Ginzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich 5 Heller Porto Bosialdemokrat Jentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 12. Jahrgang. Der Nationalberteidigungsminifter raffelt mit dem Gäbel weil, nun weil er an die Abrüstung der anderen nicht glaubt! Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb. Rdaktion u. Berwaltung: Brag II, Relázania 18 Telepb.: 26795. 31469. Radtrebatt.( ab 21 11or): 33858 Bonfoedamt: 57544 Dienstag, 21. Juni 1932 Sozialdemokratischer Wahlerfolg in Hessen. Lausanne. Sozialdemokraten gewinnen zwei Mandate, die Nazi ilmi, Kommunisten verlieren drei Mandate. Keine Nazimehrheit. Mandate 1932( 1931) N. S. D. A. P. S. P. D. 32 27 17 15 Zentrum 10 10 S. A. P. D. 1 2 K. P. D. 7 10 Dr. Leuchtgens 0 0 D. Nat. 1 1 Hessische Demokraten Nat. Einheitsliste 0 2 0 5 demokratie das stärkste Bollwerk gegen den Na tionalsozialismus ist. Unsere Genossen in Deutsch land wird das Wahlergebnis ermuntern und an spornen mit aller Kraft für die größere Aus cinandersetzung mit dem Fascismus bei den Reichstagswahlen am 31. Juli zu arbeiten. von den Kommunisten. Die Vorgänge in den anderen Arbeiterpar feien find nämlich ebenso interessant wie die in Nr. 146. Bisherige Ergebnisse. Die Aussichten. Auf Grundlage der kapitali= stischen Produktionsweise ist eine Milderung der Weltwirtschaftskrise nur durch internationale Vereinbarungen möglich: Diese Erkenntnis scheint nun endlich in die Köpfe der herrschenden Staatsmänner einzudringen. Auch in Frankreich, das nun gleichfalls von dem Wirbel der Krise erfaßt ist, erkennt man diese Notwendigkeit immer mehr und der politische Umschwung, der mit den letzten Wahlen in diesem Lande eingetreten ist, hat den Lauf der Ereignisse beschleunigt. Es ist ein ganz bedeutender Fortschritt, daß der neue französische Ministerpräsident Herriot für eine und der interallierten Schulden gewonnen Gesamtlösung des Problems der Reparationen wurde, was in seiner Rede, die er am 17. Juni bei der Eröffnung der Konferenz in Lausanne hielt, dadurch zum Ausdrucke kommt, den„ Störenfried Europas und der Welt" be daß er die Reparationen und Schulden als zeichnet. Klattau, 20. Juni.( TNO.) Am Sonntag Darmstadt, 19. Juni. Das vorläufige das Vertrauen zur Sozialdemokratie steigt und veranstaltete das Kavallerie- Regiment amtliche Gesamtergebnis der hessischen Landtags- die Erkenntnis sich verbreitet, daß die SozialNr. 4 in Klattau gemeinsamt mit dem Sokol wahl lautet: und der bäuerlichen Reiterei Wettbe werbe, an denen auch Minister für Nationalverteidigung Biškovsty teilnahm. Beim Mittagessen hielt er eine Rede, in der er seiner Befriedigung über die ausdauernde und ernste Arbeit Ausdrud berlieh. Er verwies auf die Zusammenarbeit des Allerdings haben auch die Nazis seit dem Regiments mit den Turner- Korporationen, na15. November des vorigen Jahres fünf Manmentlich mit dem Sokol und der bäuerlichen Reidate gewonnen. Wieviel davon auf den terei und hob besonders die Mitarbeit der Re Aufschwung der Nazis bis zum Rücktritt der Referbe- Offiziere hervor, deren Bedeutung gierung Brüning zurückzuführen ist, bzw. ob die und Wert mit der weiteren ständigen Vorberei Gewinnung neuer Wähler auch nach dem Amts tung und mit der unaufhörlichen Verfolgung antritt der reaktionären Regierung Papen angealler Fortschritte auf militärischem Gebiete dauert hat, ist schwer zu sagen. Fest steht nur, wachse. Mit Freude erklärte er, daß er GelegenNach dem Ergebnis der Wahl wird die Re- tratie feinen Gewinn mehr zu verzeichnen haben. daß die Nazis aus dem Lager der Sozialdemoheit hatte, auch heute den unsere Armee bejeclenden gefunden Geist herauszufühlen. Er fon gierungsbildung im neuen hessischen Landtag Der Gewinn stammt zum Teil aus den Kreisen statiert dies mit um so größerem Bergnügen, als aller Voraussicht nach auf die gleichen Schwierig der bürgerlichen Wähler( mit Ausnahme des gerade in der letzten Zeit in einem Teil der feiten stoßen, wie nach der letzten Zandtagswahl. Zentrums, das seine Mandatszahl behauptet hat, Deffentlichkeit eine Stampagne entfaltet werde, einer Rechtsregierung zu den von ihnen errun ihren fünf Mandaten drei verloren haben), und Die Nationalsozialisten können für die Bildung während die übrigen bürgerlichen Parteien von die Ansichten verbreitet, welche der Erhaltung und Bereitschaft unserer Wehrmacht nicht zum genen 32 Mandaten mit Sicherheit nur noch auf Vorteil sein könnten. Diese Kampagne blieb nicht den einen deutschnationalen Abgeordneten rech Es sind die großen staatsfinan= ohne gewissen Widerhall und ihr Einfluß wurde nen, so daß sich also nur eine Minderheit von borübergehend auch bei der militärischen Erzie 33 von insgesamt 70 Abgeordneten ergäbe. Die in der nationalen Einheitsliste zujam der Sozialdemokratie. Die S. A. V., die Absplit 3iellen Probleme der Welt, um die hung verspürt. Der Geist der Armee ist bestehen geblieben, aber der Minister hat das Gefühl, daß mengeschlossenen sechs bürgerlichen Parteien terung von der Sozialdemokratie, hat von es sich in Lausanne handelt. Die finanzpoliti( Staatspartei, Bolfspartei, Wirtschaftspartei, ihren zwei Mandaten eines verschen Folgen des Weltkrieges bestehen darin, wir die Armee durch eine Wiederholung derarti hessisches Landvolk, christlichsozialer Bolksdienst, oren. Es zeigt sich also, daß die sozialistische daß einer Reihe von Ländern gewaltige Zahger Kampagnen nicht einer Gefahr ausliefern Bolfsrechtspartei) haben dagegen faft zwei Drit Arbeiterpartei in Liquidation begriffen ist, daß lungen aufgebürdet wurden. Der Barwert der follten. Niemand begreift, auf welche Schwierig tel ihrer Wähler verloren. Es hat sich demnach die seinerzeitige Absplitterung völlig zwecklos ge- gesamten Reparationen, die Deutschland zu keiten die Erziehung der jungen Soldaten zu erwiesen, daß auch der Zusammenschluß weien und die Sache der Arbeiterklasse nur geleisten hat, betrug beispielsweise nach dem Disziplin und zu männlicher Tüchtigkeit stößt, der bürgerlichen Mitte bei den jezigen der Kommunisten, die von 10 Mandaten Dames Plan fast 50. Milliarden Mart und schädigt hat. Bedeutend ist die Niederlage wenn die Atmosphäre außerhalb der Kasernen von Tendenzen erfüllt ist, die Wahlen erfolglos war. Auzerordentorei verloren haben. In einzelnen Bezirken des wurde noch im Young- Plan, der bereits eine im Widerspruch stehen zur webrtommunistischen Stimmen. lich start ist auch der Rückgang der Landes haben die Kommunisten bis zu 50 Pro- bedeutende Serabsetzung der politischen Zahhaften Erziehung des Volkes. Unser sent ihres Besisstandes eingebüßt. Einen kleineren lungen Deutschlands gebracht hat, mit 36 MilMilitär ist nicht in den Gedanken der Feindschaft Sozialdemokraten 172.545, Sentrum 108.603, bank ihrer verfehlten Taktik verloren, wonach die parationszahlungen der anderen besiegten Bisheriges Wahlergebnis nach Stimmen: Teil dieser Stimmen haben die Kommunisten liarden festgesetzt. Dazu kommen noch die Rezu irgend jemandem erzogen, aber sozialistische Arbeiterpartei 11.697, Kommunisten Kommunisten trotz des vehementen Angriffes des Länder, die Zahlungen der Zinsen für die 82.111, Liste Dr. Leutgens 2079, Deutschnatio Fascismus, ihre Front nicht gegen die Fascisten Schulden, welche die Allierten vor allem in nale 11.267, NSDAP 328.313, Demokraten sondern gegen die Sozialdemokratie fehren, der Schulden, welche die Allierten vor allem in 4925, Nationale Einheitsliste 25.175. größere Teil fommunistischer Wäh- den Vereinigten Staaten aufgenommen haben, vember 1931 gewählt worden war, mußte wegen haben, ist aber allem Anschein nach direkt ins Anleihen, die nach dem Krieg aus wirtschaftDer hessische Landtag, der zuletzt am 15. No le r, die diesmal nicht für die K. P. D. gestimmt sowie schließlich die Zinsenzahlungen für jene eines Formfehlers bei der Zulassung der Listen Lager der Hakenkreuzler abgeström t. lichen Gründen in den kapitalkräftigen Länbei den letzten Wahlen neu gewählt werden. So sieht die Revolutionisierung der Maffen aus, dern aufgenommen worden sind. Die Gesamtdaß man nicht lange abrüsten werde welche uns die Kommunisten versprochen haben. und daß auf verschiedenen Seiten einstweifen das Das Wahlergebnis ist in mehrfacher Weise br Erbe treten die Hakenkreuzler an, während heit dieser Zahlungen hat den großen interBestreben herrsche, nur die anderen und nicht sich interessant. Vor allem ist erfreulich der Wahl das festeste Bollwerk gegen den Fascismus die nationalen Zahlungsverkehr aus dem Gleichselbst abzurüsten. Dessen müssen wir uns gutieg der Sozialdemokratie, die um Sozialdemokratie bleibt. Hoffentlich wird das von gewicht gebracht, sie hat es Ländern wie zwei Mandate mehr gewonnen hat als im letzten den deutschen Arbeitern in immer steigendem Deutschland, Desterreich, Ungarn, Griechenbewußt sein. November. Es ist dies ein Beweis dafür, daß Maße erkannt. land, Bulgarien, Rumänien, den südamerikanischen Staaten und Australien unmöglich gemacht, ohne schwere Schädigung ihrer gesamten Wirtschaft und vor allem ihrer Währun gen diese Zahlungen zu leisten. wir dürfen uns nicht durch die Schlagworte der Abrüstung täuschen lassen, solange auf den anderen Seiten feine Garantien gegeben und Taten vorhanden sind. Der Minister jagt, in Genf werde abgerüstet werden, er befürchtet aber, Beneš unterhält sich indessen über die Abrüstung. Genf, 20. Juni. Heute nachmittags erfolgten in Genf wichtige Beratungen über die fonkreten Abrüstungsfragen zwischen dem französischen Kriegsminister Paul- Boncour, dem eng lischen Außenminister Sir John Simon und dem amerikanischen Botschafter Gibson. Ueber das Ergebnis der Beratungen fann man sich bis jetzt nicht mit Sicherheit aussprechen, doch bestanden offensichtliche gewisse Schwie rigfeiten. * Auflchnung gegen Uniformverbot. Mißglückte Nazi- Demonstration in München. 470 Teilnehmer verhaftet. Durch die Erschütterung der Währungen und des gesamten Kreditsystems ist die Wirtschaftskrise noch vergrößert worden und es wurden dadurch auch alle Bestrebungen zur Bekämpfung der Kerise unmöglich gemacht. Die radikale Lösung, welche die sozialistische München, 19. Juni. Angehörige der Alls vier Nationalsozialisten auf eine Polizeis SA und SS wurden heute früh in München wache gebracht werden sollten, drangen etwa 90 und zahlreichen Orten Oberbayerns aufgefordert, atonalsozialisten nach. Sie wurden sämtlich festgenommen. sowie die Gewerkschaftsinternationale schon fich mit verpackter oder durch Ueberkleidung Insgesamt wurden 470 National- vor einem Jahrzehnt als die einzig mögliche berdedter Uniform in ihre Standquartiere sozialisten verhaftet. hingestellt hat, kann nur die Streichung der Minister Di. Beneš hatte in semer Eigen bezw. an ihre Alarmplätze bis spätestens 11 Uhr Reparationen und interallierten Schulden schaft als Berichterstatter des Hauptausschusses Bas Kölner Braune Haus" sein der Abrüstungskonferenz heute in Genf Beratun 3 begeben. Dort wurde ihnen der Befehl be- für diese Lösung hatte sich auch schon der Wohnung des gen mit den genannten Staatsmännern. Außer fanntgegeben, vor als Stützpunkt gegen die Polizei. England in der bekannten Balfour- Note ausdem hatte er eine Unterredung mit dem General Ministerpräsidenten 3 u demon= gesprochen, bereit auf alle Reparationen zu sekretär des Völkerbundes Sir Eric Drum trieren. Der Polizei gelang es, einen Teil Köln, 19. Juni. Uniformierte SA- Leute verzichten, wenn seine Schulden, die aus dem mond und mit dem Vorsitzenden der Abder in den Standquartieren versammelten SA und Stahlhelmer versuchten heute Umzüge zu Kriege entstanden sind, ebenfalls gestrichen rüstungskonferenz Arthur Henderson, mit veranstalten. Als die Polizei die Truppen auf- werden. welchen er über das Vorgehen bei den Ab- Leute von der Demonstration fern zu halten. lösen wollte, kam es zu schweren Zusammens rüftungsarbeiten im Monate Juli beriet. Gegen 12 Uhr rüdten konzentrisch einige stößen, bei denen die Polizei vom Gummiknüppel Aber das große Hindernis der Streichung Die Besprechungen der Politiker in Genf tausend Nationalsozialisten, größtenteils in und von der Schuhwaffe Gebrauch machen der interallierten Schulden, die notwendige wurden nachmittags fortgesetzt. Minister Dr. Uniform, und zum Teil mit Armbinden ver mußte. Als ein Ueberfallwagen der Polizei Voraussetzung zur Beseitigung der ReparaBeneš empfing nachmittag den schwedischen sehen, gegen die Wohnung des Mi- einem in die Mittelstraße abgedrängten Stionslasten, ist der Widerstand in Amerita, Außenminister. Morgen früh reist Dr. Beneš nisterpräsidenten in der Prinz- Regenten Trupp folgte, wurden auf die Beamten aus dem Hauptgläubigerlande. Immerhin war es Straße vor. Der Polizei gelang es, diese De- dem Kölner Braunen Haus" Stühle ein Fortschritt, daß vom Präsidenten Hoover nach Lausanne ab. monstration im Reime zu erstiden. Zerstreute geschleudert. Die Polizei sperrte daraufhin im vorigen Jahre ein Moratorium SA- Trups versuchten, sich in der Amalien- und die Mittelstraße ab und bejezte das Braune aller Zahlungen für ein Jahr Schellingstraße neu zu sammeln. In der Ama- Haus". Mehrere Nationalsozialisten wurden fest- durchgesetzt werden konnte, was freilich keine lienstraße wurden drei Mitglieder der NSDAP genommen. Einige Personen wurden verletzt. Lösung sondern nur einen Aufschub der gegen drei Polizeibeamte tätlich; die Polizei Nach diesen Vorfällen erschien heute mittags mußte blant ziehen und mit dem Gummiknüppel eine Abordnung nationalsozialistischer Führer Lösung des Problems der Reparationen unt vorgehen. Ein Beamter wurde durch einen beim Bolizeipräsidenten und bat um Freigabe interallierten Schulden gewesen ist. Die Lau auftschlag verwundet. Die Demonstranten verbes Braunen Hauses". Der Polizeipräsident fanner Konferenz hat nun an diese Auffassung folgten den verlegten Beamten und versuchten erklärte, daß eine Freigabe erst in Frage komme, des amerikanischen Präsidenten angeknüpf: sogar, in seine Wohnung einzudringen. wenn die Vorfälle einwandfrei geflärt seien. und ihr Vorsitzender Macdonald hat das Die Arbeitslosigkeit in Desterreich. Fast kein Rüdgang. Wien, 20. Juni.( AN) Mitte Juni wur den in Sesterreich insgesamt 266.403 unter stützte Arbeitslose gezählt. Im Vergleiche mit Der letzten Zählung ergibt sich eine Abnahme um rund 5000 Personen. Seite 2 = Dienstag, 21. Juni 1932. Gewaltige Arbeitersport- Manifestation in Bilsen. Das Fest des 3. Kreises der DEJ- eine kleine Olympiade. Nr. 146 Die blutige Politit in Deutschland. Schwere Zusammenstöße in Stuttgart. cin Unterbleiben der Zahlungen der politischen Schulden während der Kon= ferenzbauer als gemeinsame Auffassung der führenden Mächte der Konferenz dargelegt. Die Konferenz wird aller Voraussicht nach auch nicht zu einer definitiven Lösung des Der Pilsner Kreis der tschechischen Arbeiter-| Die Festtage der DTJ. hatten auch in poliProblems, mit dem sie sich beschäftigt, fom- turner beging im Laufe des Juni eine ganze tischen Areisen Beachtung gefunden. In Ver- Stuttgart, 18. Juni.( Eig. Drahtb.) Dic men, sondern wird im Einvernehmen mit den Reihe großangelegter Jubiläumsveranstaltungen tretung des Präsidenten der Republik war Kanz von Kommunisten und Nationalsozia Vereinigten Staaten höchstens eine Verlän- und Festlichkeiten. Die Hauptfesttage waren ler amal erschienen. Eine Delegation der Reift en am Freitag in Stuttgart in verschiedenen gerung des Hoover- Moratori Samstag und Sonntag. Sie haben selbst die gierung und der beiden gefeßgebenden Körper Stadtteilen immer wieder neu unternommenen fühnsten Erwartungen, zu denen der eine Woche schaften hatte folgende Zusammenseßung: Die ums beschließen. Vor den amerikanischen früher durchgeführte Aufmarsch der DTJ. Minister Genossen Bechyně und Dr. Czech, Versuche, Straßendemonstrationen zu Bräsidentenwahlen, die im November 1932 Jugend berechtigte, übertroffen und Pilsen, die Aderbauminister Bradae in Vertretung des Mis veranstalten, zogen sich bis nach Mitternacht hin. stattfinden und vielleicht sogar vor dem Amts- westböhmische Metropole, wo der sozialdemokra- nisterpräsidenten Udržal, Senatspräsident Genosse eten. Zwei Nationalsozialisten mußten ins Dabei gab es eine größere Zahl von Ver antritt des neuen Präsidenten im März 1933 tische Einfluß dominierend ist, um eine macht Dr. Soukup und der Vorsitzende des tschechi- Krankenhaus gebracht werden. Bei der Schlägerei tschechießten. Zwei Nationalsozialisten mußten ins wird es zu einer endgültigen Regelung der volle Manifestation für den Sozialismus und ſchen sozialdemokratischen Abgeordnetentlubs, in einer von Nationalsozialisten veranstalteten ganzen finanzpolitischen Probleme der Welt eine neue Lebenskultur reicher gemacht. Beson- Genosse Tomaser, ferner die tschechischen und Erwerbslosenversammlung wurde auch nicht kommen, weil insbesondere vor den Wah- ders der Festsonntag nahm in Gestaltung und deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten des Kriminalbeamter durch Messerstiche verlegt. Im Ien kein amerikanischer Staatsmann eine Beteiligung den Charakter der bekannten Olym- Pilsner Wahlkreises. Streichung der interallierten Schulden zu ver- piaden unserer tschechischen Genossen an. Außer Die Pilsner Festtage waren nicht nur eine ganzen hat die Polizei 21 Verhaftungen vorgenommen. den unzähligen Delegationen aus Turner und gewaltige Turn- und Sport- Manifestation, sie treten den Mut haben wird. Die Konferenz Parteikreisen der tschechischen Genossen, die Pil- waren auch Ruhmestage der sozial- Schüsse im Ruhrgebiet. fann also bestenfalls nur zu einer 3 wijen den Stempel einer belagerten Stadt auf demokratischen Bewegung in West= Bochum, 18. Juni.( Eig. Drahtb.) Durch schenlösung gelangen, das heißt eine brückten, beteiligte sich eine stattliche Zahl unserer böhmen und haben die kampfge= drückten, beteiligte sich eine stattliche Zahl unserer böhmen und haben die Kampige Katastrophe verhindern und die endgültige Arbeiterturner aus dem Gebiete des 6. Kreisver- meinschaft zwischen deutschen und das zahlreiche und provozierende Auftreten der SA- und SS- Abteilungen Lösung, nämlich die Streichung der Repara- bandes, besonders der Böhmerwald- Turnbezirke, if chechischen Arbeitern aufs nene und des Stahlhelms ist es in den Städten des tionen und der interallierten Schulden vorderen Reihen von Partei- und Jugendgenossen befestigt. Ruhrgebietes am Samstag abends sehr unruhig bereiten. Ob auf Grund der Beschlüsse der ergänzt wurden. gewesen. In Witten tam es zu schweren Zu Lausanner Konferenz die Kreditwirtschaft der sammenstößen. warfen dort mit NSDAP. ein. Als die Polizei eingriff, wurde Den Auftakt zu den Hauptveranstaltungen| gen an. Fanfarenklänge ertönten und nun turn ein Beamter durch Messerstiche erheblich verlegt. des Festes bildete eine Vorfeier im Stadion ten nacheinander 1536 Turnerinnen, über 700 Die Beamten schossen daraufhin; ein Kommunist der DTI. Die biebei gezeigten Darbietungen männliche Zöglinge, dann die weiblichen Zöglinge. erhielt einen Oberschenkelschuk. In Herne lam den begeistert aufgenommen. Es wirkten u. a. mit über 700 Turnern und Turnerinnen zeigte durch- nalsozialisten und Kommunisten, wo ein Nationalwaren in jeder Beziehung mustergültig und wur- Der Prager Kreis der DTJ. in einer Stärke von es ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen Natio die DTF.- Vereine Prag- Žižkov und Komotau. aus modern gestaltete Uebungen, die an die Aus sozialist schwer verlegt wurde. Vier Kommuniste Der Gesangsverein Lyra" aus Chicago brachte führenden große Anforderungen stellten und durch konnten verhaftet werden. Lieder zum Vortrag; von den deutschen Arbeiter- den fortwährenden Wechsel der Bewegungen auch turnvereinen führten die Turnerinnen aus Koso- schöne Bilder boten. Die Darbietungen der be lup einen Reigen auf. Nach dem Festabend for- reits genannten anderen Abteilungen waren alle mierte sich ein Fa delzug, der zum Ringplatz in der Ausführung eraft. führte, wo Abg. Genosse Pit die von reichem Beifall begleitete Festrede hielt. In dem Zuge marschierten 3000 Fadelträger und eine unüber längs der Straßen Epalier standen. Welt sich einigermaßen erholen und das not- Sonntag: 50.000 3uschauer- falt 10.000 Turnende einen die Scheiben der Geſchäftsfelle der wendige Vertrauen der fapitalstarken zu den fapitalschwachen Staaten wiederkehren wird, ist vorläufig zweifelhaft und damit dürfen auch die Hoffnungen darauf, daß der nächste Winter in den Industrieländern besser sein wird, ter in den Industrieländern besser sein wird, als der vorige Winter gewesen ist, nicht hoch gespannte sein. Die chaotische Teilung der Welt durch Staatsgrenzen in voneinander völlig abgesonderte Wirtschaftsgebiete, die selbständig nicht leben können, deren Zahlungsbilanz nicht aftiv ist, wird immer wieder katastrophale Schwierigkeiten hervorrufen und die aus der ganzen Gestaltung der kapitalistischen Wirt schaft hervorgehenden Krisen verschärfen. Nur fehbare Menschenmenge, während Zehntausende fanden herzliche Begrüßung und für die gelunge hat, ordnete die portugiesische Regierung nuts die planmäßig organisierte Wirtschaft der ganzen Welt kann auch diese krisenverursachen den Tatsachen beseitigen und eine stetige Ausweitung der Produktion, die nicht durch verheerende Krisen immer wieder unterbrochen wird, herbeiführen. Die Beteranen weichen nicht. In den ersten Mittagsstunden begannen sich bereits die Tribüne und Sigreihen des Stadions zu füllen. Der Zustrom der Festgäste dauerte noch bis 3 Uhr nachmittags an. Das Menschengewühl war an manchen Stellen des Festplatzes geradezu beängstigend. Allgemein wird die Zahl der Zuschauer auf 50.000 geschäßt. Nach dem Auftreten des Prager Kreises marschierten die deutschen Arbeiterturner mit ihren Sturmfahnen zu den Schwingübungen auf. Sie nen Vorführungen reichen Beifall. Zolltrieg zwischen Frankreich und Portugal. Lissabon, 20. Juni. Ta die französische Regierung einen 15prozentigen Zuschlag auf die Einfuhr von portugiesischen Waren eingeführt mehr die Einstellung der gesamten Berzollung von französischen Waren im Hafen von Lissabon an. Die Massenvorführungen erreichten ihren Höhepunkt in einer symbolischen Darstellung, bei der 5412 Turner, Turnerinnen und Zöglinge mitwirkten. Diese Vorführung war der Triumph des Tages, ein Wert von großer künstlerischer Nach Beendigung der Aufführungen der Gestaltung. Es wurde dargestellt, wie eine zer deutschen Arbeiterturner erwartete Genosse Dofa schlagene Arbeiterschaft sich zum Zusammenschluß tor Czech diese am Ausgangstor und sprach ihnen aller proletarischen Kräfte durchringt, unter für die starke Beteiligung und die wirkungsvollen schweren Bedingungen um den Fortschritt kämpft Darbietungen Dank und Anerkennung aus. Das und schließlich die kapitalistischen Ausbeuter zu löste bei den Turnern und Turnerinnen sowie Boden wirft. Ein Sturm der Begeisterung hallte bei den vielen anderen ebenfalls herbeigeeilten über den weiten Platz, als diese Darstellung zu Genoffen die größte Freude aus. Für die D Ende war. Herzliche Svationen für Genoffen Dr. Czech. T. J. dankten die Genossen Kreisobmann Hošek und Stellvertreter Ulrych dem Genossen Czech für die Teilnahme an dem Fest. Mit der beiderseitigen Versicherung, auszuharren im gemeinDer Zug der deutschen Festteilnehmer. Die deutschen Festteilnehmer sammelten sich Washington, 20. Juni. Die Arntee der in der Stadt und zogen in geschlossenem Zuge, Veteranen ist nicht auseinandergegangen, wie der gegen tausend Personen zählte, zum Stadion. man ursprünglich erwartet hatte. Sie ist, was Dreihundert rote Sturmfahnen und Zahl anbelangt, fogar eher angewa chien, Transparente verkündeten die Brudergrüße des denn die kleine Abnahme von ehemaligen Soldaroten Böhmerwaldproletariats an das rote ten, die in ihre Heimat zurückkehrten, wurde Biljen. Den Turnern schloß sich eine Gruppe Der Einladung zur Teilnahme an dem Bilf- famen Kampfe für den Sozialismus, und demt alsbald durch neue Demonstrationsteilnehmer er der sozialistischen Jugend in blauer Einheitsſetzt. Die Veteranen lagern zur Zeit an sieben tor Czech gefolgt. Er wurde zusammen mit den wurde diese Abschiedsszene beendet. Stellen und erklären, fie seien fest entschlossen, in fleidung an und dann folgten die Parteigenossen ner Fest der D. T. J. war auch Genoffe Dot- Wunsch auf baldiges gegenseitiges Wiedersehen aus der deutschen Umgebung Pilsens und aus anderen Mitgliedern der Prager Delegation vom der Hauptstadt der Vereinigten Staaten so lange der Feststadt selbst. Der Zug wurde bis zum Bürgermeister der Stadt Pilsen Abg. Genossen Aufstellung begriffenen Abteilungen der tschechi Anschließend besuchte Genosse Czech die in hielten, daß ihnen der Betrag von zwei Milliar- Stadion von einem großen Menschenstrom be- Bir beim Zentralfriedhof empfangen. Genosse schen Arbeiter- Turner und beglückwünschte sie in den und vierhundert Millionen Dollars als Er- gleitet und seine Sprechchöre:„ Es lebe das Dr. Czech begab sich dann sogleich zur Urne sei- ciner Ansprache zu ihren großen Leistungen, rote Bilsen" wurden mit herzlichen Zurufen nes verstorbenen Freundes G. Habrmann, Auchy dort war er Gegenstand herzlichster Afflasatz für die Zertifikate voll ausgezahlt werde. Einige hundert Beteranen besetzten das von der tschechischen Arbeiterbevölkerung er- wo er einen Strauß Rosen niederlegte. mationen. Mit einem Hoch" auf die D.T.J. und Hintergebäude des Landwirtschaftsministeriums, auf das rote Pilsen verabschiedete sich Genosse das bereits vor kurzer Zeit geräumt wurde und Czech von den tschechischen Turngenossen. So schon am Montag dieser Woche hätte abgetragen wurde das Pilsner Fest zu einem weithin leuch werden sollen. Trotz allen Vorstellungen erklär tenden Symbol der brüderlichen Kampfgemeinten die hier lagernden Veteranen, daß sie in diesem Gebäude zu verbleiben gedenken. Klasse dieses Landes. zu verbleiben, als sie nicht sichere Garantien er39 widert. Das Feft der Maffe. Jm Stadion wurde Genosse Dr. Czech von einer Abordnung deutscher Arbeiterturnea rinnen und den führenden Genossen der Partei Kaum daß der Zug der deutschen Festteilneh- im Böhmerivaldgebiete aufgesucht, um ihm die mer im Stadion eingelangt war, so fündete ein Grüße der deutschen Arbeiterschaft Südwestböh- schaft der tschechischen und deutschen ArbeiterBöllersignal den Beginn der Massenvorführun-| mens zu überbringen. ,, Doch", schrei ich, doch" und bekomme doch einer, so kommt doch, Leda, Leda, es ist hinterrücs eine Hand frei. Ich stoße die Tür Blutvergiftung." Er schreit überall zugleich, im Privatkontor, im Flur, in der Küche. Schicksale hinter Schreibmaschinen. auf und stehe mitten in dem verſtummenden Bon Christa Anita Brüd. ,, Es soll ja auch ein freier Nachmittag sein. Sehen Sie, ich bin allein. Ich unterhalte mich gern mit einer flugen Frau. Wir können zusammen in die Stadt fahren und Ihre Besorgungen machen. Und im übrigen können Sie ich wünschen was Sie wollen für den Abend, so viel Schlagsahne, so viel Konfekt, so viel Cham pus Er spricht keineswegs leise. Ich spüre im Rücken dicht hinter der Tür das aufgeregte Geflüster, das Drohen, Drängen, Zittern, Beschwören der Wartenden. Gemurmel. Bitterböse Blicke glizern mich an. Ich sehe nichts, als das weiße, drohende Gesicht der Gauda. Gehen Sie doch hinein", rufe ich in mei ner Verzweiflung. Er nimmt auch Ihr Opfer an, er ist auch mit Ihnen zufrieden." " Die Suhl huscht nach der Tür, in der sich bereits neugierige Gesichter zeigen. er. Pst. Nicht so laut. Blutvergiftung sagt Er hielt sich seinen Arm. Es muß irgend etwas am Arm sein." ,, Bah, bloß Arm? Arm kann man abschnei den. Daran krepiert noch keiner." Nun sehen alle auf die Gauda. Die Gauda ist eine der Ihren. Man erinnert sich, auch sie Seid still, Kinder, mit Blutvergiftung ist hat er vergeblich gehezt. Ja, mit der Gauda nicht zu spaßen. Seine vier, fünf Wochen liegt wäre er ebensogut zufrieden. Einer der Lauf- er zunächst mal auf der Nase." jungen ist ihr Bruder. Der Bruder geht als ,, Auf der Nase?" ereifert sich jetzt der Bucherster hinaus. Sein Freund folgt ihm. Der halter, wäre ja noch schöner, wenn der nach all Expedient steht aufrecht an meiner Seite. Die feinem Gehure eine Blutvergiftung überstehen Jungen haben ihn gern. Murrend geht einer wollte. Ran muß er, und zivar bald." nach dem andern. Sie fahren zum Lager und Ja, natürlich, er muß ran." Alle sind wir holen die Filme. Andere bauen den Apparat uns darüber einig. Dann lassen Sie die Filme holen." auf. Ich weine, ich weine um uns alle. Still! Er wimmert. So seid doch ruhig, Das Gemurmel hinter der Tür wächst be- Um 10 Uhr fommt ein Polizist und verbietet man hört ja nichts." drohlich an. Ich spreche so leise ich fann.yden ruhestörenden Lärm des Vorführens. Hausden ruhestörenden Lärm des Vorführens. Haus- Sie drängen in einem Knäuel nach dem Herr Murawski, ich erinnere Sie an Ihre bewohner haben sich beschwert. So müssen wir Privatkontor, öffnen vorsichtig einen Spalt der Expreffer. Sie wissen, wie das tut, wenn man am Sonntag wiederkommen. Am Sonntag von Tür. vergewaltigt wird." drei Uhr nachmittags bis abermals zehn Uhr wird der Rest vorgeführt. „ Herr Murawski, ich hoffe, Sie werden meine Kollegen nicht dafür büßen lassen, daß ich Ihre Einladung nicht annehmen kann." Run flüstert er auch, nun hält er sich nicht mehr zurück. Jch hebe blizichnell meine Arme vor die Brust und vermeide so die Berührung mit seinem unmittelbar gegen mich andrängenden Körper. " Ja", raunt er heiser ,,, ich kenne es. Und meil ich es tenne, weil ich weiß, wieviel damit erreicht wird, weil ich dich haben will, verstehst, weil du einen Frauengeruch hast, der mich wahnfinnig macht, weil ich weiß, wie du aussehen mußt, unterwärts, darum lasse ich keinen gehen, wenn du nicht bei mir bleibst." Lassen Sie mich los." Ich friege dich doch." Ich schlage Lärm." Steiner tommt dir zu Hilfe." Dann kommt wieder eine böse, schlimme Arbeitswoche. in Einen einzigen Tag der Freude erlebe ich im Haus Murawiti. Es ist eine höchst bedentliche Freude. Den Mund lächelnd offen, die Augen verheizungsvoll glänzend, lauschen fie angejpanut. Da! Jetzt!" Aus dem Schlafzimmer dringt das ächzende Schelten des Schmerzgeplagten." Der Lehrling hüpft vor Vergnügen auf einem Bein. Der Buchhalter weist ihn empört zur Ruhe und hält wieder das Ohr an den Türspalt, daß feiner der ergößlichen Laute ihm entgehe. In aller Frühe schon verbreitet sich das Gerücht, Murawiti wäre aufgestanden. Einer der Laufjungen will ihm in Hut und Mantel auf der Ich sehe Fräulein Gauda an. Sie sagt mir Treppe begegnet sein. Das flingt geradezu unwahrscheinlich, aber eine halbe Stunde später hören wir ihn tatsächlich zurückommen. am meisten, dehnt sich wohlig wie eine Raße, als wären alle Fesseln schon gelöst und fragt gäh mend: iwe lange kann das noch dauern, bis er Mit lautem Wehgeschrei läuft er durch weg ist?" unser Zimmer. Ach", weiß jemand, das dauert eine ganze Ich sterbe, ich muß sterben, so hilf mir Weile. Den werden wir noch wimmern hören also aid user und zum Schluß wird er wohl brüllen, häuſerweit." Voller Genugtuung über das häuserweit tönende Schmerzgebrüll tehrt jeder an seine Arbeit zurück. Eine allgemeine Heiterleit bleibt den ganzen Tag bestehen. Ob er sterben wird und wie er sterben wird und daß er auf jeden Fall sterben muß, wird in allen Tonarten erwogen. Nun, es folgt eine große Enttäuschung. Murawsti hat nur ein kleines Geschwür am Oberarm, von dem der Arzt gesagt hat, es müsse sauber gehalten werden, damit keine Blutvergiftung entstehe. Am zweiten Tag geht Murawski, leidend zwar, aber ohne jedes Schmerzgebrüll wieder durch die Räume. Er versucht vergeblich Mitleid zu erwecken. Jeder, dem er von den aus gestandenen Schmerzen erzählt, lacht ihm ins Gesicht. * Nein, der Tod hat seine eigenen Gesetze, Murawski lebt weiter und peinigt seine Opfer. Aber da fehlt eines Tages Fräulein Müller. Es gibt einen Auftritt, weil ich mich weigere, ihr zu schreiben, sie wäre entlassen, wenn sie nicht augenblicklich ihren Dienst wieder aufnähme. Ich weiß, wie elend das Mädel in legter Zeit ausgesehen hat. Die Beckmann soll gehen und sie wieder herbeischaffen. Die Bedmann kommt zurüd und meldet, Fräulein Müller hätte Fieber, würde aber bersuchen, morgen zu kommen. Tatsächlich sitzt sie am nächsten Tage, umwidelt mit einem wollenen Schal, fiebrig gerötet, Schweiß auf der Stirn, hinter ihrer Maschine. Dringende Post ist liegengeblieben. Die zweite Stenotypistin quält sich seit Stunden über Murawstis Dittat. Er tann nicht diktieren. Aus seinem Kauderwelsch wird nur Fräulein Müller einigermaßen flug. Fortsetzung folgt.) Fr. 14 Hohenzollern wittern Morgenluft! Dienstag, 21. Juni 1932. Zollunion Holland- Belgien- Luxemburg. Reparationskonferenz: Seite 3 Naziberhajtungen in Reichenberg. Monarchistische Kundgebungen. Der heutigen Bohemia" entnehmen wir, daß Eine klassische Wilhelm- Depesche! Reine neuen Zölle und Einfuhreinschränkungen Blanmäßige Zollfenfung. Samstag abend die Reichenberger Staatspolizei insgesamt fünfzehn jugendliche NationalBerlin, 20. Juni.( Eigenbericht. Gestern hat es nicht nur zusammenstöße im Reich gege- treter der holländischen, belsischen und lugem- su geben. Lausanne, 20. Juni.( Wolff.) Die Ver- fassung über die Kredithilfe baldmöglichst bekannt fozialisten verhaftete, darunter zehn aus Reichen berg, vier aus Röchlitz und einen aus Dörfel. ben, sondern auch eine Reihe von monarchistis burgischen Regierung haben nach Befragung der Bie verlautet, hat die Aufforderung den Die Nazis beabsichtigten in Katharinberg bei schen Kundgebungen. Auf einem Kavallerie interessierten Regierungen eine Konvention para Charakter einer dringlichen Mahnung. In dem Reichenberg an einer§ 2- Versammlung teilzutag in Hannover, der von dessen Bürger- phiert, die die gegenseitige und progressive Herab- Brief des Vorsitzenden soll ausdrücklich darauf nehmen. Diese wurde von der Behörde untermeister offiziell eröffnet wurde, wurde ein Tele- feßung der Wirtschaftsschranken vorsicht und die hingewiesen werden, daß Oesterreich zu einem sagt, weil sie nicht den Bestimmungen entspre gramm des Ertaisers verlesen, worin er auch fie unverzüglich ihren Regierungen für die Transfermoratorium schreiten werde, chend einberufen worden sei. auf den siegreichen Kampf der Kavallerie gegen endgültige Annahme unterbreiten werden. falls bis nächsten Donnerstag, den nehmer soll sich eine Einladung zu dieser Verben äußeren und inneren Feind Die Teilnehmerstaaten verpflichten sich, in ihren 23. Juni, eine Zustimmung der Regierungen sammlung selbst ausgestellt haben. Die Nazis hinweist. der Egkronprinz beteiligte fich gegenseitigen Beziehungen teine neuen zu dem Kreditplan nicht vorliege. traten, nachdem sich die Versammlung aufgelöft an einem Stahlhelmtag in Perleberg an Ile zu errichten und zu einer jährlichen hatte, wieder geschlossen den Rückzug an. Auf der Mark und ein weiterer Kaisersohn, Oskar, herabseßung des gegenseitigen dem Wege sangen sie Marschlieder. Als sie bei der war wieder bei einem Schüßenfest in Ber- 3ollniveaus um zehn Prozent bis zu Reichenberger Artilleriekaserne vorbeikamen, vernow bei Berlin, wo der Generaladju einem bestimmten Niveau zu schreiten. Sie per Optimismus hat nachgelassen"! fuchte ein Offizier den geschlossenen Zug auftant des Ertaisers, von Dommes, die pflichten sich ferner, untereinander teine zuhalten, und als ihm dies nicht gelang, telephoLausanne, 20. Juni. Die Reparationston- nierte er der Staatspolizei, die die Straße Hohenzollernrede hielt. neuen Einschränkungsmaßnahmen gegen die Einfuhr oder die Ausfuhr zu ferenz fest die Vorbereitung der wichtigsten absperrte und die Nazis verhaftete. Sie wurden Doch Wohlfahrtsstaat- aber verhängen, außer es handle fich um spezielle Arbeiten borläufig nur durch private Bedem Reichenberger Kreisgericht übergestellt. Das an für die Großindustriellen! Gielfälle. Jeder dritte Staat soll die prechungen der Politiker und Experten fort. Stationstommando bat in seiner Angelgebie Möglichkeit haben, dem Abkommen aus dem der anfängliche Optimimus bat etwas Staatspolizei angeführt, daß die Nazis ein großes nachgelassen, denn es ist bereits flar, daß safenfreuz borantrugen, daß sie das Berlin, 20. Juni( Eigenbericht.) Wäh- Titel der Gleichberechtigung beizutreten. einige Staaten die einfache Streichung der Repa itler- Lied gesungen, und daß einer von Reich fein Wohlfahrtsstaat der Armen Dringliche Mahnung wegen Defterreich. rationen nicht zuzulaffen entschloffen sind und ihnen auch„ Heil Hitler!" gerufen, daß sie daß eine teilweise Streichung der Reparationen schließlich auch die bei der Kaserne stehende fei, geht das Reich jeht daran, durch die vom Genf, 20. Juni. Der Vorsitzende des ge- gleichfalls gewisse Kompensationen erfordern Wache bedroht hätten. Reich kontrollierte Dresdner Bant den mischten Ausschusses des Völkerbundes, der einen würde. Der Vorsitzende der französischen RegieHerrn des Stahltrusts, Friedrich Flitt, Blan für eine Finanzhilfe zugunsten Oesterreichs rung Herriot hat dem Vorsitzenden der den Beherrscher der Gelsenkirchner Bergwert auszuarbeiten hatte, hat der französischen, eng- Reparationstonferenz MacDonald heute vor- Belagerungszustand in Chile. A.-G., zu sanieren. Die Dresdner Bant lauft lischen, italienischen und deutschen Regierung mittags ein Memorandum vorgelegt, in A.-G., zu sanieren. Die Dresdner Bank lauft für 50 Millionen Aktien, damit Flitt die am mitgeteilt, der Ausschuß müsse nunmehr die Auf welchem Frankreich zu den wirtschaftlichen und 1. Juli fälligen Bankschulden zurückzahlen kann. fassung der genannten Regierungen erfahren und finanziellen Hauptfragen bereits präzis Stellung Wie groß der Betrag ist, den das Reich diese werden gebeten, dem Vorfißenden ihre Auf- nimmt. barauf verwendet, ist noch nicht sicher, es dürften an die hundert Millionen Marr herauskommen! Erbitterte Kämpfe um Leben und Tod. Streit der Staatsangestellten und Eisenbahner. Santiago, 20. Juni. Die Regierung ordnete an, daß alle Angestellten des öffentlichen Verkehrsdienstes, die durch einen Streik gegen die Kommunisten stören eine Sympathie- Sozialpolitik ist„ Verirrung"! Aenderung des Regimes protestieren wollten, sofundgebung für Sowjetrußland! Der Tepliß- Schönauer Anzeiger der Reaktion. fort zur Arbeit zurückzukehren haben, widrigenfalls fie durch sofortige Kündigung bestraft und Wir haben uns erst vor kurzem mit dem außerdem vor ein Kriegsgericht gestellt würden. Teplitz- Schönauer Anzeiger" beschäftigt, als dort Für die ganze Republik Chile wurde der Beder alte Zenker die beglückte sudetendeutsche Lagerungszustand verhängt. Bon Santiago Bürgermeinung über die Regierung Papen ab- de Chile wurden 6000 Karabinieris berufen, die gab. Derselbe Sonntagsleitartikler desselben die öffentliche Ruhe und Ordnung sichern und Blattes, das sich nachgerade zum Bannerträger sämtliche Unrnhen bereits im Keime ersticken aller reaktionären Bourgeois- Gesinnung Deutsch sollen. böhmens entwickelt, schreibt nun einen Brand- Da der Eisenbahnerstreik, der am Samstag artikel gegen die gebundene Wohnungs- ausgebrochen war, bisher noch nicht widerrufen wirtschaft, in dem er sich schon eingangs als wurde, wird der Eisenbahnverkehr in ganz Chile Vasallen rüchschrittlichsten und arbeiterfeindlich durch das Militär gesichert. sten Besitztums zu erkennen gibt: Der kommunistische Abgeordnete Ruß wird von den Arbeitern am Weiterreden verhindert. Wuppertal, 19. Juni. Die Zusammenstöße Für Samstag, den 18. Juni, hatte unsere zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, Bezirksorganisation in Asch eine Rundgebung die gestern nachmittags einsetzten, als sich Seinberufen, auf der dem von dem imperialistischen Leute in Uniform auf der Straße sehen ließen, Japan bedrohten Sowjetrußland die Sympathie dauerten gestern den ganzen Tag über an. Die der Ascher Arbeiterschaft ausgesprochen werden Angriffe gingen in der Hauptsache von den sollte. Die Versammlung, an der an 500 Per Kommunisten aus. In Barmen wurde sonen, Angehörige der Sozialdemokratie, der tombei einem Zusammenstoß ein Kommunist durch munistischen Opposition und der richtig linierten einen Messerstich verletzt. An einer anderen Kommunisten teilnahmen, wurde vom BezirksStelle wurden zwei Nationalsozialisten überfal- vertrauensmann Genossen Schmidt geleitet, len und durch Schüsse eines Kommunisten schier das Referat erstattete Genoffe Dr. Strauß. berlebt. Gegen 12 Uhr wurden von unbekann- Der Referent besprach ausführlich die Ereignisse ten Tätern die Fenster der nationalsozialistischen im Fernen Osten sowie die Entwicklung der Buchhandlung in Barmen eingeworfen. Am Sowjetunion in den letzten Jahren und legte frühen Morgen nahm die Polizei in Barmen dar, daß die Arbeiterschaft gegen jeden Versuch vei Nationalsozialisten fest, als sie Bassan- Japans, die Grenzen der Sowjetunion zu überten nach Waffen untersuchten. schreiten, Stellung nehmen müsse. In der Debatte fprach zunächst der oppofitionelle Komma Die Regierung dementiert die Nachrichten von „ Es wird eine Zeit kommen, und einer Revolte der Militärflieger, die angeblich sie ist vielleicht nicht gar jo ferne, da die rüd. einen Torpedobootjäger, der den Obersten Grove so und ein anderes Mitglied der früheren Junta ins blidende Geschichtsbetrachtung die bielgerühmte Eril führen sollte, am Auslaufen verhindert Sozialpolitik unserer Tage als eine unhaben. begreifliche Verirrung auch vom Blickpunkt wahrhaft sozialer Gesinnung aus beurteilen wird Nämlich jener ,, sozialen Gesinnung", die den Spaltung bei den österreichischeu Ein Trupp Nationalsozialisten aus Bas- nist Bloß, der nichts befferes zu tun wußte, franken Arbeiter ohnetveiters trepieren ließe! Für Der Gewerbebund will sich selbständig machen. Christlichsozialen? weiler, die sich nach Merkstein begeben hat- als bei der Kundgebung für Sowjetrußland ten, um die dortigen Nationalsozialisten, die sie die Sozialdemokratie anzugreifen und auf die ihn sorgen, das nennt der Ernst Viktor Der Gewerbebund will sich selbständig machen. Wien, 19: Juni. In der christlichsozialen gerufen hatten, weil sie sich von Kommunisten ältesten und abgestandensten Argumente gegen Benfer ein jozial vermänteltes System des Probedroht fühlten, zu verstärken, wurde auf dem unsere Partei zu sprechen tam. Sodann ergriff teftionismus für einzelne Teile der Gesellschaft", Partei besteht die Gefahr einer ernsten Spaltung. Rüdweg von Kommunisten angegriffen. Ein das Wort der kommunistische Abgeordnete Ruß, und die Arbeit Dr. Czech 3: Wohnungs- Die Gewerbefreise der Partei sind mit der PoliNationalsozialist wurde durch einen Bauchschuß der seine Rede damit begann, daß unsere Partei diftatur". Der Teplitz- Schönauer Anzeiger" tik der Leitung, namentlich mit dem agrarischen tödlich verletzt. auf allen ihren Kongressen gegen Sowjetrußland läßt es geschehen, daß sich sein Leitartikel über Kurs des Kabinetts Dollfus, unzufrieden. Bei der Hagen, 19. Juni. In den gestrigen Nach Stellung genommen habe. Das brachte die sozial die parlamentarische Sozialarbeit, die für ihn letzten Kampfabstimmung im Hauptausschuß des mittags- und Abendstunden fam es im Stadt demokratischen Teilnehmer der Versammlung in ein Sadelziehen" ist, lustig macht und daß er Nationalrates und auch im Barlamentsplenum teil Saspe zu schweren Zusammenstößen zwi große Erregung und der kommunistische Redner neuerdings, bon Dr. Czech weg, begeistert auf wahrten die den Gewerbekreisen nahestehenden Abgeordneten nur nach dringenden Interventio schen Kommunisten und Nationalsozialisten. Wie wurde aufgefordert, jenen Kongreß unserer den Herrn Papen blickt: die Polizei meldet, gingen die Gegner mit Lat- Partei zu nennen, auf dem gegen Sovjetrußland Die deutsche Regierung hat den nicht nen die Disziplin und stimmten mit den übrigen Abgeordneten der Partei. Unterdessen hat die Gegenug an bewundernden Mut, mit der verlogenen werbegruppe des Abgeordnetenklubs der christlichten, Stöcken, alten Seitengewehren und Messern Stellung genommen wurde. Da er das trot Bhrafe einer Sozialgefeßgebung zu brechen..." sozialen Partei ihre Vertretung im auf einander los. Es wurden auch scharfe mehrmaliger Aufforderung nicht tat, bezeichnete Bundesrat Schüsse gewechselt. Auf beiden Seiten wurden ihn unser Referent vor der ganzen VersammFort so wie in Deutschland allmählich, aber verloren und damit ist die Gefahr einer Spal insgesamt 30 bis 40 Berſonen verlebt, darunter lung als Lügner, was sich der Herr Abgeordnete, doch möglichst vasch, mit aller Sozialpolitik, Ber- tung atut geworden. Die führende Gewerbefünf schwer. Die Polizei nahm fünf Ber- gefallen laffen mußte, da er nicht instange igen, sicht auf das schöne neue Wohnungsgeseh", organisation der Partei, der Gewerbebund, für seine Behauptung den Beweis zu erbringen. erBerlin, 19. Juni. Ein kommunistischer Der Vorsitzende der Versammlung forderte nun beschließt der Zenker:" Muß es denn wägt ernsthaft seine Lostrennung von der Partei Sturmtrupp feuerte in der vergangenen Nacht den kommunistischen Abgeordneten unter zu wirtlich für alles ein Gefek geben?" und die Gründung einer selbständigen, reinen auf ein Lokal in Treptow, in dem sich Natio- Stimmung der Mehrheit der Anwesenden auf, nalsozialisten zu einer Feier versammelt hatten, feine Behauptungen zurückzunehmen und sich zu 12 bis 15 Schüffe ab, durch die vier National- entschuldigen. Da dies Ruß nicht tat, entzog ihm sozialisten verletzt wurden. Der Polizei gelang der Vorsitzende das Wort, worauf Ruß unter dem es, zehn Personen festzunehmen, von denen eine Beifall der Mehrheit der Versammelten die im Besitz einer Pistole und 15 Schuß Munition Rednertribüne verlassen mußte. Die Kommujonen feft. war. war, denn, so Leider gibt es nicht für alles ein Geset! Standescharakter tragenden Gewerbepartei. Die Denn sonst wäre beispielsweise verboten, daß Generalversammlung des Gewerbebundes wird Menschen, deren politische Verfaltung fast schon in dieser Hinsicht eine baldige Entscheidung in den Bereich der Medizin fällt, die öffentliche treffen. Meinung mitführen dürfen! Womit wir aber Anschlag gegen Paul Boucour? dem Herrn Zenker durchaus nicht nahetreten niften machten einen Seidenspettatel, ihre Absicht wollen, zumal uns der überhaupt durchaus Paris, 20. Juni. Journal" berichtet, über Hamburg, 20. Juni. Zwischen Kommuni- war zweifellos, die Versammlung zu sprengen, wurscht ist. Nicht gleichgiltig aber ist es, daß was ihnen aber nicht gelang, trotzdem mitten eines der verbreitetsten deutschböhmischen Pro- die näheren Umstände einer Reiseunterbrechung ften und Nationalsozialisten fam es gestern nach in dem Kraivall plötzlich der Regierungskommissär vinsblätter in so offener und unverhüllter Weise des französischen Seriegsministers Paul Bonmittag vor dem Hafenkrankenhaus zu einer erschien, So blieb den Kommunisten nichts die Rückwärtsschreie des engherzigsten und fort cour, der den Zug verlassen und im Schlägerei, bei der ein Nationalsozialist anderes übrig, als abzuziehen, wobei sich den schrittfeindlichsten aller Bürgertümer wiedergibt Auto die Fahrt nach Genf fortsetzen mußte. durch einen Messerstich in den Rücken schwer richtig Linierten auch die oppositionellen Rom- und, selber ehemals ein liberales Blatt, sich Der Minister benüßte den direkten Schnellverlegt wurde. Ein Nationalsozialiſt hatte meh- munisten anschlossen. Genosse Dr. Strauß rechnete mummehr auf den Standpunkt gestellt hat, wie er zug nach Genf. Unweit vor Dijon wurde knapp Revolverschüsse abgegeben, dann in seinem Schlußwort mit den Vertretern etwa vont oftelbischen Junkertum, von Herrn vor Ankunft des Schnellzuges die Strecke durch doch wurde anscheinend niemand getroffen. Meh- der beiden kommunistischen Gruppen ab und Bapen und von den ärgsten Scharfmachern der einen Zusammenstoß zweier Eilgüterzüge vertere Personen wurden festgenommen. Reaktion eingenommen wird! tere Blutige Demonftrationen in Jugoslawien. geißelte das Vorgehen der Spalter der Arbeiter bewegung, die nicht einmal eine einheitliche Sympathiekundgebung für Sowjetrußland mög lich machen. Belgrad, 20. Juni.( AVALA.) Fast in ganz Kroatien fanden heute Seelenmeisen für Marburger Offiziere- zwei ZodesStephan Radič, Paul Radié und Basariček ftatt, die im Jahre 1928 bei der blutigen SchieBerei in der Stuptschina ums Leben gekommen urteile. rammelt. Bei einem Stellwerk war ein GüterDie Bürgerjournaille wittert Morgenluft zug über das Gleis der D- Züge Paris- Dijon herrje, sie wird überrascht sein, was da für hinweg rangiert worden. Die beiden letzten WaMorgen sein wird! gen gerieten ins Hauptgeleise und stießen dort Doch, was das Heute anlangt, fo muß mit einem anderen Güterzug zusammen. Zwei man wohl sagen, daß der Blick auf Arbeiter und Wagen schlugen um und versperrten das Hauptgleis. Angestellte, die diese Presse kaufen und lesen, fast unerträglich ist, bei denen liegt zweifel- wei Schrauben entfernt worden Es wurde festgestellt, daß an der Weiche los unbegreifliche Verirrung" vor! waren. Das Blatt spricht von einem indiretten Sabotageaft, obwohl, wie es selbst erklärt, noch nicht festgestellt sei, ob es die Ur heber des Attentats wirklich auf Paul Boncour abgesehen hatten. müffet Belgrad, 20. Juni. Heute abends fällte das waren. Bei dieser Gelegenheit wurden an zahl- hiesige Militärgericht das Urteil im Prozesse reichen Stellen Stellen Demonstrationsfundgebungen gegen die Marburger Offiziere. Leutnant Das Schicksal der Spalter. veranstaltet. In Bosnisch Brod versuchte ein Atanastowie und Leutnant Altaler Teil der Teilnehmer in das Gefänignisgebäude wurden wegen Teilnahme an der beabsichtigten Die Sozialistische Arbeiterpartei, die es eben einzubringen, um einen wegen kommunistischer Umsturzaktion zum Tode, Major Djolie zu jest für notwendig hält, eigene Listen für die Propaganda verurteilten Häftling zu befreien. fünfzehn Jahren Kerker, vier Oberleutnants und Reichstagswahl aufzustellen, befindet sich in Die Demonstranten griffen die Bolizei mit ein Unteroffizier zu je zehn ahren Berker, zum völliger Auflösung. Eine Gruppe Genoffen! ausgeht fü füb. Steinen und Stöcken an. Die Polizei Verlust aller bürgerlichen und militärischen render Leute, darunter die bekannte Gertrud mußte in ihrer Bedrängnis von der Waffe Ge- Ehrenrechte und zum Ersatz der Prozeßkosten i by, ist zu den Kommunisten übergetreten. Die Berbreitung unserer Zeitung agitieren. brauch machen. Ein Manifestant wurde verurteilt. Zwei Leutnants und zwei Unterwährend eine andere Gruppe, die eine eigene segi euch überall für unsere Parteipresse hiebei getötet. In Jstrebarska wurde offiziere wurden freigesprochen und folgeich in eitung hinausgeben wollte, mit dem Ausschluß bei dem Zusammenstoß zwischen demonstranten Freiheit gesetzt. Gegen den ins Ausland geflüchedroht wurde. Zu dieser rechts gerichteten ein. In das Heim des Arbeiters gehört die und Gendarmerie ein Gendarm ernst berteten Leutnant Miladinovič wird das gerichtliche Gruppe gehören Dr. Anna Siemien und Arbeiterpresse. Darum, Verfahren nachträglich durchgeführt werden. Theodor Liebknecht. Lest Genossen u. Geaoffinnen agitiert Seite 4 Dienstag, 21. Juni 1932. Ar. 148 Die Snternotionale der Arbeiteriauser. 1926 wurde in Hamburg die internationale Zusammenfassung der bestehenden Arbeitevsän- aerverbände beschlossen. Die zweite Tagung 1929 konnte bereits über 11 Verbände und zwei Ein- zelvereine als Mitglieder der Idas berichten. 17 Verbünde und ein Einzelverein bilden jetzt den Bestand der Idas. Insgesamt umfaßt sie rund 250.00Q Mitglieder, von denen der Deutsche Arbeiter-Sängerbund eiiwa 190.000 zählt. Die Wirtschaftskrise und eigene Veranstaltungen verhinderte» zur dritten Konferenz in Braunschweig die Anwesenheit der Vertreter aus verschiedenen Ländern. Sämtliche Verbände übermittelten der Tagung schriftlich das Bekenntnis internationaler Solidarität. An der Sitzung nahmen teil die Vertreter der Arbeitersängerverbände Oesterreich, Ungarn, Schweiz, Elsaß, T s ch e ch o- j slowakei(deutsch und tschechisch), England und Deutschland. Vom nougebildeten Arbeitersängerbund aus Jugostavien wurde der Konferenz die Anmeldung mit 12 Vereinen übermittelt. Mit Frankreich, Finnland und Estland sind Verhandlungen über den Beitritt eingeleitet. Für den Dernnütungsauöschuß der Idas erstattete der Genosse Fehsel den Bericht. Belo ndcran Nachdruck-7 legte er auf den Wert der Idas für die in t e r«a 1 i 0 na le Verständigung. Es konnte berichtet werden von Reisen deutscher Chöre nach dem Elsaß, nach Paris, Belgien, Holland, Dänemark. Deutschland wurde besucht von Chören aus Oesterreich, Holland, Dänemark und der Schweiz. Für 1933 haben die Genossen aus Amerika eine Teütschlandreise geplant. Für das Jahr 1932 soll die Erhebung von Beiträgen für die Internationale ausgesetzt werden. Bei seinem Bericht über die musikalische Arbeit innerhalb der Idas wies der Genosse G u t t m a n n auf die Schwierigkeiten bei der Verbreitung internationaler Lieder hin. Trotzdem konnten drei gemischte Chöre, ei» Mannerchor und zwei Kinderchörc zur Verbreitung gebracht werden. Aus den Berichten der einzelnen Landesvertreter konnte festgestellt werden, daß trotz der überall herrschenden Krise die Aktivität gesteigert wurde. Für alle Verbände ist die Ausführung des Genossen Fränkel-Wien Ansporn zu weiterem Schaffen:„Durch die Musikkönnen wir uns in allen Ländern verständi- g e n."— Als Verwaltnngsausschuß wurde wieder der geschästSführende Vorstand des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes gewählt. Fortschritte der internationalen sozialistischen Jugendbewegung. Der Internationalen sozialistischen Jugend- korrekpondcnz wird aus Spanien geschrieben: Tie sozialistische Jugend Spaniens hat zum Schluß der Diktaturperiode eine intensive revolutionäre Tätigkeit entfaltet. Angesichts der ungeheuren Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, bedeutet dies eine Vervielfältigung von Anstrengungen. Trotzdem muß festgestellt werden, daß alle republikanischen Kräfte einschließlich der Sozialisten, sich über die Errichtung der Republik Illusionen gemacht haben. ES waren die jungen Sozialisten, die in dieser Lage die sozialistischen Grundsätze aufrechterhalten haben, um bei den Arbeitern keine großen Jllu- fionen über die Republik entstehen zu lassen. Mit der Errichtung der Republik nahm die Propaganda einen größeren Umfang an. Dies beweist die Tatsache, daß sich die Zahl der Orts- gruppen von 100 auf W6 beim letzten Kongreß erhöht hat. Die Zahl der Mitglieder ist von nicht ganz 2000 auf mehr als 17.000 gestiegen. Vom 11, bis 15. Feber hat der vierte Landeskongreß feit der kommunistischen Spaltung stattgefunden. Auf dem Kongreß waren IM Delegierte anwesend, die 16.500 Mitglieder vertraten. Vetlchek- ein Schützling der Nazi Derzeit wirbeln in Deutschland— und nicht nur dort, die Prozesse mächtigen Staub aus, die aus dem„familiären" Streit zwischen dem Prager Braunkohlen-Großindustriellen und Bankier P e t s ch e k und einem Geheimrat Caro entstanden find. Nun verweisen die Sozialdemokraten im Preußischen Landtag in einer kleinen Anfrage dartuf, daß von den Anwälten des Geheimrats Caro wiederholt behauptet worden sei, ein nationalsozialistischer Abgeordneter habe sich im preußischen Innenministerium nach den Staatsangehörigkeitsverhältnissen des Geheimrats Caro erkundigt, um auf diese Weise Material für Petschek zu sammeln. Die Regierung wird gefragt, ob ihr von diesem Schritt eines nationalsozialistischen Abgeordneten etwas bekannt sei, ob es sich dabei um den Gc- schastsführcr der nationalsozialistischen Fraktion, Abg. H i n k l e r, handle und ob das Staatsministerium etwas über die Motive festgestellt habe, aus denen der nationalsozialistische Abgeordnete für den tschechischen Großkapitalisten Petschek tätig gewesen sei. Wie der Berliner„Vorwärts" dazu erfährt, dürste es zutreffen, daß Abg. Hintler(Natsoz.) sich bereits im März d. I, beim preußischen Innenministerium nach der Staatsangehörigkeit von Geheimrat Caro erkundigt hat. Vermutlich ist ihm mitgetcüt worden, daß für Geheimrat Caro eine Einbürgerung deshalb nicht in Frage ?ekommen wäre, weil Caro durch Geburt und lbstammung Deutscher sei und seine Eltern und Breitern schon Deutsche waren. Endlich Reform des§ 144. Der Reformcntwuri des Jnslizminislcriinns.- Eine sozial* politische Tat. Eine internationale Front fortschrittlich und sozial denkender Menschen steht heute in allen europäischen Staaten gegen eines der uninensch- lichften Üeberbleibsel mittelalterlicher I u st i z- barberei, gegen den in allen Strafgesetzen Europas vertretenen sogenannten Fruchtab- treibungsparagraphen(bei uns ist es der 8 144 St.-G.), dessen schändliche und mörderische Auswirkungen wir in unserer Gerichtssaalrubrik systematisch aufzuzeigen versuchen. Einen erfreulichen Fortschritt in diesem Kampf um eine soziale Rechtspflege stellt der Gesetzentwurf unseres I u st i z m i n i st e r r u m s dar, der dem Schandparagraphen nun hoffentlich das verdiente Ende bereiten wird. Dieser Entwurf ist in mehrfacher Hinsicht eine sozialpolitische Tat, deren grundsätzlich« Bedeutung über die Staatsgrenzen hinausreicht. Das Gesetz ist gerade für die arbeitende Klasse von höchster Bedentung. . Wichtig ist vor allem, daß die Schwangere, die den Eingriff an sich vollziehen läßt, in verschiedenen Fällen st r a f i r e i bleibt. Hier ist zunächst die sogenannte„medizinische Indikation" anerkannt, d. h., wenn die Mutter durch die Geburt einer ernsten Gefährdung ihres Lebens ausgesetzt wäre, was auch bisher wenigstens teilweise befolgt wurde. Straffrei ist insbesondere der Eingriff in einem öffentlichen Krankenhause. Bis jetzt war die Situation so, daß„Damen aus gutem Haus e" sich gegen entsprechendes Honorar von einem darauf eingestellten Spezialisten ein Zeugnis über ihre Unfähigkeit zum Gebären ausstellen und dann in einem Luxussanato- rium in Ruhe und Sicherheit und unbehelligt vom Arm der Gerechtigkeit die lästigen Folgen verbotener Freuden beseitigen ließen. Der Pro- letariert» blieb nur der Weg zur„Helfe r i n" und das statistische Material, das der Entwurf anführt, ist eine fürchterliche Anklage des bisherigen Zustandes. I« de« letzte« stuf Jahren wurden jährlich etwa achthundert Strafanzeigen erstattet, von denen über achtzig Prqent auf die armen Schichte« entfalle«. Rur fünf Prozent dieser geheimen Abtreibungen wurden von A e r z t e n ausgeführt. Wie die berufsmäßigen Abtreiberinnen arbeiteten, geht aus der entsetzlichen Feststellung hervor, daß in 43 ProzeM oller Fälle, wo solche Helferinnen verurteilt wurden, der Eingriff in lebensgefährlicher Weise vorgenommen wurde! Straffrei sollen ferner im Sinne der „eugentischen Indikation" solche Fälle bleiben, wo mit Sicherheit zu erwarten ist, daß das Kind geistig und körperlich minderwertig sein wird. Desgleichen sollen Schwangerschaften, die auf NotzuchtSakte zurückgehen, ferner solche, bei denen es sich um Mädchen nnte^r sechzehn Jahren handelt, nicht Tagesnetugkeften Sine Stafette Sier letschen der Arbeiter-Motorradfahrer in drei Stunde«. Zur Begrüßung des 2. Bundes- Rad- porttageS in Tetschen führten die Arbeiter-Motorradfahrer am Sonntag, den 19. Juni, eine Stafette von Enger nach Tetschen an der Elbe. Früh um sechs Uhr wurde der erste Stafettenfahrer von Eger abgelassen und um 9 Uhr 10 Minuten traf die Stafette in Tetschen ein. Die Strecke von Eger über Falkenau, Karlsbad, Klösterle, Komotau, Brüx, Dux» Teplitz-Schönau, Kulm, Königswald, Bodenbach, Tetschen— 1 annähernd 2 00 Kilometer— wurde in 3 Stunden 10 Min. durchfahren! Dies ergibt eine Stuudenlei-- stung von zirka 65 Stundenkilometern. Eine sportliche Tat der Arbeiter-Motorradfahrer, die sich sehen lasten kann. Mit der Stafette hatten Begrüßungsschreiben gesandt: Die Radsportler des ARUK., 3. Kreis des ARUK., 2. Bezirk im 3. Kreis des ARUK., 1. Bezirk im 3. Kreis des ARUK., Kreisparteileitung der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Karlsbad und die Kreisorganisation der Sozialistischen Jugend. Der Hunger in Karvatt>orui?!and. Schießereien«m— Schafkäse. Ujhorod, 20. Juni. In den staatlichen Wäldern in der Nähe der Gemeinde Neresniee im Bezirke Rachovo überfiel eine viergl.iedrige b e wa ffnetr Räuberbande den Larw- wirt Nikolaj Ficäj, als sich dieser in Begleitung seiner Eltern und seines Sohnes mit einer Fracht Schafkäse von den Weideplätzen nach Hause begeben wollte. Die Räuber gaben aus Militär- und Jagdgewehren mehrere Schüsse gegen Fieaj und seine Breiter ab. Auf die inständigen Bitten und den Hinweis Fieajs, daß er vollständig arm»et, ließe« sich die Räuber erweichen und nahmen von einer Beraubung Abstand. Dieselbe Räuberbande übevfiel einige Minuten später ein« andere, ebenfalls von den Weide- plätzen zurückkehrende Gruppe. Sie»ahmen dem Landwirt Basil Maeola aus der Gemeinde Tere- sov einen Sack mit 30 kg Käse ab. Auch bei strafbar sein. Besonders wichtig und begrüßenswert ist die Anerkennung der sozialen Indikation, die bisher von den meisten Theoretikern a b gelehnt wurde und nach welcher die Schwangerschaft auch unterbrochen werden darf, wenn durch die Geburt des Kindes die Kindesmutter selbst oder andere Personen, für deren Lebensunterhalt sie nach dem Gesetz zu sorgen hat und die ihr ebenso nahe stehen, wie das zu erwartende Kind, in ihrer Existenz bedroht wären. Der Entwurf legt damit zum erstenmal eine Bresche in verknöcherte und enmenschliche Vorurteile, deren Vertreter die traurigen sozialen Gegebenheiten, die uns tagtäglich demonstriert werden, nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Soweit die Schwangere sich nicht aus die bezeichneten S t r o s a u s schließungs- gründe berufen kann, wird die Abtreibung nicht mehr als Verbrechen mit Kerker von ein bis fünf Jahren, sondern nur als Vergehen mit Arrest von sechs bis zwölf Monaten bestraft. Demgegenüber wendet sich der Entwurf mit gutem Grund scharf gegen berufsmäßige Abtreiberinnen und Engelmacherinen, deren„Hilfe" als Verbrechen mit ein bis fünf Jahren schweren Kerkers gestraft wird. Abtreibungen g egenWillen der Schwangeren werden bis zu zehn Jahren schweren Kerkers gestraft. Bei wahn- und blödsinnige n Frauen ist die Zusttmmung des gesetzlichen Vertreters nötig. Der Entwurf befaßt sich des weiteren noch mit der Novellierung des 8 139 des St.-G.(K i nd e s m o r d), ein Kapitel, das ja aufs engste mit der Frage der Fruchtab- tteibung zusammenhängt. Auch hier wird dem sozialen Standpunkt dadurch Rechnung getragen, daß für solche Fälle, wo schwere Notlage vorliegt(und das sind 99 Prozent) eine sehr beträchtliche Herabsetzung des Strafausmaßes vorgesehen ist, das im Rohmen von sechs Monaten bis zu drei Jahren gegenüber ein bis fünf Jahr en bisher zu bemessen ist. Hoffen wir, daß dieser Entwurf bald Gesetz wird, daß er durch den Widerstand einer reaktionären Opposition nicht vereitelt oder verstümmelt wird! Hunderte von proletarischen Frauen und Mädchen treibt der Schandparagraph heute noch in die schmutzigen Klauen der Engelmacherinnen. Unter letzteren gibt es solche, die ihr. e i g e n e s Auto besitzen, die durch ihr schmutziges Gewerbe reich geworden sind, reich geworben aus den Blutgrvfchen jener armen Opfer, die ihnen„im Namen des Gesetzes" zulaufen und oft nicht nur mit ihrem letzten Geld, sondern mit ihrem Leben oder mit lebenslangem Siechtum bezahle». Genug der Opfer! Genug des gesetzlich großgezüchteten Schandgewerbes! ES ist keine Zeit zu verlieren. Schafft das Gesetz— im Namen der sozialen Gerechtigkeit. vr. Bg. diesem Ueberfall schossen die Räuber mehrmals, ohne jedoch jemanden zu treffen. Später beobachteten Hirten unwest der Gemeinde Römeckä Mokrs eine fünfgliedrige bewaffncteBande, die nach ihren Kompli- cett fragten. Die sonrttägNchen Berlehrrtataftrophen Libliec, 19. Juni. Unweit der hiesigen Radio- stack an fuhr heute gegen abend ein mit zwei Personen besetztes Motorrad auf ein von Böh- misch-Brod kommendes Sentinel der Firma.^konstruktiv«" auf. Eine Person wurde auf der Stelle getötet, die zweite erlag nach der U e b e r f ü h r u n g ins Krankenhaus den tödlichen Verletzungen. Das Motorrad wurde zertrümmert. * Linz, 20. Juni. Ei» mit 20 Personen besetzter Lastkraftwagen verunglückte im Be- zirk Gvoebming. Zwei Arbeiter wurden getötet, außerdem von den Insassen drei Personen, so daß die Zahlder Toten fünf beträgt. Zehn weitere Reisende wurden schwer verletzt. * Kiel, 19. Juni. Beim Bahnhof Norderstapel der Strecke Husum—Rendsburg stieß heute vormittags ein von Husum kommender Trieb- w a g e n z u g an einem nicht bewachten Straßenbahnübergang mst einem stark besetzten P ost- auto zusammen. 21 Fahrgäste d»? Post- autobusses wurden verletzt, davon vier erheblich. Mähr.-Ostrau, 20. Juni. Ein Handelsreisender aus Troppau fuhr gestern mit einem Per- s o n e n a u t o in der Biegung bei der Brücke über die StaatSbahnstteckr in Svinov mit voller Geschwindigkeit auf ein ihm entgegenkommendes Motorrad auf, das von dem Uhrmacher Karl Zatopka aus Frenätat p. R. gelenkt wurde. Das Motorrad wurde zertrümmert. Zatopka erlitt lebensgefährliche Verletzungen, während sein Bruder, der auf dem Tandemsitz Platz genommen hatte, nur leicht verletzt, jedoch gleichfalls im.Krankenhause belassen wurde. Der Autolenker wurde verhaftet. Er besaß keine Führerprüfung und beherrschte auch die Wagenlenkung nicht. * Mähr.-Ostrau, 20. Juni. Der Autodroschkenbesitzer Blendovsky aus Tschech.-Teschen Vom Rtmdhmk Empfehlenswertes tmi den Programmen. Mittwoch. Prag: 6.15: Gymnastik. 11: Schallplatte«. 17.50: Schallvlatten. 18.28: Deutsche Sendung: Dr. Scholz: Zum Schulschluß. Arbeitersendung: Dr. A. Lchirokauer-Leipjig: Der Zeitungsroman, eine soziologische Betrachtung. 19: Hermann-Sextett. 19.30: Konzert. 21: Orchesterkonzert.— Brünn: 18.26: Deutsche Sendu ng: Rezitationen aus Romanen. 20.15; Blasmusik.— Berlin: 14: Deutsche Romantiker. 15.45: Biolinsoli.— Breslau: 17.40: Schubert-Lieder.— Hamburg: 21.30: Cellokonzen. — Königsberg: 20:„Boccaccio", Operette von Luppd.— Mühlacker: 22: Mandolinenkonzert.— München: 1925: Deutsche Lolisweisen. A: ,Der eingobiide!« Kranke", Lustspiel von Molisre.— Wie«: 19.45: Tänze aus drei Jahrhunderten. brachte gestern in seinem Wagen den Schulleiter und Bürgermeister' der Stadt Jablunkow Smyezek mit Gattin, den Notar Dr. Ädek mit Gattin und Dr. Polavek zur Ausstellung in RoLnov p. R. Auf der abschüffigen Fahrtstrecke von Solanee noch Hutisko versagte die Bremse und das Auto rannte mit großer Geschwindigkeit den Abhang hinab, weshalb der Chauffeur von der Strecke oblenkte. Das Auto stürzte in den Straßengraben und überschlug sich. Dr. 2idrk war während der vollen Fahrt aus dem Wagen gesprungen und wurde im verletzten Zustande bewußtlos aufgefunden. Die übrigen Passagiere, die im Wagen geblieben waren, kamen mit Ausnahme des Bürgermeisters Smyczet, de« das umgedrehte Auto mit voller Gewalt gegen die Erde preßte, ohne größere Schäden davon. D'e Insassen wurden von einem anderen Auto z'u einem Arzt gebracht, wo festgestellt wurde, daß der Bürgermeister einen Bruch des Schlüsselbeines und zweier Rippen erlitten hatte. Mord um Mus Schillinge. Graz, 20. Juni. In Altenmaik bei F ü r- stenfeld wuä>e gestern in einem Bache die Leiche eines Mannes ausgcfunden, der am Haise und am Kopfe furchtbare Hieb- und Schnittwunden aufwies. Eine Gerichtskommission stellte fest, daß der Mann in der Np de der Fundstelle ermordet worden und dann in de» Bach gestoßen worden war. Tie Gendarmerie eruierte, daß iwr Ermordete mit dem 21jähvigen, in Jugoslawien geboren:» landwirtschaftlichen Arbeiter Ajer- ander Smolin identisch ist, der am 14. d.'M. von seiner Dienststelle in Dpessenbach bei Fürstenwalde verschwunden war. Die Gendarm'ne verhaftete in diesem. Zusammenhänge die b-'b n Knechte Karl A n t i n g e r und Fron; H'ü'k- teie; aus Spessenbach, von denen Hütter nab langem Leugnen ein teilweises G e st ä n d n ß ablegte. Er hotte gemeinsam mit Antinger' b"« schlossen, Smotiö zu ermorden, da dieser immer mehr Geld bei sich hotte und durch seine sch ö- nen Anzüge den Neid der beiden Arb---,s- kameraden erregt hatte. Sie lockten den ahnutt-i^- losen SmotiL am 14. d. M. abends in den W-ckb und ermordeten ihn meuchlings. Sie fanden jedoch bloß einen Betrag von fünf S ch i l l i n- g e n in seinen Taschen. Fünf Todesopfer der Alpe«. 8r