Einzelpreis 70 Seller. ( Einschließlich 5 Heller Porto) Sosialdemokrat Zentralorgan 6. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 12. Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion u. Berwaltung: Brag II, Nefázanka 18 Zelepb.: 26795, 31469, Nachtredaft.( ab 21 Uhr): 33858 Doticedamt: 57544 Freitag, 29. April 1932 Unfallsrenten für Berufskrankheiten. Eine wichtige sozialpolitische Vorlage des Fürsorgeministeriums Prag, 28. April. Im Senat wurde heute eine vom Fürsorgeministerium ausgearbeitete Vorlage über die Entschädigung von Berufskrankheiten vorgelegt, die eine bisher schmerzhaft empfundene Lücke in unserer Sozialgesetzgebung schließen soll. Entsprechend den Empfehlungen der Internationalen Konvention vom Jahre 1925 soll nunmehr eine Reihe von Berufskrankheiten, die namentlich angeführt sind, den Berufsunfällen gleichge= stellt und wie diese von der Unfallversicherung entschädigt werden. Die Vorlage, deren sozialpolitische Bedeutung wir noch an anderer Stelle würdigen werden, bestimmt im wesent lichen: Nr. 102. Unfähige Kritiker. 1926 bis 1929. Zeit des Bürgerblods. J.. könnte, falls die betreffende Person weiter in dem Betrieb beschäftigt bleibt, kann ihr vont Träger der Unfallsversicherung eine angemessene zeitweise ausgesetzt werden, wenn die Person die Beschäf diesem auch die deutschen Christlichsozialen. Rente( bis zur Höhe der halben normalen Rente) tigung in dem Betrieb aufgibt. Diese Rente be- Einer der ihren, Dr. Mayr- Harting, Justizeinträchtigt nicht die Ansprüche auf eine Rente minister. Die christlichsozialen und auch die anwegen Erwerbsunfähigkeit. deren Wähler warteten gespannt darauf, in Falls die Entschädigung für eine Berufstrant welche Taten sich nun, da die deutschen Christheit nicht von amiswegen bemessen wurde, kann die lichsozialen ebenso ,, an der Macht" teilnahmen, betroffene Person ihren Anspruch binnen Jahres- wie jetzt die deutschen Sozialdemokraten, sich frist von der Stonstatierung der Berufskrankheit ihre fromm- christliche Gesinnung umsehen durch einen Arzt anmelden, spätestens aber zwei werde. Man wartete und wartete. Nichts. Und Jahre nach dem Austritt aus dem betreffenden Unternehmen. Rückwirkung in berücksichtigungswerten Fällen. Das Gesetz tritt mit 1. Juli d. J. in Kraft. Bei Berufskrankheiten besteht der Schadenersatz in der Rente, die dem Erkrankten mit dem Beginn der 27. Woche nach dem Beginn der Krankheit beziv. dem Eintritt der Erwerbsunfähigkeit zu gen berücksichtigungswürdigen Fällen können auch Berufskrankheiten, die spätestens mit 1. Jänner 1929 auftraten, nach den Bestimmungen dieses Gesetzes entschädigt werden. Die Bestimmungen des Gesetzes vom 28. De-| Das Verzeichnis kann durch Regierungsverordnung gember 1887 über die Versicherung der Arbeiter ergänzt und geändert werden. gegen Unfälle( sowie die einschlägigen Be stimmungen der ungarischen Gesetze), soweit sie die Unfallversicherung regeln sowie die Bestimmungen oder abändern, werden, soweit es das vorliegende- Weitere Bestimmungen regeln die Anzeige Gesetz nicht anders bestimmt, analog auch auf pflicht für Berufskrankheiten, die dem Träger der Berufskrankheiten angewendet. Krankenversicherung auferlegt wird; eine Regierungsverordnung kann diese Pflicht auch jedem Arzt auferlegen, der eine solche Krankheit sichergestellt hat. jener Rechtsvorschriften, die diese Gesetze ergänzen Als„ Berufskrankheiten" gelten die in einer eigenen Beilage angeführten Krankheiten, soweit sie durch die Ausübung der Beschäftigung in einem unfallversicherten Unternehmen jener Art herbeigeführt wurden, wie sie in dieser Beilage neben der betreffenden Krankheit angeführt sind. Wo bei der Unfallversicherung von einer körperlichen Berlegung gesprochen wird, ist darunter bei Be rufskrankheiten die Erkrankung zu verstehen, hungsweise der Beginn der Erwerbsun fähigkeit nach den Gesetzen über die Unfallverficherung, falls dies für den Versicherten günstiger lit over es sich um Bersonen handelt, die gegen Krankheit nicht versichert sind. währen ist. Uebergangsrenten. weniger als nichts. Dafür waren die Christlichsozialen in diesen. Jahren voll des Verständnisses dafür, daß eine einzelne Partei in einer Regierungskoalition nicht im Handumtdrehen ihr ganzes Programm zu verwirklichen vermag. So sprachen sie wenigstens zu ihren Wählern, die immer ungeduldiger und verdrossener darüber wurden, daß an sozialen Taten nichts gesetzt wurde, obwohl die Finanzen des Staates damals reichlich gute waren und die Wirtschaft der Tschechoslowakei im Gleichzeitig hat die Regierung im Parla- Rahmen der ganzen Weltwirtschaft eine glänment auch das Internationale Abkommen über zende Konjunkturperiode durchlebte. Erbittert die Berufskrankheiten vom Jahre 1925, auf das war die Bevölkerung, weil sich die deutschen sich die oben besprochene Vorlage stüßt, zur Rati- Christlichsozialen damals ausschließlich als Exponenten der Besitzklassen fühlten, nur deren wahrhaft nicht schäbiges Los besser zu gestalten sich bemühten, für die Kleinen und die Armen aber nichts übrig hatten. Da unternahm es nun der Herr christlichsoziale Minister, den Unzufriedenen zuzureden. Er reiste Wenn die Befürchtung vorliegt, daß sich die Berufskrankheit wiederholen oder verschlimmern fizierung vorgelegt. Das neue Preẞgesetz vorgelegt. als Tod infolge eines Unfalls gilt analog Tod Prag, 28. April. Die Regierung hat heute[ teurs und führt als Neuerung den verant- von Versammlung zu Versammlung, wobei er infolge der betreffenden Krankheit. Als Zeitpunkt im Abgeordnetenhaus das neue Preßgefes vorwortlichen Leiter des Inseraten sich als Sprißenmeister eifrigst betätigte. Gr des Unfalls gilt der Beginn der Krankheit nach gelegt, das zusammen mit der bereits in den teils ein, regelt weiters die Amts- und Pflicht- wurde nicht müde, an die Geduld zu appellieden Geseyen über die Strautenversicherung bezie- Ausschüssen befindlichen Vorlage über den chut exemplare und die Verpflichtung zur Veröffent- ren. Geduld und immer wieder Geduld, bas der Ehre und dem noch im interministeriellen lichung amtlicher Kundmachungen sowie die vor- hielt er für das wichtigste Requisit vernünfStadium stehenden Gesezentwurf über die Dienst- läufige Beschlagnahme. verhältnisse der Redakteure das Presserecht eintiger Wähler. Man dürfe nicht glauben, daß beitlich regeln soll. Die Vorlage ist bereits öffentlichung von Berichtigungen sei auf dem besten Wege, ja, er sah, was sonst Der dritte Teil befaßt sich mit der Versich die Dinge übers Knie brechen lassen, alles seinerzeit im ersten Entwurf veröffentlicht( 830) und ſtatuiert die pflicht gemaße Be- niemand sah: die Erfolge seien schon getomvon uns ausführlich besprochen worden. Im Zuge eichnung bezahlter Notizen; nähere des interministeriellen Verfahrens haben die Bürokraten im Innenministerium allerdings eine Bestimmungen hierüber werden der Regierungs- men und im übrigen sei er schon deshalb zuReihe von Abänderungen durchgesetzt, die sich„ Pressebe ste chungen". Die Nichtveröffent- stehe. An der Koalition fand er, da sie eine verordnung überlassen. Der§ 37 befaßt sich mit frieden, daß seine Partei in der Regierung durchaus nicht imme: mit den modernen Inten- lichung bestimmter Nachrichten, bzw. die Ver- reaktionäre war, nichts auszusetzen, er fand sie tionen des Justizminiſters im Einklang befinden. öffentlichung unwahrer Nachrichten gegen irgend als die einzig mögliche und erfolgversprechende Namentlich die Bestimmungen über die freie ein Entgelt wird mit Gefängnis von drei Form des Regierens in diesem Staate. IndesBergiftungen durch Blei, Phosphor, Solportage, die bisher nirgends einen ge- Tagen bis zu drei Monaten bedroht. Der vierte jen brachte der Bürgerblock Fuhre auf Fuhre Quecksilber, Arsen, Mangan, Benzol u. a., durch jeglichen Rückhalt hatte, sind noch umstritten; Teil ist dem Schuß der Jugend gegen aus seiner Beute, die er auf Kosten der breiten Schwefelwasserstoff und Schwefeltohlenstoff, Kampf- ihre Bereinigung wurde der Vereinbarung der gesprochene Schundliteratur gewidmet. Die Entgaje, Kohlenoxyd, Chanverbindungen, ferner Er- ihre Bereinigung wurde der Vereinbarung der frankungen, die durch die dauernde Ein- Barteien im Zuge der parlamentarischen Verscheidung über ein eventuelles Berbot der Bet Schichten der Bevölkerung machte, in Sicherwirkung von Roentgen oder Radiumstrahlen handlung wird im Parlament jedenfalls erst ein bleibt einer besonderen Körperschaft beint Schul- Willionen- Steuerpräsente an die Kapitalisten, handlungen überlassen. Zur eingehenderen Ver- Schichten handlungen überlassen. Zur eingehenderen Ver- breitung solcher Druckschriften unter Jugendlichen heit: Gemeindefinanzreform, Steuerreform, Subkomitee eingesetzt werden. ministerium überlassen; gleichzeitig wird das Verwaltungsreform, Verschlechterung der poliVerfahren vor diesem Forum geregelt. tischen Rechte, Drei- Milliarden- Rüstungsfonds Aufzählung der Beruiskrankheiten. In der Beilage werden 24 Berufskrankheiten namentlich angeführt. Es sind dies vor allem: und Emanationen entstanden sind; Joachimstal); häusern, die Rozkrautheit, schwere, schwer heilende Etzeme( Krebs), die Unstreitig stellt die Vorlage gegenüber den durch Ruß, Parajin, Teer, Kreosot, Anthrazen heute bestehenden Verhältnissen im Presserecht oder Bech und ähnliche Stoffe verursacht sind, einen großen Fortschritt dar, wenn fic Das dritte Hauptstück ist dem Preise und vieles andere, was den Herrschenden und sowie die Folgeerscheinungen solcher Ekzeme; auch von dem Zdeal cines sozialistischen Preffe trafrecht gewidmet. Es definiert zunächst den Besitzern der großen Geldsäcke erwünscht, der durch Radiumstrahlen und Emanationen rechtes noch weit entfernt ist. In ihr spiegeln den Begriff der durch die Preffe verübten Straf- angenehm, erfreulich war. Die anderen konnverursachte Lungenkrebs in den Urauera jich eben wie in allen Vorlagen der Stoalitions at und regelt die Zuständigkeit der Gerichte. ten sich den Mund abwischen und zahlen. Den gruben und in den Fabriken für Uranfarben, regierung die gegenwärtigen Machtverhältnisse Berbrechen und Vergehen sowie die Vernach- deutschen Christlichsozialen aber erschien alles Radio und Radiumpräparate( zum Beispiel wieder. Wir behalten uns eine eingehendere lässigung der pflichtgemäßen Obforge gehören vor im rosigsten Lichte, alles in schönster Ordnung, Würdigung der Vorlage, bzw. eine kritische Dar- einen eigenen Schoffensenat bei den KreisAnthrax in Betrieben, in denen Tiere ge- legung der wünschenswerten Verbesserungen ausgerichten, der aus zwei Berufs- und zwei( bis- allem machten sie brav die Mauer und sie bäihalten oder geschlachtet, oder Kadaver und Abfälle drücklich vor, und geben nachstehend nur eine her nur einem) Laienrichter besteht. Dieser ten ihre Beschäftigung, aus der Haut des Bolvon Tieren verarbeitet werden, bei denen Milz Inappe Uebersicht über den Aufbau der Vorlage: Senat ist auch Berufungsinstanz bei leber- fes Riemen zu schneiden, wader bis ins Untretungen. endliche fortgesetzt, wenn die edle Gemeinschaft brand aufgetreten ist; und in Betrieben, in denen Die Vorlage umfaßt 94 Paragraphe und des Bürgerblocks nicht elend verkracht wäre. Wolle, Felle, Häute, Haare oder Vorsten vergliedert sich in vier Hauptstüde. Der$ 1 formu Abschnitt über die administrative KonGrundlegende Veränderungen bringt der 1929 bis auf weiteres Die Zer arbeitet oder mit ihnen gehandelt wird: fiert den Grundsatz der Pressefreiheit, die fistation. Nach§ 58 fann der Staats- schlagung des Bürgerblocks hat der AlleinherrInfektionskrankheiten in Kranken- nur soweit beschränkt werden darf, als das Ge- station. Nach§ 58 kann der Staats- schlagung des Bürgerblocks hat der Alleinherranwalt die Beschlagnahme anordnen: schaft der bürgerlichen Parteien ein Ende gejez es erlaubt. Ferner werden genaue Definitionen der Grundbegriffe des Presserechtes, wie der 1. bei einer Veröffentlichung, die eine macht. Damit hoben die deutschen Christlichstrafbare Handlung im Sinne der Strafgesetze sozialen das Maß über die Einschätzung von Begriffe Druckschrift, Zeitschrift, Druder, Herdarstellt; Erfolgen gewechselt. Völlig die gute Laune verausgeber und Eigentümer, Ort der Herausgabe. und Verbreitung festgelegt und allgemeine Vordorben hat ihnen der Hinausschmiß aus ver Koalition, so ihnen zuteil wurde. Früher liebschriften über die Haftung des Druckers, Herausgebers usw. gegeben. ten sie es, das Schlechte, das Niederträchtige schön und strahlend erscheinen zu lassen, jetzt schwärzen sie mit derselben Vorliebe auch das mancherlei Gute, das zum Unterschiede von der früheren Regierungsmehrheit von der gegenwärtigen unter dem unablässigen Drucke der sozialistischen Parteien trotz widrigster Zeitum stände geschaffen wurde. Nun haben sie keine Geduld mehr und ständig rufen sie auch allen anderen zu, mit der Geduld aufzuhören. Was sie versäumt, nein, grundsätzlich und bewußt unterlassen haben, ja, was sie mit Eifer zu verschlechtern sich abgemüht haben, das soll nun alles schnell und noch schneller gut geErkrankungen von Mustein, Knochen und Gelenken bei Arbeitern, die mit pneumatischen Bohrern, Hämmern u. dgl. arbeiten, squid die Wurmkrankheit bei Bergarbeitern, Erirankungen der Atmungsorgane infolge der schädlichen Wirkungen von Thomasmehl, Druck2. bei Vergehen gegen die öffentliche Sicherheit; 3. bei Beleidigung des Präsidenten der Republik; 4. bei Verbrechen gegen das Schutzgeseh; 5. bei einem anderen Verbrechen oder Vergehen, das ein Offizialdelikt ist, allerdings nur, wenn das Bedenken begründet ist, daß die Sicherheit des Staates bedroht wäre oder eine Störung der öffentlichen Ruhe und Das zweite Hauptstück befaßt sich mit der eigentlichen Presseordnung. Der erste schwere Fälle der Berstaubung der Teil regelt die Herstellung und Verbreitung von Lunge durch Kiesel- oder Eisenstaub in Sand Druckschriften, ihren Verkauf, das Sammeln von gruben, Porzellanfabriken, Metallschleifereien und Abonnements usw. und gibt die Kolportage Gruben, wo gewöhnlich in harten Stiefelgestein von Zeitschriften und nicht periodischen Druckgearbeitet wird, Tanbheit oder Schwer- schriften, die ein Ganzes bilder und einen Drudernfie hörigkeit, die durch Lärm oder Erschütterun bogen nicht überschreiten, grundsäßlich frei. Das Ordnung eintreten würde. Erschütterun- bogen gent in metallverarbeitenden Betrieben entstanden öffentliche Aushängen von Drudschriften fann In allen anderen Fällen fann nur das Bodie Behörde aus Gründen der öffentlichen Ord- Gericht eine Beschlagnahme aussprechen. Glashütten, nung, bezw. der Sicherheit des Staates aller- Das letzte Sauptstüd bringt verschiedene Brdings verbieten. Der zweite Teil betrifft die Uebergangs- und Schlußbestimmungen, u. a. auch schweren und pflichtgemäßen Angaben auf Druckschriften, be- die Bestimmung, daß das Gesetz analog auch auf handelt die Pflichten des verantwortlichen Redat- Grammophonplatten angewendet werden kann. find, endlich der grane Star in das Nyastagma in seinen komplizierten Formen( in Gruben). Eisenwerfen und Schmelzhütten, und Sette 2 macht werden. Den Kommunisten suchen sic Freitag, 29. April 1932. Ar. 102. neres Uebel als eine eventuelle Zerrüttung der abzugucken, wie man Erfolge, die übrigens im Vorlage der Dienstzeitverkürzung an den Senate harten Kampfe den ehemaligen Koalitionsbrüdern der deutschen Christlichsozialen abgerun gen werden müssen, verkleinert, diskreditiert, gegen agrarische Widerstände durchgesezt. Die Steuerrückstände, die zusammen mit In der Debatte marschierten massenhaft Gewerbeparteiler und andere Oppositionelle auf, während von Koalitionsseite nur je ein NationalPrag, 28. April. Die gestrigen Stoalitions- Er bespricht dann die Entwicklung der einzelnen demokrat, Nationalsozialist und Agravier sprach. verächtlich macht. Aus allem klingt die Be- beratungen über die beiden Spiritusgeseke hatten Steuern und erklärt es für ein Unrecht, daß die Während der Rede Mikuličeks machte ein plötzteuerung heraus: wenn wir Christlichsozialen wohl zu einer Annäherung, aber noch zu Selbstverwaltung an den Verzugszinsen nichtliches Unwohlsein des Genossen Polach eine in der Regierung wären, wir würden es bes- feiner völligen Lösung aller strittigen Punkte ge- partizipiere, obwohl etwa fünf Sechstel des unter die- turze Unterbrechung der Situng notwendig. Geser machen! Vielleicht würde man ihnen Glau- führt, so daß der Landwirtschaftsausschuß des sem Titel eingenommenen Betrages von 141 Millio noffe Bolach erholte sich jedoch bald. ben schenken, wenn ihre Schandtaten, die sie Abgeordnetenhauses auch heute vormittag noch nen auf die schuldigen Zuschläge entfallen. Ein Teil In der kommenden Woche werden zunächst zur Zeit ihrer Regierungsherrlichkeit gehäuft nicht die Abstimmung vornehmen konnte, sondern der Steuerzahler benützt die schuldigen Steuern als erst die Ausschüsse arbeiten. Die nächste Plenarhaben, schon in Vergessenheit geraten wären. sich neuerdings vertagen und den Beschluß billigen Kredit, denn dem Staat muß er nur fißung wird auf schriftlichem Wege einberufen Doch dem ist keineswegs so. Dennoch sigen die fassen mußte, das Präsidium des Hauses um 7 Prozent Zinsen bezahlen, der Bank jedoch 9 bis 12. werden. Pfäfflein in Zivilkleidern und Soutanen, die Frister stredung zu ersuchen. Die Agrarier, den Geist für die christlichsoziale Presse liefern, vor allem der seit jeher als Scharfmacher be- den noch nicht vorgeschriebenen Steuern etwa sieben brütend über dem Gedanken, wie man die So- fannte Referent Dr. Zadina, zeigten nicht übel Williarden ausmachen, erweisen sich bei näherem Zubrütend über dem Gedanken, wie man die So- Lust, zur Revanche die für heute angesetzte zweite sehen als Ballast, den die Steuerverwaltung Jahr Die öfterreichischen Sozialdemokraten zialdemokraten für alles Unglück in der Welt Lesung der Vorlage über die Dienstzeitver- für Jahr mitschleppen muß; sie vermindern sich nur für Neuwahlen im Herbst. verantwortlich machen kann. Früher war den fürzung hinauszuziehen, um eine Art Faust um die inzwischen erfolgten Abschreibungen. Die Wien, 28. April. Die Sozialdemokraten Christlichsozialen jeder Sozialdemokrat der pfand für die Sicherung ihrer Spirituswünsche Finanzverwaltung stehe nun vor dem schweren haben heute gegen Schluß der heutigen Plenarleibhaftige Gottjeibeiuns, jetzt heucheln sie Ent- zu haben. Problem, wie sie sich davon befreien solle. Es ist dies rüstung darüber, daß der Sozialismus noch Daraufhin setten jedoch die beiden sozial- zugleich ein Beweis für die verfehlte Personalpolitik izung des Nationalrates durch Dr. Bauer einen nicht verwirklicht ist. So läßt sich ihre demokratischen Parteien im Senat, der seit vor- des Finanzministeriums: um ein paar Dugend Mil- Antrag eingebracht, durch den die Regierung auf,, Deutsche Presse" hören:„ Wir stellen eine all- mittag die Umfaßftenernovelle behandelte, eine lionen an Beamtengehalten zu ersparen, mußte der gefordert wird, dem Parlamente ehestens einen gemeine Enttäuschung der Oeffentlichkeit über Sigung der Vertreter der koalierten Parteien Staat und die Selbstverwaltung Milliarden an Gesezentwurf auf Auflösung des Natio das Versagen des Sozialismus fest". Auch die durch und erklärten dort die Anwesenheit des be- Steuern und Zuschlägen verlieren! Auch heute wären nalrates und Ausschreibung von Neuwahlen Pfäffleins sind enttäuscht, weil wir angeblich stürzten Finanzministers mit aller Entschieden noch gut 50 Prozent dieser Rückstände einzutreiben, vorzulegen. Die Sozialdemokraten werden für die nicht genug energisch dem Sozialismus zum heit, daß sie nicht in der Lage seien, für die Um- wenn sich hier nicht überall politische Einflüsse gelDurchbruch zu verhelfen suchen. Wirtschafts- fassteuer zu stimmen, falls sie nicht volle Garantie tend machen würden. dafür belämen, daß das Parlament die Dienstfrise? Seht, die Sozialisten sind in der Regie- zeitverkürzung noch heute so zeitgerecht verab In der Debatte erhebt Dr. Luschka die üblichen schiedet, daß die Vorlage im Senat noch aufgelegt Borwürfe gegen Regierung und Regierungsparteien, und dem Wehrausschuß zugewiesen werden kann. die die Weltwirtschaftskrise nicht zu meistern verDas wirkte. stehen, während Krebs sich mit dem Interview In Verhandlungen zwischen den Vorsitzen. Masaryks in der Neuen Freien Presse" befaßt, das den der beiden Häuser verstand sich Malypeir Programm der Nazis, der größten Partei Europas", schließlich dazu, die Tagesordnung der Plenar entwickelt und dabei das Rassenprinzip( armer jigung am Nachmittag umzustellen und die zweite Führer" Jung!) auf das entschiedenste verficht. Genosse Dr. Macek( tschech. Sozdem.) befaßt sich Lesung der Dienstzeitverkürzung sofort nach mit den Erträgnissen der Vermögenssteuer. Beginn der Sigung vorzunehmen. Dies geschah Die bis Ende 1931 eingezahlten Beträge, fast sechs dann auch ohne weitere Komplikationen, so daß Milliarden, liegen brach auf einem besonderen Konto auch noch die Zuweisung im Senat erfolgen der Staatstaffe bei der Nationalbank. Der Ertrag konnte. wird bisher zur Abzahlung der sogenannten Bant Die Spiritusverhandlungen werden inzwi- notenschuld verwendet; man sollte diesen Betrag aber schen weitergeführt; der Vierzehnerausschuß der lieber vernünftiger verwenden. Selbst 1930 Stoalition tritt nächsten Dienstag zur endgültigen habe der Staat auf diese zinsenlose Schuld 331 WilBereinigung der Differenzen erneut zusammen. lionen abgezahlt, sich aber andererseits Gelder zu flüssigen und Kosten verursachenden Verwaltungsfieben Prozent ausgeborgt. Das sei unbegreifarbeiten zu entlasten. Das Gesetz bestimmt, daß lich. Durch die Vermögensabgabe wurden der Volks- die Bildung von Vereinen und die damit zuwirtschaft Gelder entzogen, die sonst für langfristige sammenhängende Anmeldung bei der Behörde in Investitionen zur Verfügung gestanden hätten. Zukunft nicht mehr notwendig sein wird. Auch die Redner tritt dann für die Verbilligung des Zinsfußes ein und greift die Zinspolitik des Banken regelmäßige Vorlage der Satzungen und das fartells heftig an. Verzeichnis der Vereinsfunktionäre als auch die Berichte über die Vereinsgebarung werden in Die Debatte geht in der nächsten Sizung am Zukunft entfallen. Das Gesetz sagt allen Vereinen Dienstag, den 3. Mai, weiter. Auf die Tages- und Körperschaften Freiheit zu und erläßt nur ordnung wurden auch schon alle reſtlichen Vorla- im allgemeinen Bestimmungen über die Vereinsbildung. gen gesetzt, wie die beiden Spiritusgesetze, das Verbot der Errichtung neuer Rübenzuckerfabriken, die Elektrifizierungsnovelle und das Unterofft= ziersgefes, die ja bis auf die beiden letzten Vorlaget noch nicht einmal in den Ausschüssen fertiggestellt sind. rung, aber doch gibt es eine solche. Schuld des Kapitalismus? Nein, Schuld der Sozialdemokraten. Als die Christlichsozialen mitregierten, waren sie das fünfte Rad ant Wagen, doch alles war gut; jetzt ist es ihnen zu wenig, daß die Sozialisten nur ein kleines Gebiet der Staatsgeschäfte unmittelbar beeinflussen". Das heißt, eben so viel, als die Wähler ihnen Einfluß gegeben haben. Das aber ist den ehemals fo Regierungsfrommen zu wenig das ganze sozialistische Programm müßte nach ihnen schon verwirklicht sein. Alle die Schandgesetze, die unter der Mameluckenhilfe der Chriftlich sozialen geschaffen wurden, Gemeindefinanzgesetz, Steuerreform usw., wirken sich jetzt erst recht schädlich aus, tut nichts, schuld sind doch die Sozialisten, die, weil sie nicht wollen, daß die Arbeitslosen völlig verhungern und eine Inflation den Arbeitenden den sauer verdienten Lohn über Nacht schmälert, für neue Staatseinnahmen sorgen müssen. Ohne mit der Wimper zu zucken, haben die Christlichsozialen drei Milliarden auf elf Jahre hinaus für den Rüstungsfonds mitbewilligt, jetzt ist diesen Schleppträgern des Militarismus auch die erzielte Etappe auf dem Wege zur Abrüstung, die Verkürzung der Militärdienstzeit, zu militärfreundlich und so fort mit pfäffischer Grazie. Freilich, aus der Regierung wurden sie hinausgelehnt, was bleibt ihnen also übrig als Opposition zu machen. Um jeden Preis. Aber auch der Verstand sollte nicht fehlen. Damit Hapert es jedoch gewaltig. Ihr müsset n Der Staatshaushalt im ersten Krisenjahr. Debatte über den Staatsrechnungsabschluß für 1930. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich nach diesem Zwischenspiel mit dem Staatsrechnungsabschluß für 1930, dessen Ziffern ja bereits im Herbst zugleich mit dem neuen Budget veröffentlicht worden sind. Der tschechische Genosse Remeš hielt ein sehr instruktives Referat, aus dem wiederholt sei, daß der Abgang im ordentlichen Budget 226 Millionen, im außerordentlichen 440 Millionen beträgt, so daß sich die Kassabarschaft der Staatskasse um 666 Millionen verminderte. Gegenüber dem Vorjahr ist die Finanzgebarung um 1438 Millionen ungünstiger. Die Einnahmten gingen gegenüber dem Vorjahr um 775 Millionen zurück. Ueberschreitungen erfolgten beim Ministerratspräsidium und den Ministerien für Aeußeres( 6,4 Mill.), Verteidigung( 11.3 Min.), soUmsatzsteuer auch vom Senat verabschiedet. sofortige Auflösung des Nationalrates mit der Maßgabe stimmen, daß die Neuwahlen erst für den Herbst ausgeschrieben werden, damit die Regierung die begonnenen außenpolitischen Verhandlungen und ihre handelspolitischen sowie wirtschaftlichen Maßnahmen fortsetzen könne. Der Antvag Dr. Bauers wurde ebenso wie die analogen Anträge der Großdeutschen und Heimwehren dem Verfassungsausschuß zugewiesen. Freies Vereinsrecht in Desterreich. Wien, 28. April.( Tsch. P.-B.) Die Regierung wird heute im Nationalrate die angekündigte Vorlage über das Vereinsrecht einbringen. Diese Vorlage hat den Zweck, die Behörden von überDie Aufgabe der Sozialdemokratie. Berlin, 27. April.( Tsch. P.-B.) Der sozialdemokratische Parteivorstand beschäftigte sich am Mittwoch mit dem Ergebnis der Wahlen zum Reichspräsident und zu den verschiedenen Länderparlamenten. Er faßte seine Anschauung gleich zeitig in einem Aufruf an die Partei zum 1. Mai Jnt Senat wurde in siebenstündiger Sißung zusammen, der mit dem Sazze beginnt: Int die Umsatzsteuernovelle durch beraten und dann in Kampfe feiern wir den 1. Mai." Der Partei allgemeinen Kaffenbericht( 47,8 Mill.) sind zumeist beiden Lesungen unverändert angenommen. Der vorstand weist darauf hin, daß der bürgerliche rein buchmäßig. Andererseits betragen die Ersparnisse Referent Krejči führte aus, daß es sicher Liberalismus als politische Organisation aufge53.5 Will. Der Referent bemängelt, daß das Finanz- nicht angenehm sei, heute ein Gesetz zur An- hört habe, und fügt hinzu: Aufgabe der Sozialministerium über die resultierende Budgetüberschrei- nahme empfehlen zu müssen, das den Steuerträ demokratie allein bleibt es, die geistige Freiheit tung von 29 Millionen keinen Nachtragskredit gern neue Laften bringe, aber in der heutigen der Nation gegen die Apostel einer dumpfen Gevorgelegt habe. pretären Situation feien neue Steuern ein flei- waltherrschaft zu verteidigen. Genossen! ausgesetzt frziale Fürsorge( 16.8 Mill.); die Ueberschreitungen im die Verbreitung unserer Zeitung agitieren Segt euch überall für unsere Parteipseffe ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Benofenn.Genosinnen Arbeiterpreffe. Darum, agitiert rührten oftmals das Herz mancher Greißlerin, mit seinen fleinen, nicht allzu sehr reinen Präß- geschrien hätten. Zuerst fand natürlich eine wichdem Vater das Effen in die Arbeit und behütete schwachen Augenblicke" rissen die Buben, die einkaufen solle. Einer schrie mit dem andern um Bon Betty Karpíšková. die Geschwisterchent. sonst vor ihm Angst hatten, über ihn Wize. die Wette, der eine verlangte Zuderzeug, der Im Sommer, wenn die Kinder den ganzen ,, Gestern hat er den Hauptmann gespielt, andere eine Semmel, der dritte hatte wieder Lust ( Die tschechische Genossin Starpíšková ist Abgeordnete des tschechoslowakischen Bar Tag im Freien zubringen konnten, arbeitete und heute flennt er, und dann wischt er sich auf eine lange, schwarze Pechschlange, die man ableden konnte und die dabei so lange Zeit lamentes. Sie entstammit dem Brager Vor- Wenzelchens Mutter in der Fabrik, und für noch den Schmuz im Gesicht herum!" Wenzelchen konnte Spott nicht vertragen. aushielt! stadtmilieu, das sie in einem fürzlich er- unfern fleinen Wenzel waren da goldene Zeiten schienenen Novellenbande ausgezeichnet zu gefommen! Kaum daß die Sonne über der schläf- Wie ein verlegter Tiger sprang er auf- und schildern versteht. Die nachstehende Er- rigen Erde lächelte, schon war unser Wenzelchen schon nahmen die Buben Reißaus. zählung ist diesem Bande entnommen. Die auf den Beinen. autorisierte Uebersetzung besorgte Isaak Reismann, Prag.) Wenzelchens Freuden und Leiden. Die sonst nicht zu borgen pflegte, dann trug er chen die Tränenbäche ab. In einem solchen tige Beratung, eine„ konferenz" fiatt, was man Die schmutzigen, ungepflasterten Straßen an der Peripherie der Stadt, immer mit Rot oder mit einer hohen Schichte Staubes bedeckt, dies war das Paradies unseres Wenzelchens... Und die kleinen, schmierigen Kinder der Peripherie, die hier zwei Drittel ihrer Zeit in Glüdjeligkeit verbrachten, das waren Wenzelchens Spielkameraden. Nachzufragen, ob jemand unser Wenzelchen fenne, das wäre wahrhaftig eine Beleidigung feiner Popularität gewesen! Alle kannten ihn, und die sich vor ihm nicht eben fürchteten, die 11 Und das war ja doch die Hauptsache, die wichtigste Voraussetzung für den Einkauf. Die fleinen Konsumenten fauften nämlich nur Dinge ein, die recht lange aushielten. Wenzelchen rich tete es stets zur Zufriedenheit aller ein. Mitunter murrten wohl ein paar, aber der Krawall verstummte sogleich, wenn Wenzelchen die geballten Fäuste zeigte. Werdet ihr abfahren, oder ich will es euch Die Schule lockte ihn nicht besonders, es eintunken!" Und es stand dafür. Seine kleinen Fäuste war ihm dort zuweilen traurig zu Mute. Er hatte weder Bücher noch Hefte, der Herr Lehrer ließen die Beleidigung nicht ungerächt, und wehe, In der Schule ging die Plackerei aufs neue teilen, und der Vater gab für ein Heft oder eine hatte auch nicht genug für die Kinder zum Ver- wer ihm in die Hände fiel! Feder nie einen Heller her, nein, dazu war er los. Mitunter wurde über ihn geklagt, und da Ich haue dir eins auf!" Und der kleine tam ihn dann gewöhnlich sein Mut noch teuer Revolutionär, der bloß flüchtig hingudte, war im nicht zu bewegen. Nachdem er deshalb schon ein paarmal nach zu stehen. Dafür waren aber die Ferien für ihn Nu stille. Am häufigsten wurde der ohnehin beschei der Schule bleiben und klafterlange Strafen ab- eine unerschöpfliche Quelle der Freude. Wähschreiben mußte, nahm er sich einmal in der rend dieser Tage lebte er das Leben eines jorg- dene" Proviant" durch gelbliche, dickbäuchige GurFrüh das Herz und flüsterte dem Vater ins Ohr: losen kleinen Vögleins. Die ganze Welt gehörte fen ergänzt, von welchen Wenzelchen behauptete, Vater, bitt schön, gib mir Geld auf ein ihm da! Heft: acht Heller!" Nicht allein die Gassen, aus welchen übri- daß man sich mit ihnen anteffen fönne und daß So ausgerüstet, wanderten die Kleinen fröh Was? Sakrament noch einmal? Acht Helgens die fleinen Bewohner geradezu wie verab- ie gleichzeitig den Durst löschten. ler?" Und für ein Heft noch dazu? Soll dir der redet von eifrigen Hausbesorgern und nervösen fich hinter die Stadt, wo das verbrannte und Mietern vertrieben wurden, aber auch die breiLehrer eins geben!" kleinen Wanderern die unendliche Natur ersetzten. Er war der geborene Gassenbub, dem der Er hat feins, Bater", flüsterte der Junge, ten Felder, die sich hinter der Stadt ausdehnten, verstaubte Gras und ein paar Getreidefurchen den sier atmete Wenzelchen zufrieden auf, fröhlich Schelm im Naden saß, aber dafür besaß er ein er hat wirklich keins! Wir sind zu viele Arme all dies wartete auf Wenzelchen und seine einen Wanderern die unendliche Natur ersetten. Herz, ein kleines, weiches, wachsweiches, aufrich in der Klaffe!" Und in den Augen Wenzelchens Kameraden! Gleich in der Früh, wenn die Mutter in die schrie er aus voller Kehle auf und jauchzte, daß tiges Herz. Als Erstgeborener führte er natür- glänzte silberner Tan. lich die Herrschaft über seine vier jüngeren Der Vater wurde zornig, dann hagelte es Arbeit ging, marschierte man im Zuge auf die es durch die ganze Gegend vernehmbar war. Dies war sein Willkommengruß, fein beGeschwister, ja es passierte durchaus nicht selten, eine Flut von Flüchen und Verwünschungen auf Gasse hinaus. Den Jüngsten, den kleinen Hans, geisterter, enthusiastischer und tiefempfundener daß sich sogar die Wutter mit der Frage an ihn die Schule, die Lehrer, die Herren, ja den lieben trug Wenzelchen im Rüden, weil seine schwachen Gruß an das blaue Firmament und die weite Herrgott und alles, was ihm sonst noch in den Beinchen kaum in der Lage waren, das Gewicht Flur. Feinschmeckerisch ließ er seine kleine Stirn wandte: Wenzelchen, was soll ich euch denn kochen, Sinn kam. Und da jest Wenzelchen zu heulen des aufgeblähten Leibes und den großen Kopf zu vom Morgenvinde küssen, dann sang er ein fröhwenn die Speis ganz leer ist, wer wird dem Va- anfing, bekam er ein paar Ohrfeigen, und dann tragen, und mit dem Hans eine längere Expe- liches, lebensheiteres Ziedchen, bis eine Lerche ter das Mittagessen bringen, und wer wird auf warf ihn der Vater zur Tür hinaus. Mitunter dition" einfach unmöglich war. Die Mutter gab voll Neides sich in den blauen Aether aufschwang die Kinder achtgeben, wenn ich in die Arbeit erbarmte sich die Mutter seiner, aber meistens jedem der Kinder eine Schnitte Brot, mitunter und hier ihr Lied herabschmetterte, aus Angst, fogar ein paar Heller dazu für die Ausflügler" ging er leer aus. gehe?" Und unser Wenzelchen hatte stets ein paar Er schluchzte, weinte bitterlich vor sich hin, und dann fühlten sich alle einfach herrlich. Es war durch unseren kleinen Sänger nicht beschämt zu ( Fortfchung folgt.) gute Ratschläge in Borrat. Seine Samtangen und, an die Mutter gelehnt, trodnete er sich dann so wunderbar, daß sie vor Freude beinahe aufliebten ihn alle! werden. Nr. 102. Freitag, 29. April 1982. Die französischen Parteien. Gin Serum gegen die Fluttuation der Mitglieder wird gesucht. Bon Kurt Lenz. Paris, Ende April 1932. Die Erfinder mögen sich bei der fommunistischen Partei melden! haft vernichtend. Seite 3 Erhaltung und Erhöhung der staatlichen Subventionen für die betreffenden akademischen Wirtschafts förper. Die Verwaltung der oben von uns geforderten Einrichtungen fällt in die Kompetenz der von uns geforderten Hochschulkommission. Die Räume der Studentenheime haben lediglich ihrem Zwed, dem Bildungszweck der werktätigen Studenten, zu dienen, niemals aber als Buden der bourgeoisen Verbindungen Verwendung zu finden. Herr Bruno das Pseudonym für jenen der Neugeworbenen haben der Partei wieder den Es ist nicht leicht, sich im französischen Bar russischen Kommunisten, der die Oberaufsicht Rücken gekehrt, vermutlich, weil es ihnen dort zu teigeirr zurechtzufinden. Straff organisierte über die kommunistische Partei der Tschecho- gut gefallen hat.„ Wir sollten irgendein Serum Barteien, wie man es in vielen Ländern gewohnt flowakei führt- veröffentlicht in der„ Kommu- gegen die Fluktuation erfinden," sagte in einer ift, find für Frankreich eine Seltenheit. Oben- nistischen Revue" eine Stritit der organisatori- ibung des Polbüros der Herr Gottwald. Wird drein halten es viele Kandidaten bei den Wahlen schen Tätigkeit der S. P. Č. Die Kritik ist wahr dieses Serum nicht gefunden, dann ,, werden uns für eine Ehre, sich parteilos su nennen. hunderte und tausende Mitglieder weiter davost Budapest amüsiert sich... Man ist sich in Frankreich darüber einig, Wie bekannt, haben die Kommunisten in den laufen," ergänzt ihn Herr Bruno. Es wird also Die ungarische Bourgeoisie vertreibt sich die daß die sozialistische Partei die bestorganisierte letzten Jahren ihre organisatorische Tätigkeit auf ein Serum gesucht, welches die organisatorische Serise, so gut es geht, teils durch den Tanz und französische politische Formation ist. Einen guten die Schaffung von Betriebszellen eingestellt. Der Altersschwäche der kommunistischen Partei be- teils durch den Tod. Gestern gab es einige Parteiapparat hat sich weiterhin die jedoch poli- Bruno erzählt nun, daß bisher eine lächerlich seitigen soll. Vielleicht findet sich irgendein Veranstaltungen, bei denen man gewesen sein tisch unbedeutende„ Action Française", die fran- geringe Anzahl von Betrieben" von diesen Zellen Steinach, der die kommunistische Partei organizösische Monarchistengruppe, geschaffen, die einen durchsetzt sei. sationsmäßig verjüngt. in Belgien lebenden Bourbonen- Prinz auf den Wieviel Mitglieder hat die kommunistische französischen Königstron sepen möchte. Nach ihrer Partei? schweren Wahlniederlage vom Jahre 1924 wagt fie es nicht, diesmal wieder eigene royalistische die andern in Ortsgruppen und Straßenorganis Serr Bruno sagt, daß„ Genosse Gottwald bereits Gästen zwei Soldaten hingerichtet. Dazu wird Kandidaten aufzustellen. So wird in der Kam- ſationen. Und da wollen die Kommunisten stets mer die äußerste Rechte von einigen Abgeord- im Namen der Betriebe reden! neten gebildet, die, ohne der Aktion Française" anzugehören, mit den Royalisten sympathifieren. 26 Prozent der Mitglieder der kommunistischen Weiterhin folgt dann die republikanische Gruppe Partei seit 1921 der Partei angehören. Der der Fédération Républicaine" des früheren größte Teil der sozialdemokratischen Arbeiter, die Ministers Louis Marin. Vertreter dieser Gruppe damals zu den Kommunisten gestoßen sind, find famen 1926 in Poincarés großes Ministerium ihnen also wieder weggelaufen. der nationalen Einigung", sind aber nicht in der heutigen Tardieu- Regierung. Blog 16 Prozent der Parteimitglieder ist in Betriebszellen organisiert, in seinem Referat berichtet hat, daß wir 88.000 Der Herr Bruno führt weiter an, daß blok Mitgl'eder haben sollten, wenn uns nicht so und so viele durch die Finger laufen würden. Genau kann ich das nicht sagen, weil kein Streis uns genaue Zahlen geben kann, wir haben rund 60.000 registrierte Mitglieder, aber ein großer Prozentsatz davon zahlt keine Beiträge." Wenn die kommunistische Partei als Mitglieder alle diejenigen betrachtet, welche ihr keine Beiträge zahlen, dann gehört allerdings der allergrößte Teil der Bevölkerung der Tschechoslowakei zur Mitgliedschaft der kommunistischen Partei. Wenn Die Stommunisten selbst sagen, daß sie 60.000 Mitglieder haben, von denen aber ein Teil die Mitgliedsbeiträge nicht bezahlt, dürften sie also höchstens 30.000 Mitglieder haben oder auf 500 Einwohner der Republik fommt ein organisierter Kommunist! Zur Diktatur der Bolschewiki bei uns ist es also noch weit. In der Partei sind nicht weniger als 52 Prozent gewerkschaftlich unorganisierter Arbeiter, Diese setzt sich vor allent aus Leuten der " Action démocratique et sociale" zusammen 34 Prozent sind in den kommunistischen Gewert und aus der„ Gruppe der Linksrepublikaner", fchaften, 14 Prozent in den freien Gewerkschaften. zu der Tardieu gehört. Auch in Frankreich ent- Nach der Beschäftigung sind 68 Prozent der lehnen die Rechtsparteien, um Wähler zu fangen, Parteiangehörigen Arbeiter. ihre Benennungen von der Linken. Zur heutigen Außerordentlich beklagt sich Bruno über die Regierung gehört auch die Gruppe der Volks Mitgliederfluktuation. Er führt an, daß von den demokraten", eine katholische, in der Außenpolitik in einem Jahre gewonnenen Mitgliedern bloß einigermaßen fortschrittlich orientierte Partei, die ein Viertel in der Partei verblieb. Drei Viertel in den letzten Jahren sehr an Bedeutung gewonnen hat. Die bürgerliche Opposition gegen die jetzige Regierung wird von der Radikalen Partei" geführt. Nachdem Edouard Herriot wieder Parteiborfißender wurde, sind, da er als Bürgermeister bon Lyon starke Schwierigkeiten mit den Lyoner Sozialisten hat, die Beziehungen der Radikalen Bartei zur Sozialistischen Partei eher etwas gespannt und bestimmt nicht mehr so herzlich wie 1924, als von den damaligen Wahlen vom 11. Mai 1924 auch beide Parteien in der Opposition Zwischen der Radikalen Bariei und der Sosialistischen Partei stehen noch zwei fieine Gruppen, die„ Republikanisch- Sozialistische Partei", zu welcher" der frühere Ministerpräsident Baul Bainlevé gehört, und die„ Französisch- Soziali stische Partei". waren. " Die Sozialistische Partei ist in Frankreich die große Partei der Zukunft. Sie gewann bisher dauernd an Stimmen bei jeder Wahl. Jhre Tageszeitung Populaire" erreicht bereits, ob wohl sie erst vor einigen Jahren gegründet wurde, eine tägliche Auflage von ungefähr 100.000 Exemplaren. Die Partei hat 130.000 Mitglieder, was für französische Verhältnisse schr viel bedeutet, und ihr parlamentarischer Einfluß ist ungeheuer. Bei den letzten Wahlen vor vier Jahren hatte fie 1,700.000 Stimmten. Die Bessi misten der Partei rechnen mit einem Gewinn bout 500,000, die Optimisten von 800.000 Stim men. Lints davon bilden Leute, die aus der komt munistischen Partei ausgetreten sind oder ausgeschlossen wurden, eine fieine Partei Proletari scher Einigung". 11 Aus dem Programm der fozialistischen Studenten. Hochschulpolitik. biert sind, ebenso eine Vermehrung der Praktika, Uebungen und Seminarien an den betreffenden Lehrkangeln. Die Möglichkeit zur Erfüllung dieser Forderung ist durch die Neusystemisierung von Dozenten und Assistenten stellen gegeben. Die soz. Stud. verlangt den Ausbau der mußte; Schon am frühen Morgen hat es begonnen, aber so früh es war, die Damen haben nicht gefehlt. Galt es doch, einer Premiere beizuwohnen; der neue Henker stellte sich einem P. T. Publikum vor. Er hat vor geladenen gemeldet: Zu der Hinrichtung wurden dreihundert Zuschauer zugelassen. Vor dem Gefängnis jammelte sich eine riesige Menschenmenge an, die. Polizei vermochte die Menge nur mit größter Mühe zurückzudrängen, um den geladenen Gästen den Weg in das Gefängnis freizumachen. Es gelang einigen ungeladenen Personen, bis zu dem anderent Gefängnishof vorzubringen, so unter zwei Damen, Mutter und Tochter, die von dem Wachekommandanten entfernt werden mußten. Die beiden Damen sind also um das Vergnügen gekommen, das Lampenfieber des Henfers und den qualvoll langsamen Tod der Delinquenten mitzuerleben. Dafür gab es eine andre Sensation: Budapest, 27. April. Die gestern abend bcgonnene Dauertangkonkurrenz im Zirkus Belciow wurde heute unter Teilnahme von sechzehn Baarer. fortgesetzt. Die Tangenden erhalten von Zeit zu Zeit Rafao und falten Aufschnitt. Eine Tänzerin erregte lebhaftes Aufsehen dadurch, daß sie sich während dem Tange stundenlang in die Lektüre eines Detektivromans vertiefte. Aber an diesem abwechslungsreichen Tag Der Verband deutscher sozialdemokratischer Hochschulen bis zur Erreichung eines, der mittel- hat sich in Budapest noch etwas ereignet, ohne Studenten fordert eine grundlegende Aenderung des europäischen Kultur annähernd entsprechenden geladene Zuschauer und ohne sensationelle Begesamten Hochschul- und Bildungswesens und Niveaus. Sie fordert die Aufrechterhaltung Bildungswesens und Niveaus. Sie fordert die Aufrechterhaltung gleitumstände. Die Polizei meldet: bekämpft aufs schärffte alle Bestrebungen zur Ein- des bisherigen Hochschulstandes und führung oder Aufrechterhaltung eines Numerus die Errichtung einer slowakischen Technik, den Ausclaufus auf nationaler, sozialer oder konfessioneller bau der Hochschulbibliotheken und Lesesale und die Grundlage. Die Brechung des Bildungsmonopols freie Beistellung der Laboratoriumsbehelfe für der besitzenden Klassen kann erst mit der Vernichtung mittellose. Sie verlangt ferner die Abschafder bürgerlichen Klassenherrschaft erfolgen. Um die Boraussetzungen für einen siegreichen Endkampf der Arbeiterklasse auch an der Hochschulfront zu schaffen, tritt die sozialistische Studentenschaft für folgende Forderungen ein, die sie im Verein mit demt flaffen bewußten Proletariat, das in der D.S.A.P. organi fiert ist, zu erkämpfen entschlossen ist. 1. Die sogenannten„ kademischen Freibeitsrechte", einft der Schutz der jungen bürgerlichen Revolution gegen die feudalistische Reaktion, heute der Schus der bürgerlich- fascistischen Reaktion gegen den Sozialismus, müssen fallen. Die sogenannte„ Atademische Freiheit" hat nicht nur zu fallen, weil sie längst zur Prügelfreiheit der faseiflischen Studenten erniedrigt wurde, sondern vor allem deshalb, weil sie dem Akademischen Senat und dem Professorentollegium Rechte einräumt, die ihnen längst nicht mehr gebühren. Diese Körperschaften, die sich stets nur aus der eigenen Kaste ergänzen, bilden die denkbar beste Garantie, daß das Eindringen des fortschrittlichen Geistes durch Berufung sozialistischer Dozenten verhütet wird. Wir fordern, daß die Verwaltung der Hochschulen der reaktionären Staste, die sie heute verwaltet, ent. Im Rahmen der Forderung der Gesamtpartei nach fultureller Autonomie verlangen wir eine Hochschulfommission, in der den Die französischen Kommunisten sammeln biele Unzufriedene um sich. Als Partei sind sie 30gen wird. ganz unbedeutend. Infolge des französischen Wahlrechts haben sie nur 10 Abgeordnete in der Rammer. Der ganze Parteiapparat der Kommu nisten ist von Polizeispigeln durchfest, und erft eben wieder behauptet man, Pierre Semard, der frühere Sekretär der Partei, der für die Kom munisten bei den jetzigen Wahlen kandidiert, jei auch nichts weiter als ein ganz gewöhnlicher Polizeiagent. Neue Besprechungen Budapest, 27. April. In einem leerstehenden Keller wurde heute die Leiche einer in Lumpen gekleideten, etwa vierzigjährigen Frau gefunden, deren Identität noch nicht feststeht. Die Unbe kannte dürfte vor etwa zwei Wochen gestorben sein, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach durch Verhungern. Da der Keller ständig geschlossen gehalten wird, hat die Polizei eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, auf welche Weise die Frau in den Steller gelangt ist. fung der theologischen Fakultät als staatlicher Einrichtung. Auch im Interesse der Volksgesundheit verlangt sie den Neubau der Seliniken, von denen keine einzige den modernen Anforderun gen entspricht. Als besonders dringend erachtet fie den Neubau folgender Kliniken der deutschen Universität in Prag: Chirurgie, Laryngologie, Dauertanzrekorde, Hinrichtungen und verPsychiatrie und Neurologie. Wir fordern die hungernde Menschen das ist die christlichBeschleunigung des Baues eines Einheitsgebäudes nationale Kultur, die man in Ungarn beschützt. der deutschen Technik in Prag auf dem geplanten Gelände, da der unerträgliche Raummangel selbst durch Doppelvorlesungen und Gruppenübungen nicht behoben werden fann. Eine kleine Linderung des Der Vorwärt" und die Internato Rauntmangels wird durch die Räumung des chem. tale" brachten gestern ein Bild des tschechische:: Instituts in Stup gegeben sein, das derzeit die Genossen Abgeordneten Brožit mit folgendem fom, odd. od čej. vyj. uč, tech. v Braze" innehat. Text: 3. Ihre Forderungen bezüglich des heutigen Prüfungssystems lauten: Med. Fakultät: Die fo3. Stud. nimmt Stellung gegen alle Pläne der Zusammenziehung Der Rigorosa an einem Tag, da dies eine Senkung des wissenschaftlichen Niveaus des Aerztestandes bedeuten muß. Jur. Fakultät: Die Zusammenziehung der Rigorofa und Staatsprüfungen zu einer strengen Brüfung. nath Bringiten? Struktur( 2 bis 3 Prozent Arbeiterstudenten) nur der Gebühren nach Bermögensverhältnissen, die Bagage. Karl Brožit, der Abgeordnete der reformistischen Bergarbeiterorganisation, ist nach dem Streit irrsinnig geworden. Noch im fran ten Zustand verriet er die Kämp senden. Wo ist Herr Tichy hingeraten? Eine traurige Geschichte mit glücklichem Ausgang. Genosse Brožit, tatsächlich seit längerer Zeit schwer leidend, befindet sich bekanntlich in einem Sanatorium, fein Zustand hat sich durch die Ueberarbeit während der letzten Wochen verBertretern der Arbeiterschaft der ihr gebührende Studienplans zur ersten Staatsprüfung, die dahin Preffe werden von jedem Arbeiter als ein TiejTechnik: Wir fordern eine Reformierung des schlimmert. Die Auslaffungen der kommunistischen Einfluß eingeräumt wird und in der die gewählten geht, daß eine zweimalige Vorlesung ein und des punkt kommunistischer Unmoral, als ein beispielBertreter der Studenten mit beratender Stimme felben Stoffes vermieden wird, wodurch Zeit erspart loser Exzek der Gemeinheit empfunden und vermitwirken. Ein detailliertes Programm dieser und außerdem die Anzahl der Einzelprüfungen urteilt werden. Haß. Verleumdung, Mangel aller Forderung wird im Einbernehmen mit den tschechi herabgesetzt wird, weiters die Beschränkung der primitivsten menschlichen Empfindens das find ichen Genossen ausgearbeitet werden. Bis zur Ver Anzahl der Einzelprüfungen auf ein Mindestmaß, die Charakteristika der kommunistischen Jour wirklichung dieses Zustandes verlangen wir eine j weil die Masse der Einzelprüfungen eine Behin- naille, von der man sich angewidert abwendet. ausgedehnte und strenge parlamentarische Ueber derung im fortlaufenden Studium darstellt. wachung der Hochschulen. Wir lehnen auch die Ber 4. Die soz. Stud. nimmt Stellung gegen die waltung der Hochschulen durch die Studentenschaft bisherige Tagenpolitik der Hochschulbehörden und selbst ab, so lange diese infolge ihrer soziologischen Unterrichtsverwaltung. Sie fordert die Staffelung eine„ demokratische Legalisierung" des Hochschul- Einführung einer Studien Steuer für reiche Genj. 28. April. Aus Konferenzfreisen ver fascismus bedeuten faun. Studenten, die vollkommene Befreiung bei MittelWährend der Senator der Gewerbeparteiler lantet, daß man auf englischer Seite mit einer Wir fordern die Abschaffung der Dis- losigkeit, und zwar ohne Beilegung von Zeugnissen, Tichy gestern im Senat über die Umsatzsteuer Wiederaufnahme der jeẞt unterbrochenen Staatsiplinargewalt der Sochschulen und die aus de deren Beschaffung für den mittellofen Studenten sprach und über andere Dinge, von welchen männer- Besprechungen über die Abrüstungsfrage drückliche gefeßliche Festlegung der Zuständigkeit der weit schwieriger ist als für den materiell Unabhän vir sagen können, daß er nicht viel davon zu nach Pfingsten, und zwar am 18. Mai rechnet. öffentlichen Sicherheitsorgane und der ordentlichen gigen. Die foz. Stud. fordert die Herabsetzung der verstehen scheint gab es im Sizungsfaal Gerichtsbarkeit bei Vergehen und für Delikte auf Ausländertagen auf das vor dem Erlaß von große Aufregung. Unter den Zuhörern Sochschulboden, 12. Feber 1932 bestehende Ausmaß. Außerdem ver- zwar nicht, desto mehr aber beim Redner. 2. Die soz. Studentenschaft" fordert die Aus- langt sie die Staffelung der Ausländertagen und So etwas von Entschlossenheit, bis zum legien gestaltung und Modernisierung des Gebühren. Sie verlangt auch die Einrechnung jeder Blutstropfen zu kämpfen, hat man noch nicht Berlin, 28. April. Die Erfrautung Tarataemifen chrbetriebs. Sie fordert im Studienjahr abgelegten Prüfung zur Schulgeld erlebt, Frenetischer Beifall seines Slubs, der Errichtung dieus begleitet die deutsche Preise mit Erwägun die riang bon jozialwissenschaftlichen Fakultäten, befreiung, die selbst wieder in Staffelung nach ihn wie ein Mann unterſtükte mehr sind es zumindest aber die Errichtung von sozialwissenschaft- sozialen Verhältnissen vor sich gehen muß. gen, in welchem ihre offensichtliche Unzufrieden- lichen Lehrkangeln an den juridischen Fakultäten und 5. Die soz. Stud. fordert die Errichtung solcher bann... nämlich nicht folgte seinen Worten, und heit zum Ausdrud fommt und in welchem einmütig die Ansicht vertreten wird, daß die Er an der Technit, ferner die Errichtung einer voll- sozialstudentischer Einrichtungen, die allen Geeigneten wertigen sozialmedizinischen Lehrlanzel an der das Studium ermöglichen würden, Insbesondere und dann zog Herr Tich von dannen und tranfung des französischen Ministerpräsidenten medizinischen Fakultät und endlich die Anpassung fördert sie die Erhöhung und Zentralisierung des ward an diesem Tag nicht mehr gesehen. Dic eine rein diplomatische Krankheit sei. der Mittel- und Bolksschullehrerausbildung an die Stipendienwesens auf ein heutigen wirtschaftlichen Abstimmung fam, die Anträge des Herrn Der sozialdemokratische Abend" erklärt Erfordernisse der modernen Bädagogik und die Berhältnissen entsprechendes Niveau. Sie fordert Tichy wurden gelesen, es wurde abgestimmt, die Erkrankung Tardieus mit den Rücksichten der wissenschaftlichen Fortschritte in den einzelnen Fach- weiters die Errichtung von staatlich garantierten Herr Tichy war und blieb verschwunden und der franzöfifchen Regierung vor den Wahlen und wissenschaften. Die fascistische Lösung des Problems Darlehenskassen, den Ausbau des Freitisch- und ganze Senat blickte vergeblich in die Saalede, lemmt zu dem Schluß, daß bei der Abrüstungs- der Ueberfüllung der Hochschulen sozialer Bekleidungswesens für arme Studenten, welche den wo Herr Tichy sihen sollte und nicht saß. lonferen; ein tatsächlicher Fortschritt nur dann oder nationaler Numerus clausus Charakter bürgerlicher Wohltätigkeitsaktionen ver Diese Geschichte hat aber ein happy end: erzielt werden könne, wenn im französischen lehnt die soz. Stud., wie eingangs betont, mit lieren müssen. Die so;. Stud. fordern weiters die niemals noch ist es Herrn Tichy gelungen, das Barlament die bisherige Rechtsmehrheit ver- aller Entschiedenheit ab. Sie fordert die Einrichtung einer Studentenkrankenkaffe. Solange Interesse des Senats so zu erweden wie an dieschwindet und Tardieu seinen Platz einem fort Einführung von Doppelvorlesungen an allen jenen diese Forderungen, die sehr dringend find, icht fem Tag. Es war vielleicht eine geniale Rechrittlichen Bolitifer überläßt. Lehrkanzeln, an denen mehr als 250 Hörer instri erfüllt werden, fordert die Soz. Studentenschaft die flante: Er glänzte durch Abwesenheit! Tardieus Krankheit nur vorgetäuscht. Die Meinung der deutschen Presse. T agesneuigkeUen Sie Himalajaexpedttion. Tie diesjährige deutsche Himalajaexpeditipir ist von München nach Indien abgrreist. Man will den westlichen Höchstprmkt drr Himalajakette, den 8116 Meter hohen Naga Parbatt bezwingen. Die zwölf Mirglicber der Erpediriön sind Jng. Willi'Merkl-München. Jng. Fritz- Bechthold- Trostberg, cand. Jng. Kunigk-München, Dr. Fetzer-Wilhelmshaven, Wicßncr-Drcsden, Simon- LeipsijZ. Aschenbrenner-Kufstein. Lr. Hambergcr- Rosenheim(als Arzt), zwei amerikanische und zwei englische Alpinisten. Der Rapa Parbatt hat bereit» Todesopfer gefordert; trotzdem gilt er noch als einer der zugänglichsten Gipfel, des Himalaja. Zwei frühere deutsche Himilajaexpeditionen (1929 und 1931), die der Bezwingung des Kau- tschcndzhnga. dem. dritthöchsten Berg der Weit, galten, firtb. schlgesch'lageu. Roch Prügelstrafe! Bon einem Londoner Gericht wurden am Mittwoch mehrere Angeklagte wegen Raubüberfalles zu Freiheits- und Prügelstrafen; (Rutenhiebe) verurteilt. Slehrmg der Rlaffealotterle ZW.VO0 K: 2692. 90.000 K: 24.368. 80.000 K: 26.946. 70.000 K: 47.350. 30.000 K: 25.129. 10.000 K: 32.230. 3000 K: 4138, 6798, 11.855, 12.315, 24L78, «S9O, 89.554, 40.726, 53.080, 61852, 68.587, 72.455, 78J 53, 80.344, 81.895, 82.135, 82.775, 86.934, 92.241, 102.115. 2000 K: 678, 785, 939, 1845, 3667, 3678, 4974, 5708, 7412, 11.195, 12.450, 15.690, 16.283, 17.146, 17.889, 17.389, 18.948, 18.818, 20.895, 21.788, 21.859, 28.898/ 31.896, 32535, 82.512, 32.526, 32.959, 34.536, 55.538, 36.806, 38.437, 38.684, 41.813, 46 304, 46.652, 46:942, 47.483, 51.011, 52.191, 56.089, 60.475, 65-539, 6C820, 67.917, 76.126, 80.677, 81.037, 81.415, 85.298, 88.443, 89.482, 93.003, 93.772, 94.861, 94.998, 95.544, ; 96-598, 96.743, 96315, 101.261, 104.836.— Einen Teil bfj 300.000 X-Treffer» gewann ein Prager .Arbeitslose r., Der 4. deutsche Wohnungsfürsorgetag mit interessanten Vorträgen erster Fachmänner findet bereits Samstag, den 7. und Sonntag, den 8. Mai l. I., in der Stadtbücherei zu Aussig a. E. statt.- Wohnungsanmeldungen: Bürgermeisteramt Aussig a. E. Ein« Provokation. Tie Friseure von Ober- leutensdorf haben die Abficht, am 1. Mai zu arbeiten, und haben eine Aktion eingelcitet, um möglichst alle Friseure zu veraitlassen, sich dieser Herausforderung der Arbeiterschaft anzuschließen. Gau; besonders tut sich dabei der Obmann der Friseurgenossenschaft von Oberleutensdorf hervor. Die Arbeiterschaft von Oberleutensdorf ist über diese Herausforderung empört und ist gewillt, alle Friseure zu meidcn, die sich dieser Aktion an sch ließen. Merkwürdigerweise leistet die als reaktionär bekannte Äruxer Bczirksbehörde diesem aufreizenden Treiben der Obcrleutensdorfer Friseure noch Vorschub; Als nämlich der Rat Meier von der Bezirksbehörde auf die Aktion in Oberleutensdorf aufmerksam gemacht wurde, erklärte er, daß ja am 1'. Mai auch alle Geschäfte arbeiten könn- teü! Dieser Herr scheint der Meinung zu sein, daß die"Gesetze nur für die Arbeiter gelten, und findet nichts daran, sogar indirekt zur Gesetzes- derletzung auszufordern. Es wird h öch st e Z e i t, daß in der Brüder Bezirksbchördc endlich ein anderer Geist entzieht! Grubenunglück in Schlesien. Der Berarevier- bcamte des Brrgrcviers Gleiwitz-Nord teilt amtlich mit, daß gestern früh eine Schlagwetterexplosion tu der„Coucordia"-Grubc stattgefunden har...Hierbei sind acht Mann verletzt worden, davon sechs schwer. Sämtliche Verletzte sind geborgen. Eine Gefährdung anderer Leute besteht nicht. Ob hie bei dem Unglück schwer verletzten 6 Bergleute am Leben erhalten werden können, läßt sich erst binnen einer Woche mit Bestimmtheit sagen, da die Verletzungen in schweren Brandwunden bestehen. Die Unglücksstellc ist-als schlagwettergefährlich bekannt. Die Ent- jündungsursachc steht noch nicht fest. An der ExplosionssteÜe wurde eine zerrissene Zündhölzkapsel und zerstreut liegende Streichhölzer sowie eine Tose Tabak gesunden, obgleich Rauchen und das Mitführen von Rauchtabak und Feuerzeug polizeilich verboten ist. Adolf Hitler und der Storch. Der„B ö l- k i s ch c Beobachte t" brachte am 22. April folgendes überwältigende Stimmungsbild: ■''„Reue, unübersehbare Mcntchenmassen stehen rund um das Augyelimdc. Menschen jeden Atters und jeden Beruft, ein einziger Herzschlag aber in gläubiger Zuversicht und Hoffnung auf Adolf Hitler. Brausend steigt der Geburtstagsgruß der zehntausend Königsberger hinauf in den blauen Himmel, wo hoch ein Storch mit langsamem Mügelichlag majestätisch sein« Kreise zieht." Nu« wag jeder nach eigener Phantasie die tieferen Zusammenhänge zwischen Adolf und dem Storch zu ergründen versuchen. Jedenfalls: Adolf „braucht Soldaten.. Beraubung eines Grabes. Aus der Gruft der Prinzessin Cajli, der Mutter des letzten chinesischen Kaisers und jetzigen-Oberhauptes des neuen Mandschu-Staates in Peking, wurden Juwelen von unermeßlichem Werte geraubt. Die Prinzessin Cajli hatte iut letzten Regierungsjahre der Mnndschu-Tvnastie in China Selbstmord begangen,! indem sie einen goldenen Ring verschluckte; und wurde deshalb nicht in der Gruft der kaiserlichen Familie, sonder» in einem Einzelgrabe unweit von Peking bestattet. In den Sarg wurden ihr viele Juwelen mitgcgcben, welche nunmehr insgesamt gestohlen wurden. Die Polizei verhaftete zwei verdächtige Männer. Verbrecher aus Liebe. Aus Neutra wird berichtet: Der Arbeiter Ferdinand M a t l o k a wurde vor kurzen aus dem Leopoldaüer Gefängnis entlassen, wo er fünf Jähre lang wegen eines Mordes saß. Matloka wollte nun ein neues Verhältnis mit seiner gewesenen Geliebten anknüpfen, diese aber wies ihn atz. Im Streite ergriff Biatloka ei» M es s e r und stach sie einigemal in den Kopf, dann ergänzte er noch sein Werk, indem er sie mit. einer Eisen stange niederschlug. Beim Verhör gäb Matloka an, daß er dem Mädchen die M a sie a b s ch n e i d c n wollte,"damit er sie so an sich ketten könne. Matloka wird sich vor den Geschworenen zu verantworten haben. Außerdem wird Maloka ein Drittel seiner Strafe noch absitzen müssen, denn er war nur bed i n g t aus dem Zuchthause entlassen. Ein schwerer Motorradunfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich vorgestern nachmittags in Tschöppern bei Brüx, als der Motorrcwfah- rer Trollcr durch den Ort fuhr. Troller befand sich in rascher Fahrt, als er an einem engen Stra- ßentpil einem Bergarbeiter ausweichen wollte. Dabci fuhr er das vierjährige Söhnchen. des Oberschweizers Opat um, das er etwa sechs Meter mirschleiste, da er bei deut rasenden Tempo gar nicht ür der Lage war, sein Motorrad rasch zum Stehen zu bringen. Das Kind wurde sehr schwer verletzt und ist kurze Zeil nach der Einlieferung in das Brüx.er Krankenhaus verschieden. Der Vorfall ries unter der Bevölkerung des Ortes große Empörung hervor. Als der Vater des überfahrene» Kindes von dem Unfall erfuhr, holte er einen Revolver und feuerte auf den flüchtenden Motorradfahrer zwei Schüsse ab, von denen einer Troller in den Fuß ging. Tie Gendarmerie nahm Troller in Haft und lieferte ihn in das Brüxer Gericht ei». Mord und Selbstmord bei Berlin. In Pankow erschoß gestern vormittags die 35 Jahre alte Frau Weber im Schlafzimmer ihrer Wohnung ihren sieben Jahre alten Sohn Rudof, der noch schlafend im Beit lag, öffnete sich dann die Pulsader und erhängte sich an der Türklinke. Frau Weber war kürzlich von ihrem Mann geschieden worden. Es ist anzunehmen, daß sie infolge der endgültig ausgesprochenen Scheidung diesen Ver- zwciflungsschrttt unternommen hat. Eine Kiste mit Geld gestohlen. In der Nacht zum 28. April wurde aus dem polnischen Grenz- bahnhofc Neu-Bentschcn(Posen) aus dem Ab i fertigungsranm des Zollamtes eine Kiste mit Goldbarren im Werte von 120.000 Zloty gc-! stöhlen, die aus Hollaitd kamen und für die Pol-; nische Staatsbank in Warschau bestimmt waren. Als der Tat verdächtig wurden ein polnischer Zollbeamter und ein polnischer Eiscnbahnarbcitcr von der polnischen Grenzpolizei festgenommen; beide bestreiten jedoch die Tat. Trotz Untersuchung des gesamten Bahnhofsgebäudes ist es bisher nicht gelungen, die Goldkiste wieder aufzufinden. Furchtbare Bluttat eines Wahnsinnigen. Der 32 Jahre alte Bäckermeister Wild aus Tirschenreuth(Oberpfalz) überfiel am Donnerstag seine 67jährige Mutter und zertrümmerte ihr den Schädel. Dann ging er in das Schlafzimmer, in dem seine Frau und vier Kiltder schliefen, und schlug blindlings mit dem Beil auf sie ein. Nach der Tat wollte der Mörder sich in emem Weiher ertränken, da das Wasser ihm jedoch nur bis an die Brust ging, ließ er von seinem Vorhaben ab. Zwei Kinder sind ihren Verletzungen bereits erlegen; die Verletzungen der übrigen sind so schwer, daß mit chrem Ableben gerechnet werden muß. Bei seiner Verhaftung zeigte sich Wild völlig teilnahmslos. Wie jetzt feststeht, hat Wild die grauenvolle Tat in einem plötzlichen Anfall von Irrsinn begangen, weshalb auch seine Ucberfüh- rung in die Heilanstalt Regensburg bevorsteht. Auf d«m polnischen Militärflugplatz in Lida ereignete sich ein folgenschweres Flugzeugunglück. Kurz«ach dem Start eines Militär-Doppeldek- kers wurde ein vorübergehender Arbeiter vom Propeller erfaßt und auf der Stelle getötet. Das FluMug stürzte zu Boden und wurde zertrümmert. Der Pilot, ein Flicgerleutnant, und der Beobachter erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Zugsunglück in Amerika. Der Exprcßzug Montreal—Chicago entgleiste in dem Augenblick, als er eine niedrige Brücke überquerte. Einer der.Wagen stürzte auf ein Familienhaus, desien eine Bewohnerin getötet wurde. Der Heizer sowie der Lokomotivführer des Zuges wurden getötet, zwei Reisende schwer verletzt. Bei der zwaugsweise« Delogierung eines Mieters i« Halle kam es zu schweren Zusammenstößen der Bevölkerung und der Polizei, auf die aus mehreren Häuserti etwa acht scharfe Schüsse abgege- Ein Genie. Erlebnisse aus meiner Abgeordnetenzeit. Bc-n>Dr. Alcides Grcca, ehemaliges Kongreßmitglied für Santa Fv, Argentinien. Ich weiß nicht mehr, wie und wo ich ihn kennen lernte. Schweigsam, ein wenig schüchtern, ärmlich gekleidet, erinnerte er mich an einen scheckigen Kater. In der Parteiversammlung sprach, er mich niemals an. Er hatte immer ein bitteres, schicksalsergebcnes Lächeln auf den Lippen. Ex schien gern zu kneipen, stand aber immer fest auf: den Beinen. Bescheiden bat er:„Herr Doktor, helfen Sie mir aus der Verlegenheit!" Selten kam er in mein Haus. Er wartete geduldig an der Straßenecke. Vielleicht ahnte er, daß ihm meine galizische Wirtin die Tür vor der Nase zuschlagen würde:„Herr Doktor ist ausgegangen/' Er?übersiel mich, ivenn ich tu die Elektrische steigen.wollte. Wie hergczaubert stand er da: „Herr Doktor, ich bin in Berlegeicheit..." „Bist du immer noch nicht zufrieden?" ’„Rur noch diesmal, Herr Doktor..." •./. Aks Serapio merkte, daß sein Kredit wacklig stand, strengte er seinen Geist an und schwindelte mich dreimal an. Ich erzähle es der Reihe'nach. -„Also, Herr Dokwr: vou jetzt ab belästige ich Sie Nicht mehr. Ich gehe in die Maisernte. Bei Gomez soll viel Arbeit sein. Nur möchte ich Sie bitten, mir eine Kleinigkeit für die Fahrt zu geben." „Wieviel kostet die Fahris „Zwei vierzig, Herr Doktor." ,;Da.— Aber komm mir nicht»och mal!" „Nein, Herr Doktor,— vielen Dank!.. ; Vierzehn Tage später. „Herr Doktor! Ich gehe nach Karkaranja. Ich habe Arbeit auf einer Estaneia bekommen. Geben Sie mir die Gebühr für die Agentur!" „Wosss? Bist du den« nicht in die Maisernte gegangen?" „Doch, Herr Doktor. Aber es waren schon so viele Leute da, und da gab es keine Arbeit mehr. Ich mußte zü Fuß zurückkommen." Das rührte mich; ich habe nahe ans Waffer gebaut. „Die Reise nach Karkaranja ist kürzer.. „Herr Doktor, drei Pesos reichen mir..." „Tic Fahrt kostet doch nicht mal einen Peso!" „Ich inuß die Vermittlungsgebühr bezahlen; sonst krieg' ich di« Arbeit nicht. Zum letzten Mal, Herr Doktor!" „Aber ganz gewiß das letzte Mal!..." Nach einiger Zeit wurden die Reisen noch kürzer. EiueS Tages machte ich Schluß; ich wollte nichts mehr von ihm wissen... Ein Monat verging, ein Vierteljahr. Serapio kam nicht wieder. Andere ersetzten ihn mit Erfolg, Als ich eines frühen Vormittags aus hem Hause trat, siieß ich mit Serapio zusammen. Er trug«ine Eiscnbahncrmütze und hatte eine Laterne in der Hand. „Also, Herr Doktor", sagt er, sobald er mich sieht, und strahlt mich an,„von jetzt ab belästige ich Sie nicht mehr. Ich bin wieder ange- stellt. Ich bitt Weichensteller geworden. Jetzt werd' ich feste arbeite»! Ich möchte Ihnen danken für das, was Sie an mir getan haben." -„Na, das freut mich. Wer nimm dich in acht! Pesäuf dich nicht wieder!" „Nein, Herr Doktor. Kein Gedanke! Und, Herr Doktor, verzechen Sie, wenn ich Sie zum Allerletzte« Male belästige.^Ich bin im Gasthaus ein paar Pesos schuldig. Sie geben mir meinen Koffer nicht heraus. Mit fünf Pesos ist alles in Ordnung, Herr Doktor. Es ist wirklich das letzte Mal." „Schön. Wenn es so ist... Aber ganz gewiß zum letzten Male!" „Bielen Dank, Herr Doktor!" Abends komme ich in die Parteiversammlung und sage zum Vorsitzenden: Wissen Sie schon? Serapio ist wieder bei der Bahn." „Was?... Sind Sie auch darauf reingefallen?" „Wieso: reingefallen?" Der Vorsitzende lächelt ironisch.„Er ist wohl mit einer Laterne bei Ihnen erschienen?" „Ja. Er sagte mir, er arbeite bei der Bahn." Der Vorsitzende lacht hell heraus.„Angeschmiert, Doktor! Mit der Laterne und der gepumpten Mütze ist er bei allen Funktionären gewesen. Der Mann, der ihm die Laterne geborgt hat, wartete an der Ecke, um sie auch wieder- zukrivgen. Ach glaube, er bekam Prozente"... Serapio verlangte nun kein Geld mehr von mir. Schweigsam saß er hin und wieder in der Versammlung. Weder die Begeisterung noch die vergnügte Stimmung der Genossen teilte er. Bei Vorträgen saß er ein wenig abseits und starrte vor sich hin. Er schien an ganz was anderes zu denken und war nur körperlich anwesend. Ein- mal machte ich mir einen Spaß mit ihm.„Na, wie gehts bei der Bahn? Haben Sie dich nichts wieder rausgeworfen?" Sejn Lächeln war zur Hälfte bitter, zur" Halste süß... Ein Jahr spater komntt Serapio zu mir und hat ein Bündel schmutziger Papiere in der Hand. ,^Fch will kein Geld von Ihnen, Herr Doktor. Aber verhelfen Sie mir zu meiner Ab- findnng durch die Eisenbahnerkasfe!" Ich greife einigermaßen bedenklich nach seinen Papieren und stelle Berechnungen an. Er hat wahrhaftig vierzehn Dienstjahre. Also kommen Hm etwa 800 Pesos zu. Ich sage ihm, daß er mit der Auszahlung seinen Anspruch auf eine Rente verliert, und daß er lieber warten soll. Vielleicht nimmt ihn die Verwaltung noch einmal an,... nicht so wie damals! Er tut als begreif« er nicht.„Nein, Herr Doktor. Die Sache verjährt. Wenn ich keinen Antrag stelle, verfällt l mei».Anspruch. Ich will mit dem bißchen Geld Vom Rundfunk 420.006 Runvjunttellnehmer in Ser Tschechoslowakei. Am 1. April wurden in der Tschechoslowakei 417.411 zahlende Rundfunk!Hörer gezählt. Mit den nichtzahlenden Funkhöreren überschreitet di« Ziffer der Teilnehmer 420.00V. Hievon entfalle« auf die Poftdirektion in Pardubitz 32.830, in Praz 213.818, in Brünn 68.848, in Troppau 45.645, in Pretzburg 38.944, in Raschau 17.287 zählende Rundfnnkkonzeffioniire.(PR.) Empfehlenswertes aus ven Programmen. Samstag: Prag: 11: Schallpatten, 15.30; Tschechische Lik- (der, 17.35: Literatur für die Jugend, 18.25: Deutsche Sendung: Chorkonzert, 19.20: Trampcrilie- der, 19.55: Blasmusik.— Brünn: 15.30: Tschechisch« Lieder, 18.25: Deutsche Sendung: Populär« Lperngesänge, 19.20: Marcella.— Berlin: 16.05: Blasorchesterkonzert, 19.10: Kammermusik.— Breslau: 20.10: Kabarett.— Königsberg: 19.05:, Italienische Kammermusik.— Leipzig: 19.25: Goethe- balladen.— Mühlacker: 16.30: Liebeslieder für alt und jung.— München. 21: Bunter Abend.— Wien: 17.20: Blasmusik, 22: Blasmusik. den wurden. Die Polizei erwiderte das Feuer.mit Schreckschüssen und räumte unter Anwendung dct Gummiknüppels die anliegenden Straßen, wobei 27 Personen verhaftet wurden. Unter dem Schutz ei»«: große» bewaffneten Polizeiabteilung wurde als dauu die Exmisiion durchgeführt. Tragödie in der Irrenanstalt. Aus W a r s chs« wird berichtet: Die 20jährig< Bollsschullehrrer!« B« rdziecka besuchte dieser Tage mit Erlaubnis der Leitung der Irrenanstalt in Tworki bei Warschau- ihren Bräutigam, den Dolksschulleh«' Baranowski, der seit vier Monaten in der Au- stält interniert ist. Ms Baranowski in das Sprech- zimmrr geführt wurde, gab die Lehrerin mehrer! Revolverschüsse auf ihn ab, die ihn so schwer verletzten, daß er bald- darauf st a r b. Die Lehrerin richtete, bevor die Wärter st« daran bindern konnten, nach der Tat dm Revolver gegen sich selbst uns« tötete sich durch einen Schuß ins Herz.-•’ Ein elektrisches Fahrrad. Eine Elektrowären- Fabrik in Eindhoven in Holland bat«in Fahrrad auf den Markt gebracht, dessen Antrieb dürH einen nnt einem Akkumulator verbundenen Elektromotor erfolgt. Ter Motor liegt schräg unter'dem Sattel und wirkt durch Keltenantricb auf das Hinterrad. Tie» Geschwindigkeit des elektrischen Fahrrads soll 20 Stundenkilometer, sein Aktionsradius zirtt 75 Kilometer betragen. Ein Fledermausturm. Im Klosterneuburger Stadtbad bei Wien wird in der kommenden Saison der erste Flodermausturm in Europa errichtet werden. Dieser Turm soll dazu dienen, fr- bort herrschende Mückenplage einzudämmen; bei Einbruch der Dämmerung werden die Mctzys- Mäuse aus dem Turm loSgelasten und man hasst auf diese.Weis« Erfahrungen, di« die Farmers« den Urwäldern gemacht halben, verwerten$ können, denn nach Feststellungen sind etwa 40 Fl«-- dermäuse imstande, nicht weniger als 40—50:003 Mücken in einer Nacht zu vertilgen. Telephon billiger, in Ungarn. Der ungarisch« Handelsminister erklärte im FimnrzanSschutz, haß«’ mit Rücksicht aus die schwere allgemeine Krise u«d zur Belebung des Telephonverkehrs die Telephongebühren, besonders im interurbanen Verkehr, entsprechend ermäßigen wird. Auch die Jnstallatio« für neu« Anschlüsse wird bis auf die Hälft« herabgesetzt werden.- zu meiner Frau und meinem Töchterchen zurückkehren. Ich will mir Möbel für ein-Hänschen kaufen." Hin und wieder erscheint er bei mir üud fragt, ob ich Antwort habe. Die Sache wird in Buenos Aires erledigt. Einige Monate vergehen- Eines Tqges erkühnt er sich:„Herr Doktor, ich habe nichts zu effen. Leihen Sie mir ein paar Pesos! Wenn ich die Abfindung kriege, geb' ich sie Ihnen zurück."'< kii Die Bitte hat Erfolg und wiederholt sich vier-, fünfmal. Drei Monate lang kommt Serapio nicht. Endlich erscheint er eines Nachmittags traurig und bedrückt.„Ist noch kein Bescheid da?" z-jW „Rein, ,Es dauert schauderhaft lange. Ich schreibe jetzt an die Kaffe." Serapio nimmt bei mir eine neue Anleihe auf. Drei Tage später kommt die Antwort^ Dor zwei Monaten tst die Abfindung durch dü Staatsbank ausgezahlt worden. Abends sage ich den Genoffen:„Hat keiner von euch Serapi» gesehen? Der arme Kerl! Man scheint ihm die Abfindung von der Eisenbahnerkaffe gestohlc» zu haben. Wer weiß, was für einem Rechtsverdreher er in die Hände gefallen ist!" Nach fünf Mimrten sagt einer„Da kornnu Serapio."*» Serapio, weut hast du Vollmacht gegeben? Man scheint die Wfindung für dich bet der Bank abgehoben zu haben." „Nem, Herr Doktor. Ich habe'fie selbst vor zwei Monaten abgehoben. „Hund! Warum hast du mich vor drei Tage» den Brief schreibert laffen?" Ich hätte ihm eine gelangt, wenn map rnu nicht in oen Arm gefallen wäre. Seft zwei Jahren kommt Serapio wieder zu mir.. Wahrscheinlich berettet er den vierteil Schwindel vor. Was noch schlimmer ist: ich habe den Eindruck, daß ich abermals darauf heriiw fallen werde. -(Berechtigte Uebechetzcnig aus dem Ai-gcntimlche» von v. H. neuenbmff.) Rt. 102. Gerichtssaal Die Kleinen und die Großen. Verschiedener Amtsmißbrauch. ( Schwurgericht.) Freitag, 29. April 1932. Bolkswirtschaft und Gozialpolitik. Ende der Aussperrung in Abertham und Bärringen. erklärten sich die Handschuhmacher und-Näherinnen einen mehr als 20prozentigen Lohnabban forderte, mit den ausgesperrten Lederarbeitern solidarisch. sic Der Lohnkonflikt der Lederarbeiter und Handschuh- handlungen zu erscheinen, bevor nicht die Auserklärten den Unternehmern, nicht früher zu VerPrag, 28. April. Statt des für heute angejet- macher im oberen Erzgebirge mit gutem Erfolge sperrung der Zurichter durch neue Verhandlungen abgeschlossen. und den Abschluß eines Tarifvertrages für die ten, auf zehn Tage veranschlagten Riesenprozesses Lederarbeiter beigelegt ist. Der wuchtigsten Soli ter zahlen. folgen. 11 Seite 5 VERLANGET UEBERALL Vertrag mit einem Abbau der Grundlöhne um nennt. VOLKS ZUNDER A.S.I SOLO gegen den Finanzrat Antos, der erst morgen Nach fast viermonatlichem Ringen, nach einem baritätsfundgebung der gesamten Arbeiterschaft zur Verhandlung gelangt, wurde am heutigen Tage schweren und harten Kampfe, bei welchem es sich einer so nennenswerten Exportindustrie, wie es der tieine Fall eines kleinen Mannes ge- Unternehmer auf die bestehenden Tariflöhne, um worden ist, den ausgesperrten Lederzurichtern gegennebst der Abwehr eines scharfen Angriffes der unsere Handschuhindustrie in den letzten Jahren gerichtet. Es wird also Gelegenheit geboten, die das Sein oder Nichtsein der Organisation der über fonnten sich die Bederfabrikanten nicht verSchuld der Angeklagten in zwei Fällen des glei- Lederzurichter handelte, konnte nach neunstündiger schließen. Unter dem Drude und dem Einfluß der then Delittes gegen einander abzuwägen; und zwar Verhandlungsdauer am 19. April die Aussperrung Handschuhfabrikanten mußten sich die Lederfabrifind es zwei Fälle, die als typische Repräsentanten einem großen moralischen Erfolg für die Arbeiter handlungen zu treten, und endigten diese mit dem der Lederarbeiter in Abertham und Bärringen mit fanten bereit erklären, mit den Zurichtern in Verihrer Art bezeichnet werden können. Auf der einen und die Gewerkschaft beendet werden. Die Leder- Abschluß eines neuen Tarifvertrages für die LederSeite sehen wir den Satten, Wohlgestell- fabrikanten, die schon am 9. Jänner jämtliche Zu- arbeiter. Die Unternehmer, die ausgezogen waren, ten, der noch mehr haben wollte auf richter gekündigt hatten, um sie durch Arbeitslosig um die Löhne von 20 bis 35 Prozent zu kürzen, der anderen den armen Teufel mit dem Hun- feit für einen Lohnabbau bis zu 35 Prozent ge- wurden eines Besseren belehrt. Im neuen Vertrage gerlohn, der sich aus einer verzweifelten Situation fügig zu machen, mußten sich durch den Anschluß bleiben die Löhne für Gerber, Lederfärber und Komödianten" und so. Gott, die arme Frau gerlohn, der sich aus einer verzweifelten Situation aller Lederarbeiter an die freie Gewerkschaft und Silfsarbeiter so wie bishet. Die Löhne der Zu- hatte andere Sorgen. Mein Vater lag im Kvandurch vorübergehende Ansichbringung frem durch die engste Solidarität der Zurichter, schon richter wurden nen geregelt. Sämtliche vor der fenhaus, mit einem gebrochenen Bein. Er ar ben Gutes sich zu helfen gedachte und dadurch in das nach einigen Tagen zu Verhandlungen mit der Aussperrung beschäftigten Arbeiter müssen wieder beitete damals in einem Steinbruch ,, wo ihm Netz des Gesetzes geriet. Der Sachverhalt spricht für Gewerkschaft herbeilassen. Sie mußten in der ersten eingestellt werden. Maßregelungen dürfen feine er eines Tages beim Sprengen das Bein zerschmes Phase ihres Angriffes auf die Lebenshaltung der fich selbst und bedarf keines Kommentars. tert wurde. Obwohl mich der Mangel an Ju Arbeiter den Rückzug antreten, mußten die KündiDer ehemalige Eisenarbeiter Friedrich Im Anschluß an die Lohnverhandlungen der esse meiner Mutter etwas fräntfe; machte ich mir ichh aus Sřebec bei Buštěhrad, ein tüchtiger, Tariflöhne bis zur Kündigung, beziehungsweise Ab- lungen für die Handschuhmacher statt. Nach fast Debüt". Allerdings nicht ohne Herzklopfen, was gung vorbehaltlos zurücknehmen, und die alten Lederarbeiter fanden am 22. April die Berhand- weiter nichts draus. Ich freute mich auf mein wohlqualifizierter Mann, hatte im Jahre 1923 einen lauf der Kündigung des alten Tarifvertrages, wei sechsstündiger Dauer konnte auch hier ein neuer man in Fachkreisen bekanntlich Lampenficber Betriebsunfall erlitten, der ihm die rechte Hand teilweise lähmte. Er bezieht seither Was die Unternehmer bei ihrem ersten Ver- 7 Prozent abgeschlossen werden. Sämtliche, im alten Pünktlich zur festgesetzten Zeit waren wir, eine Invalidenrente von 166.70 K monatlich und da er damit seine Familie natürlich nicht er- uche nicht erreichen konnten, erhofften sie nun be- Bertrage bestandenen Zuschläge bleiben so wie bis die sieben Auserwählten, hinter der Bühne, wo es nach allem anderen nur nicht nach Romantik Salten fonnte, griff er nach jeder Arbeit, die sich stimmt, bei dem zweiten Ansturme, nämlich durch her in Kraft. die Aussperrung durchzusetzen. Wegen geringihm bot. Im Sommer arbeitete er beim Bauern, Damit ist der Lohnkonflikt in der Leder- und aussah. Allerhand Gerümpel und Garderobemachte Wächterdienste, Botengänge it. dgl., im Win fügiger Differenzen wurden ungefähr 150 Leder- Lederhandschuhindustrie beigelegt. Die Arbeit fonnte stüde lagen herum. Aber doch interessant für ter hadte er Gis, verdingte sich als Silfskraft für zurichter ausgesperrt. Man hoffte durch den un am 25. April wieder aufgenommen werden. Die uns Jungens. Und was für mich die Hauptfurz, er und seine ebenso tapfere Frau ver- ger auf der einen Seite und die Uneinigkeit der Lederzurichter haben diesen schweren und verant sache war die Emma ,, unter uns". Vorerit dienten sich ehrlich ihren schmalen Bissen Brot. Es Arbeiter auf der anderen zum Ziele, das heißt zur wortungsvollen Kampf in mustergültiger Weise fümmerte sie sich nicht um uns. Sie schien mir Kapitulation der Arbeiter zu gelangen. Weder das geführt. Durch die mächtige und in den früheren ein Gesicht zu machen, wie meine große verheigelang ihnen sogar, ihren Tränklichen Sohn noch eine noch das andere trat ein, int Gegenteil, als Zohnkämpfen der Nachkriegsjahre nie zuvor in die- ratete Schwester, wenn sie mit ihrem Mann ärztliche Pflege zu verschaffen. Schließlich erhielt Tichy int Jahre 1930 die durch die Aussperrung der Lederzurichter schon sem Ausmaße zum Ausdruck gebrachte Solidarität Strach hatte. Aber dann bemerkte sie uns doch, Stelle eines Post boten und hatte als solcher die mehr als zwei Drittel der Handschuhmacher und der Handschuhmacher wurde das Ziel erreicht, der streichelte dem einen oder dem anderen die Backe. Brief- und Patetpost von dem drei Kilo- Sandschuhnäherinnen arbeitslos geworden waren Angriff der Unternehmer, der die Bernichtung der Deuwel no'mal, mir- mir nicht. Ich meter entfernten Buštěhrad zu besorgen, auch und als man mittlerweile auch bei den Handschuh bisherigen Lebensbedingungen zur Folge gehabt platte fast vor Eifersucht. Aber, es sollte noch schrecklicher kommen. Bei der Probe paßte ich Geldsendungen bis zu 300 K wurden ihm machern den Tarifvertrag kündigte und auch hier hätte, abgewehrt. nämlich nicht auf. Ich war nicht ,, bei der Sache", sondern starrte die Emma immer nur an. Die liebe Emma machte aber kein großes Gefacel mit mir. Nachdem ich die Geschichte zwei, dreimal verpakte, jagte sie mich heraus und holte sich eine ganze Anzahl warteten; wie es mir schien, einen anderen Jungen, deren vor dem Gasthaus warteten sie schon darauf, daß der eine oder der andere die Probe nicht besteht. Ich war wie andere die Probe nicht besteht. Ich war wie allen Luftschloffen. Zu hart, war der Reinfall". aus allen Himmeln, gefallen, Aus war es mit wütend und schluchzend zugleich ging ich nach Hause. alles anvertraut. Bei höheren Beträgen hatte er zuerst die Unterschrift des Adressaten vorzulegen, ehe er das Geld bekam. Es ist ein Posten, für den die schechische Verkleinerungsform posliček, d. h. Bötlein" recht am Playe ist. Das Bötlein belam nämlich für seine Dienste pro Monat zuerst 150, später 225 K und verdiente an seltenen guten Tagen etwa 3 bis 5 K an Trinkgeld. alles. droht. 9 schönen Nicht aus Liebe zur Bühne.. Von W. Macháček. Nein, nicht aus Liebe zur Bühne wollte ich stundenlang am Gasthaus Zum Kaiser von Schauspieler werden, sondern aus Liebe zur Desterreich" herum. Natürlich bekam ich die ach, so schönen blonden Emma Emma nur sehr selten zu seheit. Allein traf ich Start. Ich war damals bitte, nicht lächeln, fie überhaupt nie. Stets ging sie nur in Be es war mir ernst zwölf Jahre, wie es eben einem zwölfjährigen Jungen in so einer Angelegenheit ernst sein tann. Daß ich mich damals nicht mit Selbstmordgedanken getragen habe, war alles; denn die Liebe blieb unerwidert. Doch ich will nicht vorgreifen. gleitung einiger Kollegen in die Stadt, aber ganz bestimmt nie ohne einen großen braunlodigen Schauspieler, der in den Märchen immer die Prinzen spielte. Diesen ,, Prinzen" haßte ich bald. Hauptsächlich deswegen, weil er mich, als ich wieder einmal hinter ihnen herschlich, fortjagte mit den Worten: 4 Uhr." Erst war ich versucht, der Emma Rache zu schwören". Aber ehe ich zu Hause autam, war ich wieder mit ihr persöhnt". Nach dem Mittagihr ,, versöhni". Schon vorher hatte Tichy mit selbst beschafften, zum Teil geschenktem oder mühsam zusammengetra genem Baumaterial ein eines Bauschen zu bauen begonnen. Er wollte feiner Familie wenig stens ein sicheres Dach über den Kopf verschaf fen. Drei partassen aus den Nachbarorten schossen dazu dem gut beleumundeten Mann zusammen 12.000 K vor. Nun hieß es die Zinsen und Emma Start war die jugendliche Direktorin Tilgungsrafen aufzubringen, wenn er nicht wenigstens war sie in meinen Augen jung Machst du wohl, daß du fortkommst, du essen war ich schon wieder ani lleberlegen, wo ich die fünf Kreuzer Eintrittsgeld für die Nachmit Gefahr laufen wollte, daß man ihm sein Säus- einer Wandertruppe von Schauspielern, die sich Lausigel. So ein verdammter Beemaat( Böhmat, tagsvorstellung hernehmen sollte. Das war nicht hen versteigere. Aber das war noch nicht im Spätherbst 1902 im Gasthaus Zum Kaiser eine Anspielung auf mein tschechisches Aus- so einfach. Bei der Mutter war trotz allem von Desterreich" in Oberleutensdorf für ein sehen). Drangfalieren meinerseits nichts zu erreichen, Aergerlich wandte er sich der Emma wieder weil sie wirklich keinen roten Seller hatte. Der Ein geschäftstüchtiger Agent wußte Tichy zu mehrwöchiges Gastspiel einquartierten. Soweit befchwagen, bei einem Buštěhrader Geschäftsmann ich mich erinnern kann, spielte die Truppe drei- zu, die dieses, für mich so deprimierende" Zwi- Vater, der im Krankenhaus, lag, verdiente ja Kleider im Werte von 2626 K einzukaufen. bis viermal in der Woche und Sonntags gaben schenspiel gar nicht zu bemerken schien. Oh, nichts. Und das wenige Krankengeld langte nicht Natürlich auf Raten. Und als die Raten sie zwei Vorstellungen. Abends für Erwachsene Emma hat das weh getan. Betrübt ging ich bin und nicht her. Wie ich wußte, war das nicht pünktlich eingehalten wurden, drohte der Stauf- und Nachmittags für Kinder. Oh, war das nach Hause. Aber am nächsten schulfreien Nach- Schneewittchen" die letzte Stindervorstellung, die mann mit Klage und Exekution. So war das er- wunderschön. Die Kindervorstellungen nämlich. mittog war ich wieder da am Gasthaus. Aber die Truppe der Emma Start in Oberleutensdorf hoffte sichere Dach" von einer neuen Seite her be- All die wunderschönen Märchen- Dornröschen, Emma kam nicht. Beim Hin- und Herschlendern gab. Und die sollte ich nicht mitmachen? Ta Schneewittchen, Das Zauberschloß in Arabien, blieb ich auch vor der Programmtafel stehen, auf tam mir ein Einfall. Ohne etwas verlauten zu Um die Schuld bei dem Ratenhändler abzu- Sieben auf einen Schlag, Robinson usw. usw. welcher eine Vorangeige für die am nächstfolgen lassen, ging ich zu meiner Schwägerin- der Um die Schuld bei dem Ratenhändler abzu erstanden plastisch vor den staunenden Augen all den Sonntag stattfindende Kindervorstellung. Bruder war nicht zu Hause..stoßen, wandte sich Tichy abermals an eine Spar- der Kinder, die den ziemlich großen Saal füllten, Schneewittchen" wurde gegeben. Spar- standen die ungefähr der Kinder, die den ziemlich großen Saal füllten, Schneewittchen" wurde gegeben. Schon wolfte zwanzig Minuten von uns entfernt wohnten. laffe um ein Darlehen von 2000 K. Die Verhandlungen ließen sich gut an. Aber der Kaufmann be- um all die glitzernde und flimmernde Samt, ich wieder weitergehen, als mein Blick auf einen Gleich, nachdem ich gegrüßt hatte, fagte ich gan; Seide-, Gold- und Edelstein"-Pracht an fich vor- unter das Plakat mit Blauftift geschriebenen Satz atemlos"- als ob ich es eilig gehabt hätte( d. drängte den armen Teufel so, daß dieser glaubte, überziehen zu lassen. Kinder sehen ja nicht die fiel: b. eilig schon, aber zur Vorstellung, die schon um nicht mehr warten zu fönnen. Und als Für das am Sonntag stattfindende Mär- 4 Uhr begann): nun einem Orisinjaffent, gleichfalls einem Inva- spieler, die sich hungernd durch's Leben schlagen meistens schmuddelige Garderobe armer Schauchenspiel suchen wir sieben Knaben im Alter Marie, Sie soll'n so gut sein und der liden der Arbeit, die Unfallsrente von 10-12 Jahren als Statisten. Zu melden Mutt'r fünf Kreuzer schiden. Uni'r pitalisiert wurde und die Arbeiter- Unfallver- müssen. Sie erschauerten freudig im Anblick der bei der Direktion am Freitag nachmittag Schwein will nich' frejsen. Da. soll ich Glaubersicherung ihm das Kapital von 7021 K aniles, Seldin des jeweiligen Märchenstückes, die immer fal; kaufen fälschte Tichy den Empfangsschein und von der schönen, herrlichen, goldigen Emma Start dargestellt wurde. Wie zürnten wir Kinbehob das Geld. Er bezahlte die Schuld beim Händ- der den böjen Königinnen, die das Schneewitt mittag waren schon lange vor 4 Uhr wohl an die heute am Sonntag Was hieß hier suchen". Am Freitag nach" Ja, aber" darauf die Marie ,, jetzt, fer und legte den Rest zur Seite, um nach) Er,, Ach, ich langung des angestrebten Darlehenschen, dos arme Aschenbrödel so häßlich behandel- 50 Knaben im Alter von 10-12 Jahren vor - geh' hinten' rum in' ne ten und wie jubelten wir, wenn der Märchen dem Gasthof. Auch ich befand mich natürlich Drogerie dem Geschädigten ben vollen Betrag auszuhän heldin zum Schluß doch wieder Gerechtigkeit darunter. Alle debattierten" durcheinander, die digen. Nun fragte dieser aber, da er sehnsüchtig widerfuhr und sie von irgendeinem wunder- wunderlichsten Ansichten wurden laut über die Marie gab mir die fünf Streuzer und ich ging Und ach ja, was heißt Gewissensbisse. auf das Geld wartete, eines Tages direkt beim Post: amt nach und so tam zutage, daß Tichy sein Amtichönen Prinzen geheiratet wurde. Alles war Bezeichnung Statist, bis ein besonders aufgewed- ins Theater, zu„ meiner" troballedem nein, für ter Junge lang und breit erklärte, daß Statisten Emma. Und ich war auch wieder versöhnt mit mißbraucht hatte. Er wurde verhaftet, die begeistert von den Märchenspi Spartaffe lehnte nun natürlich die Auszahlung des uns Kinder war das kein Spiel, sondern pure Schauspieler seien, die nicht sprechen, sondern nur ihr. Ich zürnte der bösen Königin, die dem Wirklichkeit. Sollte es nur einer wagen, dar- s000 mitmachten. Hier, bei diesem Märchenspiel wunderschönen Schneewittchen den vergifteten Darlehens ab und damit war die letzte Hoffnung über zu lächeln, der wäre erledigt" gewejen. bandele es sich um die sieben Zwergeer, der Apfel gab, und jubelte, als es von den schönen begraben. Aber unter den diese Märchenvorstellungen be- Berichterstatter, wisse das ganz genau von dem Prinzen wieder befreit wurde. Und ganz bejon Der Angeklagte be fannte sich voll zu jei juchenden Kindern war niemand, der darüber Jungen, der vom Hocke- Bäcker die Semmeln nach ders jubelte ich mit den andern, als nach dem ner Schuld. Es stellte sich heraus, daß er noch drei gelächelt hätte. Höchstwahrscheinlich kam das der Emma bringe. Gegen fünf Uhr wurden wir letzten Aft Schneewittchen- Emma vor die Rampe leine Beträge unter der gleichen Hoffnung, den daher, weil die goldige Emma uns Kinder ernst dann endlich vorgelassen, d. h. nur etwa zwanzig trat und mit lächelndem Gesicht von uns Kindern Schaden in einigen Tagen gutzumachen, nicht abge- nahm. Sie selbst muß wohl auch noch mehr Jungens, aus denen dann die engere Wahl vor Abschied nahm. Natürlich meinte ich wahrzunehliefert hatte. Auf den Heller aber ist nachzurechnen, Kind gewesen sein. Ihr Mann der Direktor genommen wurde. Hierbei gab es beinahe eine men, daß die schöne Emma ganz besonders zu dag er den zurückbehaltenen Betrag voll zur sah wenigstens so aus, als wenn er ihr Vater Prügelei, die der„ Pring" mit einigen Simmi- ,, mir" sprach. Als Entschädigung". Für das Dedung der Schuld bei dem unerbittlichen oder gar Großvater gewesen wäre. Er hatte jatrment!" verhinderte. Wie war ich glücklich, mir wiederfahrene Ünrecht". Ganz benommen Ratenhändler verwendet hat. 4500 K, die er beiseite ganz graue Haare. Einmal hatte mich mein um daß ich unter den„ Auserwählten" war. Aber ging ich nach Hause, nicht ohne mir Emma im gelegt hatte, hatte er dem Geschädigten ausgezahlt; zwanzig Jahre älterer Bruder in eine Abend- an dem Tag bekamen wir die Emma nicht zu Herzen mitzunehmen. Aber Schauspieler wollte der Schaden beträgt somit 2521 K. Da er bei der vorstellung' reingeschmuggelt. Es wurde Maria fehen; er, ihr Mann, juchte aus. Nach einer ich nicht mehr werden. Die erfte und legte mißUebernahme seines Bostens ein Gelöbnis abge Stuart" gegeben, aber in diesem Stück hat mir Viertelstunde wurden wir entlassen, mit dem Be- glückte Probe ,, brachte mich ab" von der Bühnenlegt hat, gilt er als öffentliches Organ und die Sache die Emma kein bißchen gefallen. Sicherlich, weil scheid, am Sonntag Vormittag wiederzukommen, laufbahn. lam als Mi6rauch der Amtsgewal" die Geschichte ein jo trauriges Ende nimmt. In zur Probe". Salt, noch einmal wollte ich es versuchen. bor die Geschworenen. Diese bejahten trop des den Kindervorstellungen leuchteten der Emma Auf dem Heimweg malte ich mir schon aus, Da war ich schon Ausgang der Zwanziger. In eindrucksvolleit Blädoyers des Verteidigers Dr. die Augen ganz anders. Sie spielte wirklich für wie ich auftreten" würde. Ich jah mich schon einem Verein, wo man so dann und wann dem Bastika die Schuldfrage mit elf Stimmen und uns. Die Kinder waren ihr auch dankbar und als Schauspieler. Und- oh, welches Glück! jogenannten„ Laienspiel" huldigte. Aus Mangel berneinten lediglich die Niedrigkeit und Un- besonders wir Jungens, wir waren ganz begei- mit der Emma, natürlich. Mein Gott, war die an geeigneten" Mitgliedern bot mir der„ Regischrenhaftigkeit der Motive. Der Gerichtshof er stert von ihr. Und ich ja, ja, ich verliebte" Beit lang bis Sonntag. Ich war ganz weg" feur" drängelte vielmehr eine Rolle" auf. tannte hierauf auf sieben Monate Kerker mich in die blonde Emma. Ob auch andere Jun- vor Glück. Selbstverständlich stand es für mich Jch sollte in irgendeinem ,, Buststück" einen Dorfunbedingt gens in die schöne Direktorin verliebt waren, weiß fest", daß ich einmal Schauspieler wurde. Ich polizisten"( recht ulkig) darstellen. Aber bei der Und da nun bildlich gesprochen der ich nicht, aber das ist selbstverständlich. Ich hatte doch Talent". Der alte Direktor mußte weiten Probe erklärte mich der Regisseur als unleine Dieb gehängt ist, sind wir auf das Schid- aber fah und hörte" nichts als Emma Start. das doch wissen. Meine Mutter, der ich mich geeignet. Statt uffig wirfte ich ernst. Ich ließ jal der großen begierig. An schulfreien Nachmittagen lungerte ich anvertraute, meinte geringschätzig etwas von: es für immer bleiben. rb. " " Seite 6 Freitag, 29. April 1932. PRAGER ZEITUNG. Entgegenkommen der Filmzenfur. Wie in Fachkreisen berichtet wird, hat die Filmzensur den Baramount- Film Großstadt straßen"( City streets) nach anfänglichem Verbot doch freigegeben. Um diesen Film hat sich, wie bereits berichtet wurde, ein Streit zwischen der Film publizistik und der Zensur entwickelt, die über das Gutachten vieler Fachleute den Film zum zweiten Male verboten hatte. gendes wieder: Polizei mußte Toldi( ein ungari cher Spieler. D. Red.), der es sich nicht nehmen ließ, vor dem Schiedsrichter auszuspucken, vor der wüten den Menge, die ihn zu lynchen drohte, schützen, ja, zum Schluß des Kampfes mußten die Ungarn unter polizeilicher Deckung das Spielfeld verlassen." Nach dem ersten Verbot hatte sich die hiesige Vertre An tung der Paramount" ein Gutachten verschafft, das sich sehr für die Freigabe einsetzte und darauf hinwies, daß dieser Film technisch und künstlerisch beachtenswert ist und auch inhaltlich keinen Anlaß zum Verbot geben kann. Die neue Entscheidung der Filmzensur bedeutet, daß endlich doch die Erkenntnis durchgedrungen ist, daß die Behörden doch nicht gegen die berechtigten Wünsche der Allgemeinheit handeln dürfen, und sich dazu bequemen müssen, Wecke künstlefrischen Wertes freizugeben, auch wenn verschiedene Details als ungewöhnlich und etwas gewagt angesehen werden können. Es wäre sehr zu wünschen, wenn sich bei den künftigen Entscheidungen der Zenfur dieser Geist wiederholen könnte und es wird Aufgabe der Filmverleiher sein, der Oeffentlichkeit durch die Feder der Publizisten Gelegenheit zu geben, sich mit den Verboten der Zensur sa chlich und tritisch zu befassen; nur im Falle objektiver und unsere Postbezicher! Erziehungshäuser, die der Unterbringung jogenann ter unverbesserlicher" junger Menschen dienen, hineingeleuchtet zu haben. Daß es sich nicht bloß unt Nr. 102. im Neuen Deutschen Theater um 7 Uhr abends: Die Walküre" von Richard Wagner. Kartenvorverkauf bei Genossen M. Deutsch, Graben. Gemeinsam mit unseren tschechischen Genossen Aufmarsch durch Prag zur Demonstrationsversammlung auf der Slawischen Insel Deutscher Redner Genosse Sen. Dr. Holitscher. Sammelpunkt der deutschen Teilnehmer um halb 10 Uhr, Prag II., Ecke Mezibranska- žitná. einzelne Fälle einer verständnis und mitleidslosen Der 1. Mai 1932 in Prag Behandlung solcher schwieriger" Zöglinge, sondern um ein weitverbreitetes System handelt, scheint das Samstag, den 30. April 1932: Erscheinen des vorliegenden Buches zu beweisen, Fest vorstellung das einzig in seiner Art, mit dem Herzblut einer grundgütigen Frau geschrieben und das rührende, erschütternde Schicksal eines solchen Fürsorgesöglings erzählt, der sein ganzes junges Leben hindurch in Nebel und Kälte getrottet, von seiner Umwelt nie verstanden und vom Schicksal hart gestoßen wurde, bis er mit dem Stigma der Unverbesserlichkeit" be- Sonntag, den 1. Mai 1932, haftet, der Fürsorgeanstalt überantwortet wird, vormittags: obwohl er noch lange kein hoffnungsloser Fall, sonDer heutigen Nummer liegt ein Erlagschein dern nur ein einsamer, mißleiteter, gehemmter und zur Bezahlung der Bezugsgebühr bei. Wir machen liebebedürftiger Mensch ist. Der Zögling Hannes besonders darauf aufmerksam, daß die Einzah- Rüper steht hier unter der Befehlsgewalt eines lung unter demselben Namen geleistet werden Pastors, der in berüchtigtem Sinne erziehungsmuß, unter welchem der Versand der Zeitungen wütig, den Jungen alles cher als„ erzicht", zu erfolgt. jeiner Seele nicht vorzubringen versteht und ihn erst Die Bezugsgebühr ist am Kopf des Blattes recht störrisch macht, obwohl er glaubt, sich unendersichtlich und ist stets im vorhinein zu entliche Mühe zu geben, um dieses wilde Pflänzchen richten. Der Abonnementbeitrag muß spätestens Unkraut" zu veredeln. Der alte Hausvater Dünnbis zum 15. eines jeden Monates in unserem bier ist der einzige, der den Dingen auf den Grund Besize sein. Wir ersuchen Sie, dies zu berückzu gehen versteht, sich bemüht, der Anstalt so etwas sichtigen, damit keine Unterbrechung in der Zu- wie Seele zu verleihen, der auch an dem guten Kern stellung des Blattes eintritt. des vom Pastor als hoffnungslos angesehenen Zöglings nicht verzweifelt und schließlich nach einem Konflikt mit dem Pastor die Anstalt verläßt, sich auf seinen Besitz zurückzieht und Hannes dort als Gehilfen unterbringt. Unter dem liebevollen Ein- Am 1. Mai, nachmittags: fluß eines anderen Erziehers und eines Mädchens vollzieht sich mit Hannes eine sichtbare Wandlung und beinahe gelingt es ihm, den Schatten, der vor seinem Leben liegt zu überspringen, als das alternde Fräulein Dünnbier dazwischentritt, durch einen Brief Unheil stiftet und die Schuld der Flucht Hannes Rüpers auf sich ladet, der einem unbekannten Schidsal entgegengeht. Es wird niemanden geben, der dieses spannende, tapfere, aufwühlende und auch von fünstlerischen Qualitäten zeugende Buch ohne stärkste Anteilnahme liest. Die Verwaltung. fachlicher Zusammenarbeit aller intereffierten Kunst und Wissen Kreise wird die mit Recht so oft angefeindete Filmzensur zu einer Pragis gelangen, die den tatsächlichen Bedürfnissen des Volkes entspricht. Der Film Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sput im gehört den breitesten Bevölkerungskreisen, die dar- Freitag, halb 8 Uhr abends: Schloß"( 161- I). Samstag, 7 Uhr, Arbeiterum einen unwiderlegbaren Anspruch darauf haben, daß ihren Bedürfnissen Rechnung getragen wird. borstellung:„ Die Walküre". Sonntag: Geschlossen. Montag, halb 8 Uhr: Sput im Schloß" * W. Lg. Sport Spiel- Körperpflege Bürgerlicher Sport. ( 162- II). Vereinsnachrichten TOURISTE VEREIN 1. Die Kinderfreunde werden wie in früheren Jahren für unsere Kleinen ein Lastauto zur Verfügung stellen. Die Kinder versammeln sich um halb 10 Uhr beim„ Sozialdemo frat", Prag II., Netázanta 18. Das Lastauto folgt dem Zuge auf die Slawische Insel, wo die Kinder abgeholt werden können. Besuch unserer Lokalorganisation in Neratowiß zu frohem Beisammensein. Spiel der Jugend und Aufführungen der Turner. Abfahrt Wilsonbahnhof 14.05 Uhr. Genossen, welche früher fahren wollen, können den Sug 12.40 Uhr, Denisbahnhof, benützen. Treffpunkt in Neratowiz ,, Gec"-Fabrik. Kuchuch 30 Groschen 20 Pfennig 30 Rappen 1.60 č. K. Die größte illustrierte Wochenschrift Erscheint jeden Sonntag Überall erhältlic KINO- PROGRAMM Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Freitag, halb 8 Uhr, Kulturverbandsfreunde: Roulette". ,, Auch meine Mutter freute sich nicht..." Von Samstag, 8 Uhr:„ Der Mann mit den Eva Leidmann. Zinnen- Verlag, Wien I. Ein grauen Schläfen".( Ab.) Sonntag: Ge- bayrisches Mädchen. Als es zur Welt fam, freute schlossen. Montag, halb 8 Uhr, Bankbeamten I: sich niemand, auch seine Mutter nicht, denn es war Tenere und unzuverlässige Professionals. Die Der Mann mit den grauen Schläfen." die Folge eines Gehltrittes" und Hilfe hatte verNiederlage, die der bürgerliche tschechoslowakische jagt, da der Herr, der alles recht macht, kein InFußballsport gegen die Schweiz erlitt, sputt noch imteresse daran hatte, es wieder zu sich zu nehmen". mer in den Köpfen der Unentwegten. Die sonnAlso dieses arme, unerwünschte Dorfmädchen, das tägige Niederlage der Slavia in Nachod hat neuerdie Verfasserin selbst zu sein scheint, wächst heran, dings Del ins Feuer geschüttet und des Klagens Ortsgruppe Prag. Sonntag, wickelt sich mit einigem Glück und noch mehr Schlauwird aus dem Dorfe in die Stadt verpflanzt, entwird kein Ende. In dem Bericht über dieses Slaviaden 1. Mai: Teilnahme an den Nachod- Spiel des Reichenberger Sportblattes" heißt heit und List aus einent Bauerndienstmädchen zum Maidemonstrationen, dortselbst Bees u. a. sehr zutreffend: Durch dieses gegenseitige Malermodell, zur Kellnerin, zur Stadtdame, zur sprechung des Nachmittags- AusUeberbieten der beiden führenden Klubs( gemeint flugs und freie Wahl des Führers. Schauspielerin und zur Schriftstellerin, schließlich in flugs und freie Wahl des Führers. diesem Roman ihre Lebensgeschichte schreibend, die sind hier Slavia und Sparta. D. Red.) bei Engage- Donnerstag, den 5. Mai: ment halbwegs guter Spieler hat die Sporimoral Vereinsabeno, Vortrag: Stifahrten in der Silvretta sugleich eine Geschichte ihrer Fehltritte" wird. Das einen ganz empfindlichen Schlag erlitten. Diesen und im Rhätikon; Besprechung der Pfingsttouren. geschieht mit einer Aufrichtigkeit, einer Lebendigkeit Fußball- ,, Künstlern" steigen die Riesensummen, die um sie geboten werden, so zu Kopfe, daß sie den im benen, alle darin handelnden Bersonen trefflich um sie geboten werden, so zu Kopfe, daß sie den Sonntag, den 8. Mai: 8 Uhr, Endstation der und einem Humor, daß man an dem flottgeschrieSport als Nebensache und ihre Berson, bezw. die 1er Elektrischen in Baumgarten bei der Ausstel- charakterisierenden Buche seine helle Frende hat. Zwei Herzen und ein Schlag" finanziellen Ansprüche an den Verein als Haupt- lung. Führer: Gröger. Dieser Schweinehändler Kraft, dieser Schulinspettor| sache betrachten. Geht es dann nicht wie sie wollen, Arbeiter- Turn- und Sportverein Brag. Bierhals und diese Pflegemutter Burlmeier sind d. h. befriedigt der Bevein nicht ihre tollen Ansprüche Teilnahme an der Maifeier ist Pflicht aller Mittums und die föstlichste Figur ist sie, das bajuvawahre Brachtfiguren aus der Galerie des Spiegerund Primadonnentaunen, so pfeifen sie eben auf den 1 FATUR FREUND Sport. So weit ist es in unserem Profi- Fußball Glieder! Treffpunkt siehe Anzeige der Partei. gekommen, daß das Ergebnis eines Spieles einzig und allein von der Laune und dem guten Willen der Kanonen abhängt." Profisport- Pleite. Der ungarische Profi- FußLiteratur rische Mädchen in seiner Urwüchsigkeit selbst, das die Naive spielend, ihre Anziehungskraft auf die Männer listig zu nügen versteht. Was an dem Buche besonders freut, das ist die Aufdeckung der vom 29. April bis 5. Mai 1932. Wran- Urania- Kino Cinziges deu/ sche ino Prai 976 Let 0.429 Lilian Harvey, Well Albach- Retty, der neue Ufa- Star und Otto Wallburg in der erfolgreichen Filmoperette: Ein Film, der durch das glänzende Spiel sehr gefallen hat! Wo verkehren wir? verlogenen Spießerseele und wer richtig zu lesen Café„ Continental", Prag, Graben ballverein Sabaria Steinamanger ist derart finan- ,, Sprung über den Schatten." Roman eines versteht, wird hinter dem bunten Schleier des Huziell heruntergekommen, daß seine Auflösung bevor- Fürsorgezöglings. Von Lilly Gräfin 3umors eine gewisse Tragit leicht erkennen. Es ist steht. Man versucht zwar noch, den Klub mit allen Ranza u. G. Grotesche Verlagsbuchhandlung, Blut, Ehrlichkeit und Leben, gesundes, frisches Leben möglichen Mitteln über Wasser zu halten, erklärt Berlin. 336 S. Preis Met. 4.20, fart. t. 4.80, in in diesem Buche, den man sogar kulturhistorische jedoch diese als zwecklos, da die Lage direkt hoff- 2cinen Mr. 5.80. Es ist ein Verdienst Peter Lam- Bedeutung zusprechen möchte. nungslos fei. pels, daß er als erster in das seelenlos- schablonen- W Ohne Kommentar geben wir aus einem Bericht hafte, von individueller verständnisvoller Behandüber das Länderspiel Desterreich gegen Ungarn fol- lung weit entfernte und oft grausame System der Berbreitet die Arbeiterpresse. men habe. Gericht. 39 99 Gastwirtschaf LIDOVÝ DÜM ( Gen. Wi laelam Dadra Konzert. PRAG II., Hybernská Nr. 7. 137 Ich war in früheren Jahren wegen meiner Dies ist einer der wenigen richtigen Punkte| es sind Gott sei hierfür Dank! nicht alle Sucht, endlose Reden zu halten, ein bißchen be- der Anklage. Aber deswegen reicht er noch zu Menschen gleich, denn sonst dächte ich ja wie der rüchtigt. Ich fand und finde nämlich, daß alle keinem Schuldspruch aus. Erwiesen ist, daß die Herr Staatsanwalt... Also mein Selient war Zeit zu kurz ist, die dem Verteidiger, der an die Richter nicht mit dem Angellasten das Hotel ver- weitgeistig genug, allen Schimpf und alle Schmach Roman von Stefan Bollatschef. Unschuld des Angeklagten glaubt, zur Verfügung ließ, das ist alles. Mein Klient behauptet, er auf seinem Namen fitzen zu lassen und nur zu Scheinbar verirat er die Menschlich steht. Sie werden staunen, wie wenig ich Ihre habe die Richter verlassen, weil diese noch Toilette trachten, wegzukommen. Diese Flucht aus der teit, die leider zur Anklage gezwungen wird, und 3eit in Anspruch nehmen werde, wie kurz ich mich machen wollte. Kann sich niemand ins Hotel Oeffentlichkeit kommt psychologisch letzten Endes in Wirklichkeit entpuppte sich ein harter und un- diesmal faffen kann. Denn die ganze Anklage eingeschlossen haben und kann der nicht der aller- einem Selbstmord verdammt nahe. Ist es dem beugsamer Antläger, der gegen seine Prinzipien ist wie ein Startenhaus, man bläst und es fällt letzte Besucher gewesen sein? Stein Schatten Selbstmörder, der die Pistole an der Schläfe hält handelte, nur um den Angeklagten zu Falle zu um. Kommen Sie, meine Herren Geschwornen, eines Beweises liegt gegen meinen Klienten vor, und im nächsten Augenblid ins ewige Nichts ver bringen. Denn, meine Herren Geschwornen, es laffen Sie uns blasen. Sie werden staunend mit nichts ist auch nur der Versuch gemacht wor- jinkt, nicht ganz gleichgültig, was die von ihm gibt Indizienprozesse und Indizienprozesse. In sehen, wie wenig Kraft dazu gehört. den, einen richtigen Schuldbeweis zu konstruieren, freiwillig verlassene Menschheit heute, morgen, diefent Prozeß ist aber nicht die Spur, nicht das Eine Prostituierte ist ermordet worden. Die und dennoch wird diese schwere Anklage, die nächste Woche oder in hundert Jahren von ihm Körnchen einer Schuld wahrzunehmen, die mei- Polizei fahndet nach dem Täter und verbindet schwerste, die Menschen gegeneinander erheben denkt? Ein sehr ausschlaggebender Belastungs nen Klienten belastet, es ist, wenn ich mich so denselben mit dem letzten Besucher. Sie glaubt, tönnen, erhoben und aufrechterhalten. Ja, jagt punkt ist also dieses Nichtmelden meines Klienten ausdrücken darf, ein mutwilliger Prozeß, und annehmen zu dürfen, daß der letzte Besucher ent- die Staatsanwaltschaft hier, aus dem Umstand, feineswegs. Nun bleiben noch zwei positive Be mir als altem und erfahrenem Manne dürfen weder der Täter ist oder geeignete Anhaltspunkte daß der Angeklagte der letzte Besucher gewesen lastungsmomente offen. Der eine ist, daß mein Sie schon glauben, wenn ich sage, daß ich noch an zur Ergreifung desselben liefern kann. Sie ver- ist, fönnen wir den Mord nicht beweisen, aber Stlient sich unter falschem Namen gemeldet hat. feinem mutwilliger geführten Prozeß teilgenom haftet bald das Stubenmädchen des Hotels, in aus diesem Umstand im Zusammenhang mit Sicher ein Delift. Wenn ich mich nicht irre Denn die Unaufrichtigkeit des dem der Mord geschah. Wieso das Stubenmäd- andern Umständen können wir die Tat schon ich habe mich nie mit Kleinigkeiten abgegeben Staatsanwaltes fällt schon vor den Beginn die chen? Das kann doch bestimmt nicht der letzte nachweisen. Sehen wir uns also die andern so steht darauf sogar eine Geldstrafe von zehn ſes Prozesses, das Mißverhältnis zwischen Wort Besucher gewesen sein? Oder wie, ist die Theorie Nachweise" an: Der Angeklagte hat sich nicht Schilling. Bedenklich, höchst bedenklich! Warum und Tat fällt schon vor die Verhandlung. Nie- vom letzten Besucher sofort fallengelassen wor- als der letzte Besucher gemeldet und hat lieber hat sich der Angeklagte falsch gemeldet? Denken mals hätte dieser Prozeß geführt werden dürfen, den? Oder sagte man sich, daß es nach dem letz- eine Reise angetreten, die ihm wichtiger erschien, Sie mal, daß ein bekannter Dichter, ein großer niemals hätte mein Klient auf die Anklagebant ten Bejucher noch einen allerlegten Besucher ge- als seine Zeit hier zu vergeuden. Er stand vor Musiker, ein Potentat oder irgendeine Berühmt gesetzt werden dürfen. Scheinbar sagte der Staats- geben haben kann? Und daß dieser allerletzte schweren jeelischen Kämpfen und wollte ver- heit eine Stadt besucht und nicht erkannt sein will. anwalt: Die Indizien reichen aus, um die An- Besucher auch sehr gut das Stubenmädchen ge- schwinden. Was macht er da? Er reist unter einem falschen flage zu erheben, bitte, Richter, entscheidet. In wesen sein kann? Oh, ich bin sehr weit entfernt Wer von uns Menschen hat noch nie den Namen. Wirklichkeit reichen aber die Indizien überhaupt davon, das arme Ding, das zitternd vor uns Wunsch zu tiefst empfunden, sein Leben auszuIch verpflichte mich, der Staatsanwaltschaft zu keiner Auflage. hin, und der Staatsanwalt stand und weinte, als Mörderin zu bezeichnen löschen und unterzutauchen in neuer Umgebung Duyende solcher Fälle nachzuweisen. blinzelt und sagt: Urteilt selbst, ich überlasse euch oder es mit der Tat auch nur irgendwie in Zu- unter fremden Menschen? Jeden Tag brannte selient ist gewiß keine Weltberühmtheit, aber er den Angeklagten mit Haut und Haar! Wäre ich fammenhang zu bringen, aber ihre Verhaftung dem Angeklagten hier der Boden, jeder Tag ein ist ein angesehener Fachgelehrter, der viele Bes fein Jurist, würde ich das sagen, was sich wohl wirft doch die Theorie vom letzten Besucher ganz verlorener, weg, nur weg! Ich bin kein Vertei- ziehungen in jeder Stadt hat. Er will diejen Tausende, die diesen Prozeß verfolgten, jagten: und gar um. Mein Klient ist also der Herr, den diger, der alles gutheißt, was fein Klient tut. Ich Freunden, lästigen Bekannten und Ausfragern Die Auflage ist leichtfertig erhoben! Aber als der Portier und das Stubenmädchen mit der Er- stehe nicht an, zu erklären, daß ich mich jedenfalls Bogen ausweichen und wählt einen Jurist weiß ich, daß ich eine solche Aeußerung mordeten ins Hotel kommen gesehen haben, und vor meiner Abreise gemeldet hätte, um den Namen. Was, das ist ein Stapitalverbrechen? nicht machen darf. der vor ihr das Hotel verließ. schmußigen Verdacht von mir abzuschütteln. Aber ( FortseBuna folat.) Serausgeber: Siegfried Taxb.- befredakteur: Wilhelm Riejuer. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strax, Brag. Drud: Rota".-. für Beitung und Buchdrud, Brag. Für den Drud verantwortlich: Otto Solit, Brag Die Zeitungsmarkenfrantatur wurde von der Boft- u. Telegraphendirektion mit Erlaz z. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. 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