Ca Einzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich 5 Heller Porto) ozialdemokrat Jentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 12. Jahrgang. Wahlsieg in Wigstadtl. Vorstoß im Krisensturm. Die Gemeindewahl, die am vergangenen Sonntag in dem schlesischen Industrieort Wigst ad tl stattfand, brachte der Sozialdemokratie einen herrlichen Erfolg. Stimmen und Mandate verteilen sich folgendermaßen: 1932 St. Mr. 1928 St. M. Deutsche Sozialdemokraten 1247 12 1124 12 Kommunisten Christlichsoziale 68 619 6 123 1 613 6 Deutsche Nationalsozialisten 206 3 Deutsche Nationalpartei 290 3 260 3 Deutsche Wahlgemeinschaft ( Gewerbepartei, Bund der 505 5 1 1 1 • 118 1 120 1 • Landwirte, Splittergruppe der Nationalpartei) Schuster Partei. Tschechische Liste M Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion u. Verwaltung: Prag II, Relásanta 18 Telepb.: 26795, 31469, Nachtredart.( ab 21 Uhr): 33858 Bolichedamt: 37544 Dienstag, 14 Juni 1932 von Papens erste Tat: Nr. 140. Sozialetat um 500 Millionen Mark gekürzt. Die Opfer: Arbeitslose, Kriegsbeschädigte, Die Lehre von Wigstadtl. Unfallsrentner. | Wigstadtl ist eine schlesische Industriegemeinde mit etwa 4700 Einwohnern. Die ArBerlin, 13. Juni. Das Reichslabinett hat fahrtunterstützung herabgefekt wer beiterbevölkerung verdiente dort in glückliche336 3 heute die neuen Notverordnungen fertiggstellt, die den; auch bei der Arbeitslosenunter- ren Zeiten ihr Brot in den beiden großen der Deffentlichkeit morgen abends übergeben wer stützung soll bereits nach sechs Wochen die Textilfabriken des Ortes. Die sind schon lange den sollen. Das halb- offiziöse Conti- Nachrichten- Bedürftigkeitsprüfung eintreten. stillgelegt. Die Arbeitslosen sind ausgesteuert büro ist bereits in der Lage, die wichtigsten Be- Weiters wird eine 20prozentige Rür- und seit vielen Monaten auf die karge Unterstimmungen vor allem aus dem finanziellen Teil zung der Renten für ledige und fin- stüßung aus der Ernährungsaktion angewieder Notverordnungen mitzuteilen. derlose Leichtbeschädigte und die Begrensen. Es besteht für sie kaum die Möglichkeit, Daraus geht hervor, daß das Rechts- zung der Kinderzuschläge und Waisen- sten Industrieorten ist die Arbeitslosigkeit entanderswo unterzukommen. Auch in den nächgewinnen die Sozialdemokraten noch 27 Stim- fabinett nicht weniger als eine halbe Mil- renten auf das 15. Lebensjahr angeord: jetzlich groß. Der Hunger ist in den Familien Diese beiden Maßnahmen bringen der Arbeitslosen täglicher Gast. Die getroffe men, troßdem sich die.Krise gerade in Wigstadt beitslosenzwe de cinsparen will. Bei zusammen 30 Millionen Mark Ersparnis. nen Silfsmaßnahmen sind unzulänglich; zur Beibehaltung Der bisherigen Unter- Auch eine Kürzung der Unfall Durchführung ausreichender produktiver Arstützungssätze wäre zur Deckung der Ar- renten ist vorgesehen. beitslosenfürsorge fehlen die Mittel, die Gebeitslosenfürsorge im Jahre 1932 ein BeSelbst dann bleibt noch ein Fehlbetrag von meindefinanzen sind erschöpft. Die Lage der trag von 3,5 Milliarden Mark erforder: 400 Millionen Mark, der durch eine gestaffelte Wigstadtler Arbeiter ist verzweifelt. Aber der lich; diese Summe will die Reichsregie Beschäftigtensteuer gedeckt werden soll. sozialistische Glaube, der in ihnen lebt, iſt unerschütterlich. fürchterlich auswirkt und die Positionen der Gegner verbesserte. Unstimmigkeiten in Chile. Davila scheidet aus der Regierung aus. Santiago, 13. Juni. Carlos D. Davila, der rung trotz des inzwischen erfolgten un Weitere finanzielle Maßnahmen beziehen sich Am bergangenen Sonntag wurde die Führer der chilenischen Revolution, hat gestern heueren Anwachsens der Arbeitslosigkeit nachts seine Mitgliedschaft im Revolutionsaus auf 3 Milliarden, also auf die Höhe der auf die Aufhebung der Freigrenze von 5000 Mart Wigstadtler Gemeindevertretung neu gewählt. schuß niedergelegt. Die Nachrichten über Unstim vorjährigen Ausgaben, senken. für die Umfassteuer. Ferner wird eine Unsere Gegner hofften, die von der Arbeitsmigkeiten in dem dreigliederigen RevolutionsausZu diesem Zwed sollen die Sätze der Salzsteuer von 6 Pfennig pro Pfund einge- losigkeit zermürbten sozialistischen Proletarier schuß, dem neben Davila als Vorsitzenden General Arturo Puga und Eugen Matte an Arbeitslosenversicherung und der Krisen- führt, die 60 bis 70 Millionen Mark einbringen würden den antimarristischen Schlagworten gehörten, wurden bisher dementiert. Es heißt fürsorge auf den Durchschnitt der Wohl- soll. munmehr, Davila bei den beiden genannten Füh rern zu konservativ, auch wenn er an dem gemeinsamen Arbeitsprogramm teilgenommen hat, das nunmehr der Revolutionsausschuß im Einvernehmen mit der Regierung durchführen will. Die Finanzhilfe für Desterreich Süddeutschland macht nicht mit. besser zugänglich sein und würden, wenn schon nicht den Christlichsozialen und den übrigen Bürgerlichen, wenigstens den nationalmozfozialistischen Rattenfängern folgen. Sie haben sich geirrt. Nicht nur gegenüber den Gemeindewahlen von 1928 gewin= Scharie Auseinandersetzung mit dem Reichskanzler.nen die Sozialdemokraten beBerlin, 12. Juni. Der Reichspräsident ordentlichen Regierung einen Reichstom trächtlich an Stimmen, sondern empfing heute in Gegenwart des Reichskanzlers missar einzuseßen; er soll hinzugefügt haben, auch gegenüber den National für Dr. Beneš Anlaß zu Beratungen. von Papen und des Staatssekretärs Weigner wenn ein derartiger Versuch mit Bayern ge- ratswahlen von 1929! Das zwölfte Genf, 13. Juni. Außenminister Dr. Beden bayrischen Ministerpräsidenten von Held, macht würde, würde ein solcher Reichskommis- Mandat in der Gemeindevertretung, das der nes, der gestern nachmittags in Genf eingetrof- den württembergischen Staatspräsidenten Dottor är ohne Zögern beim Betreten bayrischen Bo- Partei bei den letzten Wahlen nur als Restfen ist, hatte gestern und heute mit verschiedenen Bolz und den badischen Staatspräsidenten Dot dens verhaftet werden. Mit Rücksicht auf mandat zufiel, fonnte diesmal sofort besetzt Bolitikern Unterredungen über die Finanz- tor Schmitt zu einer eingehenden gemein den entschiedenen Standpunkt, den die süddeut- werden. Der jozialistische Einfluß in der Gehilfe für Oesterreich. Eine längere Be samen Besprechung der politischen Lage. Die schen Regierungen zu dieser Frage einnahmen, sprechung über diese Angelegenheit hatte er heute Aussprache, die fünfviertel Stunden dauerte, soll die Reichsregierung beschlossen haben, einst meindeſtube wurde gefestigt; Rommunisten mit dem schweizerischen Bundesrat Musy, der berührte das Verhältnis des Reichs zu den Länweilen ihre Pläne hinsichtlich Preußens aufzu- und Nationalsozialisten, beide Schildknappen der bürgerlichen Reaktion, erlitten eine Vorsitzender der gemischten Kommission ist. Dern, den Finanzausgleich, die Wirtschaftspolitik geben. und eine Reihe von innerpolitischen Fragen. hid Außerdem wurde auch über die von der empfindliche Niederlage. Nur wenige KilomeNach dem Empfang beim Reichspräsidenten Reichsregierung beabsichtigte Aufhebung ter von Troppau, dem Siße des Herrn Jung, Die Heimwehr ererziert schon wieder hat mittags in der Reichskanzlei noch eine ein- des SA- Verbotes verhandelt. Auch in entfernt, wurden die Siegeshoffnungen der Graz, 13. Juni. Die Grazer Heimwehr verftündige, also ebenfalls recht eingehende Aus diesem Falle soll der bayrische Ministerpräsident Nazis von hungernden Proletariern arg geanstaltete in der Nacht zum Sonntag in der Um- sprache zwischen den drei süddeutschen Regie- deutlich erklärt haben, daß in Bayern die natio- dämpft. Und die kommunistischen Spalter der gebung der Stadt eine große Nachtü bung. rungschef und dem Reichskanzler stattge- nalsozialistischen Sturmabteilungen verboten Arbeiterbewegung werden zu völliger Bedeubleiben werden, auch wenn von der Reichsregie- nungslosigkeit verurteilt. Ist das, was sich in Gestern marschierten gegen Mittag uniformierte funden. Die oppositionelle Presse meldet, daß die rung das Verbot aufgehoben werden sollte. Formationen geschlossen in die Stadt zurück und Der Reichskanzler soll dazu bekannt gege- Wigstadtl ereignete, ein Wunder zu nenveranstalteten vor dem Stadttheater en Defilee. Aussprache zeitweise einen dramatischen Verlauf Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Die nahm. Die Vertreter der süddeutschen Länder ben haben, daß eine völlige Aufhebung des SA- nen? Ist es ein 3u fall, der unseren Stolz Heimatschubformationen von Leoben und Dona- sollen offen erklärt haben, die Bevölkerung sei Verbotes nicht in Betracht komme; die Reichs- und unsere Freude nicht rechtfertigt? Für Wunder und Zufälle haben die schon witz hielten gestern nachmittag eine große Ge von Mißtrauen gegen die neue Reichsregierung regierung wolle eine wirksame Kontrolle über die Jugendorganisationen aller politischen Par- seit Jahrzehnten sozialistisch geschulten Arbeiländeübung ab. Ihr Marsch führte durch erfüllt. Insbesondere soll der bayrische Minister teien und demnach auch über die nationalsozia- ter Wigstadtls jedoch kein Verständnis. Aber das Donawizer Industriegebiet. Um hier zusammenstöße zu vermeiden, waren einige hun präsident Dr. Held hervorgehoben haben, daß listische Partei einführen. Trotz dieser Erklärung ihre Treue ist nicht wankend zu machen, am. Schluß der dert Gendarmen zusammengezogen worden. Die zu diesem Mißtrauen die Reichsregierung selbst sollen die Standpunkte auch Veranstaltungen verliefen ungestört. mit ihrer Absicht Anlaß gegeben habe, in Preu- Unterredung in startem Gegensatz geblie- ihre Ueberzeugung ist nicht zu erschüttern, ihre Tatkraft und ihre planmä Ben entgegen der Verfassung an die Stelle einer ben sein. ßige Organisationsarbeit sind schlechthin nicht zu überbieten. Das ist das Geheimnis ihres Erfolges, daß sie, durch die Krise wirtschaftlich zermürbt, erst recht die Richtigkeit der marristischen Lehre erkennen lernten und nach dieser Erkenntnis handelten. Und so ist denn Wigstadtl nicht ein Wunder, aber eine Lehre. Desterreich deckt seinen Zuckerbedarf bereits selbst. Wien, 12. Juni. Zur angekündigten Revi fion der Liste der verbotenen Einfuhrwaren teilen die Blätter mit, daß sich das Berbot auch auf den Zuckerimport beziehen wird, da die heimische Zuderproduktion bereits 100 Prozent des Kon fums erreicht hat. Das rumänische Barlament aufgelöst. Neuwahlen Mitte Juli. Vier Todesurteile in Iglau. Auf Grund des Verdiltes der Geschworenen fällte das Gericht un 21,15 das Urteil, durch welches Franz Brabec, Josef Hajet, Franz Koudelta und Herbert Anders zum Tode und Leopold Jglau, 13. Juni. In dem Prozesse gegen die Stinume und in der Frage des Mordverfuches Mörder des Jglauer Gefangenenaufsehers Bau- zwei Stimmen für unschuldig. mas wurde heute das Urteil gefällt. Den Geschworenen wurden im ganzen 62 Fragen gestellt. Die Wigstadtler Genossen haben es ver 36 Fragen beantworteten die Geschworenen ein standen, trotz dem Krisensturm ihre Organisamütig, so daß alle Angeklagten des Verbre tionen intatt zu halten. Die Gewerf chens des Meuchelmordes an Josef Baumas, des Laschka zu 10 Jahren schweren Kerker, verschärft schaftsgruppen haben freilich nur noch Verbrechens des nicht vollendeten Mordes an durch Fasten und Dunkellammer in jedem Vier- Arbeitslose zu betreuen, aber das tun sie dem Aufseher Slechta, ferner des Deliktes der teljahr und außerdem durch Dunkelzelle am Bukarest, 13. Juni.( Wolff.) Das Dekret, Begünstigung des Verbrechens und der lebevire- 8. November eines jeden Jahres verurteilt eifrig und gründlich. Die Partei, geführt von Genossen, die auch die Vertrauensleut burch das Senat und Kammer aufgelöst werden. tung gegen die Sicherheit des Eigentums schuldig wurden., wurde heute veröffentlicht. Die Neuwahlen zur erkannt wurden. Alle 12 Stimmen der Geschwo- Die Verurteilten nahmen den Gerichts der Gewerkschaften sind und die Ueberlieferun Kammer finden am 17. Juli, die Senatswahlen renen bejahten die Schuld bei Brabec, ha spruch mit Schweigen auf. Vor dem Gebäude jahrzehntelanger sozialistischer Arbeit verför am 20. Juli statt. Die neugewählten Häuser jet, Koudelka und Anders; og bei des Kreisgerichtes in glau wartete eine große pern, bat unermüdlich geworben und sozialihaben am 30. Juli wieder zusammenzutreten. Bajchta war in der Frage des Mordes eine Menschenmenge auf das Ergebnis des Prozesses. stische Erkenntnisse verbreitet. Die Kultur Seite 2 | Dienstag, 14. Juni 1932. und organisationen haben in diesem Ort kelsten Tagen, Kampfentschlossenheit schon immer als ein Teil des Ganzen gewirkt. Glaube an die Partei auch in schwerster Zeit, Dieses Zusammenspiel aller in den einzelnen das sind die Grundlagen des Erfolges. Organisationen wirkenden Kräfte, herbeige- Zwar ist der Kampf schwer und opferführt und betreut durch tatkräftige Genossen, reich, und es mag dem Gegner hie und da die auch die harte Gegenwart nicht kleinmütig ein Vorstoß an einzelnen Punkten gelingen: machen konnte, hat den Sieg von Wigstadtl dort jedoch, wo er auf die Scharen der soziagebracht. listisch geschulten und trotz aller Krisennot kampffreudigen Arbeiter stößt, dort sind seine Das ist die Lehre von Wig- Bemühungen vergeblich. Kleinmut und Zag stadtl, daß sich der Sozialismus haftigkeit haben keinen Platz, wo sozialistische nicht in der Krise, daß er sich nicht leberzeugung lebendig ist. Der Sieg heftet in der Verteidigung befindet, sich an unsere Fahnen, wo diese Ueberzeugung wenn seine Träger es nicht wol- Ausdruck findet in unbeirrter und tatkräftiger Ten. Mut und Zuversicht auch in den dun- Organisationsarbeit. Die Pariser Besprechungen. Anschlußverzicht Boraussetzung für die Finanzhilfe? Paris, 13. Juni. Das französische Außen-| währung des Höchstbetrages 170 bis 200 Mil ministerium hat eine Verlautbarung über die lionen Schilling bereit. Frankreich habe auch Verhandlungen ausgegeben, die Sonntag bor gebilligt, daß der seitens der Bank von England mittags am Quai d'Orsay zwischen Premier- im Vorjahre der Oesterreichischen Nationalbant minister Macdonald, Außensekretär Sir John gewährte Vorschuß von 100 millionen Schilling Simon, Ministerpräsident Herriot und fast als voller Zeichnungsanteil Englands anFinanzminister Germain Martin stattgefunden gesehen wird, so daß die Finanzhilfe für Desterhaben. reich rund 300 Millionen Schilling betragen werde. Die offiziösen und freundschaftlichen Berhandlungen, heißt es, hätten eine Gemein famkeit der Auffassungen bewiesen, die es erlaube, eine gerechte und wirksame Lösung auf der Lausanner Konferenz sowie die Stärkung des Vertrauens und die Aufrechterhaltung des Friedens unter den Völkern vorauszusehen. Macdonald hat den Vertretern der Presse erklärt, daß die französische und die englische Regierung entschlossen seien, dafür zu sorgen, daß die Lausanner Konferenz von effektiver Wirkung sei. Man wolle eine gute praktische Entscheidung. Er und Herriot wollten mit allen ihren Kräften tämpfen, um zur Lösung der aufgerollten Probleme zu gelangen. Die Informationen der Blätter stimmen darin überein, daß das Deutschland gewährte Moratorium verlängert werden wird. Was die Hilfsaktion für Oesterreich betrifft, so sei die französische Regierung zur Ge20 Millionen unterschlagen! Beginn des Mailänder ManzoniProzesses oder: Fascismus bedeutet Ordnung! Aus Mailand wird berichtet: Herriot und Germain- Martin seien sich jedoch auch der Tatsache bewußt, so schreibt Echo de Paris", daß sie nicht auf der einen Seite Desterreich Anleihen gewähren und andererseits sich gegenüber den Forderungen ihrer Verbündeten Rumänien und Jugoslawien taub stellen können, und sie bestünden daher darauf, daß die Oesterreich zu gewährende Hilfe einen Teil des großen Planes für die Besserung des Finanzstandes der Donauftaaten bilde. Sie behielten sich jedoch vor, diese Hilfe erft dann zu realisieren, wenn Desterreich sich verpflichte, gewisse ernste Finanzreformen durchzuführen und noch einmal ausdrücklich irgendwelchem Anschluß Gedanken entfagt. Landbündlerische Bolemit. Am 29. Mai 1932 fand in Rausenbrud eine Versammlung des Bundes der Landwirte statt, in welcher Herr Abgeordneter Wagner des Bundes sprach. In seiner Rede führte er auch Königsvilla in Teplitz- Schönau Wohnung nehme. an, daß ich mehrfacher Millionär bin und in der So berichtet die Deutsche Landpost. Unsere Genossen, welche bei der Versammlung anwesend waren, berichteten allerdings, daß er gejagt haben soll, daß ich in Teplik- Schönau eine Königsvilla habe, für die ich wenigstens eine Million Kronen jährliche Miete zahlen werde. In dieser Form dürfte wohl Abgeordneter Wagner nicht gesprochen haben, denn wenn ich eine Villa habe, noch dazu eine Königsvilla, so zahle ich doch keine Miete in meiner eigenen Villa. Aber so etwas ähnliches hat er offenbar gefagt. Ich muß dies schon deshalb annehmen, weil gerade Abgeordnete des Bundes der Landwirte sich sehr gern mit meiner Person beschäftigen und mir die Millionen, die ich angeblich habe, vorwerfen. Es tut mir ungemein leið, ihre Illusionen zerstören zu müssen. Ich bin leider fein Millionär, besize keine Villa, auch keine Königsvilla, und zahle auch nicht eine Million Kronen jährlich Miete. Ich babe überhaupt kein Haus und wohne in einem 3inshaus zur Miete. Sollte aber Herr Abgeordneter Wagner bereit sein, um nicht als Lügner dazustehen, mir die Millian Kronen zu schenken, so werde ich ihm dankbar sein. Von der heiteren Seite der Sache abgesehen ist es aber doch bezeichnend, wie die agrarischen Abgeordneten den politischen Kampf führen. Dumme Lügen scheinen für ihre Anhänger gerade gut genug zu sein. Sie schäzen offenbar ihre Mitglieder sehr niedrig ein. Aber Herr Abg. Wagner begnügte sich nicht mit Lügen, die meine Person betreffen, sondern er betreibt auch Leichenfledderei. Er erzählte näm lich, daß unser verstorbener Genosse Löw ein Vermögen von 3-4 Millionen Kronen hinterlassen habe. So berichtet die Landpost. Man müßte glauben, daß diese Leute doch wenigstens die Toten in Ruhe lassen. Ihre ordinäre Art, den politischen Kampf zu führen, läßt aber auch nicht davor zurückschrecken, über Tote dumme Lügen zu verbreiten. Heute um 11 Uhr 18 Min. reiste Ministerpräsident Herriot nach Genf ab. Er fuhr mit dem gleichen Zuge, in dem sich mit seiner Bessie gleitung auch der britische Premierminister Macdonald befand. und sogar in der fascistischen Partei eine Rolle spielte, da man nicht wußte, daß er mehrfach borbestraft war, wird vorgeworfen, 20 Millionen Lire unterschlagen zu haben, nachdem er seine Bant auf Betrug aufgebaut hatte. Das Gesellschaftskapital, das ganze 600(!) Lire betragen hat, habe nie. existiert. Die Prozeßdauer ist für 14 Tage berechnet. Ein neues Opfer der Mazedonier. Sofia, 12. Juni. Der Mazedonier KawraEs ist ja allgemein bekannt, daß Genosse Löw außer einem einstödigen Haus mit 2 Wohnungen überhaupt kein Vermögen hinterließ. Aber Herr Abgeordneter Wagner scheint der Ansicht zu sein, daß für seine Anhänger keine Lüge zu dumm ist. Diese ganze Art, den politischen Kampf zu führen, zeigt das niedrige Niveau dieser, Leute, die mangels fachlicher Argumente zu Lügen und Verleumdungen über Lebende und Tote greifen müssen. Dr. Carl Heller. Zschechische Metallarbeiter an das Proletariat Deutschlands, Oesterreichs und der anderen Länder. Heute beginnt vor dem hiesigen Gericht der Prozeß wegen des aufsehenerregenden KonTurses der Bauta di Milano und ihrer affilliierten Gesellschaften, der allgemein als der Standal Manzoni bekannt ist. Als Angeflagte haben sich die Leiter der Bank, in der kirow, Anhänger des föderalistischen Lagers, Samstag begann in Prag der VerbandsHauptsache Angehörige der Familie Manzoni so- wurde vor zwei Tagen durch Emissäre der tag der tschechischen Metallarbeiter. Nach Erwie andere hohe Bankbeamte, insgesamt 19, Michajlows- Anhänger aus Sofia entführt. Heute öffnung durch den Vorsitzenden Genossen Abg. wegen Defraudation, Konkursver- wurde mun unweit von Gorre Džumaj sein am pl beschloß der Kongreß, folgenden brechens, betrügerischer Krida usw. Leichnam aufgefunden, Rawrakirots Körper zu verantworten. Die Zahl der Geschädigten hing an einem Baume und auf der Brust war beträgt 12.000, darunter 1800 Pfarrer und 12 eine Aufschrift befestigt, die besagt, daß er durch hohe Richter. Dem Hauptangeklagten Gio- die Mazedonierorganisation bestraft worden sei. vanni Manzoni, der in der italienischen Dieses Verbrechen hat in der Bevölkerung größte Bankwelt und Gesellschaft hohes Ansehen genoß Erbitterung hervorgerufen. 34 Gruß an das Proletariat der deutschen Republik: „ Der achte ordentliche Verbandstag des Metallarbeiterverbandes in der G. S. R. sendet seinen ersten Gruß dem Proletariat der deutschen Republik, welches in schwerem und entscheidendem Nr. 140. Kampfe mit der Reaktion des Fascismus und des Adels steht, welche die grundlegendsten Errungenschaften der Arbeiterschaft vernichten wollen. Wir wünschen den deutschen Genossen, daß sie in diesem Kampfe ehrenvoll bestehen und bei den Wahlen in den Reichstag den Sieg der Reaktion verhindern. Der Kongreß gedenkt bei dieser Gelegenheit der Aufopferung der österreichischen Kameraden, welche den Angriff der Reaktion auf das rote Wien abgeschlagen haben, in der Provinz, besonters in Steiermark and hier wieder in Donawiy, jedoch unter unerhörtem Terror des brutalen Rapitals leiden. Der Verbandstag bewun dert den Mut der Donawißer Genossen und ist davon überzeugt, daß es der österreichischen Arbeiterschaft gelingen wird, alle Hins dernisse zu überwinden. Der Dank der Delegierten gebührt aber auch allen jenen, die unter ungewöhnlich schweren Verhältnissen und unter offener und verstedter Gewalt der regierenden Klasse in Ita lien, Ungarn, Polen, Rumänien, Jus goslawien und Finnland die Ideen des Sozialismus verteidigen und die Grundlagen für weitere Arbeit schaffen. In der Ueberzeugung, daß nur die internationale Solidarität des Proletariats einer katastrophalen Entwicklung vorbeugen lann, erklären die Delegierten, daß der Metallarbeiterberband in der G. S. R. wie bisher alle betroffenen Abschnitte unserer gemeinsamen Front moralisch und materiell unterstüßen wird." AR In seinem großangelegten Referat wandte sich Genosse Hampl entschieden gegen das Spiel mit dem Kriegsgedanken und gegen das Bestreben gewisser Kreise, eine Inflation herbeizuführen. Die Inflation ist antisozial und wirtschaftlich ungerecht. Sie würde in erster Linie zur Entwertung der Löhne und Gehälter und zur Entivertung der Spareinlage führen, auch jener, welche die ärmsten Schichten in ihren Pensionseinrich= tungen besitzen. Die Arbeiterschaft hat, genigende Erfahrungen aus dem Kriege. Sie weiß, daß keine Lohnforderungen das Sinken der Kauffraft des ausgezahlten Lohnes einholen fönnen. Mit Nachdruck wiederholte Genosse Hampl die VierzigstundenForderung nach der mo che, nach Herabsetzung der Altersgrenze für die Altersrente und nach Erhöhung der heutigen Anfangsrenten in der Sozialversicherung. Aus dem Finger gesogen. Wer ruft nach einer Regierung der starken Hand? wie die wissenschaftliche Zeitschrift der kommuIn der Komunistické Revue", die so etwas nistischen Partei der Tschechoslowakei sein jolt, fagt J. Sverma in einem Artikel über den nordwestböhmischen Bergarbeiterstreik folgendes: Alle bürgerlichen und sozialfascistischen Parteien rufen einmütig nach einer Regierung der starken Hand" und suchen neue Formen, wie man durch Gewalt und Terror den wachsenden Widerstand der arbeitenden Bevölkerung brechen fönnte. Wir möchten gern wissen, woher der Herr Sverma seine Weisheit hat, daß etwa die tschechische und deutsche Sozialdemokratie gemeinsam mit den Bürgerlichen nach einer Regierung der ,, starken Hand" rufen. Wenn einem feine Argumente zur Verfügung stehen, welche gegen die Sozialdemokratie ausgenügt werden können, erfindet man einfach irgend eine Tatsache und redet von ihr als ob es sich um eine Selbstverständlichkeit handelte. Und das Ganze nennt sich wissenschaftlicher Kommunismus! eiliger waren als er, droht, feucht, erfindet weil er von unserer Arbeit im Grunde nichts| stehnje. Damit kommen Sie mir man nicht noch fiebernd Schicksale hinter Schreibmaschinen. Bouwände, sie zu halten, sie einzufertern versteht. Immer ist er laut, turzatmig, immer mal. mit Ihrem Geſetz." Von Christa Anita Brüd. Murawiti ist gekränkt. Müssen Sie aber eine Erziehung gehabt haben, wenn Sie Leute, die Ihnen eine Gefällig feit erweisen wollen, in dieser Form vor den Bopf stoßen!" und ,, Denn wenn Ihr frei seid, haben Euch andere Kerle." Von dieser Idee ist er besessen. Sie ist die Geißel über seinem Leben. Nichts ist ihm un erträglicher als der Gedanke, daß andere genießen könnten, erlöst und beseligt sein, während er sich zerfleischt in seiner unersättlichen frankhaften Gier, die keines der täglichen Opfer zu stillen vermag. * in Schweiß, unfähig, sich vor sich selbst zu retten. Ihr macht mich wahnsinnig, alle mitein- Envas Verstecktes, Undurchsichtiges und Verander", schreit er und sinkt auf einen Stuhl. Auf botenes geschieht. Es hängt zusammen mit ben seiner Stirn stehen helle Tropfen. Er hat das Dingen, von denen dieses Haus voll ist, ne verhette, blutunterlaufene Auge eines wild ge- daß man sie sieht. machten Stieres. Ein flüchtiges Mitleid überrascht mich. Ich sage aus diesem Mitleid heraus etwas ungeheuerliches: Sie sind überreizt, Herr Murawski. Sie müssen mal ein paar Tage aus spannen." Lump vor fremden Türen betteln?" Ausspannen? Pleite machen? Nachher als Ich bleibe ruhig. Es ist mir unmöglich, näher heranzukom men an das, was alle wissen und jeder zu verraten sich hütet. Ich umwerbe Frau Suhl, Fräulein Gauda, die kleine niedliche Lindner. Sie wissen zu schweigen und so gründlich zu schweigen, daß teinerlei Deutung in Blid, Haltung oder Miene gerät. Murawski hat seine Spitel unter den Angestellten. Welche es sind? Niemand weiß es, FräuSuhl, Frau Suhl nicht unbedingt über die Lindlein Gauba ist sich nicht ganz klar über Frau ner. Fräulein Lindner hütet sich vor der Beckdin, die Telephonistin, fie für fünf Mart an mann und die Beckmann weiß, daß ihre Freun Murawski verraten würde. Ich lasse mich nicht im geringsten beirren und lehne am nächsten Tage mit derselben Bestimmtheit ein Stück Torte ab, das durchaus nicht Diese übersteigerte Lebensaier, gepeitscht den Anschein erwect, als wäre es zufällig übrig durch die Furcht vor nahendem Alter und dem geblieben. ihm verschwisterten Tode, bestimmt all sein Tun. Diese Politit des Einfangens mag Herr Er haßt den Tag. Tag ist etwas unerträgNun", sage ich und dente, mein Ton wird Murawsti an sechzehnjährigen fleinen Mädchen lich Nacktes und Erbarmungsloses. Und er be- ihn besänftigen, so böse wird das nicht gleich geübt haben. trügt sich um die Helle der Sonne, indem er sie auslaufen. Sie müssen doch auch einmal Urlaub Er wirft die Torte erbost seinem Hunde hin. verschläft. Nur in Ausnahmefällen darf er bor haben." Urlaub? Also Fräulein, das Wort gibt's Die französische Bulldogge läßt sich träge vom ein Uhr mittags geweckt werden, und auch dann Sessel fallen, beschnuppert die Marzipanrinde dauert es noch Stunden, bis er sich hindurch bei mir überhaupt nicht. Bei mir wird gearbeiund nagt mit langen Zähnen daran. Sie kennt gestoßen hat durch die vielfachen Ueberwindungen bilden Sie sich vielleicht ein. Sie könnten hier tet, wenn Sie das noch nicht gemerkt haben. Oder dieser Art Genüsse. Herrchen füttert sie täglich des Erwachens, Aufstehens, Ankleidens und mit Felsche- Konfekt. Zum- Bewußtsein- Kommens. Um fünf Uhr ist wochenlang faulenzen im Sommer?" Murawskis Laune ist nunmehr gründlich er zu Mittag. Und erst dann, zur Dämmerverdorben. Es gibt keine Seele im Hause, die es stunde erit. wenn Schlupfwinkel entstehen, Schatnicht zu spüren bekäme. Das ist das Furchtbare ten die Wände zusammenrüden, beginnt er zu leben: ein unitet flackerndes Irrlicht. Um diese Zeit kommen die Kunden, die ihn Vielleicht ist es nichts weiter als Angst, persönlich sprechen wollen. Auch sie machen sich Rings um mich her erstarren die Gefichter. rajende Angst seines unerfättlichen Blutes vor schwer wieder von ihm los. Für uns, deren ,, Na, da packen Sie man gleich Ihre Sachen, dem Alleinsein! Wie soll man es sonst verstehen, Arbeit nach acht Stunden getan sein sollte, fängt wenn Sie mir mit dem Gesetz kommen. Beute, daß er uns nicht aus dem Hause läßt? Er ver- dann der Dienst erst an. fein williges, recht- die immer gleich das Gesetz bei der Hand haben, mich langt gar nicht, daß wir abends noch arbeiten, mäßiges Schaffen mehr, sondern ein Frondienst fann ich in meinem Betrieb nicht gebrauchen. ja, wir follen nicht einmal arbeiten, wir sollen unter Murren und Drohen. Ich bin täglich vier Für mich gibt's fein Gesetz, verstehuse. Gesetz, nur da sein, nur da sein. Er muß Unruhe spüren zehn bis sechzehni Stunden im Büro. Meistens Polizei, Gericht, solche Begriffe erkenne ich überin seiner Nähe, Unruhe und Frauengeruch. Er fällt auch die halbstündige Mittagspause fort. haupt nicht an." muß quälen fönnen, weil er selbst ein Gequälter Murawski sieht ungern, daß ich zu Tisch gehe. ift. Er muß sich an hassenden, leidenden, er- Er will mich zwingen, mit ihm gemeinsam zu matteten Gesichtern erhiben können. Wie ein effen. daran. Systeriker bewacht er die Ausgänge, feßt Flies Er rast durch die Räume, wenn er mich verhenden nach, schleift sie zurüd, wenn sie nicht mißt, mißtraut einem jeden, schilt auf jeden, Wir sprachen von Ihnen, Herr Murawski, nicht von mir. Aber selbstverständlich steht auch mir nach dem Gesez wie Tarif eine bestimmte Urlaubszeit zu." Das Wort scheint ihm berdammt in die Nieren gefahren zu sein. Das haben Sie wohl bei Ihrem Lichte gelernt? Der fann sich das leisten bei seinem Pinscherladen. Ich bin ein Geschäftsmann, verDas allergrößte Mißtrauen besteht gegen mich. Ich habe noch nicht bewiesen, wie ich zu Murawiti ſtehe. Leba schleicht auf Gummisohlen von einer Tür zur andern und lauscht. Murawski selbst pagt auf wie ein Luchs. Was erzählt Ihnen da eben die Suhl?" Ich fahre zusammen, so lautlos ist er hinter getreten. Ich habe mir das Frachtenkonto angesehen." Wozu macht Ihr denn da solche Zeichenbittermieren? Sie hat Ihnen doch lange Enden borgeredet." ,, Die Kunden decken ihre Frachten nicht ab." Ich seh schon, Sie wollen die Suhl nicht reinlegen. Wenn ich raustriege, daß sie quatscht, liegt sie unweigerlich an die Luft." ( Fortsegung folgt.) Rr. 140. Reduziertes Borferienprogramm? Wohnungsprovisorium und Einkommensteuer. zuschlag. Dienstag, 14. Juni 1932. Verband bemüht sich heute noch um die Opfer dieser Reform. Die Technisierung der Landwirtschaft hat weitere Opfer gefordert. Die Wirtschaftstrije glauben die Agrarier nun benüßen zu tönnen, die Rahmenverträge abzubauen. Wenn es bisher möglich war, alle Anschläge größtenteils erfolgreich abzuwehren, so ist dies lediglich der Geschlossenheit der Landarbeiterbewegung zu danken. Den assabericht erstattet Genosse Paul. Prag, 13. Juni. Die heutige Präsidialsihung bes Abgeordnetenhauses beschloß, das Plenum für Freitag, den 17. d. M., 11 Uhr, einzuberufen. Da die definitive Wohnungsvorlage aus dem Borferienprogramm bereits gestrichen wurde und damit auch die mit ihr verknüpften Sereditvorlagen Die Berichte des Vorstandes werden über eugenblicklich in Wegfall tommen, ist damit zu Antrag der Kontrollkommission ohne Debatte ein rechnen, daß das Haus wohl noch vor dem Sofol- stimmig zur Kenntnis genommen und dem Vorfongres in die Ferien geht und die beabsichtigte ftande sowie dem Raffier die Entlastung erteilt. Es übermittelt nun der mittlerweile ein Julitagung ausfällt. Die Freitagsibung des Barlaments, auf deren Tagesordnung nur zwei getroffene Obmann des österreichischen Landunpolitische Vorlagen, ein Zusatzprotokoll zum arbeiterverbandes die Grüße seines Verbandes. franzöfifchen Handelsvertrage und grundbücher- Hierauf erstattet Genosse UHI ein ausführliche Erleichterung für Komafsationsgebiete stehen, liches Referat über die Arbeitslosenwurde hauptsächlich zu dem Zwecke einberufen, unterstüßung", womit die Verhandlungen damit die Regierung ein Wohnungsprovides ersten Tages beendet sind. forium einbringen kann, das sofort den Ausschiffen zugewiesen werden wird und bereits nächiten Dienstag im Plenum behandelt werden Für die Junker! in der sich Herr von Gette 3 Der richtige Weg zur Erlangung schöner weißer Zähne unter gleichzeitiger Beseitigung des häẞitch gefärbten 3ahnbelages ist folgender: Drüden Sie einen Strang Chlorodont- Zahnpaste auf die trodene Chlorodont- Zahnbürste( Spezialbürfte mit gezahnten Borstenschnitt), bürsten Sie Ihre Zähne mun nach allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erst jetzt die Bürste in Waffer und spülen Sie mit Chlorodont- Mundwasser unter Gurgeln gründlich nach. Der Erfolg wird Sie überraschen! Der mißfarbene Janbelag ist verschwunden und ein herrliches Gefühl der Frische bleibt zurüd. Verlangen Sie ausdrüdlic Chlorobont- Zahnpaste. Tube Kö 4.- und K6 6.-. Die Agrarfascisten. Eine kleine Blütenlese aus einer Nummer des„ Veter" Gute Demokraten sind unsere Agrarier, das muß der Neid ihnen lassen! Drei Notizen des Večer", an einem einzigen Tag, dem 11. Jun erschienen, mögen dafür zeugen. Die österreichische Gendarmerie hat in Diembach bei Brud an der Mur Schußbundwaffen Der gerettete Ozeanflieger Hausner entdeckt und beschlagnahmt. Das teilt der„ Večer" in dreispaltiger Entrüftung, die den Waffenfund zu einem ,, Riesenarsenal" hinaufschwindelt, Großgrundbesitz auf Kosten der arbei- seinen Lesern mit. Von den Rüstungen der soll. Die Deutsche Landpost" bringt in ihrer tenden und der arbeitslosen Volts Heimwehren, die seit drei Jahren Desterreich Morgen werden sich die politischen Minister letzten Sonntagsausgabe die Rede wieder, die massen unterſtüßen will. Die Deutsche Land- mit ständiger Bürgerkriegsgefahr bedrohen, er neuerdings mit den Vorschlägen des Finanz der Herr General Schleicher vom Reichs- poſt" hat also wieder einmal bewiesen, daß sie zählt der„ Večer" nichts, obwohl alle Welt, außer ministers auf einen schärfer progressiven 3- fanzler von Papen in der Vollversammlung und die Partei, die hinter ihr steht, mit Ar- den mit Absicht blinden österreichischen Behörden schlag zur Einkommensteuer befaffen, des Deutschen Landwirtschaftsrates halten ließ. beitslosenfürsorge nichts zu tun haben wollen. von den wirklich gewaltigen Waffenlagern der ber 300, nach anderen Meldungen fogar 400 ene Stelle der Rede, Heimwehr und ihren Putschvorbereitungen weiß, Millionen Kronen einbringen soll. Begreiflicher- Papen mit der starten, zielbewußten AgrarDer Staatsbeitrag zur Pensionsversicherung. Sie schon einmal zu einem Umsturzversuche geweise drängt der Finanzminister darauf, daß auch politik" als dem" Fundament jeder gefunden Das Ministerium für soziale Fürsorge hat die führt haben. Denn die Rüstungen der Reaktion diese Borlage noch vor den Sommerferien ver- Entwicklung" beschäftigt, wurde von der Deut- Frist zur Vorlage der für die Belegung der abschiedet werde. Die Details aus der Vorlage, schen Landpost" kommentarlos und in Fett Ansuchen um die Zuerkennung des Staatsbeidie ein Teil der Bresse bereits veröffentlicht, find drud gebracht. Das will besagen, daß sie mit trages gemäß§ 176 des Pensionsgefeßes( Slg. im gegenivärtigen Stadium lediglich Wünsche des der von der Regierung Papen betriebenen Nr. 26/1929) erforderlichen Nachweise bis zum Finanzministers, die in den erst einsetzenden Junkerpolitik übereinstimmt, die den 31. Dezember 1932 verlängert, Parteienverhandlungen wohl noch ziemliche Aenderungen erfahren dürften. Die Einheitsfront des Proletariats Deutichlands. Nicht listiges Manöver sondern Kampibündnis. Die Arbeiter- Zeitung" beschäftigt sich| ungleich widerstandsfähiger erwiesen hat als die in einem Artikel mit den Zuständen in kommunistische Partei. Deutschland. Wir entnehmen dem Aufsat die nachfolgenden bemerkenswerten Aus es sich erwiesen hat, ein wahres Verbrechen an Dennoch ist dieses Manöver, so unwirksam führungen: der Sache des Proletariats. In diesem weltgeschichtlichen Augenblid geht es um Tod und Beben. Die Arbeiterklasse Deutschlands steht vor dem folgenschwersten Entscheidungskampf ihrer Geschichte. Welches Verbrechen nun, just in der Stunde, da die Panzerwagen der Reaktion in geschlossener Front gegen die Arbeiterklasse vorstoßen, die mächtigste Kampforganisation der Arbeiter, die Sozialdemokratie, desorganisieren zu wollen! finden die Duldung und den geheimen Beifall des Večer", nur die Notwehr der Arbeiterklasse empört sein demokratisches Herz. Mag auch der Heimwehrterror zahlreiche Todesopfer, wahre Blutzeugen der Demokratie gefordert haben, mag sich der Heimwehrfascismus deutschnational und tschechenfeindlich gebärden, mag er sich mit dem Hakenkreuzfascismus verbünden, die Sympathien des ,, Večer" sind ihm sicher. Denn die Sympathien des Večer" gelten auch dem Hakenkreuzfascismus selbst. Das HakenFreuz langt nach der Macht in Preußen. Alle Welt versteht, welche Gefahr für die Demokratie, nicht nur in Deutschland, nein, in ganz Europa lese nur: daraus hervorgeht, fut nichts, der„ Večer" steht auf der Seite des Hakenkreuzfascismus. Man ,, Der Präsident des preußischen Landtages, der Hakenkreuzler Kerrl, hat dent ant tierenden preußischen Minister Hirtsiefer ein Schreiben gesendet, in dem er den sozialdemo tratischen Vorsitzenden der Regierung tadelt, weil er sich entfernt hat, ohne seine Abwesen heit anzuzeigen. Kerri erinnert daran, daß nach der parlamentarischen Ges pflogenheit und der Geschäftsordnung jedem Abgeordneten ein einwöchiger Urlaub vom Präsidenten des Landtages, ein längerer Urlaub vom Landtage selbst erteilt wird.... Man sieht, daß die Hafenfrenzler in Deutschland Ordnung einführen wollen und es besteht kein Zweifel, daß die Sympathien der Mehrheit der Bevölkerung anf ihrer Seite sind." Ein Zaa der Jugend. Proletarisches Rinderturnfest in Pilsen. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen ber tschechischen Arbeiterturner Westböhmens fand Sonntag in Pilsen ein imposanter Aufmarsch der D. T. J. Jugend statt. 3ehntausend einheitlich gekleidete Mädchen und Knaben zogen um halb 9 Uhr früh vom Hauptbahnhof durch die Die Schicksalsfrage des deutschen ProletaStraßen der Stadt. Es war ein malerisches Bild, riats ist, die organisatorische Form zu finden, die das nicht nur durch seine Farbenpracht wirkte, die Stampffront der Arbeiter sammelt, und sie sondern auch durch seine Geschlossenheit tiefen voll und geschlossen gegen den einen unmittelEindruck hinterließ. So viele tausende Kinder hat Eindruck hinterließ. So viele tausende Kinder hat baren Feind, die feudale Konterrevolution, einselbst das aufmarschgewohnte Bilsen noch nie jest. Die Arbeiterklasse fann und wird den in Reih und Glied marschieren sehen. Man hörte ezt. Die Arbeiterklasse kann und wird den Rufe, wie:„ Wo Tommen die vielen Kinder her?" Kampf gegen die Reaktion bestehen, wenn sie die Einheit der Kampffront herstellt, wenn Auf dem Betakplate defilierte der Festzug fich die beiden großen proletarischen Parteien, die vor dem Schulminister Genossent Dr. Dérer und den Festdelegationen. Eine Abordnung von Sozialdemokratie und die kommunistische Partei, ungefähr hundert deutschen Kindern aus zum proletarischen Kampfbündnis verständigen. Pilsen und Mi es wurde lebhaft afflamiert und Die Verständigung zwischen den beiden proletari- Aber das kommunistische Einheitsfrontmanöver Bilfen und Mies wurde lebhaft aktlamiert und schen Parteien kann heute leider noch nicht die sieht tein anderes Ziel: die Sozialdemokratie zu antivortete mit Freundschaftsrufen. Um 11 Uhr vormittag fand im Vereinshaus Verschmelzung bedeuten; noch ist die Zeit zu schwächen, den Bruderkampf immer aufs neue Bello" eine Versammlung der sozialdemokrati diesem höchsten, von jedem Sozialisten leiden anzufachen!... mit um so stärterer Energie den Hauptstoß gegen die Sozialdemo= schen Lehrer statt, in welcher der Schulminister fchaftlich ersehnten Ziel nicht reif. Aber fratie" das ist die kommunistische Parole ein mit Beifall aufgenommenes Referat über zum Regierungsantritt der Nazibarone! Für die Diese Mehrheit der Bevölkerung besteht zwar Erziehungsfragen hielt. Nachmittag erreichte das Kommunisten sind noch immer die Sozialdemo- nach dem Ergebnis der preußischen Wahlen nur Jugendfest seinen Söhepunkt. Der riesige Festplay war von rund 30.000 Zuschauern besucht, Das gemeinsame unmittelbare Stampfziel ist ge- handelt sich jetzt um die Zukunft des Proieta- Mehrheit fehlt, wird den Hakenkreuzlern durch fraten, nicht die Fascisten, der Hauptfeind". Es aus einem Dritte 1, aber was zur wirklichen die den Vorführungen begeisterten Beifall zollten. geben: die drohende Gefahr der feudalen Ston- riats; die Reaktion holt aus zu einem Schlage, die warmen Sympathien des„ Večer" gewig reichDie Maffenübungen der Kinder wurden tadellos terrevolution abzuwehren. Es gilt zunächst den der die Organisattionen der Arbeiter vernichten, lich ersetzt. Die blutige Komödie, die Hakenkreuzburchgeführt und legten Zeugnis von dem hohen Boden der Demokratie zu verteidigen, in Preußen den Boden ihrer Entwicklung zerstören, der Ar- ler in der Rolle von Verfechtern der parlamenNiveau der tschechischen Arbeiterturnbewegung die nationalsozialistische Regierung zu verhin beiterklasse schlechtweg das Minimum an Freiheit tarischen Gepflogenheiten und der Geschäftsordab. Das Kinderfeit war ein glänzender dern, im Reich am 31. Juli in gemeinsamer rauben soll, um auf den Trümmern der Republit nung zeigt, nennt der„ Večer" Ordnung! Er Auftakt zu den Hauptfeitlichkeiten am 19. Juli, Front die Reaktion zu bändigen, sich aber auch die Hohenzollern- Monarchie wieder aufzurichten. verhehlt gar nicht mehr, daß er diese Ordnungsan denen sich auch deutsche Arbeiterturner in sum Stampf auf revolutionärem Boden vorzu- Die Kommunisten aber sprechen von der Vermenschen je früher desto lieber an der Macht großer Zahl beteiligen werden. bereiten, um gerüstet zu sein, wenn die Konter- gangenheit. Während die feudale Konter- fäbe, und während sein Barteifreund Slávik gegen revolution den Boden der Gesetzlichkeit zu zer- revolution zu einem Offensivstoß gegen die Re- den Volkssport" ein Resseltreiben veranstaltet, schlagen wagt. Leider aber denten die Kommunisten an die publik einsetzt, diskutieren die Kommunisten über wünscht der Bečer" dem deutschen Volke die darauf anfäme! Es geht um die primitivsten lerischen Terrorarmee, wünscht er die blutige die Schuldfrage. Als ob es in dieser Stunde Herrschaft und die„ Ordnung" der Hakenkreuzüber das Problem der Diftatur oder der Demo- weil es gegen die Sozialdemokratie geht. Freiheitsrechte die Kommunisten debattieren unterdrückung jeder demokratischen Regung, nur Jugendtag auf dem Sokolstadion. Der Sonntag war auch im Programm der Sofalfeierlichkeiten der Jugend eingeräumt. Auf dem Stadion turnten in Anwesenheit des Präst denten der Republif über 12.000 Mädchen und 11.000 Staben aus mehreren Gauen des Sokol berbandes. Nach Schluß der Uebungen wurde ein Festspiel unter Mitwirkung von 5000 Berfonen aufgeführt. Die Beteiligung der Bevölkerung aus Brag und Umgebuna war sehr zahlreich. Verbandstag der Land- und Foritarbeiter. was im Augenblick bei ernstem Willen möglich ist, das ist ein ehrliches Treue- und Kampfbündnis. wahre und wirkliche proletarische Einheitsfront nicht. Der Artikel der Moskauer, Prawda", den eine Meldung voreilig als eine Wendung zur Verständigung ankündigte, ist eine bittere Enttäuschung. Was die„ Prawda" will, ist nichts anderes als die Fortführung des alten, abgefeimten Einheitsfrontmanövers, das sich in Wahrheit fein anderes Ziel stedt, als einige tausend fozialdemokratische Arbeiter für die kommunistische Pariei zu gewinnen. fratie. Am deutschen Horizont steht aber nicht die sozialistische Diktatur der Arbeiter und Bauern, sondern die fascistische Diktatur des Adels und der Schwerindustrie, nicht Sowjetdeutschland, sondern Hohenzollern- Deutschland. Damit aber neben den deutschen auch die tschechischen Chauvinisten auf ihre Rechnung kommen, wird in einer dritten Notiz jubelnd ner fündet, daß die Finanzbehörden nun auch von den Trafikanten die Kenntnis der tschechischen Sprache verlangen und der„ Večer" ist voll Stolz, daß er diese Maßnahme auf seine eigene Heße zurückführen kann. Da fein vernünftiger Nun sollte aber doch die Erfahrung des letzten Angesichts dieser Gefahr zerfallen vor der Ge- Mensch sich vorstellen kann, daß es beim Einkauf Samstag und Sonntag fand im Löwensaale Jahrzehnts die Kommunisten endlich belehren, schichte die Gegensätze der Ideologie und der von fünf Zigaretten wirkliche sprachliche Proin Saaz der vierte Verbandstag der Land- und daß die Millionenmassen der sozialdemokratischen Wiethode in nichts. Es gibt nur eine einzige bleme zu bewältigen gibt, geht es nur um die Forstarbeiter statt. Er war von Delegierten aus Arbeiter gegen diese Manöver gefeit sind. Die Aufgabe und nichts daneben: diese Gefahr in gegenseitige Vergiftung und Verhebung. Da halallen Gebieten der Republik gut beschickt. Von den sozialdemokratischen Arbeiter wollen die prole- gemeinsamem Kampf abzuwehren, die Reaktion, ten Slávik und Kaiser gemeinsam schöne Reden, Bruderverbänden waren anwesend: Genosse tarische Einheitsfront; aber sie wollen sie als die Freiheit, Arbeiterbewegung, Sozialismus zu aber während sie beim Denkmal der KriegsSchmidt- Berlin von der Landarbeiterinter- Sozialdemokraten, nicht als Stommuni- verschlingen droht, zurückzuwerfen. gefallenen von nationaler Versöhnlichkeit übernationale, Genosse Stupfa- Brag vom tschechisten, mit ihrer und nicht gegen ihre Partei, Karl Marr hat in seiner Erkenntnis der quellen, werden die überlebenden Kriegsopfer, schen Verband, Gen. Schneeberger vom im Gefüge ihrer sozialdemokratischen Organisa- Geschichte der Klassentämpfe den strategiſchen arme, invalide Trafikanten, unnötig schifaniert österreichischen Verband. Die Zentralgewer- tion, unter der Führung ihrer selbstgetvählten Grundsaß vertreten, daß sich das Proletariat und gequält. Und der„ Večer" freut sich nicht schaftsfommiffion war durch den Gen. Weigl Vertrauensmänner, aber nicht um den Preis der selbst mit der Bourgeoisie gegen den Feudalismus nur darüber, er bekennt sich sogar dazu, diefe Reichenberg, der Verband der Kleinbauern und Bertrümmerung ihrer Partei, zu der sie ebenso verbünden müsse. Er hat deshalb die Lassallesche Schikanen durch seine Agitation herbeigeführt zu Häusler durch den Abg. Gen. Leibt und die treu stehen wie die Kommunisten zur fommuni- Formel von der einen reaktionären Masse" ver- haben! Kreisgemerfichaftskommission durch den Genossen stischen Partei. Die Sozialdemokraten verstehen worfen. Wenn Feudalismus und Bürgertum um Sind es nicht wirklich Patentdemokraten? Ritsch vertreten. unter der proletarischen Einheitsfront ein chr- die Macht ringen, habe das Proletariat im Der Verbandschmann Genosse Uhl verwies fiches Kampfbündnis zwischen der sozial- Kampfbündnis mit dem Bürgertum den Feu Dr. Kramař auf dem Wege der Besserung. einleitend darauf, daß die Krise auch an dem demokratischen Partei und der kommunistischen dalismus zu schlagen. In Deutschland droht die Der Führer der Nationaldemokraten Dr. Verbande nicht spurios vorübergegangen ist. Partei; die Kommunisten aber ein listiges Ma- Wiederkehr der Junterherrschaft. Sie zurückzu Kramař war seit Monaten schwer erkrankt; Wenn der Verband trotzdem an Mitglie- növer, von dem sie erwarten, daß es die sozial- werfen ist im Augenblick für die Parteien der sein Zustand war vielfach Gegenstand ernster dern zunehmen konnte, so ist dies ein demokratische Partei zerstören und die sozial- Arbeiterklasse eine gemeinsame Schicksalsfrage. Besorgnisse. Vor einigen Tagen fand an seinem erfreuliches Zeichen deffen, daß der freigewerk- demokratischen mit den kommunistischen Arbei- Die kommunistische Sturzsichtigkeit, die dieser erantenlager ein ärzliches Konsilium statt, das, schaftliche Gedanke in den Reiben der Land- und tern in der kommunistischen Partei Frage ausweicht, die nur die kommunistische wie die Nár. Listy" melden, feststellte, daß die Forstarbeiter immer mehr und mehr Fuß faßt. einigen soll. Dieses läppische Manöver ist na Bartei, aber nicht die Arbeiterklasse sieht, die ursprüngliche Grippeinfektion bereits über Es folgte hierauf die Wahl der Mandats- türlich immer gescheitert, so oft es unternommen wohl zum Einheitsfrontmanöver, nicht aber zum wunden ist und die in ihrem Gefolge auf und Antragsprüfungskommiffion, wurde. Die kommunistische Erwartung, die proletarischen Kampfbündnis rät, hat die Größe tretenden Nerven- und Magenstörungen allmäh Sodann übermittelten die Gäste die Grüße Sozialdemokratie zu vernichten, um fie dann zu der geschichtlichen Stunde nicht erkannt. Aber lich nachlassen, so daß sich der Patient bereits in ihrer Organisationen. beerben, hat jämmerlich getrogen. Die Sozial die Zeit drängt und fast wird es zu spät. Stadium der Rekonvaleszenz befinde und nun Den Bericht des Vorstandes" er demokratie ist geblieben, was sie war, eine Mil Was heute noch möglich, fann morgen unwieder mehr in Ruhe und Geduld die Kräfte zu: ſtattet Genoffe Uhl. Die Bodenreformt hat tau- fionenpartei, die weitaus stärkste Arbeiterpartei bringlich dahin sein. Was man von der Meinute Erneuerung der normalen Lebensgewohnheiten fende deutscher Landarbeiter brotlos gemacht. Der Deutschlands, die sich im Sturm der Reaktion ausgeschlagen, bringt leine Ewigkeit zurüd." sammeln müsse. @eite. Tagesneuigkeiten Geldfälscherwerkstätte bei Reichenberg ausgehoben. Für eine Million falsche 1000 kronennoten erzeugt. Dienstag, 14. Juni 1932. Opfer des Flugwesens. „ Bloß ein einziger Unsall" on dem Olmüßer Flugtag! Olmük, 12. Juni.( Tsch. P.-B.) Der von der Ortsgruppe der Masaryk- Flugliga veranlungen. Das Hauptprogramm wurde auf dem Vom Rundfunk Mittwoch Nr. 140. Brag: 6.15 Gymnostif. 11.00 Schallplatten. ten Rebels stieß jedoch der Apparat auf einen 18.25 Deutsche Sendung: Arbeitersen. Blizableiter des Damböd- Schuhhauses am dung: Congré Schramm- Bras: Heber Schneeberg und stürzte start beschädigt den Entwurf bes neuen Wohnungsgeab. Der Pilot erlift nur leichte Verletees, 19.00 Militärtongert. 20.05 Orchesterfonzert. 3ungen. 90 Noten bereits in Umlauf gesest taltete müger Flugtag iſt vollauf ge- Acht Lage und Nächte hilflos auf dem Dzean! Wien: Brünn: 18.25 Deutsche Sendung: Schramet: Rationalisierung und deren soziale Einflüsse. 19.15 Bei den Humoristen. Reichenberg. In einem kleinen Ort un- Nereteiner Flugplaze abgewickelt. Den Höhe Breslau: 16.30 Kleine Flötenmujit. 18.30 Blastonweit von Reichenberg, fam ein fleiner Junge zum punkt bildeten der Angriff von Bombargert. Hamburg: 17.55 Romantische Lieder. Bostamt und wollte eine Tausendkronen- dierungsflugzeugen auf den einge= New York, 12. Juni. Der amerikanische Königsberg: 20.05 Orchestertongert, Langenberg: note wechseln. Dem Postbeamten schien die Note nebelten Flugplatz und der von von Frl. Flieger polnischer Herkunft Stanley Haus 20.00 Volt musiziert.-- Leipzig: 22.00 Orchestergefälscht zu sein. Er fragte den Jungen, wer ihn Strupička durchgeführte Fallschirmabsprung. ner, der vor neun Tagen von New Jersey aus fonzert. München: 19.05 Chongejang. gesandt habe. Der Junge nannte einen Lithogra- Hierauf vollzog sich der Start eines motorlosen einen Versuch unternahm, den Atlantik zu über- 17.40 Vorträge auf zwei Klavieren. 20.00 Wien phen. Sofort wurde die Reichenberger Gendar- Apparates, der von einem Motorflugzeug in queren, ist 500 Seemeilen westlich Oporto von bleibt Wien. 22.15 Tangmusit. merie und Polizei verständigt. Es wurde eine eine Höhe von etwa 800 Meter gebracht wurde. dem britischen Tantschiffe Circe Shell" le= Haussuchung bei dem Lithographen vorgenom- Sowohl Flug als auch Landung dieses motor- bend aufgefischt worden. Wie der Kapi- stattfindet, beantragte der Staatsanwalt gegen men. Dabei fand man eine ganze Rotenlosen Flugzeuges gelangen aufs beste. tän des Schiffes auf radiotelegraphischem Wege Dr. Mert wegen schwerer Körperverlegung, volldrunderei. Der Lithograph gestand, falsche Auch der Fallschirmabsprung des Frl. Krupič mitteilt, war Hausner schon am Tage des Star- endeter Abtreibung und Abtreibungsversuchs Noten im Werte von etwa einer Million fova gelang glatt. Frl. Krupičkova landete tes, das heißt also am Freitag, den 3. Juni 2 Jahre 6 Monate Zuchthaus, gegen Frau Dr. hergestellt und bisher 90 Stück in Umlauf auf einem in der Nähe gelegenen Friedhofe. 1932, gezivungen, mit seinem Flugzeuge auf dem Bauer- Haus wegen Beihilfe zu schwerer Körpergesezt zu haben. Der 25jährige Lithograph und Meer notzulanden. Bolle acht Tage und Nächte verletzung, vollendeter Abtreibung und Abtreifeine 27jährige Schwester, die verdächtigt, wird, bis zu seiner gestern abends erfolgten Rettung bungsversuchs ein Jahr Gefängnis und gegen ihm bei der Verbreitung der Falsifikate geholfen trieb der Flieger mit seinem Flugzeuge hilf Dr. Weber wegen schwerer Körperverlegung und zu haben, wurden verhaftet. los auf dem Ozean umher. Seine Nah- Abtreibung eine Gefängnisstrafe nicht unter rung bestand aus Butterbroten. Das Wasser des 8 Monaten. Kühlers schützte ihn vor dem Verdursten. Er ist Flugzeugabsturz in einer Strafauer Straße. unverletzt, aber so erschöpft, daß er noch Während einer in Krakau stattfindenden Bropanicht in der Lage ist, einen zusammenhängenden gendaflugtwoche stürzte ein fleines Flugzeug bes in einer belebten Straße Bericht seines furchtbaren Erlebnisses abzu- Stratauer Aeroklubs geben. Krafaus in der Nähe des Weichselstrandbades ab und wande zertrümmert. Der Pilot erfitt schwere Verlegungen. Der Passagier, ein Privatbeamter namens Pacula fand sofort den Tod. Das ist der Altohol! Ein fünfzehnjähriger Knabe ist, wie die Wiener Blätter melden, vor einigen Tagen von der Wiener Reichsbrücke in die Donau gesprungen und ertrunken. Der Junge ist von seinem Vater zum Selbstmord getrieben worden, der ihn in der Trunkenheit mißhandelte und ihm vorwarf, daß er den Jungen, der in einer Lehre war, miterhalten müsse. Der Vater hat den Jungen wiederholt an den Haaren über die Stiege geschleift, prügelt seine Frau und zwingt sie, ihm ihren Bedienerinnen- Lohn zum Vertrinken abzuliefern. Spuren Bertrams. Im Berlaufe des Flugtages ereignete sich bloß ein einziger Unfall. Bei dem Anzün den eines fingierten Hauses, das mit Benzin begossen war, erlitt der Feuerwehrmann Hradečny Brandwunden zweiten Grades. Der Schwerverlette wurde ins Olmüşer Krankenhaus gebracht. Deutscher Flugtag: 2 Opfer. Insterburg, 12. Juni. Bei den heutigen Veranstaltungen des Flugtages setzte bei der Vorführung eines Fallschirmabsprunges mit Buppe der Motor eines Flugzeuges aus. Das London, 13. Juni.( Reuter.) Eingeborene in Flugzeug tam ins Trudeln, wurde noch einmal Westaustralien entdeckten 100 Meilen nordwest- nach 9 Uhr morgens brach aus unbekannter Ursache Brand in den Witkowizer Werken. Moning abgefangen, stürzte dann aber knapp über dem lich von Wyndham die Spuren von zwei Wei- ein Brand in der Chamottefabrik der Witkowitzer Erdboden ab. Der Begleiter Pariz war Bent. Die Spuren führten nach Süden. Man entwerte aus. auf der Stelle tot. Der Pilot Tessendorf glaubt, daß es sich um den Ozeanflieger Bertram Formerei zum Opfer, deren Dächer aus Pappe Tem Feuer fiel die Dina erlitt so schwere Verlegungen, daß er im hoff und seinen Begleiter handelt. Die Eingeborenen waren, so daß sich der Brand rasch auf die Tächer nungslosen Zustande ins Insterburger hatten ein mit H. B." gezeichnetes Taschentuch der benachbarten drei zweistödigen Fabriksgebäude, Ist dieser erschütternde Selbstmord des Krantenbaus gebracht wurde. und ein Zigarettenetui mit eingravierter Wid- die mit anderen Gebäuden in einer Reihe stehen, Knaben nicht ein neuerlicher Beweis dafür, daß die Arbeiterorganisationen den Rampf gegent mung in deutscher Sprache gefunden und diese ausbreiten tonnte. Es begannen auch schon die Gegenstände einem Pater von der Drysdale Solzschwellen der Werksbahn auf dem Bahndomnt den Alkoholismus zielbewußt und ener Miffion übergeben. Der Fund verstärkt die Hoff- rings um die Formerei zu brennen. In wenigen gisch fortsetzen müssen? Spricht er nicht flar Wien, 12. Juni.( AN.) Das Flugzeug A- 79 mung, daß Bertram und sein Begleiter noch Minuten erschien an der Brandstelle die Wertsgegen die Allzuvielen, die die abstinenten Ar- der Flugzeugwerke Phönig" in Wöllersdorf, leben. Das Kriegsdepartement der Westaustra- feuerwehr und dann auch die freiwillige Feuerwehr, beiter für lächerliche Spintisierer halten? Auch das vom Piloten Palitich gelenkt wurde, lien- Airways erteilte die Genehmigung, ein deren gemeinsamen Bemühungen es gelang, das der entmenschte Vater des fünfzehnjährigen stieg heute früh zu einem Fluge auf den Schnee- Flugzeug nach Wyndham zu senden, um nach Heuer nach eineinhalbstündiger Arbeit zu Tofalific Selbstmörders wird mit dem berühmten einen" berg auf, um dort zu landen. Infolge des star- Bertram zu suchen. ren. Der Schaden ist hoch, jedoch durch Versicherung Glas begonnen haben, gegen das angeblich nichts gedeckt. Die Produktion wird durch das Feuer nicht einzuwenden ist. Das aber ist der Fluch des Alkohols, daß er, in kleinen Mengen genossen, beeinträchtigt. Ein Auto mit 27 Perfonen überschlägt ch. so oft den Wunsch nach größerer hervor ruft und daß er die Armen verlockend und betörend, als fürchterliches soziales Gift wirkt. Sört, Arbeitereltern, hört, erwachsene Genoffen! Verspottet nicht die Jungen, verspottet nicht die Ueberzeugten, die den Alkoholismus meiden, weil sie in ihm eine Gefahr für den einzelnen und eine Gefahr für die Klasse sehen. Kämpft mit gegen den Alkoholismus und achtet den, der den Alkohol meidet! Dampferkatastrophe. Tokio, 13. Juni. Nach einer Reutermeldung aus Weihaiwei ist der Dampfer„ Whangking" mit 350 chinefifchen Fahrgästen an Bord bei dichtem Nebel auf Grund geraten. Zwei englische Zerstörer sind dem Schiff zu Hilfe geeilt, überquert. un „ Nur leichte Verlegungen" in Defterreich. erschossen zu haben. Smatval, der an der Spize] einer Räuberbande stand, welche in Mittel- Eisenbahner Franz Pardus aus Dřenice bei Weil die Tochter zu lange ausblieb. Der mähren Geschäfte und Stassen ausraubte und deren Chrudim geriet am Sonntag abend mit seiner Montag nachmittags ereignete sich in Sagen in Beute in acht Monaten mehr als 100.000 K betrug, Frau in Streit, weil die zwanzigjährige Tochter Westfalen ein schweres Autounglüd. Ein schwerer ericho feine Geliebte im Jänner d. J. aus Angit, lange ausblieb. Als das Mädchen, welches als Lieferwagen mit Sängern aus Sterterade jauste aus der Verhandlung, die für drei Tage anberaumt ist, kam, drohte Pardus den beiden Frauen und die Böschung hinunter und überschlug sich. 27 Ver daß sie die Bande der Gendarmerie verrate. Zu Schneiderin in Pardubiz arbeitet, nach Hause bisher noch unbekannter Ursache in einer Surve wurden 63 Zeugen vorgeladen. Zusammen mit als sie vor ihm flüchteten, verfolgte er sie mit sonen sind mehr oder minder schwer verletzt worden. smatral sind seine drei Komplizen wegen Dieb einem Revolver. Nachbarn, die durch das Ge- Flucht aus einm traurigen Dajein. In Ro stahls und Einbruch angeklagt. schrei aufmerksam gemacht worden waren, tamen menig bei Deutschbrod lebte die Bettlerin Jirá gerade hinzu, als Pardus seine Tochter mit tová, die teine Füße hatte, mit ihrem ichmach zwei Schüssen niederstreďte. Dann verlegte er finnigen Sohn. Am Sonntag fuhr der Sohn feine fich selbst durch einen Schuß ziemlich schwer. Im Mutter auf einem Handwagen nach Humpoley: Hause wurde auch die Frau des Eisenbahners, dort tauften sie eine Flasche Lysol, das sie auf dem ebenfalls schwer verwundet, gefunden. Die Ver- Rückwege in einem kleinen Wäldchen austranten. wundungen der beiden Frauen sind tödlich. Sie wurden nach einigen Stunden in bewußtlojem Zustande aufgefunden. Die Jirátová starb während Pardus selbst dürfte am Leben bleiben. Junger Arbeitsloser erschießt seine Braut. Eine blutige Liebestragödie, der ein 19 jähriges Mädchen zum Opfer fiel, hat sich am Freitag im Grunewald in der Nähe von Schildborn abgespielt. Dort erschoß der 21jährige Bäder Baul Müller, der in der Fritschestraße 38 in Charlottenburg gewohnt hat, seine 19Unmenschliche Mörder. In der Gemeinde der Ueberführung ins Krankenhaus, der Sohn jährige Braut, die Verkäuferin Maria Ban Fertešalmas( Karpathorußland) unweit der un- lämpfte am Montag noch mit dem Tode dur. Müller erzählt über die Tat: Er und seine garischen Grenze wurde auf dem Felde der dor- brach Sonntag nachts in der Walzmühle des Joiel Brände. In Dolni Kounice bei Brünn Braut hätten beschlossen, gemeinsam aus dem lige Bürger Siegmund Nagy tot aufgefunden. Matyset eint Brand aus, zu dessen Bekämpfung Mit dem Wasserrad über den Aermel- Beben zu scheiden, da sich ihnen besonders Bei der Polizei meldeten sich drei Bürger von außer den Feuerwehren der Umgebung auch Brüntanal. widrige Verhältnisse entgegengestellt hätten. Er ertešalmaš, die angaben, ihren Verwandten außer den Feuerwehren der Umgebung auch BrünDover, 12. Juni. Der 51jährige Holländer selbst von Beruf Bäcker, sei arbeitslos Nagy beim Diebstahl auf ihren Feldern ertappt ner Wehren eintrafen. Um 5 Uhr früh gelang es und seit dem letzten Montag auch wohnungs- und ihn dann mit Haden, Schaufeln und Mühle brannte jedoch bis auf die Grundmauern der Feuerwehr, den Brand zu bewältigen. Tie Bilperooi hat gestern auf seinem Wafferrados geworden. Seiner Braut, die Verkäuferin Seugabeln so bearbeitet zu haben, daß er nieder. Die Löscharbeiten der Feuerwehren mußten den Aermelkanal in dreizebn Stunden gewesen war, sei ebenfalls gekündigt wor- tot liegen blieb. Ihre Tat versuchten sie durch sich nur auf die Rettung der umliegenden Objette den. Unausgesetzt hätte sie ihn zu der gemein- die Angabe zu entschuldigen, daß Nagy die Dorf- fic nur auf die Rettung der umliegenden Objekte beschränken, da die benachbarte Druckerei vom jamen Tat aufgefordert und auch gedroht, daß, bewohner systematisch bestohlen habe. Alle drei Der Kraftwagen- Lod. wenn er sich nicht zu der Tat bereit erkläre, sie wurden verhaftet. Es ist dies bereits der neunte Feuer bedroht war und die Gefahr bestand, daß die ganze Gemeinde von dem Feuer erfaßt werde. Der Schleiz, 12. Juni. Auf der Schleizer Dreied- ins Wasser gehen wolle. Beide hätten sich am Mord in diesem Bezirke im Jahre 1932. verursachte Brandschaden beträgt einige Millionen Grenzitrede der Hofer Straße wurde in der Grunewald umhergetrieben. Nachmittags seien laufen. Nach Meldungen aus Ropenhagen ist Im Automatenrestaurant im una part in Donnerstag getroffen und den ganzen Tag im 1800 Tonnen- Dampfer bei Jütland aufge- Kronen. Die Ursache des Brandes wird untersucht. Nacht zum Sonntag gegen 1 Uhr morgens ein mit acht Bersonen befeßtes Reichswehr- sie noch einmal in die Stadt gefahren und hät der Wochendampfer„ Jeloe", der zwischen Sam Berlin brach gestern früh Fener aus, das caich auto bei einer scharfen Wegbiegung aus der ten in einem Reſtaurant gut gegejsen. Dann burg und Oslo verkehri, bet Grenaa( Jüt- cinen großen Umfang annahm. Bersuche, die Sturve herausgeworfen, gegen einen Baum und wären sie in den Grunewald zurückgegangen, land) aufgelaufen. Die Lage des 1800 Tonnen Flammen, die in der Holzkonstruktion des Gebäudes dann in den Straßengraben geschleudert. Der hatten in der Tannenschonung übernachtet, und Führer, ein verheirateter Reichswehrangehöri- in den Morgenstunden des Freitag hätte Mül- großen Dampfers wird als kritisch angesehen. reiche Nahrung fanden, im Reime zu erſtiden, mißger, war jofort to t. Die anderen sieben Insassen er feine Braut erschossen. Da ste nicht gleich Die Baffagiere sind gereftet und bereits weiter langen. Auch die umliegenden Gebäube gerieten in gereist. Brand. Nur mit Mühe gelang es, die Berg- und wurden in das Krankenhaus nach Schlei; ge- tot gewesen sei, will er sie noch erwürgt haben. Wieder ein Irrtum. Die Aussagen der Talbahn sowie das angrenzende Hauptrestaurant bracht, wo heute Vormittag drei von ihnen Nach der Tat habe ihn der Mut verlassen, sich ihren schweren Verlegungen selbst das Leben zu nehmen, wie sie es beschloß- Schwester der durch Selbstmord geendeten Violet vor den Flammen zu schüßen. Erst nach mehreren Sharp, Emilie, wurden durch die Ergebnisse Standen tonnte der Brand gelöscht werden. Von Lagen. Zwei Verlegte schweben in Lebensgefahr, während zwei Verunglückte außer Gefahr Vergiftetes Speiseeis. In Gärtringen und der Nachforschungen von Scotland Yard nach dem Turm steht mir noch die Eisenkonstruktion, find. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind Umgebung( Württemberg) find 25 Kinder nach den Ursachen des Selbstmordes bestätigt. Scot daß man mit seinem Einsturz rechnen muß noch nicht abgeschloffen. Man vermutet, daß der dem Genuß von Speiseeis an schweren Bergif fond Nard fonstatiert, daß sowohl die Verftor- Man wird versuchen, ihn vorher abzutragen. Der Kraftwagen zu schnell in die Kurve gegangen ist. tungserscheinungen erfrantt. Die Kinder, die das bene als auch ihre Schwester Emilie ordent Sunapart muß zum Teil gesperrt werden. Der Eis an einem Marktstand gekauft hatten, erfrantiche und ehrsame Mädchen" sind. Für Sachschaden ist sehr erheblich. Die Entstehungs Bielefed, 13. Juni. An einer als gefährlich ten erst annähernd 14 Tage nach dem Genuß der Scotland Yard find die Nachforschungen ursache des Brandes fonnte noch nicht ermittelt nach den Ursachen des Selbstmordes beendet. In einem Wasserbehälter den Tod gefunden hat, bekannten Straßenfreuzung im Zentrum der verdorbenen Speise. Ein eigenartiger Unfall ereignete fich gestern wie uns aus Brür gemeldet wird, in Ober Stadt fuhr heute mittags ein mit zwei Personen Stempelgebühr bei Silfsaktionen für Arbetsbesetztes Motorrad gegen einen städtischen lose. Das Finanzministerium hat mit Erlaß vom mittags auf einem Schulhof in Hamburg. georgenthal die 44jährige Arbeiterin des HumOmnibus, geriet unter den Kühler und wurde 25. Mai 1932, 31. 53.525/ 32.V/ 16, zugestimmt, daß Bon einem dort stehenden Akazienbaum brach bold: II- Schachtes Agnes Tuce!, Mutter zweier etroa dreißig Meter weit mitgefchleift. Der Rechnungen und Bestätigungen, die von Genossen- plöslich ein ich werer 2 st ab und stürzte in unversorgter Rinder. eine von einer Wahlfahrtszahlstelle stehende einen Mieter tiefen Wasserbehälter ertrunten auf Führer des Motorrades ver starb auf dem schaften und Kaufleuten den Gemeinden über Wege zum Krankenhaus: feine Begleiterin die Verrechnung und den Empfang der ihnen zu Menschengruppe. 3e hn Personen wurden gefunden. Da die Unglüdliche seit längerer Zeit mehr oder minder schwer verlett. war auf der Stelle tot. Der Autobusführer stehenden Beträge für Nahrungsmittel vorgelegt an epileptischen Anfällen litt, ist es wahrscheinlich. Krise wurde zwecks Feststellung der Schuldfrage festge- werden, welch lettere gemäß vorausgegangener VerGeburtenrüdgang. Im ersten daß sie in einem solchen Anfall in den Behälter einbarung auf die von den Gemeinden an die Vierteljahr 1932 waren in England um 7451 gestürzt und dort, weil nicht gleich Hilfe geleistet arbeitslojen Personen verteilten Einkaufsamveijun- weniger Geburten als in der gleichen Vorjahrs- wurde, extrunken ist. Der Brerauer Mord vor Gericht. gen geliefert wurden( staatliche Ernährungsaktion seit. Es ist dies der niedrigste Geburten für Arbeitsloje, Weihnachtsbeitrag- Aftion für Rin- it and während eines ersten Vierteljahres, mie Die Geliebte aus Angst vor Verrat erschossen. der von Arbeitslofen), in Hinfunft auf Grund des er überhaupt seit der amtlichen Geburten- RegiOlmis, 13. Juni. Vor dem hiesigen Schwur Tarifgrunbiates Post 96/83 it. A des Gebühren- ftrierung verzeichnet wurde. Olmüş, gericht hat heute der Prozeß gegen den 21jährigen gejezés bzh. Tari. Poft 84/84 lit. A der GebührenSchneidergehilfen Boh. Smatral aus Broßnih be- grundiase als gebührenftei angesehen werden gonnen, der angeklagt ist, jeine Geliebte, die 19- und daß für die Vergangenheit nicht eingehobene jährige Marie Rozsival, in einem Brevauer Hotel Gebühren nicht mehr abterlangt werden. nommen. * er= sen hätten. werden. Sie wurde in einem mut Der flüchtige Ertaiser gefangen. Addis Abeba, 13. Juni.( Reuter.) Der ge wesene Kaiser von Abessynien Lijyaffu, der be Zuchthausantrag gegen Aerzie. In einem kanntlich als Frau verkleidet in die wilden GeProzeß, der seit 14 Tagen vor dem Offengenden von Gadicham flüchtete, wurde, wie off bit rger Schwurgericht gegen drei Kehler Aerzte ziell berichtet wird, von den Regierungstruppen megen Unfruchtbarmachung in zahlreichen Fällen des Kaisers Haile Selasie verhaftet. Nr. 140. Dienstag, 14. Juni 1932. Seit« 5 Ku armer Narr und die „hochaugesehenen Egerer Bürger". Der Greis, der den„hochangesehenrn Bürger«- den dummen August adgebe« mußte. In Eger- ist vor einigen Tagen im Alter von 86 Jahren der frühere Hühneraugenoperateur Georg Werner, der in den letzten Jahren sein mehr qls armseliges Leben als Gelegenheitsarbeiter fristen muhte, gestorben. Eine geschäftstüchtige Journaille, die in Eger domiziliert, hat den Tod des armen Teufels zum Anlaß genommen, ihm eine Art Nachruf zu schreiben, der freilich weniger dem ins Reich des Todes Hinübergegangenen gewidmet war, sondern einem bestimmten Kreise der Egerer Bürgerschaft, die sich zeitObens aus dem nunmehr Toten einen Narren gemacht hat. Die Geschmacklosigkeit| dieser Bürger ging so weit, daß sie auf Grund seiner Tätigkeit als Hühneraugenoperateur dem Werner den Namen Dr. Funk verliehen und— weiß Gott, große Sorgen müssen diese Leute haben!— eine Stammtischrunde„Funkia" benamsten. An diesem Stammtisch, der laut dem von einem Egerer„Äour- «alisten" in einzelnen Zeitungen veröffentlichten „Nachruf von„hochangesehenen Egerer Bürgern" gebildet wurde, wurde Dr. Funk, bzw. Georg Werner zum Mittelpunkt„unzähliger Lokalhumoresken und Schnurren" gemacht. Es bedarf keiner Hervorhebung, daß diese„Schnurren" derbster Egerländer Art waren und der„Geistigkeit" des Stammtisches„Fnukia" etwa in dem gleichen Maße entsprachen, wie der seinerzeitige Einfall, die Runde der„hochangesehenen Egerer Bürger" mit dem Namen„Funkia" zu bezeichnen. Währenddem aber die Herren dieser prominenten Tafelrunde ihr« mehr oder minder— zumeist minder— gelungenen Witze über das Egerer Original Weber, alias Funk rissen, kämpfte ein müder und gebrechlicher Greis mit immer schwächer werdenden Kräften gegen den Hunger, der trotz allen„Schnurren" und„Lokalhumoresken" nicht von seiner Seite wich; als Vereinsdiener, Plakatträger, „Blumenmädchen" und Flickschuster schlug er, der allgemein für einen armen Narren gehalten wurde, sich durch das Leben und durch jene erbärmliche Gemeinschaft von Mitmenschen, denen sein bemitleidenswertes Schicksal gerade gut genug für Witzeleien war. Wenn sich aus dieser menschlichen Gemeinschaft die Tafelrunde„Funkia" der in dem Nachruf erwähnten„hochaugesehenen Egerer Bürger" als besonders erwähnenswerte Gruppe hrrauskristallisiert hat, so bedarf dies eines Kommentars weiter nicht. Erstaunlich ist lediglich die Unverfrorenheit, mit welcher eine gewisse Presse den Heimgang eineblutarmen und vom Leben aufS bitterste enttäuschten Menschen dazu benützt, jener besonderen Zeitgenossen rühmende Ertvähnung zu tun, die vermocht haben, den Elends- und Jammerschrei eines Schwachsinnigen in eine— Lokalschnurre umzuwandeln und beim schäumenden Bierkrug jene berühmte Egerer Geistigkeit zu pflegen. G. B. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Steigen der Lebenshaltungskosten. Gewogener Lebensmittelindex im April 106.4, im Mai 107.5. Der gewogene Lebensmittelindex für den Durchschnitt der ganzen Republik ist in der mittleren Wochedes Mai 1932(nach dem neuen ständigen Wägungsschema) gegenüber dem Monat April gestiegen, und zwar um 1 Prozent, von 106.4 auf 107.5. Die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln im Mai im Durchschnitte der ganzen Republik verlief ähnlich wie in Prag und den übrigen größeren Städten, doch sind die Erhöhungen und Rückgänge nicht so jäh. Cs ist dieS ganz natürlich, denn der Anstoß zu den Preisänderungen geht meistens von den größeren Städten aus und das Land paßt sich ihnen allmählich an. Die Preis« von Brot und Mehl bleiben in der Summ« der Republik unverändert. Die Fleischsorten haben sich der Preiserhöhung der großen Städte bereit- etwas angepaßt(ungefähr um 1 Prozent). Der Butterpreis steigt aus den oben angeführten Gründen auch im Durchschnitt« des ganzen Staates bedeutend(um 8.2 Prozent). Neu« Kartoffeln.kommen bisher nur vereinzelt vor, doch haben sie auf die Preisentwicklung bereits Einfluß. Uebereinstimmend mit Prag sinkt der Eierpreis ziemlich bedeutend(fast um 10 Prozent). I« den«meinen Ländern ist der gewogene Lebensmittelindex im Vergleiche zum Vormonat (Zahlen in der Klammer) folgender: In Böhmen 107.7(106.2), in Mähren»• Schlesien 104.7(104.4), in der Slowakei 112.21 (111) und in Karpathorußland 123.1(122.2). Was di« großen Städte betrifft, wo die Preise j für den Verlauf des ganzen Monats verfolgt werden, verzeichneten: Prag 102.51 (100.8), Brünn 99.9(97.9), Bratiflava 124.4 (118.8), Pilsen 103(101.1) und Reichenberg 105.9 (102.7). Die eingehenden Ergebnisse der Erhebungen| der Kleinhandelspreise int Monate Mai 1932 werden in Nr. 20 der„Preisberichte des Statistischen Staatsamts", Jahrgang XII(1932), veröffentlicht werden, die in den nächsten Tagen erscheinen.(In Kommission bei der Firma Burslk & Kohout, Prag II. Büclavske nüm.) Sur Sozialversicherung der Heimarbeiter Die Zentralsozialvcrsicherungsanstalt in Prag geht nun daran, auch jenem Teil der erwerbstätigen Bevölkerung des Staates die Wege in die Kranen- und Sozialversicherung zu ebnen, die von dieser sozialen Einrichtung der Gesellschaft bisher zum allergrößten Teile' ausgesch'eden waren. In ihren Mitteilungen Nr. 4 vom März 1932 hat die Zentralsozialversicherungsanstalt Richtlinien an die Bezirkskranketwersiche- xungsanstalten herausgcgeben, nach welchen- sich Sind die Bordelle aufgehoben? Die Massagesalons und ihre Zutreiber.— Hilflose Justiz I Der Beruf eines Masseurs oder einer M a s s e u se war bis vor wenigen Jahren ein Erwerb, der bei schwerer Arbeit und nach Absolvierung gründlicher Ausbildung eben noch das tägliche Brot einbrachtc. Die Kunden mußten meist im Hause ausgesucht, viele Treppen alltäglich gestiegen, viele Grobheiten geschluckt, viel Geduld aufgewendet werden und die Entlohnungen waren aft schäbig genug. Allein dieser Typus vegetiert nurmehr. Er ist völlig überwuchert Worden von den sogenannten„M assagc- Salons", die die alten Vertreter eines ehr-^ lichen Berufes nicht nur materiell, sondern auch in der soztaleji Achtung aufs schwerste geschädigt haben. Nach einer Blättcrnotiz werden i pro Tag durchschnittlich zwei neu:„Salons" dieser Art beim Gewerbereferat des Prager Magistrats angemeldet. Die„N a r o d n i Politika" enthält täglich über vierzig Inserate solcher Betriebe. Das„Prager T a g b l a t t" muß sich mit einer geringeren Zahl solcher Aufträge begnügen. Dafür versteht sich aber dieses Kulturblatt des deutschen Bürgertums trefflich darauf, bei solchen Anpreisungen das vielsagende Augenzwinkern herauszubekommen: „Besuchen Sie«ns mit Bertrauen.. Strengste Masseuse Prags..."„Komfort! Hygiene!"...„Intelligente diskrete Bedienung..." Frische Kräfte eingelangt..." „Sprachenkundige jung« Kräfte..." usw. Alles hübsch effektvoll in Fett- und Sperrdruck, eingerahmt von Doppelrufzeichen u. dgl. Auch die Firmennamen sind nicht ohne. Vielfach sind es dieselben, welche früher von anderen„S alon S" geführt wurden, die zum Unterschied von den Klientinnen des„P. T." eine rote Laterne über dem Eingang führten. „Geöffnet von 9—9", heißt es weiter, aber, wie uns Kenner versichern, steht meist nicht- im Wege, die„Gesundheitspflege" nach Bedarf und Belieben auszudehnen:„Tu' Geld in deinen Beutel!" * lieber den Betrieb in vielen dieser Stätten der Gesundheitspflege hat eine Reihe von Gerichtsverhandlungen wegen Uebertretung der Kuppelei ein eindrucksvolle- Bild geschaffen und wir halten uns im folgenden auch nur an dageringe bei Gericht zutage gekommene, also natürlich unvollständige Material. Der Lohn einer Angestellte« beträgt im allgemeine« hundert Krone« pro Woche(.geöffnet von 9—9!") wozu noch Trinkgelder kommen. In einem Fall erklärte aber die Zeugin, daß nach Geschäftsschluß dem Herrn Chef auch diese Trinkgelder abgeltefert werden müßten, weshalb die Masseusen täglich gezwungen wurden, sich einer Körpervisite zu unterziehen, bei der sogar die Schuhe auf Geld untersucht wurden. Die„Dienstkleidung" bestand nach der Aussage einer anderen Angestellten ledig» lich in einem Arbeitsmantel(nichts darunter), offenbar um die„Arbeit" zu erleichtern. Eines dieser Unternehmen schickte seine Angestellten auf di« Straße, um Kunden„rin- zufangrn." Einmal hatte die Polizei einen Haufen verfänglichen Materials beschlagnahmt, das dem Gericht vorlag: Reit- und Hundspcitschen, offenkundig für sadistische und masochistische Prozeduren bestimmt. Gebrauchte Präservativs wurden vorgefunden, von denen der Herr Chef sogleich in gekränktem Tone erklärte, sie seien sein ehrliches Eigentum die Einbeziehung von Heimarbeitern in die Kranken- sowie in die Altersversicherung zu vollziehen hat. Danach sind alle jene Heimarbeiter, ob sie nun allein oder mit ihren Familienmitgliedern, ob sie für einen oder mehrere Unternehmer Heimarbeit verrichten, in die Kranken- und Sozialversicherung anzumelden, wenn iht monatlicher Arbeitslohn' mindestens 120 Kronen im Monat erreicht. Diese Mindest grenze dürfte jedoch bei den gegenwärtigen schlechten Verhältnissen immer noch zu hoch erscheinen, weil visie Heimarbeiter bei der allgemeinen Arbeitsno! nicht einmal soviel im Monat verdienen und deshalb des gesetzlichen sozialen Schutzes nicht teilhaftig werden können. Der Heimarbeiter, der zumeist in Gegenden angesiedelt ist, wo eine andere Arbeit überhaupt nicht vorhanden ist, die Heimarbeit daher seit jeher die Haupterwerbsquelle war, ist nun umso schlechter daran und muß nun. um nur das nackte Leben mit den Seinen durch,nhnngern, immer wieder versuchen, zu arbeiten, selbst wenn er für seine Arbeit nur noch Almosen erhält. Es ist auch mit Sicherheit anzunchmen, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil von Heimarbeitern auch später nur io wenig wird verdienen können, daß er das festgesetzte Mindestverdicnst von 120 Kronen monatlich nicht erreichen wird. Wohl läßt die Zcntralsozialversichcrunqs- anstatt in ihren Richtlinien, und nvar im 8 3, die Möglichkeit zu, daß diese Mindcstlohngrenze nach Anhörung der Vertreter der Heimarbeiter und der Unternehmer im Einvernehmen mit dem Ministerium für soziale Furiose auch anders festgesetzt werden kann. Für die I Heimarbciterjchaft bietet diese Bestimmung jedoch und keineswegs von den Gästen zurückgelassen worden. Was die„K r ä f t e" anlangt(siehe„Prager Tagblatt": jung— frisch— intelligent), so handelt es sich.tatsächlich vornehmlich um Mädchen von 19—21 Jahren. Es waren manche darunter, die auf die Frage nach ihrem Beruf die Antwort schuldig blieben. Schließlich hieß es dann meist: „ich lerne massicreir" auch wenn das übliche Lehrlingsalter schon längst überschritten war. gibt es nach Aussage sachverständiger Leute nirgends so viele unqualifizierte„L e h r- k r ä f t e", wie in diesen Unternehmungen, Lehr-! kräfte, die niemals auslernen, weil eben ihre fachlichen Fähigkeiten für das, was von ihnen verlangt wird, ganz nebensächlich sind. Andere antworteten wieder, sie seien Modistinnen, Näherinnen, Verkäuferinnen. Man kann sich das leicht zusammenreimen. Vom Elend der Stellenlosigkeit auf die Straße geworfen,„lernt" das arme Ding eben„masfieren." Fast ausnahmslos wurden die Angeklagten freigesprochen. Die Strafanzeigen gingen meist von der Gewerbebehörde oder der Polizei aus und die Situation war absolut klar. Der einzige Paragraph unseres Monstrum von einem Strafgesetz, nämlich d«r Kuppeleiparagraph, erweist sich als völlig machtlos. Mag die behördliche Kontrolle auch einen noch so klaren Sachverhalt festgestellt haben— der Herr Chef oder die Frau Chefin weiß niemals von etwas.„Nie würde ich so etwas dulden!" Hat sich„etwa s" ereignet, dann ist eben die betreffende„unsittliche" Angestellte schuld, die den armen Chef nun in solche Verlegenheiten bringt! Und stets hat er die bei ihm noch Angestelten auf seiner Seite. Gegen eine belastende Aussage stehen vier, fünf entlastende. Der Richter ist machtlos. Das ist nun eine Taffache, die sich vollkom- men mit den Erfahrungen aus den großen Skandalprozeffen der Vorkriegszeit deckt, die das unerhörte und schändliche Ausbeutertum berühmter Bordelle der europäischen Großstädte zum Gegenstand hatten. Der Kriminologe Professor Wulfsen bezeichnet es geradezu als typisch, daß die aufs Aergste^ ausgebeuteten Sklavinnen fast ausnahmslos den Behörden gegenüber auf Seite ihrer Ausbeuter stehen. Vor über drei Jahren wurde zum erstenmal gegen die geheime Prostitution in den Massagesalons in der Presse Stellung genommen. Der Erfyla Wax ein Jnferqlenregen und em sofortiges Verstummen der sittlichen Entrüstung. Das Gewerbereferat des Magistrats versprach schärfstes Einschreiten. Ein Gesetz wurde angekundigt. Und doch häufen sich die Anmeldungen neuer„Gewerbe" und das Jn- seratengeschäft floriert. Dabei scheint sowohl hie Gewerbebehörde, als auch die Polizei guten Willen zu haben. Sie führt Razzien durch und erstattet Anzeigen, die dann freilich den üblichen Verlauf nehmen. Sicher ist, daß di« durch das Gesetz der Republik aufgehobene reglementierte Prostitution fröhlich« Urstand gefeiert hat und heute in einer Form weiterbesteht, die um nichts weniger gefährlich und sozial verwerflich ist, as ihre Vorgängerin. Haben doch die anständigen Betriebe dieser Art selbst oft und nachdrücklichst Abhilfe gefordert. Es ist ein unerträglicher Zustand, daß eine gesetzlich verbotene Institution vor aller Augen florieren, sich von einer skrupellosen Presse Kuppeldienste leisten«nd der Justiz mir nichts, dir nichts«in Schnippchen schlagen kann. Geo. keine Gewähr,, daß der festgesetzt» Mindestlohn von 120 Kronen ein« Senkung erfahren und ein weiterer Kreis von Heimarbeitern der Versicherung teilhaftig werden könnte. Der 8 3 wird von den Unternehmern dazu Anwendung finden, di« Mindestverdiemtgrenz« von 120 Kronen auf«inen höheren Betrag heraufzusehen, um an sozialen Abgaben zu sparen und den eigenen Profit zu erhöhen. Daß wir mit dieser Vermutung nicht fehlgeraten sind, das beweisen uns bereits die Unternehmer selbst, die zu den Richtlinien schon Stellung genommen und beschlossen haben, auf Grund des 8 3 derselben, den Nettolohn für die Bcrsicherungspflicht der Heimarbeiter anders, und zwar auf 150 Kronen sestzulegen. Wohl besagt der 8 der Richtlinien, daß ein« Aenderung der für die Bersicherungspflicht der Heimarbeiter festgesetzten Mindestlöhne nicht einseitig von den Unternehmern allein du.rch- geseht»verden kann, sondern nur nach Anhörung der Vertreter der'Heimarbeiter, der Vertreter der Unternehmer und der zuständigen Krankenversicherungsanstalten, wozu auch die Zustimmung des Ministeriums für soziale Fürsorge erforderlich ist. Wie die Verhältnisse bei der Heimarbeiterschaft jedoch liegen, besteht für sie dennoch die Gefahr einer weiteren Verschlechterung, da die Heimarbeiter es bisher unterlassen haben, sich um eine entsprechende"Vertretung ihrer-Interessen zu kümmern, weder einer gewerkschaftlichen Organisation angehören, noch einen entsprechender Schutz in der gesetzlich vorgesehenen Distriktskommission sich gesichert haben. Die Heimarbeiterschaft muß gegenwärtig die schlechtesten Zeilen der Not und Entbehrung durchmachcn. Für sic si-lllc daher alles ausgeuützt werden können, was zur Besserung ihrer Lage beizutragen vermag. Damit wird es allerdings erst dann besser werdcn, wenn die Heimarbeiterschaft selbst auch zur Verbesserung ihrer Lage sich bestrebt, und da ne als Einzelne zu schwach sind und damit bisher noch nichts zu'erreichen vermocht haben, wird der Zusammen sch l u ß aller H.imarbeiter in der zuständigen freigewcrkschaftlichen Organisation durchgLführt weiten müssen. Die freigewerkschaftlichen Organisationen waren es doch, die sich für die Wahrung der sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Heimarbeiter bisher eingesetzt haben und ihnen allein es zuzuschreiben ist, wenn auf gesetzlicher Grundlage Tchuhbestimmungen für die Heim- arbeilerschafl geschaffen worden sind. Sind die Unternehmer geschlossen und einig in der Abwehr für gesetzliche Verbesserungen der Lage der Heimarbeiter, umso dringender bedarf es daher des Zusammenschlusses der Heimarbeiter in ihren zuständigen gewerkschaftlichen Organisationen, wenn ihre Lage verbessert, wenn sie gesichert werden soll. Der Holzarbeiterverband ruft daher alle Heimarbeiter, di« mit der Verarbeitung von Holz, Horn, Pein, Perlmutter und Kunsthorn zu Fertigwaren wie Holzformen, Holzspielwaren, Musikinstrumente und Perlmutterwaren ihr Brot verdienen müssen, auf, der Sektion der Heimarbeiter im Verband« der Holzarbeiter, Drechsler «nd verwandter Berus«, Sitz Reichenberg, Spital- gaffe 35, beizutreten und damit dir Front der Heimarbeiterschaft zu erschließen, womit die Heimarbeiter di« Gewähr erreichen, de« Kampf um die Sozialversicherung«nd di« Verbesserungen ihrer Lage auch erfolgreich durchzusühre«. Gerichtssaal In Feber zum Tod verarteilt— in Inni adit Jahre Kerker. Der fall Zezulka. Beginn der dritten Sdiwurgerlduspcriode. Prag, 13. Juni. Heute begann die dritte Schwurgerichtsperiode' mit der neuerlichen Verhandlung des Mordprozesses Ze tu lla. Ter Angeklagte Franz 2, e f u I f a war am 9. Feber v. I. vor dem hiesigen Schwurgericht auf Grund des einstimmigen Wahrspruches der Geschworenen wegen Gattenmordes zum Tode verurteilt worden. Der Gerichtshof hatte damals von der Vorlegung einer Eventualfrage auj Totschlag abgesehen und auch den diesbezüglichen Antrag des Verteidigers abgelehnt. Das Ober st e Gericht gab der Nichtigkeitsbeschwerde des Verteidigers insofern statt, daß es das erste Urteil kassierte und die Sache zur Neuerlichen Berha'ttvluüg an Has hiesige Kreisgericht zurückverwies,u. zw mit Rücksicht darauf, daß es das Gericht unterlassen habe, den Geschworenen die erwähnte Eventual frage vorzulegen. So verhandelte das heutige Schwurgericht unter Vorsitz des OGR. Hraba diesen Fall zum zweitenmal. Wir wiederholen nachstehend kurz/ den Sachverhalt. Der Fleischergehilfe Franz Lerulka, der mit seiner Frau in so unglücklicher Ehe lebte, daß diese schließlich- zu ihrer Mutter zurückkehrte, erschien eines Abends im August v. I. vor dem Hause seiner Schwiegermutter im Dorfe Zahokany und wollte mit seiner Frau sprechen. Nach anfänglichem Zögern ging diese tatsächlich zu ihm hinaus. Dir Mutter legte sich.inzwischen schlafen. Als sie am nächsten Morgen erwachte, sand sie das Bett ihrer Tochter leer. Sie alarmierte die Nachbarn und nach kurzem Nachsuchen fand man di« Leiche der Frau am Rande des vorbeifließendrn Mühlgrabens. Sie war nach Aussagen der Gerichtsärzte erdrosselt worden. Der Angeklagte selbst- machte von seiner Tat am nächsten Morgen einigen Verwandten Mitteilung. Angeblich habe er sich nachher aufhängen wollen, doch seien die Hosenträger, deren er sich dazu bedienen wollte, gerissen. Er wird von einigen Zeugen als gewalttätiger, roher Mensch geschildert, der selbst daran schuld war, daß die Ehe so unglücklich war. Die Mutter der Ermordeten berichtete sogar von einem früheren Mordversuch, bei dem der Angeklagte versucht habe, feine Frau in dem Mühlgraben zu ertränken. Demgegenüber verantwortete sich der Angeklagte dahin, daß der liederliche Lebenswandel seiner Frau ihn zur Verzweiflung getrieben habe. Die eingellagte Mordtat habe er in momentaner Aufwallung ohne Tötungsabsicht vollbracht. Tatsache ist, daß seine Frau schon seinerzeit die Scheidungsklage eingebracht, dann aber auf sein Bitten znrückgenommen hat. Tie heutige Verhandlung rollte da« ganze Beweisverfahren von neuem auf und Verteidiger und Staatsanwalt griffen wiederholt sehr energisch ein. Die Einvernahme der 19 geladenen Zeugen zog sich bis weit in die Nachmittagsstunden hinein, umso mehr, als sich fast bei jeder Aussage ein Wortgefecht zwischen Anklage und Verteidigung entwickelte. Nach den ausführlichen Borträgen des Staatsanwaltes und des Verteidigers und dem umfassenden Reiumee des Vorsitzenden, der dir Geschworenen aufs eindringlichste auf ihre Verantevortrmg auf- merdsa-m machte und sie bat, die Glaubwürdigkei: und eventuelle Vovcingen-mn-menheit der Vernons menen- Zeugen sorgfältig zu erwägen, zogen sich die Geschworenen gegen 7 Uhr abends zur Beratung zurück, die ein« Halde Stunde datiert«. Di« Schuldfrage auf Mord wurde diesmal einstimmig verneint, dagegen di« Frage auf Totschlag mit Einheit bejaht. Der Gerichtshof verurteilt« auf Grund dieses Wahrspruches den Angeklagten zu a ch t Jahren schweren Kerker, verschärft mit Dunkelhaft am 6. August jeden Fehles, de« Lage der Tat. rfe. Geite 6 Dienstag, 14. Juni 1932. PRAGER ZEITUNG. Von den Prager deutschen Mittelschulen. Schüleraufnahme für das Schuljahr 1932/33.) Tie Einichreibung findet am 23. und 24. Juni d. J. in der Zeit von 8-10 Uhr vormittags statt, worauf. Mitteilung aus dem Publitum. Das Rezept des Augenarztes sofort die Aufnahmsprüfungen vorgenommen wer- fann nur dann einen Zweck erfüllen, wenn das den. Bei Vorhandensein triftiger Gründe( 3. B. Augenglas jachmännisch angepaẞt wird Lassen Sie Erkrankung) fann gegen Vorlage eines entsprechend Ihr Rezept bet Optiker Deutsch, Prag, Graben 2. begründeten Ansuchens, welches längstens bis 5. Juli d. J. bei der Diretion der betreffenden Anstalt einzubringen ist, eine Einschreibung ausnahms weise auch nach den Ferien erfolgen. Kunst und Wissen Palais„ Koruna" ausführen Ist er einmal beim Malen, dann ergibt er sich frei lich dem Rausch der Farbe und erreicht vor allem, wenn er Haut und Fleisch malt, wirklich Rubensiche Wirkungen. Erlebnis und Schaffensaft vollziehen fich aber immer in der Sphäre des Zeichnerischen. Die der Zahl wie der Auswahl der Bilder nach Ausstellung Prof. Max Svabinsky reiche Ausstellung wird auch den Laien intereſſieim Mánes- Pavillon, ren und stellt, sofern sie eine Begleiterscheinung Des Sokolfongresses sein sollte, eine der wenigen ympathischen Seiten des Festrummels dar. Stundenlohn 1 Krone! personals ausgenüßt. 71 Fr. Nr. 140. In das Heim des flaffenbewußten Urbeiters gehört d. Zentralorgan. der Deutschen sozialdemokr. Arbeiterpartei „ Sozialdemokrat Vereinsnachrichten Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Dienstag, 8 Uhr:„ Coctail"( 199- III).- Mitt voch, halb 8 Uhr: Karl Aug. Neumann: Sput im Slo"( 200- IV). Donnerstag, halb 8 Uhr: Abschied Direttor Volkner, Gastspiel Alegander Moisi: Samlet". Freiteg, halb 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe"( 201- I). Samstag, halb 8 Uhr: aijerin"( 202- II). Sonntag, 7 Uhr: Carmen"( 203- III). Montag, halb 8 Uhr:„ Hamlet"( 204-- IV). Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, Mitt 8 Uhr: 2: 2 unentschieden"( Ab.). woch, 8 Uhr: ,, Alle Wege führen zur Liebe" Allgemeiner Angestellten- Berband, Prag II, ( Bartbeamten II). Donnerstag, halb 8 Uhr: Fügnerovo nám. 4. Mitgliederversam n 16. Juni, Donnerstag, 8 Uhr, im morgen gehts uns gut"( Ab.). Freiung ant tag, halb 8 Uhr:„ Morgen gehts uns gut" Goldenen Kreuz!", Netazanda, 1. Stod. ( b.). Samstag 8 Uhr: ,, Alle Wege führen Referat Koll. Schönfelder Der Gewerkschaftstongres. ir Liebe"( Ab.). Sonntag, 8 Uhr: Rou- Ulm 7 Uhr Ausschußsizung. Ausflug lette"( Ab.). Montag, halb 8 Uhr: Morgen nach Liboch- Schelesen ant 18./19. Juni. gebis uns gut"( Ab.).) Anmeldungen bis Donnerstag. Rückfahrkarte 15 K. Für Führung in die Umgebung gesorgt. Sport 11 . Spiel- Körperpflege = Der Film die fünf Comoedien harmonis, ans zahlreichen BlatDile Švabinify- Ausstellung ist die repräfentative So au tschechischer Malerei, weit Beichtathletischer Dreikampf Pilsen Brüg- Prag Die Straßenfänger. Was müht der beste Wille, charakteristischer für die tschechische Kunst als etwa der DTJ. Im Rahmen des Kreisturnfestes der das beste können bei diesem Inhalt: fünf Arbeitsdie große Jahrhundert- Ausstellung, mit der feinerBühnenzauber bei Mar Meinhardt. 3. in Bilsen fand am Sonntag ein leichtathle lose bilden eine Sängergruppe, die Lieder bringen, zeit der Sallon Mánes jein neues Heim eröffnete. Dort ließ sich verfolgen, wie durch ein ganzes Jahrtischer Treikampf zwischen den Vertretern aus indem sie Instrumente kopieren( es sind die bekann Prag, Brüg und Pilsen statt, der mit dem Siege ten deutschen Comoedien harmonis). Indem hundert, von Mánes bis zu den Jüngsten, die tscheMay Reinhardt gastiert jetzt in der Wiener der Pilsener mit 85 Punkten vor Brüg mit 56 und sie also freudig und zufrieden von Hof zu Hof ziehen chische Malerei doch im wesentlichen den Spuren Volksoper". Die„ Schöne Helena", d. h. was Prag mit 35 Punkten endete. Im Speerwer- und in einer saubern Dachkammer leben, lieben sie folgt, die Paris und München vorzeichnen. Spa Reinhardt sich und sein Publikum darunter vorstellt, fen erzielte J. Lišta( Zaluži bei Brüg) mit 51.69 der Wirtin Töchterlein( Lied: Marie, Marie... binity ist als Stünstler Vollblut- Slawe, genauer wird gespielt. Während dieses Reinhardt- Gastspiels Metern eine neue DT- Verbands beft lei usw.) Zweien hat sie es besonders angetan: der eine noch Vollblut- Tsche che, denn auch gegen die ruferhalten, wie der Wiener„ Abend" berichtet, die fische und füdslawische Kunst grenzt er sich scharf ab. engagierten Chormitglieder für den Abend stung. tomstoledig bekommt's bald mit einer spanischen Tänzerin zu Ganz äußerlich dot nentiert sich die führende und 2.50 S( also eva zehn Stronen). Von diesem Bürgerlicher Sport... tun, nachdem sich Mariechen für ihn entschieden hat, repräsentative Stellung des Künstlers schon in der Bezuge haben sie auch für Schminke und Buder Um die DFV.- Meisterschaft. In Warns und wird verhaftet. Die Polizei fällt auf sein Gerede vorher beschuldigt sich aber der andere eines Mordes Reihe Porträts, die einen im ersten Saal empfanaufzukommen. Für die musikalischen Probendorf siegte TFC. Prag über den dortigen F. mit natürlich prompt hinein, es gibt so liebe zufälle gen. Was Rang und Namen hat unter den Tsche- wurde den Chormitgliedern keine Vergütung 5: 1( 2: 0) und in Asch blieb Karlsbader beim Verhör, wo vier Zeugen auf einmal reden chen, ist von Svabinsky porträtiert worden. Neben geleistet. Nur für die letzten Proben, von denen drei über den DSV. mit 4: 1( 1: 0) sicherer Sieger. dürfen und Mariechen kommt dann noch eine LiebesMasaryk und den Erweckern, neben den klassisch bis ein Uhr nachts dauerten, wurde ihnen ein Da die Sieger die Rückspiele auf ihren Plätzen eben erklärung machen; endlich brennt der Junge durch, gewordenen Künstlern finden wir Kramař Betrag bezahlt, der einer Stundenentloh- falls gewinnen werden, wird das Finale vom Karls- sucht seine Freunde in der vornehmen Bar, wohin und Beneš, Habrman, die Prosessoren Pekař nung von 26.2 Groschen( also einer Krone) bader FK. und DFC. Prag bestritten werden. und Zubaty, den Bildhauer Sbursa, den Musi- entspricht. So wird die große Notlage des Bühnenfie ja schon engagiert sind, denn so macht man KarDie Profi- Meisterschaft nähert sich ihrem Ende.riere, findet aber zu Hause sein Mädel, die Spafer Sut, den Schriftsteller Zeyer. General Sparta steht als Meister schon lange fest und ver- nierin wird zum Teufel geschickt und der PolizeiPellé vertritt die„ befreundeten Nationen", von zahlt Reinhardt tritt mit der Slavia als Zweiter die Tschechoslowa tommissär gratuliert zum glüchaft' End'. Regisseur früherer engerer Verbindung auch mit den Deut- Aehnliche Schundhonorare ichen zeugt das Rilte- Porträt, das in einem übrigens, wie wir seit langem wissen, auch in fei im Mitropa- Cup. Die restlichen Spiele haben dieses Brachtſujets ist jener 2upu Pid, der als andern Raum Platz fand. Vermutlich aus engstir- Berlin. Man wird sich demnach vorstellen können, daher nur Bedeutung für die endgültige Placie erster einen stummen Film„ Geleise" ohne Titel genigem Patriotismus ist ein Bild aus der Vorkriegs- wie fich unser Urteil über diesen großen Künstler" rung und den Abstieg. Die Teplizer bezogen dreht hat, eine hinreißende Geschichte von Streckenjeit nicht aufgenommen worden, das die große Por- rundet, von dessen künstlerischen Methoden leider am Samstag wieder mal zur Abwechslung und zur wärtern, jener Lupu Pid, von dem man auch im häffunft Svobinips in großartiger Weise zeigt, das der neue Prager Direttor so restlos begeistert ist, Bergweiflung ihrer Anhänger und Geldgeber eine Tonfilm viel erwartet hat. Er ist leider knapp vor Bildnis des Erzherzogs Franz Ferdinand, an dem daß er seinem Spiegelsaalpublifum jenen bereits mehr als verdiente 7: 1- Niederlage von den Beendigung dieses Filuis gestorben. Seine Technik der Künstler die Form des Prunkstides gewahrt für bie nächste Spielzeit in mehrfacher Ausfertigung Bohemians. In Na chod gewann K. geg. ist erstaunlich: der Anfang imitiert Renée Claire, Čechie Marlin 4: 1( 1: 1). In der zwei nur daß man die Dächer und Höfe Berlins sieht und doch ein Bild der Persönlichkeit geschaffen hat. in Aussicht stellte. ten Biga spielten SK. Lieben und SK. Pilsen und hört, dann zeigt er eine Reihe wunderbarer Aber nicht nur durch diese Heerschau berühm 1: 1( 0: 0); beide steigen in die erste Liga auf. Interieurs, die selbst Frizz Lang nicht besser träfe, ter Tschechen wird Svabinity als der Künstler seiner Nation legitimiert; weit stärter geugen für sein Samstag nachmittags versuchten in der seleinen en gegen Biftoria 2: 0( 2: 0) und verlor am ten bekannt, spielen reizend, dezent und ungeziert: Theateraufführung der Deutschen Musikakademie. Hungaria Budapest gewann Samstag in Bil die Beleuchtung, die Architektur ist erstklassig. Und Tschechentum die großen Allegorien, die flei- Bühne die Absolventen der Opern und nen Gemälde und vielen Studien, die Familien Schauspielklassen der Prager Deutschen Sonntag in Sa az gegen DSV. 3: 5( 0: 3). auch das junge Mädel kann voll entsprechen, ihre Gruppenporträts. Auf all diesen Bildern lehrt das Musikakademie ihr Können an praktischen it er mit einem verdienten Siege über Eintracht in den Gesten ist ausgezeichnet. Aber je besser und Bayern München wurde deutscher Meifühlen, fragenden Augen, ihre Bewegungslosigkeit selbe Antlig wieder, das beinahe zum Symbol ge- Aufgaben. Und zwar gelangten Szenen aus Lort- ter worden ist. An den Studien zu dem Riesengemälde zings Waffenschmied", aus Mozarts Bauberflöte" Frankfurt mit 2: 0( 1: 0). bezaubernder die Technik dieser Art von Filmen ist, Ernie" Bahun man sogar deutlich feststellen, wie und Entführung", aus Humperdinds Märchenoper Biktoria Zižłob 3: 3( 2: 1). Imü: BAC. der Bourgeoisie gestellt wird, die den Erwerbslosen Sonstige Ergebnisse. Gablonz: BS. gegen besto mehr wird offenbar, wie alles in den Dienst sich das porträtähnliche Gesicht des Modells aus der Gänsel und Gretel", aus Smetanas„ Die zwei Wien gegen SK. Hodolany 3: 1( Samstag) und vorgaufelt von Möglichkeiten, die nicht mehr sind, Studie in das symbolisch- typische des Gemäldes Withven" und Goldmards Königin von Saba" wandelt. Die Luft an den üppigen Frauen, die man sowie aus den Schauspielen„ Hanneles Himmel Sonntag gegen SK. 1: 4.- Troppau: DEV. vom Glüd, das schön scheinen soll und aufgebaut mit Rubens Leidenschaft vergleichen könnte, hät- fahrt" von Gerhart Hauptmann und„ Kabale und gegen Sk. Zidenice 3: 2( 0: 0). Budapest: ist auf dem System der Ausbeutung von Menschen. ten die vollen und fleischigen Gestalten Svabinskys Liebe" von Schiller zur Aufführung. Die Ausbeute Ferencvaros gegen Budai XI 3: 1( 2: 1), Újpest Das Ideal dieser fünf Brachtburschen ist natürlich nicht zuviel vom rein tschechischen Typus an sich, an wirklichen Bühnentalenten war diesmal leider gegen Somogy 5: 1( 4: 0); beide Sieger sind die nicht der Kampf um den menschlichen und wirtschaft wären sie nicht Inkarnation der arbeitenden sehr gering. Aus der Reihe der Opernabsolventin- Bertreter Ungarns im Mitropacup. Wien: Ad lichen Aufstieg, sondern ein kleines Mädi, das hübsch Frau, der Bäuerin, der Erde selbst, die Liebe zur nen hob sich nur das träftige Spieltalent Kläre mira gegen FC. 4: 1( 3: 0), Vienna gegen Wat brav zu des gut zahlenden Publikums Juchhe be tschechischen Landschaft, die sich so sehr durchsetzt, daß Sturms hervor, mit dem aber die stimmlichen mitropacup; Rapid gegen Austria 3: 2( 1: 2), Sater 3: 0( 1: 0); die Sieger vertreten Oesterreich im fungen wird. man selbst in den Umrissen und Farben, der Pflan- Qualitäten der Sängerin feineswegs Schritt halten. zenpracht und dem Idyll der erotischen und phan Als gute Sprecherinnen und ausdruckssichere Dar- Star- Olympique Paris gegen Viktoria 6: 2. toah gegen Nicholson 1: 1( 1: 1). Berlin: Red tastischen Landschaften immer wieder die geliebten stellerinnen bei den schauspielerischen Vorführungen stod ho I'm: Schweden gegen Belgien 3: 1. und in hunderten Stiggen bis ins bleinste Detail erwiesen sich Helene Scharff und Henny Glas- Stocholm: Schweden gegen Belgien 3: 1. studierten böhmischen Landschaften zu erkennen ser- Järten. Alle übrigen, mehr oder weniger Douda kann sich nicht behaupten. In Frank- Wilhelm Speyer: Roman einer Nacht."( Ro glaubt. Die Menschen der Paradiesisch en talentierten Mitwirkenden mögen sich mit der aner- furt fand Sonntag ein leichtathletisches Meeting wohlt Verlag, Berlin.) Der Verfasser des vielgeSonate, des Mythos und des Goldenen fennenden Nennung ihrer Namen begnügen: Die ſtatt, an dem auch der Prager Kugelstoßer Douba lesenen schönen, von edelster Menschlichkeit erfüllten Abends sind Slawen, find in Gestalt und Ge- Damen Rig, Pilz, Müller, Just,& adera, teilnahm. Der inegeheime Wunsch seiner Anhänger, Jugendbuches„ Der Kampf der Tertia", hat sich auf sichtsausdruck Kinder des böhmischen Bauernlandes, Blocet, Schier und Löw sowie die Herren daß er die Begegnung mit dem Deutschen Hirsch das heifle, für den Dichter heille Gebiet des Krimifleischig, derb, heiter und sinnlich, voll Lebenslust raus und Bürgmann. Zur Szene aus feld erfolgreich bestehe, ist zum Fiasko geworden, nalromans gewagt. Aber der„ Roman einer Nacht" und Lebenskraft. In dem Erntebild wird die gange Hauptmanns Traumdichtung„ Hanneles Himmel denn der Prager hatte es nur einem unglücklichen ist etwas ganz anderes, als man gemeinhin unter allgemeine Allegorie doch zu einem Hochgesang auf fahrt" hörte man auch eine neue Bühnenmusit Zufall( Verlegung Sieverts) zu danken, daß er den einem Kriminalroman versteht. Kein scharfsinniger böhmischen Erntesegen und tschechischer Bauern von dem Kompositionsschüler Ernst Brabec, die zweiten Platz einnehmen konnte. Hirschfeld stieß Detektiv verfolgt einen geheimnisvollen Verbrecher, arbeit, im August- Mittag vollends mit seiner sich aber weder als originell noch als besonders macht eben noch lange keinen Weltrekordber! 15.62 Meter, Douda 15.15 Meter. Reklame teine verwickelte Situation, die im Leser Mißtrauen unerreicht lebendigen Symbolisierung eines land- stimmungsfördernd erwies. Sehr zu loben waren erweckt, und keine ebenso unglaubwürdige Lösung schaftlich- timatischen Zaubers, ist die wirbelnde, dagegen die bei den Opernszenen von den Biani- vergeht Amerika liefert Weltrekorde in en gros. Es gibt es. Und doch ist dieser Roman sehr spannend! über den Aehren tangende Mittagsgöttin, deren sten Behr und Boppe besorgten Klavierbeglei vergeht drüben" fein leichtathletisches Meeting ohne Er ist es, weil Geschehen und Konflikte sich aus dem Körper sich im Schwung entblößt, ein einziges tungen. Tags vorher hatte auch die neue Dal- Weltrekord. Diesmal kommt die Meldung, daß in Charakter der Menschen ergeben, weil der Leser zur Tags vorher hatte auch die neue Da!- Chicago gleich vier erzielt wurden, und zwar Anteilnahme an diesen Menschen schon nach wenigen jubelndes Bekenntnis zu der Menschenart, die der croze Abteilung der Musikakademie unter Künstler liebt und deren bekannte oder geheime Ge- Leitung Gret Eppingers ihre erste öffentliche lief der Neger Metcalf die 100 Meter in 10.2 Sef. Seiten gezwungen wird und nun ihre Schicksale mitmeinsamkeiten er gestaltet. Es ist auch sicher kein Aufführung ins Wert gesetzt, bei der eine instruktive 220 Yards in 20.5 Set., im 120- Yards- Hürden erlebt, innerlich gefesselt. Die Gattin eines KrimiZufall, daß der in das reiche böhmische Land und Uebersicht über die technische Entwicklung der Tang Wards Hürden Keller mit 22.7 Set. den Weltrekord. schießt eine Freundin. Wie der Gatte das Leid der lauf verbesserte Saling mit 14.1 Set. und über 220 talschriftstellers, eines ganz prächtigen Kerls, erfeine finnlich- vollen Frauen verliebte Künstler dem funft von ihren primitiven Anfängen bis zur Heidebild mit der zwar auch typisch flawischen, aber ichöpferischen fünstlerischen Tat gegeben wurde. Der Schwimm- Länderkampf Deutschland Frank- geliebten Frau miterlebt, wie er es abzuwehren ein wenig edigen und traurigen Mädchengestalt, reich, der in Düsseldorf zum Austrag gelangte, sucht, dann mit ihr den unvermeidbaren Schmerdem Bild einer uns durchaus als schön ansprechenendete mit dem Siege der Deutschen, die die 4X100- jensweg der Sühne geht, das ist das große Er den Landschaft den Namen Armes Land" genen siegte bei dem internationalen Gesangswett und das Wasserballspiel 3: 2( 1: 1) gewannen. Die Gesangsvereinigung der Prager Lehrerin Meter- Staffel in 9: 44.8 vor Frankreich in 10: 02.1 lebnis des Romans. Der Abschluß ist freilich eine geben hat. Reich wind bei Svabinsky ein Land erst bewerb in Amsterdam vor einer starken Konglückliche Wendung, die gewiß erfreut, weil man dann, wenn es auf weiten Strecken goldenen Ernte- urrens. Den ersten Preis erhielt die Gesangs- fard über Irland 4: 1. Der Davis- Cup. In Berlin siegte Deutsch aber dieser Ausklang, so harmonisch er sich dem Be liebgewonnenen Menschen natürlich Gutes wünscht, segen trägt, wenn fette Wiesen eine Ahnung tropi vereinigung der Prager Lehrerinnen ohne einen in Warschau 4: 1. England schlug Polen ginn anfügt, läßt mit einem Male Zweifel an dem scher Ueberfülle geben, die dann in der Phantasie einzigen Verlustpunkt. Japan gewann in KoGrundgedanken, an dem Rahmen der Erzählung des Zeichners erwächst. Solches Land trägt und penhagen gegen Dänemark 5: 0. entstehen. Donnerstag Abschied Direktor Bolfner Bester Vorzug des Romans: es gibt nährt dann die zufriedenen, frohen, ihrer Körper feine schattenhaft bleibende Gestalt, es gibt eine froh werdenden Menschen. Nur gang jelten weicht spiel Alexander Moissi:„ Hamlet". Ernst Deutsch, Fülle warmblütiger prächtiger Menschen, und sie Svabinsky von dem Mutterboden seiner Kunst, nicht der in der Neueinstudierung des„ Hamlet" durch sind hineingestellt in eine meisterhaft geschilderte wenn er Diana und wenn er eine Tigerjago malt, Direttor Robert Volkner die Titelrolle spielen sollte, Landschaft, in die schöne bayerische Gebirgswelt. die unverkennbar seine Wesenzüge tragen, eher hat eine Fußverstauchung erlitten, die ihn zwingt, wenn er sich in den Weizen Kamelien in den ein Gastspiel abzusagen. An seiner Stelle wurde 18.30 Uhr, im Heim der sozialistischen Studenten, Spuren Mánes( Morgen") auf französisches Gelerander Moissi für das Gastspiel als biet begibt. " Hamlet" gewonnen. Anfang halb 8 Uhr. AbonDie Ausstellung zeig: auch sehr deutlich und rement aufgehoben. Gutscheine ungültig! charakteristisch, daß Svabinin im Grunde sei- Sudetendeutscher Künstler in Paris. Der heimiE. J. GaftAus der Partei Frauenorganisation. Mittwoch, den 15. Juni, Sigung des Bezirksfrauenfomitees. Jugendbewegung. Jugendabteilung des Allgemeinen Angestellten nes Wesens 3einer, ni: Maler ist( ähn- iche Bildhauer Adolf Hente hat in Paris im Verbandes Reichenberg, Ortsgruppe Prag. Heute lich wie Mar Klinger), daß er die Form immer Salon de la Médaille eine Reihe von Porträts 8 Uhr abends im GEC.- Küchensaale 2. Steno. in der Studie. mit Stift, und Feder, Kohle und ausgestellt, darunter auch sein Goethe- Mebait graphie- Uebungsabend. Alle Kolleginnen Rötel sucht und findet, um später dann das Ge- Ion und das Porträt unseres verstorbenen Genossen und Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu er zeichnete und eigentlich fertige Wer zu folorieren. Brof. Wiechovsky. scheinen. Literatur 1 W. Lg. fb Sanatorium Kleische AUSSIG a. E. Für Nervöse, intern Kranke und Rekonvaleszente. Tel. 303. Ermäßigte Pauschalpreise 1336 Prospekte. Für den Drnd beventtwortlich: Otto Holil, Berausgeber: Siegfried Text Ebefrebattext: Wilhelm Rieker Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strexi. Brag. Drud: Rsta".-. Fir Beitung und Buchdrud, Brag. Boag Die Seitungsmartenfrantatur wurde von der Boft- a. Telegraphendirektion mit Erlaz z 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Boft monatlich Ke 16.-, vierteljabrlich Kö 48.balbjabrig Kč 96.-, gangjährig Ke 192,- Jaferate werben lout Tarij billigt berednet, Bei fiezen Einidaltungen Breisna lag. Rüditellung bou Manuskripten erfolgt nur bei Einsenbung der Retourmatica, www