Nr-«3. Admmemtnts.Hedingunge«: Abonnement»-Prei» pränumerando: viertellährl. SLV Mt., monatl. 1,10 Mr., wSchentltch 23 Pfg. frei tn» Hau». Einzeln« Nummer 6 Pfg. Sonntag»» Nummer mit tllustrirter Sonntag»- vettag«»Die Neu« Well" 10 Pfg. Post. «bonnement: 8,30 Marl pro Quartal. Eingetragen tn der Post- Zeitung»- Preisliste für ISSS unter Dr. 7320. Unter Kreuzband für iveutfchland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für da» übrig« 2ru»land 8 Marl pro Monat. Erscheint llglich allster»onlug». 16» Jahrg. Devliner Volksblskt» Die Insertion--Gebühr beträgt für die sechsgefpaltene Kolonel- geil« oder deren Raum<0 Pfg., für politische und gewerlschaftliche Verein»- und Versammlung«-Anzeigen, sowie ArbettSmarlt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bt» t Uhr nachmittags tnder Srpedtlton abgegeben werden. Tie Expedition ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bt» gUhr vormittag» geöffnet. Fernsprecher: Amt l, Dr. 1508. Zelegramm- Adresse: .Sozialdemokrat verlin". Dentrawrgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S'W. 19, Beuth-Stratze 2. Mittwoch, den 15. März 1899. Expedition: SW.19, Beuth-Straße 3 Kritische Tage. Gemach floß die Reichstagssession dahin. Plötzlich schäumt eS und braust und tost, als wären Steine und s�elsblöcke in das ruhige Wasser geschleudert worden. Der Militaris- mus, der ewig Störende, ist lärmend in die gemächliche Stille des Reichstages eingebrochen. Es ging ein Leben, eine Lebendigkeit und Lebhaftigkeit am Dienstag durch den Reichstag, wie noch niemals in dieser Tagung. Und die politische Situation, die dies Leben hervorbrachte, war so wunderlich, noch wunderlicher als alle die Wunderlich- leiten, an die die heutige Regierungs kurslosigkeit uns zu gewöhnen mit so viel Eifer und Beharrlichkeit versucht hat. Die ausschlaggebende Zentrumspartei kam den mili- täuschen Forderungen der Regierung weiter als jemals ent- gegen. Während das Zentrum 1887 das Septennat ablehnte und 1893, obwohl die zweijährige Dienstzeit zugestanden wurde, die Caprivi'sche Vorlage abwies und es beide Male auf einen Wahlkampf ankommen ließ, ist es jetzt ganz militärfromm geworden. Von Opposition gegen den Militarismus kaum mehr eine Spur. Es bewilligte im vorigen Jahre die kolossalen Marineforderungen. Es bewilligte in dieser Session sofort die Neuorganisationen und die Artillerie- Vermehrungen, dann gab es auch die Kavallerievermehrung darein, nur einen einzigen Abstrich von den Jnfanterieforderungcn der Regierung wollte es nicht auf- geben, um doch einen leisen Schimmer von Rücksichtnahme auf das steuerzahlcnde Volk zu wahren. Und schon schien Alles in bester Ordnung. Der Kriegs- minister sah keinen Anlaß, noch mehr vom Zentrum zu verlangen. Er war seelensvergnügt, daß er von den der- langten 24(XX) Mann 17(XX) Mann erhalten hatte. Auf s o viel hatte er wohl selbst nicht gerechnet. Da plötzlich düstere Wolken am heiteren Himmel. Ein neuer Tag, eine völlig veränderte Situation. Der Reichstag, der mit der Regierung so harmonisch zu arbeiten schien, dessen Präsidium vor Kurzem noch mit dem Reichsoberhaupt freund lichst plaudern durfte, bedroht vom Schwerte der Auf' l ö s u n g. Auflösungsgerüchte, die seit einigen Tagen rumorten, werden zur Wahrscheinlichkeit. Verhandlungen zwischen Herrn Lieber und dem Reichskanzler sind gescheitert. Vielleicht erscheint schon heute die rothe Mappe— so voller Spannung setzte die Dienstags-Sitzung ein. Eine„große Sitzung". Die Parteien sind fast vollzählig, zahlreiche Bundesrathssendlinge umgeben den Reichskanzler und Kriegsminister. Die Tribünen sind überfüllt; auch Herr von Köller, der einstige Umsturzgesetz-Minister, blickt aus der Loge herab, als wolle er sagen: ist meine Stunde wieder gekommen? Zwei Anträge lagen vor. Die Regierungsborlage, welche die Friedenspräsenzstärke auf 502 500 Mann— Einjährig- Freiwillige, Unteroffiziere und Offiziere sind dabei nicht ein- ?erechnet— festsetzen will, und der Antrag der Budget- ommission, dessen Urheber das Zentrum, der 495 500 Mann fordert. Wer wird nachgeben? Der Kriegsminister v. Goßler suchte die Aenderung seines Verhaltens zu begründen. Er halte an der Regierungs- Vorlage fest. Die Konservativen und Nationalliberalen traten für die Regierungsvorlage ein, nachdem sie wenige Tage zuvor mit den Zentrums-Bewilligungen zufrieden ge- Wesen waren. Das Zentrum soll gedemüthigt werden. Da „von oben her" die neue Parole kam, wird sie mit Freude aufgenommen, um den heißen Haß gegen die Partei zu kühlen, die sich zur herrschenden aufgeschwungen und die alten Regierungs» Parteien auL ihren bevorzugten Stellungen verdrängt. Aber das Zentrum will nicht weichen. That eS doch schon so viel für den Militarismus, daß zu thun ihm nichts mehr übrig bleibt. Wohl schmecken ihm die Wonnen der Regierungsseligkeit, aber wie soll eS die Volksgunst, die doch der Grund seiner Stärke, leichtsinnig verscherzen, indem es sich oller Plötzlichkeiten des Zickzackkurses unterwirft? Warum soll es sich die Gloriole der Oppositionsfestigkeit nicht auf das Haupt drücken lassen, wenn die Regierung es durchaus so will? Freilich. Herr Dr. Lieber hat keineswegs die Möglichkeit ausgeschlossen, daß seine Partei im letzten Augenblick doch noch bis auf den letzten Tropfen den Trank, den der Kriegs- minister kredenzt, austrinken werde. Wenn der Minister die Nothwendigkeit der abgestrichenen 7000 Mann noch nachweise, so werde daS Zentrum sich belehren lassen. Ist das die An- kündigung für den Umfall in der dritten Lesung? Sollte das Zentrum so unklug sein? Sollte es die Thorheiten der Re- gierung durch seine Thorheit zum unerwarteten großen Erfolge hinausführen wollen? Man kann es kaum glauben. Wahrscheinlicher ist es, daß die Regierung nach- iebt. Ihre Vorlage erzielte 141 Stimmen, die Zahl der blehnenden betrug 209. Kann sie hoffen, diese große Mehr- heit durch eine Wahl in eine Minderheit zu verwandeln? Un- möglich; die ablehnende Mehrheit würde noch größer werden. Kann sie einer freudigen Unterstützung ihrer Leibparteien gewärtig sein? Nicht einmal dies; die Reden der Herren v. Levetzow und v. K a r d o r f f klangen gar elegisch, sie habekt selbst keine ungemischte Freude an der Regierungs- Vorlage und die konservative Presse klagt laut über die ver- fahrene Situation. Die Wahlschlacht für die Regierung und ihrer Parteien wäre verloren, ehe sie begonnen. Aber das Wahrscheinliche ist in unseren Tagen das U n wahrscheinliche geworden. Wenn selbst der Reichs- kanzler, der den Konflikt nicht wünscht, sein Amt daran- giebt, wenn die Aussichten der Regierung die trübsten sind, die sie je hegen durfte— es giebt Kräfte in unserem Staatsleben, welche sich so stark dünken, daß sie im tollen Ansturm Alles, was sich ihnen entgegenstellt, über den Haufen zu werfen, einbilden. Werden diese Kräfte gebändigt werden? Oder werden sie frei schalten und einen Wahlkampf ent- fesseln? Sie mögen sich in acht nehmen. Denn wir wüßten nicht, wie wir jenen geheimnißvollen Mächten zu danken ver- möchten für das, was sie für uns thun. «* Ueber daS äußere Bild der Sitzung schreibt man uns aus dem Reichstag r Die Grausamkeit ist doch tief in der Menschennatur begründet. So lange der Reichstag sich des ungestörten Daseins erfreut, kümmern sich die Welligsten um ihn. Heute aber, wo die Mär von Mund zu Mund geht, das hohe Haus werde gcivaltsam vom Leben scheiden, drängt sich das Volk, um das aufregende Schauspiel eines parlamentarischen Schlagaufalls in nächster Nähe schauen zu können. Jedweder Pariameutarier dürfte sich heute ein Krösus dünken; so viele Bettler— um Tribünenkarten hatte er abzuweisen. Schon gegen 1 Uhr waren die Tribünen sämmtlich besetzt. Die Zahl der Refüsirten aber mochte wohl erheblich die der Eingelassenen über- steige»; wenn die Ersteren die Zeit zu einem Frühlingsspaziergang in dem noch baumbestandenen Theil des Thiergartens benutzt haben sollten, so halten wir sie für die Glücklicheren. Es vermehrt kaum die Lebensfreudigkeit, ein paar Stunden, wann draußen die junge Sonne um die grünenden Knospen spielt, auf die Schach- und Schacherzüge des Herrn Lieber zu harren. Die Uniformen überwiegen. In der Diplomatenloge fällt ein Japaner auf, wenn es nicht ein Siamese ist. Die Hofloge ist über- füllt, viel Militär, höchst vornehmes Zivil und standesgemäße Weib- lichkeit auf den rothen Sesseln mit den goldgestickten Kronen. Selbst ein paar Serenissimi scheint die sensationelle Verhandlung herbei gelockt zu haben. Der ältere im weiß wallenden Bartmantel gcstikulirt eifrig nach der linken Seite des Hauses. Offenbar zeigt er dem jüngeren Kollegen die berüchtigte Erscheinung des Räuber Hauptmanns Bebel oder informirt ihn über den großen Militär- Menschenfresser Richter. Inzwischen füllt sich unten der Saal. Die führenden Abgeord- neten der Parteien eilen geschäftig umher. Kurze gruppenweise Ge spräche. Was wird daS werden? Unten scheint man die Sache ziemlich ernst zu nehmen, während man auf der mehr als auS verkauften Journalistcntribüne an Katastrophen nicht glaubt. Dort oben glaubt man überhaupt an nichts, man hat nicht den mindesten Re- spckt vor der Weltgeschichte und ihren Repräsentanten. Für die Journalisten giebt es in noch höhcrem Matze als für die Kammer- dicner keine Helden, das heißt in ihren Privatgefühlen; wenn sie schreiben, so werden sie ihre eigenen Offiziösen und nehmen dieselben Dinge gewichtig, über die sie eben ihre Witze gerissen haben. Soll man es glauben? Selbst vor dem heiligen Paasche haben diese Herren keine Ehrfurcht, und wie der begnadete Professor einmal den Saal verläßt, ruft einer von den Federleuten entzückt aus: Paasche geht beten... Am Bundcsrathstisch sitzen der Kricgsminister v. Goßler und der Graf oder besser Marquis Posa- dowsky. Herr v. Goßler ist der Inbegriff eines kaum glaublichen Mangels besonderer Kenn- zeichen; heute ziert ihn freilich ein würdiger Ernst, von dem man nur nicht recht weiß, ob er nicht eigentlich Langeweile ist. Posa- dowsky, der mit Herrn Lieber eine herzliche Begrüßungsszene spielt, hat im Laufe seiner Beschäftigung mit der Zuchthausvorlage selbst ein wenig die Farbe angenommen, die man in„geschlossener Luft" an- geschminkt erhält; er sieht wirklich müde und nervös aus. Wir glauben unS nicht zu täuschen: die ministeriellen Gesundheitsrücksichten sind ihm grell auf der Stirn geschrieben.... Auch sonst sind die Bänke der ver- bündeten Regierungen stark bevölkert. Man bekommt so den Ein- druck, wie zahlreich unser beneidenSwerthes Volk regiert wird. Als der Präsident v. Ballestrem um l1/» Uhr die Sitzung er« öffnet, zeigt der Saal kaum eine Lücke. Herr Bassermann reserirt, kurz über den ersten Paragraphen der Militärvorlage, unendlich über den entscheidenden zweiten. DaS hohe Haus ist in lebhaftester Unterhaltung begriffen.„Bei der außergewöhnlich starken Besetzung dcS Hauses bitte ich um größere Ruhe als sonst nothwendig ist," mahnt scherzend der Präsident. Aber bald ertrinkt wieder der Referent in dem Stimmengewirr, nur die herrliche Frisur und das frisch leuchtende Antlitz des Mannes ragt noch hervor. Sein Mund öffnet sich und schließt sich, tausende Male; schnappt er nach Luft oder redet er? Endlich verschafft �ihm eine erneute Mahnung des Präsidenten etwas mehr Ruhe. MS Bassermann ungefähr eine Stunde geredet, erscheint der Reichskanzler, noch kleiner als gewöhnlicki. Man kann sich kaum vor« stellen, daß es möglich ist. daß ein Mensch so klein ist wie Fürst Hohenlohe; so klein, so alt und so verschrumpst. Wir sind überzeugt, daß er. so wie er dasteht, gar nicht in seiner ganzen Größe erscheint; er ist offenbar in sich zusammengezogen wie ein Fernrohr oder Opernglas. Wenn er sich ganz giebt und ein wenig blank geputzt ist, mag er wohl aussehen, wie das„Reichs- kind", sein Sohn, der lang, hager, melancholisch zwischen Bundes- rathstisch und Abgeordnetensitz pendelt. Posadowsky beugt sich tief, die Hände auf den Tisch gestützt, zu dem neben ihm stehenden Chef hinab. Würde er ihm noch näher rücken, so würde Hohenlohe in dem Bartpark des Staatssekretärs auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Beide reden eifrig und höchst erregt mit einander. Vielleicht über das schöne Wetter. Der Kanzler antwortet mit restgnirten, ängstlich schwingenden Hand- bewegungen:„Nein, nein. Sagen Sie das nicht. Es ist doch noch zu kalt. Man kann noch nicht ohne Wintermantel gehen. Denken Sie, lieber Graf, bei meinem Alterl"... Auf den Tribünen ver- muthet man, daß sich das Schicksal Deutschlands in dieser Unter- redung entscheidet. Nun klettert der Kanzler mühsam die Treppe zum Saal hin- unter; die Stufen scheinen viel zu hoch für ihn. Unten am Geländer bespricht er sich mit dem konservativen Hofmann, Herrn, v. Levetzow, der in seiner vornehmen Müdigkeit gleichfalls zu frieren scheint; sie haben beide rothe Hände. Hohenlohe kriecht während dessen immer mehr in sich zusammen. Sein Haupt neigt sich bedrohlich znr Seite, als wollte es abfallen. Ein Bild hilflosester Ver- lassenheit I Immer noch reserirt Herr Vasscrmann, der Nationalliberale: kein Härchen hat sich an seinem Scheitel verschoben. Nur einer im Saale findet die Erörterung interessant: der Kanzler. Er verlätzt Herrn v. Levetzow, stellt sich neben den Referenten und lauscht, die Hände graziös auf die Hüften gestützt, andächtig dem Berichterstatter der Kommission, als ob er ganz neue, tiefgründige Offenbarungen vernehme. Endlich versiegt die Berichterstattung. Unter tiefstem Schweigen des Hauses beginnt der Kriegsminister zu reden: kühl, knapp, geschäftsmäßig, ohne Schwung und Wärme. Er erledigt ge- wissenhaft seinen Auftrag; aber er ist sicher kein Fanatiker der 7006 vom Zentrum gestrichenen„Köpfe". Zu einer Auflösung kommt eS heute jedenfalls nicht; denn Herr v. Goßler erklärt, daß der Bundesrath noch keinen Beschlutz gefatzt hat. Er für seine Person mutz den Kommissionsbeschlutz für unannehmbar halten und auf der Regierungsvorlage bestehen, die er durch militärisch« technische Erwägungen zu retten sucht. Er droht nicht, begnügt sich mit einem sanften Appell an den Patriotismus und fetzt sich— alles ohne besondere Kennzeichen. Hohenlohe kauert in einem Winkel seines Sessels, tief ergriffen von der Mühsal des RegierenS. Dann kommen zwei Nationale, der liberale Archivar Sattler und der konservative Herr von Levetzow. Beide stimmen für die Regierungsvorlage, beide behalten sich für die dritte Lesung ihre Stellung vor, beide erklären die Unfehlbarkeit der Militär- behörde. Herr Sattler will tapfer für die Regierung eintreten, selbst dann, wenn sie auf die 76 Mann verzichtet. DaS HauS wird durch diesen Muth in die größte Heiterkeit versetzt. Herr Levetzow erklärt kurz und einsichtig:„Bon den militärisch-technischen Dingen verstehen wir alle zusammen garnichtS". Und nun die Hauptnummer des TageS: Herr Lieber. Machtbewußt besteigt er in gesalbter Würde die Rednertribüne zu einer gesalbten Rede. Jedes Wort beschaut sich erst andächtig im Spiegel seines TiefsinnS, bevor das nächste hervorwandelt. Im klebrigen ist es ein echter Lieber. Er beginnt demokratisch und endigt demokratisch. Aber zwischen den aufrührerischen Epochen schließt er einen Gottesfrieden mit Gott, Welt und Regierung. Herr Lieber muß sich eine Hinterthür zum Umfall vorbehalten,— selbst wcyn er ausnahmsweise daran nicht denken sollte, von dieser Gewohnheitstaktik Gebrauch zu machen. Ein ver- ständnißinniges Kichern lief durch Saal und Tribünen, in jenem historischen Moment, als er sich im Prinzip bereit erklärte, „bei einem späteren Anlaß" sich auch, wenn möglich, von der Nothwendigkeit der 7006 Köpfe zu überzeugen. Ist ein späterer Anlaß die— dritte Lesung? Wir haben gegen Lieber-Reden nun einmal die Antipathie. Nach seiner Doppel-Karoussel-Rede war die Spannung des Hauses erschöpft. Man wutzte, daß die Vorlage in zweiter Lesung fallen, und ahnte, daß sich bis zur dritten Lesung noch alle« zum Besten wenden würde. Wir benutzten die Gelegenheit, das Freie zu gewinnen. Als wir aus der Katakombenlust des hohen HauseS in da» blendende Licht des Frühlingstages traten, da schämten wir unS ketzerisch— im Angesicht der reinen Natur— de» politischen Hand- Werks.—_ Dolikifche Mebevstchk. Berlin, Ludwig Bamberger-f. den 14. März. der eine zornflammende Todtcnrede auf Robert Blum halten ließ, war mit oen Jahren mehr und mehr verpflogen. Besonder» die An- ziehungSkrast dcS Fürsten Bismarck wirkte verhänanitzvoll auf Bam- berger, der einst Schüler und Apostel des französischen Sozialismus. schließlich sogar Hauptredner der nationalliberalen Partei für daS schmachvolle Sozialistengesetz war. Seit der Sezession, deren stärkste Triebkraft Bamberger neben Forckenbeck und Stauffenberg war— zunächst hauptsächlich aus freihändlerischer Opposition gegen die nationalliberale Nachgiebigkeit in Zoll- und Steuerftagen— fand der jetzt Verstorbene häufiger auch die schärfere Tonart gegen die Regierung und das ihm von jeher verhaßte Junkerthum wieder. Mit Fürst Bismarck focht er sogar jahrelang die erbittertsten Fehden im Parlamente aus. Mehr und den wachsenden Protektionismus, hrung und der alten Reichsbank- verfaffung, dann gegen die deuffche Kblonialpolitik in ihm einen der bedeutendsten Wortführer. Was Richter wuchtiger, aber mitunter auch kurzsichtiger und plumper verfocht, das vertrat Bamberger geist- reicher, feiner zugespitzt— oft auch viel empfindlicher für den parlamentarischen Gegner und die Regierung, freilich meist ohne den starken Wiederhall in weiteren Kreisen, der Richters Reden so oft begleitete. Mit dem Alter und der wachsenden Altersschwäche— gebrechlich war seine Gesundheit stets gewesen— zog sich Bamberger mehr und mehr von den parlamentarischen Kämpfen zurück. Bei der 1893 er Wahl nahm er eine Kandidatur nicht mehr an. Sein Wirkungskreis schriuikte sich mehr nnd mehr ein auf die Vereinsorganisationen zum Schutze der Goldwähnnig, zur Forderung der Handelsverträge nnd anf eine ziemlich lebhaste Mitarbeit an der freisinnigen Wochenschrist: «Die Nation". Ein ausgebreitetes Wissen anf den verschiedensten Ge« bieten, eine geistreiche Dialektik, ein nicht gewöbnlicher Formensinn hebt seine schriststellenscheii Arbeiten weit über das Niveau der ge> wohnlichen Zeitschriften- Literatur empor, diele find daher auch ge somnielt in Buchform erschienen nnd dürften einen bleibenden Werth für die Geschichte unserer Tage beanspruchen. Alles in Allem kann man sagen, daß in Bamberger einer der besten Vertreter des alten polltischen und wirthschaftlichen Libe- raliomns aus dem Leben geschieden ist. Ueber den jungen Nachwuchs, der sich heute besonders ini RatioilalliberalismuS breit macht, ragte er durch Bildrmg und Charakter thurmhoch empor.— ** Nachstehend geben wir einige biographische Daten aus dem Leben des Verstorbenen: Bamberg er wurde am 22. Juli 1823 zu Mainz geboren, studirte in Gießen, Güttingen und Heidelberg die Rechte und nahm als Redakteur der„Maillzer Ztg." an der Bewegung des Jahres 1848 und später am Aufstande in Baden lebhaften Antheil. Zum Tode der« lirtheilt floh Bamberger nach dem Ausland und ivar längere Zeit als Bankier in Paris thätig. Räch der Amnestie von 188« kehrte er jedoch nach Deutschland zurück, machte 1870 den Feldzug im Hauptquartier als Publizist mit und trat 1873 als Abgeordneter für Llzey-Bingen der nationalliberalen Fraktion des Reichstages bei. Hier widmete er sich vor allem handelspolitischen und finanziellen Fragen und bekämpfte nanlentlich die Schutzzollpolitik deS Fürsten Bismarck, weshalb er 1879 die Reihen der Natioualliberalen verließ und die sezessionistische Partei bildete, die sich 1884 mit der Fortschrittspartei als deutsch- freisinnige Partei aufthat. Nach der Spaltung dieser letzteren Partei hielt er fich zur freisinnigen Vereinigung, ohne jedoch am politischen Leben noch weiter aktiv lheilznnehmen. Seine Muße benutzte er zur Herausgabe seiner„Gesammelten Schriften".— Preußische» Abgeordnetenhans. .Das Abgeordnetenhaus nahm heute debattelos in erster und zweiter Lesung den Gesetzentwurf betreffend die E r w e i t e- rung der Stadtgemeinde und deS Stadtkreises Kassel, und in dritter Lesung den Gesetzentwurs betreffend den Ankauf der Bern st ein werke der Firma Stantien u» d B e ck e r an und setzte sodann die Berathung deS Kultusetats fort. Von demselben wurde das Kapitel„Höhere Lehr- a n st a 1 t e n" erledigt und das Kapitel„Elementarschul- w e s e n" in Angriff genommen. Wie alljährlich, so beklagten sich auch diesmal die Junker bei der Berathung dieses Kapitels über eine angeblich zu große Belastung der kleineren Gemeinden durch das neue LehrerbesoldungS-Gesetz, während das Zentrum wieder einmal dre Auslieferung der Schule an dre Kirche verlangte. Am Mittwoch wird die Berathung fortgesetzt.— Zur AbrüstlingSkonfereuz haben, wie aus dem Haag gemeldet wird, nun auch Deutschland und Frankreich ihre Delegirten bezeichnet. Au« Berlin wird der Staatssekretär des Aus- wärtrgen Herr v. B ü l o lo erscheinen und Frankreich wird durch Herrn R i b o t vertreten sein. *• # Deutsches Acich. Der Oberbefehl über die Marine. DaS Marine-VerordnungSblatt veröffentlicht folgende Kabinets ordre von, 14. März: Nachdem ich mich entschlossen habe, den Oberbefehl über «eine Marine ebenso wie Über meine Armee selbst zu führe«, nachte ich es nicht für zweckmäßig, wenn zwischen mir und den einzelnen Befehlshabern eine zentrale Koinmandobehvrde steht, die lediglich meine Befehle zu übermitteln habe» würde. Ich bestimme daher: 1. Die Behörde„Ober-Koinniando der Marine" kommt in Fortfall. 2. Die bisherige Admiralstabs-Aüthei- lnng deS Ober-Kommandos wird selbständig mit der Bezeichnung „Adniirnlstab der Marine", mit dein„Chef des Admiralstabe« der Marine" an der Spitz« und den, Sitz in Berlin. Der Chef des Admiralstabe» wird mir umnittelbar unterstellt. Ich verleihe ihn, die Diszivlinar- und Urlaubsbefugniffe, wi« sie bisher dem kom- mandirenden Admiral znstanden. Im Admirnlstavc werden außer den Admiralstabsgeschästen die militärpolitischen Angelegenheiten der im Auslande befindlichen Schiffe Gearbeitet. Alle übrigen Abtheilungeii und Dezernate des Oberkommandos werden auf Cduard Bernsteines „Boranssetzungen des Sozialismus nnd die Aufgaben der Sozialdemokratie". (Schluß.) Im folgenden Abschnitt o führt B. aus. wie die D e m o k r a t i- s i r u n g eine nöthige Vorbedingung der Sozialisirung sei. Zunächst gilt es va, die G e>v e r k s ch a f t e n fördeni, nicht mit dem Ziele, daß fie Beherrscher eines ganzen GewerbSzwelgcS iverden, denn in diesem Falle gcräthen sie als monopoltsttsche Produktiv- getwssenschaft in Widerspruch mit Demokratie und Sozia- lismu», sondern mit dem Ziele, fie zur Arbeits-Theilhaber- schast zu machen, die der Gesamntthcit untergeordnet bleibt, Demokratie vertrage sich darum auch n i ch t mit„D i k t a t u r des Proletariats"; dieser Begriff sei überlebt,„gehe doch die ganze praktische Thätigkeit der Sozialdemokratie darauf hinaus, Zu- stände und Vorbedingungen zu schaffen, die eine an komnilsivischeii Ausbrüchen freie Ueberführung der modernen Gesellschafts- ordming in eine sichere ermöglichen nnd verbürgen sollen". Auch der„Liberalismus" sei deshalb zu rchabilittren. Nicht der heutige Bourgeoisliberalismus, sondern der Liberalismus als allgemeine« GefellschastSprinzip. Der Sozialismus will keine neue Gebundenheit irgend welcher Art schaffen; da« Individuum soll frei sein, nicht von Pflichten gegen die Gesammtheit, aber vom ökonomischen Zwange in seiner Beweauiig und Berufswahl. Diese Freiheit ist nur möglich durch das Mittel der Organisation. „Wenn der Staat auf der einen Seite alle gesetzlichen Hinder- nisse der Orgamsatton der Produzenten aufhebt und de» Berufs- verbäiiden unter bestimmten Bedingungen, welche deren AliSartung in monopolistische Korporationen vorbeugen, gewiffe Vollmachten hinsichtlich der Kontrolle der Industrie überträgt, so daß alle Garantien gegen Lohndrückerei und Heb er arbeit gegeben sind, und wenn anf der anderen Seite durch die früher skizzirten Einrichtungen dafür gesorgt wird, daß niemand durch äußerste Roth gezimingen wird, seine Arbeit zu unwürdigen Bedingiingen zu veräußern, dann kann es der Gesellschaft gleichgilttg sein, ob neben den öffentlichen und genoffenschaftlichen Betrieben noch Unternehmungen exiftiren, welche von den Privaten für den eigenen Gewinn betrieben werden. Sie werben ganz von selbst mit der Zeit genoffenschaftlichen Charakter annehmeii." Ist also Schulung der Arbeiterklaffe in der demokratischen Selbst» verwaltniig Vorbedingung der sozialen Emanzipation, so ist der Ein- wand nicht auf die Dauer berechtigt, baß die Aussichten in Deutsch- land, die Demokratie auszubilden, sehr gering seien, weil daS deutsche Bürgerthum immer reaktionärer werde. Denn je mehr die Sozialdemokratie fich von der diktatorischen Revolution, von der all- gemeinen, gleichzeitigen und gewaltthättgen Erpropriation lossagt nnd die allmälige Ablösung durch Oraanisatton und Gesetz betont, um so eher wird die einheitliche Furcht der bürgerlichen Welt lveichen, die gern vereint mit der Arbeiterklasie gegen den Feudalismus streiten würde. Abschnitt ck„Die nächsten Aufgaben der Sozialdemokratie' trägt das Motto:„Und was fi« i st. das wage fie zu scheinen'. Lernstein will nicht Abänderungen der nächsten Forderungen des Die weiteren Bestimmungen ergeben die Beziehungen der ver- schiedenen Abtheilungschefs, der Schiffskommandeure u. s. w. zu dem obersten Chef. ES ist weiter nicht erstaunlich, daß der Kaiser, der gleich bei seinein Regierungsantritt damit begann, sein„eigener Reichs- kanzler" zu sein, nun auch neben den, Oberbefehl über die Armee den über die Marine übernimmt.— Die Furcht vor der Aufklärnng. Die neuen Organe deS Jnvaliden-Verficherungswesens, die in der Novelle zu dem Gesetze vorgeschlagen werden, die örtlichen Rentenstellen, machen der„Konser- vativen Korrespondenz' schwere Sorge; sie steht darin schon wieder „Einfallthore für die Sozialdemokratie" und sie macht deshalb in einem längeren Artikel dagegen mobil.„Die Reutettstellen werden gar bald neue Agitattonsherde werden und Einfallsthore in die Kreise der ländlichen Arbeiter für die Sozialdemokratie bilden." Das ist bitter für Herrn v. Posadowskh, denn er meinte eS wirklich gut mit diesem neuen Vorschlage. Werden doch in den Motiven die Rentenstellen geradezu als ein Mittel bezeichnet, den Einfluß der Arbeitersekretariate und ähnlicher Einrichtungen anf die Arbeiter zu Paralysiren. Daß sie diesen Zweck nicht erreichen werden, darauf ist schon in der Arbeiterprefie hingewiesen worden, aber daß sie sogar im Gegentheil eine neue Stütze für unsere Agitation werden könnten, daran haben wir bisher ebenso wenig gedacht, wie Herr v. Posadowsky. Zwei Nrthetle! Im September 1898 betrat der 70 Jahre alte herzoglich sachsen-altenburgische Kammerherr und frühere Rittergutsbesitzer auf Gnandstein, Baron Julius von Einsiedel, jetzt in Dresden wohnhast, einen Restaurations- garten an der Friedrichs-Allee in Dresden und erledigte dort in nngenirter Weise ein menschliches Bedürfniß, obgleich es Heller Tag war und in einiger Entfernung Gäste saßen. Der Inhaber des Restaurants stellte den Baron im Gatten zur Rede, worauf der Baron grob änßette, daß ihn der Restauratenr nicht behelligen solle und daß er(der Baron) sich da« Lokal merken und in seinen Kreisen bekannt machen würde. Da der Herr den, Witth nickt bekannt war, so ließ dieser die Persönlichkeit polizeilich fest- stellen. Der Baron erhielt ein Strafmandat über drei Mark. Die„Säsische Arbeiterzeitung" brachte eine Notiz über diesen Vorgang unter der Marke: Unser gesitteter Adel; in dieser Notiz war unter Anderem gesagt:„Der Kammerherr soll seinen Titel in einem der kleinen fürstlichen Staaten erhalten haben. Der Staat, der ihn in seiner Hof- und Rangliste führt, kann stolz auf solchen Kammerherrn sein." Das in Altenburg erscheinende Arbeiterblatt„Der Wähler" druckte diese Notiz nach und fügte noch hinzu:„In unserer Hofliste figurirt ein Kammerherr von Einsiedel auf Rittergut Wolftitz; ob dieser'in Beziehung zu dem Vorgange steht, entzieht fich unserer Kenntuitz." Dadurch fühlte sich der Kammerherr H o r st v. Einsiedel auf Wolftitz beleidigt und beantragte bei der Staatsanwaltschaft zu Alten- bürg die Erhebung der öffentlichen Klage(die bekanntlich bei Beleidigung von Privatpersonen nur dann erhoben wird, wenn dies in, öffentlichen Interesse liegt). Die Staatsanwaltschaft nahm dieses öffentliche Interesse an und erhob öffentliche Klage gegen de» Rcdatteur des„Wähler", mit der Begründung, daß der Redakteur den Artikel gebracht habe, um die Kammerherren der Thüringischen Staaten, insbesondere den an dem geschilderten Vorfall ganz unbetheiligten Kammerhcrrn von Einsiedel auf Wolstitz ver- ächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Die Hanptverhandlung endete mit der Venittheilung des Angeklagten zu drei Monaten Gcfängniß. Beide Urtheile ergingen Von Recht» wegen. Kinderarbeit. Der Ausschuß deSDentschenLehrer« Vereins hat an die Lehrerschaft einen Aufruf gerichtet, in dem alle Stellen, die noch über brauchbares Material betreffend die ge- werbliche und landwirthschaftliche Kinderarbeit verfügen, gebeten lverden, dasselbe der Zentralstelle zur weiteren Verarbeitung und passenden Ausnutzung zu übermitteln. Keine der Forderungen des Vereins betreffend cincii zeitgemäßen und ausreichenden Kinder- schlitz sei durchgesetzt nnd es bedürfe angesichts der jüngsten Debatten im Abgeordnetenhause weiterer energischer Arbeit.— Ter Bund drr Handel- und Gewerbetreibende» hat ge- meinsam niit bei, Zcntralvereineil selbständiger Gewerbetreibender dem Reichstage eine Eingabe zugehen lassen, in welcher er bittet, dem Gesetzentwürfe über Aendmmg von Bestimmungen im Post- Wesen seine Zustimmung nur zu ertheilen, wenn die Reichs-Post- verivaltniig sich verpflichtet, das Potto für geschlossene Briese im Ortsverkehr auf drei Pfennige herabzusetzen, sowie ferner de» Ange st eilten der Privat- Postanstaltcn den dreijährigen Betrag ihrer Gehälter und den Erfurter Programms vorschlagen, wenn er mich nicht alle Punkte für gleich lvichtig oder zweckmäßig halte. Ausführlicher spricht er über die Frage„SrehendeS Heer oder Miliz' Er verlangt Volksbeer'statt Regiernngsheer und 83er kürzung der Dienstzeit. Er verneint aber_ die Behauptung: Der Proletarier hat kein Vaterland". Die Sozialdemokratie dürfe nationalen Fragen gegenüber nicht rein kritisch verbleiben. Wahrung nationaler Interessen widerstreite keineswegs der Wahrung der Klaffenintereisen.„Wo wichtige nationale Interessen auf dem Spiele stehen, kann die Internat! onalität kein Grund schwächlicher Nach- giebigkeit gegenüber den Prätensionen ausländischer Jnterefienten fein." Z. 0. sei die Pachtung der Kiautschoubucht nicht prinzipiell abzuwelsen. Auch Kolonialpolitik sei nichts von vornhereu, Verwerfliches, sondern Kolonieu seien auf ihren Werth und ihr« Aussichten zu prüfen. Diese Anschauungen, meint B., würden in der Praxis keine nennenswetthen Aenderungen in den Ab« stimmlingeu der Pattei herbeiführen, aber es komme auch darauf an, wie die Abstimmungen begründet werden. Weiterhin hält B. eine Ergänzung de» Patteiprogramm« für nöthig hinsichtlich der Agrarfrage, der Fragen der Kommunalpolitik, der Genossenschaftsfrage. Auf allen diesen Gebieten solle die Sozialdemokratie positiv mitarbeiten, Gewerbetreibenden, die bisher einen Nevenverdlenst ans dem Verkauf der Freimarken für diese Unter- nehmen bezogen, den dreifachen Betrag deffelben als Entschädigung zu zahlen.— Die Eingabe weist nach, daß die Er- Mäßigung des StadtportoS für geschlossene Briefe auf 5 Pfennige lediglich den wohlhabenden Klassen der Bevölkerung zu gute komme, während die weniger Bemittelten, darunter gerade die kleinen und mittleren Gewerbetreibenden, die sich der Berliner Packetfahtt ftir ihre Korrespondenz, ihren Rechnungsbersandt und namentlich für Reklamezwecke bedient haben, gezwungen werden, das Briefporto statt mit 3 Ps. mit S Pf., also um 66*/3 pCt. theurer zu bezahlen. Die 47 Millionen geschlossener, von dieser Gesellschaft be- fördertet Briefe würden ein Mehrporto von 940 000 Mark erfordern. Ferner würden die bisher von der Packetfahtt 4 10 Pf. beförderten 647 000 Einschreibebriefe je 2S Pf. Porto kosten, was ein abermaliges PluS von 97 000 M. ergiebt. Diesen Betrag von über 1 Million Mark würden die weniger begüterten Klassen auf- bringen, während den wohlhabenderen ungefähr der gleiche Betrag geschenkt werden würde. Auch die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft haben an den Reichstag eine Eingabe um Ablehnung des Postgesetz- Entwurfes, so weit er' eine Ausdehnung des Postregals enthält, ge- richtet. Die Eingabe tritt, namentlich im J n t e r e s se d e s M i t t e l» stände« und der kleineren Gewerbetreibenden, so- wie der gemeinnützigen nnd wohlthätigen Vereine, für die Erhaltung der Privatposten ein, weist die gegen die Berliner Packetfahtt- gesellschaft erhobenen Vorwürfe zurück, hebt hervor, daß die Berliner Reichspostanstalten schon beim letzten Jahreswechsel dem Verkehr nicht entfernt gewachsen gewesen seien, und betont zum Schluß, daß die Ausdehnung, die der Begriff des Regals in der Vorlage wie in der Rechtsprechung erfahren hat, Unsicherheit darüber hervorruft, in wie weit bewährte Einrichtungen in Zukunft beibehalten werden können.— RuS Elsaß-Lothringen wird uns geschrieben. In Hagenau (Elsaß) wurde der ehemalige französische Sprachlehrer Joses R a v e n n e, ein französischer Untetthan, wegen BannbruckS und Majestätsbeleidigung verhaftet und ins Amtsgefängniß ein- geliefert. Bei der Rekrutenaushebung in demVogesenstädtchenMarkirch wurde ein gestellungspflichtiger Schlossergeselle wegen angeblicher Beleidigung des deutschen Kaisers in Haft genommen.— Chronik der Gewaltthätigkeiten. (Vergleiche zum Dresdener Zuchthaus- Kurs.) Aus Straßburg i. E. wird uns unterm 11. März geschtteben: Eine Gettchtsvcrhnndlung, die lebhaft zu Vergleichen mit dem Dresdener Uttheil gegen die Löbtauer Bauarbeiter anregt, fand heute vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts statt. Angeklagt waren zwei im Alter von etwa 25 Jahren stehende Studenten der Medizin an der hiesigen Universität, Barth und Dürr» Hammel, elfterer wegen schwerer, mittels gefähr» lichen Werkzeuges verübter, letzterer wegen ein» fachet Körperverletzung. Beide sind Mitglieder der katholischen Studentenverbindung„B a d e n i a". an deren Stammttsch in einem der besuchtesten bayerischen Bierlokale der Stadt sie am Abend des 26. Jaimar d. I. verschiedentlichen Ulk trieben, infolge dessen sie mit zwei in der Nähe sitzenden Herren, dem Swdenten Rosenthal nnd dem Geschäftsagenten Lauer, in einen Wortwechsel gerietben. Barth provozirte den Rosenthal, der sich ursprünglich ruhig verhielt, nnd kehrte, nachdem er bereits das Lokal Verlasien, in Begleitung seiner Freunde nach kurzer Zeit dahin zurück, um den R. neuerdings mit den schwersten Beleidigungen zu regaliren. Rosenthal erwiderte die Beleidigungen,»vorauf eS zu derben Handgreiflichkeiten kam. Im Verlauf derselben holte Barth mittel» seine» schweren, mit einem mächtigen HirfchhornAriff versehenen Spazierstockes, den er mit beiden Händen an der Zwinge gefaßt hatte, zu einem wuchtige« H i e b gegen Rosenthal aus, der, an der linken Kopfseite getroffen, sofort bewußtlos und blutüberströmt zusammenbrach, während der Griff des Barth'schen Stockes infolge der Wucht des Schlages absprang. Der so daliegende Rosenthal erhielt von den Freunden Batth's noch eine Anzahl Fußtritte, und auch sein Begleiter Lauer, der den Streit hatte schlichten wollen, trug eine mehrere Zentimeter lange, anscheinend mit einem Schlüssel oder einem geschlossenen Messer versetzte Kops» wunde davon, infolge deren er etwa zwei Wochen arbeitsunfähig war. Roseuthal mußte noch in derselben Nacht ins Bürgerspttal überführt nnd einer gefährlichen Operation unterzogen werden. Der ärztliche Beftmd ergab einen komplizirten Bruch der S ch ä d e l d e ck e, die an der linken Kopffeite in erheblicher Aus» der Meinung.' daß die Partei im Fahrwasser des BlanquiSmuS segle. Die Thaten der Partei stimmten uberein mit feinen Anschauungen. „Je mehr die Sozialdemokratie sich entschließt, das scheinen zu wollen, waS sie ist, um so mehr werden auch ihre Aussichten wachsen, polt« ttsche Reformen durchzusetzen. Die Furcht ist gewiß«in großer Faktor in der Politik, aber man täuscht sich, wenn man staubt, daß Erregung von Furcht Alles vermag. Nicht als ne Chartistenbewegung sich am revolutionärsten geberdete. erlangte» die englischen Arbeiter das Sttmmrecht, sondern als die revolutionären Schlagworte verhallt waren und sie sich mit dem radikalen Bnrgerthum für die Erkämpfting von Reformen ver- bündeten. Und wer mir entgegenhält, daß LehnlickieS in Deutschland unmöglich sei, den ersuche ich nachzulesen, wie noch vor fünfzehn und zwanzig Jahren dt« liberale Presie über Gew erlschastskämpfe und Arbeitergesetzgebung schrieb, und die Vertreter dieser Parteien im Reichstag sprachen und stimmten, wo darauf bezüglich« Fragen zu entscheiden waren. Er wird dann vielleicht»ugeben, daß die politisch« Reaktion durchaus nicht die bezeichnendste Erscheinung im bürgerlichen Deutschland ist." Da» Schlußkapitel„Endziel und Bewegung' will zuerst die legen Bernstein wegen seines Ausspruchs.da», wa» man gemeiichin tnvziel des Sozialismus nennt, ist mir nicht», die Bewegung alles", �richteten Polemiken, besonder» diejenige Plechanow'».szurückweis«n. V. hat schon früher die Form dieses Satze» vom Endziel, soweit sie die Auslegung zulasse, daß jede» al» Prinzip ormulirte allgemeine Ziel der Arbeiterbewegung ür werthlos erklärt werden solle, preiSgeaebeu. Nichts wissen wolle er von einem„eingehender fixirten Endziel' von vorgefaßten Theorien über den Ausgang der Bewegimg, die über ein allgemein gefaßtes Ziel hinausgehen, da» die prinzipielle Richtung und den roktee der Bewegung bestimmt; solche Theorien verliefe« in> Utopisterei und hinderten den theoretischen und prakttschen Fortschritt der Bewegung. Auf die Bewegung lege er einen besonderen Ton, weil die Anschauung von der Hoffnungslosigkeit der Arbeitertlasse unter dem kapitalistischen System unrichtig und längst, auch von Marx und Engels, aufgegeben sei. Allerdings in dem Kapitel über die geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation am Schlüsse des ersten Bandes des„Kapital" sei eine andere Anschauung niedergelegt; hier tritt eine Zwiespälttgkeit in der Marx'schen Theorie hervor, die daher rührt,„daß daS Werk wiffen» schaftltche Untersuchung sei und doch eine, lang« vor seiner Konzipirung fertige These beweisen will, daß ihr ein Schema zu Grunde liegt, in dem da» Resultat, zu dem sie die Entwickelung führen sollt«, schon von vornhinein feststand". Hinge der Sieg de« Sozialismus von dem unausgesetzten Zusammenschrumpfen der Zahl der Kapitalmagnaten ab, so müßte die Sozialdemokratie mindestens alle« Unterlasten, was dieses Zusammenschrumpfen auf« halten könnte, so wäre ein großer Theil ihrer praktischen Thätigkeit Penelopenarbeit. Der Fortschritt hänge nicht von der Verschlechterung der Lage der Arbeiter und der Konzenttatton der Kapitalien ab. Im Znsammenhang mit diesem theoretischen Jrrthum hängen die Widersprüche des Marxismus hinsichtlich der Abschätzung des Verhältnisses von Oekonomie und Gewalt Bald wird gesagt, daß die Arbeiterklasse noch nicht reif sei und daß die ökonomischen Vorbedingungen des Sozialismus noch nicht erfüllt seien, bald scheint e», als ob alle Kultur, Intelligenz, Tugend nur in der Arbeiterklaffe zu finden sei und daß nur eme Revolution nöthig sei, um den Sozialismus herbeizuführen, so daß die gesetzliche Thättgkeit mir als eine zeitweilige Auskunft gelte. ES fehle ein prinzipielle? Eingehen auf die Frage, was von der gesetzlichen und was von der revoln- tionären Aktion erwartet werden könne. Der Weg der Revolutionsgewalt braucht schnellere Arbeit, wo nur Hinder- nisse hinwegzuräumen sind, wo eine privilegirte Minderheit dem sozialen Forftchritt im Wege steht. Die verfassungsn, äßige Gesetzgebung arbeitet langsamer, durch Kompromisse, aber sie ist stärker al« die Revolution, wo das Borurtheil, der beschränkte Horizont der Masse dem sozialen Fortschritt in den Weg tritt, und 'ie bietet größere Borzüge, wo eS sich um Schaffung dauernd lebens» .ähigrr ökonomischer Einrichtungen handelt. Es sei offen aus- zusprechen, daß die Arbeiterklasse auch heute noch nicht entwickelt genug sei, die polittsche Herrschaft zu übernehmen. Man soll« nicht in die ganze Klaffe des Proletariats das von vornherein hineinlegen, was zu werben ihr geschichtlicher Beruf ist. Auch die Frage, ob wir die zur Abschaffung der Klaffen erforder- liche Höhe der EntWickelung der Produktionskträste schon erreicht haben, sei nicht zu bejahen. ES ist nicht möglich, die ganze arbeitende Klasse im Laufe von ein paar Jahren in Berhälmifse zu bringen, die sich sehr wesentlich von denen unterscheiden, in denen sie heute lebt. AuS alledem ergiebt sich Bernstein'» Anschauung, daß nicht aus eine Katastrophe, aus einen»großen Tag. wo Alles anders nfird. zu spekuliren sei, sondern baß tue Ausgabe der Sozialdemokratie darin bestehe, durch praktische, andauernde, vom Idealismus be- flüaelt« Thätigkeit demokratische und soziale Reformen zur allmäligen Erhebung der unteren BolkSmaffen durchzuführen, qehnung eingedrückt und zertrümmert war, sodaß die Splitter direkt auf der Gehinmusse auflagen und von dort mit Mühe und unter Lebensgefahr für den Verletzten entfernt werden mutzten. Rosenthal lag' etwa vier Wochen im Spital, und nur dem ungewöhnlich günstigen Verlauf des Wundheilungs- Prozesses ist eS zu verdanken, wenn seine Verletzung nicht zu den von den Aerzten anfänglich befürchteten lebensgefährlichen Kompli- kationen führte. Der Verletzte wird jedoch zeitlebens mit einem schweren Defekt an der Schädeldecke behaftet bleiben, da die Ränder der Knochenwunde infolge der Absplitterung einzelner Stücke sich nicht mehr schlichen und an der betreffenden Stelle infolge dcffen eine etwa Fingernagel grotze Oeffnung im Schädeldache zurückgeblieben ist, an welcher das Gehirn nur durch die vernähte Kopfhaut geschützt wird. Rosen thal darf fich jetzt, also nahezu sieben Wochen nach der That, noch nicht anhaltend geistig beschästigen, weder lesen noch schreiben, und befindet fich noch fortwährend in ärztlicher BeHand- In n g, die durch die in Gestalt nervöser Beschwerden verschiedener Beinen, sich geltend Verletzung bedingt die Tha't Barth's ganzen Affäre der als Mediziner aure'S Begräbnifi. inisterrath legte auf Art, besonders als Zuckungen in Annen und machenden Folgeerscheinungen der schweren wird. Der öffentliche Ankläger bezeichnete als eine überaus rohe, da er ber der Provozirende Theil gewesen sei und in vorgerückten Semestern sich der möglichen Folgen eines mit solcher Wucht nnd mittels eines derart gefährlichen Werkzeuges gegen den Kopf seines Gegners geführten Schlages hätte bewußt sein müssen. Das U rth e i l des Gerichtshofes schlotz sich den Aus- führungen der Staatsanwaltschaft an und setzte dem Antrag gemätz gegen Barth eine Gefängnitzstrafe von sechs Monaten fest. Der Mitangeklagte Dürrhammel mußte, da ein schlüssiger Beweis für seine akttve Bctheiligung an der Mißhandlung Rosenthabs nicht erbracht werden konnte und seitens des ebenfalls verletzten Lauer der erforderliche Strafantrag nicht vorlag, freigesprochen werden.— Man schreibt uns aus Dresden: Bom Dresdener Landgettcht milde beurtheilt wurde der folgende Vorgang: In Diora bei Meitzen wohnt ein besitzer Troschütz; dessen Bruder, ebenfalls Gutsbesitzer, besuchte diesen, und beide nebst der Ehefrau des ersteren gingen zur Kirmes- feier in den Gasthof. Diese Gelegenheit benutzte der Knecht Mückel. um auf ein paar Stunden zu seiner Geliebten, der bei Troschütz bediensteten Magd zu gehen. Das Liebespaar wurde aber überrascht, weil die„Herrschaft� früher als anzunehmen war, heimkehrte. Der Knecht flüchtete und versteckte sich aus Furcht in dein Keller, was der Gutsbesitzer bemerkt hatte. Hier wurde nun der wehrlose Knecht von den beiden Männern in unbarmherziger Weise mißhandelt. Man schlug ihn mit einem Schaufelstiel und einer starken, ein Meter langen Pökclfatzschraube. Bei einer zwei Tage später vorgenommenen Untersuchung stellte der Bezirksarzt von Meitzen, Dr. Erler, zwanzig Verwundungen im Gesicht und anderen Körpertheilen deS Knechtes fest. Die rohen Patrone hatten sich nun- mehr wegen Körperverletzung vor dem Dresdener Landgericht zu verantworten, ebenfalls die Eheftau, weil sie den Prllgelhelden bei ihrer Arbeit geleuchtet hatte. Das Gericht nahm mildernde Umstände an, weil die Verletzungen nicht gefährlich ausgefallen seien. Die beiden.Gutsbesitzer wurden zu je Svl» M. bezw. ISV M. Geldstrafe verurtheilt, die Frau aber freigesprochen. Austand. Frankreich. Amnestie für die Demonstranten bei n dem Dienstag im Elysee stattgehabten unsch des Präsidenten der Republik der Justizminister Lebret ein Dekret zur Unterzeichnung vor, durch welches alle diejenigen Per- sonen begnadigt werden, welche am 18. Februar d. I.'und an den darauf folgenden Tagen wegen auftührerffcher Rufe von dem Polizei- gericht zu Geldstrafen verurtheilt wurden. Der Gnadenakt kommt mehr als 250 Verurtheilten zu Gute.— England. Im englischen Unterhaus wurde am Montag die Berathung deS Marine-EtatS fortgesetzt, wobei auch mehrfach die Ab- rüstuiigSkonfcrenz zur Sprache kam. Kay-Shuttle Worth erklärte, angesichts der vorgeschlagenen enormen Ausgaben für Heer und Flotte werde die Frage akut, wie viel mehr an Besteuerung das Volt nihig ertragen werde. Die Konferenzvorschläge des Zaren hätten grotze Hoffnungen wachgerufen; wenn die Re- grerung diese Vorschläge mcht kräftig unterstütze� würde ihre Handlungs- weise rm Lande ernste Unzufriedenheit erregen. Goschen habe dem Hause keine genügenden Gründe für den Bau neuer Schlacht- schiffe angegeben. Redner befürwortet ein gutes Einvernehmen mit Rußland, durch welches die Nothivendigkett, ungeheure Summen für Schlachtschiffe auszugeben, beseitigt würde. C o l o m b bedauert die Bereitwilligkeit Goschen's, das Schiffsbauprogramm zu modi fiziren, falls andere Seemächte ihre Vorschläge reduzirten. Er er- hebe dagegen Einspruch, daß Englands Marinepolitik durch die etwaigen Vorschläge der Abrüstungskonferenz gehemmt werden solle.— Das Unterhaus lehnt darauf mit 147 gegen 18 Stimmen den Antrag Labouchöre's ab, von der in dem Posten„Mannschaften- geforderten Summe den Betrag für 4000 Mann zu streichen.— Dänemark. «openhaae«, 12. März.(Eig. Ber.) Der Ausschuß des dänischen Folkething, dem das Landarbciteransicdelungö- Gesrtz in der neuen Form des Landesthing zur Begutachtung vor- lag, hat es unverändert mit der Erklärung angenommen: „Obwohl der vom LandeSthing angenommene Entwurf in mehreren und nicht unwesentlichen Punkten von den Beschlüssen des Folke- thing abweicht, mutz doch anerkannt werden, daß der LandeSthing großes Entgegenkommen bewiesen hat und datz das Gesetz für die Landarbeiter Nutzen bringen wird." Noch stärker haben sich unsere Vertreter dagegen verwahrt, datz dieser Gesetzentwurf ihren Wünschen entspräche; aber sie wollen ihm als einem Versuch zu- stimme«.— Asien. Von den Philippinen geht über Madrid die Nachricht ein, General Otts verhindere Verhandlungen Spaniens mit den Auf- ständischen wegen Freilassung der Gefangenen. Lösegeld in Baar werde die Lage der Aufständischen verbessern. Rios, der spanische General, erachtet den Augenblick gekommen, im Namen der Humanität an die Vermittelung der Mächte zu appelliren und ersucht um Instruktionen.—_ Jnvalidenversichernngs-Kommission. 13. Sitzung vom 14. März. Fortsetzung der Debatte über die R e u t e n st e l I e n. Ein Antrag des Zenlrums(Trunborn und Genossen) will die Funktionen der Rentenstcllen im wesentlichen den Landes-VcrwaltungSbehörden übertragen(durch Ein- fügung von§§ 40 b bis 40h und Umänderung der 8§ öl bis 61 g). Nur wo diese mit ihrer Arbeit nicht fertig werden, können sie Rentenstellen errichten; dies mutz erfolgen, wenn die Rentenstellen mit Zustimmung deS Vorstandes der Ver- kicherungsanstalt von der Vertretung eines Kommunalverbandcs für dessen Bezirk beantragt werden. Tr im dorn ver- theidigt diesen Antrag, dcr alS Kompromiß zwischen den von Süddeutschland nicht gewünschten und den von Preußen geforderten Rentenstcllen alle Schwierigkeiten beseitigt. Abg. Freiherr von Richthofen(kons.) wendet sich mit großer Erregung gegen die ganze Errichtung ber Nentenstcllen und gegen die in der vongen Sitzung vom Staatssekretär von Posadowsky dargebrachten Gründe für dieselben. Diese Reutenstellen sind eine sozialgefährliche Maßregel, dadurch Iv e r d e den Arbeitern eine neue Gelegenheit Segeben, zu wählen und gewähltzu werden. Da- urch stärke man nur die Sozialdemokratte. Man lebe im K a m p f e mit den Arbeitem und dürfe diese nicht noch dadurch be- günstigen, daß man sie zu Vertrauensstellungen beruft. Er beantrage, datz nicht die Landes- Zentralbehörde, sondern die Landesgesetzgebung das Recht erhalte, Rentenstellen zu errichten; der preußische Landtag müsse Einfluß auf die Organisation erhalten, nicht datz Preußen von den Versichernngs- anstalten majorisirt werden könne. Staatssekretär v. Po- s a d o w S k y: Die preußische Regierung sei e i n st i m m i g für die Rentenstellen und fürchte eine Majorisirnng nicht. Wenn man sich auf den Standpunkt Richthofews stelle, dann Verlaffe man de» Boden der kaiserlichen Erlaffe von 1890. Denn dann dürfte man die Arbeiter auch nicht als Vertrauensmänner und Schiedsrichter hinzuziehen, wie dies jetzt der Fall sei. Jetzt geben dieselben einzeln und schriftlich ihr Gutachten ab. Bei den Rentenstellen würden sie gemeinsam unter dem Vorsitz und der A u t o r i t ä eines königlichen Beamten ihr Gutachten abgeben. Und das fei eine sozialgefährliche Maßregel? Wenn man die Agitatton der Arbeiter ausschließen will, müsse man die ganze soziale Gesetzgebung zum Stillstand bringen, was man ihm ja als sein Vorhaben nachsage, aber mit Unrecht, denn dann müßte z u m o f f e n e n B r u ch mit den kaiserlichen Erlassen kommen— und d a f ü r sei er n i ch t zu haben.— Richthofen erwidert, datz er zwar für die Fortentwickelung der Sozialgesetze sei, aber nicht auf denr vorgeschlagenen Wege, gegen den er Protestire. Molkenbuhr: Richthofen's Herzensergutz hat Klarheit darüber geschaffen, wie diese Herren über die Arbeiter denken. Weil ein Kampf vorhanden sei, wollen also Richthofen und die Seinen. daß nichts geschehe, um die Rechte der Arbeiter zu erweitern. Daraus spreche die blasse Furcht, datz all unsere Anträge nur gestellt werden. um Agitation treiben zu können. Rein, wir wollen nichts, als den Arbeitern nützliche Ein richttmgen schaffen, und durch Annahme unserer Anträge würden Sie uns ja einen ganzen Theil unseres Agitattonsmaterials entziehen. Aber weil Sie m erster Linie die Interessen der Unter nehm er vertreten, kommen Sie ständig zu Gesetzen, welche den Arbeitern nicht helfen und uns dadurch immer neues Agitationsmaterial schaffen. ES ist kennzeichnend für unsere Stellung zu den Gesetzen, daß Bebel bereits bei der Berathung 1889 sagte- „Ich behaupte, wenn eine Prämie darauf gesetzt worden wäre, eine Organisatton zu erfinden, die möglichst komplizirt und unzweckmäßig gestaltet werden sollte, so würde dieser Entwurf die Prämie davoiv getragen haben". Und in der vorigen Sitzung habe der Staatssekretär fast ganz genau dasselbe erklärt I Unsere Anttäge wollen die Mißstände beseitigen. Wir erklären uns für die Rentenstellen unter der Voraussetzung, daß Sie unserenAntrag in Bezug auf das Wahlverfahren annehmen, durch den wir das gleiche geheime Wahlrecht für 21 jährige und Frauen fordern. Wenn Sie sich auf unsere Vorschläge nicht einlassen, werden Sie auch das Vertrauen der Arbeiter für dieses Gesetz nicht gewinnen. Die RegierungSvorschläge schließen ein Drittel der Versicherten, welche zu zentralisirten Kassen gehören und zu den großen Hilfskassen, die sich über mehrere Gebiete erstrecken, von jeder Mitwirkung auS; ferner wird den kleinsten Betriebskrankenkaffen die Möglichkeit gegeben, die größten Ortskrankenkassen zu majorisiren. Dafür sind w i r nicht zu haben. Die Reichsfeindschaft, welche der Antrag Richthofen ausspricht, der dem preußischen Landtage onderrechte zuweisen will, können wir auch nicht thoilen. Wir verlangen einheitliche Organisattonen für das Reich Dr. Zwick«frs. Vp.) vertheidigt den Antrag S ch m i d t u. Gen. die Landes-Zentralbehörde kann nach Anhörung des Vorstandes die Errichtung von Rentenstellen als örtliche Organe der Ver- sichernngsanstalt für geeignete kleinere Bezirke anordnen. Die A« Ordnung mutz erfolgen auf übereinstimmenden Beschluß von Vor- stand und Ausschuß einer Versicherungsanstalt. Minist er i al Direktor Jagemann(Baden) erklärt, daß mit dem Trimborn'schen Antrag die Gegner der Regierungsvorlage (die süddeutschen Regierungen I) einverstanden find. v. Löbell(k.): Unbestreitbar habe die Sozialdemokratie mit autzerordentlicher Energie und großem Geschick sich aller Wahlen bemächtigt. Wer habe einst geahnt, datz die Orts-Krankenkassen völlig in die Hände der Sozial- demokraten gelangen würden? Auch er sei für den Antrag Trimborn. da sonst das Gesetz scheitern müsse. Der Vorsitzende Schmidt(Elberfeld' schlägt vor, daß die Kommission folgenden B e s ch I u tz fasse: Sie erklärt sich, vorbehaltlich der einzelnen Bestimmungen, für die Errichtung von Renten st ellen; zur Iveiteren Berathung nimmt sie die Anträge Trimborn zur Grundlage nnd überweist sie einer S n b k ommi ssi o n, zu der jede Partei einen Vertreter sendet. Abg. R ö s i ck e spricht sich für den Vorschlag auZ. Auch mit den Anträgen Molken b u h r und Genossen in Bezug auf das Wahlrecht sei er einverstanden. Ministerial- Direktor Schicker (Württemberg): Für die Gewerbegerichte mag das bestehende Wahl system brauchbar sein, da da für einen Ort gewählt werde, unbrauch- bar sei es aber so, wie die Sozialdcmokraien beantragen, für die Wahlen zu den Rentenstellen. Da erstrecke sich die Wahl über das ganze Reich und auch die Frauen hätten dann Wahlrecht: das sei unmöglich. Sa lisch(k.) stimmt für den Vorschlag Schmidts.' Molkenbuhr weist die Ein wände Löbell's und Schickeres zurück. Die Wahl könne sehr einfach vollzogen werden; man brauche keine Wählerlisten, sondern jeder, der seine Versicherungskarte vorzeige und fein Aufenthalts� attest, habe das Wahlrecht, sobald er volljährig sei.— Die General debatte wird geschlossen.' Der Antrag Schmidt wird einstimmig angenommen, die Subkommisfion zu wählen; von jeder Fraktion wird ein Vertreter bestimmt: von den Sozialdemokraten Molken- b u h r.— Nächste Sitzung: Mittwoch. Verrlsmenksrisitzes. Jn der Sitzung der Budgetkommission des Reichstages am Dienstag wurden noch rcstirende Etats berathen. Auch stand noch die zum Kapitel„Postassistenten" beim Postetat vom Abgeordneten Müller- Sagan beantragte Resolution zur Debatte:„Die Regierung aufzufordern, durch den Etat für das Jahr 1900 eine Regelung der Gehaltöskala der Ober-Postassistcntcn und der ihnen im Range gleich stehenden Beamten herbeizuführen, datz denselben der Steigerungssatz von 300 M., der ihnen heute am Schlüsse ihrer Thätigkeit gewährt wird, bereits früher zu Theil werde. Direktor A sch enborn bittet, die Resolution abzulehnen, da sie Konsequenzen für andere Beamtenklassen, besonders für die Eisenbahnbeamten haben würde. Man möge mit der Zusicherung der Regierung sich begnügen, welche geneigt sei, zu gegebener Zeit den betreffenden Beamtenklassen entgegenzukommen. Singer und Müller- Sagan treten für die Resolution ein mit dem Hinweis, datz es nicht nöthig sei, daß das Reich stets Rücksicht auf Preußen nehme. Abg. G r ö b e r(Z.) ist auch ftir die Resolution, es müsse schärfer vorgegangen werden, da der Bnndcsrath den Resoluttonen des Reichstags zu wenig Be- achtung schenke. Abg. Graf R o o n will statt„für das Jahr 1900" das Wort„baldthunlichst" setzen. Der Antrag wird abgelehnt und die unveränderte Resolution mit großer Mehrheit angenommen.— Die Anberaumung der nächsten Sitzung der Konnnission wird dem Vorsitzenden v. Kardorff anheimgegeben. Vsvkei-Ltachvichken. Die sSchflsche Wahlfrage. Jn der„Sächsischen Ar- beiter-Zeitung" tritt Genosse Parvus mit wohlerwogenen Gründen für die Wahlbetheiligung ein. Sehr beachtenswerth er« scheint uns der folgende Gedanke: ES hat sich bei den letzten LandtagSwahlen gezeigt, daß die dritte Wählerklasse, die Masse deS Volkes, dessen Rechte geschmälert»verden, doch noch zu einem großen Theile reaktionär wählt. Die Gegner der Wahlbetheiligung haben auch hierin meistens Schätzungsfehler begangen. Sie haben mindestens darauf gerechnet, daß die dritte Wählerklaffe bei den Wahlen ausbleiben wird; sie blieb aber nicht aus, sie ging hin und wählte, und zwar in den Wahlkreisen, wo die Sozialdemokratte sich betheiligte, wie auch in jenen, wo sie sich nicht betheiligte. Kann eS eine größere Schmach und Schande geben, als die, datz Massen des arbeitenden Volkes diejenigen wählen,� welche ihnen das Wahlrecht gekürzt haben und ihre Mandate dazugebrauchen, um des Volkes Rechte noch weiter zu schmälern, ilnd trifft diese Schmach und Schande nur die verblendeten Massen{ Trifft nicht der Schatten davon auch uns, wenn wir sie m ihrer Verblendung lassen? Ist es unter diesen Umständen nicht geradezu eine Pflicht der Partei, die Bethörten anszurütteln? /, Parvus bezeichnet mit Recht die Eroberung der dritten Wahler- klaffe als das crftrebenswerthe wichtige Ziel der Wahlbetheiligung.— Genosse Block, bisher in Dortmund, hat jetzt seine Stellung bei der„Sächsischen Arbeiterzeitung" in Dresden angetreten. Ber dieser Gelegenheit sei mitgetheilt, datz die vor einigen Tagen ge- brachte Meldung, Genosse Block sei wegen Beleidigung des Gruben- direktorS Hilbck zu 1 Monat Gefängnih verurtheilt worden, unrichtig ist. Wir hatten die Meldung einem westfälffchen Parteiblatte entnommen. Jetzt lesen wir aber in der„Rhein.-Wcstfäl. Arbeiterztg.", daß das erst am Sonnabend, also acht Tage nach der Verhandlung, verkündete Urtheil auf Freisprechung lautete. Todteuliste der Partei. Zwei tüchttge Genossen wurden in den letzten Tagen in Leipzig durch den Tod aus unseren Reihen gerissen. Am Sonnabend starb der Steinmetzmeister Emil T h a t e im Alter von 33 Jahren und am Sonntag der Restaurateur Robert Weber im Alter von 62 Jahren. Beide Genossen waren während der schweren Zeiten deS Ausnahmegesetzes stets am Platze, wenn die Partei sie rief. Eine Landcsversammlung der sozialdemokratischen Partei im Grotzherzogthum Weimar wird am zweiten Osterfeiertnge in Opolda abgehalten werden. Auf der Tagesordnung stehen: Abrechnung k. von der Landtagswahl. Bericht über den Stand der Partei im Grotzherzogthum. Stellungnahme zur nächsten LandtagSwahl. An- wäge der einzelnen Partei-Orte. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft WienS feierte am Sonntag den 61. Jahrestag des 13. März 1848, wie schon seit vielen Jahren, durch einen Massenzug auf den Zentralfriedhof, wo unter dem großen Obelisk, der nur das Datum„13. März 1843" als Inschrift trägt, die Opfer militaristischer Brntalität liegen, die aber keine Kämpfer waren, sondern ganz unbctheiligte Personen, darunter Greise und Frauen, die bei dem plötzlichen Feuern in die Menge erschossen wurden. Die Arbeiter zogen in geschlossenen Kolonnen, nach Bezirken und Vereinen geordnet, aus. Da die Mitführung von Baniiern und Fahnen verboten war, wurden grotze Kränze mit breiten flatternden rothen Bandschleifen den Zügen vorangetragen. Am Grabe wurden vor dem Niederlegen der Kranze Reden mit der Aufforderung zum Widerstand gegen die Reaktion, den Klerikalisnius und die Unter« drückung der freien Volksschule gehalten. Der Verein Deutscher Sozialisten in Zürich hatte am Schlüsse des Jahres 1898 149 Mitglieder. Die Einnahnren betrugen 1679 Franks, die Ausgaben 1670 Franks. Für die SMchStags- wählen gingen 438 Franks ein. Die Geschäfte des Vereins wurden in 45 Lokalausschutz-Sitzungen und 4 geschlossenen Mitglieder-Ver- sammlungen erledigt. Polizeiliches, Gerichkliches u. s.w. — Eine mehr als übertriebene Empfindlichkeitlegte derTtadt« Magistrat von Harburg an den Tag. Das„Harburger Volksblatt" hatte die von verschiedenen Wohlthüttgkeitsvereincn geübte Praxis, zur Vertheilung ihrer Geschenke sich Auskunft von der Stadt« behörde zu erbitten oder gar die Stadtbehörde als Vermittlerin zu benutzen, kritisirt, weil dadurch die Beschentten ihres Wahlrechts ver- lustig gingen. Jn diesem Zusammenhange hatte das Blatt von „Wahlrechtsraub" gesprochen. Dadurch fühlte sich der im ganzen Artikel nicht genannte Magistrat beleidigt und stellte gegen den ver- antwortlichen Redakteur Genossen Adler Strafantrag. Das Gericht sprach Genossen Adler frei. da sich der Artikel gar nicht auf irgend eine Handlung des Magistrats bezog. Der Staatsanwalt hatte nur drei Monate Gefängnitz beantragt. Die Strafkammer hatte schon vorher die Einleitung des Hauptverfahrens abgelehnt, war aber vom Oberlandesgericht Celle dazu veranlaßt worden. — Die Prolctarierkrankhcit ist kein grober Unfug. Viel Aufsehen erregte Ende vorigen Jahres ein Verfahren gegen unseren Genossen Hirschmeicr in Neustadt O.-S., der in einer Todesanzeige als Todesursache die Proletarierkrankheit angegeben hatte. Hierfür gedachte ihm die dortige Polizeiverwaltung eine Strafe wegen groben Unfugs zuzuwenden. Nachdem der Genosse protokollarisch vernommen war,'wurden Personen gesucht, welche sich über die„Ungehörigkeit" Hirschmeietts aufgeregt haben oder sich sonstwie„belästigt" fühlten. Dies Vorhaben scheint nun ergebnitzlos verlaufen zu fem. Dieser Tage hatte dem Neustädter Sunder das Warten zu lange gedauert und er fragte bei der Neiffer Staatsanwaltschaft nach dem Stande des Strafverfahrens an. Es wurde ihm amtlich mitgetheilt, datz das Verfahren gegen ihn eingestellt sei. — Vor dem Schöffengericht Nürnberg wurde am Montag der Einspruch des verantwortlichen Redakteurs der„Frank. Tages- post", Georg Gärtner, gegen ein Strafmandat auf 100 M., das er wegen groben Unfugs erhalten hatte, verhandelt. Der„grobe Unfug" sollte durch den Abdruck des Gedichtes: Rezept für Redakteure, begangen fein. Gärtner wurde freigesprochen. Zur Reichstags-Ersatzwahl im zweiten Berliner Wahlkreise. Die freistnnige MannrSthat deS Herrn Dr. R. Werner, Ober» lehrer in Berlin und freisinniger ReichStagSwahl-Kandidat in Königs« berg N./M. läßt diesen Herrn noch immer nicht zur Ruhe kommen. Er sandte unS schon wieder einen seiner von Bildung und.Höflichkeit trotzenden Schrcibebriefe; diesmal 8'/» Seiten lang. Zwei sachlichs Bchaupttingen stellt er darin auf: der Vorfall in der Drewitzer Wählervcrsammlnng sei von uns falsch dargestellt; nicht„irgend ein Mensch", sondern der W irth habe die Lampe ausgelöscht, nach- dem er schon vorher Görcke nicht habe sprechen lassen wollen, vom 'reisinnigen Vorsitzenden aber bedeutet worden sei, datz ihn das nichts angehe. Schließlich sei Herr Görcke selber zu ihm heran- gekommen und habe gesagt, unter den obwaltenden Umständen sei es wohl das Beste, die Versammlung zu schlietzen. Wir wandten uns nun an Genossen Görcke(obgleich der wahrheitsliebende Herr Dr. R. Werner von Görcke, in dem er den Verfasser der betreffenden Einsendung vermuthet, schreibt:«entweder hat Herr Görcke ein so schwaches Gedächtniß, datz alle seine Zeugnisse nur wenig Werth haben können oder er lügt dewnstt") und erhalten von diesem die Mittheilung, datz diese Darstellung des wahrheitsliebenden Dr. R. Werner falsch rt. Weder bei der ersten Störung seitens des Wirthes noch beim Lampenauslöschcn durch den Schwager des Wirthes(also nicht den Wirth, sondern thatsächlich„irgend einen Menschen") sei es dem freisinnigen Versammlungsleiter eingefallen, schützend ein» zuschreiten, erst als infolge des Lampenauslöschens einzelne Anwesende ihrer Erregung(auch über den freisinnigen Borsitzenden) in derben Worten Luft machten, sei er, um unliebsamen Szenen vor- zubeugen, an den Tisch des freisinnigen Bureaus hcrangetteten und erst da hätten die Freisinnigen einige unverständliche Elttschuldigungen gestammelt. Nun fällt eS uns nicht im Geringsten ein. jetzt nach dem Beispiel deS Herrn Dr. Werner zu behaupten, er habe„bewußt ge« logen"; dieser Höhe freifinniger Bildung bleiben wir gerne ferne. da wir aus Erfahrung wissen, wie namentlich in solchen erregten Momenten bei verschiedenen Theilnehmern Auffassung und Wahr- nehmung in späteren Darstellungen völlig sich widersprechen; aber vielleicht lernt der freisinnige Herr Dr. R. Werner daraus, daß ein an- tändigrr Mensch mit dem Borwurf der bewußten Lüge nicht so leichtherzig umgeht, wie Herr Dr. Werner eS in jedem setner Briefe an uns gethan hat. * Zur Neuwahl im zweiten Reichstags. Wahlkreise. Den Barteigenossen und Genoffinnen die Mittheilung, daß am Donnerstag, Abends 8½ Uhr, eine Boltsversammlung im Lokale des Herrn Richter, Schwerinstr. 13, stattfindet, in der Genosse Dr. Leo Arons über die Neuwahl zum Reichstage sprechen wird. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Wahlkomitee. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In der Schriftmaleret von Klein, Berlin, Köpniderstr. 98a, find die Arbeiter wegen Differenzen in den Ausstand eingetreten. Deutsches Reich. " Die Die zweite fachliche Behauptung in dem 8/2 Seiten langen| Angeklagten in gewinnsüchtiger Absicht das Feuer angelegt haben. Iwelcher Beit man die in Frage kommenden Arbeiter der Branche Brief ist die:" Ich war nie und bin nicht Oberlehrer am Louisen- Es sind eine Anzahl Personen geladen worden, welche befunden sollen, für die Bewegung glaubt gewinnen zu können. Ferner wurde mit städtischen Gymnasium." daß die Ehefrau Wölfel gelegentlich eines kleinen Schadenfeuers, getheilt, daß die Kollegen in einigen Geschäften schon die Forderungen Wir gönnen das den Schülern des Louisenstädtischen Gymnasiums welches vor einiger Zeit in demselben Hause stattfand, verdächtige geftelli haben und daß daselbst eine gütliche Einigung herbeigeführt und zweifeln an der Behauptung des Herrn Dr. Werner bei Aeußerungen fallen ließ, andere Zeugen sollen die Chewerden könne. Aufsehen erregte die Mittheilung eines Redners, seiner an so vielen Beispielen erhärteten Wahrheitsliebe durchaus leute Wölfel am Abende vor dem Brande noch nach welcher sagte, daß bei der Firma Weltmann, deren Inhaber ein sehr nicht, obgleich er beizufügen unterlassen hat, an welchem Gymnasium Schluß des Geschäfts im Laden gesehen haben, wieder christlicher Mann sein soll, der auch seine Arbeiter zum Kirchenbesuch er die segensreiche Thätigkeit als Oberlehrer ausübt. Sollte es die andere sollen fich darüber gewundert haben, daß der Laden anhält, jeden Sonntag bis 3 Uhr gearbeitet wird. Wenn dann Einsicht gewesen sein, daß seine Schüler eine eigenthümliche Auf- an dem fraglichen Abend früher geschlossen wurde als sonst und daß ein Beamter erscheine, um die Werkstatt zu kontrolliren, dann fassung von ihrem Lehrer erhalten könnten, wenn sie feinen von den Wölfel die beiden Blechkannen noch turz vor dem Geschäftsschluß werde dies von den unteren Geschäftsräumen nach der Werkstatt gröbsten Schimpfwörtern stroßenden und in klassischem Deutsch ab- aus dem im Keller lagernden Petroleumfaß füllte. Die An- signalisirt, die Arbeiter versteckten sich dann auf dem Boden und der gefaßten Brief an unseren Genossen H. Werner zu Gesichte bekämen? geschuldigten bestreiten entschieden ihre Schuld. Wenn sie auch in fontrollirende Beamte werde auf diese Weise hinter das Licht geführt. Das wäre schon der Anfang zur Befferung. Hoffentlich verschont uns Anbetracht der hervorgehobenen Umstände nicht zu bestreiten ver- In beiden Versammlungen- dieselben fanden in den Arminhallen nunmehr der freisinnige Herr mit seinen Buschriften. mögen, daß eine vorfäßliche Brandstiftung vorliegt, so leugnen fie und in der Berliner Ressource statt, wurde folgende Resolution an doch, die Thäter zu sein und meinen, daß feindliche Mitbewohner genommen: zuzufügen und sie zu verdächtigen. Seitens des Bertheidigers, die bisherigen Praktiken derjenigen Unternehmer, welche die unterdes Hauses ihnen den Streich gespielt haben, um ihnen Schaden Die Versammlung der Maßschneider mißbilligt auf das schärfste Rechtsanwalts Dr. Schwindt, ist ein erheblicher Beugenapparat auf schriftlichen Vereinbarungen vom 1893er Streit illusorisch gemacht geboten worden, der geeignet sein soll, die Schuld der Angeklagten haben und beschließt: In Erwägung, daß die Mißstände in ben in Frage zu stellen. Es find gegen 40 Zeugen zu vernehmen. besseren Maaßgeschäften nur untergeordneter Natur sind, im WefentDer Dr. med. Bernhard Evens hat gegen eine ganze Reihe lichen es sich nur um Festlegung neu entstandener Arbeiten und dergleichen hiesiger Zeitungen Privatflage wegen Beleidigung angestrengt, u. A. handelt, ist dort Aussicht auf Entgegenkommen vorhanden und sind auch gegen die Staatsbürger- Zeitung", gegen deren Redakteur Joh. große Differenzen wohl nicht zu befürchten. In fernerer Erwägung, daß Wilberg gestern vor dem Schöffengericht verhandelt wurde. Als der die größten Mißstände in den kaufmännischen Geschäften vorhanden sind, Privatkläger im verflossenen Sommer wegen Verdachts des Ver- die besonders durch den Mißbrauch den seinerzeit bewilligten brechens gegen das teimende Leben verhaftet worden war, erschienen zweiten Tarife in den Geschäften im Allgemeinen begünstigt sind, in den Beitungen gleichlautende Artikel, worin behauptet wurde, daß ist die Beseitigung derselben unbedingt erforderlich, und sind die Dr. Evens eine höchst dunkle Vergangenheit habe 2c. Die Staats- Kollegen verpflichtet, die strikte Durchführung der Tarife zu ver bürger- Zeitung" brachte diesen Artikel mit der Ueberschrift„ Entlarvter langen. Der Umstand jedoch, daß die Bewegung zu jung und die Verbrecher." Dr. Evens wurde wider Erwarten freigesprochen, worauf Beit zu kurz ist, um diese Kollegen zum einheitlichen Vorgehen zu Zur Lohnbewegung der Krefelder Weber. In dem Aus- er obige Klagen anstrengte. Sein Vertreter, Rechtsanwalt veranlassen welches allein die Vorbedingung eines fiegreichen Erstand ist bisher eine Aenderung nicht eingetreten. Die Arbeiter rüsten Lustig, erkannte an, daß der Kläger thatsächlich die erwähnten Vor- folges wäre, beschränkt ims leider, partiell vorzugehen, und versich auf einen längeren Widerstand und haben nunmehr ähnlich, wie es strafen erlitten habe. Der Presse tönne aber nimmermehr das Recht pflichten sich die Arbeiter der Geschäfte, об in oder die christliche Weberorganisation gethan hat, den Ausständigen empfohlen, zugestanden werden, die Vorstrafen eines Menschen, der erst eines außer dem Hauſe, die seinerzeit festgelegten Bedingungen soweit es möglich ist anderwärts Beschäftigung zu suchen. In neuen Vergehens überführt werden sollte, bei dieser Gelegenheit hochzuhalten und die eingerissenen Mißstände zu beseitigen. letzter Zeit haben die Fabrikanten lange Lohntabellen veröffentlicht, an die Oeffentlichkeit zu zerren. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Diejenigen Kollegen, welche bis jetzt noch nicht Stellung die beweisen sollen, daß die Ausständigen einen hinreichenden Hahn war entgegengesetter Ansicht. Der Privatbeklagte theilte dazu genommen haben, und deren Verhältnisse dringende Abhilfe cr Lohn erhalten haben. Demgegenüber tann nur darauf hingewiesen dem Gerichtshofe mit, daß der Kläger sich vor dem Schieds- fordern, haben sich schleunigst zusammenzufinden, um sich über ein werden, daß der Kampf nicht um eine Lohnerhöhung begonnen mann erboten habe, die Klage nicht anzustrengen, wenn er eine Vorgehen schlüssig zu werden. Die Versammlung erachtet es als wurde, sondern zur Abwehr von Lohntürzungen. Sonderbar ist Geldentschädigung von 5000 m. erhalte. Es tomme dem Kläger eine Pflicht der Kollegen, die hieraus entstehenden Konsequenzen zu es aber, daß nur die Löhne von einigen Arbeitern angegeben nur darauf an, Geld herauszuschlagen. Das Gericht war doch der tragen und erklärt sich mit dem Vorgehen der Arbeiter der einzelnen werden. So hat die eine Firma 200 Stühle in Betrieb; in der Meinung, daß der Inhalt des Artikels in der Form das Maß des Geschäfte solidarisch und sagt ihre materielle Unterſtügung zu. Lohnliste giebt sie den Verdienst von nur 82 Arbeitern an und wahr- Erlaubten überschreite. Der Beklagte wurde zu einer Geldstrafe von Versammlung drückt den festen Willen aus, die innegehabte Pofition scheinlich solcher, die zu den besser gestellten gehören. Diese Arbeiter 20 m. verurtheilt. zurückzuerobern, um einen Vorsprung zu gewinnen, daß mit vers haben im vergangenen Jahre einen Spezialartikel verfertigt, der, würde er nach der neuen Lohnliſte berechnet, eine Lohnreduktion bezirke beschäftigte gestern die 149. Abtheilung des hiesigen Schöffen- ungen der Kollegen zum Siege verholfen wird. Ein Nachspiel zur Kommunalwahl im 13. Kommunal- Wahl- einten Kräften im nächsten Jahre den durchaus berechtigten Forde bis zu 30 pCt. erfahren würde. Die soziale Kommission gerichts unter Vorsiz des Amtsrichters v. Krosigk. Privatklage war Rigdorf. Mit den ersten Kommunalwahlen der Stadt Rigdorf ist aufs neue bemüht, Verhandlungen anzubahnen. Ob ihre Be- vom Fabritbefizer Otto Weigert erhoben, der vom Rechts- beschäftigte sich am Montag noch einmal eine imposante Boltsmühungen bei den Fabrikanten ein Entgegenkommen finden werden, anwalt Dr. Werthauer und Justizrath A del vertreten wurde, versammlung, die im Apollo- Theater stattfand. Saal und Gallerien ist ungewiß. Die Unterstützung der Ausständigen ist deshalb dringend Beklagter und Widerkläger war der Klempnermeister und Stadt- waren überfüllt. Paul Singer hatte das Referat übernommen. nothwendig. verordnete Ferdinand Rast, dem Rechtsanwalt Cassel und Seine interessanten, vielfach kritisch zugespizten Ausführungen Die Weber in München Gladbach und der Umgegend Justizrath Kleinholz zur Seite standen. Eine große Bahl von fesselten die Aufmerksamkeit der mehr als tausendköpfigen Zuhörerhaben den Beschluß gefaßt, in eine Lohnbewegung einzutreten. In Beugen war geladen. Herr Rta st wurde beschuldigt. im Oktober und schaft bis zum letzten Moment. Redner würdigte eingehend Odenkirchen haben sich die Weber mit einer Lohnerhöhung von November vorigen Jahres zu Ungunsten des Privatklägers eine vor das Kommunalprogramm der Sozialdemokratie, das durchdrungen 5 pCt. zufrieden gegeben. In einigen Betrieben dauern die Diffe- 25 Jahren erschienene, von dem damaligen Redakteur der All- ist von dem sozialen Gedanken. Er bezeichnete es als eine Hauptrenzen fort. Die Weberei von Brunner in Hoch neukirchen hat gemeinen Börsen- Zeitung" Herrn J. Hollander verfaßte Broschüre aufgabe sozialdemokratischer Stadtverordneten, dem sozialen Gedanken die Löhne um 10 bis 15 pet. erhöht und die Arbeitszeit um 45 Mi- mit Beleidigungen gegen Herrn Weigert verbreitet und außerdem Einfluß zu verschaffen auf die ganze städtische Verwaltung. Das nuten gekürzt. Ende Oktober in einer öffentlichen Versammlung dem Privatkläger tönnten fie um so eher, einen je größeren Einfluß sie auf die Zuden Vorwurf der Unverschämtheit gemacht zu haben. Die An- fammensetzung des Magistrats gewännen. Darum sei gerade gelegenheit wurde vertagt, da der Gerichtsvorsitzende sich über die die jetzige Wahl in Rigdorf bedeutungsvoller wie Broschüre, die ihm bisher nicht vorgelegen hatte, weitere Aufklärung bisherigen und alle folgenden Rigdorfer Kommunalwahlen. verschaffen wollte. Redner schloß mit einem zündenden Aufruf an die Wähler, die Vor der Neu- Ruppiner Straffammer begannen Montag Stimmabgabe nicht nur nicht zu verfäumen, sondern auch bei jeder früh die auf mehrere Tage berechneten Verhandlungen in dem um Gelegenheit die Lässigen dazu anzuhalten.( Unhaltender Beifall.) fangreichen Schmuggler und ehlerprozeß, dessen oppe erwartet auch günstige Resultate von der Wahl in der Schauplatz das fleine Landstädtchen Lenzen an der Elbe bei zweiten Abtheilung. Am Mittwoch möge man so frühzeitig wie Wittenberge ist. Auf der Anklagebant figen 15 angefebene Ein- möglich zur Wahl gehen. Mit begeisternden Hochrufen auf die Sozial wohner dieses Ortes, theils Gastwirthe und Kaufleute, theils Schiffs- demokratie und auf Singer ging dann die Versammlung auseigenthümer der auf der Elbe von Hamburg nach Magdeburg und weiter herauf verkehrenden Elbkähne, die der gewerbs- und gewohn- Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Heute Abend 81/2 Uhr Der Formerstreit in Kottbus ist durch Vermittelung vor dem heitsmäßigen ehlerei, der Beihilfe hierzu und der Begünstigung in G. Feuerstein's Festfälen, Alte Jakobstraße 75: Bortrag mit Lichtbildern Gewerbegericht zum Abschluß gekommen. Die Arbeiter erzielten die dieses Verbrechens beschuldigt werden. Unterschlagen wurde haupt- Menschen, Magen- und Darmkrankheiten sowie deren Heilung. Gäste, Damen des Naturheilkundigen Herrn Otto Grundmann über: Die Ernährung des Einführung eines neuen Lohntarifs, der die Ungerechtigkeit des bisher fächlich jede Art von Getreide, sowie Mais, Kaffee, Zucker, und Herren, find willkommen. bestehenden beseitigt und auch sonst einige Aufbesserungen enthält. Reis, Pfeffer, Nelken, Schmalz, Wein, Rum, Kognat und Kapwolle. Berliner Naturheilverein II. Donnerstag, den 16. März, Abends Von den Ausständigen werden sämmtliche wieder eingestellt. Im Jahre 1893 gelang es, in Wittenberge und Perleberg eine An- 82 Uhr, im fleinen Saale des Vereins junger Raufleute, Beuthstr. 20, I: Die Böttcher in Halle befinden sich im Ausstand. Betheiligt zahl Hehler zu ermitteln, welche zu erheblichen Freiheitsstrafen ver- Damen- Vortrag von Frl. Cornelius über:" Wochenbett- Erkrankungen". find 62 Mann. Bisher hat eine Werkstatt, in der 31 Gesellen beurtheilt wurden. Bereits damals war auch amtlich davon die Nede, schäftigt werden, bewilligt. Zuzug ist fernzuhalten. daß besonders viel in Lenzen und Umgegend, der sogenannten Italien in China. Lenzener Wische"," gemacht", d. h. gehehlt würde. Erst im Mai Der Schuhmacherausstand in Tuttlingen, der zur Einführung vorigen Jahres gelang es der Staatsanwaltschaft, die HauptRom, 14. März. der 10stündigen Arbeitszeit unternommen wurde, ist durch Vergleichs- hehler zu faffen, und zwar auf Grund einer Denunziation Deputirtentammer. Der Minister des Auswärtigen verhandlungen zu einem befriedigenden Ende geführt. Die Vermittelung eines der Betheiligten. Es fand dann eine umfangreiche Canevaro beantwortet fünf Anfragen über die Aktion Italiens in geschah durch den Gewerbe- Inspektor Hochstetter aus Stuttgart. Haussuchung in sämmtlichen Ortschaften der„ Wische" statt. China. Unter lebhafter Aufmerksamkeit des Hauses erklart der Die Fabrikanten erklärten sich bereit, vom 1. Juli d. J. die zehn- In den Kellerräumen der Kaufleute, unter den Tanz- Minister: Als die Regierung beschloß, sich eine Flottenstation stündige Arbeitszeit einzuführen. Für die in Tagelohn beschäftigten böden der Gastwirthe und in den Wohnungen der Schiffseigner, ja in China und möglicherweise den einen oder andern weitern Arbeiter soll der Lohn derselbe bleiben, und dürfen Maßregelungen fogar in der Wohnung des Lenzener Fährmeisters wurden förmliche Vortheil zu sichern, der dort der Entwickelung des Handels nicht stattfinden. Waarenlager und ganze Schiffsladungen von Getreide, Mais, Kap- und der Industrie Italiens förderlich sein würde, auf wolle, Nelken, vornehmlich aber Kaffee vorgefunden, die den Hehlern daß wir uns nicht nicht die Zukunft in dem ausgedehnten von Schiffsleuten der vorüberfahrenden Elbtähne verkauft worden Reiche verschlössen, das alle in Europa für so viel. waren. Der Hauptangeklagte Geister begnügte sich nicht mit dem versprechend halten, fragte ich zunächst bei der engli Absaz in Lenzen und Umgegend, sondern richtete noch außerdem ein schen und der japanischen Regierung an, ob sie gegen unseren Blan förmliches Versandtgeschäft ein, das namentlich bei Pastorenfrauen nichts einzuwenden hätten, da wir unseren Platz zwischen der japaniund Offiziersdamen lebhaften Anklang fand, da die allerfeinsten schen Einflußprovinz und den dem englischen Einflusse unterstehenKaffeesorten durchschnittlich für 50 bis 60 Pf. das Pfund zu haben den Tschusan- Inseln würden einzunehmen gehabt haben. Die beiden befreundeten Staaten erklärten fich glücklich, uns zu Nachbarn Die Pausen in der Bäckerei Arbeiter Verordnung. zn haben. Indessen verlangte England, daß wir nicht zu Gewalts Wegen Uebertretung der Bäckerei- Arbeiter Verordnung war der maßnahmen griffen und über die Abtretung der San- mun- Bai Bädermeister Midler aus Charlottenburg in zweiter auf diplomatischem Wege verhandelten, wobei uns England zus Instanz zu einer Geldstrafe von 50 m. ev. 10 Tagen Haft verurtheilt sicherte, uns dafür diplomatisch bei China zu unterstützen. Ich wies worden. Er hatte seinen Gesellen und seinen Lehrling zu lange be- alsdann unseren Gesandten De Martino an, die Unterhandlungen Ein umfangreicher Brandstiftungsprozek, zu deffen Ver- schäftigt und dem Lehrling auch die einstündige Bause während der zu eröffnen. Gleichzeitig benachrichtigte ich die befreundeten Handlung zwei Tage angesezt sind, begann gestern vor dem Schwur Arbeitszeit nicht gewährt. M. legte gegen das landgerichtliche Urtheil Mächte, namentlich die bei den chinesischen Angelegenheiten intereffirten. Alle gericht des Landgerichts I unter dem Borsiz des Landgerichtsdirektors die Revision ein und machte hinsichtlich des Lehrlings geltend, dieser habe hauptsächlich ohne Unterschied nahmen Voigt. Aus der Untersuchungshaft wurden der Wertmeister Georg im Laufe der Arbeitszeit öfter pausiren dürfen, insgesammt mehr als von unseren Erklärungen sympathisch Att; einige derselben Ife! und seine Ehefrau Marie Wölfe I vorgeführt, gegen eine Stunde. Daß die Pause 60 Minuten, die auf einander folgen, wiesen fogar ihre Vertreter in China an, dem Tsung- li- Yamen welche die Anklagebehörde ein erhebliches Belastungsmaterial umfassen solle, gehe aus der Verordnung des Bundesrathes nicht diese ihre Gesinnung uns gegenüber bekannt zu geben. Das zufammengetragen hat. Wölfel ist gelernter Schlosser, hat sein hervor. Im übrigen hätten der Gefelle und der Lehrling frei- fung- li- Damen stellte jedoch sogleich unseren Gesandten be Martino Gewerbe aber vor einigen Jahren aufgegeben, um Schant- villig" länger gearbeitet. Der Straffenat des Kammergerichts die von ihm behufs Eröffnung der Verhandlungen überreichte Note wirth zu werden. Dies Geschäft blühte nicht, es ging wies die Revision des Angeklagten zurück und führte aus, die Pause mit der Versicherung zurüd, es thue dies, um die gegenmit Wölfel's Vermögens Verhältnissen immer mehr zurück, müsse während 60 zusammenhängender Minuten gewährt seitigen Freundschaftsbeziehungen zu erhalten, die durch die Erbis er schließlich den Offenbarungseid leistete. Mit dem Reste werden. Der andere Einwand des Angeklagten fei gleichfalls be- öffnung der Verhandlungen hätten gestört werden können. Diese inforrette Handlungsweise erheischte eine sofortige Genugthuung, und wir trafen die nöthigen Maßnahmen, diese zu erreichen. Ein Formertag wird zum 8. April nach Gotha einberufen. Die Anregung geht von den Formern in Braunschweig aus und handelt es sich im Wesentlichen um eine Verständigung über die Organisationsform. Die Tapezirer werden gebeten, den Zuzug nach Dresden, München, Nürnberg, Wiesbaden und Bielefeld fernzuhalten. Die Tischler- Innnng in Bielefeld hat die Vereinbarung getroffen, daß bei einer Konventionalstrafe von 50 M. fein Mitglied die Forderungen der Gesellen bewilligen darf. Ausland. In Kopenhagen dauert der Ausstand der Schlächter fort. Im Wesentlichen handelt es sich um die Anerkennung der Organisation und die Abschaffung des Kost- und Logiswesens. Die deutschen Schlächter werden gebeten, den Zuzug nach Kopenhagen fernzuhalten. Die schottischen Grubenarbeiter, ca. 70 000 Mann, befinden fich wegen einer Lohnforderung in Differenzen mit den Unternehmern und dürfte es zu einem Ausstand konimen. Gerichts- Beifung. : waren. des Vermögens erwarb Frau Wölfel dann im Hause Waldstr. 37 langlos. ein fleines Materialwaarengeschäft. Ihr Ehemann arbeitete wieder als Schlosser. In diesem Geschäfte brach in der Nacht zum 5. Dezember v. J. Feuer aus. Die herbeigerufene Feuerwehr löschte Derlammlungen. T einander. alle den Brand mit Leichtigkeit, sodaß nur ein verhältnißmäßig geringer Die Maaßschneider hielten am Montag zwei Versammlungen Lehte Nachrichten und Depeschen. Schaden entstand. Im Laden bot sich den Feuerwehrleuten ein ab, in denen über die hinsichtlich der Lohnbewegung einzuschlagende Plauen t. V., 14. März.( B. H.) Die N. Voigtl. Zeitung" eigenthümliches Bild. Auf einem Regal hatten zwei Blechkannen Tattit berathen wurde. Wie aus den Ausführungen der Redner publizirt heute das Urtheil in der Straffache, betreffend die fortmit Petroleum gestanden, welche jede etwa 20 Liter enthielten. Die hervorging, hat die Bewegung hauptsächlich die stritte Durchgesetzten Tülldiebstähle, durch welche die Plauen'sche Stidereis eine Ranne lag geleert am Boden, der Inhalt war ausgelaufen führung des 1898 errungenen Lohntarifs zum 8wede. In den Industrie monatelang in Aufregung verfegt wurde. 16 Angestellte und augenscheinlich verbrannt, da sich hier der Brandheerd befand. besseren Maaßgeschäften machen sich nur Vereinbarungen hin- der Branche erhielten Strafen von 3 Monaten Gefängniß Die zweite Sanne, die noch gefüllt auf dem Regal stand, war eben sichtlich solcher Arbeiten erforderlich, die nach dem Inkrafttreten bis zu 4 Jahren Zuchthaus. falls geöffnet. Unweit derselben stand eine Arufe, welche des Tarifs neu eingeführt worden sind. Daher werde es in Wien, 14. März.( W. T. B.) Der heute eröffnete les etwa 4 Liter Brennspiritus enthielt. Die Deffnungen dieser beiden diesen Geschäften auch nicht zu ernsten Konflikten kommen. Haupt- fische Landtaa nahm für den Antrag, gegen die jüngsten Gefäße waren mittels einer gündschmur verbunden, die gebrannt, fächlich müsse auf die Beseitigung der Mißstände, welche in den lauf- Sprachenverordnungen feierlich zu protestiren, diesen Protest zur die Flüssigkeiten aber nicht entzündet haben mußte, denn die in die männisch betriebenen Geschäften bestehen, hinarbeiten. Hier giebt es Kenntniß der Regierung zu bringen und zum ewigen Gedächtnisse Gefäße eintauchenden Enden waren unversehrt, während die Schmur nämlich zwei Tarife. Einen für bessere und einen für minder im Landesarchive zu hinterlegen, die Dringlichkeit an. Bei der in der Mitte verkohlt war. Ließen diese Umstände schon allein auf gute Maaßarbeit, und es ist dahin gekommen, daß auch für meritorischen Verhandlung des Antrages entfernten sich die slavischen eine vorsägliche Brandstiftung deuten, so tam noch hinzu, daß in bessere Arbeit fast nur noch der niedrige Tarif be- Mitglieder des Landtages unter Abgabe einer diesbezüglichen Er einer neben dem Laden befindlichen Kammer ebenfalls ein Brand- zahl wird. Da aber in diesen Geschäften vorwiegend das klärung, worauf der Antrag einstimmig angenommen wurde. heerd entdeckt wurde, welcher mit dem ersteren in gar Zwischenmeister System herrscht und die Heimarbeiter, weil schwer Mailand, 14. März.( B. H.) Die Sozialisten Italiens bes feiner Verbindung stand. Hier hatte ein Bett gebrannt, aufzufinden, nicht leicht für die Bewegung gewonnen werden können, schlossen, im Herbst einen Kongreß abzuhalten, um ihre Lage zu das Feuer war aber wahrscheinlich bon selbst wieder so hielt man ein allgemeines Vorgehen in diesem Jahre noch nicht berathen. Sollte die Regierung den Kongreß verbieten, so soll der erloschen, weil die Luft nicht genügenden Zutritt gehabt hatte. für angebracht, es sollen vielmehr nur in den Geschäften die Forde- felbe im Auslande stattfinden. Die Angeklagten sollen ihr Hab und Gut weit über den Werth verrungen gestellt werden, wo Aussicht auf Erfolg vorhanden ist, Arad, 14. März.( B. H.) Die hiesige große Spiritus: sichert haben, der Ehemann Wölfel trug die Police auch während und die allgemeine Bewegung gegen die laufmännischen Ge- fabrit ist zum größten Theile niedergebrannt. Da die des Brandes bei sich. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, daß die schäfte bis zum nächsten Frühjahr verschoben werden, bis zu Er plosionsgefahr besteht, herrscht in der Stadt eine große Aufregung Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Esins Nr. 63. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. genomme it. Reichstag. § 2 enthält die Bestimmung, daß vom 1. Oftober 1899 ab die Friedenspräsenzstärke als Jahresdurchschnittsstärke allmälig, derart erhöht wird, daß fie im Laufe des Rechnungsjahres 1902 bie Bahl von 502 506 Gemeinen, Gefreiten und Obergefreiten erreicht und in dieser Höhe bis zum 31. März 1904 bestehen bleibt. Die Kommission( Referent: Abg. Bassermann[ natl.)) hat die Zahl von 502 506 auf 495 500 herabgefegt und bestimmt, daß diese Höhe erst im Laufe des Rechnungsjahres 1908 erreicht wird. Die Präfenzziffer foll also um 7006 Mann herabgesetzt werden. Während der Rede des Berichterstatters tritt Reichskanzler Fürst Hohenlohe in den Saal. Striegsminister v. Gokler: # ober 1903 Mittwoch, 15. März 1899. Abg. v. Kardorff( ft.): nur Meine Freunde glauben, daß die Verbefferung des Heeres durch die und der damalige Kriegsminister nicht nur mit beiden Händen nach Militärvorlage eine so wesentliche ist, daß wir nichts davon missen diesem Antrag gegriffen, nein, man hat dem nach der Auflösung des fönnen. 56. Sigung, Dienstag, 14. März 1899, 1 Uhr. Wir sind entschlossen, für die Regierungsvorlage zu alten neugewählten Reichstag eine Vorlage gemacht, deren Basis stimmen, nur erklären Am Bundesrathetische: v. Go ßler, Graf Pojadowsth. ob die wir, daß wir auf die Frage, eben der Antrag Huene war.( Hört! hört! im Zentrum bis 1902 neue Organisation bis Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung der schloffen ist, abge- und links.) Noch ein Bedenken will ich kurz beleuchten, das in fein Gewicht legen. Militärvorlage. Wird die Regierungs- diesen aufgeregten Tagen geäußert worden ist. Die Blätter, forderung abgelehnt, fo find wir nicht in der Lage, für den und auch offiziöse waren darunter haben geäußert, man solle doch Die Berathung beginnt mit dem Gesetz, betreffend die Kommissionsbeschluß zu stimmen. In rein militärisch- technischen das Quinquennat einfach ablaufen lassen, dann trete Artikel 60 der Friedenspräsenz stärke des deutschen Heeres. Artifel 1 Fragen müssen wir die Verantwortung der Militär- Verfassung in traft, wonach 1 pct. der Bevölkerung in Friedensenthält die Forderungen für die allgemeine Bräsenz stärte behörbe überlassen. Denn, meine Herren, offen gesagt: von zeiten unter Waffen stehen müsse. Deutschland hat zur Zeit eine und für die einzelnen Truppengattungen.§ 1, der ausspricht, derartigen Fragen verstehen Sie allesammt nichts.( Seiterkeit). Durch Einwohnerschaft von 51 798 711 Seelen. Die Friedenspräsenzstärke daß das geltende Gesez vom 3. Auguſt 1893 mit den durch die Herabfegung würde wohl die Ausbildung der Mannschaften unter müßte demnach auf 517 937 Köpfe bemessen werden. Niemals ist das Gesetz vom 28. Juli 1896 bestimmten Aenderungen bis zum der zweijährigen Dienstzeit in Frage gestellt werden. Ueberhaupt: eine Auslegung thörichter und unhaltbarer gewesen, als diese. 30. September 1899 in Kraft bleibt, wird debattelos anDie ganze Frage hat ein neues Geficht gewonnen durch die zwei Redner beweist aus dem Wortlaut der Verfassung, daß die Friedensbiefes Umstandes Schwierigkeiten. Es ist daher ganz unmöglich, Aber jährige Dienstzeit. Selbst den Militärs macht das Jnrechnung ziehen präsenzstärke im Wege der Reichsgesetzgebung festgelegt werden muß. baß wir uns bei unserer Stellung der Vorlage gegenüber auf Boden dieser Verfassungsweisen. Gegenwärtig sind die Unteroffiziere stellen wir uns einmal einen Augenblick auf den militärisch technische Gründe berufen. The wir die Erklärung der aus dem Gesetz über die Friedenspräsenzstärke losgelöst. Es müssen Stegierung haben, ob sie sich mit dem Abstrich von 7006 Wann also zu den 479 229 Gemeinen, die wir haben, noch die 78 247 Unterzufrieden geben könnte, können wir uns auf den Kommissions- offiziere hinzugerechnet werden. Hierzu kommen noch die Flottenbeschluß nicht einlassen( Bravo! rechts). Es folgt daraus, daß auch mannschaften, die Sce- und Marine- Artillerie und Infanterie in wir unsere definitive Stellung erst in der dritten Lesung Höhe von 28 102 Köpfen. Das ergiebt zusammen ein stehendes einnehmen fönnen. Und wir bitten auch das Zentrum, sich die Heer von 585 578 Wann. Dabei habe ich die Einjährig- Freiwilligen Frage noch reiflich zu überlegen. Meine Freunde werden heute jeden mit rund 10 000 Mann noch ganz aus der Rechnung gelassen. Es falls für die Wiederherstellung der Regierungs find alfo 67 641 Köpfe in der Armee mehr vorhanden, als forderung stimmen.( Beifall rechts.) vorhanden sein müßten, wenn 1 pet. der Bevölkerung unter Waffen Abg. Dr. Lieber( 8.): stünde. In dieser Vorlage sind wir bereit zu einer Vermehrang an Bei der ersten Berathung der Militärvorlage habe ich der Die beiden Herren Vorredner haben den Boden, auf dem wir Unteroffizieren und Gemeinen von 18 928 Mann. Es ergiebt sich Erwartung Ausdruck gegeben, daß es gelingen werde, eine streiten, recht unliebsam verschoben. Der Abg. Dr. Sattler meinte, hieraus ein Mehr von 86 569 Köpfen über 1 pt. der Bevölkerung. Einigung in der Kommission zu erzielen. Ich dabei von der Ansicht aus, daß, wenn es sich um die Ver- war wenigstens so freundlich, ging nur die Regierung trage die Verantwortung. Herr von Levekow Wenn Sie also Lust haben, sich auf den Artikel 60 der Verfassung auch die Leistungsfähigkeit zu stügen, immerzu!( Heiterkeit.) Dann streichen Sie theidigung des Vaterlandes handelt, parteipolitische Interessen nicht des Boltes einigermaßen mit in Rechnung zu ziehen, Herr Sattler 86 569 Köpfe, es wird Ihnen niemand im Volke den in Frage kommen können. Ich glaube auch, daß ich mich mit dieser hat aber nicht einmal diese Einschränkung gemacht.( Schr richtig! Vorwurf daraus machen, Sie hätten es zu sehr belastet. Ansicht im Einverständniß befinde mit allen maßgebenden Parteien im Zentrum und links.) Er beruft sich einfach auf die Sach-( Heiterkeit und Beifall im Zentrum.) Der Herr Kriegsminister dieses Hauses. In der That haben auch die Beschlüsse der Kommission verständigkeit des Kriegsministers. Die Ueberwucherung von solchen hat es unangenehm empfunden, daß wir die Jäger zu Pferde in der zum großen Theile zu befriedigenden Sachverständigen- lrtheilen ist ja eine Krankheit dieses Jahrhunderts Vorlage zwischen die Verkehrs- und Traintruppen gestellt haben. Resultat geführt, es ist anerkannt worden, daß die gesammte und wenn es nach Herrn Dr. Sattler ginge, so hätte der Reichstag Ich war bisher der Meiming, daß im Lande der allgemeinen WehrHeeresverstärkung auf richtigen Grundsägen beruht. Indeß jeder Militärvorlage einfach zuzustimmen.( Sehr richtig! im Zentrum Pflicht der letzte Trainsoldat ebenso vornehm sei, wie der Garde find auch einige Menderungen der Regierungsvorlage erfolgt, und links.) Der Kriegsminister hat gesprochen, die Sache ist zu Ende, favallerift.( Heiterkeit.) In diesem Aberglauben haben wir bie wesentliche und weniger wichtige. Zu den letteren rechne ich erstens der Reichstag hat gar nichts zu sagen.( Bravo! im Zentrum und links.) Jäger zu Pferde an diese Stelle gebracht, wir sind aber gerne den Beschluß der Kommission die Erreichung der geforderten Heeres- Uebrigens ist der hochverdiente und hochverehrte Herr Referent offen bereit, die Jäger zu Pferde mit den Worten der Schrift verstärkung von dem Jahre 1902 auf 1903 zu verlegen. Ich habe bar nicht der gleichen Meinung, wie der Abg. Sattler. Er selbst zu erfreuen: Freund, rücke höher hinauf( Heiterkeit), bereits in der Kommission, bemerkt, daß alle Neuformationen bis hat in seinem Referat von einem Antrag berichtet, der eine Herab- wenn wir auch die Meldereiter nicht im allgemeinen 1902 abgefchloffen sein müssen und 1903 nur die Vertheilung der fezung der Präsenzziffer um 2949 Mann involvirt. Ehre den Ehre Getümmel der Kavallerie untergehen lassen wollen. Das alles find Mannschaften auf die verschiedenen Waffengattungen erfolgen fönnte. gebührt. Dieser Antrag war von dem Herrn Abg. Bassermann felbst aber keine Dinge, über die man noch zu streiten braucht, auch der Wenn diese Voraussetzung zutrifft, würde ein prinzipielles Bedenken gestellt worden( heiterkeit), dem Parteigenossen des Herrn Dr. Satt Herr Kriegsminister hat sie als solche erklärt. Bedeutend ist und in betreff der Jahreszahl nicht bestehen. Eine zweite Aenderung ist ler, und ich fann mich nur wundern, daß er in seiner Partei bleibt für den Kriegsminister und uns die Herabsetzung der Präsenz bei der Kavallerie vorgenommen, indem die Jäger zu Pferde von eine solche Buchtlofigkeit einreißen läßt.( Große Seiterkeit.) Die giffer. Wir sind zu diesem Ergebniß gekommen nach sorgfältiger den übrigen Kavallerie- Eskadronen ausgeschieden sind. Einen militäri- Rolle, die Herr Sattler dem Reichstag zuweist, ist eine um so Abwägung. Ohne die zweijährige Dienstzeit zu gefährden kann man schen Grund dafür kann ich nicht finden. Ich würde daher dringend Häglichere, wenn man auf der andern Seite steht, wie sich wohl mit den von der Kommission beschlossenen Ziffern auskommen. darum bitten, die Faffung der Regierungsvorlage wieder herzustellen. die verbündeten Regierungen den Beschlüssen des Reichstages Weil wir aus sachlichen Gründen zu diesem Abstrich gekommen Ich komme nun jedoch zu derjenigen Aenderung, die allein von ent- gegenüberstellen. Ich will hier bei der Sache bleiben und nur an sind, kann es keinen Eindruck auf uns machen, daß nach scheidender Bedeutung ist. Es ist nämlich die geforderte Friedens- die wiederholten Beschlüsse betreffend die Kriegsveteranen erinnern, den Erklärungen von rechts und links Parteien, die in der, präsenzſtärke um 7006 Mann verringert worden. Ich habe in der die ja so oft einmüthig vom Reichstag gefaßt worden sind. Die Kommission mit uns gegangen find, uns im Plenum verlassen wollen. Breffe vielfach die Ansicht vertreten gefunden, ich hätte diese Herab- Regierung bittirt, der Reichstag parirt und der Wir halten an den Beschlüssen der Kommission fest, auch wenn wir fegung fofort für unannehmbar erklären sollen, um die Situation zu Reichstag beschließt, die Verbündeten Regierungen abfentiren sich. ganz allein stehen sollten, und geben uns der Hoffnung hin, daß klären. Es hat aber kein Bevollmächtigter des Bundesraths das Recht,( Sehr richtig! im Zentrum und links.) Es handelt sich bei dieser auch die verbündeten Regierungen und die Parteien, die jetzt gegen einen Antrag als unannehmbar zu bezeichnen, ehe nicht ein Beschluß Militärvorlage um die wichtigsten tonstitutionellen uns stimmen, zu der Ueberzeugung kommen werden, dem Vaterland des Bundesraths vorliegt. Ich kann indeß für meine Person erklären, echte des Reichstags und um die Frage, sollen wir durch werde doch besser gedient, wenn ein Versuch mit dem Abstrich gemacht daß ich an der Regirungsvorlage unbedingt festhalten muß. Die bas taudinische Joch hindurchgehen oder nicht. Die Herren wird, als wenn eine Krisis heraufbeschworen wird, deren Ende nicht Kommiffion ist jedenfalls nicht in der Lage gewesen, die Kon- waren ja so freundlich, unsere vaterländische Gesinnung nicht abzusehen ist und an der wir nicht Schuld sind.( Lebhafter Beifall fequenzen dieser Herabsetzung zu übersehen. Es find nun aber ein anzuzweifeln. Wie ich aber die Vaterlandsliebe verstehe, muß im Zentrum und links.) gehende Berechnungen angestellt worden, die ergeben haben, daß die ich sagen, die Herren haben durch diese Verschiebung des von der Kommiffion bewilligte Friedenspräsenzstärke nicht ausreicht. Bodens dem Vaterlande feinen besonderen Dienst erwiesen. Die Zahl, welche die Kommission vorgeschlagen hat, ist eine Durch( Schr richtig! im Zentrum.) In militärtechnischen Dingen ist die vermehrte Präsenzziffer ja bedenklich, aber nach den bestimmten ErBei dem wachsenden Arbeitermangel auf dem Lande ist eine schnittsziffer, eine Bauschfumme, und es ist dem obersten Kriegsherrn Militärverwaltung gewiß maßgebend, aber bei den Kosten hat flärungen der Regierung muß dieser Gesichtspunkt zurücktreten. 29ir überlassen, aus dieser Summe die Etats der einzelnen Truppentheile doch das Reichsschazamt auch ein Wort mitzureden und dieses hat werden heute gegen die Kommissionsbeschlüsse stimmen, ebenso wie zu bilden. Das Prinzip fechte ich durchaus nicht an, aber durchaus nicht immer die Ansichten der Militärverwaltung für ein die Konservativen und Nationalliberalen, und für die Regierungsich muß behaupten, daß die bewilligte Durchschnitts- Evangelium gehalten. Für die Leistungsfähigkeit des Voltes aber vorlage. Wir behalten uns aber unsere Abstimmung bis zur dritten fumme nicht ausreicht, um die militärische Ausbildung aller find in erster Linie die Vertreter des Bolles, der Reichstag zuständig. Lefung vor, je nachdem die Erklärungen der Herren von der Regierung Truppen genügend zu sichern. Die gegenwärtige Bataillons- Diefe drei Faktoren müssen vollständig gleichberechtigt neben ein ausfallen werden, die die Verantwortung zu tragen haben. Mir erscheint stärte muß unter der Geltung der zweijährigen Dienstzeit mindestens ander arbeiten. Dazu ist die Verfassung verliehen, dazu find wir die vorliegende Differenz nicht so groß, daß fie nothwendig zu einem aufrecht erhalten werden, in den Grenzdistrikten muß sie erhöht hierhergeschicht, um zu prüfen, ob die Leistungsfähigkeit des Volles Stonflift führen müßte. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß noch werden, sonst wird die Verwendbarkeit der Bataillone in Frage ge- durch eine Regierungsvorlage überschritten wird, möge dieselbe noch bis zur dritten Lesung die Differenzen ausgeglichen werden können. stellt. Ich fann indeß nicht annehmen, daß eine solche Schädigung so sehr technisch begründet sein. in der Absicht der Kommission lag und hoffe, daß es nun= Es ist ja bereits in der Kommission darauf hingewiesen worden, daß Der Kommissionsantrag bedeutet der Regierungsvorlage gegen fich vielleicht eine Erhöhung der Bataillonsstärken dadurch erreichen mehr möglich sein wird, die Annahme der Reüber eine Ersparniß von 22 Millionen. Herr Abg. von Levezow ließe, daß die Zahl der Oekonomiehandwerker und Offiziersburschen gierungsvorlage zu erreichen. Jedenfalls ist die Militär- sagte, eine solche Summe wäre von uns einmal eine Lappalie ge- start vermindert und die Wachtposten aufgehoben würden, die die Armee verwaltung außer Stande, für fünf Jahre mit der von der Kom- nannt worden. Es handelt sich aber nicht nur um die 2/2 Millionen im Interesse der Zivilverwaltung, z. B. zur Bewachung der Gefängmission bewilligten Summe zu rechnen. Ich glaube schließlich auch Ausgaben, sondern auch um 7000 Mann. In Betracht kommen auch nisse stellt.( Beifall rechts.) an den Patriotismus des hohen Hauses appelliren zu dürfen, da es alle die übrigen Leistungen, welche wir in der gegenwärtigen Beit sich hier um die Wehrhaftigkeit der Armee handelt. aufwenden müssen. Wenn der Eimer voll ist, genügt ein einziger läßt die Gründe noch einmal Revue paffiren, die zur ablehnenden Abg. Haußmann- Böblingen( südd. Vp.) Abg. Dr. Sattler( natl.): Tropfen, ihn zum Ueberlaufen zu bringen. Gerade für die LandesWir befinden uns noch in der zweiten Lesung. vertheidiger haben wir in den letzten Jahren koloffalen Anforderungen Haltung seiner politischen Freunde führen. Sie ist bedingt durch die Absichten noch ein wenig auseinander. Da gehen die genügen müssen. Die Vermehrung der Artillerie, der Flotte, der Interessen der unteren und mittleren Selassen, die nicht, wie die Wir erklären, daß unsere Ausbau Die Vermehrung der Artillerie, der Flotte, der oberen Zehntausend, in der Armee eine Versorgungsanstalt für ihre der Festungen u. a. haben rund 733 Millionen endgiltige Stellung erst in der dritten ejung tundgegeben gekostet.( ört! hört! links und im Zentrum.) Ich meine, da Söhne haben. Die Herren rechts reden immer von der Noth des werden wird. Wir behalten uns für die dritte Lesung freie Hand ist es doch angezeigt, zu prüfen, ob der Eimer nicht nahe zum der Friedenspräsenzstärke vergrößern wir den Staat im Staate: den fleinen Mannes: hic Rhodus hic salta! Mit jeder Vergrößerung vor. Die Kommission hat geglaubt einige Abstriche zu machen. Die Ueberlaufen voll ist, oder die Leistungsfähigkeit des Volkes nicht Militärstaat. Mit der Vermehrung des Heeres vermehren sich auch Frage, ob 7006 Mann mehr oder weniger nöthig sind, kann nur schon überschritten ist. Es handelt sich ja nicht blos um die Mehr seine Begleiterscheinungen, die Militärmißhandlungen. von der Kriegsverwaltung der verbündeten Regierungen ausgaben, sondern auch um neue Mannschaften. Ich war erstaunt, Regierungen diese Verantwortung abnehmen können, so stelle ich Ihnen die Leutenoth Herrn v. Levezow mit solchem Gleichmuth über diese Kriegsminister des Militäretats, so wenig sie auch dahin gehören". entschieden werden.( Lachen links.) Wenn Sie glauben, daß Sie den bei all den Klagen über den Arbeitermangel auf dem Lande und führt einige Beispiele derselben an, wird aber vom Vizepräsidenten von Frege zur Sache gerufen, da solche Erörterungen beim Titel das anheim( Lachen links). Wir vermögen das nicht; wir werden des Frage hinwegschreiten zu sehen. Der Kriegsminister hat halb bei der zweiten Lesung für die Regierungsvorlage eintreten, weil unsere Loyalität nicht angezweifelt, und auch Herr v. Levezom borgebracht zu werden pflegen. Redner spricht sich sodann für die von der Militärverwaltung bestritten wird, daß die von der Kom hätte beffer gethan, bei uns nicht nach Beweggründen zu suchen, gejezliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit aus, damit die Re miffion bewilligte Bahl ausreichend ist, um das Heer leistungsfähig welcher außerhalb der Vorlage liegen. zu erhalten. Freilich, wenn die Regierungen erklären sollten, daß sie Konsequenz der zweijährigen Dienstzeit. Das haben meine Freunde Die Vorlage ist eine auch mit der von der Kommission bewilligten Zahl auskommen können, stets anerkannt. Sie sind aber der Meinung, daß die Erhaltung so werden wir auch dafür sein.( Stürmisches Lachen.) Die und der Ausbau der zweijährigen Dienstzeit auch gut mit den AbBarteien des Hauses nehmen eine große Verantwortlichkeit auf sich, strichen erreicht werden kann. Die Antragsteller haben nicht die Absicht ebenso die Regierungen. Wir haben daher den Wunsch, daß man gehabt, die Truppen zu schädigen. Sollte sich herausstellen, bis zur dritten Lesung wartet, ob sich nicht eine Einigung finden baß entweder die Truppen oder die zweijährige pro ratione voluntas wird im Volte keinen Anklang finden. Es sollte.( Aha 1) Wir behalten uns unsere Entscheidung noch vor, Dienstzeit unter der neuen Vorlage leiden, so würde auch ein gar zu groteskes Bild abgeben, wenn die Regierung werden aber in der zweiten Lesung für die Regierungsvorlage würden wir bereit sein, bei einem späteret stimmen. laß, in eine erneute Prüfung dieser Frage eins in die Wirren des Wahltampfes treiben wollte, nachdem erst vor wenigen die bedeutende Vermehrung jetzt ablehnen und das Volt aufs Neue Abg. v. Levehow( t): getreten. Besseren Gründen verschließen wir uns nie. Aber die Die Situation ist für uns sehr unangenehm. Wir konnten Militärverwaltung ändert selbst gar häufig ihre Ansichten. Es treten Monaten die Neuwahlen stattgefunden haben und bei diesen noch nichts auf eine solche Militärvorlage nach den Erklärungen, die in der in ihr gar oft große Widersprüche zu Tage. Ich erinnere nur an von den weitgehenden Plänen der Regierung verlautete. legten Session fielen, nicht gefaßt sein.( Sehr richtig! links.) In die Gegensätze in der Frage der Halbbataillone. Es macht keinen Abg. Lanzinger( bayr. Bauernbund) zwischen ist sie aber doch nothwendig geworden. Die Vertheidigung imponirenden Eindruck auf die Laien im Sinne der Herren erklärt, die Borlage ablehnen zu wollen.( Große anhaltende des Vaterlandes ist etwas, das großer Opfer werth ist. Diese Opfer Dr. Sattler und Levezow, wenn solche Widersprüche selbst bei heiterkeit.) en find viel geringer als eventuell das Unglück, das ein einbrechender den angeblich allein Sachverständigen vorkommen. Redner giebt Abg. Smalakys( wild, Lithauer) Krieg über uns bringen würde. Die Bedenken, die ich in der ersten eine detaillirte Darstellung, wie fich die Bataillonsstärken der deutschen Sprache nicht mächtig, verliest unter fortgesetten Lesung gegen die Vorlage aussprach, sind jetzt gehoben. Wir nach den Beschlüssen der Kommission stellen werden. Durch Heiterkeitsausbrüchen des gesammten Hauses, mur zuweilen unters hatten große Bedenken gegen gewisse Neuformationen, die unsere Art, der Berechnung wird die Kommandogewalt nicht, brochen von lebhaften Bravos der Rechten, eine Rede, in der er sich uns nicht ausreichend begründet schienen. Uns fam es wie der Kriegsminister meint, beschränkt, sondern erweitert. Die für absolute Bewilligung aller Regierungsforderungen ausspricht. ferner so vor, als ob hinter der Vorlage sehr weit- Friedens- Präsenzstärke muß nach der Leistungsfähigkeit des Volkes Abg. Nichter( freis. Bp.): gehende Pläne stedten. In dieser Beziehung haben wir bemessen werden. Mehr kann nach unserer Auffassung zu gleicher Nachdem der§ 1 vom Haufe angenommen und damit die beruhigende Erklärungen befommen. Jetzt hat sich Alles auf die Zeit dem Volfe für Heer und Flotte nicht zugemuthet werden, als Gewähr geschaffen ist, daß noch eine dritte Lesung stattFrage der Verminderung der Infanterie zugespigt. Diese Ver- es in den Beschlüssen der Kommission niedergelegt ist. Die findet, will ich meine Ansichten zu der geforderten Vermehrung selbst minderung würde die Grenzbataillone der Möglichkeit berauben, so Beitungen haben geschrieben, wenn der Reichstag sich heraus- erst in dieser zum Ausdrud bringen. Heute will ich mich auf einige Start zu sein, daß sie stets en vedette sind. Meine Freunde sind nehme, einen Abstrich bon 7000 Röpfen vorzunehmen, Bemerkungen beschränken, die durch die vorangegangene Debatte der Ansicht, daß die geforderten Vermehrungen ein Bedürfniß seien, dann müsse er aufgelöst werden. Es wird bei dieser hervorgegangen sind. Es ist heute wieder von unserer Wehrhaftig. Besonders für die Rekrutenzeiten, also für die Winter- Halbjahre erhellt Drohung mancherlei übersehen. Ich muß mich billig wundern, feit dem Auslande gegenüber gesprochen worden. Aber der Kriegs biese Nothwendigleit. Ich kann feiner genügenden Grund für die daß der Abstrich ganz ifolirt behandelt wird; dabei minister hat doch selbst in der ersten Lesung erklärt, daß wir, was Ablehnung dieser Forderung erbliden. Der Kostenpuntt tann da steht er doch im engsten Zusammenhang mit anderen Beschlüssen der unsere Rüstungen und die politische Lage im Allgemeinen anlangt, nicht angeführt werden. Die Kosten, welche erspart werden, Rommission, die der Herr Kriegsminister mit allem Wohlgefallen mit Ruhe der Zukunft entgegenblicken tönnen: Was die Mehrheit beziffern sich auf etwa 2-21 Millionen. Das ist eine wahre eingestrichen hat.( Sehr richtig! im Zentrum.) Und der Abstrich des Hauses von der Regierung heute noch trennt, das sind ja mur Lappalie. Die Regierungsvorlage forderte das Minimum des Noth- ist durchaus nichts Unerhörtes. Als im Jahre 1893 der Abg. Frhr. die 7000 Mann. Aber diese sollen doch auch nicht sofort eingestellt wendigen. Ich kann daher wirklich für diesen Streit nach Gründen v. Huene einen Abstrich von 12 839 Röpfen beantragte, da haben die werden, sondern erst 1903. Also tann man doch aus ihrer Vers suchen, die mit der Armee nichts zu thun haben.( hört, hört!) verbündeten Regierungen, da hat der damalige Herr Reichstanzler weigerung nicht schon jetzt einen Konflitt herleiten, 19 Redner fein Vertrauen haben. Die Herren haben auch stets gesagt: die ausüben tönne. Zu den militärischen Sachverständigen tann man gierung nicht immer dadurch einen Druck auf die Volksvertretung zweijährige Dienstzeit geht nicht; mun geht sie doch! Die Herren veijährige Dienstzeit geht nicht; mun geht sie doch! Die Herren vom Militär vertreten nicht so sehr ihren eigenen Standpunkt, als eigentlich heute offen erklärt. vielmehr einen anderen. Der Herr Kriegsminister hat das ja Aber das Sic volo, sic jubeo, stat 2970 0331 lisad 8 Kriegsminister v. Goßler Ich hätte gewünscht, daß man heute nicht wieder in die unschöne! zu ergreifen. Wir hatten allerdings anfangs die Absicht, von etwa 4 Männer. Die Zurüddrängung des weiblichen Elementes Gewohnheit zurückgefallen wäre, das Ausland uns als Muster an- diesem Grundsatz abzuweichen, weil auch wir der Ansicht waren, kann auf die Abneigung vieler männlicher Mitglie zuführen. Es ist da drüben gesagt worden, im Auslande, in Frank- daß in sehr hohem Grade die Tendenz besteht, Konflikte mit dem der gegen die Mitarbeit von Frauen zurückzuführen reich, England, Italien u. s. w. würde eine solche Opposition nicht Reichstag herbeizuführen, daß die erste Abstimmung über den uns sein, sie kann aber auch daran liegen, daß überhaupt ein Mangel entstehen können. In anderen Barlamenten hat man diese jetzt vorliegenden Paragraphen benugt werden würde, den Reichstag an dazu geeigneten Frauen herrscht. Zu diesem Amt ges Gewohnheit, auf das Ausland hinzuweisen, nicht. Budem: nach Hause zu schicken. Nachdem wir aber heute von verschiedenen hört nicht bloß Zeit, an der es wenigstens in den wohlhabenderen es trifft ja auch gar nicht zu, daß man anderwärts die Militär- Rednern der Majoritätsparteien die Erklärung gehört haben, daß wir Stadtgegenden den meisten Frauen nicht fehlt, sondern auch Lust forderungen so ohne Weiteres bewilligt. In Italien und Oesterreich sicher einer dritten Lesung dieser Vorlage in diesem Hause entgegen- und Befähigung. Vielleicht würden sich eine größere Bahl brauchgeht das nie ohne heftige Kämpfe ab. Und in Frankreich entspringt gehen, sind wir zu dem Entschluß gekommen, unsere Ausführungen barer Frauen bereit finden lassen, in die Waisenräthe einzutreten, das mur der Revanchebewegung. Uebrigens sollte man gerade jetzt für diese dritte Lesung uns aufzusparen, weil wir dann in weit wenn man sie nicht mehr als nur berathende Mitglieder gelten ließe anläßlich des Dreyfus- Standals das Verhältniß des französischen freierer und ausgiebigerer Weise, als es sonst bei der freiesten und als bloße Dekoration benutzte, sondern ihnen mit dem StimmParlaments zur Armee nicht zur Nacheiferung uns empfehlen. In Handhabung der Geschäftsordnung möglich ist, unseren grundsägs recht die Gleichberechtigung mit den Männern gewährte, die in der England da werden freilich die Forderungen der Regierung ftets lichen Standpunkt zu Die gegenwärtig Was Eingabe des Frauenvereins gefordert wird. der Vorlage darlegen können. bewilligt. Aber woher kommt einem auf das? so wird Weil dort die Re- unsere Stellung zur Abstimmung betrifft, meine in den Waisenräthen fizenden Frauen sind zu gierung eben aus der Mehrheit des Parlaments hervorgeht Fraktion in erster Linie gegen die Regierungsvorlage, in fällig großen Theile die Frauen oder sonstigen weiblichen und gar feinen Vorschlag macht, für den sie nicht schon eine Mehr zweiter Linie aber auch gegen die Kommissionsvorlage stimmen Angehörigen der männlichen Waisenrathsmitglieder. Das dürfte heit hat.( Sehr richtig!) ( hört! hört! rechts), und zwar aus dem sehr einfachen Grunde, weil wohl dazu beitragen, den Einfluß des weiblichen Elements noch Es ist heute gesagt worden: die Beurtheilung der Nothwendig wir der Meinung sind, daß das Wettrennen zwischen den Großstaaten mehr herabzumindern. Wichtiger noch als die Thätigkeit der feit der Forderungen müsse man den militärischen Sachverständigen Europa's auf dem Gebiete der militärischen Rüstungen endlich ein Frauen in den Waisenräthen ist übrigens ihre 3uziehung auch überlassen. In technische Fragen mijchen wir uns ohnehin nicht. Ende nehmen muß, und daß wenigstens in einem Parlament gegen zu den Armentommissionen. Die Waisenräthe können Aber eine Frage hört auf, eine rein militärisch- technische zu sein in ein solches Treiben mit aller Energie Stimmen laut werden müssen. ja ihren Pfleglingen ohnedies nur wenig sein( wenn sie sie übers dem Augenblick, wo mehr Geld und mehr Mannschaften verlangt Das Volt hat fein Verlangen, noch mehr Opfer persönlicher und haupt jemals zu sehen bekommen), während dagegen die Armen werden. Dann kommen bürgerliche Intereffen ins Spiel, und darin materieller Art als bisher für die Armee zu tragen. Von diesem kommissionen in beständigem Verkehr mit den Armen stehen. Es find wir zuständig. Die Konstruktion einer Verantwortlichkeit nach Gesichtspunkte ausgehend, werden wir unsere Abstimmung einrichten. find aber unter den städtischen Almofenempfängern über 20 000 weibdem Herzen des Abg. Sattler macht den Reichstag zum Echo der Regie: Bei der dritten Lesung werden wir das Weitere sehen.( Bravo! liche. Wenn man sich der Klagen weiblicher Armer über rung; er hat Ja zu sagen, wenn sie Ja hineinruft.( Heiterfeit und Sehr bei den Sozialdemokraten.) die Behandlung durch Armenkommissions- Mitrichtig!) Diese Einleitung der Verantwortlichkeit nach Resorts ist etwas glieder erinnert, dann muß man in der That wünschen, daß ganz neues. Wie kommt es denn, daß der Herr Reichsschatsekretär in weist die Angriffe des Abg. Richter auf seine Person zurück und be- auch zu den Armenkommissionen Frauen zugezogen werden. Leider militärischen Dingen noch ein Wort mit hineinzureden hat? ( Heiterkeit.) Wenn überall nur Sachverständige" reden sollen, streitet, freudige Ueberraschung im Gesicht gehabt zu haben, als die ist es von diesem Plan in der legten Zeit wieder recht still gewo bleibt dann überhaupt der Gedanke des Parlamentarismus? Kommission ein so weites Entgegenkommen bewies. Er habe sich ( Sehr richtig! links.) Die Regierung steht auch gar nicht nur über die Fortschritte gefreut, die die Vorlage in der Kommission Die zur Wahl umziehenden Sozialdemokraten, die im auf dem Standpunkt einer derartigen Ressorteintheilung. Wie könnte gemacht habe. Auf die Zustimmung des Abg. Richter habe er aller- Juni 1898 durch die Spalten des„ Reichsboten" gingen und jetzt in fie auch sonst dazu kommen, einen Ober- Landesgerichtsrath zum bings nie gerechnet. Der Beweis werde nie gebracht werden können, der Freisinnigen Zeitung" in der besonderen Spielart Kolonialdirektor zu machen?( Heiterkeit.) Oder gar zum Chef der daß in seiner Stimmung erst in der Kommissionssizung eine Wand- ber eine falsche Wohnung angebenden Sozialdemokraten Reichspoft einen Generalleutnant, der bis dahin teine anderen Be- lung eingetreten sei. von neuem aufgetaucht sind, haben vor mehreren Jahren auch die ziehungen zur Bost gehabt hatte, als daß er zuweilen einen Brief Stadtverordneten! Abg. Liebermann von Sonnenberg( Antis.): Versammlung furz beschäftigt. Das aufgab?( Heiterkeit.) Der Herr Abg. Lieber hat mit vollem Recht Meine politischen Freunde sehen die Kommissionsbeschlüffe als mals haben fie dazu herhalten müssen, die Schulnoth, die bei auf die wechselnden Ansichten der Regierung selbst in der Frage der gänzlich unzureichend an und werden für die ursprüngliche Vorlage nahe in allen Theilen Berlins eine dauernde ist, in manchen StadtBataillone hingewiesen. In militärischen Dingen ist eben nichts timmen. Der Abstrich der 7000 Mann ist sachlich nicht begründet, gegenden aber zeitweise besonders stark auftritt, auf bequeme Am 31. Oftober 1895 wurde über einen beständiger als der Wechsel( Heiterkeit), und da sollen wir einfach sondern ein Aft der Willkür. Es wird dadurch erschwert, den Grenz- Manier zu erklären. das stets glauben, was uns von der Militärverwaltung gefagt wird? bataillonen die nothwendige Stärke zu geben, und den Bataillonen Antrag Borgmann und Genossen, betreffend die fliegenden Ich wende mich nun der Frage der 7000 Mann zu, weil es zu im Innern diejenige Kopfzahl im Frieden zu belassen, die sie lassen an den Gemeindeschulen vor dem Frankfurter Thore, charakteristisch ist, daß der Streit um eine solche Winzigkeit ent- befähigt, für den Krieg ausreichend vorbereitet zu werden. Auf in der Stadtverordneten- Versammlung verhandelt. Dabei gab Herr brennen konnte. Herr v. Kardorff hat schon mit Recht darauf hin- einen Antrag auf Dedung der Kosten im mittelstandsfreundlichen Kreitling( der als Stadtverordneter sein Mandat dem Vertrauen gewiesen, daß die Frage der Einschränkung der Abkommandirungen Sinne verzichten wir, um nicht den Vorwurf des billigen Haschens von 27 Wählern der von der Geldaristokratie beherrschten ersten weit wichtiger ist als diefe 7000 Mann mehr oder weniger. Denn auf nach Popularität auf uns zu laden.( Große Heiterkeit links.) An Abtheilung verdankt, aber bei den Reichstagswahlen als" Boltsdiese Abkommandirungen kommen bei jedem Bataillon 57 Mann. dem vielen Lachen erkenne ich den Abg. Knörcke. Lachen Sie, bitte mann" um die Stimmen der kleinen Leute wirbt) nach Ausweis des Auch die Wehrhaftigkeit an der Grenze ist mit diesen 7000 Mann in noch lauter, Herr Snörde! Aus nationalen Gründen im Hinblid auf amtlichen stenographischen Berichtes folgende Weisheit zum Besten: Berbindung gebracht worden. Es ist ein Verdienst des Herrn Kriegs- die ernste Weltlage werden wir für die Wiederherstellung der Re- Die fliegenden Klaffen find leider manchmal in verschiedenen ministers, daß er bei der zweiten Lesung in der Kommission uns gierungsvorlage stimmen. Wir hegen das Vertrauen zu der Gegenden nothwendig, weil eine unerwartete Frequenz dort eintritt. ganz genau nachgewiesen hat, was er auch nach dem Abstrich mit Regierung, daß sie ihrerseits auf diesem Standpunkt stehen bleibt. Wir könnten ja nach und nach wissen wie das kommt. den vorhandenen Mitteln noch machen kann und was nicht. Er sagte Sollte sie im letzten Augenblick Kehrt machen, so werden wir dennoch politische Wahlen oder Kommunalwahl en stattfinden, uns, er würde die Bataillone auf eine Stärke von 570 Mann gegen jede Abänderung stimmen. Wir haben keine Veranlassung, dann wird an der Stelle, wo gewählt werden soll, immer ein ungebringen können. Heute sind es allerdings 569 Mann. Die Wehr die Schwenkungen mitzumachen. heurer Schulenbedarf vorhanden sein." haftigkeit Deutschlands ist demnach 11112 einen Manu er= Damit schließt die Debatte. schüttert.( Große Seiterkeit.) Die Grenzbataillone können auch Abg. Haußmann( südd. Bp.)( persönlich): nach dem Abstrich noch immer erheblich stärker als die Der Herr Reichstanzler hat mich mit einer Erklärung beehrt Bataillone im Binnenlande gestaltet worden, und man sollte im und mir vorgeworfen, ich hätte Gemeinpläge gesprochen. Ich bin der Ernst wirklich nicht von einem gefährdeten Grenzschuh reden. Es ist Ansicht, wenn eine Auflösung in Frage kommt, dann haben die durchaus eigenartig: So lange die zehn Jäger- Eskadrons in Frage Wolfsvertreter die Verpflichtung, möglichst gemeinfaßlich zu reden. standen, wurde uns immer von den großen Kosackenschwärmen er- 3m zählt, die nach Deutschland kommen könnten. Nachdem die Jäger: Im Uebrigen entnehme ich seiner Erklärung, bezüglich der Velleität Estabrons aber bewilligt waren, legte sich die Schreckenspolitit auf der maßgebenden Stände, daß ich richtig verstanden worden bin. die Infanterie, und es wurde so dargestellt, als ob Frankreich uns Abg. Richter( frf. Vp.) jeden Augenblick mit Krieg überziehen könnte. Die Konflittsstimmung erwidert dem Kriegsminister, er tönnte doch wissen, daß er einer ist wohl jedem überraschend gekommen. Am legten Mittwoch hatte wohl jeder den Eindrud, als sei der Kriegsminister herzensfroh, gestimmt habe. die Vorlage so weit unter Dach und Fach gebracht zu haben. Der Kriegsminister hatte sich schon so in den Zentrumsantrag hineingelebt, daß er ganz genau wußte, wie er die Bewilligung verwenden würde und schon alle Etatsrechnungen nach diesem Zentrumsantrag ausarbeiten ließ. worden. " Wenn Spreewälder- Ammen. Zu diesem Kapitel schreibt uns ein Parteigenosse: Der Genosse Bebel erinnerte bekanntlich am Donnerstag in seiner lex Heinze- Rede im Reichstage an die ganz bekannten Zustände im Spreewalde", näntlich daß die jungen Männer ihre hier in Berlin als Ammen dienenden Landsmänninen erſt beirathen, nachdem diese sich zwei bis drei Mal als Amme verdingt und durch dieses Gewerbe die nöthigen Mittel zur Hausstandsgründung erworben haben. Ich kann nicht umhin, diese Thatsache" richtig zu stellen. Jeder Nichtkenner des Spreewaldes muß nach Bebel's Aeußerung annehmen, daß so ziemlich alle verheiratheten Spree wälderinnen hier in Berlin einmal Amme waren, was niemand bes Vorlage von viel größerer Tragweite als die vorliegende zu haupten wird, der die der die Verhältnisse im Spreewalde tennt; denn die Gesammtzahl der Spreewaldbevölkerung ist im Verhältniß Die Abstimmung über die Forderung der Regierungsvorlage zur großen Armee der in Berlin tonditionirenden sogenannten ist auf Antrag des Abg. v. Bismarck- Bohlen eine namentliche. Spreewälder Ammen" nur eine sehr geringe zu nennen. Die meisten Die Präsenzziffer von 502 506 wird mit 209 Stimmen Ammen", welche in Berlin im Spreewälder- Kostüm sich breit gegen 141 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmen die Konser machen, sind nicht aus dem Spreewalde, sondern stammen vielfach bativen, die Reichspartei, die Nationalliberalen aus Schlesien und anderen Gegenden, müssen aber die Kleidung der mit Ausnahme des Hospitanten Schwarz- München, die Frei- Spreewäldlerin anlegen, weil ihre Herrschaften, die ohne Heuchelei sinnige Vereinigung mit Ausnahme der Abgg. Dr. Hänel nun einmal nicht leben können, es so haben wollen. Es ist modern und Riff, die Antisemiten, sowie die Abgg. Ah I wardt, in Berlin W, eine„ Spreewälder Amme" zu haben, eine Amme ohne Fürst Bismard, Smalatys und andere konservative Wilde. Kostüm thut's nicht und es muß eine mit der Kleidsamen Tracht aus dem Spreewalde sein. Damit tam man imponiren und täuschen! Der Genosse Bebel hat sich auch täuschen lassen. Ich will zugeben, daß einige wenige Proletarierinnen aus dem Spreewalde vor ihrer Verheirathung ein, auch zwei bis dreimal als Anime nach Berlin kommen, aber jo allgemein wie der Genosse Bebel diese Thatsache hinstellte, ist sie keinesfalls. Ich kenne viele Leute im Spreewalde, darunter auch manche Arbeiterfamilie, welche den Antrag, daß eine der Jhrigen als Amme nach Berlin gehen soll, mit Entrüstung von sich weisen Ich glaube bewiesen zu haben, daß der Spreewald gar nicht so produttiv an Ammen ist, um damit ganz Berlin zu versorgen, und möchte zum Schluß noch bemerken, daß manches Mädchen, das uns auf den Straßen und im Thiergarten im Spreewaldkostüm begegnet, gar feine richtige Amme ist, sondern sehr häufig ein Kindermädchen, welches sich als Amme geben muß. Eine Bekannte von mir hatte vor Kurzem Gelegenheit, ein Gespräch mit einer solchen falschen Amme anzufnüpfen. Auf die Frage: Sie sind wohl die Amme von dem Kleinen?" antwortete das zierliche Ding:" Oh nein, so weit habe ich es noch nicht gebracht, ich bin nur das Kinder mädchen!" Abg. Graf v. Roon( f.) polemijirt gegen einen Bericht der Kölnischen Zeitung", in dem gesagt war, die Konservativen hätten die Kavallerieformationen zu Fall gebracht. Abg. Lieber( 8.) macht zur Geschäftsordnung darauf aufmerksam, daß der§ 3 wie auch andere Paragraphen durch Ablehnung des§ 2 gegenstandslos geworden sind. Präsident Graf v. Ballestrem erkennt die Richtigkeit dieser Ausführungen an. Artikel II der Vorlage( Verlängerung der Geltungsdauer der zweijährigen Dienstzeit) und Artikel III( Geltung für Bayern und Württemberg nach Maßgabe der Militärkonvention) gelangen debattelos zur Annahme. Die Novelle zum Reichs- Militärgesetz wird hierauf ebenfalls debattelos angenommen. Nächste Sigung: Donnerstag 1 Uhr. Reste des Etats aus zweiter Lesung. Dritte Berathung der Militärvorlage. Schluß 6½½ Uhr. Tokales. würden. Der Einsender hat offenbar des Genossen Bebel Ausführungen im Reichstage gar nicht verstanden. Derselbe hat nicht behauptet, daß so ziemlich alle Spreewälderinnen Ammen würden, sondern daß die als Spreewälderinnen in Berlin bekannten Ammen vom Standpunkt der herrschenden Gesellschaft für die Nothwendigkeit eines Bus standes sprächen, den diese mit Hilfe der lex Heinze als unmoralisch ausrotten wolle. Wie viel solcher Ammen in Berlin in Stellung sind, und ob sie allesammt aus dem Spreewald oder auch aus anderen Gegenden als Spreewälderinnen verkleidet kommen, war für er hat den SpreeBebel's Beweisführung gleichgiltig, wälderinnen, die Ammen sind oder als solche gelten, daraus keinen Vorwurf gemacht. Zwischen Mittwoch und heute ist eine Wendung erfolgt. Am Donnerstag Vormittag ist diese eingetreten und zwar von unverantwortlicher Stelle aus.( Hört! hört! links.) Wir stehen hier vor einer jener Plöblich teiten, die sich leider der parlamentarischen Diskussion entziehen. Auch die Präsenzziffer, wie sie nach den Beschlüssen der KomAuch die übrigen Parteien waren am Mittwoch noch mit dem mission festgestellt worden ist, wird gegen die Stimmen des Zentrums Bentrumsantrag einverstanden. Ganz mit Recht hat Herr Lieber und einiger Mitglieder der freifinnigen Vereinigung abgelehnt. darauf hingewiesen, daß Herr Bassermann selbst einen Antrag Damit ist der ganze§ 2 abgelehnt. gestellt hat, der auf eine Verminderung der in der Im§ 3 wird die Zahl der auf die einzelnen Truppengattungen Regierungsvorlage verlangten Präsenzstärke hinzielte. Kann entfallenden Einheiten festgesetzt. Statt 482 Estadrons bei der ein Mitglied der Kommission feine Partei in der Kom- Stavallerie beantragt die Sommission, hier nur 465 Eskadrons mission nicht mehr vertreten, so ist es nicht nur sein Recht, zu bewilligen, außerdem aber 17 Eskadrons Jäger zu Pferde( Meldesondern seine Pflicht, den Siz in der Kommission aufzugeben. Daß reiter). Herr Bassermann das nicht gethan hat, sondern bis heutigen Tages die Beschlüsse der Kommission vertreten hat, beweist mir, daß die Sinnesänderung von Herrn Dr. Sattler ganz jungen Datums sein muß. Wenn Sie dem Reichstag ein Urtheil in militärischen Dingen absprechen, dann degradiren Sie ihn zu einer einfachen Geldbewilligungsmaschine. Man sagt, es handle sich hier um eine Kleinigkeit. Ja, bei anderen Vorlagen find solche Kleinigkeiten direkt ausschlaggebend. Beim Zeitungstarif sagt man uns, die 13/4 Millionen kann die Reichstasse nicht entbehren, von dieser Bewilligung hängt die ganze Vorlage ab. Beim givil mißt man eben das Geld ganz anders wie beim Militär.( Sehr richtig! links.) Herr Dr. Lieber hat bereits die Auflösungsgerüchte erwähnt; ich will auch noch ein paar Worte dazu sagen. Eine Auflösung des Reichstages in diesem Augenblick würde besonders eigenartig wirken. 1898 lohnte es fich doch wenigstens, da waren es 70 000 Mann, jezt handelt es sich nur am 10 pet. der damaligen Summe. Und nicht einmal für das laufende Jahr sollen die 7000 Mann abgestrichen werden, sondern erft bis 1903. Also ob bis zum Jahre 1903 7000 Mann mehr oder weniger bewilligt werden, das soll den Ausschlag geben für einen großen Konflikt in der inneren Politit. Man mag von der Friedensdemonstration nicht allzuviel halten, aber es wäre nicht flug, auf diese Friedens- Ueber die Mitarbeit der Frauen in der Waisenpflege demonstration jest mit einer starken Gegendemonstration zu ant find in legter Zeit zwei Rundgebungen veröffentlicht worden. Die worten. Stommt es zur Auflösung, dann wird der allgemeine Ein- städtische Baisenverwaltung hat es in einem den Gedruck der sein: die Auflösung ist nicht der 7000 Mann wegen, son- meinde- Waisenräthen zugegangenen Rundschreiben als wünschensdern wegen ganz anderer Dinge erfolgt. Der neue Reichstag follwerth bezeichnet, daß die Baijenräthe mehr als bisher der Sprachphilosophie grundlegende Werke verfaßt. eine Buchthausvorlage im wahren Sinne des Wortes bewilligen, er foll das allgemeine, gleiche Wahlrecht beseitigen( Oho! rechts) und Frauen zur Mithilfe heranziehen möchten, und die Das Erkenntniß, welches das tgl. Landgericht in der bekannten Klage der Wahlkampf wird über die Frage der Heeresverstärkung fofort der Berliner Frauenberein" hat in einer die des Polizeipräsidiums gegen Direktor Brahm wegen der im hinausgehen und unter dem Zeichen stehen: soll ein autokratisches, städtische Waisenverwaltung gerichteten Eingabe gebeten, Stellung der in der Waisenpflege thätigen Frauen so Cyrano von Bergerac" verbotenen, am" Deutschen Theater" selbstherrliches Regiment in Deutschland die Oberhand gewinnen oder wollen wir einen selbständigen Parlamentarismus in den be- ordnen, daß die Pflegerinnen vollberechtigte aber dennoch gesprochenen Stellen, gefällt hat, liegt jetzt im WortMitglieder der Waisenräthe werden. In dem Rund- laut vor. Wir entnehmen ihm die folgenden bemerkenswerthen stehenden Grenzen erhalten?( Lebhafter Beifall links.) schreiben wird darüber geklagt, daß es unter rund 250 Waisenraths- Säße: Das Gericht ist nun weit entfernt davon, die in Bezirken noch ca. 70 ohne Pflegerinnen gebe, und daß in ca. 60 fitten beziv. ordnungspolizeilichem Interesse geltend gemachten Be anderen nur je eine Frau als Pflegerin thätig sei. Diese Klage ist denten des Polizeipräsidiums zu theilen, ist vielmehr der Meinung. berechtigt. Es giebt zwar auch eine Anzahl Waisenraths- Bezirke, daß die Beanstandung der in Rede stehenden Stellen des Stückes auf in denen drei oder mehr Pflegerinnen thätig sind, ja der legte einen Mißgriff, hervorgerufen durch eine falsche Beurtheilung Jahrgang der Personalnachweisung der Berliner Gemeinde- dessen, was gegen Sitte und öffentliche Ordnung im einzelnen verwaltung" führt sogar in fünf Bezirken je sechs Pflegerinnen und Falle verstößt oder nicht verstößt, beruht.... Bei der StrafDen Hinweis des Abg. Haußmann auf angebliche Aeußerungen in drei je fieben auf; aber im Ganzen waren, nach der„ Personal- zumeffung tam in Betracht, daß dies Verhalten des fal. Polizeiund Velleitäten der maßgebenden Stelle weise ich mit Ent- nachweisung", im Jahre 1898 unter 246 Bezirken 72 ohne Pflege- präsidiums nach Lage der Sache nur als arger Mißgriff anzusehen rüstung und Entschiedenheit zurück.( Bravo! rechts.) Die ma rinnen, während die übrigen 174 Bezirke zusammen nur 362 Pflege- ist, durch welchen der Angeklagte vor die Alternative gestellt war, entgebende Stelle steuert durchaus nicht auf einen Konflikt mit rinnen hatten. Die jetzt erfolgte Mahnung an die Waisenräthe, von weder von der ganzen Aufführung Abstand zu nehmen, oder das Dem Reichstage hin. Die maßgebende Stelle ist stets ihrer Befugniß der Zuziehung von Frauen mehr als bisher Gebrauch Wert in mehr als nöthig verstümmelter Form aufführen zu bon der Sorge für die Sicherheit des Reiches geleitet zu machen, war um so nothwendiger, da das weibliche lassen, und daß er in dem berechtigten Bewußtsein gehandelt hat, und sich ihrer Verantwortlichkeit durchaus bewußt.( Bravo! rechts.) Glement in den Waisenräthen feit einer Reihe die in Rede stehenden Stellen würden von dem Bublikum nicht als Die Rede des Abgeordneten Haußmann war im Uebrigen eine von Jahren immer mehr zurüdgetreten ist. gegen Ordnung oder gute Gitte verstoßend empfunden Sammlung von Gemeinplägen. Ich kann ihm nur Ende 1880 waren in den Waisenräthen 359 weibliche und werden. Daher ist für jede der drei Uebertretungen auf die dringend rathen, sich den Abgeordneten Lanzinger zum Muster zu 756 männliche Personen thätig. Bis 1887 stieg die Zahl der geringst zulässige Strafe von 3 M. eventuell 1 Tag Haft, insnehmen.( Heiterkeit rechts; lang andauernde Unruhe links.) weiblichen auf 454, die der männlichen auf 1112; bis 1898 aber fiel gesammt auf 9 M. Geldstrafe eventuell 3 Tage Haft erkannt worden. die der weiblichen( unter mehrfachen Schwankungen) auf 362, wäh Arthur Schnitzler's Einafter aus der französischen Revolution Der grüne Kakadu", der von der Berliner Benfur ver rend die der männlichen weiter bis auf 1517 ftieg. Es tam also 1880 eine Frau auf etiva 2 Männer, 1898 aber eine Frau erst auf boten worden war, und wegen dessen Freigabe die Klage Abg. Frese( frs. Bgg.): Wir werden in erster Linie für die Regierungsvorlage stimmen; sollte diese abgelehnt werden, so werden wir, um nicht mitzu helfen, daß gar nichts zu stande kommt, für die Kommissionsfassung stimmen. Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe: Abg. Bebel( Soz.): Es war bisher nicht die Gepflogenheit der Sozialdemokratie, bei Spezialerörterungen der Armee und Marinevorlagen das Wort % " " " Professor H. Steinthal ist am Dienstag verstorben. Er ge hörte seit 1850 der Berliner Univerſität an und hat auf dem Gebiete Gerichtliche Einschätzung der Berliner Polizeizenfur. " beim Ober- Verwaltungsgericht bereits angestrengt war, ist nach der I Auf Veranlassung seines Onkels und Vormundes, des Jn Schöneberg haben die Hausagrarier in gewohnter Bes Aufführung am Wiener Burg- Theater von der Direktion des Ritters Herzl von Herzberg verhaftet wurde gestern Abend um scheidenheit die Abschaffung der Wochenmärkte verlangt, damit sie Deutschen Theaters" nochmals in jener Einrichtung der Polizei 9 Uhr der ehemalige österreichische Offizier Oskar Norbert. Die ihre Läden theurer vermiethen könnten. Gegen diese Agitation überreicht worden, welche sich in Wien bewährt hat, und die Behörde Verhaftung wurde von der Berliner Kriminalpolizei auf Requisition wendet man sich jetzt auch in bürgerlichen Kreisen. Im Bezirks. hat soeben das Stück in dieser Form zur Aufführung frei gegeben, so der Wiener Staatsanwaltschaft bewirkt. Norbert wird der versuchten verein I wurde folgende Resolution gefaßt:" Die Versammlung er daß„ Der grüne Kakadu" zusammen mit zwei anderen Einattern Erpressung beschuldigt. Er wohnte Steinmezstr. 26. blickt in der von einem Theile der Bürgerschaft angestrebten Abvon Arthur Schnigler:„ Die Gefährtin" und" Paracelsus" Nach einem Streite mit ihrem Geliebten ist die 18jährige schaffung der Wochenmärkte eine Schädigung der Gemeinde- Interessen noch in dieser Spielzeit am„ Deutschen Theater" erscheinen kann. Helene A. aus der Schönleinstraße Nr. 26 ſeit acht Tagen ver- und ersucht die städtischen Körperschaften, für die Erhaltung der Eine Petition um Einführung von Anhängewagen bei der schwunden. Das Mädchen hatte mit einem 23 Jahre alten Drechsler Märkte und damit einer wichtigen städtischen Einnahmequelle einzuelektrischen Straßenbahn, insbesondere in den Hauptverkehrsstunden Arthur St. ein Liebesverhältniß, von dem die Mutter nichts wissen treten; indessen möge man städtischerseits die Frage erwägen, ob Morgens und Abends, hat der Bezirksverein der Rosenthaler Vor- wollte. Am Mittwoch voriger Woche Abends gegen 7 Uhr traf sie nicht eine durchgreifendere Kontrolle der Nahrungsmittel und eine stadt an den Magistrat zu richten beschlossen. Die Verkehrszustände den Geliebten in der Nähe der elterlichen Wohnung und gab ihm Beschränkung der marktfähigen Artikel sich durchführen ließe. werden in der Petition als äußerst mangelhafte geschildert. alle Geschenke zurüd. Dann ging sie wieder zur Mutter hinauf, Neue Zwangsinnungen. Eine Zwangsinnung für das verließ jedoch nach einer halben Stunde die Wohnung und hat seit Fleischerhandwerk soll im Bezirk der Gemeinden Steglis, dem nichts mehr von sich hören lassen. Groß- Lichterfelde, Friedenau, Deutsch- Wilmersdorf, Schmargendorf, Marktpreise von Berlin. 13. März 1899.( Nach Ermittelungen Tempelhof, Mariendorf, Lankwiz, Grunewald und Dahlem errichtet des Polizeipräsidiums.) Weizen 15,80-14,70 M., Roggen 14,00 bis werden. Eine Zwangsimuung für die Schuhmacher wird für 13,40 M., Futter- Gerste 13,10-12,70 m., ermittelt pro Tonne von Stegliz, Friedenau, Deutsch- Wilmersdorf, Schmargendorf, Behlender Zentralstelle der preuß. Landwirthschaftskammer- Notirungs- dorf, Groß- Lichterfelde, Lantwiß und Mariendorf verlangt. Für das und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- Schiffergewerbe soll eine Zwangsinnung im Bezirk der zentner. Hafer, gute Sorte 15,20-14,70 m., Mittel- Sorte 14,60 bis Gemeinden Gallun, Moyen, Al.- Besten, Gräbendorf, Groß- Köriß, Heu 0,00-0,00 m., Erbsen, gelbe zum Kochen 40,00-25,00 m. und Mittenwalde errichtet werden. Kommissar der Regierung für 14,00 m., geringe Sorte 13,90-13,30 M., Richtstroh 0,00-0,00 2., Königs- Wusterhausen, Sonzig, Baez, Bernsdorf, Beuthen, Schmödwiz Speisebohnen, weiße, 50,00-25,00 M., Linsen 70,00-30,00 M. sämmtliche drei Jnnungen ist der Landrath des Kreiſes Teltow, Kleinhandelspreise. Kartoffeln 6,00-4,00 m. Alles p. 100 Kilogr. Herr Stubenrauch. Erklärungen der betheiligten ſelbſtändigen HandRindfleisch von der Steule 1,60-1,20 M. Rindfleisch, Bauchfleisch werker für oder gegen die Errichtung der Zwangsinnungen sind vom 1,20-1,00 m. Schweinefleisch 1,60-1,20 m. Stalbfleisa 1,60-1,00 m. 20. März bis zum 4. April von 9-2 Uhr im Kreishause zu Berlin, Hammelfleisch 1,60 bis 1,00 m. Butter 2,60 bis 2,00 M. Alles Bittoriaftr. 18, Zimmer 15, abzugeben. per 1 Kilogr. Gier 4,00 bis 2,40 m. pr. 60 Stück. Karpfen 2,20 Einen tödtlichen Ausgang hat der Radfahrer- Unfall_gebis 1,20 M., Male 3,00 bis 1,00 m., Bander 2,60 bis 1,00 M., nommen, über den wir aus Charlottenburg berichteten. echte 1,80 bis 1,00 wt., Bariche 1,80 bis 0,90 M., Schleie 2,80 bis Staufmann Albert Grund( nicht Grimm, wie er gestern irrthümlich 1,20 M., Bleie 1,40 bis 0,80 m. Alles per 1 Kilogr. Krebse 12,00 genannt wurde), der beim Einbiegen von der Bismarck in die bis 4.00 M. pr. 60 Stück. Wilmersdorferstraße stürzte und mit dem Kopfe gegen die eiserne Umzäunung eines Baumes flog, ist im Charlottenburger Krankenhause seinen Berlegungen erlegen. Demunziation: Die denunzirende ,, Kreuz- Zeitung". Im Inseratentheil des Borwärts" stand am Sonntag eine Todes- Anzeige" in der bekannt gegeben wurde, daß der am 10. März verstorbene Gastwirth Karl Kurras in Schmödwig auf seinen Wunsch in Gotha durch Feuer bestattet werde, daß aber die Trauerfeier am heutigen Mittwoch in der Schmödwizer Kirche vor sich gehe. Diese Mittheilung benutzt die„ Kreuz- Zeitung" zu folgender Da die" Trauerfeier" fünf Tage nach dem Ableben des VerDa die Trauerfeier" fünf Tage nach dem Ableben des Verstorbenen und in der Kirche stattfinden soll, scheint es sich um eine ganz besondere Feier zu handeln. Wie sie sich mit dem Berbot für die Geistlichen, an einer Feuerbestattung" fich offiziell zu betheiligen, in Einklang bringen lassen würde, ist nicht verständlich. Weiteres bleibt daher abzuwarten." Das Weitere", das abzuwarten bleibt, dürfte im Falle des Erfolges der Kreuz- Zeitungs"- Denunziation darin bestehen, daß ſich abermals verschiedene bisher noch fromme Chriſten entschieden von der Kirche abwenden. Uns fann es ja recht sein, wenn der Beloteneifer des gottesfürchtigen Junkerblattes solche Erfolge hat. " Der Mangel an mechanischen Feuerwehrleitern, den wir jüngst in Nr. 52 ernstlich gerügt haben, wird zu guterlegt auch von dem komischen August der Berliner Preffe, der Deutschen Tageszeitung", den Stadtvätern gründlich vorgehalten. Das Agrarierblatt wettert in feiner gestrigen Abendausgabe:" Zur Verherrlichung der todten Revolutionäre im Friedrichshain käme es ihnen vielleicht auf eine Million nicht an, für die Sicherheit der Bürgerschaft und des Feuerwehrkorps ist nur wenig Geld übrig! Wozu ist denn aber das Oberpräsidium von Potsdam Aufsichtsbehörde über die Berliner städtischen Behörden? " Stelle " Der Spiritus stellte sich trotz der Februarstatistik um 50 Pf. höher, da Hamburg ihre heute gemachten Anstellungen akzeptirte und loto wieder taufte. Spiritus loko ohne Faß mit 70 M. Abgabe Zum Rühle'schen Mord. Gestern berichteten wir aus Breslau, ist heute von den Kursmaklern mit 40,5 M. gehandelt worden. 50er daß sich dort ein junger Buchhandlungsgehilfe Arthur Eitner vor Spiritus fam nicht zum Umsag. Kartoffelstärke und der Polizei eines Mordes selbst bezichtigte. Danach ist er fo -Me hI März- Lieferung 20,50 M., feuchte Stärke 10,80 m. Tautet ein näherer Bericht in Breslauer Blättern von Berlin Berlins Getreide- und Mehlzufuhren zu Wasser vom nach Spandau gefahren, um sich diese Stadt anzusehen. Hier hat 13. März Mittags bis 14. März Mittags betrugen 70 To. Roggen, er bis spät Abends zahlreiche Kneipen besucht und begab sich dann 466 To. Hafer, 1164 To. Mais, 1152 dz Weizenmehl. zu Fuß auf den Weg nach Berlin. Auch unterwegs will er vers Dritter Wahlkreis. Nächsten Sonntag findet der Besuch der schiedenen, an der Chauffee befindlichen Restaurationslokalen Besuche Es ist nicht sehr gewissenhaft von dem Agrarierblatt, daß es Treptower Sternwarte statt. Die Vorträge sind auf 5 und 7 Uhr abgestattet haben. Als er sich dann endgiltig auf den Heimweg mit der Million um fich wirft, die in späteren Tagen vielleicht" festgesetzt. Treffpunkt ist das Lokal des Herrn Ludwig( früher machte, gewahrte er, daß sein Geld zu Ende gegangen war, und verwendet werden könnte, wo es doch aus der jüngeren Vergangenheit Jakob), Ausschant der Berliner Bockbrauerei, an der Köpnider Land- da will ihm plöglich der Gedanke durch den Kopf geschossen sein, Hunderttausende zur Hand hat, die von der liberalen Stadt- straße. Einige Billets find noch bei Gottfried Schulz, 3i- jemanden zu erschlagen und sich dessen Geld anzueignen. Von väterschaft ganz bombensicher unnüz verpulvert worden sind. garrengeschäft am Kottbuser Thor, zu haben. Berlin her tam ihm zu dieser Zeit ein Leiterwagen entgegen Warum führt die„ Deutsche Tageszeitung" nicht die stattlichen gefahren, dessen Führer schlief. Da will er von hinten auf den Summen von Steuergroschen an, die der Magistrat bei der Wagen gestiegen sein und eine auf demselben liegende Radehacke er Bentenarfeier, beim Einzug des Königs von Italien u. s. w. griffen haben, mit der er den Schlafenden den Schädel einschlug. hat in die Lüfte flattern lassen? Kommunalwähler Rigdorfe! Wähler der III. Abtheilung! In einer Tasche fand er bei dem sofort Verstorbenen ein PorteDie hiesige Ober- Postdirektion schreibt: Von dem Thäter, der Heute habt Ihr zu entscheiden, ob Ihr durch Sozialdemokraten, das monnaie mit 4,50 Mart, das er sich aneignete. Dann begab er sich in der Nacht zum 12. Februar 2 Bunde mit 54 Einschreibbriefen heißt durch wahre Volksmänner, in der neuen Stadt- nach Berlin, wo er bei einem Verlagsbuchhändler Stellung hatte. im Bereiche der hiesigen Ober- Postdirektion entwendet hat, fehlt verordneten Versammlung vertreten sein wollt, oder Nun machte er noch die Angabe, seinem Brinzipal im Laufe des noch immer jede Spur. Auf die Ermittelung des Thäters hat die Leute, verflossenen Monats größere Summen unterschlagen und die denen der soziale Gedanke ein Gräuel ist. eine ein jeder, der dem Fortschritt huldigt Unterschlagungen durch falsche Buchungen gedeckt zu haben. heute Mutter und von nach Breslau. Da ihn Abend in der Versammlung im Apollo Theater verkünden fein Gewissen fortgesetzt peinigte, stellte er sich freiwillig der Polizei. Ein abgefeimtes Verbrechen verübte fönnen, daß Nixdorf 16 sozialdemokratische Stadtverordnete hat. Aus den Zeitungen will er bald nach der angeblich von ihm begestern Nachmittag um 3 Uhr der dreißigjährige Arbeiter Mittag also, auf den Bosten! Und verlasse sich niemand darauf, daß gangenen Mordthat erfahren haben, daß der Erschlagene ein Heu Ob die furchtbare Selbst= Aus den Nachbarorten. durch Thut des in den Briefen enthalten gewesenen Werthinhalts liegen zur geistigem Elend feind ist, seine Pflicht, dann leiblichem wie als er amt 1. d. M. seine Stelle verlor, begab er sich zunächst nach Raubmordversuch. an der 68 Jahre alten Frau Brudach, die ihrem Sohne, dem Tischler Brudach im Quergebäude des Hauses Ritterstraße 110 das er noch kurz vor 6 Uhr zurecht komme. Wer es nur irgend händler aus Spandau gewesen sei. beschuldigung des 21 Jahre alten Menschen auf Wahrheit beruht, Der Vertrauensmann. Vermischtes. Auf der Zeche Viktoria bei Littfeld im Kreise Siegen stürzte leute wurden getödtet, einer schwer verletzt. gestern der Förderforb 180 Meter tief in den Schacht. Drei BergEisenbahnunfall. Montag Nachmittag stieß auf dem Bahnhof auf einen dort haltenden aus Maschine und Backwagen bestehenden Lofalzug. Personen wurden nicht verlegt. Beide Maschinen sowie der Packwagen des Lokalzuges wurden beschädigt. Der Verkehr ist nicht gestört. in Nippes ein einfahrender Güterzug infolge falscher Weichenstellung Kampf gegen das Fahrrad. Die Bürgerschaft in 2übec Hauswesen führt. Mittag hatte einige Beit bei Brubach in Schlaf- möglich machen kann, muß im m Laufe des Tages muß erſt feſtgeſtellt werden. Die Breslauer Polizeibehörde hat die stelle gelegen und war am 5. März bei der Polizei ab- wählen, so daß Raum und Zeit bleibt für die, denen es durchaus Polizeibehörde in Spandau telegraphisch von der Festnahme und gemeldet worden. Gestern Nachmittag war die alte Mutter unmöglich ist, früher abzukommen. Wir bitten dringend, dies zu dem Geständniß in Kenntniß gesezt. Bei dem Verhafteten, einem mit ihrem dreijährigen Enkel, dem dem einzigen Kinde ihres beherzigen. Der Schluß der Wahlhandlung ist auf 6 Uhr Abends fleinen, schwächlichen Menschen, fand sich ein scharfgeladener ReSohnes, allein in der Wohnung, als der frühere Schlaf- angesetzt. bursche Einlaß begehrte. Ihm wurde ahnungslos die Thür geöffnet. volver vor. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Nach kurzer Zeit tam das Kind mit blutüberströmtem Gesicht Art ist das Fehlen eines Krankenhauses in unserer Stadt. Arbeiter Schönebergs! Ein Mißstand von ganz besonderer schreiend zu einer Nachbarin gelaufen und bat sie, daß sie doch der Großmutter das Blut abwischen möchte; der Herr Mittag habe sie Telto: v stehen uns in Brig und Lichterfelde je 36 Betten zur Ver- fabrit von Diezel u. Ko. in Lauban theilweise niedergebrannt ist. Acht Nach dem Abkommen unserer Stadtverwaltung mit dem Kreise geschlagen. Als nunmehr Bewohner des Hauses in die Brudach'sche Aus Görlitz wird berichtet, daß gestern Vormittag die Dertrins Wohnung geeilt waren, fanden fie die Frau leblos fügung. Diesen Mißstand zu beleuchten resp. zu beseitigen, ist der aus mehreren Kopfwunden blutend auf dem Fußboden Zweck einer Volksversammlung, die heute Abend in der Schloß- Personen erlitten Brandwunden, mehrere wurden lebensgefährlich liegen; die Verlegungen mußten ihr mit einem scharfen brauerei stattfindet. Alle Frauen und Männer Schönebergs haben verlegt. Schlaginstrument beigebracht sein. Auch das Kind hatte zu erscheinen.( Siehe auch Inserat von gestern.) mehrere Schläge, wenn auch minder gefährlicher Natur, erhalten. In Stralau- Rummelsburg findet am 18. März, Abends 8 Uhr, In der Wohnung fehlte die Regulatoruhr, die der Thäter, als er bei Schonert, Neu- Seeland, eine Volksversammlung statt, in entdeckt zu werden fürchtete, schnell von der Wand genommen hatte der Reichstags- Abgeordneter Arthur Stadthagen über die Beund damit zum Hauſe hinaus geeilt war. Er ist entkommen; wenigstens deutung des Tages einen Vortrag halten wird. Die Parteigenossen hat die Polizei gestern Abend seiner nicht habhaft werden können. wollen fleißig für diese Versammlung agitiren. Großmutter und Kind wurden von einem aus der Unfallstation herbeigeholten Arzt verbunden und dann auf Anordnung der mittlerveile zur Stelle gekommenen Polizeibeamten in das Krankenhaus flärte zunächst Herr Ortsvorsteher Boddin für sich und die Herren Rigdorf. In der lezten Sigung der Gemeinde- Vertretung eram Urban befördert. Den Tischler Brudach holte ein Radfahrer von Bürdner, Abraham und Weigand, daß sie einer Notiz des" Berliner seiner in der Cuvryſtraße befindlichen Arbeitsstätte; als er sich von Tageblatt", wonach sie zum Bürgermeister, Stadtrath und Stadt- nahm eine Fahrradsteuer an, und zwar für Luxusräder 6 M., für der ersten Bestürzung erholt hatte, gab er den Beamten ein Signale- baurath gewählt werden sollten, völlig fernständen. ment des Thäters. In Sachen gewerbliche 3 M. der Verbreiterung der Prinz Handjerystraße an der Ecke der Berg- Der Einbrecher, der im Januar zu Breslau einen Aufsehen Ueber neue Theaterbauten wird berichtet: Die Errichtung straße foll nochmals ein Vergleich mit einigen Befizern er- erregenden Einbruch in das Uhren- und Goldwaarengeschäft von eines neuen Volkstheaters für den Gesundbrunnen ist in Aussicht strebt werden. Justizrath Bürdner ersucht darum, die Müller verübt hat, bei dem ihm für 10 000 m. Werthsachen zufielen, genommen. Es soll zu diesem Behufe die vor einiger Zeit ge- Nachtrags- Verträge mit der Großen Berliner Straßenbahn ist dingfest gemacht worden. Der Dieb ist der Buchdrucker Oswald fchloffene städtische Markthalle auf dem Gesundbrunnen, die gegen- und der Südlichen Vorortbahn zu genehmigen. Von den Neuerungen Lache. Bei seiner Verhaftung fanden sich noch eine große Menge wärtig parzellenweise zu Verkaufszwecken vermiethet wird, erworben ist hervorzuheben: Der Vertrag über die nach Treptow projektirte Ringe und Uhren, die von dem Bestohlenen als sein Eigenthum erund entsprechend umgebaut werden. Auch ein neues Variété Strecke enthielt die Bestimmung, daß die Strecke erst dann aus- fannt worden sind, in seinem Besitz. Lache steht übrigens auch im Theater dürfte in diesem Herbst eröffnet werden. Dasselbe wird auf gebaut werden solle, wenn es gelinge, eine Unterführung unter der Verdacht des Münzverbrechens. einem großen Terrain in der Köpenicker Straße nahe der Michael- Görliger Bahn herbeizuführen. Hier ist hinzugesezt worden: Ist Opfer des Schneesturmes. Aus Aosta wird geschrieben: Am firchstraße errichtet und soll einen Zuschauerraum für 1500 Personen die Bahn nach Treptow bis zum 1. Januar 1903 nicht her- Nachmittag des 7. März zogen drei Arbeiter, ein Deutscher, ein erhalten. gestellt, so ist die Zustimmung der Gemeinde Nixdorf zur Anlage Franzose und ein Italiener, von Bourg- St. Pierre über den Großen der Bahn erloschen. In den Vertrag über die Vororts- Ringbahn St. Bernhard nach Italien. Die Namen des Deutschen und des In einem Anfalle von Geifteskrankheit hat der 44 Jahre ist statt allgemeiner Redensarten betreffs des Fahrpreises neu Franzosen sind nicht bekannt. Der Italiener ist der Weber Cipriano alte Kaufmann Louis Reismann aus der Bischofstr. 21 Hand an sich aufgenommen worden, daß der Fahrpreis 10 Pf. betragen solle für Bigua aus Biella. Nicht weit vom Hospiz wurden die drei Wanderer gelegt. Reismann, der aus Danzig stammt, vertrat hier ein großes die Strecke von jedem Punkte innerhalb Rigdorfs einerseits bis vom Schneesturm überrascht und mußten Halt machen. UnglücklicherGeschäftshaus. Durch Patentangelegenheiten hatte er große Geld- Tempelhof( über Briz), andererseits bis Schöneberg( über den Blücherweise wurden sie bald darauf von Schlafsucht, einer Begleitperlufte. Die Folge war ein Nervenleiden, gegen das er schon plazz). Die Streden müssen zweigeleifig ausgebaut werden. Der erscheinung der Bergkrankheit", befallen, die in den meisten Fällen längere Zeit ärztliche Hilfe gebrauchte. Das Leiden bildete sich zu Betrieb wird ein elektrischer sein. Infolge einer Personalunion über den Tod herbeiführt, wenn sie nicht energisch bekämpft wird. Bon Berfolgungswahnsinn aus, und der Unglückliche flagte oft bei nimmt die Große Berliner Straßenbahn die Verpflichtung, als Bei- Bourg- St. Pierre hatte man inzwischen das Hospiz telephonisch beheftigen Anfällen, daß er Höllenqualen ausstehen müsse. Montag hilfe für die Brücke über den Kanal im Zuge der Grünauerstraße nachrichtigt, daß drei Wanderer unterwegs seien; man schickte ihnen Abend nahm er von den Pillen, die ihm der Arzt zur Beruhigung 30 000 M. an Rigdorf zu zahlen. Die Linie Hermannstraße- Marien- Retter" mit Spürhunden entgegen, welche die drei unglücklichen, herschrieben hatte, viel mehr, als er sollte. Die Wirthin merkte dorfer Weg( Gemeindefriedhof) ist gesichert, die Unternehmerin wünscht halb erfrorenen Arbeiter im Schnee entdeckten. Der Deutsche starb daran schon, daß Reismann wieder einen Anfall bekommen hatte, aber in den ersten zehn Jahren von besonderen Abgaben befreit zu auf dem Transport zum Hospiz; der Franzose wurde in die nahm aber sonst nichts Auffallendes wahr. Gestern Morgen wartete fein. Die Nachtragsverträge werden genehmigt. Ferner stimmte Cantina Svizzera" gebracht, wo er gleichfalls gestorben ist. Bigna fie vergeblich auf das Zeichen, daß sie den Kaffee bringen solle. man dem Vorschlage der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft blieb bis zum 9. März auf dem St. Bernhard und wurde an diesem Durch das Schlüelloch sah sie dann, daß ihr Miether sich mit seinem zu, die Linie Briz- Morigplak möglichst schon vom Juni oder Juli Tage in das Krankenhaus von Aosta geschafft, wo er schwer trank Sandtuch an einem Bettpfosten erhängt hatte. Wiederbelebungs- Bieses Jahres ab elektrisch zu betreiben und sie bis zum Sommer daniederliegt. bersuche hatten keinen Erfolg. 1900 über den Hacke'schen Markt bis zur Schulstraße zu verlängern. Aus der franzöfifchen Fremdenlegion. Wie die Blätter aus Zwei Selbstmordversuche machte vorgestern Nachmittag kurz Die Versammlung genehmigte dann eine Reihe von Etats: Oran melden, find zwei Soldaten des 2. Regiments der Fremdenhinter einander der 30 Jahre alte Möbelpolirer Albert 2., der bei überschreitungen und deren Ausgleich durch den Ueberschuß legion, Kuhn und Bejenski, welche die Strohsäcke ihrer Gefängnißfeiner 53 jährigen Mutter in der Posenerstr. 20 wohnt. 2. ist ein aus Kanalisationsbeiträgen, worauf über die Uebernahme zelle in Brand gesteckt hatten, vom Kriegsgerichte zum Tode verGewohnheitstrinker und hat in den legten anderthalb Jahren schon der Kosten für die Sicherheitspolizei verhandelt wurde. urtheilt worden. wiederholt am Säuferwahnsinn gelitten. Gestern Nachmittag gegen Gemeindevorsteher Boddin theilte hierzu folgendes mit. Der Minister 4 Uhr hörten die Hansgenossen Frau 2. um Hilfe rufen. Wehrere habe es genehmigt, daß bis zur Einführung der königlichen Polizei Frauen liefen zu ihr in dem Glauben, daß ihr Sohn sie mißhandle. die Gendarmerie im Orte bleibe. Es sei indessen von ihm verlangt Dieser hatte sich jedoch erhängt. Von den Frauen abgeschnitten, worden, daß sich die Gemeindevertretung in rechtsverbindlicher Form verfam er bald wieder zu sich. Wenig später rief Frau 2. abermals pflichte, die Kosten, die auf 40 000 m. jährlich geschäßt seien, zu übernehmen. Stationen um Hilfe. Ihr Sohn hatte sich abermals aufgeknüpft und jetzt Durch eine Petition habe er, Boddin, eine Herabfezung dieses Betrages auf bereits das Bewußtsein verloren. Ein Kaufmann aus dem Hause 21 000 m. erzielt. Da vom 1. April ab 1500 m. für Kriminalbeamte in schnitt ihn wieder ab und ließ ihn mit einem Lück'schen Rettungs- Wegfall kommen, ermäßigt sich der Betrag auf 19 500 M. Die Swinembe. 774 SM Gemeindevertretung erklärte sich mit der Leistung dieser Summe für wagen in ein Krankenhaus bringen. Hamburg 776 323 die Zeit bis zur Einführung der königlichen Polizei einverstanden. Berlin 776 23 Nach einer Mittheilung des Gemeindevorstehers bietet der Etats- Wiesbaden 775 Still voranschlag für das erste Etatsjahr der Stadt Nixdorf daffelbe München Bild wie der legte Etat, obwohl alles berücksichtigt sei, was Nixdorfs Wien Der Arbeiter August Laubsch, der vor acht Tagen hinter Erhebung zur Stadt und sein Ausscheiden aus dem Kreise erfordere. bem Haufe Danzigerstraße 78 auf den Knaben Wegener schoß, hat Wahrscheinlich wird noch eine Sigung der Gemeindevertretung fich im Untersuchungs- Gefängniß erhängt. stattfinden. Fahnenflüchtig geworden sind der Sergeant Matthäus Grzymacz bom 3. Garde- Regiment 3. F. und der Grenadier August Müller bom 3. Garde- Regiment 3. F. Witterungsübersicht vom 14. März 1899, Morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. 5°.= 4° R. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n.. -6 2 bedeckt 1heiter 2 bedeckt -14 1wolfig 11 2wolfent 3 2hlb.beb. 4 Haparanda 761 SO 2woltent 3 Petersburg 761 NM 2 woltig 4 Cort 777 S wolfent 3 Aberdeen 771 S 774 SO 2 heiter 774 0 Paris 775 NN 2yeiter Wetter Prognose für Mittwoch, den 15. März 1899. Ein wenig wärmer, vielfach heiter, zeitweise wolfig bei mäßigen wefts lichen Winden; teine erheblichen Niederschläge, Unserem Sangesbruder Wilhelm Bohm ( 65/7 / 7 Achtung! 2. Wahlkreis. Achtung! bie herzlichste Gratulation zu seinem Am Donnerstag, den 16. März, Abends 8½½ Uhr, im Lokale heutigen Wiegenfeste. Die Sangesbrüder d.Arb.- Gesangvereins Vorwärts I Süd- Ost. Dem Knapphans Franz Länglich, auch Geisler genannt, Bum Geburtstag viel Glück und sonst allerhand. Doch zugleich fet ihm herzlich Beileid gefagt, Daß durch's Bugeben er's nur zum Villenwirth gebracht. Bergönnt sei's thm, von nun an mehr rauszuschinden, Um balb seine Ruhe als Rentier zu finden. 19346 Todes Anzeige. H Den werthen Genoffinnen und Ge nossen zur Nachricht, daß meine brave Frau und unsere gute Mutter Therese Pfeiffer, geb. Reusch, verw. Kazurky, am 13. b. Mits. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. b. M., Nachm. 42 Uhr, von der Beichenhalle der Gethsemane Gemeinde ( Nieder Schönhausen) aus statt. Ernst Pfeiffer, Bäckermstr., nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise aufdes Herrn Richter, Schwerinstraße 13: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Achtung! Maurer. Achtung! Am Mittwoch, den 15. März, Abends 82 Uhr, in Keller's Festsälen, Koppenstraße 29: Große öffentliche Versammlung 1. Die bevorstehende Neuwahl. Referent: Dr. Leo Arons. der Maurer Berlins und Umgegend. 2. Diskussion. Uut zahlreiches Erscheinen ersucht 210/6 Das Wahlkomitee. III. Wahlkreis. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum Kongrek der durch Vertrauensmänner zentralisirten Gewerkschaften Deutschlands eventuell Wahl von Delegirten zu demselben. 2. Gewerkschaftliches. Die Lohnkommission der Maurer Berlins und Umgegend. J. A.: H. Metzke. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Sonnabend, den 18. März, Abends 8 Uhr, im Apollo- Saal, 131/20 Sebaftianstraße Nr. 39( früher Brochnow): Volks- Versammlung Tages- Ordnung: : Vortrag des Reichstags Abgeordneten Rechtsanwalts Wolfgang Heine über:" Die Märzrevolution". Bahlreiches Erscheinen erwünscht 213/14 Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg Mitglieder- Versammlung richtiger Theilnahme und die überaus am Donnerstag, den 16. März 1899, Abends 9 Uhr, zahlreichen Kranzfpenden bei der Bes erdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters und Schwieger baters, des Schankwirthes in Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen G. Wagner über: Die ärztlichen Ehrengerichte und die franken Arbeiter." 2. Discussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. I Gäste willkommen. 250/2 Die Herren Aerzte sind besonders eingeladen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich zu er Der Vorstand. Friedrich Rockendorf fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Gast und scheinen. Schankwirths- Verein, dem Rauchklub Frisch gewagt", der Kranken- und Sterbefaffe der Tafelbecer Berlins, insbesondere dem soz. Wahlverein des 4. Berliner Reichstags Wahlkreises Often unfern innigsten Dant. Verein sozialdemokratischer Gaft- und Schankwirthe Berlins und Umgegend. Die trauernden Hinterbliebenen Am Freitag, den 17. März 1899, Nachmittags 5 Uhr, Wip. V. Rockendorfnebst Kindern Neudammer! Verein ehemaliger Neubeim Kollegen Fischer, Beusselstr. 9: Versammlung. Tages: Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Klees. 2. Diskussion. dammer tagt jeden Sonnabend 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten. beim Landsmann Franz Kadach, Große Frankfurterstr. 86, Hof. Aufnahme neuer Mitglieder. Kränze aller Art und Schleifen mit Widmung zum 18. März Bu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. J. A.: Ferdinand Ewald. IF Schmiede. empfiehlt das Blumengeschäft Otto Am Donnerstag, den 16. März 1899, Abends 8 1hr, Hinz, Rosenthalerstr. 62/64. Kränze 11358* 115 und Blumen empfiehlt F. Jacobitz, Koppenftr. 46. im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Oeffentl. Derlammlung Tagesordnung: Sabres 1848 und heute". 2. Distuſſion. 3. Stellungnahme zum 1. Mat. 1. Vortrag des Genossen Metzner über:„ Die Errungenschaften des Warne Jeden, m. Tochter Marie auf 4. Verschiedenes. meinen Namen etwas z. borg., da ich für nichts aufkomme. ( 19396 Der Vertrauensmann. 1938b C. Wodtke, Reinidendorferfir. 11a. Arbeiter der städtischen Gasanstalten Möbel, Spiegel u. Polsterwaaren reell, zu soliden Preisen, empfiehlt H. Strelow, Tischlermstr. 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Diese aber ber Serband der städtischen Arbeiter) hat zu der Frage schon vor Monaten Stellung genommen und bezügliche Eingaben an das Stadtverordneten Kollegium und den Magistrat gemacht. Wir bitten daher, den Versamm 1948b lungen fern zu bleiben. Der Vorstand des Verbandes der städtischen Arbeiter. Schönhauser Allee 103. Täglich: ,, Jägerhaus Großes Boltsfeit. Entree frei! (* Schnelle, gründliche Heilung Aachener Tuche D. D. weltberühmt überall prämiirt und über ganz Europa verbreitet, sowie andere deutsche Fabrikate versenden wir zu anerkannt niedrigen Preisen an Jedermann. Unsere ca. 400 Muster grosse Collection, die franco versandt Tuch, Kammgarn, Cheviot, wird, enthält Alles, was der moderne Geschmack bietet: Loden, Damentuche etc. vom einfachsten bis zum allerfeinsten. Um einen Beweis wir, dass wir innerhalb ca. 15 000 und ehrende Anerkennungen vorvon dem Renommée unserer Waare zu geben, erwähnen neue Kunden erworben haben und einige des Jahres 1898 liegen. 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May 1899, dem Personal der Firma Wolter 10,-. Von dem " Bersonal straße 79 2.50, Statklub Einigkeit 5,-. Destillation, Naunynstr. 30 4,30. der Firma Gebrüder Roll, Maybach Ufer, 8,80. M. D. Gesammelt auf einem Maskenball 4. 3. b. Goßmann, Kreuzbergstr. 48 4,85. Für die Angehörigen der Verurtheilten in Dresden 1,-. Beim alten Veteranen, Wöhlertstraße, 3,05. Lustiges Klee Hutsammlung beim Geburtstags- Ständchen der Frau Mall, Klosterstr. 101 blatt 2- Gesammelt durch P. Krüger auf Vergnügen des Raucher: durch den Bäcker- Gesangverein Morgengrauen 5,27. Ges. durch Philipp gingen bei der Expedition des„ Vorwärts" folgende Beiträge ein: tubs Südost" 2,40. Bentral- Verband der Maurer, Bahlstelle Norderney Bernstein( ein Freifinniger 3,-, Siegfr. Sachs 3.-, Felix Sußmann 3,-, 29,95. Geburtstagsfeier Strelißerffr. 44 4, Lederarbeiter Osterwied a. H. Taubert-, 50) 9,50. Gesammelt bei der Geburtstags- Feier Schiller, Ges Auf dem Stiftungsfest der Maurer in Herzfelde gesammelt 4,50. Bon aus der Kompagnietasse 15,- lei. bei einer Geburtstagsfeier bet ben fumbbrunnen 1, Schackenslebener Maurer, durch Dänecke 11,65. Ge bent organisirten Fliesenlegern 20,-. Klemin, Liegniz 1,-. Kontobücher: Restaurateur Appelt 2.- Personal d. Buchdruckerei August Saß 10,25. sammelt auf dem Waschinenmeister- Kongreß in Kaiserslautern, durch Fischer Fabrik Richard Pörtner 2,90. F. u. E. Ambach 4,50. Von den Partei: Von den Arbeitern der Telegraphenbau- Anstalt E. Lorenz 18,90. Ban 3,05. Summa 235,08. genossen in Burg bei Magdeburg, durch Fr. Drechsler 22,66. Mittagsstat tischlerei Kannengießer 4,75. Maler, Wilmersdorf, durch Herzog 5,30. Berichtigung. In Nr. 59 soll es statt Gesammelt durch J. R., J. L. 1,- Von den Schirmmachern der Fabrit A. Daus, 2. Rate 4,-. Von Rauchklub Gleichheit 5,- 2. u. D. Cl., Zentral- Bürstenhölzer, Bernauer-( Beeliz) Heißen. Für den Inhalt der Inserate nisen- Theater übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 15. März. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Vergißmeinnicht. Anfang 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Das fünfte Rad. Anfang 72 Uhr. Nachm. 42 Uhr: Die Palästina: fahrt des deutschen Kaiserpaares. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 72 Uhr. Lessing. Nora. Anfang 71/2 Uhr. Berliner. Colo's Bater. Anfang 72 Uhr. Residenz. Der Schlafwagen: Ron trolleur. Borher: Zum Einfiebler. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Aufaug 7/2 Uhr. Metropol. Der wilde Meier. Hier: auf: Die Engelsjäger. Anfang 712 11hr.. Schiller. Der Dornenweg. Anfang Uhr. Westen. Der Barbier von Sevilla. Anfang 72 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 71 Uhr. Thalia. Schiddebold's Engel. An fang 72 Uhr. Luisen. Das bemoofte Haupt, ober: Der lange Jfrael. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 8 Uhr. Oftend. Der deutsche Michel. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fuhrmann Henschel., Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Persien. Anfang 8 Uhr. Wiener Bolts. Theater. Un schuldig. Anfang 72 Uhr. Apollo. Spezialitäten Borstellung. Anfang 7 1hr. Urania. Laubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täg: lich geöffnet von 10 Uhr Vor: 34. Reichenbergerstraße 34. Abends 8 Uhr: Bum 1. Male: Das bemoofte Haupt Urania Tanbenstrasse 48/49. Im Theater: ober: Der lange Jerael. Das Land der Fjorde. Schauspiel in 4 Atten von Roderich Benedir. Donnerstag und Freitag: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend Nachmittag 3 Uhr: 19. Schüler Vorstellung zu besonders ermäßigten Preisen: Wilhelm Tell. Ostend- Garl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Der deutsche Michel. Boltsstück mit Gesang in 4 Aften v. R. Kneisel. Musit v. Paul Linde. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Giltigkeit. Im Tunnel von 7 Uhr an Frei Konzert. Morgen: Dieselbe Borstellung. Freitag: Der Brandstifter. Sonntag Nachmittag: Die Waise aus Lowood. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute Mittwoch: Zum ersten Male: Der wilde Meier. Berliner Vaudeville in 3 Aften von Leon Leipziger. Musik von Franz Wagner. gner. Klara Wenk und Reinhold Wellhof als Gäſte. 7. Male Hierauf: Zum 77. Male: Die Engelsjäger. Ballet in 14 Bildern von H. Regel und J. Bayer. Morgen und folgende Tage: Die: selbe Vorstellung. mittags ab. Eintritt 50 f. Thalia- Theater. Abends 8 Uhr:„ Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich Abends von 5-10 Uhr: Stern warte Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr Been. Palast. Spezialitäten- Borftellung. ・ Waffage Panoptikum. Spezialis täten Borstellung. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch 8 Uhr: Der Dornenweg. Donnerstag 8 Uhr: Othello. Freitag 8 Uhr: Verbotene Früchte. Borher: Die Neuvermählten. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Puppe( La Poupée) Operette in 3 Atten und einem Vorspiel bout Sturgeß and Ordonneau. Musik von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntag Nachm. zu halben Preisen: Manon, die Wirthin vom gpl denen Lamm. Dresdenerstr. 72/73. Gastspiel Emil Thomas Letzte Woche! Schiddebold's Engel. Bosse mit Gesang in 4 Aften von 2. Mannstädt. Musik von demselben. Rouplets von Alfred Bender. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, den 18. März: Benefiz für Emil Thomas: Der Registrator auf Reisen. Poffe mit Gefang in 7 Bildern von A. L'Arronge und G. v. Moser. Passage- Panopticum. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Heute Im Hörsaal: Professor Dr. Müller:„ Pflanzen mit eigenartiger Ernährung". ( Biologie 9.) Invalidenstr. 57/02: Castan's Panopticum. Jtal. Sänger- u. Tänzer- Gesellsch. ,, Santa Lucia". Die berühmten ,, lebenden Bilder". Neu! Dreyfus- Esterhazy. Tägl. Sternwarte. Apollo- Theater. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Das letzleg2 Feen- Palast- beste Programm der Saison 28 Theater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Roloffaler Lacherfolg über die Gesangsposse Berliner Waschermädel. 1 Fridolin Pieffe: Dir. Winkler. Großer Jubel. Stürm. Beifall. Vergissmeinnicht, Quartett. Plötzlarella. Nanon. Alfredo Truppe. Helma Miñée. Ernst Sprecher. Gust. Schmidt. Ada und Victor. Helene Voss. Lebende Photographien. Auf. 7 Uhr. Sonnt. 6 Uhr. Billet- Vorv. Bormt. v. 11-1 11hr. Donnerstag, den 23. März: Benefiz für die beliebte. Soubrette Helene Voss. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direttion: Richard Winkler. Neu! Täglich mit großem Erfolg! Tobias' Brautfahrt! Bosse mit Gesang von Ostar Viktor Roeder. Neu! Neu! Neu! Das jeden Abend stürmisch bejubelte Gesangsduett Ada und Ottfried Relay. Neu! Neu! Neu! Hahnemann& Kahnemann. Urdrolliger Schwant v. E. Braune. Dazu der ausgezeichnete Spezialitäten-Theil mit täglich wechselnd. Programmi. Wochent. 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags- 6½ Uhr Entree an Sonn und Wochentagen nur 30 f. Borzugsbillets haben Giltigkeit. 23 Wallno& Mertens Curtis& Gordon Scheherazade The 5 Julians 32290 3 Yoscaryss Segommer Freedgy Sidley ist Barma Sato etc. W. Noack's Theater Concerthaus W. Leipzigerstr. No. 48. Täglich: Hoffmann's Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater- Vorstellung. Quartett. Humoristen Der liebe Onkel. Theaterskandal dazu: Der Jubilar. In Vorbereitung: Italiano Berolina. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger 0381 ( Meysel. Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) orverkauf alle 167 Zum drittletzten Male: Vorverkauf täglich im Theater u. beim ,, Künstlerdank", Unter den Linden 69. Anfang 72 Uhr. Wiener Volks- Theater Oranienstraße 52( Morikplay). Heute 2 Vorstellungen. Allabendlich 812 Uhr: Unschuldig" Volksstück in 4 Bildern von Leopold Friedr. Weiß. Von 7 Uhr an: Humo: ristische und ernste Gesangsvorträge. Nachmittags 3 Uhr:„ Unschuldig" zu halben Preisen. Gebrüder Richterbara Theater pl 57 Lothringer- Strasse 57. Novität! Novität! Vater und Bohn. Boltsstück mit Gesang in 4 Atten von Wilhelm Richter. Seinrich Muffig. 23. Nichter. Vorher: Schwant in 4 Atten bon Rudolf Kneifel. Nach der Lanzkränzchen. Vorstellung: Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direttion: J. M. Hutt. Täglich: Großes Konzert der Hauskapelle unter Zeitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner und Spezialitäten Vorstellung unter Regie des Humoristen Gustas Kluck. Anfang Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Mähr's Theater Oranien Straße 24. Täglich: Die Jagd nach dem Glücke. Lustspiel in 4 Atten v. F. A. Sauer. Spezialitäten. Bons haben Giltigkeit. Sonntags Anfang Uhr. Frauen- Emanzipation F. Scholz Festsäle Tagestasse von 11-1 Uhr. Jeden Freitag: Neues Programm. CIRCUS BUSCH Nur noch kurze Zeit, Mittwoch, den 15. März 1899, Abends 72 Uhr: Bum 121. Male: PERSIEN. Apfel des Paris. Sandor Trio. Direttor Busch mit seinen besten Freiheitsdreffuren. Burkhardt- Foottit als Schulreiter. Die Klowns mit ihren besten Späßen. Donnerstag, den 16. Märg, Abends Wie denken Sie darüber? 7 ur: Persien. Auf allgemeinen Wunsch Sonntag, den 19. März, Nachmittags Anfang: Wochent. 8 Uhr, Sonnt. 7 Uhr. 4 Uhr: Persien. Boffe in 1 Att von Carl Bed. 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin.