Einzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich 5 Heller Porto) Bozialdemokrat Zentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik. 12 Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion u. Verwaltung: Brag II, elájanta 18 Telepb.: 26795, 31469, Nachtredakt.( ab 21 Uhr): 33858 Polscedamt: 57544 Donnerstag, 28. April 1932 Frick vor das Staatsgericht. 11 Nr. 101. Der Kampf um Wien. Wechsel in der Chefredaktion der Germania" befaßt. Es hat daraus eine Reihe von Folgerungen gezogen, die unbegründet sind.( Es wurden aus dem Personenwechsel Schlüsse auf eine Rechtsschwenkung des Antrag des Untersuchungsausschusses. Die Nazis vor der Tür. Sentrumsorgans gezogen. A. d. R.) Wir legen dem Von Julius Deutsch, Wien. Weimar, 27. April. Der Untersuchungs- Lauterkeit der Verwaltung entspricht, gegenüber Wert auf die Feststellung, daß die Neben der weltpolitischen Bedeutung der ausschuß, der sich mit Maßnahmen der thüringi- weil es die nötige Unparteilichkeit vermissen läßt. Germania", seitdem sie sich in den Händen der Preußenwahlen war es vor allem der Kampf schen Verwaltung, insbesondere in der Amtszeit zu den Vorgängen in Gotha bei der Fest- iezigen Besizer befindet, unverändert in der alten um Wien, der am letzten Sonntag das Interdes ehemaligen thüringischen Innenministers nahme von Nationalsozialisten in der Nacht zum Tradition der Gründer fortgeführt wurde. An dieser esse der politischen Kreise fand. Wien nimmt Dr. Frid befaßt, nahm am Mittwoch die 14. November 1981 empfiehlt der Untersuchungs- Saltung wird auch in Zukunft nichts ge- ja unter allen Großstädten eine einzigartige Schlußanträge entgegen. ausschuß dem Landtage, auszusprechen, daß die ändert werden. Stellung ein. Sie ist die erste Großstadt, die Danach empfiehlt der Untersuchungsaus- Maßnahmen des Polizeidirektors Herfurth Die NSDAP beschwert sich. seit einer Reihe von Jahren von einer feftent schuß dem Landtage, gegen Dr. Frid Straf- und des Kommandos der Schuhpolizei den prisozialdemokratischen Mehrheit verwaltet wird. antrag wegen Urkundenvernichtung und wegen mitivsten Grundsäßen einer geordneten Verwal- München, 27. April. Die Nationalsozialistischen Wien haben die Sozialdemokraten zu zei Berlegung der Eidespflicht zu erstatten, ferner tung widerspricht und eine Begünstigung Korrespondenz meldet, die Reichstagsfraktion der gen vermocht, was sie können. Eine Fülle ihst wegen schuldhafter Verletzung der Verfas- der NSDAP. darstellt, durch die die Teilneh- NSDAP habe beim Wahlprüfungsgericht Be- gen bermocht, was sie können. Eine Fülle sung und der Gesetze vor dem Staatsgerichts- mer eines verbotenen Umzuges der Strafe schwerde wegen angeblicher Beschränkung der sozialer Reformwerke entstand, die die alte entzogen worden sind. Der Untersuchungs- Wahlfreiheit bei den Reichspräsidentenwahlen, Kaiserstadt am Donaustrande völlig umgestalhof anzuflagen. Es handelte sich hierbei um den Versuch, ausschuß hält es deshalb für notwendig, die Re- die in einer einseitigen Benütung des tete. Das neue Wien ist trotz der Ungunst der Sitler durch Anstellung als Gendarmerie- gierung zu ersuchen, gegen Polizeidirektor Her- Rundfunks und Versammlungsbe- Zeiten, zu einer Stadt der Arbeit, zu einer fommissar von Hildburghausen die deut- furth und Polizeimajor von Brandt, beide schränkungen erblickt wird, eingelegt. Das Stadt blühenden Lebens und hoffnungsvollen sche Staatsangehörigkeit zu verschaffen. Zu in Gotha, das Dienst strafverfahren ein- Wahlprüfungsgericht werde am 3. Mai über die Aufstiegs geworden. Natürlich konnte in Wien dem Punkt„ Durchsetzung der Polizei mit Na zuleiten. Die abschließende Sigung findet am nationalsozialistische Beschwerde verhandeln. die kapitalistische Gesellschaftsordnung nicht betionalsozialisten" empfiehlt der Untersuchungs- 3. Mai statt. Das leßte Wort in der Angeausschuß dem Landtage, auszusprechen, daß das legenheit wird jedoch das Landtags ple- NSDAP im Reichstag neben den Antrag auf in einer Stadt oder allein in einem Außerdem habe die Reichstagsfraktion der feitigt werden, denn es ist klar, daß das allein Verfahren Dr. Fricks nicht dem Gedanken der num zu sprechen haben. Reichstagsauflösung gefordert, daß ge- Lande nicht möglich ist. Aber was innerhalb mäß Art. 34 der Reichsverfassung ein Unter der leider- borläufig noch bestehenden uchungsausschuß einzuseßen sei, der prü kapitalistischen Weltordnung für die Arbeiterfen solle, ob und welche öffentliche Mittelklasse geschaffen werden konnte, ist in Wien beider Wahlpropaganda für den Reichs- geschaffen oder wenigstens angebahnt worden. präsidenten von Hindenburg in Anspruch genommen worden seien. Ferner sei beantragt, daß Verbot der SA und SS aufzuheben. * jozialistischer Seite festgestellt, daß keinerlei Das Zentrum läßt sich Zeit. Besprechungen zwischen Benirum und Nationalsozialisten stattgefunden haben. Bisher feine Berhandlungen mit den Nazis. Hitlerbesuch in Wien? Deshalb gilt Wien als ein Symbol des Aufstieges der Arbeiterklasse. Die ganze proletarische Welt, aber auch nicht geringe Teile des Bürgertums, sehen gespannt Wien, 27. April.( Eigenbericht.) Ein auf das, was in Wien geschieht. Getragen von Spätabendblatt berichtet aus Berlin, daß Sit- der Achtung und Liebe des internationalen ler die Absicht habe, um die Einreisebewilligung Proletariats, aber umbrandet vom giftigen nach Desterreich anzusuchen, um in einer großen Haß der kapitalistischen Klassen geht das rote Versammlung in Wien die Ziele des National Wien seit mehr als einem Jahrzehnt seinen sozialismus darzulegen. Auf eine Anfrage wird Weg. aber von der Regierung erklärt, daß. bisher ein Der Vorstand der preußischen Zentrumspartei tritt, wie zuverlässig verlautet, am tomBerlin, 27. April. Die verantwortlichen menden Samstag und Sonntag in Berlin zu 3entrumsfreise dementierten zwar einer Sigung zusammen, an der der Vorsitzende gestern das Gerücht über die bereits erfolgte der Reichspartei des Zentrums, Prälat Ka a s, Aufnahme von Verhandlungen zwi teilnehmen wird. schen dem Zentrum und den Nationalsozialisten betreffend die Bildung einer neuen preußischen Reine Schwenkung der„ Germania". Regierung; die reaktionäre ,, Deutsche Allgemeine Berlin, 27. April. Die„ Germania" verZeitung" behauptet zwar neuerlich, daß der Kon öffentlicht in ihrer morgigen Ausgabe eine Erklärung taft zwischen den beiden Parteien bereits herge- der Verlagsleitung, in der es u... a. heißt: Ein stellt wurde und auch schon zu einer zweiten Be Berliner demokratisches Blatt hat gestern eine ratung geführt habe, doch wird auch von national- Mitteilung gebracht, die sich mit dem bevorstehenden solches Ansuchen nicht gestellt worden sei. Stockung in Genf. Zardieu erkrankt.- England drängt auf Entscheidung.- Wenig aussichtsvolle Bemühungen Stimsons. Stimson vermittelt. www Nun hatte am vergangenen Sonntag das Volk von Wien die Frage zu entscheiden, ob es den bisherigen Kurs beizubehalten oder einen anderen zu steuern wünscht. Die AntDie Nachrichten über wichtige vertrauwort ist mit erfrischender Deutlichkeit ausgefalliche Beratungen des Staatssekretärs der len. Die Mehrheit der Sozialdemokraten im Bereinigten Staaten, Stimson, mit den Ver- Wiener Gemeinderate ist nicht nur gehalten, tretern der Großmächte, insebsondere mit Reichs- sondern sogar noch befestigt worden. Mit fanzler Dr. Brüning und dem britischen 66 von 100 Mandaten verfügen die SozialParis, 27. April. Tardieu hat an den Enttäuschung herrsche in hiesigen englischen Premier Macdonald, werden heute bedemokraten über eine gegenüber dem bisheriständigen Delegierten Frankreichs beim Völker- Kreisen auch über das Zögern Frankreichs, dem stätigt. gen Zustande noch um ein Mandat er= bund, Paul Boncour, heute vormittags ein Tele- Londoner Dreimächte- Vertrag beizutreten und Diese Beratungen betrafen ausschließlich die höhte Mehrheit. Wien bleibt rot- das gramm gerichtet, in welcher er mitteilt, daß ihm ihn durch den Einschluß Italiens zu einem Fünf- lichen, daß die Konferenz nicht aufgehalten oder ist das stolze freudige Ergebnis des Wahltages. Abrüstungskonferenz. Sie sollten es ermög sein Arzt wegen einer starken Kehlkopfentzün mächtevertrag zu machen. Die englische Regie durch allgemeine Debatten über die deutsche und Nicht minder bedeutsamt als der Sieg der dung formell die Reise nach Genf untersagte. rung, so wird bei dieser Gelegenheit festgestellt, französische Abrüstungsthese bedroht werde. Stimson Sozialdemokraten ist die Niederlage der Die Judisposition Tardieus hat das inter- unternehme seit der Londoner Konferenz unge und Macdonald verhehlten nicht ihre Ueberzeugung, Wiener Christlichsozialen. Diese nationale Programm dieser Woche abgeändert: fähr jeden Monat den Versuch, dieses Ziel daß es unbedingt notwendig sei, vor allem in erster Partei möchte sich außerhalb Oesterreichs Die in Vorbereitung stehende Konferenz der Ver- irgendwie zu erreichen. Leider habe sie damit bis- Linie das deutsch- französische Problem vom politischen gerne als eine Bruderpartei des deutschen Zentreter der Großmächte in Genf wurde auf unbe- her noch keinen Erfolg gehabt. Es wird in nicht Gesichtspunkte aus einer Lösung zuzuführen, wenn frums aufspielen. Sie ist es aber nicht. Gestimmte Zeit vertagt. mißzuverstehender Weise angedeutet, sie könne die Konferenz von einem Erfolg gekrönt sein solle. führt von Ignaz Seipel und dem Heereseines Tages genötigt sein, aus Gründen der Si Stimson ersuchte Dr. Brüning um die präzise For- minister Carl Va u goin segeln die österreicherheit und des Gleichgewichtes auf die im Lon- mulierung der äußersten Zugeständnisse, mit denen Die französische Presse ist im ganzen mit doner Abkommen vorgesehenen Möglichkeiten der Deutschland der französischen These entgegenkommen chischen Christlichsozialen seit Jahren im Genfer Verstärkung der Flotte aufmerksam zu machen. diesem Umschwung zufrieden, da die fönne. Dr. Brüning antwortete auf Stimsons Auf Fahrwasser des Fascismus. Sie Berichterstatter auf verschiedene hinter den sen- Hinsichtlich der Lausanner Konferen; bekun forderung, daß Deutschland nicht die Absicht habe, sind es, die die Heimwehrbanden groß liffen geführte Verhandlungen in Genf aufmerksam machten, die in bedeutendem Maße det, in englischen Streisen die Entschlossenheit, irgendwie von seinem prinzipiellen Standpunkte der gezogen haben. Sie sind es, die jede Gewalttat sogenannten Gleichberechtigung abzuweichen. und jedes Verbrechen der Fascisten deckten. Die Die unter Verzicht auf jede Zwischenlösung eine gegen Frankreich gerichtet waren. Die Annäherungsversuche Stimsons in Genf Demokratie" der Christlichsozialen ging nur französische Presse ist besonders über die An- Regelung von Grund auf vorzunehmen. I werden ziemlich skeptisch aufgenommen. so weit, als das den Machtinteressen der besitsichtent der amerikanischen und einiger englischen zenden Klassen entsprach. Ihr Haß gegen die und italienischen Blätter mißgestimmt, die für Deutschland die Gleichberechtigung in Sozialdemokratie war ungleich größer als ihre der Rüstung verlangen. Mißtrauen Frankreichs. Der englische Gtandpunkt. In maßgebenden englischen Kreisen hat " Wiener Straßenbahner bleiben fest. Liebe zu einer ruhigen, demokratischen EntDer 1. Mai gehört der Gewerkschaft! wicklung. Deshalb formte Seipel die antimarristische Einheitsfront, in der sich alles zusammenfand, was es an reaktionärem Eifer, spießbürgerlicher Enge und fanatischem Sozialistenhaß in Desterreich gab. Nun hat der letzte Wahlsonntag über sprochen. Die von den Christlichsozialen sorgsam gehätschelten Fascisten haben ihnen selbst den Fußtritt gegeben. Was Seipel und Vaugoin gefäet haben, erntet Adolf Hitler. Die Christlichsoziale Partei, seit vielen Wien, 27. April.( Eigenbericht.) Das Unter diesen Umständen teilte die Direktion der man heute abends zu der Lage vor Vertretern Handelsministerium hat, wie auch im Vorjahr, Straßenbahnen dem Handelsministerium mit, daß der Presse ausführlich Stellung genommen. heuer wieder von der Gemeinde Wien verlangt, es selbstverständlich bei der bisherigen Uebung Ueber die A brüstungskonferens im all- daß am 1. Mai die Straßenbahnen den bleibt. gemeinen wird erklärt, die in den letzten Tagen ganzen Tag berlehren, während be geführten Verhandlungen seien sehr aus kanntlich die Straßenbahn seit dem Umiturz den Zwei Folgen des Wiener Wahlfiegs. diese Politik der Verblendung das Urteil gefichtsreich gewesen und würden, wenn sie Betrieb am 1. Mai erst um 2 Uhr nachmittags nicht durch die Erkrankung Tardieus unterbro- aufgenommen hat. Die Direktion der Straßen- Wien, 27. April. Der ehemalige Bundesthen worden wären, der Konferenz einen neuen bahnen hat nun dem Handelsministerium mitge- tanzler Dr. Seipel hat heute um eine drei Impuls gegeben haben. teilt, sie habe mit den Organisationen monatige Verlängerung seines GesundheitsFür England liegt naturgemäß das Haupt- verhandelt. Diese erklärten, sie hätten seit dem urlaubes angesucht. interesse an der Abrüstungskonferens in der Umsturz den Vormittag frei gehabt und seien Flotterfrage. Es wird darauf hingewiesen, nicht gewillt, diese Errungenschaften Innsbrud, 27. April. Wie die Blätter Jahren die unumstritten größte und führende Daj England- ohne die Ergebnisse der Abri- aufzugeben. Sollte die Direktion aber dar- melden, wird der Six der Bundesführung Bartei des Bürgertums, hat ihre wichtigsten ftungskonferenz abzuwarten in seiner Haupt- auf bestehen, mit der kleinen Minderheit der der Heimwehren für ständig aus Wien nach Positionen verloren. Sie hat in Wien rund waffe, der Flotte, bereits einen praktischen Bei- Straßenbahner, die aus politischen Gründen trag zur Abrüstung geliefert habe. Durch die gegen die Maifeier find, am Vormittag den Be- Innsbrud verlegt werden. Auch Bundes- die Hälfte ihrer Stimmen und Reise Macdonalds nach Washington sei eine Hertrieb aufzunehmen, würde die überwiegende führer Starhemberg wird sich zum größten Mandate an die Nationalsoziaabjezung der Flottenstärke der drei Seenwichte Mehrheit nicht nur am Vormittag, sondern auch Teil in Tirol aufhalten. angebahnt worden. daß am Nachmittag die Arbeit einstellen. I ist en abgeben müssen. In der Stadtverivaltung werden sie fünftighin wenig dreinzureden Seite 2 Donnerstag, 28. April 1932. Nr. 101. Wldcrsprüdic in der Judikatnr. Tie Rechtssprechung durch die ordentlichen Richter in der Tschechoslowakei ist vielleicht nicht mangelhafter als in anderen Staaten, doch kommen recht oft Fehlurteile zustande. Teils liegt die Schuld an der Ueberbürdung des Richters, noch öfter an der List des Advokaten, der keinen anderen Willen hat, als den Prozeß zu gewinnen, Rechtsempfinden und Moral kommen nicht in Erwägung. Wenige Juristen, vornehmlich älter«, bilden eine ehrenvolle Ausnahme. Aber auch die Gesetzgebung enthält unklare Bestimmungen, wodurch bei mangelhafter Ueberprüfung der Gesetze rin« falsche Auslegung und die ärgsten Widerspräche in der Rechtsprechung erfolgen können. Es kommen sogar Fälle vor, wo die Judikatur der zuständigen Rechtsstelle entzogen wird. Ein Bezirksgericht urteilt zum Beispiel in einer Sache, wo die autonome Bezirksbehörde bereits entschieden hat und schon ein in Rechtskraft erwachsenes Urteil vorliegt, so daß zwei rechtsgültige Urteile vorliegen. Ein solcher Fall ereignete sich bei dem B e- zirksgerichtein Mies. Die Bezirksverwaltungskommission in Mies entschied mit Bescheid vom 30. Feber 1928, daß nach dem Gesetze Nr. 421 vom Jahre 1919 die Nutzungsrechte der Rnstikalisten in der Gemeinde Nedraschitz zu löschen sind. In der Begründung wurde einwandfrei festgestellt, daß es sich um Grundstücke handelt, die zweifellos unter obenzitiertes Gesetz fallen. Gegen diese Entscheidung haben die Rustikalisten(früheren Nutznießer) keinen Rekurs eingebracht, somit ist sie in Rechtskraft erwachsen. Erst ein Jahr später brachten die ehemaligen Nutznießer des Gemeindegrundes eine Klage auf Bevsährung ein. Sie führten an, daß ne die Grundstücke, um welche es sich handelt, 60 Jahre in ihrer uneingeschränkten Benützung hatten und sie verlangen, daß im Grundbuche diese Felder als ihr rechtmäßiges Eigentum eingetragen werden. Oberlandesgerichtsrat Kostial gab tatsächlich diesem Anträge Folge und sprach den Rusti-, kalisten die Gemeindegrundstücke zu. Nach der Judikatur des Bezirksgerichtes in Mies ist das Gesetz Nr. 421 vom Jahre 1919 über Umwandlung des Gemeindegutes außer Wirksamkeit gesetzt. Sämtlicher Gemeindegrund, welcher unter obenzitiertes Gesetz fällt, kann als verjährt erklärt weiden. In allen Orten, wo sich eine Mehrheit der Rustikalisten(Landbündler) befindet, können alle rechtsgültigen Entscheidungen für Bezirks-«nd Landesvertretungen aufgehoben werden. Die Begründung zu diesem zitierten Urteile ist mangelhaft, wenn nicht leichtfertig. Der Richter stützt sich zum Beispiel in seinem Urteil auf eine Urkunde vom Jahre 1823, welche das Gegenteil zu seinem Urteil« beweist. Es. heißt in der Urkunde wörtlich: „Es lreten die Gebrüder Nikolaus und Matthias Helm als gegenwärtige Grundobrigkeit des Gutes Nedraschitz, von dem zu diesem Gute'gehörigen Dominikalhutweidengrnnde Nr. top. 115 gegen Mirschowitz noch 2 Joch 100 Quadratklafter einen Flächcnbetrag von 1496.5 Quadratklafter der Gemeinde der zu diesem Gute gehörigen Dorfes Nedraschitz zur Stiftung eines Gemeindevermögens ins emphiteutischeEigen- t u m a b." In einem anderen Absatz heißt es weiter, daß dieser überlassene Grund mit amtlicher Bewilligung zum Nutzen der Gemeinde an den Meistbietenden zu verpachten sei und der eingehende Pacht- schilling als G e m ei noev e rm ög en, nach Abzug der Steuern und des Zinses, zu erlegen sei. Aus dieser Urkunde, auf welche sich der Richter stützt, ist klar zu ersehen, daß es sich um Nutzungsrechte nach§ 70 des oben zitierten Gesetzes handelt. Das Gericht erklärt aber merk- würdigenveise, es handle sich nicht um Nutzungsrechte an einem Gemeindegut, sondern um den auf einem zivilrechtlichen Titel auf Ersitzung eines sich gründenden Eigentumserwerb. Als Kronzeuge in dieser Richtsache wird der Guts- b"sitzer G. Helm geführt, ein Nachfolger des Niklas und Matthias Helm. Derselbe sagt zu Ungunsten der Gemeinde aus und verschweigt, daß die fraglichen Grundstücke zur Gründung eines Gemeindestammvermögens von leinen Vorfahren gegeben wurden. Der Richter weiß das und macht den Zeugen nicht aufmerksam, denn wir wollen in keinem Falle annehinen, daß Helm einen Meineid beabsichtigt hat. Aus dieser kurzen.Darstellung ist zu ersahen, wie mangelhaft begründet-ein Urteil gefällt wird. Tic Leidtragenden find die armen Kleinlandwirte, Häusler und Pächter, so auch die Gemeinde selbst. Was soll aber in diesem Falle weiter geschehen? Es st ehe n sich zwei in Rechtskraft erwachsene Urteile gegenüber..(Die Kleinbauern konnten mit Rücksicht auf ihre finanzielle Lage keinen Rekurs ergreifen.) Wir erwarten, daß di« administrative Behörde, das Bezirksamt, welche als Aufsichtsbehörde über das Gemeindovermögen zu wachen und zu entscheiden hat, energisch eingreifen wird. Es handelt sich um ein Stück Autonomie und um«in« prinzipielle Entscheidung. Wir wiffen, daß der Herr Justizminister bestrebt ist, die Ordnung in der Jrwikatur herzustellen, wir fühlen uns aber trotzdem verpflichtet, auf den oben geschilderten Fall aufmerksam zu machen. Dominik Leibl, Vorsitzender des Zentralverbandes der.. Kleinbauern und Häusler in der Tschechoslowakischen Republik. Die Spiritusvorlagen weiter strittig. Prag, 27. April. Die für heute angesetzte Sitzung des landwirtschaftlichen Ausschusses des Abgeordnetenhauses, in der die Abstimmung über die Spiritusvorlage vorgenommen iverden sollte, wurde wieder abgesagt und auf morgen, Donnerstag Bmnnittag verlegt, weil die Beratungen innerhalb der Koalition über das Schicksal der eingebrachten Abänderungsanträge bisher noch zu keiner Einigung.geführt haben. Immerhin soll es in den bis spät abends andauernden Verhandlungen zu einer getvissen Annäherung gekommen sein. Die Frage der be sonderen Steuer auf Rübenzucker war noch immer offen, wogegen in der Preisfrage des neuen Gemisches nur noch eine Differenz von 5 Hellern pro Liter, nämlich 2.60 oder 2.65 X, zur Debatte stand. Die Pauschalierung bei den Sliwowitzbrennereien dürfte überhaupt entfallen. Daher wurden auch im Gewerbeausschutz die Vorlagen über die Errichtung von Rüben- zuckersabriken und über die obligate Beimischung von Spiritus zu den motorischen Betriebsstoffen von der Tagesordnung abgesetzt. Man muß annehmen, daß dadurch die Lösung aller dieser Spiritusfragen wieder auf die nächste Woche verschoben ist. Der Gewerbeausschuß verhandelte dann nur den Zusatzvertrag zum Handelsvertrag Vormarsch auch in Körnten. Klagenfurts 27. April. Das definitive Resultat der Sonntags stattgefundenen Gemeindewahlen in Kärnten, ist mit Ausnahme Klagenfurts folgendes: Die Sozialdemokraten erhielten 52.876 Stimmen und 995 Mandate(im Jahre 1928 51.580 Stimmen 958 Mandate), die Wirtschaftspartei 42.907 Stimmen und 1338 Mandate(38.723 Stimmen und 1136 Mandate), die Nationalsozialisten 18.367 Stimmen und 337 Mandaie(2198 Stimmen 24 Mandate), die Christlichsozialen 8392 Stimmen und 231 Mandate(8369 Stimmen und 205 Mandate), der Landbund 6937 Stimmen und 237 Mandate(14.872 Stimmen und 499 Mandate), die Kärntner Slowenen 7127 Stimmen und 225 Mandate(9260 Stimmen und 239 Mandate), die. Kommunisten 2397 Stimmen, 27 Mandate(404 Stimmen und ein Mandat). haben, denn sie mußten überdies sämtliche Bezirksvorsteher- Stellen, die bisher von ihnen besetzt waren, an die Sozialdemokraten abtreten. Aber noch mehr: ihre Wiener Niederlage erschüttert auch die Stellung der Bundesregierung. Im Bundesrate, der ersten Kammer Oesterreichs, hören die Christlichfozialen, die dort bisher die Mehrheit hatten, auf, die stärkste Partei zu sein. Damit wird die Stellung der Regierung, die auch im Nationalrate nur eine Minderheit hinter sich hat, unhaltbar. Eine schwere Regierungskrise wird nur noch ganz kurze Zeit auf sich warten lassen. Auch in den einzelnen Bundesländern, in denen Landtagswahlen waren, ist die Stellung der Christlichsozialen geschwächt worden. Sie verlieren die bisher besessene absolute Dtehrheit in Nieder» st erreich und Salzburg. Die Nutznießer sind auch dort die Nationalsozialisten. Die österreichische Sozialdemokratie wird von nun an mit den Natiostalsoziali- st e n als einem sehr ernst zu nehmerwen Gegner rechnen müssen. Wohl ist den Nationalsozialisten nirgendwo der Einbruch in die sozialdemokratischen Wählermassen gelungen. Aber sie sind nun auch in Oesterreich zur größten Partei des städtischen Bürgertums geworden. Zwischen der Sozialdemokratie und dem fascistischen Nationals«ialismus wird in den nächsten Jahren der Hauptkampf in der politischen Arena Oesterreichs ausgefochten werden. Die Sozialdemokratie kann diesem Kampfe umso zuversichtlicher entgegensehen, als ihr„Feind im Rücken", die K o m m u n i- sten, eine arge Blamage erlitten. Im roten Wien, in dem die Sozialdemokratie 682.000 Stimmen auf ihre Kandidaten vereinigte, erreichten die Kommunisten rund 20.000 Stimmen! Und dieses klägliche Resultat trotz des Druckes einer schweren Wirtschaftskrise, trotz zehntausender Arbeitsloser und trotz einer wahrhaft besefsenen wüsten Schimpforgie gegen die Sozialdemokratie! Die Fahne des demokratischen Sozialismus flattert stolz auf den Zinnen des Wiener Rathauses. Zuversicht belebt und stärkt unsere Reihen. Nun geht es vorwärts zum Kampfe um den Staat! 2« Sund der Ermurdetra. Von Mario Bnzzichini. Michele trat ein, warf die Tür hinter sich zu, riß aus der Tasche ein Meffer und sagte:„Endlich: Jetzt werden wir abrechnerl!" Giovanni war in einer Ecke der Stube mit dem Reinigen seines Jagdgewehres beschäftigt; er hatte aber die Stimm« sofort erkannt; als er sich umdreht«, war er sehr blaß. „Was willst du?" fragte er tonlos. „Ich bin gekommen, dich zu begrüßen", antwortete Michele.„Mit dem da", fügt« er dann hinzu und zeigte das Messer. Die zwei Männer fielen übereinander her und begannen schweigend zu kämpfen. Dann stürzte- Giovanni zu Boden, das Messer in der Brust, das Gesicht wachsfarden. Blut quoll ihm aus der Kehle und er begann zu röcheln. Auf dieses Geräusch hin kam Brocco, sein Hund, der bis dahin in einer Ecke gesessen war und der Szene zugesehen hatte, in seine Nähe. Das Tier schaute den Mörder an, wedelte mir dem Schweif und leckte sich die Schnauze. Ganz klar, es hatte nichts begriffen. Michele strich sich mit der Hand über die Stirn, holte tief Atem und horchte. Von draußen hörte man nur das Gackern der Hühner und das Summen der Bienen. Hier aber, in der Stube, war es lautlos wie in einem Grab. Michele hatte sich den Tag gut gewählt: Karoline, die Wirtschafterin, war fortgegangen, kein Mensch also würde den Täter auch nur ahnen. In der Umgebung glaubten ja noch viele, Giovanni und Michele wären so gute Freunde wie einst. Man wußte nichts von ihrer verblen-' beten Eifersucht, deren Ursache ganz belanglose Dinge waren:«in einziger Streifen Boden, das Waffer eines Grabens, die Früchte eines auf dem Grenzstein wachsenden Obstbaumes. Endlich gaben zehn oder fünfzehn Birnen den Ausschlag. Und das Gräßlichste war geschehen. Ohne einen Funken Mitgefühl nähert« sich nun der Mörder dem Gefallenen, zog ihm das blutbefleckte Meffer aus der Brust, reinigte es in einer Schüssel und wischte es dann mit einem Tuchfetzen blank. Hierauf betrachtete er sich von oben brs unten, ob nicht ein Zeichen des Kampfes an ihm zu sehen wäre, oder ein Blutfleck. Es war aber nichts. Um einen Raubmord vorzutäuschen, öffnete er nun all« Schubläden, warf einige Möbelstücke um und ließ etliche Münzen zu Boden kollern. An sich selber und die eigen« Sicherheit dachte er vorerst gar nicht; immerfort gingen ihm die fünfzehn Birnen durch den Sinn. Endlich entfernte er sich, den Kopf trotzig erhoben, die geballten Fäuste in den Taschen. Draußen erwartete ihn das weite, einsam« Feld. Mit großen Schritten ging Michele zuerst einen Rain entlang und schlug dann den Pfad ein, der zu seinem Häuschen führte. Obwohl der Weg nur drei Kilometer lang war, schien er ihm diesmal endlos. Und fortwährend mußte er an jenes Röcheln seines Opfers dercken und an das wächserne Antlitz. Die ganze Szene wiederholte sich in seinem Hirn mit einer Beharrlichkeit, die plötzlich für ihn etwas Furchtbares hatte. „Jetzt werden wir abrechneu... Was willst du?... Ich bin gekommen, dich zu begrüßen ... Mit dem da." Und dann eine Pause, der Finsternis, dann wieder das Röcheln und Gurgeln, dann das wächserne Gesicht. Die unendliche Einsamkeit des Landes bedrückte ihn wie ein Alp. Es war so viel Sonn« da, so viel Licht, und in'den Hecken summten so seltsam und geheimnisvoll die Insekten... Und dabei schien es dem Mörd«r, als folge jemand unbemerkt seinen Spuren. Michele beschleunigte seine Schritt« und warf dabei stets wieder einen scheuen Blick nach rechrs Und links, um sich zu vergewissern, ob ihn nicht jemand beobachte. Plötzlich aber drehte er sich um und zuckte zusammen. Richt im Gebüsch, aber auf dem Wege folgte ihn einer ganz ruhig: Brocco. Es war dies ein großer, schwarzer Hund mit den Merkmalen verschiedener Rassen, von denen zwei ganz deutlich zu erkennen waren. Er hatte ein langhaariges, struppiges Fell, einen großen Kopf, und eine plattgedrückte Schnauze; aber in diesem Kopf leuchteten zwei blaue, immer etwas feuchte Augen, Augen, die seine Treue verrieten und die weiche Anhänglichkeit seines Charakters. Gang ruhig ging er in einiger Entfernung hinter dem Mann. Als Michele eingesehen hatte, daß der Hund nicht weggubringen war, ging er weiter mit noch eiligeren Schritten. Fast laufend legte er etwa hurü)ert Dieter zurück und lvandte sich dann um. Ein Aufatmen der Erleichterung entrang sich seiner Brust:- Brocco war verschwunden. Schon glaubte Michel«, sich des Hundes entledigt zu haben, als Brocco nach kurzer Zeit bei einer Biegung wieder zum Vorschein kam. Michel« blieb wie angewurzelt stehen und das Herz schlug ihm bis in den Hals hinauf. Der Gedanke, mit dem Hund seines Opfers gesehen zu werden, jagte ihm einen Schauer über den Rücken. „Weg von hier!..." Aber der Hund rührte sich nicht. Da kam Michele der Gedanke, den Hund um- zubringen. Er blieb zwischen den rauschenden MaisManzen stehen und griff nach dem Meffer in der Tasche. Aber das Messer weckte in ihm mit Frankreich vom 23. März 1932.(Dieser Vertrag stand gleichzeitig auch im Autzenaus- schutz zur Verhandlung.) lieber Verlangen Frankreichs mußte sich die Tschechoslowakei dazu verstehen, in die Dekonsolidierung französischer Zölle für Gerste, Hopfen, Spiclwaren und Konfektion einzuwilligen. Dafür erhielt die Tschechoflowakei gewisse Begünstigungen für Holzschnitzereien, Messer und optische Instrumente. Der Zusatzvertrag enthält jedoch die Bedingung, daß neue erhöhte Zölle auf diese Waren nicht ohne gegenseitig« Einvernahme eingeführt werden dürfen, so daß es noch im Verhandlungswege even. möglich sein wird größere Härten fiir unseren Export nach Frankreich zu beseitigen. In der Debatte sprach unter anderen der tschech. Nationalsozialist 8eb a über die schwierige Lage der Tex- ti l i n d u st r i e, die allein eine Milliarde eingefrorener Kredite im Auslände hat. Er trat für eine ganzstaatliche Wirtschaftskonferenz ein, die die besten Köpfe aller Parteien und die Vertreter aller Interessenten und Korporationen umfassen soll. Der tschechische Agrarier 2ilka verweist auf das Passivum unserer Handelsbilanz mit Deutschland und frägt, ob diesbezüglich schon Verhandlungen mit Deutschland eingeleitet worden seien. Die Vorlage wird schließlich nach längerer Debatte angenommen, ebenso noch das Ber- fassungsgesetz, durch das die Staatsgrenzen mit Rumänien geregelt werden. Hiezu wurden in der Debatte verschiedene Beschwerden über das Vorgehen der rumänische» Grenzbehöroen gegen tschechoslowakische Staatsangehörige' laut. Der Verkehrsausschutz behandelte die kürzlich eingebrachte Regierungsvorlage über die Elektrifizierung des Flachlandes, wobei beschlossen wurde, die staatliche Subvention fiir die Jahr« 1934 bis 1938 von 20 auf 25 Millionen zu erhöhen, allerdings unter der Voraussetzung, daß auch der Finanzminister seine Zustinuuung gibt. Die Entscheidung über den Antrag, die Wirksamkeit des Gesetzes bis 1940 zu verlängern, soll dem Budgetausschuß überlassen werden. Der Wehrausschutz nahm die Vorlage über die materille Besser st ellung der längerdienenden Unteroffiziere mit kleineren Acnderungen an. Der Verteidigungsminister ViSkovsky erklärte u. a-, daß die Einrechnung auch der P r ä s e n z d i e n st z e i t in die Vorrückung und Pension bei allen staatlichen und öffentlichen Angestellten baldigst durchgeführt sverden sollte, da ja sonst diejenigen, die der Wehrpflicht nachkamen, gegenüber jenen, die nicht einzurücken brauchten, stark benachteiligt sind. Der Ausschuß nahm auch u. a. eine dementsprechende Resolution an. Der Böhmische Landesausschutz behandelte in seiner Sitzung vom 27. April außer laufenden Angelegenheiten 78 Gemeindevoranschläge und bewilligte 62 Gemeinden die Einhebung verschiedener Abgaben und Gebühren. Weiter vergab er Bau- und Mafchinenbauarbeiten in den einzelnen Landesanstalten im Gesamtbeträge von 47.000 Kronen. Er bewilligte weiter Landesbei- träge für Regulierunegn und Meliorationen in der Höhe von 674.000 Kronen sowie für die systematische Einführung des Fernsprechers in einigen Landgemeinden Landesbeiträgc in der Höhe von 13.000 Kronen. Außerdein wurde dem Verein tschechoslowakischer Ingenieure die Errichtung eines neuen Gebäudes für das Panorama von Marold„Die Schlacht bei Lipanh" bewilligt. Dieses Gebäude wird auf dem Prager Ausstellungsplatze errichtet werden. wieder den Gedanken an das Verbrechen, an das Blut, das Röcheln und das wachSgelb« Gesicht. Er wollte sich beruhigen. Herr werden über die schreckliche Angst, die ihn gepackt hatte. Für einen Augenblick setzte er sich ins Gras. Da lief aber der Hund wieder aus ihn zu und blickte ihn an: mit diesen sanften, blauen Augen eines Opfers, mit diesen Augen, deren Blick für Michele nicht zu ertragen war. Sie sagten:„Du hast mir den Herrn gelötet— was soll ich nun beginnen?. Bring' auch mich um, bring' mich um." Die Stirn des Mörders bedeckte sich mit Schweißperlen; er konnte nicht davonlaufen, nicht schreien, nicht die Klinge in daS Weiche, schwarze Fell bohren. Di« Augen des Hundes aber sprachen weiter: „Schau, ich bin bereit. Ich warte auf deinen Stich. Nie mehr werde ich von dir weichen, wenn du mich nicht tötest." Sie sagten:„Ich war der Schatten meines Herrn... Michel« wünscht« nun brennend, daß die Weite von Lärm widergchallt hätte, von Stimmen, von Rufen, dieses Alleinsein inmitten der schweigenden Felder konnte er nicht ertragen, diese zwei blauen Augen erfüllten ihn mit namenloser Angst. Um sie nicht anschauen zu müssen, blickte er gegen den Himmel, dessen unendliche Kuppel von goldenen Reflexen durchzuckt war. Einige Bauern, die bei Sonnenuntergang nach Hause gingen, hörten dieses Lachen. Di« Neugierde ließ sie näherkommen. Da fanden sie Michele, der mit einer Heuschrecke spielte und keinen von ihnen erkannte. Neben ihm lag ein Hund und wartet« ruhig. Auwrisierte Ueberietzung aus dem Italienischen. Mr. 101. Die Bolligung der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf Donnerstag, 28. April 1982. Hitlers Hotelrechnung. Ein Musterbeispiel für die frechen Ablengnungsmethoden der Nazipreffe. hat am Dienstag einstimmig beschlossen, den von einem Ausschuß vorgelegten Fragebogen über das Verbot der Stellenver- In ihrer grenzenlosen Ueberheblichkeit und mittlungsbüros gegen Bezahlung an die Aufgeblasenheit haben sich die Nazi jetzt eine Regierungen abzusenden und den Abschluß einer Methode der Ableugnung gegnerischer Argumente Konvention über dieses Verbot auf die Tages zugelegt, die in der Geschichte der politischen orditung der Konferenz für 1933 zu sehen. Ent- Stämpfe ihresgleichen sucht. Man entfräftet nicht sprechend den Antworten wird das Internatio- etwa die Vorwürfe der Gegner, sondern erklärt nale Arbeitsamt dann einen Konventionsent wurf vorlegen. Der Fragebogen wünscht eine Definition der zu verbietenden Büros, ferner Angaben über ein generelles Verbot über Ausnahmen für bestimmte Berufe, über Anpassung der öffentlichen Arbeitsvermittlungen an die Bedürfnisse der vom Verbot betroffenen Berufe, über die Zeit spanne bis zur völligen Aufhebung und über die nationalen und internationalen Strafmaß nahmen gegen Uebertretungen des Verbots. Ebenfalls einstimmig hat die Konferenz die Erweiterung des Schutzabtom mens für Hafenarbeiter angenommen, wobei besonders die Binnenschiffahrt eingeschlossen bleibt und die Regierungen verpflichtet werden, sofort in Verhandlungen über die Gegenseitigkeit der Anwendung der Schutzbestimmungen einzu treten. fategorisch und mit einem Ünfehlbarkeitsbewußtfein, das nicht einmal der Bapst aufbrächte, daß alles, was die Andern sagen, Lüge sei. Wir haben vor kurzem die fatsimilierte Wiedergabe einer Rechnung des Berliner Zugushotels Kaiserhof veröffentlicht, die für einen zehntägigen Aufenthalt des Führers Hitler und feines Stabes rund 4000 Martquittierte. Die Nazipresse erwidert. Aber wie! Sie behauptet nicht etwa, daß Hitler nicht im Kaiserhof logiert, oder daß er weniger bezahlt habe, fie drudt nicht vielleicht eine andere Rechnung ab, sondern behauptet einfach: Es ist von der Rügenabwehrstelle der NSDAP. aus durch die eidesstattlichen Erlärungen fofort erwiesen worden, daß diese Rechnung gefälscht wurde und in teiner Richtung den Tatsachen entspricht. Trotzdem bringt die hiesige Sosipresse diese Lügenmeldung! Besser konnten sich diese Journaille nicht charak terisieren!! Die zwischen den sieben hauptsächlichsten Kohlenländern vorgesehene Besprechung über eine gemeinsame Ratifikation des Arbeitszeitabkommens für den Kohlenbergbau mußte abge- Die Lügenabwehrstelle der NSDAP" at werden, weil England die Teilnahme ver- die neueſte deutsche Autorität, dürfte ungefähr neigerte, weil die Reparationsfrage bisher nicht so verläßlich sein wie das Wolffbüro im Striege. gelöst ist. Die Besprechung soll deshalb erst nach Ihre Lügen haben aber doch kurze Beine. Denn der Lausanner Konferenz stattfinden. Tschechoslowalische Zoll- Delegation nach Berlin und Wien. Prag, 27. April. Morgen, Donnerstag, den 28. April reist eine tschechoslowakische Delegation nach Berlin, an deren Spitze der bevollmächtigte Minister Dr. Friedmann steht, um dort mit Deutschland über die Regelung einiger ftrittiger Fragen zolltarifarischen Charafters, die den gegenseitigen Zahlungsverkehr betreffen, zu ver handeln. Sonntag, den 1. Mai reist eine Delegation nach Wien zum Zwecke der Fortsetzung der Verhandlungen mit Oesterreich über die Regelung einiger Zölle. An der Spitze dieser Delegation steht Obersektionsrat Brabec, vom Außen ministerium. jeder denfende Mensch- also jeder Nichthitlerianer wird sich sagen, daß ein Dementi der sagenhaften Abwehrstelle ein Quart ist und eine photographierte Rechnung höchstens dann als auch das Hotel, das sie ausgestellt hat, sie als Fälschung gebrandmarkt werden könnte, wenn Fälschung erklärt und wenn die richtige Rechnung im Bilde vorgeführt werden könnte. Das ist aber nicht der Fall. eidesstattlichen Dementi Kenntnis er Inzwischen haben wir von dem Hitler'schen halten. Es lautet: Es ist unwehr, daß ich für mich im Raiserhof für zehn Tage den Betrag von 4048 M. ansgegeben habe. Wahr ist, daß diefe Rechnung eine Fälschung darstellt, wegen der„ Die Welt am Montag" bereits vertlagt ist. Das ist wieder so wie mit den Bildern bom, Braunen Haus. Wir veröffentlichten seinerzeit ein Bild, das wir als das ,, Führerzimmer" bezeichneten. Darauf erklärte der Tag" patheBerliner Distont- 5 Prozent. tisch, das sei eine Fälschung, denn Hitlers Arbeitszimmer sehe ganz anders aus. Nun Berlin, 27. April. Die Reichsbank hat mit brachten wir das Bild von Hitlers Arbeitszim Wirkung vom 28. April 1932 den Diskont- mer, das eben mit dem Führerzimmer nicht iden sa von 5.5 auf 5 Prozent, den Lombard- tisch ist, und dann schwieg der Tag" endlich. Hier latz von 6.5 auf 6 Prozent ermäßigt. ist derselbe Vorgang eingehalten. Der nationalsozialistische Parteibesizer berichtigt etivas, was Mit Riesenschritten zum Hochschutzoll. niemand behauptet hat. Niemand hat behauptet, daß Sitler für sich in zehn Tagen Die Folgen des fonservativen Wahlfiegs. 4048 M. ausgegeben habe, sondern die veröffentLondon, 27. April. Die Regierungsvorlage, lichte Rechnung lautet für 10 Tage und 12 die dem Schabamt die Möglichkeit gibt, je de Personen! Hitler bestreitet die Richtigkeit beliebige Warenart von der Freiliste zu dieser Rechnung nicht! Was heißt also: die streichen, wurde nach heftigem Stampf heute im Rechnung sei gefälscht? Ist die Kopie einer RechUnterhause mit 318 gegen 65 Stimmen ange- mung eine Fälschung oder nicht? Weder das nommen. Auch einige Liberale stimmten gegen Luxushotel Kaiserhof noch Herr Hitler bestreiten, die Regierung. Ein Zujazantrag der Labour- daß die Rechnung an und für sich, nämlich die party, der ein Verbleiben von Weizen, Roggen Höhe der Summe, richtig ist. Dafür sprechen und Fleisch auf der Freiliste unter allen Um auch unbestreitbare Tatsache 1. ständen sichern sollte, wurde mit 305 gegen 52 Stimmen abgelehnt. Der badische Beamtenerlaß. Karlsruhe, 27. April. In der heutigen groBen politischen Aussprache des badischen Landtags nahm Staatspräsident Dr. Schmitt zu dem badischen Beamtenerlag gegen die politische Beteiligung dre Beamten in der NSDAP Stellung. Die badische Regierung habe ihre Erflärung erlassen, weil der Be stand des Staa tes gefährdet sei. Es sei im Büro und Es ist Tatsache, daß Zimmer dort nicht unter 15 Mark zu haben sind. Es ist Tat= sache, daß der Preis für Mittagsgedecke 5 Mark beträgt. Es ist weiter Tatsache, daß Hitler mit seinem Stab die besten Zimmer gehabt hat. Und es ist weiter Tatsache, daß diese Rechnung noch nicht einmal den ganzen Tagesbedarf ausmacht, sondern nur Zimmer, Frühstück, Mittagessen und einiges Feuchte. Wo ist also die Fälschung? Die Rechnung ist natürlich echt und Hitler hat mit seinem Stab tatsächlich für Wohnung, Frühstück und Mittagessen in zehn Tagen 32.400 Seronen, also täglich 3240 Kronen, oder pro Kopf- wenn man das von Nazihäuptlingen sagen fann 270 Kronen im Tag ausgegeben. Da die Herren zum Nachtmahl vermutlich auch etwas mehr als Bellfartoffeln gespeist haben, dürfte sich ihr Tagesbedarf auf 350 bis 400 Stronen stellen. wwww Saben in Ihrer Gemeinde schon alle Funktionäre ihr kommunalpolitisches Blatt Seite 3 In vielen Gemeinden wurde schon beschlossen, allen Gemeindefunktionären, ein ohne Unterschied der Partei, fommunalpolitisches Organ nach freier Wahl des betreffenden Funktionärs, auf Gemeindekosten zuzustellen. Ein derartiger Beschluß ist zweifellos sehr wichtig, weil es eine Aufgabe der tommunalen Berwaltung ist, für die Schulung der tätigen Gemeindefunt tionäre zu sorgen und ihnen wenigstens einen fleinen Teil der zu ihrer ständigen Information nötigen Behelfe zur Verfügung zu stellen. Genossen! Wenn in eurer Gemeinde ein derartiger Beschluß noch nicht besteht, so stellt einen diesbezüglichen Antrag! Jedem sozialdemokrat. Gemeindefunktionär sein Blatt ,,, Die Freie Gemeinde". Die Entkräftung dieser Tatsache durch ein Dementi der Lügenabwehrstelle" schien den Herren im„ Tag" wohl selbst zu schwach, weshalb sie im selben Blatt, aber an anderer Stelle, mit dem wuchtigen Angriff herausrücken, sozialdemokratische Führer hätten im Jahre 1920(!) in dem Semmeringhotel Breitenstein gewohnt, wobei der Tag" nur einem der also ,, Entlarvten" Schwer lastet die Wirtschaftskrise auf den ( das Hotel ist eine Kuranstalt ohne jeden Luxus- arbeitenden Menschen. Männer und Frauen charakter), dem Genossen Czech, als mildernd treibt sie zur Verzweiflung und ins Elend. Am Kinder in Not. einräumt, daß er ja den Aufenthalt aus eigenem meisten leiden aber darunter die Kinder des bezahlen konnte und mit seiner franken Broletariers. Die Wohnverhältnisse in unseren aber wird erwähnt, daß der verstorbene Genosse einem einzigen, winzigen Raum hauſen oft sechs Frau dort war. Als noch stärkeres Argument Industriedörfern spotten jeder Beschreibung. J In Restaurant Schöner in Wien gespeist habe. Die zweit, in vielen Fällen sogar zu dritt in einem Austerlitz trotz wiederholter Angriffe" im bis acht Personen. Die Kinder schlafen zu wiederholten Angriffe" der Exprefferblätter des Bett, d. h. wenn der Raum so groß ist, daß Sandor Weisz und der Nazi- Döz dürften den drei Betten barin Platz haben, sonst muß der Entschlüssen beeinflußt haben. Daß ein alter vielen Orten sieht man schon die kleinen barfuß Genossen Austerlitz auch sonst nicht in seinen Strohsack auf den Fußboden gelegt werden. Int Mann, der bis zu seinem Tode Tag und Nacht gehen, weil das Schuhwerk nicht mehr zu ge und fast immer bis 4 Uhr früh am Schreibtisch brauchen ist und neues nicht mehr angeschafft ( Schöner ist ein kleines Restaurant in der Wie nicht das ergste, wenn wenigstens genug Nahsaß, sich von seinem ehrlich verdienten Geld ein werden kann. Schwere Erkältungen der Kinder mittagessen in einem ordentlichen Gasthaus sind die Folge. Aber das alles wäre noch ner Burggasse) laufte, dürfte in den Augen rung wäre. Wie im Kriege, so kann auch hente gejitteter Menschen noch lange teine Entkräftung die Mutter die Bitten ihrer Kinder um Brot Der Tatsache sein, daß der Naziführer für sich nicht erfüllen. Viele hunderte Kinder werden und seinem Stab täglich 400 Mark Hotelrechnung zwar von der Milchaktion unseres Miniauswirft, aus Geldern, deren Herkunft ja nie- fters Genossen Dr. Czech erfaßt, aber was ist mandem ein Geheimnis ist! * Hitler flagt nicht, sondern wird geflagt! Wir erhalten zu der Frage der angeblich gefälschten" Hotelrechnung Hitlers aus Berlin folgende Meldung: von 67 Kindern 52 nicht gesund ein Viertelliter Milch und eine Semmel, wenn es während der ganzen Woche kaum dreintal etwas zum Mittagessen gibt? Wenn die Kinder hungrig schlafen gehen müssen und nicht selten ohne Frühstück zur Schule? Der Arbeiterverein kinderfreunde", der gemeinsam mit der Arbeiterfürsorge" versucht zu helfen, steht fast machtlos vor dem ungeheuren Elend. Bei einer ärztlichen Untersuchung einer unserer Die von der Welt am Montag" veröffent- Kindergruppen wurde vom Aerzte festgestellt, lichte Originalrechnung wurde als Faldaß schung" bezeichnet, und in der Presse der NSDAP. wurde angefüdigt, daß Hitler das Berliner Montagsblatt wegen seiner Veröffentlichung schnellstens sind. Blutarm, Unterernährung, Rüdenverkrümverklagen werde. Eine derartige Niage aber ist bis mungen als Folge schlechter Ernährung und das heute weder von Herrn Hitler veranlagt, noch bei Furchtbarste, der Redaktion des betreffenden Blattes eingegangen. Die Welt ant Montag" stellt deshalb feſt, daß sie jetzt ihrerseits gegen Hitler und den Nagilautsprecher Goebbels I age mit Die gefürchtete Krankheit der Proletarier überdem Antrag erhoben habe, dem einen wie dem fällt unsere Kinder und wir können nur unter anderen zu verbieten, die erwähnte Veröffent Anstrengung aller Sträfte mangelhaft helfen. lichung als Lüge zu bezeichnen. Die Redaktion des Dazu kommt noch, daß auch unsere GemeinBlattes sei bereit, für die Richtigkeit ihrer Be- den keine Mittel zur Verfügung haben, hauptungen den Wahrheitsbeweis anzutreten. Die um für die Kinder von nichtversicherten Eltern Es ist Tatsache, daß dies feudale Hotel 14. Sivilfammer des Landgerichts I Berlin hat Medikamente zu beschaffen. Ein großer Teil der Raiserhof stets Hitlers Quartier in der Sache Termin für Ende Mai angesetzt. ift, wenn er in Berlin absteigt. Es ist allbeLehrerschaft steht anscheinend all diesem Elend Vor dem Landgericht wird allerdings weder fremd gegenüber. Wenn unter dem oben geschilkannte Tatsache, daß dieses Hotel der Groß- Sitlers eidesstattliche Erklärung, noch das De- derten Wohlverhältnissen Kinder nicht mehr ganz verdiener( neben Hotel Adlon) die höchsten menti der Lügenabwehrstelle ausreichen, eine sauber zur Schule tommen oder gar Läuse Preise für Quartiere und Verpflegung hat. vorhandene Rechnung aus der Welt zu schaffen. haben, so werden diese Kinder ganz einfach fit Acht Millionen Arbeitslose in USA. New York, 27. April.( Reuter.) Auf Grund[ 7,950.000 erhöht. Green empfiehlt als Mittel während der Büroſtunden agitiert worden. Der der Angaben des Vorsitzenden des staatlichen Ar- gegen die Arbeitslosigkeit die Einführung Bräsident gab seinem Vertrauen zur Beamten- beitsverbandes Green hat sich die Zahl der Ber fünftägigen Arbeitswoche. schaft Ausdruck, daß sie erkenne, ob sie mit der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten auf Legalitätsbeteuerung und mit den besoldungspolitischen Versprechungen der NSDAP irregeführt würde. Die Beamtenschaft möge sich bei von diesen 67 Kindern sind 6 Kinder lungenkrank. eine besondere Bank gesetzt. Bei den schulärzt lichen Untersuchungen müssen sich diese Kinder abseits von den anderen stellen und nur selten werden die Eltern vom Ergebnis der Untersuchung verständigt. Mit Tränen im Auge erzählen uns diese Kinder, wie sie vom Lehrer und den anderen Kindern verachtet werden. den Nationalsozialisten dafikr bedanken, wenn die Chinesisch- japanischer Waffenstillstand des Generals Yoda gegen die Ostchinesische von der ersten größeren Gemeinschaft, die die Regierung mit unerbittlicher Strenge borgehe. Die Regierung habe telegraphisch und dung des Reichsgerichtes und des Disziplinar hofes für nichtrichterliche Beamte. Beratung der Bier. uns zur Verfügung stehen, können nicht einmal das notdürftigste Elend lindern. Die Kinderfreunde" veranstalten dieses Jahr in allen Gauen unseres Landes Zeltlager und Was wird da in der Seele dieser jungen Menschen angerichtet! Schon als Kinder werden sie Eisenbahn im Vormarsch ist, um dort mit den Schule sein soll, ausgestoßen. Müssen das nicht Schanghai, 27. April. Der japanische Ge- Abteilungen des Generals Muraj zusammenzu einmal jeder Gemeinschaft feindliche Menschen arbeiten. General Natamura geht auf dem brieflich in Berlin den Antrag gestellt, aus der fandte in China hat aus Tokio Anweisung erhal- Flusse Sungari auf 22 Dampfern, die mit Ge- werden? Die„ Arbeiterfürsorge" und die„ Kin Aufhebung der SA die beamtenrechtlichen Konje ten, die von dem britischen Gesandten Sir Miles schüßen versehen sind, vor und wird von vier derfreunde" wollen helfen, aber die Mittel, die quenzen zu ziehen. Zum Beiveis der Illegalität Lampjon vorgeschlagene som promißfor- sanonenbooten begleitet. der NSDAP berief sich der Staatspräsident in mtel zur Ueberbrückung der chinesisch- japanischen jeinen Ausführungen u. a. auf die Spreng toffdelifte in Baden und auf eine Entschei- Gegensätze anzunehmen. Die Formel ist von chinesischer Seite bereits angenommen worden. Paris, 27. April.( Savas.) Wie der Genfer Große Aktion" in der Mandschurei. Berichterstatter des Petit Barisien" meldet, hat eimgemeinschaften. Die Arbeiterfür sich Staatssekretär Stimson entschlossen, eine sorge" wird Hunderte Kinder in ihren ErCharbin, 27. April. Japanische Militär- Beratung der Vier einzuberufen und dann per- holungsstätten unterbringen. Aber Tausende abteilungen haben nunmehr eine große Arsönlich den französischen Ministerpräsidenten Tar- Kinder werden nicht einmal diese vier Wochen tion gegen die Aufständischen in der Ost- und die u einzuladen, nach Genf zu kommen, und Kindheit, die hier geboten werden, erleben könzwar hauptsächlich auf Anregung des britischen Nordmandschurei, die die neue mandschurische Bremierministers Macdonald, dem darannen.- Aufgabe der Erwachsenen ist es, mit Regierung bekämpfen, begonnen. General liege, die Abrüstungskonferenz aus der Sackgasse allen verfügbaren Kräften den Kindern zu helHirose hat mit drei Brigaden den Vormarsch herauszubringen. Macdonald beabsichtige über fen. Das können sie aber nur, wenn sich alle gegen eine Aufständischen- Armee in der Ostchina- dies, in Genf mit Tardieu und Dr. Brüning Organisationen anschließen, wenn alle Arbeiter über die sogenannten Donaupläne zu verhandeln. bahnzone angetreten, die auf 20,000 Mann ge- Dem Korrespondenten zufolge sei es nunmehr und Arbeiterinnen den Arbeiterverein Kinderfchätzt wird. Die Brigade des Generals Murai sicher, daß die Donaufrage bei der Konferens in freunde" und den Verein ,, Arbeiterfürsorge" auf geht gegen Jmienpo vor, während die Brigade Lausanne nicht angeschnitten werde. Der Vertrauensmann llest die Tribüne für Arbeiterontsch Arbolterkultur. und unterrichtet den sozialistischen VerSozialismus, der Oekonomie und der Kulturpolitik. Jahresbezug 40 Kč. vierjährlich 10 Kč, Einzelheite 4 Kč. tra Die Tribunales Probleme des internationales Bestellungen durch den Vertrauensmann, die SchriftenabteilunVolksbuchhandlung oder direkt durch die Verwaltung Prag 11. Nekazanka 18. das Tatkräftigste unterstützen. L. Seite 4 Tagesneuigkeiten Bom Propeller getötet. Donnerstag, 28. April 1932. Todesurteil gegen Větrovský. Ar. 101. Vom Rundfunk Nener Sender in Desterreich. Wien, 27. April. Dieser Tage wurde in Brag, 27. April. Nachdem in der gestrigen bis Nach der Mittagspause begann Staatsanwalt in die späten Abendſtunden währenden Verhandlung Tr. Jelinek seine Anflagerede, die sich in erster Bisamberg bei Korneuburg mit dem Prag, 27. April. Seute um 10 Uhr 20 Min. die Seugenverhöre in wesentlichen abgeschlossen Reihe mit der Frage der zurechnungsfäbig- Bau einer neuen großen Radiosendesta wurde bei der Zielschießübung des Flugzeuges worden waren, wurde in dem hente fortgesetzten ei Větrovskys befaßte. Er verwies insbesonderetion begonnen, die ihre Tätigkeit im Dezember A 11-17 auf der Tunnel- Schießstätte des Flic- Beweisverfahren das Protokollmate darauf, daß der beste Beweis für die volle Zu- d. J. aufnehmen wird. gerregimentes Nr. 2 in Olmit der Rott- rial verlesen, darunter die Polizeirelationen, die rechnungsfähigkeit im Augenblick des Mordes die meister Wenzel Sorát vom Flieger- Regi- Aussagen Betrovslys in Spital u. a. Dann famen bis ins einste höchst raffiniert vorbereitete und ment Nr. 2 getötet. Rottmeister Horák lei die ärstffen Sachverständigen zu Wort. durchgeführte Tat jelbst sei. Er wolle nicht Empfehlenswertes aus den Programmen. tete die Zielschießübung des Flugzeugmaschinen- Dozent Dr. Knobloch berichtete über den Lei- leugiten, daß der Angeklagte erblich belastet und Freitag. gewehres für Scharfschießübungen in Malacky. den befund. Er demonstrierte den Geschworenen utinderwertig sei, aber verantwortlich sei er Prag: 11.00 Schallplatten, 15.30 Schallplatten, Indem er von der linken Seite des Apparates mit den Word werkzeugen( Art und Messer) nach dem gewissenhaften Urteil der Sachverständigen 18.20 Deutsche Sendung: Wiesner: Böhm. auf die rechte übergehen wollte, trat er direkt den Hergang der bestialischen Tat. Sierauf fur- in vollem Umfang. Der Ankläger bat die Geschwo- Leipa und seine Umgebung, 19.20 Voldan und die von vorn in den Bereich des Propel ferien die Photographien der Erschlagenen, venen, die zufahfrage hinsichtlich der Unzurech- Singgemeinde, 21.30 Kompositionen von Dvořal, lers, der mit etwa 200 Umdrehungen rotierte. die die Polizei am Tatort aufgenommen hat. Diese nungsfähigteit zu verneinen, damit der drei 22.20 Schallplatten. Brünn: 16.00 OrchesterDer Propeller zertrümmerte Rottmeister Ho- Bilder find derart fürchterlich, daß der Bor- fache Mörder feiner gerechten Strafe nicht entrinne. Longert, 17.00 Stammermusit, 18.25 Deutsche réf den Kopf. Der Berteidiger Dr. Ne pufti I hatte eine Sendung: Arbold liest aus eigenen Werten, undankbare Aufgabe. Da mit Rücksicht auf das Ge- 19.20 Roam Boys stellen sich vor. Berlin: 15.20 Sachständnis im Tatsächlichen nichts zu bestreiten Aus Arbeit und Leben, 18.15 Populäres Orchester Breslau: 19.15 Lieder im Frühling. figende die Geschworenen durch einige Worte vor bereiten mußte. Dann erstattete der psychiatrische verständige Dr. Bondy ein ausführliches adhien über den Geist es zustand des lagten. Bekanntlich hat die Frage der zurechnungsfähigkeit Die Offiziers- und„ Arbeiter"-Partei. Gut- ift. verlegte er das Schwergewicht seiner Berteidi- tongert. Wien, 27. April. Unter den am Sonntag, Ange- gung auf die vermeintliche Unzurechnungsfähigkeit 20.15 Eine Kleine Melodie.- Stönigsberg: 17.20 dest 24. d. gewählten nationalsozialisti feines Qlienten. Er bersuchte in dieser Richtung die Schlager ous Tonfilmen, 20.00 Worüber man int ichen Abgeordneten befinden sich auch zahlreichen Zeugenschaften der Verwandten Amerita spricht. Leipzig: 16.30 Orchestertongert, wei attive Offiziere. Der attive Offi bereits im Zeugenverhör eine wichtige Rolle gespielt Vetrobity auszunügen. Im übrigen jei der Mord 19.30 3ithertonzert, 22.00 Jazz auf zwei Flügeln. zier, Abgeordneter Josef Leopold, wurde und die Mehrzahl der Zeugen waren Angehörige die reine fetthandlung eines Geistestranten München: 21.00 Orchesterkonzert. veimal gewählt, und zwar in der Wachau und der nahe Bekannte Větrovskys, die über gewefen. Sein Klient gehöre nicht an den Galim Waldviertel. Der zweite Offizier, der zum diesen Punkt Aufklärung schaffen sollten, und offen- 8en, sondern in eine Irrenanstalt. des dreifachen meuchlerischen Raabmordes cinstimmig schuldig erkannt und die Frage nach Unzurechnungsfähigkeit im Augenblick der Tat verneint wurde, Abgeordneten gewählt wurde, ist der Oberst- bar mit ihren Sympathien auf seiner Seite stehen. Nach einem sehr gründlichen Resume e des Angelegenheit ist, Stockholm Tidningen" zufolge, Der erste Polizeibericht in der Kreuger leutnant Josef Saliger in Korneuburg. Dr. Bondy ging aufs gründlichfie auf alle Einzel- Vorsitzenden OGR. Sykora zogen sich die Ge- in Kürze zu erwarten. Er soll nicht besonders Es ist dies das erste Mal, daß in Cefterreich beiten ein. Es fei fein Zweifel, daß Větrovsky sworenen zur Beratung zurüd. Die Aufseher umfassend sein. Eine fünfte Verhaftung aftive Offiziere zu Abgeordneten gewählt werden. erblich belastet und minderwertig lei. batten alle Hände voll zu tun, um die auf dem wird auch im Zusammenhang mit der Veröffen: Er stammt aus degenerierter Familie und ist zwei Korridor sich drängenden Sensationslüfternen, die fellos felbst geistig nicht vollwertig, insbesondere sei feinen Einlaß mehr gefunden hatten und nun in lichung erwartet. Bei der Durchsuchung hat man Bapierftreifen- Konzert. eine Abstumpfung im Bereich der Gefühls der Beratungspause durch alle Eingänge mit Ge- piele für die Verhafteten belastende Tatbestände Wien, 27. April. Der österreichischen Sephäre festzustellen. Die nach dem Autounfall walt in den Saal gelangen wollten, zurüdzudrängen. festgestellt. Einer von den Berhafteten ist beson Tenophon Gesellschaft ist es nach zwei- borgenommene Psychiatrierung hatte ein nega um halb 5 Uhr verkündete der Obmann der Jury ders belastet, da es nachgewiesen sein soll, daß er jährigen Bemühungen nunmehr gelungen, antibes Ergebnis. Alles zusammengefaßt, müsse fest- den Wahrspruch, durch welchen Johann Větrovsky Buchungsweisungen gegeben hat, deren BedenStelle von Schallplatten Papierstreifen gestellt werden, daß eine Unzurechnungsfung ihm faum unbekannt sein fonnte. berzustellen, die zur Sendung dienen werden. fähigkeit im Sinne des Gesetzes nicht in Frage Ein entlasjener Angestellter erschießt den Bereits am 29. d. wird die„ Ra va g" auf allen fomme, ebenso wenig eine zeitweilige Sinne& Generaldirektor. Am Dienstag mittag wurde in österreichischen Sendern ein Papierstreifen- Konzert berwirrung im Augenblick der Tat. der belebtesten Gegend Warschaus auf offe fenben. Die Aufnahme erfolgt genau so wie ner Straße der französische General beim Zonfilm, nur wird die Tonaufzeich Der Gerichtshof fällte hierauf das Todes Textilwerke in 3yrardow namens Steller von direktor der großen französisch- polnischen nuing nicht auf einen Filmstreifen, sondern auf urteil. Der Verteidiger meldete für einen einem unlängst entlassenen Angestellten des Bapier übertragen. Es ist weiter gelungen, Klienten, der das Urteil var leichenblaß, aber voll Unternehmens durch zwei Revolverschüsse aut einen kleinen Apparat zu konstruieren, der über- vor, die auch eine 3ujasirage auf Sinnes fommen ruhig aufnahm die die Nichtigkeitsber Stelle getötet. Der Täter tonne all an das Lichtnetz angeschlossen werden kann verwirrtung beinhalten. beschwerde art. und die Papierstreifen wieder abspielt. Die festgenommen werden. In Zyrardow selbst, wat Wiedergabe ist ausgezeichnet, es gibt ein Burschen, 17. bis 24. Juli für 40 Burschen, es, wie wir bereits kurz berichteten, am Montag Radelgeräusch, wie beim Grammophon, und außerdem ist die Herstellung der Papier- 24. bis 31. Juli für 40 Mädchen. freifen vesentlich billiger als die der Schallplatten. Hierauf wurde das Beweisverfahren für abgeschloffen erklärt und der Gerichtshof Tegte radh furger Beratung den Geschworenen Insgesamt zehn Schuldfragen Zu den Gesamtkosten für Verpflegung und Unterkunft von 150 K je Stopf und Woche wird den Jugendlichen in Anbetracht der allgemein herrschenden Not nur ein Beitrag von 75 K vorgeschrieben. Außerdem werden an arme 16. Weis nicht durchgeführt werden kann, anderer- zu schweren Arbeitslojenunruben seits aber Fluchtverdacht bei Ley nicht vorliegen gekommen, die im Zusammenhang mit dem soll. Die mit Ley verhafteten Razis sind eben tarten Angestellten und Arbei falls auf freien Fuß gefeßt worden, terabbau standen. Mehrere Demonstranten und einige Polizeibeamte wurden verlebi. Tod auf den Schienen. Aus Saa; wird Das unioziale Berhalten der französischen Be uns berichtet: Ein entsetzlicher Unfall ereignete fißer und Direttoren der Textilwerke in Zuror hervor Kurzwellen- Krankheitsbehandlung. Wien, 27. April. Die Wiener Poliklinik, die Jugendliche einige Freiplätze und weitere Bei- fich am Montag um die elfte Vormittagsstunde dom hat schon mehrfach große Exbiiterung unter als erstes Injiitni der Welt Sturzwellensender für tragsermäßigungen gewährt. Diesbezügliche An- auf der Bahnstrecke Saaz Prag. In der Nähe der noileidenden Arbeiterschaft und beftige AnKrankheitsbehandlung verwendet hat, verzeichnet juchen sowie Anmeldungen- die auch von den der Gemeinde Bezdiek wollte die 18jährige griffe der polnischen Deffentlichten nun neue Erfolge, inddem der Inaugurator der Fortbildungsschulen und Jugendverbänden ent- Marie Plag aus Bezdiet, die mit ihrer Mutter landwirtschaftliche Arbeiterin gerufen. Sturzwellentherapie, Dr. Stieböd, nunmehr gegengenommen werden sind unter Angabe des Bahnkörpers ,, Graj Zeppelin" ist gestern unt 5 Uhr früh, auch Ultra radiowellen in den Dienst der der gewünschten Woche im Wege der zuständigen beschäftigt war, das Geleise überschreiten, wurde Friedrichshafen glatt gelandet. lang tombiniert, stellte. Auch bei Erkrankungen 20. Juni 1. J. bei der Landesstelle für Schnellzug erfaßt und mit solcher Gewalt ausilitärfingplas in Lido( Bolen) sties ver Mandeln wurden statt der bisherigen beration bereits Kurzwellenstrahlungen mit quiem Erfolge vorgenommen. Orkan entführt ein Auto! Nicht in Amerifa in Desterreich! Wien, 27. April. Der Geschäftsvertreter gans Chmelif aus Wien fuhr mit einem Berjontentatio, in dem sich außer ihm noch drei Frauen und ein dreijähriges Kind befanden, von Martihoj nach Mardegg. Auf der sogenannt ten beide" wurde durch einen mit Flugsandtreiben verbundenen orfanartigen Sturm der Wagen in die Luft gehoben, gedreht und umgetippt. Die Starosserie wurde zertrüm mert und alle Jnjassen, zum Teil schwer, berfest. Grholungswochen für erwerbstätige Jugendliche. dige Deutsche Bezirksjugendfürsorge wird den aber von dem von Saaz gegen Prag fahrenden von seiner feiner Südamerilafahrt tommend, int Ein Unglüc tommt jelten allein. Auf dem !! Jugendlichen fürsorge in Reich en Boden geschleudert, daß das Mädchen mit einer berg, Waldzeile 14, einzubringen. Die zustän- tlaffenden Schädelwunde tot liegen blieb. Die ein Flugzeug beim Start den Flugpias Jugendlichen auch bei der Aufbringung der Plaß war schwerhörig und hatte außerdem mechaniker zu Boden und tote te ihn. Aus Stoftenbeiträge behilflich sein und ihnen eine An- ein Tuch um den Kopf gebunden, so daß fie, ais nach dem Abflug begann das Flugzeug plöslich Kostenbeiträge behilflich sein und ihnen eine An- sie den Bahnkörper überqueren wollte, den her- schwanken und stürzte zu Boden. Aus den Trum ermäßigung für die Hin- und Rückreise annahenden Zug ebenso wenig hörte wie die mern wurden der Pilot und der Mechani fer schwer verlegt geborgen. vermitteln. Nach erfolgter Anmeldung erhält entsetzten Warnungsrufe der Mutter, die dem jeder Jugendliche ein Merkblatt mit den näheren furchtbaren Ereignis aus nächster Nähe zusehen Weisungen zugeschickt. Ziehung der Klaffenlotterie 20.000 K: 67.508. 10.000 K: 16.865. 5000 K: 16.165, 17.883, 23,461, 24.789, 26.378, 34.342, 49.673, 62.419, 63.776, 65.057, 66.100, 79.019, 79.941, 93.215, 93.914, 102.634, 103.968. Goethe- Preis mußte. stieß Beim Spiel tödlich verunglückt. Aus Seba Her Stelle getötet. Banquiers 1932. Das Amtsgericht Düssel dorf hat in der Strafsache gegen den Stauf Glimpflich abgelaufen. Dienstag nachts fur mann Samuel Gottdiener, Juhaber des der Professor der Meisterschule des Prager Ston- Bankhauses Koop& Co. in Düsseldorf, wegen feratoriums, der Violin virtuofe Jaro- bas gesamte inländische Bermögen, auch das des Verstoßes gegen die Devisenderordnung slav Kocian in Begleitung seiner Schwester Banthauses Koop& Co., beschlagnahmi. fchwert über Bodebrady nach Prag. Sinter der Frau Černa mit seinem Automobil von WildenGemeinde Nehvizdy bei Kilometer 16 ftich das tiansberg im Erzgebirge wird uns berichtet: 2000 K: 600, 4506, 7455, 8705, 9090, 9989, Auto des Professors Stocian, das mit mäßiger Cinen tragischen Ausgang nahm das Vergnügen 18.783, 20.635, 20.677, 33.567, 37.450, 39.227, 39.484, Fahrt befindlichen großen 2a stanto sujammen, hatte einen Bamm ertlettert und troch einen starken 12.151, 13.644, 14.269, 14.308, 14.726, 15.463, 17.863, Geschwindigkeit fuhr, mit einem in schneller des 11jährigen Schülers Franz Lorenz im naben Neudorf. Der Junge, dessen Vater Brettschneider 39.882, 40.675, 42.451, 48.165, 43.461, 44.983, 45.264, deffen Kenn- Nummer nicht festgestellt werden 45.809, 47.311, 54.826, 54.934, 55.990, 57.596, 58.249 fonnte. Der Wagen Kocians wurde hiebeit entlang, webet er mit der trapp am Baune 58.444, 60.707, 65.032, 66,962, 68.002, 71.452, 71.176, fajt vollkommen zertrümmert. Die vorbeiführenden Starkstromfeitung in Be 72.484, 77.087, 79.499, 83.721, 83.757, 84.156, 86.187, beiden Insassen sind jedoch, wie durch ein rührung fam. Der unglückliche State wurde aut Die vor zwei Jahren von der Lande 386.175, 87.857, 88.274, 91.795, 92.046, 92.992, 94.947, Wunder, fast ohne Verlegungen geblie je cile für Jugendlichen fürsorge 95.234, 95.276, 98.418, 101.138, 102.635, 102.962, bet, mit Ausnahme einer kleinen Verlegung, Berhaftung zweier Kirchenräuber. Aus See Sonderausschuß der Deutschen Landesfommij- 103.697, 104-892. die Frau Cerna an der Hand zugefügt wurde. ad 1 bei Brüg wird uns berichtet: In den ver sion für deinderschutz und Jugendfürsorge in Böhment) eingeführten Lehrlingserholungswochen Der Zusammenstoß wurde sofort der Gendarme gangenen drei Wochen waren verschiedene Kirchen für Gerhard Hauptmann. viestation in Horni Počernice gemeldet, von wo aus im Gebiete zwischen Karlsbad und Teplig von unbe haben fid) bestens bewährt und gute Erfolge gehabt. Bisher stand für die Durchführung der Frankfurt a. M., 27. April. Das Kurato- sofort die Nachforschungen nach dem Lastante fannten Langfingern beimgesucht worden, die es auf Lehrlingserholungswochen nur das Erziehungs- rium für die Verleihung des Goethepre i- aufgenommen wurden. An der gleichen Stelle der die Sammelbüchsen abgesehen hatten, welche sie ihres heim in Spiegeleberg bei Auffig zur Verfügung. ses der Stadt Frankfurt a. M. hat, wie bezeichneten Straße haben sich, wie die Gendar- Inhaltes beraubten. Die Nachforschungen nach den Da jich aber bei Benüsung nur eines einzigen das Wolffbureau erfährt, beschlossen, den Goethe merie feststellte, bereits 88 Automobilunfälle Spezialdieben blieben bisher erfolglos, bis dieser ereignet. Tage ein Zufall zu ihrer Verhaftung führte. In Heinics die Fahrtkosten für die Jugendlichen preis 1932 Gerhart Hauptmann zu verlei Herr Bafa jagt„ jeine" Maifestlichkeiten mei Burichen beim Betreten der Kirche. Da es fich Neusedlitz beobachtete der Pfarver Alfred Dinnebier trop der 50prozentigen Fahrpreisermäßigung bent. Der Preis beträgt, wie alljährlich, 10.000 noch aut hoch stellen, weshalb wohl auch vielen Marf. Die bisherigen Preisträger waren Ste- ab... Aus 31in wird gemeldet: Im Hinblick um eine für einen Stirchenbesuch ungewöhnliche Zeit die Teilnahme nicht möglich war, werden hener fan George, Albert Schweißer, eo- auf die wirtschaftliche Lage und unter handelte, wartete Dinnebier so lange, bis die Beiden zwei Heime der Deutschen Landeskommisvold Ziegler, S. Freund und Ricarda dem Eindruck der tragischen Folgen des Flug- wieder aus dem Stirchentor traten, und bielt jodann Fürsorgeheim in Such. Die Verleihung an Gerhart Saupt- seugabsturzes bei Zlin hat die Leitung der Nachschau. In der Tat fand er die an der Mauer Sohenelde( Riefengebirge) und in Nordwest- mann erfolgt aller Wahrscheinlichkeit nach mit Bata- Unternehmungen beschlossen, heuter die befindliche Opferbüchse erbrochen und ihres Inhalts Böhmen, das am Fuße des Erzgebirges in der Rüdsicht darauf, daß der Dichter in diesem Jahre großen Festlichkeiten am Feiertage der Arbeit in seraubt. Der Geistliche verständigte die Gendar Nähe des Waldes und eines großen Badeteiches feinen 70. Geburtstag feiert. Blin abzusagen. Der 1. Mai wird daher heuer merie, die die Berfolgung der beiden Burschen aut bei den Bata- Werken in Zlin lediglich als nahm und die Verdächtigen in Seestad!! verhaften gelegene Fürsorgeheim in Offet, Bezirt Dur, Ruhetag begangen werden. tonnte. In ihrem Besize wurde eine größere Menge Bürgerliche Wirtschaftsredakteure. Das Mit Kleingeld vorgefunden, das aus den Opferstoddieb glied des Repräsentantenhauses für New York ählen herrührt. Die beiden Diebe- es handelt fidh Laguardia überfandte dem Ausschufje jur um Richard Weis und Wilhelm Günther aus Untersuchung der Verhältnisse an der New Zwidau wurden, nachdem sie eingestanden hatten, orker Börje eine Erklärung, daß von den auf ihrer Wanderung zwischen Karlsbad und Tepli Börsengeldern in vergangenen Jahre mehr als zahlreiche Kirchen und Stapellen heimgesucht und die eine Viertelmillion Dollar für Pro- dort befindlichen Opferstöde ausgeraubt zu haben paganda ziede und zur Bezahlung der dem Kreisgericht in Brig überstellt. zur Verfügung stehen. Euwerbstätigen Jugend- Minister Genojje Bechyně erkrankt. Minister lichen beiderlei Geschlechtes in Alter von 14 bis sur Boltsernährung Rudolf Bechyně ist ertranfi 18 Jahren wird in diesen beiden schönen und und nimmt bis auf weiteres keine Anmeldungen allen Anforderungen entsprechenden Heimen von Besuchen entgegen. Gelegenheit geboten werden, ihre Urlaubswoche Auf freiem Fuß. Der nationalsozialistische bei fräftiger Stoft( 5 Wiehlzeiten) und gesunder Reichstagsabgeordnete eh. der in der Nacht Lebensweise( Ruhe, Wandern, Sport, Spiel, Begum Samstag mit anderen Nazis wegen eines fichtigungen) wedmäßig verbringen zu tönnen. Ueberfalls auf den Führer der deutschen Sozial Die Einteilung ist folgende: 1. Fürsorge- demokratie, Otto Wels, festgenommen wurde, heim Hohenelbe: 2 bis 10. Juli für 40 ist am Dienstag aus der Saft entlassen wirtschaftsredakteure verwendet wur- Heimkehr des DO X. Ende Mai wird das Burichen, 10. bis 17. Juli für 40 Burschen, worden. Die Haftentlaffung erfolgte, weil das den, damit diese den Antauf jener Bapiere empocuifche Riesensingzeug DD X" von Neufundland 17. bis 24. Juli für 40 Mädchen. 2. Für gegen Leh beabsichtigte Schnellverfahren an fehlen, deren Kurs von Spekulanten gedrückt aus über die Azoren nach Altenrhein( Bodensee) forgeheim Oiffet: 9. bis 17. Jali für 40 Mittwoch wegen Erkrankung des Abgeordneten wurde. jurüdfliegen. Nr. 101, Der neue Zeppelin im Bau. 200.000 Kubikmeter Gasinhalt! Lurns der Luft. Das Luftschiff„ Graf Zeppelin" hat soeben seine dritte diesjährige Südamerikafahrt beendet. Das Luftschiff hat bei seinen drei Fahrten allen technischen und postalischen Anforderungen genügt. Auch das restliche Jahresprogramm hofft man nach einem bereits ziemlich genau festliegenden Luftfahrplan bequem durchführen zu können. Anfang 1933 aber erwartet man in Friedrichshafen den ersten Aufstieg des 23 129"; des Bruderluftschiffes des„ Graf Zeppelin". Donnerstag, 28. April 1932. Goldfieber um Kaffel. Wird Allendorf an der Eber ein Heffen- naffauisches Klondyke werben? Die ersten Goldspuren. Vor drei Monaten wurden die von dem Bergwerkbesizer C. Th. Rauschenbusch, einem fanatischen Zahlloje Quellen hatte der WünschefrutengänGeologen, in verlassenen mittelalterlichen Stollen in ger Ludwig Koch, ein einfacher, biederer MilitärEisenberg bei Corbach gemachten bedeutsamen anwärter, im näheren und weiteren Umkreis feines Heimatdorfes, in der hohen Rhön und in anderen Goldfunde zu einer Sensation, die in der ganzen Gegenden der Provinz Hessen- Nassau mit phantastiWelt ihren Widerhall fand. Ein deutsches Alaska schem Geschick gefunden. Auf einem vor zwei Monaten wurde damals in dem ehemaligen Liliputstaat unternommenen Gang mit der Wünschelrute über Waldeck vermutet und nicht zu Unrecht, denn die die Berge von Allendorf begann sein ZauberwerkIn der eigens errichteten neuen Friedrichshafe preußische Hütten- und Bergwerkaktiengesellschaft ist hoch und ein paar von ihm angestellte Arbeiter zeug plötzlich lebhaft nach dem Boden auszuschlagen. ner Bauhalle von 250 Meter Länge, 50 Meter Breite und 46 Meter Höhe schreitet die Arbeit bereits seit vielen Wochen mit einem großen Stab forschten nach und stellten bereits nach oberflächlichen rüstig vorwärts. Bei einer Länge von 247.80 Meter von Ingenieuren und Bergleuten aus dem Harz da Schürfversuchen in einer ziemlich geringen Tiefe Graf Zeppelin": 236 Meter, Amerika- Luftschiff mit beschäftigt, neue Schächte in den Berg zu trei- Goldspuren fest. Die Bergakademie in Clausthal im Afron: 238.75 Meter) und bei einem Durchmesser ben, Fördertürme zu errichten und mit einem impo- vorkommen sofort einen Obersteiger nach Allendorf, Harz entsandte auf die Mitteilung vom Edelmetallbon 41.20 Meter( Graf Zeppelin": 30.5 Meter, „ Afcon": 40 Meter wird 23 129" 200.000 Stubit janten Zechengebäude den Gipfel des Eisenberges zu unter dessen Leitung die Ausschachtungsarbeiten meter Gas fassen können( Graf Zeppelin": 105.000 fortgeführt werden. Kubikmeter, Atron": 184.000 Rubikmeter). Man sieht, daß die Gewinnung eines größeren Gas- decker Goldes, dessen Verdienst es ist, in jahrelanger Auf der Suche nach Erzadern war Koch früher inhalts nicht so sehr durch Vergrößerung der Luftschiff- Länge als durch Vergrößerung des LuftschiffDurchmessers bewirkt wird. frönen. Rauschenbusch, der Wiederentdecker des Walzäher Arbeit das ungefähre Ausmaß des Goldvorkommens in den verschiedenen Erzzonen des Berges festgestellt zu haben und nach dessen Vermutung allein auf dem Schloßberger Ruschel( Verwerfungsspalte) 7600 Kilogramm Gold im Wert von 21 Millionen Mart verborgen ruhen, leitet hente die technischen Aufschließungsarbeiten, Neuer Alarm. Als Traggas wird„ 23 129" das unentzündliche Helium gas enthalten. Wegen der Rostspieligkeit dieses aus Amerika bezogenen Gajes wird außerdem in brandsicheren und geschlossenen Gaszellen das billigere Wasserstoffgas noch extra mitgeführt. Außerdem wird die Brandgefahr durch den Einbau von Rohölmotoren( vier Maybachmotoren nachbarte Kurhessen vom ersten Goldrausch erholt Kaum haben haben sich Waldeck und das bevon je 850 PS) vermindert. Rohöl ist schwerer ent: zündbar als Benzin; außerdem verbilligten sich auch da fliegt aus dem oberen Edertal, der Grenze zu die Fahrtkosten, weil die durch Rohöl erzeugte Ener- schen Geffen und Nassau, die alarmierende Nachricht gie besser als Benzin- Energie ausgewertet werden durch die Telephondrähte in die Redaktionen der fann. Die Mineralquelle. bereits auf eine Mineralquelle gestoßen, die sich in 42 Meter Tiefe befindet. Er ist damals als tüchtiger Kaufmann sofort daran gegangen, die Quelle zu erfassen und auszubeuten. Heute befißt er ein in einem primitiven Holzhaus installiertes Pumpwerk, das das Wasser an die Oberfläche befördert. Das gewonnene Mineralwasser ist von bester Bekömmlich feit und Heilkraft. Es enthält Radiumspuren und kann ohne besondere Behandlung sofort in Flaschen gefüllt werden. Nachdem ihnen die Konzession zum Vertrieb des Mineralwassers erteilt worden ist, deilung und Erholung in Karlsbad Sette 5 dem Kurorte des Jahres 1932. Heilung, Dem Kranken dem Gesunden- Erholung und dem Anspruchsvollen- Zerstreuung bietet 33463 KARLSBAD. " haben Koch und sein Bruder eine großzügige Belieferung von Krankenhäusern in Frankfurt, DarmStadt und Sanan organisiert und so mit diesem Ge- fen in Gedanken ganz anders ausgemalt. Nun Kasseler Zeitungen: Auf einem Berghang in der wurde er immer verlegener. Plötzlich hörte er, Der nutzbare Auftrieb wird mit 88 Tonnen Nähe der Gemeinde Allendorf ist es einem dor- schenk der Erde ein Geschäft begonnen. Heute ein Bohrloch wie ihre Stimme sagte:„ Mein Mann jagi zwar, morgen eine Zeche. beranschlagt. Diese 88 Tonnen verteilen sich auf 60 igen Wünschelrutengänger gelungen, Goldfelder es seien immer so traurige Lieder, die ich singe, Etwa 30 Meter von dem Pumpwerk entfernt an aber ich habe sie schon als Kind gelernt, als wir Tonnen Brennstoffvorräte, acht Tonnen Gepäd und festzustellen. Die Konzentration dieses Allendorfer Tonnen Brennstoffvorräte, acht Tonnen Gepäck und Goldes soll nach den ersten Proben bedeutend höher einer einsamen Waldecke sind Erde und Stein auf noch an der Grenze wohnten.". Bost, sechs Tonnen Balastwasser, vier Tonnen Fahr sein, als die des Corbacher Metalles. Und das will großen Haufen zusammengetragen. An einer zwi,, Mein Mann gäste( 50 Personen), drei Tonnen Ausrüstung, zwei hantastisches bedeuten: denn dort wird die Kon- scher massiven Holzträgern montierten Winde arbei- Schlag erhalten. Gequält brachte er noch ein es war Helmut, als habe er einen leichten Tonnen Besazung( 25 Mann), zwei Tonnen Trinkwasser, zwei Tonnen Gebrauchswasser, eine Tonne sentration des Goldes bereits als doppelt so hoch ten einige Männer mit blauen Kitteln und verwitpaar verlegene Sätze zustande und ging dann. wie in den berühmten Minen von Transvaal an- terten Hüten. Die ersten Gold- Bergarbeiter. in Rechnung zu stellende Schiffsfeuchtigkeit. Das Mädchen, das ihm geöffnet hatte, schloß gegeben. In eine Tiefe von zwölf Metern ist ein Schacht hinter ihm die Türe. Die Schwestern sahen sich Das Gerippe des Luftschiffes, das aus 16 Allendorf ist die erste nassauische Ortschaft hingetrieben worden, auf dessen Grund stößt ein feit- an und fingen plötzlich an zu lachen.„ Ein fomiHauptringen mit 36edigem Querschnitt gebildet ter dem noch turhessischen Kreisstädtchen Frankenlicher Stollen gegen den Berg vor. Ein hölzerner scher Heiliger", sagte die Aeltere.„ Er hätte doch wird, besteht aus Duraluminium. Die Versteifung berg. Rechts und links der breiten Straße, die zum Eimer fauft alle paar Minuten in die Tiefe, wird noch ein bißchen bleiben fönnen", dachte die der Hauptringe erfolgt durch Drahtverspannungen. Lahntal führt, liegen Häuschen, denen Blumengärt- unten mit grauem Gestein gefüllt und sauſt zurüd Junge. Helmut frieg langsam die Treppe hinunDie aus Stoffbahnen bestehende Hülle wird mehr- chen und bunter Anstrich der Giebel ein gemütlich an die Oberfläche, wo er ausgeschütte: wird. Nach ter. Alle Felle waren ihm im Augenblick davon mals lackiert und mit sogenanntem Aluminium- heiteres Aussehen verleihen. Etwa 1200 Menschen den bisherigen Feststellungen Kochs, der Wünschel- geschwommen. ,, Mein Mann" hat sie gesagt, pulver bestreut: durch diese Bestreuung soll ein Ein- wohnen hier. Meist Arbeiter, die sich heute, wo die rute und Instinkt arbeiten läßt und neben seiner Sachte er,„ und wie soll ich nun weiter ihre fluß der Sonnenstrahlung auf das Gas vermieden Wirtschaftskrise ihnen die Werkstätten in Franken- Quelle Erze vermutet, richtig vermutet, steht hier Stimme hören werden. Die elektrisch steuerbare Rudermaschine berg und die Fabriken in Marbug und Gießen ver- eine Ader an, die hohen Prozentsatz von Feingold Alfred Prugel. das ist eine besondere technische Neuerung! sperrt hat, vom bescheidenen Ertrag ihrer tleinen enthält. Die Goldhaltigkeit des Gesteins ist hier soll durch Druckknöpfe ausgelöst werden( die Druck Aecker und Obstgärten ernähren. Aber noch sieht erheblich stärker als am Eisenberg, wo bereits 500 tnöpfe laſſen einen Elettromotor an; von hier aus Sie Armut nicht aus allen Fenſtern hervor. Noch Gramm Gold auf die Tonne in der Reiersone Volkswirtschaft und Sozialpolitik werden die Seiltioninteln der Ruderleitung bewegt). vorkommen. Man prüft zur Zeit die Mächtigkeit Der Führerraum wird am Bugteil des Schiffes, die und den Verlauf der Goldader. Bisher haben och ungeschwächte Konsumbereinsbewegung Funkstation über dem Führerraum eingebaut. Die Achtergondel wird durch einen während der Fahrt aufflappbaren Landebod ersetzt. Die Puffervorrichtung des Landebocks nimmt Landungsstöße auf. Die Unterkunftsräume für die Mannschaft lie gen wie bisher im Sielgerüft. In dem 15 Meter langen Fahrgastraum werden zwei Decks übereinander eingerichtet. Das untere Dec enthält das Schiffsbüro, die Küche, die Offiziersmesse, den Rauchsalon, die Toiletten usw.; das obere birgt 26 Rabinen mit je zwei Betten und einem 14.5 Meter langen und 6 Meter breiten Speiseraum. An dem Speiseraum schließt sich seitlich ein Wandelgang an, dessen um 45 Grad geneigte Fenster einen weiten Ausblick zulassen. Die bezaubernde Stimme. scheint es hier eine Atmosphäre gewisser Wohlhaben heit zu geben. geben. Alle Welt spricht von der Mine. im Schiefer von Allendorf. Aber: wer würde das werden in Seutschland. und seine Mitarbeiter bereits festgestellt, daß es sich um kein„ Rest", d. h. einmaliges Goldvorkommen In der Wirtschaft an der Hauptstraße, vor deren handelt, sondern daß die Hänge des weiten, mit Tür ein halbes Duizend Automobile parkt, figen Tannen bestandenen Berges noch von vielen anderen Es war vorauszusehen, daß die unerhörte Männer beim Bier und erzählen von der neuen Goldadern durchzogen sind. Deshalb ist der Wün- Krise an den Konsumbereinen m Teutschland Goldmine oberhalb der Kämmermühle am Stemer- schelrutengänger daran gegangen, mitten im Ge- nicht spurlos vorübergehen konnte, um so weniger, rüden. Sie reden wie die ältesten und erfahrensten lände, zwischen Kleefeldern und Aedern weitere als sie in Deutschland neben den Warenhäusern Goldfucher, und man ist beim Zuhören versucht, sich Stollen in den Berg zu treiben, um so die Aus- feit Jahren zu den wichtigsten Bedarfsdeckungsin eine Goldgräberbar im rauben Alaska zu denken, maße des Goldvorkommens zu erfahren. Nimmt sentralen der werktätigen Bevölkerung geworden wo in längst vergangenen glanzvollen Tagen die man ein Stück des weichen, leicht zerbrechlichen Kie- ind, die Krise aber gerade die Kaufkraft der Diggers zusammentamen und die Chancen der verselschiefers, der, aus der Tiefe gefördert, bereits eine breiten Massen durch Lohnabban und Arbeitsschiedenen Claims besprachen. Nur sind die Ge- große Halde bildet, in die Hand, so findet man losigkeit am stärksten getroffen hat. Es ist desfichter hier nicht verwegen, sondern bieder, keine häufig an Bruchstellen ein mattes, metallisches halb eine große Ueberraschung, aus dem GeColtrevolver stecken in den Hosentaschen und der Glitzern. Das ist die Farbe des Goldes, das in dem schäftsabschluß der Großeinkaufsgesell Wirt hinter dem Schanktisch wird noch nicht mit Gestein fein verteilt sist. Jeden Tag treffen aus schaft Deutscher Sonsumvereine einem Beutel Goldſtaub für den gehabten Genuß allen Himmelsrichtungen Deutschlands Geologen und( GEG) über das Krisenjahr 1931 entnehmen zu an Alkohol und Schinken und Brot bezahlt. Er Goldexperten ein, um die neuste Goldmine Deutsch fönnen, daß der mengenmäßige Umsaß der wich nuß sich einstweilen noch mit Silbergeld zufrieden- lands zu sehen. Wenn sie auch noch reichlich primi- tigsten Waren gegenüber 1930 nur um 1.36 ProAm späten Nachmittag erivachte Helmut aus tiv ist, so kann bereits heute prophezeit werden, daß zent zürüdgegangen ist. Da die Kaufkraft der Daß die Berge, die Allendorf im Südwesten um an Stelle des einen Bohrloches bald ein großer einzelnen Arbeiterfamilie unzweifelhaft stärker einem fiefen, stärkenden Schlafe. Im Morgengrauen war das Fieber gefallen. Er fühlte sich geben, Wietalle bargen, wußte eigentlich jedes Kind Bechenbetrieb erſtehen wird, dann werden weite zurückgegangen ist, wird man folgern können, zum erstenmale nach langen Tagen wieder bei im Dorf. Während des Weltkrieges wurde auf Stollen den Berg unterminieren und auf seinem daß der Kreis der Abnehmer sich erfreulicherflarent Bewußtsein. Er konnte auch die Gegen- einem Höhenrüden von einem rheinischen Metall- Rücken Fördertürme stehen und Loren über schmale weise erweitert haben muß. Gegenwert eine reiche Manganader aufgeschlossen und aus Gleise dröhnen. stände im Zimmer wieder unterscheiden, die ihm gebeutet. Aber auch vom Goldvorkommen wollte Der im Laufe des Jahres 1931 eingetretene 100 Bergarbeiter werden bereits in Kürze ein- Preisabbau, bei dem die freigewerkschaftlichen in seinen wilden Fieberphantasien als düstere, zuſammengeballte Schatten erschienen waren. Die allen. Wenn das Gelbe Metall im Schiefer gestellt werden, um die Förderapparate aufzubauen. Stonſumvereine immer die führende Stelle einmon wissen. String tengeballte Gagent. Ein Strahl milchiger bei Wangershausen enthalten ist, warum nicht auch Das Tempo der Arbeit wird dann amerikanisch nahmen, hat allerdings bewirkt, daß der Umsay Krisis war überstanden. Helle drang durch die verhängten Fenster an hoffentlich auch die goldenen Gewinne. dem Werte nach stärker zurückgegangen ist. Der Gold finden...? C. W. Fennel. Helmuts Bett, und die Wohnung war so still, Gesamtumjazz ist von 495 auf 428 Millionen wwwww Reichsmart gejunten, also um 13.5 Prozent. daß er schon wieder Sie Augen schließen wollte, wwwww als er plöglich eine leise und, wie es schien, aufstehen können, sich nach dem Mädchen zu er- habe sie singen gehört", fuhr Helmut hastig Dabei ist aber festzustellen, daß in immer grö jelten schöne Mädchenstimme hörte, die aus der kundigen. Ja, er dachte sich schon allerlei Zufam fort. Sie haben eine schöne Stimme. Ich lag Berem Maße die in eigenen Produktionsstätter Bohnung über ihm fommen mußte. Er versuchte, mentreffen aus. Vielleicht würde er ihr auf der nämlich frant, und da hörte ich Sie." Das Mäd hergestellten Waren von den Mitgliedern gefauți ich mühsam im Bette aufzurichten, und da es Treppe begegnen, vielleicht unten auf der Straße. chen lächelte und sah Helmut prüfend an. Nein, werden. Die 47 der GEG gehörenden Produk ihn in seiner Schwäche nicht gelang, lauschte er Sie tam groß und schön an ihm vorbeigeschritten. Sie meinen wohl meine Schwester. Sie hat eine tionsbetriebe konnten den Umjazz an eigenen noch eine Weile dem traurigen, beinahe schwer- Er würde seine Schüchternheit überwinden und gute Stimme, aber ich fann ja garnicht fingen." Waren von 138 auf 145 Millionen RM. steigern, mütigen Gesange, der endlich abbrach, als hätte ihr von den langen Nachmittagen erzählen, von Eine verlegene Bause entstand. Ich kann es ihr der Vertrieb eigener Waren erhöhte sich also um ihn jemand mittendurch geschnitten. Dann tam den langen Stunden, in denen die Stimme weich ja sagen; sie wird sich darüber freuen", schloß 7 Millionen Mart, obwohl der Gesamtumjas der Schlaf von neuem über ihn. und gedämpft in sein Zimmer geflossen war. Das Mädchen. Sie nickte ihm zu und verschwand einen Rückgang erfahren hat. In den nächsten Tagen hörte Helmut öfters Bielleicht konnte er ihr auch schreiben und ihr auf der Treppe. Helmut ging verlegen die Besonders erfreulich und ein Zeichen für das die Stimme und meistens das gleiche Lied, dessen danken. Aber zuletzt kam seine Phantasie regei- Straße entlang. Ich muß sie unbedingt tennen Vertrauen der Arbeiterschaft zu ihren eigenen seltsam herbe und doch so weiche Melodie ihn an mäßig an eine Stelle, wo sie muilos halt machte lernen", dachte er. Er hatte sich in die Stimme Unternehmungen ist die Tatsache, daß auch die flawische Volkslieder erinnerte, die er als Kind und sich nicht weiter getraute. Dann wurde er verliebt, in die fremden Lieder.„ Wenn ich nur Banksituation der GEG trotz der verheerenden einmal auf einem abjeitigen Dorfe von polnischen doppelt ungeduldig und konnte seine Genesung wüßte, wie ich es am besten anfangen soll," über- Bertrauenstrife durchaus befriedigend ist. Zivar Schnittern in der Abenddämmerung gehört hatte. faum erivarten. legte er.„ Sie ist vielleicht noch schöner als ihre sind die Bankeinlagen, die überwiegend aus GutManchmal fai die Stimme zu leife, daß Helmut, Es dauerte jedoch noch eine ganze Weile, bis Schwester. Das Gesicht vielleicht noch ebenmäßi- haben der insgesamt 1020 angeschlossenen ber ihr lauschend folgte, fie kaum vernehmen Helmuts Lunge die schwere Entzündung restlos ger, der Mund schmaler, die Augen leuchtender." onfumgenoffenschaften bestehen, von fonnte. Er richtete sich in den Kissen auf und überstanden hatte und er zum erstenmale das Bei diesem Gedanken wurde er so unruhig, daß 153 auf 95 Millionen zurückgegangen, im Hin legte die Hand aus Chr, als dürfte er feinen Bett verlassen konnte. Einige Tage später fühlte er auf der Stelle umkehrte und schnell zurückblick auf die Schwere der deutschen Finanzkrise Zon verloren gehen lassen. Einmal kam seinte er sich endlich so weit gekräftigt, daß er auf die ging. Ganz gleich, was dabei heraus kam, aber bleiben die Abhebungen aber hinter dem Um Mutter hingit.„ Hörst du sie?" fragte er. Ja," Straße hinunterging. Es war ein schöner, sonni- schen mußte er sie wenigstens. fange zurück, den ähnliche Betriebe privattapita antwortete jie; in der Wohnung über uns find ger Frühlingstag. Auf der Straße hatte sich Mit klopfendem Herzen stand er an der listischen Charakters erfahren haben. Der erzielte R eingewinn der GEG von neue Mieter eingezogen. Man sieht sie aber selten nichts geändert, und doch erschien Helmut alles fremden Flurtür. Auf sein Klingeln öffnete ihm im Hause, und ich weiß nicht einmal, wie sie neu. Das Mädchen aber bekam er weder im das Mädchen von vorhin.„ Ach, Sie sind es", 2.23 Millionen RM. würde an sich dazu ausspurt es sich denn so schön an?" fehle Sause noch auf der Straße zu Gesicht. Erst als rief sie, als hätte sie schon auf sein Kommen gereichen, die bisher übliche Berzinjung der Sparfie fragend hingir. Ach, unfereiner kommt gar- er am nächsten Vormittage die Haustür aufstieß, wartet. Sie ließ ihn in die Stube eintreten. Die einlagen mit 5 Prozent aufrechtzuerhalten. Es nicht dazu, sich um das Gesinge zu fümmern." kam von draußen ein Mädchen mit einer Ein Schwester saß am Fenster, genau so, wie Helmut ist aber von jeder Gewinnverteilung abgesehen „ Gesinge" hat sie gesagt, dachte Helmut. Und kaufstasche in der Hand. Helmut hatte sie noch es sich vorgestellt hatte.„ Meine Schwester hat es worden, um durch einen Akt vorbildlicher immer stärker- begann ihn die Stimme zu feffeln, nie im Hause gesehen, und etwas in ihm sagte: mir schon erzählt. Sie waren frank? Soffentlich Solidarität einen Fonds zur Verfügung die manchmi jo zärtlich flang, daß er unruhig Das iſt ſie.„ Verzeihen Sie", rief er schnell, Sie hat Sie mein Singen da nicht geſtört? sagte sie zu haben für solche Genoſſenſchaften, die durch wurde und immer heftiger an das Mädchen wohnen doch in der dritten Etage?" Das Mäd schnell. ,, Oh nein, durchaus nicht" erwiderte Hel die Krise besonders start in Mitleidenschaft ge Jachte. Er nahnt sich vor, sobald er würde wieder chen blieb stehen und nickte verwundert. Ich mut verwirrt. Er hatte sich das Zusammentref zogen worden sind. heißen. Seite 6 Donnerstag, 28. April 1932. PRAGER ZEITUNG. Deutsche Kultur in Brag. Die Urania und ihr Anton Kuh. " Der Film tr. 101. [ lerischen Leiter des Theaters am Bülowplay. Heinz Hilpert hat die Wahl angenommen. Die geschäftliche Verwaltung des Theaters geht auf eine Gemeinnüsige Theater Betriebs- Ge Das große Lied der Liebe. Der neueste Tsche Die Durchfälle des Anton Kuh und überhaupt sellschaft über, deren Anteile jämtlich im Besi chenfilm ist zwar dem Titel nach ein ernſtes Spiel seine ganze extrementale Geistigkeit werden gewiß der Volksbühne bleiben. Sum Träger der Kon- für Menschen, die eben das große Lied der Liebe auch, gesetzlich geschüßt, auf kulturelles Interesse session des Theaters wurde der langjährige Vor- noch ernst nehmen; aber selbst die willigsten KinoDie gesittete deutsche Oeffentlichkeit Prags, die stoßen, wenn sie also im Lichte des§ 19 stehen; was sigende der Volksbühne o. V., Unterstaatssekretär besucher werden sich noch selten so gut über eine ernst sein sollende Sache unterhalten, wie diesmal. auch jenseits unserer Parteiöffentlichkeit uns um aber uns anlangt, so beschäftigen wir uns mit ihnen a. D. Kurt Baake, bestimmt. ihre, von einem Aufatmen begleitete Zustimmung auch an Hand dieser Berichtigung nur deshalb, weil Wochenspielplan des Nenen Deutschen Theaters. Man kennt Holzfäller und ihre Geschicke; was aber zu unserem, der Urania würdigen Porträt für uns der Fall Kuh" lediglich als ein Fall Donnerstag, halb 8 Uhr: Plaz und Sieg" der Regisseur Kubaset diesmal zeigt, ist wirklich Anton Kuhs wissen ließ, wird mit demselben Urania Pflicht und Aufgabe bedeutet. Das gilt( 163- III). Freitag, halb 8 Uhr: Sput im heiter; feibst unter Berücksichtigung dessen, daß nicht Vergnügen, mit dem wir uns in diesem Falle dem für alles, was der Kuh durch seine Rechtsver- Schloß"( 161- I). Samstag, 7 Uhr, Arbeiter- ieder Künstler machen kann, was er will, muß doch gesetzlichen Zwang beugen, folgende Berichtitreter ableugnen oder nicht ableugnen und auf alle vorstellung:„ Die Walküre". Sonntag: Geschlossen. festgestellt werden, daß diese Anhäufung von Senti gung lesen, die wir im Sinne des§ 19 des Breß- Fälle nun erst recht als schärfsten Spiegel feines Montag, halb 8 Uhr: Sput im Schlof" mentalität und Naivität unerträglich ist. Daß ein gesezes zu jener Notiz unter den obigen Ueberschrif- Unwesens erscheinen läßt. Daß der Anton Ruh( 162- II). Naturbursch mit einer Riesenhade in den Wald ten in der Nr. 96 unseres Blattes vom 22. April nicht Söldling des Erpressertönigs Belessy gewesen Wochenspielplan der Kleinen Bühne. geht, daß er von seinem reichen Nebenbuhler ein dieses Jahres erhielten. jein will, aber sich in unfreiwilliger Romit als Donnerstag, 8 Uhr:„ Der Mann mit den gelertert wird, daß er sich zwischen zwei Frauen Die Berichtigung Anton Kuhs durch seine( natürlich besoldeter) Theater! ri- grauen Schläfen".( b.) bewegt und nicht auskennt, war schon da; wenn Freitag, halb aber immer dann, wenn nichts mehr folgen kann, Prager Anwälte hat folgenden Wortlaut: tiker jener Stunde" ausweist, die, wie alles, so 8 Uhr, Kulturverbandsfreunde: Roulett2". die Szene durch eine Kusserie weitergebracht wiro, Es ist unwahr, daß Anton Kuh jahrelang der auch die Kunst in ihren Schlamm zog, interessiert Samstag, 8 Uhr: Der Mann mit den dann hört die Kritik auf und es beginnt die FestSölling des Wiener Erpressertönigs Bekessy war. uns heute denn je eben nur von dem Gesichtspunkt grauen Schlafen".( Ab.)- Sonntag: GeWahr ist vielmehr, daß Anton Kuh nicht Söld- aus, daß die Prager Urania diesem Bekessy- schlossen. Montag, halb 8 Uhr, Bankbeamten I: tellung, daß man gewisse Arten von Filmprodu ling, sondern Theaterkritiker des von Belessy be mann neuerlich unterstand in den Räumen gab, bie" Der Mann mit den grauen Schläfen." senten in ihrer Eigenberechtigung einschränken müßte. Ueberraschend gut, aber im Film nicht begründeten Mittagsblattes Die Stunde" war. Es jener, nach dem Wort des Herrn Direktor Frankl, gründet, ist die Photographie des Kameramanns ist unwahr, daß Anton Kuh aus dem Restaurant nicht mehr hätte betreten dürfen, aber betreten Blažel. 23. Lg. Kuh, zugibt, " Schwannede" hinausgeworfen wurde. Wahr ist tonnte, während der Stub, wie er selber zu Vorträge und Veranstaltungen ber= Ueber Soziale Probleme der Blinden" * Profeffor Sport Spiel dann vom Besiver des Reſtaurants hinausgeschlechten Gedächtnis behafteten Professor Sport * Körperpflege Literatur „ Bubi Caligula." Von Hanns Sachs Mr. 2.85. Der Verfasser unternimmt hier den ge lungenen Versuch, eine der scheusäligsten Gestalten der Weltgeschichte psychoanalytisch zu deuten Es iſt dies Gaius, Sohn der Agrippina und des Heerfüh rers Germanicus, den seine Mutter als Kind das Kleid und die Ausrüstung eines Legionärs tragen ließ und der, weil er mit seinen dünnen Beinen in den hohen Militärstiefeln recht drollig aussah, von den Soldaten Caligula, das ist das Stiefelchen, ce In der Deutschen Turnerzeitung" vom 19. April nannt wurde, unter welchem Namen er in die WeltHaben die Olympischen Spiele eine Zukunft? vielmehr, daß Anton Kuh den schriftlichen Be- den Künstlerklub bei Schwannede nicht scheid erhielt, den im Restaurant Schwannede" mehr betreten darf.( Also Zugeständnis der moratagenden Künstlerklub nicht mehr zu betreten. Es lischen, unter Ableugnung der physischen Ohrfeige!) Ist unwahr, daß Kuh die Freundin eines Schau- Was aber den Kognac und die Nüchternheit des spricht heute um halb acht Uhr abends im Vorspielers beleidigte, daß der junge Künstler hierauf Kuh anlangt, so wird seine Berichtigung nicht einen tragssaale des Ministeriums für soziale Fürsorge Psychoanalytischer Verlag, Wien. 150 S. Preis erklärte, er werde an einem bestimmten Tage dem Deut an den Feststellungen der vielen Zeugen Sub eine abgezählte Reihe Ohrfeigen versehen, ändern, die sich von der Alkoholgeistigkeit seiner Dr. Alexej Zahoř. Eintritt frei. daß er diese Erekution termingerecht vollzog, daß brillanten Dreckschleuder überzeugt haben Kuh bei allen Ohrfeigen still hielt und daß Kuy mutlich nicht einmal an den aber leider mit einem worfen wurde. Wahr ist vielmehr, daß Anton Frankl, der selber aus der Fuselgeschichte feinerKuh niemals die Freundin eines Schauspielers zeit kein Hehl machte und von dem ja auch unsere beleidigte, daß niemand erklärte, er werde ihm an Kenntnis der jetzt von Kuh abgeleugneten Unrateinem bestimmten Tage eine abgezählte Reihe geschichte im Künstlerzimmer stammt, Ohrfeigen verletzen, daß diese Eretution nicht das eben kein zweites Mal zum Ruhst a II machen vollzogen wurde, und daß er vom Besitzer des Restaurants nicht hinausgeworfen wurde. Wahr ift vielmehr, daß Anton Kuh einen Vortrag unter dem Titel Schwannede" hielt, worin er sich über die Stammgäste des Lokals lustig machte, worauf er ein Schreiben erhielt, worin er gebeten wurde, dent Club ferngubleiben. Es ist unwahr, daß Anton Kuh nur in angetrunkenem Zustande, nach Genug beträchtlicher Mengen Kognats, reden fann. Wahr ist vielmehr, daß Anton Kuh auch im nüchternen Zustande und ohne den Genuß be trächtlicher Mengen Kognats reden kann. Es ist unwahr, daß Anton Kuh buchstäblich volltrunten auf dem Podium stand und ungezähltemale die Redewendung gebrauchte, die in den Kreisen der gebildeten Bourgeoisie als das bestbekannte Goethe- Zitat turfiert. Wahr ist vielmehr, daß Anton Kuh völlig nüchtern auf dem Podium stand und daß er aus einem gedruckten Buche eine humoristische Geschichte vorlas, deren Held diese Redewendung gebraucht hat. Es ist unwahr, daß Anton Kuh, als er den Saal für einen Augenblid verließ, dem Publikum den Zwed des Abstechers mit den denkbar ordinärsten Worten: Ich geh jetzt br..., angekündigt hat. Wahr ist vielmehr, zu lassen der Urania- Direktor mit seinem feierlichen d. 3., dem Organ des größten deutschen Turn- geschichte eingegangen ist, allerdings als einer, dessen Wort versprach! verbandes, werden unter dieser Ueberschrift zu den Olympischen Spielen in Lake Placid und Los Angeles folgende Urteile abgegeben: Run und zum Schluß die von uns augenblids nicht auf ihren Wahrheitsgehalt prüfbare Beschei denheit des Kuh in puncto feiner Autorschaft der hunds- und tubordinären Helden" Ausdrücke über Der tiefere Sinn der Spiele geht verloren. das Br... en" und ähnlicher Verrichtungen: Rub leugnet nicht, daß er diese Schwei- Allein das Geschäft, die Rentabilität, ent nereien Ias. Und dieses Factum, ob in unserer scheidet. Zu diesem Zweck setzt man einen unge Feststellung oder in Kuhs Darstellung, vollendet heuren Reklame apparat in Tätigkeit, Sen eben das hier zu wiederholende schärfte Urteil überationsgerüchte werden verbreitet, jeder Tag die Urania, an deren Vortragspult so etwas möglich ist. In de m, wie Direktor Franki glaubt, bringt etwas anderes. Trainingsberichte werden Prager deutschen Volksbildungsinstitui verschleiert, um die Menschen zu locken. Troß allem durfte und konnte sich Derartiges zutragen und dort ist die finanzielle Pleite groß. durfte, trotz der ehrenwörtlichen Zusicherung Frankis, der Kuh im Namen Goethes nochmals seine Fladen ablagern! Und nun wird diese Urania die Geister, die sie rief, nicht los, muß sich vom Stuh selber nochmals, fraft eines Berichtigungspara graphen, durch den Dred schleifen lassen, den er dort hinterlassen hat. Hoffentlich aber hat die Urania nun wenigstens jetzt die Nase voll! daß er den Saal während des Vortrages nicht Kunst und Wissen verließ, daß er feinen Abstecher machte, aljo auch nicht den Zweck des Abstechers ankündigte. Wahr Geradezu pavador ist es, wenn die Zeitungen berichten, welche Anstrengungen zur Finanzierung der Olympiamannschaft gemacht werden, und man int nächsten Artikel von der wirtschaftlichen Notlage der Bereine liest. Schand- und Bluttaten ihn als den Inbegriff des Verabscheuungswürdigen erscheinen lassen. Hanns Sachs untersucht in tieffchürfender Weise, wie dieser förperlich armselige und im innersten Wesen stets Sind gebliebene Knabe, dem, kaum zum Manne herangereift, die unerwartete Aufgabe zufiel, das Erbe nach Tiberius, seinem Großonkel, anzutreten, zu jenem sprichwörtlichen Ungeheuer werden konnte, das der Schrecken und das Entsetzen seiner Zeit genoffen war und das eine Summe von Untaten verbte, die jenseits aller Grenzen des Menschlich Begreiflichen liegen. Es war eine Reihe von Ereig nissen, die Caligulas, des schwächlichen ungefunden Knaben schon in den frühesten Lebensjahren star entwideltes Selbstgefühl zum Größenwahn, und nach seiner unvermuteten Thronbesteigung zur grenzenlosen Selbstvergötterung und zum wahn wikigsten Machtgefühl steigerten. Fand Caligula schon als Knabe Genuß daran, bei Leibesitrajeit, Folterungen und Hinrichtungen zuzusehen, so ergab er sich dieser Lust an Grausamkeit nach seiner Macht ergreifung unter Hinwegießung über alle Begriffe von Recht, Gesetz und Menschlichkeit mit um größerer Leidenschaftlichkeit, zugleich trieb ibn fein lofer Brunt- und Verschwendungssucht. Nach dre frankhaft übersteigerter Ehrgeiz zu maß- und sinn Jahren und neun Monaten seiner Regierungszeit seinem neunundzwanzigjien Lebensjahr rme det wurde Caligula, dessen grausames Wüten schon vor Hanns Sachs lehnt es ab, in Caligula einfach einen „ Orford" Hemigen belgischer Arbeiterfußball- Wahnsinnigen zu sehen, er tommt vielmehr zu dem meister. In der Vorentscheidung der vier belgischen Schlusse, daß dieser Kaiser auch noch im Mannes Kreismeister spielten„ Orford" Hemiren bei Ant- alter das„ Bubi" blieb, das er immer war und in werpen gegen Montegnee 5: 1, US. Mouscron gegen dem sich findlicher Vernichtungswille, maßlose Eitel Fraternitee Brüssel 2: 1. Das Endspiel um die feit und Lust am Spiele so miteinander vermisch: Meisterschaft des belgischen Arbeiterfußballverbandes und gegenseitig durchbrungen hatten, daß„ das gewann Hemigen gegen Mouscron verdient mit Böseste und das Harmloseste zu einer untrennbaren 4: 1( 2: 0). Hemigen bot eines seiner besten Spiele. Einheit wurden". Von den Olympischen Spielen zur Zeit Solons ist nur der Name geblieben. Auch in Paris Fascistengruß abgelehnt. Am Schluß des Länderfußballspieles Frankreich- Italien am 10. April entboten die italienischen Spieler, wie am 20. März in Wien, den Zuschauern den wurde dieſe faſciſtiſche Provokation durch tausend Fascistengruß. Auch von den Pariser Zuschauern fache Pfiffe und Pfuiruse abgelehnt. ist vielmehr, daß Anton Kuh aus einem Punkte dem Ursache mehrfacher Verschwörungen war, in Deutsche Mujitakademie. Oeffentlicher geb jetzt br... en" gebrauchte. Es ist unwahr, Uraniajaal( Stompositions- Meisterklasse und Stameine Geschichte vorlas, deren Held die Worte„ ich abend. Samstag, 30. April, 8 Uhr abends, im daz Anton Kuh seine Notdurft im Künstler- mermusikklasse) Werke von: Friedrike Schwarz: zimmer vor den Augen des Leiters der„ Urania" Sonate für Bratsche und Klavier, Ernst Hirsche: verrichtet habe. Wahr ist vielmehr, daß Anton Bassaglia in fis- moll, Mag Reger: Serenade in Kuh dies nicht getan hat. Es ist univahr, daß G- Dur, 2. v. Beethoven: Serenade für Violine, Anton Kwh an Durchfall litt. Wahr ist vielmehr, Bratsche und Cello. Karten 3, 6 und 8 Kronen. daß Anton Kuh an Durchfall nicht gelitten hat. In vorzüglichster Hochachtung:• In Vertretung des Anton Kuh: Rechtsanwälte: Dr. Paul Gans, Dr. Paul Kafta. Gericht. 38 Die Berliner Volksbühne wählte Dienstag an Stelle des ausscheidenden Karlheinz Martin, der an die Reinhardt- Bühne geht, den Regisseur der Reinhardt- Theater, Heinz Hilpert, zum fünst tasievolle Erklärung. Aber unsere Sachverständigen haben wohl einleuchtend dargetan, daß ein Zeitintervall zwischen Würgen und Stechen nicht bestand, daß aber und das ist die Hauptsache sowohl das Würgen als auch das Stechen den Tod herbeigeführt hat. Die Klarste Erklärung hierfür dürfte wohl die sein, die kein Jurist, wohl aber ein Mediziner hier gab, der viel mit Verbrechen berufsmäßig zu tun hat. Er sagte nämlich, daß das Opfer durch das Würgen nicht ganz getötet wurde, sondern noch geröchelt haben kann, und der Mörder, um ganze Arbeit zu tun, sich noch des Messers bediente meiner Ansicht von den Pflichten des Staats-| treten. Sie haben auf nichts andres zu hören anwaltes, und die Verantwortung hierfür trage als auf die Stimme Ihres eigenen Gewissens, ich. Denn es ginge nicht an, einen Menschen in und Sie bleiben Gott und der Menschheit ver Freiheit zu setzen, von dessen Täterschaft Sie zu antwortlich für Ihren Spruch, jeder einzelne von tiefst ganz und unumstößlich überzeugt sind, wij Ihnen seinem eigenen Gott! send, daß seine Disposition ihn wieder zu einem Morde treiben könnte. In kurzer Zeit werden Sie allein in Ihrem Aus der Rede des Verteidigers. Roman von Stefan Bollatschef. Was in diesem Moment in ihm vorge gangen sein mag- mer vermag das wohl restlos zu ergründen? Aber die Tat fann er sehr wohl begangen haben, denn seine ganze Einstellung Zimmer sein und über das Leben eines Men- Wir alle stehen unter dem Eindruck der Rede deutet darauf hin, sein ganzes Gehaben nach der schen beraten und urteilen. Sie werden damit des Staatsanwaltes, und dieser Eindruck war ein Tat läßt dieie als von ihm gesetzt erscheinen. nicht nur vor die schwierigste Aufgabe Ihres recht ziviespältiger. Man könnte ihn auf die Gestatten Sie, daß ich eine sonst ganz verLebens gestellt sein, sondern auch vor eines der Formel bringen: Einerseits anderseits. J pönte Frage hier an Sie richte: Wer sonst sollte schwierigsten Probleme der Rechtspflege über- werde ihr lieber die Formel zugrunde legen: die Tat begangen haben, wer fönnte sie begangen Es entsteht nun die Frage, ob der Täter haupt. Nämlich vor die Frage: Darf man einen Scheinbar und in Wirklichkeit. haben? Ich weiß, daß diese Frage sehr stark von einen Mord oder einen Totschlag beging. Fern Menschen verurteilen, der eine Tat leugnet? Es der Verteidigung befämpft werden wird, aber sei es von mir, Ihrem Richtspruch vorzugreifen, gibt eine moderne Theorie, die sagt, lieber zehn Meine Aufgabe ist deshalb schwer, schwieri Lassen Sie sich nicht beirren und stellen Sie sich und ich würde meiner anfangs geäußerten Mei- Schuldige laufen lassen, che einen Unschuldigen ger als in jedem andern Falle, obwohl ich aut diese Frage immer wieder in Ihrem Beratungs- nung von den Pflichten des modernen Staats- verurteilen! Die letzte Konsequenz dieser Theorie rühmliche, wie ich wohl jagen darf, zurückblic eine jahrzehntelange Praxis, und auf teine zimmer. Die Verteidigung hat in dem Verhör| anwaltes ins Gesicht schlagen, wenn ich Ihnen ist, daß man einen leugnenden Verbrecher nie vermit den begutachtenden Sachverständigen immer meine Meinung hier aufnötigen wollte. Sie sind urteilen dürfte. Denn, meine Herren Geschwor- weil ich einem scheinbar so milden Staatsanwalt wieder die Frage aufgeworfen, ob der Tod durch die Richter! Lassen Sie mich nur zu einer Frage nen, es gibt keinen vollgültigen Beweis, ehe der gegenüberstehe, dessen Milde äußerlich ist und dej, Würgen oder durch Stechen erfolgt sei, wahr- Stellung nehmen, lassen Sie uns nur noch eine Beschuldigte nicht gestanden hat. Ich selbst tenne sen Härte unter dieser Milde verdeckt werden soll scheinlich, um die auch eine Zeitlang von der Frage gemeinsam untersuchen, nämlich die wich- Fälle, wo lückenlose Indizien sich lange nachher und auch wirklich sehr geschickt verdeckt wird. J Polizeibehörde ins Stalkül gezogene Version auf- tige Frage, ob eine Affetthandlung vorliegt oder als Frrtum erwiesen. Das heißt aber nicht, daß age unumwunden, daß mir alle bisherigen zurollen, wonach es eventuell zwei Täter gegeben nicht. Der medizinische Sachverständige sagt hier, es Ihres Amtes ist, den Angeklagten freizuspre Staatsanwälte, die mein Herr Gegner so start haben könnte. Der Polizeiarzt hat nämlich an daß alle Stiche in die Herzgegend trafen, was chen, weil er leugnet. Jeder Prozeß, in dem bekämpft, viel lieber waren. Der Herr Staats Ort und Stelle ein Gutachten abgegeben, das er gegen eine Affekthandlung spräche, denn bei einer der Angeklagte leugnet, ist ein Indizienprozeß der Zeit nicht mehr entsprechen, indem sie den später an der Hand der wissenschaftlichen Behelfe, wirklichen Affekthandlung hätten die Stiche über und der Angeklagte müßte nur leugnen, um jei Angeflagten„ jagten". Nur ein Verteidiger fann die ihm ja am Tatort nicht zur Verfügung standen ganzen Oberkörper verteilt sein müssen. Hal- nes Freispruches sicher zu sein, um weiter auf voll und ganz erkennen, wie recht hier der Hert den, wieder korrigierte. Demnach nahm die Po- ten Sie sich vor Augen, was Affekt und was die menschliche Gesellschaft losgelaſſen zu werden. Staatsanwalt hat, und diese Worte sind schon eine lizei an, daß es zwei Täter gegeben haben könnte. Unzurechnungsfähigkeit iſt. die einmal ihre gebührende Anerkennung Der letzte Besucher in diesem Falle also der Hat der Täter die Tat begangen, hat er nach haben Ihr Gewissen zu erforschen. Die gelehr- Tat, Angeklagte habe die Richter erwürgen wollen, Ihrer unumstößlichen Ansicht, die Sie vor einem ten Richter haben in Fällen, wo es sich um das finden wird, beffer gesagt: finden würde, wenn jeine Straft reichte jedoch nicht aus, er flüchtete, höheren Forum verantworten werden müssen, die Leben eines Wienschen handelt, ihr Amt in Ihre den Worten die Tat gefolgt wäre. Wir haben nach einer Weile sei dann ein andrer gekommen, Lizzi Richter ermordet, dann können Sie ihn Hände übergeben, Sie, als Mitbürger des Ange- anders wet, der die Richter durch Stiche in die Herzgegend ge- nicht wegen Sinnesverwirrung freisprechen. Die- blagten, haben zu urteilen. Sie, als Auserwählte tötet hätte. Wie man sieht, eine reichlich phan- sen Rat Ihnen zu geben, widerspricht nicht der Menschheit, haben die Menschheit hier zu verDrnd: Rote H.-G. fir Setting- unb Buchdrud, Breg. Für den Den verantwortlich: Otto Solif Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bot monatlich Ke 16.-, bierteljährlich Kö 8. balbjährig Kā 96,-, gangjährig Kŏ 192,-,- Injerate werben laut Tarif billight berechnet. Bet öfteren Cialbeltungen Breisnachlag. Rüdstellung von Manuftripten erfolgt war bei Ginfendung der Retourmetlen, Serausgeber: Siegfried Taxb. befrebatteur: Wilhelan tehner. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Streut, rag. Brag. 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