Einzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich 5 Heller Porto Sozialdemokrat # 10 Zentralorgan& Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 12. Jahrgang. Direkte Berhandlungen mit Deutschland. Lausanne, 23. Juni. Die britische Delega tion gibt heute abends ein offizielles Kommu nique über die Besprechungen aus, die zwischen dem englischen und dem französischen Minister muniqué hat folgenden Wortlaut: Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb. R daftion a. Derwaltung: Brag II, Retázanta 18 Telepb.: 26795, 31469. Natrebatt.( ab 21 lor): 33858 Boticedom:: 57544 Freitag, 24 Juni 1932 Trapls Finanzsorgen. Defizit für 1931 1200, für 1932 1700 Millionen. Nr. 149. Ein Tag der Bisherige Deckungsvorlagen sichern Budgetgleichgewicht. Erinnerung. Prag, 23. Juni. Heute abends wurde das Mit erhöhten Ausgaben muß man bei den Heute ant 24. Juni wäre Vikto präsidenten stattgefunden haben. Das Rom Exposee veröffentlicht, das der Finanzminister Arbeitslosenunterstügungen etwa dler, der unvergeßliche Kämpfer und in der gestrigen Beratung der Koalition über die 600 Millionen rechnen, weitere 600 Millionen neuen Zuschläge zur Einkommensteuer gehalten bei den Lehrergehalten und bei den staatlichen Führer der österreichischen Sozialdemokratie „ Die Besprechungen zwischen der englihat. Trapl sucht darin zunächst die verschiedenen Unternehmungen, namentlich bei den Staats- in der Vorkriegszeit bis an das Kriegsende, schen und der französischen Delegation wurden Einwände gegen die Zuschläge zu entkräften und bahnen. wenn ihn der Tod nicht frühzeitig gefällt heute nachmittags in nußbringender und begründet die Vorlage mit dem unaufschiebbaren Nach der Erhöhung der Umsatzsteuer hätte, achtzig Jahre alt geworden. Nicht freundschaftlicher Weise fortgesetzt. Sie wur- Interesse des Staates: stehen nunmehr die Zuschläge zur Ein ganze vierzehn Jahre sind seit seinem Hinden vertagt, um der französischen Delegation Der Staat braucht zur Deckung unaufschieb- tom mensteuer, die Hefesteuer und der scheiden verflossen, doch gibt es schon viele in Gelegenheit zu geben, mit der deutschen Dele- barer Ausgaben bereits heuer diese neuen Zu- risenbeitrag für Arbeitslosenfürsorge zur der heranwachsenden sozialistischen Generagation Rücksprache zu nehmen." schläge, die etwa 250 Millionen, und zusammen parlamentarischen Verhandlung. tion, die von seinem Wirken, seiner Bedeu mit den bisherigen Zuschlägen etwa 350 Millio- Für 1932 stehen außer den erwähnten Einnen einbringen sollen. sparungen von 100 Millionen folgende Ersparuntung, feines Lebens Wesensinhalt feine unsparungen von 100 Millionen folgende Ersparunmittelbare gen zur Verfügung: Der zeitweise völlige mittelbare Borstellung haben. In der älteren Abbau der Weihnachtszulage; infolge Generation, die in Viktor Adlers Schule herdes Kleingeldgefeßes entfällt die Rate für die angebildet wurde, wird an dem heutigen Tage Notenschuld; ferner dürften bei der Verlosung die Erinnerung an ihn, den ebenso von leiStaatspapieren Ersparnisse erzielt werden. denschaftlichem Kampfgeist wie von tiefster Der für morgen vormittags zehn Uhr an beraumten Unterredung zwischen dem deutschen Reichsfangler und dem französischen MinsterBereits im Jahre 1930 sind wir in eine präsidenten wird hier große Bedeutung beige Zeit der Budget defizite eingetreten. Bemessen. reits für das zweite Halbjahr 1931 wurden des Es verlautet, Großbritannien werde von halb Ersparungen im Budget angeordnet, die seiner Ansicht, daß Deutschland alle Repara- zusammen mit der Restrinktion der Weihnachtstionszahlungen nachgesehen werden sollen, Abzulage 350 Millionen erreichten. stand nehmen und auf die französische Forderung Das Budget für 1932 wurde bereits gegeneingehen, daß Deutschland eine bestimmte über 1930 um 520 Millionen herabgesetzt, die Globalsumme bezable, Hieboi ftellte aber Ausgabenseite später um weitere 100 Millionen Großbritannien die Bedingung, daß sich über gekürzt. diese Summe und über alle Bedingungen ihrer Bazahlung Frankreich selbst direkt mit Deutsch- Das voraussichtliche Defizit für 1931 im Betrage von 1200 land verständige. Millionen Insgesamt werden so mindestens 620 Mil- Menschlichkeit erfüllten Erwecker des österreilionen erspart; zusammen mit der Budget- chischen Proletariats lebendig. Hoch und heilig reftrinktion um 520 Millionen ergibt das Ein- war die Aufgabe, der er sein Leben mit beisparungen von 1140 Millionen gegenüber dem spielloser Singebung gewidmet hat und man Budget für 1931. Die Staatsbahnen haben müßte, um seine unermeßliche Leistung voll cttva 300 bis 400 Millionen eingespart. Wenn alle drei Deckungsvorlagen angenommen wer- 3 würdigen, die ganze Geschichte der österreiden, so können neue Einnahmen von minde- chischen Sozialdemokratie, in deren Reihen stens einer Milliarde erzielt werden, auch die sudetendeutsche Arbeiterschaft viele Barrikaden in Breslau. wurde einerseits durch Kreditoperationen auf wurde einerseits durch Kreditoperationen auf Buschläge für 1930 rund 450 Millionen, auf die sehr wesentlichen Teil der Geschichte der soziawobei auf die Einkommensteuer einschließlich der Jahrzehnte gekämpft hat, aber auch einen Berlin, 23. Juni. Die blutigen Zusammen Grund des Ermächtigungsgesetzes in der Höhe Umjatsteuer 350 Millionen, auf die Tabakregie listischen Internationale schreiben, zu deren obeſchläge stöke zwischen Nationalsozialisten und Kommu von 500 Millionen, andererseits durch Verschte 100 und auf die Zündholz, die Hefesteuer und hervorragendsten Führern und angesehenjten nisten, zu denen es heute nachts in Berlin bung von Ausgaben auf 1932 und durch einen die Krisenabgabe zusammen ebenfalls 100 mil Ratgebern er gehört hat. Wer das Glüd geund Breslau tam, haben in der Oeffentlich Borschuß auf die Investitionsanleihe gededt. lionen entfallen. feit große Erregung ausgelöst. Die Tatsache, daß Ein großer Teil dieser Summen mußte dann habt hat, als Schüler zu den Füßen dieses hiebei auf beiden Seiten zur Errichtung aus dem Erträgnis der französischen Anleihe Eine Schäßung, wie sich die Einnahmen Lehrers zu fißen, von seinem Geist auch nur von Barrikaden geschritten wurde, bezeich von 1932 zurüdgezahlt werden. weiter entwickeln werden, ist sehr schwer; doch einen Hauch zu spüren, seine wahrhaft fann man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit er menschliche Größe, seinen Sinn, sein Mitge net die gemäßigte Preise als eine offene Bor warten, daß, falls nicht eine grundlegende Verbereitung zum Bürgerkrieg. Nach den bisher eingelangten Nachrichten entwickelten sich insbesondere in Breslau wa hre Die Ausschreitungen Straßenschlachten. wurden durch die Anwesenheit einer großen Zahl von Nationalsozialisten hervorgerufen. In der Stadt weilten etwa 3000 uniformierte Mitglieder der nationalsozialistischen Sturmtrupps, die aus verschiedenen Teilen Schlesiens mit 2a st= autos nach Breslau gebracht worden sind, wo fie in geschlossenen Reihen zu der Versammlung marschierten, in welcher ihre Führer sprachen. Die Zusammenstöße seßten bereits abends ein und dauerten bis über Mitternacht. der Brudny. Neue Schießereien in Berlin. Berlin, 23. Juni. Die Kommunisten, die für heute in allen Stadtteilen Berlins zu ant fajcistischen Massenaufmärschen aufgerufen hat ten, verjuchten in den ersten Abendstunden tvog des polizeilichen Verbotes schlagartig. De ni v n strationen zu bilden. In der Zeit von 6 bis 7 Uhr abends bot insbesondere die Moabiter Gegend, in der sich bereits gestern und im Laufe des heutigen Vormittags verschiedentlich politische Zusammenstöße ereigneten, wiederum ein sehr belebtes Bild. Die Polizei vertrieb schließ lich mit Wassersprisen rnd Gummifnüppeln die Demonstranten. 1932: Mehrausgaben 1200, Einnahmenausfall 500 Millionen. Für 1932 ist zu erwarten, daß die Ausgaben um 1200 Millionen größer, die Einnahmen um 500 Millionen geringer sein wer den, so daß man mit einem Defizit von 1700 Millionen rechnen muß. Zuschlagsfreie Grenze 14-15.000 kronen? Einkommen. schlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse fühl für soziales Leiden kennen zu lernen, in den Herbstmonaten eintritt, die bisher ge- der versteht, daß ihm die österreichischen Artroffenen Maßnahmen genügen werden, um beiter höchste Liebe und Verehrung entgegendas Gleichgewicht im Staatshaushalt bis Ende gebracht haben, mehr als sich ihrer sonst ein des Jahres zu sichern. Wenn allerdings neue Sterblicher erfreuen kann. ungünstige Umstände hinzukommen sollten, Viktor Adler wurde am 24. Juni 1852 müßten weitere Maßnahmen getroffen werden. in Prag als Sohn eines begüterten Vaters geboren, kam aber schon nach drei Jahren mit anderweitig hereingebracht werde, denkt man seiner Familie nach Wien, wo er, herangean eine weitere Erhöhung des Zuwachsen, am Schottengymnasium gemeinsam schlags für Einkommen über 500.000 mit Pernerstorfer studierte, mit dem ihn, bald Kronen von 95 auf 100 Prozent. ebenso Freundschaft wie Gesinnung zu einem * Sowohl Nationalsozialisten als auch Rom- Dafür Erhöhung der Zuschläge auf die höchsten Gegen diese Erhöhung stellen sich vorläufig Bunde zusammenschloß, den erst der Tod ausmunisten machten von Schußwaffen Gebrauch. noch die Nationaldemokraten. Die tschechische einanderriß. Aus seinem gütigen Herzen herElf Schwerverlegte wurden ins Krankenhaus Prag, 23. Juni. Der Siebener- Ausschuß der Volkspartei tritt dafür ein, daß an der Regie- aus, das ihn alles menschliche Leid empfinden eingeliefert. Insgesamt wurden 20 Personen beroalition befaßte sich heute vormittags neuer rungsvorlage überhaupt nichts geändert werde, ließ, wurde er Arzt und erstrebte nach Beenhaftet, unter ihnen befindet sich auch der Führer dings mit den Zuschlägen zur Einfom und erhebt gegen die Erhöhung des Zuschlages digung seiner medizinischen Studien das Amt nationalsozialistischen Sturmabteilungen mensteuer. In der Frage der Rüdwirkung für die höchsten Einkommen Bedenken wegen der eines Gewerbeinspektors, zu welchem Amte er der Steuer auf das Steuerjahr 1931 sollen die angeblich zu erwartenden Steuerflucht, sich durch Reisen ins Ausland, um dort die Nationaldemokraten bereits zum Nachgeben Diese Vorschläge gehen jetzt den einzelnen bereit sein, wenn auch ihr Unterhändler Hodač Koalitionsklubs zur endgültigen Stellungnahme Praxis der Fabriksinspektionen kennen zu lererklärte, noch keineswegs die Zustimmung feines u; selite hier feine Einigung zustandekommen, nen, vorbereitete. Das angestrebte Amt wurde Klubs hiezu zu haben. jo müßte die Regierung das letzte Wort sprechen. ihm nicht zuteil, aber die Erfahrungen, die Die Bemühungen, die untere Grenze für Die nächste Sigung des Siebenerausschusses er bei seinen Studien des Arbeiterlebens in die Zuschläge etwas hinaufzusehen, dürften von ist für Dienstag, den 28. ds., vormittags, fest Betrieb und Heim gemacht hatte, haben sein Erfolg begleitet sein. Man rechnet mit einer gesetzt. Ist bis dahin eine Einigung erzielt, ganzes Leben hindurch sein Denken und HanErhöhung dieser Grenze auf 14.000 io soll am selben Tage auch noch der Budget- deln bestimmt. Dieses Studium gewährte ihm bis 15.000 kronen. Da der Finanz- ousschuß die Vorlage abstimmen. Am nächsten Einblick in das ungeheuere Elend, das damals minister darauf besteht, daß der dadurch ent- Donnerstag fommt die Vorlage dann auf jeden unter der Arbeiterschaft herrschte und er gestehende Ausfall von zehn Millionen Kronen Fall ins Plenum. wann die Ueberzeugung, daß der Arbeiter, der bei dreizehn-, vierzehn- und fünfzehnstündiger Mann erheblich am Auge verletzt. Inzwischen Arbeitszeit, bei elenden Löhnen und in gewaren auch die in anderen Nazilofalen stationier- sundheitsschädlichen Betriebsstätten geistig und ten SA.- Leute zum Angriff übergegangen. Sie physisch zermürbt wurde, für den Gedanken Die Südstadt Hannovers, das Beamtenvier- versuchten einzelne Reichsbannerkameraden, die des Sozialismus erst reif gemacht werden Am Fischerließ entstand zwischen National tel, in dem die Nazis sich besonders stark fühlen, auf dem Heimweg waren, zu überfallen. Jedoch kann, wenn er aus diesen furchtbaren Zustänsozialisten und Kommunisten gegen 21 Uhr eine weil die Arbeiterschaft nur eine Meinderheit dar- traf hier, bevor es zum Handgemenge tam, der den herausgerissen wird. Die erſte und oberste Schießerei, die färgere Zeit daterte. Es wurden ſtellt, war in der Nacht zum Mittwoch wieder- Ueberfallwagen der Polizei ein. Sechs S. Aufgabe ich er darin, die Arbeiterklasse geimehrere Berichte feſtgeſtellt. In der Zeit von bolt der Schauplatz nationalsozialisti Rowdies konnten feſtgenommen werden. Es wurstig und physisch kampffähig zu machen, sie mittag bis 21 Uhr abends wurden 60 Feststellun scher Exzesse. Einem Nazilokal gegenüber den Revolver. Schlagringe, Totichläftig aus dem demoralisierenden wirtschaftlichen liegt das ehemalige städtische Waisenhaus, in dem ger und andere Waffen gefunden. jetzt Notwohnungen eingerichtet sind und in dent Auch in dem Arbeiterviertei inden tam Elend herauszuheben und auf einem ParteiEin besonders tage umschrieb er diese Aufgabe wie folgt: Kommuni enblamage in Aladnouch Kommunisten wohnen. Ohne jede Veranla wiederholt zu Zwischenfällen. in sung versuchte die SA. in Stärke von 50 Mann schwerer Auftritt war vor der Eisstube eines Das eigentliche Brogramm beruht also Kladno, 23. Juni. Die Kommunisten von einen regelrechten Sturm auf das Haus durchzu durch Schimpfereien und Provokationen befann der Arbeit, das Proletariat politisch zu orgaKladno planten am heutigen Tag einen Streit führen. Die Rowdies wurden jedoch von den ten Naziführers zu verzeichnen. In der Eisstube nisieren, es mit dem Bewußtsein seiner Lage tallen Metall nduſtriebetrieben. Trotzdem der Bewohnern daran gehindert und einige Zeit selbst hatten sich Käufer durch Aeußerungen des zu erfüllen, das heißt, es nicht im fen lus- zu Streit auf Trängen der Kommunisten von den später von einem Ueberfallskommando zerstreut. Inhabers beleidigt gefühl, wodurch es zu" lus bumpf ersticken zu lassen, sondern Betriebsbelegschaften beschlossen worden war, feste Später versuchten SA.- Leute einen weiten einandersetzungen gefommen war. Der Nazi beute fein einziger Arbeiter mit der Sturm auf das ehemalige Waisenhaus, der eben nachte furzen Prozeß. zog feine Schukwaffe und ihm flarzumachen, warum es elend in Arbeit aus. Auch die von den Kommunisten für falls abgeschlagen wurde. Diesmal wurde ein schog wild um sich. Mehrere Personen und aus einer Masse von Sklaven Menheute nachmittags projektierte Volksversammlung parteilofer und unbeteiligter junger Mann, der wurden verl gt. In verschiedenen Stadtteilen mußte die Pofizei Schyredjchüsse abgeben. gen vorgenommen. in Nationalsozialistische Grzeffe in Hannover. jand wegen völliger Nichtbeteiligung nicht statt. sich in Sicherheit bringen wollte, von einem S.-] schen zu machen, die einen Willen haben und diesem Willen auch Nachdruck geben kön beite 2 Freitag, 24. Juni 1933. nen. Aus diesem Teil des Programms ergibt sich, daß die Organisationsarbeit auf politischem Wege und die Arbeit, Reformen herbeizuführen, um die Lage dieses Proletariats einigermaßen besser zu gestalten, eine revolutionäre Arbeit ist". Ms Viktor Adler, den die Arbeiter liebevoll der„Doktor" nannten, in die Bewegung kam, war es um die Partei, aber auch um das Los der Arbeiterschaft übel bestellt. Ueber- lange Arbeitszeit, keinerlei Arbciterschutzge- setze, kein Koalitionsrecht, keine Freiheit der Meinungsäußerung, kein politisches Recht, das waren die Verhältnisse, unter denen die in der Schlammflut des Elends steckenden Arbeitermassen dahinlebten. Die Arbeiterbewegung aber befand sich im Zustand völligen Zerfalls. Von der Arbeit, die es bewältigen galt, können sich die jüngeren unserer Genossen, welche den Besitz politischer Rechte und die Tatsache eines gewissen Arbeiterschutzes als selbstverständlich hinnehmen, keine Vorstellung machen. Die Aufweichung unsäglicher Mühe gehörte dazu, um wenigstens Teile der Masse von dem auf ihr lastenden, Druck der Hoffnungslosigkeit und Ergebenheit zu befreien. Unendliche Mühe, feinster Takt und größte Geschicklichkeit auch, um die Gegensätze zwischen den Gemäßigten und Radikalen, in welche Gruppe damals die Arbeiterbewegung zerrissen war, zu überbrücken und die alten Wunden zu schließen. Das große Werk, das die österreichische Sozialdemokratie eigentlich erst begründete, gelang in Hainfeld, wo es Viktor Adler gelungen war, die Streitenden zueinander zu bringen und der damit neubegründeten Partei als kostbarsten Schatz die Einigkeit in die Wiege zu legen, ein Gut, das die Arbeiterschaft leider nicht dauernd und nicht überall zu schätzen gewußt hat. Der Doktor hat aber nicht nur die einige, geschlossene sozialdemokratische Partei geschaffen, er hat ihr auch die g e i st i g e Ausrüstung gegeben, die sie für ihre Kämpfe im Dienste des Aufftiegs der Arbeiterschaft brauchte. Er hat sie gelehrt, nüchtern zu denken, die Dinge zu sehen, wie sie sind, er hat sie die Anwendung marxistischer Theorie auf die Praxis gelehrt und war ihr jahrzehntelanger Lehrer bei der Durchführung der Aufgabe, jede Position zu benützen, hat, entschlossen und zähe um jedes Stück Fortschritt, um jedes Stück Recht zu kämpfen. War er Begründer der politischen Organisation, so verstand er es nicht minder, auch alle anderen Gebiete proletarischer Wirksamkeit zu betreuen und zu befruchten. Er war das Muster eines sozialistischen Journalisten und hatte für die Erziehungsaufgaben der proletarischen Presse das höchste Verständnis. In einer Zeit größter Entmutigung schuf er die„Gleichheit", später die„Arbeiter-Zeitung" als Tagblatt, an der er selber bis zu seinem Lebensende eifrigst mitarbeitete. Unmöglich war es, sich der magischen Kraft seiner Rede zu entziehen. Obwohl er mit Sprechfehlern zu kämpfen hatte, zwang er doch seine Hörer durch den geistigen Inhalt, durch die blitzende Ironie und den beißenden Sarkasmus seiner Rede in Bann. Viktor Adler als Lehrmeister der Ar- beiter, als sozialistischer Schriftsteller, als Versammlungsredner, als Parlamentarier und als Mensch— eine Ausschöpfung dieses Lebens würde viele Bände füllen. In der Tat: der Mensch Viktor Adler! Er erschien allen vorbildlich, die ihn kannten. Seine tiefe, väterliche Güte, seine Liebe, sein Verständnis für die Bedrückten und Unterdrückten, sie bestimmten ihn dazu, alle Kraft daran zu wenden, den Leidenden zu helfen. Einmal'sagte er in einer Versammlung: „Wenn ich Ihnen sagen sollte, was der Sozialismus ist, so kann ich es Ihnen schlicht und einfach sagen: Der Sozialismus ist die Erfüllung des Rechtes auf Gesundheit des Volkes." Bis zu sei-> nem Tode war auch seine große Sorge die. Einigkeit der Bewegung zu bewahren. Als auf dem Parteitag 1917, die Meinungen heftig aufeinanderplatzten, erklärte er in der Schlußrede, er möchte, da er nicht wisse, wie oft er noch auf einem Parteitag sprechen werde, das sagen, was ihm als das Wichtig st e und Heilig st e erscheine und was den Inhalt seines Lebens ausmache. Und dieses Heiligste war ein Appel rur Einigkeit:„Bleiben wir einig!" Das österreichische Proletariat und mit ihm auch die sudetendeutsche Arbeiterschaft gedenkt am heutigen Tage in Liebe und Verehrung Viktor Adlers, des großen Führers und Erweckers! währen--er 8 28-em Ministerium die ErmächtiDer 8 verschmin-et. Die Umwandlung privater in gemeinnützige NektrizttStswerte. Prag, 23. Juni. Im Parlament standsätze-er Elektrifizierungsbestrebungen zu verhalten, heute die Novell« zum EkMrifizierungsgesetz zur' Verhandlung, über die wir bereits anläßlich ihrer Verhandlung im Senat ausführlicher berichtet haben. Es handelt sich um die Umwandlung privater in gemeinnützige Elektrizitätswerk«. Nach den bisherigen Bestimmungen hätten di« Unternehgzer längstens-innen 20 Jahren nach-er Umwandlung ihre Aktienmehrheit dem Staat, bzw. den beteiligten SelbstvevwältungÄörpern abtreten müssen. Dahatte zur Folge, daß das Privatkapital sich au derartigen Unternehmungen nicht beteilige» wollte und die freiwillig« Umwandlung nur in einem einzigen Fall-urchgeführt wurde. Dagegen war durch den 8 28 die VVglichkeit der zwangsweisen Umwandlung privater Elektrizitätsunternchmungen in gemeinnützige gegeben; sein« Anwendung auf einig« in Betracht kommende deutsch« Werke, vor allem di« Novdhohmischen Elektrizitätswerk«, hätte aber für mehrere Tausend deutsche Arbeiter und Angestellte «in« arge Bedrohung ihrer Existenz bedeutet. Diese heikle Frage wurde nun schließlich durch ein« Vereinbarung zwischen den-«teiligten Werken und de« Arbeitenministerium gelöst, deren Niederschlag di« vorliegend« Novell« darstellt. Dem Privatkapital wird demnach nach der Umwandknng noch auf mindestens 20 und höchstens 30 Jahr« di« Mehrheit des Aktienkapital- gesichert; den beteiligte« öffentliche« Körperschaften müssen sie ein« mindestens Aiprozentig« Beteiligung einränme«; erst nach Ablauf dieser Frist müssen sie di« Aktienmehrheit(mindestens 80 Prozent) abtreten, sie können aber auch die Uebernahm« des gesamten Werkes durch den Staat, bzw. di« beteiligten Selbstverwaltungskörper verlangen, wobei der Wert der Werk« eventuell gerichtlich wie beim Entejgnungsversabren sestgeietzt wird. Zu der Vorlage sprach Genoffe Kaufmann, der sich feit langem im Staatlichen ElektvizitätS- beirvt für eine Lösung dieser Frage eingesetzt hat, die die Interessen der deutschen Arbeiter und Angestellten dieser Werte sicherstellt. Er ührte u. a. aus: Die Elektrifizierungsvorlage vom Jahr« ISIS bat dem Arbeitenministerium ganz bedeutende Vollmachten erteilt, wie wir sie wohl in keinem Gesetz mehr vorfinden. Der 8 27 ermächtigt da- Mini- terium, schlecht geleitet« Betriebe eventuell auch durch Zwangsmaßnahmen, di« bis zur Enteignung gehen konnten, zur Einhaltung-er Grund- gung gab, auch auf dem Wege der Enteignung private Unternehmungen in gemeinnützige umzuwandeln, wenn dies« Werke di« Voraussetzung und Eignung dazu besitzen. Durch diese fast unbegrenzt« Vollmacht ist nun nicht nur«ine ganz besondere Rechtsunsicherheit eingetreten, sondern«S wurde auch di« Initiative der privaten Werk« ganz bedeutend gehemmt. Im Jahre 1931 wurde vom Ministerium«in« Durchsnhrungsverord- nungzu 828 ausgearbeitet, di« dem Ministerium bis 1950 die Vollmacht geben sollt«, je-erzeit di« ihm geeignet erscheinenden Werke in gemeinnützig« umzuwandeln.' Nach langen Auseinandersetzungen wurde diese Durchführungsverordnung schließlich fallen gelassen. Im Herbst 1981 sind dann zwischen dem Ministerium und einigen der wichtigsten Unternehmungen, darunter den' Nordböhmtsche« Ewktrizitätswerken, neu« Verhandlungen geführt worden, di« schließlich zu einem Vertrag und zu einer ersten Fassung der Novell« führten, di« aber sehr bald umgearbeitet und schließlich überhaupt zurückgezogen wurde, wobei dar Ministerium im Dezember des Vorjahres im letzten Moment den Antrag auf nochmalige Verlängerung der 8 28 stellt«. Seither erfolgte« neu« Verhandlungen zwischen den Werke» und dem Ministerium, die zu der heutigen Novelle führten. Unser Interesse richtet sich bei der Behandlung der Vorlage vor allem darauf, für den Arbeitsplatz der Arbeiter und Angestellten der für gemeinnützig erklärten Werke«inen gewiffen Schutz zn schaffen. Wir unterbreiten dem Hause eine Resolution, in der dir Regierung aufgefordert wich» bei der Umwandlung eines Werkes in de« otbzuschloeßendr« Vertrag Bestimmungen aufzunehmen, durch welch« di« in de« Betriebe» beschäftigten Arbeiter und Angestellten geschützt werde«. Dieser Schutz soll sich sowohl auf de« Stand a« Arbeitern und Angestellten, die zur Gänze zu übernehmen find, als ckuch auf dir Uebernothui« und Festsetzung von Loh«- und Kol- lektivvertriigcn beziehe«; insbesondere soll dir Ausnahme und Entlasiung von Arbeitern und Angestellte« im Etuvernehme« m»t dem BetrilebSaus- schuß geschehen. Wir glauben, daß bei der Neber nähme von Elektrizitätswerken jene Experimente sich nicht wiederholen dürfen, di« ftüher bei der Verstaatlichung, bzw. einer stärkeren Einflußnahme des Staates oder' einzelner Ministerien auf größer« Werke sich in nattonalpolitifcher Hinsicht verhängnisvoll für di« deutschen Bürger dieses Staates ausgewirkt habe«. Hier darf sich Aehnlichrs nicht wiederholen, denn es wäre für di« Wirtschaft lichkeit der Werk« wie für die Stromabnehmer verhängnisvoll, wenn im Personal größer« Beränd. rungeu erfolgen würden. Genosse Kaufmann ersucht das Haus, unserer Resolution zuzustimmen, und erklärt schließlich, daß wir für di« Vorlage stimmen werden.(B e i f a l l.) » Zu der Vorlage sprach nur noch Dr. Peters (TAWG.), der sich dagegen wehrte, die Macht der öffentlichen Hand auf«inen weiteren Industriezweig auszudehnen, und der Befürchtung Ausdruck gab, daß dann die bürokratischen Anschauungen das Nebergewicht über die ökonomischen bekommen. Mit der Novell« betrachtet er den Ermächtigungsparagraphen 28 als erloschen. Die Vorlage wurde dann in erster Lesung angenommen, ebenso ohne Debatte die weiteren Senatsbeschlüsse über die Exekutionsfreihcit der Arbeitslosenunterstützung sowie über die Verlängerung des Gesetzes Nr. 47/1931, durch das öffentliche Aemter, Unternehmungen und Anstalten zur ausschließlichen Verwendung gewisser inländischer Agrarprodukt« verhalten werden.(Es handelt sich um Getreide, Mahlprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffel, Fleisch, Milch, Eier, Grünzeug und Futtermittel.) Die nächste Sitzung wurde mit Rücksicht auf den Feiertag, der in die Mitte der nächsten Woche fällt, erst auf Donnerstag, den 30. Juni, 11 Uhr vormittags anberaumt. Auf der Tagesordnung stehen bereits die Z u s chlög e zur Einkom men steuer sowie die Hefesteuer. Heimarbeiter und Mineralölsteuer. Einschreiten des Gcnosien Roscher für die Glas-Heimarbeiter. Genosse Roscher hat im Namen unseres Abgeordnetenklubs an den Finanzminister eine Interpellation gerichtet, in der die steuerfreie Abgabe gewisier Mineralöle, die die Heimarbeiter der Glasindustrie zur Erzeugung von Glasperlen und Glasringen benötigen, gefördert wird. Diese Oele, die unter der Bezeichnung „Kaiseröl",„Jgnol" und„Paldus" in den Han del kommen, unterliegen der höheren Mineral- ölsteuer von 75 Kronen pro 100 Kilogramin. Ein Heimarbeiter in der Glasindustrie des Jftr- gedirges verdient heute kaum 30 bis 50 K wöchentlich; für ihn bedeutet die Mineralölsteuer für die erwähnten Oele von X 1.95, bezw. bei Perlenbläsern von X 4.55 wöchentlich für das verbrauchte Benzin eine schwere Belastung. Zwar ist nach der Verordnung 143-1903 der steuerfreie Bezug von gewiffen Mineralölen geringerer Dichte unter gewiffen Bedingungen zulässig. Doch sind schon die vorgeschriedeneu scharfen Kontrollmaßnahmen für die Glasarbeiter schwer erfüllbar, und schon gar nicht die Vorschrift eines Mindcstbezuges von 100 Kilogramm. Die Heimarbeiter können diese Oele nicht faßweise kaufen, weil sie dazu die Mittel nicht aufbringen. Genosse Roscher ersucht deshalb den Fiuanz- minister, für die erwähnten Heimarbeiter de>l steuerfreien Bezug der nötigen Mineralöle entsprechend zu erleichtern, um so nrehr, als diese Oele ja kaum mißbräuchlich zu anderen Zwecken verwendet werden können, weil sie für Leuchtzwecke zu explosiv und zu teuer, für den Betrieb von Motoren aber völlig unbrauchbar sind. SMHe All WkWWM Sra Christa Anita Brück. Ich drehe mich um und werf« chm einen bitterbösen Blick zu.„Lassen Sie doch endlich diese Albernheiten, Herr Murawski. Wie Sie sehen, sind Sie Herrn Gaßner unangenehm." Ob er nun denkt, daß dem- guten Gaßner trotz seines entzündeten Furunkels ebenso bedrängt zumute ist wie ihm und er ihm tatsächlich einen Gefallen erweisen kann: meine Ablehnung erbost ihn maßlos. „Horen Sie mal", schreit er, kirschrot im Gesicht.„Der Gaßner hier, das ist kein Rotzjunge, mit dem Sie machen können, was Sie wollen. Da können Sie noch froh sein, wenn der Sie überhaupt mitnehmen will, was Gaßner? So fein wie die Hungerleider, mit denen Sie so ins Bett steigen mögen, ist-er schon' lange..." Jh höre untewrücktes Gekicher und kralle mir di« Nagel ins Fleisch. Nur jetzt keine Szene, nur jetzt rein ergötzliches Schauspiel für die schadenfrohen andern, die mir neugierig ins Gesicht spähen. Amerikaner können wir Ihnen natürlich nicht streichen", sage ich zu Gaßner, wenngleich mit flackernder Stimme.„Ich werde Ihnen ein paar Akte vorführen laffen. Es sind durchweg gut« Spielfilme. Murawski bückt sich und will Gaßner was ins Ohr flüstern. Der schlägt ärgerlich nach hinten und sagt:„Du, ich bin hier, um das Geschäft zu regeln. Für ander« Sachen hab« ich keine Zeit." * Nimmt denn dieser schreckliche Tag gar kein Ende? Murawski hat mir sagen lassen, ich solle um acht mit den Phoebusverträgen im Privatkontor warten. Er brauche einen genauen Ueberlick. Ich weiß, wie aufgereizt er heute ist. Mir graut vor einem neuen Zufammenstoß mit ihm. Es ist auffällig,-aß er sich jm Büro jetzt nicht sehen läßt. Di« Angestellten entschlüpfen. Wahrscheinlich liegt das in seiner Absicht. Fräulein Gauda hat sich zuerst gedrückt. Frau Suhl hat schon ihren Mantel neben sich liegen. Di« ilieue ist nach ihrem ersten Debüt gar nicht mehr wiedergekommen. Ich setze meine ganze Hoffnung auf Maichke, der immer lange bleibt und hörbar in der Buchhaltung rumort. Leda habe ich fortgehen sehen. Tas kommt selten vor. Die Telephonzelle steht offen wie ein schwarzes Loch. In der Expedition brennt eine vereinzelte Birne. Jm Winkel regen sich leise die Hunde. Bin ich deshalb gekommen, zieht dieses mich her? Ich trete hinzu und beuge mich über das Dunkel voll Regung und Wärme. Fünf kleine Wollknäule drängen sich an die Mutter. Man hört das Schmatzen-er kleinen Mäuler. Eins mieft Plötzlich kläglich. Schon schafft eine Bewegung-er Alten chm sein Plätz- Nun grunzt es befriedigt Ein ganz frecher kleiner Knirps mit dunklem Schnäuzchen hot sich sattgetrunken und kriecht tolpatschig über da- Maul der geduldigen Alten. Ich bücke mich und hebe ihn auf meinen Arm. Ich lege ihn behutsam auf den Rücken und vergesse, wo ich weil«. Die blanken schwarzen Aeugleiv sehen mich neugierig an. Durch das wollige, mollige Pelzchcn fühle ich den klei- uen Pulsschlag gegen mein Handinneres klopfen. ES weint jetzt em bißchen, das Hundekind, und zeigt die winzige, hellrote Zunge. Wie ich zärtlich mit ihm spielen will, erhascht es meinen Finger und saugt kindlich-gierig. Heiliger Strom der Mutterahnung, wie fern von dir treiben wir alle dahin, wir Mädchen im Fron! -Ich träume und wiege das Junge an meiner Brust. Die wirren Fädchen dieses wahnwitzigen Tages, sie glätten sich im Wunder der heiligen Minute. Ich drücke mein Gesicht gegen den kleinen zappelnden Tierleib. Die Hundemutter knurrt bedrohlich.„Laß es mir doch", flüstere ich, in meinem ganzen Wesen aufgerührt.„Es bleibt ja deins, ich will es nur borgen." In dieser Stund« grenzenloser Berlaffenheit in dem finsteren Büro, in der Ahnung kommender neuer Schreckniffe, überwältigt mich die Erkenntnis. daß wir alle irren, wir Frauen, die außerhalb des MuttertumS stehen, und daß die Ausgeschlossenheit von unserer natürlichen Bestimmung weher brennt als alles, was wir leiden können unter einem Dudenmeyer oder Lichte oder Murawski. Ich setzte den kleinen Wurschtel zu Boden mit der Behutsamkeit zärtlicher Wehmut. Er wedelt mit dem drolligen Schwänzchen, kriecht auf dem Bauche, weil die Beinchen noch nicht recht tragen, zur Mutter hin, bohrt sich mit seiner kleinen Schnauze durch das Gewühl der Geschwister,'ucht, findet und trinkt mit wohligem Knurren. Ich spteche leise und zärtlich auf ihn ein. Da entsteht hinter mir die Ahnung einer Bewegung. Ich schnelle herum. Es steht jemand in einiger Entfernung hinter mir. Ich erkenne den Hellen Mantel und den ungewissen Schimmer des Gesichtes: Murawski. Er ist geschlichen gekommen. Er hat mich belauscht. Ich habe es nicht gehört. Meine Knie werden so schwach vor Entsetzen, daß ich hinter mich nach einer Stütze greifen muß. Ich weiß, daß ich ganz allein mit ihm bin. „Gehen Sie", flüstert er unheimlich und steht mit zugekniffenen Augen, an den Leib gepreßten Armen.„Gehen Sie— schnell, schnell!" DK Augen aufgerissen. die Wand als Dek- kung im Rücken behaltend, taste ich mich bis zur Tür. Jm Flur ist es stockdunkel. Sogar die Treppenbeleuchtung, die hereinscheincn müßte, ist ausgeschaltet. Die Türen sichen offen. Schwärze gähnt aus den leeren Zimmern. Kein Mensch weit ulch breit. So hat er es gewiült. Nur ein Wunder läßt mich entkommen. Vielleicht war der schützende Wille meiner seligen Mutter in dem Hundekind und berührt« das Herz des Entarteten, dos es jene Grenze streifte, jene ferne, unirdische Grenze, da der Glorienschein alles Werdens die zerstörenden Brände unreiner Sinnlichkeit überstrahlt. Sinnlos vor Angst finde ich di« Disposition, erraffe meine Handtasche mit den Schlüsseln, muß noch einmal zurück in die Näh« der Gefahr, um Hut und Mantel vom Nagel zu reißen, sehe mit innerem Gesicht, wie er dort steht und kämpft und ringt mit dem, was aus ihm herauAubrechen droht. Nicht laufen! Um Gottes willen nicht lauft» jetzt! Irgendwo habe ich einmal gelesen, daß man nicht fortlauftn darf vor gefährlichen Menschen, daß das Fortlauftn das zurückgehaltene Böse jählings aufreißen kann. Ich gehe also durch diese entsetzliche, zum Zerspringen mit Angst und Grauen geladene Finsternis so ruhig es eben geht zur Korridortür. Schon fasse ich die Klinke, schon will sich die irrsinnige Spannung entladen in wilder Flucht. Da gibt die Tür nicht noch, ist verschlossen. Ich Höre7 denke, fühle, weiß nichts weiter als den tobenden Schlag meines Herzens.' Dann knacken Dielen. Dann be wegt sich Dunkles, Plumpes auf mich zu. Eii ätzender Schtoeißgeruch schlägt mir entgegei Eng an die Wand gepreßt erwarte ich Furcht barstes. Murawski steht ganz in meiner Näh< Sehen können wir uns nicht! Ich fühl« ftinei rasenden Kampf gegen den Dämon. Mein Gott wenn ich jetzt nicht gehen kann. Ich spüre mein Bein« nicht mehr. Wenn ich jetzt umsinke, wem ich die Spanne nicht ausnützen kann, di« kurze die er vielleicht nur noch hat. Er stößt gemalt sam den Schlüssel ins Loch. An) Luftzug weiß ich, daß die Tür nachgcgeben hat. Kraft, Kraft. (Fortsetzung solgr.) Rr. 149 Heute Wohnungsdebatte im Senat. Prag, 23. Juni. Das Wohnungsprovisorium murde heute nachmittags im Senat aufgelegt Freitag, 24. Juni 1932. Der neueste kommunistische Schwindel: Heran an die Massen! Diese alte abgedroschene Losung der Kom Haltet den Dieb! Seite 3 Der nationalsozialistische Anonymus antwortet mit Beschimpfungen und Bauschalverleumdungen. ,, Der Tag", das Hauptorgan der NSDAP und nach der Plenarsizung noch vom sozial- munisten, die immer wieder in den Dienst der bare Arbeit zu leisten, es böte sich genügend in Aufsig, brachte am 4. Juni I. J. unter der Ginge es den Kommunisten darum, fruchtpolitischen Aussauß nach furzer Debatte geneh-. B. C. gestellt wurde, migt. Der Kalas des Cenates, der Republikaner inszeniert, fein unverantwortlicher Streit propa- sei es im Betriebe. Doch man sieht es gegen- Ueberschrift" Der größte Schuft im Land usw." R. P. C. gestellt wurde, wenn fein Putsch Gelegenheit dazu, sei es im öffentlichen Leben, Dr. Havelta, legte flammenden Protest gegen die Borlage ein und verließ sogar noch vor der giert, fein Verleumdungsfeldzug wider die wärtig am besten in Deutschland, wie wenig einen Artikel, in dem sich ein Anonymus mit Sozialdemokraten in die Wege geleitet werden ernst es die Kommunisten mit dem gemeinsamen meiner Rede am vierten Gewerkschaftskongres Abstimmung den Ausschuß. fonnte, feiert wieder einmal Ürstand. Kampf gegen Reaktion und soziale Berelendung über die Arbeitslosemunterstützung beschäftigte. der Massen meinen. Der Ruf des Genossen Künstler in Berlin nach geschlossener Abwehr- Ich habe auf diesen Angriff, den der Schreiber front, hat bei den Kommunisten nichts als Hohn zu feig war mit seinem Namen zu zeichnen, am hervorgerufen, obzwar die deutsche Arbeiterklasse 9. Juni in der Parteipreffe flar und deutlich noch nie von der Reaktion so bedroht war als geantwortet und diese Antwort mit meinem gerade jetzt. Namen gezeichnet. Für unsere Fraftion sprach Genosse Dr. Holitscher, der an den Landbündler Stöhr die unangenehme Frage richtete, was denn eigentlich die Bauern an der Aufhebung des Mieterschutzes für ein Interesse hätten, und auch den Gewerbeparteiler Eichhorn, der die Vorlage abfällig fritisierte, daran erinnerte, daß die von ihm vertretenen gewerblichen Stände sich wohl verdust umsehen wür den, wenn der Wieterschus plöslich aufgeboben würde. Nach einigen Erläuterungen über das Entsignungsverfahren und die Steuer- und Gebührenbefreiungen sowie über die Baukredite wurde die Vorlage genehmigt. Sie steht bereits auf der Tagesordnung der morgigen Senatsfizung. Geändert hat sich jeweils die Begründung, mit der man die Waffen zu gewinnen suchte, die Losung und ihr Ziel blieb immer gleich, meist auch der Erfolg, den die K. P. C. dabei erzielte. Er war gewöhnlich sehr gering, wenn überhaupt festzustellen, aber dennoch hat man nie auf den Versuch verzichtet und von Monat zu Monat aufs neue die sozialdemokratischen Arbeiter auf gefordert, bald zu diesem, bald zu jenem zwed, der die Zukunft der Proletarier sicherstellen sollte, die Einheitsfront" mit den Kommunisten zu bilden. die Forderung nach der gemeinsamen Front er hinter der Anonymität verstedt, antwortet auf Wo und wann immer durch die K. P. Čisten Der Artikelschreiber, der sich weiterhin feig hoben wurde, dann immer mur zu dem zwed, den Boden für ihre Propaganda, zur Stärkung meine Ausführungen wieder mit Beschimpfungen oder auch nur zur Erhaltung ihrer Vartei und Pauschalverdächtigungen. vorzubereiten. Er erklärt, daß ich die Beweisführung für Gegenwärtig pürschen sich die Herren der R. P. C. unter dem Ruf: Schüßet Sowjetruß- Unsere Partei hat durch die Internationale meine Behauptungen schuldig geblieben wäre, land vor dem drohenden Kriege", an sozialdemo- flat zum Ausdruck gebracht, welche Stellung fie obwohl er sehr gut weiß, daß ich am Kongres, fratische Organisationen heran und verlangen zur Kriegsgefahr im Osten einnimmt und ihre also vor Zeugen, die Namen der auf den in die Einberufung gemeinsamer Versammlungen, aftit zum Widerstand gegen einen neuen Krieg meinen Händen befindlichen Belegen unterschriein denen die Arbeiter von der östlichen Kriegs- festgelegt. Sie braucht für ihre Stellungnahme Hilfe bei Elementartatastrophen. gefahr überzeugt und zum Widerstand gegen sie feine„ Diskussion" mit einem unernſten und benen Funktionäre verlesen habe. Ich habe mich gewonnen werden sollen. eventuell auch unehrlichen Gegner. Ihre lonsequente Einstel also feiner ungerechtfertigten Beschuldigungen Jm Plenum berabschiedete der Senat zu nächst die Vorlage über die Errichtung neuer Wenn man die Geschichte und Taftif der lung zu all diesen Fragen, ihre frucht und sicht schuldig gemacht. Fabriken für Rübenzuder. Dann tam ein Aus Kommunisten fennt, weiß man, daß die öftliche bare Arbeit, die von ihr niedergelegten Richt- Er lagt mich an, daß ich mit Beschimpfunchußbericht über die verschiedenen Anträge auf Striegsgefahr nur der Vorwand für die linien, genügen den unter sozialdemokratischer gen geantwortet habe, obwohl er die AuseinanderSilfeleistung für die durch un- eigentlichen Absichten der Kommunisten Fahne tämpfenden Arbeitern, um sich gegen alle fegung mit Beschimpfungen eingeleitet hat, vähmetter Geschädigten zur Verhandlung. ift, die dahin gehen, Gelegenheit zu finden, vor Gefahren, die dem Proletariat drohen, zu rüsten. rend ich mich darauf beschränkte, ihm auseinDer Referent beantragte, die eingebrachten 49 größeren Arbeiterversammlungen und vor allem Deshalb: was immer die Kommunisten von anderzusehen, wer in dem vorliegenden Fall der Anträge der Regierung zuzuweisen und ihr aufzu Sozialdemokraten, die Politif unserer Partei der Einheits- und gemeinsamen Kampfesfront Schuft ist. tragen, sofort die Schadensfest eßung durchzuführen, und ihrer Führer in altgewohnter Weise herab- reden und schreiben, sozialdemokratische Arbeiter Meine durch Belege, vor zweihundert Zeuden Geschädigten die Steuern für 1932 zu erlassen, zusehen, zu verleumden und zu verunglimpfen, glauben und folgen ihnen nicht und lehnen ihre gen, gestüßten Anklagen nennt er Bauschalver rüdständige Steuern abzuschreiben furz gesagt: um alles zu tun, den Sozialdemo- Einladungen, wie ihre Methoden im politischen leumdungen; daß er die sozialdemokratischen Geund rechtzeitig Ersat- Saatgut und Futtermittel bei- fraten die eigene Bewegung zu verefeln. Kampfe entschieden ab! werkschaften in seinem Artikel ohne Beweisaustellen; weiters sollen ausreichende Unterstüßungen führung beschuldigt, ist natürlich keine Verleumauch aus den Fonds bei den Landeskulturräten dung und Denunzierung bei den Zentralbehörden gemährt, die Straßen und Wege schnellstens wieder und den Feinden der Arbeitslosenunterstüßung. bergerichtet und die notwendigen RegulierungsDer Artikelschreiber erklärt, daß er aus ethischen arbeiten durchgeführt werden. Gründen seine Beweise nicht an die Oeffentlichfeit zerren will und auch ein Eingreifen der Regierung ablehne. Es ist rührend, welchen Mitin seinem Interesse" notwendig erschent, doch gefühls ein Maristentöter fähig ist, wenn es ihm glauben wohl seine eigenen Genoffen nicht an In der Debatte betonte Genoffe Stark ble Totwendigkeit einer raschen Hilfeleistung für Die Aufnahme der Hoover- Botschaft. England fürchtet Erdrosselung des Vorschlags. Listische Breffe. Léon Blum schreibt im " Populaire": London, 23. Juni. Die Londoner Morgen feit heute boll' verpflichtet haben und daß fie Es ist klar, daß sich die Vereinigten Staaten bie betroffenen Gemeinden, die zum Teil schon drei- preſſe iſt einhellig der Weinung, daß die the bereit sind, alle Konsequenzen ihres Angebotes uno biermal in furger Zeit von Elementarfatastro- nen und weitgehenden Vorschläge phen heimgesucht wurden. Er bemängelt, daß in der Hoovers der Abrüstungskonferenz zwar neuen zu tragen. Ihre Einstellung zu den europäischen diese ethischen Gründe. Der Herr Anonymus spricht mir, obwohl ich Antrieb gegeben haben, daß aber die Aussicht Angelegenheiten wird nunmehr davon abhängen, Resolution lediglich von„ Landwirten" die Rede ist. Aus der Pragis wissen wir, daß bei der Aufteilung auf Annahme bei dem zu erwartenden i welche Antwort auf ihre dringende Anfrage er meine Erklärung mit meinem Namen decke, den teilt werden wird. Im Bewußtsein, der Für Mut ab, für meine Aeußerungen einzutrien, er solcher Unterstützungen sehr oft Unrecht geschieht. derstand Frankreichs nicht sehr groß ist. sprecher des flammenden Willens der breiten Es sollte richtig heißen: Landwirte, Klein- Der Reuter- Bertreter in Genf erklärt fogar, Voltsmassen zu sein, schließt Blum, rufen wir selbst verkriecht sich auch weiterhin feige hinter der Anonymität. Tanomirte und Häusler" oder: ,, Landwirte daß sich nach dem allgemeinen Eindruck der mit aller Straft den mit der Vertretung Frank- Wenn der Herr Anonymus glaubt, mit ohne Unterschieb der Größe ihres landwirtschaft- Widerstand gegen die amerikanischen Vorschläge reichs betrauten Delegierten zu, fie mögen im lichen Befites". Benn in der Refolution von aus als unüberwindlich erweisen werde. Namen Frankreichs antworten:„ Berharrt nicht diesen Methoden die Frage auf ein falsches Ge" Daily Herald" bedauert, daß dieser weiter in Starrföpfigfeit, sagt 3a, sagt Ja! leise schieben zu können, irrt er und ich will giebiger finanzieller Hilfe für die in ihrer Eristens Bebrobten die Rede ist, und zwar entweder direkt erste Aufruf zu wirklicher Abrüstung feit Be Sagt Ja ohne Aufichub! Sagt Ja ohne ihm noch einmal Gelegenheit geben, mich zur ober burch Bermittlung der Unterstützungsfonds bei ginn der Stonferenz" von Sir John Simon Rorbehalte und Referbe!" Verantwortung zu ziehen, indem ich erkläre: den Sandestulturräten, so müssen wir auch bier Be- o fühl aufgenommen worden sei. Das denten äußern, daß dadurch keineswegs der ganze denken äußern, daß dadurch keineswegs der ganze Blatt fürchtet, daß dieser Vorschlag in einem Areis der Unterstübungsbedürftigen erfaßt wird. Netz von Bedenken und Vorbehalten erdroffelt Bisher hat man vielfach Fabritsarbeitern, Maurern wird. die Linke für den Vorschlag. usto, die einen fleinen landwirtschaftlichen Besit Die französische Rechte gegen, boben, ein Recht auf die Unterstüßung abgesprochen mit der Begründung, daß er ein Industriearbeiter, bato. Bauhandwerker sei und daher kein Anrecht auf Unterstügung habe. In dieser Beziehung muß Remedur geschaffen werden. Benn aber das Elend in solchen Fällen über haupt gelindert werden soll, so muß den Betroffenen resheste Hilfe geleistet werden, und zwar vor allem in Form einer gelblichen Unterstüßung. ( Beifall.) Die Resolution wurde sodann unverändert angenommen. Nächste Sigung morgen, Freitag, um 10 Uhr früh. Auch im Landwirtschaftsausschuß des Abgeord hetenhauses waren nicht weniger als 47 Initiativ anträge auf Hilfeleistung für die von ElementarYatastrophen betroffenen Landwirte auf der Tages: ordnung. Landwirtschaftsminister Bradač erlärte, daß das Ministerium jede Hilfsaktion be grüße, selbst aber keine außerordentlichen finanziellen Mittel zur Verfügung habe; er verlange daher vom Ministerrat, daß er sich mit dieser Angelegenheit Paris, 23. Juni. Ministerpräsident Herriot wird zu der Botschaft des Präsidenten Hoover heute abend in einem für das amerifanische Bolt bestimmten Rund funfbor trag Stellung nehmen. Die Rede wird auch gleichzeitig von den europäischen Stationen aufgefangen werden können. Bisher hat es Serriot abgelehnt, sich über die Botschaft Hoovers öffent lich zu äußern, und hat auf die Antwort PaulHeute Antwort der Länder auf das Uniformverbot. Aufnahme in USA. günstig. Ich halte meine am vierten Gewerkschaftsfongreß gemachten Ausführungen vollinhaltlich aufrecht, nehme davon nicht ein New York, 23. Juni. Die Aufnahme der Wort zurüd und überlasse es denjenigen, Botschaft Hoovers in Kongreßtreisen ist im allge- die sich betroffen fühlen, mich gerichtlich zu bemeinen günstig. Die Morgenblätter sprechen die langen; ich werde für meine Ausführungen am Befürchtung aus, daß der Vorschlag auf großen Gewerkschaftskongreg den vollen Wahrheitsbeweis Widerstand stoßen werde, betonen jedoch, daß er Anpassungen und Zugeständnisse nicht ausschließe. Stimson hofft auf den Einfluß Grandis. führen. Prag, am 22. Juni 1932. ne Franz Kaufmann. Rom, 23. Juni.( Stefani.) Der Außen- Stříbrný vor dem Obersten Gericht. minister der Vereinigten Staaten Stimson erBrünn, 23. Juni. Das Oberste Gericht in flärte dem Washingtoner Vertreter der Agentur Boncours veripiesen. Stefani, die Vereinigten Staaten schätzten fich Brünn begann heute die Verhandlung über die Die französische Presse ist in ihren Aeuße. ungewöhnlich glücklich, daß die italienische vom Staatsanwalt Dr. Marianfa in Brag rungen über das Memorandum Hoovers nicht Regierung den Vorschlag Hoovers gegen das Urteil des Kreisgerichtes Prag vom einheitlich. Die großen Informationsblätter und so herzlich aufgenommen habe. Weiter 4. Jänner 1932, mit welchem der Abgeord= die konservative Presse nehmen die Botschaft erklärte Stimson ausdrücklich, die sofortige be- nete Georg Stribrny und der Kaufredte Antwort des Außenministers Grandi mann Franz Sichrovsky von der Andooveis fühl und fritisch auf. Vorbehaltlose 3ustimmung zu werde auf die öffentliche Meinung der Welt einen flage des Verbrechens der falschen Zeugenaussage freigesprochen wurden, eingebrachte ich tigdie teitsbeschwerde. Es handelt sich um den Vorschlägen Hoovers äußert die sozia- großen Einfluß ausüben. Waggonlieferungen aus Deutschland für Anleihe gegen politische Klaufel? die Tschechoslowakei in der Zeit, da Stříbrný Lausanne, 23. Juni. In den späten Abend- Eisenbahnminister im Tusar- Kabinett stunden wurde bestimmt, daß das Protokoll, das war. Das Substrat des ganzen Streites bildete München, 23. Juni. Wie die Münchener in den letzten Tagen über alle Unterredungen be- insbesondere ein Artikel des Redakteurs Dyma befaffe. Auch Steuer- und sonstige Erleichterungen Neuesten Nachrichten" zu berichten wissen, soll treffs der österreichischen Lage in Lausanne aus im„ Narodni Osvobozeni" vom 19. September müßten gewährt werden. Die Hauptsache sei aber Staatsminister Stüel auf der geftrigen gearbeitet wurde, dem französischen Ministerprä- 1927, in dem dieser schrieb, Stříbrný habe mit die Gesegwerdung des Antrages auf obligatorische Konferenz der Innenminister in Berlin eine fidenten Herriot übergeben werde, der es mor- Deutschland für den tschechoslowakischen Staat und öffentliche Versicherung gegen Elementarschäden. sehr eingehende Begründung des erlassenen Uni- gen dem Ministerrat vorlegen wird. Wenn der ungünstige Waggonlieferungen vereinbart, In formverbotes gegeben haben. Das Verbot gehe französische Ministerrat dem Protokoll über dem Artikel war auch von dem Kaufmann Verrechnet die Bergarbeitersammlungen! nicht lediglich auf die Vorfälle im bayrischen Desterreich zustimmt, wird es Desterreich zur Sychrovsky die Rede, der als vertrauter Freund Wir haben in unserer Folge vom 22. Juni dar- Landtag zurüd; vielmehr habe die bayrische Re- Unterschrift übergeben werden. Dieses Protokoll Stříbrnys die Sache vermittelt habe. Stříbrný auf hingewiesen, daß die Kommunisten für die gierung nationalsozialistisches Ma- enthält als politische Bedingung eine Klausel, die flagte damals den verantwortlichen Redakteur während des nordwestböhmischen Bergarbeiter- terial in Händen, das der Konferenz mitge- fich von den politischen Bedingungen der Anleihe des„ Narodni Osvobozeni" Josef Dyma und bot Streiks gesammelten Gelder nicht ordentlich Rechteilt worden sei und aus dem die staatsge- aus dem Jahre 1922 nicht viel unterscheidet. Es seine und Sychrovskys Zeugenaussage dafür an, mung gelegt haben. Die kommunistische Pressefährlichen Biele geplanter Demonstratio- scheint, daß die Erledigung der österreichischen daß die Waggonbestellung nicht so durchgeführt ift deswegen ganz aus dem Häuschen und ant- nen eindeutig hervorgehen. Wie das Blatt wei- Anleihe auf gutem Wege iſt. wortet uns ohne natürlich ein fachliches Ar- ter hört, soll Freitag abend die Antwort der gument vorzubringen unter dem zweifpaltigen Länder im Reichsinnenministerium erwartet Titel„ ,, Unerhörte Beschimpfung der Bergarbeiter" werden. Die Antwort haben wird den Kommunisten| schon gestern gegeben, indem wir festgestellt haben, daß in der vorgelegten Rechnung der Ausweis über K 121.336.45 fehlt. Die Kommunisten täten Mehr Gold als Papier! wurde, wie in dem Artikel anneführt wurde. Auf und Grund der Zeugenaussagen Střibrnys Der passive Reichshaushalt. Sychrovstys wurde damals Redakteur Dyma des Berlin, 23. Juni. Das Gesamt- Abschlußer Bergehens der Ehrenbeleidigung, begangen durch erkannt und zu vier gebnis des Reichshaushaltes für das Rechnungs- die Preffe, schuldig erkannt und jahr 1931 liegt nunmehr vor. In diesem Zeit- Wochen Arrest verurteilt. Später wurden raum betrugen im ordentlichen Haushalt die Stribrny und Sychrovsky des Verbrechens der besser als zu schimpfen, ordentlich über die geParis, 23. Juni. Der heutige Wochenaus- Einnahmen 8941.5 Millionen Mart, die Aus- falschen Zeugenaussage angeklagt, vom Prager fammelten Gelder Rechnung legen und diese weis der Bank von Frankreich weist einen inter- gaben 9392.4 Millionen Mart. Die Ausgaben Kreisgericht jedoch freigesprochen. Rechnung von objektiven Revisorenessanten Rekord auf: Durch den neuen Zuwachs überfstiegen also die Einnahmen um 450.9 Milbrüfen zu laffen. Durch ihr aufgeregtes des Goldvorrates um 669 Millionen Franks hat lionen Mark. Zum Ausgleich des außerordent- Präsident des Obersten Gerichtshofes Dr. FajGehaben und Getue und durch die unsinnige Be- der Gesamtgoldvorrat der Bank von Frankreich lichen Haushaltes wurden auf den ordentlichen nor den Vorsitz. Die Verhandlung wird etina hauptung, daß wir die Bergarbeiter beschimpfen, die Höhe von 81.643.5 Millionen Franks er- Haushalt 470.9 Millionen Mark übernommen. werden sie niemandem überzeugen, daß das Geld reicht und zum ersten Male die Höhe des Pa- Ende 1931 war mithin ein Gesamtfehlbe- drei Tage in Anspruch nehmen. Das Urteil dem von den Spendern beabsichtigten Zweck zu- piergeldumlaufes, welcher 81.018 Millionen trag von 1690 millionen Mart vor- wird voraussichtlich Samstag abends gefällt Frants beträgt, erreicht und sogar überschritten. handen. geführt wurde. Bei der heutigen Verhandlung führte der werden, Seite 4 Tagesneuigkeiten Eine falte Soldaten- Duiche am Brunnen im Jänner findet der Nationalverteidigungsminister in Ordnung! Freitag, 24. Juni 1932. Rr. 149 130 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Quadratflafter. In dem Vertrage, den er mit dem 16990 Totgeborene. Von der Summe der GeboBodenamt abschloß, ist wie gewöhnlich die Klau- renen find 35.297 uneheliche Kinder. Im gleichen sel enthalten, daß die Veräußerung des so erworJahre starben 212.159 Personen( darunter 42.777 benen Bodens nicht ohne Zustimmung des bis zu einem Jahre). Der natürliche Bevöl Aus Hermanis, einer deutschen GeStaatsbodenamtes möglich ist. Herr Prucha hat ferungszuwachs beträgt also 106.033. Ehen meinde bei Josefstadt wird gemeldet, daß die aber, ohne das Bodenami zu fragen, den Boden wurden im Jahre 1931 insgesamt 129.114 ge- Firma Menčit, Weberei, Samstag, den 18. Juni ihre Fabrifstore für immer geschlossen hat. parzelliert, und zwar hat er 49 Grundstücke dar- schlossen, aus gemacht, von denen er bereits 47 verkauft Die Deutsche Pestalozzigesellschaft( Prag III., Wenn man weiß, wie arm die Arbeiter van bat, meift an Arbeiter und an die Offiziere des Letensfá 5) legt ihren vierten Jahres- Hermanis, die sich jahrelang mit WochenverdienAm 8. Feber starb der Soldat Bohumil Fliegerregimentes. Während er dem Bodenamt bericht( 1931) vor. Er gibt von der regen ſten von 35 bis 70 Stronen begnügen mußten, Dvořáčet in Stuttenberg an Lungenentzün- für den Quadratklafter 7.20 K bezahlt hat, hat er Tätigkeit der Gesellschaft Zeugnis, von ihren viel- sind, dann versteht man auch, was für sie, die dung. Eine kommunistische Interpellation an den die Grundstüde per Quadratflafter zu 50 bis feitigen Bemühungen, das pädagogische Wissen zu feine Aussicht auf irgend eine andere Arbeits Berteidigungsminister hatte als Ursache dieser 100 K verkauft. Er hat auf diese Weise 586.000 mehren, Verständnis für die Fragen der Jugend- stelle haben, der Verlust ihrer Arbeit bedeutet. tödlichen Erkrankung angegeben, daß Dvořáčet verdient. Das ist allerdings nicht das einzige und Voltserziehung zu wecken. Die Gesellschaft Sie gehen bei der Struktur des Gebietes und in der Winterkälte am Brunnen des Kasernhofs Grundstück, das Brucha aus der Bodenreform hat im Berichtsjahr einen Hochschulkurs, einen ihrer gräßlichen Armut direkt dem Untergange ftrafweise geduscht worden war. In der Antwort erworben bat, mit anderen Grundstüden soll er Fortbildungskurs für deutsche Lehrer in der entgegen. des Ministers wird aber nachgewiesen, daß jene ähnliche Geschäfte betrieben haben. Der Fall ist Slowakei, einen funstgewerblichen Zeichenfurs in Dusche schon am 11. Jänner vorgenommen charakteristisch für den Mißbrauch, der mit der Troppau, eine Lehrersingwoche in Grulich und welche mehr als 200 Schilling Monatsgehalt wurde und also unmöglich zu dem erst nach vier Bodenreform betrieben wird und schreit geradezu eine Landschularbeitswoche in Schöllschitz veran- beziehen, werden bloß 70 Prozent erhalten, die Bochen erfolgten Tode geführt haben könne. nach dem Staatsanwalt. Was sagt das Bodenamt staltet. Besonders verdienstvoll war die Errich restlichen 30 Prozent erst im Laufe des Monats, Dvořáček hatte sogar am 26. und 27. Jänner zu solchen Geschäften? Ist es dazu da, damit ein tung einer Deutschen pädagogischen sobald es die Kassenstände erlauben werden. Ge noch Wachdienst gehalten, erst am 30. Jänner paar Agrarier Millionäre werden? Akademie in Prag, die nun auf einen einhälter unter 200 Schilling monatlich werden ganz hätte man Fieber bei ihm festgestellt. Uebrigens jährigen Bestand zurückblickt. Auf die Dauer wird zur Auszahluns gelangen, Pauschalien und andere sei er für Lungenkrankenheiten disponiert geweKampf mit Schmugglern an der fie aus privaten Mitteln freilich nicht erhalten Zuschläge werden nicht ausbezahlt werden. Die jen, da fünf Personen seiner engsten Familie an werden können. Die Frage der Verstaat Landtagsabgeordneten und die Mitglieder der Tuberkulose verstorben. Jedenfalls treffe die fächsisch- böhmischen Grenze. lichung ist um so dringender, als die fort- Landesregierung erhalten blog 50 Prozent threr Militärorgane an seinem Tode teine Aus Weipert wird uns berichtet: Dieser schreitende Krise der Pestalozzigesellschaft die bis- Bezüge. Schuld. Tage hatten zwei Schmuggler, von denen einer in herigen Einnahmsquellen zum großen Teil verDie Redaktion der„ Die Freie Gemeinde" Ja hält der Minister aber die Militärorgane der angrenzenden sächsischen Ortschaft Bärenstein sperrt. Der Bericht enthält ferner Nachweise befindet sich nunmehr in Brag II., Nekazania überhaupt für schuldfrei in diesem Falle? wohnhaft ist, zehn Riegel böhmischen Tabaks über über die bibliothekarische Tätigkeit der Gesellschaft 18/ IV. Alle zuschriften an die Redaktion Für schuldfrei, obwohl es in der Interpellations- bie Grenze gebracht und befanden sich mti ihrem( Wanderkoffer) und neben dem Kassa- und Mit der Freien Gemeinde" sind daher an diese beantwortung wörtlich heißt: Schmuggel gut auf dem Wege gegen Neudorf, als gliederstandsbericht den Hinweis auf den Eintritt Adresse zu richten. Als Redakteur unseres sie im Staatsforstrevier von dem sächsischen Zoll- einer Reihe sozialdemokratischer Vertreter in den kommunalpolitischen Organs und Leiter assistenten Laudner bemerkt und gestellt wurden. Vorstand der Gesellschaft( die Zustimmung des Beratungsstelle für Gemeindeangelegenheiten, funDer Beamte forderte die beiden Schmuggler auf, Parteivorstands zu diesem Schritt ist inzwischen giert ab 15. Juni 1932 Genosse Franz Krejci, ihm zum sächsisch- böhmischen Grenzzollamt in erteilt worden). mit dem alle Angelegenheiten, welche die Redaktion Bärenstein- Weiperi zu folgen, doch stürzten fich Ein Menschenleben- einen Monat beding- der Freien Gemeinde" oder die Beratungsstele die Angehaltenen auf Laudner, entrissen ihm ten Arrests. Wie uns aus Brür gemeldet wird, betreffen, zu erledigen sind. einen Gehstod und schlugen damit in brutalster wurde der Zivilingenieur Nikolai Firmow aus Weise auf ihn ein, so daß der Beamte schließlich Laun, der vor einiger Zeit auf der Straße zwi mit erheblichen Verlegungen auf dem Plaze blieb, schen Tschausch und Kommern den in Tschausch während die beiden Gefellen flüchten fonnten. Da wohnhaft gewesenen Straßenarbeiter Franz Rene sie erkannt sind, werden sie ihrer Bestrafung ner aus Unvorsichtigkeit mit dem Auto niederge nicht entgehen. fahren und so schwer verletzt hatte, daß Renner starb, nunmehr zu einem Monat Arrest, bedingt auf zwei Jahre, verurteilt. Am 11. Jänner d. J. widmete der Soldat Bohumil Dvoracek der Ausbildung nicht die erforderliche Aufmerksamkeit. Oberleutnant Chaim ermahnte ihn zweimal, und als dies nichts half, ließ er ihn einige Male Nie Da Dvořáček dies langjam ausführte, rief Ohaim den Gefreiten Polat herbei und befahl ihm, Dvořáček zum Brunnen zu bringen und ihn dort 3 duschen. Dort lick Dvořačel das Wasser etwa eine halbe Setunde über seinen Körper lansen, zog sich dann an und ging daraufhin zur Truppe zurüd. Die Lufttemperatur betrug an biefem Tage fünf Grad über NuII. Mord in Neufattl. dier Ri Sexualmord? Der Schirmhändler Richard Ja was für Methoden herrschen denn in dieser Armee? Wenn ein Soldat die Gewehrgriffe Bei einer Messerstecherei vor einem nicht zur Zufriedenheit der Offiziere ausführt, so Gasthaus in Neujattl wurde am Sonntag zwi- Wagner ist Mittwoch abend in seiner Werk bat der jedes Strafrecht? Einen Vater, der schen 3 und 4 Uhr früh ein gewisser 3indi seinen Jungen im Jänner unter den Brunnen aus Chodau mit einem Messer so schwer verletzt, hielte, würde man wegen Mißbrauch des daß er Dienstag, den 21. Juni, nachmittags jei Züchtigungsrechtes einsperren! Der Herr nen Verlegungen erlegen ist. Gestochen wurde er Oberleutnant aber hat ja gar fein von Adolf Pommer, 34 Jahre alt, geboren in Züchtigungsrecht und dennoch läßt der Sichtenstadt bei Karlsbad, nach Buchau zuständig, Herr Verteidigungsminister nicht das Geringste der in der letzten Zeit in Neufatt! wohnte. Pomdarüber verlauten, daß er etwa mit solchen bar mer ist auf der Flucht. Gendarmerie verfolgt ihn. Meritanische Stadt schwer vom Erdbeben heimgesucht. Leuider und Postturse mit Personenverkehr in der Tschecho Der Fahrplan der privaten Automobilstreden flowatischen Republit, redigiert vom Postministerium erscheinen. Er ist bei allen Buchhändlern oder dire gemeinsam mit dem Eisenbahnministerium, ist feeben im Verlag Alois Wiesner, Prag II., Soufenic" erhältlich. Preis eines Exemplars 6 K. Ein neuer Soldatenselbstmord. Pilsen, 23. Juni. In der Kaserne des 35. statt in Wien hinter seinem Geschäftsladen mit Richard Wagner war pensionierter Rittmeister, Infanterie- Regiments schoß sich Donnerstag, den zerschmettertem Schädel tot aufgefunden worden. 1887 in Graz geboren, nach Niemes in der 23. d. M., früh der Rottmeister eines Erjat Tschechoslowakei zuständig, bezog eine tschechoslo- bataillons Rudolf Capet aus seiner Dient watische Militärpension und war zuletzt Schirm- pistole in den Stopf und erlag einige Stunden händler in Wien. Er hieß ursprünglich Edler von Treuings und hat vor dem Weltfriese als Zeut nach der Ueberführung ins Divisionskrankenhaus nant dem Dragonerregiment in Brandeis ange- seiner Verlegung. Die Ursache des Selbstmordes barischen Methoden nicht einverstanden hört, ist aber dann mit Wartegebühr beurlaubt wird von den Militärbehörden untersucht. fei, die, wie man sicher schließen darf, allge= worden. Seine Ehe wurde vom Kreisgerichte in mein im Heere üblich sind! Und angesichts solBöhm, Leipa im November 1931 gerichtlich gecher Zustände meint Herr Dr. Vyškovsty, wie trennt. Richard Wagner war Anhänger der er jüngst in seinem Trinkspruch äußerte, eine Merito, 23. Juni.( Reuter.) Die Stadt Nadtkultur und verkehrte in einem der gewisse antimilitaristische Stimmung sei nur der Cuyutlan an der Südwestküste von Merito artigen Wiener Klub. Die Polizeikorrespondenz Die seit zwei Tagen andauernden terroristi " Rampagne" von außen zu danken? Nein, die ist gestern von einem Erdbeben und einer Sturm gibt weiterhin bekannt, daß Wagner auch in schen Uebergriffe der nationalsozialistischen Stu entspringt dem von Herrn Vyškovsky gerühmten flut heimgesucht worden. Man befürchtet, daß homosexuellen Kreifen verkehrte. Von denten an der Frankfurter Universität führten Geist" bei der Truppe, wie ihn etwa der Ober- piele Menschen ihr Leben eingebem Mörder fehlt bisher jede Spur. am Mittwoch zu beftigen Zusammen Leutnant Ohaim verkörpert. Sommt der büt haben. Ein großer Teil der Stadt auch unter die Dusche, wenn er einmal den ist von den Wassermassen zerstört und ins Befehl eines Borgejeßten nicht ganz nach Wunsch Meer gespült worden. Bisher wurden 30 2ei ausführt?( Soll ja unter Offizieren auch vor hen geborgen. Längs der ganzen Küste, betommen!) Oder wo beginnt der Mensch, menn fonders in Manzanillo und Colima, die bereits er in tschechoslowafischer Uniform stedt? während der letzten drei Wochen zwei schwere Erdstöße erlitten haben, ist erheblicher Schaden ..Menage ist gut und reichlich..." angerichtet worden. Blutiger Nazi- Zerror an der Frankfurter Universität. Vom Rundfunk Ein deutscher Pater von japanischen( oder stoßen. Etwa zweihundert uniformierte SA chinesischen?) Soldaten ermordet. ,, Times" meldet und SS- Nazis, also meist universitätsfrentde aus Beting: Der deutsche Generalkonsul in Mut- Elemente, besetzten die Rampe der Universität den ist nach Tschientau in der Provinz Stirin und fangen das Horst Wessel- Lied, nachdem ein abgereist, um die näheren Umstände zu unter- Nazistudent vom Universitätsbalfon aus Reden suchen, unter denen am 5. Juni der deutsche gehalten hatte. Darauf drangen die Nazis in die Priester Rapp ermordet wurde. Koreanische Universität ein und schlugen ohne jede Beran Zeugen haben erflärt, daß Pater Rapp von japa laffung wahllos mit Totschlägern, Kop Die Zwiebelsauce und ihre Folgen beim Eine große Gefte leistet sich das Postmini- uischen Soldaten ermordet worden sei. Er fei, peln und Dolchmessern auf die republi Sohenmauther Kavallerieregiment. sterium, das in den letzten Tagen verfügte, daß als er sich zu einem an Typhus sterbenden Kol fanischen Studenten ein. Die Polizei konnte die Prag 23. Juni. Zu der Meldung über die in Sinkunft Bedienstete des Postwesens feinerlei legen begab, von japanischen Wachtposten ange Universitätshalle nich räumen, da der Rektor der Das be baiten worden und habe ihnen seinen Paz gezeigt. Universität die Erlaubnis dazu verweigerte. Der Erkrankung der Mannschaft des Kavallerieregi- Trinkgelder mehr annehmen dürfen. mentes Nr. 9 in Hohenmauth, teilt die Militär- fannte Postbüchel zu Neujahr, welches den, bet ohne vom Pferde herabzu steigen. Reftor ordnete vielmehr die vor über verwaltung noch folgende Informationen mit: schlechtem Gehalt angestellten Bostlern eine faft Dies hätten die japanischen Soldaten für eine gehende Schließung der Universität Alle verzeichneten Fälle von Verdauungsstörun normale Lohnaufbesserung brachte, darf nicht Beleidigung ihrer Armee erklärt. Sie an. Dann wurde das Gebäude rasch geräumt. Im Anschluß an diese Vorgänge fam es zu gen nahmen einen leichten Verlauf und mehr verteilt werden. Wir behaupten nicht, daß hätten ihn ins Wachtlokal gebracht, dort mij= hinterließen teine Folgen. Die Symptome es der Würde der Postangestellten Abbruch fun andelt und später in der Dunkelheit davon Zusammenstößen in der Nähe des Universitäts äußerten sich fieberlos, blog in Form von Magen wird, wenn diese auf Trinkgelder verzichten, aber geführt. Die Koreaner und zwei Briefter hörten gebäudes zwischen Nationalsozialisten und Polizei, äußerten sich fieberlos, bloß in Form von Magen beschwerden, verbunden mit Durchfall und teil- bevor man von einer Stelle aus, welche von der bald darauf Schüsse fallen. Die Leiche des bei denen einem Beamten der Tschalo mit weisem Erbrechen. Drei von zwölf ins Kranken- Not der schlechtbezahlten Postdiener nicht bedrückt deutschen Geistlichen sei später im Sande eines einem harten Gegenstand zerschlagen und eine haus gesandten Soldaten wurde der Magen aus- oird, um das Prestige zu wahren oder zu er- Flußbettes vergraben aufgefunden worden. Nach schwere Stopfwunde zugefügt wurde gespült, worauf fie sich wiederum vollauf erhöhen, zu einer solchen Maßnahme greift, hätte einer Meldung aus Tschientau behaupten jedoch Bahlreiche Personen wurden zum Teil holten, so daß bereits am Dienstag niemand man den Ausfall des Neujahrsgeldes durch eine die Japaner, das Verbrechen sei von Chinesen schwer verletzt. Der Hausmeister der begangen worden, die japanische Uniformen an Universität erlitt im Gedränge eine flaffende mehr in Spitalspflege verblieben war. Was die Entschädigung wettmachen müssen. Ursache der Erkrankung anbetrifft, wurde Ausstellung der Staatslehrwerkstätte für gelegt hätten. Eine amtliche japanische Meldung Kopfwunde. durch die vorläufige Untersuchung inzwischen fest- Posamentenindustrie in Weipert. Aus Weipert liegt noch nicht vor. Leichenfund. Am 9. Juni wurde im Wäld gestellt, daß, wenn auch die Köche nichts Verdäch wird uns gemeldet: Die am 18. Juni eröffnete. tiges bemerkt hatten, die Erfranfung wahrschein- Ausstellung der Staatslehrwertstätte für Boja- chen bei Duquesne unweit von Dieppes lich durch den Genuß von schlechtem Fett mentenindustrie in den Schulräumen des Weiper- Frankreich) die Leiche eines unbekannten Mannes Empfehlenswertes aus den Brogrammen. hervorgerufen wurde. Dieses Fett wurde Samster Stadthauses bot einen sehenswerten Einblick gefunden. Jetzt wurde festgestellt, daß es sich bei Brag: 6.15 Gymnastit, 11.00 Schallplatter, tag mittag bei der Zubereitung von Zwiebelsauce in die Besonderheit der Posamenten- und Borten- dem Toten um den tschechoslowakischen Staats14.30 Orchesterkonzert, 18.25 Deutsche Sen als Zusatz verwendet. Zweds Sachverständigen industrie, der die Stadt Weipert ihren Weltruf angehörigen Schacher handelt. Fascistische Keuschheit. Die Quästur in dung: Dr. Netfl: Die venetianische Oper, 19.00 begutachtung wurde der Rest dieses Fettes an das zu verdanten hat. Neben der interessanten DarInstitut für Lebensmittelprüfung in Brag ge- ftellung des theoretischen Unterrichtes die Benedig hat verfügt, daß am Badestrand des Blasmujit, 20.00 Populäres Konzert. fandt und der Inhalt der Verdauungsorgane der Ausbildung der Schüler geschieht in Gruppen, ido die Kabinen für Männer von denen für 18.25 Deutsche Sendung: Musikalische Kinderstunde Berlin: Blasorchesterkonzert. Breslau: 20.30 erfranfien Soldaten sodann der bakteriologischen u. zm.: a) in der Bandweberci, b) in der Flech Frauen entsprechend entfernt anzulegen und mit Abteilung des Professors Honl an der medizini- terei, c) in Häfelei, Stöperbindungen, särbigen ganz gesonderten Zugängen zu versehen sind. Im weißen Rößl", Luftspiel. Rönigsberg: 16.30 fchen Fakultät in Prag übergeben. Auch das Blut Musterungen usw. fesselten die mannigfaltigen Badefostüme sind nur am Strande gestattet. Der Rationale Tänze, 19.25 Südafrikanische Erlebniffe der Stranken wird serologisch untersucht werden. zur Schau gestellten Arbeiten der Schüler und Besuch von Kaffeehäusern, Restaurants, Tang- Leipzig: 19.30 Bandoniokonzert. München: Das weitere Verfahren in dieser Angelegenheit Schülerinnen die Aufmerksamkeit der zahlreichen cafés ufov, außerhalb des Strandes im Schwimm- 17.00 Orchesterkonzert, 20.00 Bunter Abend. fowie im Falle des Soldaten Skola, welcher einer Besucher in hohem Maße. Es waren sehr hübsch fleid oder im Bademantel ist verboten, ebenso das Wien: 20.10 Die goldene Meisterin". Oper wo am Eysler. Alkoholvergiftung unterlegen ist, werden die zu- gelungene Flechtarbeiten, Stickereien, Häkel-, Tanzen in derartiger Bekleidung auch ständigen höheren Kommandos und der Militär- Webe- und Filetarbeiten zu sehen, die der Kunst- Strande selbst. Drei Todesopfer eines Militärflugzeugprofurator durchführen. fertigkeit ihrer Hersteller das beste Zeugnis ausstellten. Die interessante Schau, die nach drei Absturzes. Ein italienisches MilitärwasserflugTagen geschlossen wurde, war recht gut besucht. zeug stürzte bei Pola durch einen LenkungsDas Arrangement der Ausstellung lag in den fehler ins Meer und ging unter. Der Lenker Sänden des Lehrförpers der Fachschule, die dantt bes Apparates, ein Fliegeroberleutnant, die Notwendigkeit und Nüßlichkeit ihres Bestandes erlitt mehrere Verlegungen. Die aus drei Soldaten bestehende Bemannung tam ums Der Bächter K. J. Brucha in Satalis bei in eindringlichster Weise dokumentiert hat. Brag, ehemaliger Direttor der agrarischen Groß- Bevölkerungszuwachs 1931 Tschechoslowakei: eben. felcherei emfa", bat im Zuge der Boden- Hunderttausend. Aus den Daten des Statistischen reform vom Bodenamt landwirtschaftlichen Bos Staatsamtes erfahren wir, daß im Jahre 1931 1932 bie bollen Gehälter an seine Beamden in bel erworben und zahlte für einen in unserer Republik insgesamt 325.182 Rinder ten und Angestellten nicht auszahlen fönMißbrauch der Bodenreform. En Quadratklaster um 7 K gefanjft und um 100 K verfanft. Das Land Niederösterreich wird am 1. Juli Samstag: Brünn von as billigste Wochenblatt ist die..UNZUFRIEDENE Einzelpreis 60 Heller is ieder Trafik. Viertel fahrspreis mit Postzusendung Ke 7.38. Gefiar 20.000 K, das find 7.20 K für den geboren wurden, davon 318-192 Lebend und nen. Die Angestellten, Beamten und Sehrer, Verwaltung: Prag il., Nekazanka 18. Str. 149 Freitag, 24. Juni 1932. Seite 5 Eine Sensenschlacht. Auf einem Feld bei| lung famen aus Amerika, dem Lande, wo man I gerüstes, schützt vor Verfall der Knochensubstanz Cabannes in der Nähe von Marseille ist es am den Wert und die Schönheit guter Zähne beson- an jeder Stelle und darum auch an den Zähnen, Volkswirtschaft und Sozialpolitik Mittwoch zu e= einer regelrechten Sensenschlacht ders hoch einschätzt. Professor Sampson be- die aus gleichem Stoff wie die Knochen, wesentzwischen sechs Mitgliedern einer Bauernfamilie richtete über einen ganz trostlosen Fall von lich aus Kalt und Phosphorsäure in edelster Der verunglückte Proteststreit der gekommen, bei der zwei Männer und eine Zahnlockerung( Paradentose), bei dem jedes Form bestehen. Die höchsten Ansprüche an Kalt Kommunisten und Hakenkreuzler in Frau getötet wurden. Eine vierte Person Sauen schon unmöglich war und alle Zähne und Phosphor stellt naturgemäß das werdende Auffig. wurde lebensgefährlich verlegt, die übrigen tamen schon für verloren galten. Mit energischer Kind für sein Knochengerüst an seine fünftige mit geringeren Verlegungen davon. Die Ursache Quarzlampenbestrahlung gelang es ihm, die Mutter. Ein Arzt kleidete das in die sehr zu Bresse liest und sich um die nackte Wahrheit nicht Wenn ein Uneingeweihter die kommunistische dieser Familientragödie ist eine Geldang schwere Paradentose vollkommen auszuheilen. treffenden Worte:„ Das Kind nimmt sich rüdgenheit, die die Familie schon seit längerer Zeit Der Patient stellte sich einige Jahre später mit sichtslos, was es braucht." Nicht alle Frauen fümmert, fäme er zur Ueberzeugung, daß sich tatin zwei Lager gespalten hat. völlig gesundem Gebisse seinem Erretter dankend vertragen diesen Angriff ganz ohne Schaden. sächlich alles jo verhält, wie dort geschrieben steht. Schwerer Unfall. Auf dem Brüger Haupt- bor, und zum Beweise seiner guten Zähne Viele von ihnen verarmen an Stalt und Phos- Die Wirklichkeit sieht jedoch ganz anders aus, bahnhofe bestieg der 49jährige Maschinführer Karl fnadte er vor den Augen des erstaunten Arztes phor; sie verlieren Zähne, werden hinfällig und als es diese Herrschaften der Deffentlichkeit weisGerner aus Brölles bei Podersam einen Personen- harte Paranüsse. altern vorzeitig. Auch das spätere Stillen des machen wollen. Sie schreiben z. B. in der„ Inzug, mit dem er heimfahren wollte. Als der Jug Außer bei der Zahnloderung wird auch bei Stindes fällt ihnen schwer. Auch hier erweist sich ternationale" vom 22. Juni, daß der Protestsich in Bewegung jeste, bemerkte Gerner, daß er Zahncaroes( Zahnfäulnis) mit bestem Erfolge als natürlichstes und wirksamites Gegenmittel sveit in Aufsig fast vollständig gewesen sei und in einen falschen Train eingestiegen war, weshalb die Höhensonne angewandt, hier allerdings vor- Rörpers, mit Ultraviolettſtrahlen. Die Nahrung Gründen, daß besonders bei der Firma Belter of die rechtzeitige vorbeugende Bestrahlung des betonen auch noch ausdrücklich aus gewiſſen er die Tür des Abteils aufriß und auf den Bahn zugsweise prophylaktisch in Form von Körper- bietet dem Körper immer schon ohne Zugabe auch ein Teil mitstreikte. Was ist wahr an der törper sprang. Siebei fiel er jo unglücklich, daß ng bestrahlungen zur Vorbeugung und Verhütung. genügend Kalt und Phosphor dar; jedoch nur ganzen Sache? Durch den ganztätigen Regen, lam, wobei ihm der Fuß völlig zermalmt wurde. Die wissenschaftliche Begründung für diese bei Besonnung- wo es angeht, mit Natur- welcher am 20. Juni niederging und nachdem Meit schweren Verletzungen wurde der Verunglückte Seilwirkung ist recht flar: Man weiß, daß es sonne, sonst mit der viel schneller arbeitenden wir fast lauter offene Bauten derzeit haben, waren ins Brüger Krankenhaus gebracht, wo ihm der Fuß bei Rachitis heute kaum ein zuverlässigeres tünstlichen Höhensonne- wird der dem Körper die Bauarbeiter ganz unfreiwillig gezwungen zu abgenommen werden mußte. Heilmittel gibt als Ultraviolettbestrahlung mit dargebotene Ralf- Phosphor affimilierbar, d. h. feiern und daraus wird gefolgert, in Auffig sei Ein Röntgenmuseum. In Lennep( Westfalen), der Quarzlampe. Ultraviolettes Licht verbessert aufgeschlossen von den Körpersaften aufnehmbar, dent. Dies beweist wieder, daß eben auf allen der Baterstadt Röntgens, ist jetzt ein Röntgen- den Lak- und Phosphorstoffwechsel des Knochen- verwertbar, anbaufähig. so er mit dem rechten Bein unter die Räder des Waggons museum eröffnet worden. Das Museum gibt einen Ueberblick über Entdeckung, Bedeutung und Weiterentwicklung der Röntgenstrahlen. Der interessante Museumsfundus zeigt die Entwicklung des Röntgenapparats von den Anfängen bis zum transportablen hochspannungs- und strahlenficheren Röntgenapparat. In dem Museum befindet sich u. a. die erste Aufnahme, die Röntgen von einer feiner Hände gemacht hat. Die Dittatur ist teuer! Hierzu eine furze Erläuterung: Frankreich ist der finanzstärkste Staat in Europa, es besitzt zwanzig Prozent des Goldbestandes der Welt!" Der 3irfus stirbt. Das Ende einer romantischen Kunst. Von der hohen Schule der Abdeckerei. Film, Radio und Nicht Dressur, sondern Wirklichkeit! Gast. jenen Bauten, welche unter Dach sind, überall gearbeitet worden ist und sich niemand um diese Protestaktion fümmerte. Wir haben derzeit bei uns im Bezirk rund 2300 Bauarbeiter beschäftigt. Nach ihrer Versammlung, welche sie für 4 Uhr 38facher Zirkustod. einberufen hatten, zu schließen, nahmen an derselben hoch gerechnet 180 Personen teil, und wer Wirtschaftsnot schaufeln der Manege das Grab. die Vorbereitungsarbeiten unserer Kommunisten SPD- Berlin schreibt: S. O. S. im Zirkus-[ die den meisten Zirkusunternehmungen wirtschaftlich zu solchen Veranstaltungen fennt, weiß, daß jich gewerbe! Der deutsche Zirkus Kapitän Schneider", das Genid gebrochen haben. Infolge der Arbeits- ein großer Teil von Arbeitslosen, die gar nicht dessen weltberühmte Löwengruppe fürzlich in Neapel losigkeit finden ständig die Einnahmen. Konnte auf den Bauten beschäftigt sind, von ihnen komversteigert werden mußte, war das jüngste Opfer früher das Gastspiel in einer mittleren Stabt auf mandiert wird, schon lange vorher im Lokal zu des großen Zirkussterbens, das von den 48 eine Woche und noch länger ausgedehnt werden, so erscheinen, damit der Referent nicht vor leeren 3irfusunternehmen nur erzwingt heute die wirtschaftliche Notlage den Ab- Tischen sprechen muß. Wären die Herrschaften In der Lodzer Volkszeitung" finden wir deutschen Leben gelassen hat. Nicht bruch der Zellte schon nach zwei, höchstens drei Tagen. überzeugt gewesen, daß ihnen wirklich die Baufolgende aufklärende Zahlen aus dem polnischen noch zehn am weniger als 38 große und mittlere Wanderzirkusse Das führt zu einem beschleunigten Reisetempo; in arbeiter alle nachlaufen, dann hätte auch der große Budget: " Im Voranschlag des Budgets 1932/33 iſt ſind in den letzten sechs Jahren der wirtschaftlichen kurzer Zeit hat ein Zirkus buchstäblich alle guten Turnhallen sa al nicht alle faffen fönnen. So die Gesamtsumme der Ausgaben im Etat„ Prä- Krise zum Opfer gefallen. Unter ihnen alte und Städte und Orte abgegrast und muß zuletzt seine aber begnügten sie sich diesmal mit dem Ga jt. Etat, Präfident der Republik" mit 3,012.362 3loty" ange- berühmte Unternehmen, Namen, die in der Ge- Zuflucht zu Auslandstourneen nehmen. Gewiß zimmer der Turnhalle. Also der große Protestfident der Republik" mit 3,012.362 3loty angeschichte des Zirkus einen Ehrenplatz einnehmen, waren auch schon vor dem Kriege für ein Zirkus- ftreit ist diesmal danebent gegangen und es ist in geben. Der Etat des französischen Staats- Abkömmlinge uralter Artistenfamilien wie Lorch, unternehmen schlechte Monate keine Seltenheit, aber mit alles Bluff, berechnet für jene, die nicht alle Blumenfeld, und neben ihnen bekannte Blumenfelld, und neben ihnen bekannte Namen: es gab dafür zum Ausgleich in jedem Jahr einige werden. Auch bei diesem Bauarbeiterkampfe hat präsidenten beträgt 3,600.000 Franken oder in Barum- Kreiser, der Riesenzinkus Amarant, Maine, Städte, die ganz besonders einschlugen", wie der es sich gezeigt, daß man hier dieselben Methoden polnischer Valuta 1,260.000 3loty. Der fran- Solzmüller, Corth- Althoff, Gebrüder Blumenfeld- Fachmann zu sagen pflegt. Diese Städte sucht man anwendet wie beim Bergarbeiterstreit in Brüz. zösische Staatspräsident muß aber davon 700.000 Blumenfeld- Fachmann Magdeburg. Allein im Vorjahre mußten zehn heute vergebens, obwohl, wie es heißt, das deutsche Wie uns berichtet wurde, sollen auch an die Franten( 245.000 Zloty) als Einkommen unternehmen den Konkurs anmelden. Es sieht aus, Bolt von allen Völkern Europas dem Zirkus das 2000 K Sammelgelder zur Unterstübung der steuer bezahlen und erhält außerdem nach als wäre der Niedergang des Zirkus besiegelt, als größte Interesse entgegenbringt. Streifenden aufgebracht worden sein, insbesondere Niederlegung des Amtes teine Pension. sollten die letzten Reste der großen zirzensischen der Nichtorganisierten. Bei dieser Aktion soll man, Kunst, die ein ganzes Jahrhundert in Atem hielt, Aber auch psychologische Erscheinungen entlären wie einige Informierte wiffen wollen, ganz auf für immer verschwinden. die Notlage des Zirkusgewerbes. Es herrscht, be- die Nichtorganisierten bezüglich der Unterstüßung sonders in der Großstadt, eine ausgesprochene Zir- vergessen haben und es liegt hier auch die Verfusmüdigkeit. Film und Radio haben das Inter- mutung nahe, daß wohl alles auf VerwaltungsTausende von Artiften, Musikern, Angestellten effe für zingenfische Schauspiele start gemindert. Die tosten aufgegangen sein wird. Wenn sie schreiben, und Arbeitern sind durch diese Zusammenbrüche Pferdebreffuren, die früher die Programme der daß es diesen Proteststreits in Auffig, Bodenbach brotlos. geworden. Die riesigen Inventarien tamen Beltzirkusje beherrschten, finden nicht mehr den Bei- und Teplitz zuzuschreiben ist, daß die Unterneh unter den, Hammer. Wertvolle Pferdebestände, edle fall wie einst. Das Pferdeverständnis fehlt in einer mer mit ihnen nochmals verhandeln, so wären sie Schul- und Freiheitspferde, die mit ihren Reitern Zeit, in der die Technik so entscheidenden Einfluß sehr dumm, obwohl es für den Industrieverband verwachsen waren, wurden zu Spottpreisen versteigert und sind heute Milch und Kohlenwagen eine Höhe erreicht, die schwerlich überboten werden ständige steigert und sind heute Milch- und Kohlenwagen gewonnen hat. Aber auch die Raubtierbressuren haben besser wäre, er würde seine Gelder für die rückArbeitslosenunterstützung verwenden, vorgespannt. Andere, die in den Stallungen des tann. Dazu sehen wir heute genügend gute Kultur- denn die Unternehmer kennen ihre Pappenheimer, Zirkus für treue Dienste das Gnadenbrot erhielten, filme, die in den großen Massen Verständnis für die ob sie nun vom Hakenkreuz oder Kommunisten fanden den Tod in den Abdeckereien, weil sie zum Welt des Tieres erwecken! Im Gegensatz zu früher stammen und sagen sich, wenn man dem Kinde Arbeiten und Schlachten at alt waren. Raubtier wird deshalb die Künstlichkeit der Dressuren emp- den Willen tut, weint es nicht. Sie wissen ganz gruppen, deren Anschaffungs- und Dreſſurwert das funden und teilweise auch abgelehnt. genau, daß sie feine Mehrheit hinter sich haben, Kapital mancher Aktiengesellschaften überstiegen und so werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach haben, wurden auseinandergerissen und zum Teil von Reichenberg wieder zurückfommen, wie sie vergiftet, da sich feine Abnehmer fanden. hingefahren sind, denn die große Masse der Bauarbeiter steht im Verband der Arbeiter in der Bau-, Stein- und Keraminduſtrie und leistet Gautlern keine Gefolgschaft. Bedauerlich muß man es nennen, wenn es Arbeiter gibt, die die nackte Wirklichkeit sehen und ihre Presse lesen, und ihnen dennoch nachlaufen. Sie sind eben nach Leninschem Muster erzogen und dürfen die Wahrheit nicht sehen noch glauben. Daher wird es unsere Aufgabe sein müssen, diese irregeführten Arbeiter zur Erkenntnis zu bringen, daß sie be greifen, wer es mit ihnen ehrlich meint. Kein flaffenbewußter Bauarbeiter nimmt an ihren Veranstaltungen teil. Nur dadurch wird es ermöglicht, auch in der Zukunft für die Bauarbeiter einen vollen Sieg zu erreichen. Was die Anhänger fascistischer Diktatur natürlich nicht hindern wird, über die Verschwendungssucht" der Demokratie zu zetern! Höhensonne gegen Zahnlockerung. Verzweiflungskampf. Eine der gefürchtetsten Zahnerkrankungen ist das plögliche Lockerwerden entweder völlig gesunder Zähne oder solcher Zähne, deren Zahnfleisch gleichzeitig unter Entzündungserscheinungen erfrantt. Bisher gab es dagegen so gut wie gar fein Mittel. Die Zähne mußten meistens entfernt und durch künstliche ersetzt werden, mit Angesichts dieser Tatsachen sind die Aussichten unter gelang ein mühsames Ausheilen der Ent- Kapital, das in den zusammengebrochenen Unser für den deutschen Zirkus wenig hoffnungsvoll. Seine zündungserscheinungen, wobei dann manchmal nehmungen investiert war, betrug acht bis zehn Mil- Glanszeit, in der aus den Holzbuden der Kunstreidie Zähne erhalten werden konnten durch lionen Mark. In annäherno 1000 Spieltagen find ser, den Affen- und Zaubertheatern, den WanderStüßung mittels fünstlicher Schienen oder von ihnen etwa sieben Millionen Mark an Gagen menagerien die reisenden Zelstädte wurden, kaufBrücken usw. Es ist daher von großem Inter- und Löhnen gezahlt worden. Handwerker und Liefe- männische Unternehmungen, in denen Millioneneffe, daß seit einiger Zeit sich die Berichte in ranten haben einen Verlust von jährlich fünf Milwerte investiert waren, scheint unwiderbringlich vor der zahnärztlichen Bresse mehren, nach denen lionen Mark durch fehlende Aufträge. Ein unter- bei zu sein. Das war jene Zeit, da Renz und es gelungen ist, durch Ultraviolettbestrahlung gehendes Gewerbe im Spiegel der Zahlen! des Zahnfleisches mit künstlicher Höhensonne. Zahnfleischentzündungen rasch zur Heilung zu bringen. Ja, es wird mitgeteilt, daß locker gewordene Zähne nach der Höhensonnenbestrahlung wieder kaufest wurden. Die ersten Nachrichten über diese neueren bedeutsanten Erfolge der QuarzlampenbehandAgrarisches Sonntagsvergnügen. Geht da eine Gruppe sozialistischer Jugendlicher der Beraunfluß entlang und sucht einen passenden Badeplatz. Der schmale Weg ist lehmig, die Wiese ist mit Schlamm, Sand und Aesten bedeckt. Die Sonne brennt heiß, die Fluten des Flusses find reißend und schmutzig, und doch wäre es schön, zu baden. Von Ort zu Ort geheßt. Fragt man nach den Gründen dieser Massenzusammenbrüche, so sind es neben den harten steuerlichen Belastungen vor allem die ins Riesenhafte angewachsenen Spesen, die durch die verminderten Einnahmen nicht mehr gedeckt werden können und Schumann Weltruf besaßen. Stirbt der Zirkus? Soll diese bunte, strahlende Welt, mit ihrer geheimnisvollen, erregenden Atmosphäre untergehen? Die Unternehmen, die bis jetzt von dem großen Sterben verschont wurden, führen einen harten Kampf um ihre Existenz. Werden sie sich der Götterdäm merung der Zirkustunst auf die Dauer mit Erfolg entgegenstellen können? Der tschechoslowakische Cowboy galoppiert langt nach der Reitpeitsche und brüllt, krebsrot| Schließlich müssen ja auch gewisse Einrichtungen nun schnurgerade auf uns zu. Er stopt das Pferd, im Gesicht, er werde uns noch Achtung vor den ihre Daseinsberechtigung beweisen. natürlich in der Wiese, läßt es auch hier elegant Gesetzen beibringen. Das eine muß ihm der Neid Für uns aber war dieser Sonntagnachmittag tänzeln, wobei er die letzten paar stehenden Halme lassen: gegen Arbeiter vorgehen kann er wie der wertvoller als eine ganze Reihe von Vorträgen. zertrampelt, und verlangt von uns die Legitima- beste Polizist. Und nun folgt, gleich einer Extra Die ganze Proßenhaftigkeit und Ueberheblichkeit tionen. Für ihn haben wir keine; wenn man von ausgabe des„ Venkov", ein Wasserfall chauvini dieser größenwahnsinnigen Sprößlinge der böhuns etwas will, muß man zuerst selbst einmal stischer Ergüsse. Wir mögen in Deutschland blei- mischen Dorfidyllen tam uns zum Bewußtsein. sagen, wer man ist. Die Wildwestgestalt aber ben, und übrigens sei für uns die Straße gut Alles, was nicht in der Nähe der gutshöfifchen scheint zu meinen, jedermann müsse sie bereits genug, jene Straße, auf der ein Auto nach dem Misthaufen aufgewachsen ist, wird mit Verach kennen, und fordert uns auf natürlich ohne anderen rast. Dort sollen wir also, im Straßen- tung behandelt. Man merkt es förmlich, wie sich sich selbst zu legitimieren ,,, im Namen des Ge- graben sizzend, Staub schlucken und Benzingestant diese Sorte von Menschen wohl fühlt in dem Zahlreiche Gruppen lagern an beiden Ufern, fetes" zu folgen. Jezt kommt es zu einigen föſt atmen. Ja ja, bei den Agrariern kommt eben Wahne, die Träger des Staates zu sein und das und auch unsere Jugend macht halt. Am gepfla- lichen Auseinandersetzungen, denn es will uns zuerst die eigene Person, dann die Jauchengrube, Monopol auf die Gesetze zu besitzen. Für die sterten Uferrand wird gelagert, so schlecht und nicht so recht einleuchten, daß jeder, der ein Pferd dann lange nichts, und dann eventuell, zugleich Arbeiter ist, soweit sie nicht Ställe ausmisten, die recht es eben geht. Man badet, erzählt, ruft vor hat und eine Reitpeitsche trägt ,,, im Namen des mit dem lieben Vieh, der Arbeiter. Wir fragen Landstraße mit Staub und Benzingestant gut überfahrende Boote an und achtet darauf, das Gesetzes" reden kann. Aber wir fragen fein höflich ihn, wo denn die Verbotstafeln seien. Er brüllt genug. Sollte einmal Hitler Gelegenheit haben, in vom Hochwasser ohnedies arg zugerichtete Gras nach dem Weg zur Gendarmerie, wollen auch uns an, wir sollen nur ja nicht glauben, er werde der iWesen nicht noch mehr zu beschädigen. Nach sonst allerlei wissen, und gehen los. Wir auf dem für 5000 K Verbotstafeln aufstellen. Nun wissen die Gegend zwischen Černošice und Radotin zu einigen Stunden rüstet man zum Aufbruch. Bur- schmalen Pfad, der Reiter natürlich mitten in der wir es: das nächste Mal nehmen wir solche Ver- fommen, so tönnte er viel an den dortigen ReWiese. Einige sehr gute Erläuterungen werden botstafeln auf eigene Kosten mit. Wie wäre es, liquien aus der Raubritterzeit lernen. Wir aber ichen und Mädels ziehen sich an. Da aber naht, wie in einem For- Wild- West uns zuteil: wir sollen nur ja nicht glauben, daß wenn der agrarische Abgeordnete des dortigen wollen dafür sorgen, daß dieser Spuk verschwindet film, stol; zu Roß, mit wehender Halsbinde und sich der ohnedies schon schwer belastete tschechische Gebietes beantragen würde, man solle eine„ Ber- und der Spieß umgedreht wird. Das haben wir breitem Cowboyhut, eine fühne Reitergestalt. Bei Landwirt seine Wiesen von Fremdlingen zusam botstafelsteuer" einführen, die die Arbeiter natür uns vorgenommen, als wir zur Gendarmerie der Gruppe vor uns läßt sie den edlen Gaul gra- mentreten läßt, von Leuten, die die hiesigen Gelich zu tragen hätten? Vielleicht könnte man auch station Cernošice pilgerten. Und die Gewißheit, ziös tänzen, zückt den Bleistift und bekritzelt ein ſeße nicht kennen und provozierend die Gegend anregen, dem so durch den Verwüstungsdrang daß dies einmal so kommen wird, verschaffte uns durchziehen. Hier, am tschechischen Land, sei noch junger Sozialisten geschädigten Manne durch eine eine so tiefe innere Genugtuung, daß wir schon Wir bleiben ruhig, denn wir haben nichts Ordnung, da gelten noch Gesetze und er werde entsprechende Staatssubvention helfend unter die lange in feiner so gehobenen Stimmung waren. verbrochen: in der Wiese waren wir nicht, wir schon dafür sorgen, daß diese auch eingehalten agrarischen Achseln zu greifen? Nächsten Sonntag wird wiederum eine edle Mit solchen Gedanken gingen wir zur Gen- Reitergestalt in den Wiesen der Beraun herumblieben immer auf den Steinen des Ufers, 1-2 werden. Meter vom Waffer entfernt, wir tamen nicht über darmerie. Dort wurde alles aufgenommen, eine reiten, junge Arbeiter anbrüllen, in sie hineindie Felder, sondern gingen immer auf den Wegen, Kommission soll eingesetzt werden, um den Schareiten und mit der Peitsche herumfuchteln, natürVerbotstafein fahen wir auch nirgends, wozu sich den festzustellen( Abrüßung der Pflastersteine) lich im Namen des Gesetzes". Uns fann dies und in Prag wird die Sache zu Ende geführt. recht sein; es ist Mairegen auf unsere Saat. 3. aljo aufregen? Notizbuch. Wir wollen zur Straße. Einige wollen rechts gehen. Aber da zeigt sich der agrarische Reiters mann in seiner ganzen Bollendung: Wie bei einer Arbeitslosendemonstration rettet er auf uns ein, Seite 6 Freitag, 24. Juni 1932. PRAGER ZEITUNG. Kritische finanzielle Situation der Prager Gemeinde. und Burschen aus der näheren und weiteren Umgebung. Fallen und Jugendliche gaben am Abend dem Stadtplay das Gepräge. Um halb 9 Uhr ging Nr. 149 Sonntag, den 26. Jum Ausflug nac Bohuice in den Wald. Treffpunkt halb 9 Uhr bei der Endstation der 14e Elektrischen in Kobylis. es mit Liedern und Fanfarentlängen zum Festplay. Kinderfreunde Brag. Was hätte Stribrny, was hätten die Nach dem Festspiel und dem Fackelschwingen der mit ihm konkurrierenden Humanisten im Fulneker Turner bewegte sich ein imposanter Zug Česté flobo", die ihrem besseren Wissen en tausend Personen in die Stadt. Der und Gewissen fast täglich einen nationalistischen Fadelzug machte die Spießer stuhig und ärgerte die Radau- Artikel abquälen müssen, nicht durch diese Nazis. Vom Schloßberg aus versuchten sie die AnAktion gewonnen! Es wäre eine Vorahnung des prache des Genossen Kamler zu stören. Die Paradieses, in dem es nur einsprachige Auf- Störenfriede mußten sich aber die zurechtweisung schriften gibt. durch die ausgezeichnet funktionierende Ordnerwehr mit Die Gemeinde Prag wurde durch das Finanzgesetz des Bürgerblocks jährlich um Einnahmen von ungefähr 90 Millionen K gebracht, was naturgemäß nicht ohne Einfluß auf die finanzielle Situation der Stadt bleiben konnte. Dazu tom 3wei internationale Höchstleistungen im Sten men nun noch die Folgen der Wirtschaftsfrise, Und das schönste: auch die Opfer gefallen lassen. Zu Wutausbrüchen tam es, als die in einem Rückgang der Umlagen und Gebüh hätten ihre Freude. Denn sie wären Genosse Ruti cha das Lügengewebe der Nazi auf- men. Die Wiener Arbeiter- Kraftsportler truge. ren zum Ausdrud fommen. Die Gemeinde muß glücklich, vierzehn Tage keinen zufälligen Blid dete und die Anwesenden aufforderte, am Morgen ant vergangenen Sonntag die Endlämpfe um de nun daran denken, die Bedeckung für die feh auf die Katastrophenlettern einer tollgewordenen Berren liefen am nächsten Tag zum Kadi nach Neu- mannschaften teilnahmen. Sieger wurde die Mann die Fulneker Fürsorgeanstalten zu besichtigen. ie Höllriegel- Wanderpreis aus, an denen 40 Biere lenden Einnahmen anderswo zu finden. Zu die- Boulevardpresse werfen, vierzehn Tage nicht jem Zwecke werden auf die Tagesordnung der einen auch von unserem Steuergeld bestrittenen Titschein und verklagten dort die bösen Sozi, so daß ichaft Gaswerf nächsten Sigung der Gemeindevertretung, welche Pomp ansehen zu müssen, dauernd einer Tracht am nächsten Tage eine Gendarmerieverstärkung Straßenbahn mit 1205.5 Kilogramm. Im Rahmen Montag, den 27. Juni stattfindet, die Erhöhung Prügel gewärtig sein zu müssen. Sie könnten unnüßerweise in Fulnek eintraf. Am Festtag trafen dieser Veranstaltung stellten ala und Leppel. von Gebühren und Abgaben gestellt. Es handelt ruhig schlafen, während in Prag die Sperrstunde die Genossen mit Autos, per Bahn und zu Fuß in neue internationale Höchstleistungen auf. Sala sich dabei um eine Gemeindeabgabe auf Spiele aller Lokale auf 5 Uhr früh angesetzt ist und der bei den Fulnekern Neid und Aussehen. Diesmal eppelt( Schwergewicht) erreichte in der gleichen Fulnek ein. Der prächtige Demonstrationszug erregte( Mittelgewicht) riß beidarmig 105 Kilogramm und mit Karten, Domino, Billard und Kegel, und Schlaf der Arbeitenden durch den Lärm der hörten sich die Nazibrüder die Ausführungen des Kampfart 112.5 Kilogramm. zwar beträgt die Gebühr bei Starten 2 K, bei den Nichtstuer gestört wird. übrigen Spielen 50 Heller. Wenn das Kartenspiel länger als sechs Stunden dauert, muß die Gebühr nochmals entrichtet werden, bei Domino, Billard und Kegel schon nach drei Stunden. Eine weitere Abgabe ist die von unverbauten Grunde Gerichtssaal Kamler und das Referat des Genossen Senator Joki ohne zu muden an. Ungetrübt und bei herrlichstem Wetter verfloß der übrige Teil des Festtages. ſtuden, welche ein halbes Brozent des gemeinen der Einbruch bei der Juwelierfirma Sport Wertes für ein Kalenderjahr betragen soll. Jäger. . Spiel- Körperpflege Wer mit Nazis spielt, Kunst und Wissen Komiker. Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag, halb 8 Uhr: Samlet"( 206- II), Abschied Olga Reinele. Samstag, 8 Uhr:„ Fü eine schöne Frau"( Premiere). Emntag, Ein Vorschlag zur Güte. Prag, 23. Juni. In den letzten Jahren haben balb 8 Uhr: Manon Lescaut"( 207- III). Ein Genosse schreibt uns: sich wiederholt sehr dreiste Einbrüche in Prager Montag, halb 8 Uhr: Die Kaiserin"( 208- IV). Je näher wir dem Kulminationspunkt der Juwelengeschäften ereignet. Einen der letzten Fälle muß gewärtig sein, mit Dreck bespritzt zu werden. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag, halb Sofolfeierlichkeiten kommen, desto schmerzlicher bildet der nächtliche Einbruch bei der bekannten Der Wiener bürgerliche Sportklub Hakoah 8 Uhr: Morgen gehts uns gut"( Ab.). scheint das nationalistische Tschechentum Brags Grabenfirma Jäger vom Mai d. J., wobei die die Anwesenheit von 40.000 Deutschen in der Einbrecher die eisernen Rollvorhänge funft ist ein großer Berein; er hat für den Körpersport Samstag, halb 8 Uhr: Frau Warrens Geflawischen Metropole zu empfinden. Das Hol- gerecht zerschnitten und in die Verkaufsräum- ion viel Erfprießliches geleiftet; ef besitzt tüchtige werbe"( Ab.). Sonntag, halb 8 Uhr: Alle wege führen zur Ziebe"( Ab.). Montag. leichowiger Flugblatt, das den Deutschen die lichkeiten eindrangen: Eine Menge goldener Uhren Sportler, ausgezeichnete Lehrer und wird mit Berhalb 8 Uhr: Gastspiel des Berliner Theaters der Ansiedlung in geschlossenen Häuserblocks als wurde von den Einbrechern weggeworfen, weil stand und Herz geleitet. Seine großen sportlichen halb 8 Uhr: Gastspiel des Berliner Theaters der Provokáce antreidet, und das Echo, das die in- sie ihnen offenbar zu wenig wertvoll und anderseits Erfolge find Beweis genug dafür. Was er aber zwischen erfolgte Strafanzeige gegen den Ur- als Verkaufsobjekt zu gefährlich schienen. nicht besißt, ist das, was man Charakter nennt. Stolz auf jeden tieinsten sportlichen Sieg, fehlt ihm heber des Flugblattes in der Boulevardpresse Trotzdem war die Beute beträchtlich. Heute hatten sich die beiden ehemaligen Ladierer- der Stolz in anderen Dingen. Seine Mitglieder werfindet, beweisen aufs neue, wie hoch die Fieberfurve des tschechischen Nationalismus unter dem gehilfen Kovařit und Žižka vor dem Straf- den von den Naz isportlern bejubelt und attackiert, Einfluß des Sotoltongresses steigt. Die„ Narodni enat des OGR. Trost wegen dieser Sache zu ver- wo immer sich dazu eine Gelegenheit bietet, und Politika" hat ja sogar den Umstand als auf- antworten. Sie hatten sich eine originelle Berant- er kommt mit lendenlahmen, stets wirkungslosen reizend empfunden, daß die Deutschen just in wortung zurechtgelegt. Angeblich seien fie betrun- Protesten. Immer wieder ereignet sich bei Spielen ten gegen den eisernen Rollvorhang getaumelt und seiner Wasserballmannschaft gegen Mannschaften der dem Jahre, da es den Geburtstag Tyršs zu dieser habe„ bon selbst nach gegeben". Dann Halenkreuzlervereine das gleiche: Spieler und Anfeiern gilt, eine Jahrhundertfeier für einen so hätten sie sich aus Interesse ein bißchen hänger des Vereines werden auf das unflätigste unbedeutenden Poeten wie Goethe angesezt haben -wie sehr muß da im Zeitpunkt böchsten geje ben", wobei allerdings einige der dort beschimpft und nicht selten auch verhaut. befindlichen Wertsachen an ihnen hängen blieben. nationalen Rausches jedes deutsche Wort, geDer Gerichtshof verurteilte die beiden Ange- ihn nicht schüßen will oder es nicht kann, er sett sprochen oder gedruckt, der bloße Anblick von flagten zu sechs, bzw. vier Monaten Spieler und Mitglieder weiterhin der Gefahr aus, Deutschen in den zwar miserabel gepflastertenchweren Kerters. von den Nazibuben beschimpft und verprügelt gu und meist unsauberen, aber geheiligten Straßen werden! bon Brag empfunden werden! Aus der Partei Bezirksorganisation Prag V Aber der Verein bleibt weiter in dem Verband, der DIE NA Vereinsnachrichten FATURFREUND Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 26. Juni, Treffpunkt halb 7 Uhr Smichower Bahnhof. Führe Winternis. Literatur Konfektion". Roman von Werner Türk. Agis- Verlag, Berlin. Der Stoff für diesen Roman Septen Sonntag spielte das Wasserball ist aus einer Umwelt hergeholt, die gelegentlich, team der Hatoah gegen die Mannschaft des wohl schon als Hintergrund für einen Roman er ausgesprochenen Nazivereins Ewa st. Der übliche wählt worden ist, aber wohl noch nie den GegenWirbel blieb nicht aus. Mitglieder des Emast stand einer so wirklichkeitsnahen Darstellung gebildet hatten sich zu einem Sprech hor vereint, der jede hat wie hier: aus der Konfektion. Er schildert Men erfolgreiche Spielaktion der Hakoahmannschaft mit ichen und Berhältnisse in dieser Branche, die der einem Juda verrede!" begleitete. Anhänger Berfasser auf das gründlichste zu kennen scheint und der so beschimpften Mannschaft tamen diesmal dem man wird von ihm in ein bisher wenig befanntes Protestschreiben des Vereines vor, sie antworteten Gebiet der Arbeit, aber aus des Geldverdienens den Schreiern mit Fausthieben. Es entstand geführt. Die hier Schaffenden sind, da ihnen die eine richtige Prügelei, die erst ein Ende Voraussetzung einer Besserung ihrer wirtschaftlichen fand, als sich die Polizei zwischen die Kämpfen- Lage oft mangelt, das ist die Solidarität, aufs den stellte. Wenn sich der Sportklub Hakoah auf äußerste ausgebeutet und skrupellose Unternehmer diesen neuen gegen ihn und seine Mitglieder ge- verstehen es, das Aufteimen jeden Gemeinschafts die Gesellschaft zu verlassen, dann verdient er, von der sich schlau in diese Zustände zu fügen und für richteten Angriff der Nazi nicht entschließen kann, gefühls unter ihren Sklaven zu verhindern. Einer ihr wie bisher behandelt zu werden. Ein Ausweg in Güte scheint nicht zu finden. Vielleicht ginge es aber doch. Nämlich so: man fönnte während der Hauptsestwochen die 40.000 Deutschen Prags, oder doch jene, die aus eigenem nicht gehen können, weil es ihnen an Baluta mangelt, übersiedeln. Was der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. fann der Spaß schon fosten?! Bei den Un- Heute, Freitag, den 24. Juni 1932, um acht summen, die wir mitten in der Krise und bei Uhr abends, Kleiner Urania Saal, tiefster Ebbe des Staatsfädels für den Fest Prag II., Smečkagaffe 28, rummel flüssig machen, fönnte es auf die paar Millionen nicht ankommen. Für den slawischen Diskussionsabend. Charakter der Hauptstadt kann doch dem Herrn Thema:„ Die politische Entwicklung in Bara nichts zu teuer sein, und auch der Herr Deutschland." Finanzminister wird schon eine Quelle finden, Einleitendes Referat, Abgeordneter Genoise aus der sich für einen so edlen Zweck etwas Jaksch. schöpfen läßt. Man lade also die Deutschen auf Die Bezirksvertretung. sein Emporkommen zu nüzen weiß, ist der Held" Extrazüge( meineswegen mit den bekannten des Buches, Willi Krüger, der als Lehrling in ein Salon- Ausflugswagen der Staatsbahn- Dion. Der Arbeiter- Rad- und Kraftfahrerverband in Konfektionshaus eintritt und sich rücksichtslos auf Prag: 40 Mann= 6 Pferde und 4 Mann!) Bezirksarbeitertag in Fulnek. Desterreich führte im Mai eine Werbeaktion der sozialen Stufenleiter emporstrebert. Durch seine und setze sie im Böhmerwald, im Erzgebirge, Der am 18. und 19. Juni abgehaltene Arbeiter durch. Ihr Ergebnis ist ebenso erfreulich wie Gerissenheit bringt er es bis zum Mitinhaber eines im sergau oder sonstvo in der idyllischen tag in Fulnek wurde zu einem erfolgreichen Treffen beachtenswert, fonnten doch nicht weniger als 1888 großen Konfektionshausses und auch der schließliche Natur der verdeutschten" Gebiete ab. Man ver- gegen die Nazis. Stolz und prahlerisch hatten sie neue Mitglieder gewonnen werden. Davon Bankrott des Hauses infolge der Wirtschaftskrise pflege sie durch 14 Tage fern von Prag und im Vorjahre verkündet, daß keine rote Fahne mehr sind 1423 Radfahrer und 465 Kraftfahrer. Da die vermag ihm nicht viel anzuhaben, er hat Schlau führe sie zurück, wenn alle Prager den vierzehn in Fulnet wehen wird. Es tam anders. Der Sams- Werbeaktion noch nicht völlig abgeschlossen ist, wird heit genug, um sein Schäfchen ins Trockene zu brin tägigen nationalistischen Rausch ausgekostet und tag, der Vorabend, war der Jugend überlassen. sich die Zahl der neuen Mitglieder sicher noch auf gen". Mit bemerkenswerter Plastik sind die einzel ausgeschlafen haben. Schon am frühen Nachmittag tamen die Mädels mindestens 2000 erhöhen. nen in der Konfektion tätigen Angestelltenschichten, die Mannequins, die Heimarbeiterinnen, Reisender in dem er Einspruch gegen diesen von der Wissen-| Italiens. Die Dinosaurier gehören bekanntlich in die und Zwischenmeister dargestellt Werner Türk besitz Kleine Reportagen. aft ausgeführten und ſauttionierten Mord" er- antidiluvianiſtiſche Urzeit. Zuerst wurde berichtet, ein wirkungsvolles und Spannung erwedendes Er schaft hebt,„ den Geschöpfen, die vielleicht bereits Menschen es sei ein mächtiges Exemplar, 12 Meter lang und sählertalent und so bietet sein Buch eine anreger Affenmensch oder Menschenaffe? sind, auf jeden Fall aber näher bei uns stehen als fast drei Meter hoch, das in einer Höhle, die durch und lehrreiche Lektüre. In Sumatra ist es gelungen", einen joge andere Wesen, zum Opfer fallen. Wenn es richtig die starken Regenfälle und Ueberschwemmungen der nannten„ Orang- Bendek" zu schießen. Das ist eine ist, daß der Orang- Pendek, dem Menschen näher- lezten Wochen in Mitleidenschaft gezogen wurde, außerordentlich feltene Affenart, von der man noch steht als einem anderen Geschöpf, ist es zweifellos ausgegraben werden konnte. Eine spanische wissen nicht weiß, ob sie den Menschen näher steht, oder nicht in Ordnung, ihn einfach abzuschießen, wenn schaftliche Kommission begab sich unverzüglich an die den Affen, eine Art, von der schon seit vielen Jahr- man ihn nicht anders bekommen kann. Man geht Fundstelle des Skeletts oder doch vermeintlichen zehnten die Rede ist, und die den Gelehrten schon überhaupt recht unbedenklich gegen Lebewesen vor. Skeletts und stellte nach kurzer Untersuchung fest, viel Kopfzerbrechen gemacht hat, obwohl sie nie ein Erst vor kurzem ist über die Expedition eines deut daß es sich hier zwar nicht um die Ueberreste eines Europäer näher zu Gesicht bekommen hat. Die, einen schen Forschers berichtet worden, der sich in Celebes vorsintflutlichen Dinosauriers handle behaupten, es handle sich um einen menschenähnlt- auf der Suche nach einer angeblich ausgestorbenen chen Affen, die anderen, der Orang- Bendek fei ein Urwaldrolle befand dieser Expedition find viele Mensch auf der alerniedersten Kulturstufe. Die Ein Tausende von Vögeln zum Opfer gefallen Ob geborenen wußten die merkwürdigsten Dinge von sich nun bei dem Orang- Pendel um einen Affendem Orang- Pendek zu erzählen. Jetzt ist es aljo. menschen oder um einen Menschenaffen handelt wie gejagt, gelungen, ein tieines Aeffchen zu schie- ihn einfach abzuschießen war eine Barbavei, die Ben, das angeblich zu dieser merkwürdigen und gewissenschaftlich nicht zu rechtfertigen ist. Was beweist heimnisvollen Art gehört. Es hat eine länge von denn die Leiche des Orang- Pendek- Jungen? Ver43 Zentimetern, mehrere fleine Zähne im Mund mutlich gar nichts. Solange man diese seltene Art die Haut ist unbehaart; das Kopfhaar bejizt eine von Geschöpfen nicht lebend hat, weiß man gar hellgraue Färbung. Der Knochenbau soll starte nichts über sie. Aber es wird immer feste dreuf los Aehnlichkeit mit dem Menschen haben. Die Wissen geknallt! Ist es da ein Wunder, daß der Crans Der„ Dinosaurier". schaft hat sich über die kleine Leiche noch nicht ge- Pendek nichts von uns wissen will? äußert, aber in Holland regt man sich, und zwar mit einigem Recht, über den Vorfall auf. Es ha: sich nämlich herausgestellt, daß ein Beamter in In dem Dörfchen Rio Martin in Spanisch Niederländisch- Indien den Auftrag gegeben habe, Maroffo, ein paar Meilen von Totuan entfernt, ,, tot oder lebend" Exemplare des Orang- Pendek ein glaubte man jüngst das vollständig erhaltene Stelect zufangen und der Borsißende der Haager Orts eines mächtigen Reptils aus der Familie der Dino gruppe der Bereinigung ,, Dit und West" hat an saurier gefunden zu haben. Die Nachricht davon gina den Kolonialminister ein Protestschreiben gerichtet, durch große Zeitungen Englands. Frankreichs un das mysteriöse Reptil" ist in Wirklichkeit eine Mäh KINO- PROGRAMM vom 24. bis 30. Juni 1932. Wran- Urania- Kino inziges deutsches Kino Drags. 2976 L'el-0.429 maschine, die einem spanischen Bauern gehörte, dei ,, Das große Abenteuer" sie 1917 zurüdließ, als er vor den aufständischen Arabern im Riff sein Haus und Hof verließ und seine wenigen Adergeräte in der Grotte eingrub, wo sie jetzt als„ Dinosaurier" entbedt wurden. ( HANS IN ALLEN GASSEN). Haus Albers, der Sieger. Weiter: Max Adalbert, Camilla Horn, Betti Amann. Wo verkehren wir? Bisher haben sich Spuren eines einstigen Vorhandenseins von Dinosauriern in Marokko und den benachbarten Gebieten nicht gefunden, daher erregte die erste Nachricht hievon beträchtliches Aufsehen: um so mehr, als die„ Rippen" des vermeintlichen Ungeheuers denjenigen eines anderwärts gefunde Café„ Continental", Prag, Graben Nun nen Dinosauriers ähnlich befunden wurden. aber haben sich diese Rippen" als Harken einer Mähmaschine herausgestellt, auf denen überdies der Name einer bekannten kanadischen Fabrik für landWas dürfwirtschaftliche Maschinen zu lesen ist ten erst die Gelehrten im 30. Jahrhundert für Schwierigkeiten haben, wenn sie von allen Seiten her zu gefundenen Maschinen unseres Zeitalters gerufen werden! Gastwirtschaft LIDOVÝ DUM ( Gen. Wilhelm Opatrný) Täglich Konzert. Taglleh DRAG II., Hybernská Nr. 7. Dead:„ Rote 8.-G. Fix Beitung and Buchdrud, Brag. Für den Den verantwortlich: Otte pofit, Berexsgeber: Siegfried Texb. Ebefzebattext: Bilbelm Riegnet- Berantwortlicher Redakteur: Dr Emil Strex, Brag. Beag. Die Beitungsmartenfrantatur wurde von der Boft Telegraphendirektion mit Erlaß z 18.800/ VII/ 1930 bewillig: Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bot monatlich Ke 16.-, vierteljährlich K 8 Rüditellung box Manuskripten erfolgt mus bei Einjenbung ber Resourmatien, balbjahrig Kö 96,-, gangjährig Ke 192,-- Jajemate werden lout Tarif billigt berechnet. Bet öfteren imichaltungen Breisnachlas. $ 187