17097ka ul.7 PERSRA Einzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich 5 Heller Borto demokrat Zentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik. 12. Jahrgang. Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb. Redaktion u. Berwaltung: Brag II, Nelazanka 18 Telepb.: 26795. 31469. Natredalt.( ab 21 Ubr): 33858 Boltidedamt: 57544 Sonntag, 24. Juli 1932 Vor dem Spruch des Staatsgerichtes. Kopf hoch Bekanntgabe erst Montag. Das Staatsgericht erklärt die Zulässigkeit einstweiliger Verfügungen. 2eipzig, 23. Juli. Vor dem Staatsgerichtshof begann heute vormittags die Verhand lung über die von den preußischen Staatsministern gegen die deutsche Reichsregierung beantragte einstweilige Verfügung, durch die dem von der Reichsregierung eingefeßten Reichs fommissär für Preußen auferlegt werden soll, sich jeder Dienstausübung zu ents halten. Durch diese einstweilige Verfügung soll die öffentliche Verwaltung in Preußen eine borläufige Regelung finden, bis über die Klage der ehemaligen preußischen Regierung auf Feststellung der Verfassungswidrigkeit der Einsetzung eines Reichskommisfärs in Preußen vom Staatsgerichtshof entschie den ist. Den Vorsitz führt Reichsgerichtspräsident eingeschritten worden sei. Es sei zu bedenken, daß Dr. Bu mte, der zu diesem Zwed seinen Urlaub auch ein Reichskommissär andere als die bisher unterbrochen hat. Als Beisiber sind die Reichs angewandten Mittel nicht zur Verfügung habe. gerichtsräte Rigel, Schmitz, und Dr. Wenn man auch annehmen könne, daß bix Si Schwalb, sowie die Oberverwaltungsgerichtserheit und die Ordnunng in Preußen nach Lage räte Dr. von Müller( Berlin), Dr. Güm der Verhältnisse erheblich gestört oder gefährdet bel( München) und Dr. Striegler( Dres- fei, so trage dazu jedenfalls die Tatsache nicht bei, den) tätig. daß zur Zeit in Preußen eine geschäftsführende Regierung im Amte sei. Die Klage wird vom Ministerialdirektor im Wartestand Dr. Badt und Ministerialdirektor Dr. Brecht sowie von Prof. Dr. Wieje Frankfurt a. M. vertreten. Für die Zentrums fraktion des preußischen Landtages ist Prof. Dr. Peter 8- Berlin und für die Fraktion der so. zialdemokratischen Partei im preußis fchen Landtage Prof. Dr. Hermann Heller Frankfurt a. M. erschienen. Das Reich wird durch den Ministerialdirektor im Reichsministerium bes Innern, Gottheimer, vertreten. Reichsgerichtspräsident Dr. Bumle richtete zu Beginn der Verhandlung an die Zuhörer die ausdrückliche Bitte, alles zu vermeiden, was zu cinter Störung der Verhandlung führen könnte. Die Forderung Preußens. Bericht erstattete Reichsgerichtsrat Schmit. Der Antrag, über den verhandelt werden soll, lautet: ,, Es wird beantragt, im Wege der einstweili gen Verfügung anzuordnen, daß sich der durch Verordnung des Reichspräsidenten für das Land Preußen eingesetzte Reichskommissär einstweilen jeder Dienstausübung zu enthalten hat." Diefer Antrag sei gestellt worden von dem Freistaat Preußen, vertreten durch das preußische Staatsministerium, unterzeichnet von den bis herigen Staatsministern Hirtsiefer und Seve ring. Dem Antrage hatten sich angeschlossen die Fraktion der sozialdemokratischen Partei und die Zentrumsfraktion im preußischen Landtage. Der Antrag stehe selbstverständlich im Zusammen. hange mit einem zur Hauptfache gestellten Antrag, der dahin gehe, daß die Einsetzung eines Reichskommissärs mit der Reichsverfassung nicht im Einklang stehe. Die Einseßung sei zu Ünrecht auf den Artikel 48 der Reichsverfassung begrün det worden, weil einmal von einer Nichterfüllung der Preußen nach der Reichsverfassung oblicgen. den Pflichten nicht die Rede sein fönne und weil sodann weder die öffentliche Ruhe und Sicherheit Die von den Reichskommissären vorgenomme nen Regierungsmaßnahmen hätten leinen Anspruch auf rechtliche Beachtung. Da es unter diesen Umständen unumgänglich sein würde; daß widersprechende Anordnungen ergehen, sei eine ordnungsmäßige Verwaltung nicht mehr möglich. Die schweren Folgen können nur das durch verhindert werden, daß der Staatsge richtshof eine einstweilige Verfügung im Sinne des Antrages treffe. Grundsätzliche Fragen. Nr. 174. Bereitschaft! Die Ereignisse in Deutschland haben sich das Vorgehen der Reichsregierung akut geworden überſtürzt und sind trotz aller Vorzeichen seien. entscheide. Vielen überraschend gekommen. Der DurchDie Telegramme seien insofern für gewisse schnittseuropäer hat geglaubt, daß ein VerFragen im weiteren Verlauf der Verhandlung fassungsbruch, wie er jetzt in Deutschland vielleicht nicht ohne Bedeutung. vollzogen wurde, nur in Balkanländern mögDazu gehöre die Frage, ob die Reichsregie lich sei. Mit der Ueberraschung war und rung unbeschadet ihres grundsäßlichen Rechtes das ist von Bedeutung oft große Bestürzur Einseßung eines Reichskommissärs in den Ministereigenschsit, endgültig zu ent- orientierten Personen, sondern vielfach auch Ländern befugt ist, Landesminister ihrer g verbunden, nicht nur bei politisch schlecht leiden, Landesminister zu ernennen, bei Parteigenossen, die doch die Entwicklung einen Reichskommissär zum Mitglied der Landes- in Deutschland voraussehen mußten. Die regierung zu ernennen, das Recht zur Instrut- Tendenz des Nationalsozialismus führte tion der Reichsratsbevollmächtigten dem Reichs- es wurde in unserer Presse immer und immer tommiffär zu übertragen oder Landesbeamte wieder gejagt ne bit finanzieller Wirkung für das Land nären Teile des deutschen Volkes, zur Diftazur Herrschaft der reaktionebst tur der besitzenden Klasse, bringt, wenn die Aktivlegitimation unbestritten. republikanischen Kräfte zum Widerstand zu schwach sind, die Monarchie, die Herrschaft Nachdem Direktor Gottheimer für die Reichs- der Junker, der Offizierskafte und der Schwerregierung erklärt hatte, daß diese gegen eine industrie. Es gibt da keine Sentiments, die Attivlegitimation der Antragstelter keine Bedenken geltend machen werde, Entwicklung geht, jener Richtung entsprechend, entspann sich eine längere von der sie beeinflußt und bestimmt wird, ihrem Ziele zu. Das Ziel des Nationalsozia lismus war die Wiedereroberung der politischen Macht für die Träger und Nußnießer kapitalistischen zu ernennen. des tem verfehlt, ja joErörterung über die Frage, ob der Staatsgerichtshof überhaupt in der Lage sei, cinst weilige Verfügungen zu erlassen. Nachdem von den beiden Staatsrechtslehrern Professor Dr. Peters und Heller nach gewiesen worden war, daß ganz überwiegend das Der Vorsipende Dr. Bumte betonte jodann, Recht des Staatsgerichtshofes auf Erlaß einst die Telegramme der bayrischen und der badischen weiliger Verfügungen anerkannt. wird, beStaatsregierung an den Staatsgerichtshof ent- gründeten sie die Aktivlegitimation der von ihnen hielten den Wunsch, daß der Staatsgerichtshof vertretenen Fraktionen der Sozialdemokratischen gewisse prinzipielle Fragen, die durch Partei und des Zentrums im Landtage. Der preußische Antrag. Eine Aufgabe von unübersehbarer Bedeutung. Dr. Brecht überreichte dann den folgenden neu formulierten Antrag, mit dem, wie der Präsident Dr. Bumke bemerkte, dem Staatsgerichtshof eine Aufgabe von noch nicht zu übersehender Tragweite gestellt werde: ,, Der Staatsgerichtshof wolle die durch die Ausnahmeverordnung vom 20. Juli 1932 und ihre Durchführungsbestimmungen entstandene rechtliche und tatsächliche Lage im Wege der einstweiligen Verfügung regeln und dabei ins besondere bestimmen: 1. daß der Reichskommissar sich nicht als preußischer Ministerpräsident oder preußischer Staatsminister oder Mitglied der preußischen Landesregierung bezeichnen dürfe; 2. daß er den preußischen Ministern nicht die Eigenschaft als Staatsminister absprechen dürfe; 3. daß er und seine Vertreter nicht ohne Vollmacht der Staatsminister Preußen im Reichsrat vertreten oder den Mitgliedern der preußischen Staatsregierung das Recht zur Vertretung Preußens im Reichsrat und zur Instruktion der Reichratsbevollmächtigten entziehen dürfen; Aber es wäre gar gefährlich, wollten Sozialisten ob der Ereignisse in Deutschland fopfschen werden. Es gibt nichts Neues in der Geschichte, man braucht nur an die Geschichte Frankreichs zurückdenken, an die Vorgänge der ersten Revolution, an den Sieg Napoleons über die, Republik, die Perioden der Reaktion, die dar auf folgten, um wiederum den Sieg der Demokratie festzustellen und schon kommt man dazu, seine Besinnung zurückzugewinnen, selbst dann, wenn man glaubt, daß sich jetzt in Deutschland das allerschlimmste für die Arbeiterklasse vollziehen wird. Mag sein, daß die Sozialdemokratic Deutschlands durch den Putsch und die Aufrichtung der Rechtsdiftatur in ihrer Entwid= lung auf lange Zeit hinaus gehemmt und gehindert wird, mag sein, daß die Arbeiterklasse des Deutschen Reiches vermehrten Elend und vermehrter Qual ausgeliefert wird, daß jede soziale Spur in der Wirtschaft beseitigt wird, daß man unserer Bewegung mit Brutalität entgegentritt und sie an der Wurzel zu verwunden sucht. Beseitigen wird man sie 4. daß Beamtenernennungen und Abseßungen nebst dauernder Wirkung nicht vorgeheute weit weniger, als sie beseitigt werden nommen werden können." fonnte, da der eiserne" Kangler Bismarc mit dem Sozialistengesetz versuchte, die Idee habe, wie sie ihre Terrorabsichten ausführen gestört oder gefährdet worden sei, noch auch die Antwort auf Papens, Argumente tönnten, und weiter, daß ein Polizeipräsident des Sozialismus auszurotten. Die Geschichte Maßnahmen des Reichspräsidenten zur Wieder. herstellung von Ordnung und Sicherheit erforder- Dr. Brecht begründete sodann den Antrag. geäußert habe, man wolle die Kreise der des deutschen Sozialismus beweist, daß man lich waren. Dabei sei zu beachten, ob wegen der Was die beiden vom Reichskanzler erwähnten Sommunisten nicht stören, so sei die Menschen quälen, zum Kampfe unfähig Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ord. Einzelbeispiele betreffe, daß ein hoher Funktionär preußische Staatsregierung bis heute noch nicht machen kann, daß man aber außerstande ist, nung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Kommunisten Ratschläge gegeben über die Personen und näheren Umstände unter- mit irgendwelchen Maßnahmen die Idee selbst richtet. Ganz unhaltbar sei die Absetzung der zu schädigen oder gar zu töten. Minister mit der Begründung, sie hätten einer Die Tradition der deutschen Sozialdemo Einladung zu einer Sigung der fratie bürgt heute mehr denn je dafür, daß, Staatsregierung keine Folge ge= www Mehrheit für die Beneš- Resolution. Gegen die Stimme Deutschlands und Rußlands. Stimmenthaltungen und Vorbehalte.- Unbefriedigendes Ergebnis. Genf, 23. Juli. Der erste Tagungsabschnitt der Abrüstungskonferenz wurde heute vormittag vom Hauptausschuß mit der Annahme der bekannten Entschließung abgeschlossen. Gegen die Resolution stimmten zwei Staaten, nämlich Deutschland und So= wjetrußland. Es enthielten sich der Stimme acht Staaten. Für die Resolution wurden 41 Stimmen abgegeben. Zahlreiche Delegationen, die für die Resolution stimmten, erklärten, daß sie sie nur unter Vorbehalt annehmen. Vor der Abstimmung hielt der Präsident Auslegung. Litwinow erklärte turz, er stimme ber Konferenz Henderson eine furze Schlußrede, für die Abrüstung, aber gegen diese Resolution. in der er auf die Bedeutung der Resolution hin- Der Vorsitzende Henderson feste hierwies, die in der Präambel der Resolution ent- auf die nächste Konferenzsizung auf haltene Grundlage besprach und erklärte, wer den 21. September fest. Er unterbrach hierauf leistet. Die Ablehnung sei erfolgt, weil die mag ein noch so reaktionäres, ein der Arbei Einladung vom Reichskanzler als Ministerpräsi terklasse noch so brutal entgegenwirkendes Redent ausging. gime Platz greifen, die Idee und der Kampf Ministerialrat Dr. Badt überreichte an wird. War man nicht imstande, in Spanien, um ihre Verwirklichung unausrottbar bleiben schließend ein Gutachten des bekannten Staatsrechtslehrers Professor Anschüß, dem Lande mit einer außerordentlich schwader sich auf den Standpunkt der preußischen chen sozialistischen Organisation und mit Regierung stellt. Dr. Peters hält für die einem noch schwächeren Parteiapparat, die Zentrumsfraktion des preußischen Landtages den Diftatur dauernd aufrecht zu erhalten, so Antrag auf einstweilige Verfügung in der wird man es viel weniger in Deutschland imursprünglichen Form aufrecht. stande sein. Die deutsche Sozialdemokratic, die über die bestgefügte Organisation verfügt, die ihre Presse bis in den letzten Winkel des Reiches hinaus trägt, die einen gewaltigen Stab erstklassiger Vertrauensmänner erzogen hat, In Nachmittagjiyung legte Ministerialdiref- fie kann mit den Mitteln Mussolinis nicht Verschleppungsversuch mißlungen. gegen diese Resolution stimme, sei auch gegen die Sigung für fünf Minuten, wobei das Brä- tor Gottheimer den Standpunkt der Reichsregiedie Annahme dieser Abrüstungsgrundlage, fidium die Sonderresolution über den Rürung dar. Er versuchte, die einzelnen Bunkte des In einer furzen Erklärung wendet sich der stungs still stand beendete, die dann mit 49 Antrags zu entfräften und erflärte dann: deutsche Botschafter Nadolny, als er seine Stimmen angenommen wurde. Sodann folgten Stimme gegen die Resolution abgab, gegen diese die Schlußreden. ( Schluß auf Seite 2) dauernd niedergerungen werden. Die Diktatur behauptet sich nur dort, wo die breiten Massen des Volkes weder über den notwendigen Apparat zum Widerstand verfügen, und die Seite 2 Sonntag, 24. Juli 1982. Nr. 174. geistigen Kräfte zur Beseitigung der Gewalt- no ch bevor sie irgend welche Gel- So haben die Hakenkreuzler und die Bürgerlichen| Udržal und seine Ministerkollegen sind Schwächherrschaft bereit halten. tungerlangt haben, niedergerun- auch jetzt dafür gesorgt, daß statt der vorgesehe- linge, welche vor den Sozialisten zurüd. nen 200 Wohnungen nur 164 gebaut werden weichen. Sie müssen weg und Energischere fonnten! Die vom„ Tag" im Bilde gezeigten müssen auf ihre Pläße. Vor allem solche, welche Elendwohnungen gäbe es in Fischern nicht mehr, die Sanierung der verkrachten Restgutbesitzer und Rekurse und Beschwerden gegen die Wohnbau- ders solche, welche die gehaßten Sozialisten aus der wenn die Nazis und die Bürgerlichen nicht petulanten zu verschaffen vermögen. Und beson pläne der sozialdemokratischen Mehrheit einge- Regierung, der Macht und Kontrolle hinauswerfen bracht hätten." könnten Die agrarischen Frondeure werden Die Sozialdemokraten der Tschechoslo- gen werden! Lernen wir aus den deutwakei brauchen über die Vorgänge in Deutsch schen Vorgängen, spannen wir alle Kräfte an, land nicht bedrückt zu sein und können ruhi- um die Entwidlung zum Fascismus, zur Begen Blutes die Entwicklung drüben im Reiche seitigung der Demokratie, zur Vernichtung abwarten. Das erste, was uns aus den der Republik, in ihrem Anfangstadium aufKämpfen im Reiche wird, ist die Aufgabe, zuhalten! Es gilt, mit aller Leidenschaft für eine ähnliche Entwicklung bei uns unmöglich den Sozialismus zu werben, es zu machen. Uns wird das Gebot, dafür zu gilt, unsere Partei auszurüsten mit allen jorgen, daß die Verbündeten der reichsdeut Witteln, die dem Kampfe wider unsere Gegschen Fascisten, die deutschen Natio- ner dienstbar scheinen, der Schlange den Kopf nalsozialisten dieses Staates, zu zertreten, noch bevor sie sich erhebt. Die Forderungen der Mieter. Die Feststellungen des„ Tag", die seine Ful- immer gefährlichere Schädlinge. Sie lösen numerisch nefer Freunde reinwaschen" sollen, richten ihn, die mächtigste Regierungspartei auf, verhindern da wie so viele seiner Mitteilungen, in den Augen durch die Möglichkeit einer loyalen Koalitionspolitik, der Anständigen. Der Kot, den bas Naziblatt ge vernichten die Arbeitsfähigkeit der Regierung. gen unsere Fischerner Genossen schleudert, trifft Diesen Stand kann man nicht mehr lange ertragen. nicht sie, sondern die Fischerner Braun- Cine Entscheidung und Klärung ist notwendig. hemden. Die sind um nichts besser als ihre Wenn die Agrarpartei nicht regierungsfähig ist, so Fulneker Parteifreunde: sie sind und bleiben alle ist dadurch noch nicht jede Regierung unmöglich gemacht. Der Staat braucht eine Regierung und Gegner der sozialen Arbeit. wird sie haben. Es ist nicht zu wünschen, daß die Landwirtschaft von der Mitregierung ausgeschlossen Die agrarische Fronde. Lidové Noviny" wird. Ein Zusammenwirken aller wichtigen sozialen Die am 17. Juli d. J. in Teplikkann für die alten Mieter an eine Steigerung der schreiben ernent über die Ziele der agrarischen und politischen Gruppen ist immer notwendig. Die Schönau stattgefundene stark besuchte Dele Mietzinse und Lockerung der Kündigungs- Rechten: Es iſt notwendig, das Budgetgleichgewicht unverantwortlichen agrarischen Radikalen sind jedoch giertenkonferenz der deutschen Mieter- beschränkungen nicht geschritten werden; die herzustellen und sich über das Budget für das kom nicht die einzigen Vertreter der Bauern und haben vereine, an der fast sämtliche Mieterorgani. Mietzinse der nicht mehr unter Mieterschuß mende Jahr zu einigen. Die Staněk s, Vranys nicht einmal die ausschließliche Vertretung der fationen der Republik teilnahmen, hat eine stehenden Räume sind in der Weise zu regeln, und und Donáts haben aber andere Sorgen. Agrarpartei. daß diese Zinse das Fünffache des wirklichen und wahren Friedenszinses nicht überschreiten. Beschlüsse der Delegiertenkonferenz der deutschen Mietervereine. Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: I. Die Privatwirtschaft ist nicht imstande, die wohnungsuchenden Menschen vor ungesunden ind der Volksgesundheit abträglichen Wohnungen zu schützen. Sie hat es darauf angelegt, aus dem billigsten Material und den niedrigsten Gestehungskosten solche Wohnungen und Betriebsstätten zu errichten, aus denen sie die größtmög lichsten Mietzine herausschlägt. Sowohl die billige, als auch die gesunde Wohnung und der notwendige Existenzraum darf daher, um die soziale und kulturelle Ent wicklung des Volles nicht zu gefährden, nicht ausschließlich Gegenstand der spekulativen Pris vatwirtschaft bleiben. Es muß die Aufgabe der öffentlichen Hand sein, insbesondere aber der Gemeinden, die notwendigen gefunden und billigen Wohnungen und Existenzräume selbst sicherzustellen. II. IV. Die Neumieter können dem Preisdiktat des Hausbesizes nicht mehr länger zusehen. Es kann den Neumietern nicht zugemutet werden, daß ihre färglichen Einkünfte vorwiegend in die Taschen des Hausbesißes fließen, der sich auf Rosten dieser Neumieter bereichert. Die dauernde Verschlechterung der Lebenslage der Neumieter muß dazu führen, daß auch diese bor unangemessenen Wietzinsen und willkür licher Kündigung hinreichend gefeßlich geschüßt werden. V. Die Leipziger Verhandlung. ( Schluß von Seite 1.) Wenn der Staatsgerichtshof tatsächlich an- in Stuttgart tagten, wurden die wichtigsten Fra nehmen sollte, daß der Antrag Preußens eine gen der auswärtigen und der inneren Politik in zulässige Grundlage für den Erlaß einer einst- erörtert. Die Konferenz nahm von der Zusiche eingehender, vertraulicher Aussprache weiligen Verfügung bilden könnte, so muß, da die rung Kenntnis, daß die Reichsregierung durch. Reichsregierung keine Gelegenheit gehabt hat, aus auf föderalistischem Boden stehe den Antrag in seiner ganzen Tragweite zu prü und die Rechte der Länder in keiner Weise anfen, ihr Gelegenheit gegeben werden, noch ein- taften wolle. Der Reichskanzler betonte, daß die Einsetzung eines Reichskommissars in Preußen gehend auch schriftlich dazu Stellung zu nehmen. nur eine vorübergehende Maßnahme Nachdem Ministerialdirektor Gottheimer noch darstelle. Eine Ausdehnung dieser Maßnahme auf die vom Vorsitzenden am Schluß der Vormit auf die anderen Länder komme nicht in Frage, tagsißung angeregten Fragen eingegangen war, weil nach Ansicht der Regierung in den anderen Ländern Ruhe und Ordnung sichergestellt sind. stellte er zusammenfassend fest: Er erklärte namens der Reichsregierung aus. drücklich, daß die Reichstagswahlen programms mäßig am 31. Juli stattfinden würden. Die Darauf griff Reichsgerichtspräsident Reichsregierung hoffe, den Ausnahmezustand in Bumke erneut in die Verhandlung ein und be- Berlin und Brandenburg in den nächsten Tagen tonte, daß der Inhalt des vorliegenden An- aufheben zu können. trages nicht so schwierig sei, daß man ihn nicht Die Mieterschaft ist daher der Auffassung, daß der Entwurf zum definitiven Wohnungsgefeß eine geeignete Grundlage für die For derungen der Mieterschaft bildet, daß aber eine wesentliche Ergänzung dieses Entwur- Der Antrag bilde teine geeig= fes im Sinne eines sozialen Wiets- und Wohnete Grundlage für den Erlaß einer nungsrechtes unbedingt erforderlich ist. Die Miceinstweiligen Verfügung. terschaft erwartet nicht nur von den gesetzgebenden Körperschaften, sondern auch vorwiegend von den politischen Parteien, die seit jeher für die Interessen der Mieterschaft eingetreten sind und daß der Staat in verstärktem Maße die Bau- an dem sozialen Elend der breiten Masse der Bebewegung, insbesondere für Kleinwohnungen völkerung nicht achtlos vorübergehen wollen, daß und kleine Betriebsstätten, mit zulänglichen fie fich für diese Forderungen ein Mitteln vor allem gegenüber den Gemeinden eben und die weitere Verschlechterung der und gemeinnüßigen Baugenossenschaften unter- Lebenslage der Mieterschaft hintanhalten werden. jtüßt. Damit das Ziel, gesunde und erschwingliche Wohnungen und Existenzräume zu schaffen, er reicht wird, ist es notwendig, III. Die Mieterschaft kann sich mit der Regelung des Mieterschutzes in der bisherigen Weise nicht einverstanden erklären. Nicht nur, daß für Aemtern entfernt ohne weiteres besprechen könnte. Nach der bis- Alle preußischen Minister aus ihren herigen Klärung erschienen ihm umfangreiche schriftliche Auslegungen oder gar eine Ver tagung nicht mehr erforderlich. Montag Entscheidung. Berlin, 22. Juli. Die preußischen Minister Schreiber, Steiger und Grimme wur den am Donnerstag abends von dem als Innenminister fungierenden Essener Oberbürgermeister Warum gibt es in Fischern noch Elendswohnungen? Der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes des Staatsgerichtshofes Dr. Bracht aufgefordert, ihre Diensträume zu Gestern beschäftigten wir uns mit der Stel- setzte sodonn die Verkündung der Entscheidung in verlassen und Amtshandlungen nicht mehr vordie alten Mieter in Anbetracht der noch nie da lungnahme des" Tag" zu den Fischerner Ge- der verfassungsrechtlichen Streitfache zwischen zunehmen. Im anderen Falle werde gewesenen Krise und der dadurch entstandenen meindewohnbauten und meinten, die elenden dem Lande Preußen und den Frattionen der man ihnen mit Gewalt entgegentre Berelendung breiter Schichten der Bevölkerung Hütten, die Fischern neben den großen Ge- sozialdemokratischen Partei und des Zentrums test und mit einer scharfen Erklärung, in der sie ten. Die Minister haben daraufhin unter Proder Mieterschutz unverändert aufrecht- meindewohnbauten noch vorhanden sind, gebe es im preußischen Landtage einerseits und dem betonten, daß sie die Verfassungsmäßigkeit ihrer erhalten werden muß, ein Abbau der eben tros den Bemühungen der Sozialdemokra- Reich andererseits auf Montag mittags Kündigungsbeschränkungen und Erhöhung der ten, Hente fönnen wir, gestützt auf eine Be 13 Uhr feft. mittags Amtsentjebung nicht anerkennen, der Aufforde Mietzinse unmöglich ist, muß als dringendste Tagesforderung die gefeßliche Begrenzung aller Mietzinse, also jener für Neumicter in alten Häusern und in Neubauten, sowie ein hinreichender Schuß vor willfürlicher Kündigung des Hausbefißers aufgestellt werden. Insolange eine wesentliche Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht eingetreten ist, I 66 Süidfale hinter Schreibmaſchinen. Von Christa Anita Brüd. ... nicht nur, daß wir Ihren Austritt fei neswegs wünschen, wir würden ihn geradezu bedauern. Be- 13 fanntmachung unseres Karlsbader Bolfswille" unsere Aeußerung richtigstellen: nicht trop der Arbeit unserer Genossen gibt es in Fischern noch solches Wohnungselend, sondern wegen der Nazis! Die Fischerner Nazis unterstüßen nämlich seit Jahr und Tag alle auf die Einschränkung. der Wohnbautätigkeit gerichteten Bemühun gen der bürgerlichen Vertreter. Aufhebung des Ausnahmszustandes? Wahlen werden nicht aufgeschoben. Stuttgart, 23. Juli. In der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder, die heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers rung des Herrn aus Essen Folge geleistet. Den stellvertretenden preußischen Ministerpräsidenten Dr. Hirtsiefer beabsichtigt Herr Bracht heute aufzusuchen und ihn ebenfalls unter An drohung von Gewalt zur Entfernung aus seinem Amte aufzufordern. Die Staatssekretäre Dr. Staudinger und Dr. Krüger haben der Aufforderung Brachts, ihre Diensträume zu verlassen, ebenfalls nur unter Protest Folge ge leistet. alle Dinge plößlich ausgehöhlt und eine riesige Glasglocke über das Zimmer gedeckt, aus dem iemand heimlich die Luft pumpf. Dünn und leer wird es in mir und um mich herum, dünn und leer und leicht. Liegt es daran, daß es nun nichts mehr gibt, das ich mir wünschen könnte, und nichts mehr, dem ich zu trauen vermöchte? fürchten können. Eine Kleinigkeit, wenn ich mich| Morgenkaffe. Auf Zehenspißen schleiche ich mich begreift man ihn nicht mehr. Es ist, als wären so ausdrüden darf, eine Operation ohne alle zur Storridortür hinaus. Die gute Krupke schläft Komplikationen." Und plößlich faßt er zu, reißt noch und ahnt nichts von meiner Flucht. und reißt. Er will mir die Mandeln heraus- Fräulein Hultzsch ist noch nicht da. Ich size reißen, nein, es sind nicht die Mandeln. beklommen hinter meiner Maschine. Heute ist der Mein Herz, mein Herz. Er reißt mir das Herz fünfzehnte Februar. Keine zehn Stunden später aus der Brust. Aufjagend aus Dual und Ent- und ich bin der glücklichste Mensch unter der setzen finde ich mich über etwas schmerzhaft Sonne oder der unseligste. Hartem liegen. Es ist ein umgestürzter Stuhl. Sturz und Aufschrei hängen noch ungewiß im Raum. Aus dem Hinterzimmer höre ich Frau Kruptes ängstliches Rufen. Das sind festgefügte undeutbare Worte. Daran muß man sich halten können oder es gibt nichts mehr in der Welt, das Bestand hätte. Dr. Maßmann ist gewiß nicht mein Freund, aber ich darf ihn deshalb nicht für einen Lumpen halten. Ach, ich bin vergiftet, vergiftet. Wieder er füllt mich Schreden über all das Böse, das ich Jinne. Mein Gott, da liege ich hier, zermartere mich und grüble, fürchte mich und leide, und m Da kommt auch schon die Gute in NachtWirklichkeit hat man mir gar nicht deutlicher jacke und weißem Säubchen. Das Licht erstrahlt. jagen können, daß alle Sorge Gespensterfurcht Ich schlage die Hände vors Gesicht. ist, Hirnspuf einer überreizten Phantasie, die ,, Er hat gelbe Augen. Ich habe es deutlich Ich taumle ins zerwühlte Bett zurüd, um Atem kämpfend, denn mein Herz hämmert wie toll. Es flopft und ein junges Mädchen tritt durch die Tür, ohne Hut und Mantel, eine Aktentasche unter dem Arm. Ich stehe auf und gehe ihr fragend entgegen. „ Ich bin die neue Stenotypistin", fagt sie mit freundlichem Lächeln. " Sie irren sich gewiß in der Abteilung. Von wem sind sie engagiert?" Ich war hier nebenan. Wie der Herr heißt, weiß ich nicht." Sie deutet auf Maßmanns Arbeitszimmer. So, ja, ich war krant", stammle ich und mich im nächsten Augenblick auseinanderreißen wird. eine böse Bergangenheit nicht vergessen kann. In gesehen, einen gelben Stranz rings um die Pu- fühle mich gepackt von einer cifernen Hand, die sechs Wochen beginnt eine neue Zeit. In sechs Wochen endlich kommt der ersehnte große Antfang. Dr. Maßmanns Nachfolger ist schon be stimmt, ein stiller, freundlicher Mann, den ich öfters sah. Mir ist um den Aufstieg nicht bange. Ich werde es schaffen. Zu deutlich habe ich gepille." ,, Schon gut, schon gut", sagt die mütterliche Stimme im Winkel, und Wasser plätschert. Dann schlägt sie mir die feuchten Tücher um den Leib.'" Die Tür fnarrt in den Angeln. Was geht es mich noch an? Wer könnte da schon kommen? Es ist gänzlich belanglos. Ich schmecke das Wort am und Streben belanglos. Gaumen. Belanglos, belanglos, das ganze Leben Da ist z. B. Fräulein Hulßsch. Sie spricht in sich selbst verschluckt. Ich höre jedes Wort. Nur einen Blechkasten hinein, der den Widerhall in Hundertzwanzig Mark", sagt die Neue. Ja, fie ist ein Unterschied zwischen hören und verstehen. fäme direkt von der Handelsschule. Sie wäre weiundzwanzig Jahre alt und es wäre ihre erste Stelle. Der Herr hätte gesagt, wenn sie sich gut anließe mit der Arbeit... Warum lacht Fräulein Hulßsch? Ist das Wann war das, als man Sie engagierte?" überhaupt ein Lachen? Ist es nicht ein Rasseln Am ersten Februar. Ich sollte eigentlich zusammenrutschender Scherben? Warum ist sic nicht vor dem ersten März eintreten. Aber der o lant?„ lleberstunden", schreit sie,„ Sonnabend Herr von nebenan meinte, die Dame, für die ich nachmittags, Sonntags, jeden Tag bis in die sehen, daß auch in höheren Stellungen feine Am nächsten Tag zeigt das Fieberthermo- herfäme, würde beſtimmt gleich gehen, wenn ihr Nacht hinein, nur, damit er morgens mit seiner Frau in Ruhe frühstücken kann und mittags sein Sunstücke vollführt werden. Die ganze Scvie- meter neununddreißigdrei. Frau Strupfe geht gekündigt würde." rigkeit besteht darin, heranzukommen an solche selbst ins Büro, um mich zu entschuldigen. Dr. Es kann nur ein Angsttraum sein und muß Schläfchen halten, nur damit es heißt, der Bosten. Wer fein amtlich beglaubigtes Prüfungs- Maßmann läßt grüßen. Fräulein Sulßsch läßt mit dem Fieber zusammenhängen, denn nur im 3: A. A. 3. arbeitet am längsten von allen Abzeugnis hat, fein Berechtigungspapier, der hat grüßen. Ich solle um Gottes willen mich erft Fieber gibt es ja das, daß man wach ist und den feilungen. Und dafür habe ich zwei Jahre lang das Gehalt einer Anfängerin bekommen. Er es schwer, es sei denn, daß ein guter Freund ihm austurieren, che ich wiederkäme. Den vierzehnten noch besinnungslos. bleibe ich schweren Herzens noch zu Bett, gurgele, Inwendig ist etwas zusammengestürzt, der hat mich ausgenußt. Ja, meine wahnsinnige schlucke Bulver, trinke Zitronenlimonade und letzte Balken, der ein morsches Gebäude noch Dummheit hat er ausgenutzt bis zur letzten Möghelfe. " Ich habe einen größlichen Traum in dieser Nacht. Maßmann sieht mir in den Hals, wo/ banne alle aufregenden Gedanken. Jede Stunde stüßte. Ich höre es dröhnen. Das Getöse des schreiberin der Welt, die Seele vom J. A. A. I immer noch die Mandeln schmerzen. Er greift fällt. Siebenunddreißigzwei am Nachmittag. vorsichtig hinein. Seine Glasaugen phosphoreszies ren. Sie werden mir zugeben müssen." sagt es zögernd,„ daß ich mit außerordentlicher Behutsamkeit vorgehe. Ich begreife nicht, wie Sie sich durch." Es kribbelt ein wenig in den Kniekehlen, in feine rechte Hand, sein gutes Gedächtnis! Ich Ich schlafe eine wohltätige lange Nacht hin- den Fingerspitzen und in den Lippen. Im übri- habe immer toller gefchuftet, meine Nerven rui gen bin ich gefühllos. niert, meine Gesundheit. Und jetzt bekommt eine Man hat nun monatelang in diesem Raum Anfängerin dasselbe Gehalt wie ich." gesessen, nichts hat sich verändert und plötzlich ( Fortsetzung folgt.) Es ist noch finster, als der Wecker schnarrt. Heimlich fleide ich mich an, verzichte auf den Fr. 174. Die Sozialverfassung des Dritten Reichs: Sonntag, 24. Juli 1932. Hungerlöhne, Zuchthausstaat, Bajonette. Die Pläne der Nazi enthüllt. Verbot der Genossenschaften, Löhne vom Jahre 1900! Der Berliner Vorwärts" veröffentlicht in seiner gestrigen Ausgabe das Gutachten der Berliner Gauleitung der Deutschen nationalsozialistischen Ar. beiterpartei zu der Wirtschafts- und Sozialverfassung, die die Wirtschaftsberater des Herrn Hitler für den Fall der Machtergrei fung ausarbeiteten. Dieses Gutachten enthüllt die wahren Absichten der Sakenkreuzler; es ist ein Programm der Entrechtung und Versklavung der 2ubeiter, ein wahres Sungerprogramm, wie es rücksichtsloser und schamloser der ärgste Unternehmerscharfmacher nicht entwerfen fönnte. Die Sozialverfassung der Nazi will die Jugendlichen unter acht: zehn Jahren, die Frauen und Juden vom Bezug der Unterstützung überhaupt ausschließen. Sie will selbstverständlich auch die Gewerkschaften verbieten und die Löhne auf die Basis vom Jahre 1900 senken! Aber nicht nur die Sozialverfassung" ist ausgearbeitet: es sind auch alle sonst notwendigen Maßnahmen für die Nebernahme der Macht getroffen: So foll selbstverständlich die Schuhpolizei durch verläßliche A- Leute ersetzt werden. Auch an die Gefangenenlager für politisch un= verfäßliche Personen ist bereits gedacht. Wenn dem deutschen Volf angesichts des nun enthüllten Programms der Nazi, das die Borheimer Dokumente würdig ergänzt, nicht die Augen aufgehen, dann ist ihm nicht mehr zu helfen. Wir veröffentlichen nachstehend einen Auszug aus dem Schanddokument: Das Schanddokument. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Gau Groß- Berlin. Berlin, SW 48, den 3. Juni 1932. Hedemannstraße 10. An die Geheim! Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Reichsleitung München, Brinnerstr. 45. Zu der von den Wirtschaftsberatern der Reichsleitung für den Fall der Machtergreifung entworfenen Wirtschafts- und Sozial= innerhalb deren eine Aussiebung des Richter personals erfolgt. Breuer verhaftet. Anter in Darmstadt. Sette 3 Berlin, 23. Juli. Der Reichsbannerfüh rer Robert Breuer, gegen den gestern abends vom Militärbefehlshaber ein Schußhaftbefehl ers lassen worden war, wurde heute vormittags fest= genommen. Der Reichsbannerführer Major a. D. Anfer, gegen den ebenfalls ein Schußhaftbefehl vor lag, hat sich, bevor ihn der Haftbefehl erreichen Von dem Verbot der Gewerkschaften wird konnte, nach Darmstadt begeben. Da der empfohlen, den Deutschen Gewerkschaftsbund Schußhaftbefehl nur für den Bereich Groß- Berauszunehmen. Er könnte mit den ihm ange- lins und der Provinz Brandenburg Geltung hat schloffenen Unterverbänden, insbesondere dem und ein richterlicher Haftbefehl nicht vorliegt, ist DHB., die Kaders für den Aufbau der Natio- es nicht möglich, Anter in Darmnalen Gewerke bilden. stadt festzunehmen. Zeitungs- Dauerverbote. llebergangsbestimmungen nach der Machtergreifung im Reich. Ueberfall auf einen Abgeordneten der SPD. Presse. Die Scheidelinie für Neidenburg( Ostpreußen), 22. Juli. Der Dauerverbote im Bereich Groß- Berlin sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Jaeder, wäre links von der DAZ. zu ziehen. Unter der gestern abends hier über das Thema ,, Kampf Borzenjur wird das Erscheinen widerruflich dem Fascismus" sprach, wurde nach der Vergestattet: DA3., Scherl- Presse, Sereuz- sammlung an der Seite des ihn begleitenden eitung, Deutsche Tageszeitung, Gendarmeriehauptmanns auf dem Marktplatz Tägliche Rundschau. Unzensuriert: An- ven Andersgesinnten überfallen und mit Totgriff, Deutsche Zeitung, Berliner Börsen- Zeitung.chlägern schwer mishandelt. Jaeder Die näheren Ausführungsbestimmungen erläßt mußte in ärztliche Behandlung geschafft werden. das Ganpresseamt( Pg. Hinkel). Beson ders wichtig wird die Kontrolle beſtimmter, im nationalen Sinne halbstarker Zeitschriften( Tat, Ring, Vorstoß, Friderius usw.) sein, da anzu nehmen ist, daß sich um sie nach der Machtergreifung die intellektuelle Opposition gruppieren wird. Für sie kommt Vorzensur in Frage. Vom Feind besetzte Stadt! Oeffentliche Sicherheit. Da nach Schäßungen unserer Fachberater etwa 75 Prozent der Richter zum mindesten mit Bis 1. August 1932 stehen in Groß- Berlin den Fernzielen der NSDAP. sympathisieren, zehn Standarten einfaßbereit. Die frei werden etwa 25 Prozent des Bestandes auszu- werdenden Gebäude Kl. Alexanderstraße 28( Liebschalten sein. Ungefähr das gleiche Verhältnis necht- Haus), Inselstraße 6( ADGB.), Lindenbesteht bei den meisten Verwaltungen. Insge straße 3( Vorwärts), Jerusalemer Straße 46/49 samt wird sich ein Personalabbau von minde-( Mosse), Rochstraße 22/26( Ullstein) kommen zustens 30 Prozent reibungslos vollziehen lassen. nächst für die Unterbringung der SA.- Gliederungen z. b. V. in Stärke von acht SturmVerbot der Gewerkschaften! bannen in Frage. Stab des NSKK. und MotorStändiger Aufbau. staffeln werden im Liebknecht- und Mosse- Haus untergebracht. Durch die Bereitschaften wird die Ruhe in allen Stadtteilen verbürgt. verfassung nimmt die Gauleitung entspre Zu Artikel 22. Bis zum organischen chend der Verfügung der RL. nach Anhören der Aufbau des berufsmäßig gegliederten Staates zuständigen Gaufachberater nur inso- ficht die Wirtschaftsverfassung paritätisch weit Stellung, als ihr das Programm in Ein- mit Arbeitgeber- und Arbeitzelheiten ergänzungs, bzw. änderungsnehmervertretern beschidte Natio bedürftig zu sein scheint. Löhne vom Jahre 1900. Wirtschaftspolitik. Zu Artikel 9. Die Rückführung des gesamten Lohn- und Gehaltniveaus auf den Für den Ersaß der Schupo find 9000 bewährte SA.- Männer mit mindestens zweijähriger Dienstzeit in Aussicht genommen. nale Gewerke vor, die an Stelle der Die Polizeistunde ist für die Reichs gegenwärtig bestehenden Instanzen alle ar- hauptstadt allgemein für 10 Uhr abends beitsrechtlichen, betriebswirtschaftlichen und lohn- borgesehen. Ausnahmen, insbesondere für Verpolitischen Fragen zu entscheiden haben. Hier fehrslokale, bewilligt auf Befürwortung der zu wird empfohlen, die einzelnen Kammern in ihrer ständigen Sektion der NSDAP. die Polizeibe Beschlußfassung insoweit der Hoheitsverwaltung hörde. Lichtreklamen find ab 10 Uhr zu verzu unterstellen, bieten. gibt. Arbeitsdienst. Aufmarschverbote in Desterreich. Klagenfurt, 23. Juli. Der Landeshauptmann von Kärnten hat im Sinne eines von der Landesregierung gefaßten Beschlusses die Behörden angewiesen, für die Dauer des Fremdenverkehres alle öffentlichen Aufmärsche und Versammlungen unter freient Simmel aus Rücksicht der öffent lichen Sicherheit zu untersagen. Es haben außer Oberösterreich, Tirol, Burgenland und nun auch Wien vier Bundesländer solche Verbote erlassen: Stärnten. Innere Anleihe in Amerika. Eine Milliarde Dollar neue Banknoten. Washington, 23. Juli. Präsident Hoover hat das Gesetz über die innere Anleihe in der Höhe von 125 Millionen Dollar unterzeich net. Dieses Gesetz ſicht auch eine Ermächtigung auf Grund des Antrages des Senators Glaß vor, derzufolge der Regierung gestattet wird, den Banknoten umlauf um eine Milliarde Dollar zu erhöhen. Hoover gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Wirkung dieser Notenvermeh rung leine allzuschädliche sein werde. Die rumänischen Senatswahlen. Ergebnisse der Senatswahlen auf die 113 Sibe, Bukarest, 21. Juli.( DR.) Die definitiven die durch allgemeine Wahlen besetzt wurden, be deuten einen großen Erfolg für die nationale Oppositionsparteien zusammen erhielten a ch: Bauernpartei, die 105 Mandate erlangte. Alle Mandate. Finnischer Hindenburg entläßt Demokraten. Stand der Jahrhundertwende, wie sie das Programm vorsieht, ist notwen als bei Stimmengleichheit insbesondere bei Lohndig, wird aber nur bei entsprechender Senkung streitigkeiten der Beauftragte der NSDAP in der gesamten Lebenshaltungskosten durchgeführt seiner Eigenschaft als Vorsißender den Ausschlag tisch unzuverlässige Personen im Groß- Berliner Sammellager für arbeitsunwillige und poliwerden können. Unerträglich würde eine so einschneidende Lohnsentung sein, wenn etwa, wie Der von den Pag. Dr. Wagener und Wal- Ruhleben in Aussicht genommen, wo ausBereich find vorerst in Döbriß, 3ossen und geplant, die Mieten lediglich um 10 Prozent ter Funk ausgearbeitete Entwurf sicht eine baufähige Baradenlager und andere geeignete herabgesetzt, Löhne und Gehälter aber im Durch allzuweitgehende Einflußnahme der Unternehmer- Unterkunftsmöglichkeiten vorhanden sind. Unterschnitt um 25 Prozent gekürzt würden. Im übri- vertreter vor. Ganz unerträglich würde die in bringung, Beaufsichtigung, Verpflegung und Begen wird es im autartischen Wirt Aussicht genommene Bestimmung sein, won a ch schäftigung nach den für Kriegsgefangene Helsingfors, 21. Juli. Der Reichspräsident schaftssystem vor allem darauf ankommen, bei Lohndifferenzen der Unter- gültigen Bestimmungen, Mindestdauer des Straf verabschiedete den Landeshauptmann der Prodem schaffenden Volke der Faust und der Stirne nehmer den Ausschlag geben soll. Dienstes sechs Monate, Höchstdauer zwei vin; Nyland, General Jalander. Die Entlaffung die Übermeidlichkeit einer so rigorosen Lohn Bliebe es dabei, so tonne die NSDAP. den Jahre, Standort der Besserungs- Ab- Jalanders war schon lange von der Lappo- Bewefenfung überzeugend vor Augen zu ohnehin sehr erschwerten Ram um die Be- teilungen des Arbeitsdienste die zwed gung gefordert worden. führen. triebe endgültig einstellen. Es sehr charakte- mäßiger und politisch wirksamer Straffom- Der Prozeß gegen die Rädelsführer der Sozialpolitik. ristisch, daß die Fühlungnahme wischen Pg. pagnien zu nennen wäre, an den gleichen Revolte von Mäntsälä beginnt in Abo am Gregor Strasser und dem Sachwalter des Stellen. Das Aufsichts- und Kommandopersonal 26. Juli ds. J. Aus diesem Grunde entfaltet die Zu Artikel 14. Ueber die Tatsache, daß ADGB. Furtwängler gerade in diesen wird sich, um berechtigte Mißstimmung unter Lappo- Bewegung wieder eine starte Agitation. das Recht auf Arbeitslosenunterstüßung ban entscheidenden Fragen ergebnislos verlaufen ist. den SA.- Gliederungen zu vermeiden, nicht ledigtrott gemacht hat und mithin nicht länger Der Stampf um die Seele der Arbeiter ist jeden- lich aus SS- Männern, sondern etwa zur Hälfte aufrechtzuerhalten ist, besteht keine Unstimmig falls mit solchen Methoden nicht zu gewinnen. aus SA.- Leuten zusammenseßen müssen. leit. Der schaffenden Bevölkerung muß mit aller Deutlichkeit flargemacht werden, daß der Gedanke der Wohlfahrtspflege im margistischen Sinne abgewirtschaf Nicht ein einziger Arbeiter sich nicht weniger als acht Schriftzialdemokratischen Partei. Gegenüber diesen irretet hat, daß der menschliche Hang zur Trägheit nicht weiter gefördert werden darf und daß die Auswirkungen des Versicherungs gedankens abgesehen von der Unfallversiche Beamtenabbau! Beamtenpolitik. im Reidiswahlvorschlag der Hitler- Partel. Die Sozialdemokratie ist einig! Der SPD- Dienst teilt mit: Ein Teil der bürgerlichen Presse orakelte über Mißstim[ der also gekennzeichneten Arbeiterpartei befin- migfeiten innerhalb der Führung der SoLeiter( von denen sich etliche Schriftst e II er" führenden Zweckmeldungen ist festzustellen, daß nennen). Hervorzuheben wäre etwa noch ein die in den letzten Tagen veröffentlichten BeUnternehmer und das Vorhandensein schlüsse der führenden Parteiinstanzen in voller etlicher Kaufleute auf dieser Liste. Das Proletariat wird, an siebenter Stelle, durch einen Handlungsgehilfen und an vierunddreißigster Stelle durch einen kaufmänni schen Angestellten vertreten. Der Mann auf Nr. 7 heißt Franz Stöhr und ist- seit neun Jahren Mitglied, bezw. Bizepräsident des Reichstags. Der Aussiger„ Ta g" veröffentlichte gestern rung torrumpierend und erschlaf den Reichswahlvorschlag der NationalsozialistiEinigkeit und Einmütigkeit gefaßt wurden. Der fend auf den deutschen Menschen gewirkt schen Deutschen Arbeiterpartei. Diese Liste entam Freitag von uns veröffentlichte Parteibehaben. Der Arbeitsdienst wird hier Want hält vierzig Namen mit Angabe des Beschluß wurde zunächst vom Parteivorstand eindel schaffen und daneben fiskalische Ersparnisse rufes- es ist nicht ein einziger Armütig genehmigt, dann vom Parteiausschuß bringen. nach einem Referat von Otto Wels ohne Debeiter darunter! Die Hitlerpartei will batte einstimmig angenommen, wor also vor denen, die denken, nicht einmal auf auch der Vorstand der sozialdemokratischen mehr den Anschein erweden, als ob sie Fraktion des Preußischen Landtags ebenso ein auch nur im mindesten Arbeiterinteressen zu verstimmig seinen Beitritt zu dem Beschluß erklärte. Zu Artikel 18. Dem Vorhaben, das treten beabsichtigte. Im Gegenteil: so frech ist bestehende Beamtenrecht aufzubereits die reaktionäre Politik der Hakenkreuzler Auf Nummer vierzehn hat es ein Landwirt Die Arbeitslosigkeit in Frankreich. beben und die Reichs, Staats- und Kommu- geworden, daß sie in dieser Liste nicht weniger gebracht, mit Nummer siebenundzwanzig taucht nalbeamten dem allgemeinen Arbeitsrecht anzu- als fünf Offiziere des alten Regimes und auch hie und da ein Beamter( Referendar, Paris, 22. Juli.( Eigenbericht.) Die Arbeitsgliedern, wird zugestimmt. Nur wird insgesamt sechs Adelige Oberverwaltungssekretär, Regierungsrat etc.) losigkeit nimmt auch in Frankreich wieder zu. fohlen, die den Pilgern ins Dritte Reich präsentieren! auf. Man muß es den Hitlerleuten lassen, Nach der am 16. Juli abgeschlossenen Statistit Ueberführung der öffentlichen Beamten in das Hinter Frid, Strasser und Goebbels, die an er- daß sie mit offenen Karten spielen- nachdem beträgt die Zahl der behördlicherseits unterAngestelltenverhältnis ster, zweiter und dritter Stelle stehen, rangiert sie weite Kreise des Volts soweit betörten, daß stüsten Arbeitslosen 263.688( 205.149 gestuft nach der Dauer der Dienstzeit des ein- sofort der Generalleutnant von Epp, diese einen General oder Admiral nicht mehr Männer und 58,539 Frauen) gegen 261.922 in zelnen Beamten vorzunehmen, d. h. mit ent- ihm folgt der bekannte Hauptmann Goe von einem Volksvertreter unterscheiden können. der Vorwoche. Um dieselbe Zeit des Vorjahres sprechend elastischen Kündigungsfristen und im ring; an neunter Stelle wird der Graf Re- Man darf mit absoluter Sicherheit, nicht um belief fich die Zahl der Arbeitslofen auf 85.648 Falle der Dienstentlassung unter Gewährung bent I ow sichtbar, die Nummern zehn und elf Haaresbreite an der Wahrheit vorbeizureden, von Abkehr, bzw. Uebergangsgeld je nach der sind von einem Obersten und einem Major aussprechen, daß kaum eine großagrarische oder Beitritt der Tschechoslowakei zum Anzahl der Dienstjahre. Nach zwölfjähriger er- besetzt, Rang achtzehn hat der Kontre a d mi- ſchwerindustrielle Bürgerliste schon äußer französisch- englischen Abkommen. folgreicher Dienstzeit kann dauernde Anstellung ral Magnus von Leveßow, ihm reiht lich ein so reaktionäres Gepräge tragen kann erfolgen. sich unmittelbar der Herr von Schirach wie dieser Reichswahlvorschlag der nationalsozia Paris, 23. Juli. Der tschechoslowakische Für die richterlichen Beamten wird an, und zwei Sprossen weiter der Herr von listischen Arbeiter" partei, die ja auch längst die Gesandte Dr. Dusty hat heute offiziell der eine Ausnahme vorgesehen. Sie bleiben grund- Renteln, während sich der Freiherr Anti Arbeiterpartei geworden ist. französischen Regierung, der Gesandte J. Masa. fäßlich lebenslänglich und unfündbar angestellt. Wilhelm von Holzschuher, obzwar Immerhin bleibt zu hoffen, daß auch diese ryk der britischen Regierung den Beitritt der Nur wird durch Notverordnung dieser Grundsak Guts befizer, mit Rang sechsundzwanzig Reichswahlliste dazu beitragen werde, vielen Mit Tschechoslowakei zum Accord de confiance mitfür die Dauer von sechs Monaten aufgehoben, bescheiden muß. Unter den vierzig Kandidaten und Nachläufern das Gehirn etwas zu entnebeln. geteilt. Cette 4 Tagesneuigkeiten Schwerer Unfall eines Brüger Genoffen. Der Bezirksvertrauensmann unserer Partei in Brüg, Genosse Wilhelm Wenzel, ist am Freitag abends um halb zehn Uhr das Opfer eines Unfalles geworden. Wenzel ist von Bes tuf Eisenbahner und war am Freitag abend auf dem Rangierbahnhof in Brüg beim GuidoSchacht beschäftigt. Wenzel hatte auf dem Schachtgelände zu tun und mußte nach Beendi gung seiner Arbeit das zweite Geleis überschrei ten. Dabei überhörte er wahrscheinlich, da zur gleichen Zeit ein Zug einfuhr, das Herankoms men einer Zugsgarnitur von sieben Waggons, die dort verschoben wurde. Er wurde von einem Waggon erfaßt und mit großer Wucht auf eine eiserne Platte neben dem Geleis geschleudert, mobei er eine sehr schwere Verlegung des Ge sichtes in der Augengegend erlitt. Es besteht die Gefahr, daß er ein Auge einbüßt. Wahrscheinlich wandte sich Genosse Wenzel wenige Augenblide nach dem Sturze um, so daß der linke Fuß auf das Eisenbahngeleis zu liegen fam. Da noch nicht alle Waggons die Unfallstelle passiert hatten, überfuhr ein Waggon den linken Fuß oberhalb des Knöchels. Jm Krankenhaus mußte der Fuß amputiert werden. Der Unfall rief unter unseren Parteigenossen und in der Deffentlichkeit allge meine Teilnahme hervor. Genosse Wenzel ist einer unserer füchtigsten und besten Funktionäre und erfreut sich überall größter Wertschäßung. Die Arbeiter des Brüger Bezirkes und die Partei hoffen, daß Genosse Wenzel sich recht bald von den Folgen dieses schweren Unfalles erholen wird. Das Urteil im Attentatsprozeß Luth r. Sonntag, 24. Juli 1932. Das erste Bild vom Brand auf Coney Island. Dieses erste, in Deutschland veröffentlichte Bild vom Brand des Newyorfer Vergnügungsviertels Coney Island- der größten Vergnügungsstätte der Weltzeigt die riesige Ausdehnung des Brandes, der einen bedeutenden Teil der Strandanlagen sowie der Wochenendkolonie vernichtete. Er lügt und stiehit... Vom Rundfunk Nr. 174. Carl Gevering im Rundiunt. In der letzten Woche vor der Wahl werden im Rundfunt Vertreter der politischen Parteien zu den Rundfunkhörern sprechen. Die Reihen folge der Redner ist noch der Stärke der Par teien bestimmt. Den Anfang macht am Montag der Christlichsoziale Volksdienst, ihm folgen das Landvolk, die Staat atei, die Bayerische Volks. partei, die Wirtschaftspartei, die Deutsche Volks partei, die Deutschnationalen, das Zentrum, die Nationalsozialisten und die Sozialdemokratische Partei. Für die Sozialdemokratische Partei war Otto Wels als Redner vorgesehen. Otto Wels hat Corl Severing jedoch gebeten, für ihn die Rundfunkrede zu übernehmen. Severing hat sich dazu bereit erklärt. Er spricht am 30. Juli, von 19.00 bis 19.25 Uhr. Die Rede wird über dent Deutschlandsender gehalten und auf alle ender übertragen. Empfehlenswertes aus den Programmen. Dienstag. Prog: 6.15: Gymnastif, 11: Schallplatten, 17.55: Schallplatten, 18.25: Deutsche Sen dung: Arien, 19: Flötenvorträge, 19.25: Trampen ww hor, 21: Kammermusik, 22.20 Schallplatten. Brünn: 12.30: Orchesterfonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Jugendstunde.- Berlin: 18.25: Balladen vom täglichen Leben. Breslau: 16.30: Lieder der Arbeit. Hamburg: 14.10: Bruno Walaus dem Titel erraten haben werden natür- heim I. R. aufzuliegen. Der Tag" um den es sich, wie die Leser Ehre genoß, auf dem Frühstücstisch S. M. Bilfer dirigiert( Schallplatten), 19.50: Deutsche Tänze. sich handelt, brachte am 22. Heuet, den er leider Zum Teufel gejagt! -Königsberg: 21.45: Bläser Kammermusit. auch an der Schwelle des Dritten Reiches in daß er seine Weisheit und seine Schimpfargu 17.30: Berdi. 20: 3m weißen Rößl", Singspiel. Ist es schon bezeichnend für den Tag", Leipzig: 22.05: Rammermusif. München: 20.45: Chorgejang, 21.45: Seitere Slabiermufif. Wien: Klammer noch immer mit dem wällischen mente gegen die Sozialdemokratie von einem 17.30: Verdi. 20:„ Im weißen Rößl", Singspiel. Namen( Juli) benennt, unter dem größeren Monarchistenblatt ärgfter Sorte bezieht, so wirft Titel die Zitierung des Artifels unter Weglassung der bahnlinic Schneeberg- Neustädtel- Niederschlema wahren Autorenbezeichnung, die im Lofalanzeiger am Haltepunkt Schneeberg in Schienenhöhe. Die Zehn und neun Monate Gefängnis. j. v. h. lautet, auf die Arbeitsmethoden Kreuzung ist unbeschränkt und unbewacht. Der Berlin, 22. Juli. Nach mehrtägiger Ber noch einen„ Die Entthronung der der völkischen Presse ein bezeichnen des Verfehr, insbesondere der Straftwagenverkehr, auf yandlung verurteilte das Schöffengericht Berlin Bonzen", womit der Leitartikel überschrieben icht. Daß eine Beitung geschnittene" Artikel dieser Straße hat sich in den letzten Jahren derWitte heute nachmittags den Rechtsanwalt Dr. war. Um diesen Leitartikel als geistigen Eigen bringt, ist ja wohl ein alter Brauch, daß fie art gesteigert, daß zur besseren Warnung des May Roosen wegen gemeinschaftlicher Störperbau der Redaktion des Tag" zu fennzeichnen, dann und wann, einen geschnittenen Artikel für Straßenverkehrs vor dem Zugsverkehr ein wirk verlegung und Bergehens gegen das Schußwaffen hatte man ihm folgendes Signum vorangestellt: ihre Zwecke zurechtschneidet, mag auch öfter vor- james Zeichen an den vorhandenen Warnfreuzen gefeß zu zehn Monaten Gefängnis und den Nafommen, aber daß sie dann durch ausdrüd- notwendig erschien. Hiezu ist eine ſelbſtändige ( S) Aufsig, 21. Juli. tiondlofonom Werner Kerischer zu neun Moliche Sinzuschung ihres Signums Warnlichtanlage( Blinklichtanlage) in Verbin naten zwei Wochen Gefängnis. Die Verurteilten Der§ scheint aber etwas ganz anderes zu be-( Herr 8 schreibt öfter im Tag" wenn anders dung mit den Warnfreuzen gebracht worden. Als hatten bekanntlich am 9. April abends auf dem deuten als ein harmloses Autorenfignum, näm man seine Arbeit noch Schreiben nennen Betriebszeichen erscheint den Wegbenußern in den Potsdamer Bahnhof einen Anschlag auf den lich einen vom schuldbewußten Untergewissen darf!) und der Ortsbezeichnung den trügerischen Bugpausen weißes langsam blinkendes Blinflicht Reichsbankpräsidenten Dr. Luther verübt, der diffierten Hinweis auf das Strafrecht, Anschein ermedt, daß die geistige Arbeit in ihrer und bei Zugfahrten rotes schnellblinkendes Licht. im Begriffe war, in den Baseler Zug einzuster und zwar auf den Paragraphen über den 11 r- Redaktion geleistet worden sei, das ist ein Brauch, Das weiße Blinflicht gibt einen Anhalt dafür, gen, und ihn durch einen Schuß am Oberarm heberschus. Der Tag" hat nämlich den den bisher nur der von allen anständigen Bubli daß der Uebergang frei ist. Das rote Blinklicht leicht verfekt. Das Attentat erflärten sie damit, größeren Teil dieses Artikels aus dem Berliner sisten nach Gebühr verachtete Lippomis zeigt an, daß sich dem Uebergang ein Zug nähert. daß sie ihre Währungstheorie durch die Gerichts- Lofalanzeiger" übernommen. Einleitung und pflegte. Daß der Tag" ihn übernimmt, wird es fordert auf, ju halten". Die Blinklichtanlage verhandlung an die Deffentlichkeit bringen ein Schlußsok sind, sofern sie nicht aus irgend Kenner freilich nicht wundern. Warum soll der wird demnächst in Betrieb genommen. Sie ist die einer anderen, uns nicht bekannten Quelle stam Redakteur oder Mitarbeiter eines Blattes, deffen erste, die in Sachsen aufgestellt worden ist. Gleiche men, Eigenbau und selbständige Arbeitsleistung langjähriger Chef der judenliberalen Preffe für Signale werden voraussichtlich bald an weiteren des Herren Rebatteurs mit dem 8 auf der Stirn. Sold Artifel schreibt, nicht seinerseits wieder Streuzungen von Straßen mit Eisenbahnen innerWas dazwischen liegt, ist bis auf ein Einschieb einen Griff in das geistige Eigentum eines Mon- halb Deutschlands aufgestellt werden. fel, das den Artikel 48 der Reichsverfassung archistenblattes tun! Und da man in völkischen Lustmörder zum Tode verurteilt. Der Luftzitiert und vermutlich wieder einem anderen Blättern mit der Sade und mit der Mistgabel mörder Gamlibet, der vor etwa zwei Monaten Naziblatt entlehnt ist, geistige Zucht des Lolol- au schreiben pflegt, werden das Brecheisen ein fiebenjähriges Mädchen auf bestialische Weise anzeigers, also eines erarealtionären, monarchi- und der Dietrich als Nazi- Schreibermordet hatte, wurde heute vom Rybniker Ge stischen Blattes, das seinerzeit als einziges die jeug wohl auch noch zulässig sein! mollten. Verurteilter Nazi- Mörder. Vor dem Schwurgericht Schneidemühl wurde der Handler Start Schmidt aus Stegers( Streis fochau) wegen Störperverlegung mit Todes erfolg zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Bemetsaufnahme ergab, daß Schmidt seinen Sonkurrenten, den jüdischen Händler Hopp, cines Abends hinterhältig überfallen und niedergeschlagen weil angeblich lehnte diese Motive ab. alte Söhnchen des Landwirtes Sladet fo richt zum Tode durch den Strang verurteilt. Falls der polnische Staatspräsident von seinent Rechte Monate alten Kindes ist, verblutete, bebor ärzt- Tiroler, Seefahrer" fallen in den Inn. Fünf der Begnadigung feinen Gebrauch macht, wird tat, opp erlitt eine Gehirnverlegung, an der liche Hilfe zur Stelle war. Die Ursache des Frei- nnsbruder Arbeitslose wollten auf dem Waffer Gamliget morgen im Hofe des Rybnifer Gefäng er nach furzer Zeit verstarb. Schmidt hatte sein des iſt unbekannt, doch iſt anzunehmen, daß bis zum Schwarzen Meere gelangen, um irgendiffes hingerichtet werden. er nach furzer Zeit verstarb. Schmidt hatte jein Schwer mut die in harmonischer Ehe lebende wo im fremden Land eine Existenz zu begründen. aus ech ni berichtet wird, ereignete sich in Von einem tollen Hund getötet. Wie uns Opfer bereits seit längerer Zeit aus Konkurrenz- junge Frau in den Tod getrieben hat. Seit Wochen bauten sie an ihrem Auswanderer la den ein tragischer Unglüdsfall, deffen Iechnik neid mit Saß verfolgt. Als die Witwe des Verstorbenen StrafTragischer Tod eines Kindes. Aus Tetschen schiff Tirol". Am Mittwoch fuhren sie hoffgerte fich das Gericht in Schlochau einzugreifen, Tetschen, wurde das 6jährige Mädchen der aan dem Pfeiler der Volderer Innbrüde find fie spielend unter der Haustür, als ein fremder antrag wegen des Verbrechens gestellt hatte, mei wird uns geschrieben: In 2osdorf, Bezirk nungsvoll ab. Sie famten aber nicht weit. Schon Opfer ein fleines Kind ist. Das etiva vier Jahre milic st une rt, das zum Fenster auf das Stall gefentert und das Boot iſt zerschellt. Die fünf Sund sich dem Kinder näherte und es plößlich in dach herausgeklettert war und dabei unversehens njassen stürzten in den Inn. Zwei von ihnen Hund sich dem Kinder näherte und es plötzlich in ,, fein öffentliches Interesse" den Draht der Lichtleitung mit dem Fuße berührt fonnten sich schwimmend zwischen Bolders und die Lippe biß. Die erschrodenen Eltern vorsiege. Erst nachdem die Presse den Aufsehen hatte, vom elektrischen Strom getötet. Wattens ans Ufer retten, die drei anderen flam- brachten das Kind zum Arzte, der die Ueberfüh erregenden Fall behandelt hatte, leitete der Auswanderung im Mai 1932. Nach den vorläumerten sich an den Trümmern des Bootes, die rung ins Pasteursche Institut nach Prag ver Staatsanwalt die Ermittlungen ein. Der Ver- figen Vormerkungen des Statistischen Staatsamtes, abwärts getrieben wurden, feft. Erst in der anlaßte. Der fremde Hund wurde erschossen und teidiger des Angeklagten, ein nationalsozialisti- zu deren Vollständigkeit noch Berichte aus 12 Be- Nähe von Schwaz gelang es, die drei Arbeits- sein Kopf ebenfalls nach Prag zur Untersuchung scher Rechtsanwalt aus Flatow, versuchte den irfen fehlen, wurden im Mai 1932 Auswanderer( cfen, die vollkommen erschöpft waren, zu retten. eingeschickt, wobei sich ergab, daß das Tier tollBorgang auf das politische Gebiet zu schieben, pässe ausgestellt: in Böhmen für 89 Personen, in Maffen- Fleischbergiftung. 300 Vergnügungswütig war. Bei dem fleinen Patienten blieb die offenbar, um den Angeklagten später unter die mahren Schlesien für 88, in der Slowakei für 278, reisende find in Washington an einer Fleisch- ärztliche Silfe erfolglos: er starb zwei Tage Amnestie bringen zu fönnen. Das Gericht aber in Karpathorußland für 12, in der ganzen Republif vergiftung erfranfi. Der Zustand mehrerer nach dem Biß unter qualvollen Schmerzen. jur 417( im April 1932 für 692) Personen. Von Erkrankter ist fritisch: sie wurden bewußtlos ins der amerifonischen Gangster, ihre Opfer ber Die zementierte Leiche. Die neueste Methode ihnen gaben 297( 557) Personen als Reiseziel euro- Rranfenhaus eingeliefert. Weekend Ausflug über den Ozean. päische Staaten an, und zwar Frankreich 149( 357), Attentat auf einen Schnellzug. Auf den D. Schwinden zu lassen, tam jest ans Tageslicht. Die Lift a. W.( Schleswig, Insel Sylt), 22. Juli. Deutschland 23( 57), Defterreich 25( 15), die Union Bug 39 Hannover- Berlin wurde heute mittags Bolizei von New Jersey hatte aus dem East Heute vormittags 12 Uhr ist nach langem Warten goslawien 9( 13), Rumänien 9( 6), Ungarn 10( 0), fannten Täter ein Schuß abgegeben. Das Geschoß Backen und Beilen aufgeschlagen worden war, Heute vormittags 12 Uhr ist nach langem Warten der Sozialistischen Sowjet- Republiken 51( 79), Ju- auf der Station Königsfutter von einem unbe River ein Zementfak herausgefischt. Als es mit auf günſtigeres Wetter Wolfgang von Gronau mit seinem„ Grönlandwal" zum Belgien 3( 6), sonstige europäische Staaten 18( 24) ertrümmerte ein Fenster des Speisewagens. Rei fand man darin die von zahlreichen Schüssen durchbohrte Leiche von Abie Wagner, einem bes Fernflug nach Nordamerika gestartet. Ne- Personen. Ueberfeestaaten gaben als Reiseziel im sende wurden nicht verletzt. 70 Landarbeiter an Typhus erkrankt. Bei fannten Bierschmuggler und Rauschgifthändler. ben seinem Bordmonteur Frank Had und seinem ganzen 120( 135) Personen an, und zwar Kanada Bordfunker Friß Albrecht, die ihn beide schon 35( 42), die Vereinigten Staaten von Amerifa 44 Cerna, in der Nähe der österreichischen Grenze, Wie die Polizei bekannt gibt, war Wagner bereits vor zwei Monaten erschossen worden. Die Köchin an jonen. Diese Statistik der nach Ueberfeestaaten aus der Seuche angesteckt worden, so daß alle 70 Faß gesteckt, flüssigen 3ement nachgegossen und gestellten Auswandererpässe wird durch die Statistit Saisonarbeiter ins Spital gebracht werden muß deffen Hartwerden abgewartet. Als sich der Brei ten. Die Seuche hat kein Todesopfer gefor in harten Stein verwandelt hatte, rollten sie bas der zum Ueberseetransporte übernommenen AusEin Irrtum ist uns in der vor furzem ver- wanderer ergänzt, deren es im Mai 1932 im ganzen nahmen der Behörde ist es gelungen, die Verbrei- gen über den Tod Wagners geheimzuhalten, dert. Den sofort getroffenen Absperrungsmaß Faß in den East River. Um die Nachforschun öffentlichten Notiz unterlaufen, die sich mit der 122( im April 60) gab und die nach folgenden Staa tung der Typhusepidemie zu verhindern. Stellungnahme des Teplitz- Schönauer Anzeiten ausgewandert sind: nach Kanada 61( 75) in die batte die Polizei früher befanntgegeben, daß fie gers" zu dem Papenſtreich in Preußen beschäftigt. Vereinigten Staaten von Amerika 48( 39), nach Junsbrucker Polizei beschlagnahmte in einer branche und ihn deshalb suche. Ehrendiplome für Otto beschlagnahmt. Die Wagner als Zeugen im Lindbergh- Prozes Bir haben nämlich den Herrn Dr. Weigend als Argentinien 9( 38), Uruguay 3(-), Brasilien 1( 3) Stunstausstellung in Junsbruch zwei von den Raffejuden" bezeichnet. Er ist aber ein hübscher und nach sonstigen Ueberseestaaten( 5) Personen Gemeinden Innervigrat und St. Johann für Mittwoch abend fam es in einer Hotelrestauration Wenn intelligente Bürger beisammen find... blonder Arier und nur die Tüchtigkeit, mit der er, unterstützt durch seinen Nazi- Schriftleiter, flug weier italienischer Flugzeugeskadril. Terte dieser Diplome wird auf die Mißstände in zwischen den Gästen, der einen blutigen Verlauf Zwei Flugzeugabstürze. Bei dem Uebungs- Otto Sabsburg ausgestellte Ehrendiplome. Im in Stremska Mitrowiza zu einem schweren Konfli Zeitungsspalten handelt, hat uns seine Zuge- len unweit der schweizerischen Grenze wollte eines der österreichischen Republif hingewiesen und Otto nahm. Drei Tischgesellschaften, die vorwiegend hörigeit zu jener Menschenklasse vermuten laffen, der Flugzeuge notlanden und begann im Gleits Habsburg aufgefordert, mit starker Hand Ord- aus intelligenten Bürgern bestanden, gerieten die der ehrlichere Verwandte des Anzeigers" fluge niederzugehen. Der Pilot verlor jedoch die nung zu schaffen und die Desterreicher aus ihrer megen des Spiels einer Zigeunerbande in einen Der Tag", so gern als Ostjuden bezeichnet. Serrschaft über den Apparat und stürzte ab. Er Not zu befreien. Da die ausgestellten Diplome Streit. Im Verlaufe desselben stürzte sich der Tragödie einer jungen Mutter. Aus We wurde schwer verleßt. In Nordfrank- Anlaß zu Demonstrationen gaben, wurden sie ehemalige Stadthauptmann Ignjatovič mit einem pert wird uns gemeldet: In der vierten Mor- reich stürzte gestern abends ein Privatflugzeug nach§ 65 des Strafgesetzbuches beschlagnahmt und Messer auf den Journalisten Ivančič. In dem genstunde des Donnerstag hat sich die 24jährige ab und geriet beim Aufschlagen in Brand. Die gegen die Aussteller das Strafverfahren einge- entstandenen Tumulte, an dem etwa 15 Personen Frau Aloisia Jatowe in Weipert, Gattin des beiden Insassen famen ums Leben: Teitet. beteiligt waren, wurde Jvančič schwer verwundet. Bautechnifers Josef Jafoweß, in ihrer Wohnung Der deutsche Flieger von Gronau ist Freitag Sachsens erste Warnlicht- Anlage. Aus dem Der Student Breberin wurde bei der lebermit einem Rasiermesser die Stehle durchschnitten. abends furz nad) 7 Uhr glatt in Seydisfjord berzgebirge wird uns gemeldet: Die Staatsführung Ivančičs ins Spital durch einen zu Die Unglückliche, die Mutter eines etwa drei( Island) gelandet. ftraße Annaberg- Schneeberg freuzt die Reiche fällig losgegangenen Revolverschuß schwer verlett bei seinen Transatlantikflügen 1930 und 1931( 35), Argentinien 27( 20), Uruguay( 5), Braff. find 70 landwirtschaftliche Gelegenheitsarbeiter, Täter hatten dann seine Leiche in eitt leeres Flugzeugführer Gert von Roth an Bord. in Str. 174. Ein Lepra- Fall in Mödling. Bei dem Schuster. Schwarz in Mödling bei Wien wurden lepraähnliche Anzeichen festgestellt. Schwarz, der kürzlich aus Südamerika zurückkehrte, wurde in das Franz Joseph- Epidemie- Spital in Wien übergeführt, wo jest festgestellt wurde, daß er tatsächlich an Lepra erfrankt ist. Der Patient wurde ganz isoliert. Die Sanitätsbehörde der Stadt Wien teilt mit, daß eine Ansteckungsgefahr nicht besteht. 500 Choleraopfer. In den letzten Tagen starben Tientsin an Cholera. Polizeiskandal. In Nassau( USA- Staat New Mort) wurden vier Polizeibeamte des Totschlags, Hieben der schweren Körperverlegung beschuldigt. Die Beamten sollen einen jungen Mann im Polizeigefängnis getötet haben." Sonntag, 24. Juli 1982. Tammany, dic Liga der Polizeiapachen und Gangster von New York. Die Mordmethoden der amerikanischen Unterwelt vor 20 Jahren. Der Feuerüberfall von Unterwelt- Polizisten auf den Spielhöhlenbesitzer Rosenthal. Sette 5 Vom Prager Rundfunk Man muß wohl unterscheiden zwischen solchen Darbietungen, welche die Ursache des Mißerfolgs in sich tragen, und solchen, denen äußeres Mißgeschick die an sich verdiente Wirkung nimmt. Ein musikalischer und ein gesprochener Vortrag der Berichtswoche gehören der ersten Gruppe an. Ellen Immer wieder hört man von neuen Ver- Polizei um Schuß angesucht. Die Polizei wußte Watteyne aus Leipzig egefutierte Lieder zur über 500 Chinesen in Shanghai, Nanking und brechen der amerikanischen Gangster. Al Gales ja ohnehin: Einige ihrer höheren Beamten fähiger Stimme, die statt Gefühlswärme nur Guitarre, sang mit scharfer, wenig modulationsVerkehrskatastrophe. In Mexifo- City wurden pone sitzt vorläufig in Gewahrsamt, aber sein standen im Solde verschiedener Spielhöhlen Tremolo zu geben vermag, Volkslieder, wie eben bei einem Zusammenstoß zwischen einem Eisenbahn- Geist, seine Methoden, seine Apostel, wirken wei- befizer, ebenso wie Scharen von Gangstern, die intellektuelle Städter sich das, vorstellen: maniriert, und einem Straßenbahnzug 14 Personen getötet und ter, knallen alles nieder, was sich ihnen in den vor nichts zurückschrecken, die das Schießetsen bramatisch- pathetisch, mit ganz widersinnigen Porebenso viel schwer verletzt. Weg stellt, terrorisieren Millionenstädte, häufen locker in der Tasche siten haben. So hatte auch tamentis und Cres; endis, die heiteren Stide auf eine Bluttat auf die andere, bilden einen Staat Rosenthal seine Vertrauensmänner im Polizei Schlagerart, und entkleidete derart diese kleinen für sich, eine Gemeinschaft mit einem eigenen präsidium, Männer, die sich ihr Stillschweigen Lieder ihres besten Reizes, der innigen Schlichtheit Moraltodex, mit eigenen Ehrbegriffen. Wenn es mit Geld aufwiegen ließen. und Kunstlosigkeit. Volkslieder fremder Völker möglich wurde, daß das Gangstertum zu einer dürfte man nur in der Ursprache jingen, aus deren förmlichen Plage der nordamerikanischen Städte geworden ist, dann trägt die Polizei die Schuld, ein Mann, von dem noch niemand zu behaupten den ist. Zum Singen von Volksliedern gehört eben New Yorks schärffter Staatsanwalt with e, Rhythmus und Melodik heraus die Wujit entstanWoher stammen die Zigeuner? Dienste der Verbrecher gen: wagte, daß auch er Schmiergelder der Unterwelt mcht Stunft als man gemeinhin dazu aufzuwenden Sie im erhalten hat, wurde mit der Untersuchung be- pflegt. Ein deutschamerikanischer WeltenbummDas romantische Wandervolt der Zigeuner ſtehen. Die guten Beziehungen der Polizei zu erhalten hat, wurde mit der Untersuchung be- pflegt. tauchte, so kann man es immer wieder lesen, den Gangstern gehört bereits zu einer alten Traaut. Und White schleuderte folgendes Interler, Dr. Philipp Bannett, schilderte das Gesicht view in die aufhorchende Deffentlichkeit:; ch der ostasiatischen Metropolen. Abgesehen schon im 9. Jahrhundert in Byzanz auf, im dition der New Porter Polizei, wie ein Mordichuldige die New Yorker Polizei davon, daß er wahnwivig schnell und recht bum14. Jahrhundert etva in Deutschland und bald überfall lehrt, der sich vor zwei Jahrzehnten zu an, daß fie des Mordesan Rosenthal melig ichnoddrig sprach, gab er von diesen Geſichdarauf in ganz Europa. Heute ist es sogar in getragen hat. Nordamerika verbreitet. Die Heimat der Zigeuner foll Indien sein und auf ihrem Wege sollen sie über Persien gelangt sein. In der Tat ist ihre Sprache mit der indischen verwandt und enthält auch persische Brocken. Merkwürdigerweise aber scheint bei dieser Annahme eine alte Literatur stelle übersehen worden zu sein, wonach die Zigeuner schon vor weit längerer Zeit in Europa heimisch waren eine Stelle in dem Geschichts werk des griechischen Schriftstellers Herodot nämlich, aus dem 5. vorchriftlichen Jahrhundert. In seinem großen weltgeschichtlichen Werk erzählt Herodot vom Volke der Sigyner, das medische Tracht trage und kleine, schwächliche Pferde befize, die aber, vor. Wagen gespannt, sehr schnell liefen: die Einwohner fuhren deshalb auf Wagen. Name und Serfünft, wie auch die Angabe, daß die Sigy ner auf Wohnwagen lebten genau wie ihre Nachkommen machen es mehr als wahrscheinlich, daß dieses Volt kein anderes als die Zigeuner gewesen ist. Für diese Annahme spricht auch noch mehr als alles andere der Umstand, daß der griechische Geschichtsschreiber die Länder nördlich des Intros, d. h. der Donau, als den hauptsächlichen Wohnsitz des fahrenden Volkes angibt; das sind das heutige Rumänien und Ungarn. Diese Länder aber sind auch heute noch die wahre Heimat der Zigeuner. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Streit der Steinbrucharbeiter in Domstadtl. Unternehmer fordert Lohnabbau von 35 bis 45 Prozent. schuldig ist, daß sie ihn direkt oder tern nur gan; wahllos herausgegriffene Einzelzüge, indirekt falten Blutes erschlagen eine Nase, ein halbes Auge, ein Ohrläppchen, fo Im Hotel Metropol in New Yort, am ließ, um alle mit Schreden zu erfül- daß nur sehr verschwommene Züge sichtbar wurden. 16. Juli 1912. Bankier Rosenthal sigt beim len, die als Zeugen gegen sie auf- und von diesen auch nur die Oberfläche. Geishas, Diner, würgt haftig sein Mahl herunter. Er stehen tönnten!" Der Peitschenhieb Whites Piraten, Leprajchiffe, Spielkasinos, Hungersnot, ist sichtlich nervös, klopft mit den Fingerspißen faß. Die Polizei schwieg. Unter dem Zwang Diplomatentratsch, Opium und zum Schluß der auf dem Weinglas herum, das vor ihm steht, der Ereignisse fandte fie 300 Detektive auf die dreigeschwänzte Teufel, der böse Kommunismus, blickt immer wieder zum Eingang des Speise- Spur der Mörder, während in einem anderen dem die Kapitaliſten jetzt die Schuld an den oſt faales, als ob er jemand erwarten würde. Gegen Volizeidepartement einige Beamte damit beschäf- asiatischen Unruhen andichten, nachdem sie durch zwei Uhr nachts hält vor dem Hotel ein großes gt waren, die Spuren wieder zu verwischen. unverschämte Ausbeutung die Chinesen zur Vergraues Auto, dem ein eleganter Lebemann ent Die Presse, soweit sie nicht im Dienst der Unter- zweiflung getrieben haben, steigt, hinter ihm vier andere, die sich zwanglos welt stand, forderte Sühne für die Sünden der bunt durcheinander, kein Gesicht, sondern ein um das Tor gruppieren. Der Gent cilt in den mörderischen Polizeiforruption und so schickte Staleidoskop für Kinder. Saal, direkt auf Rosenthal zu und spricht hastig man 50 Beamte, die schon längst als Agenten der Zur zweiten Gruppe der durch die Tücke des auf ihn ein, worauf sich beide aus dem Haus ent- Spielhöhlenunternehmer gebrandmarkt waren, Objetts gestörten Vorträge gehörte die Sonn. fernen. Einige Sefunden später schredt das Pertagsreportage aus Tepliz- Schönau. jonal des Hotels auf. Draußen frachen vier, Der Plan, Rosenthal zu ermorden, war sehr geschickt und wirkungsvoll angelegt( Leiter fünf sechs Schüsse in rascher Aufeinanderfolge, schon längst vor der Tat in Spielerkreisen bes Frig Seemann), ließ sie die Prominenzen der Badeder Motor des Autos rattert, wie rasend sprin- tannt, nur die Polizei wußte von nichts. Daß ſtadt jeden zu seinem Interessengebiet sprechen und gen einige Leute in den Fond des Wagens und der Kongreßabgeordnete Tim Sullivan, einer wurde so recht abwechslungsreich und eindrucksvoll. in wahnsinnigem Tempo rast der Wagen durch der möchtigsten Förderer der Spielunternehmen, Gute Reflame für Teplių. Ueberflüssig der Byzandie fünfte Avennue. Das ganze war ein Film ja an einigen beteiligt war, durfte man nicht tinismus, mit dem die Badechronik verflossener von wenigen Minuten. Auf dem Pflaster fand wissen, denn Sullivan hatte Beziehungen, hatte Majestäten vermeldet wurde, man den Bankier, blutend. von zwei tödlichen Einfluß auf den Polizeichef, auf die Regierung. wie die Sprecher vor dem Mikrophon dienerten. Schüssen durchbohrt. Da packte die Witwe Rosenthals aus, überreichte Dann riß eine„ technische Störung" die Sache Unweit des Hotels sind vier Polizisten dem Staatsanwalt eine große Mappe mit Mate- mitten ab: bei einer Fußballreportage dürfte es postiert und ein Detektiv, die Zeugen des Mor- rial gegen die Spieler und ihre beamteten Hin das jedenfalls nicht geben! des waren. Sie scheinen wie aus Träumen zu termänner. Aus diesen Aufschreibungen ging möchte man den Vortrag von Egon Zinneder über erwachen und als das Auto mit den Apachen hervor, daß der Polizeileutnant Becker feit die Alchemie des 20. Jahrhunderts längst um die Ecke ist, rufen sie erst ein Tari Jahren zu den Intimsten Rosenthals gehörte und rechnen. Dem Bestreben, eine rundfunkmäßige herbei, um den Wordwagen zu verfolgen. Ihre sich durch den Dienſt an die Spieler ein nettes Darstellung der Elementumwandlung und der Aktion hat etwas auffallend schläfriges, etwas Nebeneinfommen von 60.000 Dollar ergattert Atomtheorie zu geben, erwies sich der Stoff selbst durchaus passives. der 58. Straße haben sie hatte. Er mußte seines Dienstes enthoben wer- als Hindernis Schon neulich habe ich auf die die Spur des grauen Wagens verloren... den. Aber statt in Haft genommen zu werden, Schwierigkeiten dieses Gebiets hingewiesen. Wieder durfte dieser Schurke weiterhin frei in New York war diesmal vieles zu theoretisch- unverständlich, berumispazieren, durfte seine Stomplizen warnen. manches famt zu rasch, als daß der Laie hätte fulgen Es fonnte feinen Zweifel mehr unterliegen, fönnen, es gab zu viele Fremdwörter und verzwickt daß Rosenthal das Opfer der Polizeiapachen ge- gebaute Säße. Es hätte vollauf genügt, wenn man worden ist. Nach einigen Wochen meldete sich uns Laien zunächst die moderne Atomtheorie ganz ein Zeuge, der deutlich gesehen hatte, daß die einfach und sehr langsam, das Wesentliche hervor. Insassen des grauen Autos Polizeiunt hebend und wiederholend, flargemacht hätte. Ein form trugen.„ New York World" prangerte andermal würde dann, darauf aufbauend, die die Alliance zwischen Polizei und Gangstertum Atomzertrümmerung und so nach und nach bie an:„ Die Ermordung des Spielbankdirektors Ro- Elementumwandlung drankommen. Aber diese unſenthal iſt das Ergebnis eines geheimen Ueber- felige Mischung von Wissenschaft- und Volkstüm einkommens zwischen der Polizei und dem New lichkeit gibt feinem genug, weder dem Fachmann les, hatte genug Geistesgegenwart, sich die Num Ein Bankschreiber, Zeuge des Mordüberfal- orfer Verbrechertum. Durch dieses Ab- noch dem Laien. fommen sind fünf Millionen Men- Als ganz gelungen dürfen wir drei Sendungen mer des grauen Autos zu merken. Die Polizei anade ausgeliefert. Die Polizei talische Zeitgeschichte, diesmal ein Abriß schen der Polizei auf Gnade und un bezeichnen: Genossen Edwin Janetschets Muji. stellte bald fest, daß der Wagen aus einer Garage fauft und verkauft das Vorrecht zu der Geschichte der Freiluftmujit; im 18. Jahrhun am Washington Square stammte, aber der Bemorden!" Man hat das Blatt nicht geklagt, der: die Freiluftmusik des Adels( Mozart usw.), im sitzer des Autos Liddy, der schon einmal im obwohl es eine lange Reihe von Mordtaten der 19. die des Bürgertums( Lanner, Strauß), im 20. Verdachte stand, an einem 25.000- Dollar- Raub letzten Jahre publizierte, die alle auf sonderbare die Jazzmusik, deren innerstes Wesen ich als Selbstmachte sich erbötig, ein Alibi zu erbringen, daß digen Zusammenhang mit der Polizei hinwiesen. Stlafſe, die sich selbst nicht mehr ernſt zu nehmen beteiligt gewesen zu sein, wußte von nichts, ja er Weise geschahen und immer auf einen merkwür ironie zu erkennen glaube: Musik einer dekadenten er nach Mitternacht daheim saß, in Gesellschaft Ein Fall war besonders fraß. Im Jahre 1908 vermag. Es war eine treffliche, soziologisd) begrüneiner schönen Frau, beim Codtail, bei einer fried batte ein gewisser Louis Poggi, ein Apache, dete Kunstbetrachtung. lichen Kartenpartie Aber vielleicht wüßte einen Mann erschlagen, von dem es hieß, daß er Aussig, las aus seinem neuen Buch„ Raubtier sein Geschäftsfreund Shapiro von der Angelegenheit im Hotel Metropol"? Man verhaftete viel wiſſe. Er wurde auffallender Weise nur Mensch ein Kapitel über die zu Millionen zu einem Jahre Kerfer verurteilt, aber dann städte. Selar und mit aufschlußreichen Zahlen gegen Kaution entlassen. Und als ihn ein jun- belegt ward uns das Wachstum der Riesenstädte in ger, der Korruption untundiger Polizist wieder den letzten Jahrzehnten vor Augen geführt und aus die Kaution für den Verbrecher. festnahm, erlegte ein Stadtverordneter den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen wieder ihre bevorstehende Auflösung vorhergesagt. Was immer man betrachten mag, überall erweist Schlüssel zu den Rätseln der Geschichte, des MenGenosse Redakteur Willi Wanka die Freizeit des arbeitenden Menschen als Kulturfaktor und Kulturmaßstab. Wieder geschichtliche Geheimnis breitet sich über die Tat. Man weiß in New York, daß Rosenthal ein dunt ler Ehrenmann war, man weiß, daß sein Reich tum zweifelhafter Provenien; ist und er im Die Firma Sychrova u. Wittner in Domstadtl Spielbankdiftrift, in dem auch das Hotel Metroist schon lange. durch ihre Ausbeutermethoden pol" steht, eine bekannte Figur ist, aber man befannt. Im Steinbruchbetrieb dieser Firma herr- weiß auch, daß Rosenthal von verschiedenen disschen Zustände, wie man sie nicht gleich in einem freten Angelegenheiten gewisser Polizeigrößen ähnlichen Betrieb finden wird. Was sich die Firma der Stadt Kenntnis hat, von Angelegenheiten, die aber jetzt leistete, geht wohl über alles bisher Daauch für gewisse Politiker unangenehme Folgen gewejene. hätten Spielbankaffären und ähnliches. Ten. Arbeitern, die ohnehin nic gut bezahlt wurden, mutet die Firma einen Lohn abban zu, der bei einzelnen Kategorien 35 bis 45 Prozent beträgt. Die Firma legt sich dabei ein Vorgehen zu, das wohl in seiner Art einzig dastehen dürfte Ohne mit den Arbeitern und deren Gewerkschaften Fühlung zu nehmen, zahlte die Firma einfach den um den genannten Prozentsatz niedrigeren Lohn ten, bedeutet wurde, daß sie gehen können, wenn sie nicht zufrieden sind. aus, wobei jenen Arbeitern, die dagegen protestier Am Dienstag abend fand im Arbeiterheim eine Betriebsversammlung statt, die sich mit dem Vorgehen der Firma beſchäftigte und die beschloß, trop des unqualifizierbaren Vorgehens der Firma Verhandlungen anzustreben. Diese Verhandlung sollte am Mittwoch, den 20. Juli, unter Vorsitz des Bürgermeisters von Domstadtl in der Gemeindetanzlei stattfinden. Von einem Verhandeln konnte jedoch nicht die Rede sein, da die Firma absolut feine Bereitschaft zeigte, mit den Gewerkschaftssekretären und Vertrauensmännern der Arbeiter zu verhandeln. Die Arbeiterschaft beschloß daraufhin einstimmig, in den Streif zu treten. Zuzug nach Domstadtl ist, solange nicht ausdrücklich mitgeteilt wird, daß der Streif beendet ist, fernzuhalten! beide und Shapiro gestand nach einigen Tagen des Verhörs daß er den Mördern zur Flucht verals Mitwisser. als Mitschuldiger, nein, im Gegen holfen habe. Mein Gott, nicht etwa freiwillig. teil, er sei zu dieser Fahrt, deren Ziel er nicht fannte, von fünf ehrenwerten Gentlemen aufgenommen worden und als dann die Revolver Tammany regierte, Tammany, die unüber sich der historische Materialismus als der einzige frachten. habe man ihm eine Waffe an die Brust windliche Liga von Verbrechertum und Polizei, gesetzt. So jest fahre wie ein Teufel oder... die in Hammany Hall beschlossen und begossenschenlebens. In der Arbeitersendung endlich zeigte So o jei alles geschehen. An einer Straßenede, im wurde, regiert heute noch. dem Wagen gestiegen. hätten ihn gut bezahlt. Und mehr wisse er nicht. Dunkel der Nacht, seien die Herren dann aus * Der Staatsanwalt war machtlos. Obwohl Ableitung, aus der erhellt, wie mit der Entwidlung nur sich eine Art Freiwilligenchor gegen die Verbre cherwelt gebildet hatte, machte die Untersuchung der Produktionsweise und mittel die Menschen feine wesentlichen Fortschritte, alle Bemühungen Arbeit und Brot fürs Erzgebirge! Die Witwe des Spielhöhlenkönigs Rosenthal verliefen im Sand, weil die Mitwisser der Re- Freizeit gewinnen und damit zusammenhängend Notruf aus dem Preßniß- Weiperter Bezirke. wußte mancherlei zu erzählen. So daß ihr er- volverstrolche an den höchsten Stellen der Polizei ihre Stultur entwideln. Erflärung des Kampfs der Aus Weipert wird uns gemeldet: Die Bür- mordeter Gatte wiederholt und namentlich in den direktion saßen. In Chinatown, in den dunklen Arbeiterklasse um den Achtstundentag, durch den die germeister der Städte und Gemeinden im Preß- leßten Tagen öfter davon gesprochen habe, daß Gassen der Fremdenquartiere, wurde hinter foit Döglichkeit fulturellen Aufstiegs für den Proletarier geschaffen ward und um die Vierzigstundenniger Weiperter Bezirk hielten dieser Tage unter er sich des Gefühls nicht erwehren könne, daß ihm baren Vorhängen an Marmortischen um ſchwin woche, durch die das tatsächlich vorhandene, aber dem Vorsitz des Bürgermeisters von Schmiede- einige Polizeibeamte ans Leben wollen. Beamte, delnde Summen gespielt, freiste unausgesetzt die berg, Wohner, eine Beratung über die durch die die feine Enthüllungen fürchten, Leute, die vor Roulettefugel. Und es wurde wieder in düsteren einem Teil der Arbeiter als Arbeitslosigkeit auferlegte Maß an Freizeit in der Weltproduktion andauernde Wirtschaftskrise und die damit her- ihn zittern mußten. Tatsächlich hat Rosenthal Straßenwinkeln auf Leute geknallt, die zu viel beffer auf alle verteilt werden soll. Ernſt und vorgerufene Arbeitslosigkeit im Obererzgebirge einen Tag. bevor man ihn niederknollte. bei der wußten... gefchaffene Notlage breiter Bevölkerungsschichten ww ab. Bei der Konferenz wurde festgestellt, daß in fast allen Industriebetrieben des Gebietes Sturz nigfaltige Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten ge-| Aus diesem Grunde forderte die Konferen; der arbeit eingeführt werden mußte und daß vielfach boten, so daß die Leute sich für den harten Win- Gemeindevorsteher ſofortige entscheidende Schritte sie es den Bildungsorganisationen des herrschenden ganze Betriebe überhaupt zum Stillstande ge- ter einen Spargroschen zu erübrigen vermochten, von Seite der Regierung durch Erschließung pro- Bürgertums überläßt, wird den Arbeitslosen mehr fommen sind, so daß die Arbeitslosigkeit in be- aber gegenwärtig ist auch diese Möglichkeit nicht duktiver Arbeitsmöglichkeiten und für web als wohl getan werben. Fürstenau. ängstigendem Tempo angewachsen ist und heute mehr gegeben. Die versammelten Bürgermeister jene Streise, die daran nicht teilnehmen können, die Zahl der beschäftigungslos gewordenen Men- und Gemeindevorsteher brachten bei der Bera- die entsprechende Erweiterung der bis. 2. Eldersch. www wichtig die Aufforderung, jetzt schon die aufgezwungene, daher qualvolle Freizeit der Arbeitslosen für Stulturarbeit zu nüßen. Das aber wird die Arbeiterklasse am besten selbst ins Werk setzen. Wenn schen int Prezniz- Weiperter Bezirke gegenüber tung zum Ausdruck, daß es falsch sei, von einer herigen Fürsorge. Eine Aufstellung über Genossen! dem vergangenen Winter keinerlei Verminde- kommenden Katastrophe zu reden, denn das die im Bezirke Prezniz- Weipert durchzuführen Traget bei jeber Gelegenheit Cuer rung erfahren hat. In den vergangenen Jahren deutschböhmische Obererzgebirge befinde sich schon den Notstandsarbeiten wird der Regierung ebeParteiabzeichen! haben die Sommermonate im Erzgebirge man- seit langem mitten in der Ratastrophe. stens vorgelegt werden. Seite 6 Genoffen! Ihr müffet an ausgesetzt T Die Verbreitung unserer Zeitung agitieren. Sett euch Aberall für unsere Parteipresse ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Arbeiterpresse. Darum, Sonntag, 24. Juli 1932. Das ist indien" Ein Tropenabend Genoen u.Genoßinner Qgitiert aber geschminktes Mädchengesicht. Ein hell. Geusen in der Adria. Von Erwin Frehe. Einen Augenblick lang bleibt ein Ridscha vor mir stehen und ich sehe in ein auffallend, aber blauer, jeidener, zarter Schleier weht um das schimmernde Haar; schwere Goldarmbänder schlagen flingend aufeinander, auf den Fingernägeln der rechten Hand sehe ich mit dunkelroter, dider Farbe Lotosblüten gemalt. Die Füße steden in dünnen, ein wenig aufgeschnäbelten Bastschuhen, die Waden find blank und tiefbraun. Aber dies alles vergeffe ich über den Blick, der mich aus den großen schwarzen Augen trifft. Die tiefrot geschminkten Lippen sind ein wenig geöffnet, als würde das Mädchen dem Fremden ein Wort zuflüstern wollen. Wenn wir auch nicht wie jene niederländi fchen Freiheitskämpfer um politische Befreiung arm sind wir wie sie, und ein unge fettetes Dasein macht uns für eine kurze Lebens spanne glüdlich. Es ist wohl eine Geusenidee, von der wir besessen sind: Indien im Faltboote Der Chineſentuli, um hellfarbene Lenden zu erreichen. Wir können nicht im Frühjahr ein weißes, mit grellgelben Streifen bemaltes nach Nizza fahren und im Winter St. Morits Tuch, fetzt sich wieder langsam in Trab und führt aufsuchen. Uns genügt es, einmal, ein einziges das fremde Mädchen durch die Resavanstraat Mal zwischen Kindheit und Greisentum der Saft ihrem gaftfreien Hause entgegen. Es ist unmög der Großstadt entronnen zu sein. dem Gedanken lich, diesen Blick zu vergessen. Es ist kein Blid folgend, Indien in einer winzigen Gummi- aus felten schönen Augen; man sieht ihn hundert mal und immer wieder in den indischen Städten. und dennoch hat er etwas unsagbar Fremdes, Abenteuerliches, Rätselhaftes, wie alle rings umher etwas unserem nördlichen Wesen, unserer fühlen Natur Entgegengesetztes hat. Die Sonne steht tief und belagert die Straßen der Stadt wie um Mittag mit einer unerträglichen Sitze, die die Augen schwer macht, den Blick träge und langsam. Es ist Zeit, in das Hotel zu gehen. barke zu erreichen. Darum jubeln wir auch wie Bettler vor grenzenloser Fülle, als die Adria prunkend vor uns aufleuchtet. Schließlich schaukelt sich das Heine, zusammenlegbare Boot auf den grünen Wellen, und mein Kamerad und ich stechen in See, Kurs auf Indien... Lebt wohl, Wietsfajernen; uns wiegt die funkelnde Adria! Langjam entweicht der wie tot daliegende Safen des italienischen Fiume. Ihm folgt das jugoslawische Susat, weiß getünchte Häuser in blendener Sonne und enge, fast orientalisch aus sehende Gassen. Spiegelglatt glänzt das Meer, hinter dem graue Bergwildnis aufsteigt. Einsam dehnt sich der schmale, smaragdene Küstenstrei fen. Aber, hallo, dort auf den Klippen in der füdlichen Glut rufen dort nicht Menschen? Wir rudern näher und erblicken wohlig ausge streďte Jungen und Mädchen auf dem lichten Gestein. Da sie uns sichten, fliegen die Hände Die breiten, bequemen, javanischen Sessel, drei Sandbreiten über den fühlenden Steinfließen der Terrassen sind fast alle schon besetzt. Die Javanerband trommelt ihren ersten Jazz. Es sind vier tabakbraune junge Männer mit sonoren Stimmen, breitlippig, mit plattgedrückten Nasen und blinkenden Zähnen. Sie schlagen den Banjo, hämmern mit den Fäusten auf kleine dunkeltönende Trommeln, wirbeln die Musikinstrumente durch die Luft, werfen sie einander zu, fallen mit ihren Stimmen ein, die rend in den Straßen die Menschen aus dem Boden wachsen, erlebt man das Wunder: Indien. Es ist Nacht. Aus der Akazienallee herauf rollen die Rickschawägelchen mit den jungen, zar ten Geishas, deren Lippen leise verlockende Worte jummen, wie Vogelrufe, scheu und doch verdorben. Dunkelhäufige Hindus tragen ihren Turban spazieren, weiß, selbständig spenstert er durch die schwarze, mondlose Nacht. Im blassen Licht einer hohen Bogenlampe schwirren Malayenmäd chen aus, barfüßig, mit von grellen Farben bedruckten Sarongs bekleidet. Ueberall flirt das Gold an den Armen und Beinen. S. J. Prag, Gruppe Nr. 174. Werbet für Bön.- atz! 13. und 14. August 1932! überziehen oder als Saboteure etiennen und abstoßen, das ist so einfach und folgerichtig erzählt und gibt dabei doch im kleinen Verhältnis ein Spie Heroismus des gelbild von den Nöten und vom russischen Aufbaus. Durch seine innere Wahrhaftig. feit sichert sich dieser neue russische Roman einen guten Platz in der Reihe der Gildenbücher Eine erfreuliche buchhändlerische Leistung ist die Neuherausgabe des Romans Christian Wah 1. Ein leichtes Surren liegt über Straßen, schaffe" von Jakob Wassermann durch Buden, Bäumen und Sümpfen. In das Surren den Volksverband für Bücherfreunde, Wegweiserhinein schwirrt grell, toll der unausgefeßte Lärm Verlag G. m. b. S., Berlin- Chalottenburg 2. Dieser der Javanerband. Stulis in Bündeln kommen Roman in zwei Büchern, der einer der bedeutendsten von den Hafenpläßen. Wie Nachtfalter sind diese der Nachkriegszeit genannt zu werden verdient, ist plöglich im Leben stehenden Figuren einer frühen hier aufs beste ausgestattet in einem Bande ver indischen Nacht. Aus einem chinesischen Laden einigt, umfaßt 736 Seiten, ist schön in Halbleder gebunden und doch ist der Volksverband der Bücher. tönt die laute, hohe Stimme eines Eßwarenhänd lers, und dünne Gongschläge locken die immer freunde in der Lage, dieses prächtige Wert seinen hungrigen Kulis zu den stinkenden Gerichten der Mitgliedern zum Preise von Mark 4.90 anbieten zu fönnen. Jakob Wassermann hat mit seinem„ Chrifliegenden Straßenrestaurants. stian Wahnschaffe" ein Buch von hohem künstlerischem Eine Stunde oder zwei nach Sonnenunter- Werte geschaffen und er hat darin alle Seelenkräfte gang, wenn der schmetternde Choral der grau des modernen Menschen erregt. Reichtum und Wohlhaarigen Affen in den nahen Dschungeln und leben werden von Wahnschaffe im Stiche gelassen, Urwäldern verstummit ist, wenn die leeren, grel- um der Stimme des Gewissens zu folgen. Der Ruf len, weißen Straßen verschwunden sind, dann der inneren Stimme führt durch unfagbares Elend, faßt uns dieser unbeschreibliche Zauber. Er läßt in die Nähe grausiger Verbrechen. Das Empfinden nicht frei; immer wieder blinkt ein neues Licht der Nachkriegszeit erhält in der Gestalt Christian auf, immer wieder gibt es etwas Verlockendes. Wahnschaffes ein Symbol der Seelennot und des Kulis hoden nun an den Bambuswänden Seelenadels, der inneren Bedrängnisse und der inneund essen aus kleinen Töpfen dicken Brei. Schwarze, glattschädelige, hünenhafte Männer, faum bekleidet, mit goldenen Nadeln im Arm, vernarbten Kerben einer Kaste im Rüden zeigen die vollen, breiten Lippen. Und immer wieder die Schmetterlinge in Lust girrend, die vielen fleinen geschminkten Mädchen. ren Freiheit. Der rührige Volksverband der Bücherfreunde hat mit der Neuherausgabe dieses bedeut samen Werkes, mit der schönen Ausstattung, die er ihm verliehen hat und mit seiner Verbilligung sich unzweifelhaft ein Verdienst erworben und es kann als eine überzeugende Empfehlung für den Volks verband angesehen werden. zum Gruße hoch, Tücher und Kappen. Wir lebte Siße des Tages zerreißend, werfen die umlärmt von der ſteilen Musik der vier Gavaner, Sport halten inne. Schon ist es Spätnachmittag; lan den wir also bei dieser freundlichen Jugend und schlagen hier unser Zelt auf! Kaum ist das Boot am Ufer geborgen, da springen sie von ihrem Lagerplatz auf. Aber, ach, die Sprache erhebt sich wie eine Schranke zwischen uns. Wir möchten so gern zueinander kommen wie im Volkslied und können es doch nur schlecht mit vielen Gesten. Doch die stummen Worte des Gefühls, der Ausdruck des Gesichts, Lachen und Fröhlichkeit sprechen beredt. Am Ende finden wir auch eine Brüde, über die man, bitte, nicht leichtfertig lächeln soll... Wir nehmen unsre Instrumente, und siehe da- diese jungen Jugo flawen fingen mit wahrer Begeisterung längst verklungene deutsche Tonfilmschlager, an die in Deutschland heute niemand mehr denkt!... Wer fingt etwa noch den ,, Gardeoffizier"?! Aber als wir gemeinsam jugoslawisch und deutsch jugoslawisch und deutsch das sentimentale Lied in die dämmernde Adrianacht hinausschmettern, erfreut es uns unbändig. Als sie spät scheiden, häuft sich am Boden ein Heiner Berg von Rostbarkeiten: Eier, Brot, Fleisch, Käse. Da stammeln wir unsern Dank doch deutsch heraus; Herrgott, sie werden es schon verstehen. Dann winken wir lange den unbekannten Freunden, die jung sind wie wir, und stehend erschauernd in der nächtlichen Einsamkeit vor unserm Zelte... Geusenfahrt! In diesem verwirrenden Abenteuer, das von der Akazienallee heraufzaubert, am Hotel vorbei, Beine, wirbeln die Schultern, bis ihnen der muß ich plötzlich an den Blick des Mädchens im Schweiß in blanken Bächlein auf die weißen, Rickscha denken: an diesen heißen, wilden Blick. frischgewaschenen Hemden rinnt. Die vier Ja- Und es ist mir, als wäre es nicht der Blick aus vaner tragen gebügelte Tennishosen, einen blen- den schwarzen großen Augen des fremden Mäddendroten Seidenschal, zinnoberrote Krawatten. chens, das sich von einem Hindu durch die KesaSie tragen Goldketten um den Hals oder Perl- wanstraat in die Sinduſtraat oder nach Belawan schnüre; Schmuck aus türkisfarbenen Steinen. fahren läßt, es ist mir plößlich, als wäre dies der Es ist, als wollten sie wilder sein, glühender, als Blid Indiens, der tolle Blid der Tropen. diefer wilde, glühende indische Tag. Manchmal setzt sich einer der Vier mit einem breiten doppelfeitigen Banjo, legt das Instrument quer über die Schenkel und beginnt darauf wie auf einer 3ither zu spielen. Er singt dazu eines der leisen, melancholischen, immer in einem Thema wieder fehrenden Liede, das sich verlockend und verführerisch in diesen matten Traum fügt, wie der schwelgende Duft eines Lotosteiches. Eine Viertelstunde später, während die Kühlfächer surren und die Lichter aufflammen, wäh wwwww sinnen wir dem Traum Indien nach. Uns fön-| nen Not und Entbehrungen auf dem Wege dorthin nicht beugen, denn überall in der Fremde, dessen sind wir gewiß, wird uns Handschlag und Gruß von Freunden aufrichten, von Schicksalsgefährten, von Geusen... Der Film Die verliebte Firma. " Tuan!" sagt der Singalese und legt flüchtig die Hand an die Stirn, das Essen.... A. W. www 4 Spiel Körperpflege Verschiedene Altersklasser. verschiedner Sport rifanischen Jale Universität weilt gegenwärtig in Professor William G. Anderson von dei ameLondon, um die englischen Sportverhältnisse zu studieren. Ueber ſeine Eindrücke äußerte er sich einem Mitarbeiter des„ Sundy Chronicle" wie folgt: „ Ich bin überrascht, daß die Engländer die ver Jch höre ihn nicht, im Zauber, der da an mir vorüberrauscht, vom schwülen, langsamen schiedenen Sporte, die sie betreiben, nicht ihrem Hauch der Dschungel überflogen, von der be- Alter anpassen. In der verschiedenen Altersklassen förenden Glut der Tropen durchspielt, umhüllt muß man verschiedenen Sport betreiben, damit er von dem schwarzen Mantel dieser Nacht, sehe ich dem Körper und Geist zuträglich ist. Für das Kind diesen Blick, diese großen, schwarzen Augen des vom 7. bis 14. Lebensjahr gibt es fein richtiges starfgeschminkten, fremden Mädchens wie eine Sportspiel. Ihm ist demgemäß Klettern und Tauleuchtende Blüte in einem fremden Paradies.... ziehen am zuträglichsten. Der Knabe zwischen 14 und 21 Jahren soll Cricket betreiben und Menschen, die zwischen 21 und 35 Jahre alt sind, sollen Tennis spielen. Hallenspiele sind Menschen mittleren Alters Alles gut, Ende gut: wir fönnen wieder einzuträglich und Golf ist für alte Leute eine wundermal zufrieden sein, die Standardmarte ist gerettet bare Erholung." Professor Anderson schloß seine mit Hilfe eines jungen Regisseurs, Max Ophüls, Ausführungen damit, daß er den Engländern zu der für Details ein ganz gutes Auge hat und sich rief:„ Treibt Sport, aber beschäftigt euch mit Crit sogar manchmal in Einstellungen verirrt, die gefaltet, Boxen, Fußball, Tennis in den verschiedere len. Er zeigt Gustav Fröhlich recht wader und Zeitspannen eures Lebens." aufrecht, so ganz ins Dritte Reich passend, die kleine Deyers mit Betonung ihrer äußeren Vorzüge und seltenen Unbegabung, die mit einiger Mühe überwunden werden könnte, die Anny Ahlers, deren Die Mitropacup- Konferenz ist bis jetzt noch Vorzüge wohl nicht nur deshalb geheimnisvoll blei- nicht einberufen worden. Diese Konferenz soll ben, weil die einen Filmstar mimt, und Verebes, dem Vernehmen nach diesmal nicht in Wien, der diesmal idiotisch stottern muß. Das Ganze ist sondern vielleicht in slagenfurt abgehalten totlangweilig und geschmacklos für jeden, der im werden, damit die Italiener nicht so weit von der Rino denken will: Schläfer für Unterhaltung werden Grenze entfernt" sind. die Kassen gewiß auf ihre Kosten kommen und einen Monat lang füllen. Literatur W. Lg. Bürgerlicher Sport. Viktoria Zizkov wurde in der freitägigen Sitzung des Prager Stadtrates auf Antrag des Wirtschaftsreferates der Plaz gekündigt. Endgül tigen Beschluß wird die anfangs September zufam mentretende Zentralvertretung faſſen. Sozialistische Jugend, Prag Gruppe 1 Kurz vor dem Absinken in tieferen, traumlosen Schlaf schrecken wir jäh hoch. In unsre leine Behausung dringt Stimmengewirr; am nahen Strande rasselt eine fallende Kette; das Wasser plätschert. Ein unbedachter fremder Griff an unser Boot kann schaden- also hinaus! In Großer Film, große Ausstattung, Film im Film gewaltiger, wilder Klarheit spannen sich uns zu und die entsprechende Reklame; es ist eine richtige Häupten die blauen Neße der Gestirne. In der Premiere, das filmhungrige Publikum drängt sich Ferne flammen die Lichter kleiner Dörfer wie ins Kino, wo Gustav Fröhlich und die nette Lien Nachtfeuer, dicht umhüllt von Schwärze. Am Deyers zu sehen sind. Es geht eben nicht mehr Ufer steht die dunkle Silhouette eines Mannes. um den Film, um das, was er zu sagen hat oder Wir sprechen ihn an, under antwortet deutsch! sagen fönnte, es geht um die Lieblinge, die in mögDaviscup. In Paris begann Freitag das Es sind Fischer, die ihr Fanggerät auswerfen. lichst zenfurgerechter Art gebracht werden. Man Interzonen Ausscheidungsspiel zwischen DeutschWir können uns mit dem, der vor dem Zelte könnte verzweifeln an dieser Welt, wenn nicht so ,, Die Porzellanstadt". Der Roman„ Die Porland und Amerika. Cramm besiegte blieb, gut verständigen. Als aus der Finsternis ganz flar wäre, daß sich die Großbourgeoisie des ein fordernder Ruf aufflingt, beginnt er, gleich Films ebenso bemächtigt hat, wie des ganzen Staats- sellanstadt" von Alexander Peregudow, Shields 7: 5, 5: 7, 6: 4, 8: 6 und Prenn mäßig an einem Seile zu ziehen. Auch wir grei- apparats und jetzt auch mit diesem Wittel bestrebt der jetzt als neue Werbeprämie bei der Bücher- wurde von Vines 3: 6, 3: 6, 6: 0, 4: 6 geschlo fen zu. Unire Arme fodern ruckmäßig an der ist, die Massen des werktätigen Volkes durch das gilde Gutenberg erscheint, ist eines der besten gen. Stand des ersten Tages 1: 1. nassen Schnur hin. Da, in einer winzigen Pause Narkotikum der sogenannte Unterhaltung zu fan Bücher der russischen Nachkriegszeit. Es ist kein zwischen den Schwüngen dreht sich der Fischer gen. Wie bedauere ich Herrn Fröhlich, den die Buch mit lauter Propaganda, fein Buch mit Zeithalb zu mir herumscharf hebt sich sein Pro- Wohltäter in Produzentenrolle in die Klasse der artikelstil, es ist vielmehr ein Roman um ein befil gegen den funkelnden Himmel ab und stößt Gagenbezieher von 500 RM. pro Tag eingeteilt scheidenes Beispiel des russischen Wiederaufbaus. fragend, ungewiß ein Wort heraus:„ Republi- haben und der jetzt als Filmdirektor sein ihm zuge Ein Unternehmer wird durch die kommende bolicheteiltes Mädel( 300 RM. Tagesgage) beglüden muß. wistische Revolution erschreckt und läßt vor seiner laner?" Schwere Last hängt am Seil, aber leuchend bejahe ich energisch. Sozialiste" setzt und wie reizend er dies tut: mit tiefer, metallischer Flucht durch einen ergebenen alten Arbeiter das man Ramerað hinzu. Im gleichen Augenblic Stimme weiß er zu erzählen, wie schlecht diese Welt Waschinenhaus der Porzellanfabrik anstecken. Alles verstärkt sich das an unsern Armen hängende des Films ist, wie sehr er sich heraussehnt, um sein nur in der Hoffnung, die Revolution würde nicht Gewicht riesig; die Füße ſtemmen sich haltſuchend beim zu gründen mit einer Frau, die nicht so ist lange dauern, die Arbeiter der Porzellanfabrik würgegen fuirichenden Kies: der Fischer hat los- wie die Spigen der Zivilisation. Der Gute: er hat gelassen. Ich sehe seine Hand vor mir und weiß, wirklich ein Herz fürs Volt, er hebt wieder einmal den inzwischen Hunger und Not heftig zu spüren gelassen. Ich sehe seine Hand vor mir und weiß, eine„ von unten" in die Sphäre der allein seelig bekommen, und nach Wiederherstellung der„ geordEaß er sie mir aus freudigem Gefühl entgegen- machenden Kultur. Er tut dies mit den abgebrauch- neten Zustände" könne er, der Unternehmer, dann streckt... Schon will auch ich eine Hand von der Schnur lösen, mag das Neß immerhin zurück- testen Mitteln, jeder, der nicht gerade Filmmensch als der Retter und gütige Herr erscheinen. Aber die finten, da hat er seine Unbedachtheit schon wieder ist, weiß schon nach den ersten 300 Metern haarklein, Revolution ist so schnell nicht zu Ende, sie behaupwie der Stohl ausgeht, besser gesagt eben nicht aus tet sich sogar und verteidigt sich erfolgreich gegen gut gemacht und liegt, schwer aimend, mit dem ganzen Körper am triefenden Seil. Erst als die acht, und die ganze dramtasche Spannung beim zu die inneren und äußeren Feinde. Die Arbeiter der zappelnde Fischbeute landet, legt er seine Rechte schauer besteht darin, daß er sich bemüht, die Wipe Porzellanfabrik haben freilich herzlich wenig von der sogenannten Situationen vorauszuahnen und diesen Erfolgen. Sie sißen in einer abgelegenen Proouf meine Schulter und verharrt sekundenhaft sich dadurch etwas zu amüsieren. Um des Amüse- vinz und bekommen kaum die paar Bissen Brot mit Worten ringend. Da er mein offenes, erregtes Gesicht sicht, wendet er sich wie im Ein- mag willen gibts da einen Einblick in die heran, die sie zum Dasein brauchen. Schließlich rafverständnis lächelnd ab. Gleich darauf hat ihn Filmerei, mit ekelhaft verlogener Drastit wird an fen sie sich auf, das Maschinenhaus aufzubauen und geblich kritisiert daran, wie man Frauen zum Film die Porzellanfabrik wieder in Gang zu bringen. Wie und das Boot mit seinen Gefährten die Nacht bringt, besser nicht bringt, denn sie tommt ja zum sie dabei mit den früheren Angestellten des Unterverschluckt. Schluß doch dahin, wohin der Wille der Machthaber nehmers, die nicht recht an die Leistungsfähigkeit weist, nämlich in den Schlafwagen Wiesendorf- der Arbeiter glauben wollen zu ringen haben, wie sie Ingenieure und Techniker allmählich zu sich her. trans. Bros. Drud: Rota... fir Settung und Buchdrud, Brag Bär den Drnd verantwortlich: Otte Solil, Bezugsbedingungen: Bei Bustellung ins baus oder bei Bezug durch die Bos atonatlich Ke 16.-, vierteljährlich K8.indbaktungen Breisnachlas. Rüdfellung von Manuskripten erfolgt aut bel Elafenbung ber Resourmarten, Gegen Morgen trommelt der Regen aufs Zeltdach. Der unruhigen Melodie lauschend Venedig. beraxsgeber: Stegfried Tab.- befrebattent: Wilhelm tener. Berantwortlicher Rebatteur. Dr. Emil Bug- Beitungsmartenfrantatur wurde von der Boft.. Telegraphendirektion mit Erlag z 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Webjährig Ko 96,-, ganzjährig Ko 192.- Jasevate werben laut Tarif billigt berechnet. Bet öfteren 331 Heute, Sonntag, 24. Juli, Wande rung ins Berauntal. Wir wanderr in drei Gruppen und kommen bei Mo tropsy an der Beraun zusammen. Di beiden Wandergruppen versammeln sid um dreiviertel sieben Uhr bei der Endsta tion der 5er Elektrischen in Hlupo: čepy, die dritte Gruppe kommt um halb acht Uhr zum Smichover Bahnhof. Am Nachmittag stoßen auch die Paddelboo fahrer zu uns. Verlangen Sie in jeder Verkaufsstelle des Yonsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie.. PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cle., PILSEN SIND DIE ALLERBESTENI