Einzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich 5 Heller Port Sozialdemokrat Jentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 12 Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion u. Verwaltung: Brag II, Netázanta 18 Telepb.: 26795, 31469, Nachtredakt.( ab 21 Uhr): 33858 Boffedamt: 57544 Sonntag, 29 mai 1932 Nr. 127. Den Kommun ten ist nicht Der Bauarbeiterkampf erfolgreich beendet. zu helfen! Aber die Arbeiterklasse büßt es. Wer etwa glaubte, die Ereignisse im preu Bischen Landtag und die Entwicklung der politischen Verhältnisse in Deutschland würden den Kommunisten eine Lehre sein, hat sich wieder einmal gründlich geirrt. Die bisherige Taktik der KPD hat, das ist auch dem politisch nicht Geschulten klar, dazu beigetragen, daß der Hitlerfascismus prächtig gedieh. Jahrelang haben die Bolschewiken gepredigt, Braun und Severing seien gleich Hitler. Nun, da es an der Zeit wäre, die alten Fehler zu erkennen und gemeinsam mit den Sozialdemokraten, den nach der Macht greifenden Fascismus zurückzuschlagen, nun zeigt es sich, daß den kommunistischen Führern nicht zu helfen ist, daß sie nichts gelernt und nichts vergessen haben. Die gestrigen kommunistischen Blätter der Tschechoslowakei schreiben: Die Ereignisse im preußischen Landtag haben besser als tausend Agitationsreden die vollkom mene Richtigkeit der Taktik der KPD bewiesen. Der Schwerpunkt des Kampfes gegen den Hitlerfascismus und die fascistische Diftatur liegt in der außenparlamentarischen Mobilisierung der werftätigen Massen. Nur die außenparlamentarische revolutionäre Kampfaktion der roten Einheitsfront, zu der die KPD die sozialdemokratischen Arbeiter dringlicher als je zuvor aufruft, kann die Machtergreifung durch den Hitlerfascismus, dem das Zentrum bereits mit Haut und Haaren ver fallen ist, und dessen Aufstieg die verräterische Politik der SPD ermöglicht hat, verhindern. Arbeitsaufnahme am 30. Mai. Große Vertrauenskundgebungen für den Bauarbeiter- Verband. Der seit drei Wochen in Nordwestböhmen andauernde Vauarbeiterkampf um die Anerkennung der Schiedsspruchlöhne ist beendet. Die Verhandlungen, die am 26. und 27. Mai unter Vorsiz des Gewerbeinspektors Pšenička in Reichenberg, in den Räumen des Arbeitgeberbundes in Reichenberg stattfanden, haben zum Abschluß eines neuen Vertrages geführt. Für den Uebergang wurden die Schiedsspruchlöhne für das Streikgebiet anerkannt. Am 4. Juli tritt der neue Vertrag in Kraft. Der neue Vertrag hat, falls er am 1. Dezem ber 1932 nicht gekündigt wird, auch für das Jahr 1933 Gültigkeit, und zwar für 35 Gerichtsbezirke in Nordböhmen. Er bringt wohl einen ge= ringen Lohnabbau für die Facharbeiter von 10 bis 15 Heller pro Stunde, jedoch einen Ausgleich für die Hilfsarbeiter, wo die Löhne bis 15 Heller erhöht werden. Die Rahmenbestim mungen bleiben bestehen. tragen: Maurer und Zimmerer 3. Gehilfenjahr Die Stundenlöhne ab 1. Juli 1932 be Lohnklasse: I. II. III. IV. 5.30 5 4.75 4.40 4.75 4.50 4.30 3.95 4.50 4.25 4.05 3.70 Eisenbieger u. Verschal.. 4.75 4.50 4.30 3.95 Hilfsarbeiter über 18 Jahre 3.60 3.40 3.20 2.95 big bis bis bis 3.80 3.60 3.30 3.05 2. " 1. " 4 4 Für den Bezirk Grulich wurden folgende Löhne festgesetzt: pro Stunde Maurer u. Zimmerer im 3. Gehilfenjahr 3.60 Maurer u. Zimmerer im 2. Gehilfenjahr 3.25 Maurer u. Zimmerer im 1. Gehilfenjahr 2.75 Eisenbieger und Verschaler. Hilfsarbeiter über 18 Jahre alt Jugendliche und Arbeiterinnen • 3.25 2.35 1.75 Adolf Hitlers blutige Spur Bürgerkrieg vom Brenner bis zum Belt Die österreichische Bourgeoisie hat endlich ein Gebiet gefunden, auf dem der Anschluß an Deutschland ohne alle Formalitäten möglich ist. Wenige Tage nach der großen Schlacht im Preußischen Landtag, in dem sich die 162Lümmel- Fraktion der Nazi mit einer Prügelei eingeführt hat, die ihresgleichen in der Geschichte der Kaschemmen wie der Parlamente Damit ist ein Kampf beendet, der mit beson- suchen dürfte, kommt aus Desterreich die derer Schärfe geführt wurde, weil es sich um eine Nachricht ,, daß an einem Abend die Nazi in Vergewaltigung der Bauarbeiterschaft handelte. Linz und in Innsbruck( Hötting) ihre Die großen Massenversammlungen in Teplit, politischen Gegner überfallen und blutige Bodenbach und Aufsig haben die Abmachungen Schlägereien größten Ausmaßes provoziert einstimmig angenommen und dem Verbandsvorhaben. Beide Versammlungen waren von den stande sowie der Verhandlungskommission das * Bertrauen für die Führung des Kampfes ausge- Nationalsozialisten einberufen worden, zu beisprochen. Wie uns mitgeteilt wurde, haben sich die den hatten die Nazi ihre Gegner eingeladen, in Komiker, die Nazi und die Klosačlente, also die beiden hatten sie gleich zu Beginn der Verrichtige Einheitsfront, die wie die Fauft auf das sammlung statt aller sozusagen geistigen ArAuge paht trotzdem sie ständig über Berrat gumente zum Schlagring und zum Messer geund Streifbruch wetterten, diesen Abmachungen griffen. Die beteiligten Behörden und bewaff neten Organe der Behörde scheinen sich, wie das unter dem Hahnenschwanz- Regime OesterAuch diese geschichtliche Stunde, da die Jugendliche u. Arbeiterinnen 2.50 2.35 2.25 2.05 angeschlossen. Zusammenfassung aller antifascistischen Kräfte bringendste Notwendigkeit geworden ist, findet die fommunistischen Führer als kleinliche und un fähige Schimpfer, die zu nichts anderem imstande find als zur Verfertigung eines Aufrufs, der die sozialdemokratischen Arbeiter zur Errichtung der Vor der Entscheidung in Frankreich. Man nimmt an, daß der Präsident der Re- reichs nicht anders möglich ist, als Bundespublik Herriot am 3. oder 4. Juni mit der Ka- genossen der krawallierenden Nazi benommen binettsbildung betrauen wird. Längstens bis zu haben. Sonntag, den 5. Juni, dürfte das Kabinett ge- Neben diesen Meldungen laufen natürist nicht die Einheitsfront zum Rampfe gegen den Der sozialistische Parteifongreß tagt bildet sein und könnte sich am Dienstag dem Par- lich die üblichen Nachrichten aus Fascismus, die doch nur möglich ist mit der Ge= samtheit der Sozialdemokraten, sondern der Ruf nach jener Einbeitsfront", die die kommunistische Agitation erleichtern soll. Der Fascismus vor den Toren aber die fommunistischen Führer können von ihren alten dummen Phrasen nicht los und helfen so, den Sieg Hitlers vorzubereiten! Hausluchungen bei den Bardubiger Ja ciften. Gajda zum Verhör vorgeladen. Pardubiz, 28. Mai. Samstag, den 28. Mai, führte der Prager Polizeirat Dr. Preinin ger gegen 18 Uhr eine plötzliche Durchsuchung in den Wohnungen der Pardubizer Angehörigen der fascistischen Organisation durch. Bei den Durch suchungen wurde sehr viel belastendes Material gefunden und beschlagnahmt. Eine Reihe fasci stischer Führer wurde vocgeführt und wird berhört werden. lamente vorstellen. Deutschland ein, wo es tagtäglich ein Paris, 28. Mai. Morgen tritt der Kongreß gutes Dutzend Ueberfälle, Attentate, Prügeder sozialistischen Partei zu einer viertägigen Dollfuß in der Klemme. leien gibt, von denen man ja kaum mehr Notiz Session zusammen. Das Programm enthält nimmt. Es hieß die Sachlage beschönigen, außer laufenden Fragen hauptsächlich die Frage Seine Einstimmenmehrheit gefährdet. wollte man diesen Zustand anders als Bür der Taktik der Partei in außenpolitischer Junsbrud, 28. Mai. Abgeordneter Mar und innenpolitischer Hinsicht. Der heutige Kongerkrieg nennen. Tag für Tag, Nacht für greß erhält dadurch eine außerordentliche Bedeu- Werner hat sein Verhältnis zum Heimatblock Nacht steht in Deutschland und nun auch wietung, daß nach dem Wahlsiege der Radikalen im Einvernehmen mit den Vertrauensmännern Nacht steht in Deutschland und nun auch wieund der sozialistischen Partei neuerlich die Frage seines Wahlkreises vollständig gelöst. Damit ist der in Desterreich Staatsbürger gegen Staatsder Teilnahme der Sozialisten an der Regierung neuerdings die Majorität der Regierung Dollfuß, bürger, der bezahlte Söldner des Kapitals oder der Rowdy aus Beruf und Neigung gegen aufgerollt wird. Von den Beschlüssen des Kon- die bekanntlich eine Stimme beträgt, gefährdet. gresses wird die Orientierung nicht nur der fünftigen Regierung, sondern man kann sagen der ganzen französischen Politik abhängen. Dollfuß versucht die Situation durch Ver- den klassenbewußten Arbeiter. Es ist wie in handlungen mit den Groß deutschen zu ret- Italien am Vorabend des Marsche 3 ten, die er zu einem Eintritt in die Regierungs- nach Rom, nur daß die deutschen und öfterDer Kongreß der sozialistischen Partei wird, mehrheit oder wenigstens zur Beibehaltung der reichischen Arbeiter denn doch besser vorbereiwahrscheinlich schon am Sonntag, neuerlich seine Neutralität bei der am Dienstag zu erwartenden tet sind als seinerzeit das überrumpelte italieMinimalforderungen festlegen und der Exekutiv- Kampfabstimmung über den sozialdemokratischen nische Proletariat und daß es nördlich des ausschuß der radikalen Partei, der am Dienstag Mißtrauensantrag gegen die Regierung sowie Brenner nicht ohne harten Kampf abgeht. zusammentritt sowie die gemeinsame Sibung der über den weiteren Antrag auf Einsetzung eines Aber es kann kein Zweifel mehr darüber herrradikalen Fraktionen im Parlament und Senat parlamentarischen Untersuchungsausschusses gegen schen, daß wir im ersten Stadium eines mittelwerden hiezu Stellung nehmen. Der linke Flügel den neuen Handelsminister Jaton cig zu be hat gestern abends beschlossen, daß den So- wegen sucht. Die Großdeutschen zeigen jedoch bis- europäischen Bürgerkrieges stehen, in dem zialisten der Eintritt in die Regieber feine große Geneigtheit, der Regierung Doll- alles zur Entscheidung drängt. rung angeboten werden solle. fuß aus der Verlegenheit herauszuhelfen. Bei der provisorischen Prüfung des bei den Hausdurchsuchungen beschlagnahmten Materials ordnete Polizeirat Dr. Preininger die Vorführung des ehemaligen Abgeordneten Rudola Gajda, von dem bekannt war, daß er Samstag nach Pardubiß gekommen war, zum VerDie blutigen Vorfälle von Hötting. hör an. Gajda wurde im Dorfe Kunetik bei dem Pfarrer Stefan gefunden, von welchem beWien, 28. Mai.( Eigenbericht.) Ueber die| fannt ist, daß er mit den Angehörigen der fascistischen Organisationen Beziehungen unterhält. Ereignisse in Hötting, einem Arbeitervorort Das auf dem Bezirksamt stattfindende Verhör der von Innsbruck, veröffentlicht die bürgerliche Fasciftenführer wird wahrscheinlich bis tief in Presse alle möglichen Tatarennachrichten. Tatdie Nacht hinein fortgesetzt werden. Radola sache ist, daß die Vorfälle auf ProvokaGajda wurde für 23 Uhr zum Verhör vor- ionen der Hakenkreuzler zurückzuführen sind. Sie hatten nach dem durchaus geladen. Die abgewehrte Hakenkreuzprovokation. Heimwehrminister- Defraudant? Der Versuch, eine geordnete Staatsgewalt aufzurichten, die etwas anderes und mehr als nur das Exekutivorgan der reaktionären Banden, die Schiedsrichter und Wahrer einer längst lächerlich gewordenen Staatsautorität und Sinnbild eines gebildeten ,, Rechtsstaates" wäre, ist in Deutschland gescheitert, in DesterArbeitern wurden auch 19 Hakenkreuzler schwer reich niemals unternommen worden. Herr verlegt, von denen einer noch gestern gestorben Dr. Brüning, dem wir an dieser Stelle ist, während ein zweiter mit dem Tode ringt. vor Monaten das Horoskop gestellt haben, das Leichter verlegt wurden etwa 15 Personen. sich nun als richtig erweist, ist trotz bestem Die Krawalle sezten sich auch auf der Straße Bemühen auf der schiefen Ebene immer tiefer fort, da so ziemlich die ganze Bevölkerung auf gerutscht. Er hat im Herbst sein ,, halbrechts" die Kunde von der Schlacht herbeigeeilt war. orientiertes Kabinett gebildet und er muß sich Schließlich tam Der einberufen und dazu die Arbeiter zum dem Kommando des Bezirkshauptmanns, der ein letzt aus diesem Kabinett Mann um Mann Erscheinen aufgefordert. Abends kamen bekannter Heimwehrmann ist, und ging sofort streichen lassen von den Herren, die hinter den Der Wiener Korrespondent des Sozialdemo- etwa 80 bis 100 Sakenkreuzler in Uniform aus gegen die Arbeiter los. Die Nazi, die ursprüng- Kulissen Deutschlands Politik machen. kratischen Pressedienstes meldet, daß sich die Be- Innsbruck anmarschiert, trawallierten in den lich sehr frech waren, verkrochen sich jetzt und Minister Groener, der es gewagt hat, die schuldigungen, die Otto Bauer gegen den Heim Straßen und zogen dann in das Versammlungs trauten sich nicht auf die Straße. Erst als dann SA zu verbieten, aber dem Wink, nun auch wehrminister Jatoncig erhob, darauf beziehe, daß lokal, das zur Hälfte von Arbeitern gefüllt war. spät nachts aus Innsbrud zwei Kompagnien das Reichsbanner aufzulösen, nicht Ordre zu Jakoncig eine Konkursmasse, zu deren Verwal- Als die Heil Hitler- Rufe von den Arbeitern Militär herankamen, wagten es die Nazi, inter parieren, wird abgesägt, die Diktatur der tung er eingelegt war, verunirent habe. Hakenkreuzler auf die Arbeiter, die sich natürlich militärischer Eskorte wieder nach Generale tritt aus dem Dunkel der Hintertreppe in sichtbaren Umrissen hervor. Längst zur Wehr sehten. Es kam nun im Saal zu einer förmlichen Die Meldungen, daß die Arbeiter auch die sind die Bürgerparteien auf der Rechten in Schlacht, wobei mit mit Sesseln und anderen Sanitätsmannschaften mit Steinen beworfen Fetzen gegangen, hat sich alles, was monarchiDingen herumgeworfen wurde. Außer 16 hätten etc., sind alles ügen. stisches, konservatives, liberales, demokratisches Diese Meldung ergänzt das Bild, das man ich schon aus den bisherigen Mitteilungen über den Regierungsfascisten Jakoncig machen konnte, in trefflicher Weise. Eine feine Regierung, die folch einen Mann in ihrer Mitte duldet! Innsbruck zurückmarschieren. Seite 2 Sonntag, 29. Mai 1932. Nr. 127. benisches Bürgertum hieß, mit Saut und Saar Agrarier gegen Agrarier. fopbifen& afultät Rektor werden. Der der Vorlage, die, wie wir bereits gefſtern berich Nazis verschrieben. Nun scheinen die Welmit Rangälteste, der turnusmäßig der nächste Rektor teten, noch offen ist, soll das Parlament entlen auch über dem Zentrumsturm zusammen- Die„ Landpost" wirst dem„ Benkov" nationale werden sollte, ist der Indologe Prof. Winterscheiden. Hiefür ist die Summe von 30 Millionen zuschlagen. Quer durch deutsches Land zieht Böswilligkeit vor. nih. Schon vor Monaten erklärten in Aussicht genommen, die bisher für die GinAdolf Hitler seine blutige Bahn. die Nazistudenten im Tag", daß fuhrscheine aufgewendet wurden, sowie ein evenDie nationalistischen Hezzereien der tschechischen Prof. Winternis für die deutsch- tueller Zuschlag auf importierten Mais in der Sinnfällig aber wird dabei mehr und Agrarier werden nun auch schon ihren lang- bewußten" Studenten. als Rektor Höhe von K 7.50 pro Zentner, was auch ungemehr die Rolle, die der Nationalso- mütigen deutschen Standesgenossen zu dumm. untragbar" sei. Bald darauf erklärte fähr 30 Millionen einbringen würde. Allerdings zialismus in Desterreich und Deutschland Der Ventov" glossierte die Leipaer Tagung der Prof. Winterniß, die Wahl nicht anzuwären hierzu erst Verhandlungen mit den spielt: Wegbahner zu sein der Dikta deutschen Selbstverwaltungsförper in gewohnt nehmen. Inwieweit und ob auf Prof. Win- Importstaaten erforderlich. tur der Schwerindustrie und der unsachlicher Weise. Während sich die tschechischen ternitz ein Druck ausgeübt wurde, wissen wir Der Senat wurde für Dienstag, den 31. Mai, Generale, die anscheinend weder da noch Selbstverwaltungskörper in der Krisenzeit um nicht. Jedenfalls hat dieser Wink den Nazis mit 3 Uhr nachmittags zu einer Plenarsizung eindort gewillt sind, ihre Macht mit den Söld- die Sicherung der Finanzwirtschaft bemühen, dem Zaunpfahl, den viele als einen Wink mit berufen. Auf der Tagesordnung stehen die Novelle nern zu teilen. Auf Hitlers blutiger Spur scheint es, so bemerkt das Blatt der Restgut- dem Schlagring aufgefaßt haben, genügt. Die zum Elektrifizierungsgesetz vom Jahre 1919, marschieren in Deutschland die Hammerstein törper solche Sorgen nicht haben und sich sozu hörig. Auch der nächste Kandidat der philo- tätsausschusses über das Ansuchen des Senators barone daß die deutschen Selbstverwaltungs- Universität ist eben für Wünsche der Nazis hell- zweite Lesungen, sowie der Bericht des Immuni und Schleicher, die Roeder und Hasse und es sagen zum Zeitvertreib der sophischen Fakultät, der rassisch ebenfalls min- lofa e, den Senatoren Kindl und Trnobransky derwertige" Prof. Kraus, wurde nicht gewählt. wegen beleidigender Ausfälle in der letzten Es wird erzählt, daß Prof. Kraus nicht geneigt Senatssigung eine Rüge zu erteilen. war, die Wahl auszuschlagen. Also einigten sich die Herren Wahlmänner darauf, Prof. Kraus nicht zu wählen, und stellten als nächsten Kandidaten den Prof. Gierach auf. Damit es Nach einem Hinweis auf die in Leipa er nicht heißt, die Universität ließe sich von rassenstatteten wirtschaftlichen Referate fährt die antisemitischen Gesichtspunkten leiten, gab man Hart am Zusammenbruch vorbei. Landpost fort: auch dem Herrn Gierach nicht die nötigen Wien, 28. Mai.( Eigenbericht.) Der Wiener „ Leider ist für die deutschen Selbstverwaltungs- Stimmen und einigte sich schließlich auf die Bankverein veröffentlicht heute seine Bilanz und „ Leider ist für die deutschen Selbstverwaltungs- Wiederwahl des amtierenden Rektors, der den teilt darin mit, daß er im lezten Jahr elf Milkörper auch die Sprachenfrage trotz der Krise recht Nazis aus verschiedenen Gründen gut gefällt. lionen Schilling eigener Aftien aufnehmen mußte, wichtig, aber das ist nicht die Schuld der Selbst- Sollte nächstes Jahr ein Philosoph gewählt wer- um den Kurs zu halten. Er hat auch an Pfundgeverwaltungskörper, sondern des Sprachengesetzes und in letter Linie der Tschechen, die die den, etwa der Herr Professor Gierach, so schäften Verluste erlitten, so daß das Kapital auf Sprachenfrage nicht nach dem Gesichtspunkte der müßte man annehmen, daß die heurige Nicht- 44 Millionen Schilling ermäßigt werden mußte. Praxis und des Verkehrs betrachten, wahl des Prof. Gierach nur ein Manöver war, Aber auch davon ist die Hälfte verloren, sonder immer und immer wieder be- um die Nichtwahl des Prof. Winternik bezw. so daß tatsächlich nur 22 Millionen Schilling Kas müht sind, eine Prestigeangelegenheit pital übrig bleiben. Zur Deckung wurden die Kraus zu verschleiern. Reserven herangezogen, die nun von rund 25 auf daraus zu machen. Die Sprachengesetzgebung wird besonders von den kleinen Landge Wie Chriftlichsoziale über Arbeitslose 5 Millionen Schilling gesunken sind. ist mehr als wahrscheinlich, daß sie um eine Sprachenfrage beschäftigen. Dazu bistorische Stunde früher nach der Macht grei- konstatiert das deutschagrarische Bruderblatt: fen werden als der Komödiant, der ihnen den Die Behauptung des„ Venkov" fann natürWeg geebnet hat. In Oesterreich beantwortet lich nur der Böswilligkeit entspringen, mit die Bourgeoisie den Wahlerfolg der Nazi mit der das Blatt in legter Zeit über deutsche Ander Bildung einer Regierung des Schwarzen- gelegenheiten schreibt." bergplates, in der die Helden der Bankskandale den ersten Platz innehaben. In Deutschland wie in Desterreich rüstet die Bourgeoisie zum entscheidenden Schlage gegen die soziale Gesetzgebung. Die Herren vom Langnam- Verein und die von der Alpine- Montan erachten ihre Stunde für gekommen. Die Söldner, die ihre Schuldigkeit getan haben, werden den Fußtritt erhalten, den sie verdienen, aber im Rausche ihrer Wahlsiege nicht erwartet haben. Und die Front wird schärfer gezogen zwischen den Lagern, die einander gegenüberstehen: die Ausbeuter auf der einen Seite, die um ihre Ordnung bangen, die Ausgebeuteten auf der anderen, die solcher Ordnung am längsten mit Geduld gegenüber gestanden sind. Vielleicht reift in dieser Krise nun doch eine Entscheidung heran, die über das Zwischenspiel Hitler" ( wie es kürzlich ein Buch nannte) hinweg reinen Tisch macht zwischen den alten Gegnern des Klassenkampfes. Vielleicht weist die blutige Spur, die Adolf Hitlers Heer zwischen Brenner und Belt zurückläßt, noch weiter, zu noch größeren Entscheidungen: Schon hat der schmierigste Pressesöldling der österreichischen Bourgeoisie die Barole ausgegeben: Beliefert Japan! Die Rüstungsindustrie hat ihre Finger in dem Spiel, dessen Arrangeur Hitler heißt, das wußten wir schon lange. Vielleicht werden früher als jener und wir glaubten, alle Karten aufgedeckt. Seien wir auf der Hut! Seien wir bereit! Nationale Hege und Sozialdemokratic. Wir haben am Freitag in einem Leitaufsatz darauf hingewiesen, das von tschechisch- bürgerlicher Seite gegenwärtig versucht wird, eine nationale Hehe zu meinden als sehr hart empfunden. Was würde wohl der„ Venkov" dazu sagen, wenn kleine Denken. Große Verluste beim Wiener Bankverein. Da die Bank mit diesem Kapital nicht weiter existieren könnte, hat sie getrachtet, neues Ra tschechische Landgemeinden, in denen kein Mensch Die Vertreter der christlichsozialen Partei pital zu bekommen, und hat tatsächlich 23 ordentlich deutsch versteht, deutsche Zuschriften auch verstehen es meisterhaft, die Arbeitslosen zu täu- Millionen Schilling erhalten; 13 davon von deutsch beantworten müßten. Das wäre natürlich schen. Es gibt auch einige führende Männer einem ausländischen Konsortium unter Führung ein Skandal, aber daß in kleinen deutschen Dörfern dieser Partei, die den Arbeitslosen allerhand zweier belgischer Banken und der deutschen Dis der Vorsteher unbedingt auch tschechisch können Schmeicheleien sagen. Wie aber im allgemeinen fontogesellschaft, 10 Millionen von einem österreisoll, erscheint dem„ Benkov" nur als recht und in dieser Partei über die Not der Arbeitslosen chischen Konsortium unter Führung der Nationalbant. Das Aktienkapital beträgt jetzt wieder 45 billig, sozusagen als selbstverständlich. Statt die gedacht wird, konnte, so schreibt der„ Volkswille", Millionen, die Reserven 5 Millionen, womit die Sprachenfrage bei den Selbstverwaltungskörpern vor einigen Tagen in Eger konstatiert werden. ein wenig vom Standpunkte der Vernunft zu ben einer Kommissionssizung wurde über die Weiterexistenz der Bank gesichert zu sein scheint. trachten, schwingt sich der„ Venkov" nur zu einer Notlage der Arbeitslosen gesprochen. Ohne beleinen besnotiz gegen die deutschen sonderen Anlaß zog die Frau Werner, christSelbstverwaltungsförper auf. Leider ist man lichsoziales Stadtvertretungsmitglied der Stadt an folche Dinge schon allzu sehr ge- Eger, gegen die Arbeitslosen los. Sie erklärte: Es ist gar nicht so schlimm; die Arbeitslosen hätten schon Arbeit, aber sie wollen gar nicht arbeiten." to öhnt." " Ein französischer Versuchsballon. Herabsehung der Reparationen um ein Drittel? Paris, 28. Mai.( Havas.) Die ,, Revue de Da hat die Landpost" einmal ausnahms Paris" vom 1. Juni wird einen Artikel des Vorsitzenden des Außenausschusses Berenger zunt weise recht. Es fragt sich nur, warum die Landbündler mit resignierten Bemerkungen darüber bündler mit refignierten Wie mag diese Vertreterin einer Partei, die Abdruck bringen, in welchem der Vorschlag gehinweggleiten, wenn Svehlas Programmwort vorgibt, die Interessen der Armen und Not- macht wird, daß die Lausanner Konferenz jämtvon Gleichen unter Gleichen" von der Partei leidenden zu vertreten, diese ihre Ansicht bezügliche durch die Haager Abkommen festgesetzten Svehlas solchermaßen interpretiert wird. Wir lich der Arbeitslosen wohl begründen? Die Ar Zahlungen um ein Drittel herabsetze. Wenn die hörten doch einmal aus agrarischem Führer- beitslosen sollen sich den Ausspruch einer christ- das Deutsche Reich allzu drückend wären, dann dann verbleibenden Zahlungsverpflichtungen für munde das stolze Wort, die beiden Bauern lichsozialen Stadtvertreterin merken. bestände noch die Möglichkeit, ein Morato parteien seien die Achse der nationalen Zusam Die landwirtschaftlichen Kredite. Das rium für jenen Teil der Annuitäten zu erklären, menarbeit in diesem Staate.... Právo Lidu" veröffentlicht einige Details die die Zahlungen von Europa nach Amerika aus der Vorlage über die landwirtschaftlichen betreffen, und nur zwei Drittel des unaufschiebentfachen. Das„ Pravo Lidu" tommt in seiner Rektorswahl unter Hakenkreuz- Seredite, die am Freitag von den politischen baren Teiles, d. i. 400 Millionen Goldmart, aufterror. gestrigen Ausgabe auf diesen Artikel zu sprechen Ministern fertiggestellt wurde, Die Vorlage be- rechtzuhalten. Wenn eine solche Lösung nicht den und spricht zu unseren Ausführungen seine vollstimmt, daß der Staat die Garantie für Stredite beabsichtigten Zwed erreichen würde, dann müßte fommene Zustimmung aus. Wir verzeichnen," Vorgestern wurde, wie wir im gestrigen an Landwirte bis zur Gesamthöhe von 250 Mil man zu einem allgemeinen Moratoschreibt das Blatt, die Stimme des Sozial Blatt kurz meldeten, der heurige Rektor der lionen übernimmt; er haftet jedoch in jedem Ein- rium für die Zeit eines oder mehrerer Jahre demokrat" als ein seltenes Dokument, welches deutschen Universität, Prof. San Nicolo, für zelfalle mur bis zu 75 Prozent, während den greifen. Ein fünfjähriges Moratorium wäre das zur Frage der Verantwortlichkeit für nationali- das nächste Studienjahr wiedergewählt. Die Wahl eventuell diesen Betrag übersteigenden Verlust kleinste Uebel. stische Heßereien beitragen kann. Denn besonders eines Rektors ist durchaus kein so bedeutsames jenes Geldinstitut zu tragen hat, das den Kredit Berenger erinnert daran, daß ein Mißjekt vor dem Sokolkongreß sind alle Versuche, Ereignis, wie der jeweils Gewählte vielleicht gewährt. Eine eigene Kommission, in der auch erfolg der Konferenz die faktische Verletzung der einen nationalen Kampf zu entfachen, geradezu anzunehmen geneigt ist, so daß wir ihm weiter das Finanzministerium vertreten sein wird, wird Haager Abkommen zur Folge hätte, die Sankverbrecherisch. Dessen sollte sich auch der Ben- keine Beachtung geschenkt hätten, wenn es dies die Verhältnisse jedes Kreditbewerbers über- fionen festgesetzt haben, denen zufolge im foo" bewußt sein. Wir freuen uns, daß in dieser mal nicht den Anschein hätte, daß bei der Wahl prüfen und über die Bewilligung des Kredites Rahmen des Völkerbundpaktes das Gläubigerland Frage die Auffassungen der tschechischen und besondere Umstände mitspielten. Im Studien- entscheiden. Die Vorlage soll bis Ende 1933 oder seine Handlungsfreiheit gegenüber dem Schulddeutschen Sozialdemokratie übereinstimmen. jahr 1932 33 follte ein Mitglied der philo. Mitte 1933 terminiert sein. Ueber die Bedeckung ner wiedererlangt. 22 Schidfale hinter Schreibmaschinen. Von Christa Anita Brüd. Und einmal springt sie auf, reckt in sehnender Kraft die Arme, entschlußbereit. Ihre jungen Brüste straffen sich unter dem Kattun. ,, Man müßte etwas haben," sagt sie mit verdunkelrez Stimme und läßt den Kopf hintenübersinken, ,, etwas, worüber man alles vergißt, den ganzen Dred, die ganze Gemeinheit. Man müßte glück lich sein, nichts weiter, nur glücklich." Nun weiß ich genau, daß sie es gewesen ift, neulich im Torweg mit dem Soldaten. * Die einzige Arbeit, die Lichte sich vorbehält, ist die Führung der Bücher. Niemals gewährt er mir Einblick. Ich habe Postvollmacht und nehme die Bareingänge entgegen. Vereinzelte Kunden bringen die Leihmiete persönlich. Da sie uns alle vier nun schon lange kennen, so liefern sie Walter oder Martha Tübel das Geld ab, wenn ich gerade nicht anwesend bin. Bei den Königsberger Theatern, mit denen mir langsam auch ins Geschäft gekommen sind, geht Mar tassieren. Er bringt auch meistens unser Geld zur Bank. Ich weiß nicht, ob Lichte stets die Quittung kontrolliert. Er ist oft sehr fahrig. für der unregelmäßigen Privatentnahmen nie. I zwanzig, ohne es gleich zu notieren. Aber wo| Gang, verrät mir die gramvolle Entschlossenheit Es wäre denkbar, daß er zweihundert Mark ent- man dreihundertfünfzig Mark läßt, daß weiß ihres Mundes: das Mädchen ist schwanger. nommen und nicht verbucht hat. Aus diesem man doch." Sie sieht mich an und weiß mein Entsetzen Grunde ist er mit seinen Aeußerungen zurückzu deuten. haltend. Mit einem leidvoll wissenden, unmerklichen Nicken bestätigt sie meinen Verdacht. Mar soll die Quittungen vom ganzen Jahr durchsehen. Ich blicke auf seine Hände. Sie sind vollkommen ruhig. Lichte denkt, daß es nichts schaden kann, wenn er einmal einen richtigen Abschluß macht. Dabei ergibt sich eine Bankdifferenz von hundert fünfzig Mart. Ein umgehend angeforderter Kontoauszug zeigt dasselbe Bild. Vor drei Wochen ist ein Ausgang auf Rassenkonto notiert, der im Quittungsbuche nicht auftaucht. ,, Können Sie sich darauf besinnen, May?" Ich weiß von keinen hundertfünfzig Mart." „ Aber Mensch, feiner außer Ihnen bringt Geld zur Bank." NO Haben Sie das Geld verloren?" sett er das Verhör fort. ,, Nein." ,, Kerl, sagen Sie hier nicht so seelenruhig nein. Sie stehen im Verdacht, das Geld unter schlagen zu haben." Ich hab' nichts genommen." " Dann sagen Sie mir in Dreiteufelsnamen, wo soll es geblieben sein?" Mark." Ich befinne mich auf keine hundertfünfzig Max fährt in seiner Arbeit fort. Er schreibt mit ruhiger Hand Vormerkscheine aus. Fräulein Brückner, bitte, kommen Sie in mein Zimmer." Ich bin wie vom Blitz getroffen. Kaum höre ich Lichtes herrische Fragen. Kaum fasse ich den Sinn ihrer ruhigen Antworten. Ste steht, als schaue sie nur nach innen. Als gäbe es nichts auf der Welt, das Bedeutung hätte neben diesem. ,, Nein, Max säße immer zu Haus. Er hätte sich nichts gekauft seit langem. Den guten Anzug, den er Sonntags trüge, hätte der Vater bezahlt. Und den älteren Bruder hätte er gestern erst noch um abgelegte Schlipse gefragt. Nur böse Sehen Sie sich," sagte er dort. Wie den überdächte, könnte man schon auf den Gedanken dort. ,, Wie wär' er in letzter Zeit. Und wenn man alles fen Sie über diesen Fall?" kommen, daß er es getan hätte! ,, Max ist vollkommen ruhig." Was sie damit meine, wenn man alles ,, Aber er muß es genommen haben. Es überdenke? unterliegt keinem Zweifel, obgleich ich mir ein- ,, Nun", sagte sie, so das Ganze hier. Frü fach nicht vorstellen kann, daß der Bengel so ab- her, da hat man genau gewußt, das darf man gebrüht ist." tun und das darf man nicht tun... wer arbeiIch möchte jetzt gern von Pieffe reden. tet, der kriegt sein Geld... und wer nicht ar Bieffe steht mir sehr lebhaft vor Augen. beitet, der muß hungern... wer stiehlt, der Herr Lichte, ich sagte schon einmal, der kommt ins Gefängnis und wer lügt, dem unge ist in Gefahr. Man sollte immer beden- geht es schlecht... Jetzt denkt man, vielleicht ist doch alles erlaubt und es gibt keine Strafe." ,, Wenn ich was gefriegt habe, hab' ichs auch hingebracht. Und wenn ichs hingebracht habe, dann muß es im Buche drin stehen." Aber es steht nicht im Buch. Hier, sehen Sie sichs an. Hier ist das Quittungsbuh. Hier ist mein Suficnbuch. Ich bin doch kein Idiot, verflucht noch mal, daß ich einschreibe hundertfünfzig Mart per Bank" und das Geld in memer Raffe liegen loffe. zum mindesten müßte ich es zusammen mit den Telephongebühren über dreihundertfünfzig ten, welches Beispiel man andern Menschen gibt." Mark zuviel haben." hat. Das weiß ich dann nicht," sagt Max. ,, Das ist eine Frechheit, was Sie da sagen. Er hat aufmerksam in die Bücher gesehen Fräulein Tübel soll reinkommen." und hebt nun den Blick, diesen treuherzigen, Martha fommt rein. Ich erschrecke, wie ich versonnenen Knabenblick voller Schwere. sie sehe. ,, Verstehen Sie das, Fräulein Brüdner?" Einen Herzschlag lang streift mich der Gedanke: sie hat das Geld. Kein Mensch weiß, wer die letzte Gebührenrechnung für den Fernsprecher bezahlt hat. hat. Walter bestreitet es. May will auch nicht geschickt worden sein. Lichte hat in seinem Kassabuch die zweihundertdreizehn Mark als bezahlt notiert. Aber das Telegraphenamt mahnt den Betrag und droht, den Apparat zu sperren.„ Vielleicht haben Sie irgendwelche EntMerkwürdigerweise ist nirgends eine Quittung zu nahmen nicht genau verbucht." Seiner Buchfühfinden, ebensowenig weist die Kasse einen Mehr- rung traue ich gar nicht. betrag auf. Diese Tatsache befagt allerdings nicht ,, Aber ich bitte Sie, dreihundertfünfzig allzuviel, denn Lichtes Kasse stimmt bei der Will-| Mark! Ich entnehme wohl mal zehn Mark oder Sie murmelt nur noch. Aber zu uns kommt sie immer, die Strafe", flüstert sie tonlos. Ich springe hinzu. Ihre Lippen find blutlos. ,, Wenn das kein Geständnis ist?" saat Lichte. Max sieht nicht auf, als ich die Schwester Aber ein, ihr Gram ist anderer Art. Ich bringe. erkenne ihn visionär. Ihre Züge sind seltsam Er zerrt an einem Stück Bindfaden. Weiß verschoben, das Gesicht bräunlich geflect. Mehr springen die Knöchel seiner Hände vor Anstrenals die verbreiterte Taille, mehr als ihr schwerer gung hervor. ( Fortsetzung folgt.) Nr. 127. Sonntag, 29. Mai 1932. Der Kongreß der Freien Gewerkschaften. Eröffnung und Begrüßungen. Eine Rede des Genossen Dr. Czech. Auffig, 28. Mai.( Eigenbericht.) Im festlich geschmüdten Saale des Aufsiger Volkshauses traten heute nachmittags die Delegierten des im Deutschen Gewerkschaftsbund vereinigten Verbände zum Vierten Gewerkschaftskongreß zufammen. Die Tagung wurde durch einen Bläserchor und durch ein weihevolles Lied der Arbeiterjänger feierlich eingeleitet. Begrüßungen. Seite 3 von den schweren Krijennotzuständen Klar vorgezeichnet sind und die zu gehen es ents schloffen ist. Wenn das Fürsorgeministerium dabei, wie in den zurückliegenden Jahren auf eine harmo ten sprach Genosse de la Bella. Im Namen nische Mitarbeit der Gewerkschaften der dänischen Gewerkschaften sprach Genosse rechnen kann, wird den Zielen, die Sie sich gesteckt haben, ein Erfolg beschieden sein. Partei und Gewerkschaften stehen zusammen! Brun. Namens der Gemeinsamen Landeszentrale sprach Genosse Tayerle, der in seinen Ausfüh= vungen betonte, daß die Gewerkschaften sich nicht Unsere Gewerkschaftsorganisationen müssen mit passiver Tattit im fapitalistischen WirtKampforganisationen bleiben. Sie waren bisher schaftssystem begnügen können, sondern auch Lassen Sie mich schließen, nicht ohne vorvon dem ernsten Willen beseelt, der Mitglieder schöpferisch an der wirtschaftlichen Neugestaltung her noch einmal namens der Partei versichert schaft in ihrer Not hilfreich zur Seite zu stehen, der Gesellschaft mitarbeiten müssen. Dabei sind zu haben, daß Sie bei Ihrer mühevollen Arfie find aber auch von dem ernsten Willen erfüllt, die Gewerkschaften fest davon überzeugt, daß beit und Ihren harten Kämpfen die Partei fich auf diesem Kongreß jene Grundlagen zu er nur die Methoden der Demokratie die Mensch- immer auf Ihrer Seite haben werden. Mag arbeiten, welche den gefunden Bestand der Ge- heit aus der derzeitigen Wirrnis herausführen was immer kommen, Partei und werkschaftsorganisationen sichern.( Starker Beifall.) fönnen. Das Bürgertum muß damit rechnen, Gewerkschaft müssen in den schweIm Namen der ZentralgewerkschaftskomEs folgte nun die Wahl des Präsi- daß entsprechend den Aenderungen des Wirt- ren Schicksalsstunden der Arbeiter mission entbot Abgeordneter Genosse Roscher diums, in welches als Vorsitzende die Genossen schaftslebens auch eine Aenderung der sozialen lasse immer näher, immer enger den Gästen des In- und Auslandes und den Roscher, Pohl und Kaufmann, als Rechte der Arbeiterflaffe eintreten muß und uns aneinanderrüden und ihre WafDelegierten einen herzlichen Willkommengruß. Schriftführer Grünzner jun., Marie' UI- stehen, so schloß Tayerle seine Ausführungen, fenbrüderschaft immer inniger Er begrüßte insbesondere die Abgesandten der bert und Andreas Dent gewählt werden. wichtige gemeinsame Aufgaben be- gestalten. In einem wunderbaren Worte, ausländischen Gewerkschaftszentralen. Es waren vor. Diese Aufgaben können wir nur in vollster das Viktor Adler an Anton Hueber richu. a. erschienen Vertreter der GewerkschaftsEinmütigkeit verwirklichen, indem wir der Re- tete, brachte er diesen Gedanken in packender zentrale Dänemark, Schweden, Ungarn, Holland, attion unsere geschlossene Abwehr entgegenstel- Weise zum Ausdruck. Die Partei," sagte er, Desterreich und ein Vertreter des BezirksausAls erster sprach Genosse Pölz I, Bürger- len und die Arbeiterklasse für die weitere Offen hat für die Gewerkschaften soviel getan, wie schusses Sachsen des Allgemeinen deutschen Ge- meister der Stadt Aussig. Für den schwedischen five ausrüsten und schließlich zum Siege führen. in keinem anderen Land- sie hat auch von den werkschaftsbundes. Auch das Internationale Ar- Gewerkschaftsbund begrüßte Bergmann Ge-( Beifall.) Für den Parteivorstand, für die Klubs Gewerkschaften soviel empfangen, wie in feinem beitsantt hatte einen Vertreter entsandt. Für die nosse Svitanics überbrachte der Tagung der Abgeordneten und Senatoren und für die anderen Lande. Partei und Gewerkschaft sind Gemeinsamen Landeszentralen waren die Genos- Grüße des Bundes der Freien Gewerkschaften Kultur- und Erziehungsorganisationen ergriff bei uns siamesische Zwillinge, dabei gibt es Unsen Tayerle und Viktora, für die Deutsche Desterreichs. Für die holländischen Gewerkschaf- dann Genosse Dr. Czech das Wort. jozialdemokratische Arbeiterpartei und die beiden Klubs die Genoffen Dr. Czech, Taub, Dr. Genosse Dr. Czech: Seller und Kremser erschienen, für den Wirtschaftsverband und für die GEC die Genossen Dietl und Lorenz, für die sozialistische Jugend Genosse Geißler, für den Arbeiterabstinentenbund Genosse Schneider, für Nicht bloß um einer Pflicht zu genügen, den Reichsverband der deutschen Krankenversiche- sondern aus eigenem tiefinnerſtem Bedürfnis rungsanstalten die Genossen Hadenberg und heraus bin ich diesmal zu Ihnen gekommen. Beutel, für die Arbeiterturner Gen. Storch, Die letzten Jahre haben mich weit über unsere für die Naturfreunde und Arbeitersänger Ge- bisherigen Jahrzehnte langer freundschaftlicher nosse Müller. Zusammenarbeit hinaus in das innigste VerhältGenosse Rosch er gedachte dann der Toten nis zu den Gewerkschaften gebracht, sie haben der Gewerkschaftsbewegung im In- und Aus- mich mitten in die Gewerkschaftsarbeit gestellt. lande und der Toten der Partei. Sodann führt Was ich hier an kameradschaftlicher Treue, an Unsere Aufgaben in der Krise. Kampf nur auf den nächsten Augenblick einstellt und dabei die großen Probleme übersehen würde, von deren Lösung die weitere Gestaltung und endgültige Entscheidung ihres Schickfals abhängt. Hilfe den Arbeitslosen und den Arbeitenden! bequemlichkeiten, aber sie zu trennen, wäre eine lebensgefährliche Operation für beide. Diesen Sah möchte ich," schließt Viktor Adler ,,, teftamentarisch festlegen." Und dieses Testament wollen wir auch in unserem Herzen und Hirnen fortwirken lassen und es auch jenen, die nach uns fommen, und unsere Arbeit fortsetzen und zu einem siegreichen Abschluß bringen wollen, fostbarsten Talisman überantworten. Augenblicke besondere Bedeutung zukommt und Den Beratungen, denen gerade in diesent denen nicht nur die sozialistische Arbeiterklasse, als sondern auch die ganze Seffentlichkeit mit großem * Interesse entgegenblickt, wünsche ich vollen Erfolg. Ihre Tagung wird eine neue Etappe des Dabei soll absolut nicht gesagt sein, daß die Aufstieges der sozialistischen Arbeiterbewegung er aus, daß der Gewerkschaftskongres in einer hundertfältig bewiesener brüderlicher Solidarität Gewerkschaft im Kampfe gegen das heutige Wirt- unseres Landes anbahnen und damit die Arwirtschaftlich besonders schweren Zeit tagt.. Die erlebt und an anerkennenden und aufmuntern- schaftssystem ihre nächsten Aufgaben vergißt und beiterklasse unseres Landes um ein weiteres Stüd Wirtschaftskrise hat nicht nur die Wirtschaft den Worten empfangen habe, das hat mir in den vor allem ihrer Pflicht mit allen räf- zum Ziele heranführen. unferes Landes auf das tiefste erschüttert, son- bielen schweren Stunden meiner Wirksamkeit ten auf eine Verbesserung der In dieser Zuversicht entbieten Ihnen die dern hat auch die weltwirtschaftlichen Beziehun- starken Salt gegeben, das wird stets zu den schön- Lebens- und Arbeitsverhältnisse Bartei und die Kultur- und Erziehungsorganigen zerrissen. Die Weltwirtschaft gleicht einem sten Erinnerungen meines Lebens zählen. Hie- hinzuarbeiten, untreu werden soll, Friedhof. Wo immer wir hinblicken, stoßen wir für bitte ich Sie, meinen innigsten Dant ent- hinzuarbeiten, untreu werden soll, im fationen ihre freundschaftlichen Grüße.( fürGegenteil: Angesichts des schwierigen Notstandes mischer Beifall.) auf Massennot und verzweifelte Menschen, denen gegenzunehmen, den ich mit den herzlichsten der Arbeiter und Angestellten muß sie alle durch den Verlust des Arbeitsplatzes ihre Eri- Grüßen und Wünschen verbinde, die die Partei Kräfte anspornen, um die Leiden dieser arbeiten- Im Auftrage der Gewerkschaften und der stenzgrundlagen genommen wurden. und ihre parlamentarische Vertretung Ihnen den Schichten zu lindern, sie muß alles daran- Arbeiterorganisationen von Aussig überbrachte Wir stehen vor der betrüblichen Tatsache, durch mich übermittelt. bag die Krise noch nicht ihren Höhepunkt erreicht Es gibt wenige Länder, in denen ein fo fezen, um zu verhindern, daß die Bekämpfung Genosse Beutel herzliche Grüße, für den Wirtarbeiten schaftsverband und für die GEC. wünschte Geder Krise ausschließlich zu Lasten der hat. Wenn die verantwortlichen Staatsmänner inniges und herzliches Freundschafts- und Ver- den und wirtschaftlich schwächeren Schichten er- noffe Dietl dem Kongrez den besten Erfolg. den Bedürfnissen dieser ernsten Zeit nicht bald trauensverhältnis zwischen Partei und Gewerk- folgt. Sie muß sich allen Versuchen entgegen- Nur flares Denken und unbeirrbarer Wille Rechnung tragen, dann muß dieser Zustand zum schaft besteht. Auf dem gleichen heißen Kampf- ftellen, die darauf abzielen, der Arbeiterschaft die wird die Arbeiterklasse zu ihrem Endziele führen. vollständigen Berfall einzelner Staaten füh- boden geboren, aus einer gemeinsamen Welt- mit großen Opfern erzielten Errungenschaften Als letzter Redner sprach der Vertreter des Inten und der Wirtschaftszusammenbruch eines anschauung und Tradition erwachsen, von dem zu entreißen. ternationalen Arbeitsamtes, Herr Sulit, der oder mehrerer Staaten wird bei der feinen Ver Bewußtsein unzertrennlicher Kampf- und SchidSie muß gerade wegen des Krisennot- die große Bedeutung der Freien Gewerkschaften astelung der wirtschaftlichen Beziehungen der falsgemeinschaft erfüllt, streben Partei und standes alles, was in ihrer Macht liegt, auf- für den sozialpolitischen Fortschritt betonte. Staaten zueinander auch weitere Länder mit in Gewerkschaft dem gleichen Ziele zu, der Verwirkbieten, um durch den Kampf um die Fort- Der Vorsitzende Roscher danfte allen lichung des Sozialismus durch Ueberwindung den Abgrund reißen. führung der Sozialpolitik, die von der Krise Gästen für die herzlichen. Worte der Begrüßung. der tapitalistischen Wirtschaftsformen und durch Nicht durch Lohnabbau, nicht durch Fehl- Aufrichtung einer nach sozialistischen Gesichtsgetroffenen Familien vor Unterernährung Sodann wurde auf Vorschlag des Genossen rationalisierung tann eine Gesundung der punkten aufgebauten Wirtschaft. Weder die Parund deren Kinder vor der unausbleiblichen Macoun eine siebzehngliedrige Antragsprü Wirtschaft herbeigeführt werden. Die Wirt tei allein, noch auch die Gewerkschaften für sich Degenerierung zu bewahren. Bei dieser Auf- fungstommiffion gewählt, ferner die Mandatsschaft kann nur saniert werden, wenn die Be- vermögen dieses Ziel zu erreichen und diese gegabe tönnen Sie mit der Hilfsbereitschaft des prüfungskommission. Die Verhandlungen wur triebe wieder geöffnet und wenn die arbeiten waltige Aufgabe zu meistern, sie können sie nur Fürsorgeministeriums rechnen, dessen Wege den sodann auf Sonntag vertagi. den Menschen wieder in den Genuß eines aus in Gemeinsamkeit bewältigen und dies nur durch reichenden Arbeitsverdienstes gefeßt werden innigsten Zusammenschluß, nur durch restlose und die Möglichkeit wieder erlangen, Waren zu Einheit und Geschlossenheit, durch volles Zusam Taufen. Die von Menschengeist erfundenen menspiel ihrer Kräfte, durch ein volles JneinMaschinen sind wahre Wunderwerke der Tech- anderfließen ihres Kampfes- und Machtwillens. nit, während wir auf der anderen Seite fehen, Dies auszusprechen ist mir in den Augenblick ein daß die Technik der Warenverteilung Bedürfnis, in dem wir vor die schwierigsten an die Konsumenten vor dem vollständigen und verantwortungsvollsten Aufgaben gestellt Bankrott steht. Wir müssen es immer wieder sind und in dem es auf unsere vollste Bereit dieſes alten Sprichwortes mußten bergangenen lassungsflage der Welt am Monhinausschreien, daß der Mittwoch die kommunistischen Abgeordneten des tag" gegen Adolf Hitler verhandelt. der Alleinschuldige an der Not der Arbeiter ist. Eine schwere Krise greift an die Wurzeln und Preußenlandtages am eigenen Leibe erfahren. Die Klage richtet sich gegen Hitler, ferner gegen Bon dieser Erkenntnis ausgehend, lassen sich auch die Gewerkschaften leiten bei allen ihren Kämpfen, und sie verfolgen den Zwed, den Kapitalismus mittelbar und unmittelbar zu treffen. Vor einigen Tagen hat der Zentralverband tschecholomatischer Industrieller seine Generalversammlung abgehalten. Fundamente unserer Wirtschaft. Der Kapitalismus am Ende! Der Hauptfcind ist die Sozialdemokratic" oder Nachklänge zum Volksentscheld. Undank ist der Welt Lohn. Die Wahrheit sehr Die Schlemmereien der Nazis vor Gericht. Hitler geklagt. Vor der Zivilfammer des Berliner Landgerichtes I murde am Freitag die UnterZeitgenossen in Erinnerung gebracht werden, daß be Is und den Herausgeber eines Flugblattes die Kommunisten und Hakenkreuzler, die einbom " Glosse geknüpft worden, daß man hier sehe, wie ander im Landtag fürchterlich verprügelten, vor und geht dahin, daß unterlassen wird, die Bedreiviertel Jahren noch einträchtig beim Bolts- hauptung als Lüge zu bezeichnen, die die Welt entscheid gegen die sozialdemokratisch geführte am Montag" über die Hotelrechnung Hitlers Ratlos und mit verschränkten Armen Breußenregierung aufmarschierten. Damals schlof- bei seinem Aufenthalt in Berkin aufgestellt hat. stehen die einst so stolzen kapitalistischen Wirt- sen sich die Kommunisten mit fliegenden Fahnen Der Vertreter der Klägerin, R. A. Pröll, Das Ergebnis dieser Generalversammlung hat schaftsführer da, ausweglos liegt das kapitali- der Aktion Sitlers und Hugenbergs zur erklärte, die Welt am Montag" habe eine Rech uns den Beweis erbracht, daß die Herren der stische Wirtschaftssystem vor uns und harrt, vorzeitigen Auflösung des preußischen Landtages nung des Hotels Kaiserhof in Berlin veröffentjezigen Situation vollständig ratlos diefer da sein Schicksal besiegelt ist, der Ablösung an. Nun ist mit einiger Verspätung am 24. licht, aus der hervorgehe, daß Hitler mit Situation gegenüberstehen. durch ein gerechteres. Außer denen, die durch April der kommunistische Wunschtraum erfüllt seinem engsten Stabe 4048 Mart für Der Vorsitzende der Versammlung, Dr. Preiß, die Kenntnis der Wirtschaftsgeseße und Wirt- worden. Die demokratische Mehrheit des Land- 12 3 i m mer und Verpflegung in 10 bat, nach den Berichten der bürgerlichen Presse, schaftszusammenhänge nicht beschwert sind, tages wurde zur Minderheit, die National- Tagen verbraucht habe. Daran sei die ernste Worte über die Lage unserer Wirtschaft gibt es niemanden mehr, der seine Hoffnung sozialisten sind die stärkste Partei und siehe: auf eine neue Wiedergeburt des kapitalistischen gesprochen und er hat erklärt, daß eine Besserung Die Hakenkreuzler statteten den bolschewis der Führer einer Partei, die Sparsamkeit in Wirtschaftssystems zu sehen bereit wäre, in für unsere Wirtschaftslage nur zu erwarten ist, wenn stischen Bundesgenossen vorjährigen allen öffentlichen Dingen auf ihr Programm welcher Form und in welchem Gewand auch sich Deutschland und Frankreich verständigen. Kein Bollsentscheid den Dank in sehr handgreif- gesetzt habe, selbst einen verhältnismäßig hohen immer es in Erscheinung treten möge. lichen Formen ab. Aufwand treibe. Die Veröffentlichung sei von Wort wurde auf dieser Tagung darüber gesprochen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um den Im Gegenteil; es wissen alle, die in den Die Uebertragung der hakenkreuzlerischen der nationalsozialistischen Preffe dementiert und Krisenzustand zu lockern, um den Arbeitslosen wieder Tiefen des Gesellschafts- und Wirtschaftspro- Strolchmanieren auf parlamentarischen Boden ist die Klägerin als Lügnerin bezeichnet worden. Arbeit zu geben, fein Wort wurde gesprochen über zesses zu schürfen verstehen, daß es im Rahmen eine Weltschande für das deutsche Volk und kann Er, der Anwalt, habe Beweis dafür angetreten, die Verkürzung der Arbeitszeit, fein Wort gegen der tapitalistischen Wirtschaft und ganz beson- nicht scharf genug gebrandmarkt werden. Es ist das tatsächlich Hitler mit seinem Stabe in der Sohnabbau, fein Wort für die Hebung der Konsum ders mit kapitalistischen Mitteln und Methoden aber gleichzeitig mehr als blamabel für die kom- angegebenen Zeit in Luxuszimmern und nicht im fähigkeit der arbeitenden Menschen. Die Herren keine Lösung der Wirtschaftsnot gibt und daß munistische Partei, die stets an die Gewalt appel- vierten Stod gewohnt habe. Er habe außerdem haben nur geredet, um ihre Ratlosig uns daher nur die vollständige Ausschaltung des liert hat, daß ihre Vertreter als erste der fasci- Zeugen genannt, die aus eigener Beobachtung die feit zu bemänteln. fapitalistischen Wirtschaftsmechanismus, nur eine stischen Gewalt weichen mußten. Wir sind neu- Richtigteit bes Rechnungsbetrages planmäßige Organisierung der Produktionskräfte gierig, ob die reichsdeutschen Bolschewiken auch bekunden könnten. Daß Hitler einen derartig nach dem Bedarf der Menschen, kurzum nur die nach diesen Erfahrungen mit den Bundesgenossen hohen Betrag für sich selbst verbraucht habe, sei Organisierung der Welt im Sinne des Sozialis- von rechts ihre blödsinnige Parole:„ Die Sozial- von der Welt am Montag" nie behauptet worWir werden auch der Regierung sagen, daß zahl- mus vor dem weiteren Verfall der Wirtschaft demokratie ist der Hauptfeind!" aufrechterhalten den. Adolf Hitler habe zwar in einer eidesstattreiche Verbände am Ende ihrer finanziellen Kräfte und einer weiteren Verelendung der arbeitenden werden. Sollten sie aus den traurigen Vor- lichen Versicherung erklärt, er habe wegen der find, wir müssen verlangen, daß der Staat mehr als Schichten zu retten vermag. Darum müssen wir fällen im Preußen- Landtag die Lehre ziehen, daß Behauptung der Welt am Montag" Klage erbisher feine Pflicht gegenüber den Arbeitslosen und unsere Blicke bei der Arbeit des Alltags immer auch ihr Hauptfeind der Hakenkreuz- Fascismus hoben. Diese Klage sei aber tatsächlich niegegenüber den Gewerkschaften, welche die Träger der auf das große Ziel gerichtet und darauf jede ist, dann hätten die hakenkreuzlerischen Prügel- mals eingereicht worden. Darum babe helden nur eine Anzahlung auf die Prügel ge- die Welt am Montag" ihrerseits Hitler verklagt, Arbeitslosenfürsorge sind, erfüllt. Es ist aber nicht unserer Entscheidungen eingestellt sein. Wehe der Arbeiterklasse, die in solchen leistet, die sie von einer geschlossenen deutschen damit die Angelegenheit durch die ordentlichen nur die Aufgabe unserer Gewerkschaften, Arbeits Augenblicken verzettelnd ihre Arbeit und ihren Arbeiterklasse erhalten werden. Gerichte geprüft werde. lofenunterstüßungen auszuzahlen. Wir wollen aber auch aussprechen, daß die Arbeiterschaft nicht länger zuwarten fann, weil fie ein weiteres zuwarten nicht mehr erträgt. Seite 4 Sonntag, 29. Mai 1932. Nr. 127. Bilder aus einer Hochburg der Nazis. 1. Nebenstehendes Bild zeigt das Spital der von den Nazis verwalteten Stadt Fulnek. In Fulnel( Mähren) ist seit Jahren der nationalsozialistische Abgeordnete Schubert Bürgermeister. Seit dem Jahre 1919 sind dori die deutschen Nationalsozialisten die stärkste Partei in der Gemeindevertretung! Unter 30 Gemeindevertre tern gibt es in Fulnek 15 Nationalsozialisten! In dieser elenden Bude, die noch heute voll belegt ist, sollen Kranke gesund werden! So sorgen die Nazis, dort wo sie herrschen, für die Kranken! Tagesneuigkeiten ( Wird fortgesetzt.) Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen Montag. Brag: 11: Schallplatten, 13.35: Schallplatten, 18.25: Deutsche Sendung: Prof. Dr. Wenz! Benzin und Spiritus, 19: Tschechische Lieder, 21 Stonzert, 21.30: Klavierkonzert. Brünn: 18.25 Deutsche Sendung: Sachs: Das Kälberbrüte 20.45: Lagt uns modern bauen und wohnen. Berlin: 16.50: Lieder von Hugo Wolf. Hamburg 19.20: Grieg- Konzert. Königsberg: 20.20: A italienische Mufit. München: 19.25: Chorgesan 19.55: Stammermusit. Wien: 16.40: Orcheste fonzert, 19.30: Der Freischütz, Oper von Wer Dienstag: Prag: 6.15 Gymnastit. 13.30 Schallplatten. 18.1. Arbeiterattualitäten. 18.25 Deutsche Sendung: Wesendond- Lieder von Wagner. 19.25 Lieder, 19.45 Oboe- Vorträge. 20.00 Konsert, 21.00 Orchesterton zert. Brünn: 12.30 Orchestertongert. 18.25 Deutsche Sendung: Dr. Subat: Mieterschutz und Baubeitrag. Berlin: 18.30 Populäres Orchester tonzert. Breslan: 21.10 Siegfried", Trauerspiel von Hebbel Königsberg: 19.00 Bunter Lieber ftrauß. Königswusterhausen: 21.50 Die Meisterfinger von Nürnberg", Oper von Wagner.- Langenberg: 20.30 Deutsche Volkslieder. Leipzig: 16.30 Orchesterkonzert. München: 19.35 Der Wild. schüt", Oper von Lorking. Wien: 18.35 A- capelle Konzert. liert mit ihm einen Mann, der ihr gerade in dieser Zeit fehlen wird und so schnell nicht zu erjeben ist. Kärnten fann nicht zahlen. Infolge der sin fenden Eingänge an Landessteuern und abgaben tann das Land Kärnten die Gebälter und Ben sich. So hat auch am Fronleichnamstag, an dem| springen und gegen diesen tätlich loszugehen. In fionen am 1. Juni nicht voll auszahlen. Die die Gläubigen mit frommen Gesängen hinter dem der Notwehr schlug Rinzel mit einem sich in der Priester von Altar zu Altar zogen, eine Mutter Nähe befindlichen Hackbeil auf Kraus ein und ihrem Leben ein Ende gesetzt. Die Arbeiterin traf ihn jo unglücklich am Stopfe, daß Kraus tot Ottilie Böhm in Grünlas, die infolge einer zusammenstürzte. Erkrankung arbeitsunfähig wurde, deren Mann niedrigen Bezüge von 200 Schilling für Ledige und 250 für Verheiratete werden voll, dagegen höhere Bezüge nur zu 50 Prozent ausbezahlt werden. Die Ueberweisung der zweiten Rat wird in den späteren Junitagen erfolgen.l Der tägliche Goldatenselbstmord. Das Landesmilitärkommando in Prag teilt mit: In der Nacht auf Samstag, den 28. d. M., seit langer Zeit arbeitslos ist und sich obendrein Zugsunfall im Wrschowißer Bahnhof. Sams Die Reichsbahn wirbt Kunden. Mittwoch, wurde im Walde bei Ropice in der Kladnoer in Spitalsbehandlung begeben mußte, verließ tag nach 16 Uhr stieß beim Auswechseln der den 1. Juni, treten die neuen Fahrpreisermäßi Gegend der Gefreite Karl Filip, zuständig Donnerstag früh ihre Wohnung, ohne wieder elektrischen Lokomotive mit der Dampflokomo- gungen der deutschen Reichsbahn in Kraft, und nach Rakovnik, dienstlich zugeteilt als Schreiber zurückzukehren. Alles Suchen nach ihr war ver- tive des Zuges Nr. 929 in der Station Wrscho- zwar werden die bisher gültigen Säße für beim Kommando des Trainregimentes in Prag, geblich und erst am Abend entdeckte ein Mann witz- Nusle die Dampflokomotive, wahrscheinlich Schnell- und Eilzugszuschläge um die Hälfte erhängt aufgefunden. Der Genannte hatte sich ihre Leiche im sogenannten Schafteich, in dem wegen Nichtfunktionierens der Bremsen, so start herabgesetzt. Eine besondere Verbilligung erfährt am Montag aus der Kaserne entfernt und war sie den Tod gesucht hatte. Die unglückliche Frau auf den vollbesetzten Personenzug, daß einiges der Sommerurlaubsverkehr. Bis zum seitdem vergeblich gesucht worden. In einem an hinterläßt drei Kinder, von denen das jüngste Sandgepäck in den ersten Waggons von den Ge- 15. Oftober 1932 werden die sogenannten einen Kameraden, einem Gefreiten, gerichteten erst sieben Wochen alt ist. pädsträgerneßen herabfiel. Es wurden fünf ,, Urlaubsfarten" mit 20prozentiger Ermäßigu Briefe verabschiedete sich Filip freundschaftlich Reisende leicht verletzt. Außerdem er- ausgegeben. von seinen Kameraden und Offizieren und deu tete an, daß der Grund seines freiwilligen Scheidens aus dem Leben ein Vorkommnis rein privaten, persönlichen Charakters sei, das nicht im Zusammenhang mit dem Militärdienst stehe. könnte Der Zuidersee- Damm vollendet. unter dest litten einige Reisende, die aus den Fenstern Eine Hinrichtung in Baden. Das Gnaden. schauten, Rizwunden am Kopfe. Sie wurden gesuch des zum Tode verurteilten Dienstknechtes Amsterdam, 28. Mai. Die Vollendung des dem Krankenhaus zur Behandlung zugeführt. Wiederrecht aus Freiſtett ist vom badischen Zuiderseeabschlußdeiches und damit die Trennung Die Ursache des Unfalles wird gründlich unter- Staatsministerium abgelehnt worden. Die Hin der Zuidersee von der Nordsee ist heute mittags fucht. richtung wird Montag, den 30. Mai, stattfinden. um 13 Uhr in der Nähe der Ortschaft Den Professor Herkner gestorben. In Berlin ist Dagegen wurde dem Gnadengesuch der Frau Die Firigkeit, mit der die Militärbehörden Dever bei der früheren Insel Wieringen erimmer berichten, daß der gemeldete Soldaten folgt. Zu dem historischen Akte war eine An- der Geheimrat Heinrich Hertuer, Professor der Schütt aus Freiſtett stattgegeben und das Todes selbstmord in keinerlei Zusammenhang mit dem zahl bekannter Persönlichkeiten erschienen, so der Volkswirtschaftslehre und der Staatswissenschaft urteil in lebenslängliches Zuchthaus umgewan Militärdienst stehe, ist zu auffallend, als daß Minister für öffentliche Arbeiten Rehmer und an der Universität Berlin, im Alter von 70 delt. Beide Verurteilten hatten im vorigen ihre eigentliche Ursache übersehen Ursache übersehen werden der frühere Ministerpräsident und bekannte abren gestorben. Herkner war durch lange Jahr die Schwiegermutter der Frau Schütt 3 Das große Jahre Vorsitzender des Vereins für Sozialpolitik bergiften versucht und, als dies mißlang. Wirtschaftspolitiker Dr. Colijn. Wert hatte fast elf Jahre in Anspruch genommen. und gehörte zu der sympathischen Generation 70jährige Frau im Bette erſtidt. deutscher Wissenschaftlicher, die mit Ernst und Die Frrsinnige in der Kirche. In et Das Rätsel um den„, Georges Philippar" Sotschlag im Braunauer Armenhaus huldigte und auch der Sache der Allgemeinheit ein Zwischenfall ereignet, der Eifer ihrem Fach oblog, strengster Objektivität Stirche in 2yon hat sich während der Messe Die Geretteten sagen aus. Wir erfahren erst jetzt die folgende schred- verbunden blieb. Herkner der judeten Gläubigen eine lebhafte Banik hervorrief. Eine hat sich vor Paris, 28. Mai. Gestern sind in Marseille liche Begebenheit: Samstag, den 21. Mai, fam deutscher Abstammung war junge Polin namens Wanda Walturat zog zu die ersten geretteten Schiffbrüchigen des durch gegen 8 Uhr abends der im Braunauer Armen- allem mit sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Beginn der Messe einen Revolver aus ihrer Brand vernichteten Dampfers" Georges Philip hause wohnende und vielfach als Leiermann be Fragen aus der Zeit des entstehenden Kapitalis Handtasche und bedrohte die Gläubigen, indem par" eingetroffen. Aus ihren Aussagen geht fannte Kinzel in seine Wohnung und wollte, mus beschäftigt. In seinem vor kurzem erit erfie unverständliche Drohungen hervorstieß. Als hervor, daß der Brand nicht von verbrecherischer wahrscheinlich im Bedürfnis, sich etwas Trint schienenen Beitrag zur Propyläentveltgeschichte die Polizei, die vom Pfarrer herbeigerufen wor Hand gelegt worden ist. Einige der Geretteten bares zu beschaffen, einen am Tisch stehenden zeigte er nicht nur großes soziales Verständnis, den war, die Polin festzunehmen versuchte, ent behaupten, daß die elektrischen Leitungen auf Raffeetopf wegnehmen. Diese Absicht war dem sondern erwies fich auch als ein objektiver Darmehr als zwanzig Revolverschüsse abgegeben. Die dem Schiffe fehlerhaft und Kurzschlüsse bereits mit Rinzl zusammenwohnenden Franz Kraussteller der Geschichte des Sozialismus und der spann sich eine regelrechte Schießerei. Es wurden vor der Katastrophe häufig gewesen seien. Der Anlaß genug, um von seiner Lagerstatt aufzu- Arbeiterbewegung. Die deutsche Wissenschaft ver- Gläubigen drängten sich zu den Ausgängen der Untersuchungsrichter in Marseille ersuchte einige gerettete Passagiere um ihre Zeugenaussage. Der Korrespondent des Matin" in Suez hatte eine Unterredung mit dem Kapitän des Georges Philippar", der jedoch auch weiterhin behauptet, daß die Ursachen des Brandes rätselhaft seien. New Yorts Bürgermeister nimmt Geldgeschenke. Schweres Unwetter im Egerland. Hagelschlag vernichtet die Ernte von 21 Gemeinden. Biljen, 28. Mai,( Eigenbericht.) Die| Bezirke Ta chau und Plan wurden in den letzten Jahren mehrmals von schweren Hagel wurden gegen 5000 Hektar Insgesamt betroffen und der Flurschaden wird mit sechs Millionen Kronen beziffert. schäden heimgesucht. In diesem Wetterwinkel Auch die größtenteils blühenden Obstbäumte wurhat am Donnerstag eine neue UnwetterfataSelbst für Amerika zu viel. strophe die Bevölkerung betroffen. Von Bayern New York, 28. Mai. In den Morgenblät- fommend, zog gegen 6 Uhr abend über die tern, die in den letzten Tagen über Bürgermei- Tachauer Grenzgemeinden ein Gewitter über den ster Walters Vernehmung vor dem von der Bezirk Plan. Staatslegislatur eingesetzten städtischen Untersuchungsausschuß mit größter Ausführlichkeit berichteten, werden Walkers Aussagen über die ihm von verschiedenen Seiten gemachten Geldgeschenke im Gesamtbetrage von einer Viertel- Million Bei verfinstertem Himmel ging ein trockener Hagelschauer nieder, der innerhalb zwanzig Minuten die blühenden Fluren in Eisfelder verwandelte. den kahlgefegt. Stirche, wobei mehrere Personen verlebt wurden. Erst nach einer langen Gegenivehr konnte die Bolin festgenommen werden. Es handelt sich, wie die polizeiliche Untersuchung ergeben hat, unt eine Geistesgestörte. Der gefährliche Subpentopf. Jns Hospital von Brescia wurden sechs Personen mit einer überaus gefährlichen Metallvergiftung eingeliefert. Sie befinden sich in Lebensgefahr. Es handelt sich um die Angehörigen einer Familie namens Bresciani, die die Unvorsichtigteit begangen hatte, eine Suppe die ganze Nacht über Unter den Geschädigten befinden sich viele in einem Kupfertopf stehen zu laffen, um fie arbeitslose Häusler, denen nun das tags darauf zu genießen. Als sich schwere Magen Brotgetreide für den kommenden Winter fehlt. trampje einstellten, ordnete der Arzt die sofortige Angesichts der zerdroschenen Wiesen und Klee Ueberführung ins Krankenhaus an. An dem Auf saaten herrscht Futtermittelmangel und fommen einiger der Schiverfranken wird ge es drohen vor allem bei dent Kleinlandwirten zweifelt. Notverkäufe an Vich. Die von der Bezirksbehörde Mord. Am Donnerstag wurde in einem eingeleitete ilfattion fonzentriert sich Wald bei Höchsten( Westfalen) von Waldarbeitern daher auf die Herbeischaffung von Saatgut zum die unter Tannennadeln verfteďte, teilweise ver weste Leiche der einundfünfzigjährigen Wittve Bon unserer Fraktion besuchte heute Abge- Martha Schur aus Hagen- Haspe gefunden. ordneter Genosse Jafsch das Unwettergebiet. Frau Schur wurde seit mehreren Wochen bere mißt. In der letzten Zeit hatte sie mehrere wird Heiratsanzeigen aufgegeben. Es len sammelten sich die Schlossen dezimeterhoch mutet, daß ihr Mörder, der sie durch diese an. Die Straßen boten ein winterliches Bild, Anzeigen fennengelernt haben mag, sie zu einem und noch am Freitag waren die Schloffen Spaziergang verlockt und umgebracht hat. Kurze Schwerer Sachschaden. stellenweise zu sehen. Das Unwetter beschädigte Zeit nachdem Frau Schur vermißt worden war, Aus Prachatiß wird uns geschrieben: die elektrischen Leitungen, so daß die Stadt in ist in ihrer Wohnung mit ihren Schlüffeln ein Ueber Prachatis und den südöstlichen Teil der der Nacht von Donnerstag auf Freitag ohne Einbruch verübt worden. Umgebung der Stadt ging Donnerstag abends Straßenbeleuchtung war. Am schwersten betrofTeilweise lagen die Schloßen 20 Zentimeter Teilweise lagen die Schloßen 20 Zentimeter Dollar äußerst fritisch behandelt. Gerald hoch und sie bedeckten die schattigen Stellen noch Tribune" schreibt in ihrem Leitartikel, Walfers zwei Tage nach dem Unglüd. In elf Gemeinden Erklärungen über seine Geldangelegenheiten des Planer Bezirkes wurde die Feldfrucht ganz muteten selbst seinen unentwegteſten Bewunde in zehn weiteren teilweise vernichtet. rern allzuviel Leichtgläubigkeit zu. Die demofratische Times" sagt, Walters Erklärungen feien nicht rühmlich für ihn, sie ließen ihn in einem höchst sonderbarem Licht erscheinen. Dafür wurde jedoch Herr Walker bei seinem vor kurzem erfolgten Besuch hierzulande entsprechend gefeiert. * Furchtbares Unwetter bei Brachatik. Wiederanbau und von Futtermitteln. * ber Der Stribrny- Prozeß vor dem Obersten Eine Mutter berübt Selbstmord aus Not. ein jo schweres Unwetter, verbunden mit Hagel- fen find die jest in dieser Gegend in Blüte Gerichtshof. Gegen das freisprechende Urteil im Die fürchterliche Not, die die Arbeitslosigkeit, schlag nieder, wie es hier schon seit geraumer stehenden Obstbäume, die zum großen Teil tahl- Prozeß gegen Stříbrny und Sichrovsky wegen je länger sie dauert, über ungezählte Familien Zeit nicht beobachtet wurde. Die Straßen der geschlagen sind. Der Boden ist mit abgeschlage- falscher Zeugenaussage hatte der Staatsanwalt die Die Berufungs bringt, läßt viele Menschen verzweifeln. Ohne Stadt waren in wenigen Minuten mit Schlossen nem Laub und Aesten bedeckt. Auch viele Sing- Richtigkeitsbeschwerde erhoben. Soffnung, sich wieder einmal ordentlich ernähren von Walnußgröße 10 bis 15 Zentimeter hoch be- vögel sind hiebei ums Leben gekommen. Die an- Berhandlung vor dem Obersten Gerichtshof wurde zu können, unfähig zum Betteln, werfen sie das bedt. Die Wiesen und Felder bildeten eine zu gebauten Felder sind verwüstet, die Gemüsegär nun dieser Tage für den 23. Juni und die folgenden Tage anberaumt. Leben, das ihnen nichts zu bieten vermag, von fammenhängende Eismasse. An abschüssigen Stel- ten müssen neu bestellt werden. Rr. 127. Elf Todesopfer eines Zyklons. Bei einem 3yklon, der in einer Zone von etwa 100 m. in der Nähe von Calikut im südlichen Teil Vorderindiens wütete, wurden 11 Personen getötet und großer Sachschaden angerichtet. Sonntag, 29. Mai 1932. der Glückliche, er saß an. seinem Radio apparat] größten Blödsinn reden konnten, wenn sie es nur und hörte sich 110 Stunden lang die Radiopro- ohne Unterbrechung und möglichst lang taten. Kürzgramme aller Welt an. 110 Stunden lang ohne ein- lich ist auch in England ein neuer Weltrekord im zuschlafen. Ob er allerdings nicht hinterher verrückt Billardspiel aufgestellt worden. Wieder war geworden ist, darüber verlautet zur Zeit noch nichts. es ein Australier, der diesen Rekord den Amerikanern Allmählich dringt der Rekordsinn auch nach gestohlen hat, der australische Billardberufsspieler Ungetreue Beamte. Bei der deutsch- amerilanischen Petroleum- Gesellschaft in Europa und die Engländer scheinen eine be- Nimbrun, Er hat hintereinander ohne Unterbrechung Samburg sind dieser Tage größere Unterschla- Sitten auch auf diesem Gebiete zu haben. Sie haben hat er seinen Vorgänger um mehr als 500 übersondere Leitung zur Nachahmung der amerikanischen nicht weniger als 3263 Karambolagen erzielt. Tamit gungen aufgedeckt worden, die sich auf etwa ebenfalls- noch dazu bei Regimentsfesten, Rede- boten, denn der Amerikaner Smith hatte bisher den 200.000 Mark belaufen dürften. Die Ermittlun gen ergaben, daß ein ungetreuer Angestellter wettbewerbe veranstaltet, wo die Leute zwar den Rekord mit 2742 Bällen inne. jeit sechs Jahren Unterschriften und Quittungen gefälscht hat. Außer dem Angestellten dürfte noch eine Anzahl anderer Personen, die nicht im Betriebe beschäftigt waren, an der Angelegenheit beteiligt sein. Durch einen Zufall ist man kürzlich in der Wiener israelitischen Kultusgemeinde auf große Unterschlagungen gestoßen, die von einem Beamten der Materialverwaltung namens Mag Bopper zum Schaden der Kultusgemeinde durch mehr als zehn Jahre fortlaufend verübt wurden. Die Schadenssumme, die noch nicht genau fest gestellt werden konnte, wird bis jetzt mit einem Betrag von ungefähr 150.000 Schilling an genommen. Eine Anzeige an die Behörden murde bisher noch nicht erstattet, da die Kultus gemeinde zuerst im eigenem Wirkungskreise den Umfang der Verfehlungen feststellen wollte. Der Wettlauf der Reforde. Der Erbsenkoller. Dauerklavierspieler. Weltrekord im Billardspiel. Der Es ist gut, eine Liste der amerikanischen Reforde von Zeit zu Zeit auch unserer Deffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen, da manche Leute befürchten, daß sie doch noch irgendeinen Reford vergessen haben, und damit die andern sich damit trösten können, daß wir noch nicht ganz so von allen guten Geistern berlassen sind, wie unsere amerikanischen Vorbilder. Also da hat kürzlich eine Dame den Rekord im Erbsenessen aufgestellt und zwar nicht nur im Erbsenessen in einer ganz natürlichen Form dieser Rekord ist schon Jahre alt. Nein, die Erbsen mußten mit einem Messer gegessen werden, das noch dazu in der Mitte einen so breiten Schlitz hatte, daß die Eröfen bequem hindurchrollen fonnten. Es gelang ihr, tros diejes tomplizierten Instruments binnen zehn Minuten eine ganz erfledliche Zahl der grünen Kugeln zu verschlingen, Auf einem Schornstein eines amerikanischen Wolkenkrazers hat ein Paar einen neuen Reford im Spitzentanz über zehn Stunden aufgestellt. Bolkswirtschaft und Gozialpolitik. Banken und Bantbeamte. Beamtenvertreter auf der Bebca- Generalversammlung. Wahrheiten für die Bankleitung. R. T. Unangenehme Haben Sie eine Freundin? Vom Seite 5 Sann zeigen Sie ihr vie ..Unzufriedene", fie wird dieses vorzügliche Frauenwochenblatt gern bestellen! Einzelpreis 60 Heller, in jeder Trafik erhältlich! Bierteljahrspreis mit Post: ausendung Kč 7.50. Verwaltung: Prag II., Nekazanka 18. Prager Rundfunk Die Böhmische Eskompiebank und Kreditanstalt| gange aus den Reihen der Beamtenschaft des Inin Prag hielt Freitag ihre Generalversammlung stitutes, bei, nach Aussagen der Bankleitung, dauDie Arbeitersendung brachte mit vollem Gelinab. Diese Gelegenheit benützten die Vertrauens- ernd zurückgehendem Geschäftsgange hat sich der Lei- gen die erste Arbeiterreportage des Genosmänner der Angestellten, um ihre Kritit an tungsapparat zu einer gigantischen und unge sen Volker Fritsch. Er führte uns in einen dem Institut und seinen verantwortlichen heuer teuren Maschinerie entwickelt. Wir wissen, Tiefbauschacht der Witkowiger Gewerkschaft. Durch Leitern vor aller Oeffentlichkeit vorzubringen. daß in den letzten 10 Jahren das Durchschnittsein- die Vortragsweise und Anwendung geschickt aufgeDer Hauptvertrauensmann der kommen des Herrn Direktor Feilchenfeld mit nommener Schallplatten erzeugte er die vollkommene Bebca- Beamten, Franz König, befaßte sich 1% Millionen Kronen, daß der Herren Direktoren Illusion wirklicher Gegenwart: wir hören die Läuteausführlich mit der Personalpolitik der Dr. Ziegler und Laudesmann mit je 1 Mil- signale, das Surren des Förderstuhls, die ArbeitsBank und erklärte zu dem Ausweis über die lion und das der Herren Direktoren Lob und geräusche, das Ohr beflügelt die Phantasie und Personalregie: Kantor mit% Millionen Kronen nicht zu hoch mehr, als selbst das Bild es vermöchte, fühlen wir Im Gewinn- und Verlustkonto werden die genannt erscheint. Hiezu kommen die für diese Funk- uns durch diese Darstellung in die dunkle Tiefe verpersönlichen Verwaltungsauslagen tionäre von der Bank bezahlten Steuern, setzt, verstehen wir das Furchtbare dieser Arbeit, mit K 63,820.248.30 ausgewiesen. Daran sind die die jährlich zirka 2 Millionen Kronen betragen. Zu erkennen wir, welchen besonderen Dant, welch bejon subalternen Angestellten nur mit einem diesen Einnahmen gesellen sich hohe Tantiemen dere Fürsorge die Gesellschaft diesen Helden der ArBetrage beteiligt, der wenig über die Hälfte und außerdem noch Sonderremunerationen beit schuldet. Die Arbeiterreportagen werden zum ausmacht. Dabei muß man aber sich vergegen- aus der Tätigkeit in den verschiedenen Aktien- wertvollsten Teil des Prager Sonderprogramms wer wärtigen, daß es sich bei den subalternen An- gesellschaften. Es wird wohl meine Behauptung den. Sie werden eine ungeheuer wichtige soziale gestellten die Bevollmächtigten bereits ein nicht widerlegt werden können, daß Herr Direktor Aufklärungsarbeit verrichten. Wir wünschen nur, gerechnet um 1086 Beamte und etwa 200 eilchenfeld als Verwaltungsrat der Poldi- daß sie ihrer Bedeutung entsprechend unterstützt und Stontisten, zusammen daher um eine Personen- hütte, der Prager Eisen A.-G. und der gewürdigt werden. So recht als Einleitung und anzahl von etwa 1300, handelt. Der Restbetrag Rönigshofer in guten Geschäftsjahren aus Vorbereitung zu dieser Sendung sprach am Sams repräsentiert fait zur Gänze die Bezüge der Funk- diesen drei Betrieben mehr als eine halbe Million tag Dr. G. Mannheimer über Peter Bezruč und tionäre, wobei wiederum zu berücksichtigen ist, daß sein Werk. Noch viel zu wenig kennen wir Deutschen eine crkledliche Anzahl von Prokuristen nur berdiesen wundervollen Menschen, der beides ist, ein hältnismäßig niedrig gehaltene Bezüge hat. Die vollendeter Lyriker von höchster Bildkraft des WorAnzahl der Funktionäre unter Einschluß der Protes und ein echter Dichter, dem sein Werk aus tiefturisten beträgt 153. stem Mitleiden mit dem Schmerz der gequälten Wesen erwächst. Aus dem Leid aber erhebt sich auch in großem Aufschwung die revolutionäre Stimmung, die nicht nur das Bestehende beklagt, sondern vorschreiten will zur Besserung des Uebels. Daß uns die deutsche Sendung das Wesen und Werk dieses Mannes nahebrachte, sei ihr aufrichtig gedankt. Trotzdem auch zu berücksichtigen ist, daß die Be züge der Beamtenschaft faum zur Erhaltung des Lebensstandards genügen, gibt die Direktion flar zu erkennen, daß sie sich mit Abbaugedanken trägt. Das Vorgehen der Direktion, besonders auch in der Frage des Pensionsnormales, hat unter der Beamtenschaft die größte Erregung und Erbitterung hervorgerufen. Wir werden uns gegen alle Auswirkungen der Personalpolitik unserer Bankleitung, durch welche die Interessen der Beamtenschaft geschädigt werden, energisch zur Wehr seen. Kronen Tantiemen bezogen hat. Diese Spigengehalte stehen im trassen Gegensaße zu der Verelendung der breiten Massen der Angestellten und Arbeiter, aber auch im Gegensaße zu den Spizenleistungen der betreffenden Funktionäre, die gegen die Krise und ihre verschiedenen Erschei nungen so gut wie kein Mittel gefunden haben. Ich stelle an die Generalversammlung die Aufforderung, nachstehende Fragen zu beantworten: Wie hoch waren in den legten 10 Jahren die bertragsmäßigen Bezüge der einzelnen leitenden Direktoren? Wie hoch waren ihre Tantiemen und Remunerationen? Eine hübsche Stunde war die stimmungsvolle Plauderei von Dr. Josef Mühlberger, Trautenau, über Wandertage in Griechenland. In seiner plastisch anschaulichen Schilderung ward grie über Natur und Kultur dieses einzigartigen Landes chische Landschaft wirklich lebendig, feine Gedanken waren eingeflochten und Schallplatten gaben einen Begriff von griechischer Volksmusit. Zweifelsohne hat dieser Vortrag lebendiger und tiefer in das WeAuch aus den Reihen der Aktionäre sen der griechischen Antike und Gegenwart geführt, Wie hoch waren ihre Einnahmen aus dem Titel ihrer Tätigkeit als Verwaltungs- und Aufsichtsräte in den einzelnen Industriebetrieben und wie hoch war der Betrag, der für diese leitenden Direktoren an Steuern bezahlt wurde? Einem australischen Rekordjäger ist es gelungen, in Sidney die Reforde eines Wieners und eines Amerifaners im Dauertlavierspielen zu brechen. Er hat 112 Stunden und 23 Minuten auf dem Klavier herumgehämmert. Damit hat er den Reford seines Vorgängers um volle 18 Minuten Der Sekretär des Verbandes der Bank- und überboten. Amerika wird sich das selbstverständlich Sparkassenbeamten, Genosse Waschat, nicht bieten lassen, daß Australien seine Rekorde überbietet und wird deshalb bald irgendjemand unterstrich die Ausführungen Königs. Auch er anderes starten zur Erlangung eines neuen Amerika wies auf das traffe Mißverhältnis, welches in wurden Stimmen der Kritik laut, die der Bank als es ein Monat Griechischunterricht am Gymnagehörigen Dauerklavierspiel- Rekordes. Viel auftren- der Anzahl der leitenden Funktionäre gegenüber leitung Protektionswirtschaft vor- fium vermag. Dies gibt uns die Bestätigung dafür, gender als das Klavierspielen scheint übrigens das der subalternen Beamtenschaft besteht, sowie das warfen und die allzuhohen Bezüge der daß wir ruhig auf das Bildungsprivileg der humaViolinspiel zu sein, denn hier liegt der Dauer- noch krassere Mizverhältnis, welches sich beim Funktionäre bemängelten. Der Präsident nistischen Mittelschule verzichten, daß wir ihren reford vorläufig bei 50 Stunden, aber man wird Vergleiche der Aufteilung der Regie zu Ungunsten der Bank, Dr. Wolf- Zdekauer, bezeichnete diese Schülern die zwedlose Plage mit den Verben auf Vorwürfe in seiner Antwort als ,, Undank- mi ersparen fönnen, ohne den notwendigen Zusam auch diesen Rekord schon noch verbessern, es wäre der Beamtenschaft ergibt. ja auch traurig auf der Welt bestellt, wenn sich nicht Ungefähr 30 Millionen werden an 6 geschäfts- barkeit"! Den bescheidenen Antrag Den bescheidenen Antrag eines menhang mit der Antike zu verlieren,- ja, daß endlich jemand finden würde, der nicht sechs Tage führende Direktoren der Bankleitung, an 6 weitere Aktionärs, 10 Prozent der eine halbe Mil- wir diesen Zusammenhang inniger und verständnisGeige spielen kann. Die Rederetorde stürzen Direktoren der Zentrale, an 19 Direktorenstellber- lion übersteigenden Funktionsbezüge einem Divi- voller herstellen können ohne den Grammatikdrill in Amerita alle Tage. Es ist deshalb kein Wunder, treter und Abteilungsdirektoren sowie an 122 Filial dendenfonds zuzuweisen, ließ er nicht zu. Die der Hauler und Schindler, mit Hilfe unserer Dichter wenn man allmählich auf diesem Gebiet des Rekord- direktoren und sonstige Oberbeamte ausbezahlt. Bei Aktionäre gehen heuer dividendenlos aus, den und aller Hilfsmittel modernen Unterrichts. problem umgedreht hat und den Mann gesucht hat, dauernd zurückgehender Anzahl der Arbeiter und Beamten droht man mit Abbau, alles, damit ein der am längsten zuhören kann. Herr Johnson heißt Angestellten in der Industrie, bei natürlichem Ab- paar Menschen in Reichtum leben können. Zwei Skizzen aus der Zeit Von Hans Honheiser. In zwei Kurzvorträge waren peinvoll zusammengedrängt ein außerordentlich interessanter Vortrag von Prof. Dr. Wilhelm Nonnenbruch, Prag, Es sieht aus, als ob sie im Zorne weinen Wie beiläufig legt er es zwischen ihr und sich auf über Rheumatismus, Herz und Gefäßwollte. Dann sie hebt mit einem unwilligen die Bant. Haftig springt sie auf und rennt wort- system, aus dem auch der Laie ganz neue Einsich Ruck den verschließenden Rock bis über die Knie: los den Parkweg hinunter. Der fremde Herr ist ein ten in das Wesen dieser so weit verbreiteten Krants ,, Da- nicht einmal das Knäuel Wolle kann wenig verdußt und sieht ihr, halb beschämt und heiten gewinnen konnte, und die durchaus praktisch ich mir kaufen, um mir den belehrenden Ausführungen von Dr. Otto Trenschmir den Strumpf zu halb belustigt nach. Närrische Urschel." Buttlar über Geldbeschaffung für neue stopfen." Und jetzt rinnen ihr wirklich ein paar TräUnd dann sieht er neben sich, wo er die Siedlungsbauten. Was ist das doch für ein Geldtasche hingelegt. nen über die Wangen. Ein Knäuel Stopfwolle. Sie sitzen zusammen auf einer sonnenbeschieenen Bant mitten im Part. Sie können beide noch nicht über die erste Hälfte der zwanzig sein, Er steht wortlos auf, dreht sich vor ihr aber ihr Gesicht ist ohne Lachen und wenn man ein Wort von ihnen erhalten will, muß man es stehend zurüd zu ihr und murmelt dann: „ Deck dich zu dort schaut einer her." wie mit Zangen ihrem Munde entreißen. Die Gesichter, besonders das der Frau, sehen verfal- Dann spuckt er aus. len aus und sind von scharfen halten durchzogen, die sie älter machen, als sie in Wahrheit sind. Aber Und sie mit einer bitteren Lache: Soll hersehn. Wird mir eh bald nichts mehr Leer. Unfug, mit so wertvoller Materie so verständnislos zu erfahren! Jedem dieser Vorträge hätte mindestens So eine Nummer!" Wie er sich gefaßt eine ungekürzte Sendehalbestunde gebührt; jener hat, rennt er hinter ihr her. Vor dem Parkaus- hätte sich ausführlicher über sein Thema verbreiten gang holt er sie ein. Dort steht ein Schußmann. und es so weiter in die Tiefe behandeln können, Dem erzählt er in raschen Worten das Erlebnis. dieser hätte langsamer sprechen und seine Zuhörer ,, Kommen Sie mit in die Wachstube!" die Notizen machen lassen können, ohne die seine Sie geht ein paar Schritte voraus. Ratschläge doch gleich wieder vergessen werden müsAuf der Wachstube wird geamtshandelt, pro- sen. Hat die Sendeleitung denn gar kein Verständ folliert. nis für solche Notwendigkeiten? Will sie die Wirkung ihrer Darbietungen absichtlich zerstören? Oder findet Da wird wenigstens der Tatbestand sicher- sie am Ende vor der Fülle des Vortrefflichen nicht gestellt daß sie wie eine Diebin vor dem mehr Raum für so gediegene Vorträge? Gern hät Sie legt die Rechte über ihre Augen, die sich Herrn hergerannt ist und seine dezidierte Be- ten wir. z. B. verzichtet auf den Balladenvor. trotzdem hat sie etwas Gewinnendes an sich, das übrig bleiben, als der Strich." nur vielleicht in empfindsamen Naturen TraurigDa zuckt er zusammen und ehe er sich befeit wedt. Das Fähnchen, das sie am Leibe hat, finnt, sitzt seine Hand flatschend in ihrem Geist rein und fleckenlos. Sein Mund ist verkniffen ficht. und die Hände, die unruhig auf seinen Knien liegen, sind mager und rauh. " Verflucht!" jagt er plöglich, ohne sie anzuSure!" fehen,„ der Sonnenschein macht das Hungern geschloffen haben. auch nicht vergnüglicher." Sie gibt ihm nichts zur Antwort und preßt nur die blutleeren Lippen fest aufeinander. Da fährt er, wie im Selbstgespräch fort: Raufbold- schäm dich!" Da hebt er entschlossen den Fuß und ist im nächsten Augenblick mit raschen Schritten von ihr fort. to Man durchsucht sie. Nichts. hauptung: Die Tasche ist weg. Nachdem noch das trag des H. Dir. Robert Volkner, dessen antikes Nationale des Zeugen aufgenommen ist, gehen sie beide ihrer Wege. Er wieder dem Park zu. Sie entgegengesetzt in die Stadt hinein. Bathos zwar bei Schiller und Münchhausen gut flingt, vor Goetheschen Versen aber ganz unmöglich wird, und dem ,, moderne" Balladen mit eben jenem Der Polizist schüttelt den Kopf hinter ihnen, Münchhausen und mit Agnes Miegel abgeschlossen Er schlägt mich, sagt sie sich, er schlägt mich. bevor er wieder auf seinen Posten geht. sind. Beide aber sind modern doch nur durch ihre " Das muß doch schließlich einmal anders Gott im Himmel! Dabei be- Der fremde Herr schlendert zurück nach der Zeitgenossenschaft, aber weder durch Form noch werden. Alle Fabriken stehen, und wo man auch Das noch dazu Bank, die er so eilig verlassen; die ihn so ent- durch Geist ihrer Dichtungen. Und bereitwillig veranfragt ich kenu das Achselzucken jetzt schon merkt sie's fast nicht, daß er sie allein gelassen. zichtet hätten wir auf das Chorkonzert des Nun bedeckt sie das Knie wieder mit ihrem täuscht hat. immer vorher. Zum Verrecken ist es." Im Niedersetzen legt er die Arme ausgebrei- Sängerbundes Holleschowitz, in dem wir ein ProKleid, zieht es vielleicht sorglicher herab, als sie tet auf die Lehne und wendet den Kopf ganz zu gramm der Vergangenheit, echte Liedertafelei, in gar es sonst für nötig hält. fällig zurück. nicht sehr hochstehender Ausführung( fehlende Da liegt eine braune Ledertasche im Grase. Stimmkultur der Sänger, mangelnde AusgeglichenVerstohlen, nun selbst wie ein Dieb blickt er heit der Stimmen) vorgesetzt erhielten. Wir verum sich und hebt die Tasche dann rasch auf und zichten, liebe Sendeleitung, auf diese Genüsse, und läßt sie heimlich in seine Brusttasche gleiten. So, wünschen, daß dem wirklich Wertvollen der gebühals ob er sie verstecken müßte. zuwendet, da sieht er, wie ihr Mund zuckt, wie sich die Lippen öffnen, als ob sie etwas sagen wollten, Aber sie bleibt still, daß er noch hinzusetzt: „ Das Abgewöhnen der Zigaretten ist leichter gegangen, als ich mir gedacht habe seitdem ch die paar Heller nicht mehr hab', die Sargnägel zu kaufen." Nach einer Weile drückenden Schweigens ftößt sie plößlich heraus:„ Nicht einmal mehr ordentlich waschen kann man sich, weil es nicht mehr auf Seife langt." Da steht ein Mann vor der Bank und nur leichthin den Hut lüstend, setzt er sich ohne weiters ziemlich fnapp neben sie. das ,, Das war ein Rohling." Sie antwortet nichts, zieht nur noch einmal Kleid über das Knie. ,, Darf ich Ihnen irgendwie behilflich sein?" Dabei spielt er mit einem dunkelbraunen Lederetui, das aus seiner Brusttasche hervorschaut. Seine Stirne ist ihm dabei feucht geworden. Da kommt der arbeitslose Mann mit eiligen Schritten daher und zerbrüdt einen Knäuel grau schwarzer Stopfwolle zwischen seinen Fingern. rende Raum geöffnet werde. Wir wollen nicht auf Grund unseres Abonnements zur Teilnahme an Aufführungen gezwungen werden, denen wir bei freier Wahl sorgsam aus dem Wege zu gehen gewöhnt sind. Fürstenau. Seite 6 Sonntag, 29. Mai 1932. PRAGER ZEITUNG. Gerichtssaal Rund um die Korruption. Ein vertagter Prozeß aus der Welt der Stříbrnýs. Prag, 28. Mai. Bei der Stagnation, die derzeit beim hiesigen Kreisgericht herrscht, erregte ein Prozeß, der heute vor dem Senat S vam bera vor sich gehen sollte, beträchtliches Aussehen. " Neues Deutsches Theater.( Das neue Abon= nement.) Die bisherigen Abonnenten, die ihre Pläße für die nächste Spielzeit behalten wollen, werden höflichst ersucht, die neuen Abonnementtarten für diese Plätze heute Sonntag oder spätestens morgen Montag zu beheben, da die Plätze wegen zehlreicher Vormerkungen nicht länger reserviert werden können. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das Abonnement in Raten gezahlt werden kann und bei Abnahme der Karte nur ein Fünftel des Abonnementpreises nötig ist. Sonst bei veller Barzahlung 5 Prozent Nachlaß. Ohne Bropaganda, und vor allem ohne das öftere Inserieren bilft tein Fleiß Dem Geschäftsmann über bie flaue Beit hinweg. Denn es tann eben fein Ranfmann mir burd) Qualität und gieferung au möglichft billigem Breis! leinen Waren den von thm gewünschten großen Abfas berbezaubern um höhere Gehälter, um Erhöhung der Freizeit, Nr. 127. Franzensbad 450 m ü. d. M., in ebener Lage, in herrlichen, ausgedehnten Parkanlagen Das erste Moorbad der Welt. Hervorragendes Frauen- und Herzheilbad, Die stärksten Glaubersalzquellen( 17 g Natriumsulfat im Liter). 27 an Eisen und Kohlensäure reiche Mineralquellen. Hervorragende Heilerfolge bei allen Arten von Herz- u. Gefäßerkrankungen, Frauenleiden, Kinderlosigkeit, Blutkrankheiten, Nierenleiden und Krankheiten der Harn organe, Gicht, Rheumatismus und chronischer Stuhlverstopfung, selbst in den schwer-. sten Fällen. Erholungsort für geistig Ueberangestrengte. Empfehlenswerter Aufenthal: für Nervenkranke. Stärkungskuren für Kinder nach schweren Krankheiten Regene rierungskuren. 1579 Aerztliche Broschüre und Prospekte versendet kostenfrei die Kurverwaltung Abt. W um staatlichen Schutz gegen Arbeitslosigkeit, um den Ausbau der Rechte und des Schutzes der Angestellten. Es handelt sich um eine alich aussage des Gablonzer Fabrikanten Ottokar Petřit vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß gegen Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Stříbrný. Der Angeklagte wurde im April v. J. Sonntag, halb 8 Uhr, Premiere: Die Sai vor dem genannten Ausschuß einvernommen und serin." Montag, halb 8 Uhr:„ Rigofollte über die Zustände in der Družstevni letto"( 185-1). Dienstag, halb 8 Uhr: Die banka" Aufschluß geben, wo sich Franz Stři- Raiserin"( 187- III). Mittwoch, halb 8 Uhr: Donbrný, der Bruder des bekannten Häuptlings der Braut von Torozko"( 188- IV). Die Jugend Abteilung gibt ihren mit. Rationalen Liga", eine machtvolle Positionnerstag, halb 8 Uhr: Morgen gehts uns gliedern die Möglichkeit, durch Einrichtung von gut"( 189- I). Freitag, halb 8 Uhr: Wie Uebungstursen neben der beruflichen Ausbildung in geschaffen hatte. Speziell sollte er über das Inkasso der Koman Vater wird"( 190- II). Samstag, der Lehrstätte ihr Wissen zu fördern. Sie macht es morauer Eisenwerke aussagen, das die halb 8 Uhr:„ Morgen gehts uns gut" sich weiter zur ernsten Pflicht, die jungen Angestellten Bant übernommen hatte. Unter Zeugeneid( 191- III). Sonntag, 7 Uhr:" Carmen" zu tüchtigen Menschen zu erziehen, die sich im harten bestritt er alle persönlichen Vorteile und Provisions( 193- I). Lebenstampfe zu behaupten vermögen zuwendungen, doch gelangte bald Material zutage, Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, Der Allgemeine Angestellten- Verband schützt das die Aussagen dieses Zeugen vollkommen wider- halb 8 Ubr:„ Wie man Vater wird." seine Mitglieder vor mancher Unbill und hilft ihnen legte. Da alle diese Dinge noch im Zuge der bevor-( Abon.) Montag, 8 Uhr:„ Anatols Größen in manchen Sorgen und Nöten. Für arbeitslose stehenden großen Prozesse gegen die Gebrüder wahn." Die überspannte Person." Mitglieder sorgt der Verband durch eine ArbeitsStribrný erörtert werden, ist auf Einzelheiten In Ewigkeit Amen."( Abon.) Dienstag, lojenunterſtügung. vorläufig nicht einzugehen, zumal die Verhandlung fofort der Vertagung verfiel, da zwei wichtige Zeugen, darunter Franz Stříbrný, sich mit Krankheit entschuldigt hatten. rb. Eine wichtige Entscheidung des Obersten Gerichtes. halb 8 Uhr: Alle Wege führen zur Liebe." Juge Angestellte! Erkennt, daß auch ihr a Mittwoch, halb 8 Uhr: Morgen gehts uns benen gehört, die sich gegen die Ausbeu gut."( Abon.) Donnerstag, halb 8 Uhr: tung der Arbeitgeber zu schützen haben. Stüzen der Gesellschaft"( Kulturver Selfet mit an der Beseitigung dieser unwürdigen bandsfreunde). Freitag, halb 8 Uhr: ,, Anatols Bustände. Kommt zu uns, um sich auch mit uns Größenwah n." Die überspannte zu freuen in gesellschaftlichem Beisammensein, bei Berson." In Ewigkeit Amen." jugendfrohen Spielen, Wanderungen, Ausflügen, Samstag, 8 Uhr: Wie man Vater mird." Jugendtreffen u.. a. m. Ihr seid uns als Freunde ( Abon.) Sonntag, 8 Uhr: Alle Wege füh- und Mitstreiter für unser gemeinsames Recht ren zur Liebe."( Abon.) Montag, 8 Uhr: herzlich willkommen. Roulette."( Abon.) " Vorträge und Veranstaltungen Jugendabteilung des Allgemeinen Angestellten- Verbandes, Ortsgruppe Prag II., Fügnerovo nám. 4. Todesurteil bestätigt troß vorheriger Abstrafung. Prag, 28. Mai: Das Oberste Gericht hat dieser Tage eine Entscheidung gefällt, die ein Abgehen von jahrzehntelanger ständiger Spruchpragis bedeute. Zwei Zigeuner waren wegen eines Mordes, der zehn Jahre zurüdliegt, zum Tode verurteilt werden. In der Zwischenzeit waren sie mehrfach mit dem Gesez in Konflikt gekommen und Freie Vereinigung soz. Akademiker S. J. II. hatten wegen fleinerer Delifte Strafen verbüßt. Prof. Mezner über Landschulheime.( Vortrag Montag, 30. Mai, 8 Uhr im Heim: Abschluß des Der Verteidiger berief sich in der Nichtigkeits- in Prag.) Seine Bemühungen fanden Unter- Anfängerseminars: Gen. Dr. Wiener: apita beschwerde auf die ständige Spruchpraris des Oberstützung. Die ersten Schulfahrten ins Riesen- ismus und krise; der Sozialismus". sten Gerichtshofes, der in solchen Fällen stets gebirge wurden vorerst zu den Feiertagen und Auch für die Genossen, die das Seminar nicht begegen die Todesstrafe entschied, da die Ferien vorgenommen, doch nach dem Krieg, als die sucht haben. Donnerstag, 2. Juni Gen. Todesstrafe teine Verschärfung durch andere Jugendschulsiedlung in Leitmerit entstand, wurde Erich Seller: Rezitationen. Die Karten für den Strafen zulasse und also nicht auszusprechen sei, auch der Unterricht teilweise ins Gebirge verlegt. wenn der Täter zwischen der Tat und dem Urteil Alle diese Fahrten wurden im Winter unternommen. eine anderweitige Strafe erlitten habe. Der Unterrichtserfolg ist eingetreten, denn die wechselnde Beschäftigung, die Kameradschaft zwischen Lehrer und Schülern bewirken sehr gute Fortschritte. Der Vortragende wies darauf hin, daß seine Landheimschule die erste in der Republik ist, daß aber in Deutschland schon eine Reihe derartiger Schulen bestehen. Es sind aber auch hier zwei Neugründungen zu erwarten. Ein Film über seine Landheimschulen unterstützte seine Ausführungen. In vorliegendem Fall hat das Oberste Gericht aber die stereotyp gewordene Rechtsanschauung verlassen und das doppelte Todesurtei! bestätigt. rb. abgefagten Mar- Adler- Vortrag werden von Genossen illim ek zurückgenommen. Freie Vereinigung sozialistischer Aademiker. Montag, den 30. Mai, 18 Uhr, wichtige Ausschußsigung. Der Film Wir brauchen kein Geld. Ein Film des Regis W. Lg. Industrie keine Waren, sondern Preise braucht. Nebenbei gibts auch eine kleine Liebesgeschichte bis ins Schaufelbett, einige nette Szenen der Jda. Wüst und viel Kleinstadtstimmung. Photos und Ton sind gut, sonst bleibt man gern im Theaterizenarium; man muß ja nicht an den Film denken, wenn man ihn macht...(+ 10 K für eine Karte.) Der Frauendiplomat. Angekündigt ist e Slezat, der mittlerweile schon sechs Filme macht", wie der Fachausdrud heißt. Allen, die diesen einzigartigen deutschen Tenor kennen und ihn mit Recht schätzen, sei vom Besuch dieses Filmes abgeraten, wo er als armer Filmdiplomat dokumentiert, daß er eben noch immer Geld verdienen will und dafür auch sein sogenanntes künstlerisches Gewissen zum Teufel jagt( woran man ja nach mancher Fledermaus"-Aufführung und dem Wortbruch" ohnehin nicht mehr ganz fest geglaubt hat). Sonst spielt neben ihm Herr Hansen, Frl. Eggerth, Herr Pointner und Regisseur Emo hat einen Film gedreht von einem Filmtrottel, der dazu verurteilt ist, bei Diplomatenweibern Erfolg zu haben, um mit seiner Tänzerin nach Afrika, versetzt zu werden. Es wäre an der Zeit, mit der Deportation der Filmmacher bald zu beginnen. W. Lg. Vereinsnachrichten „ Urania" Sanitätsrat Dr. Magnus Hirschfeld hat auf einer langen Studien- Weltreise viel interessantes Material für seinen sexual- ethnologischen Vortrag iebessitten der Völker" gesammelt. Vor furzem hat er über das gleiche Thema mit außer ordentlichem Erfolge in Brünn gesprochen. Montag, 30. Mai. Karten von 6 bis 15 K. Die Zukunft des Deutschen Theaters" in Prag". Direktor Dr. Paul Eger zum erstenmal vor dem Prager Publikum. Pläne und Ziele. Don nerstag, 2. Juni. Ort: Spiegelsaal. Karten: UraniaKasse. Mitglieder 5, Nichtmitglieder 8 Kronen. * Wran- Urania- Kino. „ Hurra ein Junge." Der Strudel urkomischer Wran Urania kino. Sommer d Kunst und Wissen Orgelkonzert: Montag, den 30. Mai, 20 Uhr in Herr Dr. Simon vom Jugendherbergsverband feurs Carl Boese, der einige Beachtung verdient; Ereignisse, in den Roberts, Schulz, Adalbert, AlexanOrgelkonzert: Montag, den 30. Mai, 20 Uhr in der evangelischen Kirche als I. Absolventenabend der informierte noch ausführlich über die Entwicklung es soll eine Satire auf die Pleite sein. Jene Pleite, der durch ein plötzlich erscheinendes„ Kind" hineinder Herbergen, deren fortschreitende Verbesserung die vom Weltwunder träumt, das Hilfe bringt und geraten. Deutschen Musikakademie. Mitwirkende: J. Küfner, und die ungeheure Auswirkung auf die Schuljugend. sich darum gern mit dem Onkel aus Amerika be- preise, 2 bis 6 K. 2. Koneczny und Ernst Günthert( Absolvent) und Annähernd 80.000 Nächtigungen sind zu verzeichnen, gnügt. Dieser ist Hans Moser, recht zart idiotisch, Gesang: M. Pilz( Absolventin) und Kl. Sturm. doch schätzt man die Jugendnächtigungen auf 150.000. da er doch eigentlich kein Geld hat. Alles ist zari Sommerfrische Rothau bei Graslih( Erzgebirge), Eintritt 5 K. II. Absolventenabend: Dienstag, Der Vortrag fand in der Lehrerbildungsanstalt und gesetzt gesagt in diesem Film, auch daß man ruhige, waldreiche Gegend bei landschaftlicher Schöns den 31. Mai, 20 Uhr in der Urania. Goldmark Brag- Kleinseite statt, einem alten Gebäude, welches anständig sein muß oder eben Geld verdienen, beit. Bequeme Spaziergänge nach allen Richtungen Konzert für Violine; Brahms- Rhapsodie h- moll; den ungünstigsten Eindruck macht. Der Vortragsjaal man wird erinnert an die Gspaßeln der Hofnarren, im Hochwald. Preise für Wohnung und Verpflegung Finke Flötensonate und Chopin, Sonate b- moll. paßt vielleicht für Schulen im 18. Jahrhundert, aber die ihre of: tiefen, erlaubten Anklagen auch umfici- mäßig. Auskünfte und Prospekte sendet über Ber -III. Absolventenabend: Donnerstag, den 2. Juni, nicht in die Neuzeit. Eine Lüftungsanlage gibt es den mußten mit ein wenig Zucker, das die Speise langen das Gemeindeamt. des Wizes genießbar macht für Geldleute. Es ist eben ein eigentümlich Ding mit der Zeitsatire, die auf das Objekt des Wizes jede nur denkbare Rücksicht nehmen muß; sie wird zur witzigen Blödelei, wenn ihr der feste Boden der gewollten Wahrheit fehlt. Aber gut gemacht ist diese Groteske, meisterhaft gespielt von Gerron als Bankdirektor, dem netten Rühmann als ein Herr Schmidt, der mit dem Kredit des Onkels aus Amerika einen Riesentrust aufbaut und recht liebe Sachen spricht, etwa daß die, nicht. St- d. Aus der Partei Jugendbewegung. 導 Junge Angestellte, merkt auf! Ihr tretet nun ins Berufsleben ein. Ihr wollt lernen, um vorwärtszukommen. Ihr wünscht und hofft, nach Beendigung eurer Lehrzeit eng zu behalten. Ihr wünscht, während der Lehrzeit menschenwürdig behandelt zu werden. 20 Uhr in der Urania. Karten von 3 big 8 K. Madame Butterfley. Glückliches Operntheater, dessen glückliche(?) Finanzen ihm den Luxus von vier Altstimmen gestatten! Troydem zwei erſte Altistinnen( Kerstin Thorborg und Lydia Kindermann) dem Prager Deutschen Theater ab Herbst neu verpflichtet wurden und vom bisherigen Personalstande Frau Sommer Frau Sommer als weitere Altiffin verbleibt, gastierte vorgestern eine vierte Altistin mit Anstellungsabsichten: Susanne Stein von Stadttheater in Saarbrüden. Sie konnte übrigens eine sehr schöne, weiche, warme und gutgepflegte Altstimme ins Treffen führen, die auch dem Volumen nach auszureichen scheint; ebenso wußte die Sängerin als intelligente Darstellerin Aber ihr wißt, daß es Arbeitgeber gibt, die ihre zu interessieren. Freilich müßte eine unifassendere Lehrlinge schlecht behandeln und sie zu überlanger Aufgabe als die der Dienerin Suzukt erst über die Arbeitszeit zwingen. Ihr wißt, daß es Arbeitgeber eigentlichen Stimm- und Spielqualitäten der sym gibt, die ihre Lehrlinge zu Hilfsarbeiten zwingent pathischen Gastsängerin Aufschluß geben. Madame und sich wenig darum fümmern, daß sie wirklich gut Butterfly war zum erstenmal Frl. Irene Zoltán, ausgebildet sind. Ihr wißt, daß viele Arbeitgeber die mit dieser Partie also den Uebergang vom sofort nach Beendigung der Lehrzeit ihre jungen Koloraturgesang zum dramatischen Gesangsfach Angestellten entlassen. anstrebt. Wir raten ihr aber, ihrem bisherigen Der Einzelne kann nichts dagegen tun. Er Wirkungskreis treu zu bleiben. Denn ihre an jich ist wehrlos und machtlos, er fennt zumeist nicht ein talte und gefühlsarme Stimme bleibt dem drama mal die Rechte, auf die er Anspruch hat; er weiß tischen Ausdrud und Gefühlsmoment lyrisch- drama oft gar nicht, daß der Arbeitgeber auch Pflichten tischer Partien manches schuldig. Auch ihr gezügegen seine Lehrlinge und jungen Angestellten hat. geltes und leidenschaftlicher Ausbrüche abholdes Aber wenn auch der Einzelne machtlos ist, so Temperament läßt unbefriedigt. So hörte man eine sind es doch nicht alle zusammen! Butterfly, die schön und geschmackvoll sang und durch Die Macht, zu der sich die einzelnen zusammeneinige leuchtende Kopftöne auffiel, deren tragisches schließen, um stark zu sein, ist der Allgemeine Geschick aber nicht recht überzeugte. Ein zweiter Angestellten Verband. Gast bei diesem, auch in rein musikalischer Hinsicht unbefriedigten Opernabend offenbarte die gegen wärtige Unzulänglichkeit unseres Opernensembles. Denn trotzdem wir vier Tenöre besitzen, konnte bei der Erkrankung eines unter ihnen keiner der an deren die Partie des Leutnant Linkerton übernehmen und mußte ein Ersatztenor aus Teplitz( Mano Bělina) berufen werden. Seine Unzulänglichkeit wirfte peinlich auf das Publikum, hoffentlich aber auch auf die Theaterleitung. Berausgeber: Siegfried Taxb. E. J. Er allein bemüht sich, den Angestellten zu helfen, ihre Rechte zu verteidigen und zu vermehren. Er allein kann der Angestelltenjugend erkämpfen, was sie beider Geschlechter das brauchen. Im Allgemeinen Angestellten- Verband tämpfen junge und alte Kollegen und Kolleginnen gemeinsam um die Verkürzung der Arbeitszeit, um Verkürzung der Lehrzeit, um bessere Urlaube, Verlangen Sie in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cle.. PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cle., PILSEN SIND DIE ALLERBESTEN! Bücherfreunde, Achtung! Wegen Auflassung der Buchhandlung gewähren wir 30-60% Greisnadilaß auf alle vorrätigen Bücher und Papierwaren. Unser Lager umfaßt: Romane, Novellen u. Erzählungen, Reisebeschreibungen, wissenschaftliche Werke, Klassiker, Kunstblätter, Bilderbücher und Jugendschriften etc. etc. Bitte besichtigen Sie unser Lager! Kein Kaufzwang Volksbuchhandlung u. Papierhandlung Teplitz- Schönau Königsstraße 13 Nachbestellungen zu diesen Preisen ausgeschlossen! Drud: Rota.-. für geitung anb Buchdrud, Brag. Für den Drud verantwortlich: Otto Holil, Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kč 16.-, bierteljährlich Kö 8, Rüdftellung box Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarlen, befzebaltext: Wilhelm Riener. Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strex 8. Drag. Brag. Die Beitungsmarlenirantatur wurde von der Bost. a. Telegraphendirektion mit Erlaß Nr 13.800/ VII/ 1930 bewilligt balbjährig Kč 96,-, ganzjährig Ka 192,-- Juferate werden laut Tarif billigt berechnet, Bei öfteren Cinihaltungen Breisnachlag. 1593