Nr. 55. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bterteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 wt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit tauftrirter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 8,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BeitungsBreislifte für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonels getle oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. und derSonntag, den 5. März 1899. sich in der ihr eigenen Bescheidenheit mit Vorliebe selbst als Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3 O, wenn sie erwachsen in anderen Fluren, Die zu Tode gemarterten Kreaturen: " Ich danke!" würden sie sagen, " Möcht es nicht noch einmal wagen. " Es ist überstanden. Es ist geschehen. Schließ' mir die Augen, mag nichts mehr sehen... Fürwahr, man begreift, daß der Liberalismus fromm, sehr, sehr fromm werden muß, wenn er solche Ausschweifungen entfühnen will. Und übrigens, man kann sie auch schließlich verleugnen: Herr v. Stumm und Freiherr v. d. Recke wissen ficher nichts von Friedrich Theodor Vischer. Hatte Herr Bassermann die Aufgabe, den sozialen " Nationalliberale Wandlungen. die Partei des gebildeten und befizenden Bürgerthums beNicht nur Schwindsüchtige, auch im Stadium des Stech- zeichnet, sich ihre Reichstags- Mandate nicht aus den größeren und thums befindliche politische Parteien geben sich häufig über mittleren Städten holt, in denen doch wohl dieses Bürgerthum thren Zustand den seltsamsten Illusionen hin und greifen in gesucht werden muß, sondern, von einigen wenigen Ausdieser Selbsttäuschung abwechselnd zu den verschiedenartigsten nahmen abgesehen, in den abseits von den geistigen Zentren Heilmitteln. Sie naschen an allen Medizinflaschen, kuriren liegenden Landstädten. Aber wird die soziale" Anschminkung mehr als den sich heute allopathisch, morgen homöopathisch, legen sich auf Schein der Gesundheit wiedergeben? Wird der National Eis und nehmen Schwizbäder, laufen ängstlich bei Aerzten liberalismus durch derartige Anleihen wieder potent werden, und Kurpfuschern umher, um sich Rath zu holen weile schreitet der Verfall erbarmungslos umher. jemals im Reichstag den Ausschlag geben, und der Regierung, Ein Mustererempel für solch' tragikomisches Wirrspiel bilden beren er niemals würdig befunden wurde, wenigstens etwas die Nationalliberalen, diese Partei, die einst unter zu bieten haben, um etwas fordern zu können? Daran Liberalismus einzuführen, so unterzogen sich Prof. Paasche der bethörten Gunst der öffentlichen Meinung sehr stark ge- glaubt niemand, ebensowenig wie an den Ernst seines und Graf Oriola der Aufgabe, den frommen Liberalismus der erstaunten Welt vorzuspielen. Zum Dogma der allein worden und doch niemals regierende Partei ward, weil sie sozialen Reformeifers. innerlich stets fraftlos war. Nun ist auch ihr äußerlicher Und sie gingen abermals in sich und suchten nach einem seligmachenden Armee schworen sie stets, jetzt befehrten sie Glanz geschwunden, schäbig- gentil lebt sie von alten Er- Jungbrunnen, in den sie den Frühling des Lebens zurückzubringen sich in offenem, lautem Sündenbekenntniß vor versammeltem Glanz geschwunden, schäbig- gentil lebt sie von alten Er- und den ewigen Traum von der großen liberalen Partei zur Reichstag- auch zur allein seligmachenden Kirche, und vollinnerungen und neuen tappenden Versuchen, wieder empor- Wirklichkeit zu vollenden vermöchten. Auf diesem Wege entdeckten 30gen so nicht nur ihr Bündniß mit dem Zentrum, sondern zukommen. Sie warten nicht einmal das Scheitern eines Verfuches ab, sondern probiren, wie Leute, die feine Zeit sie das 8entrum! Wie gedieh dies herrlich in der Fülle auch die in Frankreich so bewährte Genossenschaft von Heer mehr haben, die entgegengesetzten Mittel auf einmal. Die feiner Hundertzahl! Wie diftirte es der Regierung mit und Klerus. schlauer Höflichkeit aber erfolgssicherer Energie seine Wünsche, Die Paasche'sche Frömmigkeit wird den Liberalismus Menge der Mixturen soll es schaffen, gleichgiltig, ob sich die über Krieg und Frieden allmächtig gebietend. Einst hatten sicherlich ebenso wenig retten, wie der jählings angefühlte Heilstoffe mit einander vertragen oder nicht. Wo immer sie die Nationalliberalen in blutigem kulturkampf die Schwarzen Sozialismus". Aber sie wird auch nicht den Anstoß erregen, eine Bewegung zu erblicken glauben, die Kraft und Macht hat, da ſuchen sie durch Bluttransfusion in ihre schlaffen u vernichten gedroht, sie hatten das flatternde Banner des wie man es vielleicht erwartet. Das Bischen hier und da Adern frisches Leben einzupumpen. freien Geistes auf die Gruft des gefesselten Glaubens gepflanzt, versprengte wirklich liberale Intelligenz wird zwar höchlichst In den letzten Jahren verjunkerte der Nationalliberalismus. die moderne Wissenschaft gegen die finstere Mythologie ins verdroffen sein, man wird die Paasche'sche Kapuzinade zum Er wallfahrtete nach Ostelbien, wurde agrarisch und be- Feld gesandt, sie hatten sich Sieger gewähnt, und plöglich Sozialdemokratisch- werden finden aber die liberale Masse trachtete den Bündler Diederich Hahn nicht mehr als einen gewahrten sie, daß ihre vernichteten Widersacher lebenslustiger hat felbst ja längst die Rentabilität der Religion erkannt. berlorenen Sohn, sondern als einen Wegbahner. seien denn je, während sie selbst kümmerlich siechten. Der Schon ahnen die Leute von der Kreuz- Zeitung" und dem Aber dieses Sonntags- Bauernthum nügte nichts, und so Haß gegen das Zentrum schmolz, und aus dem Gewässer" Reichsboten", daß im Schatten der Kirche die widerstrebenschwenkten die Nationalliberalen von der äußersten Rechten gleich zu sein, mächtig empor. So ward der Nationalliberalis- inneren Feind, und man rügt es sanft, daß der Zentrums. schwenkten die Nationalliberalen von der äußersten Rechten wuchs Neid und Eifersucht und der Ehrgeiz, den Gewaltigen den bürgerlichen Parteien sich endlich sammeln wider den zur Linken. Zum Beginn der diesmaligen Reichstagssession mus fromm, fromm wie das müde Bürgerthum nach der redner in das Versöhnungsfest zwischen Zentrum und Libegestrichen. Sie rochen förmlich nach der frischen Farbe tollen Jugend auf seine alten Tage geworden ist. ralismus durch Kulturkampf- Erinnerungen einen„ Mißton" ihrer sozialen" Gesinnung. Nachdem die nationalliberale Von Darwin und dem Bismärder Hädel tehrte man gebracht hat. Wenn sich der Liberalismus auf seinem Krankenlager in zur assyrisch mosaischen Weltschöpfungslegende zurück, den Reichstagsfraktion im letzten Jahrzehnt sich immer mehr Pfaffen, die man einst mit Strick und Blei aus der Welt zu Beichte und Buße demüthig bekehrt hat, so bedeutet das keine zur einseitigsten Anwältin großindustrieller Unternehmerintereffen entwickelt hatte, entdeckte sie plötzlich wieder in schaffen drohte, reichte man die gesalbten Lippen zum Bruder- Rettung vor dem Tode, sondern nur den Beweis, daß er nicht sich ein warmes Herz für die Arbeiter. fuß, und der zum gutgenährten Lohnschreiber der Götter be- mehr mit Würde zu sterben vermag. Als zu Anfang der Session Herr Bassermann in seiner Etats förderte Prometheus verwendet den Rest seiner Tage dazu, rede sich zuerst für eine Erweiterung der Sozialreform seine goetheische Jugendfünde aus der Zeit, da er schamlos aussprach, wurde seine Stellungnahme vielfach als eine rein und frech Feuer stahl und hehlte, wohlgesinnt zu widerlegen: persönlichen taftischen Erwägungen entsprungenes Manöver aufgefaßt, und diese Ansicht schien Recht zu behalten, da der allgewaltige Wortführer des Zentralverbandes der Industriellen, Herr Bueck, in der Deutschen Industrie- Zeitung" die Anschauungen des nationalliberalen Etatsredners für eine VerIeugnung, gewisser Grundprinzipien" der nationalliberalen Partei erklärte und das Heer der gesinnungstüchtigen nationalliberalen Zeitungen zu dieser Zensur- Note des maßgebenden Deuters der ethischen Grundsäße des Nationalliberalismus verlegen schwieg. Nach der späteren Erklärung des Freiherrn Hehl zu Herrnsheim scheint indeß wirklich in der nationalliberalen Partei die Neigung zu einer Veränderung des bisherigen sozialpolitischen Kurses vorhanden zu sein, wenn auch natürlich nationalliberalen Erklärungen nur eine bedingte Giltigkeit zukommt. erschienen die Herren plötzlich funkelnagelneu sozial" an" Ich kenne nichts Aermieres Unter der Sonne als euch, Götter! Ihr nähret fümmerlich Bon Opfersteuern Und Gebetshauch Eure Majestät Und darbtet, wären Nicht Kinder und Bettler Hoffnungsvolle Thoren Jch Dich ehren? Wofür? : Hast Du die Schmerzen gelindert Je der Beladenen? Hast Du die Thränen gestillet Je des Geängsteten? Hier siz ich, forme Menschen Nach meinem Bilde, Ein Geschlecht, das mir gleich sei, Zu leiden, zu weinen, Bu genießen und zu freuen sich Und dein nicht zu achten, Wie ich. Begreiflich ist die Neigung der nationalliberalen Fraktion, es mal mit einer Richtungsänderung zu versuchen, recht wohl, und ebenso, daß das Verlangen nach etwas mehr Sozialreform" vorwiegend im Südwesten Deutschlands gestellt wird, Der liberale Prometheus schaudert, wenn er sich erinnert, Der liberale Prometheus schaudert, wenn er sich erinnert, wo der Nationalliberalismus allein noch einige Wurzel im breiteren Mittelstand hat, während er nordwärts, in West- daß er durch solche Ruchlosigkeiten einst die Jugend der falen und im Hannoverschen, mehr und mehr zum fast aus. rohte und solches Thun sogar- Klassisch fand. Ging er nicht so weit, daß er es als Menschengefüht" feierte, was doch die schließlichen Glaubensbekenntniß der Großindustriellen geworden ist. Zwar hat die nationalliberale Partei seit ihrem nadte, krasse Unfittlichkeit ist: Bestehen immer in der Vertretung der überaus wichtigen und Ach, ihr Götter! Große Götter In dem weiten Himmel droben! Gäbet ihr nur auf der Erde Festen Sinn und guten Muth, Owir ließen euch, ihr Guten, Euern weiten Himmel droben! berechtigten Interessen der Großindustrie" ihre Hauptaufgabe gesucht, doch stellten in den ersten Jahren nach der Reichsgründung auch die die gelehrten Berufe und der Kleingewerbestand einen namhaften Theil ihrer Gefolgschaft. Unter der bildenden Einwirkung der Bismard'schen Realpolitik änderte sich jedoch auch dies. Das verirrte Liberalismus zu begeistern, die in Friedrich Theodor Ja selbst für jene Philosophie der Schmach wagte sich der ideologische Gelehrtenthum wurde durch jene Spezies geschäfts Vischer's Glaubensbekenntniß" wahrhafte Orgien feierte: finniger, faufmännischer Professoren ersetzt, die in den Herren Paasche und Hasse ihre würdigen Vertreter finden, während gleichzeitig, begünstigt durch die neue Schutzzoll- und Liebesgabenpolitit, das Großkapital einen zunehmenden politischen Einfluß gewann, besonders als sich zeigte, daß die Versicherungs- Gesetzgebung ihren Zwed, die Arbeiter der Sozialdemokratie abspenstig zu machen, völlig verfehlte. Aber mit der einseitigen Vertretung der GroßunternehmerInteressen allein bermag man unter dem allgemeinen gleichen Stimmrecht keinen Boden in den breiten Volksmassen zu gewinnen, selbst dann nicht, wenn man täglich in so und so bielen besseren" und anständigen" Zeitungen verkünden läßt, der Unternehmerschutz sei die nationalste der nationalen Aufgaben. Thatsächlich ist denn auch die einstige starke Anhängerschaft des Nationalliberalismus im städtischen Mittelstande recht zusammengeschmolzen, und mit ihr die Anzahl der nationalliberalen Mandate in den Reichs- und Landtagen, trotz der stetig fortschreitenden Ausweitung der Parteigrundsäße bis aur prinzipiellen Grundsaglosigkeit und trotz aller gelegentlichen verschämten Zugeständnisse an die Forderungen der Agrarier. Es ist durchaus charakteristisch, daß die Partei, diel " Wir haben keinen Lieben Vater im Himmel. Sei mit Dir im Reinen! Man muß aushalten im Weltgetfimmel Auch ohne das. Was ich Alles las Bei gläubigen Philosophen, Lockt teinen Hund vom Ofen. Wär' einer droben in Wolkenhöhn Und würde das Schauspiel mitansehn, Wie mitleidlos, wie teuflisch wild Thier gegen Thier und Menschenbild, Mensch gegen Thier und Menschenbild Wüthet mit Zahn, Gift und Stahl, Mit ausgesonnener Folterqual, Sein Vaterherz würd' es nicht ertragen, Mit Donnerteilen würd' er drein schlagen, Mit tausend heiligen Donnerwettern Würd' er die Henterknechte zerfchmettern. Meint Ihr, er werde in anderen Welten Hintennach Bös und Gut vergelten, Ein grausam hingemordetes Leben Zur Bergütung in seinen Himmel heben? Politische Mebericht. Reichstag. Berlin, den 4. März. " In der Sonnabends Sigung des Reichstags wurden bei den einzelnen Titeln des Militäretats verschiedene Beschwerden vorgebracht, so von Bebel der Boytott, den die Militärbehörde in Altona über das„ Carl Schulze- Theater" aussprach, wohl aus Besorgniß, daß der sozialdemokratische Bazillus durch die Nachmittags- Vorstellungen der Freien Voltsbühne" sich im Theater einniste und diesen umständlichen Weg benutze, um bei den Abend- Vorstellungen in die Armee zu bringen. Der süddeutsche Volksparteiler Prof. Hoffmann Calb wies auf die mißliche Stellung der Roßärzte hin, deren Interessen bisher nicht genügend wahrgenommen seien. Verschiedene Redner gingen dann auf allerlei Einzelheiten ein. Bebe I fragte an, weshalb nicht die Reibniz- Patrone an Stelle der theueren und gefährlichen jezigen Plakpatrone in der Armee eingeführt werde; ob etwa der Profithunger des Pulverrings daran schuld sei. Generalmajor b. d. Boeck bestritt, daß die Reibniz- Patrone feineswegs das Pulver vertheuere, was Bebel zu der zubrauchbar sei und der Pulverring- tein Engel ist so reintreffenden Gegenantwort veranlaßte, wo denn die hohen Dividenden des Pulverrings herkämen. 6 Uhr. Montag: Etatsberathung und Bankgesetz. Preußisches Abgeordnetenhaus. Schluß um Das Abgeordnetenhaus erledigte heute das Extra- Ordinarium des Eisenbahn- Etats. An der einförmigen Debatte, in der mur lokale Wünsche zur Sprache gebracht wurden, ist für Berlin die Erklärung der Regierung von Bedeutung, daß über die Ausdehnung des Vorortsverkehrs auf der Anhalter Bahn bis Trebbin bereits Verhandlungen schweben. Hierauf berieth das Haus in zweiter Lesung den Gesezentwurf betreffend den Ankauf der Bernsteinwerke der Firma Stantien u. Becker. Die Vorlage, welche die Regierung ermächtigt, für die Uebernahme des Bernsteinregals bis zu 93/4 Millionen auszugeben, fand nach kurzer Debatte einstimmige Annahme; ebenso der Antrag der Budgetkommission, die Regierung aufzufordern: a) bei Betrieb des Bernsteingeschäftes die Ambroidfabritation, soweit sie auf unlauterem Wettbewerb beruht, zu betämpfen; b) die Fabrikation von Bernsteinwaaren in Deutschland dadurch zu heben, daß die Bildung von Genossenschaften begünstigt wird und soliden Genossenschaften wirthschaftliche Vortheile gewährt werden. Zu demselben Gegenstand der Tagesordnung hatten die Konservativen und das Zentrum beantragt, die Regierung zu ersuchen, mit der Firma Stantien u. Becker über die Abtretung des Bernsteinmuseums ungesäumt in Verhandlung zu treten und im Falle des Eriverbes des Museums dasselbe in bisheriger Weise weiter zu führen; dagegen, wenn der Erwerb nicht angängig sein sollte, für die baldige Beschaffung eines angemessenen Ersages für dieses Museum Sorge zu tragen. Auch diese. Resolution wurde vom Hause angenommen, obwohl der Besizer des Bernsteinmuseums dem Ministerium bereits schriftlich mitgetheilt hatte, daß er dasselbe nicht verkaufen, sondern in Berlin oder Königsberg dem Publikum zur Besichtigung zugänglich machen werde. Montag: Etats des Handelsministeriums und der Bau- Verwaltung. Deutsches Reich. Das einzige Rettungsmittel. Das Militär- Kompromiß. läßt, dann ist es nicht wunderbar, wenn die Staatsanwalt- Areuz- 8tg." erklärt ihnen darauf voller Herablaffung: Regt euch Die Sentrumsblätter wollen es nicht wahr haben, daß schaft sich berufen fühlt, Herrn v. Stumm's verläumderische nicht so sehr auf, wartet ab, bis das Gesez da ist, aber gewiß ihre Partei den Handel um die Militärvorlage abschließen Denunziationen zu glauben. ,, werden die Konservativen bereit sein, Unebenheiten, die sich bei werde. Sie dementiren" täglich mit vermehrter Anstrengung. der Anivendung des Wahlgefeges gezeigt haben, zu beseitigen, und sie werden sich dabei ohne Rücksicht auf irgendwelche Partei- InterAber jede Vermehrung des Dementirungseifers vermehrt nur den Verdacht, der auf der schwarzen Schacherpartei ruht. ejsen lediglich auf den Boden der Gerechtigteit stellen." Gerechtigkeit im Munde der„ Kreuz- 8tg." 1 Bekanntlich soll die Ein Rompromiß ist nicht abgeschlossen, keinerlei Kommunal- Wahlreform die Verschiebungen zwischen den drei Abmachungen haben stattgefunden sagt das eine Eine Notiz der Deutschen Volkswirthschaftlichen Correspondenz" Wählerklaffen, welche durch die neueren Steuergesetzgebung entstanden Zentrumsblatt und die Parlaments- Korrespondenz" des Zen- vom 21. Februar wurde von uns übersehen, ist aber zu kenn- find, wieder ausgleichen. Es soll ungefähr der Zustand von 1892 trums sagt:„ Es ist kein Kompromiß abgeschlossen und eben- zeichnend für die Unternehmerkreise, deren Interessen jenes Organ wieder hergestellt werden. Es soll das Dreitlaffenwahl- System, sowenig kann die Rede davon sein, daß ein Kompromiß der vertritt, als daß wir sie verschweigen wollten. Wir zitirten damals welches die breite arbeitende, steuerzahlende Masse recht- und sowenig kann die Rede davon sein, daß ein kompromiß der angegebenen Art auf Grund von Verhandlungen in auch eine Stelle aus der„ Sozialen Pragis", in der gesagt worden einflußlos macht, durchaus erhalten bleiben. Nur die Befizer des sicherer Aussicht stehe." war, das Dresdener Urtheil bestärke in der Arbeiterwelt mittleren Kapitals sollen ein wenig mehr berücksichtigt werden, nur Sie Ueberzeugung, die herrschenden Klassen hätten den Anlaß benutzt, die Vertheilung der Gemeinde- Herrschaft zwischen den Parteien des ein Erempel drakonischer Strenge zu statuiren." Dazu sagt die Besizes soll ein wenig geändert werden. Und dieses Wahlsystem D. V. E.": einseitigster Parteiherrschaft schützen, nennt die Kreuz- 8tg.": fich auf den Boden der Gerechtigkeit stellen! " Diese Dementirungs Verschleierungen sind doch gar zu durchsichtig. Es ist nichts abgeschlossen" gewiß, es liegt kein schriftliches Attenstück über den neuen Zentrumsverrath bor, aber ist darum die Thatsache selbst nicht richtig? Wäre sie nicht richtig, warum erklären denn die Fürsprecher der Zentrumsunschuld nicht einfach, ihre Partei werde nicht mehr bewilligen, als sie in der Budgetkommission bewilligt habe und das war doch übergenug! Und die Parlaments- Korre spondenz" sagt selbst, es sei kein Kompromiß der an gegebenen Art" in sicherer Aussicht. Von welcher Art ist denn das Kompromiß, das wirklich in Aussicht ist? Wird das Zentrum noch mehr bewilligen als fast alles, was die Regierung wünschte? Spiel mit parlamentarischen Rechten. " " 1 " " " " " " wird nach dem Urtheil der konservativen Schlesischen Zeitung" durch Der agrarische Landwirthschaftsminister von Hammerstein das dem Neichtag vorgelegte Fleischschau- Gesez zu Falle kommen. Das Blatt meint, der Landwirthschaftsminister sei mit dem Fleischschau- Gesetz nicht einverstanden und werde vor dem Reichstag das Gesetz nicht vertreten. Hätte die Soziale Braris" folche Weisheit nur bekannt gegeben, bevor der Thatbestand im„ Dresdener Journal" publizirt war, man hätte es zu ihren übrigen Leistungen gelegt. Aber sie erklärt ausdrücklich, feine Veranlassung zu haben, in ihrer Auffaffung etwas zu ändern, nachdem sie von der Dar stellung des Dresd. Journ." Kenntniß erhalten. Das ist denn doch ein starkes Stüd. Herr v. Berlepsch und Herr b. Rottenburg sollten der Sozialen Praris" besser auf die Finger sehen, damit sie nicht durch ihr Schoßfind in Staatssekretär des Reichsamts des Innern zufällt, so würde man Wenn nun auch verfassungsrechtlich diese Vertretung dem Verlegenheit tommen. Beide Herren gehören zu dem es doch zweifellos höchst auffällig finden, wenn der LandwirthschaftsKonsortium, welches das Geld herzugeben hat, um die Soziale minister des größten Bundesstaates sich an der Vertretung eines in Praxis" fortzuseßen und sind deren Mitarbeiter. Gleichzeitig aber das Interesse der Landwirthschaft tief einschneidenden Gesezes nicht haben beide Beamtenqualität und unterstehen dem Disziplinar: betheiligen würde, und glauben, daß es darüber leicht zu Auss gesek. Es wäre doch ein trüber Abschluß der einandersetzungen kommen würde, die einem so charakterfesten und karriere, falls die Protektoren der Sozialen überzeugungstreuen Staatsmanne wie Herrn von Hammerstein die Bragis" in ähnlicher Weise wie Herr Delbrück zur Frage nahelegen tönnten, ob er unter folchen Umständen sein Amt Als einen großen Triumph über die Agrarier feiert es Verantwortung gezogen werden müßten. Einem Organ, das weiterführen fönne." die Voff. 8tg.", daß in der Banttommission ein Antrag von fich solcher hochmögenden Verbindungen erfreut, wie es bei der Müller- Fulda( 8.) angenommen wurde, durch welchen das bisher Sozialen Praxis" der Fall ist, kann nicht verstattet werden, daß Minister im Reichstag zwar gegen das Gefeß frondirt, daß er Es bliebe jedoch noch der Ausweg, daß der Landwirthschaftsbestehende Recht des Reichstags, über die Frage des Fortbestehens es richterliche Wahrſprüche verächtlich macht und sie à la„ Bor- feine Ausführungen aber nachher im Stenographischen Bericht auf des Privat- Bant- Privilegs alle zehn Jahre zu entscheiden, auf wärts" als Tendenzurtheile diskreditirt." gehoben wird. Es kann nicht verstattet werden", fagt das Kapitalistenblatt. bas Gesetz verwandelt. Auf diese Weise würden alle Theile bes Veranlassung der Ministerkollegen in ein energisches Eintreten für Der Reichstag foll in Zukunft nur alle Es kann nicht verstattet werden, daß Politiker, die die Laſt der friedigt: Die Agrarier im Reichstag, die Ministerkollegen beim Lesen swanzig Jahre über diese Frage gehört werden. Es ist also Beamtenqualität mit sich schleppen, eine Meinung über einen Justiz- der Protokolle, und Herr v. Hammerstein selbst, der Landwirthschaftseine direkte Einschränkung eines wichtigen spruch aussprechen, der den Unternehmern gefällt, aber den Arbeitern Minister bleiben könnte. parlamentarischen Rechtes borläufig beschlossen mißfällt. Wer die dreimal Heiligen Kapitalsgebote mißachtet, follEntschädigung der Privatpoft Angestellten. Die Bertreter und die Mitglieder der liberalen Parteien mitsammit den ausgestoßen werden aus den Reihen des Beamtenthums. Wer auch Herren vom Zentrum haben nicht nur diesen kuriosen Be- die Empfindungen der Arbeiterwelt wägen will, wer nicht un- der Angestellten der Privatposten hatten vor einigen Tagen mit dem fchluß gefaßt, nein, die Tante Voß feiert ihn sogar auch noch zweideutig Partei nimmt für die Unternehmerklasse, der soll nicht Ober- Postrath Granzow in Berlin eine Besprechung, in der fie um als einen Sieg über die Agrarier. Man kann daraus er dem Beamtenthum angehören, als dessen oberste Aufgabe Gesez und Auskunft über einige besondere Punkte ersuchten. Bunächst fragte schen, wie groß die Angst der Liberalen vor den Agrariern Moral Unparteilichkeit vorschreiben. der Wortführer der Angestellten Schubert- Breslau betreffs ist; denn nur diese Angst macht das Aufgeben der wenn sie noch so schuftig ist, zurück. Es glaubt Einfluß genug zu Das Denunziantengesindel scheut vor feiner Handlung, auch der angekündigten Zahlung der Enschädigung in monat lichen Raten an. Ober Bostrath Granzow erklärte darauf, eigenen Grundsätze erklärlich. Bei Müller- Fulda, der haben, um dem ehemaligen Minister v. Berlepich und dem Unter- hin, die bie monatliche Ratenzahlung wäre nur in dem bisher immer für einen Vertheidiger der parlamentarischen staatssekretär von Rottenburg durch Disziplinarandrohungen den besonderen Falle vorgesehen, daß der Betreffende, wenn er die Recht galt, erklärt sich der Umfall wohl aus der Angst vor Mund stopfen zu können. Nur roher Machtmißbrauch ist noch das ganze Summe mit einmal in die Hände bekäme, das Gelb dem agrarischen Flügel der eigenen Partei. Unsere Mittel, durch das sich jene Tröpfe ihrer Gegner zu erwehren ver- einfach durch brächte, und seine Familie in Folge deffen dem Genossen in der Kommission, obwohl sie sonst in allen Fragen fuchen. Geistig zu streiten haben sie längst verlernt.sk bid Elend preisgebe. Ferner erklärte er die Befürchtung, daß die Raten- wo der agrarische Pferdefuß dahinter steckte gegen die zahlung, wenn der Betreffende in kurzer Zeit eine andere Stelle Konservativen stimmten, sahen sich in diesem Punkte an die findet, aufhören solle, für unbegründet. Was eine Uebernahme der Beamten in den Reichsdienst betreffe, so würde hierbei entScite derselben gedrängt. Man kann gespannt sein, wie das Plenum fich zu der Frage stellt. Vorläufig möchten wir doch 23. Februar 1899 wird veröffentlicht: Folgende kaiserliche Kabinets- Ordre vom schieden das Alter maßgebend sein, das der Betreffende bei Anstellung in den Privat- Postbetrieb gehabt hätte, und wenn dieses noch bezweifeln, daß der gesammte Freisinn und alle Mitglieder des Zentrums aus Angst vor den Agrariern ins Mauseloch Aus Vorkommnissen der jüngsten Beit habe ich wiederum er- jebenfalls die Uebernahme unter Anrechnung eines großen, wenn Alter nicht die Postgrenze( 25 Jahre) allzuweit überschreite, friechen werden. Einen solchen Triumph hat der Abgeordnete sehen müssen, wie häufig nulantere Angebote gewerbsmäßiger nicht des größten Theiles ihrer Dienstzeit bei der Privatpoft er, Geldleiher an die Offiziere meines Heeres herantreten. folgen. Dr. Arendt wahrlich nicht verdient. Jugendlich leichter Sinn und Mangel an Erfahrungen in Geldangelegenheiten lassen aus solchergestalt gebotener Gelegenheit gewisse Angestellte würden die ihnen ausgezahlte EntschädigungsMerkwürdig ist, wie der Ober- Bostrath zu der Annahme kommt, häufig den Anfang schwerer Bedrängniß, ja vollständigen Ruins summe einfach durchbringen". Und noch wunderbarer erscheint es Die ,, Vorwärts- Diebe", mit deren Erfindung der Freiherr v. Stumm in Reichstag ohne durch einen Fint dupirt zu sein eine dreiste Lüge und eine schwere Verleumdung ausgesprochen hat, hat der freisimmige Vizepräsident Schmidt nicht geschützt, obwohl FreiHerr v. Stumm klar und deutlich von den ,, vom ,, Vorwärts" gestohlenen und veröffentlichten Briefen" gesprochen hat, und obwohl drei der schmählich Verdächtigten Reichstags- Mitglieder sind. Dieses Verhalten Schmidt's, der weder als Präsident noch als Dementeur kaiserlicher Audienzplaudereien viel Glück hat, findet auch in der freisinnigen Presse Mißbilligung. Die Bolts Zeitung" schreibt: werden. Die Verführten. Ich will alle Mittel angewendet wissen, um von meinen uns, daß der Ober- Bostrath sich die Fähigkeit zutraut, diese Wüst-! Offizieren Versuchungen dieser Art fernzuhalten. Meine linge von vornherein als solche zu erkennen, um ihnen bann bie dahin zielende Ordre vom 5. Juli 1888 muß jedem Offizier als Entschädigungssumme nur in monatlichen Raten auszuzahlen. mein ernster Wille immer vor Augen stehen. Ein Vorftok gegen die Volksschule. Die Konservativen des Abgeordnetenhauses beabsichtigen eine Resolution einzubringen, welche neben der Regelung der Schulunterhaltungspflicht einen Gejez entwurf fordert, der den tonfessionellen Charakter ber Volksschule aufrecht erhält und sichert." Ich bestimme, daß fünftig jeder Offizier die an ihn gelangenden nulanteren Geldanerbietungen ohne Verzug seinen Borgesetzten zu melden hat. Die Generalfommandos und die fonft zuständigen Militärbehörden verpflichte ich, nach Feststellung des strafbaren Charatters des Angebots und wo Unverfrorene Agrarier. Aus Kiel wird uns vom 1. b. M. möglich diejerhalb erzielter gerichtlicher Verurtheilung, solche Fälle geschrieben: Daß die ichleswig- Holsteinischen Agrarier es mit fortlaufend dem Kriegsministerium mitzutheilen. Dieses hat dann ben nothleidenden, Dächerflidenden Strautjunkern Ostelbiens im Buntte wegen Veröffentlichung der Namen derartiger Geschäfts Schreien wahrlich aufnehmen können, hat sich auf der zur Beit in Leute und der näheren Umstände des Falles das Erforderliche Stiel tagenden Plenarversammlung der Landwirthschaftskammer für Der zweite Vizepräsident Schmidt zeigte sich wieder einmal zu veranlassen. der stürmischen Situation nicht gewachsen, went es auch ein Trost Die Bucherer werden infolge dieser Ordre vielleicht material für die Vorberathung von Handelsverträgen unterbreitet Schleswig Holstein gezeigt. Der Kammer war vom Vorstande für ihn fein mag, daß ihm die rechte Seite wieder kräftig prödere Formen ihres Verkehre mit Offizieren einführen, und ohne jebe Debatte sind die gemachten Vorschläge auf fekundirte. Wenn, ohne daß ein Gerichtserkenntniß letzter Instanz aber ihr schmutziges Handwerk wird nach wie vor blühen Feftiezung der wünschenswerthen Zölle, über die der Vorsitzende, ein behauptet, sie habe Briefe gestohlen, und wenn dem Herrn weil die Nachfrage nicht aufhört. Der Erlaß ist aus der Graf Rangan- Rastorf, sein Herz ausschüttete, angenommen. Nun Vizepräsidenten darauf gefagt wird, falls dergleichen einer im selben Anschauung geboren, die auch im Reichstage neuer höre man, was der Wunsch dieser Herren ist. Der erste ist Er. Hause nicht anwesenden Berson ohne gerichtlichen Eriveis nach- dings vertreten worden ist, der Anschauung von der merkt höhung ber Getreidezölle; dieselbe würde teine den gesagt wird, so werde der Angegriffene durch den Präsidenten ge- würdig leichten Verführbarkeit der Offiziere. So lange man einen Mann schädigende Brotvertheuerung herbeiführen, im Gegen schüßt, dann unterscheidet Herr Schmidt mit mehr Figigkeit als solche allzu mildernden Umstände in der Oeffentlichkeit geltend und Pferdezucht muß ein weit stärterer Schutz gewährt werden; theil, selbst der Landarbeiter hätte ein Interesse daran. Der ViehRichtigkeit zwischen Zeitung und Personen. Demnach macht, fürchten wir, werden die Wucherer nicht aussterben. damit die Viehzölle ihre Wirksamkeit nicht verlieren, seien die Fleisch fann nach Herrn Schmidt's sonderbaren juristischen Anschaumgen eine Beitung überhaupt nicht beleidigt werden. Zeitungen zölle wirksam zu gestalten und so hoch zu bemessen, daß der Fleisch werden aber bon Personen gemacht und bere Das Staatsficgel drückt die amtliche Berliner Ror import sich nicht billiger als der Viehimport gestalte. Der Pferde treten, err Schmidt Schließlich wußte fich Herr respondenz" unter die Predigt des Professors Paasche: zucht drohe Gefahr durch die amerikanischen Pferde, daher sei ein Schmidt in der Situation, die ihm über den Stopf ge- Die Debatte fiber den Militär- Etat, die sich, wie alljährlich, Prohibitivzoll von 500 Mart pro Pferd erforderlich. Ein Schutzwachsen war, nicht anders als durch eine Beschränkung ber Rebefreiheit zu helfen, indem er erfärte, in diefer Sache zu einer Sozialistendebatte großen Stils auswuchs, bot dem 3011 auf lebendes Geflügel muß verlangt werden, bes nationalliberalen Redner Dr. Paasche Gelegenheit, zu und auf Eier. Eine Erhöhung des Bolles auf Salz: gleichen eine Erhöhung des Bolles auf todtes Geflügel das Wort nicht mehr ertheilen zu wollen." nächst seinen religiöfen Standpunkt gegenüber der zersehenden heringe ist erwünscht und ebenso die Einführung eines Bolles auf jozialdemokratischen Kritik energisch hervorzukehren. War schon frische, gefrorene oder schwach gesalzene Heringe. Ein mäßiger" diese Thatsache an sich bedeutungsvoll und vielversprechend im u30II muß auf Brennholz eingeführt werden, den Zoll Sinne eines Zusammenschlusses aller staatserhaltenden Parteien, so gewinnt dieselbe ganz besonders an Gewicht auf Bau- und Nukholz zu erhöhen ist erwünscht, ebenso ein Schutzdadurch, daß die später von einem Parteigenoffen des zoll auf Quebrachoholz, weil der Vorfigende sonst von seinem nationalliberalen Redners im Namen der ganzen Fraktion be- rezer Schuster teine wasserdichten Stiefel bekommen kann. Der träftigten Erklärungen des Abgeordneten Dr. Paasche gerade 3oll auf Korbweiden und Tonnenbänder ist auf das doppelte zu bei Gelegenheit besonders scharfer Angriffe der Sozialdemokratie erhöhen und endlich noch bedarf der Obst- und Gemüsebau gegen die Armee erfolgten. Wenn von Seiten des Zentrums die des Schutzes durch Verzollung des Imports. Man sieht, der Wunschprinzipielle Annäherung der Nationalliberalen zunächst nicht ohne zettel der Herren Agrarier ist lang, recht lang und wir registriren den Hinweis auf frühere Stämpfe entgegengenommen wurde, so ihn nur der Vollständigkeit halber. Ein Wort der Kritik an diesen begegnete die grundsäglich versöhnliche Attion des gemäßigten fäulen fönnen wir uns unseren Lesern gegenüber wohl sparen. maßlojen Forderungen" der Herren schleswig- Holsteinischen OrdnungsLiberalismus doch vollem Verständnisse auch bei dem Zentrum. Das Schlimme ist, daß der gesammten freifinnigen Volts partei, welche bei der legten Vorstandswahl keinen anderen Vizepräsidenten aus ihren Reihen zu präsentiren wußte, obwohl dort sicherlich eine geeignete Person für den Posten vorhanden ist, folche schweren Mißgriffe eines Einzelnen zur Last gelegt werden. Die Folgen bleiben denn auch nicht aus, wie die Wahlziffern leider ergeben. Eugen Richter freilich springt seinem Freunde Schmidt bei:„ Nach den Gepflogenheiten in Reichstag und Landtag werde ein Angriff auf eine Zeitung nicht angesehen als ein Angriff auf Redakteure oder Mitarbeiter dieser Zeitung, welche Der parlamentarischen Körperschaft angehören." Das mag bei den gewöhnlichen Preßpolemiken zutreffend sein, nicht aber, wenn unter der Firma eines Blattes Mitglieder des Reichstags lügenhaft ehrenrühriger Handlungen oder gar Verbrechen beschuldigt werden. Wenn Herr Richter für die Börse eintritt, und Herr Dertel darauf erwidert, die Freisinnige Zeitung" sei durch hunderttausend Mark von der Börse bestochen worden, so würde Herr Richter sicherlich bei dem Präsidium Schutz suchen. Die Post" hüllt sich weiter in ihr verlegenes Schweigen. ,, Wir" müssen es uns versagen, in den„ Gang der Justiz" cinzugreifen. So fagt man in Frankreich auch. Herr v. Stumm ist gewiß sehr mächtig, aber so start ist er doch nicht, daß seine Aeußerungen in der" Post" einen Eingriff in den Gang der Justiz darstellen würden. Die Bedeutung der sich anbahnenden gemeinsamen Frontstellung der bürgerlichen Parteien gegenüber der Sozialdemokratie, der diesmal auch von Seiten des Freifinus keinerlei Unterstügung zu theil wurde, fand bei der Sozial demokratie volle Würdigung, was aus den heftigen Gegenreden ihrer Vertreter hervorging, die sich bereits als Glieder einer Majoritätspartei zu fühlen gewohnt waren, plöglich aber sich völlig isolirt jahen. Zunächst find nur die Anfänge einer gemeinsamen Kampf stellung der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu verzeichnen. In der immer schärfer fich gestaltenden, die GrundTagen des Staatswesens untergrabenden sozialdemokratischen Pro paganda ist aber die Nothwendigkeit und zugleich die Wahrschein lichkeit eines immer festeren Zusammenschlusses aller staatserhaltenden Elemente für die Zukunft gegeben. P Wer Herrn Stumm zum Better hat. Der Rücktritt des Präsidenten der Preußischen Seehandlung, Herrn v. Burchardt, erfolgt zum 1. April, und dieses Amt wird, wie gemeldet wird, der Geh. Ober- Regierungsrath Frhr. v. 8edlik und Neukirch übernehmen. Herr v. Zeblitz ist Haupt- Mitarbeiter an dem Stumm'schen Blatt Die Post". Harden's Antwort in der Zukunft" auf die Fabelu", die Franz Mehring unlängst dargestellt hat, ist außergewöhnlich schwach ausgefallen. Harden gefällt sich diesinal, statt nach seiner gewohnten Art in erregten Schmähungen möglichst originell zu teifen, in der tolle eines Biedermannes, der im Gefühl seiner Unschuld ruhig und würdevoll die Angriffe eines thöricht verblendeten Gegners abwehrt. Leider sind die Beschuldigungen, die Mehring erhoben hat, nicht in Mehring's Broschüre die Andeutung gefunden haben, daß er mit widerlegt und gerade die schwersten nicht eimal erwähnt. Wie Harden seine Sache führt, dafür nur ein Beispiel. Er will in Mehring's Broschüre die Andeutung gefunden haben, daß er mit jener Dame Schabelsky, die einst den Fall Lindau" heraufbeschwor, in intimen Beziehungen gestanden habe. Was thut Harden? Erklärt Die Kölnische Volts- Beitung" meint: Es sei bürgerlichen Parteien erfolgen. Selbst der Freisim wird zu dem Im Namen Gottes" foll also der ersehnte Zusammenschluß der eine naive Auffassung, daß irgend ein bekannter Sozialdemokrat frommen Startell eingeladen, und der brave Freifinn scheint solche an dem Diebstahl betheiligt sein soll oder die Briefe im Einladung nicht einmal mehr als Beleidigung zu empfinden. Gewahrsam behalten hätte. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft beweise aber, daß Frhr. v. Stumm eine mächtige ist man höchst beunruhigt über das angekündigte Miquel'iche führt frühere Aeußerungen Mehring's an, der damals in der Zeit Der Boden der Gerechtigkeit. In nationalliberalen Streifen er diese Aeußerung für eine Berleumdung? Nein, der pfiffige Mann Persönlichkeit sei. Kommunal- Wahlgefeß, durch welches die rheinischen Ge- bes Lindau- Kampfes entrüstet eine solche Verdächtigung der Lauterkeit Man sieht, welche Moral aus der Angelegenheit gemeinden dem Zentrum ausgeliefert werden sollen. Die national- Harden's abgewehrt hatte, zogen wird! Wenn sogar ein freisinniger Präsident Herrn liberalen Zeitungen haben nun ihre Hoffnung auf das Herren eben Glauben geschenkt hatte. er seinen Bethenerungen Darüber aber beklagt sich Stumm im Reichstag straflos Verleumdungen aussprechen haus gesezt, dessen Konservative sie unt Hilfe anbetteln. Die gerade Mehring in der jezigen Broschüre, daß Harden s-in Vertrauen«etiiuscht hatte. Wenn Herr Harten heute einen Spitzbuben für einen ehrlichen Mann erklärt und ihn gegen Bezichtigungen Anderer vertheidigt, dann wird der Spitzbube morgen — nach der Schule Horden— die Entdeckung und Beschuldigung. daß er ihn selbst bestohlen habe, mit dem kecken Hinweis wider- legen: Aber Du hast mir doch früher bescheinigt, daß ich ein ehr- licher Mann sei, folglich verleumdest Du mich'jetzt.— Spionage-Prozeß. Leipzig, 4. März. Das Reichsgericht der« urtheilte heute den Angeklagten Golthuber wegen Spionage nach § 1 des Spionagegesetzes zu fünf Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizei-Aufsicht.— Italienische Landarbeiter werden jetzt von den Agrariem importirt. Aus Görlitz wird berichtet: Dw Arbeitsnachweisstelle der Landwirthschaftskammer beschloß unter grundsätzlichem Ausschluß russischer Feldarbeiter wegen Neigung zum Kontraktbruch oberitalische Feldarbeiter heranzuziehen.— Untersuchung amerikanischen ObsteS. Offiziös wird ge- meldet: ES waren Zweifel darüber entstanden, ob die Bestimmnng der kaiserlichen Verordnung, betreffend die Einfuhr lebender Pflanzen u. f. w. ans Amerika vom V. Februar v. I., wonach„frisches Obst" bei der Einfuhr einer Untersuchung auf daS Vor- kommen der San Jofä-SchildlauS unterliegt, auch auf die aus Amerika eingehenden sogenannten Südfrüchte, wie Apfelsinen, Zitronen, Rosinen. Anwendung zu finden hat. Im Ein- verständniß mit dem Reichskanzler und demLandwirthschastsminister hat der Finanzminister diese Frage verneint. Die betheiligten Grcnz-Eingangsstellen sind mit den entsprechenden Weisungen ver- sehen worden.— Das Organ des Bundes der Landwirthe ist damit natürlich nicht einverstanden und ertheilt Herrn von Hammerstein sehr von oben herab folgenden Rüffel: „Wie der Landwirthschaftsminister zu der Verneinung dieser Frage gekommen ist, ist uns nicht recht klar, da unserS Wissens die Schildlaus auch auf Südfrüchten vorkommt." Chronik der MajrstätSbeleidigungS-Prozefse. Wie dem„L. A." aus München gemeldet wird, erhielt gestern der Zeichner des„Simplicissimus", Maler Thomas Theodor Heine, welcher vom Landgericht in Leipzig wegen Majestäts- belcidigung zu 6 Monaten Gesängniß verurthcilt wurde, die Nach- richt, daß diese Strafe im Gnadenwege in Festungshaft umgewandelt sei.— Hat Th. Th. Heine diesen Erfolg einem Gnadengesuch zu ver- danken, dem ja immerein— S ch u l d'b e k e n n tn iß vorausgehen muß?— Chronik der Gewaltthätigkeiten. (Vergleiche zum Dresdener Zuchthaus- Kurs.) AuS Frankfurt a. O. wird uns berichtet: Am 11. Februar d. I. gerieth in der Knnnegießer'schen Wirth- schaft am Roßmarkt der Bereiter Leidicke mit dem' Maurer Krebs in Differenzen. Krebs wurde, da er sich unpassend benahm, vom Wirthe hinansgewiesen. Draußen lauerte Krebs dem Leidicke auf und schlug diesen nach L.'S Aussage beim Verlassen deS Lokals ins Gesicht. L. zog sofort das Messer und stach den K. wie einen tollen Hund über den Haufen. Nach ganz kurzer Zeit trat der Tod des Verletzten ein. L. wurde verhaftet und stand unter der Beschuldigung der vorsätzliche» Körperverletzung mit tödtlichem Ausgang am 1. März vor den Geschworenen. Seine rohe, gewalt- thätige Natur hatte ihm gleichzeitig noch eine Anklage' wegen Körperverletzung eingebracht. Er hatte am 11. April v.J. in Lebus de» Stellmacher Donner ohne jede Veranlassung mit einem Stock über den Kopf geschlagen, sodaß Donner eine erhebliche Verletzung davontrug. Die Geschworenen erkannten den Leidicke schuldig der vorsätzlichen Körperverletzung mit tödtlichem Ausgang und der Korper- Verletzung mittel? gefährnchen Werkzeugs; mildernde Umstände wurden für beide Fälle nicht zuerkannt. Das Gericht erkannte, ob- wohl Leidicke wegen Gewaltthätigkeiten wiederholt vorbestraft ist. für den Todtschlag auf das Strafminimum von drei Jahren Gefängniß, für d i e g e f ä h r l i ch e K ö rp e r v e r l e tz u n g auf vier Monate, zusammen auf drei Jahre drei Monate Ge- fängniß.— Die Strafkammer deS Landgerichts Straßburg i. E. ver- handelte kürzlich einen Fall schwerer körperlicher Mißhandlung, die den alsbaldigen Tod deS Verletzten zur Folge hatte. Auf dem feimwege von einem Familienfeste war der Steinbrecher Isidor r e i§ m u t h in St. Johann-Kurzerode mit einem gewissen Schneider auS geringfügiger Ursache in Streit gerathen. Es entstand eine Balgerei, beide Thcile kratzten sich die Gesichter blutig und schlugen sich gegenseitig auf die Köpfe. Während sich Schneider anschickte, seinen zur Erde gefallenen Hut aufzuheben, sprang Frcismnth in einen nahen Schuppen und kehrte mit einem zwei Meter langen, armdicken Prügel zurück. Sei es nun, daß Fr. einen gelvissen Boos für seinen Gegner hielt, oder daß er aufs Gerathewohl in die ihm gegenüberstehende Gruppe schlug: der schwere Hebel sauste plötzlich mit wuchtigem Schlag auf den Kopf des ahnungslosen Boos. Dieser stürzte lautlos, wie vom Blitze getroffen, zusammen. Am Morgen nach der That gab Boos, ein Vetter des Thätcrs, seinen Geist auf, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Die Anklage gegen Fr. lautet« auf Körperverletzung mit uachfolgeudem Tod, die Ge- schworenen erachteten jedoch, den Ausführungen des Vertheidigers folgend, einen Fall fahrlässiger Tödtung für vorliegend, worauf der Gerichtehof den Angeklagten zu einer Gefängniß st rafe von einem Jahr sech» Monaten verurtheill'e.- Ausland. Oesterreich-Utigaru. Ilm ungarische» Abgeordnetenhaus ist nunmehr die Ob« flrultion aufgegeben und die gesetzgeberische Thätigleit kommt wieder in Fluß. Am 4. d. MtS. wurden die Gesetzentwürfe betr. das dies- jährige Rekrute nkontingent und die unveränderte Aufrecht- erhaltung der Wehrgesetz- Novelle für daS laufende Jahr an- genommen.— Schweiz. Zürich, 27. Februar.(Eig. Bei.) Im Kanton Zürich ist man daran, die Volksschule auszubauen. Das bestehende Schulgesetz stammt noch aus dem Jahre IdSll. da wiederholte bezügliche Vor- lagen vom Volke abgelehnt wurden. So kommt es, daß' die gesetz- liche Schulpflicht noch ö Jahre betrögt, während lhatsächlich ein sehr großer Prozentsatz der Kinder bis zum lb. Altersjahre in die Schule geht. Der jetzt vorliegende, von der kantonsräthliche» Kom- Mission bereits dcralhene Gesetzentwurf bestimmt nun die achtjährige Schulpflicht, macht aber den Landgemeinden das Zugeständniß, daß sie im Somnier den wöchentlichen Schulunterricht in der siebenten und achten Klasse auf zwei Vormittage beschränken können. Dabei hegt aber die Kommission die Hoffnung, daß diese Ausnahme nur ei» llcbcrgangsstadium bedeuten und in 6 bis 10 Jahren die acht- klassigc Volksichule im ganzen Kanton bestehen wird. DaS Maximum der Schülerzahl in einer Klasse wird in der Volksschule auf 70, in der Sekundärschule auf 35 festgesetzt. Die wöchentlichen Nnlerrichts- stunden sollen m der ersten Klaffe 15 bis 20, in der siebenten und achten Klasse 27 bis 33 Stunden betragen. Der Sonnabend- Nachmittag soll unter allen Ilmständen frei sein. Höchstens kann er für den ArbeitSunterricht verwendet werden. In den oberen Klaffen kann für die Knaben fakultativer Arbeits- Unterricht eingerichtet werden; für die Mädchen ist der Arbeitsunter- richt obligatorisch und soll während 4—3 Stunden wöchentlich er- theitt werden. Für jede Arbeitsschule hat die Ortsschulbehörde eine Frauenkommission zur Begutachtung und Antrag- stcllung in allen bezüglichen Angelegenheiten zu wählen; dieselbe hat auch den Arbeitsunterricht zu beaufsichtigen und sür Anschaffung geeigneten und gleichartigen Arbeitsmaterials zu sorgen. Dasselbe wird unentgeltlich verabfolgt. Die Lehrmittel werden in der Volks« und Sekundärschule un« entgeltlich an die Schüler verabfolgt. Die Schulbehörden und Lehrer haben darüber zu wachen, daß die Schüler gehörig ge- nährt und gekleidet werden. Hat die Schulkasse für Nahrung und Kleidung armer Schulkinder Ausgaben zu machen, so leistet der Staat hierzu entsprechende Beiträge, ebenso an die Versorgung schwächlicher Schulkinder in Ferienkolonien. Die Sekundärschule, welche drei Jahreskurse' umfaßt, schließt an die sechste Klasse der Volksschule an. Bedürfttge Sekundarschüler können staatliche Stipendien erhalten. An die Besoldung der Primär- und Sekundar-Lehrer leistet der Staat zwei Drittel und event. auch Bei- träge an daS letzte Drittel. An die Kosten der unentgeltlich ver- abfolgten Lehrmittel und Schulmaterialien leistet der Staat Beiträge von 25 bis 75 pCt., je nach dem vorhandenen Bedürfniß der Ge- meinde. Die durch das neue Schulgesetz verursachten Mehrausgaben des Staates werden auf 300 000 Franks pro Jahr berechnet. Der Gesetzentwurf, der noch die Berathung des Kantonsrathes zu passtren hat, würde, wenn das Gesetz durchgeführt, einen schönen Fortschritt im Zürcherischen Schulwesen bedeuten. Frankreich. Der französisch-englische Zwischenfall bezüglich einer fran- zösischen Kohlenstation am Persischen Meerbusen scheint gütlich bei- gelegt zu werden.„Reuter's Bureau" erfährt folgendes: Da der Vertrag von 1862 England und Frankreich bezüglich Maskats gleiche Rechte gewährt, ist es" wahrscheinlich, daß Frankreich darum ersuchen wird, ihm zu gestatten, an der Küste von Maskat einige Kohlen- schuppen aufzustellen gleich denen, die die Engländer dort haben. England werde sich einem solchen Wunsche nicht widersetzen, voraus- gesetzt, daß nicht irgendwelcher Landbesitz oder ein Recht auf solchen begehrt oder erworben wird. Und nun meldet denn auch die offiziöse französische Telegraphenagentur aus Paris: Die Regierungen in Paris und London find übereingekommen, daß Frankreich in Maskat eine Kohlen- niederläge errichten wird unter denselben Bedingungen wie England.— Ans PariS wird vom Sonnabend gemeldet. Die nationa- listischen Blätter greifen die Kriminalkammer wegen der gestrigen Zuständigkeits-Entscheidung heftig an und nennen diese einen Amts- frevel und eine Herausforderung der öffentlichen Meinung. Die der Revision günstig gesinnten Blätter verlangen, daß eine Untersuchung eingeleitet werde, um festzustellen, wer die Radinmgen an der Adresse des'„Petit Bleu" in der verbrecherischen Absicht, Picquart der Fälschung zu bezichtigen, vorgenommen habe.„Libre Parole" und andere Blätter bezeichnen die Wahl Falliöre's zum Senats- Präsidenten als einen Sieg der Dreyfuspartei.— PariS, 4. März. Die Führer der Patriot en Ii ga haben beschlossen, im Falle der Auflösung der Liga durch die Regierung eine geheime Gefellschaft, wie zur Zeit des Kaiserreichs, zu gründen.— England. London, 2. März. Der Antrag R o b s o n hat gestern im HauS der Gemeinen eine größere Mehrheit erhalten, als seine optimistischsten Freunde gehofft hatten. 317 Abgeordnete stimmten der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs zu, der die Halbzeit-Arbcit— oder richtiger den Halbzcit-Tchulbesuch— der Kinder statt mit 11 Jahren erst mit 12 Jahren zulassen will, und nur 59 Abgeordnete stimmten dagegen. Das ist ein großer Erfolg der Agitation gegen das jetzt obwaltende System der Halbzeit-Ärbeit. Fast nur Abgeordnete für Lancashire idarunter drei liberale) und agrarische Tories stimmten gegen die zweite Lesung. Bezeichnend war das Verhalten der Regierung. Sir John Gorst, der Vicepräsident deS Unterrichtsministeriums, iprach und stimmte für den Antrag, aber er that es in seiner Eigenschaft als Abgeordneter, nicht als Vertreter, aber im Namen der Regierung, in deren Schöße vielniehr die Ansichten über ihn ziemlich weit auseinandergehen. Die große Zahl derer, die gestern mit Ja stimmten, dürfte aber wohl' seinen Freunden im Kabinet das Uebergewicht verschaffen. In der Debatte spielte das utilitarische Moment, d. h. der Nach- weis, daß die weit höhere Einschränkung der Kinderarbeit die industrielle Konkurrenz der Festlandsstaateu nicht beeinträchtigt habe, die Hauptrolle. Jndeß wurde selbstverständlich auch die hygienische Seite der Frage betont, sowie ihre Bedeutung für das Unterrichts- Wesen. Die beiden Lehrer, die im Parlament sitzen, und John Burns waren als Redner für den Antrag vorgemeldet, verzichteten aber auf das Wort, um ein Todtreden demselben zu vermeiden. Bei Anträgen aus dem Hause giebt es nämlich keine Vertagung; zieht' sich die Diskuttrung eines solchen Antrages bis über die Stunde hin, für die an dem betreffenden Tage Debattenschluß eintritt, so muß er von neuem eingebracht werden, wo es dann reine Sache des Glückes ist, ob er überhaupt wieder zur Verhandlung kommt— wenn nicht die Regierung ihn auf- nimmt. Noch ist zu bemerken, daß Sir John Gorst den Landwirthen für die vorgeschlagene Einschränkung des Halbzeit-Systems eine Ent- schädigung in der Form von völliger Aussetzung des Schulunterrichts auf dem Lande während der Zeit der Saisonarbeiten in Aussicht stellte. Dies dürfte der Kaufpreis für Stimmen der Letzteren sein.— Italien. Der Papst scheint nunmehr borläufig der Gefahr entronnen zu sein. Vom Sonnabend wird aus Rom gemeldet: Der Papst verließ heule Mittag das Bett und blieb bis S Uhr Nachmittag auf. Das Befinden des PapsteS bessert sich fortdauernd: er nimmt freiwillig Nahrung zu sich und beabsichtigt morgen längere Zeit außer Bett zu bleiben. Im Vattkan betrachtet man die Krffis als überstanden. Es dringen jedoch auch ungünstigere Nachrichten in die Oeffent- lichkeit. Dem römischen Berichterstatter der„Köln. Ztg." wird von zuverlässiger Seite erklärt, daß die Berichte der Aerzte' den Znstand des Papstes günstiger schildern, als er wirklich fei. Das Fieber dauert an, dabei wechseln längere Schwächezustände mit Augenblicken aiifsallender Lebhaftigkeit, in denen es schlver wird, den Kranken ruhig zu halten, wie es sür seine Heilung erforderlich ist.— Spanien. In Spanien ist nunmehr die„liberale" Herrschaft zu Ende, und an Stelle deS zurückgetretenen Kabinets tritt ein k o n s e r- vativ-klerikales Mlnisterium. Dasselbe ist folgender- maßen zusammengesetzt: Silvela Präsidium und Aeutzeres, Dato Inneres. Villaverde Finanzen, D u r a n Jusiiz, Pola- v i ej a Krieg, Marques Pidal Oeffentliche Arbeiten und Kalo- nien, C a m'a r a Marine. Die neuen Minister werden Sonntag Vonnittag der Königin den Eid leisten. Wie verlautet, soll das Präsidium des Senats den, Marschall Eampos, und das der Depu- tirtenlammer Pidal, dem Bruder des Arbeitsministers, übertragen werden. Zur Charatteristik des neuen Ministerpräsidenten Silvela er- inner» ivir daran, daß er vor wenigen Wochen, in den ersten Januar- tagen 1899, im konservativen Klub eine Programmrede hielt, worin er seine Bewerbung um die Nachsolgeschaft Sagastas unverblümt ankündigte. Der bezeichnendste Satz dieser Rede war, daß alle die- jenige» zu seiner politischen Gemeinschaft gehören, welche„die Worte des Vatikans anerkennen". In einem durchaus katholischen Lande kann diese Redewendung nur die völlige Unter- iverfnng unter den Klerikalismus bedeuten. Die Kammern sollen nunmehr aufgelöst werden. Die Neu« Wahlen werden Ende April stattfinden. Die Wiedereinberufung der- selben soll im Mai erfolge». Die Botschafter in Paris und London sowie die Präfetten, die Staatssekretäre und die Direktoren kündigen ihren Rücktritt an. Madrid, 3. März. Admiral M o n t o j o, welcher seiner Zeit daS Geschwader bei Manila befehligte und Sostao, der frühere Kommandant des Arsenals in Cavite, sind heute in das Gefängniß gebracht worden: General Linares wird morgen verhastet werden. Rußland. Petersburg, 4. März. Der.Regierungsbote' schreibt i Der Kaiser beauftragte den Generaladjutanten WannowSki, eine ein- gehende Untersuchung über die Ursachen und einzelnen Um» stände der Unordnungen einzuleiten, welche am M.Februar in der Petersburger Universität begannen, sodann auf einige andere Lehranstalten übergingen. Gleichzeitig ordnete der Kaiser an, daß die Entscheidung über die Maßnahmen zur Wieder- Herstellung der gewöhnlichen Ordnung der Kompetenz der Oberleiter der betreffenden Lehranstalten verbleiben soll.— In Rufsland gehen in aller Gemüthlichkeit unheimliche Dinge vor. Wir wollen dw sensationellen Mittheilungen über den Gesund- heitszustand deS Zaren, die gar lebhaft an die Nachrichten vom chinesischen Hof erinnern, nicht von vornherein als der Wahr- heit entsprechend betrachten. Sichere Nachrichten bekommt man ja nicht leicht aus despottschen Ländern, wo dte Wahrheit geächtet ist uno die Politik hinter verschlossenen Thüren, auf Hintertreppen, in Konventikeln und mehr oder weniger geheimen Kabinetten gemacht wird. Die Unterdrückung der Oeffen'tlichkeit giebt der Phantasie weitesten Spielraum und zeittgt die tollsten Gerüchte. DaS ist eine der Strafen, welche die Nawr an das ihr widersprechende System des persönlichen Regiments geheftet hat. Aber wenn wir alle Meldungen auS Rußland auch nicht buchstäblich nehmen und Vieles als übertrieben, Manches als gmndloS betrachten. so bleibt doch, auch bei kritischster Sichtung, eine beträchtliche Summe von Thatsachen und Symptomen zurück, die auf eine organische innere Krise der denkbar schwersten Art schließen laffen. Den Tumulten an der Petersburger Universität wollen wir nur eine symptomatische Bedeutung beilegen— jedenfalls erhellt daraus, daß sich der Klassen, aus denen die stndirende Jugend hervorgeht, also der bürgerlichen Kreise eine tiefgehende Unzufriedenheit bemächtigt hat. Das' Bürgerthum in Rußland ist allerdings noch nicht so wert ent- ivickelt, wie das Bürgerthum in Frankreich zu Ende der Achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Es ist noch nicht im Stande, daS' Staatsruder mit einem revolutionären Ruck zu ergreifen— noch weniger als das deutsch« Bllrgerthum dies vermocht hat. Aber das herrschende System selbst ist durch und durch morsch und brüchig. Die unvernünftige lotterige Verwaltung hat daS Volk und das Land zu Grunde gerichtet. Die Mißernte und Hungersnoth in Rußland ist nicht ein Elemeiitarcreigniß, sondern die nothwendige und dauernde Folge schmählicher Mißwirthschaft, welche den Ackerbau ruinirt und den Boden ertragsunfähig gemacht gemacht hat. Und die Regierung hat weder den intelligenten Willen noch die Kraft, zu verhindern, daß Hungersnoth und Hunger» p e st das Musterreich„Väterchens" entvölkern. Dazu kommt die Zerrüttung der russischen Finanzen. Sie ist freilich ein chronisches Uebel, doch das Uebel verschlimmert sich von Jahr zu Jahr. Denn Rußland befolgt genau dasselbe System wie Frankreich vor der Revolution: es stürzt sich in Schulden und deckt das stets wachsende Defizit mit fremdem Geld, statt an die Hebung der Hilfs- quellen des Landes zu gehen. Was in letzterer Beziehung geschieht� ist lächerlich wenig, so reklamenhast es auch aufgepufft wird. Der Kredit ist dermaßen gesunken, daß seit länger als einem Jahr fruchtlose Versuche zur Aufnahme eine? neuen AnleihenS gemacht werden.— Türkei. Der Sultan ermahnt in den europäischen Provinzen der Türkei alle Konfessionen und Nationalitäten zum Frieden. Einer Meldung der ttirkischen Blätter zufolge habe der Sultan, veranlaßt durch falsche Zeitungsnachrichten über in den europäischen Provinzen zwischen Bekennern verschiedener Glaubens« bekenntnisse vorgekommene Feindseligkeiten, durch ein Jrade den Groß» vezier angewiesen, an die Balis von Kossow, Monastir, Saloniki und Janina ein Zirkular zu richten, worin der Befehl ertheilt wird, die Gesetze strikte anzuwenden, Uebertretungen, welche den fried- liebenden Absichten des Sultans zuwiderlaufen, nicht zu dulden und die Verbrecher zu verfolgen. Zu diesem Zwecke sollen sie In- spektionsreisen unternehmen und die muhamedanischen Ge» meindevorsteher und christlichen Kirche«Häupter verpflichten, der Bevölkerung zu verkünden, daß die Angehörigen verschiedener Glaubensgenoffenschaften, welche ein Vaterland be- ivohnen, nicht feindlich, sondern friedlich zusammenleben müßten, um hierdurch ihren Gehorsam und ihre Treue gegen die Regierung zu erweisen, und daß Zuwiderhandelnde bestraft werden würden. Das Zirkular ist in den betreffenden Lokalblättern zu publiziren.— Asien. Vom Kriegsschauplatz. Ein Telegramm aus Manila vom 4. d. M. nieldet: Eine bedeutende Streitmacht der Aufftändischen, welche sich mit den Insurgenten auf Guadalape zu vereinigen beabsichtigte, ist heute durch ein amerikanisches Kanonenboot be» schössen und mit erheblichen Verlust zerstreut worden. lieber die Verl u st e der den letzten Kämpfen wird aus Manila berichtet: Es sollen 3M Männer, 425 Frauen und 280 Kinder ums Leben gekommen sein. Von den Amerikanern wurden 140 getödtct und über 400 verwundet. Die Filipinos haben ihre alten Positionen zurückerobert und bedrohen ernstlich Manila. Die Amerikaner sind fest entschlossen, im Falle eines Angriffes der Filipinos auf ihre Stadt die offen gelegenen Stadttheile niederzu- brennen, um Schuhfreiheit für die befestigte Stadt zu gewinnen. Leiter der Operationen auf Seiten der Filipino« ist der japanische Generalstabsoderft Katzouma.— Amerika. Dte Znrvckziehntm der deutschen Eeestrettkrüftr au» den Philipprntschen Gewässern wird von der amerikanischen� Presse mit großer Genugthuung aufgenommen.„Washington Evening Star" sagt zum Beispiel, wenn der Schritt auch ein diplomatischer Schachzug sei, um einerseits Denffchland aus einer Verlegenheit zu ziehen, andererseits den Vereinigten Staaten ihre auf den Philippinen übernommenen Verpflichtungen vor Augen zu führen, so müsse die amerikanische Regierung diese Lage doch riickhalt- los acceptiren; sie müsse den Schutz deutscher Interessen erfolgreich wahrnehmen, sonst sei Deutschland zur Selbsthilfe berechtigt. In ähnlicher Weise äußern sich die meisten der anderen Blätter.— Jttvalidenversichernngs Kommission. 7. Sitzung vom 4. März 1899. Die Anträge zu§8 20 und 2S (Beiträge und Rentenhöhe) werden von den Antragstellern begründet.' die Denkschrift der Regierungsvorlage von deren Verfasser Regienings» rath Beckmann. Derselbe hat auch die Vorschläge Röstcke's und Schmidt'« versicherungstechnisch berechnet; die Röstcke's seien für die von ihm geforderten Renten zu niedrig berechnet, während die Schmidt's bei 3'/e pCt. Verzinsung ausreichend für die von diesem geforderten Renten seien. Staatssekretär PosabowSkt, bezweifelt, daß die in der Diskussion gewünschte Wittwen- und Waiseiiversorgung. die sehr erstrebenswerth sei, sich bei Gelegenheit der Umänderung dieses Gesetzes einführen lasse. Zur Erhaltung der Familie lange die Rente auch der IV. Lohnklasse nicht, da die Annenversorgung größere Beiträge je nach Zahl der Kinder gebe, in Preußen 50 Pf. für den Erwachsenen, 25 Pf. für jedes Kind, also bei 4 Kindern 1,50 M. täglich, mithin 547 M. jährlich, was keine Rente leisten könne. Demnach werde die Armenpflege immer wieder eingreifen müssen. Sicherlich werden später noch viele Novellen zum Jnvattdcngesetz kommen müssen und dann allmälig auch auf Er-, höhung der Renten resp. Wittwen- und Waisenversorgung Bedacht genommen werden; zur Zeit sei dies nicht angängig. Regienings- rath Beckmann weist darauf hin, daß die Invalidenversicherung ein Sechstel der Einzahlung als Rentensteigerung gewähre, während jede Privat-Verstcherunasanstalt nur ein Zwölftel gewähren könne. Rösicke entgegnet, daß seine Vorschläge richtig seien, auch wenn ie der Wahrscheinlichkeitsrechnung des Versicherungs- Technikers vidersprechen. Denn es läßt sich garnicht übersehen, wie der Fortfall der Zusatzmarke auf daS Anwachsen der freiwilligen Versicherung einwirken werbe; femer könne durch das Heilverfahren, das nun erweitert werde, die Zahl der Rentenempfänger vermindert werben, während andererseits sehr viele Arbeiter darauf dringen werden, in der höchsten(V.) Lohnklasse versichert?u sein, da sie oa- durch nach 600 Beitragswochen sich den höchsten Grundbetrag von 180 Mark jährlich bei der Rente sichern. Hitze befürwortet seinen Vorschlag, die Kinder von Rentenempfängern zu berücksichtigen, und Zje nach der Kinderzahl Zuschläge zur Rente zu gewähren' Aufgabe der sozialpolitischen Gesetze sei es, die Armenpflege zu be seitigen, und das geschehe durch die Regierungsvorlage nicht. Staats sekretär Posadowsky: Die Berechnung Rösicke's, daß jemand, der in eine niedere Lohnklasse kommt, sich, je länger er versichert ist, immer mehr herunterklebt, das heißt geringere Renten erhält, ist richtig, und danach muß die Regierungsvorlag abgeändert werden. Im klebrigen cnipfehle die Regierung deren Annahme, wenn sie aber abgelehnt werde, dann die Annahme des Antrages Schmidt. Wenn aber jeoer 70jährige eine Altersrente auch in der Höhe der Invalidenrente bekommen solle, ohne daß die Invalidität nachgewiesen werden muß, dann trete eine zu bedeutende Steigerung der Lasten ein. Auch der Vorschlag Hitze's belaste die Invalidenversicherung außerordentlich, ferner blieben dann die Waisen noch unberücksichtigt. Vorläufig sei das Wichtigste, die Lücke auszufüllen zwischen der 13. Woche, wo die Kraulen lassen zu zahlen aufhören, und der 26. Woche, wo die Invalidenversicherung eintrete; wenn die Krankenkassen allein die Last tragen sollen, werden kleinere Kassen zu sehr in Anspruch genommen, selbst wenn die Ardeitgeber die Hälfte der Bei- träge zahlen müßten. Es sei daher in Aussicht genommen, daß dre Jnvalidenversidjerung für diese 13 Wochen den Krankenkassen einen Zuschuß gebe, und in Hiw frcht hierauf sei nothwendig, jede weitere Belastung der Invaliden Versicherung zu vernreiden. Nächste Sitzung: Dienstag. Varlanrenksvifches. Justiznodelle. In der VI. Kommission wurde gestern die erste Lesung der lex Rintelen und der Regierungsvorlage zu Ende geführt. � Die beabsichtigte Erweitening der Eidesformel bei dem Zeugeneid,„nach bestem Wissen und Gewissen die reine Wahr heit zu sagen" zc., wurde mit 10 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Das gleiche Schicksal hatte der Antrag Hcrzfcld: an Stelle der religiösen Form:„Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden" zu setzen die Worte:„Ich schwöre." Die Ablehnung erfolgte mit 10 gegen 7 Stimmen. Dem Schwörenden zu gestatten, eine seinem Glaubensbekenntniß_ entsprechende Bckräftigungsformel dem Eide hinzuzufügen, wie die lex Rintelen vorsieht, wurde mit 9 gegen 8 Stimmen abgelehnt. �Cr geg entheiligen Bemühungen der Rcgierungsvertreter beschloß die Kommission, die Regicruiigsvorlage, wie dieselbe in Ver- bindung mit dem gleichen Theil der lex Rintelen in der ersten Leiung der Kommission gestaltet ist, nicht als besonderen Gesetz entwurf fernerhin zu behandeln, sondern der lex Rintelen einzu siigem Dem Wunsche� der Regierungsvertreter stimmten nur drei Mitglieder der Kommission zu. Als Einführungstermin des Gesetzes wurde mit 11 gegen 5 Stimmen der 1. Januar 1904 festgesetzt. Ausgenommen hiervon bleibt der Abschnitt von der Eidesleistung, der gleichzeitig mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch in Kraft treten soll. Die zweite Lesung soll am 14. März deginnen. DaS Mandat des Abg. Graf Bismarkk-Bohlen, des kon- servativen Vertreters für Greifswald, ist von der Wahlprüfungs- Kommission deS Reichstags beanstandet worden. Dresdener Znchthausknrs. Wir erhalten folgende Zuschrift: Einige Ausführungen, die ich in der„Neuen Zeit" über das Dresdener Urtheil gemacht habe, werden von irgend einer Quelle, die den reaktionären Blättern ihre Weisheit spendet, zu den unglaub- lichsten Verdrehungen benutzt, u. A. zu der Behauptung, die sich in der„Kreuz-Zeitung" befindet:„Die Löbtauer Gcwaltthatcn würden ohne die sozialdemokratische Verhetzung unmöglich gewesen sein, das steht unwiderleglich fest und die„Neue Zeit" zeigt mehr Klugheit und mehr Ehrlichkeit als die offizielle Partei, indem sie diese That- sache unumwunden zugiebt." Selbstverständlich ist es mir nicht im Traume eingefallen,„zuzugeben", daß die Löbtauer Gewaltthaten ohne die sozialdemokratische Verhetzung unmöglich gewesen seien; ich habe in der„Neuen Zeit" wiederholt mit derjenigen Deutlichkeit. deren die deutsche Sprache überhaupt fähig ist, die völlige Unschuld der Partei an diesen Gewaltthaten hervorgehoben; so sage ich»och in der neuesten Nummer der„Neuen Zeit":„Die Partei kann also mit gutem Gewissen, und sie muß sogar pflichtgemäß sagen: für diese Ausschreitungen bin ich in leiner Weise verantwortlich und nie- wand hat ein größeres Recht sie zu tadeln als ich." Ich habe nicht eine Silbe geschrieben, die selbst mit dem bösesten und raffinirtesten Willen dahin mißdeutet werden könnte, daß die Löbtauer Gewalt- thaten der„sozialdemokratischen Verhetzung" aufs Konto zu setzen seien. Es ist die blanke reine Erfindung. Zur höheren Ehre dieser Erfindung beziehen sich die reaktionären Blätter auf eine Polemik, die Genosse Heine am Freitag voriger Woche in einer Versammlung der Berliner Zimmerer gegen meine Kritik des Dresdener Urtheils m der„Neuen Zeit" gerichtet hat. Aus diese Polemik selbst einzugchen, habe ich keinen Anlaß, da sie, so weit sich darüber nach den Berichten des„Vorwärts" nrthcilen läßt, durchweg in Mtzverständnissen besteht. Die wirkliche Meinungs- Verschiedenheit zwischen Heine und mir besteht in Folgendem. In Nummer 21 der„Neuen Zeit" hatte ich die mildernden Umstände auf- geführt, die ftir die Ausschreitungen der Dresdener Verurtheilten geltend gemacht werden können und dann geschrieben: „Freilich den ersten Anlaß zu dem Zusammenstoß hatten sie gegeben; sie waren auf den Bau des mißhandelten Unternehmers gedrungen, um die auf diesem Bau beschäftigten Arbeiter, die über den nach schweren Kämpfen errungenen Zehnstundentag der Dresdener Bauarbeiter hinaus arbeiteten, zum Einstellen der Arbeit aufzufordem. Für den, der Menschliches menschlich zu beurtheilen vermag, gehört auch diese Thatsache zu den mildernden Umständen. Jede Ver- kürzung der Arbeitszeit ist für die Arbeiter ein so kostbares Gut, und sie zu erringen kostet ihnen so große Anstrengungen, daß nichts begreiflicher und natürlicher ist, als daß sie eifersüchtig über ihre Sicherung wachen. Es ist nicht nur ihr menschliches Recht, sondern auch ihre menschliche Pflicht... Aber eben dieser menschlich durchaus entschuldbare Theil ihres Vergehens ist den verurtheilten Arbeitern zum Verhängniß geworden. WaS dann kam. der heftige Wortwechsel, die gegenseitigen Schimpfreden, und endlich die körperliche Mißhandlung des Bauunternehmers, der die ein- gedrungenen Arbeiter Einbrecher und Spitzbuben geschimpft und zwei blinde Schüsse auf sie abgegeben hatte, Alles das' könne nur als eine gewöhnliche Rauferei betrachtet und vermuthliöh mit verhältniß- mäßig gelinden Strafen geahndet werden. Allein der eigentliche Anlaß des Streites, der Versuch klassenbewußter Arbeiter, „arbeitswillige" Kameraden zum Einstellen der Arbeit zu ver- anlassen, hat jenes furchtbare Urtheil veranlaßt, daß jedem fühlenden Menschen das Blut in den Adern gerinnen macht." Dies ist— in ihren wichtigsten Sätzen— die Auffassung, die ich in der„Neuen Zeit" über das Dresdener Urtheil kundgegeben habe. Nun veröffentlichte Heine einen Artikel, worin ausgeführt war, daß die Ausschreitungen der Löbtaucr Bauarbeiter jeden Zusammenhang mit dem Grunde verloren gehabt hätten, der sie auf den Bau des Klemm geführt habe; es habe sich nur noch uni eine gewöhnliche Prügelei und Schimpferei gehandelt, und das Urtheil nehme zu Unrecht an, daß zwischen diesen Szenen und seinem Grund ein Zu- sammcnhang bestanden habe. Daran ist meines Erachtens so viel richtig, daß die Ausschreitungen der Löbtauer Bauarbeiter als solche nicht auf die Rechnung der ge- werkschaftlichen oder politischen Arbeiterorganisation gesetzt werden dürfen, jedoch ist es falsch, überhaupt den ganzen Zusammenstoß auf das Niveau einer zufälligen Rohheit hcrabzw drücken und die Thatsache zu verleugnen, daß der„erste Anlaß'— oder wie ich einmal in der„Neuen Zeit" mit einem weniger zu- treffenden Ausdruck sagte, die„letzte Ursache"— deS Konflikts ein berechtigtes Klassenbewußtsein der verurtheilten Arbeiter- ge- Wesen sei. Von dieser Taktik habe ich gesagt, daß sie bequem, aber bedenklich sei. Meines ErachtenS erinnert sie an jene mehr juristische als politische Haarspalterei, womit der Liberalismus so viele Triumphe— auf dem Papier er- fochten hat, während es bisher der Vorzug der proletarischen Klassen- Politik war, die Dinge in ihrem ganzen tiefen Ernste zu nehmen. Ich vermag auch nicht einzusehen, wieso dadurch der proletarische Klassenkampf komplizirt werden soll, daß ganz ehrlich gesagt wird: So beklaqenswerth die Ausschreitungen der Löbtauer Arbeiter waren und so berechtigt die sozialdemokratische Partei ist, sie aufs schärfste zu tadeln, so muß den Verurtheilten als mildernder Umstand an- gerechnet werden, daß ihr erster Antrieb einem berechtigten Klassen- bewußtsein entsprach, dessen gänzliche Verkennung das Dresdener Urtheil zu einem Produkt der Klassenjustiz im schlimmsten Sinne des Wortes stempelt. Ueber die abgeschmackten Verdrehungen meiner Auffaffung durch die„Kreuz-Zeitung" und ähnliche Blätter brauche ich danach kein Wort mehr zu verlieren. Berlin, 3. März 1899. F. Mehring. Die diesjährige Landesversammlung der Sozialdemokraten Württembergs findet wie üblich Ostern in Stuttgart im Saale der Arbeiterhalle statt. Auf den Abend vorher hat der Landes- vorstand eine Konferenz aller sozialdemokratischen Gemeindevertreter des Landes einberufen, um eine gemein- same Richtschnur zur Stellungnahme bei den verschiedenen Fragen anzuregen und die Schaffung einer Zentralstelle zur Sammlung kommunalpolitischen Materials anzubahnen. Herr Dr. C. Hugo und Gemeinderath Dietrich werden die einleitenden Vorträge halten. Auf der Landesversammlung selbst wird die Schaffung eines Wochenblattes für Württemberg eine große Rolle spielen.— Zur Frage der Landtagswahlen in Sachse» beschloß eine Parteiversanimlnng ftir den zweiten sächsischen Reichstags-Wahlkreis Löbau, bei der Landesversammlung zu beantragen, daß die Eni- scheidung über Betheilignng oder' Nichtbetheiligung dem Ermessen �edes Kreises überlassen bleiben solle. Ein abgeblitzter Denunziant. Die„Reuß. Volksztg." schreibt Das auf eine Denunziation des früheren Expedienten der„Reuß Volksztg.", Schenderlein, gegen ein Mitglied der Preßkommission ein- geleitete Verfahren wegen Unterschlagung ist eingestellt worden. Damit hing seiner Zeit die Beschlagnahme unserer Bücher zusammen. Das Gericht hat den Aussagen uuierer Genossen mehr Glaubwürdig- kcit geschenkt, als denjenigen Scheuderleiws. Letzterer wird sich nun in Privatklagesachen vor dem Gericht zu verantworten haben. In die Redaktion der„Tribüne" in Erfurt ist an Stelle des zum 1. April ausscheidenden Genossen Albert Rudolph der Ge nosse Otto May eingetreten. Genosse May war zuletzt am Arbeiter 'ekretariat in München thätig. Genosse Nakutt hat am Freitag Mittag das Gefängniß Königsberg verlassen, wo er eine ihm als verantwortlichem Redakteur unseres dortigen Pmteiblattes auferlegte sechswöchcntliche Gefängniß- trafe wegen Beleidigung der preußischen Minister verbüßte. Er befindet sich verhältnismäßig wohl. Todtenliste der Partei. Ein braver Parteigenosse, der Schrift- etzer Franz Breyer in Dresden, ist nach längerem Leiden am Donnerstag im Alter von 36 Jahren gestorben. Breyer hat allzeit, auch in deii Tagen des heftigsten Kampfes unter dem Sozialisten gesctz, der Partei treu gedient; fast sieben Jahre lang arbeitete er in der Druckerei des Dresdener Partciblattes. steht. Bei dieser Firma verdienen die Weber bei 11 stündiger Arbeitszeit ohne Pausen durchschnittlich 10 M. pro Woche. Bei 25 Stühlen beschäftigte diese Firma in vier Jahren 500 Weber. Es liegt im Interesse jedes Webers, nicht unnütz Reisegeld auszugeben. wie dieses schon mehrere gethan haben. Wir warnen, auf das Inserat hereinzufallen. Alle Arbeiterblätter der Textilbezirke werden um Abdruck ersucht. nach Bielefeld, Dresden, Die Tapezirer bitten, den Zuzug Wiesbaden und Nürnberg femzuhalten. Das Stuttgarter städtische Arbeitsamt hat jetzt auch die Auszahlung der Reiseunter st ützung für die Mitglieder des Schneiderverbandes übernommen, nachdem bisher die Metall- arbeiter ganz gute Erfahrungen mit diesem Modus gemacht haben. Die Stuttgarter Gewerkschaften haben die Absicht, zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäste und Förderung der Agitation einen Gewerkschaftssekretär zu wählen. Ausland. AuS Halmstad(Schweden) wird uns berichtet, daß die Fabri- kanten der Hutindustrie die Absicht haben, den von den Arbeitern gegründeten Fachverein zur Auflösung zu bringen. Sämmtliche Arbeiter haben bereits ihre Kündigung erhalten, da sie sich dem Verlangen der Fabrikanten widersetzt haben. Es wird deshalb ge- beten, den Zuzug fernzuhalten. m Zur gest. Beachtung. Durch die vorläufige Uebernahme der Redaktion des Dortmunder Parteiblattes bin ich leider außer Stande, eine größere Anzahl Versammlungen, die ich hier und auswärts an- genommen hatte, abzuhalten. Es würde mir bei der Kürze der Zeit nicht möglich sein, die Einberufer und Vereinsvorsitzcnden brieflich hiervon zu benachrichtigen. Ich wähle daher diesen Weg und bitte die in Frage kommenden Genossen, von meiner Behinderung gefälligst Kcnntmß zu nehmen. Berlin, 4. März 1899. Emil Rosenow, Mitglied des Reichstages. GenievkfttzAftliifjes. Berlin nnd Umgegend. Achtung, Putzer! Mit Beginn der nächsten Woche beabsichtigt die Lohnkommission der Putzer festzustellen, wie viel Bauten in An- griff genommen sind und wie viel Putzer sich in Arbeit befinden. Ferner ist es dringend nothwendig, eine allgemeine Uebersicht über die während der letzten Monate abgeschlossenen Preise für arbeiten zu gewinnen, ebenso welcher Lohn augenblicklich gezahlt wird. Die Kollegen werden gebeten, den mit der Äufnahnie betrauten Personen in jeder Weise die gewünschte Auskunft zu crtheilen, daniit bei ungünstigen Verhältnissen die nöthigen Schritte ein- geleitet werden können. Gleichzeitig ersucht die Lohnkommisfion, auf jedem Bau eine» Dcputirten zu ernennen, welcher die Arbeitskarten für den Bau von der Kontrollstelle, Rosenthalerstraße 57(Restaurant Schiller), abholt und das Einsammeln der Beiträge zum Streikfonds wahrnimmt. Der Beitrag beträgt pro Arbeitswoche 25 Pfennig. Kollegen, Las gemeinsame' Zusammengehen aller Putzer Berlins und der Vororte ist eine zwingende Nothwendigkeit. Die Unsicherheit in unserem Berufe, hervorgerufen durch unsolide Spekulation, zwingt uns zum energischen Vorgehen. Die Lohnkommission. Achtung, Former! JnZder Maschinenfabrik von H. Welt in K o t t b u S haben sämmtliche Former die Arbeit niedergelegt, weil sie zu einen neuen Tarif arbeiten sollen, der Lohnabzüge von 15 bis 20 pCt. enthält. Nachdem der neue Tarif den Formern vorgelegt wurde, wollten dieselben mit dem Ingenieur Muth, zugleich Geschäfts führer, unterhandeln. Dieser gab ihnen jedoch zur Antwort, wer für den neuen Preis nicht arbeiten wolle, der möge nur schnell die Fabrik verlassen, er bekäme genug Former aus Lieg nitz. An das Bestehen der 8tägigen Kündigungsfrist kehrte sich der Herr Ge schäftsführer nicht, und wird. hier das Gewerbegericht ein Wort reden müssen. Es wird dringend ersucht, denZuzug von Formern nach Kottbus fernzuhalten. Der Holzarbeiter-Verband hat heute in AdlerShof im Lokal von Schmauser, Nachmittags 4>/» Uhr, eine Versammlung einberufen, in der wichtige Gegenstände zur Erledigung stehen. Den Vortrag hält Herr Grundmann über: Ein Blick in daS Innere des Menschen.— ES wird um zahlreiche Betheiligung gebeten. Die Ortsverwaltung. Deutsches Reich. Textilarbeiter. In vielen bürgerlichen Blättern erscheinen gegenwärtig Inserate:„Tüchtige Weber, Weberinnen, Spinnerei- und Fabrikarbeiter finden dauernde und lohnende Beschäftigung in F o r st i. L." Von wem diese Inserate ausgehen, ist nicht ersichtlich, weil jede Unterschrift fehlt. Aus Forst wird uns mitgetheilt, daß dort kein Arbeitermangel besteht, vielmehr giebt es in der Textil- industrie eine große Zahl Arbeitsloser jeder Branche. Allerdings wird in einigen Fabriken Ueberzeit gearbeitet, doch können diese Fabriken jederzeit mehr als genug Arbeiter in Forst selber erhalten. Mehrere Fabriken lassen verkürzte Zeit arbeiten, nur damit der Be- trieb nicht ganz still steht. Man nimmt in Forst an, daß nicht der Fabrikantenvcrein, sondern eine kleine Firma hinter dem Inserat Soziales. UnfallberhütungS- Vorschriften. Nachdem das Reichs-Vcr- sicherungsamt im letzten Jahre für zwei weitere Berufsgenossen- schaften Unfallverhütungs-Vorschriften genehmigt hat, besitzen nun- mehr von den ausschließlich dem Amte unterstellten 60 gewerblichen BerufSgenoffenschaftcn 57 solche Vorschriften. Zur Ueberwachung der Durchführung derselben waren rund 200 Beauftragte thätig. Die Verschlechterung des GewerbegerichtS« Statuts in Dresden ist nun perfekt geworden, indem es von den Stadt- verordneten in der Fassung deS Rechtsausschusses einstimmig und debattelos beschlossen worden ist. Es bedarf zwar noch der Zu- stimmung der oberen Verwaltungsbehörde, doch deren Versagung wäre nur zu erwarten, wenn es sich nicht um Einschränkung, sondern um Erweiterung der Rechte der Arbeiter handelte. Die Verschlechterungen bestehen darin, daß die Wahlperiode für die Beisitzer von 3 aus 5 Jahre verlängert worden ist und daß namentlich die Einrichtung der Wählerlisten geschaffen wird. Bisher war das Verfahren bei der Wahl sehr einfach. Wer in Dresden wohnte oder arbeitete, ging wählen und brauchte das nur bei der Wahl nachzuweisen. Die neue Einrichtung erschwert also die Be- theiligung an der Wahl wesentlich. Sie wird aber die Wahl der Vertreter der Gewerkschaften auch nicht verhindern. Konsumbercinc und Sozialpolitik. Unter dieser Spitzmarke brachten wir vor einiger Zeit eine Notiz, in welcher wir uns gegen die auch in manchen Ar beiter-Konsumvereinen herrschende Sucht nach hohen Dividenden wendeten, bei der die„einfachsten Forderungen der Gerechtigkeit" nicht in denHintergrund gedrängt werden dürsten. Unter Berufung auf einen Artikel im„Handlungsgehilfen« Blatt" war daan ausgeführt, daß der S ch e d e w i tz e r Konsum« verein, der in den letzten Jahren 15 und 16 pCt. Dividende ver» theilte, sich— immer unter der Voraussetzung, daß der Bericht in dem genannten Fachblatte der Wahrheit entspricht— eine schwere Ausbeutung seines Personals zu schulden kommen lasse. Hierauf schickt uns die Gesammt-Verwaltung de» Schedewitzer Vereins ein umfangreiches Manuskript zu, in welchem die Verwaltung sich gegen die Angriffe deS„HandlungS- gehilfen-BlatteS" vertheidigt. Den Abdruck dieses Artikels müssen wir schon seiner Länge wegen ablehnen; wir können daS, ohne damit den Vorwurf der Parteilichkeit auf uns zu laden, da wir Thatsache n überhaupt nicht angeführt, sondern lediglich— und zwar ganz im Allgemeinen— darauf hingewiesen haben, daß Arbeiter- Konsumvereine ihren Angestellten gegenüber diejenigen Pflichten erfüllen müßten, die seit Jahren die Arbeiterklaffe gegen- über dem Unternehmerthum verlangt. In der Zuschrift wird nun unternommen, den Nachweis zu führen, daß die Verwaltung des Schedewitz er Vereins dieser Verpflichtung in jeder Richtung nachgekommen ist. Ob die in der Zuschrift angeführten, im Schedewitzer Betriebe bestehenden Arbeitsverhältnisse— Arbeitszeit, Lohnhöhe sc.— den in anderen, gleichartigen Betrieben üblichen entsprechen, vermögen wir nicht zu entscheiden; wir müssen in dieser Beziehung die Betheiligten auf die Fachpresse verweisen. Arbeitcrstatistik in Oesterreich. Der Ausschuß deS Arbeits- beirathcs befürwortet die Vornahme einer umfaffenden Erhebung der Verhältnisse der Bergarbeiter im Ostrau-Karwiner Steinkohlen« Revier. Diese Erhebung ist der Anfang zu einer allgemeinen Unter« uchung über die Lage der Bergarbeiter in Oesterreich. Ustztv Machvichken und Vepefchen. Wien, 4. März.(B. H.) Wie verlautet, wird der Zar im kommenden Monat dem Kaiser Franz Joseph einen Besuch abstatten. Budapest, 4. März.(W. T. B.) Die Vereinigung der liberalen Partei mit der bisherigen oppositionellen Nationalpartet unter Führung des Grafen Apponyi ist heute vollzogen worden. London, 4. März.(W. T. B.) Wie der„Daily Graphic" ver» nimmt, habe der englische Gesandte in Peking, Mac Donald, dem Tsung- Ii» Damen die Zusicherung gegeben, China könne auf die Unterstützung Englands rechnen beim Widerstande gegen jeden Angriff, durch welchen eS gezwungen werden solle, sich den Ver- pflichtungen des Niutschwang-Eisenbahn-Kontraktes zu entziehen. London, 4. März.(W. T. B.) 3. M. Cook, der Chef deS gleichnamigen Reisebureans, ist heute früh gestorben. Rom, 4. März.(W. T. B.) Deputirtenkammer. Fortsetzung der Debatte über die Tagesordnungen betr. die politische» Maß- nahmen. Von vielen Seiten wird Schluß der langen Debatte beantragt. Ministerpräsident Pelloux wünscht Eintritt in die zweite Lesung, welcher Beschluß die g r u n d- ä tz l i ch e Zustimmung zu den Vorlagen bedeuten müsse, nur mit der Einschränkung, daß man dieselben verbessern oder erweitern wolle. Pelloux stellt die Vertrauensftage. Darauf wird zur namentlichen Abstimmung über den Ueberaang zur zweiten Lesung in dem Sinne eines Vertrauensvotums für die Regierung geschritten. Dieselbe ergab die Annahme mit 310 gegen 93 Stimmen. Madrid, 4. März.(W. T. 0.) Die Corte» werden am Montag zu einer Sitzung zusammentreten, um die Verlesung deS Auflosungsdekrets entgegenzunehmen. Barcelona, 4. März.(W. T.©.) Die Arbeiter in den am lusse Ter gelegenen Fabriken haben die Arbeit niedergelegt iendarmerie ist aufgeboten worden. Washington, 4. März.(W. T. B.) Der Kongreß hat sich heute vertagt. Washington, 4. März.(W. T. B.) Der Senat und dag Repräsentantenhaus nahmen den Bericht der Kommission beider Häuser über die Fluß- und Hafenbill an. In diesem Bericht wurde der Paragraph, betreffend den Plan des Nicaragua« Kanals bedeutend abgeändert und dem Präfidenten die Ermächtigung ertheilt über alle Routen eines Kanals zwischen dem Stillen und Atlantischen Ozean, namentlich über den Nicaragua- und Panama- Kanal Untersuchungen anzustellen, deren Resultat der Präsident dem nächsten Kongreß unterbreiten soll., Verantwortlicher Redakteur: August Jacobcy in Berlin. Für den JnferatentSetl verantwortlich: Th.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hier»» 4 Beilagen u. lluterbaltuugsblatt. Nr. 55. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 10 int 19 " who than 1 Sonntag, 5. März 1899. " 810 081 1 " bon fchreiber wird ebenfalls aussicht auf feste Anstellung und im warte" in allen Zahlstellen und beim Saffirer Otto Frante, Gehalt Gleichstellung mit den Garnison- Bauschreibern verlangt. Pallifadenstr. 9, zu haben sind. Der Vorstand.is Endlich wünscht die Resolution, daß das Einkommen der auf Lohn 49. Sigung, Sonnabend, 4. März 1899, 1 hr. in den genannten Justituten angestellten Schreibern bon 3 bezw. 4 Rösliner of Möslinerste 8, eine Boltsversammlung statt, in der Sechster Wahlkreis. Am Sonntag Abend 51/2 Uhr findet im Am Bundesrathstische Reichskanzler Fürst Hohenlohe- auf 4 bezt. 5 M. erhöht werde. Schillingsfürst, v. GoBlet. sinduslim Genosse G. Wagner über Um stürzler und KulturAuf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung des spent on Kriegsminister v. Goßler du träger" einen Vortrag halten wird. Nach der Versammlung all Gesezes betr. die Einrichtung eines besonderen Senats für das Die Agitation für Gehaltsaufbefferungen einzelner Beamten findet ein gemüthliches Beifammensein statt. Bahlreichen Besuch ere bayerische Heer bei dem Reichsmilitärgericht in fategorien fann nur unzufriedenheit unter den Beamten erzeugen. Ich wartet into me djalo Der Vertrauensmann. Berlin. bedauere es, daß sie auch in diesem Jahre wieder weitere Kreise Abg. Schädler( 8.) verliest folgende Erklärung: Im Namen der gezogen hat, wie die heutige Debatte beweist. Ich gebe anheim, Karten) findet heute Nachmittag 28/4 Uhr im Friedrich WilhelmFrete Volksbühne. Die Vorstellung der 4. Abtheilung( braune Mehrheit meiner politischen Freunde aus Bayern habe ich zu er- all diese Petitionen der Budget- Kommission zu überweisen starten) findet heute Nachmittag 28/4 Uhr im Friedrich Wilhelmflären, daß der vorliegende Gefeßentwurf das in bezug auf die und sie erst nach gründlicher Durchberathung in dieser wieder vor- Städtischen Theater statt, und zwar In Behandlung". Die Aufführung der Komödie Erziehung zur Ghe' Militärgesetzgebung bestehende bayerische Reservatrecht nicht wahrt, zubringen. Otto Erich Hartleben und des Einalters von Mar Meine Freunde stehen auf dem Standpunkt, daß Bayern ein bistim Abg. Dr. Lieber( 8) Dreyer Liebesträume"( mit Fräulein Elise Sauer) wird vollständig unabhängiges bayerisches Obermilitärgericht zu verbittet, die Resolution abzulehnen. Die verbündeten Regierungen heute Nachmittag für die zweite Abtheilung im Lessing- Theater langen hat. Diese Unabhängigkeit scheint uns schon dadurch tennen ja jetzt die Wünsche der Beamten und sind in der Lage, fie ftattfinden, so daß heute in beiden Theatern gespielt wird. Die nicht gewahrt, daß dieses bayerische Militärgericht feinen im nächsten Etat, falls sie sie für berechtigt halten, zu erfüllen. Siz in Berlin haben soll. Wir sind daher zu unserem Bedauern Die Abstimmung über die Resolution wird auf die dritte Lesung Abtheilung besuchen, da Nachzügler in den übrigen Vorstellungen Mitglieder dürfen im Lessing- Theater nur die Vorstellung ihrer nicht in der Lage, dem vorliegenden Gesezentwurf unsere Zustim vertagt. feinen Raum finden. Die sechste Abtheilung kann noch einige Mitmung ertheilen zu können. Abg. Bebel( Soz.): a) end tglieder aufnehmen, Anmeldungen nehmen alle Zahlstellen entgegen. Neichskanzler Fürst Hohenlohe: Den Ausführungen des Herrn Ich möchte bei dieser Gelegenheit auf die große Gefähren den Zahlstellen sind Billets zur Gemälde- Ausstellung im KunstBorredners kann ich erwidern, daß unter den verbündeten Regie- richteit ber Plakpatronen hinweisen, die zur Beit falon Ribera à 20 Pf. für Mitglieder erhältlich. Desgleichen die rungeit ein völliges Einverständniß darüber besteht, daß eine etwaige in der Armee im Gebrauch sind. In den Jahren 1891 bis 1895 Marten zum Märzfest des Vereins( mur für Mitglieder) spätere Abänderung dieses Gefezes, insofern sie nothwendig werden find 187 Verwundungen durch Plakpatronen vorgekommen, 27 der am 18. März im Böhmischen Brauhaus. Da dieselben nur in geringer follte, nicht ohne eine neue Vereinbarung mit Bayern erfolgen Verwundeten find gestorben. 1895 bis 1896 229 Verwundungen, Bahl ausgegeben werden können, ist es für die Mitglieder empfehlens tönnte. Der Gesezentwurf und seine Begründung ergiebt, daß er 44 Todesfälle. Da müßte doch entschieden eine andere Art von werth, sich schleunigst damit zu versehen. Das Programm entspricht auf einer Vereinbarung mit diesem Bundesstaate beruht. Plazpatronen zur Verwendung kommen. Es exiftirt thatsächlich ein weit der Bedeutung des Tages. Die Gefänge und musikalischen DarAbg. Frhr. v. Sertling( 8.): Die Worte des Reichskanzlers besseres System von Patronen, eine Erfindung des Herrn v. Reibniz, bietungen: Doppelquartett, Violin-, Harfen, Cellosoli, Rezitationen, werden hoffentlich dazu beitragen, die Bedenken zu zerstreuen, die das in der belgischen Armee zur Einführung gelangt ist. Unsere werden von bewährten Künstlern ausgeführt. Die Feftrede wird im Kollege Schädler hier geäußert hat. Der Gefeßentivurf hat aber Seeresverwaltung hätte eine berbefferte Patrone längst einführen 2. Theil des Programms vom Genossen W. Liebknecht gehalten.( Siehe eine über die spezielle Vorlage weit hinausgehende Bedeutung. Ich sollen; leider befindet sie sich in den Händen eines Pulverringes, der auch heutiges Inserat.) Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. begrüße es mit Freuden, daß man da, wo sich in der inneren Ent ihr vollkommen die Preise diktirt. wickelung des Reiches Schwierigkeiten ergeben haben, den Weg der Verhandlung von Bundesfürst zu Bundesfürst beschritten und so den föderativen Charakter des Reiches betont hat.( Bravo! in der Mitte.) Bayerischer Gesandter Graf Lerchenfeld: Die Worte des Herrn Schädler veranlassen mich zu der Erklärung, daß nach dem Dafürhalten der bayerischen Regierung das Reservatrecht durch den vorliegenden Gefeßentwurf gewahrt wird. Auf die Frage nach Garantien bei eventuellen Aenderungen hat der Reichskanzler soeben eine bündige Erklärung abgegeben. Durch diese Erklärung wird Bayern alles gewährt, was es für sich beanspruchen kann. Generalmajor v. d. Boeck bestreitet, daß das der Fall set. Wenn die Reibnit'fche Batrone nicht eingeführt ist, so liegt das an ihrer schlechteren Qualität. Wir haben bis jest troß eines Preisausschreibens eine bessere Patrone nicht finden können. Das Kapitel wird bewilligt, ebenso der Neft des Ordinariums. Die Weiterberathung des Militäretats wird auf Montag 1 Uhr vertagt. Schluß 64 Uhr. Die Abgg. Bassermann( natl.), Graf Bernstorff- r Lauenburg( Rp.), b. Staudy( f.) und Hermes( fri. Vg.) sprechen die Zustimmung ihrer Fraktionen zu dem Gesezentwurf aus. Damit schließt die Debatte. In der darauf folgenden zweiten Lesung wird der Gesezentwurf debattelos genehmigt. V Hierauf wird die zweite Etatsberathung beim Militäretat fortgesetzt. Beim Kapitel ,, Militärgeistlichkeit" fordert Abg. Lingens( 8.), daß bei der Diensteintheilung an den Somtagen mehr Rücksicht auf die Seelsorge Bedürfnisse der fatholischen Mannschaften genommen werden möchte. Das Kapitel wird hierauf bewilligt. Beim Kapitel Gouverneure, Kommandanten und Plazmajore er hält das Wort Abg. Bebel( Soz.): V V Kommunales. nil this al ustatu Vom Friedhof der Märzgefallenen meldet die„ Berliner Zeitung", die städtische Parkverwaltung habe es fich in diesem Jahre, wie alljeitig anerkannt werde, angelegen sein lassen, ihr Bestes für ein würdiges Aussehen der Ruhe. stätte zu thun. Die Gräber seien bom trockenen Laube befreit und in Stand gesetzt worden, die Wege feien in bester Ordnung, die große Linde in der Mitte, sowie die umgebenden Sträucher seien jetzt fanber beschnitten und rings um die Linde blühten Schneeglöckchen, Primeln und Beilchen. Von alledem ist beinahe nichts wahr! Die Gräber sind nothdürftig vom Laube befreit, find aber( bis Sonnabend Vormittag) noch nicht in Stand gefeßt. An den zahlreichen Stellen, wo der Ephen ein gegangen ist und der bloße Erdboden hervortritt, fucht der Etats ausschuß der Stadtverordneten Versammlung hat man vergeblich nach einer Renbepflanzung. Die Wege find in seiner am Freitag Abend unter Vorsiz des Stadtverordneten in leidlichem Zustande, aber nicht in besserem, als die Wege des Vorstehers Dr. Langerhans und in Anwesenheit des Kämmerers Friedrichshains, eher in schlechterem. Die Sträucher und die Linde Maaß, des Stadtbauraths Hoffmann, des Stadtschulraths Dr. Bertram, find nicht frisch beschnitten; auf dem ganzen Friedhof ist auch nicht des Stadtsyndikus Meubrint und der Stadträthe Hübner, Friedel, die Spur eines diesjährigen Schnittes zu sehen, während in den Namslau, Schäfer, Kochhann, Bail und Struve abgehaltenen Sigung benachbarten Theilen des Friedrichshains auf weite Strecken hin die die Etats betreffend die Kosten der Ortspolizei Strauch und Baumgruppen in den legten Wochen beschnitten und das Feuerlöschwesen durchberathen und nach den Vor- worden sind. Auch von blühenden" Veilchen, Schneeglöckchen und schlägen des Magistrats unverändert festgestellt. Beim Hochbau Primeln ist nichts zu entdecken. Unter der Linde sind nur einige Etat wurden, angeblich um den gegenwärtigen Rothstand bezüglich grüne Blätter dem Boden entsproffen; die Beschaffenheit des der Schulbauten zu beseitigen, bon Manchesterleuten ver Bodens deutet aber darauf hin, daß die Pflänzchen nicht schiedene Vorschläge gemacht, die dahin gingen, den Magistrat erit in diesem Jahre eingesetzt worden sind. An dem ganzen u ersuchen, in Erwägung zu ziehen a) ob es sich nicht Friedhof hat die Parkverwaltung augenscheinlich seit mehreren Die Errichtung neuer Schulbauten in Monaten gar nichts gethan. Er befindet sich in schlechterem ermöglichen lasse, Maß- dieselben zur Die Beschwerde, die Herr Bebel angebracht hat, ist der Militärverwaltung in den letzten Tagen auch schriftlich zugegangen. Die Militärverwaltung bereit, den Sachverhalt sofort aufzuklären. Ich möchte nur noch meiner Ueberzeugung Ausbrud geben, daß wenn der betreffende Kommandant der Garnison den Besuch der Vorstellungen der Freien Vollsbühne untersagt hat, er dazu wohl begründete Veranlassung gehabt hat. 100 Abg. Bebel( Soz.): = 3 Ich muß hier einen Vorfall zur Sprache bringen, der sich in Altona zugetragen hat. In Hamburg besteht seit Jahren eine fogenannte„ Freie Boltsbühne", deren Mitglieder den verschiedensten Klaffen der bürgerlichen Gesellschaft angehören. Dieser Verein hatte Entreprise zu geben, b) ob es sich nicht empfiehlt, städtischerfeits Bustande als irgend eine Stelle des Friedrichshains. mit der Direktion des Karl Schulze- Theaters einen Vertrag ab- projektirte Schulbauten durch Privatunternehmer ausführen zu laffen hier an trifft einzig und allein die Partverwaltung. Keine mit der Direktion des Karl Schulze- Theaters einen Bertrag ab- und e) den Magistrat zu ersuchen, wenn irgend möglich, Gemeinde- Macht der Welt könnte es hindern, diefe Stätte wenigstens in geschlossen, wonach das Theater an einigen Sonntag Nachmittagen schulen nach bereits vorhandenen bewährten Plänen zu errichten. gärtnerischer Hinsicht in einen würdigen Zustand zu versetzen, im Monat dem Verein für seine Vorstellungen überlassen wurde. Steiner biefer Vorschläge erlangte im Ausschuße die Majorität, daher venn die Parkverwaltung das überhaupt wollte. Man wird sich Der Plagkommandant in Altona verhängte daraufhin über das Karl Schulze- Theater den Militärboykott und infolge dieser Maß diefelben abgelehnt wurden. Der Etat der Hochbau- Berwaltung aber erinnern, daß es ein Beamter dieser selben Verwaltung war, regel trat der Direktor von dem Vertrag mit der Freien Wolfs gelangte, da Abänderungen nicht beschlossen wurden, unverändert der sich im vorigen Jahre herausnahm, die den Märzgefallenen ge bühne“ zurück. Nun ist dieser Verein durchaus kein sozialdemokra= beleuchtung, Reinigung und Besprengung sind für Gräbern nehmen und verbrennen zu lassen. zur Annahme. Im Etat der städtischen Straßen- widmeten Kränze schon wenige Tage nach dem 18. März von den tischer, eine Mitglieder gehören den verschiedensten Klaffen tischer, feine Mitglieder gehören den verschiedensten Klassen der die elektrische Beleuchtung der Leipzigerstraße 63 840 M. eingestellt. bürgerlichen Gesellschaft an. Vor Kurzem wurde von ihm sogar Bemerkt wurde, daß zunächst vom Dönhoffsplay bis zur Charlottenein Stück aufgeführt, das den Sohn des Hamburger Bürgermeisters Der Droschkenverkehr von den Bahnhöfen Berlins. Jm Möndeberg zum Verfasser hat und bei diesem Anlaß trat der Straße eine probeweise Beleuchtung mit verschiedenen Beleuchtungs- Jabre 1898 erhielten die Droschten, die vor den Bahnhöfen auf anBürgermeister selbst und eine Anzahl Senatoren dem Verein beiträgern und mit in der Mittellage der Straße hängenden Laternen kommende Reisende warteten, im ganzen 626 489 Fuhren. Von den Der Plagkommandant hat indeß in einem Schreiben eingerichtet werden, solle um festzustellen, welches System sich am verschiedenen Bahnhöfen hatten die meisten Fuhren, wie seit Begründung seiner Maßregel auch betont: er sehe sich veranlaßt, besten eignet und daß die definitive Beleuchtung zum Herbste fertig einer Steihe von Jahren, der Anhalter Bahnhof( 135 596) und der das Betreten von Lokalen jeder Art, in welchen sozialdemokratische baß der neu errichtete Ofen gegenwärtig angeheizt werde und in immer, die Reisemonate mit den stärksten Zahlen vertreten, der Von den Monaten waren, wie gestellt werden würde. Betreffs der Müllschmelze wurde mitgetheilt, Bahnhof Friedrichstraße( 109 820). Versammlungen stattfänden, sämmtlichen Militärpersonen zu ver bieten. Uebrigens besteht auch hier in Berlin ein berartiger Werein, etwa 8 Tagen die ersten Versuche stattfinden könnten. Technisch sei Juli( 25 994), Auguſt( 32 377) und September( 26 988). der heute noch in dem sehr angesehenen Lessing- Theater öfters die Sache ausführbar, es frage sich nur, wie hoch die lesten Jahren ist der Bahnhofs- Droschkenverkehr Berlins er Sonntag Nachmittags- Borstellungen abhält, ohne daß die hiesige often sich belaufen werden. Die Etats gelangten ebenso wie heblich gestiegen. Ueberblidt man aber die Entwickelung Gemeinde Friedhöfe, diejenigen für die Militärbehörde daran gedacht hätte, das Lessing Theater zu boy: Standesämter, den städtischen Viehmarkt, den Droschtenverkehr von den Bahnhöfen in diesem Zeitraum Bibilder legten zwei Jahrzehnte, so zeigt sich, daß der fottiren. Und ganz mit Recht. Ich kann die Maßregel des Altonaer Schlachthof und die Fleischschau zur Annahme. Bei dem Etat wiederholt gestiegen und gesunken ist und schließlich doch nur Plazkommandanten nur als eine außerordentlich fleinliche und recht der Markthallen Verwaltung wurde auf die hohen Bus wenig zugenommen hat, gehäffige bezeichnen, die der großen deutschen Armee durchaus un schüsse für die Markthallen in der Zimmerstraße, in der Eisenbahn- gleichzeitigen Zunahme der Bevölkerung und des Eisenbahnverkehrs viel weniger, als nach der würdig ist.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) straße, am Arminius- Plag und in der Wörtherstraße hingewiesen zu erwarten wäre. Die Zahl der Fuhren, die die vor den Bahns Generalmajor b. d. Boeck: und darauf Seitens des Magistrats bemerkt, daß die Einnahmen in höfen wartenden Droschten erhielten, war z. B. 1879 539 390, fant der erstgenannten Halle in dauerndem Rückgange befindlich seien, dann bis 1885 auf 428 926, stieg bis 1891 wieder auf 563 789, fant daß dagegen bei den anderen hallen eine geringe Besserung in den von neuem bis 1895 auf 538 379 und stieg dann wiederum bis 1898 Ginnahmen verzeichnet werden konnte. Auch der Markthallen Etat auf 626 489. Im Jahre 1898 wurden aber von den Berliner Bahnwurde in seinen Ansägen nicht bemängelt und gelangte unverändert höfen doch nur um inapp ein Sechstel mehr Fahrten gemacht als zur Annahme. in retest etwa 20 Jahre früher, während die Bevölkerung Berlins inzwischen mit der Anlegung eines Parkes auf den Rehbergen um reichlich vier Sechstel gestiegen ist( von etwas fiber 1 000 000 ( Wurzelberge) zwischen Müller- und Seestraße in der Reinickendorfer auf rund 1 800 000). Die Vermehrung anderer VerkehrsWeichbildgrenze hat sich die städtische Part Deputation in ihrer mittel, namentlich die fortschreitende Ausdehnung des Straßenund die Eröffnung der Stadtbahn, hat den Es handelt sich nicht um ein Verbot des Besuches der Vor- gestern unter Vorfiz des Stadtraths Kochhann stattgehabten Sigung bahnnezes ftellungen der Freien Volksbühne, sondern um einen Boykott der einverstanden erklärt. Sie genehmigte den vom Garten Bahnhof8- Droichtenverfehr geschädigt. Die ersten Abendvorstellungen des Karl Schultze- Theaters, weil, wie gesagt, Direktor Mächtig vorgelegten Plan. In Angelegenheit der Ab Jahre nach Eröffnung der Stadtbahn, die Jahre 1883-87, standen diefes an einigen Sonntag Nachmittagen im Monat der Freien Volls holzung des Thiergartens hat die Deputation beschloffen: mit nur 447 059, 448 880, 428 926, 441 887, 445 277 Fuhren am bühne die Theaterräume zu Vorstellungen überlassen hat. Aus der in Erwägung, daß sie überhaupt keinen Einfluß auf die gärtnerischen tiefsten. Sie standen sogar noch tiefer als die 60 er Jahre, denn, Erklärung des Herrn Generalmajors erscheint mir außerdem hervor Veränderungen im Thiergarten hat und da infolge ihrer Er- nachdem die Ausgabe von Droichtenmarten an antommende Reisende zugehen, daß er sein Urtheil über das Vorgehen des Kommandanten mittelungen fich ergeben hat, daß durch die Abholzungen Luft und hier im Oftober 1863 eingeführt worden war, wurden 1864 bereits zicht geschafft wird, die alten Bäume beffer erhalten werden, bie jest 456 006 und 1865 jogar 471 677 Fuhren gezählt. Wenn man sich fich schon vor der Untersuchung gebildet hat. Bum Kapitel Geldverpflegung der Truppen" liegt folgende fast fehlenden Singvögel herbeigezogen werden sollen, furz, der erinnert, daß Berlin um die Mitte der 60er Jahre erst wenig über Resolution der Abgg. Graf Bis mard- Bohlen( f.) und Genossen Thiergarten fanirt und fein Parkcharakter mehr hervortreten wird, 600 000 Einwohner hatte( ein Drittel der gegenwärtigen Einwohnerbor:" Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu geht die Part- Deputation über diese Angelegenheit zur Tages zahl), dann erkennt man recht, wie sehr der Bahnhofs- Droschtenberkehr seitdem verhältnismäßig zurückgegangen ist. erfuchen, das Diensteinkommen der Zahlmeister und Militär- Roßärzte ordnung über. den für die anderen Militärbeamten zu gewährenden Gehalts- Die Gasproduktion in den städtischen Gasanstalten betrug im Dieser Ridgang ist für das Droschtenfuhrwesen Berlins von sehr verbesserungen entsprechend baldthunlichst zu erhöhen." Vierteljahr Oktober- Dezember v. J. insgesammt 44 425 000 Stubit erheblicher wirthschaftlicher Bedeutung, zumal da inzwischen Abg. Graf v. Kanik( t.) begründet die Resolution und bittet meter, gegen den gleichen Zeitraum des Jahres 1897 mehr die Zahl der Droschten sehr vermehrt worden ist. Die 471 677 Bahnhof3um Annahme derselben. Nach kurzer Debatte, an der sich die Abgg. 1 939 000 Kubikmeter, oder 4,56 pCt. Zu Leuchtzweden wurden fuhren des Jahres 1865 vertheilten sich auf rund 2000 Droichten, Lieber( 3), Hoffmann- Hall( füdddeutsch), Paasche( natt.), abgegeben zum Preise von 16 Pfennigen für 1 Kubikmeter( einschl. bie 626 489 Fuhren des Jahres 1898 dagegen auf rund 8000 Droschten. Müller Sagan( fr. Vp.), Werner( Antis.) und Freiherr des eigenen Verbrauchs) 26 858 618 Stubifmeter, durch Automaten für Die Unerwachsenen unter der Berliner Bevölkerung v. Kardorff( Rp.) betheiligen, wird die Resolution gegen die 438,70 M.( zum Preise von 10 Pfennigen für 600 Liter), also rund stellten sich, wenn man als Grenze das Ende des schul= Stimmen der Konservativen, Antisemiten und einiger Freikonservativen 2632 Stubikmeter. 8u anderen 8weden zum Preife bon pflichtigen Alters, also die Vollendung des 14. Lebensjahres abgelehnt. 10 Pfennigen für 1 Stubikmeter: zu Koch- und gewerblichen Zweden annimmt, bei der für das Steuerjahr 1897/98 bewirkten Personens Das Kapitel wird bewilligt, ebenso die folgenden. ( ausschließlich Motoren) 5 448 786 Kubikmeter, zum Betriebe von stands- Aufnahme vom Oktober 1896 auf 411 189 Kinder, in den fünf Beim Kapitel Naturalverpflegung verlangt Motoren 2310 600 Kubikmeter. Der Bestand sämmtlicher öffent- Vorjahren( zurück bis Oktober 1891) auf 404 594, 402 760, 403 874, Abg. Herold( 8.), daß die Proviantämter mehr als bisher bei licher Gasflammen betrug Ende Dezember v. J. 28 107. Petroleum 401 324, 399 620 Stinder. Die gesammte Zivilbevölkerung wurde den Produzenten direkt kaufen sollen. Taternen waren zu diesem Zeitpunkte noch vorhanden 1045 Stüd. Oftober 1896 mit 1662 493 Personen, für die fünf Borjahre( zurück bis 1891) mit 1 619 138, 1 593 523, 1587 349, 1 573 884, 1 559 638 duratio Personen ermittelt. Die unter 14 Jahre alten Unerwachsenen waren alfo 24,7 pct., in den fünf Vorjahren 25,0, 25,3, sd jaci i woldn25,4, 25,5, 25,6 pCt. aller Zivileinwohner. Der Antheil Bum Kapitel Artillerie und Waffenwefen liegt eine Resolution Den Mitgliedern des Wahlvereins für den 4. Berliner ber nerwachsenen ant der gesammten Zivildes Abg. Pauli( f.) bor. Diefelbe wünscht, daß den bei den Ar- Reichstage- Wahlkreis, Often, zur Nachricht, daß die nächste Ver- bevölkerung iſt also in den letzten Jahren immer tillerie- Konstruktionsbureaus diätarisch angestellten Zeichnern Aussicht sammlung am Dienstag, Große Frankfurterstr. 117, bei Breuer geringer geworden. Besonders start war die Abnahme von 1894 auf Anstellung dadurch gegeben werde, daß 28 von den 42 Stellen stattfindet und Genosse Stadtverordneter Bruns das Referat über- zu 95( bon 25,3 auf 25,0) und von 1895 zu 96( von 25,0 auf 24,7). in feste Beamtenstellen mit Pensionsberechtigung umgelvandelt nommen hat. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Ferner In diesen Bablen zeigt sich die Wirkung der in den Jahren 1895 werden. Im Gehalt sollen sie mit den Garnison- Bauwarten gleich- theilen wir mit, daß Billets zu der am 16. April stattfindenden Vor- und 96 eingetretenen Wiedervermehrung des Zuzuges, gestellt werden. Für die bei den tgl. Instituten beschäftigten Hilfs- ftellung in der Urania", Taubenstraße, sowie zur Treptower, Stern durch die namentlich die Personen der produttiven AltersAbg. Oertel( t.) schließt sich seinen Ausführungen an. Das Kapitel wird bewilligt, ebenso das Kapitel Be kleidung" und Ausrüstung, sowie das Kapitel Garnison- dresdidnts verwaltung". Lokales. 08:42 110 53 10 nehmen. Auch Klassen wieder in größerer Zahl nach Berlin geführt worden sind. 1 Mitteln betäubt und willenlos gemacht zu haben. Die Verhaftung| Conrad. 10. Bezirk: Carl eller. 11. Bezirk: August Die über 14 Jahre alte Zivilbevölkerung stellte sich Oktober 1896 des B. erfolgte auf Grund der Anzeige, die eine Dame erstattete, Dohrmann. 12. Bezirk: Rudolf Pregler. 13. Bezirk: auf 1 251 304 Personen, in den 5 Vorjahren auf 1 214 544, 1 190 763, im Anschluß an eine Vernehmung des Angeschuldigten. Die am Constantin Janiszewsti. 14. Bezirk: Wilhelm Jäger. 1 183 475, 1172 560, 1 160 018 Personen. Die Zunahme dieses Donnerstag und Freitag stattgehabten Zeugenvernehmungen haben 15. Bezirk: Emil Wusty. 16. Bezirk: Louis Herrmann. Theiles der Bevölkerung gegenüber dem jedesmaligen Borjahre war nun zwar ergeben, daß B. mit geldsuchenden Damen Beziehungen Zweite Wählerklasse. 1. Bezirk: Silberstein, Reller, 1896 36 760, 1895 23 781, dagegen 1894 nur 7288, 1893 10 915, angeknüpft hat, jedoch konnte nicht bewiesen werden, daß er sich hier- Jäger, oppe, Klein, Hupfer, Jonas, Friz Schulz. 1892 12 542. Die Folge war eine ungewöhnlich starke Zunahme der bei strafbarer Handlungen schuldig gemacht habe. Wenngleich der 2. Bezirk: Ostermann, Mitschte, Janiszewsti, Wurbs, einkommensteuerpflichtigen Bevölkerung in den legten beiden Etats- Verdächtigte daraufhin enthaftet wurde, so ist die Untersuchung Kraft, Paul Schulz, Nierich, Ringe. jahren 1896/97 und 97/98. immerhin noch nicht abgeschlossen. Die dritte Abtheilung wählt am 15. März, die zweite Abtheilung Eine größere Prämiirung von Droschkenkutschern, wie sie Nach zwei geifteskranken Personen wurden gestern in hiesigen am 16. März. zu Weihnachten 1897 der deutsche Thierschuß- Verein vorgenommen Krankenhäusern 2c. Nachforschungen angestellt. Der eine ist ein Schmargendorf. Die nächste Versammlung des Arbeiterhat, ist zu Weihnachten v. J. bekanntlich nicht erfolgt. Ueber die 57 Jahre alter Rudolf Braffe, der aus einer Anstalt in Schöneberg Bildungsvereins findet Dienstag, den 7. März, im Wirthshaus Beweggründe zu dieser Unterlassung theilt der Jahresbericht des entwich, der andere der 51jährige Schuhmacher Julius Adamec, der Schmargendorf statt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Vereins jezt Folgendes mit:" Ganz abgesehen von verschiedenen lokalen seine Wohnung In den Zelten Nr. 9a heimlich verlassen hat. Brasse, Ein Mordanschlag eines Wahnsinnigen ist vorgestern noch Berhältnissen, die diese Maßregel in diesem Jahre erschwert haben würden, ein kleiner untersetter Mann mit dunklem Haar und Schnurrbart, rechtzeitig vereitelt worden. Der Arbeiter Burkhardt, Dennewighat unser vorjähriges Geschenk für den Thierschuß nicht den erhofften trägt unter einem schwarzen Ueberzieher dunkelbraune Anstaltskleider; straße 13 wohnhaft, beschäftigte sich schon seit längerer Zeit mit Erfolg gehabt. Die Scheuklappen sind gerade bei den Droschten Adamed ist mittelgroß und dunkelblond, trägt einen braunen Ueber spiritistischen Studien", die schließlich seinen Geist verwirrten. In pferden so zahlreich, daß man zu der Annahme gelangen muß, daß zieher, einen graubraunen Cheviotanzug und einen grauen Schlapp- feinen Wahnvorstellungen glaubte er sich von einem Kohlenhändler das Wohlbefinden der Pferde deren Kutschern völlig gleichgiltig sein hut und hat zwei Narben an der linken Stirnseite. muß, und daß der Thierschutzverein feine Veranlassung hat, derand. in der Wißmannstraße zu Rirdorf, bei welchem er einmal geEin Zusammenstoß eines Abfuhrwagens mit einem Geschäfts- arbeitet hatte, verfolgt, und um sich diesen Verfolger vom Halje zu artige Kutscher auszuzeichnen." Das ist zum mindeſten eine fonder- fuhrwerk erfolgte gestern Morgen gegen 7 Uhr in der Neuen schaffen, beschloß er, ihn zu erschießen. Zu diesem Zwede faufte er bare Logit. Das Beseitigen der Scheuklappen ist doch Sache der Königstraße. Der aus der Gollnowstraße tommende Müllwagen sich einen Revolver und scharfe Patronen, übte sich im Freien im Fuhrherren, nicht aber der Kutscher, und diese für die Unterlassungs- wollte in die Neue Königstraße einbiegen und fuhr hierbei auf das Schießen und begab sich am Freitag nach Rigdorf, um seinen Plan jünden jener verantwortlich zu machen ein durchaus verfehltes Unter- ihm entgegenkommende Fuhrwert einer hiesigen Schmalzsiederei. zur Ausführung zu bringen. Er hatte aber sein Vorhaben einem Der Müütutscher versuchte sein Gefährt zum Stehen zu bringen; er Freunde mitgetheilt, und dieser wiederum hatte W. gewarnt. Als nun Der Klub der Harmlosen im Reichstage. Zu der Behaup- riß das Gespann mit aller Kraft zurück, wobei die Deichselstange Burckhardt in Nixdorf erschien, wurde er von dem Gendarm Biesecke tung des Kriegsministers v. Goßler, daß bei der berüchtigten angehoben wurde. Diese drang hierdurch auf den Kutschbock des festgenommen und auf das Amtshaus gebracht. Dort fand man that Spieleraffäre attive Offiziere überhaupt nicht betheiligt angefahrenen Wagens und traf den Geschäftskutscher am Schienbein fächlich einen Revolver und scharfe Patronen bei ihm vor. seien, schreibt das„ Berl. Tageblatt":" Zu diesen Worten muß man und zwar mit solcher Gewalt, daß das Fleisch des rechten Unter- gestand er seine Absicht, den W. zu erschießen, unumivunden ein. fagen, daß die Kenntniß des Kriegsministeriums in diesem Falle schenkels durchstoßen und das Schienbein zersplittert wurde. Der Der ihn untersuchende Polizeiarzt konstatirte hochgradige GeistesHerzlich wenig weit reicht. Wir wollen infolge dessen unsere Mit- Schwerverlette, der 22jährige Kutscher Hermann wurde zunächst nach gestörtheit und veranlaßte die Ueberführung des Kranten in eine theilungen in diesem Punkte wiederholen und nochmals feststellen, der Unfallstation X gebracht und nachdem er hier einen Noth- rrenanstalt. daß weit über hundert attive Offiziere im lub verband erhalten, dem städtischen Krankenhause Friedrichshain zu der Harmilosen" ein und aus gingen und spielten. Wir sind weit geführt. Brit. In der Gemeindevertreter- Sigung vom Freitag theilte davon entfernt, aus dieser Thatsache, welche durch die Vorunterder Ortsvorsteher Regling mit, daß die Minister eine Abänderung Viel zu schaffen macht den Behörden die 38 Jahre alte Frau der Biersteuer- Ordnung verlangen. Die Bestimmung des§ 13, daß fuchung lediglich bestätigt wird, einen Vorwurf gegen die Armee Ida Braune aus Rüdersdorf, die wegen Mordversuchs verurtheilt monatlich 10 Liter frei ausgeführt werden könnten, soll gestrichen herzuleiten, aber um so mehr muß darauf gehalten werden, daß ist. Frau Braune wohnte mit ihren Manne, einem Klempner, zu werden. Die Gemeindevertretung beschließt demgemäß. Auf den einer Beschönigung der Thatsachen vorgebeugt werde. Wir waren Rüdersdorf und unterhielt ein Liebesverhältniß mit dem Holz- und Bericht des Kanalisationsausschusses wird beschlossen, von dem Abweit davon entfernt, sämmtlichen Prinzen Deutschlands einen Vor- Kohlenhändler Johannes Holze. In Gemeinschaft mit ihrem Manne schluß eines Vertrages mit der Firma Mertens u. Komp. bei der wurf daraus zu machen, daß einige ob von ihnen sich überfiel sie zur Nachtzeit in raubmörderischer Absicht ihren Geliebten Regierung anznfragen, das mit dem Falschspieler Wolff das System der Firma, und feinen Schleppern zu und versuchte ihn zu erdrosseln. Nur mit Mühe konnte der Ueber- man einführen will, ihre Genehmigung finden werde. Dem berühmt gewordenen" Prinzenjen" niedersetzten. Aber fallene fich retten. auch diese Bringen Zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt, tam Die für die Verbreiterung der Chausseestraße erforderlichen Gelddas wollen wir dem Herrn Kriegsminister ver- Frau Braune zur Beobachtung ihres Geistes zustandes nach mittel sollen in Höhe von 100 000 m. von der Teltower Kreissparrathen waren aktive Offiziere oder sind es noch." Etwas weniger fategorisch, so schreibt das Blatt weiter, äußerte der Charitee. Von dort entfloh fie mit Hilfe eines Studenten tasse entlichen werden. Die Versammlung genehmigte ferner den Sch. Die Flucht erregte feiner Zeit großes Aufsehen. Das Vertrag mit dem auf Lebenszeit angestellten Gemeinde- Kassenrendanten sich am Freitag der konservative Reichstagsabgeordnete v. Tiedemann. Paar führte dann ein Abenteurerleben und wurde nach vielen Steffien, der zugleich die Verwaltung der Amtskasse übernimmt. Wenn der Kriegsminister noch behauptet hatte, daß attive Offiziere Strenz- und Querreisen erst im November 1897 wieder festgenommen. In den Vertrag wurde vorher eine Bestimmung aufgenommen, daß überhaupt nicht betheiligt waren, so beschränkte sich Herr v. Tiede- Seit dem 19. November 1897 befand sich Frau Braune zur Ver- der Rendant mindestens einen Sekretärposten erhält, wenn er später, mann darauf, in dem Ton, der den vornehmen Herren von der büßung ihrer Strafe in der Anstalt zu Delizich bei Merseburg. In etwa infolge der mit dem höheren Alter oft verbundenen NervenRechten so wohl ansteht, zu erklären:„ Außer dem Zeitungs- der legten Zeit sind nun wieder Zweifel an ihrer Geistesgesundheit abspannung, für die Kassengeschäfte vielleicht nicht mehr geeignet flatsch ist mir Näheres nicht bekannt, aber soviel weiß ich, daß nur aufgetreten. Sie verweigerte wiederholt die Aufnahme von Nahrung, fein sollte. sehr wenige Offiziere dabei betheiligt sind." führte Tänze auf, u. A. m. Um die Zweifel zu beseitigen, hat man " Sehr wenige" ist ein ziemlich dehnbarer Begriff, aber vielleicht Frau Braune, die früher als eine gefchidte Simulantin erkannt Schöneberg zur Vorberathung der beantragten Eingemeindung Der Ausschuß der Stadtverordneten- Verfammlung in intereffirt es Herrn v. Tiedemann, zu erfahren, daß an einem Spiel wurde, zur Beobachtung wieder nach der Charitee gebracht. Gestern Friedenau's in die Stadt Schöneberg hat beschlossen, der Versammabend des Klubs der Harmlosen von 42 Anwesenden nicht weniger Vormittag trafen ein Aufseher und ihre Aufseherin auf dem Anhalter lung die Eingemeindung zu empfehlen. als 36 in Uniform erschienen waren, also falls nicht gerade einige Bahnhofe mit ihr ein und brachten sie mit einer Droschke nach der zur Uebung einberufene Reserveoffiziere fich unter ihnen befunden- Anstalt. Vorsichtshalber hatte man sie gefesselt. attive Offiziere waren. Heute Mittag 12 Uhr findet in der Handelsstätte Belle- Alliance, zember v. 3. Abends 8½ Uhr, auf der Stadtbahn- Station Zengen gesucht. Der Arbeiter Karl Neumann ist am 28. De Linden und Friedrichstr. 16, die Eröffnung der Schreibmaschinen-, annowigbrüde beim Aussteigen zu Fall gekommen und vom Zuge Registrir, Vervielfältigungs- Apparate und Ansichtspostkarten Aus- überfahren worden. stellung statt. Der Eintrittspreis ist auf 25 Bf. festgesetzt. Für Adressen in seiner Wohnung Schmidtstraße 11, 1. Quergeb. 3 Tr., Er bittet die Beugen dieses Vorganges, ihre die abendlichen Vorträge( 9 Uhr) wird ein besonderes Entree nicht abzugeben. erhoben. Die Ausstellung soll bis zum 12. März dauern. Die Ausstellung ist am Eröffnungstag von 12 bis 9 1hr Abends, an Durch einen bekannten Gaunerfuiff wurde am Freitag einem allen anderen Tagen von 10 Uhr Vormittags bis 9 Uhr Abends Knaben auf der Straße eine Geldsumme abgelockt. Der acht Jahre dem Publikum geöffnet. alte Sohn des Maurers Meißner aus der Wienerstr. 30 war von seiner Mutter mit fertiger Wäsche nach einem Geschäft gesandt worden und hatte für die Arbeit 15 Mark ausgezahlt erhalten. Unterwegs wurde das Kind von einem Manne angehalten, der seine Berrichtung vorher beobachtet haben mußte. Der Fremde gab dem Knaben den Auftrag, eine Besorgung für ihn zu machen, doch müsse er das im Geschäft erhaltene Geld ihm zum Pfande laffent. Als der Junge von dem fingirten Auftrage zurüdfam, war der Gauner natürlich mit dem Gelde verschwunden. Hoffentlich bient der Fall Unvorsichtigen Die Berliner Unfallstationen sind im Monat Februar dieses Jahres in 2625 Fällen gegen 1896 im gleichen Monat des Vorjahres für erste Hilfe in Anspruch genommen worden, und zwar 2146 mal bei Unfällen und 479 mal bei plöglichen Erkrankungen. In den Stationen wurden 2402, außerhalb dieser 223 Personen behandelt. Sind Frauen den Anstrengungen des Postdienstes gewachsen? Zur Frage der Leistungsfähigkeit weiblicher Beamter enthält die Statistik der Reichs- Postverwaltung einen bemerkens zur Warnung. werthen Nachweis. Im Jahre 1897 fam bei der Posttrankenkasse ein Strankheitsfall durchschnittlich auf 4,35 Mitglieder, und zwar bei den männlichen auf 4,79, bei den weiblichen auf 3,09 Mitglieder. Auf 100 männliche Mitglieder kamen demnach 21, auf 100 weibliche dagegen 32, also 11 pct. mehr Erkrankungsfälle. Ein Krankheitsfall dauerte durchschnittlich 20,03 Tage. Auf das einzelne Mitglied entfielen im Durchschnitt 4,6 Krankheitstage, und zwar auf die männlichen 3,91, die weiblichen aber 7,7 Tage. Die weiblichen Mitglieder sind also nicht nur öfter, sondern auch länger traut gewesen. " Die Neuregelung der Poftverhältniffe Schönebergs ist vom Staatssekretär v. Bodbielsti dem Schöneberger Magiftrat in Benutzung der Fernsprech- Verbindungsleitungen zwischen Schöneberg Aussicht gestellt worden. Die Jahresvergütung von 50 M. für die und Berlin aufzuheben und die Theilnehmer an der Stadt- FernTheil der Einwohner Schönebergs der Fall ist, mit den Theilsprech- Einrichtung in Schöneberg, wie dies schon jetzt bei einem nehmern an der Berliner Stadt- Fernsprech- Einrichtung hinsichtlich der Gebührenfestsetzung gleichzubehandeln, ist das Reichs- Postamt grundsätzlich nicht abgeneigt. Die Durchführung dieser Maßnahme wird aber erst erfolgen tönnen, nachdem der dem Reichstag vors liegende Gesezentwurf, betreffend die Neuregelung des Fernsprech Gebührenwesens angenommen fein wird, da mit dieser auch eine Neu- Ordnung der Verhältnisse im Vorortverkehr verbunden werden soll. Die Auswanderung, die sich zum Frühjahr erfahrungsmäßig steigert, hat diesmal einen ungewöhnlich großen Umfang angenom men, wie der Verkehr auf dem Ruhlebener Auswanderer- Bahnhof zeigt. Die Zahl der dort ankommenden Europamüden beläuft sich an manchen Tagen auf 600-700. etwas besonderes geleistet, als es ein Künstlerpersonal vorführte, das brecher bei dem Besizer des„ Lindenpark", dem Gastwirth Noack zu Tas Apollotheater hat sich für den Monat März insoweit Mit großer Frechheit ist in der vorletzten Nacht ein Einsich bis auf eine Ausnahme noch nicht in Berlin hat sehen lassen. Groß- Lichterfelde, zu Werke gegangen. Allerdings mochten einige der neuen Gäste wissen, warum sie noch Goltz hat dort sein Schlafzimmer über dem abseits vom HauptDer Hausdiener nicht in der anspruchsvollen Reichshauptstadt auftraten; andere gebäude liegenden Regelhause. In dem Dachfenster war eine Scheibe Debutanten jedoch leisteten in ihrer Art ganz Hervorragendes. So gebrochen. Diesen Umstand benugte ein Einbrecher, nachdem Golz die Miß Barma, die in ihrem Hundetheater allerliebste Kunststückchen gestern früh um 1 1hr sich schlafen gelegt hatte, bei ihm einaufführen ließ. Wunderliche Komifer waren die Herren Wallner und zubringen. Durch die Oeffnung in der Scheibe hindurch riegelte er Mertens, die mit unnachahmlicher Geberde in Gejang und Tanz das Bas Fenster auf und stieg ein. Aus dem Kleiderspinde stahl er dem Gigerlthum tarifiren. Einen eigenthümlichen Sport übt das Paar Curtis Schlafenden einen Ueberzieher und einen Jacketanzug, aus dem ver und Gordon aus. Unter der Decke eines Gehäuses ist ein Ball schlossenen Reiseforb, an dem er die Desen durchschnitt, Hemden und befestigt, an dem namentlich die Dame kunstgerechte Exercitien voll- Strümpfe. Seine Ersparnisse, auf die es wohl abgesehen war, hatte bringt. Die Arbeit mag schwer sein; daß sie sich vom ästhetischen Golg zu seinem Glück mit dem Portemonnaie unter das Kopfkissen Standpunkt aus rechtfertigen läßt, wollen wir nicht behaupten. Als gelegt. Nachdem er die Beute verpadt hatte, riegelte der Spigbube erotische Sängerin tritt eine Dame mit dem märchenhaften Namen die Stubenthür auf und versperrte sie hinter sich. Goltz wachte erst Scheherezade auf; der Theaterzettel läßt sie mit nicht ganz einwands- auf, als es ihm bei dem offenen Fenster zu kalt wurde. Jezt mußte freier Etymologie aus Java stammen. In der Gesangskunst zeichnen er erst Lärm schlagen, um befreit zu werden. sich weiter die Pariserin Sidley und die neapolitanischen Barkensänger aus; ganz vorzügliche Afrobaten find die drei Joskari. Als ein sehr vielseitiger Künstler bewährt sich Herr Segommer, der als Bauchredner, Charakterdarsteller, Bildhauer, Maler und der Himmel weiß, was sonst noch, auftritt. Der altehrwürdige Kosmograph, Als einen vielgewandten Hochstapler charakterisirte der der von Monat zu Monat sittlicher wird, zeigt diesmal Faure's Staatsanwalt den aus Rußland stammenden Brauer Stanislaus Begräbniß. Silbermann, der seiner Zeit als„ Herr von Solttoff" in 3. Bataillon des 2. Garde- Regiments zu diefem„ Dienst" tom- Orgelfonzert. Der Orgelvortrag in der Marienkirche am Mittwoch Haft genommen worden ist. Der Angeklagte hat vor etwa acht mandirt worden seien und eine Vergütigung von 25 Pfennigen Mittag 12 Uhr bringt Stompofitionen von Bach( G- moll- fuge, Andante Jahren seiner russischen Heimath den Rücken gekehrt und fich Berlin erhielten, wenn sie Hunderte von solchen Stellamezetteln in für zwei Violinen, die Arie" Erbarme Dich" mit Biolinbegleitung), zur Stätte seiner oft sehr zweifelhaften Wirksamkeit ausgewählt. adressirten Kouverts in die Wohnungen der Adressaten austragen, Sändel( Meſsias- Arie), Bergoleſe( Duett), Mozart( Larghetto) u. A., die Er ist ein hübscher, Vertrauen erweckender Mann, der bei dem von Herrn Otto Dienet, Frl. Jetta Rintel, Frl. Maria Burand, Herrn was sicherlich einen vollen halben Tag in Anspruch nehmen müßte. Spöndly, Herrn W. Garfe und Herrn Ad. Bolte ausgeführt werden. Der Wir können nicht erkennen, wieso durch solche Postbotendienste der Eintritt ist frei. Militärdienst gefördert werden soll. Wir können auch nicht billigen, daß den Soldaten auf diese Weise die wenigen Erholungsstunden genommen werden. Elendsstatistik. Im Männerasyl des Berliner Asylvereins für Obdachlose nächtigten während des Monats Februar 18 964 Personen, im Frauenasyl 2892 Personen. Arbeitsnachweis erbittet der Verein für Männer Wiesenstr. 55/59, für Frauen Füsilierstr. 5. Soldatendienst. Die militärischen Fachmänner" erklären befanntlich stets, unter die zweijährige Dienstzeit tönne man nicht herabgehen, diese sei unbedingt erforderlich zur Ausbildung des Soldaten. Aber selbst in Berlin ereignen sich eigenartige Vorkommnisse, die darauf hindeuten, daß die Soldaten sehr viel überflüssige Zeit haben müssen. Wir waren nicht wenig erstaunt, als wir am Sonnabend Nachmittag einer Anzahl Soldaten begegneten, welche ganze Haufen von Reklamezetteln für ein Privatgeschäft in den Straßen und Häusern der Stadt austrugen. Es wurde uns erzählt, daß die Soldaten es waren Leute vom Aus den Nachbarorten. Wilmersdorf. Ueber das Thema" Auf was wir stolz find" spricht Genosse A. Hoffmann Mittwoch Abend 81/2 Uhr bei Klingenberg im sozialdemokratischen Verein. Gäste sind willkommen. Gerichts- Beitung. weiblichen Geschlecht große Erfolge erzielt zu haben scheint, denn er hat mit verschiedenen Wittwen und heirathslustigen Jungfrauen„ dicht vor der Hochzeit" gestanden. Mit der letzten Wittwe, die in seinem Register stand, hatte er fest verabredet, nach Helgoland zu fahren, um sich dort trauen zu lassen, nachdem sie Und was sagt der Postoberherr hierzu? Wie denkt Herr v. Bodaber so leichtsinnig gewesen war, ihm 300 m. und einen Brillantbielsti, der so eifrig gegen die Konkurrenz der Privatposten zu Felde ring im Werthe von 200 m. zu schenken, hat er fie figen lassen und zieht, über diese Konkurrenz seines triegsministeriellen Kollegen? ist spurlos verschwunden. Nach seiner Behauptung hat er sich Die Schalter der Postämter des Oberpostdirektionsbezirks Friedrichsberg. Der Frauen- und Mädchen- Bildungsverein anfangs in Berlin als Journalist ernährt und für russische Berlin find am heutigen Sonntag, den 5. März, zum ersten Male hält am Dienstag Abend 81/2 Uhr bei Heinide, Friedrich Karlstr. 11, Blätter Uebersetzungen und andere Beiträge geliefert. Int Mittags von 12 bis 1 1hr, statt Abends von 5 bis 6 Uhr feine Mitgliederversammlung ab. Fräulein Ottilie Baader wird Jahre 1893 ist er hier wegen Betruges verurtheilt worden, er Gäste sind will weil eines Abends in Begleitung einer Dame in geöffnet. Es handelt sich hierbei natürlich nur um die größeren einen Vortrag über Proletarierkinder halten. Bostämter, welche bisher überhaupt Sonntag Nachmittags zum Ver- fomment. einem vornehmen Restaurant erschienen war und dort eine Beche M. tehr mit dem Publikum geöffnet waren. Schöneberg. Die Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins von 200 m. gemacht hatte, ohne einen Pfennig zur Bezahlung zu Der vor einiger Zeit erwähnte Reklamekniff eines braun- findet Montag Abends 8 1hr bei E. Obst, Grunewaldstr. 110, statt. befizen. Ein Jahr später erfolgte eine giveite Verurtheilung, weil schweigischen Lotterietollefteurs, welcher die von ihm versandten An- Thema: Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesez. Referent: er unter dem Namen v. Blumberg allerlei Schwindeleien ausgeübt preifungen in Briefumschlägen mit Trauerrand verschickte, hat ein Genosse Günther. Ferner weisen wir auf das Familienkränzchen am hatte. Im Jahre 1895 streute er einem hiesigen Tischlermeister gewinnendes Wesen und Gegenstück gefunden. Seit einiger Zeit erhalten hiesige Gastwirthe 11. März in der Schloßbrauerei hin( siehe Annonce). Um pünkt: durch sein feces Auftreten, sein pünkt- feine Fabulirfunft Sand in die Augen. Er stellte sich an ihrem Geburtstage ein Loos der mecklenburgischen Lotterie mit liches Erscheinen ersucht ihm als Angestellter des Geheimen Raths v. Bergmann" bor der Bitte, es zu spielen. In der Regel halten die Adressaten das Pankow. Der nächste Leseabend des hiesigen Arbeitervereins und bewog ihn, ihm gegen eine Anzahlung von 60 M., die er fich Eintreffen des Looses an ihrem Geburtstage für ein glückliches findet am Dienstag, den 7. März, Abends 1/29 Uhr, im Störr'schen von einer armen Frau borgte, Möbel im Werthe von 660 M. auf Wahrzeichen und laufen das Loos. Ein Gastwirthsverein hat fest Lokale statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches und monatliche Abzahlung zu liefern. Er hat die Möbel nach wenigen gestellt, daß in den letzten 14 Tagen 32 Gastwirthe an ihrem pünktliches Erscheinen der Genoffen erforderlich. Der Vorstand. Tagen für 180 m. versezt und ist darauf spurlos verschwunden. Er Geburtstage Loossendungen erhalten haben und annahmen. Der Zu Kandidaten für die bevorstehenden Stadtverordneten: tehrte nach Rußland zurüd, seine Ankunft daselbst wurde aber geschäftskundige Lotteriefolletteur geht also systematisch vor, jeden Wahlen in Rigdorf bestimmte am Freitag eine tausendköpfige auch nicht gerade mit Freuden begrüßt: er wurde alts falls nach dem Allgemeinen Gastwirthskalender", in welchem die Boltsversammlung, über die wir an anderer Stelle berichten, die Smolenst ausgewiesen, versuchte dann in Warschau sich aufzuhalten, Geburtstage sämmtlicher Gastwirthe angegeben sind. folgenden Parteigenossen: wurde aber veranlaßt, den russischen Staub von den Füßen Aus der Haft entlassen wurde vorgestern Vormittag der am Tage Dritte Wählerklasse. 1. Bezirk: Gustav Ostermann. zu schütteln und kehrte nach Berlin zurück. Hier hielt er sich zunächst vorher festgenommene Inhaber eines Auskunftsbureaus in der 2. Bezirk: Paul Mitschte. 3. Bezirk: Wilhelm Münzer. unangemeldet bei einem Herrn v. Solttoff auf und als dieser Berlin Friedrichstraße, August B., der beschuldigt ist, mit alleinstehenden 4. Bezirk: Emil Reberau. 5. Bezirk: Wilhelm Sh. den Rücken kehrte, hielt er es für das Zweckmäßigste, nunmehr dessen Damen unter dem Namen eines Dr. med. B. Verbindungen an- 6. Bezirk: Dr. Raphael Silberstein. 7. Bezirk: Wilhelm Namen anzunehmen; er ließ sich Visitenkarten mit dem Namen geknüpft und seine Opfer sodann unter Anwendung von narkotischen a ch. 8. Bezirk: Wilhelm Köpte. 9. Bezirk: Wilhelm b. Soltkoff drucken und lebte als ein„ dem alten Adelsgeschlecht " Der Vorstand. " Derer v. Soltloff angehörender" Herr ruhig hier weiter. Die Viel zunächst nur das Recht der Kontrolle zu. Erst nach der alte Lokomotivschuppen mit Inhalt durch Feuer zerstört wurde. ſeitigkeit, die er im Annehmen und Ablegen von Namen zeigte, bewies er ber Feststellung, daß es sich wirklich um eine öffentliche Die Weiterverbreitung des Feuers wurde jedoch durch die anderen auch in dem Wechsel seines Berufes. Der ehemalige Brauer und Jour- Tanzluftbarkeit handele, könnte sie gegen das Tanzvergnügen einer massiven Werkstätten und rechtzeitiges Eingreifen glücklich verhindert. nalist wurde plöglich Elektrotechniker und Inhaber eines elettrotechnischen geschlossenen Gesellschaft einschreiten. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch nicht aufgeklärt. Der Instituts. Das Glück stand ihm bei: er machte die Installation für das Geschäftshaus S. Adam, ebenso für den Kunstsalon von Wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe Ordnung Betrieb des Wertes erleidet teine wesentliche Störung. Jn Friedland erstach am 1. März der arbeitsscheue, dem Keller u. Reiner, und obwohl er selbst von der Sache nicht viel wurden am Freitag vom Spandauer Schöffengericht die Maurer verstand, war er auf dem besten Wege, mit Hilfe seines Monteurs Borchert und Pollehne zu zwei bezw. einer Woche Gefängniß Trunte ergebene Schuhmacher Rammin seine Frau. Diese lebte größere elektrotechnische Arbeiten zu bewältigen. Bei diesen Geschäften verurtheilt. Am 7. Oktober v. J., als der Streit der Spandauer seit etwa fünf Wochen mit ihren vier Kindern getrennt von ihrem Bauarbeiter längst für beendet erklärt war, arbeiteten die Manne. R. tam plöglich in ihre Wohnung und versette ihr nach soll er nun verschiedene Geschäftsleute durch Vorspiegelung falscher beiden Angeklagten in der Spandauer Bockbrauerei; Borchert furzem Wortwechsel drei Stiche in die Herzgegend, so daß der Tod Thatsache zur Lieferung von Lampen und dergleichen auf Kredit neu eingestellten Maurer Burwig während bald darauf eintrat. Der Mörder versuchte sich selbst zu entleiben, oder gegen Wechsel, die er mit„ bon Solttoff" unterzeichnete, be- fragte den dessen Verbandsbuch; dieser dieser er- wurde aber von herbeigeeilten Hausbewohnern daran verhindert. wogen und um recht erhebliche Beträge geschädigt haben. Der sehr der Frühstückspause nach berlust. Die Tanzluftbarkeiten geschlossener Gesellschaften betrifft eine wichtige Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts. Der Handwerkerverein in Neu- Löpow, der nach seinem Statut bezweckt, besonders die Interessen des Handwerks zu wahren und die Kollegialität zu fördern, wollte am 13. Februar 1898 ein Vereinstränzchen abhalten; der zuständige Amtsvorsteher erklärte jedoch, daß er dies nicht gestatte. Briefkasten der Redaktion. gewandte Mensch bestritt die betrügerische Absicht und behauptete, nicht mitzuführen. flärte dem Verbande zwar anzugehören, das Buch aber Seine Inhaftirung erfolgte sofort. daß nur Zivilansprüche gegen ihn geltend gemacht werden nicht mitzuführen. Er, Burwig, hätte in Spandau auch vier Aus Santiago de Cuba kommt eine Meldung, daß der frühere tönnten. Seine Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt und Wochen mitgestreift, aber keine Streifunterſtüßung erhalten. Hierauf spanische Kreuzer" Regina Mercedes", welcher in der Schlacht von Schlesinger unterstützten diese Ansicht und führten aus, daß aus forderte Böttcher den ihm hinreichend bekannten Burwig auf, anderen Santiago in den Grund gebohrt wurde, wieder gehoben und in den Er soll nach der Aussage des juristischen Gründen höchstens ein Fall des Betruges bestehen bleiben Tages seine Papiere mitzubringen. tönne. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Zuchthaus und Burwig hierbei die Worte" Streifbrecher" gebraucht und gesagt haben, Hafen gebracht worden sei. 300 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof sprach nur in einem Falle das„ Wenn Du bis Montag nicht 6 M. an die Streitkaffe zahlst, dann Schuldig aus und verurtheilte den Angeklagten zu anderthalb laß Dich nicht wieder blicken, sonst schlagen wir Dir die Knochen Jahren Zuchthaus, 300 m. Geldstrafe und drei Jahren Ehr- taput." Bollehne hat- immer nach der Aussage des Burwig zu legterem nur geäußert, er folle sich nicht zu Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und anständigen Leuten sezen." Burivig nahm dann nach Be- Freitags abends von 72 bis 8 1hr abgehalten. endigung der Frühstückspause die Arbeit nicht wieder auf. Das Gericht erblickte in den Worten der Angeklagten ein Bergehen gegen die Gewerbe- Ordnung, da der Maurerverband eine Vereinigung zum Zwecke der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen im Sinne des§ 153 der Gewerbe- Ordnung darstelle Leipzigerplatz 13. und das Vorgehen der Angeklagten deshalb auch nach diesem Nach vergeblichen Beschwerden Paragraphen beurtheilt werden müsse. Der Amtsanwalt Namens flagte der Vorsitzende des Vereins, vertreten durch den Göhring gab seine sozialpolitischen Kenntnisse zum besten. Er Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, beim Ober- Verwaltuugs glaubte den Maurerverband am treffendsten damit charakterisiren gericht gegen den Regierungspräsidenten zu Potsdam. Es wurde zu können, daß er erklärte:„ Der Maurerverband hat vor allem geltend gemacht, daß es sich um die Tanzluftbarkeit einer offensichtlich den Zweck, Arbeiter, welche nicht arbeiten geschlossenen Gesellschaft gehandelt habe, für die eine behördliche können oder wollen(!), um vielleicht bessere Genehmigung überhaupt nicht erforderlich gewesen wäre. Senat des Ober- Verwaltungsgerichts gab denn auch der Klage statt stügen." Er beantragte gegen jeden der Angeklagten eine Gefängniß und erklärte die Verfügung des Amtsvorstehers und dem strafe von 6 Wochen. Bei Verkündung des Eingangs erwähnten Beschwerdebescheid des Regierungspräsidenten für unberechtigt. Strafmaßes erklärte der Vorsigende ausdrücklich, daß das Gericht Präsident Perfius machte in der Begründung folgende bemerkenswerthe dem zweiten Belastungszeugen, Maurer Strund, welcher gleich Ausführungen. Nach Annahme des Gerichts stelle sich der Verein falls von den Angeklagten belästigt sein wollte, feinen Glauben geals eine geschlossene Gesellschaft dar, er hätte deshalb an sich ohne schenkt habe, da seine Aussage sehr widerspruchsvoll und verworren besondere Genehmigung ein Tanzvergnügen abhalten dürfen. Auch gewesen sei. sei es nicht der Hauptzweck des Vereins, Tanzluftbarkeiten zu verG. Ki., Solingen. Wir ersehen aus Ihrer Karte nicht, was Sie meinen. Wenn die Sache wichtig ist, dann machen Sie uns doch eine Notiz. 2 Wettende. Sie müssen sich bei einem Arzt Auskunft holen. Senefelderstr. 14, OS. Wenden Sie sich an das kaiserl. Marine- Amt D. J. 7. Vielleicht kommen Sie gelegentlich zu uns. Bärisch. Wir bitten Sie, zu uns zu kommen. A. W. u. H. H. Zur Aufnahme nicht geeignet. F. D. 75. Nach der für die Bezirks- Hebammen im Regierungsbezirk Potsdam am 1. Februar d. J. in Kraft getretenen Gebührenordnung ist für Entbindungen 4-15 M. zu erheben, für eine Tagwache 1,50 M. bis 3 m., für eine Nachtwache 3-4 W., für Nathsertheilung in der Wohnung der Besuche genaues vorschreiben, wissen wir nicht. zu unterangehörte, zu wenden. Wittwe H. Wir bitten Sie, sich an die Organisation, der ihr Mann Der erste bedingungen zu erwirken, auf Kosten der anderen Arbeiter rbeits- Hebamme 0,50 bis 2 M. Ob es Bestimmungen giebt, die über die Zahl der anstalten. Es könne deshalb nicht angewendet werden Vom Vertrauensmann in Tilfit erhalten wir die Mittheider§ 4 Absatz 1 der Oberpräsidial Verordnung vom lung, daß der Arbeiter Wassil, der in Nummer 51 in dem Artikel: 14. Juni 1892 wonach Vergnügungen der sogenannten ge- Das Vereinsgesetz u. f. w., erwähnt wurde, tein Parteigenosse ist. schlossenen Gesellschaften, die nur oder hauptsächlich zur Die Partei hat nach den Mittheilungen unseres Freundes alle UrVeranstaltung von Tanzvergnügungen zusammentreten, der polizei- sache, sich den Herrn Wassil vom Leibe zu halten. lichen Genehmigung bedürfen. Uebrigens fönnte auch ein derartiger Verein wirklich eine geschlossene Gesellschaft sein. Sollte§ 4 Abfaz I der angezogenen Verordnung des Oberpräsidenten etwa feststellen wollen, daß unter allen Umständen den Bestimmungen für öffentliche Tanzluftbarkeiten, die„ Soge= Vermischtes. in A. 3., Rigdorf. Nicht eingegangen, aber Zahlung eingestellt. H. F. Gesindevermiether haben zwei Bücher nach behördlich vor geschriebenem Schema für Herrschaften und Dienstboten zu führen, in welche Die Aufträge der Reihe nach einzutragen sind. Die Geschäftsbücher unterliegen der polizeilichen Kontrolle. Das Gewerbe ist bei der Steuerbehörde und beim Polizeipräsidium anzumelden. Wegen Darlehnskassen müssen Sie das Adreßbuch nachsehen. Witterungsübersicht vom 4. März 1899, Morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Swinemde. 751 WSW 5 bedeckt Hamburg 754 93 Berlin Temp. n. C. 5° 4° R. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke 4 Haparanda 752 4 Petersburg 749 2 bedeckt 3 bedeckt 5 Cort bedeckt 5 wolfig 6 Paris wolkig 0 Wetter 2 heiter IL Temp. n. 6. - 16° 6.= 4° R. 29 -14 1 bedeckt 763 MN 3eiter 6 4wolfig 1 1Dunst -1 2 Aberdeent 760 NM 760 9 755 Die Mannschaft des gestrandeten Dampfers ,, Moravia" nannten geschlossenen Gesellschaften" unterworfen seien, die nur ist gerettet; sie befindet sich nach einer Mittheilung der Rhederei- Wiesbaden 750 ti oder hauptsächlich zur Veranstaltung von Tanzvergnügungen firma Robert M. Sloman u. Co. auf Sable Island. Der zweite Bien München zusammentreten", dann wäre diese Bestimmung nicht rechtsgiltig. Denn an sich fönnten nur öffentliche Tangluft- Steuermann ist gestorben; die übrige Mannschaft wird auf einem barkeiten der polizeilichen Genehmigung unterworfen werden. Wenn Regierungsdampfer nach Halifar gebracht. die Polizei glaube, daß die Tanzlustbarkeit einer geschlossenen Aus Bredow der Oder meldet uns ein Sondertelegramm, Niederschlägen und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. Gesellschaft eine öffentliche werden könnte, so stehe ihr daß auf dem Oberhof der Fabrik des Vulkan in vergangener Nacht Kistenmacher! Am Dienstag, den 28. Februar, Sozialdemokratischer Wahlverein 759 Still Wetter Prognose für Sonntag, den 5. März 1899. Etwas fühler, zeitweise aufflärend, vorwiegend trübe mit geringen Berliner Wetterbureau. Julius Kosch für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Osten). Achtung! Töpfer. Achtung! Heinersdorferstr. 7. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. März, Nachm. 42 Uhr, don der Halle des Bartholomäus- Kirch hofs, Falkenberger Chauffee, statt. Kollegen, die an der Beerdigung Dienstag, den 7. d. M., Abends 8 1hr, bei Breuer( Königsbank), Gr. Frankfurterstr. 117: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Stadtverordneten Bruns über: Die nächsten Stadtverordnetenwahlen". 2. Dis theilnehmen, treffen sich um 22 Uhr fuffion. 3. Verschiedenes. bet Munzig, Breslauerstr. 28. 94/5 Der Vorstand. J. A.: Franz Schulz, Griebenowstr. 5. Deutscher Zutritt. Am Mittwoch, den 8. März, Abends 6 Uhr, im Saale des ,, Alten Schüßenhauses", Linienstraße 5: Oeffentl. Derlammlung Ser Töpfer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung des allgemeinen Bauarbeiter- Kongresses. Referent Genoffe Dietrich. 2. Unsere Tattit im Jahre 1899. 3. Gewerkschaftliches. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 193/2 Der Vertrauensmann: H. David. 242/9 Die Bersammlung wird präzise eröffnet. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Gäste haben Der Vorstand. Achtung! Achtung! 暖 Fraurige Madridit, daß am 3. b. M. Achtung! 2. Wahlkreis. Allen Freunden und Bekannten die Nachricht, unsere Tochter Selma Brauer Metallarbeiter- Verband plöglich verstorben ist. Die Beerdigung ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes Anzeige. Am Donnerstag früh verstarb an findet Montag Nachmittag 3 Uhr, vom Trauerhause, Oppelnerstr. 16 aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Mierenentzündung unser langjähriges Orts- Krankenkaffe Mitglied, der Metallarbeiter = der Sattler. Am Freitag, den 3. d. Mts., starb H. Niebelschütz. Die Beerdigung findet heute, Sonntag, Nachm. 3 Uhr, von der Leichen das Mitglied halle des Emmaus- Kirchhofes in Brig aus ftatt. [ 110/17 Am Donnerstag Vormittag verstarb an der Schwindsucht unser lang: jähriges Mitglied, der Gürtler P. Lucke. Die Beerdigung findet heute, Sonntag, Nachm. 32 Uhr, von der Leichen halle in Steglitz aus statt. Die Ortsverwaltung. Kranken- Unterstützungsbund der Schneider. Unser Mitglied Johann Grabowski ist am 1. März cr. verstorben. Die Beerdigung findet am Sonntag Nach mittag um 3 Uhr von der Leichen: holle des St. Hedwigskirchhofs in Weißensee aus statt. 166/6 Die Ortsverwaltung. Carl Dziwock ( Werkstatt von Cobau) im Alter von 30 Jahren an der Lungenschwindsucht. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, den 7. d. Mts., Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses am Urban, nach dem Kreuzkirchhof in Mariendorf. J. A.: N. Dittberner. Todes- Anzeige. Sonntag, den 5. März 1899, Abends 6½ Uhr, bel Zubeil, Lindenstrasse 106: Achtung! Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken Oeffentl. Derlammlung. und auf Holzpläzen beschäftigten Arbeiter Deutschlands. Tages Ordnung: Vortrag des Genoffen Adolf Hoffmann über:" Auf was wir stolz find." 210/13 Nachher: Tanz. Der Vertrauensmann. III. Wahlkreis. Volks- Versammlung 213/3 am Sonnabend, den 18. März, abds. 8 Uhr, ,, Apollo- Saal"( fr. Brochnow), Sebastianstr. 39. Der Vertranensmann. Allen Freunden und Berwandten Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! zur Nachricht, daß meine liebe Frau Karoline Plasse geb. Kaiser am Mittwoch Nachts an Lungenlähmung verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. d. M., präzise 2 Uhr von der Reichenhalle des Thomas Kirchhofes in Rixdorf statt. 14916 Der trauernde Gatte Albert Plasse. 19 Kostent. Auskunft von zu verlaufenden Geschäft. jed. Art. Neanderstr. 16, Helm. Bildhauer Berlins! Dienstag, den 7. März, Abends 8 1hr, in Stechert's Andreas Festsälen, Andreasstr. 21: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 20/4 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Edmund Fischer- Zittau über: Der Zuchthauskurs und die Gewerkschaften. 2. Wahl der Delegirten zum Bauarbeiter- Kongreß. 3. Die projektirte Zwangsinnung für das Bildist es Pflicht der Kollegen aller Branchen zu erscheinen. hantergewerbe. 4. Berschiebenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung Der Vertrauensmann. Posamentierer. Filiale Berlin I. Montag, den 6. März, Abends 8 1hr, in Wilke's Lokal, Andreasstraße Nr. 26: Mitglieder Versammlung. T Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen A. Hoffmann über:" Auf was wir stolz find." 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Der Vorstand. Tapezirer. Dienstag, den 7. März 1899, Abends 9 Uhr: Mitglieder- Versammlungen beider Filialen. Filiale Nord: Brunnenstraße 188. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 177/7 Filiale Sid: Lindenstr. 106 bei Zubeil. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Grundmann über: Ein Blic Am Sonntag, den 5. März, Nachmittags 126 Uhr, im Lokal in das Innere des Menschen. Demonstration an einer lebensgroßen Figur. , Kösliner Hof, Röslinerstraße Nr. 8: 2. Discussion. 3. Verschiedenes. 99 Oeffentl. Derlammlung für Männer und Frauen. Tages- Ordnung: Vortrag des Genossen Georg Wagner über: " Umstürzler und Kulturträger". Diskussion. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 219/8 Der Vertrauensmann. Arbeitervertreter= Verein. Rixdorf. I Mitglieder- Versammlung des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins am 8. März, Abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Christoph, Steinmek Straße Nr. 58. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Lindenau, nicht approbirter Naturheilkundiger, über Medizin und Naturheilkunde, der Bau und die Thätigkeit des mensch Dienstag, den 7. März 1899, Abends 9% Uhr, bei Buske, lichen Körpers, dargestellt durch zwei Meter hohe Lichtbilder. 2. Diskussion. Grenadierstr. 33: Versammlung. Tages: Ordnung: 1. Bericht aus den amtlichen Nachrichten des Reichs- Versicherungsamts. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. 153/4 Unt pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Graveure und Ziseleure! 3. Verschiedenes. Jeder Besucher erhält eine Broschüre gratis. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Unser Stiftungsfest findet am 15. April im Apollo Theater, Hermanns straße 48, statt. 3/4 Volks- Versammlung am Mittwoch, den 8. März, Abends 82 Uhr, Dienstag, den 7. März, Abends 9 Uhr, im Dresdener Garten, im gr. Saale von L. Keller's Festfälen, Koppenstr. 29. Dresdenerstr. 45: Oeffentliche Versammlung der Graveure, Ziseleure und verw. Berufsg. Berlins u. Umg. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fritz Zubeil über:" Die Koalitionsfreiheit und der Zuchthauskurs im Lichte der Thatsachen." 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl desselben. 4. Bericht des Gewerkschaftsdelegirten und Neuwahl deffelben. 5. Verschiedenes. 1500b Dienstag, 7. März, Abends 8 Uhr, bei Busching, Neue Rokftr. 3: Oeffentliche Versammlung Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Reichstagsabgeordneten Seifert Die Filialversammlung am 7. März fällt aus, dafür findet die fiber: Das Zwangsinnungs- Gesetz". 2. Die Brandenburger Provinzial- öffentliche Versammlung statt. Kassirer der Filiale anwesend. Konferenz, Anträge zu derselben. 3. Abrechnungen. 4. Mißstände in unferer Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es unbedingte Pflicht der Branche. Der Obermeister Herr Schulz ist eingeladen. 153/1 Kollegen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. 13 Tages Ordnung: ( G. 1. Bericht über: Das erste Naturheil- Krankenhaus in Deutschland. m. b. 5.) 15186 der 2. Die dringende Nothwendigkeit eines Naturheil- Krankenhauses. 3. Wie stellen sich die Anhänger der Naturheilkunde und die Mitglieder Orts- Krankenkassen zu diesem Naturheil- Krankenhaus? Diskussion. Referenten Frl. Minna Kube, Dr. med. Lutze und Andere. Zur Dekung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen um 812 Uhr bittet Die Einberuferin: Minna Kube, praft. Naturheilkundige, Charlottenburg, Berlinerstr. 125. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 12. März, Vormittags II Uhr: Uebungsstunde im Saale der Brauerei Friedrichshain. Folgenbe Lieder werben geübt: 1. Freiheit"," Bölkerfrühlingslied"," Gruß an den Mai". zu erscheinen. Bundes- Mitgliedskarte legitimirt. Achtung! Stuckateure. Achtung! Montag, den 6. März, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Buske, Grenadierstraße Nr. 33: Oeffentliche Versammlung Tagesordnung: 1. Die Arbeiterbewegung früher und jest. Referent Reichstags- Abg. Rosenow. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Streiffonds. 4. Stellung nahme zum Bauarbeiterschutz- Kongreß. 5. Berschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet. 173/3 Der Vertrauensmann. Achtung! 16/5 0110 Die Vereine find verpflichtet, vollzählig und pünktlich Bekanntmachung zum Statut der Ortskrankenkaffe ber Hutmacher, Hutfournituren und Filzwaarenverfertiger zu Berlin. Durch Erlaß des Herrit OberPräsidenten der Proving Branden burg und Genehmigung des BezirksAusschusses zu Berlin treten die in ber ordentlichen Generalversammlung vont 30. Oftober 1898 beschlossenen Abänderungen der SS 11, 12, 18, 26 und 27 unferes Statuts am Tage nach dieser Bekanntmachung in Kraft. Der Wortlaut dieser Statuten änderung steht den Mitgliedern( als Achtung! fünfter Nachtrag unferes Statuts) bet Stockarbeiter n. Kammmacher! Montag Abend 8 Uhr bei Stechert, Andreasstr. 21, Oeffentliche Versammlung ben Herren Arbeitgebern, sowie im Raffenlokal Mendelssohnstr. 13 während den Kassenstunden zur Ver fügung. 15226 Berlin, den 5. März 1899. Der Vorstand.. Parteigenoffen und Genoffinnen empfehle meine Buchdruckerei und Buchbinderel.[ 9233* Saubere Ausführung. Solide Preise. Constantin Janiszewski, Dresdenerstr. 38, 2. Hof part. rechts. Fernsprecher Amit IV 1067. ap Buchführungs Rundschrift Prospekte Stele. Jehrk grans SchönSchreiben brieflich u.frankounter Briefi. 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Off. unt. B. 10 Grp. d.„ B." Charlottenstr. 70, I. bei.j Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. ».» Ww 2, KilU to Jotiöiirls" Kttlim jloltelilall.». Uch m VVvpsmnrlungvn. », Ueber die bevorstehende Reichstagswahl sprack, Freitag Abend Rtchard Fischer m einer zündenden Rede im Friedrichstädtischen Kastno. Redner entwarf in geistvoller Weise ein Bild des Auf- Marsches der Parteien. Die Antisemiten marschiren bei den wichtigsten Abstimmungen überall im Hintertrab der Junkerpartei, während ihre Agitation m realen sozialen Beweggründen wurzelt, in dem Kampf von Kleinhandel und Kleinhandwerkerthum gegen Großhandel und Großbetrieb. Sie übersehen aber dabei. daß die Juden nicht die einzigen Ausbeuter sind, sondern daß es sich hier um eine soziale Revoln- non handelt. gegen die mit papiernen Gesetzen nicht anzukämpfen ist. Die Sozialdemokratie will dagegen die politische Macht für die Arbeiterklasse erobern, um dadurch auch eine Umänderung der Pro- duktionsverhältnisse herbeizuführen. So lange das Klcinbürgerthum sich zu dreier Anschauung nicht durchgerungen hat, wird es nach den Wahlen stets der geprellte Narr bleiben, wie es vor denselben der hoffnungsvolle Narr war. Alle bürgerlichen Parteien können nicht ernstlich einlösen, was sie versprechen: den Kleinhandel und das Kleinhandwerkerthum gegen das immer weiter vordringende Groß- kapital zu schützen.— Daß die Konservativen die geschworenen Gegner des Arbelterstandes sind, haben die Verhandlungen des preußischen Abgeord- netenhauses aus den letzten Tagen gezeigt, wo die Konservativen sich wieder in blinder Gehässigkeit gegen die Forderung von Arbeiter delegirten als Aufsichtsbeamte in den Bergwerken aussprachen. Im Reichstage ist selbst die Regierung über das Auftreten von Stumm und des General- Staatsanwalts Rüger stutzig geworden. Wenn schon unter den jetzigen Gesetzen Vergehen, die keiner von uns dertheidigen wird, mit einer so furchtbaren Strafe von 63 Jahren Zuchthaus und 4 Jahren Gefängniß getroffen werden können fo muß m weitesten Kreisen die Besorgniß wach werden� was erst geschehen soll, wenn man dem Richterstande die furchtbare Waffe der Zuchthausvorlage in die Hand gebe. Aber die Reaktion glaubt den Sieg bereits in der Tasche zu haben, weil sie weiß, daß die Regierung auf ihrer Seite steht. Aber auch die freisinnigen Parteien haben immer mehr ihr eigenes Programm verleugnet. Redner wies das treffend nach an ihrer Haltung gegenüber der Bäckereiverordnung, der Verordnung über die Sonntagsruhe, ihrem lauen Verhalten gegenüber der Militärvorlage, ihrem'Eintreten für die reaktionären Kandidaten in den umliegenden Wahlorten von Berlin.� Sie fühlen sich eben immer mehr als die Vertreter des Kapitalismus, der seinen letzten Schutz ebenfalls im Militarismus steht. Redner verliest unter großer Heiterkeit das neueste Wahl- flugblatt der Freisinnigen, wo die sozialdemokratischen Forderungen, für die vor Jahrzehnten die Freisinnigen selbst eingetreten waren, als Ueberleitungen zu einem politischen und wirthschastlichen Chaos bezeichnet werden. Wo die Arbeiterinteressen auf dem Spiele stehen, haben wir im Reichstag nur eine Partei, die gewählt ist zur Ver- tretung der Interessen der Arbeilerklasse. Wenn Sie, so schließt Redner seinen Appell an die Versammlung, die Pflicht in sich fühlen, nicht blos in Versammlungen zu gehen, sondern überall für Ihre Gesinnung zu arbeiten, dann zweifle ich � nicht,_ daß es uns trotz aller Anstrengungen der Gegner gelingen wird, den Sieg wieder an unsere Fahne zu fesseln, wie es vor fünf Jahren möglich war.(Stürmischer langanhaltender Beifall.) In der Debatte versuchte ein Anarchist Herr Lange eine Dar- legung der Prinzipien des Anarchismus und betonte hauptsächlich. daß der Parlamentarismus kein geeignetes Mittel für die Soziab demokratie sei zur Erringung der politischen und wirthschastlichen Macht. Nichtwählen zum Parlament ist auch eine Macht.(Gc- lächter.) Der Vorsitzende Zubeil und Genosse Fischer wiesen diese zur Wahlzeit doppelt unangebrachten Ausführungen in gc- bührender Weise zurück. Mit einem Hoch auf die kämpfende Sozial- demokratie ging die Versammlung auseinander. Eine zweite Versammlung tagte bei Kliem, Hasenhaide; sie war gleichfalls gut besucht. DaS Referat hatte Reichstags-Abgeordneter B. Kramer- Darmstadt übernommen. Der ötedner verwies eingangs seiner Ausführungen darauf, daß die Sozial- demokratie neben ihrem eigentlichen Programm auch noch die demo- kratischen Forderungen des Bürgerthums übernehmen mußte, nach- dem die sogenannte bürgerliche Demokratie die Ziele und Ideale, für die ihre Vorfahren auf den Barrikaden kämpften, längst aufgegeben und sogar verleugnet habe. Er er- innerte an das laue Verhalten der Freisinnigen gegen- über dem Militarismus, und nachdem er nachgewiesen hatte, daß das frühere liberale Bürgerthum mit allem Nachdruck für die Beseitigung des stehenden Heeres und Organisirung eines Volks- Heeres eingetreten ist, beleuchtete er eingehend, daß der gegenwärtige Militarismus nicht nur wegen der finanziellen Belastung des Volkes schädlich wirkt, sondern daß dieses System kulturwidrig und volks- feindlich im hohen Maße ist. Mit dem Hinweis auf die verschiedenen Vorkommnisse in der letzten Zeit machte der Referent darauf auf- merksam, daß auch das allgemeine direkte Wahlrecht in den Händen aller bürgerlichen Parteien schlecht aufgehoben und stets in Gefahr ist. In seinen weiteren Ausführungen erörterte der Redner die Forderungen der Sozialdemokratie auf dem sozialpolitischen Ge- biete, wobei er die Mängel der ganzen Sozialgesetzgebung sehr treffend kennzeichnete und das Verhalten der bürgerlichen Parteien zu den diesbezüglichen Anträgen seitens unserer Fraktion im Reichstage und den Einzel-Landtagen einer herben Kritik unterzog. Der Vortrag, in dem Genosse Kr am er noch aufforderte, mit aller Kraft bei der bevorstehenden Neuwahl für den sozialdemo- kratischen Kandidaten einzutreten, wurde von den Versammelten mit stürmischem Beifall aufgenommen. An der hierauf folgenden Dis- kussion betheiligten sich M e i s e l und R e i m a n n im Sinne des Referats und Frl. Alb recht, die sich speziell an die Frauen und Mädchen wandte und für die Betheiligung an der Agitation und den Anschluß an die in Betracht kommende Berufsorganisation plädirte. Nachdem der Vorsitzende L a n k a u noch für recht rege Betheiligung an den nothwendigen Wahlarbeiten, zum Anschluß an den Wahlverein und zum Abonnement des„Vorwärts" aufgefordert hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie. '"Die Gewerkschafts- Kommission hielt am Freitag eine Delegirten-Versammlung ab. Zunächst wurde an Stelle des aus dem Ausschuß ausgeschiedenen Möbelpolirers Lederhause der Bildhauer W i n k l e r gewählt. Die in voriger Sitzung behandelte Angelegenheit der Töpfer stand als erster Punkt auf der Tagesordnung. Die Betheiligten haben sich damit einverstanden erklärt, daß die Summe, um die' sich der Streit dreht, den streikenden Krefelder Webern überwiesen wird. Damit ist aber nach Ansicht des Ausschusses die Angelegenheit noch nicht erledigt, denn der Schiedsspruch sei in einigen Punkten von den Vertretern der lokaloraanisirten Töpfer nicht beachtet worden. hierzu wurde folgende von den Mitgliedern des Schiedsgerichts ge- tellte Resolution angenommen: „In Erwägung, daß Schiedsgerichte dem Zweck dienen, Streitig- leiten zwischen zwei Interessenten zu schlichten, ist es unter allen Um- ständen nöthig, daß, wenn Arbeiter aus der Mitte der Berliner Gewerkschafts- Kommission ein Schiedsgericht anrufen, l sich auch demselben bedingungslos zu unterwerfen haben, insbesondere, wenn sie dieses' beim Zusammentritt des Schiedsgerichts erklärten. Daher verurtheilt die Berliner Gewerkschaftskommission auf das Entschiedenste das Verhalten der Töpfer H. Hofsmann, Thieme und Genossen lokaler Richtung, welche sich dem Spruch des Schiedsgerichts nicht unterworfen, sondern Geld, Bücher jc. für sich behielten. Die Gewerkschasts-Kommission hält die Handlungsweise der oben genannten Personen für verwerflich, spricht ihnen einen scharfen Tadel aus und beschließt, daß die im Besitz Hosfmanns's befindlichen Bücher und Gelder laut Schiedsspruch an die betreffende Stelle abzuführen sind." 1 Hierauf wurde die Stellung der Arbeiter zu den paritätischen Arbeitsnachweisen besprochen. Anlaß zu dieser Erörterung bot ein „offener Brief an die Delegirten der Gewerkschasts-Kommission", welchen Hugo Pötzsch in dem Organ»Der Gastwirthsgehilfe" publizirt hat.' Pötzsch. welcher über diesen Punkt referirte, fiihrte aus: Er habe sich gewundert, daß nach einem Berichte des „Vorwärts" die Vertreter der Arbeitnehmer im Vorstand des Zentralvereins für Arbeitsnachweis einer Resolution zugestimmt haben, worin es heißt, daß die paritätischen Arbeitsnachweise unter Äorsitz eines Unparteiischen die einzig berechtigte und erstrebenswerthe Form in der Organisirung der Fach- Arbeitsnachweise darstellen. Weiter drückte der Redner sein Be- fremden darüber aus, daß die Arbeitnehmer in dem genannteii Vor- stand— ebenfalls nach dem Bericht des„Vorwärts"— erklärt haben, sie ständen voll und ganz auf dem Boden des Zentral- Arbeitsnachweises, und die Arbeiter seien bereit, zu Gunsten dieses Arbeitsnachweises ihre eigenen Arbeits nachweise aufzulösen. Diese Erklärung der Arbeitervertreter geht nach Ansicht des Redners zu weit. Seines Wissens habe bis jetzt noch keine Berliner Gewerkschaft einen Beschluß gefaßt, auf den sich die Haltung der Arbcitervertreter im Vorstand des Zentral Arbeitsnachweises stützen könne. Im Gegentheil: Es bestehe immer noch der Beschluß des Gewerkschafts-Kongresses von 1896 zu Recht, welcher besagt, daß die Arbeitsvermittelung Sache der Ge- wcrkschaften sein müsse, denn die Vermittelung der Arbeitskraft gr höre in die Hände der Besitzer derselben, der Arbeiter. Die Ver- treter der Arbeiter seien seiner Zeit in den Zentral-Arbeitsnachweis delegirt, um darüber zu wachen, daß derselbe nicht einseitig im Interesse der Untemehmer gehandhabt werde. Sie durften deshalb nicht so weit gehen, wie sie es in ihrer Erklärung gethan. Was die kommunalen und gewerkschaftlichen Arbeitsnachweise unterscheidet, ist folgendes: Während die letzteren nichts Anderes sein wollen als Verkehrsinstitute, betrachten es die ersteren als eine ihrer Hauptaufgaben, ein Mittel zur Erringung besserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse oder mindestens zur Erhaltung des bereits Errungenen zusein. Die gewerkschaftlichen Arbeitsnachweise werden deshalb keine Arbeiter an solche Unternehmer senden, die besonders niedrige Löhne zahlen, oder in deren Betrieben sonstige, die Arbeiter drückende Mißstände vorhanden sind. Der kommunale, paritätische Arbeitsnachweis kann und wird dagegen, weil er nur ein unparteiisches Verkehr s m i t t e I sein will, nach den Lohn- und Arbeitsverhältnissen, die in den nachsuchenden Betrieben herrschen, nicht fragen. Wenn er es thäte, dann würden die Unternehmer sagen: Ihr seid nicht unparteiisch, und die Sache hätte ein Ende. Bekanntlich weigern sich ja auch die kommunalen Arbeitsnachweise, in ihr' Statut die Bestimmung aufzunehmen, daß für einen Beruf, in dem ein Streik ausgebrochen ist, die Arbeits- vermittelung während des Streiks aufzuhören hat. Das Nicht Vorhandensein der Streikklausel könnte von den Arbeitern noch parirt werden, wenn es sich nur um einen lokalen Arbeitsnachweis handelt. Aber die paritätischen Arbeitsnachweise wollen sich dock zentralisiren, und e mehr sie sich ausbreiten, desto verhängnitzvoller kann ihre Wirksamkeit für jdie Arbeiter werden. Der hiesige Zentral-Arbeitsnachweis vermittelt auch Arbeit für Maler, die Arbeitsvermittelung für Handschuhmacher hat er sich veranlaßt gesehen, einzustellen. Das giebt zu denken. Die Organisation der Maler ist schwach, die der H a n d s ch u h mach er dagegen stark. Jedenfalls kann man annehmen, daß zwischen der Stärke der Organisation und der Vermittelung für das betreffende Gewerbe durch den Zentral- Arbeits Nachweis ein Zusammenhang besteht, insofern, daß eine gute Organisation des Zentral- Arbeitsnachweises nichts be darf. Sehr bedenklich sei auch das auf der Münchener Konferenz der Arbeitsnachweise zu tage getretene Bestreben, wonach es die Zentral-Arbeitsnachweise als ihre Aufgabe zu betrackten haben, der Leutenoth auf dem Lande abzuhelfen. Das sei schon keine Unl Parteilichkeit mehr. Daß der hiesige Zentral- Arbeitsnachweis zum Theil schon jetzt den Bestrebungen der Arbeiter entgegenwirke, beweise der Umstand, daß er Agenten herumschicke, welche die Buchdruckereibesitzer darauf aufmerksam zu machen hatten, daß er auch Buchdruckerei-Hilfsarbeiterinnen nachweise. Dadurch werde doch der bestehende Nachweis dieser Gewerkschaft geschädigt.— Wie die Unternehmer über den Arbeitsnachweis denken, das beweise die Leipziger Arbeitgeber-Konferenz, welche in schärfster Weise sich dahin ausgesprochen hat, daß der Arbeits- Nachweis in die Hände der Unternehmer ge- höre, und daß es ein Mittel sein solle, mißliebige Arbeiter, jc nach dem Grade ihrer Unbeliebtheit bei den Unternehinern für kürzere oder längere Zeit mit Hilfe des Arbeitsnachweises auszusperren. Hier haben sich also die In dustriefeudalcn eine Gerichtsbarkeit mit einem System verschiedener Strafen eingerichtet, durch die sie die klassenbewußten Arbeiter treffen wollen. Demgegenüber sei es durchaus noth- wendig, daß die Arbeiter den Arbeitsnachweis ii� ihre Hände zu bekommen suchen, um mittels desselben für ihre Forderungen und Bestrebungen gegen den Terrorismus der Unternehmer zu wirken. In Berlin mache sich jetzt in den Gewerkschaften eine gewisse Resignation auf dem Gebiet des gewerkschaftlichen Arbeits- Nachweises bemerkbar. Dieselbe sei aber nicht gerechtfertigt. Man müsse bedenken, daß die deutsche Gewerkschafts- bewegung erst am Anfange ihrer Thätigkeit stehe und noch verhältnißmäßig schivach sei. Je mehr sie erstarke, desto mehr könne sie auch auf dem Gebiet des Arbeitsnachweises leisten. Nicht der Arbeitsnachweis sei eine unbrauchbare Waffe der Gewerkschaften, sondern der Arm, welcher diese Waffe führt, sei noch zu schwach. Darum gelte es, die Organisation zu stärken, dann werde es mit der Zeit dahin kommen, daß die geWerk- schaftlichen Arbeitsnachweise das werden, was sie sein sollen: Ein Kampfmittel in der Hand der Arbeiter. Die englische Arbeiterschaft habe das vollauf begriffen, der Arbeits- Nachweis ruhe dort vollkommen in den Händen der Gewerkschaften, diese beherrj'chen den Arbeitsmarkt. Bei den englischen Gewerk- chaften sei der Arbeitsnachweis nothwendig geworden als Er- q änz un g zur Ar b e i t s l o s e n u n t e r stü tz u n g. Sobald einmal >ie deutschen Gewerkschaften Arbeitslosenunterstützung eingeführt haben, müßten sie von selbst auf die Möglichkeit hinarbeiten, ihre stellen- losen, unter st ützungsberechtigten Mitglieder baldmöglichst wieder in Arbeit zu bekommen. Die bürgerlichen Verfechter der kommunalen Arbeitsnachweise erwägen aber schon die Frage, an diese, als letztes Glied in der Kette, die Arbeitslosen- Unterstützung von Kommune wegen anzugliedern. Geschähe das. so sei den Gewerkschaften daS letzte zugkräftige Propagandamittel genommen. Abmachungen zwischen Unternehmern und Arbeitern sei er durchaus nicht unter allen Umständen ent gegen. Solche seien am Platze, gleichstarken Parteien abgeschlossen Arbeiter in die Lage kommen, reichen, oder das Errungene,. wie das z. B. durch die Tarifgemeinschaft der Buchducker geschehen ei. Redner schließt mit der Bemerkung, er wolle nicht aggressiv vor- gehen gegen die Vertreter der Arbeiter im Vorstand des Zentral- Arbeitsnachweises, sondern es komme ihm nur darauf an, die Dis- kussion über eine wichtige Angelegenheit herbeizuführen.(Beifall von Seiten einer Anzahl Delegirten.) Redner reichte folgende Resolution ein: „Die Versammlung der Delegirten zur Berliner Getverkschafts- Kommission erklärt, daß sie von der von den Arbeitervertretern im Kuratorium deS„Zentralvereins für Arbeitsnachweis" an- genommenen Resolution als von einer vollendeten That- fache, welche nicht mehr rückgängig zu machen ist, Kenntnitz wenn sie zwischen annähernd werden und wenn dabei die gewiffe Zugeständnisse zu er- festzuhalren und festzulegen, genommen hat. Sie erklärt aber auch ferner, daß die einzelnen Geiverkschaften sich durch dieselbe in ihrer Stellungnahme zum kommunalen bezw. paritätischen Arbeitsnachweis durchaus nicht für gebunden zu erachten haben. Die Versammlung spricht schließlich die Erwartung aus, daß in Zukunft derartig tief einschneidende Fragen vorher in den Geiverkschaften zur Diskussion gestellt werden und daß die Arbeitervertreter bis nach dem Kongreß der Gewerk- schaften weitere Schritte in dieser Angelegenheit nicht unternehmen.' K ö r st e n meint, Pötzsch habe nicht den richtigen Weg eingeschlagen, indem er in Form seines„offenen Briefes" die vorliegende Sache an die Oeffentlichkeit brachte. Er hätte sich damit an die Gc- Werkschafts- Kommission wenden sollen. Pötzsch sei im Jrrthum, wenn er sagte, die Arbeiter- Vertreter hätten sich ohne Zustimmung der Gewerkschaften am Vorstand des Zentral- Arbeitsnachweises be- theiligt. Vor einem Jahr, als es sich um die Delegation in den genannten Vorstand handelte, habe eine Versammlung von Ver- 'tretern von 30 Gewerkschaften stattgefunden, und da hätten sich die Arbeiter, ehe sie der Einladung, Vertreter in den Vorstand zu senden, nachkamen, nnt den Gewerkschaften über diesen Schritt verständigt. und auch die Zustimmung der Mehrheit erhalten. Das sei auch seinerzeit im„Vorwärts" berichtet worden. Habe denn Pötzsch das nicht gelesen? Wisse er gar nichts davon?� Wie stehe es denn mit den gewerkschaftlichen Arbeitsnachweisen. Die Arbeiter hätten sich geirrt, wenn sie früher glaubten, der Arbeitsnachweis könne ein Kainpfmittel in ihren Händen werden. Nicht einmal die gut organisirten Metallarbeiter(Näth er: 90 pCt. der Former sind organisirt) konnten mit ihrem Arbeitsnachweis gegen den der Unter- nehmer aufkommen. Es sei nicht richtig, daß die Arbeiter im Vor- stand des Zentral-Arbeitsnachweises erklärt hätten, der paritätische Arbeitsnachweis sei die einzig berechtigte Form der Arbeits- vermittelung; sie hätten auch nicht gesagt, sie ständen voll und ganz auf dem Boden des Zentral- Arbeitsnachweises und würden ihre eigenen Nachweise zu Gunsten desselben auflösen. Der Bericht des„Vorwärts", in dem das gesagt wird,� gebe die Verhandlungen nicht genau wieder. Von dem gewerkschast- lichen Arbeitsnachweis der Metallarbeiter nehmen nur die kleinen Arbeitgeber ihre oft recht schlecht bezahlten Arbeitskräfte. Die großen Betriebe würden dagegen von dem Nachweis der Unternehmer ver- sorgt und zwar mit indifferenten Arbeitern, so daß den Organisirten die großen Betriebe und die guten Arbeitsstellen verschlossen bleiben. ES] sei ja bekannt, IvelcherTerrorismus durch den Arbeitsnachweis derMetall« Industriellen ausgeübt wird. Dem könne nur durch einen paritätischen Arbeitsnachweis entgegengewirkt werden. Um den Terrorismus der Unternehmer zu brechen, würden wir sogar die Hilfe des Teufels annehmen. Warum nicht auch die uns gebotene Hilfe der bürger- lichen Sozialreformer? Diese sind doch eher wie die Arbeiter im Stande, auf die Unternehmer Einfluß auszuüben. Die Be- schlüsse der Leipziger Konferenz sollten uns gerade bewegen. für paritätische Arbeitsnachweise einzutreten. Genosse Wurm hat ja im Reichstage bei Berathung des Antrages Rösicke ebenfalls gesagt: Wir begrüßen die Einrichtung paritätischer Arbeitsnachtveise mit Freuden. Also die Reichstags-Fraktion steht auch auf dem von den Arbeitervertretern im Vorstand eingenommenen Standpunkt. Wenn wir die Sache gehen lassen, wie sie geht, dann kommt es schließlich dahin, daß die Arbeiter gar keinen Einfluß auf die Arbeitsvermittelung haben. Gehen wir nicht mit hinein in die Verwaltung, dann machen die Unter- nehmer, was sie wollen, und es geht uns mit den Arbeitsnachweisen so, wie seinerzeit mit den Orts-sirankenkassen, wo wir es anfangs auch nicht der Mühe für Werth hielten, uns an der Verwaltung zu betheiligen, aber nachher zu der Ansicht kamen, daß es doch besser sei, wenn wir in diesen einmal bestehenden Institutionen die Interessen der Arbeiter nach Möglichkeit wahrnehmen. Wir Hahen keinen Grund, unsere Betheiligung an den paritätischen Arbeitsnachweisen abzulehnen. Ich weiß wohl, sdaß der Beschluß des Gewerkschaftskongresses von 1896 den, entgegen- steht, aber wir sind nicht die Ersten, welche diesen Beschluß gebrochen haben. Ich bin überzeugt, daß der in einigen Wochen zusammen- tretende Gewerkschaftskongreß einen anderen Standpunkt m dieser Frage einnehmen wird. Durch unsere Betheiligung am Zentral- Arbeitsnachweis wird den Arbeitern nichts genommen. Die einfluß- reichsten Gewerkschaften haben sich für unsere Betheiligung erklärt. (Thcilweise Zustimmung.) Fräulein B i e n führt aus, die Gewerkschaft der Buchdruckerei« Hilfsarbeiterinnen habe der Delegation in den Vorstand des Zentral- Arbeitsnachweises zugestimmt, allerdings unter der Voraussetzung, daß der gut florireude Nachweis dieser Gewerkschaft bestehen bleibe, da es mittels desselben gelungen sei, gute Lohn- und Arbeitsverhält- nisse aufrechtzuerhalten. Es sind noch mehrere Redner zu diesem Punkt eingezeichnet. Die Diskussion wird bis zur nächsten Bersammlung vertagt. Hierauf theilt Barbier Simon mit, daß seine Berufsgenosscn beabsichtigen, an ihre Prinzipale die Forderung der Einführung einer höchstens 14 stündigen Arbeitszeit, endend um 9 Uhr Abends, zu stellen. Die Durchführung dieser Forderung werde dadurch er« schwert, daß namentlich die Arbeiterkundsckast die Barbiergeschäfte in den Abendstunden in Anspruch nehme. Der Redner ersucht die Arbeiter, auf Abstellung dieses Ucbelstandes hinzuwirken, und be- antragte folgende Resolution, welche mit großer Mehrheit an- genommen wird: In Erwägung, daß die Arbeitszeit im Barbier- und Friseift- gewcrbe eine überaus lange, 1k— 16 stündige ist, da ferner die Agitation in diesem Beruf eine äußerst schwierigeist, verpflichten sich die Delegirten der Gewerkschaften, in ihren Benifen dahin zu wirken, daß die Forderung der Barbier- und Friseurgehilfen— 9 llhr- Ladenschluß— moralisch unterstützt wird. In dieser Versammlung fehlten die Delegirten der Dachdecker, Fliesenleger, Glaser, Händler, Xylographen, Zinkgießer, Kistenmacher, Maschinisten und Heizer, Rnbitzputzer, Sattler, Schristgießer.— Die Fortietzung der Versammlung ist auf nächsten Donnerstag fest- gesetzt. Die Sattler, Täschner, Rieiiier hielten am Donnerstag eine öffentliche. Versammlung ab. Sassen dach referirte über das neue Jnnuiigsgesetz, wobei er besonders die Rechte, welche das Gesetz den Gesellenausschüssen einräumt, erörterte. Da für das Sattlcrgewerbe am 1. April die Zwangsiunung in Kraft tritt, und für dieselbe ein Gescllenausschuß zu wählen ist, so empfahl der Redner den Arbeitnehmern, sich an den Wahlen zum Gesellenausschuß zu be- theiligen. Wenn auch durch das Jnnungswesen keine nennens- werthen Vortheile für das Handwerk zu erwarten seien, so müßten doch die Arbeitnehmer Vertreter ihrer Richtung in den Gesellen- Ausschuß senden, damit dieselben in der genannten Körperschaft die Interessen der Gesellen wahrnehmen. Die Diskussion war im Wesentlichen eine Kritik der Thätigkeit des Gesellenausschusses der bisher bestehenden Innung. Man machte demselben den Vorwurf, daß er den Arbeitnehmern niemals Rechen- schaff von seinem Thun gegeben habe. Dagegen machte ein an« wcsender Vertreter des Gesellenausschusses geltend, er sei von der Innung ernannt, da die Gesellen seinerzeit die Wahl eine« Aus- chusses abgelehnt haben. Man dürfe deshalb nicht erwarten, daß wr Ausschutz aus eigener Initiative den Arbeitnehmern Bericht er- tatte, man hätte ihn vielmehr dazu auffordern müssen, das sei aber nicht geschehen.— Die Kandidaten für den Gesellenausschuß der neuen Zwangsinmlng sollen von der Organisation aufgestellt werden. Rixdorf. Eine Volksversammlung, einberufen zu dem Zweck, die Kandidaten für die bevor st ehenden Stadtverordnete n- Wahlen aufzu st eilen, fand am Freitag unter äußerst zahlreicher Betheiligung im„Deutschen Wirthshaus" statt. Der riesige neue Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit einer allgemeinen Diskussion über»Sozial- " feine dentokratie und Kompromißparteien" wurden die Verhandlungen ein- unter Anderem aus: Herr Rahmig, einer der Haupthelden der Geistes Kinder die Herren vom Reformberein" feien, gehe geleitet. Bunächst nahm der Genosse oppe das Wort. Die Sozialbemo Mischmaschgruppen, habe sich über den Ton der Sozialdemokraten daraus hervor, daß sie den Orts und Amtsvorsteher Traten hätten keinen Grund, hinter verschlossenen Thüren zu verhandeln beklagt. Ihm sei zu erwidern, daß jeder so behandelt werden müsse, Bobbin an feinem Jubeltage angehimmelt, hinter seinem wie ihre Gegner im Orte. Jeder sei willkommen, wenn das Awie er es verdiene. Es gebe Leute, die eine milde Sprache nicht Rücken aber darüber verhandelt hätten, wie gemeinwohl in Frage stehe. So auch jetzt, wo es sich um die verständen.( Beifall.) Erst auf Anregung der sozialdemokratischen Wahl zum Bürgermeister verhindern könne. Wegen feines Zusammenfeßung des zukünftigen städtischen Parlaments handele. Vertreter feien gewisse Angelegenheiten genau fontrollirt Eintretens für die Schulbrausebäder erschien er ihnen als Hinsichtlich der Wahlen, vor allem der in der III. Abtheilung, könne worden, auch sei es ein Berdienst der sozialdemokratischen Revolutionär.( Heiterkeit und Beifall.) Nachdem noch Mits chan man trotz des elendesten aller Wahlsysteme frohen Muthes sein, Sritit, daß der Verwalter des Riefelgutes Waßmannsdorf den im Sinne der Vorredner gesprochen hatte, wurden die Kandidaten hätten doch die letzten Reichstagswahlen in Rigdorf ein geradezu Rigdorfer Staub von seinen Pantoffelit geschüttelt habe. Vom Grund aufgestellt.( Siehe unsere Rubrik: Aus den Vororten) toloſſales Mißverhältniß zwischen bürgerlichen und sozialdemokratischen befizerverein werde verlangt, die Gemeinde solle sparen. Jawohl, hoppe und Herrmann ermunterten die Versammelten, nicht Stimmen zu Gunsten der Sozialdemokratie ergeben. Die tonangebenden das solle fie, aber nicht wie ein Geiztragen, der sich nur am Wahltage, sondern auch schon vorher, hauptsächlich bei der Gegner in den für die Wahlen vereinigten Bürger-, Grundbesiger- alle Lebensmöglichkeiten verstopfe. Uebrigens hätte die Gemeinde Flugblattverbreitung auf dem Bosten zu sein; Ort und Beit würden und Reformbereinen stimmten ein groß Geschrei an: Nieder mit der große Summen gespart, wenn sie die Unmassen benöthigter Steine im Vorwärts" bekannt gegeben. Mit einem begeisternden Hoch auf Sozialdemokratie! Die sozialdemokratischen Gemeindeverordneten selbst gekauft und wenn sie die Wasseranlagen selbst errichtet hätte. die Sozialdemokratie schloß die imposante Versammlung. hätten sich eben die größte Mühe gegeben, das Wohl der Allgemein- Das Legtere wäre ja auch den Grundbefizern zu Gute ges Diejenigen Mitglieder des Wahlvereins VI, die bei dem bevor: heit zu vertreten und die Förderung von Einzelinteressen zu unter- tommen. Die Errichtung eines städtischen Gletrizitätswertes würde stehenden Stiftungsfest ein Amt als Festordner, Kontrolleur zc. übernehmen binden. Das sei der größte Schmerz der Gegner, daß man fie ebenfalls von erheblichen Nutzen sein. Dafür seien aber die Herren wollen, werden ersucht, am Mittwoch, den 8. März, Abends 8½ Uhr, zu verhindern wolle, die Kommune bei Submiffionen 2c. ihren Einzel- nicht zu haben, es gehörten darum neue Kräfte in die städtische Ver- einer Besprechung im Lokale Milbrodt's Festfäle, Müllerstr. 7, interessen nuzbar zu machen. Die Schäden des Submissionswefens gäben waltung. Ostermann: Bei Feststellung des Lehrerbesoldungs- su erscheinen. Der Borſtand. die Gegner übrigens selber zu, indem sie in einem ihrer Vereinchen planes in der Gemeindevertretung hätten die Freunde des Komdarüber klagten, daß einzelne Firmen zu viel berücksichtigt würden. promisses die Stellung der Lehrer als eine brillante hingestellt Man falle stets über das angebliche Phrasenthum der Sozial- und Beschlüsse durchgedrückt, die auf Wunsch der Regierung zu Gunsten demokratie her. Nun, die Thaten dieser Partei bewiesen, daß sie der Lehrer geändert werden mußten. Ebenso sei es mit dem Besoldungs stets bei der Hand ſei, wenn es gelte, den ermiten der Armen zu plan der Handarbeits- Lehrerinnen gewesen. Herr Justizrath Bürkner helfen. Die Grundbefizer sprächen die Befürchtung aus, sie würden werde, wenn er etwa juristischer Beirath des Bürgermeisters werden von einer sozialdemokratischen Mehrheit geschröpft werden. Dem wolle, auch noch einige bittere Pillen zu foften bekommen. Thomas fei entgegenzuhalten, daß die Sozialdemokraten Sozialdemokraten innerhalb tennzeichnete dann treffend die Anmaßung der vereinigten Haus der heutigen Gesellschaft mit eine gerechtere Vertheilung befizer, deren sogenannter Besiz vielfach nicht ihnen, sondern den der Lasten anstrebten. Treten wir mit aller Kraft in den Kampf, und Großkapitalisten gehöre. Jezt steigerten sie schon die Miethen, um der Sieg wird unser sein.( Lebhafter Beifall.) e gerau führte fich für alle Fälle gegen etwaige Mehrausgaben zu sichern. Weßl Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. Sonntag, den 5. März. Freie Boltsbühne. Friedrich Wilhelmstädt. Theater: In Behandlung. 4. Abtheilung ( braune Karten.) Anfang Nach: mittags 23 11hr. Lessing Theater. 2. Q6: theilung( blaue Starten). Erziehung zur Ehe. Liebesträume. mittags 23 11hr. Die Schiller Theater Urania Schiller- Theater ( Walluer Theater). Sonntag Nach m. 3 Uhr: Die Haubenlerche. Abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Montag 8 Uhr: Verbotene Früchte. Borher: Die Neuvermählten Dienstag 8 Uhr: Verbotene Früchte. Hierauf: Borher: Die Neuvermählten. Anfang Nach Opernhaus. Die verlaufte Brant. Luisen- Theater Vergißmeinnicht. Anfang 7 Uhr. Montag: Großes Konzert. Schauspielhaus. Das fünfte Rab. Anfang 7 Uhr. Montag: Liebe für Liebe. Nenes tgl. Opern Theater( Kroll). Madame Sans: Gêne. Anfang 7 Uhr. Nachum. 3 Uhr: Konzert des Bel grader Gefangvereins. Militärfromm. Tanzstunde. Deutsches. Die Jüdin von Toledo. Anfang 7 Uhr. Nachun. 2 Uhr: Die Weber. 34. Reichenbergerstraße 34. Volks- Vorstellung zu kleinen Preisen. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Kean ober: Genie und Leidenschaft. Bustspiel in 5 Atten frei nach dem Französischen des Alexandre Dumas ( Water) von Ludwig Barnay. Abends 8 Uhr: Der Hüttenbefizer. Schauspiel in 5 Aften von G. Ohnet. Montag: Montag: Cyrano von Bergerac. Der goldene Cylinder. Leifing. Cyprienne. Anfang 7% Uhr. Montag: Jm weißen Röß'l. Berliner, Daß Erbe. 7 Uhr. Anfang Nachut. 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. 0 Montag: Fauft( 1. Theil). Residenz. Der Schlafwagen Kontrolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 7 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Jugenb. A Montag: Der Schlafwagen Son trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Neues. Die Pflicht. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Straft. Montag: Die Pflicht. Metropol. Die fleinen Michu's. Hierauf: Die Engelsjäger. Anfang 7 Uhr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Schiller. Göz von Berlichingen. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Haubeulerche. Montag: Verbotene Früchte. Bor her: Die Neuvermählten. Weiten. Cavalleria rusticana. Der Hufar. Aufang 71 Uhr. Montag: 8ar und Zimmermann. Gentral. Die Puppe. Anf. 72 Uhr. Nachm. 3 1hr: Der Vogelhändlee. Montag: Die Puppe. Thalia. Schiddebold's Engel. Aufang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Luifen. Der Hüttenbefizer. fang 8 11hr. An ( Novität!) Central Theater Direktion: José Ferenczy. Nachmittags 3 Uhr zu halb. Preisen: Operette in 3 Atten von Karl Beller. Der Vogelhändler. Brief- Christel: Gorde Balde a. G. Abends 72 Uhr: 8um 58. Male: Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Aften und einem Vorspiel von Sturgeß und Ordonncau. Musit von Ed. Andran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Thalia- Theater. Tresdeuerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas Vorletzte Sonntags- Aufführung. Schiddebold's Engel. Bosse mit Gesang in 4 Aften von W. Mannstädt. Musik von demselben. Kouplets von Alfred Bender. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Apollo- Theater. Nachun. 3 Uhr: Rean, ober: Genie Das beste Programm und Leidenschaft. Montag: Der goldene Zylinder. Belle Alliance. Die Gräfin von Schwerin. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Napoleon. Montag: Die Gräfin von Schwerin. Estend. Der Brandstifter. Anfang 8 116r. Nachmi. 22 Uhr: Die Waise aus Lowood. Montag: Der Brandstifter. Friedrich Wilhelmstädtisches. S Fuhrmann Henschel. 8 Uhr. der Saison. Sidley Jülich Segommer Curtis u. Gordon Sato Anfang Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz. Studenten Trud chen. Anfang 8. Uhr. Nachm. 4 Uhr: Schlaraffenland. Montag: Studenten Trudchen. Apollo. Spezialitäten Vorstellung. Anfang 7 11hr. 4 M f. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg: lich geöffnet von 10 1hr Vor mittags ab. Eintritt 50 Abends 8 Uhr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Neichshallen. Anfang 7 Uhr. Stettiner Sänger. V Feen Palast. Spezialitäten Vorfiellung. Baffage Panoplifum. Speziali täten Vorstellung. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Freitag: Die kleinen Michu's. Operette in 3 Aften v. André Meffager. Hierauf: Die Engelsjäger. Tanzpoëm in 14 Bildern von H. Regel und J. Bayer. Joscarys Scheherazade Julians Serenadas etc. etc. etc. ete. Anfang 7%, Uhr. Vorverkauf tägl. im Theater u. beim ,, Künstlerdank", Unter den Linden 69. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Gr. Erfolg des neuen März- Programms. Um 8 Uhr: Berliner Waschermädel. Gesangs Burleste von Wilh. Geride. Fridolin Pieffe: Dir. Winkler. Neu! Vergissmeinnicht, Quart. Plötzlarella. Little Nanon. Alfredo Truppe. Helma Mihée. Ernst Sprecher. Gust. Schmidt. Ada und Victor. Helene Voss, Lebende Photographien. Anf. 72 Uhr. Entree 50 Bfg. Billet- Vorv. Vorm. v. 11-1 Uhr. Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Das Land der Fjorde. Im Hörsaal: Oberstleutnant Wensky_zum letzten Male: ,, Klondyke". Meine Reise ins neue Goldland. Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. Geöffnet bon 9 Uhr früh bis 10 1hr Abends. Von 62 Uhr ab: Théâtre variété. Um 8 Uhr: Die Palästinafahrt Sr. Maj. d. Kaisers in hundert 35 qm groß. Projektionsbildern 1. erläut. Vortrag. Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder. Neu! Dreyfus- Esterhazy. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Borletzte Woche! Sum 76. Male: Der Brandstifter Senfationelles Ausstattungsstück mit Gesang in 5 Aften von G. Ofonkowsky. Mufit von L. Fall. Anfang 8 1hr. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Ju Tunnel von 7 1hr an Frei Konzert. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachm.: Die Baise aus Lowood. Boranzeige! Sonnabend, 11. März: Auf vieles Berlengen zum Benefiz für Herrn Dill: Der deutsche Michel. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger ( Mehiel. Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Frauen- Emanzipation Burleste von Meyjet. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 Pf., Num. Balkon 75Pf., Balkonloge 1 Mk., OrchesterLoge 1,50 Mk., Fremden- Loge 2 Mk. Tagestasse von 11-1 Uhr. Jeden Freitag: Neues Programm. Gebrüder RichterTheater 57 Lothringer- Strasse 57. Novität! Novität! Vater und Sohn. Bolksstück mit Gesang in 4 Aften von Wilhelm Richter. Heinrich Muffig 23. Richter. Borher: .. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Täglich: Hoffmann's Quartettu. Humoristen Heute, Sonntag: Theaterskandal und Guten Morgen Herr Fischer. Montag: Theater- Skandal. Dienstag zum 1. Mal: Der Jubilar. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-81. Jeden Sonntag: Ball. Anfang 4 1hr. Jeden Mittwoch: Hippel's Stettiner Gesellschaft. Anfang 8 Uhr. Passe- partouts habent Giltigfeit. C. Peters. Alcazar Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Neu! Täglich: Neu! Alles was zum Bau gehört! Komische Bilder aus dem Berliner Boltsleben mit Gesang u. Tanz. Neu! Neu! Neu! Ada und Ottfried Relay, vorzügliches Gesangsduett. Vorher: Ein bengalischer Tiger. Lustspiel von Brisebarre. Anfang: Wochent. 7% Uhr. Entree 30 Bf. Sonntags 6 hr. an Som: u. Wochentagen Vorzugsbillets haben Giltigkeit. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater Vorstellung. Die Schule des Lebens. Schauspiel in 5 Aften von Dr. E. Raupach. fchaft Berlin.) Montag, den 6. März, Abend 81 Uhr, bei Schiller, RosenZentralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands.( Mitglieds thalerstraße 57: Vortrag des Herrn Törmer: Die neue ZivilprozeßOrdnung und die Zulassung der Rechtskonsulenten". Gäste willkommen. Berliner Arbeiter Verein. Montag, den 6. März, KommandantenStraße 20: Vortrag des Herrn Dr. Franz Oppenheimer über:„ Die Ent: stehung der tapitaliſtiſchen Wirthschaft". Freie Distuſſion. Gäſte willkommen. mann's Tofal, König- Chauffee 55, eine Versammlung der selbständigen Weißensee. Montag, den 6. März, Abends 9 Uhr, findet in Spec Barbiere, Friseure und Berrüdenmacher Weißensee's und umgegend statt. Tagesordnung: Die Innungsbestrebungen und die„ Freie Vereinigung"". Disfussion. Alle selbständigen Kollegen sind eingeladen. " Der Einberufer. Freie Volksbühne. IV. Abtheilung heute Nachmittag 23 Uhr im FriedrichWilhelmst. Theater: In Behandlung( mit Frau PraschGrevenberg). II. Abtheilung heute Nachm. 23 Uhr im Lessing- Theater: Die Erziehung zur Ehe. Komödie in 3 Akten von Otto Erich Hartleben. Hierauf: Liebesträume. Anmeldungen zur VI, Abtheilung werden in allen Zahlstellen entgegen genommen. Marken zum Märzfest à 50 Pf. in allen Zahlstellen nur an Mitglieder. Programm: Rezitationen, Doppelquartett, Gesänge u. Solis. Mitwirkende: Sänger: Herr Alexander Heinemann, Frl. Jeanne Golz. Violinsolist: Konzertmeister Kernchen. Harfe: Frau Koch- Amort. Cellosolist: Herr Treff. Die Festrede hat Genosse W. Liebknecht freundlichst übernommen. Billets zur Kunstausstellung im Salon Ribera( à 20 Pf.) für Sonntag, den 6. März, Mittags 12 Uhr. Vortrag über: Harro Magnussen und seine Kunst. Bis 3 Uhr geöffnet. Achtung! Im April arrangirte Opernaufführung Die Mitglieder, welche die vom Verein im Theater des Westens besuchen wollen, werden dringend ersucht, sich bis zum 30. März in ihrer Zahlstelle vormerken zu lassen. 228/19 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, 9. April, in Keller's Festsälen, Koppenstr.29: Vortrag des Herrn F. S. Archenhold ( Direktor der Treptow- Sternwarte): Ausflug in die Sternenwelten. Mit zahlreichen Licht- u. Drehbildern. Eröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Eintritt 20 Pf. Garderobe 10 Pf. Nach dem Vortrag: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Billets sind im Schullokal, Annenstrasse 16, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 4/10 Circus Renz- Riesen- Tunnel. Max Kliem's Direktion: J. M. Hütt. Täglich: Grosses Konzert unter Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner. Spezialitäten- Vorstellung uniter Regie des beliebten Humoristen Stets wechselndes Programm. Gustav Kluck. Wiener Volks- Theater Sommertheater und Festsäle Hafenhaibe 18-15. In den Sälen: Jeben Sonntag Grosser Ball. Gleichzeitig empfehle den geehrten Bereinen mein bedeutend vergrößertes Sommertheater zu Sommerfesten. Außerdem mache hiermit bekannt, daß ich zum 1. Oftober meinen neu zu erbauenden 3. Festsaal Hasenhaide 13 ( 1500 Personen faffend) eröffne. 10348*] Max Kliem. Eröffnet! Neu! Theater Bade- Anstalt. Norden Lortzingstr. 38. Oranienstr. 52( Moritzplatz). Bohtannin, Ruſſiſch- Römiſch, Dampf Eröffnung Mittwoch, den 8. März cr. Mähr's Theater J Oranien Straße 24. Täglich: Rezept gegen Schwiegermütter und ach ber Tanzkränzchen. Im wunderschönen Monat Mai. Vorstellung: CIRCUS BUSCH Nur noch kurze Zeit! Sonntag, den 5. März 1899: 2 gr. Vorstellungen Nachmittags 4 Uhr. Jeder Erwachsene hat ein Kind weitere unter 10 Jahren frei, Stinder unter 10 Jahren zahlen auf allen Blägen halbe Breise.) Amateur- Konkurrenz- Reiten. Auftreten der Reitkünstlerinnen Miss Lola und Miss Doris. Stlown Oskar Spezialitäten. Bons haben Giltigteit. Sonntage Anfang 6 Uhr. Avis! Am 14. März cr.: Benefiz für Klara Hayn, Urania Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag:[* Grosser Ball. taften mit Maffage und Badungen. Wannen, Sool, Fichtennadel, Kleies bäder 2c. Lieferant sämmtl. Krantens faffen. 10402* Kinderwagen, Kinderbettstellen, Puppen-, Kasten-, Leiter- und Sportwagen, Kindermöbel, Riesenlager Beftes Fabritat, billigste Preise. Kinderwagen von 8 bis 90 Mr. Schußvorrichtung Ideal" verhindert das Herausfallen der Kinder, Preis 3,50 M. Versand nach Außerhalb ab Fabrik. Musterbuch gratis. Theil: zahlung gestattet, Woche 1 Mark. Andreasstraße 53, " F. Bergmann, part.. 1. Etage, Aeltestes Geschäft Berlins. Auf. 4 Uhr. Siehe Anschlagfäulen. Zur Aussteuer! Empfehle mein Lokal zu Fest: lichkeiten und Bersammlungen. Louisenstädt. Klubhaus, Tour 16, Annenstr. 16, mit seinen dreffirten Thieren. Gigert empfiehlt feine Säle u. Vereins, Klown Daniels, der vorzügliche Frei- zimmer zu Festlichkeiten u. Ver. heitsdresseur. In beiden Vorstellungen: Polo à bicyclette und Sandor Trio. Auftreten der besten Klowns der Gesellschaft. Abends 7/2 Uhr: PERSIEN. In der Tanzstunde, Quadrille, ger. von 6 Damen und 6 Herren auf 12 Schulpferden. Dir. Busch mit Wie denken Sie darüber? feiner neuen Freiheitsbrefjur. Klowns Boffe in 1 Aft von Carl Bed. Anfang: Wochent. 8 Uhr, Sonnt. 7 Uhr. und Auguste der Gesellschaft. Morgen, Montag, den 6. März cr., Abends 7/2 Uhr: Persien. fammlungen. Frei: Balmsonntas 1. u. 3. Ofterfeiertag. Nach Ostern alle Tage frei mit Ausnahme Montag, Donnerstag und Freitag, wo die Arb.- Bildungsschule d. Saal benutzt. Johannisthal! Park- Restaurant! Jeden Sonntag: Gr. Ball. Tanz und Garderobe frei. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. 8wei Kegelbahnen, Vereine erhalten Extra- Preise. Bestellungen für Sommerver: gnügen nehme schon jetzt entgegen. Wwe. Elise Rau, früher Skalitzerstr. 126. 50 Grosse Betten 11,0 M. Kompleter Stand, enhaltend Oberbett, Unterbett 2 Kiffen 11. für 11,50, 13,50, 16,50, 19,50 Doppeltgereinigte Bettfedern und Daunen von 50 Pf. pro Pfund an bis zu den feinsten Qualitäten. Preisen! Bettstellen zu allen R.& S. Moses 4. 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Lifte 415 Maschinenfabrik F. A. Deichen 3,05. Lifte 416 5,35. Lifte 3663 13,90. Lifte 3665 10,05. Liste 3680, Siemens u. Halske, Char240,91. Breslau, von den Vertrauensleuten, 2. Rate 500,-. Braunschweig, Lifte 418 Tischleret Brandenburgstr. 75 8,75. Liste 419 4,40. Lifte 421 Tischlerei lottenburg, 2. Rate, Chiffre D. 8,70. Lifte 3683 10,40. Lifte 3701 4,20. durch den Vertrauensmann D. 2. Rate 500,- Bremerhaven, aus den Körner, Kreuzbergstr. 7 7,05. Liste 422 6,20. Lifte 424 11,40. Lifte 425 5,- Siste 3706 9,25. Lifte 3752, durch A. Knappe, Mastenball Berliner SparUnterweserorten Bremerhaven, Geeftemünde, Lehe, 3. Rate durch S. 300,-. Liste 426 5,50. Liste 427 4,30. Qifte 430 1,30. ifte 434 20,85. Lifte 440 3,30. und Bauverein 7,35. Lifte 3753 2,50. Liste 3754 9,50. Liste 3755 8,70. Wurzen, d. Maurer Herm. H. 25,- Genthin, Ortsv. d. Handschuhmacher 5,-. Lifte 444, Poch u. Sch. Neufeld 12,10. Liste 446 9,20 Lifte 455 4,90. Liste 3757 10,- Lifte 3758 8,50. Liste 3761 6,75. Lifte 3763 10,65. Liste 3773 Plauen i. V., von den gewerkschaftlich organisirten Arbeitern 50,-, von Lifte 458 5,45. Cifte 465, Arbeiter, Münchmeyer, Wrangelstr. 14 14,80. 6,30. Qifte 3784, Maler Petersburgerftr. 40,.. 2. Rate 5,85. Summa 604,95. den Parteigenossen der Neundorfer Vorstadt 4,-, von M. R. 2,-, Lifte 470, Schuhfabrit Rosenthal 1. Groß, Schöneberg 8,45. Jm 6. Berliner Reichstagswahlkreis( Schönhauser Vorstadt) auf Listen ge= Summa 56,-. Königsberg i. Pr., durch die Expedition der Volts: Liste 475 Kolbin 14,10. Liste 483 8,20. Liste 488 9,10. fammelt: Lifte 4004 10,30. Lifte 4009 7,50. Liste 4014 7,05. 2ifte 4017 9,50. tribüne" 160,15. 8widau, von einigen Bildhauern 2,25. Caternberg, sechs Liste 491, Arbeiter Angrit und Braß 21,60. Summa 661,25. Lifte 4018 8,15. Liste 4021, Tischlerei Kastanien Allee 77, 9,25. Lifte 4026 Barteigenoffen 7 Karlsruhe, durch den Vertrauensmann 1. Rate 100,- 3m 4. Berliner Reichstagswahlkreis( Süd- Ost) auf Listen gesammelt 1. Rate 9,70. Lifte 4027 17,25. Liste 4037," Gemüthlichkeit und Treue" 5,50. Elberfeld, durch die Expedition der Freien Presse" 120,-. München, durch 1000,- Darunter folgende Listen: Liste 1011 burch Wurl bei Sch. u. M. Lifte 4054 18,80. Lifte 4055 7,45. Lifte 4057 8,-. Liste 4065 die Expedition der Münchener Bost" 265,75. Mülsen St. Niclas 8,- Lifte 1013 von den Maurern Post: und Königstr. 7,80. Liste 1014 8,30. Lifte 4076 5,05. Lifte 4078 22,25. Lifte 4079 6,35. Liste 2,-. Hamburg, i. d. Exped. des„ Hamburger Echo" bis zum 25. Februar Bauarbeiter Pintschstr. 16 8,40. Lifte 1047 Schloß Cuvry 10,25. Lifte 1083 4081 8,45. Liste 4091, Tischlerei Otto u. Ko., Fransectiſtr. 6 16,10. Liste 4099 eingegangen 3320,91. Limmer, von den Parteigenoffen 50,-. Aschersleben, Färberet Mädler u. Donath 6,95. Lifte 1085 Pianofabrit von Schleifer und 14,-. Liste 4100, Schneidemühle Haberer 11,70. Lifte 4103 7,45. Lifte 4108 von den Parteigenossen durch R. Gr. 54,40. Werdau, Tuchfabrit Bäßler Menzel 13,- Liste 1121 Werkstatt Jakob, Mariannenplay 16,35. 6,55. Liſte 4109 7,35. Liste 4110 4,50. Lifte 4111 9,95. Lifte 4116 5,90. 30,25, amerit. Auktion 15,-, ein alter Parteigenoffe 5,-. Summa 50,25. Liste 1137 Schloffer bon Semmler und Bleiberg 17,-. Liste Lifte 4125, Piano- Mechanikfabrik von Köhler 12,55. Siste 4126, desgleichen Augsburg, sozialdemokr. V. 17,30. Rostock, durch die Expedition der 1202 5,-. Lifte 1203 14,70. Lifte 1216, gesammelt durch G. 18,25. Liste 4137 5,60. Liste 4141 5,30. Lifte 4146 9,85. Lifte 4162 17,95. Mecklenb. Voltsztg." 3. Rate 200,-. Rostoc, Tabakspinner 10,-. Beer 7,20. Liste 1217, desgleichen 6,30. Liste 1220, Tischlerei H. Hopp, Lifte 4174 4,10. Lifte 4175 5,85. Lifte 4183 16,60. Summe 348,40. Jn Golingen bunch bergische Arbeiterftimme". 1. State 16 12,45. Liste 1232, Küchenmöbelfabrik von Ballenbaum, ber Expedition des Vorwärts" vom 25. Februar bis 4. März eingegangen 30, Kiel, durch Waldemarstr. Bereits quittirt 37 657,77. die Expedition der Schlesw.- Holstein. Boltsztg.", 3. Rate 300.- 1239, Möbelfabrit Mauff, Naunynftr. 68, dar. 0,80 Uebersch. einer Depesche Rirdorf, Eisbeinessen Zorndorferstraße 3,90. Copenia, Gefangverein Heimathsflänge" durch P. F. 10,-. Forst t. L., arbeiter Görlizer durch die Expedition der Märkischen Voltsstimme" gesammelt 300,- Elisabeth- Ufer 10,80. burg, die Mitglieder des Verb. Deutscher Buchdrucker 100,- Regens: Admiral16 18,-Liste 1234, Neubau Suhr, Neueftr. 9 7,65, Lifte 2325,10. Summa 174 Gesammtſumme 55 089,2018 qu Oberweiler( Baden) von 13,45. Lifte 1240, Tischlerei von Rödel, Oranienftr. 187 8,10. Biste 1244, 3. F. B. B. 1,05. Gotha, durch das Boltsblatt" gefammelt, 140,- xifchlerei Tb. Beider, Dranienfit, 150, 2. Mate 10,20. Fife 1247, The, 2. Berliner Wahlkreis auf Liſten geſammelten Beträgen nicht Werkstatt 200, 5, Tischlerei In der Quittung in Nr. 49 des„ Vorwärts" muß es unter den im 11 Liste 1310, Tischlerei Rose, Schintestr. 8-9, 8,45. Savney, sondern Karney heißen. 1320 11,80. sellingbuſen, köhnte de Zigarrenfabrit 5. Bitterfelb, b. b. Bertrauens. Site 1333 76. e 1313,7 stigleret, Cinton 9.30. Ste 134, 2genter: ben a bie bis jetzt eingegangene engine, in. Beinblichen Beträgen, nach 1333 10,55. Da Summe, Verbindung mit in Schlef., Bahlstelle des Deutschen Holzarbeiterverb. 5,- Leipzig, bei verein" Proletariat" 11,50. Liste 1347, Werkstatt Stod, Beughofstr. 6-7 einer vom Dresdener Unterstützungskomitee gemachten Aufstellung, die Ges der Leipziger Volkszeitung" eingegangen, 1. Rate, 2000,-. Ham: 6,-. Liste 1350 Reise- Bazar G. 3. 6,60. Lifte 1353 8,65. burg, Zentralverband der Zimmerer und verwandten Berufsgenossen Liste 1429, Gummi Arbeiter Volpi u. Schlitter 3,-. = Lifte 1433, währung einer angemessenen Unterstügung an die ihrer Ernährer beraubten durch Römer, 2. State 800,-. Erfurt, Sammlung der„ Tribüne", 4. Rate Tischlerei d. Rasch 10,25. Liste 1522, Tischlerei Sauer Manteuffelstr. 81 11,- Familien während der Abwesenheit der dem Zuchthaus und Gefängniß bach i. V, 22. jáchi. Neichstags- Wahlkreis 50,-. Bauſa i. B., aus dem Sidon u. So, Stallschreiberstr. 18, 9,06. Lifte 1606 Tischlerei von Binger, und die noch ausstehenden Beträge Balbigft an uns einsenben zu wollen, 23. fächs. Reichstags- Wahlkreis 15,-. Nezschtau, im Tunnel gesammelt 2,- Görlizer- Ufer 25, 14,80. Lifte 1611 und 1612 Gießerei- Arbeiter der Firma damit in Kürze die Schlußquittung gegeben werden kann. Hamburg, W. Kl., Katharinenstraße, 10,-. Berlin: Arbeiterinnen v. Enes Georg Grauert, Stralau, 20,65. Liste 1746 Tischlerei von Lucat, Dieffen1,75. Amerit. Auktion bei Bubeil 24,-. Partetgenossen aus der Anilin bachstraße, 11,65. Sechster Berliner Reichstags- Wahlkreis( Rosenthaler Berlin SW., den 4. März 1899. fabrit 2,50. Eine Parteigenoffin-, 50. A. 2. 100,-. H. 50,-. Vorstadt und Gesundbrunnen) auf Liften gesammelt 447,05. S. M. 10. Im zweiten Berliner Wahlkreis auf Listen gesammelt: 3m 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Moabit) auf Listen gesammelt: 065 011 80 982010 Für ben Parteivorstand: A. Gerisch, Kazbachstraße 9. Spandauerstr. 26-30 -OS em MILL 14 et 1 sibi 08 009 009 11038x001 088X001 896X001 000 008X00 Königstrasse 11-14 08.8 бnsvic -sto2 ezu N.JSRAEL Tasaitieatews M BERLIN C. 96 D 18 So lion tim# 93962-632 140988610 * Ausstellung von Neuheiten: M oro, So, as-196 milodoo Gardinen und Vorhänge -sin20 es, 0925969211 Möbelstoffe Tapeten Teppiche Der illustrierte Sonder- Katalog wird kostenfrei versandt. Achtung! 22 2005.08108.00 01 ispeliovlied S xoshuis Der illustrierte Sonder- Katolog Eröffnung: Montag, den 6. März. efozilstein0 In 6 Monaten Elektromonteur! Elektra"( G. m. b. H.) 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Divandecken persisches Muster, zweiseitig, Grösse ca. 150 x 300 cm 9,25 M. Sofa- u. Reisekissen 60, 85 Pf., 1,25, 3 u. 5 M. Fusskissen Tapestry Brüssel oder 2 M. Dekorations- Châles 75 Pf., 1,25, 1,50, 3,75, 5, 8 M. Gobelins Kunstweberei Gr. ca. 45/65 für Wanddekor. 2,50 Imitation alter Originale " Mentor" und" Telemach" Gr. ca. 80/180 Gemalte Gobelins Amoretten" für Betthimmel 19 M. Konack- Teppiche ( Mechanisch gewebte Smyrna- Teppiche) Gr. ca. 90 X 180 200 X 300 267 X 335 cm 17,50 M. Linoleum- Teppiche Gr. ca. 150 X 200 200 X 250 200 x 300 cm 5,50 8,50 11 Mk. Bettvorleger ca. 65 x 136 cm 1,60 Mk. 6 10,50 22 Mk. Bettvorleger ca. 55 x 110 cm 2,25 Mk. neb 16,50 55 85 Mk. Bettvorleger ca. 65 x 130 cm 8,50 Mk. 96/ noM 12 7,50 12 15 Mk. Bettvorleger ca. 70 x 90 cm 1,40 Mk. Handgeknüpfte Smyrna- Teppiche. Effektvolle Farbenstellungen in Rokoko- Styl und Fantasie- Muster. Meter Grosse Auswahl. swoll Läuferstoffe 25, 50, 60, 90 Pf., 1,25, 1,50, 2,50 M. 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März 1899. wenn nicht 01 paar Tage ausfeßen. Sierauf erwiderte T.: Was, das fagst Du nämlich im Jahre 1887, als er zwei Waggons Holzkohlen aus Boziale Rechtspflege. mir, Du Schafszippel! Die Folge davon war, daß T. entlassen geladen, an demselben Fuß zu Schaden gekommen; damals sei Eine Lohnentschädigung für sieben Tage beanspruchte der wurde. Er verklagte B. beim Gewerbegericht auf Gewährung einer ihm ein Korb mit Inhalt auf den Fuß gefallen und habe ihn geSchaffner H. von der Badetfahrt- Gesellschaft, indem er vor dem Lohnentschädigung in Höhe von 54 M. Die Kammer IV unter dem puetscht. Er habe damals dem Unfall teine Bedeutung beigelegt Gewerbegericht geltend machte, er fei mit einer zehntägigen Vorsitz des Dr. Gerth wies ihn jedoch mit der Begründung ab, daß und gegen den Fiskus teinen Anspruch erhoben. Nunmehr aber Frist gekündigt, nach drei Tagen aber schon entlassen worden. Die in dem Ausdruck Schafszippel" eine grobe Beleidigung des Be verlange er von der Eisenbahn- Verwaltung eine Entschädigung. Das Beweiserhebung ergab, daß der Kläger allerdings mit der Maßgabe lagten zu finden sei, die die plötzliche Entlassung rechtfertige. Schiedsgericht wies den Arbeiter mit seinem Anspruch auf Rente aus gekündigt worden ist, er folle nach zehn Tagen die Stellung auf dem Unfall vom Jahre 1897 ab, weil ein ursächlicher Zusammenhang geben, daß er an sich jedoch nur auf eine dreitägige Kündigungsfrist 13. Juli 1897, als er auf einem Stangir- Bahnhof zwei mit Holz be- gewiesen sei. Schuhmacher ging bann an das Reichs- BersicherungsDer Eisenbahnarbeiter Heinrich Schuhmacher war am zwischen der Beschäftigung und der inneren Verlegung nicht nach Anspruch hatte. Der Beuge der beklagten Gesellschaft belundete, ladene Wagen vorwärts schob, von einem empfindlichen Schmerz in amt und er habe bei Ausstellung des Kündigungsscheines irrthümlich eine verlangte hier wie beim Schiedsgericht eine zehntägige Kündigungsfrist angenommen, sich dann aber sofort über die der rechten Kniescheibe befallen worden. Eine ärztliche Untersuchung, Entschädigung, aus dem Unfall vom Jahre welche Schuhmacher noch an demselben Tage vornehmen ließ, ergab 1897, 10 doch aus thatsächlichen Verhältnisse informirt und dem Kläger mitgetheilt, daß er eine innere Verlegung des Schienbeines in der Nähe der Kniescheibe. Das Reichs- Versicherungsamt erforderte zunächst ein ärztliches Gute bon dem früheren Unfall 1887. schon nach drei Tagen gehen müsse. Die Kammer VII des Gewerbegerichts Der Arbeiter nahm nummehr den Eisenbahn- Fiskus wegen des im achten, welches den Zusammenhang zwischen der Verlegung von 1897 wies den Kläger mit der Begründung ab, daß die vereinbarte dreitägige Kündigungsfrist maßgebend sei und nicht die Kündigung, der Betriebe erlittenen Unfalles in Anspruch und verlangte vom Fiskus und der gewöhnlichen Beschäftigung des Schuhmacher in Abrede eine Rente. Da Schuhmacher mit seinem Anspruch abgewiesen wurde, stellte. Demgemäß wurde Schuhmacher mit seinem Anspruch auf der betreffende Beamte irrthümlich eine zehntägige Frist zu Grunde wandte er sich an das Schiedsgericht. Es wurde ein Arzt zu dem Rente aus der Verlegung vom Jahre 1897 abgewiesen. Auch der gelegt habe. Bwede vernommen, ob die innere Verlegung des Schuhmacher eine Anspruch aus einer etwaigen Werlegung aus dem Jahre 1887 fönne Der Schafszippel". Der Böttcher T. gerieth mit dem Folge der von ihm ausgeübten Thätigkeit im Eisenbahndienst sein von Schuhmacher mit Recht nicht erhoben werden. Der Anspruch sei Böttchermeister B. wegen eines Affordes in Streit. T. sollte 22 M. tönne. Dies wurde von dem Arzte verneint. schon längst verjährt, da er nur innerhalb einer bestimmten Zeit nach erhalten, er wollte aber 27 M. haben. Schließlich sagte der Meister: Nunmehr trat Schuhmacher mit der Behauptung auf, daß die Erleidung des Unfalls geltend gemacht werden könne. Dies aber habe Wenn Du es nicht machen willst, wie ich will, dann mußt Du ein Verlegung aus einem früheren Unfall herrühren müsse. Er sei Schuhmacher damals verabsäumt. .pnewsius sit Vorläufige d Anzeige! ** un do 2909 enthisnis) puoi du 1.70 Den Bewohnern des Oftens hiermit zur gefälligen Anzeige, daß mein Kaufhaus Willy Leiser, 1000 1dBido gee Weidenweg, Ecke Baltenplatz, dtumistula codiciar anddicar mismund tim blizosie an dar putist laugher nahe der Petersburger Strasse( Pferdebahn von allen Richtungen) 2019 slagillid bli Tunst demnächst eröffnet wird. N ni saisi ogillid Janadiena 1935. Seory_nient stagione -awdo earls W dar choi Näheres über die Eröffnung siehe Inserat in den nächsten Tagen. 888.308,00 asmiesnieH I 108 Jounen satstheV Hochachtungsvoll da sondata balls on.H Uhren, Gold-, Silber- und Alfenide- Waaren Uhren mit 3jähr. Garantie. Engros. Détail. Billigste Bezugsquelle! Goldene Damenuhren von M. 16,00 an, von M. 9,00 an, do. Herrenuhren von M. 35,00 an, Silberne Amerikan. Wecker Do. bon M. 1,65 an, Regulateure, 14 Tg. gehend, mit Schlagwert, elegantes Nußbaum Gehäuse, 1 Mir. Tang, von M. 12,00 an. 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