abonnentenzahl welchem bas Gesetz mit rüdwirtender Araft vom 1. Januar ins des Portals. Nicht eine Spur findet sich darin von den Volksfeinden start im Magen liegt, betrieben wird. Da die Leben tritt und der Regierung für die Versehung des Staatsdirekten oder indirekten Andeutungen an politische Begebenheiten Mecklenburgische Volkszeitung" über das ganze Land verbreitet haushalts vom 1. Januar bis heute Indemnität ertheilt wird. oder gar zur Verherrlichung der Märzgefallenen. Das Portal, ist, glaubte man mit dem Verbot des Austragens ant welches bekanntlich von dem konservativ gesinnten Stadtbaurath Hoff Sonntagen ihr einen tödtlichen, zum mindesten recht fühlbaren mann herrührt, tönnte ebenso verwandt werden für jede Begräbniß Sieb zu versehen. Dieser Glaube ist aber, wie sich mehr und mehr Die Verhandlung in der Angelegenheit Picquart wurde am stätte einer hochkonservativen Familie. Das Portal ist seitlich von herausstellt, ein Wahn, ein Schlag ins Waffer. Die Medlenb. Freitag unter geringer Betheiligung des Publifums fortgefeßt. zwei gemauerten quadrirten Pfeilern mit vorstehenden verzierten Boltsztg." fand sich mit dem Verbot ab; ein Theil ihrer Abonnenten, Generalstaatsanwalt Manau rechtfertigte die Verzögerung, welche Bilastern eingefaßt, die beiden Pfeiler find durch einen Segment die sonst durch Erpeditionen die Zeitung bezogen, abonnirten auf der die Angelegenheit erlitten hat, damit, daß die in der Sache entbogen gefchloffen und in deffen Schlußstein die Füllung für eine Post, die anderen bekommen die Medienb. Bolfsztg." des Montags standenen Alten sehr umfangreich seien, und gab dann ein Inschrift vorgesehen. Das Ganze ist dann mit einem Bekrönungs- ins Haus gebracht. Ganz besonders zu statten tommt uns fanges juristisches Exposé. Der Generalstaatsanwalt tommt gefims abgeschlossen. An beiden Seiten schließt sich ein einfacher aber, daß in verschiedenen Orten, so Schwaan und in demselben zu dem Schlusse, daß die Kriminalfammer Statetenzaun an. Das 8 Meter hohe und 1 Metter 60 breite Portal Güstrow, Unternehmer den sich darbietenden äußeren Anstoß den Antrag auf Entscheidung über die Zuständigkeit der thor bildet ein einfaches Eisendrahtthor mit abschließend aufgefegter benutzten und Privatposten, denen ja nach dem Geses Gerichte für unzulässig erklären und Picquart bor die Verzierung. das Austragen von Beitungen an Sonntagen Anklagefammer verweisen müsse, denn infolge der Betheiligung des Ein vorschusnehmender Minister. Im Fürstenthum Lippe erlaubt ist, ins Leben riefen. Selbstverständlich werden unsere Advokaten Leblois müsse diese Angelegenheit Bivilrichtern unterEin vorschußnehmender Minister. Im Fürstenthum Lippe war während der Regentschaft des kaiserlichen Schwagers, Prinzen Genossen diese Gelegenheit benutzen, und den Vertrieb der„ Medkl. breitet werden. Die Kriminalkammer zog sich sodann zur Berathung Adolf von Schaumburg, der jezige Regierungspräsident von Hohen- Boltsztg." den betreffenden Privatposten an ihren Orten überweisen. zurüd. zollern, Herr v. Dergen, Rabinetsminister. Am 1. Juli Unsere Junker aber haben wieder einmal vergebens ihre Erbweisheit Paris, 3. März. Der Präsident Loubet hat gestern Nachvorigen Jahres erhob er pränumerando ein Viertel seines Gehalte glänzen lassen; nicht zu unserem Aerger. Nun brüten sie über neue mittag vom Elysée offiziell Besitz ergriffen. Loubet hat als demovon 10 250 M. und elf Tage später verließ er das Land, ohne an Hindernisse, die natürlich ebenfalls überwunden werden. fratischer Präsident den Wunsch geäußert, man solle ihm nur bei die Staatskaffe etwas zurüdanzahlen. Dieser Vorgang tam am Freitag im lippischen zuidzuzahlen. offiziellen Gelegenheiten militärische Ehren erzeigen. Freitag im lippischen Landtag zur Erörterung. Die Lippische Stefer Borgang tam the Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozgeffe. onik der Majestätsbele Landeszeitung" berichtet darüber: Staatsminister v. Miefitsched be ftätigt die Angaben und fügt noch hinzu, daß wegen der Rückzahlung Straffammer die Grubenarbeiterfrau Antonie Bod aus Klein Unterhause wurden am Donnerstag vom Parlamentssekretär des Wegen Majestätsbeleidigung wurden von der Gleiwiger Die endlose Schraube der Militärlaften. Im englischen hatte allerdings geglaubt, v. Derzen würde den Betrag postwendend Schiffer Otto Scholz aus Ratibor zu fechs Monaten Gefängniß Die Regierung wünscht danach eine Feldarmee von 4 unabhängigen ein Prozeß beim Gericht in Hechingen anhängig gemacht sei. Man Babrze zu zwei Monaten und von der Ratiborer Straflammer der Unterhause wurden am Donnerstag vom Parlamentssekretär des zurücksenden. Nachdem noch mitgetheilt worden war, daß Herr verurtheilt. b. Derzen den zu viel erhobenen Betrag als Wartegeld ansehe, er Kavalleriebrigaden und 3 Armeekorps zu haben. Ferner würden flärte Minister v. Miefitſched, er müsse seinen Vorgänger so lange died string für 19: mode? simummojen and neue Batteriene Feldartillerie, und zwar jährlich je 5 er= in Schutz nehmen, als ein Rechtsstreit noch nicht entschieden Eine Novelle zur Gewerbe- Ordnung richtet, wodurch die Zahl diefer Batterien von 44 auf 54 gebracht wird, wie offiziös berichtet wird, demnächst dem Reichstag zugehen. würden. Hochwaffer- Schäden. Die Denkschrift über die Ausführung Nach der vorliegenden Inhaltsangabe handelt es sich im Wesentlichen Der neue Führer der liberalen Partei, Campbell- Bannerdes Gesetzes vom 20. April 1898, betr. die Bewilligung von Staats- um fleine Arbeiterschuß- Bestimmungen, über deren man, wandte sich gegen diese Forderungen. Er führte aus, die Frage mitteln zur Beseitigung der durch die Hochwasser des Werth wir uns äußern werden, wenn der Gesetzentwurf im Wort- der Vermehrung des Heeres und der Flotte hänge von der Politik Sommers 1897 herbeigeführten Beschädigungen ist dem Ab- laute vorliegt. Im Ganzen fann man jedoch schon heute sagen, des Landes ab. Wenn man große Verpflichtungen in der ganzen geordnetenhause zugegangen. An einzelne Beschädigte sind zur daß der Entwurf von dem, was auf sozialpolitischem Gebiete zu Welt übernehme, wenn man das Reich alle Jahre in irgend welcher Erhaltung in ihrer wirthschaftlichen Lage an Beihilfen und Dar- thun nöthig wäre, nur äußerst wenig und das wenige in unzu- lohnenden Weise vergrößern wolle, so würde eine vergrößerte Armee lehen bewilligt im Regierungsbezirk Liegni 1548 124 M., reichender Weise erfüllt. und Flotte nothwendig sein. Die Armee sei fast nicht mehr im darunter 65 000 M. an Darlehen; im Regierungsbezirt Gefeßentwurfs: Wir reproduziren vorläufig die offiziöse Inhaltsangabe des Stande, den fortdauernden Verpflichtungen nachzukommen, welche Breslau war ein Eintreten mit öffentlichen Mitteln modrou ihr auferlegt würden und welche das Heer keines einzigen anderen zu Gunsten geschädigter Privatpersonen nicht erforderlich, im " Zur Beseitigung der über die Mißstände im Gewerbe der Ge: Landes zu tragen habe.ro and obaly di Bid Regierungsbezirk Oppeln sind bewilligt 1 628 124 m., darunter findevermiether und Stellenvermittler laut gewordenen Klagen Balfour erklärte darauf, er glaube nicht, daß die Vermehrung 65 000 M. an Darlehen, im Regierungsbezirk Frankfurt a. Osollen diese Gewerbetreibenden fortan der Konzessionspflicht unter der Ausgaben mit der Politik der Regierung zusammenhänge, 612 500 M., im Regierungsbezirk Potsdam 633 615 W., im worfen und die Landes- Zentralbehörden ermächtigt werden, über zweifellos fei die Verantwortlichkeit des Reiches im Wachsen beRegierungsbezirk Stettin 123 610 M., wovon auf die Provinz Geschäftsbetrieb dieser Personen Vorschriften zu erlassen. Solche in anderen Ländern. Um diesen Berantwortlichkeiten nachzukommen, den Umfang der Befugnisse und Verpflichtungen sowie über den griffen, aber dies sei im Grunde genommen in England ebenso wie 38 722 M., auf den Staat 154888. entfallen. An Ges meinden und Kreise zur Wiederherstellung und Verbesserung Vorschriften sollen fortan auch bezüglich der Auktionatoren erlassen müsse England eine Armee und eine Flotte haben, ihrer gemeinnügigen Anlagen find bewilligt im Bezirk werden können. Außerdem sollen die Gefindevermiether und Stellen- die stark genug seien, jeder Armee und Flotte Biegnig 931 089 m., darunter 56 400 m. an Darlehen, im vermittler verpflichtet werden, das Verzeichniß ihrer Tagen der Orts- entgegenzutreten, welche gegen dasselbe aufgebracht Regierungsbezirk Breslau 78 950 W., im Regierungsbezirk Polizeibehörde einzureichen und anzuschlagen. Die Bücherrevisoren werde, oder durch welche die englischen Interessen bedroht Oppeln 1084 948 M., darunter 56 400 W. an Darlehen, im werden den im§ 36 der Gewerbe- Ordnung bezeichneten Gewerbe- werden. Die Stärke der englischen Rüstungen hänge nicht Bezirk Frankfurt a. O. 108 100 20., im Bezirk Potsdam treibenden gleichgestellt. im Geringsten mit der auswärtigen Politit der Regierung, 107 600 M. Zur Wiederherstellung und nothwendigen Verbesserung führung von Lohnbüchern und Arbeitszetteln, sowie über mehr mit der militärischen und Slottenpolitik ber Ferner bringt der Entwurf Bestimmungen über die Ein sondern mit der Ausdehnung des Handels des Reiches und noch beschädigter Deiche, Ufer, Uferschutzwerke und damit in Verbindung bie Mitgabe von Arbeit nach Hause an Arbeite- anderen Nationen zusammen.( Beifall.) Aus dieser Politik 921 207 M., im Regierungsbezirk Breslau 50 410 22., im rinnen und jugendliche Arbeiter. Mit einigen, zum erivichfen die Gefahren, welchen die Regierung begegnen milfſe. Er Regierungsbezirt Oppeln, 921 207 im Regierungsbezirk Theit nicht unwesentlichen Abänderungen wiederholen dieselben die bitte das Haus, diese großen Summen zu bewilligen. Niemand Frankfurt a. D. 156 500 M. und im Regierungsbezirk otsorschläge im Artikel I des in der Session 1895/97 unerledigt ge- bedauere mehr als die Minister die Größe der Opfer. Aber solange dam 173 600 M. Ferner sind bewilligt zur Ausführung bliebenen Entwurfs. Die vorgeschlagenen Abänderungen beseitigen die Verantwortlichkeit des Reiches eine solche sei, wie sie es jetzt sei, besonders dringender Räumungs- und Freilegungsarbeiten im eine Reihe von Bedenken, welche sowohl innerhalb wie außerhalb solange man das Reich zu vertheidigen habe gegen Streitkräfte, Regierungsbezirk i egnig 1178 055 M., im Regierungsbezirt des Reichstages gegen die damalige Fassung vorgebracht worden welche fich gegen England zusammenschaaren könnten, seien solche Breslau 32 077 W., im Regierungsbezirt Oppeln 1315 759 m., find. In erster Linie auf die Konfettionsindustrie berechnet, Opfer nothwendig. biletin worden, im Regierungsbezirt Frankfurt 2000 W. Die Kosten für die ermöglichen die neuen Vorschläge gleichzeitig eine Anwendung Seranziehung militärischer Hilfskommandos und die sonstigen Stoften auf andere Gewerbszweige, für welche etwa ähnliche Mißstände ist keine Antwort eingegangen auf die Eingabe des englischen Ge England in China. Die„ Times" melden aus Peting: Noch belaufen sich auf 245 821 M. Im Ganzen hat der Staat zu dem in festgestellt werden. Die Einführung von Lohnbüchern oder Arbeits- fandten Mcdonald an das Tsung- li- Damen, in welcher erklärt wird, den Listen nachgewiesenen Schaden von 22 244 874 m. 6 190 792 m. Betteln sowie das Verbot der Mitgabe von Arbeit nach Hause soll daß die Interessen der britischen Bondholders es erfordern, daß im bewilligt, darunter 121 400 W. an Darlehen. auf diejenigen Gewerbe beschränkt werden, in denen die Unklarheit Direktorium der Nordbahn fein Wechsel eintreten dürfe ohne GeWeimar, 2. März.( Eig. Ber.) Gine Sozialistenständen geführt hat. Der Vorschlag des früheren Entwurfs, wonach thuung gegeben für die England durch die Entlassung Hu- Yu- Fens der Arbeitsbedingungen oder die Länge der Arbeitszeit zu Miß nehmigung des britischen Syndikats; auch ist noch keine Genugdebatte hatten wir in der am 2. März stattgehabten Sigung des die Mitgabe von Arbeit nach Hause in denjenigen Fällen sollte angethane Beleidigung; die Entlassung ist, wie als Grund an Landtags. Anläßlich eines Gesuches von Einwohnern Nuhla's untersagt werden können, in denen Arbeiterinnen und jugendliche gegeben wurde, wegen Hu's intimer Beziehungen zu den Engländern um Abänderung des Art. 30 der Gemeinde- Ordnung, nach welchem Arbeiter mindestens sechs Stunden in der Fabrik beschäftigt waren, und wegen unrichtiger Verwendung von Geldern erfolgt, welche in den Gemeinden des Großherzogthums, die am 18. Januar 1854 ist nicht wieder aufgenommen, die Fassung vielmehr so gewählt Behauptungen dem Vernehmen nach sich bei der Untersuchung als nicht über 2000 Einwohner hatten, das Gemeinde- Wahlrecht in der worden, daß dabei dem Arbeitgeber die Möglichkeit bleibt, die Ar- unrichtig ergeben haben. Weise ausgeübt wird, daß auf je 500 M. Einkommen eine beiterinnen und jugendlichen Arbeiter die gejeßlich zulässige ArbeitsStimme abgegeben werden kann, trat auch unser Baudert energisch für das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht Abg. zeit hindurch in der Fabrik und zu Hause zu beschäftigen. ein, und zeigte an Beispielen, wie ganze Ortschaften, infolge des die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und der Kammer bereits zur Aimahme gelangt. Danach wird jeder, der Endlich enthält der Entwurf eine Reihe von Bestimmuungen über Das Zuchthausgeseh gegen streikende Arbeiter ist nun von veralteten Wahlsystems, von ein paar Begüterten majorifirt würden. Arbeitern in den offenen Verkaufsstellen. Hiernach soll andere zwingt", an einer Arbeitseinstellung theilzunehmen, Der Herr Abg. v. Bohenburg trat für Beibehaltung des Plural- diesen Personen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine oder einen anderen hindert, zur Arbeit zu gehen, oder auch nur den Wahlsystems ein, das sei das einzige Mittel, die Sozialdemokraten ununterbrochene Ruhezeit von mindestens zehn Versuch dazu macht, mit Strafarbeit bis zu zwei Jahren aus den Gemeindeverwaltungen fernzuhalten, er verweise auf das Stunden und innerhalb der Arbeitszeit eine angemessene Mittags- bedroht. Königreich Sachsen, das habe eine energische te pause gewährt werden müssen. Wird die Mittagsmahlzeit außergierung und einfichtsvolle Voltsvertretung, da halb des Gebäudes der Verkaufsstelle eingenommen, so soll die Fest- weil Mißhandlungen, die bei Streits vortamen, oft nicht bestraft Der Antragsteller hält das Gesetz für durchaus nöthig, habe man das Wahlrecht für den Landtag bereits umgeändert, jezung der Pause durch die Gemeindebehörde erfolgen, fie muß in- werden könnten und weil man keine Mittel habe, der Thrannei der und auch für die Gemeinden stehe dies bevor, man Handele dort, dessen stets mindestens eine Stunde betragen. ehe es zu spät sei, denn im Fachvereine" entgegenzutreten. Das Gesetz wäre nur zum Demokratie müsse man ampf gegen die SozialDem Gedanken des obligatorischen Ladenschluffes trägt der Wohle der Arbeiter, der reblichen Arbeiter, die sich Macht gegen Wacht Entwurf insoweit Rechnung, als er auf den Antrag von mindestens auf ordentliche Weise emporarbeiten wollten"(!). Auch andere Redner ausspielen. Bandert kennzeichnete hierauf scharf das Gebahren zwei Dritteln der betheiligten Geschäftsinhaber( Die Ge- sprachen sich in diesem Sinne aus, so sagte Svensson( Karlsunserer Gegner, welche die idyllischen Zustände" Sachsens, das hilfen werden alfo nicht gefragt. Red. d.„ Vorw.") die höhere frona), daß man diesen Streitleitern, diesen Lockvögeln, die Polizeifnüppel- Regiment auch für das Großherzogthuni wünschen. Berwaltungsbehörde ermächtigt, nach Anhörung der Gemeindebehörde Arbeitseinstellungen erzwvangen", ihr schändliches Handwerk" legen Selbstredend wurde mit großer Mehrheit das Gesuch der Ruhlaer für alle oder einzelne Geschäftszweige anzuordnen, daß die offenen müsse; und Redelius verstieg sich sogar zu dem Ausspruch: Einwohner abgelehnt. In derselben Sigung wurde einstimmig be- Verkaufsstellen während einer näher zu bestimmenden Zeit zwischen Streitende müssen in der Regel als schädliche schlossen, den Lehrerinnen im Volksschuldienste des Großherzog 8 Uhr Abends und 6 Uhr Morgens geschlossen sein müssen. Wird Thiere ber Gesellschaft betrachtet werden". Wenn thums zu gewähren. der Ladenschluß um 9 Uhr oder später angeordnet, so kann derselbe die Arbeiter zu etwas tommen sollen, müßten sie in Ruhe und Aus Elsaß- Lothringen, 1. März.( Gig. Bericht.) Dem Bei- bis 7 Uhr Morgens erstrect werden. Die etwa erforderlichen Aus- Frieden" arbeiten fönnen. spiele des benachbarten Großherzogthums Baden folgend, wird unser nahmen werden bei der Anordnung zu berücksichtigen sein. Zur Vers Budget in allernächster Zeit mit erhöhten Ausgaben für die Gemeidung einer unbilligen Konkurrenz soll auch der Gewerbebetrieb hervor, daß die Gleichstellung eines Versuches einer Handlung mit der Vergeblich hoben einige Redner von arbeiterfreundlicherer Gefimmung hälter der Geistlichen belastet werden. In der gestrigen im Umherziehen entsprechend beschränkt werden. Sigung des Landesausschusses wurde mitgetheilt, daß die Regierung Handlung felbst, allen juristischen Prinzipien widerspricht oIm In dem neuen Handelsgesetzbuch ist für die Geschäftsinhaber gren) und das Bedürfniß hierzu in vollem Umfange anerkenne und zur Zeit die Verpflichtung begründet worden, die Geschäftsräume und moderne Bebegungen durch Strafgesetze hemmen kann. Umsonst er warnte den Thing, zu glauben, daß man mit der Frage beschäftigt sei, auf welchem Wege die zu diesem die für den Geschäftsbetrieb bestimmten Geräth- wies Staaf nach, daß die Fachverbände feineswegs Streits anZwede nöthigen Geldmittel aufgebracht werden können, aus ihaften iso einzurichten und zu unterhalten, daß der Handlungszettelen und erklärte, das vorliegende Gesez sei ein Klaffengesetz, allgemeinen Staatsmitteln oder auf dem Wege einer Seirchen- gehilfe gegen eine Gefährdung seiner Gesundheit, vom engherzigsten Klasseninteresse diktirt. Ungerechte Strafgesetze steuer, wie solche in einigen Theilen des Reiches besteht. Daß der foweit es die Natur des Betriebes gestattet, geschützt ist. Teztere Weg dem Geschmack der klerikalen Führer in unserem Befolgung dieser Grundsäge, welche gegenwärtig dem Belieben des denen, die Macht und Besiz haben, und den Besitzlosen. Die wären gefährlicher als gar teine, sie errichteten Pallisaden zwischen Parlamente nicht entsprechen würde, war vorauszusehen. Der Abbé Verpflichteten überlassen ist, soll durch Aufnahme besonderer gewerbeWinterer von Mülhaufen wandte sich denn auch mit aller Ent polizeilicher Vorschriften in die Gewerbe- Ordnung gesichert werden. schiedenheit gegen eine derartige Eventualität, da der Zeitpunkt für Jm Jnteresse einer besseren ehrlingsausbildung wird in die Einführung der erwähnten Steuer gerade jezt sehr schlecht ge- Aussicht genommen, dem Lehrherrn ausdrücklich die Verpflichtung wählt fei, die Stener eine umheilvolle Agitation" hervorrufen und aufzuerlegen, den Lehrling zum Besuch der Fortbildungs- und Fachden Feinden der Kirche die erwünschten Waffen in die Hand liefern schule anzuhalten und den Schulbesuch zu überwachen." müßte. Die fozialistisch gesinnte Arbeiterschaft des Landes hat bisher, dank dem dreimal geläuterten" Wahlsystem, noch keine Vertretung im Rentnerparlament. Es wäre sonst von dieser Seite gewiß nicht unterlassen worden, den Herren vom Zentrum flar zu machen, wie bequem es für eine Religionsgenossenschaft ist, die öffentlichen Gelder, die aus den Taschen der Gesammtheit der Staatsangehörigen fließen, zu ihrem Nutz und Frommen in Anspruch zu nehmen, anstatt durch den Bestand aus eigener Kraft ihre Lebensfähigkeit zu erweisen. Ausland. Defterreich- Ungarn. " Schweden. 013 beiter zu freien Menschen machen würden und der nothwendige Auss Lindhagen betonte, daß die Arbeiterorganisationen die Argleich der freien Stonkurrenz" feien. beiterbewegung ist in Schweden auf seinem Höhepunkt Alles war unisonst, der Fanatismus gegen die Ar angelangt und heischte sein Opfer: der Antrag wurde mit 108 gegen 93 Stimmen angenommen. Auch in der ersten Kammer wurde das Gesetz nach kurzer Debatte, die sich ganz auf derselben Höhe oder besser Tiefe hielt, dwie die in der zweiten Kammer, angenommen. Was wird nun die Regierung thun? die Spanien. Amerika. 196 hat ihre Verschmelzung mit der liberalen Partei Madrid, 2. März. General Toral, welcher feiner Zeit Santiago Die ungarische Nationalpartei des Grafen Albert Apponyi beschlossen. Zu einer von 300 Abgeordneten und Vertrauensmännern besuchten Landeskonferenz, die in Budapest abgehalten wurde, fand de Cuba den Amerikanern übergab, ist verhaftet und in das MilitärMecklenburgisches. Nach der Ansicht, dem Hunde müsse der Verschiebung in den ungarischen Parteiverhältnissen, die sich seit mit dem Herzog von Tetuan nnd mit Romero Robledo. Der Letztere der Fusionsantrag einstimmige Annahme. Das ist die wichtigste gefängniß gebracht worden. Die Königin- Regentin tonferirte hente Schwanz nur immer stückweis abgehadt werden, wollen die Junker der Verschmelzung der Tisza'schen Tigerpartei mit der Dealertlärte, er ſei für Auflösung der Kammern; die Konservativen rathen und ihre Werkzeuge die Sozialdemokratie Mecklenburgs zu Lode fuviren. Sie haben es bekanntlich durchzusetzen verstanden, daß das partei im Frühjahr 1875 vollzogen hat. Graf Apponyi und der Königin nicht zur Auflösung. Bertheilen von Druckschriften, anderen Schriften( auch 8 ei tungen) liberalen Partei losgelöst, mit der sie wegen der Bankfraged seine Gefolgschaft hatten sich im Frühjahr 1878 von der und Bildwerken an Sonntagen verboten ist. Die faiserliche Bost, in unüberbrückbaren Gegensatz gerathen waren, und In den Philippinischen Gewässern braucht der amerikanische Privatposten, sowie die Druckereien hinsichtlich des Ausgemäßigte Opposition" gebildet, die 1891 den Namen Nationalpartei Admiral bringend it eue Schiffe. Aus New- York wird berichtet: tragens der Zeitungen an die Abonnenten a mi Orte der Druckerei werden durch oben zitirtes Gesetz nicht annahm. Durch deren Wiederverschmelzung mit der liberalen Partei, Da Admiral Dewey bringenden Bedarf nach Schiffen mit ge= beschränkt. Diese Bestimmungen zielen, wie dies aus den Bern die auch die Dissidenten vom Dezember 1898 wieder eingetreten ingem Tiefgang hat, erhielt das Kanonenboot„ Viren" den Befehl, fofort zum Abgange nach Manila in Dienst zu stellen. Das Handlungen des Junterparlaments deutlich genug hervorgeht- wir ind, wird die Zusammenfaffung aller ausgleichstreuen Gruppen zu erinnern nur an die Strafpredigt des Kriegsministers a. D. Bron- einer einheitlichen Regierungspartei von gewaltigem Umfang herbei- ospitalschiff Relief" ist mit einem Sanitätsforps von 200 Mann nach Manila in See gegangen. Kriegssekretär Alger hat ange= fart v. Schellendorff dahin, die sozialdemokratische Agitation zu geführt. ordnet, daß das 6. Artillerie- Regiment und 5 Regimenter regulärer unterbinden, wie solche durch den jährlich einmal gratis vertheilten Budapest, 3. März. Das Abgeordnetenhaus nahm die In Infanterie über San Francisco als Verstärkung für General Otis Boltskalender" und besonders durch die Medlenburgische demnitätsvorlage an mit dem Antrage des Finanaministers, nach nach den Philippinen abgehen. เอก เวอร์ # Veichsksg. 48. Sitzung, Freitag, 3. März tSSS, t Uhr. Llm Bundesrathstische: v. G o ß l e r. Die zweite Etatsberathung wird beim Militiiretat, Titel.Kriegsminister- fortgesetzt. Abg. Paasch«(natl.) wünscht für die Abiturienten der Oberrealschulen daS Recht zum Ein- tritt als Offiziere in Heer und Marine. Redner wendet sich sodann gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Bebel. Der Abg. Bebel hat in der Frage der vorbestraften Rekruten die Sache vollständig verschoben. Es handelt sich gar nicht um unsere sozialen Verhältnisse. Es handelt sich nur darum, daß die Zahl der Vorbestraften in den letzten Jahren zugenommen hat. Ist denn seit 1882 die soziale Lage schlechter ge- worden? Giebt es jetzt mehr arbeitende Frauen als vor 1882? Und haben sich die Schulen seitdem verschlechtert? Im Gcaentheil: Alles ist besser geworden. Die Sozialdemokraten haben ja selbst ihre Wer- elendungstheorie aufgegeben. Nein, Kollege Lingen hat vollständig recht: die wachsende Irreligiosität ist schuld an der wachsenden Verrohung unserer Rekruten... Vizepräsident Schmidt: Herr Abgeordneter, ich kann den Zusammenhang zwischen Ihren Ausführungen und dem Gehalt des Kriegsmiuisters nicht entdecken. (Oho!) Abg. Paasch«(fortfahrend): Das bedauere ich.(Heiterkeit I) Ich bin nur auf die gestrigen Ausführungen des Abg. Bebel eingegangen und werde mit Er- laubnitz des Präsidenten darin fortfahren.(Sehr richtig! Sehr richtig I) Vizepräsident Schmidt: Dann bitte ich den Herrn Redner, sich kurz zu fassen.(Heiterkeit.) Abg. Paasche(fortfahrend): Schuld an Mein ist, daß der Glaube an die allein selig- machende Kirche dem Volke abhanden gekommen ist.(Lebhaftes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Das sage ich, daS sagt ein Nationallibcraler, das sagt der Abgeordnete Dr. Paäschc! (Stürmische Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Ich habe selbst als Student in sozialdemokratischen Versammlungen mit Abscheu die Hohn- und Spottliedcr angehört, die dort gegen den Allmächtigen gesungen wurden. Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten, ans den wir vergeblich gehoftt und geharrt, er hat uns gefoppt, er hat uns genarrt! Solche Lieder wurden dort gesungen im Anfang der siebziger Jahre. Und, meine Herren, glauben Sie denn, daß die Männer(Redner immer mehr in den Predigerton fallend), die damals solche Lieder sangen, ihre Kinder gelehrt haben, die Hände zu falten im Gebet an den All mächtigen? lUuunterbrochenes Gelächter bei den Sozialdemokraten, lebhaftes Bravo! rechts, in der Mitte und bei den Nationalliberalen.) Ja. meine Herren, Sie lachen darüber und die Nohhcit des Volkes hängt zum größten Theil damit zusammen. Sie wissen gar nicht, was Sie dem Volke nehmen, wenn Sie ihm den Glauben an den all- mächtigen Gott rauben(Sehr wahr! rechts) und eS nur auf das Materielle verweisen.(Anhaltende Heiterkeit bei den Sozialdemo- kraten.) Für den Glauben, den Sic ihm rauben, wissen Sie dem Volke nichts, gar nichts zu geben.(Sehr wahr! rechts. Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten. Rufe: Wir geben ihm die Hoffnung auf ein besseres irdisches Loos!) Mit Ihren Theorien helfen Sie dem Volke nicht und untergraben nur Autorität, Sitte und Moral.(Sehr gut I rechts.) Wenn der Glaube an jegliche Autorität verloren geht, dann kann es nicht wunder nehmen, daß Diebstahl. Betrug noch immer mehr überhandnehmen.(Leb- Haftes Bravo l rechts.) Herr Bebel hat dann gestern wieder eine ganze Reihe von An- klagen gegen die Militärverwaltung gerichtet, diesmal allerdings nicht wegen Soldatenmißhandlungen, sondern er beklagte sich über Klassenjustiz. Gewiß, er hat dem Herrn Kriegsminister vorher die Fälle, die er vorbringen wollte, mitgetheilt, ich erkenne das an, aber das ändert nicht das Geringste an der Wirkung � seiner Beschuldigungen gegen das Heer, mag der Herr Kriegsminister auch noch so gründlich widerlegen. Im „Vorwärts" werden die Verdächtigungen Bebells gegen das Heer ganz ausführlich wiedergegeben, vo'm Kriegsminister aber wird gesagt: er könnte nichts wiederlegen und entkräften.(Hört I Hört I rechts.) Was den Rittmeister Stolberg anbetrifft, so werden wohl die meisten von uns ein lebhaftes Gefühl des Mitleids für den Mann gehabt haben, der so lebhaft für seine Kompagnie ein- tritt; man muß seine That entschuldigen, denn er war blutig gereizt.(Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Bei dem Fall des Mannheimer Rekruten, der seinen Stuben- kameraden erstach, hätte der Abgeordnete Bebel wohl darauf hinweisen können, daß also auch bei den Mannschaften Rohheit zu finden ist und nicht nur bei den Vorgesetzten. Sie scheint aber in der menschlichen Natur begründet zu sein, der Meister quält den Gesellen, der ältere Kamerad bei Militär den jüngeren. Eine Tracht Prügel ist ihm angedroht worden I Das ist doch nicht so schlimm, ich habe selbst gedient, und weiß, wie es dort zugeht. Natürlich treten aber auch'wir jeder Rohhcit bei Unter- gebenen und Vorgesetzten im Heere entgegen und wünschen, daß daS Heer eine Schule der guten Zucht für das Volk werde. Herr Bebel hat sich dann ferner über das Hazardspiel unter den Offizieren aufgehalten. Nun, der Herr Kriegsminister hat ihm darauf ja bereits erwidert, er hat auch hinzugefügt, wie unendlich groß die Gefahr ist, die sich an den jungen Offizier herandrängt. Wir haben das vollste Vertrauen zu dem Herrn Kriegsminister, daß er alles thun wird. Um dem zu steuern. Noch einS zum Schluß: die Worte des Herrn Kriegsministers, daß er alles thun werde, um jede Bethätigung sozialdemokratischer Gesinnung in der Armee zu verhindern, hat bei den Herren auf der Linken allgemeine Entrüstung hervorgerufen. Herr Stadthagen rief sogar: Verführung zum Meineid! Es handelte sich da um den Fall Wiese. Aber der Herr Kriegsminister bat nachher festgestellt, daß lediglich eine private Anfrage des Richters vorlag, auf die der Zeuge gut die Antwort hätte verweigern können. Da kann man doch nicht von einer Verführung zum Meineid sprechen. Auch wir wollen, daß der sozialdemokratischen Agitation im Heere entgegengetreten wird. Man kann cS nicht dulden, daß in der Armee, die zum Schutze des Staates da ist, eine Partei Einfluß gewinnt, die eben diesen Staat untergraben will.(Sehr richtig I rechts.) Zum Schluß will ich noch sagen: Wir glauben, daß die Armee im wachsenden Maße eine Schule der Zucht und der Ordnung sein wird. Diese Thätigkeit des Heeres ist in unserer verderbten Zeit ebenso wichtig, wie eine tüchtige, militärische Schulung.(Lebh. Beifall rechts.— Lachen links.) Abg. Gröber(Z.): Es sollte mich sehr freuen, wenn der Vorredner mit seinen An- schaumigen über die Religion die gesammte Fraktion hinter sich haben sollte.(Zuruf bei den Nationalliberalen: Immer!) Nein, meine Herren, das war nicht immer der Fall. Wie war es denn zur Zeit des Kulturkampfes, als Sie gegen die katholischen Geistlichen hetzten, als Sie ehrwürdige Männer ins Gefängniß schleppten? Suchen Sie die Schuld an der Verrohung nicht allein in der Sozialdemokratie, suchen Sie sie auch in ihren eigenen Reihen. Der Kulturkampf hat nicht zum Wenigsten zur Verrohung der Gemüther beigetragen. Und denken Sie an Ihr Verhalten, als eS den Einfluß der Kirche auf, die Schule galt! Jetzt reden Sie von der Irreligiosität der Masse, aber Sie selbst haben Sie der Religion entfremdet!(Lärm rechts und bei den Nationalliberalen. Zurufe links.) Ich will hier nur noch auf einen der vom Abg. Bebel an- geführten Fälle eingehen, auf den Fall Wiese. Die Darstellung Bebel's und des Kriegsministers stimmen da nicht überein. Ueber den Moment, wo die'Aeußerung gefallen ist, gehen die Meinungen auseinander. Nach der einen Version geschah sie auf eine private Anftage, nach der anderen erst nach Aufruf der Sache. Ist letztere die richtige, so muß ich bemerken, wenn einmal der Fall anfgerufen ist, die Zeugen zur Stelle sind, dann giebt eS kerne private Anfrage mehr. Der Zeuge hat dann jede Anfrage als eine solche zu bewachten, die zu beantworten er verpflichtet ist. Selbst vonr rein militärischen Standpunkt deZ unbedingten Gehorsams trifft den Zeugen keine Schuld. Denn der spätere Befehl eines höheren Vorgesetzten hebt jeden früheren Befehl auf. In diesem Falle befand sich der Zeuge einem Vorgesetzten— dem Richter— gegenüber, dem er nach seiner Zeugenschaft unterworfen war. Ein gesetzlicher Grund, die Aussage zu verweigern, lag für ihn nicht vor. Darüber lassen die betreffenden Paragraphen des Strafgesetzbuches keinen Zweifel. Auch vor der Vereidigung war er bei Verweigerung der Antwort Zwangsmitteln ausgesetzt. Jeder Jurist muß daher sagen: Es ist ganz unmöglich, da eine strafbare Handlung daraus zu konftnnren. Ich bitte daher den Herrn Kriegs- minister, bei der großen prinzipiellen Bedeutung der Frage noch einmal in eine Prüfung des Falles einzutreten.(Beifall.) Abg. Bebel(Soz.): Der Herr Abg. Paasche hat heute gegen mich eine Attake ver- sucht. Wenn ich seme Haltung mit der des Kriegsministers vergleiche, fällt dieser Vergleich außerordentlich zu Gunsten des Kriegsministers aus.(Sehr gut I und Heiterkeit.) Dieser war durchaus sachlich auf die von mir vorgetragenen Dinge eingegangen und hat sie. soweit es nöthig war. richtig gestellt. In der Hauptsache war ja alles, was ich mitgetheilt, richtig.'(Oho l rechts.) Oh, natürlich I Bei Ihnen ist es ja System, das, was ich vorbringe, zu bestreiten. Daß in einzelnen Nebensachen einem Menschen, der nicht als Richter eine Unter- suchung führt, Jrrthümer unterlaufen können, ist ja selbstverständlich. Herr v. Stumm ist ja auch schon von einem seiner Redakteure in sehr drastischer Weise falsch unterrichtet worden. Und selbst Staats- anwälte und Richter sind über Jrrthümer nicht erhaben, obwohl sie die Machtmittel des Staates zur Erforschung der Wahrheit in der Hand haben. Keiner der von mir angeführten Fälle ist in der Sache be- stritten worden.(Widerspruch rechts.) Ich sagte also, Herr Paasche war heute päpstlicher als der Papst.(Heiterkeit.) Er wollte den Krieasminister noch übertrumpfen und nahm die Handlungen gewisser Persönlichkeiten in einer Weise in Schutz, wie es der Kriegsminister niemals gewagt haben würde. Herr Paasche hat über die Verrohung der Jugend gesprochen und emphatisch gefragt, ob die allgemeine soziale Lage der Arbeiter sich im Laufe der Jahre nicht unerheblich gebessert hat. Ich bestreite das nicht, aber auch die Anforderungen an die allgemeine Lebenshaltung sind bedeutend gewachsen. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Bei der Lohn- crhöhung kommen namentlich die städtischen Jndustriebezirke in Beträcht. Dort aber sind allein schon die Hausmiethen in diesem Zeitraum so gestiegen, daß damit die Steigerrmg der Löhne voll- ständig ausgeglichen ist.(Sehr richtig!) Und dabei ist die Wohn- weise der meisten Arbeiter schlechter geworden und gerade hierin liegt ein Hanptmoment für die Zunahme der Verrohung. Besonders traurig sind die Wohnungsverhältnisse der ländlichen Arbeiter. Nun hat Herr Paasche weiter die für einen Abgeordneten doch etwas seltsame Frage erhoben, ob denn in dem Zeitraum der letzten lö Jahre die Zahl' der Arbeiterinnen so bedeutend zugenommen habe, daß deren Mehrbeschäftigung einen so üblen Einfluß auf die heranwachsende Jugend hätte ausüben können. Wenn Herr Paasche das nicht weiß, muß ich ihm mit einigen Zahlen dienen. Vom Jahre 1882 bis 189S ist die Zahl der in Landwirthschast. Fabriken. Industrie, Gewerbe und Handel be- schäftigten weiblichen Personen von 41 2 Millionen auf rund 6 Millionen gewachsen, d. h. sie hat sich um 33 Vz pCt. vermehrt, während die Bevölkerung nur um 14 pCt. gewachsen ist. In dem bayerischen Bezirk ist, wie der Fabrikinspektoren- Bericht ergiebt, die Zahl der Arbeiterinnen beispielsweise von 1896 bis 1897, in zwei Jahren also, von 65 678 auf 68 975, also um 5 pCt. gestiegen. Die Zahl der jugendlichen Arbeiterinnen von 14—16 Jahren ist in diesem Bezirk in dem genannten Zeitraum um 11,6 pCt. gestiegen. Nach den Angaben der Fabrikinspektion des zweiten württembergischen Be- zirkS sind von 1894 bis 1897 die jugendlichen Arbeiterinnen von 11 3SK auf 13 693 gewachsen, also um 20 pCt. Fm Fürstenthum Reuß, allerdings einem großen Tcxtilbczirk, ist die Zahl der verheirathcten Frauen im Vergleich zu der Gesanmitzahl der beschäftigten Arbeite- rinne« 41 pCt.!(Hört! hört! links.) Im Regierungsbezirk Düffel- dorf beträgt die Zahl der vcrhcirathetcn Arbeiterinnen im Vergleich zur Gesammtzahl der beschäftigten Arbeiterinnen im Jahre 1894 24,38 pEt. In der Gruppe„Nahrungs- und Genußmittel" und Zigarrenfabrikation beläuft sich diese Zahl sogar auf 38,17 pCt. Diese Zahlen schlagen die Widersprüche des Abg. Paasche gegen meine Behauptungen glatt zu Boden. Aber er hat wieder den bekannten Sündenbock für alle ilcbel entdeckt, die Sozialdemokratie. Wenn die nicht wäre, kämen Sie in manche Verlegenheit hinein.(Heiterkeit.) Wir sollen auch schuld sein an der allgemeinen Verrohung der Jugend. Keine Partei ist im Reichstage vorhanden, die in Bezug auf ausgedehnten Arbeiter- und Arbei'terinnenschntz so große An- forderungcn stellt, wie gerade wir. Wer sträubt sich aber gegen erhöhten Arbciterschutz? Die Majorität und die Regierungen. Wir dringen fortgesetzt auf Erhöhung der Bildung der Massen. In den Landtagen, die dafür in erster Linie zu sorgen haben, haben wir gar keine oder keine entscheidende Stimme. Sie trifft also allein die Schuld. Sie klagen über abnehmende Religiosität. Dabei leben wir ja im Zeitalter der Kirchenbauten und' ich würde einer gewissen Person im Deutschen Reiche sehr gern einmal für die künftige Geschichte den Namen„der Kirchenbauer" beilegen. Wir haben gehört, daß in allen Kasernen Andachtsübungen ab- gehalten werden und also auch da für die Religiosität ausgiebigst gesorgt wird. Gewiß hat auch die katholische Kirche noch einen großen Anhang im Volke. Ich weiß also nicht, woran e» liegt, daß der religiöse Sinn immer mehr schwindet. Nun sollen wir daran schuld sein, meint Herr Paasche. Ich habe mich sehr gewundert, daß gerade Herr Paasche hier so für den allmächtigen Gott ein- getreren ist. Herr Gröber hat ihn ja schon an seine Vergangenheit erinnert, ich besinne mich übrigens, daß ftüher Herr Gröber gerade den Nationalliberalen vorwarf, die Professoren ihrer Partei unter- graben auf den Universitäten und in ihren Schriften die Religiosität. Auch Windthorst hat oft gesagt: Gewiß, die Sozialdemokraten sind schlimm, aber schlimmer noch diejenigen, die den Sozialdemo- kraten erst die religiösen Lehren beibringen und das sind Sie meine Herren Nationalliberalen.(Heiterkeit.) Sie werden mir auch zugeben, daß David Strauß, Renau. Feuerbach keine Sozialdemokraten waren. Uebrigens muß ich offen sagen, ich habe den Abg. Paasche bisher immer für einen Weltmann gehalten(Heiterkeit) und Weltmänner haben nicht die Gepflogenheit sehr religiös zu sein. Ich konnte eS nicht unterlassen, mich zu fragen, ob er wohl selbst an den von ihm so gepriesenen Allmächtigen Gott glaube. Ich glaubenicht zu viel zu sagen, aber ich denke in unseren religiösen oder antireligiösen Ueber- zeugungen ist zwischen dem Abg. Paasche und mir kein großer Unterschied.(Große Heiterkeit.) Der Ab- geordnete Paasche hat dann weiter von Spott- und Hohnliedern ge- Iprochen, die in sozialdemokratischen Versammlungen gesungen worden sein fallen. Sie werden mir alle zugeben, wemi solche„Spott- und Hohnlieder schlimmster Art", wie er sie charakterisirt hat, in sozial- demokratischen Versammlungen gesungen worden wären, so müßten sie auch gedruckt sein, sonst könnten sie der Masse nicht zugänglich gemacht werden.(Zurufe bei den Nationalliberalen. Glocke des Präfidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Ich ersuche die Herren, die Zwischenrufe zu unterlassen. Abg. Bebel fortfahrend: Ihre Behauptung ist eben unwahr, das halte ich so lange auf- recht, bis Sie den Beweis der Wahrheit erbracht haben.(Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Ich werde bei nächster Gelegenheit Herrn Paasche ein wunderschönes Lied eines nationalliberalen Hof- schornsteinfegermeisters vortragen(Große Heiterkeit), das zur Zeit des Kulturkampfes mit offenem Beifall in seiner Partei begrüßt wurde und da» vllerbedenklichste nach dieser Richtung enthält,' was denkbar ist. Herr Paasche hat dann behauptet, ich verdächtige die Armee. In meiner ganzen gestrigen Rede wird er nicht ein Wort finden, das diese Behauptung rechtfertigt. Der Hauptgrund, weshalb ich hier Jahr für Jahr die Klagen über einzelne Personen und Miß- stände in der Armee vorbringe, ist folgender. Die Armee verschließt ihre gesummten Angelegenheiten vor der Oeffentlichkeit und dadurch, daß wir hier Mißstande, die wohl vor die Oeffentlichkeit gehören. vorbringen, hoffen wir eine Beseitigung dieser Mißstände zu er- reichen. Dafür müßte uns die Armee dankbar sein.(Sehr richtig! links.) Nun noch ein paar Worte über die bekannten Zahlen des Herrn Kriegsministers. Ich habe hier eine Statistik, die beweist, daß die größere Zahl von Körperverletzungen gerade in den Be- zirken vorkommt, in denen die Sozialdemokratie weniger vertreten ist. Der Prozentsatz der wegen Körperverletzung Verurtheilten betrug 1896 in Ostpreußen 28,1, m Westpreußen 35,4, in Posen 32,4, in Berlin 14,2(Hort! hört!), im Königreich Sachfen, das so durchseucht ist von der Sozialdemokratie, 8,6(Hört I hört! links), in Hamburg 11,1. Also gerade in den Provinzen, in denen Königstreue, Religiosität und all' die Tugenden, die Sie verlangen, in so reichem Maße vor- handen sind, haben den größten Prozentsatz wegen Körperverletzung Veurtheilter. Herr Paasche hat auch die Armee als einen Träger von Zucht und Sitte gepriesen. Ich habe Ihnen gestern das Urtheil de? Hof- Predigers Fromme! über die Armee verlesen, heute kann ich noch ein anderes Urtheil vorbringen. Ein Herr Pastor Wagner sagte in einem Vorwag 1894:„Könnten wir unS nicht im Anschluß an einen Vortrag über die Sittlichkeit in der Armee mit einer Jmmediat- eingäbe an Se. Majestät den Kaiser wenden, damit dieser einmal erfährt, wie traurig es vielfach in seiner Arme« mit der Sittlichkeit bestellt ist." Weiter hat Herr Paasche den Rittmeister Graf Stolberg nicht nur entschuldigt, sondern geradezu verherrlicht ganz im Gegensatz znm Herrn Kriegsminister, der die Sache von feinem Standpunkt aus durchaus objektiv dargestellt hat. Freilich kann auch er nicht aus seiner Haut heraus, das zeigte sich vor allem darin, daß er diese That des Osfiziers möglichst eingehend psychologisch zu erklären suchte. Bei Vergehen Untergebener wird diese Art der Beurtheilung aber niemals angewandt. Bei einem Vorgesetzten heißt es. sein lebhaftes Temperament habe ihn verleitet, bei einem Untergebenen ist sofort von größter Rohheit, Niederwächtigkeit u. f. w. die Rede. Solche Unterschiede werden gemacht, je nachdem der Mann einer bestimmten Klasse angehört. Diese Klafsenunterschiede erklären ja auch die großen Unterschiede in den Urtheilen der Zivilgerichte bei ähnlichen Vergehen. Der Ltitt- meister soll„blutig gereizt" gewesen sein. Das ist doch unerhört, solche Behauptungen auszustellen nach den gestrigen Er- kläruugen des Herrn KriegsmmisterS. Gewiß hat der Sergeoltrt Scheinhardt sich ungeberdig benommen, aber der Mann war offenbar nachdem er von. der Suche nach einem Faß Bier zurück- gekommen war, nicht mehr ganz nüchtern. Im bürgerlichen Leben gilt dieser Umstand als Milderungsgrund, und außerdem kann »uan doch von einem gebildeten Manne, dem in ungebildeter und roher Reihe entgegengetreten wird, verlangen, daß er nicht mit gleicher Münze heimzahlt. Das Reglement schreibt übrigens vor, daß ein Soldat, der in solchem Zustand angewoffen wird, sofort in Arrest abgeführt wird. Wäre nach der Verordnung gehandelt worden, so hatte dieser Todtschlag nicht vorkommen können. Der Herr Kriegsminister hat dann als mildernden Umstand auch angeführt, daß der Schlag nur mit stumpfer Waffe geführt wurde. und nur unerhebliche Wunden festgestellt sind. Nun, eine Gehirn- erschütterung entsteht nicht durch einen leichten Schlag, möglicher- weise ist sie auch schon durch die Ohrfeige entstanden, die der Sergeant erhielt und die so heftig war, daß er gegen einen Wagew tannrelte. Besonders bedenklich ist aber stets ein solches Verhalten von Seiten eines ManneS in hoher gesellschaftlicher Stellung, eines Offiziers, also eines Mannes mit, wie man annimmt, ganz besonders feinem Ehrgefühl. Die außerordentlich milde Swafe, auf die zweifei- los eine Begnadigung folgen wird, ist unter keinen Umständen zu> vertheidigen. Herr Paasche meinte nnn weiter, den Fall in Mülhausen hätte ich ganz anders behandelt. Ich habe den Mann durchaus nicht bemitleidet, sondern ganz objektiv erzählt, was mir bekannt war. Dieser Fall liegt doch aber himmelweit anders als der eben erwähnte. Der Mann ist gequält worden und man hat ihm für den Abend wieder eine Tracht Prügel mit der Klopppeitsche an- gedroht. Herr Paasche meinte, daran sei nicht viel, er sei auch Soldat gewesen und kenne das. Es that mir leid, daß er nicht auch ein paar Trachten mit der Klopppeitsche bekommen hat.(Stürmische Heiterkeit.) Wenn ich wüßte, daß mir solche Be- Handlung droht, wäre ich in meinen Augen ein ganz elender, feiger Kerl, wenn ich mich nicht wehrte. Das ist Nothwehr, und ich nehme an, der Soldat ist auch nur aus Nothwehr zu seiner Handlung ge- kommen.(Sehr richtig! links.) Herr Paasche hat gemeint, der Kriegsminister habe durchaus recht, wenn er es nicht dulde, daß die Sozialdemokratie in der Armee die Oberhand gewänne. Wir machen durchaus keine Propaganda in der Kaserne, das wäre eine große Thorheit, denn bei der jetzigen Heeresorganisation ist jeder Erfolg ausgeschloffen. Auf der anderen Seite ist' es natürlich wahr, dafür können wir aber nichts, daß in dem Maße, wie unsere Anhängerschaft im Lande wächst, auch die Zahl der sozialdemokratischen Soldaten zunimmt. Das können Sie nur durch ein Gesetz verbieten, welches jedem Sozialdemokraten den Militärdienst verbietet.— Der Herr Kriegsminister thut seine Schuldigkeit, wenn er dem Gesetze gemäß sein Amt verwaltet, wir beklagen unS nur darüber, daß zeitweilig Dinge vorkdmmen, die den Anschein ertvecken, als werde mit zweierlei Maß gemessen. Ich muß dann noch auf einige Punkte eingehen, die gestern der Herr Kriegsminister erwähnt hat. In H a l b e r st a d t soll kein einziger Soldat zu Erdarbeiten verwendet worden sein. In der That liegt die Sache so. daß Militär zur Aushilfe zugesagt war, dann aber wohl durch Ordre von Berlin ans, die Arbeiten doch nicht durch Soldaten ausgeführt wurden.— In Bezug auf die körperlichen Beschädigungen von bei der Jagd als Treiber ver« wandten Soldaten, bleibe ich dabei, daß es unstatthaft ist. Soldaten zu außerordentlicher Beschäftigung heranzuziehen.— Für die Begnadigung des Brüse.witz hat der Herr Kriegsminister hier verschiedene Gründe angeführt. Zunächst die Krankheit. Der Grund läßt sich hören, ich wünschte nur, daß er stets, auch bei sozialdemokratischen Redakteuren als Grund zur Entlassung aus derHaft angenommen werden möchte. Ferner ist die gute Führung angeführt. Nun, eS ist bekannt, daß gerade die Sozialdemokraten sich meist musterhaft in den Gefängnissen führen. Begnadigt werden sie aber nicht deshalb, freilich würden sie auch darauf verzichten. Des Falles in Marienburg hat sich ja Herr Gröber in dankcnswerther Weise angenommen. Auf alle Fälle ist hier eine Verurtheilung erfolgt, die nur durch die ganz eigenthümliche Rechts- anschauung bei der Militärbehörde zu erklären ist, und der Herr Kriegsministcr hätte alle Ursache, alleS aufzubieten, daß der- artige, nach meiner Ansicht völlig ungerechtfertigte Strafen künftig nicht mehr vorkommen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Es ist ganz ausgeschlossen, daß jene Frage anders als in ganz offi- zieller Gerichtsverhandlung gestellt worden ist. Sonst wäre es ja überhaupt gärnicht bemerkt worden, hätte nie in die Presse dringen können. Die Verurtheilung ist eben nur durch die ganz eigenthü'm- liche Rechtsauffassung der Militärbehörden zu erklären. Und nnn denken Sie sich den Fall: der Mann bekommt einfach die Aufforderung zur Arreststrafe, er hat keine Ahnung: wofür. Er hat eben nicht das geringste Bewußtsein, irgend etwas Strafbares begangen zu haben. DaS sehen Sie auch aus der Bereitwilligkeit. mit der er dem Borgesetzten sofort erklärte: Jawohl, das habe ich gethan. Für mich ist es ganz klar, daß die Bestrafung eine durch- aus ungerechte war.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) (Schluß in der 1. Beilage.) Invalidenversicherungs- Kommission. Kolonial- Etat. der der Unternehmerstandpunkt darin zum Ausdrud kommt. Es wird darin zunächst mitgetheilt, daß infolge des geschäftlichen Auf7. Sigung vom 3. März 1899. Die Berathung wird bei§ 34 In der Budgettommission des Reichstages wurde schwunges die Löhne gestiegen seien, was überdies auch in der fortgesetzt. Wolfenbuhr u. Gen. beantragen, unter Burüd- heute die Berathung des Kolonial- Etats, und zwar des Etats für gesteigerten Lebenshaltung und der Preiserhöhung der Unterhaltsmittel ziehung des früher gestellten Antrages, als oberste Grenze des Kamerun, fortgefeßt. Abg. Graf Arnim bemängelt die umfang eine Berechtigung fand." Das heißt also mit anderen Worten, erst Rentenbezuges anstatt des im Entwurf bestimmten Magimums von reichen Landkonzessionen an auswärtige Gesellschaften, namentlich nachdem die Arbeiter längst ihren Lebensunterhalt viel theurer als 450 M. den Betrag festzusetzen, welchen Arbeiter derselben Art in den Vertrag mit der Südkamerun- Gesellschaft. Deutschland sei reich sonst bezahlen mußten, kamen die Löhne dieser Steigerung der Ausdemselben Betriebe oder in benachbarten gleichartigen Betrieben genug, um Geld in den Kolonien anzulegen. Er schlägt folgende gaben nach. Also teine Besserstellung der Arbeiter, sondern mur eine, durchschnittlich beziehen". Site beantragt:„ 450 M. oder, sofern Resolution vor:„ Den Reichskanzler zu ersuchen, anzuordnen, wer weiß, ob genügende Beseitigung der längst eingetretenen Verdiese Summe geringer als zwei Drittel des nach§ 9 Abs. 2 Saz 2 daß vor Abschluß von Verträgen, betreffend Landkonzessionen mit schlechterung. Wahrscheinlich ist sie sogar sehr ungenügend gewesen, maßgebenden Verdienstes ist." Moltenbuhr weist darauf hin, fremden Gesellschaften, oder solchen, welche mit fremdem Gelde ar- denn der Bericht theilt mit, daß trotz der Lohnsteigerung" der Bedarf daß die Regierungsvorlage all diejenigen schädige, welche, wie die beiten, der Kolonialrath gehört werde." Direktor v. Buchka nimmt an Arbeitsfräften nicht gededt werden konnte, daß vielmehr im weiten an der Eisenbahn oder in der Industrie Beschäftigten, eine Bension den verstorbenen Kolonialdirektor Dr. Kayser gegen in der Preſſe Umfange über einen mehr oder minder empfindlichen oder Unfallrente erhalten. Sobald diese sammt der Invaliden- und in parlamentarischen Kreisen erhobene Angriffe in Schutz und Arbeitermangel geklagt würde. Nur einzelne Unternehmer rente höher als 450 Mart steigen, fällt der überschießende widmet ihm anerkennende Worte. In schwerer Zeit, als waren anständig genug, oder vielmehr, verstanden ihr Interesse Betrag weg, obwohl der Arbeiter durch seine Beitragszahlungen in weiten Kreisen die Tendenz bestand, unsere Stolonien so bald als besser zu wahren, daß sie höhere Löhne zahlten. Das bedauert sich das Anrecht auf die ganze Rente erworben habe. möglich los zu werden, habe er sich bemüht, unsere Kolonien zu der Bericht, weil dadurch anderen, weniger anständigen oder weniger Der Antrag Moltenbuhr wird abgelehnt, Antrag Size erhalten und zu fördern. Bei Beurtheilung der Verträge mit fremden Klugen Unternehmern die Arbeiter entzogen worden seien. Dann wird angenommen. In§ 34, Abs. 3 ruht die Rente für Gefangene, Gesellschaften müsse man stets bedenken, daß solche vielfach zu Zeiten wird ein Bedauern darüber ausgesprochen, daß die Arbeiter, welche länger als 1 Monat bestraft sind, für die Zeit ihrer Freiheits- geschlossen worden seien, wo das deutsche Kapital nicht zu haben namentlich die jüngeren, gerne blauen Montag" machten und strafe oder folange fie in einem Arbeitshaus oder in einer Besserungs- gewesen sei. Die Gesellschaft Südkamerun" sei eine deutsche, ihr daß zu viel Lustbarkeiten stattfänden. Das sind natürlich alles Umanstalt untergebracht sind. Moltenbuhr und Genossen be- Siz in Hamburg, sie sei nach deutschem Gesetz errichtet. Für Nord- stände, die den Profit schmälern und das verursacht dem Unternehmer antragen Streichung, v. Glebodi beantragt 2 Monate Frist, famerun werde demnächst eine Gesellschaft konzessionirt werden, welche immer Sorgen. Der, wie wir gern zugeben wollen, für einen Röside beantragt 3 Monate und Streichung der Bestimmung Adolf Wörmann in Hamburg begründen wolle. Die Resolution geordneten Betrieb sehr störenden Gepflogenheit des„ blauen über Arbeitshaus, Gerstenberger beantragt: sofern er nicht Arnim sei nicht ausführbar, weil der Kolonialrath jährlich nur Montags" wäre durch eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit eine von ihm unterhaltene, im Inland wohnende Familie besigt; in einmal zusammentrete, außerdem bedeute die Resolution sicher zu begegnen. Schließlich, um das Bild voll zu machen, wird diesem Falle ist die Rente an die Familie auszuzahlen". Staats- einen Eingriff in das dem Kaiser zustehende Verordnungs- empfohlen, den Sparsinn der Arbeiter zu pflegen und zu fetretär v. Posadowsky wendet sich gegen den sozialdemo- recht. Abg. Frese( frs. Vg.): Konzessionen an Unternehmer fördern. Die Sorge um den Profit ist der einzige Gesichtspunkt, Parlamentarisches." tratischen Antrag; es widerspreche dem Volksgefühl, daß Leute, die feien nothwendig, man müsse ihnen aber auch günstige Chancen von dem sich die gut katholischen Herren leiten lassen. bestraft und während ihrer Gefangenschaft auf Kosten des Staates bieten. Den Deutschen würden in englischen Kolonien auch Konernährt werden, dann noch bei der Entlassung ein aufgespartes zeffionen gewährt und Freiheit für geschäftliche Unternehmungen. Der Konsumverein in Breslau zählte am Schlusse des Kapital durch die Renten erhalten. Die Leute in Arbeitshäusern und Er sehe nicht ein, warum man nicht fremdes Geld in unseren Jahres 1898 imter seinen 64 985 Mitgliedern 19 017 ſelbſtändige Korrektionshäusern würden das aufgesammelte Geld nur benutzen, Kolonien arbeiten laffen solle, wo es fich um die wirthschaftliche Handwerker, Kaufleute und Händler. Diese Thatsache ist beachtlich um fich erst recht zu betrinken, wenn sie wieder frei sind. Diese Debung derselben handle. Daß der neue Kolonialdirektor folche gegenüber der sich anderwärts in diesen Bevölkerungskreisen breitKorrigenden feien Leute, die überhaupt nie arbeiten wollen. Molten Gesellschaften tonzeffionirt habe, sei mit Freude zu begrüßen. Er machenden Heze gegen die Konsumvereine. buhr frägt den Staatssekretär, wie denn Leute, die nie gearbeitet sei gegen die Resolution Arnim. Nach längerer Debatte wird die Fair Wages in Holland bei Regierungsbauten. Bei der haben, eine Rente bekämen? Die Aeußerungen des Staatssekretärs Resolution mit allen gegen die Stimme des Grafen Arnim fürzlich erfolgten Ausschreibung, betreffend die Errichtung eines feien auch unrichtig in Bezug auf die Gefangenen. Wie schwer sei abgelehnt. Die Anjaze für Kamerun werden im übrigen Bostsparkassengebäudes in Amsterdam, hat die holländische Rees für den Gefangenen, wieder Arbeit zu bekommen! Durch die ge- unverändert genehmigt. Die Berathung des Kolonial- Etats wird gierung zum ersten Mal die Fair Wages- laufel in das Bedingnißfammelten Renten könne er vor Begehung neuer Verbrechen bewahrt Dienstag fortgesetzt. werden und sich eine neue Existenz schaffen. Wurm protestirt daheft aufgenommen; es werden Minimallöhne von 34 Pf. pro Stunde für Arbeiter, die eine Lehrlingszeit absolvirt haben, von 32 Bf. für gegen, daß dem Versicherten, der seine Beiträge bezahlt hat, die solche, die nicht Lehrlinge waren und von 26 Pf. für Tagelöhner Rente, die Gegenleistung für seine Zahlungen, entzogen wird. Für festgesetzt; die tägliche Magimalarbeitszeit wird mit 11 Stunden notorische Säufer bestimme§ 13, Absatz 2, daß die Rente durch die Justiznovelle. In der 6. Kommission des Reichstages, welche festgesezt. Seitens der holländischen Gemeinden werden ähnliche Gemeinde in Naturalien gezahlt werden könne. Dadurch falle die die Justiznovelle, betr. Ersetzung des Voreides durch den Nacheid. Bestimmungen vielfach figirt; in jüngster Beit erst haben die Städte Gefahr, die der Staatssekretär für Korrigenden befürchtet, weg. Die in Verbindung mit dem Antrag Rintelen, zu berathen hat, wurde Middelburg, Nijmegen und Amersfort die Aufnahme der MinimalAnträge Molkenbuhr und Genossen, Röside und heute§ 60 der Regierungsvorlage, betr. die Bereidigung der Zeugen, lohn- selausel in die tommunalen Bedingnißhefte beschlossen. Glebodi werden abgelehnt, angenommen wird der Antrag unverändert angenommen. Gerstenberg auch als Zusatz zu Absatz 4. Dagegen stimmen Die Baukkommission hat heute ihre erste Lesung beendet. Es nur die konservativen. Gegen den ganzen Paragraphen wurde mit 13 gegen 11 Stimmen beschlossen, das Privileg der Reichsstimmen die Sozialdemokraten. Die§§ 35, 35 a, 35 b werden ohne bank auf 20 Jahre, nicht auf 10, wie die Regierungsvorlage vorschlug, Diskussion angenommen. Bu§ 36 beantragen Moltenbuhr und Gezu verlängern. Die Sozialdemokraten und Konservativen stimmten nossen, daß die besonderen Kasseneinrichtungen( Fabriffaffen, gegen diese Bestimmung. Da 4 Mitglieder fehlten, kann dieser BeSnappschaftskaffen zc.) die von ihnen zu zahlende Bension nicht um den schluß in zweiter Lesung möglicherweise wieder zu Fall gebracht ganzen Betrag der Invaliden- resp. Altersrente fürzen und damit werden. dann auch den Reichszuschuß sich nehmen dürfen, sondern nur den Betrag der Grundrente und der Rentensteigerung". Sachse begründet den Antrag unter Hinweis auf die ungerechte Entziehung des Reichszuschusses, der jetzt den Das Agitationskomitee für das westliche Westfalen beruft Versicherten genommen wird. Direktor woedtke bekämpft den jetzt den außerordentlichen Provinzialparteitag auf Sonntag, den Antrag, da sonst die Zuschußtassen nicht bestehen könnten. Der An- 26. März, nach Hagen ein. Auf ihm sollen die Kündigung der Getrag Moltenbuhr und Genossen wird gegen die Stimmen noffen Block und Lehmann und die Kompetenz des Agitationsder Sozialdemokraten abgelehnt und§ 36 ebenso angenommen. Komitees behandelt werden. Hoffen wir, daß dieser Parteitag im Die§§ 38, 39, 40( ohne Schlußabsag) werden angenommen; der Schluß- Staude ist, die Differenzen im dortigen Bezirk beizulegen. abfaß wird bei den Rentenstellen verhandelt.§ 20. öhe der Beiträge. Hierzu liegen folgende Anträge vor: 1. Röside. Den§ 20 wie folgt zu fassen: Die für die Beitragswoche zu entrichtenden Beiträge werden nach Lohntlassen(§ 22) im Voraus auf bestimmte Zeiträume, und zwar zunächst für die Zeit bis zum 31. Dezember 1910, demnächst für je 10 weitere Jahre durch den Bundesrath festgesetzt. Partei- Nachrichten. Auch eine Folge des Zuchthaus- Urtheils. Die Sächsische Arbeiter- Zeitung" theilt mit, daß sie in den letzten Wochen über 1000 Abonnenten gewonnen hat. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß dieser erfreuliche Zuwachs an Abonnenten auf die Aufrüttelung zurückzuführen ist, die die Arbeiterbevölkerung von Dresden und umgebung durch das Zuchthaus- Urtheil erfahren hat. Polizeiliches, Gerichtliches u. 1. iv. Für die in derselben Lohnklasse stehenden Personen sind die Beiträge gleich zu bemessen. egen Verbreitung aufrührerischer Schriften war Vor Ablauf der im Absatz 1 bestimmten Zeiträume hat das weil er den vom Oberrheinischen Agitationskomitee herausgegebenen gegen einen Genossen in Trier ein Verfahren eingeleitet worden, Reichs- Versicherungsamt die zulänglichkeit der Beiträge zu prüfen." Rheinischen Kalender" verbreitet hatte. Das Verfahren mußte je Dabei find Fehlbeträge oder Ueberschüsse, welche sich aus der Er- doch, wie den Genojien jetzt mitgetheilt wurde, eingestellt werden. hebung der bisherigen Beiträge herausgestellt haben, in der Weise Es fand sich absolut kein Strafparagraph, der gefällig genug war, zu berücksichtigen, daß durch die neuen Beiträge unter Beachtung der sich auf den Fall anwenden zu lassen. Wirkungen des§ 89 eine Ausgleichung eintritt. Bis zur Festsetzung eines anderen Beitrags find in jeder Versicherungsanstalt an wöchentlichen Beiträgen zu erheben Soziales. Lehte Nachrichten und Depelthen. Köln a. Rh., 3. März.( B. H.) Die„ K. 3." wendet sich ernent in einem längeren Artikel gegen den Finanzminister v. Miquel bezüglich dessen Abfichten auf eine Abänderung des Wahlgesezes und fagt: es würde für uns eine Pflichtversäummiß schlimmster Art sein, wenn wir mit unseren Warnungsrufen zurückhalten wollten, denn die Nachrichten, die uns über dies neue Miquel'sche Ei des Kolumbus zugegangen sind, sind so zuverlässig, daß wir uns für verpflichtet halten, so früh wie möglich auf die drohende Gefahr aufmerkjani zu machen. Die . 3." empfiehlt die Einführung des Plural- Wahlsystems und fordert die Regierung auf, ehe einer der erbittertſten Kämpfe losbrechen sollte, doch noch rechtzeitig dieses neue Ei des Kolumbus zu zerschlagen. Wien, 8. März.( B. H.) Einer Pariser Meldung der Polit. Korrespondenz" zufolge soll der Zusammentritt der Abrüftungsfonferenz zwischen dem 15. und 20. März erfolgen. Die Versendung der Einladungen an die betheiligten Mächte soll unmittelbar bevorstehen. Paris, 3. März.( B. H.) Der Justizminister erklärte heute, die vereinigten 3 Kammern des Kaffationshofes würden sich morgen vereinigen, um zum ersten Mal über die Dreyfus-Angelegenheit zu berathen. wurde Paris, 3. März.( B. H.) In der heutigen Senatssitzung die Wahl des Präsidenten vorgenommen. Beim ersten Wahlgange erhielt Fallières 90, Conftans 84, Chauveau 56, Beytral 25 Stimmen. Beim zweiten Wahlgange wurde allières mit 151 Stimmen gegen 84, welche für Constans abgegeben wurden, definitiv gewählt. Fallières ist Senator für das Departement Lot et Garonne und war Unterrichtsminister im Kabinet Tirard im Jahre 1889 und Justizminister im Kabinet Freycinet 1890. Fallières ist Anhänger der Regierungspartei. Material zur Revision des Gesetzes über die Gewerbe: gerichte. Eine Entscheidung des Gewerbe- Schiedsgericht in HamParis, 3. März.( W. T. B.) In der Angelegenheit Picquart burg zeigt die Nothwendigkeit der Ausdehnung der fachlichen Zufällte heute die Kriminalkammer nach 41/2 stündiger Berathung das ständigkeit der Gewerbegerichte. Der Schlosser und Hilfsmaschinen Zuständigkeitsurtheil. Durch dasselbe werden Picquart und Leblois wärter Smith flagte gegen die Eisenbahn- Maschinen- Inspektion in vor die Anklagetammer verwiesen wegen der Anschuldigung der Eine anderweitige Festsetzung der Beiträge bedarf der Zustimmung Hamburg. Er wurde mangels Zuständigkeit des Gerichts ab- Fälschung des Petit Bleu" wegen Mißbrauchs und Mittheilung geheim des Reichstages. gewiesen. Er sei als Krahnführer zwar der Werkstätten2. Schmidt( Elberfeld).§ 20, Abfag 2 wie folgt zu zur Verladung von Frachtgütern gedient, folglich gehöre er zum Bezüglich der Attenstüde in der Brieftaubenangelegenheit und der verwaltung unterstellt, aber der von ihm bediente Serahn habe nur zu haltender Schriftstücke in den Angelegenheiten Esterhazy und Dreyfus. Betriebspersonal des eigentlichen Eisenbahn- Unternehmens. besagt das daß keine Konnegität vorliege, und daher das Kriegsgericht für dieselben zuständig bleiben sollte. fassen: in Lohntlasse I 16 Pfennig II 20 " " III 24 IV 28 " " " " V 32 " " Auf Die Beiträge find so zu bemessen, daß durch dieselben gedeckt Eisenbahn- Unternehmungen finde die Reichs- Gewerbe- Ordnung nach werden die Kapitalwerthe der den Versicherungs- Anstalten zur Last§ 6 des Gesezes keine Anwendung und daher ist auch das Gesetz fallenden Beträge der Renten, die Beitragserstattungen und die über die Gewerbegerichte auf solche Arbeiter nicht anwendbar. Sonstigen Aufwendungen der Versicherungs- Anstalten. mod Die Schaffung gewerblicher Schiedsgerichte für alle Arbeiter ohne Ausnahme ist das geeignetste Mittel, solchen Unzuträglichkeiten abzuhelfen. In den verschiedenen Lohntlassen sind die Beiträge für die einzelnen Versicherten gleich zu bemessen und lediglich nach der durchschnittlichen Höhe der in denselben von den Versicherungs- Anstalten zu ge währenden Renten abzustufen. Absatz 5: in Lohnklasse I II " 14 Pfennig 36 201 III 24 " IV V 30 36 Eine anderweite Festsetzung der Beiträge bedarf der Zustimmung fügung stellen werde. des Reichstags. 3. Moltenbuhr und Genossen. " 1 Loudon, 3. März.( W. T. B.) Unterhaus. Fortsetzung der Berathung des Militär Etats. Bei dem Posten Präsenzstärke" wurde der von Labouchère eingebrachte Unterantrag, die Präsenzziffer um 4340 Mann zu vermindern, mit 188 gegen 54 Stimmen abgelehnt. Wie man in den Domänen des arbeiterfreundlichen Zen- Im Laufe der Debatte gab der erste Lord des Schayes Balfour trums Sozialpolitik treibt. In Bonn hatte der städtische Bei- zu, daß eine sehr große Vermehrung der Ausgaben für die Flotte Absay 3 vie Absatz 4 der Vorlage, wobei die Worte die Nech- geordnete Dr. Wilms die Gründung eines sogenannten unparteiischen und das Heer, beide zusammengenommen, stattgefunden habe. Es nungsstelle des Reichs- Versicherungsamts" zu ersehen sind durch das Arbeitsnachweises unter städtischer Beihilfe angeregt, eine Ein- fei indessen unrichtig, anzunehmen, daß diese Vermehrung eine Reichs- Versicherungsamt". richtung, die für die Arbeiter, so lange die Unternehmer den Folge der Politik diefer oder jenter Regierung sei. Er wolle nicht Absatz 4: maßgebenden Einfluß auf die Stadtverwaltung haben, keinen leugnen, daß die Ausdehnung des britischen Gebietes und die Ver Bis zur Festsetzung eines anderen Beitrags find in jeder Ver- allzu großen Werth hat. Die Stadtverordneten waren ein- antwortlichkeiten Englands in Afrika eine der Ursachen, ja vielleicht ficherungs- Anstalt an wöchentlichen Beiträgen zu erheben stimmig mit dem Plane einverstanden. Es fanden Verhandlungen die Hauptursache der Steigerung des Militäretats fei. Diejenigen, mit verschiedenen Korporationen von Arbeitern und Unternehmern welche diese Steigerung beanstanden, müßten folgerecht auch jene statt. Das Gewertschaftstarte II erklärte fich gleichfalls Ausdehnung beanstanden. mit dem Plane einverstanden und sollte die Arbeiter Bonn's zwecks Rom, 3. März.( W. T. B.) Der Kardinalsekretär richtete heut Stellungnahme dazu zu einer öffentlichen Versammlung einladen. Abend an die in Rom residirenden hohen Prälaten folgendes Die Vertreter des Gewerkschaftskartells machten nun darauf auf Schreiben:" Ich beeile mich, Ihnen davon Kenntniß zu geben, daß mertiam, da man ihnen schwerlich einen Saal zur Ver- das Befinden des heiligen Waters heute vollkommen zuHerr Dr. Wilms erklärte, daß unter friedenstellend ist. gez. Nampolla." Berufung auf ihn der Wirth zum„ Kaiser Friedrich" Rom, 3. März.( W. T. B.) Am Schlusse der Sizung nahm sein Lokal zur Versammlung hergeben würde. Das geschah auch. der Minister des Aeußern Canevaro das Wort zu einer Entgegnung Als aber der Tag der Versammlung ziemlich herangekommen war, auf verschiedene Anfragen über die Aktion Italiens in den erklärte der Wirth, er müsse seine Zusage wieder zurück- chinesischen Gewässern. Der Minister erinnerte an seine frühere Verziehen, wenn er sich nicht ruiniren wolle. Das Ge- Erklärung in der Kammer, daß er beabsichtige, in diesen tverkschaftskartell wandte sich nun alt das Stadtverordneten Meeren eine Schiffs- Division zu bilden. Bei der großen Kollegiuin um leberlassung eines städtischen Konzertsaales Entfernung dieser Länder sei es unumgänglich nothwendig zu der Versammlung. Und das ist das Erstaunliche an gewesen, bort für alle Fälle eine einen Rückhalt gewährende Basis der Sache: Die Ueberlassung eines städtischen Lokals wurde rundweg abgelehnt! Das ist wirklich der zu schaffen. In dieser Absicht habe die Regierung in Peking Schritte gethan wegen Verpachtung der Sammun- Bai. Die übrigen Nationen, Gipfel sozialpolitischen Unverstandes. Man sollte doch meinen, die welche in China Interessen hätten und welche alle Freunde Italiens Stadtverordneten hätten ein großes Interesse daran, den organisirten feien, seien davon benachrichtigt worden. Arbeitern die Stellungnahme zu dem Projekt zu ermöglichen; denn sie Madrid, 3. März.( W. T. B.) Die Königin- Regentin machte hatten die Errichtung eines gemeinsamen Arbeitsnachweises beschlossen, dem Ministerpräsidenten Sagasta den Vorschlag, das Kabinet und sie hatten das Gewerkschaftskartell, den Vertreter der organisirten ohne Auflösung der Kammer zu reorganisiren. Sagasta erwiderte, Arbeiter, zur Betheiligung eingeladen. Ist denn eine Versammlung dies sei nicht möglich. Man glaubt, daß die Königin- Regentin im sozialdemokratisch gesinnter Arbeiter etwas so Furchtbares, daß man Laufe des Abends Silvey mit der Bildung des neuen Kabinets belieber einen felber ausgehedten Versöhnungsplan scheitern läßt, an- auftragen werde. statt einer solchen Versammlung einen Raum zur Verfügung zu Athen, 3. März.( B. H.) Das griechische Generalkonsulat in stellen? Saloniti berichtet von überaus zahlreichen Verhaftungen in Ueber die Arbeiterverhältnisse in Köln enthält der soeben Macedonien. Die Verhafteten sind vorwiegend Bulgarier, wenige Nachdem Röside seinen Antrag begründet und sich gegen den erschienene borläufige Jahresbericht der dortigen Handelskammer, davon sind Griechen und Kuzo- Walachen. Der Sultan wies die sozialdemokratischen gewendet hat, wird die weitere Berathung auf wie wir der Kölnischen Volkszeitung" entnehmen, einige interessante Behörden an, beschwichtigend zu wirken. Weitere Waffenfendungen Sonnabend vertagt. Angaben, interessant vornehmlich durch die unverblümte Nacktheit, in sind angeordnet. § 20 Absatz 3 folgendermaßen zu faffen: add to Bis zur Festsetzung eines anderen Beitrags find in jeder sicherungs- Anstalt an wöchentlichen Beiträgen zu entrichten: in Lohnklasse I II " " " III IV " " 6 Pfennig 10 24 28 32 18 Ferner find jeder Versicherungs- Anstalt zu den wöchentlichen Beiträgen der I. und U. Lohntlasse für jeden Versicherten je 10 Pf. vom Reich zuzuzahlen. Dieser Reichszuschuß wird durch eine progressive ReichsDieser Reichszuschuß wird durch eine progressive Reichs Einkommensteuer aufgebracht, welche alle Einkommen von mehr als 3000 m. jährlich umfaßt. Im Falle freiwilliger Versicherung beträgt der Wochenbeitrag für Lohnklasse I 16 Pf. 20 II 115 Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Br. 54. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. ( Schluß aus dem Hauptblatt.) Abg. v. Tiedemann( Rp.): Herr Bebel hat felbst zugestanden, daß ihm nebensächliche Her thümer unterlaufen sind. Ein solcher nebensächlicher Jrrthium ist es aber nicht, wenn er den Rittmeister Grafen Stolberg beschuldigt, er habe den Sergeanten erstochen. Der Sergeant ist erschlagen worden.( Lachen links.) Das ist doch ein wesentlicher Unterschied.( Lachen links.) Ich hatte vor Herrn Bebel noch vieles auf seine zum Fenster hinaus gehaltene Rede zu er wiedern. Aber die Herren Paasche und Gröber haben mir Alles weggenommen.( Heiterkeit.) Die Geschichte vom Klub der Harmlosen gehört nicht hierher, sie hat keinen Zusammenhang mit der Militärverwaltung. Offiziere sind auch bei der Affaire fast garnicht betheiligt. Kommt aber Hazardspiel zur Kenntniß der Behörde, so wird es bei den Offizieren sehr streng bestraft. Daß Herr Bebel den Fall Brüsewig wieder herangezogen hat, beweist, wie dürftig sein Material ist. Wenn es Herrn Bebel mit seinem ausgebildeten Spürfinn nicht gelingt, andere Fälle vorzubringen, dann steht es gut mit unserem Offiziertorps, wir tönnen auf unser Offizier torps stolz sein. Herr Bebel meint, die Erörterungen beim Militäretat fönnten nur wohlthätig wirken. Ich gebe ihm das zu, wenn auch in anderem Sinn, als er es gemeint hat. Denn die Berhandlungen haben zu einem vollständigen Fiasko des Herrn Bebel geführt.( Abg. Bebel: Ich bin sehr zufrieden mit dem Erfolg.) Dann find Ihre Ansprüche sehr gering! Ein Gutes haben auch die fortgefesten Angriffe der Sozialdemokraten auf unser Heer. Die Debatte hat gezeigt, daß der Sozialdemokratie gegenüber alle anderen Parteien sich mehr und mehr zusammenschließen. Wenn auch der Abg. Gröber die alte Streitart hervorgeholt hat, die ich längst begraben glaubte, so bin ich doch überzeugt, daß das Bentrum das Eintreten der Nationalliberalen für die Religiofität dankbar begrüßen wird. ( Beifall rechts.) Kriegsminister v. Goßler: Kriegsminister von Goßler: Bezüglich der ersten Beschwerde des Herrn Vorredners will ich bemerken, daß sämmtliche Entschädigungsbeträge zur Auszahlung gelangt sind. Es besteht die Anordnung, alle Entschädigungsansprüche möglichst rasch zu erledigen. Von der zweiten Angelegenheit weiß ich nur so viel, daß eine Anzeige über Unregelmäßigkeiten eingegangen ist. Ich kann aber noch nichts Bestimmtes über die Art der Kontrolle aussagen, da mir das Urtheil noch nicht zugegangen ist. Wenn der Herr Vorredner von dem Inspektor Krüger auf den Absolutismus gekommen ist, so tann ich es mir wohl verjagen, darauf einzugehen.( Bravo! rechts.) aded Sonnabend, 4. März 1899. durchaus ungehörig, daß die Lente noch zu dem Schaden, den ihnen Berelendung der Arbeiter hat relativ zugenommen gegenüber dem der Militarismus an sich zufügt, noch obendrein Scherereien haben. ungeheuren Reichthum der bevorzugten lassen. Wenn der Staat irgend etwas von der Bevölkerung verlangt, Nur noch einige Worte zu dem Fall will ich äußern, der meiner dann verlangt er pünktlichste Ausführung und bürdet bürdet die Meinung nach der ungeheuerlichste ist von all' denen, die mein Freund Kosten der Prozedur, z. B. bei Steuern, der Bevölkerung auf. Bebel hier vorgeführt hat. Es ist der des westpreußischen Hier aber läßt die Militärverwaltung erst lange Zeit verstreichen, sozialdemokratischen Unteroffiziers. und dann belastet sie die Leute noch obendrein mit den Kosten für offizier soll mit seiner Antwort gegen einen Korpsbefehl, der die die Einziehung. Dies Verfahren ist aber auch einfach ungefeßlich. Bethätigung sozialdemokratischer Gesinnung verbietet, gehandelt In der Instruktion vom 30. August 1887 wird betont, daß die Aus- haben. Der Herr Kriegsminister meint wohl, er hätte sagen sollen: zahlung der Flurentschädigung so schnell wie irgend möglich zu er- Auf diese Frage zu antworten, ist mir berboten, dem steht ein folgen hat. Das ist doch bei dieser Art offenbar nicht der Fall. Korpsbefehl gegenüber. Besteht ein solcher Korpsbefehl, so verstößt Der Grund für solche Uebelstände ist meines Erachtens darin zu er flar gegen die bestehenden Geseze.( Hört! Hört! bei den suchen, daß die Militärverwaltung ihren Aufgaben einfach nicht ge- Sozialdemokraten.) Nach§ 110 des Strafgesetzbuches haben wenn fein Grund wachsen ist. Zwiſchen der Wirksamkeit der Militärverwaltung nach Staatsbürger die Pflicht, als zeugen, außen und nach innen besteht ein großer Unterschied. Nach außen: blanke zur Nicht- Beeidigung vorliegt, eidliche Aussagen zu machen, Schneidigkeit! Nach innen: Mißstände, die bei einer einigermaßen Weiter würde ein solcher Korpsbefehl eine dirette Verleitung zum geordneten Verwaltung unmöglich sind. Der gemeine Soldat Meineid enthalten. Ich halte es für nothwendig, ausdrücklich im hat unter diesen Mißständen zu leiden. Aber durch das Disziplins Gesetz zu betonen, der Vorsitzende habe nicht das Recht, Zeugen nach system, durch den unbedingten Gehorsam wird es ihm zur Un ihrer sozialdemokratischen Gesinnung zu fragen. Ein solches Gesetz möglichkeit gemacht, sich zu beschweren. Der Kriegsminister meinte, besteht aber noch nicht, und wenn somit ein Zeuge infolge diefes Bebel tenne die Verhältnisse nicht; umgekehrt: der Kriegsminister Korpsbefehls gezwungen ist, die Unwahrheit zu sagen, so bedeutet fennt die Verhältnisse nicht, die beim gemeinen Soldaten. Dem das eine Verleitung zum Meineid.( Sehr richtig! bei den Sozials würde aller Muth nichts nügen, er zieht doch unbedingt den Kürzern. demokraten.) Aus den Ausführungen des Herrn Kriegse Je schwerer es aber ist, solches Beweismaterial aufzubringen, ministers geht aber hervor, daß ein solch direkter Korpsbefehl Seine Rüdnahme ist daher durchaus erforderlich, um so wichtiger sind diejenigen Fälle, in denen dies einmal möglich besteht. ist. Einen solchen Fall hat ein Prozeß zu Tage gebracht, der kürzlich da er zu strafgesetzlich unmoralischen Handlungen verleitet. in Hanau gegen den Garnison- Lazareth- Inspektor Wilhelm Krüger Bon jeher hat es die Sozialdemokratie für jeden als unbedingte geführt worden ist. Es handelte sich da um eine Unmasse von Pflicht hingestellt, die Wahrheit zu sagen. Mit diesem Grundsatz Diebstählen, die im Lazareth verübt worden sind.( Redner verliest steht ein derartiger Korpsbefehl im allerschroffsten Widerspruch. Herr unter allmälig stärker werdenden Heiterkeitsausbrüchen des Paasche hätte als des Paasche hätte als ein so gläubiger Mann, wie er sich hinstellt, sein Hauſes eine Riesenliste von gestohlenen Gegenständen der richtiger gehandelt, wenn er nachgeforscht hätte, ob nicht in unseren verschiedensten Art.) Das Erstaunlichste ist, daß das Verschwinden Staatseinrichtungen Dinge vorhanden sind, die in Widerspruch stehen all dieser Sachen gar nicht bemerkt worden ist, und daß es ver- mit der Wahrheit, der Humanität, mit der allgemeinen Menschenliebe. muthlich noch heute unentdeckt geblieben wäre, wenn der Mann nicht Bei seinem scharfen Verstand wäre ihm da nicht entgangen, daß schließlich so sehr mit Sachen bepact umhergegangen wäre, daß selbst Außenstehende zu der Meinung fommen müssen, ihm seien die Miß ein Blinder das hätte sehen müssen. So etwas kann eben nur stände unklar, die im Falle Wiese geradezu eine Aufforderung, eine Der Abg. Bebel hat mir heute ein relativ gutes Zeugniß aus- bei der jebigen Art der Revision passiren. Es ist freilich eine Anstiftung zum Vergehen enthalten. Graf Klindowström wiederholt gestellt. Ich lege auch Werth auf die Anerkennung, daß ich das von schwere Aufgabe, da für eine richtige Kontrolle zu forgen. nur, was Herr Paasche gesagt hat. Auf keinen Fall aber hat er Erachtens ist jene Kontrolle von oben unmöglich, das Recht, meinem Freunde Bebel vorzuwerfen, daß er Thatsachen ihm vorgebrachte Material objektiv behandelt habe; denn ich habe meines Erachtens ist jene Kontrolle die Pflicht, allen Parteien gegenüber objektiv Auskunft zu ertheilen. Untergebenen sehen die Unregelmäßigteiten am allerersten. Wenn selben Bergehen ein Offizier milde bestraft und schnell begnadigt nur eine Kontrolle von unten kann da helfen.( Lachen rechts.) Die falsch dargestellt habe. Bebel hat schlagend bewiesen, daß für dies Wenn aber der Abg. Bebel daraus schließt, daß ich mit seiner Art der Kritik einverstanden bin, so befindet er sich im Irrthum. die Leute den Muth haben dürften, mit ihren Beschwerden bis an wird, während ein Gemeiner viele Jahre Zuchthaus erhält. In zeitigt die Rechtspflege geradezu die Rohheit. Ich glaube, er richtet weniger deshalb Anfragen an mich, um Auf- die Borgesezten zu bringen, so würden die Verhältnisse sich sehr bald Ostelbien zeitigt ändern. flärungen zu erhalten, als um mit dieser Anfrage sofort Anklagen Wenn ein Erkenntniß des Ober- Verwaltungsgerichts Peitschenins Gesicht der Knechte für keine Sie sehen: der Absolutismus führt selbst im Armeewesen zu hiebe zu verbinden, die nur der Institution des Militärs schädlich sein zu harte Büch fönnen. Herr Bebel fällt dann auch gleich das Urtheil in der unhaltbaren Zuständen.( Lachen rechts.) Sie können zu besseren tigung erklärt, so ist das eine Verurtheilung der Rohheit der schroffsten Form und wartet nicht ab, wie ich die Sachlage darstelle. fein wollten.( Schallendes Gelächter rechts). Sie mögen lachen, fann. Ueberall, wo die Sozialdemokratie stärker an Zahl iſt, Buständen nur gelangen, wenn Sie im Militärwesen demokratischer ostpreußischen Herrschaften, wie sie nicht schärfer ausgesprochen werden Mit dieser Taktik werde ich mich nie einverstanden erklären. Er meinte heute, daß seine Angaben im Wesentlichen richtig ich bin um so neugieriger, wie sich der Kriegsminister dazu stellen als die übrigen Parteien, sind die Rohheitsverbrechen zurüc gewesen sind. Ich habe ihm Ich habe ihm doch gestern sehr wird.( Lehafter, lang anhaltender Beifall links.) erhebgegangen. Das weisen alle Statistiken aus. Gerade in den sog. liche Frrthümer nachgewiesen. Er hat im Fall Brüsewig frömmsten Provinzen haben die allermeisten Verurtheilungen eine falsche Strafdauer angegeben und daraus den falschen Schluß wegen Meineids stattgefunden. Was die Lage der Arbeiter in Ostelbien betrifft, so empfehle ich dem Grafen Klindowström die Lektüre gezogen, Brüsewig hätte kaum die Hälfte der Strafe abgebüßt. Er der Schriften des Vereins für Sozialpolitit. Daraus wird er ersehen, hat den Grafen Stolberg beschuldigt, feinen Burschen erstochen zu daß die Arbeiter in Ostelbien so schlecht gestellt sind, daß man be haben. Der Sergeant Scheinhardt ist aber einem Unglüdsfall zum Cpfer gefallen, der allerdings die Folge einer schweren Mißhandlung zweifeln muß, ob sie dort überhaupt noch als Menschen betrachtet werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die dortigen war. Bon der Betrunkenheit des Sergeanten, von der Abg. Landarbeiter fommen, leider mur allmälig, zu der Erkenntniß, daß sie Bebel sprach, ist nichts bemerkt worden. Der Soldat Rupp menschenunwürdig behandelt werden und daraus erflärt ist allerdings mißhandelt worden. Herr Bebel meinte heute, Rupp hätte in der Nothwehr gehandelt und so verfahren wüssen. Da be sich die Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen in Ostelbien, wie sie die letzten Reichstagswahlen ergeben haben. findet er sich aber doch in einem erheblichen Frrthum. Rupp war Herr v. Tiedemann hat den Stand der Öffiziere einen bev orzugten einfach zu feige, um sich zu beschweren. Hätte er das gethan, so wäre er auch geschützt worden. Sollte aber der Rath des Abg. Bebel genannt und gesagt, wir befämpfen alle Bevorzugung, also auch den befolgt werden, so wäre die Disziplin in der Armee nicht aufrecht Abg. Graf Klincowström( t.): funded Offiziersstand. Gewiß bekämpfen wir alle Bevorzugungen; aber zu erhalten. Die Nachricht aus Halberstadt war unrichtig. Ich habe Die Aeußerungen des Herrn Abg. Hoch Die Aeußerungen des Herrn Abg. Hoch über die Flur- Herr v. Tiedemann irrt, wenn er glaubt, wir bekämpfen jemanden nicht eingegriffen, sondern schon der Garnison Aelteste hat die schädigungen sind mir insofern interessant, als sie uns zum ersten deshalb, weil es ihm besser geht. Wir wünschen, daß es allen besser Stellung von Soldaten für die Erdarbeiten abgelehnt. Herr Bebel Wale einen sozialdemokratischen Agrarier zeigen.( Heiterfeit.) ginge, nicht daß es denen, die heut bevorzugt sind, einmal schlechter geht. Das ist der Unterschied in unseren Anschauungen. hat ein Anwachsen der Selbstmorde behauptet. Ich habe nach Was Herrn Groeber anlangt, so hätte er die ihm von Hrn. Paasche Schlusse seiner Stede stellte es der Graf Klincowström so dar, gewiesen, daß die Zahl sich verringert hat. Ueber den Fall des dargebotene Hand sofort ergreifen sollen( Heiterkeit) und nicht durch als wollten wir mit Gewalt unseren Zukunftsstaat er Reservisten Wiese mögen die Ansichten vom juristischen Standpunkt deren Zurückweisung einen gewissen Mizton in die Verhandlung bringen ringen. Nicht wir fordern zur aus verschieden sein. Ich will die Sache nachprüfen und gern noch follen. Herr Bebel sagt, die Militärgerichte meffen Untergebene und Bordie Herren von der Rechten. Erst am 9. Februar dieses Jahres thun Gewalt auf. Das einmal mit dem Generalfommando verhandeln. Aber das ganze gejezte mit zweierlei Maaß. Kann es eine stärkere Anschuldigung brachte die Post" wieder einen Artikel, der zu Gewaltthätigkeiten Verfahren ist nur eingeleitet worden, weil in der sozial- gegen die Militärverwaltung geben? Herr Bebel hat hier eine Ver- aufforderte." Es heißt darin: Ideen fann man nicht mit dem demokratischen Preise für den Wiese Reklame gemacht worden ist. brechensstatistik aufgeführt über das Verbrechen der Körperverlegung, Knüppel todtschlagen. Ein berühmtes Wort! Es stimmt aber nicht Aus der Anwort„ In Zivil" ergiebt sich ja schon, daß Wiese wußte, bei der Ostpreußen schlechter wegkommt als Sachien. In Sachsen auf alle Fälle, und im Anschluß daran werden Gewaltmittel und als Soldat dürfe er feine sozialdemokratischen Gesinnungen nicht trintt man Kaffee, in Ostpreußen stärkere Getränke.( Au! au! Heiterbekennen. Ich halte die Antwort für eine Spigfindigkeit. Auf die keit.) Bei einer Diebstahlsstatistik würden andere Resultate heraus- Ausnahmegeseze empfohlen. Wir verwahren uns gegen die Anjuristischen Ausführungen des Abg. Gröber zu antworten, bin ich kommen, auch bei einer Einbruchsstatistik.( Sehr richtig! rechts.) Troß der nahme, als sei die Armee eine Institution, die gegen uns gerichtet jetzt außer Stande. Nach meinen militärischen Anschauungen war die allersorgsamsten Nachforschungen hat Herr Bebel nur 7 bis 8 Fälle sei. Wir haben dasselbe Recht in der Armee, wie alle übrigen Strafe vollständig gerechtfertigt. Herr Bebel will die Dinge hier nur von Ungehörigkeiten hier anführen können, die zum Theil Parteien im Reiche. Und wenn ein Armeebefehl die Bethätigung zur Sprache bringen, um die Armee zu bessern! Er erzeugt aber noch start übertrieben waren. Was sind aber 7-8 Fälle bei einer sozialdemokratischer Gesinnungen verbietet, so müßte er auch damit nur Berbitterung; und wenn er die Armee seines Wohlwollens Armee von 400 000 Mann? Kann es ein glänzenderes Beugniß fonservative oder ultramontane Gesinmungen verbieten. Wollen Sie versichert, dann ersuche ich ihn, ihr doch dieses Wohlwollen in anderer geben für eine Armee? Giebt es in ganz Europa ein bessere wirklich die Bethätigung sozialdemokratischer Gesinnungen ausschließen, Form zu erweisen.( Heiterkeit.) Den Anspruch der Dankbarkeit, den Armee? Herr Bebel greift sie aber an und nicht nur die Armee, dann müssen Sie auch die Konsequenz ziehen und Sozialdemokraten Herr Webel anerkannt haben will, wird die Armee niemals aner- fondern auch die Schule und Erziehung. Bei uns auf dem Lande überhaupt nicht mehr zum Militär nehmen. Zu dieser Konsequenz kennen. Wie ein rother Faden zog sich durch die ganze Rede des arbeiten die Arbeiterfrauen nicht den ganzen Tag, damit fällt der führen die Anschauungen des Grafen Klindowström. Herrn Bebel die Meinung, daß Untergebene und Vorgesetzte von der Schluß, daß sie sich nicht um die Erziehung ihrer Kinder kümmern können. Militärjustiz mit zweierlei Maaß gemessen werden. Das wird er Herr Bebel beschwert sich über die Verwendung von Soldaten für niemals beweisen können, und ich muß gegen eine solche Behauptung landwirthschaftliche Arbeiten, weil das Militär damit dem freien protestiren. Es liegt gar fein Anlaß vor, an der Unparteilichkeit Arbeiter Konkurrenz mache. Jeder, der noch irgend einen freien des Militärgerichts zu zweifeln. Im Militär- Strafgesetzbuch find Arbeiter bekommen fanm, nimmt feinen Soldaten, weil dies einmal auch für die Straftaten von Untergebenen, die von Vorgesezten fehr umständlich ist, dann aber auch zu theuer. Die Handlungsweise gereizt worden sind, sehr erhebliche Milderungen enthalten. Herr des Grafen Stolberg mißbilligen wir, aber unser Mitleid fönnen Der Vorredner hat den Wunsch geäußert, den Wortlaut des Bebel fagte, daß mit dem Wachsen der Sozialdemokratie im Allge- wir ihm nicht versagen und ich hätte eigentlich erwartet, daß ihm Armeebefehls fennen zu lernen. Es handelt sich um einen kriegsmeinen auch die Zahl der sozialdemokratischen Soldaten wachsen auch der Abg. Bebel dieses Mitleid nicht versagen sollte, nachdem er ministeriellen Grlaß vom 24. Januar 1894, der in bestimmten Zeita müffe. Auf dem Parteitag in Stuttgart hat er über das geringe gehört hat, wie besorgt der Graf Stolberg für feine räumen von Neuem veröffentlicht wird. So ist er im amtlichen Wachsthum der Sozialdemokratie lebhafte Klage geführt. Ich bin üntergebenen gewesen ist. Statt dessen hat er aber heute neue Theil des Reichs- Anzeigers" vom 7. August 1897 erschienen.( hört! in dieser Beziehung auch nicht sehr besorgt. Ich halte die ganze Angriffe auf den Rittmeister gehäuft. Ueber den Fall Wiese will hört! rechts.) Sozialdemokratie für eine Illusion, die von selbst zu Grunde gehen ich nichts weiter sagen. Nur aufmerksam will ich darauf machen, Abg. Frhr. v. Stumm( Rp.): muß.( Lebhafter Beifall rechts.) daß Wiese Unteroffizier gewesen ist. Die Volfstribüne" hat ihn Die Sozialdemokratie beleidigt die Armee fortgesetzt in Abg. Hoch( S08.): als besonders forschen Genossen gefeiert, num ist er reingefallen. Der Herr Kriegsminister hat über die Art und Weise Klage Die sozialdemokratische Preffe mag daraus die Lehre ziehen, daß unerhörtester Weise. Besonders thut es der Vorwärts", der sich nicht gescheut hat, patriotische Erinnerungen an die Heldenthaten von ( Oh! oh! geführt, wie der Abg. Bebel hier Mißstände des Militarismus stets mit den Militärtehörden schlecht Kirschen eſſen ist. 1870/71 mordspatriotisch zu nennen. Herr Bebel fagte, die Sozialdemokraten feien flug hagen ist sein Beweis, daß wir zu Gewaltthaten gegen streikende Dem Abgeordneten Stadtzur Sprache bringt. Ich will nur sagen, daß weite Kreise der so Tange fie die Uniform tragen, deutschen Bevölkerung ihm dafür dankbar sind.( Lachen rechts.) genug, von ihrer Arbeiter aufgefordert hätten, vollkommen mißlungen. Er hat Soweit ich auch herumgekommen bin, überall habe ich nur Worte Die Herren mögen doch die Lehre daraus ziehen, daß, wenn sie neun Jahren in einer Londoner Korrespondenz über den fozialdemokratischen Gesinnung feinen Gebrauch zu machen. Stelle glücklich eine in der der Post" " Post" entdeckt, die bor der Anerkennung dafür gefunden.( Lebh. Geschrei rechts.) Bei Ihnen etwa versuchen sollten, ihren Zukunftsstaat mit Gewalt einzuführen, Dockerstreit enthalten war. natürlich nicht.( Geschrei anhaltend.) Der Herr Kriegsminister hat besonders betont, daß dies oder daß dann die die Aerte ergreifenden Genoffen in Bivil von den jenes in den Darstellungen nicht richtig fei. Wenn er sagt, daß der Genoffen in Uniform todtgeschossen werden.( Huh, huh! links, Sergeant nicht erstochen, sondern nur erschlagen worden ist, und Beifall rechts.) das als Beweis dafür anführt, wie sehr Bebel von der Wahrheit abweicht, so meine ich, daß dieser Unterschied dem Volte daußen Herr Baasche hat in seiner Rede auch auf mich Bezug ge- den Vorwurf, daß er hier unwahre Thatsachen vortrage, dadurch zu ziemlich gleichgiltig sein wird.( Sehr richtig! links. Unruhe rechts.) nommen und mir den Vorwurf gemacht, ich bezeichnete die Unter- wehren gesucht, daß er auf die gestohlenen Briefe, die der Es ist bereits von anderer Seite hier Klage darüber geführt nehmer als Verbrecherbanden, die ihre Angestellten nur als Aus- ,, Vorwärts" veröffentlicht hat hinwies und behauptete, ich sei worden, daß die Militärverwaltung nicht genügend Rücksicht nimmt beutungsobjekte betrachten. Er kann nur meine Rede vom auch einmal von einem Redakteur der Post falsch berichtet worden. auf die wirthschaftlichen Interessen der Bevölkerung. In der Umgegend 22. Februar meinen. Dort habe ich allerdings von Verbrecherbanden Herr Fint war kein Redakteur der" Post", sondern nur Berichterstatter, von Hanau ist durch das Manöver die ländliche Be- gesprochen und es als bekannte Erscheinung hingestellt, daß Unter der ohne meine Mitwirtung angestellt war. Ich habe die Behauptung völkerung sowohl durch die Einquartirungen wie durch den nehmer als Erpresser sich zusammenthun, daß sie nicht verfolgt des Herrn Fint, daß er freiwillig aus dem Verein der Berliner Presse Flurschaden schwer benachtheiligt worden. Zu den an fich werden und ich habe verlangt, das sie gerichtlich verfolgt werden. ausgetreten sei, nach Ausweis des Stenogramms des untorrigirten, fchon sehr großen Laften der Einquartirung, die durch das schlechte Wenn daraus Herr Paasche den erwähnten Schluß zieht, so muß ich Herr Bebel! nicht als Thatsache hingestellt, sondern nur gesagt, Wetter noch vergrößert wurden, tam noch hinzu, daß die Ver- das der Beurtheilung des Hauses überlassen. Das ist die alte Art Herr Fint, der in weiten Streifen als Ehrenmann gelte, behaupte es. theilung feineswegs in richtiger Weise geschah, so daß gerade die und Weise, unrichtige Behauptungen in das Land hinauszuschleudern. Wenn in dem gestohlenen Briefe steht, ich hätte eine Lüge ausKleinen Leute am schwersten durch die Einquartirung ge- Es wird irgend etwas behauptet, daß man nicht der Mühe werth gesprochen, so versteht es sich von selbst, daß ich nicht gelogen habe, troffen wurden. Was die Flurentschädigungen anlangt, so sind die hält zu widerlegen. Dann wird gesagt: Er hat es nicht einmal wider sondern daß die Behauptung des Fint, die ich wiederholt habe, sich felben erst nach einem Beitraum von mehr als zwei Monaten legt und dann gilt die Behauptung als erwiesen. Ich wollte nachträglich als Lüge Herausgestellt hat. Herr Bebel aber hat die zur Auszahlung gelangt. Und auch dadurch ist die ärmere Bevölkerung lediglich diese verkehrte Darlegung des Herrn Paasche zurückweisen. Dinge, die er vorgetragen, und die sich nachher als unwahr herausschwer geschädigt worden, denn diese kann bei den Zahlungen, die sie Im Zusammenhange damit will ich nun gleich sagen, daß die Ver- gestellt haben, stets hier als thatsächlich bezeichnet. Sein Verhalten zu leisten hat, mit so langen Fristen nicht rechnen. Endlich ist sie elendungstheorie durchaus nicht von den Sozialdemokraten auf verträgt also feinen Vergleich mit dem meinen. Herr Bebel irri fich noch durch den merkwürdigen Modus, daß sie ihre Entschädigung gegeben ist, wie gesagt worden ist. Sie besteht noch, weil die Er gewohnheitsmäßig in den Thatsachen. Wiederholt haben sich seine selber abzuholen bat, gezwungen, sich Sosten zu machen, das ist doch scheinungen noch bestehen, aus denen wir sie erkannt haben. Die Angaben als grobe Irrthümer herausgestellt. Er hätte besser " lints.) Abg. Stadthagen( Soz.): " Am Armeebefehl vielleicht im Wortlaut hier mitzutheilen. Fordert der Schließlich möchte ich den Herrn Kriegsminister bitten, den Armeebefehl wirklich zum Ungehorsam gegen die Gesetze auf, dann hoffe ich, wird der Reichstag einmüthig die Beseitigung eines solchen Armeebefehls verlangen. Generalleutnant v. Biebahn: Es Se war das Stimmungsbild eines Sorrespondenten, nicht die Meinung der Redaktion. Die Behauptungen, die Herr Stadthagen aufgestellt hat, sind also unwahr. Gewiß tritt die Post" für ein Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie ein; daraus hat sie nie ein Hehl gemacht. Herr Bebel hat sich nun gegen 00 " Vizepräsident Schmidt: Herr Asg. Kunert, Sie haben kein Recht, hier Frechheit zu rufen. Ich rufe Sie zur Ordnung.( Beifall rechts. Zurufe bei den Sozialdemokraten. Nufe: Freiherr v. Stummi hat gesagt, daß der Vorwärts" Briefe gestohlen habe.) Vizepräsident Schmidt: " Das hat er nicht gesagt. Er hat von niemandem in diesem Hause gesagt, daß er Briefe gestohlen habe.( Große Unruhe links und bei den Sozialdemokraten.) Abg. Singer( S.)( zur Geschäftsordnung): Ich will mir noch erlauben zu konstatiren, daß es bisher feitens gliede des Hauses jemandem außerhalb des Hauses vorgeworfen des Bräfidiums Sitte war, es zu rügen, wenn von einem Mitwurde, daß er gestohlen habe und den Betreffenden, der sich nicht bertheidigen kann, in Schuß zu nehmen.( Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Schmidt: Wenn der Abg. Freiherr v. Stumm eine bestimmte Person bezeichnet hätte, die die Briefe gestohlen haben soll, so würde ich ihm das sofort untersagt haben. Er hat aber nur gesagt, daß die beröffentlichen Briefe gestohlen feien.( Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Ich werde mir den stenographischen Bericht tommen lassen, und wir werden sehen, wer Recht hat. Abg. Graf Oriola( natl.): 4 Kommunales. = = Lokales. Das gethan, frenn er die Fink'sche Fink'sche Angelegenheit hier nicht über unterhalten, ob die Armee so beschaffen ist, daß da fämte anderswo noch Schlimmeres zu Tage. In dem Fall berührt hätte. Der eine Umstand, ob Herr Fint freiwillig oder ge- fie die Größe des Vaterlandes aufrecht erhalten kann. Statt Wiefe freue ich mich, daß der Herr Kriegsminister in eine zwungen aus dem Verein ausgetreten ist, der sich als linwahrheit dessen wird hier von der Veruntreuung eines Inspektors gesprochen Nachprüfung eintreten will. Wenn die Nationalliberalen mit herausgestellt hat, ist nebensächlich. Eine Hauptsache aber war seine und die gestohlenen Dinge werden hier aufgeführt wie das Juventar uns den Kampf gegen die Sozialdemokratie führen wollen, Angabe, daß Herr Fint in Amerika wegen Wechselfälschung ver- eines Trödeljuden,( Größe Heiterfeit rechts.) das ist eine thörichte dann müssen Sie uns auch nicht auf anderen Gebieten urtheilt worden sei. Herr Bebel hat es nicht zu beweisen vermocht Art und auch nicht politisch. Aber Sie( nach links) verstehen es die Hände binden, so z. B. in der Schul- und Ordensfrage. Vollund auch nicht widerrufen. Dafür aber hat er den stenographischen nicht besser. Einen Nothstand erkenne ich ant. Wir haben vom zieht sich in dieser Beziehung ein Wandel, dann ist die heutige Bericht seiner Rede in einer Weise korrigirt, daß etwas ganz Anderes sechsten bis vierzehnten Jahre Schulzwang. Dann kommt aber eine Debatte von ganz unschäzbarem Werth für unsere ganzen politischen herausgekommen ist, als das war, wogegen ich polemisirte. So hat Beit von 6 Jahren, wo die Jugend ganz unkontrollirt der Bügellosig- Verhältnisse und ihre fünftige Entwicklung.( Beifall im Zentrum.) er ursprünglich gesagt: er stelle seine Behauptungen auf Grund feit überlassen bleibt. Das ist ein Rothstand. Diese sich selbst überlassenen Hiermit schließt die Diskussion. bon Thatsachen und Angaben auf. Jm forrigirten Bericht Leute soll das Militär dann wieder erziehen. Leistet die Armee Nach persönlichen Bemerkungen zwischen den Abgg. Hoch( S.) feiner Rede aber fagt er:„ daß er nur auf Grund von Angaben diese Erziehung? Ich sage: Ja. Im Ausland beneidet man uns und Graf Oriola( natl.) einerseits und den Abgg. Frhr. v. Stumm spreche, die ihm von einer Seite geworden seien".( hört, hört! um unsere Armee und man fürchtet sie. Die Furcht der Völker und Bebel andererseits wird der Titel„ Kriegsminister" be= rechts.) Er hat dann weiter thatsächlich gesagt, daß Fink wegen gegenseitig vor einander und das Starren in Waffen bedauere ich willigt. Wechselfälschung verurtheilt worden ist. Im korrigirten Bericht gewiß als Geistlicher. Aber darin werden mir wohl alle, auch die Die Weiterberathung wird auf Sonnabend 1 Uhr vertagt. aber steht, daß Herr Fint wegen Wechselfälschung verurtheilt worden verständigen und baterlandsliebenden Sozialdemokraten, zu( Vorher: Gesetz betreffend Errichtung eines bayerischen Senats beim fein solle.( hört, hört! rechts.) Herr Bebel hat also durch seine stimmen, ist die Furcht schon einmal maßgebend für das Verhalten Reichs- Militärgericht.) Korrekturen bewiesen, daß er in Bezug auf Fint Dinge be- der Völker, so ist es besser, wir werden gefürchtet, als Schluß 614 Uhr. hauptet hat, die unrichtig sind. Ich weise einen Vergleich daß wir uns fürchten müßten.( Sehr richtig! rechts.) Die Manneszwischen seinem Vorgehen und dem meinen weit von mir, was er zucht in unserer Armee ist glänzend, gerade sie wird in ganz Europa Tonstatiren will mit Hilfe der vom Vorwärts" gestohlenen und bewundert. Die bedauerliche Erscheinung der Selbstmorde ist nicht veröffentlichten Briefe.( Stürmische Unruhe bei den Sozialdemo- den militaristischen Institutionen zuzuschreiben. Selbstmorde treten fraten. Abg. Kunert: Das ist eine Stumm'sche Frechheit". oft epidemisch auf aus ganz geringfügigen Ursachen, so hat sich ein Errichtung einer höheren Mädchenschule im Norden der Aus der Magistratsfizung am Freitag. Ein Antrag auf Lärm rechts. Glocke des Präsidenten.) Soldat erschossen, weil sein Dienstmädchen abgereist war und er ein Stadt- Gesundbrunnen- Wedding- hat das Magistratskollegium, paar Tage ohne einen Brief gelassen wurde.( Große Heiterkeit!) weil ein Bedürfniß hierfür nicht vorliegt, abgelehnt. Der Direktor freundlich nennt, wenn sie es auch nicht ist, sollte sich doch welcher am 1. Oktober d. J. auf eine 50 jährige amtliche Thätigkeit Unsere Armee ist das Volk in Waffen. Eine Partei, die sich volts der Luisenstädtischen Ober- Realschule, Professor Dr. Bandow, hüten, diese fie sollte nicht vergessen, Armee mit Schmutz zu bewerfen. Auch im städtischen Schuldienste zurückblickt, hat beint Magistrat seine daß unsere Armee das In Penfionirung vom genannten Zeitpunkte ab beantragt. strument war, mit dem die deutsche Einheit errungen worden ist. Magistratskollegium hat mit Rücksicht auf diese lange Dienstzeit ( Beifall rechts.) des Professors Bandow beschlossen, dieses Gesuch zu genehmigen. Abg. Bebel( Soz.) Auf Antrag der Deputation für die städtischen KrankenIch glaube nicht, daß die nationalliberale Bresse denselben Ton anstalten und die öffentliche Gesundheitspflege hat das Magistratsanschlagen wird wie die nationalliberalen Abgeordneten. follegium beschlossen, auf dem Gelände des Krankenhauses FriedrichsWenn da drüben gesagt worden ist: was wir hier vorbringen, hain zwei zweistöckige oder vier einstöckige Pavillons errichten zu laffe sie falt, so glaube ich, daß die lebhafte Debatte, laffen, um Raum für 130 Kranke zu schaffen und so der drohenden Anklagen, die wir erhoben, gesessen haben!( Lärni rechts.) gegentreten zu können. Die Errichtung dieser Gebäude erſcheint die wir hier geführt, zur Genüge beweist, wie sehr die Ueberfüllung der städtischen Krankenhäuser im nächsten Winter entDer Herr Abg. Stöcker hat es beklagt, daß nach dem 14. Lebens- umfomehr erforderlich, als die von den städtischen Behörden bejahre eine Zeit von 6 Jahren fommt, wo die Jugend ganz unton- fchloffene Erbauung des vierten städtischen Krankenhauses bis trollirt der Zügellosigkeit überlassen bleibt. Ja, wenn es nach uns zu feiner Fertigstellung noch lange Zeit in Anspruch nehmen ginge, dann wäre das eben anders. Die sozialdemokratische Partei würde und auch die hiesigen Privat Krankenhäuser sehr stark und vertritt eben im Gegensatz zu Herrn Stöder den Grundsatz der obli- immer mehr in Anspruch genommen werden. Eine diesbezügliche gatorischen Fortbildungsschulen bis zum 18. Jahre. Daß das jetzt Vorlage wird der Stadtverordneten- Versammlung vom Magistrat In dem Verwaltungsnicht der Fall ist, das ist einer der Punkte, an dem Hunderttausende zur Genehmigung unterbreitet werden. von jungen Leuten scheitern. Sorgen Sie wenigstens dafür, daß Streitverfahren betreffend die Mauer des Friedhofes der Märzihnen entsprechende Lokalitäten geboten werden, wo sie zu gefallenen hat der Justizrath Krause die Vertretung der geistigem Verkehr zusammenkommen können; würde die Militär- Stadtgemeinde nachträglich niedergelegt. Nunmehr ist das verwaltung von den enormen Summen, die ihr zur Verfügung Mandat dem Justizrath Kleinholz übertragen, welcher die Klage beim Gerade die Wähler des Herrn Hoch haben bewiesen, daß sie denn fammlungslokalen( Lachen rechts) u. f. w. aufwenden, sie würde sehen, stehen, einige Hunderttausende zur Gründung von Lesehallen, Ver- Bezirksausschuß bereits eingeleitet hat. doch anders denken, als er. Die Ergänzungswahlen zur Stadtverordneten- VersammSie haben beim Manöver in Hessen welche ausgezeichneten erzieherischen Wirkungen fie damit erzielen Inng werfen ihre Schatten schon voraus. Der Magistrat hat 2000 M. die Truppen nach Kräften unterstützt. Die Schießübungen im Terrain würde. Und denten Sie daran, wie durch die heutige Arbeitsweise in den Etat eingestellt zur Vermehrung der Sigpläge im Sigungswährend der Erntezeit müssen allerdings auch nach meiner Meinung die jungen Leute ihren Familien, ihrer Heimath entrissen werden, faale der Stadtverordneten. nach Möglichkeit eingeschränkt werden. Redner wundert sich über wie niele tausende und abertausende von Arbeitern ihre Heimath die Art und Weise, wie der Abg. Gröber dem Abg. Paasche entgegen am Montag in der Frühe verlassen müssen, um erst Sonnabend Abend getreten ist. Darüber hatten besonders die Herren von der Sozial- zurückzukehren! Aendern Sie das, so werden sie nicht mehr über Semokratie ihre helle Freude. Herr Gröber mag darnach beurtheilen, ob er die Verrohung der Rekruten zu lagen haben. Dazu kommt fehr geschickt gewesen ist, als er auf den Nationallliberalen herum- die Frauenarbeit, die die Mutter aus dem Hause reißt. Herr Graf paufte. Es wäre besser, wenn wir mehr zusammenhielten. Herr Klindowström bat freilich gemeint, es sei durchaus unrichtig, daß die Mittheilung, daß am Sonntag Abend 62 Uhr bei Zubcil, Den Parteigenoffiunen und Genoffen des zweiten Wahlkreises Paasche wird die Hohn- und Spottlieder der Sozialdemokraten die Frau besonders viel in der Landwirthschaft verwandt werde. Lindenstr. 106, eine öffentliche Versammlung stattfindet, in der nachher gedruckt vorzeigen. Herr Bebel hat von einem nationalliberalen Boher Graf Klindowström seine Angaben hat, weiß ich nicht. Genosse Adolf Hoffmann einen Vortrag hält:" Ob's wahr ist?" Hofschornsteinfegermeister erzählt, der während der Kulturkampf-( Abg. Graf Klinckowftröm: Aus der Erfahrung. Heiterfeit.) Nun, Nachher genüthliches Beisammensein. zeit ein irreligiöses Gedicht gemacht haben soll. Ich kenne es nicht, die Statistit zeigt, daß die Zahl der männlichen Arbeiter in der ift aber die Angabe des Herrn Bebel richtig, dann verdient der Ver- Landwirthschaft um 4 pCt. abgenommen, die Zahl der weiblichen Sechster Wahlkreis. Am Sonntag Abend 5% Uhr findet im fasser dieselbe Beurtheilung, wie die Sozialdemokratie. Wer den dagegen um 8 pet. zugenommen hat.( Hört! hört!) Kösliner Hof, Köslinerstr. 8, eine Volksversammlung statt, in der Glauben an Gott im Volte zerstören will, verdient In einem Punkte hat der Kriegsminister mich mißverstanden. Genosse G. Wagner über Um stürzler und Kulturunsere Verachtung.( Beifall rechts.) Tarin hat Herr Bebel Ich habe zwar von den Selbstmorden in der Armee gesprochen, aber träger" einen Vortrag halten wird. Nach der Versammlung recht, wenn er es für nothwendig erklärt, für beffere Wohnungs- nicht behauptet, daß dieselben zugenommen haben. Es ist auch findet ein gemüthliches Beisammensein statt. Zahlreichen Besuch erverhältnisse zu sorgen. Ich stehe ganz auf dem Standpunkt meines ganz klar, welcher Ursache die Abnahme der Selbstmorde zu Grunde wartet Freundes Bassermann, daß ein Reichs- Wohnungsgesch nothwendig liegt. Es ist einfach die Einführung der zweijährigen Dienstzeit. ist. Es ist bekannt, wie wir auf den verschiedensten Gebieten der( Lachen rechts.) Die hat die Abnahme der Bestrafungen und die Flugblatt- Vertheilung nicht am nächsten Somtag, sondern am Sonntag, Den Parteigenossen von Moabit zur Nachricht, daß die Sozialpolitik vorangegangen find. Wenn sich die Sozialdemokraten Verminderung der Selbstmorde im Heere zur Folge gehabt. ihrer sozialpolitischen Thätigkeit rühmen, so berührt das sonderbar. deu 12. März, stattfindet. Um rege Betheiligung wird gebeten. Sie waren immer negativ. Und selbst, wenn sie einmal einer von einem Sozialdemokraten, sondern von Heinrich Heine gedichtet Nun zum Abg. Baajche. Er hat ein Lied erwähnt, daß nicht J. Pfarr. einzelnen Maßregel zugestimmt haben, was was beweist das? worden ist. Dieses Lied ist nie in Musik gesetzt worden, also tann Wenn der Etat zur Gesammtabstimmung kommt, dann stimmen es auch nie gesungen worden sein. Herr Paasche hat sodann eine Die Ueberfüllung der städtischen Krankenhäuser Sie dagegen.( Abg. Kunert: Die Gründe kennen Sie ja!) Ja- gotteslästerliche Aeußerung meines Freundes Frohme angeführt. giebt schon seit einer Reihe von Jahren zu stets wiederkehrenden wohl, aber sie sind nicht stichhaltig. Herr Bebel hat sich hier weh- Munt, ich vermuthe, Frohme ist damals, als er sie that, etwas von ber klagen Aulaß. Die Abweisung der aus den Vororten kommenden müthig als Sündenbock hingestellt, die Sozialdemokratie versuche Kulturkampfhige erhitzt geweien, die die Nationalliberalen entfacht Stranken, von der man vor zwei Jahren Abhilfe erwartete, hat wenig nicht, die Oberhand in den Ameen zu gewinnen. Aber man hat hatten. Die eigentlichen Nähr- und Lehrväter meines Freundes und nur vorübergehend genützt. Die Ueberfüllung hat sich in diesem doch gehört, daß Flugblätter in den Kasernen von den Sozialdemo- Frohme sind also in diesem Falle die Nationalliberalen.( Große Winter wieder so fühlbar gemacht, daß jetzt für das Krankenhaus im traten vertheilt worden sind, um neue Anhänger zu gewinnen.( Rufe Heiterkeit.) Friedrichshain die Errichtung von zwei Baraden mit 130 Betten bes links: Wir haben schon genug.) Wenn Sie genug haben, so wollen wir Herr Paasche hat weiter ausgeführt, es kann nicht Wunder schlossen worden ist. Das mag für's Erste genügen, um den dringendsten dafür sorgen, daß Sie nicht noch mehr bekommen, und das werden wir nehmen, daß die Eigenthumsverbrechen so sehr zunehmen, da doch Bedürfnissen abzuhelfen, aber bis zur Fertigstellung des neuen am besten erreichen damit komme ich auf den Abg. Gröber die Lehre, daß Eigenthum Diebstahl sei, von den Sozialdemokraten städtischen Krankenhauses an der Seestraße wird auch das nicht ausreichen. zurück wenn wir bürgerlichen Parteien uns zusammenschließen unaufhörlich verbreitet werde. Ein so schwer gelehrter Mann, wie die städtischen Behörden haben sich eben viel zu spät zur Errichtung und eintreten für die Erhaltung der Vaterlandsliebe, der Religion, Herr Paasche( Seiterkeit!) sollte doch wissen, daß dieser Satz von den dieses vierten Krankenhauses entschlossen. In den Zeiten des größten der Familie und der Ehe.( Lebhafter Beifall.) Sozialdemokraten weder aufgestellt, noch vertheidigt, sondern stets Andranges hat man zeitwveilig zu einem anderen Ausweg gegriffen: Abg. Paasche( natl.): aufs heftigste bekämpft worden ist. Uebrigens, wie fommt es, daß man hat die Verpflegungsdauer abgekürzt, d. h. man Nach den vortrefflichen Ausführungen meines Vorredners kann gerade in Ost- und Westpreußen, wo doch die Agrarier noch immer hat Krante vor ihrer völligen Genesung entlassen. Ein früherer ich mich furz faffen. Herr Bebel verlangte, daß ich herrschen, sowohl Diebstahl wie Meineid die höchste Zahl erreichen? Krankenhausbericht hat das offen zugegeben. Ob dieses nicht undie Lieder, die Gott lästern, vorlegen soll. Ich habe sie( Burufe rechts.) bedenkliche Mittel auch bis in die neueste Beit hinein angewendet hier gedrudt vor mir. Da sich auch Herr Frohme so sehr Ganz besonders mit meiner Person beschäftigt hat sich der Abg. worden ist, darüber äußern sich die letzten Berichte nicht; es dürfte entrüstete, will ich hier verlesen, was er im Jahre 1873 über Gott Frhr. v. Stumm. Auch er hat eine meiner Aeußerungen offenbar aber kaum anders geworden sein. Die durchschnittliche Verpflegungsgeschrieben hat. Es heißt da: Nur durch Blutvergießen hat sich das mißverstanden. Ich habe nicht behauptet, daß er im Falle Fink die daner pro Kopf hat sich im Laufe der 90er Jahre in den städtischen Papstthum zu der Höhe emporgeschwingen. Morde und Scheiter- unwahrheit gesagt hat. Ich habe nur, da gegen mich beständig der Krankenanstalten wesentlich geändert, und zwar in einer Weise, die haufen hat es dazu benutzt. Sind das gottgefällige Werke der Vorwurf erhoben wird, als Beispiel angeführt, daß auch Herr sich von den gleichzeitig in den königlichen sowie in den anderen Menschenliebe? Wenn Gott das will, so mag sich dieser Gott in v. Stumm das Opfer einer Täuschung geworden ist. Was den Vor- öffentlichen Krankenhäusern Berlins eingetretenen Aenderungen 33 000 Teufels Namen zum Teufel scheeren.( Große Heiterfeit wurf anlangt, daß ich im amtlichen Stenogramım meiner Rede meine der Verpflegungsdauer sehr auffällig unterscheidet. im Jahre 1891 höher in höher als links.) So hat Herr Frohne Gott gelästert. Jedes Wort als Kom- Aeußerungen über Fint forrigirt habe, so habe ich diese Aenderung den übrigen Anstalten, mentar ist überflüssig. ( Beifall bei den Nationalliberalen und wesentlich im Interesse des Fint selber gemacht, da inzwischen dagegen im Jahre 1896( dem letzten, über welches bis jetzt Berrechts.) mein Gewährsmann eine meiner Behauptungen mir gegenüber öffentlichungen vorliegen) niedriger als in den übrigen. Die Vicepräsident Schmidt: als Irrthum zurückgenommen hat. Später aber, als ich aus Amerika letzten Jahrgänge des Berliner Statistischen Jahrbuchs" geben als Ich muß auf den Vorfall von vorhin zurückommen. Ich habe die neue Mittheilung erhielt, habe ich die Korrektur sofort wider durchschnittliche Verpflegungsdauer pro Kopf an: Ich muß auf den Vorfall von vorhin zurückkommen. Ich habe 1891 Anstalten 1892 1893 1894 1895 1896 das Stenogramm eingesehen. Herr v. Stumm hat erst von den der mehrere Fälle angeführt, in denen ich mich geirrt habe. Ich kann das Stenogramm eingesehen. Herr v. Stumm hat erst von den der rufen. Freiherr von Fink( Große Heiterkeit) von Stumm hat ferner Post" gestohlenen Briefen und dann von den im Vorwärts" ver- doch nichts dafür, wenn ich getäuscht werde. Herr v. Stumm follte städtische 33,28 28,79 26,74 26,50 26,55 27,38 Tage öffentlichten gestohlenen Briefen gesprochen.( Ruf links: Na also!) mit solchen Denunziationen vorsichtiger sein. Die Art, wie er die fönigliche 27,87 27,76 26,71 28,30 28,37 28,50 Tage Richt, na also. Abg. Frhr. v. Stumm hat also keiner Person Sächsische Arbeiterzeitung" zitirt hat, beweißt, daß auch er nicht andere 31,59 29,82 30,66 31,63 29,45 30,89 Tage weder innerhalb noch außerhalb des Hauses den Vorwurf gemacht, gegen solche Irrthümer gefeit ist.( Sehr richtig! links.) Herr daß er Briefe gestohlen hat oder gestohlene Briefe veröffentlicht hat. v. Klindowström hat gesagt, ich hätte gegenüber unserer großen bis 1894 eine bedeutende Abnahme, von da bis 1896 eine Diefe Zahlen ergeben für die städtischen Anstalten von 1891 ( Sehr richtig! rechts.) Abg. Singer( Soz.) zur Geschäftsordnung: Ich habe mich nur Armce doch eigentlich eine verschwindende Anzahl von An unwesentliche Zunahme, im Ganzen eine noch sehr erhebliche Abzum Wort gemeldet, um zur Geschäftsordnung zu konstatiren, daß flagen erhoben. Seien Sie doch froh darüber!( Heiterkeit.) nahme; für die königlichen( Charitee und Universitäts- Kliniken) von sowohl Herr Freiherr v. Etumm wie Herr Bizepräsident Schmidt Zudem vergessen Sie doch nicht, daß zwischen dem, 1891 bis 1893 eine geringe Abnahme, von da bis 1896 eine ZuHauses sind, ihnen also indirekt der Vorwurf des Diebstahls gemacht ist gejagt worden, ich hätte die Armee in ihrer Gesammtheit Hedwigs- Krankenhaus, Kaiser Friedrich- Kinderkrankenhaus, Elisabethgewaltiger Unterschied besteht. Glichen Krantenanstalten( Bethanien, Augusta-, Elifabeth, Lazarus, worden ist.( Nuf rechts: Keine Ahnung.) durch das Wort beleidigt, es werde in ihr mit zweierlei Maaß ge- Kinderhospital, Gerhardt- Stift, jüdisches Krankenhaus) ein schwankenVizepräsident Schmidt: messen. Der Theil der Armee, der mit zweierlei Maaß mißt, des Auf und Ab ohne deutlich erkennbare Richtung, im Ganzen Herr Freiherr v. Stumm hat nur vom Vorwärts" und repräsentirt doch nur ein kleines Stück derselben, und auch da ist mir eine taum merkliche Abnahme, beinahe ein Gleichbleiben nicht von den Redakteuren des Vorwärts" gesprochen.( Sehr richtig, Herr v. Tiedemann entgegengekommen. Er hat erklärt, die Offiziere der Verpflegungsdauer. Faßt man nunt die königlichen rechts). Jm Uedrigen weiß ich nicht, wer von den Mitgliedern diefes feien eine bevorzugte Klasse. Die Bevorzugung einer und die anderen öffentlichen Anstalten zusammen, so ergiebt Hauses zur Redaktion des„ Vorwärts" gehört. Wenn Herr Singer Klaffe bedingt aber ein unrecht gegen eine andere! fich für sie von 1891-96 im Ganzen ein deutliches Steigen mit seiner Bemerkung eine Stritit an meiner Geschäftsführung üben( Sehr richtig links. Lärm rechts.) Sie sehen, meine Herren, Sie der durchschnittlichen Verpflegungsdauer von 29,52 auf 29,64 Tage. wollte, so verbitte ich mir das. Ich werde in dieser Sache das haben zwar sehr stark gegen mich polemifirt, aber Sie haben mich Im Vergleich zu dieser Verpflegungsdauer war die der städtischen Wort munmehr nicht mehr ertheilen.( Beifall rechts, Widerspruch weder belehrt noch belehrt.( Lebhafter Beifall bei den Sozial- Anstalten 1891 um 3,76 Tage länger, 1896 dagegen um 2,26 Tage links.) demokraten.) türzer. Wie soll man sich das erklären? Soll man vermuthen, Abg. Stöcker( f.): daß in diesem furzen Zeitraum in den städtischen Anstalten das Das Parlament hat an den Staatsinstitutionen Kritik zu üben. Herr Bebel ist eben schwer zu belehren( Heiterkeit) und zu be- Strankenmaterial um so viel günstiger, oder die Stunft der Aerzte un Darin liegt der Werth einer Volksvertretung. Aber die Kritit muß tehren. Die Art und Weise, wie Herr Bebel hier die Fälle an- so viel größer geworden ist als in den übrigen Anstalten, oder darf mit Berständniß geübt werden und dieses Verständniß spreche ich geführt hat, ohne ein anerkennendes Wort für unsere Armee zu man annehmen, daß in den obigen Zahlen und ihren Unterschieden den Sozialdemokraten ab. Herr Stadthagen hat von Menschenliebe finden, so giebt das ein falsches Bild von der Armee. Herr Bebel das Ergebniß der durch lleberfüllung gebotenen Abkürzung der gesprochen. Die heißt in der Armee Kameradschaft und in keiner will mur eble Motive haben bei der Vorbringung dieser Fälle, aber Verpflegungsdauer zu Tage fritt? Armce wird die Kameradschaft und Bruderliebe zwischen den Vor- sie sind alle schon mehr oder weniger in der Oeffentlichkeit beöffentliche Der Vertrauensmann. Sie war wissen, daß drei Redakteure des Vorwärts" Mitglieder des wirklich vorkommt, was ein Abgeordneter privatim erfährt, und dem, was nahme, im Ganzen eine kleine Zunahme; für die anderen öffent" ein Abg. Gröber( 8.): gefeßten und Untergebenen so gepflegt, wie in der deutschen sprochen worden. Die Fälle sind gewiß in der Mehrzahl zu be Die Spielhagen- Feier wirkt noch in der Presse nach. Liberale Beim Titel Kriegsministar sollte man sich dar- dauern, aber wenn man überall so scharfe Sonden anlegen wollte, Blätter sind betreten darüber, daß dem Dichter nicht der kleinste Armee. Orden zu theil geworden ist, und fie flagen, daß doch wenigstens die von dem zwölften Tage vor dem ersten Osterfeiertage ab gelöst Mehr von 8800 M. Die Einnahme wird erzielt durch Reste aus irgend eine Universität durch Anhängung des Doktortitels den Dichter werden, ihre Giltigkeit bis zum zwölften Tage nach diesem Festtage Vorjahren mit 1500 m., gewerbliche Unternehmungen 28 034 M., und sich selbst hätte ehren sollen. Mehr demokratische Blätter spotten behalten. Demgemäß ist in diesem Jahre die Geltungsdauer der Gebühren 995 m., indirette Steuern 20 400 m., direkte Steuern natürlich des servilen Wesens, das sich hier wieder im deutschen Rückfahrtkarten vom 21. März bis zum 14. April einschließlich aus- 112 361 M., aus Kapitalien 13 904,95 M., aus Pachtungen Liberalismus offenbart, und die Frantf. 3tg." z. B., die in diesem gedehnt. Die Rückreise muß am 14. April mit einem bis 12 Uhr 915 m., Gemeinde, Amts- und Standesamts- Verwaltung Sinne schreibt, begrüßt es mit Genugthuung, daß der„ Minister des Nachts abgehenden Zuge angetreten sein und ohne Unterbrechung bis 2252 M., Schulverwaltung 7644 M., Armenverwaltung 155 M., Geistes" mit der Nichtehrung des Dichters anerkannt habe, eine wie zur Zielstation beendigt werden. Kurparkverwaltung 2100 M., Diverses 1239,05 M. Die Ausweite Kluft den staatlich protegirten Geist von dem wirklich freiheitlichen Geiste trenne. Das ist hart, und wohl läßt es sich begreifen, daß die 78 Wehrpflichtige und 181 Reservisten bezw. Wehrleute, gabe erfolgt für Vorjahre mit 1500 M., Gemeinde-, Amts- und Standesamts- Verwaltung 38 278,35 M., Schulverwaltung 65 224,40 M., Ordnungsblätter ob ſolcher Peitschenhiebe noch verdroſſen ſind. Sehr welche beschuldigt werden, ohne Erlaubniß der Militärbehörde aus- Straßenpflasterung, Besprengung und Beleuchtung 20 834 W., Gegewandert zu sein in der Absicht, sich dem Heeresdienst bezw. der gewaltig bäumt sich da das bekannte Hamburgische Organ für Kontrolle der Militärbehörden zu entziehen, werden jegt von der ſundheits- und Armenpflege 11413 M., Feuerlöschwesen 1530 M., W., Genugthung, daß die„ Hamburger Nachrichten" durch ihren Wuth- föniglichen Staatsanwaltschaft I Berlin bezw. dem königlichen Ants- 28 020 M., Kurparkverwaltung 1800 M., Berzinsung und Tilgung Es erfüllt auch uns mit einiger Baupolizei Verwaltung 750 M., gewerbliche Unternehmungen ausbruch dem Dichter Spielhagen die schönste Ehrung zu their gericht I Berlin öffentlich vor Gericht geladen, um sich dieserhalb zu der Gemeindeschulden 28 336 M., Diverses 8814,25 W. werden lassen, die einem Mann von Gesittung widerfahren kann, verantworten. Sie werden schwerlich kommen. und wir können uns nicht versagen, einige besonders schlagende Beweise für die weite Kluft, die Kapitalismus und Kultur von einander trennen, hier wiederzugeben. Da steht in dem Blatt, das gegen die Sozialdemokratie die systematische Aufreizung zum Aufstande empfiehlt, über Spielhagen zu lesen: tapitalistische Bestialität auf. " Er Zeugen gesucht. Personen, die am Donnerstag Abend zwischen 6-62 Uhr auf dem Schlesischen Bahnhof( Stadtbahnperron) den Vorgang mit angesehen haben, bei welchem ein junger Mann, der fich für die Zulassung eines älteren Mannes zum Perron einlegte, die Treppe hinab und zur Wache befördert wurde, wollen ihre Adresse an Otto Sahr, Caprivistr. 21, einsenden. 0 Einen tödtlichen Ausgang hat jene Schießaffäre genommen, legten Sigung mit dem Ausbau der unregulirten Straßen. Es liegt Adlershof. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer über die wir im Februar aus der Schumannstraße berichteten. Der dazu ein Auerbieten der Firma Zöller, Wolfers und Dräge vor. Gymnasiast Johannes Müller, Sohn der verwittweten Frau Dr. Müller aus der Schumannstr. 17, der von einem Mitschüler einen Schuß in arbeiten fertiggestellt erhalten, wenn sie den vierten Theil der Kosten Danach können die Adjacenten solcher Straßen die PflasterungsEin Literat, welcher in der Frankfurter Zeitung" eine warme Magens und Darmkanals gestern gestorben. den Leib erhielt, ist nach schwerem Leiden an einer Verlegung des anzahlen und den Rest in einer fünf- bis zehnjährigen Periode abLobrednerin findet, muß nothwendig so geartet sein, daß der Staat tragen. Die Gemeindevertretung ermächtigte den Gemeindevorsteher, als Vertreter der herrschenden Ordnung der Dinge zu einer öffent: Abend die Anwohner und Passanten der Brunnenstraße in der Nähe umsonst herzugebenden Kostenanschlag einzufordern. Auf Antrag Durch einen nichtswürdigen Bubenstreich wurden vorgestern sich mit der Firma in Verbindung zu seßen und fürs Erste einen lichen Anerkennung seiner Wirksamkeit nicht die Hand bieten darf der Rheinsbergerstraße in Aufregung verfekt. Rohe Patrone hatten Wadepuhl wird diese Rücksprache auch noch auf die Entwässerung wenn er nicht inkonsequent und pflichtwidrig handeln will. würde unserer Auffassung nach zu einer derartigen„ Ehrung" unter in die Geleise der Straßenbahn Plazpatronen gelegt, die durch die und Beleuchtung der Straßen ausgedehnt werden. Zunächst soll die den obwaltenden Umständen nicht einmal berechtigt gewesen sein, Räder eines Motorwagens zur Entzündung gebracht wurden. Durch Hellwigstraße und die Radickeſtraße gepflastert werden. Auf Antrag wenn Spielhagen ein Genie ersten Ranges, eine literarische Größe den heftigen Knall und die starke Rauchentwickelung geriethen die des Gemeinde- Kirchenraths wurden die Gebühren für Erhebung der wie Göthe und Lessing wäre. Der Staat fann wohl hervorragende Insassen des Wagens wie auch die Bassanten in Schrecken, da man Kirchensteuer von 5 pet. auf 3 pet. ermäßigt. Leistungen auf dem Gebiete der Literatur auch seinerseits anerkennen im ersten Augenblick glaubte, daß eine Explosion im Motorwagen und belohnen, aber doch nur, wenn die Leistungen, um die es sich stattgefunden habe. handelt, ihre Spitze nicht gegen ihn selbst richten. Das ist aber bei Spielhagen vielfach der Fall; seine Werke weisen oft eine entschieden demokratische, ja zuweilen sozialdemokratische Färbung auf, und wir bezweifeln nicht, daß sie vielfach nachtheilig auf die staatsbürgerliche Gesinnung des romanlesenden Bublifums eingewirkt haben. Diese Beschaffenheit der Spielhagen'schen Dichtungen, nicht ihr literarischer Werth, aber muß für die Haltung des Staates maßgebend sein." Geht Spielhagen die Thaten durch, die der preußische Staat im Nahrungsforgentrieben vorgesternNachmittag den Arbeiter Julius Laufe dieses Jahrhunderts an freisinnigen Schriftstellern verübt hat, Ahlendorf aus der Friedenstr. 41 ins Wasser. Er hatte, wie er sagt, so mag der Dichter am allerwenigsten noch im Alter Verlangen längere Zeit feine Arbeit und keine Aussicht mehr, mit seiner Familie tragen, mit diesem Staate nähere Bekanntschaft zu machen. Um durchzukommen. In der Verzweiflung wollte er feinem Leben ein daran, daß Frizz Reuter sein ganzes Leben lang unter den Martern Fennbrücke längere Zeit auf und ab. Plötzlich stürzte er sich vor von Duzenden Beispielen nur eines zu erwähnen, erinnern wir Ende machen. Vorgestern Nachmittag ging er niedergeschlagen an der zu leiden hatte, die er in jahrelanger Gefangenschaft auf preußischen gelang es, den Lebensmüden mit dem Nettungstahn aus dem Wasser zu leiden hatte, die er in jahrelanger Gefangenschaft auf preußischen den Augen zweier Arbeiter ins Wasser. Den Zeugen des Vorfalles Festungen zu ertragen hatte. Der Fraulf. 3tg." wird übrigens noch aus Berlin geschrieben: wieder herauszuholen. Sie übergaben ihn einem Schuhmann und In der philosophischen Fakultät der Berliner Universität hatten dieser brachte ihn mit einer Droschte in ein Krankenhaus. Gustav Schmoller und Erich Schmidt die Verleihung der Würde eines Ehrendoktors für Spielhagen beantragt. Zu einem solchen Beschluß ist Einstimmigkeit der Fakultät erforderlich. Der Antrag ist abgelehnt worden, weil eine einzige Stimme dagegen abgegeben wurde. Alle anderen, einige vierzig, waren dafür. Den Titel eines töniglichen Professors hat Spielhagen, wie verlautet, auf eine vers trauliche Anfrage hin abgelehnt. alte Militärpensionär Karl Hensel aus der Gitschinerstr. 61 geworden. Das Opfer eines Straßenbahnunfalles ist der 41 Jahre Am Sonntag Abend um 812 Uhr wollte er, von einem Spaziergange kommend, in der Gitschinerstraße vor dem Hause Nr. 57 den Fahrdamm überschreiten, hierbei wurde er von einem Wagen der elettrischen Straßenbahn Zoologischer Garten- Schlesisches Thor angefahren und zu Boden geschleudert. Im Krankenhaus am Urban An diesem ist er gestorben. Die Leiche ist polizeilich beschlagnahmt stellte man bei dem Verunglückten einen doppelten Schädelbruch fest. worden. Auslandspoftpackete find im Jahre 1898 in Berlin und seinen Bororten 623 891 Stüd eingegangen, für deren zollamtliche Behandlung vier Bollabfertigungsstellen vorhanden sind. Zur Bewältigung des Abfertigungsdienstes waren neun Beamten- und Mit dem Fahrrad verunglückt ist Freitag Nachmittag der 122 Unterbeamtenträfte erforderlich. Die gesammten Kosten beliefen 81 Jahre alte Saufmann Ludwig Sad aus der Rottbuserstraße 8. sich, wie die„ Dtsch. Bert.- 3tg." mittheilt, auf 30 546 M.; dagegen Beim Hinauffahren auf die Kottbuserbrüde gerieth sein Zweirad ins betrugen die Einnahmen an Verzollungsgebühr und Bestellgeld für Rutschen und schlug um. Sack fiel mit dem Kopf auf die Borddie verzollten Sendungen 26 400 M. Die Posttasie hatte hiernach schwelle des Bürgersteigs und zog sich einen schweren Schädelbruch für die Unterhaltung der Postverzollungsstellen einen Zuschuß von zu. Ein Rünzel'scher Rettungswagen brachte den Verunglückten in rund 4146 M. aufzuwenden. das Krankenhaus ant Urban. Wegen Entführung einer minderjährigen Berlinerin ist in Spandau am Donnerstag der Sohn eines angesehenen töniglichen Beamten verhaftet worden. Seit vorigen Sonntag war die 15 jährige Tochter Ella des Eisenbahn Bauunternehmers Schiv. aus der Rathenowerstraße in Berlin, ein für ihr Alter sehr kräftiges hübsches Mädchen, verschwunden. Die Eltern stellten zunächst in Kreisen der Verwandten und Bekannten Nachforschungen nach dem Verbleib des Kindes an. Am Donnerstag kam der Vater nach Spandau, wo eine ihm bekannte Familie wohnt. Kaum war er in Spandau eingetroffen, da sah er, daß ein junger Mann in Begleitung der Ge Augenblick war aber auch das junge Mädchen seines Vaters ansichtig fuchten soeben einen Eisenbahnzug besteigen wollte. In demselben Staufmanns Namens Albert J. Später wurde das davongelaufene geworden und verließ schnell den Bahnhof. Der Vater veranlaßte nun zunächst die Verhaftung des jungen Mannes, eines 23jährigen der Entführer, welcher auch Klavierspieler ist und der Tochter des Mädchen in der Stadt gefaßt. Es hat sich nun herausgestellt, daß der Entführer, welcher auch Slavierspieler ist und der Tochter des Schw. vor einiger Zeit Unterricht gegeben hat, am Sonntag das junge Mädchen überredet hat, das elterliche Haus zu verlassen und Mädchen umhergetrieben und am Donnerstag war er nach Spandair ihm zu folgen. Seit Sonntag hat der Entführer sich mit dem gekommen, weil ihm sein Geld ausgegangen war. In Spandau wohnen seine Eltern; fein Vater ist Beamter einer föniglichen Fabrik; ihnen war die That ihres Sohnes unbekannt. Herr Schw. hat seine Tochter alsbald wieder mit nach Berlin genominen; der Entführer sieht seiner Bestrafung entgegen. beim Bau des sogenannten Nordkanals zunächst in Frage kommen, Weißensee. Den Gemeinden des Kreises Niederbarnim, welche sind seitens des Kreises Fragebogen zugesandt worden, in denen Aufschluß über den Handelsverkehr der einzelnen Gemeinden verlangt wird. Man glaubt hierdurch für das geplante Unternehmen mehr Stimmung zu machen und seine Rentabilität zahlenmäßig darthun zu können. Nach der Zurückgabe dieser Fragebogen wird den Gemeinden die mehr spezialisirte Bearbeitung des Projektes zugesandt werden. Bei den Blanirungsarbeiten am Lichtenberger Weg wurden am Donnerstag Mittag 75 Zentimeter Der fleißigste Besucher der Straßenbahn ist in Deutschland Feuerbericht. Freitag früh erfolgte Alarm nach Landsgeleitete Untersuchung soll ergeben, ob hier die Spur eines Ber unter der Erde zwei menschliche Stelette aufgefunden. Die eins nicht der Berliner, sondern der Frankfurter. Er fährt 116,8 mal berger Allee 2, wo ein Posten Bremmaterial eingeäsche r brechens zu finden ist. Während das eine Stelett in polizeiliche im Jahre, der Dresdener durchschnittlich 116,6 mal, während der wurde. Nachmittags gingen Alexandrinenstraße 33 in eine Verwahrung genommen wurde, haben Diebe es fertig gebracht, das Berliner nur 96,1 mal Straßenbahn fährt. Außerdem benutzt der Spielwaarenfabrit Pappfartons in Flammen auf. Donnerstag Abend andere zu stehlen. Berliner aber noch 71,7 mal den Omnibus und die Stadtbahn, brach Blumenstraße 39 in einem Masten- Verleihgeschäft Feuer Verkehrsmittel, die es anderswo nicht giebt oder nur gering ent- aus, das zwar bald gelöscht werden konnte, das aber immerhin dem Nixdorf. In der letzten ordentlichen Gemeindevertreters wickelt sind. Auch wird in Berlin mehr Droschte gefahren als sonst Geschäftsinhaber beträchtlichen Schaden verursachte. Schwedter Sigung berichtete zunächst Gemeindevorsteher Boddin über die in Deutschland. Alle übrigen deutschen Städte haben eine geringere traße 5 war ein Zimmerbrand zu beseitigen, der Gardinen und Verhandlungen, die er mit der Direktion der Großen Berliner Benutzung der Straßenbahnen als Berlin. Es fommen Fahrten auf Möbel beschädigte. Packmaterial und Papier hatte Kaiser Straßenbahngesellschaft gepflogen hat, um eine dem außerordentlich 1 Einwohner in Hamburg- Altona- Wandsbed 88,3, Leipzig 64,4, Wilhelmstraße 8 Feuer gefangen. Kurzschluß an einen elet- großen Morgen- und Abendverkehr von und nach Nixdorf einiger München 61,5, Hannover 59,5, Köln 49,1, Breslau 48,8, Stutt trischen Stabel verursachte ein Ausrücken der Wehr nach Alte maßen genügende Fahrgelegenheit 811 erzielen. Die Ber gart 46,8, Bremen 46,1, Magdeburg 44,7, Halle 44,1,' Düffel- at obstraße 35. Die Fälle, in denen Unfug an öffentlichen handlungen hätten ein günstiges Resultat noch nicht er= dorf 32,2, Chemnitz 30,0, Stettin 23,7, Braunschweig 18,8 u. f. w. Feuermeldern verübt wird, nehmen in letzter Zeit überhand. So wurde auch in der Nacht zum Freitag der Melder Wichmann Das Elend der technischen Lehrerinnen. Uns wird ge- straße 11a unbefugt gezogen und konnte der Thäter nicht ermittelt fchrieben: werden. Aus den Nachbarorten. Nachdem eine Aufbesserung der Lehrergehälter in Berlin endlich stattgefunden und man diese auch 30- schreibe dreißig technischen Lehrerinnen zugewendet hat, darben die übrigen 770 technischen Lehrerinnen nach wie vor. Eine Anzahl derselben Johannisthal Nieder- Schöneweide. Den Mitgliedern des will sich jetzt an die Armenkommission wenden, um die orts- Sozialdemokratischen Vereins wird bekannt gegeben, daß heute übliche Armenunterstützung von 10-15 m. für sich auszuwirken Abend eine Versammlung bei Senftleben stattfindet. bis zu dem Moment, wo die Verwaltung sich bequemt, ihnen Für Mariendorf, Tempelhof und Marienfelde findet am eine menschenwürdige Eriſtenz zu bieten. Eine solche Unterstützung, Sonntag Mittag 1 1hr, im Lofale des Herrn Preuß, Mariendorf. an sich gering, würde doch eine wesentliche Vermehrung des Monats gehalts von 64 M. bedeuten, zudem die Lehrerinnen bei täglich Chausseestraße, eine öffentliche Versammlung statt, in der 2-4 Unterrichtsstunden durch ungünstige Stundenpläne an Reben und die Arbeiter und die Zuchthausvorlage" sprechen wird. Bei dem Reichstags- Abgordneter Fritz 3ubeil über:" Das Koalitionsrecht verdienst gehindert sind. In einem starken Gegensatze zu diesem Elend steht die Thatsache, daß das Gehalt des Herrn Schulraths, Wind, der für unſere Ortschaften aus einer anderen Luke" pfeift, das kürzlich um 3000 m. erhöht wurde, jezt 15 000 m. beträgt; wie ist es wohl nöthig, darauf hinzuweisen, daß die Parteigenossen der berlautet, steht diesem Herrn sogar eine abermalige Erhöhung des betheiligten Ortschaften vollzählig am Blaze sein müssen. Gehalts bevor. Die moderne Kunst gegen Dr. Lieber. Wie dem„ Berliner Tageblatt" aus München berichtet wird, hat die Kritik, die Dr. Lieber an dem Stud'schen Fries für das Reichshaus geübt hat, in den dortigen Künstlerkreisen eine starke Verstimmung hervorgerufen. Es sei der Gedanke aufgetaucht, korporativ Stelling zu der Angelegen heit zu nehmen. Der Vertrauensmann. geben. Das Berliner Polizeipräsidium mache tüchtig Gebrauch ven den Befugnissen, die ihm das Kleinbahngefez einräume, und genehmige nicht die Einstellung von Extra oder Anhängewagen. Er habe sich deshalb beschwerdeführend an den Minister gewandt, ihm die mangelhaften Verkehrsverhältnisse dargelegt und ihm mitgetheilt, daß des Morgens zwischen 1/26 und 8 Uhr an 3000 Personen ihres Erwerbes wegen den Weg von Rigdorf nach Berlin zurüdlegen müssen. Nach Erledigung einiger anderen Angelegenheiten verhandelte die Versammlung über die Entschädigungsansprüche des Rektors fanntlich in eine öffentliche Realschule umgewandelt wird. Die mit Zemke, des bisherigen Leiters der höheren Knabenschule, die beder Sache betraut gewesene Kommission schlägt vor, Herrn Zemke rund 4000 m. als einmalige und ausschließliche Abfindung zuzuZahlung des lebrigen werde aus Billigkeitsrücksichten empfohlen. billigen. Davon kämen ihm etiva 1700 W. vertraglich zu, die während mehrere Vertreter dem Vorschlage zustimmten, erklärte sich Genosse Ostermann im Interesse der Steuerzahler damit nicht einverstanden. Herr Zemke habe mur in einem Privatverhältniß zur Gemeinde gestanden, es feien ihm deshalb höstens 1700 M. auf Tempelhof. Der Bau der füdlichen Vorortbahn wird hier Grund seines Vertrages zuzubilligen. Die Mehrheit entschied gegenwärtig mit großem Eifer gefördert. Die Bahn soll dem Ver- fich jedoch für den Stommiſſionsvorschlag. nehmen nach im Laufe des Sommers dem Verkehr übergeben An der Besoldungsordnung für die HandarbeitsBerliner Straßenbahn. In Schöneberg sind in der Kolonnen und gerügt, daß das Gehalt der einstweilig Angestellten nicht auf werden. Die Bahn erhält Anschluß an die Geleise der Großen Lehrerinnen in den Gemeindeschulen hat die Regierung in der Tempelhoferstraße die Geleise der südlichen Vorortbahn schon 700., sondern nur auf 640 M. normirt sei. Ferner verlangt die fertiggestellt. Regierung, daß die Ordnung rückwirkende Straft haben solle bis zum 1. April 1897. Dazu theilt Herr Boddin noch mit, daß die in die Beit vom 1. April 1897 bis zum 1. April 1899 feine nachFrage kommenden sieben Lehrerinnen sich verpflichtet haben, für träglichen Ansprüche zu stellen. Hierauf werden die gewünschten Abänderungen der Besoldungsordnung genehmigt. dann die Etatsfommission gebildet, der es nicht nur obliegt, den Etat festzustellen, sondern auch in Gemeinschaft mit dem Gemeindevorstande eine ganze Reihe von Vorbereitungen für die zukünftige städtische Verwaltung zu treffen. Die Sozialdemokraten sind durch Regerau und Ostermann in der Kommission vertreten. Zum Schluß gab der Gemeindevorsteher bekannt, daß das Rieselgut Waßmannsdorf in diesem Jahre einen Ueberschuß von etwa 30 000. ergeben werde, das heißt 25 000 m. mehr, als der Etat vorgesehen habe. V Die Berliner Messe für Fabrikate der Kurzs, Galanteries, Spielwaaren, sowie der keramischen und kunstgewerblichen Branche Charlottenburg für das laufende Rechnungsjahr 100 pet. Als Gemeinde Einkommenstener hatte der Magistrat in findet vom 9.- 15. März im Meßausstellungs- Palast, Alexandrinen- Buschlag zur Staats- Einkommensteuer vorgeschlagen. Die Stadt straße 110, statt. verordneten- Berjammlung, ermäßigte fie jedoch auf 97 pet. Auch Der Flüther'sche Gesangverein von 1887( M. d. A.-S.-B.) für das kommende Rechnungsjahr 1899 hat der Etats- Ausschuß der theilt uns mit, daß er mit dem gleichbenannten Verein, der in den Versammlung wiederum beschlossen, den Zuschlag nicht höher als mit gesperrten Germania- Sälen einen Maskenball abhält, nichts ge- 97 pet. dem Plenum vorzuschlagen. Da die Verminderung eine mein hat. anderhalbfache Herabjetzung der Gemeinde- Realsteuern bedingt( der Getheilter Schmerz ist halber Schmerz. Nach diesem Grund- Gemeinde- Grundsteuer und des Gewerbesteuer- Zuschlags), so bedeutet Getheilter Schmerz ist halber Schmerz. Nach diesem Grund faz haben sich trauernde Wittien zu Vereinen zusammengethan. Die diese Herabſegung eine Verminderung der Einnahme der Stadtin diesen Zusammenkünften gemeinsam offenbarte Wehmuth muß gemeinde um 150'000 r. der Polizei bedenklich erschienen sein, denn hiesige Blätter melden Von der Schöneberger Polizei wurde ein Vortrag des folgendes: Den sogenannten Wittwenvereinen" widmet die Polizei- Professor Dr. Förster über:„ Der Mord im Dienste der behörde in legter Zeit besondere Aufmerksamkeit. Während die Wissenschaft" berboten. Während die Polizei als Grund die zuerst gegründeten Vereine dieser Art in der That mir harmlose unterlassene Anmeldung angiebt, neigt man auf Seiten der EinGeselligkeitsvereine waren, scheint dies bei den jüngst entstandenen berufer zu der Ansicht, daß in dem Thema der Grund der InBereinigungen gleichen Namens, die wie Pilze aus der Erde hibirung zu erblicken sei.(?) Der Vortrag soll nunmehr am 9. März schießen, so daß fast jede Stadtgegend ihren Wittwenverein be- gehalten werden. sigt, weniger der Fall zu sein. Sie sollen an Stelle der " früheren Bekanntschaftszirkel" vielfach die Heirathsvermittelung pflegen Der Teltower Aerzte- Verein will diesen Sommer eine Beoder auch eine andere, vom Strafgesetzbuch verbotene Art von Be- fichtigung der Wilmersdorfer Schuleinrichtungen vor fanntschaften vermitteln. Auch in den in jüngster Zeit gleichfalls nehmen. mehrfach aufgetauchten Wittwerklubs" sollen sich oftmals befremd- Die Linie der Großen Berliner Straßenbahn Spittelmarktliche Dinge abspielen. Kriminalbeamte in Zivil haben, wie ver- Halensee soll vom 1. April ab den 8 Minuten- Verkehr erhalten. lautet, mehrfach Veranlassung genommen, sich solche Veranstaltungen Auch die Linie der westlichen Berliner Vorortbahn Zoologischer etwas näher anzusehen. Jedenfalls soll den Wittwen- oder Wittiver Garten- Wilmersdorf wird zweigleifig von diesem Zeitpunkt ab den vereinigungen, die unlautere Nebenzwecke verfolgen, das Handwerk 71/2 Minutenverkehr( von Morgens 64 bis 11½ Uhr Abends) begelegt werden. tommen. Es wird Nach 5/ 4jähriger Sperre ist es uns gelungen, unser schon früher Aus Trebbin wird uns von parteigenössischer Seite berichtet: innegehabtes Lotal Rudolph's Gesellschaftshaus wieder frei zu bekommen. Das Lotal darf mithin von Arbeitern besucht werden. Hoffentlich thut die Trebbiner wie auch die Berliner Parteigenossenschaft alles, um den Versammlungsraum der Sozial-, demokratie zu erhalten. Gerichts- Beitung. Geradezu erschreckende Mißstände im Armen- und Kranken hause zu Weißensee hatte der Tischler Dähnert in einer GeAngaben nicht in allen Punkten zutreffend und auch in der Form für meindewähler- Versammlung zur Sprache gebracht. Er ist, weil seine beleidigend erachtet wurden, vom Schöffengericht zu drei Monaten Zum Osterfest wird die Geltungsdauer der Südfahrts Friedrichshagen. Der Gemeindehaushaltsetat für 1899, welcher Gefängniß verurtheilt worden. Jufolge der vom Angeklagten ein farten auf den preußischen und Hessischen Staatsbahnen nach der Gemeindevertretung zur Beschlußfassung vorliegt, bilanzirt in gelegten Berufung fand am Freitag die Verhandlung vor der ministerieller Bestimmung derart verlängert werden, daß die Karten, Einnahme und Ausgabe mit 201 500 m., gegen das Vorjahr ein IV. Straftammer des Landgerichts II statt. Dähnert gab über die Wahrnehmungen, die er beim Besuch der genannten Anstalten gemacht hatte, folgendes an: er but stil Berlin Barometer stand mm WindBunipa Windstärke Wetter 2 bedeckt Temp. n. T. 5º.= 4º R. Stationen Barometer" Winds richtung Windstärke 6 Haparanda 757 Still Wetter Temp. n. G. 2002 15° 6.-4° R. Nebel-24 1heiter 2wolfig -20 8 -3 WNW 5 Petersburg 754 MM 763 WNW 4 heiter 5 Cork 7709 bedect 5 Aberdeen 759 SW 4wolfig 2wolfeul 2 Paris 769 N 2Nebel Blinder Eifer schadet nur. Aus alle wirb uns vom| Sterryvore befindet sich auf einem einzelnen Felsen avölf Meilen 2. März berichtet: Am Tage der Stichwahl zum Reichstage hatte ber vom Lande entfernt. Der Sturm und der Seegang haben sich geDie Aufenthaltsräume für die Armen befinden sich in einem halb stud. agro. Friedrich Gaul auf der elektrischen Bahn ein Ge- steigert und alle Verbindung mit dem Leuchtthurm ist unterbrochen, unter dem Straßenniveau liegenden Keller. Es herrsche daselbst spräch der Polizeibeamten Hirsch und Godeleid belauscht und dann fodaß Agoncillo und die übrigen Passagiere auf unbestimmte Zeit eine große Unreinlichkeit, der Schmutz habe so hoch gelegen, den beiden Sergeanten die Worte Sie als alte Soldaten stimmen dort zurückgehalten werden. daß er sich die Hofen aufschlagen mußte. Die Infaffen des Armen- auch für Kunert" entgegengerufen. Die Beamten legten auf die hauses seien mit Ungeziefer behaftet, sie hätten auch keine Aeußerung keinen Werth und erwiderten nichts, worauf der Ange Etwas für preußische Religionspflege. In den Volksschulen ordentliche Gelegenheit, sich zu reinigen, denn es sei nicht ein- flagte in seinem Eifer für den Ordnungstandidaten" Dugend von Russisch- Polen, so lesen wir im" Boten a. d. N.", ist auf Befehl mal ein Waschbecken vorhanden, und die Leute müssen nach der Wache lief und dort bei dem Kommiffar Groffe gegen die der ruffischen Regierung bei dem vierten Gebot„ du sollst Vater und sich mit Scherben behelfen, die sie auf Kehrichthaufen Beamten Anzeige wegen sozialdemokratischer Umtriebe erstattete. Mutter ehren" folgender Zusatz gemacht:- und dem regie auflesen, um solche als Erfaz für Waschbecken zu be- Der ordnungsliebende Student wurde heute deshalb vom Schöffen- renden Monarchen und seinen Beamten Achtung und muzen. Ein Theil der Armenhausbewohner beschäftige fich mit gericht wegen Beleidigung der Beamten zu 20 M. Geldstrafe ver- Gehorsam erweisen". Die Regierungsverfügung fordert 3umpensammeln, und trocknen die gesammelten Lappen auf urtheilt, denn die sozialdemokratischen Umtriebe" der Beamten be- die Lehrer auf, streng darauf zu achten, daß dieser Zusatz von den der stark geheizten Kochmaschine, so daß infolge dessen ein geradezu standen nämlich darin, daß sie sich gegenseitig mitgetheilt hatten, Schülern gelernt und stets gesprochen wird. Solches Christenthum muß unerträglicher Gestant in den Räumen herrschte und die Kunert habe mehr Stimmen wie Dugend erhalten. auch bei uns zu Lande mächtig imponiren. Jn Preußen- Deutschland Insassen nach der Wahrnehmung des Angeklagten fast betäubt waren, wäre es übrigens zeitgemäß, wenn die Ehrung außerdem noch auf so daß man sie für betrunken hätte halten fönnen. Das Essen Der frühere städtische Steuererheber Adolph Sturmheit den Brotherrn" von Vater und Mutter ausgedehnt würde. hätten die Armen als sehr mangelhaft bezeichnet, es sei hatte sich gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I wegen bid on end schlecht zubereitet, manchmal nicht gar gefocht und niemals schmad- Unterschlagung im Amte zu verantworten. Der Angeklagte war gehaft. Der Angeklagte habe seine Wahrnehmungen zur Kenntniß des ständig. Er gab an, daß er seit etwa drei Jahren beim Magistrat Witterungsübersicht vom 3. März 1899, Morgens 8 Uhr. Gemeindevorstehers gebracht, es sei aber teine Abhilfe erfolgt, mit einem Gehalte von etwa 2000 M. angestellt war. Seine Frau und deshalb habe er sich verpflichtet gefühlt, die Angelegenheit in der ei fortwährend von Krankheiten heimgesucht worden und dies habe ihn nach und nach in seinen Verhältnissen Stationen Ueber die Zustände im Krankenhause will der An- o zurückgebracht, daß im Herbste vorigen Jahres geflagte sich bei weitem nicht so abfällig geäußert haben. Die An- nicht mehr gewußt habe, wie er seinen dringendsten Verpflichtungen gaben, die er nach der Aussage des Gendarmen in dieser Hinsicht für den Magistrat eingezogenen Beträgen nach und nach gegen Swinembe. 760 bedeckt nachkommen sollte. Da habe er sich denn verleiten lassen, von den gemacht haben soll, beziehen sich auf das Armenhaus. Ueber die in der Armenanstalt herrschenden Zustände fagte eine 1000 M. für sich zu verbrauchen. Da er eine Kaution in Höhe von Samburg 764 3 Zeugin: Ihr Vater, der 1½½ Jahre im Armenhause war, habe in 1500 m. hinterlegt habe, so sei seiner Behörde ein Schaden nicht wiesbaden 763 d seiner Leibwäsche sehr viel Ungeziefer gehabt. Anfangs habe augefügt worden. Die Geschworenen billigten dem Angeklagten München 769 SW sie versucht, den alten Mann, der sich nicht selber reinigen konnte, mildernde Umstände zu, worauf derselbe zu einer Gefängnißstrafe Bien 765 N 3bedeckt zu säubern, habe dann aber diese Versuche als nulos auf von 8 Monaten verurtheilt wurde. gegeben. Ein Arzt, der einmal zu einem Insassen des Armenhauses gerufen wurde, sagte als Beuge aus: Das Bimmer, welches er gesehen, sei dem Anschein nach längere Zeit hindurch weder gefegt noch gewischt worden. Aus Straßspuren am Körper Ses Patienten sei zu schließen, daß dieser mit Läusen be- Versammlung statt, die sich hauptsächlich mit den bisherigen ErIn Groß- Lichterfelde fand am 1. März eine öffentliche Maurer Allen Freunden und Bekannten bie GENERAL Charlottenstr. 93. Fandbureau. Der Staatsanwalt bemerkte: Die Gemeinde Weißensee könne gebnissen der Lohnbewegung beschäftigte. Referent Witte theilte traurige Nachricht, daß unser herzensdoch ihre Armen und Kranken nicht in Palais( 1) unterbringen, und im Laufe seiner Ausführungen mit, daß bereits eine größere Anzahl guter Sohn und Bruder, der Barbier ihnen auch nicht eine Bedienung stellen, wie sie den Ansprüchen der Bauunternehmer die Forderungen der Maurer bewilligt hätten und Albert Gross gebildeten Klasse entsprechen. Für Reinlichkeit müßten der fernere Verlauf der Bewegung bei festem Zusammenhalten der Weinstr. 22, am 2. März an der NierenDie Armen selber sorgen. Der Angeklagte habe Kollegen sich günstig gestalten werde. Die Lohnkommission wurde entzündung gestorben ist. die Gemeindevertretung in Mißtredit bringen wollen.beauftragt, mit den Unternehmern, die bisher noch nicht be- Die Beerdigung findet am Sonntag, Der Bertheidiger beantragte prinzipaliter Einstellung des Ber- willigt hätten, nochmals zu verhandeln. In der Debatte ben 5. März, Nachmittag3 4 Uhr, von fahrens mangels eines rechtsgiltigen Strafantrages. wurde das Verhalten der bei der Firma Wessel u. Burchardt auf der Leichenhalle des Krankenhauses Uebrigen habe der Angeklagte berechtigte Interessen vertreten, bem Richter'schen Ban Wilhelmstraße beschäftigten Maurer einer Friedrichshain aus nach dem Pius und sollte er auch hinsichtlich einzelner Aeußerungen im Eifer der scharfen Kritit unterzogen. An Stelle der ausscheidenden Lohn- Kirchhof statt. Rede ein wenig übertrieben haben, so rechtfertige sich doch nicht das fommissions- Mitglieder Wilte und Schmidt wurden Rutt und hohe Strafmaß der ersten Justanz. Der Gerichtshof beschloß, die Müller, als Vertrauensmann Ball und als Revisor Richter Entscheidung erst in 8 Tagen zu fällen.d gewählt. Beschloffen wurde, den Lohnkommissions- Mitgliedern für bben Fall der Maßregelung eine Entschädigung in der Höhe des Vier Parteigenoffen aus Rigdorf sollten sich einer Sonn- vollen Lohnes während der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit zu bewilligen. tagsentheiligung dadurch schuldig gemacht haben, daß sie in Gin Antrag auf Erhöhung des wöchentlichen Beitrages wurde vorder Gegend von Beeskow während der Wahlzeit an einem Sonntage läufig abgelehnt. Unter Berschiedenes" fanden eine Reihe Ansozialdemokratische Wahlflugblätter vertheilten. Die gelegenheiten persönlicher Natur ihre Erledigung. Anklagebehörde stützte fe auf eine Polizei- Verordnung vom Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 5. März, Bormittags haftet war. = Versammlungen. " 5. Oftober 1896, wonach alle öffentlich bemerkbaren Arbeiten an 9 Uhr, im großen Festsaal der Berliner Ressource, Kommandantenstr 57: Sonn- und Feiertagen vom Beginn des Hauptgottesdienstes ab ver- Bersammlung. Freireligiöse Borlesung. Um 11 Uhr Vormittags ebendaselbst: boten find. Schöffengericht und Landgericht sprachen die Angeklagten Gäste willkommen. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille:" Nicht Pflicht, sondern Freude". frei. Das Landgericht führte zur Begründung seines Urtheils folgendes aus:„ Der als Zeuge gehörte Gendarm habe die Zettel- Mügen. Sonntag, den 5. März, Bormittags 10 Uhr, bei Mörschel, Sozialdemokratischer Agitationsverein für Stralsund- Franzburgvertheiler nur aus den Häusern und Gärten herauskommen sehen Jüdenstraße 35/36: Vereinssitung. Gäste willkommen. und nicht befunden können, daß sie auf der Straße Bettel vertheilt Tischler Verein. Heute Abend 8/2 Uhr, Melchiorstraße 15: Vortrag. hätten. Auch sei die Flugblattvertheilung ohne alles Geräusch vor Damen haben Zutritt. fich gegangen. Im übrigen könnten als Arbeiten im Sinne der im Englischen Garten, Aleranderftr. 27 c: Vortrag des Genossen Rosenow Bildungsverein Mehr Licht". Morgen, Sonntag, Abend 7%, Uhr, Polizeiverordnung doch nur Thätigkeiten gelten, die 8weden über:" Die bürgerliche Gesellschaft und der Sozialismus“. des Erwerbes dienten. Ein solcher Zwed sei aber im vorliegenden Falle nicht Verein der Buchdrucker und Schriftgieter für Nixdorf Brit. anzunehmen, da nichts dafür Sonntag, den 5. März, Nachu. 1 Uhr: Vereinsversammlung in der Vereins: spreche, daß die Flugblattvertheiler eine Bezahlung er- brauerei, Hermannstr. 2. hielten oder erwarteten. Auf die Revision der Staats- Adlershof. Am Sonntag, den 5. März, Nachm. 42 Uhr, findet im anwaltschaft hob indessen der Straffenat des Kammergerichts Pokal von Schmauser, Bismarckstr. 16, eine Holzarbeiter- Verdas Landgerichtliche Urtheil wieder auf und verwies Herrn Grundmann über:„ Ein Blick in das Innere des Menschen". sammlung statt. Großer Lichtbilder Vortrag des Naturheilkundigen die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Frauen haben Zutritt; auch die Angehörigen anderer Gewerkschaften sind Landgericht zurück. Der Präsident führte aus, das Landgericht freundlichst eingeladen. 81 Unrecht angenommen, unter daß Arbeit eine Thätigkeit zunt Zwede des Erwerbes zu ber stehen sei. Auch das unentgeltliche und nicht gewerbsmäßige Vertheilen und Herumtragen von Druckschriften fei als Arbeit anzusehen. Die Verordnung vom 5. Oktober 1896 fei deshalb dann anwendbar, wenn jene Thätigkeiten an einem Sonntage so vorgenommen worden seien, daß man sie öffentlich hätte bemerken können. Ob dies der Fall gewesen sei, müsse das Landgericht nachprüfen. habe nur " Hiernach scheint man nicht allein in Sachsen dies gesetzliche Recht der Flugblattvertheilung an Sonntagen mit Polizeigefegen durchlöchern zu wollen. Es wird hohe Zeit, daß der Reichstag hier einmal ein ernstes Wort spricht. an Dermischtes. Zu den Koften des Gesang Wettstreits deutscher Männer Gefangvereine bewilligte die Stadtverordneten Versammlung zu Staffel einen Beitrag von 150 000 M., sowie zwei Ehrenpreise aus städtischen Mitteln. Auf der Konkordiagrube bei Zabrze wurden der Häuer Ragoll und der Bergpraktikant Kirschnick durch Zusammenbrechen eines Pfeilers erschlagen. " Wetter Prognose für Sonnabend, den 4. März 1899. Ein wenig fühler, ziemlich trübe und regnerisch bei frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. 15126 Die tiefbetrübte Mutter u. Geschwister. Freie Vereinigung selbst. Barbiere, Friseure 2c. Berlins und Umgegend. Am Donnerstag, den 2. März, ver starb nach furzem Krankenlager unser langjähriges Mitglied, der Kollege Albert Gross. Sein biederer Charakter wird ihm stets ein ehrendes Andenten bei seinen Kollegen sichern. 15136 Der Vorstand. tag, den 5. März, präzise 4 Uhr, von Die Beerdigung findet am SonnFriedrichshain aus nach dem Piusder Leichenhalle des Krankenhauſes Kirchhof in Wilhelmsberg statt. Todes: Anzeige. Am 8. d. M. verstarb nach langem Leiden der Schuhmachermeister Adolf Böttcher Mitglied des Rauchklubs„ Blauer Dampf", im Alter von 56 Jahren. Die Beerdigung findet am Sonntag, Wiesenstr. 35, aus nach dem Pauls den 5. d. Wits., vom Trauerhause, Kirchhofe, Seestraße, statt. J. A.: R. Tischer. Am 1. März verschied nach schwerem Krantenlager meine geliebte Frau, unsere Mutter und Schwester Alma Scharnow geb. Kapprolatis. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. März, Nachut. 21% Uhr, vom Trauerhause, Demminerstr. 30, aus nach dem Kirchhof der Bionsgemeinde in Weißensee statt. Die trauernden Hinterbliebenen. 4. Abänderung zu dem Stutat der des vom 12. Februar 1894. Bei§ 15 ist anzuschließen: " Dem Vorstande steht das Recht zu, freiwillige Staffenmitglieder, welche sich Ein Vermögen fann sich ein tüchtiger Mann erwerben burch selbständigen Betrieb eines Ges schäftes. Anlage 40 Mart. Auskunft gratis von C. H. Weisser Hannover, Cellerstr. 21. Möbel u. Polsterwaaren, alt u. neu, verkauft zu billigsten Preisen B. Kloster, Frankfurter Allee 103. baar u. Theilzahlung, billigst Frank furter Allee 110 I, Ecke Königsbergerstr. Umstände halber verkaufe meine Schaukwirthschaft mit anschließens Möbel, ber Wohnung und voller Schank tonzession sofort oder z. 1. April. Im Hause Böttcherei, Schmiede, Speditions Fuhrwerk. Bolle Schants Konzession wird d. Käufer zugesichert. R. Waclawiak, Schanhwirth, Frankfurter Allee 150. Grünframgeschäft, Rolle, Holz, Kohlen, sof. 8. verf. Stalizerstr. 22. Bierverlag, 6 Jahre erfolgr. be trieben, Umstände halber verkäuflich Chorinerstr. 18. 14986* Wirthschaft, umzugshalber spottbillig, Langeftr. 10. Thiele. Schlaffopha, Spind., Tisch, Stühle, seüchenmöbel spottbillig verkäuflich Spiegel, Gastroue, Fahrrad, Betten, Waldemarfir. 27, vorn 1 Tr. Arbeitsmarkt. Barockvergolder. Einige Barockvergolder oder Ver golderinnen finden dauernde Be schäftigung, auch außer dem Hauſe, bei Gersdorf u. Brandenburg, Pasing b. München. 50/12] Walzer verlangt [ 15216 Deutsch& Lachmann, Büschingstr. 4. Buchbinder für Galanterie- Artikel für bauerbe tirbeit verlangt 50/11 Jean Fäffig, Oranienstr. 151. 2 Farbigmacher verlangt Loose, 15116 Füchtige Steinmehen für Bau und wienerfir. 67a. T Blas( Marmor) können sich melden. Wendler, fraße 53. 1510b Teltower: nicht im Kaffenbezirke aufhalten, im Als Vertreter, zugleich Rassirer Erkrankungsfalle auf Grund des§ 57a fuche Angestellte Arbeiter großer des Krantenversicherungs- Gesezes einer Betriebe auch auswärts. Lohnender in diesem Baragraphen bezeichneten Nebenverdienst. Offerten unter Z. 9 Krankenkasse zu überweisen. an die Exped. d.„ Vorwärts".[ 15146 In solch. Fällen wird d. anderthalb fache Strantengeld nicht gewährt, fondern tommen die im§ 13 bes Stassenstatuts bezw. die im§ 57a des Kranken- Verſicherungs- Gesetzes getroffenen Beftim: mungen in Anwendung." $ 56 erhält nach Biffer 12 folgenden Zusatz: Steinnussknopf- Färber. Wir suchen f. unsere Steinnußkopf Fabrit in Dtsch. Böhmen einen tücht. Färber; derselbe muß sowohl in der " Biffer 13: Beschlußnahme über Fr: werb, Beräußerung und Belastung von durch bedingte Aufnahme v. Darlehn." 1425b Grundeigenthum, fowie über eine hier Die vorstehende vierte Abänderung 14786 ftraße 50. 10622* Ein Zahlmeister, der das Glück korrigirt. Dem Nieder- Orts- Krankenkasse schlesischen Anzeiger" zufolge wurde in Sagan ein Falschspieler, der Welch fragwürdige Bedeutung die Anzeigen untergeord: Bahlmeister- Aspirant B. verhaftet. B. soll bei dem Spiel lustige neter Polizeiorgane zuweilen haben, davon zeugte ein Vorfall, der Sieben" feine eigenen, nur mit Fünfen und Zweien versehenen Maurer- Gewerbes am Freitag vor der 4. Straftammer am Landgericht II zur Sprache Würfel benutzt haben, wenn es sich um hohe Einfäße handelte. fam. Es handelte sich um den Versuch der Befreiung eines Ge- Wohl an 30 Herren sollen an B. namhafte Beträge, 1500 Mart, fangenen, dessen sich der Angeklagte Hilmar Friedel schuldigt gemacht 1000 Mark 2c. verloren haben. Auf der Bant, so erzählt man, hat haben sollte, als der Nachtwächter Ganfar in Friedenau mit einem B. ca. 20 000 Mart eripielte Gelder angelegt und eine ebenso hohe Arrestanten auf dem Wege zur Wache sich befand. Es steht fest, Summe in unterzeichneten Wechseln bei sich geführt. daß bei jener Gelegenheit eine Anzahl von Personen den Wächter Der fidele Paftor. Wie der„ M. 3." aus Breslau gemeldet bedrängten, und daß auf deſſen Nothsigual der Amtsdiener Dehming wird, ist dort am 1. b. M. der wegen Unterschlagung von Kirchenhinzutam. Der Wächter Gansar hat eine Anzeige erstattet, in der geldern flüchtige Pastor Bethge aus Polgjen bei Wohlau in einem er ganz bestimmt den Angeklagten und dessen Bruder als diejenigen Spezialitätentheater verhaftet worden. bezeichnete, die sich als Haupträdelsführer bei der Gefangenenbefreiung betheiligt haben. Vor Gericht sagte der Wächter Heldenthat eines österreichischen Offiziers. In Pola gerieth dagegen, daß er den Angeklagten überhaupt nicht als am Mittwoch der Zirkusbesizer Viktor, ein Reichsdeutscher, mit dem dem Vorfall betheiligt bezeichnen könne, sondern daß österreichischen Marine- Offizier Lenz wegen ihrer Hunde auf der uni Färberei als auch in d. Sprizerei seine Angabe sich nur auf den Bruder desselben, der gegen Straße in Streit. Der Offizier versette dem anderen einen Säbeldurchaus selbständig u. zuverlässig sein. wärtig Soldat ist und deshalb nicht vor Gericht steht, be- hieb über den Kopf und verwundete ihn schwer. Der Fall wurde Meld. mit Gehaltsansprüchen erbitten ziehe. Noch verwunderlicher verwunderlicher als die Anzeige des Wächters dem deutschen Konsul in Triest gemeldet. Weiss& Bach Nachfolger ist die Angabe, die der Amtsdiener Oehming erstattet hat. Auch dieser Beamte hat, wie ihm der Vorsitzende des Gerichts vorhielt, der frühere Direktor der Londoner Millwall- Dock- Company, Oberst Fälschungen im Betrage von etwa fünf Millionen Mark soll in Schlaggenwald i. Böhm. Mamfella a. beff. Jacketts verlangt in feiner schriftlichen Anzeige die beiden Brüder Friedel ganz be- George Raymond Birt, der jetzt flüchtig ist, begangen haben. Köpniderstr. 8, v. III. r. stimmt als Hauptattentäter bezeichnet. Als Zeuge vernommen, jagte des Kassenstatuts tritt mit dem Mon: Geübte Kartonarbeiterinnen der Amtsdiener, er sei nur wenige Minuten bei dem fraglichen Neber die neue Schiffskatastrophe, die den Dampfer der tag nach erfolgter Bekanntmachung in verlangt fofort Kartonfabrit Markus Borfall anwesend gewesen und könne feine bestimmte Person als Be- Dominion- Linie Labrador" bei der Insel Mull( Schottland) betroffen Straft. theiligte angeben. Auf die Vorhaltung, wie er denn dazu gekommen sei. hat, liegen noch folgende Nachrichten vor: Der Dampfer Berlin, den 17. November 1898. Lehrmädchen in seiner Anzeige gegentheilige Behauptungen aufzustellen, sagte Labrador" hatte am 21. Februar Halifax mit der Kanadischen Post der Beamte, er habe zuerst eine Anzeige erstattet, in der er feine an Bord verlassen, um nach Liverpool zu segeln. Donnerstag früh der Orts- Krankenkasse d. Maurer- aur Erlernung der Blumens und bestimmte Person angegeben habe. Später seien dann die Brüder gegen sieben Uhr, als die meisten Passagiere noch in den Betten Friedel als Thäter ermittelt worden, und dann habe der Wachtlagen, rannte er in dichtem Nebel auf die Metenfie- Felsen auf. meister die ursprüngliche Anzeige des Amts: Unter den Frauen und Kindern brach eine furchtbare Panit aus dieners abgeändert und legteren veranlaßt, die An- und der bewunderungswürdigen Ruhe des Kapitäns zeige in der vorliegenden Form zu erstatten. Auf Grund Erskine und den Anstrengungen seiner Mannschaften gelang der Angaben der Beamten ist das Strafverfahren gegen den An- es, ein furchtbares Unglück abzuwenden. Acht Boote wurden in geklagten eingeleitet, er ist aber in erster Instanz freigesprochen bester Ordning flott gemacht, aut verließ das Schiff Die Der Staatsanwalt hat Berufung eingelegt, diefelbe aber Post wie die Ladung und das Passagiergepäd mußte aufgegeben nach der völlig negativen Beiveisaufnahme vor der Straffammer werden, da das Schiff sehr schnell sant. Nach dreistündiger Fahrt zurüdgezogen.septomans& auf dem Meere trafen die Boote das deutsche Schiff Biting", welches nach Norwegen unterwegs war. Kapitän Hemland hieti Zu dem Bericht über die Prozeßfache Stephanh- Strehlte das Schiff sofort an, und obwohl die See sehr hoch ging, wünscht Rechtsanwalt Jonas die Richtigstellung, daß Professor gelang es dem Muth und der Ausdauer des braven Kapitäns Fechner und er ſelbſt die über Herrn Duns umlaufenden Gerüchte und seiner Mannschaft, die sämmtlichen Infaffen von sieben dem Vorstande des Vereins Berliner Presse" nicht unterbreitet", Booten wohlbehalten an Bord des„ Biling" zu bringen und sondern lediglich auf das Ersuchen eines Vorstandsmitgliedes später in Tobermory auf der Insel Mull zu landen. des Vereins Berliner Presse diesem Herrn die erbetene Auskunft achte Boot mit zwölf Infassen hatte inzwischen den Leuchtthurm ertheilt haben.- Herr Richard Schott ersucht uns um die Feststellung, von Sterryvore erreicht und war dort glücklich gelandet. Unter ihnen Elsasserstr. 78, Ede Ackerstr. besch. dauernd Fränkel, Seydelstr. 24. daß Herr Dunk die Klage gegen ihn fiberhaupt nicht also auch befand sich auch der frühere Vertreter Aguinaldo's in Washington, nicht mit Rücksicht auf die Anwendbarkeit des§ 198- zurüdgezogen" Agoncillo, der bei Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen den höchste Eleganz aus u, wurden tausend: auf Bhantafiefedern gegen fofortiges Meine Costume zeichnen sich durch Lehrmädchen habe, fondern im Termin nicht erschienen sei und dadurch die Ein- Philippinos und den Amerikanern nach Kanada geflüchtet war und fach mit ersten Preisen getrönt. Costume Gehalt fucht Leonhardt, Ritters u. stellung des Verfahrens bewirkt habe. fich nun nach England begeben wollte. Der Leuchtthurm von in Atlas von 1 Mt. 50 ab.[ 1068* L ftraße 41. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Das A. Daehne, Borsitzender. Der Vorstand gewerbes zu Berlin. E. Simanowski, Schriftführer. Genehmigt: Berlin, den 2. Februar 1899. Der Bezirks Ausschuß. Kayser. Restaurant Wilhelmsberg Trinkaus' Ballsalon Sonntag, den 5. März 1899: Großes Schlachtefeft, wozu ergebenft einladet G. Trinkaus. Masken- Costume verleiht billigst Fr. C. Frommholz, Federfabritation sucht[ 1475b Breitbarth, Neue Jakobstr. 12. Tändelschürzen. Tüchtige Arbeiterinnen, auch Lehra mädchen verlangt Pfützner, Ritter: Straße 126, v. 4 Tr. 15016 verlangt Adolfstraße 6. 15086 Plätterin( im Laden). Schneider mit großer Arbeitstraft, für feine Damenjadets, verl. Kätscher, Krause& Co., Stronenstr. 29.[ 15036 Lehrmädchen auf Fantasiefedern gegen sofortige Bergütigung verlangt. 15026 Josef Schreyer, Hollmannstr. 17. KinderhütchenArbeiterinnen, die Bost. liefern können, 14866* Nr. 54. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zur Kaffenarztfrage. - Literarische Rundschau. Landmann, Dr. F.: Die Lösung der Kaffenarztfrage. Elberfeld, Buchdruckerei Grimpe. 1898. 56 S. Preis 1 M. Aftor, Joh. Bapt.: Zur Geschichte und Statistik der freien Arztwahl in Berlin. Berlin, Siemenroth u. Troschel. 1899. 157 S. Dr. Fischer: Kassenärzte oder freie Arztwahl? Eine Aufklärungsschrift. Remscheid, Gottl. Schmidt. 31 S. Preis 50 Pf. " = Sonnabend, 4. März 1899. Auf diesem Satz baut sich dann aber weiter die Behauptung hätte sich dabei herausgestellt, daß unter der freien Arzts auf, daß von einer Heilung derselben( nämlich dieser inneren Strant wahl nicht mur eine absolute Verminderung der Ausgaben heiten) mit Arzneien gar nicht die Rede sein kann." hiervon überzeugt fein mag, sei nicht bestritten. Aber das muß auch eine relative für Arzneifosten und Heilmittel, sowohl Daß L. selbst für Kur- und Verpflegungskosten an Krankenhäuser, sondern fann, Laien bezweifelt werden, daß es ihm gelungen ist, oder überhaupt gelingen gegenüber denselben Kassen in den Vorjahren, als auch gegenüber fseiner Anschauung zu machen. d. h. Nicht Aerzte zu überzeugten Anhängern den anderen Kassen in demselben Berichtsjahre entstanden ist." In dem folgenden Kapitel prüft dani Verfasser seinerseits die Gläubige, die ihm folgen und fein System annehmen, wird finanzielle Wirkung der freien Arztwahl". Er untersucht zu diesem er zweifellos finden, aber diesen wird eine erdrückende Mehrheit Zwede, inwieweit die Statistik die Vorwürfe berechtigt erscheinen anderer gegenüberstehen, welche an die Wirksamkeit der Arzneimittel läßt, welche man gegen das System der freien Arztwahl erhob, und oder überhaupt der Behandlung glauben. Und allen diesen kommt dabei zu folgenden Schlüffen: Eine Vermehrung der KrankAndersgläubigen die Ansicht von der Unwirksamkeit der Azneien heitsfälle durch Begünstigung der Simulation oder eine Verlängerung auf nöthigen, fie zwingen, sich in Krankheitsfällen, trog ihrer der durchschnittlichen Krankheitsdauer ist unter diesem Arzisystem abweichenden Anschauung, von einem Arzte der Landmann'schen nicht eingetreten. Somit können auch die Ausgaben an Krankengeld Schule behandeln zu lassen, das wäre ein Att der Unduldsamkeit, nur insoweit eine Erhöhung erfahren haben, als die Kranken nicht welcher den Vergleich mit den Thaten der religiösen Intolerenz nicht so häufig an ein Krankenhaus überwiesen werden. Die hierdurch be zu scheuen brauchte. dingte Mehrausgabe an Krankengeld bleibt hinter den Ersparnissen an Krankenhauskosten zurück. Berechnet man ferner die durchschnittlichen Arzneifosten nicht, wie es gewöhnlich fälschlich geschieht, auf den Kopf des Mitgliedes bez. auf den Krankheitsfall, sondern, wie es für eine zutreffende Beurtheilung nothwendig ist, auf den Krantheitstag, so ergiebt sich, daß bei den Krankenkassen mit freier Arztwahl die Arzneikosten gegenüber den anderen Kassen geringer geworden sind. Die weitverbreitete Anschauung, daß dem Reichstag demnächst eine Nobelle zum Krankenversicherungs- Gesetz beschäftigen wird, hat eine umfangreiche Literatur über dies Gesetz hervorgerufen. Einen Hauptdiskussionspunkt bildete dabei die Kaſſenarztfrage, welcher sich namentlich nach den Aufsehen erregenden„ Aerztestreits" in Barmen und Remscheid das allgemeine Intereſſe zuwandte. Bei der Bedeutung, welche ein vernünftiges Kaſſenarzt- System für die Krankentassen- Mitglieder, d. h. für die Arbeiter hat, erscheint es angezeigt, an dieser Stelle die Haupterscheinungen der diesbezüglichen Literatur einer Besprechung zu unterziehen. Mit dieser Intoleranz stimmt gar nicht überein, daß 2. es für eine selbstverständliche Aufgabe größerer Krankenkassen erklärt, den Die Broschüre and mann's: Die Lösung der Kaffenarzt von den allopathischen Aerzten heftig befehdeten Homöopathen und Frage", über welche der Vorwärts" bisher keinen Bericht gebracht Naturärzten eine Freistadt zu schaffen. Der Versuch, hierdurch die hat, soll dabei mit besprochen werden, obwohl sie älteren Datums Anhänger dieser Richtungen für die Lösung der Kassenarztfrage" ist. Dies ist schon deshalb nothwendig, weil ohne Kenntniß der einzufangen, erscheint nicht sehr aussichtsvoll, weil er zu durchsichtig 2.'schen Anschauungen weder die Vorgänge in Barmen und Remscheid, ist. Mit dem System der Bezirksärzte, von denen jeder die bett noch auch die Fischer'sche Schrift verständlich sind. lägerigen Kranten eines Reviers allein versorgen soll, verträgt sich Verfasser stizzirt dann die„ Organisation der freien Arztwahl in Landmann ist selbst Arzt; er hat aber soweit bekannt die Anstellung von Aerzten verschiedener medizinischer Richtungen in Berlin" und faßt zum Schluß die wesentlichen Ergebnisse seiner die Ausübung dieses„ an sich schönen und humanen Berufs" feit teiner Weise. Oder soll etwa die Lage der Wohnung der bettlägerigen statistischen Untersuchungen noch einmal turz zusammen. Es unterJahren aufgegeben und ist jetzt Inhaber und Leiter eines„ medizi- Kranken allein dafür entscheidend sein, ob er allopathisch oder liegt nach seiner Meinung keinem Zweifel mehr, daß die im Jahre nischen Waarenhauses für Krankenkassen" und eines Bureaus homöopathisch, ob nach Kneipp oder nach Glünice behandelt wird? 1891 ins Leben getretene freie Arztwahl, welche eine dem allgefür die Medizinalangelegenheiten der Krankenkassen" zu Elberfeld. Nein, mit dem ganzen Syſtem verträgt sich nur die Anstellung von meinen Fortschritte der Zeit entsprechende, menschenfreundlichere, Beide Institute dienen dem gleichen Zwecke, den Krankenkassen bei Aerzten, die auf Landmann's Lehre von der Unwirksamkeit jeder ärztliche Behandlung der Arbeiter erreichte, fich auch finanziell aufs ihren auf die Vermeidung aller unnöthigen Ausgaben bei der Behandlung eingeschworen sind. Glänzendste bewährt hat". Krankenbehandlung gerichteten Bemühungen" an die Hand zu gehen. Also eine Qualitätsverbesserung kann auch in dieser Hinsicht das Das statistische Material, auf das Astor sein Urtheil gründet, ist in In derselben Nichtung bewegt sich auch der in der vorliegenden System Landmann nicht bringen. Aber auf die kommt es ja eigent- Tabellenform beigegeben und bildet einen weiteren Vorzug des Schrift entwickelte Vorschlag zur Lösung der Kassenarztfrage. Die lich überhaupt nicht an. Denn wenn man annimmt, daß die vor- Buches, das schon wegen seiner flaren Darstellung und der vollStrankenkassen haben das zwiefache Interessie, ärztliche Hilfe mög- beugende und heilende Thätigkeit des Arztes„ bei den gegenwärtigen fommenen Beherrschung des Stoffes aufs Wärmite allen denen lichst billig und in möglichst guter Qualität( Beschaffenheit) wirthschaftlichen und sozialen Verhältnissen in 99 von 100 Fällen" empfohlen werden kann, die sich für die Kaffenarztfrage intereffiren. zu erhalten. Zu den Gründen, welche bisher der Erreichung des( S. 14) schlechterdings nicht erfolgreich sein kann, so kann doch Dr. Fischer ist einer der Theilnehmer des verunglückten ersten Punktes der Billigkeit hinderlich gewesen sind, zählt eigentlich von einer Qualitätsverbesserung kaum die Rede sein. Es„ Remscheider Aerztestreits". Seine aus Anlaß dieses Streits geBerfasser die Ueberfüllung des ärztlichen Berufes(), und die Be- tommt also wesentlich auf die Verbilligung an. Um diese zu er- fchriebene Broschüre gipfelt in der Forderung, daß durch entsprechende lastung der Herzte mit mancherlei Geschäftsuntoften, welche dadurch zielen, soll all denen Gewalt angethan werden, welche an eine enderung des Krankenversicherungs- Gesezes alle Krankenkassen zur besonders hohe werden, daß das Gewerbe des Arztes der freien heilende Wirkung der ärztlichen Behandlung- es sei, welche Einführung der freien Arziwahl berpflichtet werden sollen. Konkurrenz unterliegt(?) und daß die wirthschaftliche Form, unter es fei- glauben, auf eine solche hoffen! Mit welchen Denn F. ist fest davon überzeugt, daß ohne solche Gesetzesänderung der das Gewerbe ausgeübt wird, die des Zwergbetriebes ist. Das Gefühlen mögen sich diese, wenn sie 2.'s Anschauungen kennen, die Weiterentwicklung des Krankenkassenwesens in den LandBestreben, ärztliche Hilfe in möglichst guter Qualität zu beschaffen, an einen seiner Aerzte wenden; wissen fie doch, daß dieser selbst mann'schen Bahnen zu erwarten ist und daß diese Entwicklung darf, nach Ansicht von 2., nicht dazu führen, möglichst viele Aerzte seine Thätigkeit in 99 von 100 Fällen" für erfolglos hält. id mit der Nothwendigkeit eines Naturprozesses überall gleichmäßig sich zur Staffenpraxis zuzulaſſen und so, womöglich jedem Kranken„ den Es wäre des weiteren noch nachzuprüfen, ob denn wirklich Er- vollziehen wird". Darum soll durch das Gesetz bestimmt werden, Arzt seines Vertrauens" zur Verfügung zu stellen; denn die Redens- sparnisse in dem Umfange zu erwarten sind, wie dies Landmann an- daß jeder Arzt auf seinen Wunsch zur Kassenpratis zugelassen art, daß das Vertrauen zum Arzte der Heilung des Kranten förder- nimmt. Insbesondere wäre dabei die Frage zu erörtern, ob nicht. werden muß und daß die obere Verwaltungsbehörde nach Anlich sei, erklärt der Verfasser für demagogisches Geflunker. Die An- soweit Ersparnisse gemacht werden können diese allein der Kasse hörung" des Kassenvorstandes und der Aerzte die Honorarsäge für stellung einer möglichst großen Bahl von Rassenärzten erscheint schon zu Gute tommen, nicht den Mitgliedern; denn je unvollkommener die Kassenpraris festzusetzen hat. deshalb nicht geeignet, weil die offizielle Staatsmedizin, speziell die das Arztsystem, ie Kleiner die Zahl der Aerzte, desto größer ist Lehre von der Heilbarkeit der Krankheiten vermittelst Arzneien, bei überall die Zahl der Kassenmitglieder, welche auf eigene Roften Lichte befehen nichts als ein häßliches überlebtes Zwitterding von Privatärzte zu Rathe ziehen. Irrthum und Zäuschung" ist, und daher das System der arzneilichen Krantenbehandlung nirgends weniger angebracht ist, als in der Raffenpragis. Daß alle in den Krankenkassen versicherten Arbeiter auch die eifrigsten Anhänger der freien Arztwahl eine solche Gesezesänderung aufs energischste bekämpfen werden, erscheint dem Schreiber Aber diese Untersuchung hat für denjenigen, welcher in der dieser Zeilen nicht zweifelhaft. Und die Gründe für diese Stellungmöglichst guten ärztlichen Versorgung der Krankenkassen- Mitglieder nahme find so flar, daß ein weiteres Eingehen darauf übercine der wichtigsten Kulturaufgaben erblickt, nicht die Bedeutung, flüssig erscheint. Nur das eine verdient vielleicht doch hervorUm hier Wandel zu schaffen, empfiehlt Berfasser den Kassen ein welche ihr Landmann beilegt. Denn wer dieser Meinung ist, fam gehoben zu werden: Heutzutage hat die Arbeiterschaft Arztsystem, welches er als das der„ beamteten Kaffenärzte" be- nicht den Kostenpunkt als den allein maßgebenden ansehen, sondern gewiß keine Veranlassung, einer Verwaltungsbehörde ein Recht zeichnet; es soll den anzustellenden Aerzten, gegen Gewährung eines der wird fich bei der Auswahl der verschiedenen Arztsysteme für einzuräumen, das so leicht gegenüber mißliebigen Staffenauslömmlichen Jahresgehalts und eines längeren Kontraktes, die dasjenige entscheiden, welches die ärztliche Fürsorge am besten ge- 3. B. sozialdemokratischen mißbraucht werden kann. Nicht einmal Verpflichtung auferlegt werden, sich ausschließlich der Behandlung staltet, ohne die Kassen finanziell zu überlasten. Von diesem Ge- Gründe brauchte ja nach dem Vorschlage F.'s die obere Verwaltungsder Kassenmitglieder zu widmen, und es soll demgemäß nur eine fichtspunkt ist die Arbeit Astor's: Bur Geschichte und Statistit behörde" einem Kassenvorstande mitzutheilen, der sich durch die beschränkte Zahl von Aerzten angestellt werden, von welchen dann der freien Arztwahl in Berlin", mit besonderer Freude zu begrüßen. Honorarfestsetzung beschwert fühlt. Aber auch vom Standpunkte der jeder eine verhältnißmäßig große Bahl von Kassenmitgliedern Schafft doch die freie Arztwahl für die ärztliche Versorgung der Aerzte erscheint der Gesetzesvorschlag überaus bedenklich, denn auch Verfasser rechnet 3000-4000 Personen auf den Arzt zu behandeln Kassenmitglieder die denkbar günstigsten Verhältnisse, so daß gerade sie würden ja dadurch von dem guten Willen der Verwaltungshätte. Da unter solchen Verhältnissen der Kaffenarzt keine anderen die Nachprüfung ihrer finanziellen Bedeutung für die Entscheidung behörden abhängig werden. Und bisher muß es mehr als zweifelhaft Rüdfichten zu nehmen brauchte, als die, welche Pflicht und Ge- der Kaffenarztfrage den Ausschlag geben mit A. in der Vorrede Intereffen des Aerztestandes besser aufgehoben find, als bei den erscheinen, ob wirklich bei den Verwaltungsbehörden die berechtigten wissen ihm auferlegen, erwartet 2. von diesem System Verminde Ueber die Entstehung seines Buches theilt rung der Arzneikosten, Minderausgabe an Krankengeld infolge mit, daß die Ortskrankenkasse der Bureau- Angestellten im Jahre 1897 Strankenkassen, vor denen F.'s Vorschlag die Aerzte schüßen soll. Die Erschwerung der Simulation u. f. w.; auch für die Entwickelung der eine Kommission einsetzte, welche die verschiedenen Kaffenarzt- Besprechung des Aftor'schen Buches zeigt, daß in Berlin die Aerzte Sozialhygiene würden diese beamteten Kaffenärzte in ganz anderer Systeme auch daraufhin prüfen sollte, wie sie auf die Vermögens- bei den Krankenkassen mehr Verständniß für ihre Bestrebungen Weise wirken tönnen, als die heutigen Aerzte. verhältnisse der Krankenkassen einwirken. Als Mitglied dieser Kom- fanden, als bei den Verwaltungsbehörden. Im rheinischen Industries mission begann A. seine Untersuchungen, die er nunmehr so weit bezirk haben die Aerzte die entgegengesetzte Erfahrung machen fortgeführt hat, daß sie nach seiner Meinung geeignet erscheinen, missen. Aber sollte daran wirklich allein die Agitation Landmann's vollkommen die Streitfrage zu klären. unter den Kassenmitgliedern schuld sein? Oder sollte nicht auch das " Einen weiteren Fortschritt in der Krankenfürsorge durch Verbilligung und Verbesserung der Behandlung verspricht sich 2. von der Umwandlung der bisherigen Zwergbetriebe in einen Großbetrieb, d. h. von der Zusammenlegung der Sprechstunden sämmtlicher Aerzte In der einleitenden geschichtlichen Uebersicht schildert A. zunächst Berhalten der Aerzte dazu beigetragen haben, daß ihre Beziehungen in eine Zentrale( bei sehr großen Kassen in mehreren) oder Boli- die Verhältnisse, wie sie bis zum Ende des Jahres 1891 in Berlin zu den Kassenmitgliedern sich wenig erfreulich gestalteten und so flinit. In dieser soll gleichzeitig die Ausgabe der dem freien Ver- bestanden. Bei sämmtlichen Orts- Krankenkassen erfolgte die ärztliche der Boden für die Landmann'sche Saat bereitet wurde. Mancherlei tehr überlassenen Medikamente, Verbandsstoffe u. f. w. erfolgen, und Behandlung durch Aerzte, die abhängige Angestellte der Kranken- spricht dafür, daß Aerzte und Kaffenmitglieder einander fremd, ja es fönnen ferner gewisse Heilmittel Bäder it. dgl. bei ge- faffe" mit festem Gehalt waren, auf deren Einkommen daher der vielleicht sogar feindlich gegenüberstanden. So die Anschauungen, eigneten Einrichtungen dort billiger und bequemer beschafft werden Umfang der zu leistenden Arbeit ohne Einfluß war. Dabei war bis die F. in der vorliegenden Broschüre über die Sozialdemokratie ents als gegenwärtig. zum Anfang der neunziger Jahre das Arzthonorar verhältnißmäßig widelt, z. B. Seite 15 u. f. Anschauungen, welche denen König Dies ist in furzen Zügen der wesentliche Inhalt von 2.'s Schrift. wesentlich niedriger, als sonst in ganz Deutschland. Unter diefen Stummm's täuschend ähnlich sehen. Eo der Umstand, daß man es Sein Vorschlag, nur eine verhältnißmäßig fleine Zahl beamteter Verhältniffen litt naturgemäß auch die Beschaffenheit der ärztlichen anscheinend ganz unterließ, bei Beiten die Arbeiter über die Nach Aerzte anzustellen, steht und fällt mit der Richtigkeit des Sazes, Leistung, und es entstand eine lebhafte Mißstimmung im Gewerfs- theile des Landmann'schen Systems aufzuklären. So endlich das daß das Vertrauen zum Arzt für die Heilung des Kranken be- Strankenverein", zu dem beim Erlaß des Krankenkassen- Gesetzes sich Berhalten der Remscheider Aerzte nach dem Streit: sie machten faum deutungslos sei. Die Aerzte nun gleichgiltig welcher Schule sie alle Orts- Krankenkassen zusammengethan hatten. Diese Miß den Versuch, an die besser zn unterrichtenden" Kassenmitglieder zu sonst angehören, wenn sie nur ihrem Berufe selbst treu geblieben sindstimmung veranlaßte gu Beginn der neunziger Jahre appelliren, wandten sich vielmehr statt dessen an die Arbeitgeber und werden diese Behauptung einmüthig und entschieden bestreiten. eine Reihe bon Krankenkassen zum Austritt aus dem veranlaßten diese zur Gründung der bei den Arbeitern mit Recht Bei näherer Betrachtung werden sich aber auch die Kranken Gewerkskrantenverein, und eine von diesen, die Ortskrantentasse der so unbeliebten Betriebs- Krantentassen. felbst zum großen Theile als durch dieses demagogische Geflunker" Maschinenbauer, führte 1892 die freie Arztwahl" ein, d. H. sie schloß Auffällig ist doch auch, daß gerade dort das Verhältniß zwischen beeinflußt erweisen; sie befunden dies wenigstens täglich dadurch, mit einem eigens zu diesem Zwecke gegründeten Aerztevereine, dem Krankenkassen und Aerzten ein besonders schlechtes ist, wo die Klassendaß sie, im Falle ernsterer Erkrankung, sich nicht an den ersten Besten, Berein freigewählter Kassenärzte", einen Vertrag ab, nach welchem gegensätze am schärfsten zum Ausdrud kommen: in Sachsen und im fondern womöglich an folche Aerzte wenden, zu welchen sie auf jedem Kassenmitgliede in Krankheitsfällen die Auswahl unter den rheinischen Industrierevier, den beiden Bezirken Deutschlands, in Grund persönlicher Erfahrungen oder der Empfehlung dritter Per- Vereinsmitgliedern damals 700, im leßten Jahre 1300 Aerzten welchen sogar Urtheile bürgerlicher Geschworener schon den Einfluß sonen besonderes Vertrauen haben. Wird somit die Richtigkeit des freistand. Die Kasse zahlte für die ärztliche Behandlung pro Kopf der Klaffengegenfäße erkennen lassen. Da liegt doch die Vermuthung L.'schen Sazes weder von den Aerzten, noch von den Kranken an- und Jahr 3 M. d. h. etwas mehr als bisher und der Aerzte- gewiß nahe, daß auch die Aerzte sich dem Einflusse ihrer bürgerlichen erkannt, so tann natürlich auch die Beschränkung der Aerztezahl nicht berein vertheilte die Honorarjumme an seine Mitglieder nach Maß- Umgebung, mit der sie durch verwandtschaftliche und gesellschaftliche als eine Qualitätsverbesserung der ärztlichen Leistung, sondern als gabe von deren Inanspruchnahme. Noch mehrere andere Kassen Bande verknüpft sind, nicht zu entziehen vermochten, daß auch fie eine Verschlechterung angesehen werden; denn den einzelnen Mit- führten dann in den folgenden Jahren die freie Arztwahl ein. Und wenn eine feindselige Stellung gegenüber den Arbeitern einnehmen. Gerade gliedern wird es um so seltener gelingen, den Arzt ihres Ver- auch ein Theil von diesenhauptsächlich auf Betreiben der Aufsichts- aber in folcher Umgebung wäre es mehr noch, als sonst, Pflicht trauens" zu finden, je beschränkter die Zahl der Aerzte ist. behörde später wieder zu einem andern Arztsystem überging, so hat der Aerzte, die Sache der Mühseligen und Beladenen zu vertreten; Daß 2. den Einfluß, welchen das Vertrauen zum Arzt doch gegenwärtig etwa ein Drittel der Berliner Krankenkassenmitglieder gerade hier verdiente das Wort Sonderegger's( berühmter auf die Heilung des Kranken hat, ganz leugnen zu die freie Arztwahl", d. h. es steht ihnen„ fast jeder Arzt ebenso gut Schweizer Arzt) Beherzigung, daß die Aerzte Sozialisten im besten fönnen glaubt, hat seinen Grund in den medizinischen wie den Bemittelten zur Verfügung". Sinne des Wortes" sein sollten. Anschauungen, welche er in dieser Schrift entwickelt. Gr Die Aufsichtsbehörde, d. h. der Berliner Magistrat welche, Ist diese Auffassung richtig, so ist man auch wohl berechtigt, ftellt unter Anderm den Satz auf, daß speziell die wie erwähnt, bemüht war, der freien Arztwahl Hindernisse in den Landmann's Einfluß wesentlich niedriger einzuschäzen, als dies erwähnten inneren Krankheiten lediglich als der natürliche Ausdrud Weg zu legen, begründete ihr Verhalten damit, daß sie behauptete: Fischer thut. Und damit entfiele ja dann auch für die Aerzte jeder der Thatsache anzusehen sind, daß die davon Heimgesuchten diejenigen durch das Arztsystem werden die Ausgaben in einer Weise gesteigert, Grund, besondere gesetzgeberische Maßnahmen zu fordern. Denn Eristenzbedingungen entbehren müssen, deren sie zum Gesundbleiben die auf die Dauer die Kassen ruiniren muß. Als einzigen Beweis dann hätten sie es selbst in der Hand, den Landmann'schen Ideen bedürfen." Wird hier unter„ Eristenzbedingungen" die Summe aller für diese Behauptung gab der Magistrat eine einfache Gegenüber den Boden zu entziehen, auf dem diese ohnehin nur fümmerlich der Verhältnisse verstanden, welche auf den Verlauf des Lebens von stellung der Ausgaben bei den verschiedenen Kassengruppen: denen gedeihen. Sie brauchten nur über die Vortheile eines vernünftigen Einfluß find, also: Körperverfassung, wirthschaftliche Verhältnisse, mit freier Arztwahl und denen mit Zwangsärzten. Arztsystems die Arbeiter aufzuklären, deren Vertrauen leicht zu bes Einfluß der Krankheitserreger u. f. w. so ist gegen den Satz nur Diese Statistit unterzieht nun der Verfasser in der vorliegenden wahren sein wird, wenn das Verhalten des Arztes Verständniß für das eine einzuwenden, daß in ihm dieselbe tiefe Weisheit Ausdruck Arbeit einer eingehenden Nachprüfung und er kommt dabei zu dem die Lage des Arbeiters bekundet. findet, welche bei Neuter Ontel Bräfig in die Worte faßt:„ Die Urtheil: Selten ist eine Untersuchung, die durch ihren amtlichen Außer in diesen Broschüren wird die Kaffenarzt- Frage noch in Armuth kommt von der Poverteh". Wird aber was nach Charakter allgemein Glauben gefunden hat, mit einer solchen Leicht- einer ganzen Reihe von Beitungsauffäßen mehr oder minder eindem Zusammenhange wahrscheinlicher ist Eristenz" fertigteit geführt worden." Denn die Magistratsstatistik läßt eine gehend behandelt. Alle diese auch nur furz zu sfizziren, ist un nur die wirthschaftliche Existenz verstanden, so tann der Reihe von Punkten ganz außer Betracht, die naturgemäß von möglich. Es sei daher nur die Gruppe derer herausgegriffen, die Saz in der Ausdehnung, welche ihm 2. giebt, nicht als wesentlichem Einflusse auf die Kassenfinanzen sein müssen: die Er- sich, wie die Fischer'sche Schrift mit der gesetzlichen Festlegung richtig anerkannt werden; es giebt zweifellos eine ganze frantungsgefahr der einzelnen Bernfe, die Höhe des Krankengeldes, der freien Arztwahl" beschäftigen. Leider steht. nicht allein mit Reihe von Krankheiten, von denen es trotzdem die Ursachen die Zusammenseßung des Mitgliederbestandes nach Alter und Ge- feiner alle Forderung, sondern nahezu Aerzte, die derselben vielfach noch unbekannt sind mehr als unwahrscheinlich schlecht. Ein Eingehen auf diese bestimmenden Ursachen hat der der Tagespresse oder den medizinischen Fachzeitungen das Wort ist, daß sie mit den heutigen Daseinsbedingungen“ zusammen- Bericht des Berliner Magistrats verschmäht. Wäre er in eine zu dieser Frage nehmen, stellen sich auf denselben Standpunkt. hängen. Untersuchung nach dieser Richtung hin eingetreten, so.... Dabei fordert ein Theil von ihnen gleichzeitig die Bezahlung nach " " 1337 in Mindestsäßen der Tage, ein anderer die( Schaffung besonderer| Berwirklichung. Denn eine gesetzgeberisch brauchbare Formel auf beren Unterstützung die Aerzte vielleicht noch am ehesten rechnen Gebührensäge durch Schiedsgerichte oder dergleichen. dafür ist ist bisher bisher nicht gefunden worden; ficher feine, fonnten wie die Frankfurter Beitung", die Freifinnige Beitung" Die Bezahlung nach den Mindestfägen der Tage würde bedeuten, der die Sozialdemokratie zuftinimen könnte, welche in erster Linie haben diese Forderung für unannehmbar erklärt. daß die Kassen für ärztliche Behandlung etwa das Dreifache von die Rechte der versicherten Arbeitnehmer wahrzunehmen hat und Darum wäre es wahrlich besser, wenn die Aerzte auf den ausden bisherigen Säßen zu bezahlen hätten; insgesammt würde die damit nicht einverstanden sein kann, daß der Einfluß der Ver- fichtslosen Versuch verzichteten, die Kassen mit Hilfe der Gesetzgebung Mehrbelastung der deutschen Krantentaffen 40-50 Millionen betragen. waltungsbehörden noch weiter gesteigert wird. zur Einführung der freien Arztwahl zu zwingen. Gerade nachEine derartige Mehrbelastung von der die Arbeiter selbst zivei Uebrigens zeugt es von geringem politischen Verständniß, daß dem die Astor'schen Untersuchungen ein so werthvolles AgitationsDrittel zu tragen haben würden wird teine Regierung den die Aerzte sich noch immer Zäuschungen über die Aussichten ihrer material geschaffen haben, liegt es doch weit näher, statt dieser verStrankenkassen zuzumuthen wagen. Auch der andere Vorschlag, durch Gesetzesvorschläge hingeben. Das ist um so wunderbarer, als auch geblichen Bemühungen wieder die Agitation unter den Kassenschiedsgerichtliche Institutionen besondere, mehr den heutigen nahe- nicht eine politische Zeitung für die gefeßliche Festlegung der freien mitgliedern aufzunehmen, der die bisherigen Erfolge zu danken sind. tommende Kaffentagen zu schaffen, hat wohl kaum Aussicht auf Arztivahl" eingetreten ist. Im Gegentheil: gerade solche Blätter, Für die Angehörigen der Verurtheilten in Dresden C. F. nicht statt. Bei Ueberlandarbeit freie Hin- und Rückfahrt, desgleichen Der Stockholmer Bäckereiarbeiter Verband hat dem wenn diefelbe längere Zeit dauert, alle vier Wochen. In Berlin Bädereibesizer- Verband unter gleichzeitiger Kündigung des bisherigen gingen bei der Expedition des Vorwärts" folgende Beiträge ein: Arbeit Fahrgeld zu erstatten. In Cloze beabsichtigten die Stein- stündige Arbeits eine Reihe Forderungen unterbreitet, wie zehnNachtruhe, Ueberstunden seger, in diesem Jahre eine kleine Lohnerhöhung und Einführung bei Tage werden mit 40-50 Dere, bei Nacht mit 65-75 Dere bebes Stundenlohnes zu fordern. Leider hat der Unternehmer ab- zahlt. An Feiertagen und Sonnabenden ist um 7 Uhr Arbeitsschluß, gelehnt. Derselbe will eventuell auch auswärtige Kräfte heranziehen. am 1. Mai und Johannistag um 1 Uhr. Lohn 21-27 Kronen für Buzug ist fernzuhalten von Clöge, Halle a. S. und Stargardt Gesellen, 15-18 Kronen für Lehrlinge und Gehilfen. Aufhebung des Kost und Logis- Systems. " Für die Weber in Krefeld gingen bei der Berliner GewerkschaftsKommission folgende Beiträge ein: Personal des B. A. V. 10,55. Tellersammlung der Vers. d. Verbandes d. d. Zimmerer 1. März 5,35. Beim Geburtstag unferes Gastwirthes Fris Schumann, Tilsiterstr. 85 gef. 3,10. Gef. bei einer Geburtsfeier d. Gesang vereins Freies Lied", Friedrichsberg 3,50. Verein der Leiter- und Gerüstbau Berlins u. Umg. 15,-.. S. 3,- Hutmacher Gefangverein Einigkeit 10, Deutsche Waffen und Munitionsfabrik von der Brillen- Kolonne 7,40. Von in Pommern. einem Arzt 30,- Bylinderhut, Namlerstr. 33 3,50. Die Arbeiter der Firma Brüggemann, Rüdersdorferstr. 48 10,40. 5 Mann aus Aus dem Zwickauer Bergrevier. Auf unseren Werken wird der Idiotenanstalt Andreashof 2,50. Statklub" Ramsch", Berlin SW es immer toller. Manche Beamte halten sich gar nicht mehr an das 11,00. Ein antisemitischer Bigarrenhändler 1, Buchdruckerei öffentlich angeschlagene Gedinge, sondern zahlen weniger aus, wenn Beughofftr., 4. Rate 9,68. Mastenball b. Müller d. Lehmann 2,60. Verein Preil's Geburtstag, Rirdorf, Rosenstr. 24 5,- Möbelpolirer J. C. Pfaff, W. Wagner, Lindenstraße 9,15. Treher scher Gesangverein 5,- ihrer Meinung nach zu viel über den Schichtlohn verdient worden ist. der Wäsche- u. Kravattenbranche Berlins d. Fr. 15,70. Kleeblatt v. Moster Geburtstag des alten 57jährigen Wiener's 6,40. Maskenball Frauenverein Aber die Bergleute wahrhaft provozirend ist man in den letzten Nachf. 2,- Verband d. Möbelpolirer Berlins u. Umgegend 5. Rate 50,-. Stricknadel" 30,-. Von einer Geburtstagsfeier der Kupferschmiede von Wochen auf dem Schaderwerk in Oberhohndorf vorgegangen. Man Arbeiter d. Schuhfabrik Fürſtenheim u. Co. 10,-. Buchbruckerei D. Elsner, Borfig 7,-. Sozialdemokratischer Verein Würzburg 25,- Bon den Vor standsmitgliedern der Fr. H. K. d. Zimmerer D.' W. Berlin burch hat Arbeitergruppen, die aus zwei, drei und mehr Mann bestehen, 2. Rate 20,-. Bementirer u. Berufsgen., Tellersamml. v. 23. Febr. cr. 10, Gruse 50, Tischler, Große Hamburgerstraße 3, 5,40. Rauchklub Brüder: bon 17 in einer Schicht geförderten Hunten allein sieben Arbeiter der Firma W. A. Hirschmann, 4. Rate 22,-. Buchdruckerei úlichkeit 10,-. 4 Tapezirer durch D. K. 4, Große Frankfurterstraße Nr. 16, Saal I. 12,-. Möbelfabrik W. Kümmel, wegen mangelhafter Füllung gestrichen, was, da der Hunt mit 80 Bf. ftein 11,25. 3 Metteure für ein Trinkgeld 1,-. Former, Wasserthorstr. 8, H., Zehlendorf 1, Gesangverein Männerklang, 1. Rate 6,-. Rauchklub Rauchwolle, Moabit 5, berdingt wird, einen Lohnabzug von 5,60 m. macht. Am legten 5. Rate 5,-. Tischlerei in der Telephonfabrik von Welles 5,30. Arbeiter der Schuhwaarenfabrik von Jacobi, 6. Rate 14,15. An HolzbearbeitungsFreitag haben sich nun einige Bergleute mit dem Kameraden, der maschinen beschäftigte Arbeiter, 3. Rate 25,- Tellersammlung der öffentAlte Garde vom Schwimmklub Hecht 5,-. Lese- und Diskutirklub das„ Streichen" besorgt, gestritten, dafür durften sie am Montag lichen Bersammlung der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Joh. Jacoby 10,-. Dr. S. 3, Allgemeine Elektrizitätswerte nicht" wieder anfahren, hatten aber vor dem auf dem Wert er 26,65. Kronleuchterfabrik, Elisabethhof, 9,85. Kronerwetter- Moabit 5,-. Oberspree", Abtheilung. M. 7, Steffens u. Nölle, Südufer Die Arbeiter der Firma schienenen Gendarm ein Verhör zu bestehen, da bei dem Streit mit Die Biegniger- Moabit 4,-. Tischlerei Liebenwalderstraße 53, 7,50. Knopf16/17, durch Aschenbacher 34,20. Ortsverein der Charlottenburger Buchbruder 15,- Von den Metall: dem Huntemullen" ein Auflauf entstanden war. Am anderen Morgen fabrik von Manasse, Wallstr. 17/18, 3. Rate 8,40. Möbelpolirer von Hufe, arbeitern in Würzburg 10,- Vom Gewerkschaftskartell Ludwigshafen wurden fünf Mann entlassen wegen Verstoßes gegen das S. Bergs Koppenstr. 9 2,- Berliner Morgenpost", 5. u. 6. Rate 7,85. Gesangverein durch Profit 30,- M. W., Nixdorf 1,-. von Moritz Schulz, Alexanderstr. 31 15,55. Die Kollegen der Klempnerei geje§ 80, 11, angeblich weil sie Thätlichkeiten gegen Kameraden Liberté" 10,-. Buchdruckerei Krebs, 6. Rate 3,80. Pianofabrit von Knabe Tischlerei Schötz, Krautstr. 39 7,20. Metall3. Rate, 8,50. Buchdruckerei Strauß, verübt haben. Mit diesem Attest bekommen sie auf teinem Wert. That, 3. State 8,50. Meier, Simeonstraße 29 3,20. Dufel Pianofabrit Herbst, 4. Rate waaren- Fabrik Stod u. Komp. 13,10. Apfelfinentrudelei bei Blaurod, Gipsstr. 16 2,10. Flugtauben- Verein Die Leute sind natürlich äußerst empört über die horrenden Lohn- 500,-. Aerbeiter und Arbeiterinnen von Baul Juhl, Pankow, 6,15. Verein 1- wieder Arbeit, sie werden deshalb das Bergschiedsgericht anrufen. 9,80. Bauarbeiter Berlins und Umgegend durch W. Noad, 3. Nate Wedding" 5,-. Buchbruckerei 2. Schumacher 6,60. Helgoländer Geburtstags: abzüge. feier für Klese und Schüffel 2,-. Sarre 3, der Feilenhauer Berlins 30,-. Rothe Kindtaufe bei Scharff u. Owczarek, Summa 453,40 M. Bereits quittirt 1871,75 M. Jn Summa 2325,10 m. Diese Summe ist an den Kassirer Gerisch abgeliefert. Personal der Buchdruckerei Julius Sittenfeld 50,70. Bentralverein der Böttcher, Filiale Berlin 100,- Porzellanarbeiter, Berlin II 10,-. Buchbruderei Fellgentreff u. Ko. 6,20. Tellersammlung d. Vecsammlung Nordd. Brauerei ant 27. Febr. 24,25. Tellersammlung b. Metallarbeiter- Versammlung für Wedding am 27. Febr. 23,05. Klaviaturfabrik von H. Buchholz, Kreuzbergstraße 6 16,-. Polirer d. Firma F. A. Treue, Wienerstr. 44 10,-. Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann, 4. Rate 47,95. Textilarbeiter Versammlung in Charlottenburg d. Brandt 2,85. Holzmoſaikfabrit Wilh. König, Dieffenbachfraße 33 12. Buchdruckerei Otto v. Holten 22,60. Buchdruckerei Gebr. U., 7. Rate 12,75. Pianofabrik von Siewert, Urbanstr. 102 4,80. Arbeiter der Rampenfabrik Schuster u. Bär 17,-. Bühnenpersonal d. Urania, Taubenstr. 11,25. Sozialbent. Gaft- und Schankwirthe Berlins u. Umg., 2. Rate 100, Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend, 2. Rate 29,25. Verband der Auf den Eisenwerken in Bünde( Westfalen) haben 45 Ar- Königshof" ant 27. 2. 99 15,10. Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft, Ackerstraße, Bauarbeiter, Zahlstelle, Berlin 4 3,-. Zellersammlung der Versammlung beiter wegen Maßregelung eines Kollegen die Arbeit eingestellt. Saal 22 22,25. Fraiserei von Wagner u. Dünnebeil 8,05. Arbeiter der Bitherfabrik Menzenhauer u. Co., 4. Rate 8,50. F. M. Meyer's BuchZur Lohnbewegung der Krefelder Weber. druckerei 5. und 6. Rate 5,-. Buchdruckerei und Kontobücher- Fabrit schiedenen Seiten, besonders von den Fabrikanten, wurde die Be- Gyd u. Friedländer, 3. Rate 4,40. Pflanzerverein Kolonie zum Storchnest, hauptung aufgestellt, die Arbeiter würden die von den Fabrikanten Nixdorf 15,-. Flugtauben- Verein Wedding 5,- Verein der Grundtrer ausgearbeitete Lohnliste wohl anerkennen, wenn dieselben nur von 6,- Metallarbeiter Berlins( darunter 50,- vont Polarlicht), 2. Nate 200, den Führern nicht so sehr beeinflußt würden. Infolgedessen Weitere Beiträge nimmt im Berliner Gewerkschaftsbureau Rudolf fand über diese Frage unter den Arbeitern eine geheime Ab- Millarg, Annenstr. 16, I, entgegen. Geöffnet Wochentags 9-1 Uhr VorDen Kernmachern ist ein Abzug von durchschnittlich" 40 pCt. an- ftimmung statt, welche ergab, daß sämmtliche, mit Ausnahme eines mittags und 6-8 Uhr Abends. einzigen diese Liste ablehnten. In einer Sigung der 13 Fabrikaus- Bom Rigdorfer Gewerkschaftskartell find nach Krefeld gesandt: Am Sämmtliche Verhandlungen sind gescheitert. Der Chef der Firma schüsse wurde folgender Beschluß gefaßt: Die Kommission der Sammet Boltsversammlung vom 9. Februar 23,50. Am 27. Februar 6. Rate 11. Februar 5. Rate 100 m, darunter die Hälfte der Tellersammlung der Gaebert erflärt sich für unzuständig, machte indeß in anerkennens- weber lehnt es ab, noch weiter mit der sozialen Kommiffion zu ver- 130 M., darunter vom Verband der Zimmerer, Bahlstelle Nixdorf 20 Mr. werther Weise einen Vermittelungsvorschlag, der indeß von dem Handeln, weil in derselben zu wenig Fachleute vertreten sind und dadurch und von Bau Ede Mozz- u. Eisenacher- Straße, durch Arendt 1,80. M. Gießermeister Gädice abgelehnt wurde. Zepterer ist der Meinung, die Verhandlungen unnöthig ausgedehnt werden. Sie erklärt sich Weitere Beiträge nimmt gern entgegen August Nierich, Rirdorf, daß die Kollegen, trog eines Ausfalles von 6,50 M. pro Woche, zu- jedoch bereit, mit den Fabrikanten unter Vorsitz des Herrn Dr. Steinmekſtr. 85, H. II. frieden sein könnten. Bertram als Unparteiischen zu verhandeln, wenn die Fragen der probeweisen Aufnahme der Arbeit zu der Fabrikanten- Lohnliste und die des Prämiensystems ausgeschlossen werden. Dieser Beschluß wurde dem Vorsitzenden der sozialen Kommission übermittelt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung Former und Kermmacher! In der Gießerei der Firma Gäbert, Berlin, Sophienstraße, haben sämmtliche 15 Former und Sternmacher infolge bedeutender Lohnreduktionen die Arbeit eingestellt. Der Meister Gädicke hat die Gießerei in Afford übernommen und sucht jetzt seine verfehlten Kalkulationen, besonders infolge der gestiegenen Metallpreise, durch Abzüge der Löhne der Former und Kerumacher auszugleichen. Zum Vergleich lassen wir folgende Uebersicht folgen: " Lange Kasten bisher bezahlt 23 Pf. jett 20 f. Kleine Große Dreitheil." Bremshähne Bierkühler Ventile geboten worden. 19 15 " " 35 30 " 30 " 25 " 75 " 50 " 75 " " " 40 60 30 " Die Former der Firma Beyer n. Sohn in Frank- Reichenbergerstr. 178 5,- Tischlerei Görhlich, rautstr. 38 10.-. furt a. M. haben wegen Maßregelung zweier Arbeiter ihre Kündigung eingereicht und wird es aller Voraussicht nach zu einer Arbeitseinstellung kommen. Die Arbeiter hatten vor Kurzem die Beseitigung einer Reihe von Uebelständen verlangt, demgegenüber die Firma fein Entgegenkommen zeigte. Als mun unerwartet der Fabrikinspektor die gerigten Mißstände in Augenschein nahm und dabei verschiedene Einrichtungen gleichfalls nicht einwandsfrei fand, erfolgte plöglich die Entlassung zweier Arbeiter, die jahrelang in der Fabrik beschäftigt waren. Gegen diese Maßregelung ihrer Kollegen wehren sich die Arbeiter, und sie bitten die Former, den 8uzug fernzuhalten. Von ver Die Versammlung der Former, welche Sonntag, den 12. März. Mittags 12 Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuthstr 20, stattfindet, wird fich mit weiteren Schritten zu beschäftigen haben; desgleichen eine am Dienstag, den 8. März, zu Neumann, Brunnenstraße 180, einberufene Bersammlung des Metallarbeiter- Verbandes. Die Filiale des deutschen Holzarbeiter Verbandes in Bis dahin ist Buzug streng fern zu halten. Die Orts- Bereinsgefeges aufgelöst. Die That erinnert wieder recht lebHarburg, wurde von der Polizeibehörde auf Grund§ 8 des verwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter- haft an das Versprechen des Reichskanzlers, diese Bestimmung des Deutsches Reich. Vereinsgefeges aufzuheben. Verbandes. hat, der die Arbeit wie früher im Afford ausführen wollte. Die lautet: Monate ununterLohnzahlung. Der Bußer W. hatte als Führer einer Kolonne Soziale Rechtspflege. von dem Maurermeister Schmiegel 47 Mark in Budifermarken erhalten und verlangte von Sch. diese Summe nochmals in Baar gezahlt, inLohnzahlung berief. Die Kammer III des Gewerbegerichts war jedoch dem er sich auf die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung über die der Meinung, daß der Kläger als Kolonnenführer nur gleichberechtigtes Braid Mitglied der Kolonne sei und ohne besondere Vollmacht seiner Kollegen Zur Lohnbewegung der Steinfeger. In Mainz sind die Ueber einen Streit der Steinarbeiter in Burgpreppach nur den auf ihn fallenden Theil des gesetzwidrig in Marken gezahlten Differenzen so weit geregelt, daß nunmehr sämmtliche Meister das die recht deutlich zeigt, wie wenig eine Arbeiterschaft an Widerstand feinen Anspruch auf 8,30 M., die ihm das Gericht zusprach. Außer( Bayern) bringt das Fachorgan der Steinarbeiter eine Schilderung, Lohnbetrages fordern fönne. Der Kläger ermäßigte demgemäß Steinerichten im Tagelohn ausführen lassen. Allerdings haben fic fich bis jetzt nur diejenigen Arbeiter dazu ausgesucht, welche die zu leisten vermag, wenn sie jeder Organisation entbehrt. Der Bericht dem wurde der Beklagte Schmiegel verurtheilt, dem Kläger für größte Fertigkeit befizen. Diejenigen, die man in ihrer Lehrzeit mit 21 Stunden, während der er auf Rohn hatte warten müssen, noch anderen, profitableren Arbeiten beschäftigt hat, haben augenblicklich Steinbruche, in welchem 74 Arbeiter beschäftigt werden, und vor " In einem der Firma Holzmann, Frankfurt a. M., gehörigen 12,90 m. zu zahlen. das Nachsehen. Umſomehr muß anerkannt werden, daß sich von mehreren Jahren der Verdienst der Steinarbeiter noch als ausfömm- händler Moris wandte gegen die Entschädigungsklage des Arbeiters B. Stundenlohn und Kündigungsausschluß. Der Kohlen dieſen ohne ihr Verschulden Zurückgesetzten kein einziger gefunden lich für diese Gegend bezeichnet werden konnte, sind durch die ein, der Kläger habe ohne vorherige Kündigung entlassen werden Leipziger Steinfeger- Innung hat, gleich der Berliner, wegen der unerfättliche Profitgier der Herren Unternehmer die Löhne soweit fönnen, weil er gegen Stundenlohn beschäftigt gewesen sei. Gegenangeblichen Vorarbeiten für die Zwangsinnung noch keine Zeit gesunken, daß man mit Recht von Hungerlöhnen sprechen kann, denn über dieser Thatsache hielt es der Beklagte für unerheblich, daß die gehabt, sich mit der Regelung der Lohnfrage zu beschäftigen. In intende Nacht beläuft sich der Verdienst eines solchen Arbeiters in der Verhandlung vor der Kammer VII des Gewerbegerichts bei der anstrengenden Thätigkeit vom frühesten Morgen bis in die gesetzliche Kündigungsfrist nicht ausgeschlossen worden war. Wie in in Altona haben die Steinsezer und Rammer Gleichstellung mit den 14 Tagen auf 22-26 M. Lange schon war es deshalb bemerkbar feitgestellt wurde, hat der Kläger neun Löhnen der Hamburger Arbeiterschaft desselben Berufes beantragt: Stundenlohn 55 bezw. 50 Pfennige. Außerdem für Ueberstunden geworden, daß die dortigen Steinarbeiter mit diesen Löhnen ihren brochen bei Moriz gearbeitet und den verdienten Lohn ( Morgens 4-6, Abends 6-8 Uhr) 25 pet. Aufschlag, Nacht- und sowohl wie den Unterhalt ihrer Familie nicht mehr bestreiten konnten, wöchentlich ausbezahlt erhalten, Auf Zureden des Vorfizenden Somitagsarbeit 50 pct. Aufschlag. Soll gleich von Abends 6 1hr und sie hatten sich einige Mal um Lohnerhöhung an den Werkführer Meier und der Beisiger verglichen fich die Parteien. Gewerbeburchgearbeitet werden, so find sämmtliche Stunden als Nachtstunden gewandt, aber ohne Erfolg. So kam es, daß sie am 11. Febr. Mann richter Meier erklärte dann namens des Gerichtshofes, daß zu bezahlen. Weiter wird Freigabe des 1. Mai gefordert. Die in für Mann die Arbeit niederlegten. Mit den Steinbrucharbeitern es rechtsirrthümlich sei, wenn der Beklagte annehme, der Frankfurt a. M. beschäftigten Pflasterer wollen für dieses Jahr der Umgegend hatten sie sich vor Einstellung der Arbeit verständigt, Bahlungsmodus habe einen Einfluß auf die Kündigungsfrist. Für die Zahlung eines Stundenlohnes von 45 Pfennigen allgemein zur es tommen hierbei 200 Mann in Betracht, welche ihr Solidaritäts- diese sei es gleichgiltig, nach welchen Einheiten der Lohn berechnet Durchführung bringen. Die Memeler Steinfeger haben die Er- gefühl dadurch bekundeten, daß keiner zum Streitbrecher wurde. werde. Auf jedes dauernde Arbeitsverhältniß finde die KündigungsErber höhung des Stundenlohnes von 45 auf 50 Pfennige beantragt, da Aber als acht Tage vorüber, die Streifenden aller Existenzmittel frist des§ 122 der Gewerbe Ordnung Anwendung, wenn sie nicht bieselben immer nur verhältnißmäßig turze Zeit in ihren Berufe beraubt waren, wankte eine Partie heute, die andere Tags darauf, ausdrücklich ausgeschlossen sei. Beschäftigung haben. Die Steinfegermeister in Stargardt i. P. die Arbeit, um ihren Hunger bei dem färglichen Verdienst zu stillen." binderin noch ein Lehrmädchen in Beschäftigung, dem es oblag, den obwohl ihnen die dortigen Einwohner Muth einflößten, wieder an Der Blumenhändler Straßer hatte neben einer Blumen wollen fremden Steinfegern lieber 50 Pfennige Stundenlohn zahlen, che sie den einheimischen 40 Pfennige bewilligen. Im vorigen Jahre Eine Organisation hätte gegen diese trostlosen Zustände den Laden zu scheuern und darin Staub zu wischen. Als das Lehrwurden dieselben unter dem Drucke der ungünstigen Konjunktur mit Arbeitern einen Rückhalt gewähren können. Arbeitern einen Rückhalt gewähren können. mädchen aus dem Geschäft ausschied, übernahm die Binderin N. 35 Pfennigen abgespeist. Die Mannheimer Bäckergesellen sind eifrig bemüht, Miß- freiwillig die Reinigung. Auf Veranlassung ihrer Mutter weigerte In Halle a. S. find die Aussichten für das Steinfeger stände in ihrem Beruf zu beseitigen. Zu dem Zweck hatte sich auch sie sich jedoch später, diese nicht ganz reinliche Thätigkeit weiter zu gewerbe in diesem Jahre nicht die besten. Infolge dessen beschloß das Gewerkschaftskartell an die Bäckermeister mit der Anfrage ge- verrichten. Straßer entließ sie darauf. Er hatte sich nunmehr die Jung zuerst, auf die von dem Gesellenausschuß unterbreiteten wandt, ob fie geneigt wären, in gegenseitiger Ueber- wegen unberechtigter Entlassung vor dem Gewerbegericht ( im Vorwärts" schon früher veröffentlichten) Forderungen überhaupt einstimmung auf die Abstellung der Mißstände hinzu zu verantworten. Die Kammer VII gab dem Antrage der Klägeriu nicht zu antworten. Später entschloß man sich, dem Gesellen wirken. Die Bäckermeister haben die fremde Hilfe, wie statt und verurtheilte den Beklagten zu einer Lohnentschädigung von ausschuß mitzutheilen, daß man auf Verhandlung und Begründung fie in ihrer Antwort bemerken, abgelehnt. In lezter Zeit sind 10 M., dem halben Monatsgehalt. Das Gericht ging davon aus, der Forderungen verzichte, da dieselben unerhört" und über min fortgefegte Maßregelungen gegen folche Arbeiter erfolgt, die der daß die Klägerin als Binderin an sich nicht zum Scheuern verspannt" feien. Weiter verlangten die sämmtlichen Unternehmer von Organisation angehören und eine Beschäftigung in anderen Betrieben pflichtet gewesen sei und daß sie deshalb von der freiwillig überjedem in Arbeit tretenden Steinseßer, daß derselbe einen Stevers ist den Entlassenen nicht möglich gewesen zu erlangen. Werden diese nommenen Pflicht jederzeit habe zurücktreten können. Auch hätte unterschreibe, demzufolge sich derselbe mit den bisherigen Lohn- Maßnahmen fortgefeßt, so beabsichtigen die Gewerkschaften gegen ihr, da sie mit den Kindern zu thun hatte, nicht zugemuthet werden, bedingungen einverstanden erklärte und im Falle eines einige Meister den Boykott auszusprechen. tönnen, sich die Kleider zu beschmutzen. Streits acht Tage vorher zu fündigen hat.( Für gewöhnlich ist Kündigungsfrist ausgeschlossen!) Die Steinfeger beschlossen # Ausland. J Das gesundheitsgefährliche Geräusch. Dem Fabrikanten B. in Düsseldorf war von der Polizeiverwaltung aufgegeben worden, bann, angesichts der ungünstigen Konjunktur ihre Forderungen In Bilbao( Spanien) haben 1500 Bergarbeiter die Arbeit die Fenster und Thüren seiner Silberschmiede während der Arbeitszurückzuziehen, wenn die Innung ihrerseits den Revers zurüidzieht niedergelegt. zeit dicht geschlossen zu halten, damit die Nachbarschaft nicht durch und feine Maßregelungen stattfinden zu laffen erklären würde. Die Sägewerksbefizer: Koalition im Sundvalldistrikt in den mit der Arbeit verbundenen Lärm belästigt werde. B. klagte Darauf hat die Inmung nicht geantwortet. In einer kürzlich statt Schweben hat an ihre Arbeiter ein Zirkular versandt, in dem gegen die Verfügung bergeblich beim Bezirksausschuß. Dieser bes gehabten Bersammlung wurde dann beschlossen, daß Jeder auf Ver- fie schreibt, sie hätte gehört, daß der Schwedische Sägewerks- gründete die Abweisung der Klage folgendermaßen: Nach langen die Unterschrift geben kann. Ebenfalls abgelehnt hat die und Holzmühlenarbeiter- Werband" unter ihren Arbeitern agitire und dem Gutachten des vom Gericht gehörten Arztes sei es schr wahr Stettiner Steinfeger Innung den Antrag auf Erhöhung des ihm auch einige" schon beigetreten seien. Aus den Statuten ginge scheinlich, daß sich unter den Anwohnern nervös frante Stundenlohnes von 50 auf 55 Pf., angeblich, weil der Magistrat hervor, daß der Arbeiter durch diesen Beitritt zu einem willenlojen Bersonen befänden, deren Gesundheit durch den Lärm gefährdet sei. wichtige Veränderungen vornehmen wolle. Die Tilsiter Stein Mittel in den Händen der sozialdemokratischen Bartei wird", und Mit dieser Wahrscheinlichkeit müsse aber gerechnet werden, besonders feger haben auch in diesem Jahre wieder einen beachtenswerthen diese Tyrannei" habe sich schon dokumentirt, indem der Verband bei der großen Verbreitung nervöser Leiden. Die Polizei habe Erfolg erzielt. Die Arbeitszeit in der Stadt beträgt 10 Stunden, die Unternehmer zwingen wolle, nur Verbandsmitglieder zu darum auf Grund des§ 10 II 17 Allgemeinen Landrechts einschreiten bei leberlandarbeit 11 Stunden. Stundenlohn 50 bezw. 55 Bf. beschäftigen.(?) Daher erklären sie, daß sie feine Verbands- tönnen. Die Angemessenheit der polizeilichen Auflage habe der VerWeiter haben die Meister den von den Steinfegern aufgestellten Arbeitsmitglieder zu Arbeitern haben wollen, nur die Begründung waltungsrichter nicht zu prüfen. Das Ober Verwaltungs tarif anerkannt, wonach die täglichen Leistungen gegen früher von lokalen Bereinigungen ohne Beeinflussung von außen" gericht bestätigte diese Entscheidung und führte noch aus, daß ganz bedeutend herabgesezt sind. Dieselben betragen durchschnittlich tönnten fie gutheißen. Der bereits sehr verbreitete Fachverband es unerheblich wäre, wenn auch nur wenige Personen unter dem mur 2/3 der z. B. in Berlin üblichen Leistungen. Affordarbeit findet ist zur festen Abwehr entschlossen. Geräusch in gesundheitlicher Beziehung zu leiden hätten. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion- dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, ben 4. März. Opernhaus. Diamileh. Die Abreife. Vergißmeinnicht. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Das fünfte Rad. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Fuhrmann Henschel. Anfang 7 Uhr. Lessing. Nora. Anfang 72 Uhr. 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Morgen, Sonntag, Vormittags 10 Uhr, in Keller's Festfälen, Koppenstraße Nr. 29: Außerordentl. Generalversammlung Tages Ordnung: Die Angriffe auf das Koalitionsrecht der Arbeiter. Referent Sollege Robert Schmidt. Stellungnahme zu dem von den Arbeitgebern borgeschlagenen gemeinsamen Arbeitsnachweis. Wahl der Delegirten zu dem Frankfurter Gewerkschaftstongreß. Verbandsangelegenheiten. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu er: scheinen, damit spätestens bis 1 Uhr Mittags die Versammlung beendet sein tann. Die Vertrauensmänner, welche für ihre Werkstattkollegen die Beitragzahlung besorgen, werden ersucht, am Sonntag deren Bücher mit nach der Versammlung zu bringen und dort dieselben den Kollegen auszuhändigen. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Achtung, Arbeiter Moabits! Sonntag, den 5. März 1899. Vormittags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Renfer, Beuffelstraße 23: General- Versammlung des Unterstützungsvereins Berlin- Moabit. Tagesordnung: 1494b Wahl des Gesammtvorstandes. 3. A.: R. Rehbein. Achtung! Former. Achtung! Sonntag, den 5. März, Mittags 12 Uhr, in Cohn's Festfälen, Beuthstraße Nr. 21: Oeffentliche Versammlung der Former und Berufsgenossen. Tages Ordnung: 1. Die Beschidung des Formertages. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegirten. 4. Die Lage der Berliner Former und welche Maßregeln find zu ergreifen, um dem Vorgehen der Fabrikanten entgegenwirten zu können? Kollegen! Wenn Ihr nicht wollt, daß eine kleine Zahl über Euch be: schließen soll, ist es nothwendig, daß Ihr alle erscheint; ob Ihr Mitglieder des Zentral- Verbandes der Former oder des Metallarbeiter- Berbandes seid, alle, auch Nichtorganisirte, sind zu abiger Versammlung eingeladen, uut über ihre Lage Aufklärung zu erhalten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, daher zeitiges Erscheinen nothwendig. 61/4 Der Einberufer. Verband der Möbelpolirer. Heute Abend, in Keller's Festfälen, Koppenstraße 29: Grosser Maskenball. Billets à 50 Pf. find in den Zahlstellen zu haben. Montag, den 6. März, Abends 8½ Uhr, in Rixdorf, Hermannstr. 197: Derlammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Grempe über Müllverbren nung und Müllverschmelzung. 2. Wahl. 3. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zur Sternwarte Treptow. 82/6 Die Auszahlung des Krantenzuschusses erfolgt jeden Montag Abend von 7-8 Uhr, Blumenstr. 38; daselbst auch An= nahme von Beiträgen. Kollegen! Betreffs des Hautausschlags hat der Herr Regierungs: und Gewerberath Dr. Sprenger am 26./2. Unterzeichnetem mitgetheilt, daß er bedauern muß, der Angelegenheit nicht näher treten zu können, da ihm ein Arzt oder sonstige Mittel nicht zur Verfügung stehen. Der Vorstand hat deshalb beschlossen, auf Kosten des Verbandes sämmt: liche in der Möbelpolireret beschäftigte Personen zum Bwed einer Statistit ärztlich untersuchen zu lassen. Die Herren Aerzte, welche bereit sind, die Untersuchungen vorzunehmen, werden gebeten, ihre Adresse an H. Schulz, Memelerstr. 60a, zu senden. Achtung! Achtung! Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter Deutschlands. Filiale Berlin I. Montag, den 6. März, Abends 8 1hr. in Wilke's Lokal, Andreasstr. 26: Mitglieder Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen A. Hoffmann über: Auf was wir ftolz find. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Der Vorstand. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Montag, den 6. März, Abends 81 Uhr, bei Herrn Rautenberg, ( Oranienftr. 180: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Serrn Dr. Paul Bernstein über: Die Fortschritte der modernen Gesundheitspflege und das Proletariat. 2. Disfuffion. 3. Ab cechnung vom Weihnachtsvergnügen. 4. Antrag des Vorstandes auf Erhöhung der Behrgelber in den Vorstandssitzungen von 30 auf 50 b. Gewerkschaftliches. 141/9 f. Die Kollegen werden ersucht, in den Versammlungen recht pünktlich zu erscheinen, da die Versammlungen Punkt 82 Uhr eröffnet werden. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Böttcher Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. März, Nachmittags 1½½ Uhr, bei Nümann, Brunnenstr. 188: Oeffentliche Böttcher- Versammlung. Tagesordnung: 1. Welche Aufgaben erwachsen den Gewerkschaften in fozialpolitischer Beziehung? Referent Holltmann. 2. Disfuffton. 3. Ver39/3 schiedenes. Pflicht aller Böttcher ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Maschiniften, Heizer und Berufsgen. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. März 1899, Nachmittags 5 1hr: Oeffentliche Versammlung in Cohn's Festsälen, Beuthstraße Nr. 19/20. Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Stellungnahme gegen die herrschenden Mißstände für Die auf Tiefbauten beschäftigten Berufskollegen. 3. Wahl der Delegirten zu dem am 20. und 21. März tagenden Bauarbeiter- Kongreß. 4. Verschiedenes. 138/6 Der Einberufer. des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstraße 75: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Adolph Hoffmann über:" Himmel, Hölle und deren Bewohner". 2. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 23/14 Der Bevollmächtigte. Billets zu dem am 15. April stattfindenden 12. Stiftungsfest find von heute ab in sämmtlichen Zahlstellen, bei allen Wertstuben- Vertrauenspersonen, sowie in obiger Versammlung zu haben. S& C Traum 深处 eines Breuer's Glücklichen. Ball- Salon„ Bur Königsbank" Grosse Frankfurterstr. 117 empfiehlt seine Festfäle mit Theaterbühne und Garten zu Ber fanimlungen und zu jeder Privatfestlichkeit( bis 1000 Personen). Jeden Sonntag: Gross er Ball. Anfang 4 Uhr.[ 6582* D.Wurzel& Co., Wrangelſtraße 17, Manteuffelstrake. [* wäsche ausschließt. eigenes Fabrikat. 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