i Einzelpreis 70 Heller. (Einschließlich 5 Heller Porto) 12. Jahrgang. Samstag, 16 April 1932 Nr 91. Zum I. I*lgi 1032. Inmitten- der größten Wirtschaftäkatastrophe, die die Geschichte kennt, rufen wir euch zur Feier des 1. Mai, zur Feier des Kampf- und Festtages der Arbeit auf. Eine fürchterliche Wirtschaftskrise erschüttert die Welt, eine Krise der Industrie und der Landwirtschaft. Zu Füßen der Trümmer der alten Burgen, der Denkmäler des ehemaligen Feudalismus, sehen wir.heutc stillgelegte, geschlossene Fabriken als Denkmäler des verfallenden modernen Kapitalismus. Die letzten drei bis vier Generationen der Menschheit haben Zeiten einer bewunderungswürdigen Entwicklung der Wissenschaft und der Technik durchlebt, deren Ergebnis zur Vervollkommnung des Produktionsprozesses verwendet wurden. Siegreich ist der Kapitalismus von Erfolg zu Erfolg geschritten, angetrieben von den Kräften der ungeheueren Revolution in Industrie, Landwirtschaft, Handel und Verkehr, im Verkehr zwischen den Nationen. Nach dem Weltkrieg hat sich das Tempo dieser Entwicklung noch beschleunigt. Aber das innere Bewegungsgesetz des Kapitalismus iührt immer wieder von der Konjunktur zur Krise. Auch»ach der letzten stürmischen Entwicklung hat sich die Krise eingestellt, eine umso wildere Krise, je größer der kapitalistische Fortschritt ivar. Der Sturnr, Wilcher Vie" Weltwirtschaft erfaßt hat, reißt die Behausüugen der armen Menschen ebenso nieder wie die Bankpaläste und /.Herrschaftssiedlungen. Der reiche Segen, der uns durch die moderne Zivilisation gebracht werden könnte, verwandelt sich in Verwüstung und Vernichtung. Anstatt des Jubels über den Erfolg menschlichen Geistes hören wir das Weinen hungernder Kinder, verzwtzijellcher Mültsr und den Notschrei- darbender Arbeiter. Heute ist die Erkenntnis schon allgemein, daß der moderne Kapitalismus abgewirtschaftet hat, weil er außerstande ist, sein« Funktion als wirtschaftlicher Führer der menschlichen Gesellschaft zu erssille». Heute sprechen auch schon die Gegner' des Sozialismus der Planwirtschaft in der Produktion das Wort, heute rufen auch schon Liberale, welche ehemals jeden Eingriff des Staates in die Produktion abgelehnt haben, nach Staatshilfe, und die ehemals stolze Bourgeoisie, die den Staat als ihren Diener angesehen hat, klopft heute an die Tore der Staatskassen und. ist gewillt, ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Staate gegen staatliche Sanierung einzutauschen. Genossen nnd Genossinnen! Arbeiterlugend! Das ist nicht unsere Krise, das ist ihre Krise, die Krise der anderen! Das ist die Krise der Vertreter der kapitalistischen Ordnung, der Gegner des Sozialismus! Das ist eine Krise, für. welche jene die Verantwortung tragen sollen, toelche die politischen Parteien geführt oder unterstützt haben, die auf dem Boden- des Privatkapitalismus stehen und den Kampf geführt haben gegen uns Sozialdemokraten, die gegen den Marxismus kämpfen, der vor acht Jahrzehnten schon ausgcdeckt hak, daß die kapitalistische Wirtschaftsordnung naturnotwendig begleitet wird von periodischen Krisen und daß sich einmal eine derartige Krise einstellcn wird, aus welcher es für die alte Welt des Kapitalismus keine Rettung geben wird. Wenn diese Krise der kapitalistischen Ordnung nicht begleitet iväre von einem so ungeheuren Leid der arbeitenden Menschen in Stadt nnd Land, könnten wir Sozialdemokraten aus ihr die Genugtuung ableitcn, daß unsere so oft verhöhnten, durch Verleumdung und Ignoranz bekämpften'Grundsätze sich bewahrheitet haben. Die heutige Wirtschaftskrise stellt außerordentlich schwere und strenge Ansprüche an. alle von ihr betroffenen Staaten. Aber trotzdem" wird der Weg zur gegenseitigen Hilfe, nicht beschritten, sehen wir, daß auch noch heute alle Versuche zur Herstellung eures inter- nationalen Einverneynren über die Abrüstung, über engeres lvirtschaftlick)es Zusammen- wirken der Nationen stocken und scheitern. Das Ansehen des Völkerbundes sinkt wegen seiner Unfähigkeit bei der. Ausgleichung der Konflikte zwischen den Staaten. Die Abrüstungskonferenz, die im Feber dieses Jahres durch so beachtenswerte Kundgebungen und Anträge eingeleitet wurde, ist über di« Anfaugsformalitäteu hinweg zu keiner Arbeit gekommen, die die Hoffnung auf. ein günstiges Ergebnis rechtfertigen würden. Von der Idee einer wirtschaftlichen Annäherung de4 europäischen Nationen sind wir heute-weiter entfernt, als an dem Tage, an dem diese Idee zum ersten Male ausgesprochen wurde. Die ganze Welt ist noch zerrüttet durch die Folgen des Weltkrieges und trotzdem ist ein-Einvernehmen über die Abrüstung nicht zu erzielen. Die Nationen sollen weiter stöhnen unter den militärischen Lasten, die heute um 70 Prozent höher such als vor dem Kriege; es sollen weiter 26 Millionen Soldaten im aktiven Dienst und in der Reserve gehalten werden und es sollen die Staaten, tvelche durch die gegenwärtige Krise verarmt sind und in den finanziellen Verpflichtungen, die aus dem Weltkriege entstanden sind, zu ertrinken drohen, weiter.200.Milliarden Kronen jährlich für Militärzwecke aufbringen! Die Diplomaten der kapitalistischen Regierungen, die Militärs, die Käpi- talisten d e r. R ü st u n g s i n d u st r i e und die Armeelieferanten wahren sich dagegen, daß sich die Nationen verbrüdern und daß die Regierungen den feierlich unterschriebenen Akt über den Völkerbund, nach welchem alle Konflikte zwischen den Staaten auf friedlichem Wege geregelt werden sollen, endlich zur Grundlage ihrer Politik machen und ebenso den gleich feierlich unterschriebenen Kellögg-Pakt, durch welchen der Krieg als Verbrechen abgelehnt wird und durch welchen sich die Staaten des Krieges als eines Mittels ihrer nationalen Politik entschlagen. Genossinnen und Genossen! Arbeiterjugend! ES wird keine Krisen, es wird keine Rüstungen, es wird kein« Feindschaft zwischen den Rationen geben, wenn der Kapitalismus überwunden sein wird! Wenn wir nach Beseitigung der Kriege rufen, müflen wir vor allem den Ruf nach Beseitigung des Kapitalismus erheben, denn so lange der Kapitalismus besteht, wird es Kriege geben. Wenn wir nach Beseitigung der Krise rufen, wüsten wir vor allem den Ruf nach Beseitigung des Kapitalismus erheben, denn so lange der Kapitalismus besteht, wird es Krisen geben, die seine ureigenste Krankheit dar stellen. Wollen wir den Kapitalismus beseitigen, dann müssen wir eine starke Sozialdemokratie in allen Staaten haben. Eine starke Sozialdemokratie and» in der Tschechoslowakei! Eine einheitliche Arbeiterbewegung mit dem Programm der Sozialdemokratie, erlttllt mit sozialistischer Erkenntnis, E Kampflust und gegenseitigem Vertrauen! —*•-'**• Seil mehr als vier Jahrzehnte» manifestieren wir am 1. Mai für den Weltfrieden find für die Verbrüderung der Nationen.-So wollen wir es auch im heurigen. Jahre halten. Wir, wollen nach. Genf, den Ruf nach einer erfolgreichen Arbeit-der Abrüftungs- könftzreüz senden, wir wollen unsere, brüderlichen Grütze den mit uns kämpfenden Arbeitern; den Mitgliedern der sozialistischen Arbeiter-Internationale senden. Wir rufen" auf züm Kampfe gegen die Militaristen bei uns in der Tschechoslowakei," gegen jene, welche den fortschrittlichen Reformen der Armee, der Herabsetzung des"Budgets des Ministeriums für Nationale Verteidigung, der Verkürzung der Militärdienstzeit, die unter unserem Drucke gerade im.gegenwärtigen Zeitpunkt-in den gesetzgebenden Körperschaften verhandelt wird, widerstreben!-, Wir werden sowohl den Widerstand der Militaristen gegen dies« Bestrebungen brechen, als auch den Widerstand der Aktienbesitzer unserer Wasfenfabriken und Armeelieferanten, welche ihre Erwerbsinteresseu mit patriotischen Phrasen verdecken und sie dnrch Verbreitung einer Kriegspsychose unterstützen. In diesem Zeichen feiern wir heuer den Arbciterfeiertag, den j. Mai! Durch eine große Teilnahme an den Maiveranstaltungen unserer Parteien werdet ihr auch euere Zn- stimmung mit dem Vorgehen der Sozialdemokratie auf unserem heimischen politischen Kampfplatz, auf dem Boden der republikanischen Demokratie aussprechen. Die Partei führt schwere Kämpfe mit den bürgerlichen Koalitionsparteien über,die Richtung der Staatspolitik, über ihren sozialen und Friedenscharakter, über die Gesetzwerdung der Vorlage über die B i e r z i g st n n d c n w o ch c, über die s o z i'a lpolitischcn'und Schutzgesetze für die Arbeiter, über die Erfüllung" der Verpflichtungen des Staates und der Industriellen gegenüber den Arbeitslosen, über den Schutz d e r- K l c i n l a n d- wirte und Häusler, die unter Zinsen-, Steuer- und Pachtlasten zusammenbrcchen, Um den Schutz der Kl e i ngewerbetr.eibe nden, über den Ausbau der Kontrolle"in den Banken und die Tätigkeit der Kartelle, um die Verminderung der Krise durch Investitionen im Staate und in' den Selbstverwaltungskörpern, um die Be- lastuug der Vermögenden und nicht des Volkskonsums durch neue Stenern, um Regulierung der Preispolitik für Gegenstände des menschlichen Bedarfes, um günstige Handelsverträge. Je mächtiger die Unterstützung der sozialdemokratischen Parteien durch die Bolksmassen sein wird, um so mehr und wirkungsvoller werden die Parteien durch ihre Vertreter in der Regierung und in den gesetzgebenden Körperschaften ihre Pflicht zu erfüllen vermögen! Sammelt euch anl 1. Mai unter unsere roten Fahnen! Schreitet Seite an Seite mit uns in den sozialdemokratischen Kundgebungen, manifestiert mit uns in Versammlungen für die Forderungen der Arbeiterklasse und für eine neue sozialistische Gesellschaft, die so lange vielen nur Utopie schien und die heute als einziger, wirklicher und endgültiger Ausweg aus der schiveren, mit kapitalistischen Methoden unlösbaren wirtschaftlichen Krise erkannt wird! So rufen wir euch zu: Vorwärts! Vorwärts, heran an die Fahnen der Sozialdemokratie in der Tschechoslowakischen Republik, heran an die Fahnen des internationalen Sozialismus! Vorwärts für die Befreiung der arbeitenden Klaffe, für den Anfban einer neuen Ordnung auf den Trümmern des kapitalistischen Systems! Es lebe der 1. Mal? Es lebe die Sozialdemokratie! Es lebe die Sozialistische Arbeiterinternationale? P r aK> am"12. April 1832.■ Dei ParteivorsM der deulsdien und der MgsMdsdien sozialdenoMsdieu Arbeiterpartei Seite 2 Stam«tag, 18. April 1932. Nr. 91 Verspräche des Verbandes der deutschen SeWverwattungskörper beim Fioanzminister Dr. Trapl. Ende Dezember 1931 hat der Verband de*r deutschen Selb st verwalt« ngs- körper dem Finanzministerium eine ! Denkschrift überreicht, in welcher die ungün- jstige finanzielle Lage der Geine«»«- - e n dargelegt, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und der durch sie bedingten Arbeitsloscn- ifürsorge auf die Gemeinden geschildert und Vor- lschläge hinsichtlich der Zuführung neuer Ein- ! nahmen an die Gemeinden erstattet werden. Am fl3. April 1932 sprach nun eine Abordnung des Verbandes beim Finauzminister Dr. Trapl vor , und ersuchte ibn um Aeußerung, ob und welche Pläne bezüglich der vorläufigen Hilfe für die Gemeinden bestehen. Der Finanzminister erklärte, daß er die Notwendigkeit einer Hilfe für die not- i leidenden Gemeinden anerkenne und verschiedene - Pläne in dieser Beziehung erwogen werden, über -die er sich aber derzeit begreiflicherweise nicht äußern könne. Insbesondere müsie getrachtet ■ werden, den notleidenden Gemeinden die finan- ! zielten Mittel für die Fortsetzung der produk- tivenArbeitslosenfürsorgezu sichern. ' Es sei hier ein schwieriges finanzielles Problem zu lösen, zumal auch der Staat von den finanziellen Auswirkungen der Wirtschaftskrise betroffen ist. Der Minister betonte, daß bei allen Schwierigkeiten der Lage kein Pessimismus am Platze wäre, die finanzielle Grundlage des Staates sei gesund, die Nationalbank sei trotz der an . sie gestellten erhöhten Forderungen in der gleichen ' günstigen Lage wie vor einem Jahre, so daß der \ Staat imstande ist, alle Schwierigkeiten mit eige- • nen Kräften zu überwinden. Notwendig sei vor : allem, das Vertrauen zu bewahren. Weiter teilte der Finanzminister mit, daß er Vorkehrungen : getroffen habe, die bei der S t e u e r v o r s ch r e i- bung und Einhebung festgestellten Män- gel zu beheben, wodurch nicht nur den^ Staate ; die Steuereingänge, sondern auch den' Selbst- vc rwaltungSverbänden die Zuschlagsgrundlage gesichert wird. Bezüglich der Aktivierung der ständigen Kommiffion für Selbstverwaltung er- , widerte der Finanzminister, über seinen Vorschlag ' sei beabsichtigt, eine KommissionfürBer- waltung im Innenministerium und eine ! F i na n zk o m m i ssi o n im Finanzministerium - einzusetzen. Diesen Kommissionen sollen neben anderen Fachleuten auch Vertreter der Selbstverwaltungsverbände zugezogen werden. Es wurden auch einige besondere Fragen, so die Frage der Bezahlung der Mietzinse und der Heilkosten für Erwerbslose erörtert. Ferner wurden dem Minister die Schlußnffern der vom Verbände angelegten.Statistik über die Arbeitslosenfürsorge der> Gemeinden und über die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinden über 10.000 Einwohnern zur Kenntnis gebracht. erfolgreiche Gemeindewahlen in Siidb'öhmen. Am vergangenen Sonntag fanden in einer Reihe südböhmischer Orte Gemeindewahlen statt» welche nachstehendes Resultat hatten: Wallachen, Bez. Hohenfurch: Deutsche Sozialdemokraten 341 Stimmen, 10'Mandate(1928: 9 Mandate), Kommunisten 46 Stimmen, 1 Mandat; Christliche Bauern, Häusler und Arbeiter 185 Stimmen, 5 Mandate (7); Christliche deutschnationalc Wirtschaft-Partei 283 Stimmen, 8 Mandate(7); Christi. Bauernbund 129 Stimmen, 4 Maitdate(0); Gewerbepartei 37 Stimmen, 1 Mandat(0). Teutsch-Bencschau, Bezirk Gratzen: Bon den 955 abgegebenen gültigen Stimmen evhielwn: Deutsche Sozialdemokraten 210 St., 5 M.(4); Deutsche Nationalsozialisten 120 St. 3 M.; Deutsche Rationalpartei 66 St. 2 M.(4); Deutsche Gewerbepartei 83 Stimmen, 2 M.(4); Deutsche Christlichsoziale 117 St. 3 M.(5); Bund der Landwirte 129 St., 3 M.(3), D. A.-W.-G. 39 St., 1 M.(nicht kand.), Unpolitische Wirtschaftspartei 62 St., 2 M.(0); Tschechen 134 St., 3 M.(4). Im Jahre 1928 traten Nationalpartei, Bund der Landwirt«, Chrrstlichsoziale.Volkspartei und Deutsche Gewerbepartei als„Deutsche Wahlgemeinschaft^ auf. BucherS, Bez. Kaplitz: Deutsche Sozialdemokraten 126 St. 5 M.(8), Kleinbauern und Häusler(sozialdemokratisch» 54 Stimmen, 2 M.(0); Bund der Landwirte 113 St., 4 M.(5); Hausbesitzer und Gewerbetreibende 70 St. 3 M. (5); tschechische Staat-angestellte 20 St. 1 M.(0). Infolge des Bevölkerungsrückgänge» waren diesmal in Buchers statt 18 nurmehr 13 Gemeindevertreter zu wählen. Unsere Partei ging diesmal mit 2 gekoppelten Listen in den Wahlkampf, u. zw. mit einer Partei- und einer Kleinbauernliste. Das Wahlergebnis brachte die bürgerliche Mehrheit zu Fall und es stehen jetzt 7 Deutschbürgerliche, 7 Sozialdemokraten gegenüber Rosenberg: Deutsche Sozialdemokraten 99 St,, 3 M.; Arbeiter-Wirtschastsver- einigung und Klcinhäuslrr 76 St., 2 M.; Christlichsoziale 110 St., 3 M.; Gewerbepartri und Bund der Laichwirte 72 St., 2 M.; Deutschnationale 120 St. 4 M.; Deutschdemokr. 31 St. 1 M. Zettwing, Bezirk Kaplitz: Deutsche Sozialdemokraten 63 St., 4 M.(bei den Parlamentswahlen 28 St.); Deutsche bürgerliche Wahlgemeinschaft 188 St., 10 M.(1929: 229 St.), Tschechische Wahlgomeinschaft 26 St., IM.— Wir hatten bisher in der Gemeindevertretung kein einziges Mandat; es wurden also bei der ersten Karchidatnr gleich vier Mandat« gewonnen. PetershttrA Bezirk Jechnitz: Deutsche Sozialdemokraten 62 St., 2 Mond.(5); Gewerbepartei 91 St., 3 M.(4); Christlichsoziale 97 St., 3 M.(4); Kommunisten 51 St., 1 M.; Nationalsozialisten 44 St., 1 M.; Arbeiter und .Häusler 47 St., 2 M.(0). Pröllas, Bezirk Podersam: Sozialdemokraten(deutsche und t s ch e ch i s ch e) 7H St., 5 M.(bei den Parlamentswahlen: 28 St.; 1928: 3 M.); Bund der Landwirte 64 St., 5 M.(4); Deutsch« Wahlgemeinschaft 36 St. 2 M.(0). Im Jahre 1928 hatten die Nationalsozialisten 4, die Tschechen 1 M. Dies« 5 M. gingen diesmal an die anderen Parteien verloren. Oemetabewafttett in GrnNch. Bei den am Sonntag stattgefundenen Wahlen erhielten: Deutsche Sozialdemokraten 531 St. und 7 M.(1928: 490 St., 8 M., davon 1 Restmandat; 1929: 558 St.); Kommunisten 240 St., 8 M.(248— 2— 239); Tschechisch« Sozial- demokraten 116 St., 1 M.(104— 1— 111); Deutschnationale 102 St., 1 M.(143—2— 191)p Deutsche Nationalsozialisten 260 St., 4 M.(173— 3—162); Bund der Landwirte 172 St7, 2 M. 150— 2— 209); Gewerbepartei 258 St., 4 M. ,227— 3— 284); Christlichsoziale 501 St., 7 M. (425— 7— 584). Mluiperrat. Prag, 15. April. In den Beratung««« der Wirtschaftsminister wurde heute erneut über den Notfonds verhandelt, ohne daß ein« Einigung erzielt worden tväre. Am Nachmittag tagte ein Ministerrat, der n. a. die Vorlage über die Regelung der Gebühren und der Versorgung der Längerdienenden annahm. Weiter« Regicrungs- «ittwürf«, die genehmigt wurden, betreffen u. a. eine Novelle zur Elektrifizierung des flachen Landes, für di« Heuer 35 Millionen zur Verfügung gestellt werden sollen, und die inner- staatliche Wirksamkeit internationaler Verträge betreffend di« Sozialversicherung. Die Besetzung der Stell« des Landespräsiden- ten von Böhmen soll vorläufig nicht erfolgen. Die umstrittene Umsatzsteuer. In den Verhandlungen über di« Umsatzsteuernovelle im Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses wurde heult lediglich die Generaldebatte eröffnet; Referent war der Nationalsozialist Dr. Patejdl. Da von allen Parteien Abänderungsanträge einge- bracht worden waren, über di« erst innerhalb der Koalition verhandelt werdet« muß, w««rde dir Debatte schließlich auf Montag vertagt. Der Budgetansschuß des Senates nahin die Bankenvorlagc nach längerer Debatte unverändert an. Der Außenhandel im Mürz. Di« Ziffern über den Außenhandel im März werden soeben veröffentlicht. Danach betrug die Ausfuhr in diesem Monat 675 Millionen K, die Einfuhr 597 Millionen, so daß die.Handelsbilanz mit 77 Millionen aktiv ist. Wie sehr die Wirtschaftskrise wütet, zeigt ein Bepgleich dieser Ziffern mit jenen des Außrtchandels im Marz 1930 und 1931. Es betrug die Ausstthr im März 1930 1484 Millionen, im März 193f 1083 Millionen und int März 1932 nur noch 675 Millionen, die Einfuhr in den genannten Zeiten 1348, 880 und 597 Millionen. Der einzige Lichtblick ist darin, daß. die Ausfuhr von Fertigwaren im März etwas höher liegt als«m Feber und Jänner. Sie betrug nämlich im Jänner 401, im Feber 312 und im März 493 Millionen. Dagegen sinkt noch immer die Rohstoffeinsuhr, die Ziffern betragen für Jänner 296, für Feber 863 und für März 241 Millionen. Die Aussichten für eine beffere WirtschastÄon- junktur find also noch immer sehr trübe. Gin Dementi. Prag, 15. April.(Amtlich.) Einige Blätter verbreiteten in ihren Nachrichten über die Demonstrationen im Vrüxer Gebiet auch das Gerücht, daß ein Soldat der assistierenden Kavallerie dem Befehl zum Säbelziehen nicht nachgekommen und deswegen von einem Gendarmerie- gagisten über den Kopf geschlagen worden sei. Di« Militärverwaltung stellt denigegenüber nach eingehender Untersuchung fest, daß alle diese Gerüchte über irgendeine Gehorsamsverweigerung vollständig erdichtet si««d. NeunnMteronlerenr noch im April? Unbestätigte italienisch« Meldungen. Rom, 15. April. In römischen politisch:«« Kreisen verlautet, daß am 24. April in Lugano ei««« neue„D o n a u k o n f e r e n z" Zusammentritt, an der außer den vier Großmächten die fünf Donaustaaten teilnehmen würden. Ob auch Bulgarien eingeladen würde, wie Jtaliei« wünschte, ist bisher nicht entschieden. Auf dieser Konferenz «Mrdc zunächst ein Borfchlag auf Bewilligung eines kurzfristigen Moratoriums für jene Staaten, die sich in schwieriger Finanzlage befinden, beraten werden. Erst auf Grund dieses Moratoriums würde an die Beratungen über einen allgemeineren Finanzplan geschritten werden. Knapp vor dieser Konferenz würde eine Bera- tung der Finanzexperten der Mächte, die an der Londoner Konferenz teilnahmen, stattfinden. Zu dieser Beratung würden auch Vertreter des Finanzkomitees des Völkerbundes zugezogen werden. * An den maßgebenden Stellen in Prag ist von einer derartigen Absicht nichts bekannt. iiiiiiiiiniuiinHiiiiinnnnininninniininiinniniinniiiitniiinnnninniinininnnnnnitiiiiiiiiiHiiii Der Berbandstag des Deutschen Mufikerverbandes in Teptttz. In den Togen vom 14. bis 13. April sand der achte ordentliche Verbandstag d«S deutschen Musiker« vevbandes mit d«m Sitze«n Teplitz«m Saale des Restaurants„Deumepark" in Teplitz-Schönau statt. Der Vorsitzen-«, Kollege Sinn, begrüßte außer -en Mitgliedern des Berdandsvorstandes und der Kontrolle d!« erschienenen 22 Delegierten mit 38 Stimmen, den Vertreter des österreichischen Musikerverbandes Fran; Sirovy und Kollegen Bergmann al» Vertreter des deutschen Gewcrfichafts- bundel, der Angestellten-Sektion und des Allgemeinen Angq'trlltenverdandes und«rössnet« damit orn Berbandstag. Sekretär Schwarz erstatt«!« den Bericht des BerbandsvorstandeS, und zwar über den geschäftlichen Teil und die Stellenvermittlung. In der Fortsetzung»er Verhandlungen am nächsten Tag nahm Sirovy(Wien) bas Wort über di« österreichischen Verhältnisse, insbesondere über di« Bestrebungen der österreichischen Musiker zum Autorenschutz bei mechanischer Wiedergabe der Konzertstücke für Schallplatte« und Tonfilm. Nach der Aussprache über die Bericht« referiert« der Schriftleiter D i t t r i ch über die deutsch« Musikerzeitung und Sekretär Schwarz über die Stellenlosen-Fürsorge, der BerbandSvor- siycndc Sinn über die Rechnungsabschlüsse. Dann ging der Berbandstag in die Beratung der eingebrachten Anträge der Ortsgruppen ein, von lvcllheii ein Teil mit Schluß des zweiten BerhandlüngLtages erledigt wurbrl Am dritten und letzten Tag« wurde di« Beratung über die noch vorliegenden Anträge fortgesetzt unbeendet. Für die Stellenlosen-Unterstützung bewilligte der Berbandstag eine Beitragserhöhung. Hierauf nahm der Berdands- «ag die Wahlen in den Derbandsvorsta««-, Kontrolle und Schiedsgericht vor. In den Borstand wurden durch einstimmig« Wieder-, teils Neuwahl acht Mitglieder mit Sinn als Vorsitzenden entsendet, drei Mitglieder in die Kontrolle, fünf in das Schiedsgericht. Mit der Festsetzung der Berbandsbriträge, Ein- I ritt«geb ich> und Genehmigung des Voranschlag«! wurde der Berbandstag mit Dankeöwortrn des Bor-: sitzenden geschlossen. 80 Jan llus/Der letzte Tag Ein aesdndMlldier Roman» Oskar Wöhrle (9etU(.Der««.» H,®n«t» e®.«.) ,Atzest« Oho, lieber ein Oweh! Merkt euch diesen Tag, ihr Holzöhrigen! Kerbt ihn ein, rhr Almungslosen! Heute, im vierzehnhundertfünf- zehnten Jahr nach seiner Geburt ward der Heiland von den Juden ein zweites Mal ans Kreuz geschlagen. Stur daß di» Juden von heute keine Jordanjuden sind, sondern weiße Juden: Prälaten, Bischöfe, Kardinale, Papstanwärter, Könige, Fürstei«, andre Ausüber der Macht, Zweckreiter, Rachestößel und ungetreue, verführte und ge- ka««fte Böhirwn!" „Hus ein Christus?" „Ja, Olmützcr Dolmetsch, Hus ein C h r i ft u s! Christus ist gekommen, un« das Gesetz zu ersüllen. Christus ist gestorben, um. die Juden zu erlösen. Ohne ihn wären sie ein schacherndes Nichts. Hus starb für die Böhnien. Sie, die Bielverleumdeten,)in x ehrlich gemacht und erlöst durch sein Blut, das er heute u«n sie vergesse« hat. Vergiß nicht, Olmützcr Dolmetsch, vergeßt es auch Ihr nicht, ihr Herren, der König, die Priester und die Pharisäer haben in Hus das gesainte böhimsche Bolt verdammt, sie lwben es heute im Feuer gekreuzigt und in« Wasser begraben. Aber cs wird aus seinem Grabe auferstehe«« und sie alle besiegen, die Pharisäer, die Priester und die Könige!" „Frommer Barer!" lallt eine weinschwere Stimme,„sauf deinen Hulpen leer, aber prophezei dich nicht unr den«en Hals!" „Mein Hals ist nicht so viel wert als dein hölzernes Bein, Schulzheiri! Ich danke Gott, ich 'hätte X en Mut zun« Sterb:«!" „Weg mit dein Tod von« Wein! Zum Sterben ist noch früh genug Zeit!" sag« das dürre Märulchen und knackt die Finger in den Gelenker«, so daß es knallt wie auseinanderspringeiche Scheiter im Feuer.„Ich wollt«, du hattest deinen HnS schreien Höven, dann würde dir seine Nachfolge vcrgangen sein!" Der Barfiißer kann seine Tränen nicht langer bergen. Dick rollen sie ihm über da- dicke, geplagt« Gesicht. „Das ist es ja eben", heult er lo-,„ich hab ihn gehört. Und nun sitzt er da in meinem Ohr, dieser Schrei, und läßt sich nicht därnmen. O was für ein Schurke ist doch der Mensch! O was für ein Schweinekuchen diese Welt!" Der Barfüßer sieht eigentlich lächerlich aus in seiner Weinkellerzerknirschung, wie er mitten unter den Tränen an seinem Humpen nippt und das Hambacher Blut«nit Augenwasser vermischt trinkt. Und doch wagt im Augenblick keiner von der Tafelrunde zu lachen, so lose ihnen sonst der Spott auf den Lippen sitzt und so treffbegierig sie für gewöhnlich dem Bettelpater ihre Bolzen auf hm Pelz schießen. Sie haben Ehrfurcht vor den« Finger, der ihn angefaßt hat und nun wunderlich in seiner Seele rührt. „Jawohl, Hus ein Christus!" fängt der Barfüßer hälbschluchzend wieder an, nachdem er sich die Tränen mit dem Kutkenärmel abgewischt hat. „Bei ihin hat alle» übereingestimiyt: Wort und Tat, Gesinnung und Handlung, Glaube und Leben. Aber wir Schweine Gottes spalten Sollen und Tun auseinander. Tas ist unsere und der heutigen Welt Krankheit. Wir wisieu wohl de«« Weg. aber»it gehen ihn nicht! Christus führen wir im Munde, den Teufel aber im Herzen, und, was das schlimmste ist, unser Herz ist die Tasche! Seit das Geld zur Kirche geht, predigt es auch auf der Kanzel. Und darum hat Hus sterben müffen, weil er das Geld aus der Kirche haben wollte, weil er die Obern offen der Simonie beschrie!" „Sehr richtig,.Klosterbruder!" sagte beiftim- ineird und händereibend das dürre Männlein.. „Dein Hus mußte sterbe««, weil er das Gift beim richtigen Na«nrn nannte!" Dies Wort des Dürren ist das Signal zu einem Sprudel von Meinungen. Soviel Gäste» soviel Ansichten. Es ist ein Geschrei wie bei einem Streit.. „Tie Pfaffheit, der er die Maske vom Gesicht riß, konnte ihn nicht anders widerlegen, als durch die Kunst des Henkers!" „Ja, seinem Feuer setzten sie das ihrig« entgegen, und das ihrige war stärker!" „Ach waS, er wollte die Menschen anders machen als sie sind, deswegen haben sie ihn abgeschafft!" ,J°ür deinen Hus, froinmer Vater, gab es nur Engel und nur Teufel. Das Zwischendickg, den Meirscheu, hatte er gänzlich vergessen. Darum haben sie's ihm beigebogen!" „Er hat zur Gewalt gebetet sein Gebet ist erhört worden!" „Er hat auf das gewaltigste Prinzip gespien, das die Welt kennt,) auf die Autorität der Kirche. Die Kirche hat das von ihm bestrittene Prinzip spielen lasten. Wo ist er nun, dein klei««er Widerstreiter?!" „Er hat die Kirche allzu sehr an ihren Zweck erinnert, Gemeinheit und Niedrigkeit aus der 2Helt zu schaffen. Er hat ihr das hundertinal in die Ohren gegellt. Nun hat sie den uubequenien Mahner als Ersten hinausgeschafft. Denn hätte sie nach seiner Forderung verfahren, hätte sic sich seiber aufgebeu rnüstcn!" u s mußte sterben, weil er recht hatte!", »Halt, Pater, hier haben«vir de«« Angelpunkt! Hus betonte sein Recht so sehr und so ausschließlich, daß es schließlich zu Unrecht wurde!" „Wieso, Herr?" fragt der Schneizenhöfer die graue Sammetjacke. „Ich trage nahe an die sieben zig Jahre aus dem Rücken, Herren! Un- das Wichtigste in meinem langen Leben ist die Erkenntnis, daß das Wissen um die Dinge und um die ZusamnliM- hänge irur für einreine gut ist, nicht für die Maste. Beim Einmam« kann das Segen sein, was beim Allernann nur Unfug stiftet. Die Gefäße, mit denen die Menschen Erkenntnisse auMnehinen pflogen, sind unterschiedlich, sehr unterschiedlich! Gießt einer seine Zweifchoppenkanne in lauter Schnapsbecher und schüttet er hastig, so verschütter er, wenn er nicht richtig dosiert. Darauf komntt es an, auf die richtige Dosierung! Hers konnte hundertnral recht haben, darauf kommt es nicht an! Dadurch, daß er in die Goffe stieg, dadurch, daß er sein Herz den Schustern und Schneidern und Wollkämmern ausschüttet«, dadurch also, daß er seine Perlen vor die Säue ivarf, wurde sein Recht offen zu Unrecht!" „Du bist wohl ein Geschlechter, Herr?" fragt der Schaffhauser stirnrunzelnd. „Gottlob, ja!" „Hm! Hm!" Der Eidgenofle sagt weiter nichts, als diesen doppelten Brummlaut. Aber der Blick, den er dem alten Augsburger Bischofskämmerer zuwirft, spricht um so deutlicher. Herr Erlo hat es lediglich feinen weihen Haaren zU danken, daß es ihn nicht auf der Stelle in eine zünftige Abreibung hineinwebt .„Uli!" ruft der Schneizerchöfer ablenkeird, „gieß dem frommen Vater noch etwas Oel auf die Lampe, bannt sein Geist wieder ausleuchte! Er ist uns sowieso noch einen Witz schuldig!" Pater Pirmin lächelt unter Tränen: ,Lta, schenk ihn ein, den Gottestrost! Ich hab eine Auffrischung bitterlich nötig!" „Für den Witz?"'. „Es ist kein Witz, den ich euch erzählen will, sondern sturer Emst. Als ich' heute vom Brühl kam, sprach mich bei der Mantlerinncn Hauen« altes Mütterchen an, das«mt bei der Bra««d- schau gewesen tvar. (Fortsetzung folgt.) Ser. 8! Samstag, 16. April 1832. „Kegelklub Hitler." Wie die Fortführung der TA. und 22. geplant trar. j Darmstadt, 15. April. In Hessen ist einer amtlichen Mitteilung der Regierung zufolge kom- pleites Material gefunden worden, ans dem hervorgeht, daß die Fortführung der TA.- und S2.- Abteilungen in illegaler Form als Gc- s augvereine, Kegelklubs und Box und 2portvereine bereits dis in kleinste durchorganifiert war. Spltel in den hiichlten Aemtern! Ferner wird i« der amtlichen Mitteilung ein Dokument aufgeföhrt, da« als außerorentlich aufschlußreich.ür die systematische Be- spitzelnng und für die Verleitung zum Verrat von Dienstgeheimnissen von hohen und höchsten Amtsstellen sowie der Polizei durch die TA.- und SS.-Funktionäre gelte» könne. Es ist ein Brief des ReichStagS- abgeordneten We»tzel, in dem er den TT.-Füh- rcrn den Wortlaut wichtiger Preußischer Polizei funk spräche, die nach einem nur wenige» Personen bekannten Geheimschlüssel gefunkt wurden, im Wortlaut übertragen mitteilt. • Zum Schluß wird in der amtlichen Mitteilung hervorgehoben, daß die meisten der bei den höheren Führern beschlagnahmten ledernen Aktentaschen eine scharf geladene Pistole enthielten. Hitlers Legalitatsertlärungen einer Farce. Breslau, 13. April. In einer Kundgebung der Eifernen Front führte der preußische Ministerpräsident Otto Braun gestern n. a. aus, nrit dem nationalsozialistischen Spuk müsse aufgeräumt werden. Die Konjunktnrpolitiker in Gerichts- und Amtsstuben, die sich jetzt schon auf das Dritte Reich einstellen zu müssen glaubten, verspekulierten sich. Das Verbot der SA. sei im Interesse der Staalsautorität notwendig gewesen. Man dürfe nicht das Reichsbanner, in dem sich die Republikaner zum Schutze des Staates zusammengeschlossen hätten, de» nationalsozialistischen Organisationen gleichstellen. Gegenüber den Tatsachen, die der Regierung bekannt geworden seien, feiert Hitlers Legalitätserllä- rungen eine Jarre. Wahlerfolg la Basel. Di« Sozialdemokraten gewinnen vier Mandat«— di« Kommunisten verlieren sechs. Die endgültigen Resultate der Großratswahlen in Basel, die Sonntag stattfanden, sind nunmehr bekannt. Die Sitze in dem 130 Mandate zählende» Rate verteilen sich wie folgt: Radikale 25(bisher 20), Liberale 17(19), Bürgerpartei 14 (16), Katholische Volkspartei 14(13). Die bürgerlichen Parteien waren untereinander Listenverbindungen eingcgaugen. Sie haben nun zusammen 70 Mandate inne(68). Tie Evangelische Bolkspartei erhielt 3 Mandate(wie bisher), die Sozialdemokraten 38(34) und die Kommunisten 19(25). Basel war der einzige Ort in der Schweiz, wo die Kommunisten noch«ine nennenswert« Vertretung hatten. Kreuger ein Altien'ülscher grötzteu Stils! Stockholm, 15. April. Die Blätter wollen aus sicherer Quelle wisien, daß man bei der Untersuchung des Kreuger-SchwindelS neue Iln- rcgelmäßigkcitcn aufgedcckt hat. Kreuger soll nämlich Hypotheken auf Grundstücke in Berlin doppelt beliehen haben. Es soll sich um 100 Millionen Schtveden-Kronen handeln. „Svenska Morgenbladet" will aus wohl- nnterrichteten Kreisen berichten können, daß die falschen italienischen Obligati- o n e n, die sich unter den Aktiven der Kreuger u. Toll Aktien-Gcsellschaft befinden sollen, wirklich existieren und daß der angenommene Betrag von 300 Millionen Kronen eher zu niedrig als zu hoch ist.„Tagens Ryhetcr" schätz» den Betrag auf fast 400 Millionen. Ungarn kann die kurzsristigen Schvloen nicht zahlen. Budapest, 15. April.(MTJ.) Bei de^Ein- reichuug des neuert Budgets erstattete Finanzminister Baron Koranyr ein Expos« über die finanzielle Lage des Landes, in welchem er unter anderem ausführte: Die gesamte Auslandsschuld Ungarns beträgt 4 Milliarden Pengö, davon sind 1478 Millionen kurzfristige Anleihen. Die Staatsschulden machen davon 1546 Millionen aus, wovon auf langfristige Kredite 1244, auf kurzfristige 302 Mil- lione» entfallen. Der Ziuseudienst Ungarns gegenüber den» Auslande beträgt jährlich 300 Millümen Pengö. Wenn mau bedenkt, daß die kurzfristigen Anleihen in der nächsten Zeit ablaufen werden, daun ist es offenbar, daß Ungarn diese- Schuld im Zeitpunkte ihrer Fälligkeit nicht wird bezahlen können. Eine Ausländsanleihe könne zurückgezahlt werden entweder aus neuen Anleihen, worauf«her gegenwärtig keine Aussicht besteht, oder au» Ueb-rschüsscu. Mit letztere»! könne aber Ungarn, dessen Handelsbilanzen i» der Zeitspanne von 1920 bis 1931«in Passivum von 1428 Willi»««« Pengö aufwcijen, nicht .rechnen. Verhandlungen im Arbeitcnminlslcrlum erfolgreich: Keine MussenKündigungen.— Arbeitsaufnahme Montag. Kommunisten unterstareiben nicht. Prag, 15. April.(Tsch. P.-B.) Gestern fanden im Ministerium für öffentlich« Arbeiten nach einer ganzen Reihe von Vorverhandlungen in einer Konferenz neuerlich Beratungen zwecks Vereinbarung einer Basis statt, welche für die beiden Streitparteien für die Beendigung des Streites im nordböhmischen Braunkohlenrevier annehmbar wäre. Die Beratungen dauerte« b i s 2 Uhr nachts und endete» mit einer Vereinbarung, welche unterfertigt wurde von der U ni o n der Bergarbeiter, vom Svaz hornitü, von der Jednota hornikü a nnrodni sdrnLeni, ferner von Vertretern der Gewerk« und jenen des Bergarbeitrrrevierrates in Brüx. Die Vertreter des kommunistische» Jndustrieverbandes haben das Abkommen nicht unterfertigt. Das Abkommen hat folgenden Wortlaut: Protokoll, ausgenommen am 15. April 1932 im Ministerium ür öffentliche Arbeiten in Gegenwart der Gefertigten. Gegenstand des Protokolles bildet die Festsetzung der Bedingungen, unter welchen der Streik im Nordwestböhmischen Braunkohlenrevier beendet wird. Die koalierten Bergarbeiterverbände und die Jednota hornikü haben dem Ministerium für öffentliche Arbeiten mehrere Forderungen überreicht, welche die Grundlage bei den Verhandlungen zwischen den Unternehmer- und Arbeiterorganisationen bildeten. Auf Grund dieser Forderungen wurde nachstehende Vereinbarung getroffen: 1. Die Einstellung des Humboldt II- Schachles in Rieder-Georgenthal wird bis Ende 1932 verschoben; 2. Neuaufnahme« von Berg-, bzw. Baggerarbeitern auf den nordwest- bShmischen Brairnkohlengrnben und Baggerbetrieben werden anher in ganz besonderen, durch die Bedürfnisse des Betriebes begründeten Einzelfällen grundsätzlich nicht vorgenomman. Tollte aus betricbstechnischen Gründen die Aufnahme einer gröhere« Anzahl von Arbeiter» auf einem Betriebe erforderlich fei«, so sind zunächst die arbeitslose« Berg-, bzw. Baggerarbeiter des Reviers einzustellen; 3. Die Anzahl der Arbeiter wird durch natürlichen Abgang herabgesetzt: Todesfall, Provifioniernng, freiwilliger Abgang«nd Einzel künvignng. Die Einzelkündignngen dürfe« nicht so vorgenommen werde«, dah die Grundsätze der Bestimmungen dieses Punktes umgangen oder verletzt werden. Bis Ende 1932 darf ein Abbau des Mannfchaftsstandes in gröhere«» Umfange nur dann stattfinde«, wenn infolge ungünstiger Abfatzverhältniffe die Schächte der gleichen Marke bei einer Unternehmung nicht mehr imstande stnd, drei Tage wöchentlich voll zu fördern. In diesem Falle hat rechtzeitig die Anzeige an die Bergbehörde z« erfolgen; 4. Für rein bergmännische Arbeiten solle»» Subuntcrnchmcr, das stnd Gewerbetreibende, im allgemeinen nicht verwendet werden. Wen« ausnahmsweise z. B. für Depotarbeiten Arbeiter eines SubunternehMers beschäftigt werde«, so sollen dieselbe« i n der Br«verlade versichert * »verden und für ste die Bestin»mungen des 8ohnübereinkom»ue«s für das nord- westböhmifche B rauukohlenrcvier gelten. Baggerarbeiten, Baute«, Montierungen, Erdarbeiten und Arbeiten, die mit den» Bergbaubetriebe nur mittelbar zusammenhänge», fallen nicht unter diese Bestimmung; 5. Ueberstunden und Uebersch i ch t e n find bei produktiven Bergbau arbeite»» zu unterlassen und im übrigen auf das notwe»rdigste Matz zu beschränken; 6. Die notwendigen Reparatnrfchich- te» an fördersreien Tage« stnd ans die Arbeiter der einzelnen Kategorie« gleichmätzig aufzuteilen; 7. Das Huntevorlade« an förderfreien Tagen hat, Fälle vor» Gefahr und dringender Notwendigkeit ausgenommen, nicht stattzufinden. Dies« Bereinbarung tritt nach Zustimmung der Revierkonferenzen der unterzeichneten Bergarbeiterorganisationen und des Revierrates für die Revierbergamtsbezirke Brüx—Teplitz—Komo- tau einerseits und der Vollversammlung des Vereines für bergbaulich« Interessen im uord- westlichen Böhmen sowie der Gruppe I. der Bergbaugenossenschaft andererseits in Kraft, wenn am 18., bzw. 19. April 1932 auf der Mehrzahl der Schächte die Arbeit Wieder ausgenommen worden ist. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten erklärt zum Punkt 7., daß es den zuständige« Revierbergämtern entsprechende Weisungen bezüglich strenger Beurteil«»»- der Moment« der Gefahr und dtr dringenden Notwendigkeit erteilen wird. Hinfichtlich der Forderung der koa- lieirtcn Bergarbeiterverbände und der Jednola hornikü, dah bezüglich der Staatsbahnlieferunge« f ü r das Jahr 1932, bei welche»» die Braunkohle schwer be»rachteilig1 wurde, der statu« quo ante wieder hergestellt werde und dah die verkürzten Lieferungen für Brann- u»»d Steinkohle auf alle Reviere und alle Schächte gleich,nähig verteilt werde«, erklärt das Ministerium für öffentliche Arbeite«, dah es beim Eifenbahnnrinisterium einschreite»» wird. Sah dieser Forderung, die es als berechtigt anfieht, entsprochen wird. Vorstehendes Uebereinkommen gilt bis 31. Dezember 1932, falls«S nicht vor Ablauf dieser Frist verlängert wird. Geschlofien«nd gefertigt, mit dem Bemerke«, daß die Bergbauunteruehmer jene Arbeiter, welch« ans begründete« Ursachen erst verspätet in die Arbett eintrete« könne«, bis einschließlich 20. April zur Arbeit aufge«omme« werden. Unterschriften: Für de« Verein für bergbauliche Interessen: Locker, m. p., Baumgartner, m. p., 8 a l l e r, m. p., 2 e e b o h m m. p., Pospifchil, m. p. Union der Bergarbeiter: Pohl, m. p., Jarolim, m. p. Für den Svaz hornikü: B u d i l, m. p., S o n c 11, m. p. Für di« Jednota hornikü: Lanc, m. p.. Rach, m. p. Ministerialrat: Dr. Karel Kurz, m. P. * Streiklage unverändert. Brüx, 15. April.(OPV.) Die Lage im gesäurten Streikgebiet ist nach wie vor unverändert. In der Stadt Brüx wurden heute tveitere neun Personen verhaftet, darunter auch di« kommum- stische Stadträtin Vieth. Die Verhafteten werden beschuldigt, an den Mißhandlungen M Oberkommissärs Dr. Mündel und an dem Steinbombardement gegen die Gendarmerie teilgenorn- men zu haben. Für das morgige Begräbnis der beiden Opfer der Zusammenstöße, das vom kommunistischen Vereinshaus„Urrser Heim" aus stattfindet, haben die Behörden umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen, da in den Ortschaften um Brüx eine rege Agitation zwecks erhöhter Beteiligung an dem Begräbnis durchgeführt wird. Im Komotau wurden heute tveitere Per. sonen verhaftet, die unter dem Verdachte stehen, auf die Gendarmerie und Polizei geschossen zu haben. Im Revier fanden heute kleinere Informa- tionsversammlnngen statt. * Rene Stteikmelle in vstrnn. 4000 Streikende bei der gestrige« Nachmittagschicht. Mähr.-Ostrau, 15. April. Der Bergarbeiterstreik im Mähr.-Ostrauer Revier hat sich heute früh beträchtlich ertoeitert. Bon den 36 Gruben des Reviers sind 14 durch den Streik teilweise betroffen. , Gestern früh streikte», 1000, nachmittag ebenfalls 1000 Arbeiter. Bon 7120 Bergarbeitern der heutigen Frühschicht streikte« auf 14 Schächten 3020 Bergarbeiter, während 41Ö0 arbeiteten. Im Revier herrscht Ruhe. Die Kommunisten agitieren jetzt in der Weife, daß sie von Mann zu Mann gehen. So I * z. B. hatten sich auf der Grube„Eugen" in Peterswald heut« früh sämtliche Belegschaften zur Arbeit eingefunden, verließen aber den Schacht wieder massenweise auf Grund der kommunistischen Agitation. Heute früh erschien im Borhofe der Grube »Ignaz" der kommunistische Abgeordnete Novotny und agitierte dort für den Streik. Er Nmrde auf dst Wachstube geführt«nd von dort nach seiner Sicherstellung«massen. Die Mannschaft ist eingefahren. Am Nachmittag breitete sich der Streik zum Teil auch auf die beiden staatlichen Gruben aus, obwohl sich die>vager Vereinbarungen auf die staatlichen Gruben überhaupt nicht beziehen. Insgesamt streikten bei der Nachmittagsschicht cm' 16 Gruben von insgesamt 5651 Arbeitern 3987. ÄSJSF Art>citcr-Turn- und Sportbewegung. Schulungswoche für junge Funktionäre im ATUS. In der neuen Jugendherberge Ohlisch bek ^hchen an der Elbe wird in per Zeit vom 1. bis 7. August d I. eine Ferienwoche für jüngere Funk- llvnare abgehalten. Dieser siebentägige Aufenthalt so» der Erholung bei guter Kost und in frischer Luft dienen, aber auch zur sportlichen Ausbildung eurer Vertiefung der Kenntnisse, die für ein« erfolgreiche Organifationsarbeit notwendig sind, bei» trage». Jeden Tag ist eine Morgenstunde der Gymnastik gewidmet, woran sich ein Vortrag mit Diskussion anschließen wird. Nachmittags»verden zw«- bis dreistündige Wanderungen stattfinden, cwends sollen zwanglose Diskussionen den Tag be- schließen. Folgende Vorträge sind von Montag bis Samstag vorgesehen: ,B»n der Schulbank ins Loben',„Was soll der junge Mensch ülher seinen Körper wissen?",„Warum sind wir arm?",„Grund- ragen des politischen Lebens der Gegenwart",„Proletarische Lebenszeitaltung", ,Mas will die Turner, jugend?". Am Samstag abends soll eine öffentliche Aufführung bei einem in der Nähe liegenden Arbeiterturnverein ausgeführt von den Teilnehmern der SchnlungSwochc stattfinden. Die^vanglosen Abendaussprachen werden ergänzt durch Heimspiel«, Zettelkasten und praktische Versuche der Ausgestaltung bon Heimabenden. Die Teilnehmerzahl soll auf 30 beschränkt bleiben. Anmeldungen für die Teilnahme(eventuell auch unverbindliche Vormeldungen) ind. an den Arbeiter-Turn» und Sporlvcoband, Aussig, Bcchnhofsplatz 1, zu richten. Der Beitrag ür die ganze Woche(volle Verpflegung und Ueber- nachiung) beträgt K 100—, soweit Delegierte von Vereinen, Bezirken und Kreisen in Frage kommen K 76.—. Das Wasserballspiel in Deutschland. Nach den neuesten statistischen Erhebungen piele« im Arbeiter-Turn- und Sportbund Deutschlands insgesamt 1084 Mannschaften Wasserball. Sie verteilen sich auf: 184 Kinderwafserballmannschaften, 30 Frauenwasserballmannschaften, 200 Jugendwasser, ballinannischaften, 142 MänneE-Mannschaften, 383 MänneE-Mannschaften und 06 Pushballmann- chaften(Frauen). Die Zahl der gemeldeten Wasserballfpiele belief ich für das Jahr 1931 auf 563«, davon find 98 Meisterschasts-, 806 Serien- und 4740 Freundschaftsspiel«. DaS ergibt einen starken Spielbetrieb der Schwimmer, bei den» zu bedenken ist, daß ein sehr großer Teil der Schwiinmvereine ihren UebungS- und Spielbetrieb nur im Sommer durchführen kann. Sorgenlinder des Völkerbundes. Oesterreich, Ungar«, Bulgarien, Griechenland. Gens, 15. April. Der Völkerbundrat beschäftigte sich heute vormittag mit den Feststel- lungen des Berichtes des Finanzkomitees über die besonderen finanziellen Verhältnisse Oesterreichs, Ungarns, Bulgariens und Griechenlands. Der Berichterstatter, der norwegische Außenminister Braatland, unterstrich die Notwendigkeit einer raschen Regelung der Kreditbeschaffung und schlug vor, daß der Völkerbundrat die Ausführungen des Finanzkomitees über die in Oesterreich zu treffenden inneren Maßnahmen zur Besserung der finanziellen Lage zur Kenntnis nehmen und die Hoffnung aussprechen solle, daß in Oesterreich alle Anstrengungen uitternommen werden, um das Budgetgleichgewicht zu erhalten und zu einer wirksamen Lösung der gegenwärtigen Bankprobleme zu gelangen. Dee Völkerbund nahm dann den Bericht des Finanzkomitees über Ungarn an und stinnnte dem Finanzkomitee zu, daß m» Augenblick konkrete Vorschläge für die Lösung der Schwierigkeiten, die Ungarn mit seinen Auslandsgläubigern hat, nicht gemacht werden können. Der Transfer der bulgarischen Auslandsschuld wird für ein halbes Jahr um die Hälfte ermäßigt. Die Reparationszahlungen werden vorläufig ausgesetzt. Hierauf wurde nach einer Rede Vevizelos eine Entschließung angenominen, in der der Böl- kerbundrat hinsichtlich der angekündigteu Einstellung der Kuponzahlung die griechische Regierung auf den Weg von Verhandlungen mit den An- lerhemhabern verweist, sich jedoch mit der vorläufigen Einstellung des TilgungsdienfteS in Höhe von 300 Millionen Dvachmen rinder- standen erklärt. Griechenland hat nut heutigem Tage bereits den Amortisierungsdienst der T»tr«s aller griechische» Anleihen für die Dauer von fünf Jahren eingestellt. Die Knpons dieser Titres werde« ab 1. Rai gleichfalls solana« nicht bezahlt werden, bis Griechenland d«e vom Finanzausschuß des Völkerbundes empfohlene finanzielle Hilf« gewährt werden wird. Seile 4 Samstag, 16. April 1932. Nr. 91 ■>ö-ercc> T agesneuigkeiten Kommunistisches Tagblatt vom Großindustriellen Kreuzer finanziert! s Goethe borg, 15. April. Ter Vor- i sitzende der schwedischen sozial- A de m akratischen Partei P. A.Hansson, i teilt heute in seinem Blatt„Ny Tid" mit, das; k Kreuger die in Stockholm erscheinende kommu- c«istisch-gerichtete aber nicht mehr moskautreue !■ Zeitung„Kolke st D a g b l a d" mit 135.090 i'. Kronen unterstützt habe. Die Transaktionen sollen i Mitte 1930 angesangen haben. — Riesige Effektenschiebungen in JerüWand. Düsseldorf, 15. April. Tie Deviseubewirt- fchafiungsstelle Düsseldorf ist erheblichen Esfekten- schievuflgett auf die Spur gekommen. Hochwertige deutsche Wertpapiere im Betrage von ruehre- r e n M i l l i o» e n P e i ch s m a r k sind in letzter Zeit aus dem/Ausland nach Deutschland gebracht und an kleine Bankfirmen dss Rheinlandes von Strohmännern veräußert worden, so daß der Erlös, dessen Höhe noch nicht frststeht, 4ns Aus.land gelangt ist. Ein sogenannter B a n k e n v e r t rc t e r und"einer seiner Stroh- nlänuer würden v e r ha f t e t. Mr Vermögen ist beschlagnahmt tvordeu. Die Ermittlungen erstrecken sich über Las ganze Reich bis nach Berlin. Der Wiener Frauenmord. Selbstmord der Schwester der Ermordeten. Wien, 15. April. Heute nachts hat die Schwester der Chauffeur-Witwe Marie Walter, die 35jährige Anna Magerl, in der Wohnung ihrer Eltern mit Leuchtgas Selbstmord begangen.'Tie Magerl wurde gestern im Sicherheitsbüro über die Umstände des Ver- ,schwindens ihrer Schwester Marie cinvernominen !und nach Beendigung des Verhörs wieder auf E freien Fuß gesetzt, Anna Magerl hinterließ einen 'Brief', m dem fie- den. in der Angelegenheit verhafteten Hilfsarbeiter Franz Gruber an denr .-Tobe ihrer Schwester als schuldlos hinstellt. IFranz Gruber hat gestanden, daß er die M a r i e 'Walter tot im?Vette aufgefunden Habe.> Dann sei di« Schwester der Walter, die .'Anna Magerl dazugekvmmen. Er habe den Vorschlag gemacht,, ü m kfr i n e Schere r e i« n z u ! hab en, die Leiche z« zerstückeln. Die Magerl \ sei dann weggegangen und in ihrer Abwesenheit . habe er hie Walter zerstückelt und die Knoche n nt i t einer Säge zersägt. Die Fleischstücke habe er in den Kanal geworfen. Das bisherige ^Geständnis des Franz Gruber ist dadurch;u- : itgndegekommen, daß die Schriftzüge des Ab- ,schiedsbriefes, den die Geliebte des Gruber, Anna Mager!, hinterlassen hat, eine ungemein große Aehnlichkeit mit jenen^Schriftzügen aufweisen, die das angebliche Schreiben der verschwundenen Marie Walter zeigt. Außerdem wurden a,wh die gleichen orthographischen Fehler wie in jenem Schreiben, festgestellt. Dadurch lvar erst der eigentliche Anhaltspunkt dafür gegeben, daß ein Zusammenhang zwischen dem Verschwinden der Ermordeten und ihrer Schwester bestehen müsse.,,. Flieger-Katastrophen Loudon, 15: April. Wie aus Soerabaja (Java) gemeldet wird, stürzte dort ein Dornier f l u g b o o t ins Meer und ging unter. Dr,ei Unteroffiziere, die Pch an Bord befanden, werden v e r m i ß t. Ein vierter Unteroffizier hat Verletzungen erlitten, denen^ev bald»ach dem Absturz erlegen ist. Toulon, 15. April. Ein Dtarineflugzerig des Flugzengmutterschisies„Pearn" stieß gestern beim.Niedergehen-aus dem Landungsdeck gegen einen Blast und stürzte ins Wasser. Ter Pilot, ein Fähnrich zur See, k a m u m s Leben; ein Dcckvffizicr, der sich gleichfalls an Bord des Flugzeuges befand,, blieb unversehrt. Ziehung der KMeulotterie 10.000 K: 83.166, 58.972. 5000 K: 1*555, 18.093, 18.009, 19.834, 34.331, 40.164, 41.789, 47.669, 49.678, 52.731, 65.498, 73.718, 75.415, 81.425, 85.200, 85.598, 96.162, 98.350, 98.589 2.000 K; 1.068,-2.391, 2.830, 3.697, 4.254, 7.438, 8.772, 8.826, 9,454,. 9M8,-13.371,- 18.053, 23.186, 23.439, 23.595, 24.024, 24.053, 24.604, 24.865, 27.440, 28.122, 30.026, 31.495, 33.842, 35.030, 35.176, 35.588, 37L-1L, 37.805, 38.8A, 40.313, 40.872, 41.588, 43.217, 45:550, 49.848, 54.197,«4/218, 55.243, ,56.114, 57.527, 88.263, 59.219, 59525, 60.181, 62.728, 62.736, 63.938, 61.816, 67.221, 67.674, 69.695, 70.929, 73.807, 74 954, 76.810, 79.283, 81.488, 81.512, 82.724, 86-459, 87 736, 89.367, 89.827, 89.887, 91.432, 96.095, 96.327, 101.089, 102.143, 103.810. Die Not der:t Gemeinden. Aus Klöst e r l e a: d. Eger'wird uns gemeldet: Der Städtrat von Klosterle beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung u. a. mit der rapid zunehmenden Notlage der Gemeinde,■ wobei hervorgehoben wurde, daß die Finanzlage der Stadt derart sich verschlechtert habe, daß weder Notstandsarbeiten, noch sonstige Vorkehrungen zur Verbesserung der Lage getrosfen werden können. In einer zum Beschluß erhobenen Kundmachung wird die gänzliche finanzielle-Ohnmacht der Gemeinde geschildert> und die Bevölkerung zur Wahrung der Rühe und Ordnung ersucht, da dem Stadtrat eine Schuld' an den desolaten Ver hältnissen nicht zugemessen werden könne. In der gleichen Sitzung wurde beschlossen, angesichts des Fehlens weiterer Barmittel die bisher unterhaltene Suppenanstalt für arme Schulkinder zu schließen. Das Hochwasser der ostslowakischen Flüsse weist eine.sinkende Tendenz auf. Rur die Theiß bei Bxlvk ist ein wenig gestiegen, und der Wasserstand war 200 Zentimeter über dem Normal. Die Latorica ist gestern nachts rapid gesunken. Einen höheren Wasserstand weist der B o d r. o g niit 693 Zentimetern üebr dem Normal auf. Die Donnerstag auf dem Bodrog drohende Wassergefahr wurde nicht durch das Andrängen neuer Wässer verursacht, sondern durch den Wellenschlag, der durch den sehr starken Nordwind hervorgerusen worden war. Raub an einem Dienstmädchen. Das auf Arbeitssuche nach Karlsbad gekommene Dienst- nrädchen Wöllner aus Abertham machte in der Sprudelstadt die Bekannfchaft eines jungen Menschen, der sich ihr gegenüber als Geschäftsreisender Wcrtter aus Lichenstadt ausgab und sic, als sie den letzten Zug zur Heimfahrt versäumt hatte, einlud, bei seiner Tante zu übernachten. Beim Donitzer Steg stürzte sich Werner auf die Wöllner, entriß ihr das Portemonnaie mit den gesamten Ersparnissen im Betrage von 180 K und flüchtete damit gegen Karlsbad. Obwohl das Mädchen gellend um Hilfe schrie, gelang es dem Burschen, zu entkommen. Bergarbeiterschicksal. Freitag früh wurd-> auf der Grube„Prags" bei Kladno der Bergarbeiter Wenzel Mach« aus StehclLeves von einer losgelösten Kohlenschichte verschüttet und getötet. Macha wär Witwer und Vater zweier Kinder. Der Kecskemeter Gerichtshof fällte Freitag abends das Urteil im Prozeß des 19jährigen Tapezierergehilfen Fischl, der im Vorjahre den Kaufmann Steinherz im Eisenbahnzuge mit HamMerschlägeu am Kopf so schwer verletzt hatte, daß Steinherz im Krnkenhaus starb. Fischl, der- sich damit verteidigte, daß er die Tat auf Verlangendes Steinherz begangen habe, wurde der vorsätzlichen Tötung schuldig erkanut und unter Zubilligung mildernder Umstände zu vier Fahren Zuchthaus verurteilt. Die Auswanderung im Feber 1932. Nach den vorläufigen Vormerkungen des Statistischen Staatsamres, zu deren Vollständigkeit für Feber 1932 noch Berichte aus. fünf Bezirken schien, wurden im Feber 1932 Auswanderer-; Pässe a u s g e st e l l t: in Böhmen für 424 Personen, in Mähren-Schlesien für 55,. in der Slowakei für 116, in Karpathorußland für 19, in der ganzen Republik für 614(im Jänner 1932 für 452) Personen. Von ihnen gaben 499(im Jänner 340) Personen europäische Staaten als Reiseziel an, und zwar Frankreich 129(31). Oesterreich 7(8), die Union der Soz. Sowjet- Republiken 199(194), Jugoslawien 25(10), Rumänien 9(—), Belgien 40(43), Deutschland 46(36), sonstige europäische Staaten 44 (181 Personen. Ueberseestaaten gaben als Reisesiel, im ganzen 115(112) Personen an, und zwar Kanada 34(35), die Bereinigten Staaten von Amerika 35(41), Argentinien 23(28), Uruguay 10(3), Brasilien—(2) und sonstige Ueberseestaaten 13(3) Personell. Die Statistik der nach Ueberseestaaten ausgestellten Auswandererpässe wird durch die Statistik der zum Ueber- sectransport übernommenen Auswan d e re r ergänzt, deren es im Feber 1932 im ganzen 139(im Jänner 154) gab und welche nach folgenden Staaten ausgewanbcrt sind: Kanada 33(40), die Bereinigten Staaten von Amerika 58(69), Argentinien 31(43), Uruguay 10(1), Brasilien-—(1) und sonstige überseeische Staaten 7(—) Personen. Die Preßburger Arbeiterschaft ehrt Goethe! Ter Bildungsausschuß unserer Partei in Preßburg hat gemeinsam mit der tschechoslowakischen Arbeiterakademie am 12. b. M. eine großzügige Goethe-Feier veranstaltet. Genosse L. Stern aus Wien hielt eine äußerst wertvolle Festrede, die von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen wurde. Tann sprach für die tschechische Arbeiterakademie Mittelschullehrer Genosse Dr. Jirüsek. Aschenregen gehen seit Donnerstag über der Hauptstadt von Paraguay, Asuncion, nieder. Mlliionen-Vcrltntreuung. Bor dem Strafgericht in Pirmasens hatten sich gestern wegen Aktienuntreue K o m nte rzi alrat Dr. jur. h. c. Dr.>ned. Richard Brosicu, Pechts- a u walt Friedrich König und Kommerzialrat Julius Goerz zu veralltworten. Sie sollen als Vorsitzender, bzw. Mitglieder des Aufsichtsrates und des' Vorstandes der Gebrüder Fahr A.-G., Pirmasens, 400.000 Reichs- m a r k veruntreut haben. Ter Gesamtbetrag der Unterschlagungen soll sich auf mehrere Milli o n e n belaufen, doch können die Angcklaglen wegen des größten Teiles der Verfehlungen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, da sie bereits verjährt sind. Hitlers Luxuswagen. Hitler besitzt den t e u- ersten Luxuswagen in Deutschland. Er eifert darin Wilhelm von Doorn urü) dessen ältestem Sohne nach. Die pflegten mit Tarü- Tata mit ihren teuren Wagen durch die Stadt Zu sausen, und wehe dem, der nicht Platz machte. Was die konnten, kann Wolf auch. Sein teurer roter Mercedes raste am Samstag vor der Wahl so irrsinnig durch die Straßen Münchens, daß ereinLieferautoeinerBäckereian- rannte und in weitem Bogen ein Stück beiseite schleuderte. Wolfs Chauffeur, der von den Umstehenden beinahe Prügel bÄommen hätte, beschimpfte das Opfer seiner Autoraserei und die Umstehenden und fuhr in seinem Wagen mit einem kräftigen Heil Hitler wieder davon. Der Größenwahn des Wcigenbcsitzcrs hat auf den Chauffeur abgefärbr, pnd die Frechheit auch! Zwei Falschgeld- Agenten verhaftet. Vor einigen Tagen traf aus Wien und Budapest die Nachricht ein, daß dort ein Fälscherkonsortium aufgetaucht war, das sich mit dem Absatz gefälschter englischer Banknoten beschäftigte. Ten Leuten ist es gelungen, dort eingroße Anzahl abzusetzen. Alsdann reisten sic weiter. Die Vertreiber sind zunächst in Paris, Marseille, Venedig und Zürich aufgetaucht, bis sie jetzt ihr Tätigkeitsfeld nach. Deutschland verlegten. Sie boten zuerst in- Köln englische Fünfpfundnoten an, die unter, der Hand gekauft wurden. Die Fälschungen wurden erst später entdeckt. Die Zentralstelle in Ber-! lin unterrichtete sämtliche deutschen Polizeibehör-, den von den Vorkommnissen und erreichte es da-, durch, daß Mittwoch zwei der Agenten in Han-- nover verhaftet werden konnten. Die Identität der Beiden konnte noch nicht einwandfrei feftge-! stellt werden. Wie verlautet, soll es sich aber um Italiener handeln. Der Haupksitz der Bande scheint in England zu sein. Tuberkulosebekämpfung durch den Rundfunk. Der medizinische Rundfunk ist rin äußerst heikles Problem. Die Hörer auf die Gefahren von tückischen Krankheiten aufmerksam zu machen utrd den Kranken in einer verständlichen Fonn mit Rat beizustehen, ohne daß einerseits Hypochonder erzogen, anderer-' seits die Kranken zur Verzweiflung getrieben werden, ist ungemein schwierig.— In Deutschland wird nun ein Hörspiel wicdergegeben, in welchem der Rundfunk in glücklicher Weise über die Gefahren-er Tuberkulose aufklärt und Schutzmaßnahmen gegen Ansteckung angibt. Ter Gesunde nimmt un- ivillkürlich wichtige Winke zum Schutze gegen die Tuberkulose auf. und der Kranke fühlt wirklichen Trost, wobei ihm aber die nolwendige Lebensweise eindringlich vor Augen geführt wird, wenn er noch eine Reihe von Jähren mittun will. Es wäre Wohl nicht von der Hand zu weisen, eine ähnliche Art des medizinischen Rundfunks-bei uns einzuführen.(PR.) Verworfene Revision. Der erste Strafsenat des Reichsgerichtes Leipzig hat die Revision des Knechtes Felix Schieber verworfen,-er am 2. Feber d. I. vom Schwurgericht Weiden(Oberssalz) wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Schieber hatte am 19. Juli b. I. gemeinsam mit einem noch nicht ermittelten Täter, getrieben von fanatischem Haß, seinen Bruder und seine Schwägerin mit einem Beil erschlagen und schließlich auch noch, um die ganze Familie ans- zurotten, deren eineinhalbjähriges Kind getötet. Neues Kraftwerk der Stadt Wien. Wie die Wiener Blätter melden, wird die Konzession zur Errichtung eines Kraftwerkes der /Gemeinde Wien an der Donau bei Greifenstein erteilt werden. Die in diesem Kraftwerk gewonnnene Strommenge dient als Ergänzung der bisherigen Wiener elektri» scheu Stromversorgung. Die Verwirklichung des Programms wird auch eine neue Ersparnis an KohIe bedeuten. Millionenbetrug eines Bürgermeisters. Aus Genua wird gemeldet: Der früher« Bürgermeister und Präsiden: des Konsortiums.des Lu- nenjka-Kanals, Philippi, hat das Konsortium durch Unterschlagungen um etwa 1.5 Millionen Lire geschädigt. Er wurde ins Gefängnis von Specchia eingeliesert. Kampf dem Galleulewen! Auf der Wiesbadener „Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin" sprachen über die verschiedenen Arten von Gallenerkrankungen die Profesioren Aschoff-Frei-; bürg, Umber-Berlin, Westphal-Hannover, Schmieden- Frankfurt» Aus ihren Ausführungen ging hervor, daß in jüngster Zeit die Ausbildung einer Röntgenmethode gelang, durch die der Zustand der Gallenwege erkennbar ist. Die krankhafte Veränderung der Gallenwege kamr durch Störung-es Entleerungsmechanismus(Gallenstauung) oder auch durch Jnfek- tion erfolgen. Eine Reihe von Krankheitserregern konnten, zumeist aus dem Darm, entdeckt werden. Tas Fortschreiten der Infektion hängt ab von der Giftigkeit der Erregung, vom Grcw der Gallenstauung und von der Konstitution des Kranken. Die Deutsch« Reichsbahn wird zu Pfingsten die bereits gut eingeführten Festtagsrückfahr« karten mit 38-/- Prozent Fahrpreisermäßigung ausgeben. Die Karten gelten unter den üblichen Bedingungen vom 11. bis zum 23. Mai. Auch die Arbeiterrückfahrkarten erhalten für diesen Termin Gültigkeit.— Außerdem beabsichtigt die Deutsche Reichsbahn für die Sommermonate die Einführung einer„Urlaubs- karte" mit 20 Prozent Fahrpreisermäßigung nach sämtlichen deutschen Reisezielen. Heimkehr«ach 17 Jahre«. In Nenstift(Stubaier Alpen, Tirol) ist dieser Tage der seit dem Jahre 1915 als vermißt geltende und mit Namen am örtlichen Kriegerdenkmal-feierlich eingemeißelt« frühere österreichische Soldat Joseph Hofer unerwartet aus russischer Kriegsgefairgenschaft heimgekehrt. Hofer hat in der Gefangenschaft geheiratet; seine Frau und vier Kinder bringt er nach Ncu- stist mit.. Laßt Blumen sprechen! Ein Frühlingstag. Hans Hacke will zum Rendezvous. Hans Hacke steigt in den Autobus, ein Beilchensträußchen in der Hand. „Roch jemand ohne Fahrschein?" fragt ber Schaffner. Haus Hacke meldet sich. ,Mohin?" will der Schaffner wissen. Ta sieht er das Beilchensträußchen und grinst:„Aha, Endstation, nich?"—„Woher wissen Sie?" fragt ihn Hans Hacke.„Nu", meint da der Schaffner,„sag' es mit Blumen..." Unter Brandstiftungsverdacht verhaftet. Seit einiger Zeit wurde die Bewohnerschaft von Ober- georgcnthal durch die sich auffällig häufenden Feuersbrünste im Ortsrayan in Unruhe versetzt, da Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus Den Programmen. Sonntag: Prag: 10: Geistliche Musik.! 11: Kammermusik. 13.05: Lieder. 18.15: Deutsche Sendung: Egerländer Heimatstunde. 19: Blasmusik. 20.30» Tramplieder. 21: Sinfoniekonzert.— Brünn: 12,05: Dorfblasmusik. 18. Deutsche Sendu n g: Heitere Lieder. 19.30:„Leben in unserer Zeit", lyrische Suite. — Berlin: 14.30: Tanzlieder aus fünf Jahrhunderten. 18.55: Klavierkonzert.— Hamburg: 20: Verdi- Puccini.— Königsberg: 17.45: Lieder im Volkston. — Leipzig: 9: Max Reger-Stünde. 11.30: Bach- Kantate. 15: Chorkonzert. 20: Wagner-Abend.— Mühlacker-, 12.30: Spanische Musik. 17,30: Zitherkonzert. 21.25: Nationale Tänze.— Men: 15.30: Kammermusik. 20:„Der letzte Walzer", Operette von Strauß. 22.25: Tanzmusik. die jeweils angestellten Erhebungen ergaben, daß die Brände von böswilliger Hand gelegt worden sein müßten. Den Nachforschungen der Gendarmerie ist es nunmehr, nachdem kurz hintereinander wieder zwei Brände zum Ausbruch gekommen waren, gelungen, in der Person des Fabrikarbeiters' Karl Triebe den mutmaßlichen Brandstifter zu verhaften und dem Gerichte' einzuliefern. Die Beamten harren, als sie den Verhafteten abführten, Mühe, ihn vor der wütenden Volksmenge zu- schützen, di« sich seiner bemächtigen und an- ihm Lynchjustiz üben wollte. Naturfreunde-Arbeit im Fahre 1831. Der Touristenverein„Die Naturfreunde", Sitz Aussig, hat im offiziellen Bereinsorgan„Berg frei!", Folge 4/5, den Jahresbericht für 1931 veröffentlicht. Die schwere Wirtschaftskrise der kapitalistischen Ge- '«llschaftsordnung wirkte sich auch hier aus. Kurzarbeit,. Arbeitslosigkeit hemmten den Aufstieg der Bewegung. Fürwahr, eine schwere Arbeit; wurde geleistet, und doch verzagten die Siaturfreunde nicht, und mit altem Eifer und unermüdlicher Kraft sind ne an die Lösung der Organisationsfragen gegangru. Wenn trotzdem über eine gesteigerte Arbeitstätigkeil berichtet wird und auch der Versuch unternommru wurde. Neues zu schaffen, so kann das wohl.so gedeutet werden, daß alle Mitarbeiter trotz der Wirt- schastsnöte unverdrossen, wie in den früheren Jahren, an der Arbeit standen.'•' Die Organisation zählt 9103- Mitglieder,- über. 100 Ortsgruppen, die von acht- Gauen und dem Reichsansschuß betreut werden. In' Böhmen, Mähren, Schlesien und in der-Slowakei haben die Narur- frcunde festen Fuß gesetzt.'Die touristische Tätigkeir war rege; insgesamt 4805 offiziell« Touren mit 45.572 Teilnehmern wurden unternommen. Halbtags-, Tages-, Mehrtags-Wanderungen, Jugenö- und Lkinderwanderungen, Wanderungen mit Vorabend wechselten ab. Auch UrlaubStouren von drer- bis vierzehntägiger Dauer im In- und Auslände wurden geführt. Fremdcnführungen, Exkursionen, Museumsbcsuche, Städtewanderungen, Vereins- und Gesellschastsfahrten, Kletterwand«rungeu, Bergfeste, Hüttenfeiern, Gründungs- und Bestandsfeste, Ausstellungen, Bezirks-, Gau- und Reichstreffen gehörten zur vielseitigen Bereinstätigkeit. Die Kurstäligkeit war gut. Führer-, Äartenlese-, Photo-, Sssi-, Kletter- und Sanitätskurse fanden statt. Zur Erweiterung der Bildungsbestrebungen verfügen die Ortsgruppen über reichhalttge Bibliotheken. Außer den Gauen werden von einigen Ortsgruppen eigene Wanderauskunstsstellen und llrlaudLberaiungen unterhalten. Die Winter-Touristik zeigr Fortschritte durch die Bildung des Zwrckverbandes„Verband fiir Arbciter-Winter-Touristik". Es wurden in der Saison 1930/31 insgesamt 830 Ausfahrten mir 7000 Teilnehmern ausgeführt. Erfteulich ist das Anwachsen der Mitglieder in den verschieden«» Fach- Sektionen. Im besonderen sind Fortschritte int Photo- und Lichtbildwesen durch die Errichtung vornehmlich ausgestatteter Dunkelkammern zu verzeichnen. Eine Anzahl geräumige Naturfrcuiü>ehäuser im Erzgebirge: Neu Hammer bei Karlsbad, Gottes gab(höchstgelegene Stadt Mittel-Europas), Gersdorf bei Komotau, Motzdorf bei Fley, Porder-Zinnwald,„Morb.achhütte" am Mückenberg, Nollendorf bei Aussig; im Elbe- fandsteingebirge: Rcnnersdorf bei Böhmisch- Kamnitz:' Laujitzergebirge: Jägerdörfel am Fuße der Lausche; Jsergebirge: Königshöhe bei Reichenberg; Altvatergebirge: Karlsdorf bei Klein-Mohrau; Beskiden: am Smrk;- sertrer bei Modern am Sand, in der Tatra, bei K a s ch a u und am Fuße der K a m e n a B a b a;. schließlich im Daubaer Ländchen(Sprachgrenzgebiet) S ch e l e s e n beil 1930 in dem I n v a l t d e n h e i m e von Kovarky unter. Hier blieb er nur einen Monat Nnd wur-e wegen Widersetzlichkeit Md schlechter Führung entlassen. Ihm selbst war das Leben in dem Heim zu eintönig, zu„Phlegma t j s ch", wie er sagt, 8r suchte Arbeit al« A n f- s- her aus einem Gpt, denn etwa« andere« glaubte er nicht leisten zu können. Man wies ihn überall ab und er faßte die Zurückweisung ebenso wie die vorenlhalten« Zuerkennung der Bolllnvaljdität al« boshaft zng«fiigte persönliche Kränkung auf. Und wieder wurde das Rachegefühl„gegen den Staat" in ihn: übermächtig. Dazu litt er bittersten Hunger. Er drohte damalt öffentlich, den Stroh- Ichober der Staatsgutes in Litovie« bei Un- Hos: anzuzünden und bekam neue sechtMonatr Kerker für diel» Drohung, Al« diese strafe verbüßt war und er sreigelaften wurde, setzte er die Trohnng in die Tat um. Am 2 3. Oktober he« Vorjahres ging der Schober von 8 itovtee in Flammen auf, wodurch ein Schaden von 150.000 K r p n e n..verursacht wurde Er zeigt« sich s e l b st an und sitzt heute unter Anklage des Bktbrechens der Brandstiftung vor den« Schwurgerichtshof des OGR. Nedo so, Er ist voll geständig und das Motiv zu dieser Weiten Brandstiftung das gleich« wie bei der ersten. Nur'dag als weiterer Beweggrund hinzutrstt, daß der Angeklagte»ach eigener Erklärung«In« Versorgung Im Kriminal sucht«, um nicht Hunger» zu sterben, Gelegentlich der Psychiatrierung wurde Petrik als geistig nicht vollwertig, aber Prager Konzertsaal. Wer gedacht und erwartet hätte, daß her 100. Todestag Goethes und der 8 o o, G e- burts tag Joseph Haydns, die beide in d«r zweit«« Märzhälst« begangen wurden, in den Prgger Konzertfälen durch irgendwelche besonder« Konzertaufführungen zur Gel bring komnren würden, war in einem großen Irrtum, Weder haben unser« großen Gesangverein« Goethes gedacht, indem sie«In«s der großen Chorwerks' aus T«rt« Goethe« zur Anfsüh- rung bracht«», noch haben sie sich---'und da« ist nxit bedauerlicher und unbegreiflicher--- der groß«« Oratorien Hapdus erinnert, Auch di« Konzertkünstler haben für Goethe»nb Haydn kein Per- stäivdnir gezeigt: die vokalen, ließen sich die schön« liielegenhei« entgehe», mit wertvollen Programmen, sammenftellungen Goethoicher Liedvertonungen zu überraschen und damit besondere musikalische Intelligenz zu offenbaren, die instrumental«« wiiider gingen gerade Haydnschen Wirken geflissentlich aus dem W«ge. Drutschrrietts gedachte man Haydns nur in einem vbilimrmouischeil Konzert« des deut- schenTheater»rch«st«rs und bei«ine« äffe» i. lscheu Mustkaufflihrung der Deutschen Musik- araöemie, in beiden Fällen aber nur so nebeu- bci, nm eben etwas getan zu haben. Sehr anzu- Frele Bereinigung sozialistischer Atade«iker.— S. 3- ll. Montag, den 18. April, 2V Uhr, spricht Üniv. Prof. Gen. Max Adler(Wien): Der Weg zum Sozialismus". Großer Uraniasaal, Eintrittskarten K 3 his K 12.—. Barverkauf bei Optiker Deutsch, im Gruppenheim(I., Bartolo- mejsk» 14) und bei den Funktionären. erkennen' waren dagegeü di« Bemühung«« des Prager Deutschen Volksbildu ng stz e rei n« s „Urania",-er als würdige und künstlerisch wertvolle Haydn-Feier«inen, durch interessant« Lichtbilder illustrierten kritisch-biographischen Bor- t r a g des Wiener Mufikforfchers und Hahdn-Bio- graphen Dr. Hugo B o t st i b« r über Joseph Haydn veranstalte; hatte, dem leider di« seiner Be- dcüturtg entsprechende Teilnahme des angeblich so kunstsinnigen Prager drntschen Publikums versagt ! blieb. Einige neue K o n z r r l 1 ü n st.l e r stillten sich mit mehr oder weniger Glück und Berechtigung t«ni Prager Publikum erstmals vor. Do der französisch« Geiger Sam Emsellem. der zwar ein anspruchsvolles Programm bestritt, diesem aber weder technisch noch geistig gerecht zu werden vermochte. Als Geiger von außerordentlichen künstlerischen Qualitäten erwies sich hingegen der Tscheche Peter Rybak, der in ein«m u«ueu Konzerte von Jgvr Strawinsky nicht nur. hoch entwickeltes technisches Könne«, sondern vor allem anch echt« Musikalität, Temperament und Gefichl zu zrigen vermocht«. Diese« KonMt, da« in der Fassung mit Klavier- begl«itung(Frank Pollak) gespielt wurde, ist eines der letzten Werke des bedeutenden russischen Neutöners; em Werf, das satztechnisch di« Rückkehr zur Atonalität bedeutet und durch sein« absichtlich klare und primitive, mitunter satirisch aufzufassende Art auffällt. Formal stellt es eine Neuerung dar: Zwischen den Ecksätzen— einer Toccata und einem Capriccio— stehen zwei gleichartige, als Arien be^ichnet« Mitteftätz«.— Auch zwei neue Pia- nisten waren zu hö«n: Fr. Goldenberg, der in ein«m Konzert« der Tschechischen Philharmonie das Klavierkonzert in d-moll von Joh. Brahms mit sauberer Technik, geistiger Ueberlegercheit und eindrucksvoller Gestaltung spielte, aber tiefere« Sentiment vermissen ließ, und der Amerikaner William C. Fleming» der in einem eigenen Klavierabend, dessen Schumann, Brahms, Chopin und Beethoven gewidmetes Programm ernstes Künstlertum verriet, beachtlich«, wenn auch nicht vollkommen« technisch« Fertigkeit, differ«njiert« An- schlagskunst und geschmackvolle, leider durch allzu reichen Pcdalgebrauch beeinträchtigte Phrasierung zeigen konnte.— lieber die letzte Matinee des Deutschen Kammermusikverein« können wir diesmal nur registrierend berichten, daß sie von dem Wiener Mildn«r-Quart«tt bestritten wurde, das je«in Streichquartett von Borodin und Honegger und das Streichquintelt von Anton Bruckner spielte.— Einen künstlerisch höchst wertvollen DvokLk-Lllrderavend hatte man der feinfühliger: tschechischen.Sopranistin Frau Julie Neff y- Bach er zu danken, der seine besondere künstlerische Not« noch dadurch erhielt, daß al« seltener Begleiter am Flügel der tschechische Kom- Pnizt Josef S u k erschienen war.— Als Repräsen- tationAonzert großen Stils war«in Wohltätig- , k« j,t Slo uz e r t zugunsten der russischen Hochschüler anzusehen, bei dem Tanz, Gesang und die planisti- sche Kunst in gleicher Weise zur".Geltung kamen. Ausführende Künstler waren unter anderen-le russische Tänzerin Jel. Nikolskaja, die Sängerin, Maria Krisa vom Tschechischen.Nationaltheater, der Sänger derselben Theaters ChoroviL und der tschechische Pianist Bondrovic. Doch war das Programm dieses Konzertes sticht allzu repräsentativ, weil mehr kunterbunt vielseitig als stilvoll.— Zum Schluß sei kur;»wch zweier musikpädagogisch cr Ko nze r tv e r a nstal t u ng.e.n gedacht; eines programmlich inieresianten öffentlichen BortragSabeiws der Geige rschnl« Otto Sil- Ha v h s und eines wie immer musterhaften öffent-, lichen Mrifikabend» des Tschechischen Staats- k o n s« r v a t o'r j u m s für Musik mit verschiedenen Jnstrumentalvorträgen. U, BEACHTEN MARKE im Sinn« dieser Strafgesetzes zurechnungsfähig erklärt. Die Anklageschrift befaßt sich«in« ganze Seite lang mit dem Nachweis, daß drr Angeklagte„keine Ursache hatte,' sich am Staate zu rächen". Mag fein, daß alles stimmt, was da aufgezählt wird. Mag dieser Angeklagte jähzornig, widersätzlich, vielleicht selbst bösartig sein. Mag er ein Querulant sein, mag er den Entzug der fürstlichen Rente selbst verschuldet haben? Mag daß alles sein! Aber die Tatsache hl«ibt bestehen, daß der in zerschlisiene Fetzen gekleidet« kleine und ausgehungerte Mensch auf der Anklagebank mit den liefen Schußnarben an der rechten Schläfe und Stirne, daß dieser erbarmungswürdige Menschenwrack dar Opfer eines fluchwürdigen Systems ist. Ein mehrfaches Opfer. Wer Hai ihn dorthin gejagt, wo«r die Kugel in den Schädel bekam, die ihn zum Krüppel machte? Wer hat dies« ,^8«rsorgungs« g«nüjse" festgesetzt und verhindert die Schaffung menschenwürdiger Zustände auf diesrm für diesen Staat so beschälueuden Gebiet? Und wer glaubt zuguterletzt mit einem Strasparagraphen und„Tat- bcstaud" di« Mängel der so stiefmütterlichen Sozialfürsorge anfzuwiegen? Tie Geschworenen b e f a h t e n di« Schul d- s r a g« n, schlossen aber dar Tatbestandsmerkmal des „e nt st auücnenbeträchtlichen Schadens" ans(der Schober war versichern. Dadurch kam«ine wesentlich« Milderung der Qualifikation zustande. Ter Senat ging icherdie» unter dem Ein- druck der schwerwiegenden Milderungsgründe ti«' unter den Strafsatz(10—20 Jähre) und verurteilt« den Angeklagten zu s r ch r I a h r« n schiversu und verschärften Kerkers. Der Angeklagte nahn, di« Strafe an rb, Die Kultur eines Volkes wird bewertet nach seinem Verbrauch an Seife. Kl MMt Ott ftNmolM Berpachtung»o« Gemeindefelder«. Frage: Unter welchen gesetzliche« Voraussetzungen erfolgt die Verpachtung von Gemeindefeldern? Antwort: Das Gesetz Nr. 329 vom 12. November 1921, in der endgültiges Fassung des Gesetzes vom 27. November 1930, Slg. Nr. 169, bestimmt im tz 21, daß die Gemeinden das ertragsfähige Vermögen so zu verwalten haben, daß damit das tunlichst größte finanzielle Erträgnis erzielt werde, soweit dies die gemeinnützigen Interessen der Gemeinde und ihrer Bürger nicht benachteiligt. Der Ertrag der Felder und Grundstücke gehört als ordentliche Einnahme in den Gemeindevoranschlag. In der Regel werden die Gemeindeselder auf eine bestimmte Zeit verpachtet. Möglich ist die Verpachtung aus freier Hand und im Wege der öffentlichen Lizitatimi bezw. des öffentlich kundgemach- tcn Lffcrtverfahrens. Wenn es sich um die Verpachtung von beweglichen Gemeindevermögen auf die Dauer bis zu sechs Jahren im Wege öffentlicher Feilbietung oder des Offcrtverfah- reus handelt, ist eine Genehmigung der unmittelbaren Aufsichtsbehörde nicht erforderlich(8 23, Absatz 3, des Gesetzes Nr. 329-1921). Erfolgt eine Verpachtung aus freier Hand, muß die Genehmigung der Bezirksbehörde eingeholt werden. Für die Üleinlandwirte hatte das sogenannte Kleinpächter-Schutzgesetz eine Begünstigung vorgesehen. Das Gesetz wurde aber durch den im Jahre 1926 zur Herrschaft gekommenen deutschtschechischen Bürgerblock nicht mehr verlängert. Gegen den Versuch einer Gemeindemehrheit, die Verpachtung der Grundstücke in anderer Weise alt jener der freien Feilbietung durchzuführen, kann mit Erfolg bei der Aufsichtsbehörde Beschwerde geführt werden. Auf diese Weise ist es möglich, daß sich die größeren Grundbesitzer gegen die kleineren bei der Feilbietung hohe Pachtpreise erzwingen. Selbst Ortsfremde können die Gemeindefeioer im Wege der öftentlichen Versteigerung erstehen, ohne daß es die Gemeinde verwehren könnte. Allerdings müsien sie Nachweisen, daß sie die Felder ordentlich bebauen und bewirtschaften können. Eine Ausnahme von diesen Bestimmungen bilden die Gemeindeäcker und-Wjesen, die aus Gemeindegut entstanden sind und auf Grund des Gesetzes vom 17. Juli 1919, Sllg. d. G. u, B. Nr. 421, in Gemeindestammvermogen nmAc- wandelt wurden: S>"'~ nach der Bestimmung des§ 9, Absatz 5, des vorerwähnten Gesetzes vor allem an mit- telloscBewerber, an Kleinpächter und kleine Landwirte verpachtet werden, die Grundstücke aus wirtschaftlichen Gründen benötigen. In „Die freie Gemeinde", Jahrgang 1928, Seite 65 und 166, sowie 171 und 173, wurde die Frage der Verpachtung von Gemeindefeldern ausführlicher besprochen und an einem tatsäch« lichen Beispiel nachgewiesen, wie schwer es die Kleinpächter trifft, daß da» Kleinpächter-Schutz- grsetz nicht mehr erneuert wurde und welche Üebergrifte bei der Verpachtung von Gemeindefeldern möglich-sind.—zl. Prager Produktenbörse.(Offizieller Bericht vom 15. April.) Die Prodtckienhörse war für«inen Freitag fthr schwach besucht und a»S diesem Grunde konnte sich das Geschäft nirgends, auch nicht am Getreidemarkt«, gehörig entwickeln. Bei unbedeutendem Verkehr zwischen den Parteien wurde zum größten Teil zu Preisen de» Tienstagniveaus gezahlt. Nur stellenweise drückte ein größere« Angebot etwas aus die Preis», so hauptsächlich in Roggen und Hafer. Ti« Prettkommlssion, di« ans di« herrschende Geschäftslosigkeit Rücksicht nahm, seht« nur in Ausnahmesäll«» Preisvrränderuugen fest. So erniedrigte sich die Notierung von Roggen um 1 K, der 139—141 notierte. Auch Haier ermäßigt« sich um 1 X der in la Ware mit 102—J05 gehandelt ivurdc. Im Einklänge mit deu NoMn-Notstrungen gaben auch mittlere Sorten von Roggenmehl euvas uach, von denen Nr. 0/1 216—220 und tlhprvzenlige» 308—210 notierte. Ansonsten notierten wiederum startoifeln, gelbflcijchige mir W-^p7 und weiß- fleischige mir 18—20.* Ti« Inohsvrten besser»«;» ihre Preise um 1 K. Alle übrigen Notierung.n hielten sich auf Tienstagsniveau. n dar Helm des kWenbemves Arbeiters gehört d- Zeulraiorgm. renticke» io»i«i»'mnkr. v<»»,it«enar«,l „Sozialdemokrat"— Samstag, den 23. ds., Premiere:„Platz Lieg", daß letz« Stück von Edgar Wallace, spannend« Komödie. R«gie: Hölzlin. Anfang 8 Nhr(157—1). X Äk Mittwoch, tbaethe-Feier der Eoneorvia:„Prome- tl»r US-Pandora" in der Ute'neu Bühn«» Aegir: Hölzlin. M'twirkendr: Damen und-Herren der Gdsellschast- Anfang 8 Uhr. Lonnerotag und Freitag, Ensemblegastspiel:„Im schwarzen Nötzl". Ein Ensemble Wiener Operettenkünstler mit Fritz Wiesenchal. Jda Rsißka und Harrh Stollberg an der Spitze bringt an ztvei Abenden die Operetten-Rdvne„Im schwarzen Nößl" zur Aus- führung unter der künstlerischen Leitung Fred Hennings-- Anjana beider Abende 8 Uhr. Eigene Jau-Kapelle, eigen« TauMrl-Gruppe»stv. Vorverkauf für Abonnenten heute uns morgen, ab Ron tag allgemeiner Porvertaui.. «lochenspieltzlan des Neuen Deutschen Theaters, LamSrag. halb 8 Uh>:„D«r M ikad— Sonn» tag, halb 11 Uhr: Dmrtscher Turnverein; hast» 8 Uhr:„Madame Butterflv"<151—'M).— Montag, halb 8 Uhr:„Stützen der Gesellschaft"(15s—IV), Dienstag, hall' 8 Nhr: „Der Mikado^(153—1).—- Mittwoch, 8 Uhr: „Roulett«".— Donnerstag, halb 8 Uhr;„Der Mikado">ISö—III).---. Freitag, halb 8 Uhr:„Madame Putterfltz"(lall—IV). — Kamewg. bald 8 Uhr: Premiere:„Platz und Sieg"(157—1).— Sonntag, 10 Uhr:„Iphigenie ans Tauris" lUrania-Porstellunp''; halb P Uhr;„Madame Butlerfitz" lA,.P, uns Arbeitnsbmer); halb 8 Uhr:„Pball' und Tieg" (1S8—II).-- Montag, halb 8 Uhr:„Madame i'Archidu c"(158—111),. Wochenspirlpla« der Klein«» Bühne, GawS.ag, halb 8 Uhr:„Roulette". Lonntaa, 3 Uhr: „Der Mann mit den grauen Schläfen": Haid 8 Uhr:„Ranlette".— Montag, halb 8 Uhr-: „Di« nngeküßie Eva" lPankheamten D.— Dieichtag, 8 Uhr:„Roulette".— Mitiivoch, 8 Uhr: Goethe-Feier der Eoncordia..— SCHICHT SEIFE. SIE DIE HIRSCH Seite 8 „Sozialdemokrat" Samstag, 16. April 1932. Nr. 91 / D F N KINDERN FÜR SPORT UND SPIEL t LASSEN WIR DIE KINDER NACH HERZENSLUST HERUMTOLLEN, FRISCHE LUFT UND SONNE GENIESSEN- JEDOCH NUR IN GUTEN SCHUHEN. Für Sport und Spiel Modell 4661-20 „Trampschuhe." In ihnen können die Kinder selbst durch Pfützen waten. 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Der palästinische ^Nrbeitersportvevband bericht«! über«inen völligen Hrangel an.Tu-r-u.hall.en- und schreibt: ,Wir hohen jetzt die Möglichkeit, mit einer Anfangäsumme vvn zirka 200 dir 300 Pfund«in Haus des Hapoel In dauen, dar ein« moderne Turnhall« und drei bis vier Zimmer enthält. Dies« gering« Summe genügt für den Anfang, da all« Gewerkschaften uns mit Geld und Arbeitsleistung beim Bau helfen werden.'Außerdem haben uns die Arbeitsausschüsse von Haifa und Tel-Aviv Bauplätze geschenkt. Die Errichtung van Turnhallen in den Städten Jerusalem, " Haifa und Tel-Aviv ist jetzt für ums eine Exist«n;- ,frage, da di« bürgerlichen Sportorganisationen in diesen Städten großartige Turichallen errichteten." Der Fitm Erlaubnis zum FUmen gesucht. , Höer einen stummen Film drehen wollte, «rtvviö einen AufnahmeaPParat und mietete ein Kielier für Innenaufnahmen; der R«st war eine Krage künstlerischer Konzeption und' Arbeit. Wer einen Tonfilm drehen will, der nmß vor allem ^eststellen, zu weicher Interessensphäre>das Land ge- shört, in dem er arbeiten will. Befindet er sich in der amerikanisch-englischen Zone, dann ist er auf .Verhandlungen mit der Western-Electric Co. amge- wichen: Frankreich gehört zum Ausbeutungsgchriet der Radio-Cinema, Trutschland und die Nachfolge» iga«ten wurden der Täbis-Klangfrlmgruppe zuge- 'wichen. Also beschlossen eS di« kulturfördernden ElÄtrokonzerne im sogenannten Pariser Tonftlm» frieden vom Jahre 1930, in dem alle Patentstreitigreiten über dia Aufnahmeapparaturen erledigt wur. den. Die Dschechr^owakei gehört also der Tobis- Klangfilmgruppe; das bchagt, daß hierzulande nur auf ihren Apparaturen gedreht werden soll, daß man darum ihrem Preisdiktat und damit dem Wohlwollen des hiesigen Konzessionärs, der Prager A»B» Filmsabriken, lausgelichert ist. MtteAmrg mu vem PubMm». Das Rezept des Augenarztes kann nur dann seinen Zweck erfüllen, wenn das Augenglas fachmännisch angepaßt wird. Lassen Sie Ihr Rezept bei Optiker Deutsch» Prag, Graben 2, Palais„Koruna", ausführen Zwei Wege zu einem Ziel. Sport und Hygiene sind zwei getrennte Wege zu einem Ziel:' Gesundheit. Was hier das Training, ist dort die Sauberkeit: nämlich die Grundlage des Erfolges. Aeußerste Reinlichkeit, strengste Gewöhnung an Wasser und Seife von Jugend auf, peinlichste Sauberkeit in Kinderstube und Schule, in Haus und öffentlichem Leben, sie allein bilden die Basis für die Gesundheit eines Volkes, die im Sport ihren sinnvollsten Ausdruck, ihre höchste Vollendung findet Heute werden in der LSR., pro Kopf und Jahr ea. 4«Kg. Seife verbraucht. Gewiß, eine gute Zahl! Aber auch sie muß steigen von Jahr zu Jahr; denn in anderen Ländern liegt sie schon höher. In England 9.5, in Deutschland 6.3 Kg. Durch Mehrverbrauch an Seife kann hier jeder einzelne mithelfen, an dem Aufbau der Volksgesundheit. 100 Vor einem Riesenstreik. Es wäre gar kein Wunder, wenn alle Schuhe und all« Füße einen Streik proklamierten, well sie nicht mehr so weitermachen wollen— und ihr« gerechten Forderungen erfüllt werden müssen! Was die Schuh« und Füße fordern? Millionen Menschen kennen bereits die Annehmlichkeiten der Bersongummiabsätze. Das sollt« nun allen anderen Schuhen und Füßen ebenfalls gewährt werden! Di« berühmten Ber» son-Gummiabsätze schonen die Schuhe, verlängern deren Lebensdauer, schonen Nerven und Krasso, machen den Gang sicher-Und verleihen ordentliches Aussehen. Zudem ersparen Sie sehr viel 'Geld, denn so«in BevsoN- Absatz hält dreimal länger als Leder! Für Berson-Gummiabsätz« zahlen Sie nicht mehr, sind aber dauerhafter. 100 Nun hat di« französische Gaumontfabrik eine fahrbare Apparatur aus Paris hergebracht, di« nur«inen geringen Bruchteil der Lizenzen kostet, die sich di« Tobis hier zahlen läßt. Da der heimische Film sehr notleidend ist, hofft man mit Hilfe dieser Apparatur billiger pwdsizieren zu können. Das hat natürlich die„national« Produktion" der A-B-Filmfabrtken so erregt, daß sie in der Poesie dir Erklärung abgeben ließen, daß niemand ohne führ« Erlaubnis eine andre Apparatur als Tobis- Klang benützen dürfe— wahrscheinlich im Interesse bei tschechischen Volkes! Die Gaumontfirma hat dagegen sofort remonstriert und erklärt, dvß ihre Apparat« patentrechtlich nicht anfechtbar seien, daß sie daher ohne Gefahr werden benützt werden können. Wie dem auch immer sei: der bescheiden« Bürger fragt sich, wie laug« diese Komödie von der Förderung des heimischen Films noch gehen wird. Haben di« Interessen der deutschen oder französischen Elrk- trokonzerne irgend etwas mit der Tschechoslowakei zu tun? Sind wir daran interessiert, wer die Lizenzen einsteckt? Wann wird sich der Mutige finden, der.j«nx Bestimmung des Patentgesetzes für sich in Anspruch nehmen wird, nach der Patente, die gegen das öffentliche Interesse gerichtet sind, enteignet, das heißt für nichtig erklärt werden können? Diqer Kuhhandel mit dem sogenannten patentgeschützten Tonfilmrecht^hal schon so viel Schaden angerichtet, daß di« Patentgerichtsbarkeit endlich einmal mit dem Schutz der vermeintlichen Tonfilmrechte Schluß machen sollte, um ein« Erfindung, di« kulturwichtig ist. den Händen von Kapitalsrlttern zu entreißen und den Völkern wiedergugüben. W. Lg. _ 99 0F«NkM Die tritfMe illustrierte WocftenscAri/l twAeint jeden fomstat Dfterall estftälfHsft Aas der Partei Deutsche. sozialdemokratisch« Bezirksorganisation, Prag. Mittwoch, den 20. April 1932, um acht Uhr abends im Odborovy dum, Perstyn (Studentenheim), Sitzung der Bezirks- Veit re t u n g. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Jugendbewegung. S. I. I. Sonntag Wanderung noch K e v n i«. Wir treffen uns um 9 Uhr an der Endstelle der Fünfer in HluboSevv. Klampfen und Photokasteln mitnehmen! I"\l A kJ A^'Müdigkeitlind U ANA FRANZBRANNTWEIN Centralbank der deutschen Sparkassen in der Cechoslovakischen Republik. Hauptanstalt: Prag II., Bredauergasse 14. Zweigniederlassungen: Aussig, Brünn. Eger. Jägerndorf. Reichenberg, C. Teschen, Trautenau. Troppaa. Ole Bank der deutschen Sparanstalten und löt Gemeinden. Vereinsnadiriditen „Urania“ Wochenprogramm vom 16. bis 28. April. Heute, 3 Uhr: ,/Di« Wunder Asiens". Ter Held dieses Kulturfilms ist das Tausend« Millionen Volk Asiens. Heute, 8 Uhr: Abend tschechischer Musik. Einleitender Vortrag: ,^Die verkaufte Braut". Sonntag, halb 11 Uhr:„Sie Wunder Asiens". Jahrtausendalt« Menschheitskultur. Montag, viertel 9 Uhr:„Die Wunder Asiens". Ceylon, Tonking, China, Annam irsw. Dienstag, 8 Uhr: ,Mas würde Goethe dazu sagen?" Vortrag Anton Kuh. Dienstag, 8 Uhr; Urania-RodiobUnd. Mittwoch, 3 Uhr:„Chaplin und di« A f f« n". Lustspiel-Kindernachmittag. Mittwoch, dreivierwl 7 Uhr: St. Niklas- kirche, Kleinselt«. Mit Lichtbildern. Prof. Doktor Messer. Frtzitag, 7 Uhr:„Dauernd« Werk« der W e l t l i t e r a t u i"-. Archivrat-Dr. Moucha., Samstag, den 23. dr., 3 Uhr;„Unter Palmen und Ppramiden". Kulturfilm. Samstag, halb 4 Uhr: Kunstwanderung: Ausstellung Rudolf KremliLka. Führung: Prof. Dr. Messer. Karten zu allen Veranstaltungen: Urania-Kass«, halb 10 bis. halb 1 und 3 bis 7 Uhr. Telephon 26331. Urania-Klassiker-Vorstellung:„Iphigenie auf TaüriS". Das unter Oberleitung von Ma! Reinhardt in Wien geführt«„Reinhardt- S« m i ü a r" aus einer Gastspielreise in Prag: Sonntag, den 34. ds., 10 Uhr vormittags. Neues Deutsches Theater. Logen 25—50. Sitzplätze 4—12 K- Urania-Kasse und in den Schulen. Wrav-Urania-Kine. „Emil und di« Detektiv«". Spannend und lustig! Ein Volltreffer an Idee und Handlung! Für alt und sung«in« Herzensfreude!' 30 Gericht. Roman von Stefan vollatschet. Di« Herren werden Ihnen hierüber mehr Auskunft geben können." Erschöpft sank Bürger auf seinen Sitz nieder, im Saale herrschte unheimliche Stille. „Ich muß weiterfragen," begann der Staats- anwalt. \„Nicht doch, Herr Staatsanwalt. Ich ordne eine Pause von zehn Minuten an." Nach einer Pause verkündete der Vorsitzende -den Gerichtsbeschluß, daß die Verhandlung bis .auf weiteres geheim durchgeführt werde. Der Staatsanwalt begann sichtlich widerstrebend: s-Jch bin bemüßigt, weitere Fragen an den An- i nagten zu stellen: Zunächst einmal: Sie gehören, wenn ich Ihre Aussagen vorhin richtig verstan- -den habe, zu den Menschen, die zeitweise homo- sexuellen Neigungen frönen?" „Neigungen sind das Wohl nicht," seufzt« Bürger.„Es sind eher Krankheit-Wellen." -„Haben Sie nach Beendigung einer normal -sexuellen Epoche nicht mitunter Haßgefühle gegen -das weibliche Geschlecht?" „Haßgefichle niemals. Wenn, so nur gegen Itnich." „Wie äußern sich Ihre Abneigungsgefühle?" „Ich kann darauf nicht antworten. Sie ! müssen schon die Aerzte fragen." „Also Haßgefühle, die sich bis zum Bernich- .tungswillen steigern, haben Sie nie empfunden?" „Rein." ”■^Jch komme nun zu einer«och peinlicheren Frage. Sie verweigerten im Verhör jede Angabe der Gründe, die Si« zu dem beabsichtigten Verschwinden aus der gelvohnten Welt veranlaßten. Hängen diese Gründe mit Ihrer abnormalen Neigung zusammen?" ,Lch verweigere hierauf jede Antwort." „Ich möchte Ihnen dringend raten, diese Fragen zu beantworten." „So quälen Sie mich doch nicht!" ,^Jch habe keinesfalls die Absicht, Sie zu quälen. Ich frage weder aus Neugierde noch aus irgendeinem anderen von Ihnen vielleicht vermuteten Grund. Ich will also präziser fragen: Wollten Sie wegen einer Dame Ihr Elternhaus, Ihr Heimatland verlassen? Sie antworten nicht? War es vielleicht so, daß Sie mit einer Dame verlobt waren und ihre homosexuellen Triebe nicht unterdrücken konnten? Waren Sie Erpressern in die Hände geraten? So reden Sie doch, alles ist besser, als Ihr Schweigen!" „Ich habe mir vorgenommen, zu schweigen, und werde schweigen— um jeden Preis. Um jeden Preis, Herr Staatsanwall!" „Ich danke." Und nun begann Hofrat Schweiger seine Fragen an den Angeklagten zu richten. Er war darin ein Meister, jede Frage seines Prozeßgegners solange von der gegenteiligen Seite aus zu betrachten, bis entweder der Gegner als absoluter Trottel oder die Frage als ganz nebensächlich und unbeträchtlich erschien. So erschien auch nach seiner Befragung die Geldsache- als kindisch einftich. Sein Klient hatte das Geld bis zur Reise an die Ostsee parat. Dort wollte er einen Freund um Geld zur weiteren Reise bitten, hat aber, da er dort vielleicht abgelehnt worden wäre, zur Vorsicht seien Vater darauf aufmerksam gemacht, daß er möglicherweise Geld benötigen würdet Warum mit solchen Dingen die Zeit vergeuden? Des Verteidigers Fragestellung inbezüg auf die „mögliche Mordursache"(Hofrat Schweiger zitierte diese Worte mit schneidendem Hohn) Ivar noch vorsichtiger und eleganter. Demnach litt sein Klient an sexuellen Abweichungen. Die Aerzte würden ja hierüber Näheres mitteilen können, aber hieraus auf die„mögliche Mordursache" zu schließen, sei jedenfalls kühn. Die Verhandlung wurde später wieder für öffentlich erklärt, es folgten noch einige Fragen des Borsitzerchen, der dann das Verhör mit dem Angeklagten für beendet erklärte und die Verhandlung auf den nächsten Morgen vertagte. Als Staatsanwalt Dr. Hormaher abends sein Kaffeehaus betrat, wurde er von Dr. Kleinert mit den Worten begrüßt:„Meine Verehrung! Es geht ja prächtig. Wir erleben ja noch unsere Freude an Ihnen, Sie werden ja noch ein ganz schneidiger und scharfer Staatsanwau mit der Zeit! Bravo! Sie Haden ja heute schon„gejagt"! Nur so weiter, dann kann es an einer Verurteilung nicht fehlen!" „Sie haben leicht höhnen!" erwiderte Hor- mayer.„Man wird unwillkürlich von der Ma- ichinerie, vom Schema mitgerissen! Aber der Teufel hol' mich, wenn der Mensch unschuldig ist!" „Am Ende erfüllt sich der Wunsch und der Teufel holt Sie wirklich!" Zeuge« und Sachverständig«. Am nächsten Morgen begann das Zeugenverhör. Der Portier Wondrak und der Hausdiener Horak des Hotels konnten nur ihre bei der Polizei abgegebenen Aussagen wiederholen. Es war interesselos und langweilig. Etwas beweg ter gestaltete sich die Einvernahme des Stubenmädchens Mina. Vorsitzender und Staatsanwalt hielten chr das Widersprechet:-« in ihren Aussagen vor, aber die Zeugin sagte immer nur dasselbe, es war nichts aus ihr herauszubringen. Auch des Verteidigers große Kunst konnte daran nicht viel ändern, er erzielte bloß, daß das Mädchen einen Weinkrampf erlitt. Endlich sagte der Vorsitzende:„Hören Sie mal, Zeugin, Sie er- wecken den Eindruck, als ob Sie von der ganzen Affäre mehr wüßten, als Sie hier aussagen. Ich kann Sie natürlich zur Aussage nicht zwingen. Aber denken Sie doch, welche Folgen eine unaufrichtige Zeugenaussage haben Knut«. Haben Sie uns wirklich nichts zu sagen?"..# „Nein, ich weiß gar nichts, meiner Seel'. »Denken Sie auch daran, daß Sie schwere Strafe erwartet, wenn wir Ihnen beweisen können oder einmal werden beweisen können, daß Sie hier falsch aussagten. Haben Si« nicht noch irgetch etwas zu sagen? Vielleicht etwas, wat Sie selbst als unwichtig betrachten?" „Nein, ich habe alles gesagt." Die Zeugin mußte entlasten werden, und der nächste Zeuge, der Abgeordnete Dr. Bürger, betrat den Saal. Er nickte seinem Sohne zu und begrüßte mit einer angemeffenen Verbeugung den Gerichtshof. „Sie erfuhren von dem Verdacht,-er gegen Ihren Sohn gerichtet war, erst aus einer Unterredung, die Sie mit-em Herrn Polizeipräsidenten hatten?" «„Jawohl." ,^Der Brief, den Sie von Ihrem Sohne bekamen, hat Sie wohl nicht auf die Idee gebracht, daß Ihr Sohn mit dieser Affäre irgendwie zu tun hat?" CtegWsk Iss».— Cbsftebs!test«islast.— Br«mtw«rtNcha Sekttac St. Bartl Bit««». Sm.— Druck:.Um*«.•«. ffc Settana-«s«-ch»r„«. 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