310 Einzelbreis 70 Seller. Sozialdemokrat Zentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 12 Jahrgang. Aufru zur Wahl Hindenburgs. Hitler selbst Gegenkandidat? Ana Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion und Berwaltung: Prag II., Refázania 18. Zeleppon: 26795, 31469. Berlin, 1. Feber. Heute abends wurde die Kundgebung des Sahm- Ausschusses für die Wiederwahl des Feldmarschalls Hindenburg zum deutschen Reichspräsidenten veröffentlicht. Der Aufruf trägt 49 Unterschriften bekannter Persönlichkeiten. Da ein von den politischen Barteien unabhängiger Wahlaufruf die Unterschrift von 20.000 Wählern tragen muß, sollen in der Zeit vom 3. bis 6. Feber bei einer Reihe von Zeitungen Listen zur Eintragung für den Wahlvorschlag Hindenburg" aufgelegt werden. Der entscheidende Augenblick für die weitere inner- nd politische Entwicklung wird dann eintreten, wenn sich der bisherige Reichspräsident darüber aussprechen wird, ob er die Kandidatur annimmt oder nicht. Ein Montagsblatt teilt mit, daß die Kandidatur Hitlers auf das Reichspräsidentenamt berfassungsrechtlich bereits ganz gut möglich ist, weil Hitler bereits deutscher Staatsbürger sei. Es sei nämlich in aller Stille seine zeitweise Ernennung zum Staatsbeamten in einem der Länder, in denen die Nationalsozialisten in der Regierung sind, erfolgt. Das betreffende Defret werde im Braunen Hause in München als Beleg für die Erwerbung der deutschen Staatsbürgerschaft durch Hitler sorgfältig aufbewahrt. Dies sei die große Ueberra schung, die die Nationalsozialisten zu den Präsidentenwahlen vorbereiten. ( Nachtredaktion): 26797 Bolticbedami: 57544 Dienstag, 2 Feber 1932 China zum Widerstand entschlossen, aber ohne Kriegserklärung. let sid Shanghai, 1. Feber. Die Regierung hat bereits Samstag Nanking verlassen und ihren Siz interimistisch nach Loyang, der Hauptstadt des nördlichen Honan, verlegt. Nach Agenturmeldungen aus Nanking hat der neue chinesische Außenminister Lo= wenta o fategorisch die Nachricht dementiert, daß China noch heute Japan den Krieg erklären werde. Er habe vielmehr betont, daß China niemals den Krieg erklären, aber weiteren japanischen Angriffshandlungen Widerstand entgegenseßen und bis auf den letzten Mann und die letzte Patrone kämpfen werde, solange Japan China Gewalt antue und es erniedrige. Die legitime Verteidigung sei stets durch das internationale Gesetz und sogar durch die Humanität gerechtfertigt. Die Forts von Nanking mit Granaten belegt. Shanghai, 1. Feber.( Reuter.) Ein Telegramm aus Ranking besagt, daß um 23 Uhr 15 Min. ein Bombardement dieser Stadt durch japanische Kriegsschiffe begonnen hat. Insgesamt sollen jedoch nur etwa zwanzig Granaten von den Japanern abgefeuert worden fein. Seit 1 Uhr nachts( Ortszeit) herrscht in Nanking wieder Ruhe. Gleich nach Beginn der Beschießung be gannen die ausländischen Konsulate in größter Eile Maßnahmen zum Abtransport ihrer Staatsangehörigen zu treffen. Ein Abreisebefehl wurde indeß noch nicht erteilt. Chinesische Augenzeugen der Zusammenstöße berichten, daß japanische Matrosen auf eine chineDie Nazis unter dem Kommando der fiche Patrouille gefeuert hätten und gleich darSchwerindustrie. Es regnet Proteste. Das Blatt der christlichen Gewerkschaftsorganisationen Der Deutsch e", teilt mit, Tokio, 1. Feber.( Renter.) Der ameri daß während des Aufenthaltes Hitlers im Ruhr- tanische Botschafter richtete im Auftrage seiner gebiet, wo er vor einem auserlesenen Kreis von Regierung an die japanische Regierung eine Note, einigen hundert Führern der Industrie einen in der er gegen die Benutzung der internationalen Vortrag über die Ziele der Nationalsozialisten Ronzession in Shanghai als Operationsbasis hielt, ein Einvernehmen über ein gemein durch die japanischen Militärabteilungen pro fames politisches Vorgehen der testiert. nationalsozialistischen Partei und der von dem Großindustriellen Thyssen geführ ten Schwerindustrie erzielt wurde. Hier auf habe Hitler auch den Führer der deutschnationalen Partei Dr. Sugenberg besucht und persönlich mit ihm alle strittigen Fragen bereinigt, die in der letzten Zeit zwischen den bei den Gruppen aufgetaucht waren. Der Stahlhelm, der in Harzburg gleichfalls vertreten war, wurde diesmal in den Rechtsblock nicht einbezogen, weil er sich bereits öffentlich für die Wiederwahl Hindenburgs ausgesprochen hat, wenn er es auch ablehnte, in den Sahm Ausschuß für die Wiederwahl Hindenburgs einzutreten. Dagegen werde aber mit der deut fchen Volkspartei über deren Anschluß an den Rechtsblock verhandelt. Die Schwerindustrie übe in dieser Richtung einen starten Druck auf die Leitung dieser Partei aus. Kleine Entente berät. nach japanische Schiffe die Forts auf dem öwenhügel nahe dem Ufer mit Granaten belegten. Offiziell wird erklärt, daß die Forts das Feuer nicht erwidert hätten und die in der Stadt befindlichen Truppen Be fehl erhalten haben, nicht zurückzuschießen. Auf Anordnung der Behörden ist nach Geschäftsschluß die ganze Stadt in Dunkel gehüllt.co Peinlicher Eindruck in London. London, 1. Feber.( AR.) Die Blätter meldungen, daß ein japanischer Kreuzer begon nen hat, Nanking zu beschießen, hat hier einen peinlichen Eindruck hervorgerufen. Die Meldun gen besagen, daß durch das mitternächtliche Bombardement. * Verhältnismäßig Ruhe in Schanghai. Schallung einer neutralen Zone? Die große Konferenz Nr. 28. Was erhoffen wir uns noch von der Genfer Abrüstungskonferenz? Nach der tödlichen Blamage, die sich der Völkerbund durch sein Paktieren mit dem ostasiatischen Friedensbrecher bereitet hat, nach dem Sturz Briands und allem, was es dazu an Begleitmusit in Frankreich gegeben hat, können nühtern urteilende Europäer von dieser Konferenz, obwohl ihr ein ehrlicher Freund des Friedens unser Genosse Hendersonpräsidieren wird, kaum noch einen nennens werten Erfolg erwarten. Endet sie vorzeitig mit dem schrillen Mißton der Erfolglosigkeit oder versandet sie langsam in endlosen Berhandlungen, so wird sie uns dennoch auf jeden Fall eines bringen: die Entscheidung. Entscheidung darüber, welchen Weg Europa und die Welt in den nächsten Jahren gehen werden und welchen Weg demgemäß die internationale Arbeiterklasse zu gehen hat. Die Genfer Abrüstungskonferenz ist der letzte Prüfstein, an dem die Bourgeoisie ihre staatsmännischen Fähigkeiten erproben kann. Versagt sie so völlig, wie es jetzt den Anschein hat, daß sie versagen wird, so wissen die Arbeiter, was ihnen bevorsteht und wie sie dem drohenden Unheil zu begegnen haben. Dreierlei hat im wesentlichen die Genfer Konferenz zu entscheiden: ob die Sieget von 1919 gewillt find, an die Stelle des Faustrechts der Bewaffneten gegen die Waffenlosen einen Zustand treten zu lassen, den man ernstlich Völkerrecht nennen fann; Schanghai, 1. Feber. Sonntag gegen Abend ob die in Waffen starrende und einem Schickist m.der Nähe des britischen Konsulats in der fal, wie es eben vor unseren Augen das ferne umgegend des Hospitals auf der Nordseite der Asien erleidet, entgegengehende europäische Sutschu- Bucht ein neuer Stampf entbrannt. Welt bereit ist, wenigstens ihren Willen zur session wird dadurch gefährdet, daß die japanische Die Sicherheit in der internationalen Kon- Abkehr von Krieg und Wettrüsten zu erweiAktion, wie die lokalen Beobachter feststellten, sen; endlich ob die bankrotte kapitaliſtiſche einen Teil der Konzession al& Operations- Welt noch den Mut und die Lebenskraft hat, basis benützt. In dieser Angelegenheit haben den zur Ueberwindung der gegenwärtigen die britische und die amerikanische Regierung in rise einzig möglichen Weg zu gehen, der über Tofio energischen Protest erhoben. Ob- die Etappen Abrüstung, Schuldentilwohl es nach außen hin scheint, daß der Waffen- gung, Wirtschaftsverständigung tillstand eingehalten wird soweit es sich um die führt. ben nördlichen und östlichen Vorstädten ständig wie die Pariser Verträge zweierlei Recht größeren Truppenabteilungen handelt, find in Wenn auch die Genfer Konferenz wieder Scharmützel zu verzeichnen. Auch die britische Regierung hat ihren Bote schafter in Tokio angewiesen, bei der japanischen Regierung gegen die übereilten Handlungen der japanischen Truppen in Schanghai und die wieder holte Benüßung der Internationalen Zone als Operationsgrundlage zu protestieren. Es ist dies bereits der dritte Protest der britischen Regierung seit Beginn der Schanghaier Krise. Der stellvertretende sowjetrussische Volks kommissär des Auswärtigen K ar a chan hat dem japanischen Botschafter in Moskau mitgeteilt, daß die Sowjetunion sich gezwungen sehen würde, gegen einen japanischen Einmarsch in Charbin Beschwerde einzulegen. Man glaubt aber in In einer Sigung, die Sonntag in Schang- statuiert und nicht wenigstens den Weg zeigt, Tokioter Regierungskreisen, daß diese Beschwerde hai unter dem Vorsitz des britischen Generalfon auf dem in absehbarer Zeit Frankreich und nur technische Fragen betreffe, da die Sowjet- fuls stattfand, und bei der der amerikanische seine Verbündeten jenen Stand von Abrüunion sich bereit erklärt habe, die Beförderung Generalkonsul, der japanische und der chinesische stung erreichen könnten und müßten, auf dem japanischer Truppen auf den südlichen Abschnitt Befehlshaber anwesend waren, wurde vorgeschla- Deutschland durch das Diktat von Versailles der Ostchinesischen Eisenbahn zu gestatten. gen, eine neutrale zone zwischen den chine- gestellt wurde, bricht in Mitteleuropa der fischen und japanischen Truppen zu schaffen, die Glauben an den Völkerbund, das Vertrauen von den Truppen der neutralen Mächte besetzt in den Verständigungswillen weiter Teile des französischen Volkes, die Hoffnung auf eine werden soll. Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich zusammen. Dann erhält der deutsche Truppen in Schanghai. Fascismus einen neuen gewaltigen Antrieb, Schanghai, 1. Feber. Der eben eingetroffene der ihn eher, als man gefürchtet hat, zur britische Kreuzer Suffolk" hat Marineinfan- Macht tragen könnte. Dann schmilzt in den terie gelandet, die die Truppen ablösen soll, die Herzen und Köpfen der besiegten Nationen seit Beginn der Krise die Wasserwerke der Stadt jedes Rechtsgefühl wie Schnee an der Tro* Tokio, 1. Feber. Der Außenminister erklärte Genf, 1. Feber. Die Außenminister der Klei dem britischen Botschafter, der ihm den Protest nent Entente famen heute, am Vortage der Abfeiner Regierung gegen die japanischen Maßrüftungskonferenz, in Montreur zufammen. nahmen in Schanghai zur Kenntnis brachte, daß Sie prüften vor allem die allgemeine politische Lage die von den Japanern in Schanghai ergriffenen und tauschten diesbezüglich ihre Informationen Maßnahm nicht das Mindestmaß des Notwen aus. Sierauf befaßten sie sich mit den insbesondigen überschritt enhaben, und gab zu verstehen, dere die Kleine Entente betreffenden Fragen und daß der britische Protest auf falschen Inforgingen schließlich zur Diskussion über, die durch mationen zu beruhen scheine, die propagandie Konferenz für die H rabsetzung und Beschrän- distischer Natur seien. fung der Rüstungen gegeben sind, sie prüften deren Wesen und die Methode, die verfolgt wer den muß, und kamen zu einer einmütigen Anficht über eine allfällige Entscheidung zur Sicherung der Erfolge der Konferenz im Sinne des Völkerbundpaktes. Ernste Unruhen in Raschmir. Kaschmir, 31. Jänner. In Kaschmir( Indien) ist ein ernster Aufstand ausgebrochen. Britische Truppen sind gestern wieder in taschmir eingedrungen, um wichtige Kanalwerke im Mir purbezirke von Jammu zu schützen, wo Unruhen herrschen. Man nimmt aber an, daß die Entfendung dieser Truppen vor allem auf einen Notschrei des Maharadscha Sir Harry Singh hin er folgt ist. Mehrere tausende mit Geschüße und Gewehren bewaffnete Aufständische scheinen die Stadt Kotli belagert zu haben. Ein Hindutempel und eine Kooperativbank find geplündert und eingeäschert worden. Auch die Stadt Mirpur ist eine Nacht lang belagert worden. Drei Postämter wurden geplündert und in Asche gelegt. Weitere amerikanische Kriegsschiffe unterwegs. New York, 1. Feber.( Reuter.) Die drei am 29. Jänner von Manila abgegangenen amerikanischen Zerstörer sind in Schanghai bereits eingetroffen. 12.000 Mann ausländischer bewachen. Der französische Generalkonsul teilte Kämpfe vor Charbin. mit, daß ein französisches Bataillon pensonne. Dann wird 80 Millionen Menschen aus Tientsin entsandt worden sei. Damit bewiesen, daß es in dieser Ordnung nur einen wird sich die ausländische Besatzung der inter- Faktor gibt, der Recht schaffen kann, die brunationalen Konzession auf 12.000 Mann( aus tale, gemeine Macht des Stärkeren. Dann schließlich der Polizei und der Marineabteilun- wird entlang des Rheins die tausendjährige Kluft, über die Briand und Stresemann den gen) belaufen. schwankenden Steg von Locarno gelegt haben, Der amerikanische Kreuzer Houston" brückenlos wieder aufgerissen Abgrund des und vier weitere Zerstörer sind ebenfalls nach Tokio, 31. Jänner. Nach einer Meldung der Hasses, des Mißtrauens, die Werwolfsschlucht Schanghai abgegangen. Agentur Rengo griffen etwa 3000 Mann des der Vernichtung. Das 31. Infanterieregiment und ungefähr Generals Tingtschao heute Vormittag die Sta- der Vernichtung. Dann hat Europa 1000 in Manila stationierte Marineschüßen tion Schuntschenpu in der Nähe von Charbin aufgehört eine lebendige Größe haben den Befehl erhalten, sich nach Schanghai an, welche von den Japanern in stundenlangem 3u sein dann ist es nur noch eine histozu begeben. Mit diesen Verstärkungen werden Kampfe verteidigt wurde. Die Chinesen wurden rische Reminiszenz! die amerikanischen Militärabteilungen in Schang- zurückgeschlagen und mußten etwa 400 Tote zu- Wenn die Genfer Konferenz nicht durch bai 2800 Mann betragen. rücklassen. Auf japanischer Seite wurden 21 ein Mindest maß an sichtbarer Rü Das Außenministerium teilt mit, der einzige Mann getötet. stungsbeschränkung, das sich in der Zweck der Entsendung von Schiffen und Truppen Wie aus Charbin gemeldet wird, haben die Restriktion der Reserven, der Dienstzeit, der nach Schangbai jei der Schuß des Lebens und japanischen Militärbehörden beschlossen, Eigentums der amerikanischen Bürger. Hauptteil der japanischen Kräfte in der Man- Fortifikationen und Schiffe, der KriegsmitPräsident Hoover hat eine Konferens dschurei um Charbin zu versammeln, da die tel und der Munition ausdrücken müßte, der höchsten Beamten des Außen, Tätigkeit des chinesischen Befehlshabers der oft- ihren Willen fundgibt, einem dauernden Frieund des Marineministeriums in das chinesischen Eisenbahnschutztruppe eine ernste den statt wie bisher einer Katastrophe wie der Weiße Haus einberufen. Lage geschaffen habe. jetzt in Asien sich vollziehenden zuzusteuern den Nr. 28. dann wissen wir, kommen muß: Wettrüsten zum Dienstag, 2. Feber 1932. bar uten buis, was overmeid: Umfang und Aussichten der Abrüstung. lichen Kriege, also bis zur Vernichtung. Wenn die Genfer Konferenz versagt, dann beweist die Bourgeoisie, daß sie unfähig ist, der furchtbaren Wirtschaftskrise zu steuern. Denn ohne Abrüstung sind Schulden- und Reparationstilgung unmöglich, ohne diese gibt es keine planmäßige Organisation der Wirtschaft, ohne Wirtschaftsplan keinen Weg aus der Krise. Das Versagen der Konferenz bedeutet, daß die Krise der kapitalistischen Wirtschaft in die Krise des Kapitalis mus, daß die evolutionäre Entwicklung zuni Staatskapitalismus und Staatssozialismus sich in die gewaltsame Entwicklung von Krieg und Revolution wandeln muß. Unter den Faktoren, die der Konferenz zu einem bescheidenen Gelingen helfen könnten, das wenigstens ein Punkt wäre, an dem die Hoffnung der Menschheit weiteren Halt fänden, ist nicht die Wirtschaftsnot, nicht die Angst der einen vor den militärischen Ge heimnissen der andern, sondern der Furcht Aller vor der Revolution Der stärkste. Wenn etwas die Konferenz retten kann, dann die Angst der Bourgeoisie vor der proletarischen Revolution. Wir erheben am Vorabend der Konferenz unsere Stimme, um dieser Angst der Herrschenden allen Nachdruck zu geben, dessen wir fähig sind. Wir erinnern an die Beschlüsse des Wiener Kongresses der Sozialistischen Arbeiter- Internationale. Das Schicksal der Konferenz wird das Schicksal des alten Europa sein. Das Proletariat wird den Krieg nicht tatenlos heranreifen lassen, das Proletariat weiß, was es zu tun hat, wenn die Würfel der Schicksalskonferenz auf Krieg zeigen. Ehe die Welt im Feuer eines letzten Krie ges verbrennt, werden die Arbeiter versuchen, sie im Feueratem der proletarischen Revolu= tion neu zu formen! Konferenzbeginn heute um 15 Uhr 30. Rundfunkübertragung nach Europa und Amerika. Genf, 31. Jänner. Die Konferenz für die Beschränkung und Herabsehung der Rüstungen wird Dienstag, um halb 4 Uhr nachmittags, er öffnet werden. Die Nachmittagsstunde wurde mit Rücksicht auf Amerika gewählt. Die Rede des Konferenzvorfißenden wird nämlich in Europa und Amerika im Radio gesendet werden. Wenn die Eröffnungssigung am Bormittag stattfinden würde, müßten die Amerikaner sehr zeitig aufstehen, wenn sie den Eröffnungsatt der Konferenz hören wollten. In der ersten Sigung der Konferenz wird ein Ausschuß für die Verifizierung der Bollmachten der Delegierten eingefeßt werden. Cofort einwöchige Unterbrechung? Von Otto Lehmann Rußbüldt Lehmann- Rußbüldt, dessen Buch„ Die blutige Internationale der Rüstungs im Einzelnen ansehen, um deutlich zu erkennen, Rüstung der Welt was abzurüsten ist. Ceite Telephon- und Radio- Anlagen, Subventionen ar Handelsmarine, Zivilluftfahrt, Industrie, Mai fann diese schwer schätzen. Aber einen Anhalt hat jeder alte Front soldat, daß obige Zahlen nur ein Minimum sei fönnen. Es sind oben aufgeführt 42.300 Geschüße und Minenwerfer, 256.000 Maschinengewehre. industrie"( Berlin W. 15, Fadelreiterver lag) jest in acht Sprachen erschienen ist, Man muß von der Rüstung der Welt wird in einigen Aufsätzen das Problem der sprechen. Denn es gibt kein deutliches Bild, wenn Das sind die int Dienst befindlichen Waffe Abrüstung beleuchten. Die Redaktion. man nur von der Rüstung einzelner Länder Jedermann weiß, daß die sogenannte Mate I. Was ist abzurüsten? spricht, oder gar nur von der Deutschlands, die rialreserve mindestens ebenso hoch sei: unter Ausnahmebedingungen steht. In irgend muß, d. h. die Waffen, die für die am erste In den nächsten Wochen wird nicht mehr so einer Weise wird die nächste Zukunft zeigen, daß Tage der Mobilmachung ins Feld rückende: sehr viel von den Reparationen als von der Ab- diese Ausnahme der sogenannten beschränkten Reservisten bereitstehen müſſen. rüstung die Rede sein. Gleich vorweg sei hier Rüstung Deutschlands, d. h. ohne Tanks, Kampf- Was wieder darüber hinaus in Arsenale: gesagt, daß die restlose Lösung der Frage der flieger, schwere Geschütze, borübergehend ist. Ob und Zeughäusern noch aus der Zeit des Welt Reparationen und Kriegsschulden nicht möglich nun Deutschland wieder aufrüsten darf, worin krieges erhalten ist, entzieht sich ebenfalls einer ist ohne eine radikale Abrüstung. Kriegsschulden seine Militärkaste die Befreiung" Deutschlands zuverlässigen Schäßung. Man dente daran, daß und Rüstungen sind einander verbunden wie erblickt, oder nicht, in jedem Falle kann die die Deutschen beim Waffenstillstand November siamesische Zwillinge. Ehe wir uns aber in einem Frage der Rüstung und Abrüstung nur inter 1918 25.000 Maschinengewehre ablieferten, auf weiteren Auffaz mit den Aussichten auf eine national betrachtet und nur international gelöst Grund des Versailler Vertrages weitere 105.000 Maschinengewehre( außer 83.357 Geschützen) und brüstung durch die Abrüstungskonferen; beschäf- werden. Hier ein Bild des dann noch 242.500 Maschinengewehr läufe. tigen, wollen wir uns einmal die Wenn man weiter überlegt, daß die Amerikaner allein in Frankreich bei Abbruch des Krieges annähernd die gleichen Mengen Schießmaterial zurückgelaffen haben, die nicht verschrottet wur den, so kann man überzeugt sein, daß heute Von 1908 bis 1931 sind die Rüstungen von angewachsen. Rüstungsstandes der Erde. 6000 auf 10.000 Mill. GM. Von 1914 bis 1918 sind für den Militarismus der Kriegsjahre jährlich aufgewandt Nach dem Weltkriege fielen die Ausgaben des dauernden Kriegsapparats bis 1924 ein Geringes unter den Stand von 1913 herab. in Seit 1924 sind sie wieder dauernd gewachsen und haben 1929-30 den Stand von 1914 bereits mehr überschritten als von 1908 ju 1913. Es werden jest jährlich ausgegeben nach Militär Jahrbuch des Völkerbundes 1931 rund Außerhalb des Militärbudgets in anderen Budgets Frankreichs, anderer Deutschlands, Polens, Italiens und Staaten schätzungsweise Milktärpensionen Strategische Bahnen, Hafenanlagen für militärische Zwede, Betriebsanlagen und Profite der privaten Rüstungsindustrie • 250,000 Mill. GM. 20.000 Mill. GM. 2.000 mill. GM. 10.000 Mill. GM. .. 5000 bis 10.000 mill. GM. Die Zahl der Soldaten in stehenden Heeren der Erde beträgt 6,9 Millionen Davon entfallen auf Europa. außerdem dessen Kolonialsoldaten Die Zahl der Reserven beträgt insgesamt rund 9> • • 3,7 Millionen 0,7 Millionen 39 Millionen Die Zahl der Großlampfwaffen bei den Armeen der Erde( ohne Materialreserve): 19.700 Kriegsflugzeuge jede Sekunde startbereit 6.200 Stampfwagen( Tanks) 42.300 Geschütze und Minenwerfer( davon 1/4 schiver, 34 leicht) außerdem 4,800 Schiffsgeschütze 256,000 Maschinengewehre Hierzu treten die Flotten der Weltmeere: 115 große Schlachtschiffe $ 53 und 2050 Kreuzer und andere Schiffe mit insgesamt 5,705.000 Tonnen. Ein Soldat kostet jährlich in: Italien Japan. Frankreich Sowjetunion England. Deutschland Nordamerika . • 1540 Mart 3120 Mark 4175 Mark 4235 Mart 5945 Mark . 6270 Mart 7970 Mart 1 Million Maschinengewehre auf ihre Beute lauern. Wir haben also auf der Erde nicht allein Ueberfülle an Weizen, Baumwolle, Kaffee, Kupfer, Obst usw., sondern auch an Geschüßen jeden Kalibers, an Maschinen gewehren, an Giftgafen, um die ganze Mensch heit in einen blutigen, zudenden Leichenhaufen zu verwandeln. Ehe man zum Totentanz dazu ansett, hindert man jetzt 25 Millionen Arbeitslose und deren Angehörige daran, sich aus den überquellenden Speichern wenigstens satt zu essen und warm zu fleiden. Welcher Zusammenhang hier besteht, und ob die Abrüstungskonferenz es dahin bringen wird, Ndaß die Maschinengewehre verschwinden, damit den Hungernden die Speicher geöffnet werden, wird in einer weiteren Betrachtung behandelt werden. Die Wiener Arbeiterkammer für soortige Einführung der 40- Stundenwoche. Am Dienstag, den 26. Jänner 1932 hielt der Ausschuß für Sozialpolitik und Volkswirtschaft der Wiener Arbeiterkammer eine Sigung ab. Dr. Rager hielt ein ausführliches Referat über das Problem der 40- Stundenwoche. Er wies zunächst auf die Vorbereitung der gesetzlichen Einführung der 40- Stundenwoche in verschiede nen Ländern sowie auf die kürzlich gefaßten Beschlüsse des Internationalen Arbeitsamtes hin. Eingehend beschäftigte er sich mit den von den Unternehmern vorgebrachten Argumenten gegen die Arbeitszeitverkürzung und bewies an einer zahlenmäßig genauen Aufzeichnung, daß eine sehr erhebliche Entlastung des österreichischen Arbeitsamtes eintreten könnte, wenn die 40- Stundenaid woche eingeführt und die Aktion mit einem energischen Abbau des Ueberstundenwesens und einer Revision der Ausnahmebestimmungen zum Achtstundentaggesetz verbunden würde. Nach einer regen Debatte wurde über Antrag der freien Gewerkschaften das Kammerpräsidium beauftragt, das Ergebnis der Ausschußberatung dem Minister für soziale Verwaltung vorzutragen und von ihm die Ausarbeitung eines Gesezentwurfes auf Einführung der 40- Stundenwoche zu fordern. Der Genfer Berichteratter des„ Excelsior" erjährt, daß nach den gestrigen Ausführungen Hendersons die allgemeine Abrüstungstonferenz etwa auf eine Woche, beziehungsweise noch länger, verschoben werden wird, um dem Völ- Bei allen Zusammenstellungen ist stets zu die ohne den möglichen Zweck eines Krieges nicht ferbundrat zu ermöglichen, die Verhandlungen bedenken, daß sie Mindestzahlen darstellen. Es in diesem Umfange erfolgen würden, z. B. beüber die japanisch- chinesische Frage fortzusetzen. gibt eine Reihe von Ausgaben in allen Ländern, stimmte Hafen-, Wege-, Brücken-, Telegraphen-, ( Eninommen: Lehmann- Rußbüldt Die Revolution des Friedens", 144 S., Verlag: Laubsche Buchhandlung, Berlin W 30.) Jan Hus/ Der letzte 20 Tag Rorschacher Sandstein, biegt sich vor der Stange zurüd, als ob sie nicht lediglich harmloses Haselnußholz, sondern eine todbewehrte eschene Rit terlanze wäre, der Beutel des Ausfähigen, und eine Stimme, knallt, und der Schüßenvogel fällt. Beispiele datastet sich ans Ohr heran, in ihrem Selang noch für waren schon genug da, er braucht nur an entseglicher als das zerfressene Stück Fleisch, dem seine Gefangenschaft in Ungarn zu denken. Wer fie angehört: hätte geglaubt, daß er aus dem feuchten, glitschiChristen, gebt Almosen! Christen, gebt gen Hungerturm, in dem er verderben sollte, je Ein geschichtlicher Roman v Oskar Wöhrle Ja, wirklich eine Ritterlange, nur daß an ( Verlag Der Bücherlreis", 3. m. b. S., Berlin SW. 61.) ihrem geriefelten Handende feiner aus der Rit- Almosen!" Verhandle! Und vergiß nicht, zu unter- terschaft hängt. sondern ein Ausfäßiger aus dem streichen, besonders bei den Schmieden, daß es Siechenhaus, der auf diese Weise Almosen Arbeit von der Stadt ist und Arbeit für die sammelt. Stadt. Für das Gemeinwohl also. Sie sollen Der Vogt ist der Szene gefolgt. daher in ihren Breisen menschlich bleiben!" Er tritt ins Fenster und beugt sich mit einem gräßlichen Fluche hinaus. Doch, noch mitten im Wort, fällt er mit seinem Blick in ein furchtbares Auge, das, als einziger gesunder Fled, aus einem grauenhaft zerfressenen Gesicht starrt. Dieses Auge ist wie ein eiterbeklebter offener Mund, der ihn bewirft mit unauslöschlichem Bürgermeister, du weißt doch, sie haben ihren ehernen Saß. Da nüßt Markten und Feilschen nichts. Diesen zähen ledernen Schür zen zwaden selbst zehn Juden feinen rostigen Nagelrand ab. Im Gegenteil! Wir werden noch drauflegen müssen; denn es ist Arbeit außer der Reihe, sie müssen dafür andere liegen laffen. Haß. Außerdem ist's Arbeit bis tief in die Nacht. Da So hart der Vogt sonst ist und aller Schret rechnen sie uns auch noch den Tannenwald an, ten des Lebens gewohnt, ihn, den nicht einmal aus dem der Rienspan ist. den sie brennen!" der Wahnsinnsschrei eines Gefolterten dritten Mach, was du willst Vogt, du hast freie Grades rührt, er schaudert bei diesem Anblick. Hand! Aber wundere dich nicht, wenn du mich Er spürt den Finger der Angst, der ihn tuderno bei deinem nächsten Besuch hier am Tisch vern die Herzgrube stößt. endet findest, eines schmählichen Todes verstor- Eine Gänsehaut friecht ihm über den Rüfben, aufgefressen von den vermaledeiten Koften ten. Es schüttelt ihn, als stiege er unvermittelt wie eine Leiche von den Ratten!" aus der Sommerglut in Bündrichs untersten Herr Johann hätte gerne in diesem von ihm Eisteller. Der Fluch friert ihm auf den Lippen so geliebten Slageton weitergesungen. Aber ein. plöglich wird er bleich wie der Tod und weicht Noch immer starrt ihn das furchtbare bor einem tuchenen Etwas zurück, das, lautlos Auge an. wie eine Fledermaus, aber unendlich viel lang Als er endlich so viel Straft hat, sich vom samer, durchs Fenster tam, und das nun auf Fenster zu lösen und sich wieder ins Zimmer zu fehren, sieht er feinen Bürgermeister mehr. ihn zuschwebt. Diejes tuchene Etwas ist ein Beutel, aus Den haben Etel und Angst zu Boden geden Resten eines alten seidenen Meßgetvandes schlagen. geschnitten. Ein Bettelbeutel, vorn an der Spite Leblos liegt Herr Johann von Schwarzach einer langen Stange befestigt, die sich ruckweise, da, furz und did. gefällt, wie der entaftete Zoll um Zoll, immer näher, immer näher an Stammt einer Eiche Herrn Johann heranschiebt. Der Bürgermeister, aus dem Totenschädel Weiß heraus grau werdend wie frischgebrochener 6. „ Hus! Hus! Immer nur Hus!" Der das Sigmund in die zwinkernden Augen schreit, ist Žižka. wieder herauskäme? Und er ist herausgekommen, sonst fäße er ja nicht da, diesen drei Böhmen gegenüber, und vor allem nicht diesem verdammten Einaug, das wie ein blanker Dolch auf thn einsticht. Nun, es haben schon andere Dolche auf ihn eingestochen, teine Blickdolche, sondern wirkliche Dolche, und er lebt doch noch! Eine Gewähr mehr dafür, daß er auch mit diesem wild darauf losgehenden Stier hier fertig werden wird. Wer seine Wut so blank zeigt, ist nicht zu fürchten. Nur ein Narr wirft seine schüßende Alle diplomatischen guten Vorsätze sind ver- Panzerwehr ab und tritt nackt auf die Bühne. geffen, alle flug zurechtgelegten Eingangsreden. Für weit gefährlicher als diesen Mann mit der So sehr vergessen, daß Zižta es fogar unterläßt, halben Stirne erachtet er den glazköpfigen Kepla, dem König in vorgeschriebener höfischer Art der stumm auf seinem Stühlein hodt und gegen Reverenz zu erweisen. das lichte Fenster blinzelt. als ob er kein WasserSeine Stimme, sonst dunkel und biegiam wie Stahl, flingt schrill und tippt schier vor Aufruhr und Erregung. Sein Auge schießt Zorn. Sigmund sind die fehlenden Verbeugungen chen zu trüben vermöchte. Und was für Broden nicht entgangen. Für ihn gibt es nichts zufäl- vat ihm der Grundherr auf Chlum schon eingeliges in der Welt. Für ihn ist sie nicht ein brockt. noch heut hat er an manchem davon zu Durcheinander windender blinder Schleichen, die reißen und beißen! Auch Wenzel von Duba ist einen dunklen Fangtopf füllen. Für ihn ist sie nicht zu verachten, Er spricht zwar pro Stunde ein Durcheinander wollender Kräfte. Hinter kaum ein Wort. Aber schon seine bloße GegenZižkas unterlassenem Gruß vermutet Sigmund wart wirkt wie Blei. Man wird so seltsam wil Absicht. Er sieht plötzlich den Schatten seines lenlos in seiner Nähe. Also aufgepaßt dreifac erzärnten Bruders Wenzel im Zimmer. Aber und vierfach, Sigmund, bleib hinterm Graben! Sigmund schweigt. Er zerbeißt das Rügewort Biete teine Fläche, auf die diese böhmischer auf den trodenen Lippen und hebt sich die Pfef- Häher zustoßen können! Denn zustoßgierig fin ferförner auf für später. Seine Zeit wird kom- fie, das merft ihnen ein Blinder an! men, er weiß es. Sigmund hat warten gelernt. Schneller als Schwalbenflug durchfliße: Warten, warten und abermals warten! Nicht diese Ueberlegungen Sigmunds Gehirn, Nichi umsonst ist er König. umsonst ist er berühmt für die Raschheit seiner Und dieses Wartenkönnen gibt seinem ränte- Entschlüsse. Schon hat er die Stelle erspäht, wo vollen Wesen die eigentliche Stärke. Mag eine er anfeßen muß, um die dreifach auf ihn gerich Partie für ihn noch so schlimm stehen, Sigmund teten Lanzen abzubiegen. Ueber feinem gipsenen Gesicht, das der wirft die Armbrust nicht weg, folang noch ein schwarze Bart wie gehäufelte Stohle umrandet, Bolzen im Köcher stedt, sei's auch der armseligste. schwebt violett, ein ungeheurer seidener Falter, Gerade der letzte trifft vielleicht den Zwed, es ( Fortseyung folgt.) Bette Sozialdemokratische Dienstag, 2. Feber 1982. tischen Stadtverordneten selbstverständlich, den fein Mandat zwei Mandate im Stadtrat innetschechischen Sozialdemokraten zu wählen. Was haben. Die Wählerschaft Prags wird sich aus Abrüftungskundgebung in Bragi Wahl des Stadtrates anbelangt, wurde dem Wahlkampf noch erinnern, daß der deutschen Eine gemeinsame Manifestation im Prager Nr. 28. Amerika nimmt an der Untersuchung nicht teil. zwischen den tschechischen Sozialdemokraten und Sozialdemokratie vorgeworfen wurde, sie schwäche Genf, 1. Feber. Wider Erwarten haben die dem Vertreter unserer Partei einerseits und den die Stellung des Deutschtums in der Prager Vereinigten Staaten auf die Aufforderung des Volkshause. Jüdischnationalen andererseits eine Vereinba- Stadtgemeinde. Ist schon durch die Wahl des Generalsekretärs, sich den übrigen im VölkerDer überfüllte Gartensaal des Volkshauses rung abgeschlossen, wonach Genosse Dr. Strauß deutschen sozialdemokratischen Stadtvertreters am Der überfüllte Gartensaal des Volkshauses in der Hybernergasse war Sonntag der Schau- durch 16 Monate, voraussichtlich in der Mitte 27. September 1931 diese Behauptung durch die bundsrate vertretenen Mächten anzuschließen, in der Hybernergasse war Sonntag der Schauplaß einer der größten gemeinsamen Stundgebun der vier Jahre, für welche Zeit die Stadtvertre- Tatsachen widerlegt worden, so wird der Um- deren Repräsentanten eine Stommission in gen, welche die tschechischen und deutschen Sozial- tung gewählt ist, eines der vier tschechischen stand, daß die Deutschen eine Zeit lang zwei Ver- Shanghai bilden, welche die Ursachen der let sozialdemokratischen Stadtratsmandate erhält. treter im Stadtrat haben werden was bisher hat, eine indirekt ablehnende Antwort er ten Begebenheiten in Schanghai zu untersuchen demokraten Prags in den letzten Jahren beronstaltet haben. Die Arbeiter waren dem Aufruf Der Zeitpunkt, in der der deutsche sozialdemo- überhaupt noch nicht der Fall gewesen ist der Organisationen, für die Abrüstung, die Be- kratische Vertreter dem Prager Stadtrat ange- vollends zur Aufklärung der deutschen Wähler- teilt. Der Genfer Konsul der Vereinigten Staafreiung der Arbeiterschaft und den Aufbau der hören wird, wird zwischen den beiden Barteien schaft über die politische Bedeutung der Sozial- ten teilte heute nachmittags mit, daß die Regiesozialistischen Gesellschaftsordnung zu manifestie- noch vereinbart werden. Zum ersten Male seit demokratie innerhalb des Prager Deutschtums rung der Vereinigten Staaten nicht imstande ren, in Massen gefolgt. Für die tschechischen dem Bestehen von Groß- Prag wird also ein beitragen. Je mehr die deutsche Sozialdemokratie lei, ein offizielles Mitglied in die genannte Kom mission zu entsenden, daß sie aber gerne einen Genossen sprach Gen. Abgeordneter Stivin, deutscher Sozialdemokrat dem Stadtrat ange- in Brag ein politischer Faktor wird, desto beffer ihrer Vertreter damit betrauen werde, an den welcher es als Aufgabe der Arbeiterklasse be- hören und während der Dauer seiner Wirksam für das Prager Deutschtum und die Vertretung Arbeiten der Kommission teilzunehmen. zeichnete, ihre ganze organisierte Kraft gegen feit werden demnach die Deutschen statt bisher seiner Intereffen. jene Regierungen einzusehen, welche die Abrüstung bereiteln wollen. Er befaßte sich in seiner Rede mit den Kundgebungen gegen die Abrüstung, welche in der letzten Zeit im Inlande erfolgte und erklärte, daß der wahre Grund des angeblichen Patriotismus der Agrarier Profitintereffen( Stodawerte, Lieferungen) sind. Alle Strijenzeichen in Europa sind leßten Endes das Ergebnis der rije des tapitalistischen Systems, welches den Menschen kein Brot mehr geben tann, ihren Hunger aber mit Blei und Gift gajen stillen möchte. Für die deutschen und tschechischen sozialdemokratischen Frauen sprach. Gen. Star pištobá, für die Jugend Dvořat, für die deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Genosse Dr. Wiener: Die blutigen Ereignisse im Osten und die Stellung des Völkerbundes dazu beweisen, wie wenig der Völkerbund und internationale Verträge im stande sind, Kriege zu verhindern. Es geht daraus hervor, daß nur die Kraft des internationalen Proletariats imstande sein wird, den Frieden dauernd zu sichern. Deshalb demonstrieren wir, um die Massen aufzurütteln, denn die Regie rungen fönnen ihre Heere nur deshalb in den Krieg schiden, weil noch in weiten Kreisen nationalistische und imperialistische Strömungen herrschen. Gegen diese zu kämpfen ist notwendig in jedem Lande. Da her ist es eines der erfreulichsten Ereignisse der Innenpolitik in der letzten Zeit, daß tschechische und deutsche Sozialdemokraten gemeinsam die Aktion zur Abrüstung durchführen und gemeinsam die Forde rung nach der Verkürzung der Dienstzeit im Barla ment erhoben haben( Stürmischer Beifall.) So wie in der ganzen Welt, so wird auch in der Tschechoslowakei nur die Zusammenarbeit der sozial demokratschen Parteien den Frieden und das gedeih liche Zusammenleben der Völker möglich machen. Wir wissen, daß wir von der Abrüstungstonferenz nicht viel zu erwarten haben. Die lette Hoffnung war die englische Arbeiterregierung. Nach ihrem Sturz ist die Wahrscheinlichkeit, daß ab gerüstet wird, fast vollständig verschwunden. Troßdem müssen wir die Aktion durchführen, um die Maffen aufzurütteln und einzugliedern in die Reihen des internationalen Sozialismus. Die Resolution, welche an die Spitze der Die freiwilligen Helfer der Bourgeoisie. Kommunisten demonstrieren gegen eine Rundgebung für die Bierzigftundenwoche. Es ist klar, daß die Vereinigten Staaten ängstlich jedem Schritte ausweichen, der sie zu einem eventuellen weitern Vorgehen auf Grund des Artikels 15 des Völkerbundpaktes verpflichBölf ten würde. Hels 15 bes 38 schaftlichen und sozialen Verhältnisse, die zu den heutigen desolaten Zuständen, zur Dauertrife und zum moralischen Zusammenbruch geführt haben und die nicht für einen Stand gesondert und kurzerhand zu lösen sind und schon gar nicht auf die Weise, das man die Menschen durch Ge walt aus gewissen Berufen auszuschließen trachtet, nicht weil sie unfähig sind, sondern weil sie nur einer bestimmten Nation nicht angehören. Ing. Otto Ditmar. Hakenkreuzlerische Demagogie. Die Dinge liegen ja schlimm. Sehr schlimm fogar. Kaum 5-10 Prozent unserer absolvierten Unsere Rumburger Bezirksorganisation und weither nach Rumburg befohlen. Eine richtige Akademiker können überhaupt ein Unterkommen die freien Gewerkschaften hatten für Sonntag Mobilisierung"! Aber zu welchem Kampf? Nun, finden, geschweige denn ein standesgemäßes. Aber Vormittag die Arbeiterschaft zu einer großen dem einzigen Kampf, dessen die Kommunisten daran sind nicht die Deutschen schuld und auch Sundgebung auf dem Rumburger Marktplaze fähig sind, für den allein ihre Gefolgschaft ge- nicht die zu vielen Schulen, sondern die Veraufgerufen, zu einer Kundgebung für die Vierzig- fchult ist, zum Rampf gegen die Sozial- hältnisse der Menschen untereinander, ihre wtrtstundenwoche, für den Ausbau der Arbeitslosen demokraten! fürsorge, aber auch für die Herabsetzung der mili- Keine der Forderungen, denen die Kundgetärischen Dienstzeit und die Kürzung der Ausga- bung der Sozialdemokraten galt, richtet sich geben für militärische Zwecke. gen die Kommunisten. Jede ist eine Forderung Die Arbeiter auch viele Unorganisierte der Gesamtarbeiterschaft. Und jedem Arbeiter, der waren in großer Zahl gekommen. Unsere Ge- fich noch ein wenig Dentfähigkeit bewahrt hat, ist nossen marschierten in zwei großen Kolonnen, es flar, daß zur Durchsetzung dieser Forderungen geführt von Ordnerabteilungen, auf dem Markt das Aufgebot der ganzen proletarischen Kraft plate auf. Dort empfing sie ein Haufen Kommu- nötig ist. Die Kommunisten aber stellen sich, in nisten zunächst mit schüchternen Rot- Front" dem sie im wahrsten Sinne des Wortes den Rufen. Als aber Genosse Böhm die Kundgebung fämpfenden Sozialdemokraten in den Rücken faleröffnete, jezte der kommunistische Klassenkampf len, auf die andere Seite der Barrikade, ſie mit voller Wucht ein. Während der Eröffnungs- machen sich zu freiwilligen Helfern des Unteransprache und während der Rede des Genoffen nehmertums! Die Bürger, die vom Gehsteig Hofbauer brüllten sie ununterbrochen, brüllten sie und von den Fenstern aus den kommunistischen Der nationalsozialistische Tag" vom 23. mit Aufgebot aller Stimmträfte: Sozialfafci- Ansturm gegen die Sozialdemokraten sahen, wis- Jänner beschuldigt den Führer der französischen sten! Nieder! Pfui! Sozialfascisten!" Als die sen, daß sie um ihre Macht noch nicht zu zittern Sozialdemokraten, Abg. Leon Blum; daß er in Schreier merkten, daß ihr Toben die Versamm brauchen. einer Parlamentsrede die Reparationen für lung nicht zu hindern vermochte, versuchten sie, Das also verstehen die Kommunisten unter Deutschland als naturrechtliche Verpflichtungen den Ordnerfordon zu durchbrechen und gegen die Klaffenkampf: brüllen, bis die Stimmbänder bezeichnet habe. Er sei also für Versklavung der Versammlung vorzubringen. An der Beripherie reizen! Schreien, Schimpfen, Gröhlen- gegen deutschen Arbeiter, für deren weitere Ausbeuder Versammlung fam es, da natürlich auch die Sozialdemokraten. Und das verstehen sie tung. Wer die Einstellung unserer französischen andere Genossen die Ordner bei ihrer Abwehr unter Einheitsfront: ihre sozialdemokratischen Genossen und wer Leon Blum persönlich fennt, unterstützten, bald zu sehr ernsten Szenen, denn Klassengenossen mit Schimpf- und Drohworten weiß es, daß es sich nur um eine Entstel die Kommunisten begannen wütend dreinzuschla- überschütten! Iung von Tatsachen handeln kann. gen. Und doch gelang es ihnen nicht, die Ver- Eine wertvolle Lehre war das Rum Wie unsinnig die Behauptung ist, die franfammlung zu vereiteln! Sie wurde planmäßig burger fommunistische Brüllfonzert für die vielen zösische Bruderpartei sei für die Versklavung der durchgeführt. Nachdem Genosse Böhm sie ge- Arbeiter, die unserer Versammlungseinladung deutschen Arbeiter, beweist u. a. die Rede, welche schlossen hatte, marschierten die Teilnehmer in gefolgt waren. Dort ein Haufen Schreier der französische Abg. Genosse Paul Faure bet geschlossenem Zuge zur politischen Bezirksverwal- hier dreitausend Kämpfer. Dort wahnwitziges der jüngsten Riesenkundgebung der Sozialdemo fung, um dort durch die Vertrauensmänner eine Geschimpfe hier ernste Sachlichkeit. Die Arbei tratie Berlins gehalten hat. Er führte nach Entschließung überreichen zu lassen. ter wiffen nun, wohin sie gehören, wer für sie dem Vorwärts" aus: Die Kommunisten hatten ihre Anhänger von arbeitet, wer für sie fämpft. Deutsche und Juden, aber nicht bloß Forderungen die Berkürzung der Militärdienst- Zu den Studentendemonstrationen.usländische. Auch dies iſt aber eine Naivität. zeit auf 14 und 12 Monate stellt, verlangt Stre: Den radikalnationalen Teil unserer tsche- Der Gedankengang ist dabei sofern überhaupt chungen im Budget des Minifteriums für natio- chischen Studenten, hat der traurige Ruhm derer einer da ist, denn bei vielen ist es bloß eine Genale Verteidigung, Einschränkung der vom Safentreuz, Stahlhelm und der Heimwehr dankenlosigkeit der Gedankengang also ist Manöver, Maßnahmen zur Verhütung der nicht schlafen lassen, ein Ruhm, geboren aus der folgender: zahlreichen Soldatenselbstmorde, strenge Unkenntnis der wahren Ursachen wirtschaftlichen Der Student, so lange er studiert, ist wohl Berfolgung von Quälereien der Mann- Geschehens und daher haben sie in den letzten noch keine Konkurrenz, aber er wird eine Konschaft und Wiederherstellung des Soldatenwahlrechtes. Alle Versuche, die vormili- Tagen eine Reihe von Versammlungen abgehal- furrenz werden und dagegen wehrt sich wie die Alten sungen schon der junge, wenn auch tärische Erziehung einzuführen, werden abgelehnt, ten, deren Tenor war: Zum Schluß wendet sich die Resolution gegen die akademische Spießbürger. Er geht von der Meinung aus von der jeder Nationalist ausgeht militaristischen Rundgebungen der reaktionären - daß mit der Kaltstellung des nationalen KonParteien. furrenten sein Himmelreich beginnen werde. Dies aber ist ein Trugschluß bei Alten, wie bei Jungen, bei Akademikern wie bei Händlern, bei Arbeitern wie bei Finanzkapitalisten. Die gewaltige Kundgebung, welche trop geplanter Störungsversuche der Kommunisten in vollständiger Ruhe verlief, war ein neuerlicher Beweis für das solidarische Vorgehen der beiden jozialdemokratischen Parteien. sonid Prager Stadtvertretung. Wahl der Bürgermeisterstellvertreter und des Stadtrates. 1. Weg mit den Fremden von unseren Hochschulen. 2. Weniger für die deutschen Hochschulen. Bunkt zwei erklärt Punkt eins. Wenn man auch immer sagt Fremde, meint man doch nur Deutsche, vielleicht sogar nur Juden. In beiden Fällen aber nicht bloß die ausländischen. Dies ist bloß eine Verbrämung. 11 Jedesmal, so erklärte Faure weiter, wenn ich nach Deutschland fomme, find politische und wirtschaftliche Notzeiten. Ich habe damals im besetzten Ruhrgebiet gesprochen, ich spreche heute wieder zu den deutschen Parteigenossen, wo die Regierungen um das ernste Problem der Repas rationen verhandeln. Aber immer fonnten wir französischen Sozialisten der deutschen Arbeiterschift mit reinem Herzen und aus reinem Wollen die Hand reichen, weil wir leine Schuld am Kriege und seine Folgeerscheinungen haben. Nie haben wir den Haß gekannt, die Ströme von Blut, die während des Krieges floffen, haben uns nicht trennen können. So wie das französische Broletariat gegen die Besetzung der Ruhr protestierte, so fordert es heute, daß endlich die Frage der Reparationen zu einem Abschluß gebracht werde, der es beiden Völkern ermöglicht, die Arbeitsleven hüben und drüben wieder in die Fabriken zu bringen. Genossen! Ich vertrete im französischen Parlament einen Wahlkreis, in dem die Rüstungsindustrie beheimatet ist; das hindert mich nicht, vollkommene Abrüstung verLangen. Den Mut dazu finde ich in der Gewißheit, daß es möglich ist, statt Kanonen und Kriegsbedarf Instrumente für die Erhaltung des Friedens herzustellen. Der Weg des Friedens geht von Berlin nach Paris und von Paris nach Berlin. So müssen sich die Völker verständigen, wenn sie zu leiblicher und geistiger Wohlfahrt, wenn fie zum Frieden kommen wollen. Ein Sieg der Eisernen Front in Deutschland und in Frankreich ist nicht nur ein Sieg des Friedens, sondern der Menschheit überhaupt!" Selbst wenn wir nämlich den vom nationalen Gesichtspunkte günstigsten Fall annehmen, Sprechen wir zunächst von Punkt eins. Je- daß es gelingt ein Gebiet vom nationalen Kondes Land sollte man meinen wird sicher furrenten vollkommen freizubekommen, ihm also stolz darauf sein, daß seine Schulen solch eine den Zutritt dazu ganz zu verwehren, also im Anziehungskraft auf das Ausland ausüben. Der gegebenen Falle, den Nichttschechen zu verwehren, Universität an der Sorbonne, in Lausanne oder Ingenieure, Mediziner und Juristen zu werden, Gestern fand die konstituierende Sigung der in Oxford wird es nicht einfallen dagegen einzu- in demselben Jahre noch werden Prager Stadtvertretung statt. Zunächst legte der schreiten, daß zu viele Ausländer an ihren An- ebenso viele tschechische Konkurren in der vorigen Situng neugewählte Primator stalten studieren, sondern sie werden sich im ten in die Lücke einrüden, ja viel Dr. Bara, dessen Wahl vom Präsidenten der Gegenteil als das Volt mit der höheren Kultur- leicht noch mehr, denn solche Ausfälle haben Republit bestätigt worden ist, den Eid in die stufe fühlen, zu dem die Völker, die auf niedri- die Neigung sich zu überkompensieren, Hände des Landespräsidenten Subat ab. Da gerer Stufe stehen, lernen kommen. Aber dies Herrscht Konjunktur auf einem Gebiet, wird sie nach hielt Stubat eine Rede über die Aufgaben nicht allein. Es ist überdies auch ein wirtschaft über Gebühr ausgenützt. Wird Deutschen und der Prager Stadtverwaltung, worauf Para in licher Vorteil, all diese Studenten, mit all ihren Ausländern verwehrt zu studieren, werden durch einer längeren Rede antwortete. Sodann wurde materiellen Bedürfnissen im Lande zu haben. die scheinbar winkende Konjunktur nicht genau zur Wahl der Bürgermeisterſtellvertreter gefchrit. Das sind doch keine Arbeiter oder Angestellte, die so viel tschechische Studenten nachrücken, sondern ten. Es wurden gewählt zum ersten Stellver- freie Stellen wegnehmen und gegen die der bedeutend mehr und die wirtschaftliche KataAngesichts dieser offenen, von wahrhaft treter der Nationaldemokrat Stula, zum zivei- Arbeitsmarkt geschützt werden muß, das sind ja strophe der tschechischen Intellektuellen wird sich nur noch verschärfen. Was aber mindestens brüderlich- sozialistischen Geiste erfüllten Worte teit Stellvertreter der Sozialdemokrat Kellner vorläufig bloß Konsumenten. und zum dritten Stellvertreter der Klerikale Es bedarf schon der schweren nationalistischen ebenso schlimm ist durch die wissenschaftliche eines führenden französischen Sozialdemokraten Dr. Svoboda. Für den ersten Bürgermeister Vernebelung vom Kulturniveau der Berliner Inzucht und Konkurrenzlosigkeit wird auch eine ist es wirklich eine unglaubliche Demagogie der der einheimischen Hakenkreuzler, die französischen Genossen geradezu Stellvertreter hatten gestimmt die Nationaldemo Hakenkreuzler oder ihrer Wiener Ableger, um Qualitätsverschlechterung als Sklavenhalter der deutschen Arbeiter hin fraten, die Agrarier, die Hausherren und die zur Geze gegen Ausländer oder Anderspolitischer Wissenschaft sondergleichen eintreten, Daß aber die Konjunktur, auch Scheinkon- zustellen. Mieter. Für den zweiten Bürgermeisterstellver- su rufen. Der tschechische Student hielt sich bisWenn jemand die deutschen Arbeiter schä treter die Sozialdemokraten und die Deutschen, her von solch findischer Auffassung fern. Es ist junktur eines Wirtschaftsgebietes zu einer Ueberfür den dritten Stellvertreter die Gewerbepartei, ein Zeichen des Vordringens der Wirtschaftskrise belastung führt, sehen wir täglich. Der Waren digt, so sind es gerade die Hitlerleute die Klerifalen, der fascist und die Juden. Bei auch zu uns und ihrer Ausnügung durch Par- bunger und die Zollschranken hatten eine fata- Deutschlands, die durch ihre militärische Organi Revancheder Bahl des Stadtrates wurden gewählt sechs teien analog jenen erwähnten in Deutschland, strophale Industrialisierung aller Staaten im fation, ihre Demonstrationen, ihre Nationalfozialisten, vier Sozialdemokraten, vier daß nun auch der tschechische Akademiker in die Gefolge heute Kagerjammer, die Wohnungs- drohungen und Kriegsgeheule sowie durch ihre Nationaldemokraten, brei Kommunisten, drei Fremdenfeindschaft getrieben werden soll. Statt not bei uns führte zu unsinnigem Baufieber Nassentheorien den Widerstand der französischen Ligisten, zwei Klerifale, zwei Gewerbeparteiler Stolz darüber zu empfinden, daß das Land des heute Kazenjammer, als man bei uns einen Nationalisten herausfordern und den Verstänund je ein Deutschbürgerlicher, Mieter, Haus- Sus und Komenius ausländische Schüler an- Straßenfonds gründete, wuchsen die Straßenbau- digungswillen schwächen. befizer und Jüdischnationaler, Schließlich wurde siebt, ahmen sie gerade jene nach, die für den unternehmungen wie die Bilze nach Sommercine zwölfgliedrige Bau- und sechzehngliedrige Tiefstand unserer heutigen Kultur fo bezeichnend regen-- auch hier wird der Katzenjammer nicht find. Nicht Sus und Komenius sind also ihre ausbleiben. Dieser selbe Katzenjammer wird auch Beschwerdekommission gewäbit. Vorbilder, sondern Hitler und Starhemberg. bei den akademischen Berufen nicht halt machen, Und nun zu Punkt zivei. Hier wird die so fich die Pläne der Nationalisten erfüllen Sache schon deutlicher. Man sagt Fremde, werden. Bei der Wahl des Pürgermeister Stellver treters war es für den deutschen sozialdemokraDer Tag", der für das„ Dritte Reich" Hitlers agitiert und für Mussolini schwärmt, hat am allerwenigsten das Recht, von Verstla vungsabsichten anderer zu reden. Denn das Dritte Reich" wäre für die Arbeiter der reinste Zuchthaussta a t. Sette 4 Dienstag, 1 geta IMt. Ne. 48. Tagesneuigkeiten Mord bei einet Gasthansrauferei. Pardubitz, 31. Jänner. In einem Gasthaus inJesenLanYbeiPa r Hub i tz wutt>e heute vormittags der 47 Jahre alt« Metalldreher Paul HlavLöek, gegenwärtig Aushilfskellner, getötet. Hlaväöek warf dem 27 Jahre arten Arbeiter Gottfried KoSnar aus Doln! Jesenoany, zuständig nach Budislav, Bezirk Leitomischl, -unanständiges Verhalten vor, worauf Kosnax ohne ein Wort der Erwiderung ein Bierglas erariff und damit auf Waväveks Schläfe einschlug, wobei diesem die Sehne in der Halsgegend durchschnitten wurde. Hlavääek sank sofort tot zu Boden. Koänar, der verhaftet wurde, behauptet, in Trunkenheit gehandelt zu haben. Sendarmene-PattoMe beschaffen. Ei« Wachtmeister erschossen. Preßburg, 1. Jänner. Montag, um zwei Uhr früh wurden in der Gemeinde Kpaäince bn Trnava von bisher unbekannten Tätern, wahrscheinlich Dieben, auf«ine aus d«m Wachtmeister Pavelka und Jiräk bestehende Patrouille der Spaöincer Gendarmeriestation Schüsse abgegeben. Wachtmeister Pavelka wurde auf der Stelle getötet, Wachtmeister Iiräk schwer verletzt. Nach der Aussage d«S verletzten Jiräk begab sich dieser mit Wachtmeister P a v e l k a aus ein« nächtlich« Patrouille durch die Gemeinde, wobei sie in einem Hose ein Geräusch vernahmen. Ws sie den Hof mit den Taschenlampen ableuchteten, bemerkten sie dort zwei sich verborgen haltend« Männer. Ws di« Gendarmerie-Patrouille sich ihrem Versteck näherte, wurden gegen sie, wahrscheinlich aus einem Jagdgewehr, einige Schüsse abgegeben. Gleich in der Früh begab sich der Gendarmnsie- kommandant von Trnava mit sechs Gendarmen nach Spaäince, um den Vorfall an Ort und Stelle zu untersuchen. Der verletzte Wachtmeister Jiräk wurde ins Landeskrankenhaus in Trnava «ingeliefert. Todesftmz eine« Arbeitslosen aus der Suche nach Nachtquartier in einem Stall. Gestern früh fand man auf dem Lichthof eines Hauses in Prag die Leiche eines etwa vierzigjährigen Mannes. Die Nachforschungen «gaben, daß«s sich um den Arbeitslosen Franz Simünek handle, der in der Nacht auf das Dach des Hauses gekrochen war, um von dort in den Stall eines Fuhrwerkers auf den Hof zu gelangen, wo er übernachten wollte. Der Arbeitslose war durch eine mit Brettern überkleidete Luke auf den Lichthof gestürzt und hatte sich auf dem Betonboden erschlagen. 100.000 Sttonen gestohlen Mähr.-Ostrau, 1. Feber. Im Postamte der Stadt Liebau in Nordmähren wurde heute früh ein verwegener E'nbruchsdiebstahl verübt. Unbekannte Täter entwendeten einen Betrag von etwa 100.000 K. Am Bett verbrannt. Haag, 1. Feber. Einem Großseuer, das in einem hiesigen Cafe ausbrach, freien gestern nachtS drei Menschen,, darunter ein deutsches Dienstmädchen, die 18 Jahre alt« Helene Kattmann, zum Opfer. Das Feuer hatte sich so schnell ausgedehnt, daß die Ehefrau des Kaffee- hauSbesttzerS, der Hausdiener und das Dienstmädchen, die im oberen Stockwerk schliefen, von den Flammen im Bett überrascht wurden. AIS es der Feuerwehr endlich gelang, in Kamerad Hitler. Bon Hermann Schützing«. Zwei Jahre nach dem Zusammenbruch haben wir uns in-der Gasfltube eines Münchener Bräukellers wieder getroffen,«in Hauptmann, ein. Oberleutnant urch ein Leutnant aus dem großen Krieg, ein Staatsanwalt,«in Rechtsanwalt und ich. Die Kellnerinnen schleppen die großen Maßkrüge mit Märzenbier hin und her. Di« Radi- Berkäufer und die Brezelhandler rufen ihre Ware aus. Man spricht über Gott und die Welt, über den neuen Berus und di« schlechten Zeiten,Immer wieder aber kehrt da- Gespräch zum Krieg zurück. Plötzlich wirft irgendwer die Frage dazwischen:„Hat keiner von euch das Räserve-Jnfan- terie-Regiment 16. den Bataillons- oder Kompagnieführer von Adolf Hitl« gekannt?" Der Staatsanwalt meldet sich. Er kennt sogar den Kompagnieführer Hitlers, der damals «Äh keine Weltberühmtheit, sondern eine mäßig große Pflanze im Tiergarten der Politik gewesen ist, schr gut. „Na und was sagt er über die Kriegszeit unseres nationalen Propheten?", „Oh, der Hitler war ein ganz guter, intelligenter und tapferer Soldat, hat mir der Oberleutnant des Reserve-RegimentS 16 gesagt. Er hat seine Pflicht getan, man kann sagen, über den Durchschnitt hinaus. Aber irgendwelche große Heldentaten, freiwillige Patrouillen, Erstürmung von Maschinengewehr-Nestern und Geschütz-Stellungen hat er nicht vollbracht. Im letzten Jahr, besonders in den letzten Monaten aber ist er furchtbar„madig" geworden. Wie das oberste Stockwerk einzudringen, fand sie nur noch die verkohlten Leiche» auf. Die Ursache des Brandes ist bisher unbekannt. Schnellzug Paris-Mailand entgleist. Lokomotivführer getötet. Paris, 1. Feber. Der Schnellzug Par: i—M ailand, der um 8 Uhr früh Paris verläßt, ist bei Montereau e n t g l e i st. Der Lokomotivführer wurde getötet und drei Beamte verletzt. Bon den Reisenden sollen nur einige wenige geringfügige Quetschungen davongetragen haben. lieber die Ursachen der Zugentgleisung ist nichts Bestimmtes bekannt. Es scheint, daß der internationale Schnellzug eine auf dem Nebengleis fahrende Rangiermaschine gestreift hat.. Auf drr Hochzeitsreise abgeststrzt. Tarragona, 31. Jänner. Bei dem Dorfe Gandesa stürzt.««in kleines Sportflugzeug infolge dichten Nebels ab. Der Führer war ein Deutscher namens Albert K l u g, der sich auf der Hochzeitsreise befand. Er und seine Frau kamen bei dem Unglück ums Leben. «attoualsSGiattste« morde«. Dortmund, 31. Jänner. Im Verlauf« einer nationalsozialistischen Versammlung kam es zu Zusammenstößen mit Kommunisten. Die anwesenden Landjäger. drängten die Kommunisten auS dem Saal, während di« National« sozialrsten zurückblieben. Als ein Trupp Kommunisten in Richtung Dortmund-Loh abzog, fielen plötzlich etwa 120 Meter vom Versammlungslokal entfernt zehn bis zwölf Schüsse. Zwei Arbeiter wurden getötet, ein dritt« schwer verletzt. Von wem die Schüsse abgeseuert worden sind, steht noch nicht fest. Frecher Raubüberfall. Neben dem Bio Kosmos in Mähr.-Ostrau wurde in der Nacht vom Samstag auf Sonntag ein fehr dreister Raub verübt. Drei unbekannte Tater drangen in die Wohnung des Schneiders Aksak uüd nötigten mit der Waffe in der Hand dessen gerade am Radioapparat fitzende Frau, nchig sitzen zu bleiben. Während einer der drei Räuber die Frau bewachte, raubten die beiden anderen aus dem Nebenzimmer Schmucksochen im Gesamtwerte von 14.000 K unb 3000 K Bargeld. Hierauf schlossen sie die Frau im Klosett ein und verschwanden. Durch die Hilferufe der Bestohlenen wurde das Dienstmädchen aus dem Schlafe geweckt, das die Polizei herbeirief. Die Nachforschungen nach den Tatern sind bisher ergebnislos geblieben. Lastzug zertrümmert Auto. Die Direktion' der mwarlfchen Staatsbahnen teilt mit: An einem Bahnübergang in der Nähe der Bahnstation Bersss bei Budapest wurde ein-Lastkraftwagen von einem Lastzüge erfaßt und zertrümmert."Zwei Insassen des Automobils waren auf der Stelle tot, zwei wei- t«e erlitten überaus schwere Verletzungen. Wetterkatastrophe i« Norwegen. Die norwegische Provinz Tronkhcim wird von einer großen Uebevschwemmungskatastrophe, die zahlreich« Erdrutsch« zur Folge hat, heimgesucht. Sämtliche Wußläuf« steigen stark anl Zahlreiche .Häuser wurden zerstört, tausende von gefällten Bäumen weggeschwemmt, mehrere Brücken vom Wasser fortgerissen. In Leksviken ist infolge Dammbruchs das Elektrizitätswerk rmtevspült worden. Di« Pest auf Java. In einigen Orten Ost- und Mitteljavas herrscht seit mehreren Wochen eine Pestseuche. Bor etwa Monatsfrist brach sie in einer nordwestlich von Bantuug liegenden die Oesterreicher eben allesamt. Ein weich« Mensch, der-den Zusammenbruch spurt, läßt eben den Kopf früher hängen wie irgend ein anderer. Wir haben ihm das nicht verdacht. Wer—— ein Held? Ein Held— das war Adolf Hitler nicht. Ein kurzes Schweifen. Jeder von uns überlegt sich, ob er selbst ein großer Held gewesen ist., Keiner von uns maßt es sich an. Jeder von uns hat seine großen Tage und feine kleinen Stunden gehabt. Jeder von uns ist stolz auf irgendeine besonders schneidige Geschichte, und jeder von uns weiß, daß besonders bei den Bayern am Schluß mehr oder minder alles „madig" war j— zwischen Verdun und der flandrischen Front. Adolf Hitler hat bi- jetzt ja auch kein große- Aufsehen von seinen Heldentaten an der Front gemacht. Er hat kein Buch geschrieben, in dem er sich wie Mussolini als tapferer Held aus einem Guß vom Scheitel bis zur Sohle und von der Helmspitze bis zum eifenbeschlagenen Stiefelabsatz photographiert. Er gleitet sogar in seinem Buch„Mein Kamps" ziemlich oberflächlich über seine Kriegszeit hinweg. Um diese Lücke auszufüllen, hat irgendwer ein KricgSbuch„Wolf Httler im Felde" geschrieben, in dem man so etwas wie eine Front- Apotheose versucht. Wer den Weltkrieg jedoch nicht nur von der Marmorhall« seiner Denkmäler, sondern sozusagen von der Gesindestube oder von der Feldküche her kennt, der lächert etwas dabei, Nach diesem Heldenepos ist Wolf Hitler bereits 1815 Meldegänger beim Stab deS bayerischen Reserve-Regiments Nr. 16 gewesen. !„Meldegänger beim Regiment", das ist ja nun gerade kein« hundertprozentige Lebensversicherung gewesen. Ortschaft auS, wo ihr 18 Menschen zum Opfer fielen. Gegen Ende Jänner wurde amtlich bekanntgegeben, daß auch in anderen Ortschaften, por allem in der Umgebung der Stadt Surabaya, Pesterkrankungen aufgetreten seien. Nunmehr wird aus Samarang berichtet, daß im dichtbevölkerten mitteljavanischen Distrikte Kadu, ein in der Regentschaft Temanggung liegender Ott von der Außenwelt abgeschlossen werden mußte, da in der verflossenen Woche 14 Todesfälle durch Lungenpest zu verzeichne» waren. Die Fra« hat im Kreise d« Männer den Mund zu halten. An der Universität Halle wurde« anläßlich der Reich-gründungsfeier di« für wissenschaftlich« Arbeiten den Studierenden zuerkannten Preise vetteilt. Die Arbeiten werden mit einem Kennwort abgegeben; die Preisrichter habe» also keine Ahnung, wer der Ber- fchser ist. Diese- Jahr wurde, wie wir in der „NLZ." lesen, der Preis der medizinische» Fakultät einer Arbeit mit einem etwas arroganten Kennwort zuerkannt. Unter diel Lobens und Preises wurde die Arbeit mit der Bezeichnung „mulier taeeat in ecelesia!"(in grobem handfestem Deutsch etwa so viel wie:„Die Frau hat im Kreise der Männer den Mund zu hockten!"— männliche Kommilitionen pflegen dies« lateinische Floskel chren weiblichen Konkurrenten manchnuck zuzurufen) als die preiS- würdiaste erklärt. Als man die Umschläge mit den Namen der Preisarbeiter öffnete, stellte sich heraus, daß der Preisträger, die die Frau im Rate der Männer schweigen heißt, niemand anders als— eine Studentin Hiwe Sp. ist! Zu ihrem drastischen Humor und der glänzenden Abfuhr, die sie der überheblichen Bur- schenhcrrlichkeit erteilt hat, verdiente die kluge Evastochter noch einen besonderen Preis. Elter« fordern Sühne. Im Lübecker Kindertod-Prozeß brachte am Freitag die Staatsanwaltschaft zum Ausdruck, saß die PlädoyerS der Verteidigung.ihre Ueberzeugung von der Schuld der Angeklagten nicht ins Wanken gebracht Hätten. Rechtsanwalt Dr. Wittern, einer der Vertreter der Nebenkläger, führte aus, daß die Verurteilung der Angeklagten in keinem Falle einen Freflpruch Calmettes bedeute;„sind di« Angeklagten schuldig, so sind sie es durch Professor Calmette geworden".— Rechtsanwalt Dr. Cantor trat diesen Worten energisch entgegen: Calmette habe mit dem Lübecker Unglück nichts zu tu«; er hoffe— erklärte Dr. Cantor —, daß das Gericht dies in seiner Urteilsbegründung feststellen werde. Schließlich erteilte der Vorsitzende dem Vertreter zahlreicher Eltern, Mün st ermann, das Wort. Er schloß fein« Ausführungen, die einen tiefen Eindruck hinter- ließen, mit dem Bekenntnis:„Ich bin ehrlich genug, zu sagen,«in Vergeben kann es für die Schmerzen, di« unsere Kinder erlitten haben, für di« seelischen Leiden, die wir Eltern durchgemacht HÄen, nicht geben. Wir verlangen Sühne. Dagerechte Urteil, das wir erwarten, muß«in flammendes Signal sein, daß sich ein Unglück, wie eS in Lübeck geschehen ist, nicht wieder ereignet!" Der^ähnliche" Kerr. Die- Berliner„Ente" erzählt: Wer ein bißchen was ist, läßt sich natürlich von Liebermann malen. Auch Alfred Kerr vom„932" tat solches. Nach der vietten Sitzung stieg er von seinem Stühlchen, stellte sich vor das halbfettige Porträt und kritisierte es.— „Ich kann mir nicht helfe«, ich entdecke noch nicht die geringste Aehnlichkeit," maulte der große Theaterkritiker.— Liebermann winkte ab:„Warten Se noch'n paar Tage. Det wird noch zum Kotzen ähnlich." Spiel de- Schicksals. Der englisch« Matrose E. A. Evans ist durch«inen glücklichen Zufall dem Schicksal der mit dem englischen H-Boot„di. II." Untergegangenen Mannschaft entkommen. Evans hatte an dem Tage, an dem das II-Boot„M. II." z« seiner TodeSfahrt startet«, feine Entlastung erhalten, um die er aus privaten Gründen nach- Herr Frick im Bezirksamt Pirmasens, Herr Oberst Hierl im Generalstab, Herr Kunze in Gardelegen und Herr Hustong in Berlin die haben die„Große Zeit" sicherlich bedeutend komfortabler verbracht. „Meldegänger beim Regiment"——— das war für das richtige Frontschwein sozusagen bereits der Beginn der Etappe und der Lebensversicherung. »Meldegänger bei der Kompagnie" das war eine ganz faule Geschichte. Da war man immer noch lieber einfaches Frontschwein jm Graben oder im Postemoch. Der„Meidegänger bei der Kompagnie" war neben dem Amt des Gruppen- und Zugführers die allerverfluchteste Angelegenheit. Auch der„Meldegänger beim Bataillon" war— wenigstens beim Großkampf— keine Lebensversicherung! Man hatte zwar ein an- ständiges Ouattier, eine warme Stube und«in weiches Bett. Zuzeiten aber mußte man dicht hinter der kämpfenden Front, von Kompagnie zu Kompagnie und wieder zurück zum Bataillon. „Meldegänger beim Regiment"—-—— das war schon ein« bessere Sache. Man braucht« nur in den seltensten Fällen direkt zu den Kompagnien vor. Meist erledigte man feinen Auftrag zwischen Bataillon urw Regiment. Im übrigen hatte der Regimentsstab»leist bereits ein schr annehmbares Quartier. AuS dem neuen Hitler-Buch geht hervor, daß zum Beispiel in jener Zeit, in der der Verfasser in der nächsten Umgebung Wolf Hitlers war, der ReyimentSstab in Fournes etwa zweieinhalb Stunden hinter der vordersten Stellung lag. Auch die sogenannte Rogiments-GefechtSstell«, die schr schön bewniert und gegen Volltreffer Erziehung zmn Frieden iß notwendig Tschechische Wissenschaftler und Kinftler gegen den Krieg. In einem Aufruf, welcher von einer großen Zahl der bekanntesten tschechische» Wissenschaftler und Künstler gezeichnet ist, wird am Vorabend der Abrüstungskonferenz di« Oeffent- lichkcit auf die NotwendiÄeit des Kampfes gegen den Krieg aufmerksam gemacht Die Fächerungen, welche die tschechische« Jntelek- tuellen erheben, sind weiwehend und außer- ordentlich Kar formuliert. Es genügt nicht, heißt es u, a., den Stand der Armeen und Flotten herabPrsetzen, sondern es ist notwerchig auch, das Zwangssthstem ständiger Armeen zu ändern. Die Staaten müssen vor allem auf den Luftkrieg und den chemischen Krieg verzichten und eine internationale öffentliche Kontrolle der Rüstungen und der Rüstungsindusttt« annchmen. Alle, die auf einen Ktteg hmarbeiten, müssen strafbar sein, so wie der Ätfeg selbst als Verbrechen erklätt wurde. Neben der militätt- schen Abrüstung ist es notwendig durch ziel- bewußte Erziehung zum Frieden i« allen Landern dre Erziehung zum Bölkerhaß zu unterdrücken. Durch Zusammenarbeit aller Staaten find die aussichtslosen Versuche, die wirtschaftliche Autarkie herbeizuführen, zu ersetzen. Die einzige Verteidigung des Volke» ist der Kampf gegen de« Krieg. gesucht hatte. Di« Entlassungsurkunde erreicht« ihn noch so rechtzeitig, daß er di« letzt« Fahrt deS II-Bootes nicht mitzumache» braucht«. Uebersall«ms«in« Kraukeuschwester. Monw., gegen 1 Uhr mittags wurde auf der Universitätsklinik des Professors Dr. Arzt im Allgemeinen Krankenhaus« in Wien auf die dort Dieust machende weltliche Oberschwester Anna Prinz ein frecher Raubaufall verübt. Ein ungefähr 40 Jahre alter Mann überfiel di« Oberschwester im Dienstzimmer der"Klinik, würgt« sie derart, daß sie zu Boden stürzt«, und raubte aus einem Schreibtisch, in dem sich ein Geldbetrag von 8000 Schilling befand,«inen Barbetrag von 600 Schilling. Die Oberschwester hatte noch die Kraft,«ine Kanne gegen dos Fenster deS Zimmers zu Wersen, so daß durch die in Trümmer gehenden Fensterscheiben das Personal alarmiert wurde. Dem Täter gelang es jedoch zu flüchten. Tie Oberschwester mußte auf Vie zweite Unfallstation gebracht werden. Die Tat dürfte«in früherer Patient der Hautklinik des Professors;Arzt verübt haben. Der Raubanfall war wohlvorbereitet, denn der Täter hatte die mit der Prinz gleichzeitig Dieust machend« Schwester Kreier unter einem Bor wände auS dem Gebäude entfernt. 32,1 Millionen Einwohner in Polen. Rach den definitiven VollSzählungSergebnifse« zählt Polen..... i 32,120.000 Einwohner, d. i. 82.2 auf 1 Quadratkilometer. Im Jahre 1921 betrug di« BevökkerungS«’/> dicht« 69.2. Vom ftandtanl» Empfehlenswertes aus vei» Programmen« Dienstag: Prag: 11: Schallplatten. 17.85: Schallplatten. 18.25: Deutsche Senhlmg: Kratz: Da- Kärntner Alpenland. 19: Jazzmusik. 21: Orchesterkonzert,'— Prunn: 12.35: Orchesterkonzert. 1825: Deutsch« Sendung: Reznik: Ausgabe, und Ziel« der landwirtschaftlichen Selbsthilfe. 20.05: Nordmährischer Abend.— Mähr.-Ostrau: 15.30: Klavierkonzert.— Bettln: 11.15: Blasorchestcrkonyert. 20.80: Mozart. —Breslau: 20: Lehar.— Königsberg: 19.30: Orchesterkonzert. 21; Blasmusik.. Leipzig: 20: Märsche und Walzer. gesichert war, lag etwa drei Kilometer hinter der Front. Im übrigen wird der brave Woks Hitler von feinem begeisterten Historiker natürlich«ach allen Regeln der Kunst„glorifiziert. Er ist sozusagen der hundertprozentige Feldsoldat komm« ll saut. Er haut und schießt und sticht wie ein tapferer Held. Er läuft mit Todesverachtung zwischen Regiments- und Bataillon-stad hin und her. In der Unterkunft ist er«in liebenswürdiger Kavalier gegen di« einheimische Bevölkerung. lleberhaupt— em ganzer Kerl. Ma» soll den braven Soldaten Hitler deswegen nicht schlechter machen als er ist, weil ein ungeschickter Historiker den Meldegänger beim RegimentSstab RJR. 16 über den Schellen- König lobt. Wir sind ihm auch nicht gram, weil sein Äompogniefuhrer über ihn sagt:„Am Schluß ist er bereit- mächtig madig geworden." Vermutlich ist der brave Soldat Hitler genau so durch den Ktteg hindurchgegangen wie wir. Er hat angegriffen und Hurra geschrien, wen» es ihm besohlen war. Er hat sich gedeckt und in den Dreck geschmissen, wenn eine dicke Granatenlage ihm üebr den sanften Scheit«! geflogen ist. Er hat geflucht, gefressen, geschimpft, gestöhnt und vor Zorn und Wut gekocht wie wir! Er hat tausend Tode durchaestaNden wie wir. Wie jeder„unbekannte Soldat" der großen Zeit! Nur«in Unterschied besteht zwischen unS. Wir halten da- Monk. Er und seine Clique macht ein politisches „Geschäft daraus und wir verdächti gen keinen,-er mit uns zusammen im selben Graben dies alles ausgestanden hat, deswegen, wttl er jetzt anderer politischer Gesinnung ist, der FeWeit und d«S Landesverrats, Nr. 28. Calaban. Von Rhedo. Dienstag, 2. Feber 1932. Tierprozesse im Mittelalter. Stadt Autun contra Ranten. Ein gefchickter Offizialverteidiger. Ein Hahn legt Bafilisfeneier. Bette D Imiesen und könnten sich nicht leicht selbst einen detaillierten Einblick verschaffen. Die BohemiaSandelsgesellschaft" endlich sei an sich gar nicht in aussichtsloser Lage gewesen. Ihre Geschäfte hätten sich günstig entwidelt und nur durch den Dr. Piseeky hielt sich Bedenkzeit für die Annahme des Urteils offen. Staatsanwalt Dr. Časlavsky meldete Nichtigkeitsbeschwerde gegen sämtliche Freisprüche und Berufung gegen die Zuerkennung des bedingten Strafvollzuges gegenüber Pisecky an. Blutige Kirchweih. Ein Totschlag. Eröffnung der ersten Schwur. gerichtsperiode. rb. Er entsprang nicht in der tausend und einen Nacht Scheherezadens flugem Köpfchen und fam weder mit Aladdins Wunderlampe unter Eine seltsame Erscheinung früherer Zeiten zweiten anberaumten Termin erschienen die Rat- rach der Mutteranſtalt fei sie mitgeriffen dem Arm noch einem fliegenden Teppich unter find die Anklagen und Prozesse gegen Tiere. ten wieder nicht, und ihr Verteidiger machte gel- worden. So seien die beiden Direktoren Ios unb den Füßen und tausend Zaubersprüchen im Solche Tierprozesse waren zum Beiſpiel in Frank- tend, daß sie gern kommen würden, wenn der Viškovsky von vornherein erfulpiert. Das VerBeutel direkt aus dem Reiche des Kalifen in reich von 1100 bis 1700 sehr häufig; in dieser Gerichtshof ihnen freies Geleit" zusicherte, d. h. fahren gegen den Vorsitzenden Hyroß ist bekanntlich Berlins nüchternes Lichterfeld, wo er trop seiner Zeit sind zweiundneunzig derartiger Fälle zur wenn seitens des Gerichts die Haftung übernom- ausgeschieden worden, da der 70jährige Angeklagte Weisheit vergaß, seinen neugierigen Nachbarn Aburteilung gekommen. Der letzte der angeklag- men würde, daß sie sich ruhig auf die Straße sich mit schwerer Krankheit entschuldigen hatte. Antrittsbesuche zu machen. Mit nichten. Er kam ten Sünder war sogar eine friedliche Kuh. Ein wagen könnten, ohne von Sagen angegriffen zu aus jenem Teile des alten Desterreich, wo der Hund, der einen Menschen biz, ein Stier, der ihn werden. Da diese Haftung nicht übernommen aus jenem Teile des alten Desterreich, wo der mit den Hörnern aufspießte, wurde vor Gericht werden konnte, entschied das Gericht den Prozeß Orient mit dem Otzident zu verschmelzen beginnt, und dies war die einzige Konzession, die er seinem gestellt, denn die Richter der damaligen Zeit zugunsten der Ratten. Es wurde ihnen nicht verNamen machte. Aber insgeheim lebte er das glaubten, daß in dem Tier eine absichtliche Bos- wehrt, sich weiter im Bezirk aufzuhalten. Jm Jahre 1457 wurde in Sauvigny einem geheimnisvolle Leben eines Zauberers, und heit sich geltend mache, die man bestrafen müsse. feineswegs eines besonders bösen. Er tat nur wenn zum Beispiel der Fall eintrat, daß irgend- alten Mutterschwein der Prozeß gemacht. Es feineswegs eines besonders bösen. Er tat nur in der Nacht und im Schein einer bescheidenen ein Bezirk von Ratten oder Mäusen über- war angeklagt mit seinen vier Jungen ein kleines in der Nacht und im Schein einer bescheidenen schwemmt wurde, so wurde den Tieren zunächst eind getötet und aufgefressen zu haben. Der Lampe, was alle Zauberer im Reiche Harun al ein Verteidiger bestimmt und darauf die Ver- Verteidiger trat hier nur für die Ferkel ein, die Lampe, was alle Zauberer im Reiche Harun al Rajchids ungestraft tun durften, und machte sich, handlung angesetzt. Wenn die Angeklagten auf doch sicher nicht aus Bosheit, sondern nur dem unbekümmert um die Gesetze, die das Münzamt dreimalige Aufforderung nicht vor Gericht er- bösen Beispiel der Mutter folgend gehandelt haterfanden, das Kleinveld, das er zum Leben schienen, wurde der Fall in ihrer Abwesenheit ten. Demgemäß wurde die alte Sau öffentlich brauchte, selbst. Und da sich inzwischen die Zeiten verhandelt, und wenn ihr Verteidiger ihre Un- auf dem Marktplatz gebenkt, während die kleinen geändert hatten, ersetzte er den veralteten Zauber- schuld nicht genügend zu erweisen vermochte, Ferkel begnadigt wurden. Prag, 1. Feber. Die erste Schwurgerichtsperiode des laufenden Jahres wurde heute unter Vorsiz des stab durch den Prägstod. wurden sie verurteilt, bis zu einem bestimmten Als frassester Fall ist der Prozeß gegen einen OGR. Mrazet mit einer Antlage wegen LotDas Unheil, das er anrichtete, ist sozusagen Tage den Bezirk zu verlassen, widrigenfalls sie Hahn zu erwähnen, der im Jahre 1474 in Basel schlages eröffnet. Es ist ein Fall, der sich in dem imaginär, und der Schaden, der daraus erwuchs, ausgetrieben werden würden. Einmal fam es vor sich ging. Der Hahn war angeklagt, ein Ei bei solchen Tragödien üblichen Schema bewegt. Der ist, gemeffen an den Schäden, die größere Schädin einem solchen Mäuseprozeß wirklich vor, daß gelegt zu haben. Ein solches Basiliskenei" war 20jährige Kutscher Franz Cinta wollte nach der linge schufen, ohne daß ihre Namen in den Spal der Verteidiger es fertig brachte, feine Klienten damals bekanntlich von Zauberern und Segen seirchweihtanzerei in Revničov ten der Zeitungen in fettestem Fettdruck zu finden so geschickt zu vertreten, daß sie freigesprochen ichr begehrt, ein Hahn aber, der ein solches Eiklad no die Mago Maria Solsky nach Hause bewaren, praktisch null. Salaban war ein Ver- wurden. Dieser ungewöhnlich fähige Verteidi- zu legen vermochte, mußte schon mit dem Teufel gleiten. Das Mädchen fand keinen Gefallen an ihm brecher in fleinem Stil, aber ein Gesebesüberger war der Advokat Chassensée in Autun um in Verbindung stehen. Der arme Hahn hatte und ging mit zwei Freundinnen heim. Cinta folgte treter großen Formats. Er sprang mit einer bas Jahr 1400. Die Vorgänge bei diesem Pro- also nichts zu lachen. Sein Verteidiger hatte ihnen und blieb abwartend stehen, als sich seine Elastizität, die beinahe einer besseren Sache wert zes find so grotest, daß sie der Vergangenheit einen schweren Stand und es gelang ihm auch Erkorene vor dem Hause ihres Dienstgebers von gewesen wäre, über die Barriere des Gesetzes und entriffen zu werden verdienen. nicht, den Hahn vor dem Tode auf dem Scheiterbermied feine hallstride mit der Geschicklichkeit Wie es Brauch war, wurden alle Ratten, haufen zu bewahren. Auch das gefährliche Ei ihren Begleiterinnen verabschiedete. eines Afrobaten. Daß er sich schließlich dennoch die in unerhörten Mengen aufgetreten waren wurde mitverbrannt. Zufällig kam der gleichaltrige Franz Hendrych darin fing, war das Pech des allzu selbstbewuß- und den Bewohnern der Stadt sehr läftig fielen, Im Jahre 1451 wurden in Lausanne borbei, der ein Zündholz anriß, um zu sehen, ten Artiſten, vielleicht auch nur die Folge eines aufgefordert, sich zur bestimmten Stunde zur etliche Igel, die man vor Gericht geschleppt hatte, wer da auf der Straße stehe. Cinta beschimpfte ihn Sicherheitsgefühls, in das zwei erfolgreiche Jahre Verhandlung einzufinden. Ihr Verteidiger verurteilt, innerhalb drei Tagen die Stadt zu und als sich der andere dagegen verwahrte, warf er auch das scharfdenkende Hirn eines Salaban führte an, daß die Vorladung an alle Ratten er- verlassen. Die Igel aber tehrten sich nicht an ihn auf die Straße, zog einen Dolch hervor und wiegen mußten. gangen sei, daß aber nicht alle zu erscheinen ver- das Urteil, sondern blieben an Ort und Stelle, versezte seinem Gegner insgesamt neun Stiche Nicht daß er zwei Jahre lang eine mit ver- möchten, da viele von ihnen noch zu gart, andere worauf sie auch noch in den Bann getan wurden. in als, Brust, Kopf und Rüden. Dies geschiedenen Salben geriebene Polizei an der Nase aber fräntlich seien. Sie bäten deshalb um Auf- Und nun ist, den Berichten nach, int ganz kurzer schah in der zweiten Nachtſtunde des 19. Oktobers herumführte, sondern wie er sie herumführte, ift fchyub. Diese Bitte wurde vom Gericht genehmigt. Beit die ganze Igelfamilie gestorben, ein schla- b. J. Am 24. Oktober starb Hendrych im Kladerwähnenswert. Die 30.000 falschen Zweimark In den Archiven von Autun findet man die, gender Betveis für die Wirksamkeit des Bann- noer Spital an eitriger Bruftfellentzündung. Die ftüde find an sich gewig harmlos und schädigen Berichte über den weiteren Verlauf. Bei dem spruchs. Hans F. Staaten. den Staat beträchtlich weniger, als es unter Umständen ein paar Belzmäntel oder Sflaretsche Unterschriften, die nicht da sind, vermögen. Die 30.000 3peimartstüde bedeuten im Grunde gar nichts. Meisterhaft aber und bewundernswert, soweit man das Schlechte vor den Augen der patentiert Guten bewundern darf, war die Art, wie er sie unter die Leute brachte. Der Mann mit dem orientalischen Namen arbeitete im fleinen, und fast sieht es aus, als wäre fein Verbrechen Sport gewesen. Vielleich: war er ein bedeutenderer Sporismann als Nurmi oder irgend einer der Schwimmer, Läufer und Boyer, die schwer an dem Attribut groß" tragen. Von den Brüdern Saß weiß man heute noch immer nicht, ob sie Genies oder bloß Brüder sind und höchstens dieses Nichtwissen spricht für das erstere. Bon Talaban, der sich vorzustellen vergaz, folange er unbekannt als Fremder unter Fremden lebte, weiß die Mitwelt, seit die ihm den Prägstock entwand, daß er ein großer Zauberer mit fleinem Nußen war. Nazi- Geschichten. Das Ponim. Als Herr Reichstagsabgeordneter Josef Goebbels cines Abends in seinem gewohnten Stammlokal am Kurfürstendamm sitt, in dem Schwarz und Blond einträchtig verkehren, bietet ihm ein Zeitungshänd. einträchtig verkehren, bietet ihm ein Beitungshändler, der einem semmelblonden Jüngling gerade einen ,, Angriff" verkauft hatte, seine Zeitungen an. 8- Uhr- Abendblatt" gefällig, Tempo", der Goebbels fährt den Händler an: Abend" Ja, zum Donnerwetter nochmal, warum bieten Sie mir nicht auch den„ Angriff" an, wie dem Herrn, der das einzig deutsche Blatt eben gelauft hat?" Der Händler( treuherzig und stockend): Mein Herr ich hab' mir nich getraut man tann nie wissen, ich hab' Ihr Gesicht, schon Lehrgeld bezahlt." Gemietlic Auf dem Dresdner Hauptbahnhof gegen Mitternacht. Ein Nationalsozialist tritt an den Bei. tungsstand und verlangt Goebbels„ Angriff", der gerade wieder einmal verboten ist. Der Zeitungshändler: ' n Angriff? Nee, dän kann ich Ihu' leider nich gäm. Aber b'leicht nähm Se was anders Sibsches?" Ueberzeugen Sie sich! Im Angriff" dementiert Dr. Goebbels die schamlosen Verleumdungen gegen seine wehrlose Frau": Gerichtssaal 99 bet Obduktion stellte fest, daß einige der Stiche absoInt tödlich waren. Der Angeklagte verantwortete sich mit Notwehr. Hendrych habe als Erster ein Messer gezogen, und um ihn los zu werden", habe er zu seinem Dolch gegriffen, der übrigens nach seinen Ausmaßen und seiner Beschaffenheit von den Sachverständigen als berbotene affe" im Sinne des Waffenpatentes qualifiziert wird. Die Verteidigung des Angeklagten wird indessen von den Zeugen widerlegt. Nach einstimmiger Bejahung der Schuldfragen auf Totschlag und auf UeberDas Urteil im„ Bohemia"-Prozeß. Qberdirektor Dr. Pisecký: sechs Monate. Die übrigen freigesprochen Brag, 1. Feber. Heute, um 11 Uhr vormittag, Aufwendung der pflichtgemäßen Sorgfalt eines verkündete Senatspräsident Dr. Sraba nach zwei- ordentlichen Kaufmannes ein Memento fein tägiger Beratung das Urteil. im Prozeß gegen die sellen, sich nicht auf Geschäfte einzulassen, die in leinem Verhältnis zu dem Format des UnterFunktionäre der„ Bohemia"-Bant. nehmens standen und auch mit dem Bankgeschäft nichts zu tun hatten. Gegenüber der Meinung tes Berteidigers, die Sache sei schon verjährt ge wesen, als die erste behördliche Vernehmung erfolgte, ist das Gericht der Anschauung, daß zwar tatsächlich formell die Verjährungsfrist bereits verstrichen Die heute begonnene Schwurgerichtssession wird war, ehe es zum Eingreifen der Behörden kam, doch die nächsten zwei Wochen ausfüllen. Außer vier fei eine Schadensgutmachung nicht erfolgt Morden( darunter zwei Gattenmorde) und und daher eine Verjährung nicht eingetreten. der auf zwei Tage berechnete große Mordprozeß Oberdirektor Dr. Bisecky wurde des Bergehens der fahrlässigen Kriba nach§ 486 St.-Ge. schuldig erkannt und zu sechs Monaten Arrest, berschärft mit einer Faste nebst Tragung der Prozeßkosten, berurteilt. Die Strafe ist auf zwei Jahre bebingt. Die anderen Angeklagten wurden frei gesprochen. der Gerichtshof den Angeklagten zu einer Strafe von tretung des Waffenpatentes berurteilte brei Jahren schweren Kerkers, verschärft durch Einzelhaft am Tage der Tat.. Einzelhaft am Tage der Tat. Die Geschädigten, soweit sie sich dem Strafver- Hinsichtlich der angeklagten Verwaltungs- Roc) stehen u. a. zwei Verhandlungen wegen Totfahren angeschlossen haben, wurden auf den 3ivil- räte hält das Gericht den Nachweis einer Schulb ichlags und zwei wegen Raubes auf dem Prorechtsweg verwiesen. nicht für erbracht. Abgesehen davon, daß viele gramm. rb. Auch das Postärar gegen Sinta. Eger, 1. Feber. Im Laufe der geutigen VerIn der umfangreichen Urteilsbegrün- von ihnen noch in letter Stunde sehr namhafte dung verweist das Gericht darauf, daß Bisecky Beträge aus ihrem Vermögen der Bank anderals Oberdirektor die Geschäfte in der Hand hatte, An trauten, deute auch sonst alles darauf hin, daß sie dem Amerikageschäft wird scharfe Stritit geübt, ebenso in gutem Glauben gehandelt hätten, zumal der an der Geschäftsgebarung der Auslandsfilialen. Die Optimismus des Ministers Sonntag, verbunden handlung gab der Vertreter der Prager Postdirektion Geschäfte seien un fachmännisch, leichtsin- mit den mehrfachen günstig verlaufenen Revisionen die Erklärung ab, daß das Postärar sich dem Strafnig, zum Teil hasardmäßig abgeschlossen und den verschiedenen Fusionierungsplänen mit berfahren gegen den Angeklagten als Privatbeteilig worben. Das Gericht habe auch die damalige anderen und größeren Banken die Sache in gün- ter anschließe, weil Sinka angeblich durch Fäl Unsicherheit der Valutaverhältnisse und anderer stigem Licht erscheinen ließen. Die Verwal- schungen der Gewichtsangabe von Postäußerer Momente in Erwägung gezogen. Aber tungsräte seien auf die Referate der sendungen der Postverwaltung einen Schaden von rb. gerade diese Unsicherheit hätte dem Verurteilten bei obersten Teitenden Beamten ange- 2000 K verursacht haben soll. „ Karriere.“ Komödie gegeben, ein wertvoller Stoff, und das Vor-| bereitete Satire verzehrt sich im Laufe der Handspiel läßt feinen Zweifel darüber offen, daß Mayer lung selbst und zeugt durch eine dramatisch mehr als Erner von dieser verführerischen dramatischen Ab- unwahrscheinliche Selbstbefruchtung die Umkehr Tepliger Uraufführung der Komödie ficht ausgegangen war. Der erste Att bestätigt diese ihrer selbst. von Karl Mayer- Erner. Ist die Komödie also in ihrem Wesen unwahr Annahme. Er führt uns in das Privatpalais des Aus Teplitz wird uns berichtet: Bankhauses Werner. Das niedliche Töchterchen durch den Widerspruch, so kann man ihr einen Man bleibt im Unklaren darüber, wo das Stück Gisi, das seine pervers- erotischen Wunschträume um unterhaltenden Wert nicht absprechen. Der Aufbaub anzupaden ist. Das Vorspiel und der erste Akt ent- Sensationshelden à la Schmeling und Al Capone ist gut, wirkungsvoll; der Autor verrät dramatischen wideln zur Exposition die pervers durcheinander- webt und die delphisch orakelnden Worte vom Instinkt. Manchmal gerät die Handlung ins Stolgeschüttelten Bruchstücke einer aus den Fugen ge- Selbstmord eines früheren Gesellschafters der Firma, fen; dann hört man sozusagen die Ventile des beratenen Welt. Im Vorstadtbeißt Café Kreuz" wird die ziemlich eindeutig an eine verbrecherische Ber- wußten Geschehens zuklappen, alles wartet und die eine Schau moralischer Restgüter ausgestellt: gangenheit des Reichtumes erinnern die ergän- Akteure sagen Geistreiches auf. Aber in den vier Bildern ist soviel dramatische Strolch, Dirne, zwei taufmännische Petitenschieber, zen die Prämisse, die folgerichtig die KonjunkturAktivität, daß es einem leid tut, daß der Autor weihoffnungsvolle" Jünglinge beim Billard, ein karriere des Lumpen verlangt. an die Peripherie der Gesellschaft gedrängter Pro- Aber welche Ueberraschung! Der Autor entdeckt selbst ihr den Stoff entzogen hat. Er hat uns und fessor, aso geistiger Lumpenproletarier. Hier findet auf einmal seine Sympathie für diese Karriere, die sich dadurch um eine nicht nur sehr wirkungsvolle, die Nachricht, daß der Mörder Konstantin Miljukov er in Schmutz beginnen und von fragwürdigsten sondern vor allem um eine notwendige Komönach zehnjähriger Kerkerhaft im Wiederaufnahme- Protektionen fördern lich. Er entdeckt, daß der die gebracht, um eine Komödie, die wirklich zu verfahren freigesprochen wurde, begeisterten Wider- Mörder Miljukov eigentlich ein ganz prächtiger fchreiben war und auf die wir immer noch warten! Der heimische Dichter hat bei dem Direktor hall. Nicht als Manifestation der Sympathie für Kerl ist. Aus der so sorgfältig als lumpig egponier einen zu Unrecht Verurteilten, sondern als eine der ten Karriere oder Konjunktur wird eine Karriere Regisseur Fris Kennemann und bei den Dar Sensation zujubelnde Ovation und als Kampfruf des Verdienstes. Der Autor selbst desavouiert den ſtellern viel Liebe und Sorgfalt für sein Werk gedes zur Opposition gegen die Justiz grundsäglich Bildhauer, dessen Notrufen er mit so viel Herzens- funden. Viktor Geschmeidlers Bildhauer ist entschlossenen Außenseitertums. Diesen Sturm trieb- wärme eingeheizt hatte; er findet selbst die sittliche eine Künstlerische Charakterstudie besonderer Art. hafter Begeisterung versucht der Bildhauer Schuh- Rechtfertigung für die Mordtat vor 10 Jahren und Viktor Sarl( Artur Werner), Gertrud Scott In der Wüste der landesüblichen Kirche Mün riegel vergeblich mit seinen Plädoyers für Kunst bestätigt die fühnende Kraft der Kerkerjahre; und( Gist), Maria Frene( Anna), Franz Anderchens gibt es eine erquidende Dase: das Restaurant und Menschentum zu beschwören; man padt ihn bas pervers erotisierte Millionentöchterchen erwacht mt a ntn( Miljukov) und Gustav Hild( Straßbur Schwarz. Die anziehende Kraft seiner Schalets und beim Kragen, setzt ihn an die Luft und folgt jubelnd aus der mauligen Langweile seines Divans plöglich ger) vertreten in ausgezeichneten Leistungen die frei- führenden Rollen. Werner Hammer( SiegRitscherts ist so start, daß selbst der Generalstab dem im Triumph durch die Straßen geleiteten Mil- aur Entschlossenheit eines starken Herzens Hitlers sich insgeheim an Schwarzens Töpfen delet- jukov. Frau Dr. Goebbels ist eine geborene Ritschel und selbstverständlich rein arischer Abstammung. Wer daran zweifelt, dem steht es frei, sich durch Augenschein davon zu überzeugen." Bejichtigung zu jeder Tages- und Nachtzeit. Heil! Abneigung. lich nicht ohne rückfällig zu werden und seinen fried) spielt immer mehr passiv. Im Vorspiel sind tiert. In den Tagen der Turbulenz kam es vor, daß Diese, dem Autor in der Milieuschilderung aus Kampf der Liebe lächerlich zu machen durch die Christa Christ!( Mizzi, Josef Bichart( Strolch) fich Scharen der Hitler- Truppen auch in die stille gezeichnet gelungenen Szenen des Vorspieles geben Schlußworte: Was ist jetzt Einstein, Schmeling und Bernhard Wilfert( Professor) durch be Straße zu Schwarz verirrten. Frau Schwarz stand eine zwingende Exposition. Ihre unerbittliche Ston- oder Al Capone gegen bich?"- Kurz: das Gegen- fonders originelle Auffassung erwähnenswert. Die Uraufführung wurde von einem ausver unerfchroden bor der Türe ihres Hauses. Nieder sequenz muß heißen: in einer herunter teil von dem, was die Prämisse unter Beweis stellen mit den Juden! Guten Abend, Frau Schwarz! getommenen, umgewerteten, von bru wollte, tritt ein: zwei Tüchtige, Aufrechte machen lauften Hause mit sehr herzlichem Beifall entgegen Weg mit den Juden- Küß die Sand, Frau talen Instinkten beherrschten 3eit Karriere; es gibt Sieg, wo die Exposition Nieder- genommen; Darsteller, Spielleiter und Autor wurSchwarz!" so zogen die Träger des Hakenkreuzestann jede Iumpigste Sensation ihre lage prophezeit hat und es unterliegt, was der ben wiederholt vor den Vorhang gerufen. Ernst Thouer. borüber. Karriere machen! Damit war der Stoff für die Autor als siegreich exponiert hat. Die so wohlbor Seite 6 Dienstag, 2. Feber 1932. PRAGER ZEITUNG. und alle anderen als Marcell, Fuchs als Schaunard und Ander. ien als Collin war sehr unbeträchtlich. Sehr anerkennenswert dagegen die Meisterung all der ungezählten Schwierigkeiten dieser Partitur durch Kapellmeister Rudolf. " Komödie Nr. 28. Spielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr:[ fenntnissen und seiner Frau- die volle, blonde Intimitäten", Komödie von Coward.( Ab.) Hilde Rosch mit entsprechender Sentimentalität Donnerstag, 8 Uhr:„ Nina", Komödie von Bruno und einer Ingenieurin von Frl. Hanna Waa Frant.( Ab.) Samstag, 8 Uhr: Dittatur mit Städterschlankheit und Ueberlegenheit gespiel der Frauen". Sonntag, nachmittags 3 Uhr:-, eine Geschichte, in der dann die Erde bebt unt intimitäten".( Ab.) Abends 7.30 Uhr: die Höfe brennen, bis alles unter der Führung des Professor Bernhardi", von Raplans gut ausgeht. Interessant ist die Musi Schnißler.( Ab.) die war nicht aus dem Rahmen der gewöhnliche: Alpenstimmungen geht, aber in einem Song del Bergbahnerinnert sehr an Weill und Křene! - recht originell ist. Das Ganze hinterläßt eine velkommen unorganischen Eindrud von Szenen, di zusammengepidt sind, ohne Notwendigkeit und Logif man sieht Rührbilder von Mutter und Kind, hör. den Pfarrer wettern, sieht Lawinen und einen Ver. schütteten, furzum, das Rüstzeug eines 100 progentigen Großtonfilms der Weltproduktion" wird geboten. W. Lg. Mittwoch, den 3. Feber, Kindernachmittag um 3 Uhr nachmittags in der Gec. Eine Aufgabe der neuen Stadtvertretung bier um eine junge, ernsthaft strebende Stünstlerin sollte es sein, die elettrischen Straßenhandelt, muß auch auf die allzu fühlbare Enge der bahnen einer besseren Kontrolle zu unterwer- Höhe, auf das überstarke Tremolo und auf die leider fen. Der bemitleidenswerte Kunde dieser schönen fast durchgängige Wortunverständlichkeit dieser SänEinrichtung hat oft den Eindruck, daß es an der gerin hingewiesen werden. Sie Zeit wäre, die Psychiater auf gewisse Büros los mögen sich ein Beispiel an Riavec nehmen, zulassen. Wir haben unlängst auf das nette Ge- von dessen Italienisch ich trot unzureichender Kennt sellschaftsspiel verwiesen, das mit dem finnlojen nis dieser Sprache mehr verstand, als von dem Kinderfreunde Brag. Verlegen der Linien gespielt wird. Haarsträubend Deutsch des ganzen Ensembles. Was dieses übrigens aber ist die neue Vertehsordnung, die zu den Erfolg des Abends beisteuerte- Hagen eben von den Prager Straßenbahnen ausgegeben wird. Ihr zufolge muß man sich bekanntlich in Wagen anhalten, widrigenfalls man für alle Schäden verantwortlich gemacht wird, die man bei einem der Stöße des Wagens anrichtet. Nun gibt es aber erstens bei weitem nicht genug Griffe zum Anhalten( bei vollbesetzten, d. h. überfüllten Wagen reichen fie gerade für ein Drittel der stehenden Passagiere und gerade dann ist ja die Gefahr groß, daß man umfallend Schaden an richtet!) und zweitens gibt es feine Straßenbahn in einer europäischen Großstadt, deren Wagen führer so notorisch schlecht fahren würden, wie Nachdem unser Referat bereits zum Druck beför die Brager( natürlich gibt es Ausnahmen). dert war, erhielten wir aus der Theaterkanzlei folManche Fahrten sind eine Serie von Erdbeben, gende Nachricht: J. Riawee hat einem Ruf an das bei denen die Passagiere alle Minuten durch- Deutsche Theater für die Spielzeit 1932/33 Folge geeinandergeschlendert werden, daß fein Anhalten leistet. Der Künstler wird seine Tätigkeit in erster nügt. Die übrigen Bestimmungen der neuen Linie dem Prager deutschen Theater widmen und Verkehrsordnung sind ähnlich geiftvoll( selbst auf seinen Wohnsiz in Prag nehmen. Außerdem hat er dem Schoß darf man nur ein fleines Gepäditüd eine Anzahl von Ehrengastspielen in Berlin und fostenlos mitführen usw.). Folgende Bestimmun- Amerika( für die Sommerstagione Juli/ August) abgen wären unseres Erachtens völlig organisch geschlossen. noch einzufügen und find wahrscheinlich nur aus Versehen weggeblieben: der Revisor ist durch Das Publikum, sichtlich entzüdt von Riavec und von ihm schon nach der ersten Rantilene erobert, spendete außerordentlich starken Beifall. ** Riawee engagiert. L. G. Der Film Diftatur der Frauen, Lustspiel von Fred Erheben aller Passagiere von den Sißen zu grü eller und Adolf Schütz, am Samstag uraufgehen, Zuwiderhandlung wird mit 5 K Strafe beführt in der Kleinen Bühne, beruht auf dem GeTegt; wenn der Schaffner einen auf den Fuß danken von einer Jdee fann man hier wahrhaftig tritt, hat man ihm eine Strone Entschädigung nicht reden- Monarchie, Dittatur und Dollar zu zahlen; auf Anordnung des Vorgesetzten Aristokratie einander gegenüberzustellen. Die viel( Schaffners, Revisors) hat die gesamte Besatzung leicht auch für das Bürgertumt angesichts des Por nationale Lieder zu singen; Nichtbefolgung wird träts peinliche Wahrheit, daß Geburtsadel und Geldmit Strafe belegt; wenn der Schaffner auf eine adel in puncto Kassa einander völlig würdig sind, Hundertkronennote nicht herausgeben kann, darf, wird gemildert durch Liebesfäden zwischen Prinz er den Restbetrag quittieren und der Bassagier und Dollarprinzessin, und anderseits wird die vollfann ihn dann an der Remise beheben( kostet ständige Verkaltung einer regierenden königlichen ibn K 2.40, wofür ihm jede Bank das Geld wahr Familie dadurch verlangsamt, daß ihr durch die scheinlich auch wechselt) aber pardon, das Heirat zwischen der Prinzessin und einem Diktator baben wir nicht erfunden, das ſteht wirt frisches Blut zugeführt wird. Von irgendwelcher bis die Filmwoche. I ich brin! Einen Ausflugszug in die hohe Tatra für fünf Tage expediert die Staatsbahndirektion Prag Süd in den Tagen vom 12. bis 18. Feber zum Tretje von 424 K einschließlich Fahrgeld, Verföftigung, Unterkunft und Führung. Ter Bug wird Speise und Schlafwagen mitführen. Informa: tionen und Anmeldungen beim Rossenschalter Nr. 13 am Prager Wilsonbahnhof. Mitteilungen aus dem Publikum. Das Rezept des Augenarztes lann nur dann seinen Zweck erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepakt wird. Lassen Sie Ihr Rezept bei Optiker Deutsch, Prag, Graben 2, Balais Koruna", ausführen Kunst und Wissen Frage. Hans Albers. Sport- Spiel Spiel- Körperpilege Bürgerlicher Sport. Der Deutsche Fußball- Verband hielt am Sonic tag in Reichenberg seine Jahresversammlung ab. In der Hauptsache interessiert die Stellungnahme betreffs Einführung des Schweizer Systems ( weder Profis noch Amateure), es wurde abgelehnt. Der alte Zustand bleibt also. Bezeichnend ist jedoch auch der Antrag des Aussiger DFK., zu den Meisterschaftsspielen keine fremden( lies: ausländischen) Spieler zuzulassen, der gleichfalls der Ablehnung verfiel. Entgegen früherem Ujus, den Ber einen selbst die Ansehung von Meisterschaftsterminen zu überlassen, werden nun diese Kämpfe zu Beginn der nächsten Meisterschaftssaison ausgelost werden. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß das Jubiläums. jahr( 1981) mit einer Mehrausgabe von 17.000 K abschloß. Wie man sich aber des Pseudo- Amateurismus entledigen will oder wird, damit befaßte man sich trotz der sechsstündigen Dauer dieser Tagung nicht. Man wird sich hüten, in ein Wespennest zu stochern Sparta schlägt Admira Wien 7: 2( 5: 2). Tic Wiener holten sich in Prag eine hohe und berdiente Niederlage. Nichts war zu sehen von ihren guten Eigenschaften und nach der Pause konnten sie nur durch Mauern eine größere Trefferzahl verhin dern. Spartas Elf zeigte diesmal im Sturmt ein äußerst gutes Spiel, wie auch die übrigen Teile bei der Sache waren. politischer Gesinnung ist natürlich daber nicht die Ueberraschungen bei dem Slavia- Turn Rede und die völlige Gleichgültigkeit der Autoren gegen die Bedeutung sämtlicher Milieus, die sie zu ,, Sein Scheidungsgrund." ersten Spiel schlug DFC. den in letzter Zeit start aufgekommenen SK. Lieben 5: 1( 2: 1). Die Amüsierzweden ausnüßen, wird durch gelegentliche Ufa, die holde, beschäftigt sich sehr gern mit der Liebener hielten das Tempo nicht durch, wie auch ihre Plattheiten, die von der„ Betrachtung" der Zeit Liebe; also auch mit der Ehe und deren Folgen, die Hintermannschaft gegen den vorzüglichen DFC- Anereignisse herrühren, noch unterstrichen. Doch sind ja in Scheidungsfornt und Wiederverehelichung griff einen schweren Stand hatte. Slavia hatte das hier vielleicht schon zu viel Worte über ein Stüd, äußerst feudale und interessante Probleme für vor- gegen S. Na chod nicht viel zu bestellen und ver das zwischen gutem und schlechtem Wig hin und nehme Welten und Blätter sein können. Bekannt for 1: 2( 0: 2). Die Provinzler boten das bessere her pendet, ein paar lächerlich schwache und einige lich gibt es doch als Durchschnitts- und Allgemein- Spiel und haben ihren Erfolg vollends verdient. gelungene Szenen enthält, feinesfalls aber auch nur typen der Menschheit in Filmtübertragung DSV, Saaz gegen WAC. Wien 2: 3( 1: 3). Die eine Figur, die etwelche Charakterisierungskunst der Flugzeugfabrikanten und sonstige Befizer von AchtAutoren nachweisen würde. Soll man den an ver sylindern, die auch verheiratet sind; fie müssen im Saazer, die zum ersten Male in Wien spielten, schiedener Stelle bereits vorausgejagten Erfolg der mer arbeiten" und hier sind es immer wieder die haben dem Ergebnis nach ganz gut abgeschnitten. Weitere Ergebnisse. Kladno: SK. gegen Sk. Wiederholungen dieses Lustspiels um der Kassa des amerikanischen Verträge", die so anstrengen, daß Theaters willen wünschen oder ihn um wegen des die eigene Frau den eleganten und vornehmen Rozdělov 9: 1. Pilsen: Vittoria gegen S. Grund zum Maulen und Kročehlavy 6: 3( 4: 3). Teplit: TF. Profi dann sichtbar werdenden anspruchslosen Geschmacks Pintscher in Arm des Prager Publikums bedauern das ist hier die Greinen findet, an dem dann die Ehe in Brüche gegen Čechie Laun 8: 2( 3: 2). Komotan: geht. Aber bitte, in allen Ehren; mit viel Humor, DFK. gegen Hvězda Turn 7: 3( 3: 1). Rarls. Die Aufführung Regie Herr Hölzlin ber ja heute jedem im Herzen und Sinn zur Film- bad: KFK. gegen TFK. Zwodau 9: 1. Eger: gab immerhin Gelegenheit, die Damen Reichlin, operettenblüte wächst. Also gibts da einen befreun DFC. gegen SK. Waldfassen( Bayern) 2: 1( 0: 1). Carpentier und Ondra und Herrn Göy deten Justizrat, der schafft den Scheidungsgrund, Aussig: DFK. gegen VfB. Teplig 7: 3( 4: 0). neuerdings von den sympathischesten Seiten zu sehen. nämlich ein armes Mädel, das gerade Geld brauch: Brünn: Skt. Zidenice Profi gegen Amateure Bu 3 a peſt: Aegypten- Team gegen Herr Leitgeb übte sich wieder einmal in fünst- und für 500 Mark bereit ist, vor Gericht den An- 7: 4( 3: 3). lerischer Selbstüberwindung, Herr Bauer spielte schein zu erwecken, als ob sie und der Herr Diret- Wiener Sportklub 3: 0( 1: 0). Wien: Donau La Bohème. wieder einmal in charmanter Bescheidenheit einen tornein, nein, da soll sie eben die Aussage ber- gegen Wader 2: 1! München: 1. FC Nürn Unter den jetzt notwendigerweise gehäuften Gast bescheidenen König. Herr Reinhardt als Erzel- weigern. Das geschieht nun nicht, sie betritt den berg gegen Bayern 1: 0( 0: 0). Dresden: spielabenden in der Oper war der jonntägige, mit lens war nur in der Maste glaubwürdig, die Herren Gerichtssaal nicht, wodurch der Herr Flugzeugfabri Sportklub gegen Brandenburg 2: 1. Röln: Josip Riavec als Rudolf ,, der wertvollste. Seit Dudet und Beit als Graf und Dollarmillionär fant Gelegenheit hat, sie nicht kennen zu lernen Austria Wien gegen Städteteam 4: 2( 2: 2). vielen Jahren hat man in diesem Hause, wenn ich blieben fast ohne Wirkung. I. g. und sich dann in die Uebekannte auf der Straße zu Berlin: Hertha gegen Preußen 5: 0( 2: 0), Miverlieben; was beiderseits prompt geschieht, worauf nerva gegen Blau- Weiß 2: 2. von dem Ottavio Patakys absehe, lein solches tenör Heute„ Die Entführung aus dem Serail". In er sich als sein Angestellter ausgibt, um noch vor liche Belcanto gehört! Der Sänger verfügt über der heute stattfindenden Aufführung von Mozarts dem Glüdende eine Versöhnungsszene zu haben; und Slabia 3: 2. Gablonz: EV. gegen Sparta Eishockey. Je van bei Prag: DEHG. gegen eine zwar nicht große, aber ungemein edle, weiche Entführung aus dem Serail" absolviert Frt. der Justizrat wird rasch Justisminister, um ihnen Brag 6: 2. Eger: DEV. gegen HG. Nürnberg und warme Stimme, die musterhaft geführt und Räthe Walter vom hessischen Landestheater in die Heiratserlaubnis zu geben, trotzdem sie doch vor 5: 2. DImü: 2TC. Prag gegen Städtemannbeispielhaft ausgeglichen ist, von einer schwebenden Darmstadt ihr zweites Gastspiel auf Anstellung in Gott und der heiligen Justiz die Ehe miteinander ichaft 17: 3 und gegen EV. 16: 3. Prerau: Leichtigkeit und in der Höhe von einer Selbstver der Partie der Konstanze. Das Blondchen singt zum„ Zwei blaue Augen und ein Tango find schuld TC. Prag geg. S. 6: 0.3atopane( Polen): ständlichkeit, wie sie nur den besten italienischen ersten Mal Lotte Schönauer. Anfang halb 8 Uhr. davan..." daß der Regisseur 3eisler die nette Brünner EV. gegen Krakowia 3: 2, Troppauer EV. Tenören zu eignen pflegt. Ter Wohllaut dieser( 91- III.) Lian Dyers gut photographiert, reden und singen| Stimme ist insbesondere im piano und im mezza voce berückend, der Gesang geadelt durch eine bornerstag, den 4. d. vorbereitet. Neubesetzungen: Bertl träger in heiterer Stimmung tachinieren, weil sich Rabale und Liebe" von Schiller wird für Don- läßt. Der Wis erreicht ungeahnte Söhen, als Bad- egen Sokol Strakau 4: 0. bildliche vornehme Deflamation Und schließlich teilt Balovanicz als Louise, Leitgeb als Ferdinand, Schind- der kleine und reiche Morih so die arbeitende Menschsich der wahre seelische Ausdruck, den Riavec in ler als Präsident. Anfang 7 Uhr.( 93-1.) heit vorstellt. Nach seinem Ebenbild. Julius Fal feinen Gesang zu legen vermag, auch seinem Spiel tenstein brilliert wieder als guter Charakterimmerhin so wirfjam mit, daß man zu dieser Die literarische Sektion der preußischen Akademie Darsteller. Rünstlerschaft, auch wenn sie nicht von einer blen der Künste hat ihren Mitgliederbestand von 25 auf denden Erscheinung unterstützt wird, bedingungslos, 31 vermehrt. Die neugewählten Mitglieder der in Frankfurt am Main, 1932. Das Büchlein legt freudig und dankbar Ja sagen muß. Und deshalb Dichterakademie sind der Lyriker Gottfried Benn, Er wird unflar bleiben, weil Erdbeben in und in furzer und klarer Weise das Wesen der für die ist in diesem Falle zu wünschen, daß die, wie wir der Lyrifer und Novellist Rudolf Binding, der hören, fatsächlich vorhandenen, durch rätselhaften österreichische Schriftsteller Mar Me II, der Essayist um die Zugspise" etwas selten sind; deshalb wäre hochkapitalistische Entwicklung so wichtigen Finan Ratschluß aber nicht kundgemachten Anstellungs- Rudolf Pannwiz. der Romanschriftsteller Alfons es gut gewesen, nicht zu genau geographisch zu fpre- sierungsgesellschaften dar, die in der Verflechtung absichten in Erfüllung gehen. Paquet und die Romanautorin Jna Seidel, then und zu photographieren. Aber da logische des internationalen Rapitals eine bedeutende Rolle Zweiter Gast des Abends, mit erklärtem Ver- nach Ricarda Huch die zweite Frau innerhalb der Handlung allein noch feinen guten Film macht, kann spielen. Aus dem Bestehen dieser Gesellschaften leitet pflichtungswillen, war Räthe Walter( vom Dichterakademie. In der Vergrößerung der Dichter- Unlogit allein noch keinen schlechten Film ergeben der Verfasser die Notwendigkeit einer Reform des Soweit man nach der elenden Reproduktion im Aftienrechtes ab, wobei ihm nur zugestimmt werden Landestheater Darmstadt) als Musette. Da einer akademie glaubt man den Wunsch und Willen zu Aino Kapitol urteilen darf, gibt es hier eine kann. seits diese Partie völlige Entfaltung aller Mittel einer erhöhten sozialen und fünstlerischen Aktivität Rino& apitol urteilen darf, gibt es hier eine ganze Reihe von Menschen, die im Tonfall und nicht ermöglicht und anderseits die Sängerin noch im Goethe- Jahr erkennen zu dürfen. Sprache die biederen Oberbayern und Nordtiroler nachahmen möchten, um deren Sitten und Ge- Sonntag, den 7. Feber, läuft im WranUrania Rino als Sondervorführung " ..Der bebende Berg." Literatur Ludwig Wertheimer: Holding- und Kapitalverwaltungsgesellschaften, Vittorio Klostermann- Verlag 3 G. St. der Sozialistischen Jugend Prag der Film ,, Giftgas über Berlin" als Konstanze zu hören sein wird, ist ein weit- Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Diensreichendes Urteil hier noch nicht fällig und fann sich tag, 7.30 Uhr: Die Entführung aus dem bräuche glasklar darzustellen; und das geschieht mit vorerst darauf beschränken, festzustellen, daß diese erail". Oper von Mozart.( 91- III.) Mitt dem dazu gehörigen Schuß ins Religiöse, was mit Musette teinerlei wertvolle Eignung für das Kolo- woch, 7.30 Uhr: Biftoria und ihr Husar". der Produktionsfirma Leofilm ohnehin schon orgaraturfach verriet, ſtimmlich und gesanglich in ſehr Operette von Abraham.( 92- IV.) Donnerstag, nisch zusammenhängt. Hanns Bed- Gaden hat bescheidenen Grenzeit blieb und lediglich durch eine 7 Uhr: abale und Liebe", Schauspiel von diefe Nacht der Erkenntnis" stilgerecht gedreht, feine Starte Spielbegabung, die aber wiederum von der Schiller.( 93-1.) Freitag, 8 Uhr: Der Tar- Hochgebirgsbilder sind mit gewohnter Routine geferiösen Oper wegzuführen scheint für sich einnahm. tuffe"( 94- II.) Samstag, 7.30 Uhr: Neu- macht, sonnige Winterstimmung, Nebel, WolkenAus dem heimischen Ensemble trat nur Fräu- cinstudiert: Don Giovanni", Oper von meere und eine Fahrt auf der Zahnradbahn und Tein Rohne sympathisch hervor; durch musikalische Mozart.( 95- III.) Sonntag, 7.30 Uhr: Schwebebahn bis zum Gipfel werden intereffieren, nach dem gleichnamigen Bühnenwerk von Peter Martin amt pe I. Sicherheit, geschmackvolle Singweise, die sich freilich Gestern und heute", Schauspiel von Christa Weiter gibt es eine verworrene Geschichte von einem durchaus auf das pians fonzentriert, durch ein paar Winsloe.( 96- IV.)- Montag, 8 Uhr: Der Bauer Herrenhofer Darsteller Bed Gaden Beginn 2 Uhr. Ermäßigte Preise. sinnlich reizvolle Kopftöne; aber gerade weil es sich Tartuffe".( 97- I.) veriönlich, mit flobiger Rraf und ziemlichen Sti Herausgeber: Siegfried Tub. Ebefrebatter: Wilhelm Rießner Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Straub, Brag. Drud: Roto A.- 9. für Zeitung und Buchdrud, Brag Für den Drud verantwortlich. Otto Holit, vierteljabrlich Ka 48.Brag Die Zeitungsmartenfrantatur wurde von der Bost. Telegraphendirektion mit Erlag Nr 13.800/ VII/ 1930 bewilligt Bezugsbedingungen. Bei Zustellung ins Gaus oder bei Bezug durch die Voit monatlich Kč 16 baibjährig Ko 96, gangjährig Kö 192,- Juferate werden laut Tarif billigst berechnet, Bei öfteren Einschaltungen Breisnaglag. Rüdstellung von Manuskripten erfolgt uut bei Einjendung der Retourmarleu, =