Einzelpreis 70 Heller. ( Einschließlich 5 Heller Porto) Sosialdemokrat Jentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik 12 Jahrgang. Weltwirtschaftskonferenz im Feber 1933. Paris, 4. Oktober. Das Havasbüro meldet Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Redaktion u. Verwaltung: Brag II, Relásanta 18 Telepb.: 26795, 31409. Nachtredakt.( ab 21 Ujr): 33858 Bolicedamt: 57544 Mittwoch, 5. Oktober 1932 England als Vermittler: Der Parteitag Nr. 235. Fünfmächte- Konferenz in London. der englischen Arbeiterpartei. aus Genf: Der von der Lausanner Konferenz für Von H. N. Brailsford, London.. London, 4. Oktober. Die britische Regie- tags flog der englische Außenminister die Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz rung hat mit der französischen, deutschen, ita Simon von Genf nach Paris, wo er mit gewählte Expertenausschuß ist gestern in Genf lienischen und amerikanischen Regierung die Herriot eine eineinhalbstündige Unterredung Der Parteitag der englischen Arbeiterzusammengetreten und hat beschlossen, dem Möglichkeit der Abhaltung einer Konferenz hatte, nach deren Beendigung die beiden Staats- partei, der in Leicester am Montag zusamVölkerkundrat vorzuschlagen, die Konferenz für in London zur Fortsetzung der Besprechungen männer mit strahlendem Gesicht vor mengetreten ist, bezeichnet einen entscheidenden Monat Feber 1933 nach London einzube- erörtert, die diesen Sommer in Beffinge bei Genf den harrenden Journalisten erschienen. Herriot den Abschnitt in ihrer Geschichte. Ein Jahr begonnen hatten, wo Staatssekretär Stimson erklärte:„ Alles ist ausgezeichnet gegangen", und ist vergangen, seitdem die Arbeiterpartei bei während der Abrüstungskonferenz sein Haupt- fügte hinzu, daß die Unterhaltung sehr ange- den Wahlen im vergangenen Oktober eine quartier hatte. Man hofft, durch diese privaten nehm, herzlich, loyal und intim gewesen sei. Sir Wahlniederlage erlebte, die in der politischen Besprechungen eine Regelung zu erreichen, die Simon lehnte es dagegen ab, irgend eine Er- Geschichte unserer Insel einzig dasteht. Die Deutschland die Rüdkehr zur Abflärung abzugeben. rufen. Beratungen der Kleinen Entente. rüstungskonferenz ermöglicht. MitDeutschland lehnt ab und fordert erst Garantien. Die unmittelbare Folge dieser Unterredung war offenbar die Einladung an Deutschland zur Londoner Konferenz der fünf Hauptmächte, die der englische Geschäftsträger in Berlin dem Staatssekretär von Bülow noch heute mündlich überbrachte. Aus einem offiziösen Kommentar des Conti- Büros geht jedoch hervor, daß Deutschland nicht nach London gehen will, solange nicht vorher bestimmte Garantien für die Erfüllung der Forderung nach Gleichberechtigung von der Gegenseite gegeben werden. Es heißt darin u. a.: geradezu phantastischen Ausmaße dieses Rückschlages sind durch unser primitives WahlGenf, 4. Oktober. Gestern trafen die Minister der drei Staaten der Kleinen Entente beim system zu erklären, in dem es weder Proporz noch Stichwahl gibt. Unsere Stimmenzahl fiel jugoslawischen Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Jevtič, zusammen. Außer dem um zwanzig Prozent, aber unsere Vertretung Austausch von Anschauungen über den Vorgang im Barlament sant bis zu einem Fünftel der bei den Arbeiten der Völkerbundsversammlung früheren Zahl herab und die meisten unserer wurde über die gegenwärtige wirtschaftliche fähigsten Wortführer, die Alten wie die JunSituation debattiert. Es wurden vor allem die gen, wurden geschlagen. Von ihren früheren Ergebnisse einer Prüfung unterzogen, zu denen Führern verlassen, als eine wirksame Oppodie Konferenz in Stresa gelangt war, worauf sition vernichtet, erlitt die Arbeiterpartei einen ein Meinungsaustausch darüber stattfand, wie. schweren Schlag in ihrem Ansehen und in die neue Regelung der wirtschaftDie englische Einladung hat offenbar den So sehr anzuerkennen ist, daß England sich be- ihrem Selbstvertrauen. Dann trat im August lichen Verhältnisse unter den drei Sinn, an die Besprechungen anzuknüpfen, die im müht, die Fäden wieder anzuspinnen und Deutsch- die unabhängige Arbeiterpartei aus und beStaaten der Kleinen Entente funt- Sommer im Hause des an.erikanischen Staats- land in die Abrüstungskonferenz zurückzuführen, tioniere und in welchem Maße sich die gegen sekretärs Stimson in der Umgebung von Genf müssen doch erst gewisse Garantien dafür gann jene Taftik der Spaltung der Arbeiterwärtige Art und Weise des Clearings bewährt. begonnen haben. Inzwischen ist aber durch das vorliegen, daß die Bestrebungen, einen Modus bewegung, die wir von den Kommunisten her französische und das englische Memorandum eine vivendi zu finden, auch wirklich auf ein für fennen. Zwar ist die Unabhängige ArbeiterMinderheitendebatte in Geni. Aenderung der Situation eingetreten. Deutschland erträgliches Ziel hinauslaufen. Nun partei zahlenmäßig und in ihrer Bedeutung So lange fie nicht wieder beseitigt ist, hat ist es an der Gegenseite, su sagen, welche Siche- heute nur mehr ein Schatten von dem, was es gar feinen Sinn, daß Deutschland nach rungen dafür gegeben sind, daß die deutsche For- sie vor fünf Jahren war; außerdem verliert London geht; denn die Konferenz würde von derung auch wirklich erfüllt wird. sie jetzt ungefähr ein Drittel ihrer bereits vornherein zur Aussichtslosigkeit verurteilt sein. gelichteten Mitgliedschaft. Nichtsdestoweniger kann die moralische Wirkung dieser Abspalfür die nächsten Tage im Gebiet von Kirin vor- tung eine zeitlang ernst sein. Ein Vierteljahrhundert hindurch war die Arbeiterpartei stetig gewachsen, frei von allen Spaltungen. Streikbredher an der Arbeit. Jetzt hat sie in einem einzigen Jahr zivei Abspaltungen aushalten müssen, zuerst auf Hamburg, 4. Oktober.( C. P. B.) Auf der dem rechten, dann auf dem linken Flügel. Die Walddörferbahn, dem Teil des Hamburger Hoch- Masse ihrer Mitgliedschaft hält mit bewun und Untergrundbahnnezes, der die sehr weit fernten nördlichen Vororte mit der Stadt verbindernswerter Treue zur Partei. Aber wie steht det, ist heute morgens durch die Technische es mit dem Durchschnittswähler am Rande Nothilfe ein Notverkehr eingerichtet worden. der Partei, der wenig liest und dem die soziaEs wurden etwa 70 Mann eingesetzt. Die Leute listische Gedankenwelt fremd ist? Er hat zuer werden aus Volksfüchen verpflegt; die Polizei die Desertion Macdonalds und sorgt eingehend(!) für ihren Schutz. Berlin, 4. Oktober. Das Berliner Contibüro meldet aus Genf: In dem politischen Ausschuß der Völkerbundversammlung wird am nächsten Donnerstag auf Antrag der deutschen Regierung eine große Aussprache über die Minderhei tenfragen stattfinden. Der deutsche Standpunkt wird von dem früheren Reichsaußenminister von Rosenberg, der Deutschland gegen wärtig auf der Völkerbundversammlung Hauptdelegierter vertritt, dargelegt werden. als Japanische Offensive gegen angebliche Banditen. Mukden, 4. Oktober.( Reuter.) Die japanischen Militärbehörden teilen mit, daß die japanische Offensive, die in großem Maßstabe entlang Deutscinationale Hoffnungen. des Nonni- Fluffes unternommen wurde, mit der Vernichtung von zirka 1500 Banditen endete. Berlin, 4. Oktober. In einer längeren Be- Japanische Aeroplane verfolgten dann die zertrachtung beschäftigt sich der Pressechef der streuten Reste der Banditen, die in das überDeutschnationalen Volkspartei Brofius mit schwemmte Gebiet flüchteten. Die japanischen den Wahlaussichten der Deutschnationalen und Militärbehörden behaupten weiter, daß das ganze betont, daß Hugenbergs Voraussage, die Deutsch Gebiet von Tschantschung von Banditen bereits nationale Volkspartei würde das Sammel- gesäubert sei. Eine andere große Offensive wird beden der enttäuschten National Sozialisten bilden, zur Wahrheit geworden jei. Im neuen Reichstag werden, so unterstreicht der Verfasser, die Deutschnationalen die entscheidende Schlüsselstellung einnehmen, in der sie jeden Versuch verhindern werden, der den jetzigen Regierungskurs gefährden tönnte. Der päpstliche Legat aus Merito ausgewiesen. Merito, 4. Oktober.( Reuter.) Das Abgeord netenhaus nahm einen Gesehentwurf an, wonach Präsident Rodriguez den päpstlichen Legaten Erz bischof Ruizh Flores des Landes verweist, der in einer öffentlichen Sundgebung über die letzte Enzyklika des Papstes diese verteidigte. Die griechische Republik gesichert. bereitet. Kommunistisches Spiel mit der Arbeitslosennot. wort= bald darauf die Martons gesehen. Wenn er nun die gegenseitigen Vorwürfe dreier einander feindlicher Gruppen von Arbeiterführern hört, wird er da nicht wünschen, taub geboren zu sein und lieber nach Hause gehen, um seinen Gemüsegarten umzustechen? In verschiedenen Bezirken veranlassen die beitslosen nicht zumuten, sich mit den ErnähAus dem Benehmen einer Partei im Kommunisten die Einberufung von Vorsteherver rungskarten allein zu begnügen. fammlungen, in denen zur Arbeitslosenfrage Die Kommunisten erklärten jedoch, auf ihrer Unglüd fann man ihre seelische Gesundheit Stellung genommen werden soll. Häufig wer Entschließung beharren zu müssen, da sie erkennen. Die Arbeiterpartei ist nicht im den diese Konferenzen jedoch zu Hetversamm dies ihren Wählernschuldig seien". Zurückweichen. Im Gegenteil, sie revidiert lungen gegen die Sozialdemokratie im allgemeinen Daraufhin stellten die Sozialdemokraten in ihr Programm, um ihre streitbaren sozialiund gegen das Ministerium für soziale Fürsorge der Konferenz den Sachverhalt fest und wiesen stischen Ziele in einer Weise zu betonen; wie im besonderen. Das geschieht übrigens auch darauf hin, daß die Kommunisten dann, wenn die Bürgerlichen als Einberufer brüchig geworden sind. Alle Gemeindever- noch nie vorher. Sie hat den Mut gehabt, ihre zeichnen. Ein Schulbeispiel dafür war die vor treter mit Ausnahme der Kommunisten, feien eigenen Erfolge und Mißerfolge kritisch zu beeiniger Zeit abgehaltene Konferenz der Vorsteher gewillt gewesen, sachliche Arbeit zu leisten. Die trachten. Sie hat erkannt, daß sie unter der aus dem Friedländer Bezirk. Kommunisten haben jedoch ihren Agitations Führerschaft Macdonalds und Nun hat der kommunistische Bürgermeister bedürfnissen den Vorrang gelassen. Die So- daran war, alles Bewußtsein des KlassenChodau, der während seiner Amts- zialdemokraten und die übrigen Gemeindever- kampfes zu verlieren; daß sie einem rückgratführung erkannt hat, daß er nicht mehr tun treter verließen darauf die Konferenz, die Kom- losen Reformismus verfallen war, und daß fann, als die Sozialdemokraten getan hatten, die munisten unter sich lassend. sie in ihrer Tagespolitik eigentlich weniger Anregung zu einer Konferenz der Gemeinde- und Die Kommunisten hatten die fortschrittlich war als die Jüngeren unter den Bezirksvertreter aus dem Elbogener Bezirt ge- Sonferenz uur angeregt, um eine giberalen. Der Kontakt mit der Krone and Unsere Genossen werden gut daran tun, auf der Wacht zu sein und die Vollendung der kommunistischen Seßversuche zu verhindern. Snowdens Athen, 3. Oktober. Der Präsident der Repu- geben. Die Sozialdemokraten stimmten aus Plattform für ihre Agitation 3 mit den Londoner Gesellschaftskreisen hatte blik veröffentlicht ein Manifest an das Volt, in fachlichen Gründen der Abhaltung dieser Kon- bekommen. Sie versuchten also in Elbogen begonnen, ihren Kampfgeist zu unterhöhlen. dem er bekannt gibt, daß die Volkspartei die ferenz zu; ein vorbereitender Ausschuß arbeitete nichts anderes als das, was ihnen in einigen Gegen all dies ist heute eine scharfe Gegenzweitgrößte Partei des Landes- die republi- eine Entschließung aus, die der Konferenz Bezirken bereits gelang. tanische Staatsform nunmehr vorbehaltlos vorgelegt werden sollte. Der Entwurf wurde anerkenne. Der Führer der Volkspartei habe ihm von allen Parteien, also auch von den Kom am 28. September eine entschiedene Erklärung munisten, angenommen. Die Konferenz, die am 2. Oftober fagte, über die vorbehaltloje Anerkennung der Republik und die Achtung der republikanischen Staats- fezte ein Redaktionskomitee ein, das den endgül form durch die Bolkspartei abgegeben und dieses tigen Wortlaut der Entschließung festzusetzen Bekenntnis heute schriftlich wiederholt. Damit hatte. In der Sitzung dieses Komitees schlugen fei jetzt die Frage der Staatsform endgültig jedoch die Kommunisten eine neue Entschlie erledigt. Die Preffe rühmt die Geschicklichkeit, mit der der Präsident die ofizielle Anerkennung der Republit durch die zweitgrößte Partei des Landes her beigeführt habe, und hofft, daß sich nunmehr die politische Lage bis zur Bildung einer neuen Regierung normal entwickeln werde. bewegung im Gange, und zwar nicht nur in den Massen, sondern auch unter den Führern. Es ist ein ermutigendes Zeichen, daß beispielsweise Herbert Morrison, ein erstklassiger Verwalter und Parlamentarier, aber nach seinent eigenen Geständnis heute einer von denen ist, die am allerheftigsten nach einer ganz neuen Auffassung unserer Ziele und unserer Politik ufen. Dies ist zum Teil eine Folge der allgemeinen Revolte gegen Macdonald und seine Anschauung, aber es ist gleichzeitig ein Ab bild der Erfahrungen, die die Arbeiterklasse in und die lächerlich ungenügenden Heilmittel, Die Lage der Arbeitslosen ist zu ernst, als daß die sozialdemokratischen Gemeindevertreter den Mißbrauch der Arbeitslosennot zu politischen Zwecken dulden können! ung vor, die perfett war mit ihren Agitations- So ist denn auch das Verhalten der Kom schlagern und unter anderem die sofortige Auf munisten in Elbogen ein Beweis dafür, daß hebung des Genter Systems forderte. Dagegen ihnen an der wirklichen Hilfe für die Arbeitslojen wandten die Sozialdemokraten ein, daß die Auf nichts gelegen ist. Der Wortbruch der Elbogener hebung des Genter Systems solange nicht möglich Kommunisten stellt sich der Mittelverweigerung ist, solange teine obligatorische Arbeitslosen der Gablonzer Stommunisten für die Arbeits- England durchmacht. Die lange, schwere Strije versicherung besteht. Man könne den Arlosenhilfe würdig zur Seite! Seite 2. Mittwoch. 8. Oktober 1932. Nr. 235. die der Reformismus bietet, haben uns gelehrt, den tiefsten Ursachen nachzuforschen. Der Wille, dem kapitalistischen System ein Ende zu machen, kommt heute in den Reden und Schriften selbst gemäßigter Leute in einer Weise zum Ausdruck wie nie vorher. Innerhalb der Partei formt sich der Entschluß, daß die Partei, wenn sie das nächstemal eine Regierung bildet, ihre Aufgabe darin erblicken foll, bewußt die wirtschaftliche Macht zu erobern und den Uebergang zu einer sozialistischen Gesellschaft zu beginnen. Herbert Morrison rät uns, auf schnelle Gesetzgebung durch Notverordnungen vorbereitet zu sein. Die juristischen Fachleute der Partei studieren die verfassungsrechtlichen Schwierigkeiten, denen wir begegnen werden, während die Wirtschaftsfachleute erwägen, wie man am besten die Sabotage bekämpfen kann, welche die Hochfinanz und die Londoner City gewiß an- tvenden werden. Selbst der rechte Flügel erklärt, nie mehr ein Bündnis mit den Liberalen schließen oder ohne eine Mehrheit die Regierung übernehmen zu wollen. Die Blassen haben alles Vertrauen auf romantische Füh- rerfiguren verloren und die Partei ist jetzt fast einig in ihrem Entschluß, daß die nächste Arbeiterregierung durch eine Art demokratische Auswahl gebildet werden soll. Der nächste sozialistische Ministerpräsident wird nicht selbstherrlich wie Macdonald sein. Diese neue sozialistische Auffassung spiegelt sich in dem Programm, das der Parteivorstand für den Parteitag von Leicester vorbereitet hat. Kein einziger reformistischer Vorschlag ist darin. Es. besteht aus vier Resolutionen, die dann in Memoranden näher er- erörtert werden und deren offener Zweck es ist, die Partei auf die Eroberung der richtigsten strategischen Punkte im Kampf um di« wirtschaftliche Macht vorzubereiten. Diese Resolutionen behandeln die Sozialisierung der Bank von England, dex Eisenbahnen, der Elektrizität und des Bodens. Derartige Dinge wurden zwar schon in der Vergangenheit auf Parteitagen der Arbeiterpartei beantragt und angenommen, doch kamen solche Anträge immer aus der Mitgliedschaft und wurden bald wieder vergessen. Jetzt aber werden sie vom Parteivorstand vorgelegt, und zwar nicht mehr als allgemein gehaltene Wünsche, sondern als ein Teil eines geordneten, in allen Einzelheiten ausgearbeiteten Programms. In der Vergangenheit standen immer reformistische Maßnahmen im Vordergründe des Programms, deren Zweck es war, die sozialen Errungenschaften auszudehnen oder die Besteuerung der Reichen zu erhöhen, ohne aber am kapitalistischen System selbst zu rühren. Heute stehen die Bemühungen um die Verbesserung der Lage der Arbeiter iyr Kapitalismus an zweiter Stelle, während der Hauptangriff dem kapitalistischen System selbst gilt. Der* Gedanke hinter dieser Taktik ist der, daß eine s^ialistische Regierung nach Sozialisierung der Notenbank, der Elektrizität, der Eisenbahnen und des Bodens in der Lage wäre, die Industrie zu beherrschen und einen Plan zu diktieren. Bon diesem Standpunkt aus ist das Bankwesen der Angelpurckt des ganzen Systems. Neben der Sozialisierung der Bank von England beantragt der Partervor- stand Maßnahmen, durch die das übrige Bankensystem die Menge und Art der Investitionen und die Ausgabe neuen Kapitals im Jn- laick und Ausland kontrolliert werden soll. Man kann zweifeln, ob diese Vorschläge technisch ausreichend sind und die Hauptdebatte auf dem Parteitag wird um Abänderungsvorschläge gehen, nach welchen neben der Bank von England auch die fünf wichtigsten Groß» banken sozialisiert werden sollen. Aber diese Meinungsverschiedenheit geht um Mittel und nicht um Ziele. Es besteht darüber Einigkeit, daß der erste Schritt der Eroberung der wirtschaftlichen Macht die Kontrolle des Kredit- und des Finanzkapitals ist. Das war auch die Frage der letzten Wahlen, als die Arbeiterpartei, allerdings in einem verwirrten, schlecht vorbereiteten Kampf, den Sturni gegen die Banken eröffnete. Die Machtverhältnisse im Kapitalismus in England haben sich innerhalb der letzten Generation geändert. Der gewaltige Industriekapitän des 19. Jahrhunderts, der sein eigener Finanzmann war, ist so tot wie ein Dinosaurus. Der Bankier und der Finanzmann der City sind heute die Beherrscher der Jndtlstrie. Die Arbeiterpartei fordert die Banken zum Kampf heraus; die Arbeiterschaft läuft Sturm gegen die Beherrscher ihrer Beherrscher. Hier ist der Hauptkampsplatz im. Kampfe um die Macht, aber auch der Boden, der Verkehr und die Elekrrr- zität sind ebenfalls wichtige Positionen. Eine tatenwillige Regierung, die alle diese Positionen in der Hand hält, könnte der Wirtschaft ihren Plan für den Uebergang zum Sozialismus aufzwingen. vcr versuch cmcr Einheitsfront an den Kommunisten gcsdieltert Einige führende Genossen des Bundes proletarischer Freidenker veranlaßten eine Besprechung mit der Leitung des kommunistischen Verbandes proletarischer Konfcssions- loser, da ein gemeinsames Vorgehen aller Freidenker gegen die wachsende Kulturreaktion als unbedingt notwendig angesehen wurde. In der Besprechung mit den Kommunisten wurde eine gemeinsame Entschließung ausgearbeitet; unsere Genossen machten für ihre Unterschrift zur Bedingung, daß die Mitgliedschaft ihrer Organisation und die befreundeten tschechischen Freidenkerorganisationen mit dem Schritt übereinstimmen. Ausdrücklich wurde vereinbart, daß eine Art Burgfrieden zwischen den Organisation eintreten solle. Die Leitung des Bundes proletarischer Frei- dercker hat die Aktion gewissenhaft und unter Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen vor bereitet. Der kommunistische Verband proletarischer Konfessionsloser hat jeddch schon acht Tage nach der Bodenbacher Besprechung ei« Rundschreiben an seine Untergliederungen hinausgegeben, in dem genaue Anweisungen darüber enthalte« sind, wie die„Ein- heitssront vo« unten" hergestellt werde« soll. Es sei nunmehr alles daranzusetzen, damit die „Spitzen der Lebenhardt-Organisation von ihren Versprechungen nicht davonlaufen können". Es seien überall Verbindungen mit den Lebenhardt- Gruppen anzuknüpfen, nötigenfalls möge man sich direkt an die Mitgliedschaft des Bundes proletarischer Freidenker wenden,„damit von unten her ein entsprechender Druck aus die Bodenbacher Zentrale ausgeübt wird." Die Leitung des Bundes proletarischer Freidenker stellt nun im„Freien Gedanken" mir Recht fest, daß die Kommunisten die in Bodenbach getroffenen Vereinbarungen nicht ein- hielten, sondern wiedrum den Versuch unternahmen, die Führung des Bundes proletarischer Freidenker vor der Mitgliedschaft des Bundes einer unlauteren-Handlungsweise zu bezichtigen. Mit einem Partner, der so sein Wort breche, könne man sich nicht noch einmal an den Beratungstisch setzen. Das Verhalten der Kommunisten gegenüber dem Bunde proletarischer Freidenker ist ein neuerlicher Beweis dafür, daß die Bolschewiken di« wirkliche Einheitsfront fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Sie ist ihnen genehm, solange sie hoffen können, unter ihrem Namen im Trüben fischen zu können. Wo sie gezwungen werden, offenes Spiel zu treiben, greift« sie um schnöder Organisanonsvorteile willen zum Wortbruch. Beamtenregierung? Nationaldemokratische Versuche stoßen auf schärft Abwehr. Prag, 4. Oktober. Am Donnerstag findet, wie wir schon seinerzeit angekündigt haben, eine neue Beratung der Führer der Koalitionsparteien mit dem Ministerpräsidenten und den politischen Ministern statt, in der auf Grund-er inzwischen eingeholten Stellungnahme der einzelnen Koalitionsparteien abschließend zu dem Problem der Staatsangestelltengehalter und der Ausgleichung des Budaetdefizits überhaupt Stellung genom- men werden soll. Daß die Beratungen über das Budget nicht noch wochenlang in dem bisherigen schleppenden Tempo weitergehen können» ist ziemlich klar. Zudem läuft Ende diese- Monat- auch noch das Wohnungsprovisorium ab, so daß auch hier gesetzgeberische Maßn«chmen in kürzester Frist unauS- weichlich sind. Die Situation drängt also zu einer klaren Entscheidung über das künftige Arbeitsprogramm; die Verhandlungen können aber nicht vom Fleck kommen, da die Gegensätze in der größten Regierungspartei— siehe Lunden, bürg— sich eher noch verschärft als gebefftrt haben. Zu all dem kommt noch die Extratour der Nationaldemokraten, die die Staatsangestelltenfrage dazu benützen wollen, um die von einzelnen Bankgewaltigen, vor allem von Herrn Dr. Preiß, als Allheilmittel gepriesene Beamtenregierung durchzusetzen. Da sie ja in der hohen Bürokratie eine große Anzahl treuer Anhänger besitzen, glauben sie offenbar, auf dies« Weise einen bedeutend größeren Einfluß auf die Führung der Staatsgeschäfte gewinnen zu können als in einer parlamentarischen Regierung möglich ist. Wie das heutige„N»r. Osvobozen!" mitteilt, soll Dr. Kramak persönlich den Unterhändlern der Partei in der Frage der StaatSbeamtengehäl- tern die Weisung gegeben haben, eine solche Situation herbeizuführen, die die Einsetzung einer Beamtenregierung ermöglichen soll. Das Blatt dürste wohl auch nicht fehlgehen, wensi es Dr. P r e i tz von der Avnobank als den eigentlichen Drahtzieher hinstellt. Vorläufig haben die Nationaldemokraten mit ihrem Beamteickabinett kein Glück. Da unsere Verfassung keinen 8 48 kennt, wie ihn Herr Papen in Deutschland zur Verfügung hat, so könnte auch ein« Beamtenregierung letzten Endes nicht ohne eine parlamentarische Mehrheit auskommen. Nun liegen aber schon klare Absagen nicht nur der sozialistischen Parteien, sondern auch der tschechischen Volkspartei vor. In der Parteivertretung der tschechischen Sozialdemokraten hat sich, wie wir schon berichteten, Dr. Meißner ganz entschieden gegen ein Bcamtenkabinett ausgesprochen. Die klerikalen „Lid. Lisch" gaben den Nationaldemokraten schon am Sonntag gleichfalls den guten Rat, ja nicht nach der Popenregierung in Deutschland zu schielen, denn diese sei für die Tschechoslowake: absolut kein Vorbild. Auch die Nationalsozialisten lehnen in ihrer Press« derartige Experimente entschieden ab. Bon den heuttgen Pressestimmen zu dieser Frage sind die Feststellungen des Abendblattes des „P r a ö o Li d u" bemerkenswert, daß seinerzeit, als die ersten Meldungen über die Pläne des Finanzministers bezüglich der Staatsangestellten austauchten, die nationaldeinokratische Presse sich zuerst gründlich ausgeschwiegen hat. War ja doch der allmächtige Herr Dr. Preiß selbst der Baier und eifrige Verfechter des Gedankens eines 20prozentigen Gehaltsabbaurs, eines Gedankens, den er schon vor langer Zeit in seinem bekannten Memorandum bis zu den höchsten verfafsungs- mäßigen Faktoren hinauf propagiert hat. Wenn sich jetzt die nationaldemokratische Partei zur eifrigsten Verfechterin der Staatsbeamteninteressen aufwerfen will und selbst eine Regierungskrise herbeizuführen sucht, so fei das eine abgefeimte Komödie, wie sie überhaupt noch nie dagewesen sei. Noch schähfer geht die Pilsner„Nova Do da" ins Zeug, die u. a. erklärt, der Satz, daß in schweren Zeiten nur eine Regierung der Konzrntratton aller Kräfte möglich sei, habe nur insofern Gültigkeit, als alle Teile einer solchen Konzentration bereit seien, uneigennützig eine Verständigung zu suchen. Wenn das nicht möglich sei, dann müßte man sich nach einer- anderen Konzentratton(d. h. im konkre'.en Fall ohne Rattvnaldrmokraten) unrsehen. Auch heut« sei eine solche Lösung möglich. Die Parteien, die die Verantwortung zu übernehmen bereit seien, müßten sich aus ein Programm einigen, dar die Lösung aller schwebenden Fragen in sich einschließt. Gewiß würden sich Parteien hiezu finden, und sie brauchten nicht einmal ein Mindrr- heitSkabinrtt zu bilden. Nach einer eventuellen Demission der heutigen Regierung müßten sich alle Parteien aussprechen, ob sie an der Realisierung eines solchen Programms uneigennützig Mitarbeiten wollen oder nicht. Die Verantwortung für dir Ablehnung einer solchen Mitarbeit wäre groß. Zur«eise der LmdwirMaft. In fortgesetzter Debatte beschäftigte sich'der landwirtschaftliche Ausschuß d«S Abgeordnetenhauses am 4. Oktober mit dem Expos« des Landwirtschaftsministers BradaL über die Agrarkrise. Als erster Redner betonte Genosse Leibl, daß die Kris« eine Dauererscheinung der kapitalistischen Wirtschaftsweise zu werden drohe. Di« Arbeitslosigkeit werde verschärft durch die Technik, welch« in der Landwirtschaft 30—10 Prozent der Beschäftigten überflüssig mache. Dazu kommt, daß in den landwirtschaftlichen Großbetrieben di« Arbeitszeit viel zu lang sei. Durch die Krise wird der Wert der Arbeitskraft gesenkt zum Schaden der Landwirtschaft. ES gibt keine Lösung der Agrarkrise ahn« Arbeitsbeschaffung und Sicherung der«austraft; ohne eine» gewissen Wohlstand der Arbeiter gibt es leinen Wohlstand der Landwirte. -' Redner wandte sich energisch gegen di« Pläne, überflüssiger. Getreide billig ins Ausland zu verschleudern und riet,«S trotz des Bedauerns des Abg. Wiydlrsch zu verfüttern, wr« dies seit Jahrzehnten schon geschehe. Genosst Leibl warf den Agrariern vor, daß sie nicht wiffen, was sie eigentlich wollen und«S so unmöglich machen, mit ihnen auf vernünftiger Basis zu verhandel». Ihre Forderungen sind bisher grundsätzlich bewilligt worden, so Zuschlagszölle, Einsuhrschein«, Einfuhrbewilligungen, Syndikat ujw., ohne daß ein Dauererfolg erzielt wurde.(W i n d i r s ch:„Tas waren halb« Maßnahme».") Genosse Leibl hebt hervor, daß den Konsumenten, speziell den Arbeitslosen, große Opfer auftrlegt wurden, ohne daß dies ftitens der Agrarier anerkannt werde. Als Redner den Minister fragie, wie es mit den Wünschen der Kleinlandwirt« steh«, z. B. mst Demokratisierung der Landeskulturräte, lacht« Abgeordneter Böhm! Derartige Dinge machen ihm offenbar nur— Spaß! Gen. Leibl forderte auch die endlich« Wieder- einführung des Pächterschuyes, da die vielen Kleinpächter in schwieriger Lage sich befinden. Wenn aut der Gegenseite guter Will« vorhanden sei, wär« eine Verständigung sehr wohl möglich. Ist ein» solche nicht erreichbar, werde die Landwirtschaft weiter sckever leiden. * Bon agrarischer Seite schlug D u b i e k y versöhnliche Tön« über die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit an. Bei der Rede des tschechischen Genosftn Srba kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen mit den tschechischen Agrariern. Srba stellte nämlich fest, daß die agrarischen For- derungen einfach darauf hinauslauftn, einem Stand mittels Staatshilft die Rentabilität und ein anständiges Auskommen zu gewährleisten. Die Sozialdemokraten seien bereit, in dieser Hin- Oen OSSen, habt Ihr schon die Bestellung für da«. AUBEUER- jabrbio mr ■ aufgegeben? ; Schreibt dringend an die Zentralstelle k. d. j Bildungswesen Prag IL, Nekäzanka 18. !..... sicht mitzuarbeiten, wenn dieser menschenfreundliche Standpunkt auf alle übrigen arbeitenden Menschen ausgedehnt werde. Der tschechische Genosse B i ü o v e c urgierte wieder einen ausreichenden Pächter schütz und kriti- sierte die Tätigkeit der agrarischen Molkereien. Am Abend hoch Genosse Schweichhart die soziale Seit« des Agrarproblems hervor unverdolmetschte namentlich die Forderungen der ärmsten Schichten der Landbevölkerung. Wir werden aus ftiner Rede noch einen Auszug nachtragen.• Gegen 10 Uhr abends fand die Debatte mit einem Schlußwort des Ministers Bradaö ihren Abschluß, das erst morgen der Prefle zur Verfügung gestellt werden wird. Erfolgreiche Gemeindewahlen. In der Gemeinde Deutsch- Zlatnik im Bezirke Brüx wurde am Sonntag, den 2. Oktober die Gemeindevertretung gewählt. Das Ergebnis ist folgendes: Deutsche Sozialdemokraten 67 Stimmen, 5 Mandate(letzte Gemeindewahl 49 Stimmen, 4 Mandate, Parlamentswahl 55 St.); Christlichsoziale 16 Stimmen, 1 Mandat(früher 1 Mandat); Bund der Landwirte 39 Stimmen, 3 Mandat«(früher 4 Mandate), Wahl- und Wirtschaftsgemeinschaft 25 Sttmmen, 2 Mandate, Deutsche Gewerbepartei 16 Stimmen, 1 Mandat(früher- nicht kandidiert). * Die sonntägige Gemeindewahl in Königs- h a n bei Trautenau beließ unsere Partei doch in ihrer bisherigen Position. Es erhielten: Die deutschen Sozialdemokraten: 150 Stimmen, ,5 Mandate(5); Hakenkreuzler: 104 Stimmen, 3 Mandat«(1); Ehristlichsoziale: 40 Stimmen, 1 Mandat(H; Bund der Landw. 59 Stimmen, 2 Mandate(3); Tschechen: 68 Stimmen, 2 Mandate(1); Gewerbeparte«: 61 Stimmen, 2 Mandate(0). Tic Gemeindewahlen in Kremnitz in der Slowakei haben mit einen« schönen Erfolg der Sozialdemokratie geendet. Aus di« Liste der Sozialdemokraten entfiele«« 964 Stimmen und 14 Mandate gegen 812 Stimmen und 11 Mandate im Jahre 1928. Die tschechischen Nationalsozialisten erhielten 1 Mandat(0), die Kommunisten 3(3), die ungarischen Christlichsozialen 5(5), die Slowakisch-Klerikalen 4(5), die Agrarier 2(2), die Juden 2(1), einige wenige Mandate entfielen noch auf kleinere Gruppen. Durch den Wahlausfall ist die Wahl des Sozialdemokraten Horvath zuin Bürgermeister wieder gesichert. Interessant ist, daß d«e Stadt Kremnitz keine Umlagen einhebt, weil die Einnahmen aus dem großen Waldbesitz der Stadt bestritten werden können. Im volkswirtschaftliche« Ausschuß des Senate- kamen am Dienstag die agrarischen Anträge auf Hilftleistung für die heimische Viehzucht zur Verhandlung. Der Ausschußvorsitzende S a b l i k und der Referent S11 i i I stellten die Situation wieder so dar, als ob es ausschließlich nur eine landwirtschaftliche Krise gäbe. Es entspann sich eine ausführliche Debatte, die in der nächsten Sitzung fortgesetzt werden wird.— Zur Beratung des neuen Fischereigesetzes wurde ein Subkomitee gewählt, daß eine Frist von zwei Monaten erhielt. Dem Subkomitee gehört u. a. Genosse I a r o l i m an. Hakenkreuzniederlagcn bei reichsdeutsche« Gemeindewahlen. In vier Städten fanden am Sonntag Gemeindewahlen statt, welche sämtliche durch schwere Niederlage«« der Nationalsozialisten gekennzeichnet sind. In Stallu- p ö n e n(Ostpreußen) erhielten sie 1262 Stimmen gegenüber 2199 bei den Reichstagslvahlen am 31. Juli 1932, in Sonneberg(Thüringen) 492 gegen 822, in Neustadt(Hessen) 45 gegenüber 249 Stimmen; in Ratikau(Oldenburg) erhielten sie um 20 Prozent weniger als bei der letzte»« Wahl. Wenn man aus diesen Ziffern auch nicht vorschnell auf die kommende Reichs- taffstvahl schließen darf, so läßt sich doch ersehen, welcher Umschwung in einem großen Teil der Wählerschaft im Verlauft der letzten Zeit eingetreten ist. Auf Kosten der Nationalsozialisten sind in den genannten Orten die bürgerlichen Parteien gewachsen, zu«velchen ihre früheren Wähler nach der Enttäuschung durch die Nationalsozialisten zurückkehren. Auf der Linken sind teils sozialdemokratische, teils kommunistische Erfolge zu verzeichnen. Nr. 235. Mittwoch, 5. Oktober 1932. Seite 3. Gilgi nickt, das schwarze Kleid von Olga ist gültiger Beweis.^Jch wollt' noch arbeiten, Otza." „Na, komm schon mit, ist ein netter Kerl, der Martin Bruck.", ,Za, aber höchstens für'ne knappe Stunde." Vorm ,/2chwcrthof" werden sie bereits erwartet. Nichts Besonderes, findet Gilgi, ganz amüsante Erscheinung, na ja. „Adolphe Menjou nimmst du dir Wohl nicht gerade zum Vorbild, Martin!"—„Nee, Olga!" — Der lacht, stülpt ein verknufftes Hütchen auf das-icke, dunkle Haar, sucht vergeblich den ver- krunkelten Mantel glatter zu streichen, betrachtet sich im Schaufensterspiegel.„Beguck dich lieber nicht, Martin, es könnte dich schwermütig machen!" Olga schiebt ihre Hand unter seinen Arm.„Sich dir lieber meine selten niedliche, kleine Freundin an— und mach doch nicht ein Gesicht, als wenn man dich an zehn Marterpfähle zugleich gebunden hätte! Wie alt bist du jetzt? Dreiundvierzig?" Na ja, in dem Alter ist ein Mann allerdings auf Schmeicheleien angewiesen wie'n« verjährte Schönheitskönigin. Will dir zum Trost sagen,-aß du's trotz deiner lächerlichen Kleidung fertig bringst— wenn auch nicht elegant angezogen— so doch elegant gewachsen auszusehen." Olga führt zu einer kleinen Konditorei aus der Aachener Straße:„Stnttt heut« kein Musik- cafe vertragen. Wenn ich noch einmal das Lied von der Mösch höre, werde ich wahnsinnig." Martin ist zufrieden. Er mag sie gern, diese rührenden, kleinen Konditoreien mit ihren versessenen Plüschsofas und den armen, nackten Marmortischen. «Fortsetzung folgt.) Um dar Schicksal der deutsch- böhmischen Braunkohlenbergbaus. Gestern sprachen im Namen der koalierten Bergarbeiterverbände di« Genossen Abg. Pohl und B r o S i k sowie für die Rcvierrätr in Brüx und Falkenau die Genossen Tichy und Zinner im Arbeitsministerium vor und forderten die Sistierung eines Beschlusses der Devisenzcn- trale, der für den Falkenauer und Brüxer Bergbau die schlimmsten Folgen haben müßte. Da die Zahlungsbilanz auf dem Gebiete der Kohlen- Ein- und Ausfuhr zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei(wir exportieren bekanntlich Braunkohle und importieren Steinkohle) sich in der letzten Zeit zu Ungunsten der Tschechoslowakei verändert hat, beschloß die Devisenzentralc die Drosselung der deutschen Steinkohleneinfuhr ad November. Das würde aber bei den zu erwartenden deutschen Gegenmaßnahmen bedeuten, daß mindestens 3500 Bergarbeiter vor allem im Falkenauer Revier arbeitslos würden und daß mit der Zeit unserem Braunkohlenexport, der ohnehin arg eingeschrumpft ist, jede Basis entzogen würde. Außerdem stellt die Drosselung der Steinkohleneinfuhr einen Bruch des Handelsvertrages mit Deutschland dar und beschwört somit die Gefahr eines Handelskrieges herauf. < Die genannten Genosien legten dem Minister Dostalek diesen Sackverhalt dar und drängten darauf, daß der Ministerrat den Beschluß der Devisenzentrale aufhebe und es bei dem alten Kontingent lasse, das allein uns vor Repressalien Deutschlands gegen unseren Braunkohlenexport schützen kann. Der Minister sägte seine Unterstützung zu. ... UM Gilgi muß lachen.„Den Mantel bezahl man«Vst, Olga— was bist du doch für ein liederliches Mädchen! UebrigenS solltest du nicht solche Katergespräche mit mir führen." „Ja, GiW, aber nach Mallorca mußt du— apropos Mallorca! Muß mich wahnsinnig beeilen— hab um sieben eine Verabredung." Olga stürzt zum Kleiderschrayk.„Du kannst mitkommen, Gilgi. Was? Ja, also— vor zwei Jahren hab ich in Palma den Martin Bruck kennengelernt. Kennst du nicht? Ist auch nicht sehr bekannt. Hat zwei Bücher geschrieben, ganz gut« Sachen. So viel gelacht haben wir zusammen, daß wir gar nicht dazu gekommen sind, uns ineinander zu verlieben. Na, und vorgestern treff ich ihn plötzlich in der Komödienstraße. Er hat nicht gesagt: die Welt ist ein Dorf! Zur Belohnung hab ich versprochen, chn heute abend zu treffen. Komm mit, wir werden uns gut unterhalten." „Ich würd' doch stören." „Ach wo." Olga stülpt den Hut auf.„Du siehst doch, Gilgi, daß ich mein schwarzes Kleid anhabe. Wenn ich unlautere Absichten mit einem Rendezvous verbinde, komm ich in Rösa oder Himmelblau." Nazi-Tscheka gegen Röhm: Hitlers Stattet sudil Sönitz heim ReiMawlülirer. „Nein.— Du, Gilgi, wenn ich genug Geld krieg', lad' ich dich«in, mitzukommen. Gilgi— nichts tun, in der Sonn« liegen— ach, du ahnst gar nicht, wie schön das Leben sein«kann." „Olga, wenn du Geld kriegst, mußt du's spaven. Denkst du denn nie an die Zukunft?" „Doch." Olga hockt sich zu Gilgi aufs Bett und zieht ihr den durchlöcherten Strumpf von der Hand:„Gib her, ich muß die Strümpfe jetzt anziehn.—-Cb ich an mein« Zukunft denke? Guck mal in die Nachttischschublade— da muß noch ein Los von der Dombau-Lotterie liegen. — Wirst du mitkommen, Gilgi?" „Das kann ich nicht, Olga." Gilgi hat di« Hände über den Knien gefaltet.„Ich— siehst du, Olga, ich kann so wenig geben, und da darf ich auch nichts nehmen. Und Zeit hält' ich auch nicht, ich muß arbeiten." Olga streicht Gilgi großmütterlich übers Haar:„Wenn du mir sagen wolltest, du nüchterne, kleine Krämerseele, was du erstrebst! Was willst du— was haft du für Wünsche— was für eine Sehnsucht?" Gilgi macht ein Gesicht/als ob sie Elsig getrunken hätte. Sehnsucht! Ein Wort, das sie nicht verdauen kann.„Ich will arbeiten, will weiter, will selbständig und unabhängig sein— ich muß das alles Schritt für Schritt erreichen. Jetzt lern' ich meine Sprächen— ich spar Geld — vielleicht werd ich in ein paar Jahren eine eigene Wohnung haben, und vielleicht bring ichs mal zu einem eigenen Geschäft." „Du ärmes ÄrbeitStierchen! llnd dafür ver- schufteft du deine schönsten Jugendjahrc!" Mitleidig will Olga noch einmal über GilgiS Haar streichen, aber ihre Han- fährt inS Leere, ärgerlich hat Gilgi den Kopf zurückgeworfen.„Du brauchst mich nicht zu bedauern, Olga, ich find' mein Leben herrlich. Es macht mir Freude, was zu schaffen. Wenn mir heut einer eine Million schenkte, ich— würd' sie nehmen, hält' aber gar nicht so furchtbar viel Spaß dran. ES macht mir Freude, aus eigener Kraft weiterzukommen." Gilgi springt auf, laust im Zimmer hin und her, sucht nach Worten. Sie will Olga beweisen, daß sie glücklich ist und Grund dazu hat.„Ich hab keine Talente, Olga— ich kann keine Bilder malen und kein« Bucher schreiben, ich bin allgch meiner Durchschnitt nnd bring's nicht fertig, des- wegen zu verzweifeln. Aber waS ich aus mir machen kann, will ich machen. Ich werd' immer orbeiten und immer was Neue« lernen, und gesund und hübsch will ich bleiben, solange es eben geht,— im Sommer werd' ich wieder im Brust- ichwimmen trainieren, ick— Olga lach doch nicht so blödsinnig— du mußt doch verstehn, daß ich mich freue, wenn alles io ordentlich und geregelt in meinem Leben ist. lind wenn ich erst von Hau? fort bin, dann bin ich ganz froh, daun gibts äuf der ganzen Welt keinen Menschen mehr, dem ich WaS vortäuschen und vorlügen muß. Und — Olga— ja, wie soll ichs dir erklären— daß mein« Ansprüche nie höher sind als-je Möglichkeit, sie zu erreichen. daS macht mich frei und..." „Doch ein armes Leben", lagt Olga unschüttelt den Kopf. „Olga, es ist doch lchön. lein Leben wie«in« sauber gelöste Rechenaufgabe vor sich zu haben!" „Scheußlich ist eS", ereifert sich Olga.„Ich freu' mich von einer Unvorgesehenheit auf die ander«, ich freu' nrich auf Menschen, die ich heut noch gar nicht kenne. Ich sehne mich nach Alleinseim, nur um mich dann wieder nach einem zu sehnen,-en ich besonders lieb haben kann. Wie sparsam du mit dir bist, du herzlose, egoistische, klein« Perlon— du hast niemanden lieb— ich wag-ich aber trotzdem. Willst du meinen Fehmantel Haven. Gilgi? Wir egoistisch und kalt du bist, daß du dir nicht- von mir schenken lassen willst. Willst du-en Mantel haben, Gilgi?" Unser Münchener Parteiblatt teilte'im April 1932 mit, daß innerhalb der Nationalsozialisti» scheu Deutschen Arbeiterpartei eine Tscheka bestehe, deren Haupt der bekannt« Fememörder Oberleutnant a. D. Schulz fei. Diese Tscheka führt den Namen„Zelle G" und habe die Absicht gehabt, drei führende Nazis zu beseitigen, nämlich den Stabchef Hitlers, Hauptmann Röhm, Hillers Pressechef Graf du Moulin- Eckard und einen mit Röhm befreundeten Herrn Bell. Ein zur„Zelle G" gehörender Nationalsozialist habe bereits einen Karlsruher Nazi namens Horn zur Ermordung der drei gedungen. Dieser„Äuserwäblte" habe jedoch die drei nicht ermordet, sondern gewarnt. Der Nationalsozialist, der den Mörder gedungen halte, wurde verhaftet nnd wegen Aufforderung zum Mord zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ueber die Hintergründe des Mordversuchs ließ sich damals nichts feststellen. Der Oberleutnant Schulz hat nun die „Münchener Post" wegen der Behauptung ge- k I ag t, er sei das Haupt einer Tschekaorgamsa- tion. Soeben begann der Prozeß gegen den Verantwortlichen Redakteur der„Münchener Post". In der Verhandlung wurden merkwürdige Dinge enthüllt. Zunächst wurde festgestellt, daß die drei wichtigsten Zeugen trotz ordnungsmäßiges Ladung nicht erschienen waren und also nicht erscheinen wollten, nämlich der Hauptmann Röhm, der peruanische Konsul Reiner und der aus früheren Fememordprozessen bekannt« ehemalige Leutnant Schweighardt. Die Vernehmung des Herrn Bell, eben jenes Freundes Röhms, der mit beseitigt werden sollte, erklärte die„Zurückhaltung" dieser drei Zeugen. Der Mordplan. Bell, der sich als„theoretisches" Mitglieder NSDAP, und außenpolitischen Mitarbeiter Röhms bezeichnet, bekundete, daß ihm Röhm«in großer Erregung mitaeteilt habe, er, Röhm selbst, außerdem Bell und Gras du Moulin sollten im Auftrag der politischen Reichsleitung der R. S. D. A. P. umgebracht werden. Röhm, der überhaupt eine starke Animosität gegen die politische Leitung der Partei habe, sei überzeugt gewesen^ daß hinter dem Attentatsplan der Reichstagsabgeordnete Major a. D.. Buch, der Reichsschatzmeister der Partei Schwarz und vor allem der Oberleutnant Schulz steckten. Bell hat die Mitteilung des Röhm zunächst noch nicht für ganz glaubhaft gehalten, bis er bald darauf Schweighardt im Cafe traf. Dieser sagte ihm, die Sache sei durchaus ernst zu nehmen. Wenn er, Schweighardt, nur ein Wort an dir Münchener Polizeidirektion verlauten lasse, so werde„die ganze Saubande in der Reichsleitung hochgenom m en". Schweighardt fragte ihn sodann, ob er vielleicht seinen Mörder kennen lernen wolle, und bezeichnete Horn, der bald darauf ins Cafe kam, als den Mörder. Horn hat dem Bell dann bis ins einzelne gehende Mitteilunaen darüber gemacht, daß er von Karlsruhe nach München beordert worden sei, um eine Organisation aufzuziehen, die zur Ueberwächung und zum Schutze der Partei, aber auch zur Unschädlichmrchung unliebsamer Elemente dienen sollte mrd für diese Organisation habe man Namen wie„Zelte G" oder„Abteilung ED" usw. gebraucht. Finanziert w rden i>lte die Organisation vom Reichsschatzmei'-r schwarz. Ebenso wie Röhm habe auch der Reichs-S.-S.-Führer Himmler und der peruanische Konsul Reiner dem Zeu gen erklärt, daß Schulz und Schwarz hinter den Attentatsplanen steckten. Der Zeug« bekundete dann, er hab« sich im Einvernehmen mit Röhm mit dem früheren bayerischen GeneralstabSmajor Mahr, den» jetzigen ReichSbanuerführer, in Verbindung gesetzt, zunächst nur, um zu versuchen, durch Mayr die Einstellung der Presseangriff« wegen Röhms homosexueller Veranlagung zu erreichen. Dabei hab« ihn Mayr bereits mit den Worten begrüßt: „Sie sind doch eigentlich ein toter Mann!", und habe sich damit bereits über die Mordpläne gegen Bell als informiert gezeigt. Im Zusammenhang hiermit sei eS dann am 2. April 1932 zu einer persönlichen Verhandlung zwischen Mahr und Röhm gekommen. Röhm habe Mayr in seiner Berliner Privatwohnung besucht, die Unterredung hab« dreieinhalb Stunde« gedauert, und Röhm sei sehr deprimiert aus ihr zurückgekommen. Er hab« gesagt, Mahr wisse alles und noch mehr. Er wisi«,„daß dir Schweine uns erledigen wollen." Röhm beim Reichsbanner innrer. Diese Mitteilungen des Herrn Bell lösten begreiflicherweise großes Erstaunen aus: erscheint es doch als unfaßbar, daß ein führender Nationalsozialist gerade beim Reichsbanner Schutz sucht, weil er sich in der eigenen Partei seines Lebens nicht mehr sicher fühlt. Man war geneigt, Bells Angaben für Erfindungen zu halten. Aber sie wurden in jedem einzelnen Punkt vom Reichsbannerführer Mayr selbst bestätigt. Mayr erklärte, daß er zunächst, starke Bedenken gehabt habe, die Informationen, die er über die geplanten Morde erhalten habe, in der „Münchener Post" zu veröffentlichen. Er habe befürchtet, damit hereingelegt worden zu sein. Daraufhin hab« sich Bell jedoch erbötig gemacht, dem Reichsbannerführer den besten Zeugen, den Ain gestrigen Fett- und Schweinemarkt hat sich die Situation, die wir hier vor einigen Tagen charakterisiert haben, weiterhin verschärft. Es trat ein ausgesprochener Mangel an Fettspeck ein. Der einzige Importeur, der gegenwärtig noch Speck einzuführen in der Lage ist, verkauft den Speck um 14 bis 14.50 Ke und erzielt Wuchergewinne. Ebenso steigen die Schweinepreise, da an sogenannten Bakonyern(Fettschweine) ein außerordentlicher Mangel herrscht. An allen Ecken und Enden macht sich die Fettnot bemerkbar und es ist geradezu ein Verbrechen, was da von den Agrariern an der Bevölkerung begangen wird. Es ist ausgeschlossen, daß sich die Tschechoslowakei in Fett selbst versorgen kann und es muß zwangsläufig eine Fettnot eintreten, wenn wir die Grenzen nicht etwas mehr öffnen. Auf dem Prager Markte haben die Käufer um den Speck geradezu gerauft,— wenn das so weiter geht, wird der Speck noch teurer werden und die ärmeren Volksschichten werden auf jede Fettnahrung verzichten müsien. Was das für Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung nach sich ziehen würde, kann man sich denken. es dafür gibt, nämlich den Hauptmann R ö h m, in die W o h n u n g zu schicken. Röhm sei daun tatsächlich gekommen. Die Unterredung habe sich nur zum geringen Teil um die homosexuelle Veranlagung Röhms gedreht, sondern hauptsächlich um die Attentatspläne gegen Röhm. Röhm hab« beleidigende Aeußerungen gegen Schulz und andere getan und Mayr sogar gebeten:„Da Sie einen so ausgezeichneten Nachrichtendienst haben, so bitte ich Sie, wenn Sie irgendwelche Informationen über den Oberleutnant Schulz erhalten, stellen Sie sie mir doch zur Verfügung." Es sei über den Verlauf der" Unterredung ehrenwörtlich Stillschweigen vereinbart worden, Röhm habe jedoch dieses Ehrenwort«ine Stunde später gebrochen, indem er Hitler unterrichtete. Das sind Deutschlands „Erneuerer“. Man muß sich angesichts dieser Enthüllun- gen doch fragen, ob etwas in einer anderen Partei möglich wäre. Ein Führer wird von den eigenen Partecanhängern am Leben bedroht und läuft zu den verfehmtesten Feinden, um Schutz zu suchen! Und der Oderosaf hält gute Freundschaft mit den des Mordversuchs Bezichtigten und mit denc Bedrohten. Er weicht einer Entscheidung aus. So ist Röhm, der bei Mayr war und dort über seine Parteifreunde schimpfte, noch immer Hitlers Stabchef und der Oberleutnant Schulz wurde für würdig befunden, in den Reichstag zu kandidieren. Eine Flut braunen Schlammes hat sich über das deutsche Volk ergossen. Der Münchener Prozeß wird sicherlich dazu beitragen, sie einzudämmen, indem er den nationalsozialistischen Führer die Gloriole der Helden nimmt und sie dem deutschen Volk in der wahren Gestalt zeigt: als neidische, tückische Menschen, die einander nach dem Leben trachten, während sie gleichzeitig beteuern, das Volk moralisch ertüchtigen zu wollen. Ebenso wie eine Not an Fett besteht, ist di« Kaffeeversorgung stark gefährdet, weil man den Kaffeeimport in ganz unsinniger Weise drosselt. Es muß betont werden, daß Kaffee kein Luxusartikel ist, sondern daß es für Millionen von Menschen in verdünntem Zustande mit Zichorie gemischt, ein Nahrungsmittel bildet. Wenn in die Tschechoslowakei nur geringe Mengen Kaffee werden eircgelassen werden, werden die Kafseepreise so steigen, daß die Arbeitet auf den Genuß auch von verdünntem Bohnenkaffee werden verzichten müssen. Man versucht in letzter Zeit den Kaffee durch Kompensationsgeschäfte hereinzubekommen, was aber den Artikel um 10 bis 20 Prozent verteuert. Die Exporteure sagen, daß sie diesen Aufschlag vom Kaffeeimport erheben müssen, weil sie sonst nicht export- bezw. konkurrenzfähig wären. Die Oeffentlichkeit muß gegen dieses Bestreben in der Zeit der ärgsten Not die Preise der Waren noch zu verteuern den schärfsten Protest erheben. Tcttnot in der Tschechoslowakei. Aul dem Prager Harkt wird um Spedt gerauft Audi die Kaifeeversorgung gefährdet. Seite 4 Mittwoch, 5. Oftober 1932 Ein geheimnisvoller Mord aufgeklärt. Wir berichteten vor einiger Zeit über den| Nach seiner bisherigen Schilderung haben geheimnisvollen Mord, der an dem Händler Hochmann und Kauzz den Rosenberg amt 6. SepAufregender Zwischenfall im Gesundheitsministerium. Selbstmordversuch eines Invaliden. Vom Rundfunk Nr. 235. Wien- Reportage in der Prager deutschen Arbeitersendung- nicht gestattet! Siegmund Rosenberg in Wien verübt tember beim Hauptpostamt fennengelernt. Am Gestern vormittag erschien bei dem Abtei- Heute sollte durch Genossen Volker Fritsch wurde. Man hat den Händler, der ein sehr ein Nachmittag gingen sie dann auf Rosenbergs Ein- ngsvorstand Dr. Fügner im Ministerium über den Prager Sender die erste Städtereportage fames Leben führte und ziemlich dunklen Geschäf- ladung in seine Wohnung, entfernten sich aber für Gesundheitswesen der achtundzwanzig Jahre aus dem Auslande stattfinden: ein künstlerischten nachging, in seiner Wohnung erschlagen auf- dann und famen abends wieder. Als sie das alte Stanislav Silhanek aus Beraun und ver- belehrendes akustisches Bild aus Wien. Es wurde gefunden. Die Täter hinterließen bestimmte Spu- zweitemal in der Wohnung waren, soll nun, wie langte, daß ihm das Ministerium eine Augen vom Radiojournal als unpassend abgelehnt. ren, doch gestaltete sich ihre Auffindung deshalb Hochmann versichert, Rosenberg mit Hochmann prothese verschaffe. Silhanek verlor nämlich Nähere Gründe des Verbots wurden nicht an sehr schwierig, weil Rosenberg mit vielen hun zärtlich geworden sein, wodurch zwischen den vor zehn Jahren ein Auge und wurde im Fed- gegeben das fiele wohl auch schwer, da jedes derten dunklen Existenzen Umgang gehabt hatte. beiden ein Streit entstand, der immer heftiger lička- Justitut auf Kosten des Ministeriums be- parteimäßig eingestellte Wort im Vortrag, in den Dieser große Bekanntenkreis, in dem die Mörder wurde. handelt. Sein Wunsch war es, ein fünstliches vorbereiteten Reden und im rein künstlerischen zweifellos zu suchen waren, verhinderte, daß man Auch Kauß, der eben auf dem Hausgang uge zit erhalten, was trotz des guten Willens Teil vermieden war. Aber es genügt wohl die die Nachforschungen sofort in eine bestimmte der behandelnden Aerzte nicht ging, da die Augen- Tatsache, daß Wien die erste von Arbeitern Richtung lenken konnte. war, um von der Wasserleitung Wasser zu holen, muskeln die Prothese nicht hielten. Silhanet verwaltete europäische Großstadt ist, um die Nun hat man in UI ut zwei junge Leute hörte den Streit, eilte in das Zimmer und fah, sah in der Ablehnung ein Zeichen mangelnden Richtzulaffung erklärlich zu machen. Und dazu verhaftet, die beschuldigt werden, den Word an wie trotz der Abwehr Hochmanns sich Rosenberg Entgegenkommens und es scheint, daß seine Auf- fommt jedenfalls noch die Stimmung, die fürz Rosenberg begangen zu haben. Es handelt sich immer wieder an ihn herandrängte. Schließlich regung nicht ohne Folgen auf seinen geistigen lich durch die Schwierigkeiten entstand, die die um den Hausdiener Matthias Hochmann und ergriff, wie Hochmann behauptet, Raus einen in Bustand blieb. Dr. Fügner gelang es, den Wiener Ravag mit der Uebertragung der tschechi um den Chauffeur Nikolaus Sta u v. Einer der der Nähe liegenden Hammer und schlug damit aufgeregten Mann zu beruhigen. Kaum hatte schen Oper" Rusalka" gemacht hatte und anschei der Bluttat gewesen zu sein, die von Staub aus- auf den Kopf Rosenbergs los, ohne daß es bei geführt worden sein soll. Rosenberg zu einer Gegenwehr tam. Tagesneuigkeiten Namenloser, das bist du Fünf Leute, sechs; ein Name beim Appell. Einer aus der großen Schar, die vor den Toren der Fabriken um Einlaß lauert. Eine Nummer nur am Wandbrett des Portiers, nur eine Zeile in dem Buche des Matriten Ein Nichts! führers. Wenn aus dem Leben zu verschwändest, leine Lücke bliebe offen und die Scharen vor den Toren der Fabriken würden kleiner nicht. Ein dunkler Strich im Lebensbuche würde dein Ende zeichnen. Eine furze Eintragung: Ausgelöscht. Reine Lücke? Du bist doch einer Mutter Kind. Sehnsüchtig schauen deine Raugen nach dir aus, wenu dn des Abends müde heimFehrit. Du bist der Fortgang, bist das Tor des Lebens. Du bist das Seil, dran fich das Dasein weiterspinnut urewig. Ein Name, eine Nummer bist du nur, ein Nichts. Doch aber bist du unerfeßlich und unsterblich, ewig; bist ein Mensch. Hans Konheiser. Die Soldaten- Selbstmorde. Offiziers- Aspirant erschießt sich ,, aus unglücklicher Liebe" Prag, 4. Oktober. Am 4. Oktober erscho sich der Zugsführer- Aspirant Miloslav Hausdorf bom 46. Infanterieregiment, zugeteilt als Jn. struktor der Prager Schule für Infanterieoffiziere i. N., durch einen Schuß aus dem Militärgewehr in den Mund. Aus den hinterlassenen Schriftstücken des Verstorbenen ist ersichtlich, daß Grund des Selbstmordes unglüdliche Liebe ist. 80 Menichen ertrunken. London, 4. Oktober. Nach einer Meldung der„ Times" find bei Tehachapi Canon ( Kalifornien) die Zeichen von 80 Personen auf gefunden worden, die bei dem Wolkenbruch am Samstag ertrunken find. 13 weitere Per jonen werden vermißt. einen Revolver 30g und einen Schuß gegen Engstirnigkeit, bourgeoise und nationalistische feinen Kopf abgab. Wie festgestellt wurde, Gesinnung der Idee des Rundfunk als eines alle war er bereits mit der Absicht, Selbstmord zu Grenzen besiegenden Verständigungs-, Aufklä Juni 1932 teils für eigene, teils für fremde begehen, ins Minifterium gekommen. Man fand rungs- und Kulturmittels zuwiderlaufen. Rechnung ausländische Effekten im Werte von bei ihm einen Brief, in welchem er seinen Vor5,323.700 Mart verkauft und den Gegenwert fat anzeigt. Zum Glück ist die Verlegung nicht auf Sperrtonto angelegt haben. Der nur leichter Natur, so daß seine Tat teine Straßenhändler Neuhäuser, ein Vet- dauernden Folgen für ihn haben wird. ter Sedlmaiers, ist der Beihilfe bezichtigt. Sedlmaier war 16 Jahre lang Devisenhändler einer Berliner Großbank und wurde dort entlassen, weil er bei einer anderen Bank ein eigenes Konto unterhielt. Statt der entfallenden Reportage findet in der heutigen Arbeitersendung der ursprünglich erst für den kommenden Mittwoch anberaumte Vortrag des Genossen Dr. Emil Strauß statt: Wird die Weltwirtschaftstrise Donnerstag Die Untersuchung der Philippar"-Stata- i berwunden werden?" trophe. Die Expertenkommission, die mit der Untersuchung der Brandursache auf dem Groß- Empfehlenswertes aus den Programmen. dampfer Georges Philippar" und die Ursache Ein spanischer Abgeordneter. seines Scheiterns beauftragt war, hat dem franMadrid, 4. Oktober. Die Gerichte sind gegen zösischen Justizministerium mitgeteilt, daß nach wärtig mit verschiedenen Fällen von Devisen ihrer Ansicht das Feuer infolge eines Fehlers schiebungen beschäftigt. Bisher soll gegen 32 Per- in den elektrischen Leitungen wahrscheinlich fonen Anklage erhoben worden sein, darunter eines Sturzschlusses entstanden ist. Die gegen einen Abgeordneten, der, wie ein Blatt Kommission erklärt, daß sich das gesamte Schiffsmeldet, nicht weniger als Werte von 4.5 Millio- personal, vom Kapitän und seinem Stabe bis nen Besetas über die französisch- spanische Grenze zur Mannschaft und Dienstpersonal, opferwillig geschafft haben soll. an den Rettungsarbeiten beteiligt haben. Vom Erdbeben in Griechenland, das meite Länderstriche verwüstet und über 200 Menschenleben gefordert hat: Bewohner des Dorfes Yerisso vor den Trümmern ihres zerstörten Hauses. Die Katastrophe hat bekanntlich 5000 Menschen obdachlos gemacht. Der Reichstommiffär für christliche Parlow --Prag: 6.15 Gymnastit. 11.00 Schallplatten. 15.30 Bioloncellokonzert. 17.20 Kinder musizieren. 18.25 Deutsche Sendung: Dr. Moucha: Heimische Bücher. 20.00 Requiem von Verdi.- Brünn: 15.30 Russische Zigeunerromanzen. 16.10 Orchesterkonzert. 18.25 Deutsche Sendung: 19.15 Schauspiel. Breslau: Berlin: 18.15 Mandolinenorchester.20.00 Dirigierende Komponisten. Hamburg: 18.55 „ Tannhäuser", Oper von Wagner. Königsberg: 19.30 Boltsunterhaltung. Langenberg: 21.00 Tiere sprechen dich an. Männergesang. Leipzig: 19.00 Der neue Mühlacker: 19.30 Mandolinenfongert. 22.00 Englische Lieder. München: 17.00 Gitarrenkonzert. Wien: 17.00 Stonzert. heiratete. Sie lebte dann jahrzehntelang in Italien, wo sie in der Redaktion des ,, Avanti" tätig war. Daneben schrieb sie auch für auswärtige Blätter und hat da in mehr als drei Jahrzehn ten ganz Außerordentliches geleistet. Ihre Artifel find informativ, geistvoll und glänzend geschries ben, sie verraten eine umfassende Bildung auf den verschiedensten Wissensgebieten. Olberg hat auch eine Reihe von Büchern geschrieben, julest eine Schrift über den Nationalsozialismus, die zu dem Lesenswertesten auf dem Gebiete gehört. Bon den Fascisten verfolgt und gequält, hat sie Italien vor einigen Jahren verlassen müssen und lebt jetzt in Wien, wo sie in der Redaktion der ,, Arbeiterzeitung" tätig ist. Es ist zu wünschen, daß die Genoffin Olberg der sozialdemokratischen Journalistit noch lange Jahre erhalten bleibt. Ein Mord bei Herrnskretschen. In der Nähe 21.000 Gesuche um Subventionen aus dem Fonds zur Elektrifizierung des flachen Landes liegen beim Arbeitsministerium und harren der Erledigung. Von den Gesuchen sind 960 aus Böhmen, 550 aus Mähren- Schlesien, 600 aus der Slowakei und 50 aus Karpathorußland. Ein 25 von der Adelsclique von dem Bach- 3a- Teil dieser Gesuche ist bereits erledigt worden Iemiti von Corswant Ritter von Epp und bis Jahresschluß wird ungefähr über die Gitte und öffentlichen Anstand von Flotow von Jagow Freiher von Ril- Hälfte der vorliegenden Ansuchen entschieden sein. drängt Prostituierte aus dem Tageslicht und linger von Levezom Die Subventionen werden, soweit es sich um neue von Lingelsysm Dr. von Renteln Graf zu Reventlow Ansuchen handelt, erst Ende des Jahres 1933 Nadiphotographien aus den Schaufenstern. dur von Schirach von Sybel von Tscham- cusbezahlt werden, weil das neue Finanzgeseh -bon Ulrich Freiherr von die Bestimmung enthält, daß Subventionen des Berlin, 4. Oktober. Wie das Nachrichtenbüro mer und Osten Freiher von Elz- Rübenach Staates erst im legten Vierteljahr des Jahres des Vereines deutscher Zeitungsverleger meldet, Wangenheimi hat die kommissarische preußische Staatsregierung Dr. Freiherr von Gregory Graf von Helldorf zur Auszahlung gebracht werden können. Für von Kalben- Freiherr von Kamme von alte Ansuchen wird für 1931 und 1932 ein Betrag Schritte eingeleitet, die den Kampf gegen Reindorf- Freiherr von Reibniz- von Wedel von 35 Millionen K ausbezahlt werden, also in littliche 3eriebungserscheinungen bon Wohrsch August Wilhelm diesem Jahr, da erst 4 Millionen für diesen eines Amtes als kommissarischer Innenminister Prinz von Preußen. Was sind diese 25 Na- 3wed im September hinausgingen, muß das fortjeßen sollen. Schon bald nach Uebernahme habe der Reichskommissar seine Absicht fund- men? Die Mitgliederliste einer Adelsgesellschaft?, Finanzministerium im letzten Quartal dieses Ein betrunkener Hilfswachmann schießt gegeben, alle die Auswitch se zu unterdrücken, eines Herrenklubs? I wo, es find bloß die aus Jahres noch 31 Millionen K bereitstellen. die vom christlichen Volt als kultur dem Fraktionsverzeichnis des Reichstages einen Gastwirt nieder. widrig angesehen würden. Er habe daher und des Preußischen Zandtages aus des Stimmersdorfer Kriegerdenkmals bei HerrnsIt a= tretschen wurde Dienstag der Fleischergehilfe Mähr.- Ostrau, 4. Oktober. Heute nach 5 Uhr in Polizeiverordnungen Anweisung erteilt, daß geschriebenen adeligen Mitglieder der früh fam der Hilfsangestellte des Wachdienstes der öffentliche Anstand mehr ge- tionalsozialistischen Fraktionen dieser Beinrich Kleinpeter erschossen aufgefunden. ber nichtuniformierten Sicherheitswache Richard wahrt werde, und daß die Polizei all diejen beiden Barlamente. Weit diesen 25 Namen sind alle Anzeichen deuten darauf hin, daß Kleinpeter all natürlich die Hochadeligen, die bei der„ Arbeiter einem Berbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Gendarmerie verfolgt bereits eine bestimmte Kaffee" Elektra" in Mähr.- Ostrau, wo er einen Die Bekämpfung der allgemeinen Auswitch je partei" eine maßgebliche Rolle spielen, noch lange einem Berbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Spur. Auftritt verursachte und einige Gäste aufforderte, der Prostitution in der Deffentlichkeit fe: nicht erschöpft. Es gibt da noch den Josua Erb- Gendarmerie verfolgt bereits eine bestimmte Sprachliche Uebergriffe von Bezirksbehörden. fich ihm gegenüber zu legitimieren. Černovitý erschwert durch die unzulänglichen Vorschriften prinz zu Walded- Pyrmont, den Prinzen Friedrich Christian zu Schaumburg- Lippe, den Grafen Zeitwurde aus dem Lokal gewiesen. Als er es verließ, des Reichsgesetzes über die Bekämpfung der Ge- Solms- Laubach, den Freiherrn von Reichenau, Tunmehr trägt auch die Bezirksbehörde eit merig folgten ihm einige Personen und der Gastwirt schlechtskrankheiten. Die kommissarischen preu den General von Liebert, den Eduard Herzog von mer i den deutschen Gemeinden auf, mit den Anton Kondělka. Zwischen diesem und Černocký Bischen Minister des Innern und für VolkswohlCoburg von den bürgerlichen Generälen wie Gerichten, ftaatlichen Behörden und Organen tam es auf der Straße zu einer Auseinander fahrt seien einig über entsprechende Abände- Likmann und den bürgerlichen Stapitalisten wie auch dann nur in der Staatssprache zu ver fehung und schließlich zu einem Zusammenstoß, rungsvorschläge und würden in diesen Frizz Thyssen ganz zu schweigen. Die Adligen fehren, wenn diese Gerichte, staatlichen Behörden wobei Černocký seine Dienstwaffe. benützte Tagen an den Reichsinnenminister herantreten der preußischen nationalsozialistischen Landtags- und Aemter zur Annahme und Erledigung deutund drei Schüsse gegen Stondělka abfeuerie; mit der Bitte um Erlaß einer Notverordnung fraktion haben jetzt einen Aufruf an den preu fcher Eingaben verpflichtet sind. Auch für die dieser wurde von zwei Schüssen, und zwar in zur Aenderung des Gesetzes über die fraktion haben jetzt einen Aufruf an den preu scher Eingaben verpflichtet sind. Auch für die die Brust und in den Stopf getroffen und ich wer Befämpfung der Geschlechtsfrankheiten. Eine Bischen Adel erlassen, Adolf Hitler sei der wahre Bezirksbehörde Leitmerit scheint somit Artikel berlebt. Černoclý wurde festgenommen und in solche Notverordnung habe nach Auffassung der Führer des preußischen Abels. Er allein, nicht 78, Abjab 1 der Sprachenverordnung nicht zu Papen, nicht Schleicher und nicht Gayl. Wir bestehen. Merkwürdig ist, daß sich die Bezirks Gerichtshaft eingeliefert, außerdem sofort aus beteiligten Ministerien insofern eine Berech- haben keine Stompetenz, uns in diesen Streit der behörden B.- Leipa, Reichenberg und Leitmeriz in ihren Aufträgen ganz derselben Begründung tigung, als zur Zeit durch das Verhalten dem Sicherheitsdienste entlassen. der Prostituierten gerade in den feinen Leute" einzumischen. Oda Olberg 60 Jahre. Eine der flugften bedienen, so daß die Annahme nicht unbegründet belebtesten und vertebrsreich st en Straßen der Städte in weitestem Umfang: Frauen in der internationalen sozialistischen ist, die neue Praxis" fei von einer höheren Ein Berliner Bankangestellter. die öffentliche Ordnung gestört werde. Wie das Bewegung, eine ihrer bedeutendsten Journalistin Behörde angeordnet worden. Hier wird Klarheit Berlin, 4. Oftober. Einer der bisher größten Nachrichtenbüro des Vereins deutscher Zeitungs nen und Schriftstellerinnen, Genoffin Oda Ol geschaffen werden müssen. Raubmord. Der Großlaufmann Karl Bauer Devisenbrozesse begann heute vor dem Land- verleger weiter meldet, unterliegt bei den maß- berg, die auch wir mit Stolz zu unseren Mitargericht. Der 34jährige Bankangestellte& meran gebenden Stellen zur Zeit die Frage der Prüfung, beiterinnen zählen, hat am 2. Oktober ihr ist Samstag in seinem Büro in Pforzheim von Seblmaier hat sich wegen Vergehens gegen ob und inwieweit es möglich sein werde, das 60. Lebensjahr vollendet. Genoffin Olberg ist in einem 25jährigen Burschen durch Revolverschüsse gedie Devisenbestimmungen und wegen Urkunden- Herstellen und Auslegen von Zeitschriften zu Berlin geboren, wurde später Krankenschwester tötet worden. Der Mörder konnte, als er mit einer fälschung zu verantworten. Nach der Anklage soll verhindern, die auf der Titelseite Na dt photo- und hat auf einer Reife in Italien den italieni- Beute von etwa 10.000 art flüchten wollte, fe ftschen Genossen Lerda kennen gelernt, den sie genommen werden. Sedlmaier in den Monaten Dezember 1931 bis graphien enthalten. Riefen- Devisen'chiebungen. Nr. 235. Ein abenteuerreiches Leben. Pascha Rudolf Slatin gestorben. Wien, 4. Oktober. Rudolf Slatin, der che malige Generalinspektor des Sudan, ist in einem Wiener Sanatorium im 76. Lebensjahr gestorben. 1874Das Leben Slatins( Slatin- Bascha) mutet mit seinem Reichtum an Erlebnissen und Abenteuern in erotischen Ländern an wie ein Roman. Schon den 16jährigen trieb die Abenteuerlust aus seiner Heimatstadt Wien in die Ferne. Er ging zunächst nach Aegypten, wo er mit den Forschern Nachtigall und Heuglin bekannt wurde. Auf Anregung des Letzteren bereiste er im Jahre er war damals 17 Jahre alt- den Sudan bis hinauf nach Kordofan. 1876 kehrte er in die Heimat zurück und nahm 1878 als öfterreichischer Reserveoffizier am bosnischen Feldzuge teil. Einem Ruf Gorden Paschas folgend, ging er dann aufs Neue nach Aegypten, wvo er, 22 Jahre alt, Gouverneur der sudanesischen Provinz Darfur wurde. Nun folgte sein langer ruhmvoller Kampf gegen die Mahdisten. Um sich die Treue seiner mohammedanischen Truppen zu erhalten, trat** Mittwoch, 5. Oftober 1932. Oktober, Aussig EUROPAMEISTER G. His SCHAFT fogar ſcheinbar zum Mohammedanismus Aus der Welt eines einträglichen Schandgewerbes. Ein mysteriöser§ 144- Prozeß. Verschwundene Prozeßakten. Die Unschuldslämmer. Seite 5. genmehi Nr. 0/1 189-194, Nr. 1 175-179, Nr. 2 wakische 39-40. flee 1932 600-700, Weißklee 1932 500-1000, Rosenflee 275-300, Kartoffel gelbfleischig 24-27, über. Am Weihnachtsabend 1883 ereilte iht weißfleischig 19-21, Krautföpfe weiße böhm. 19 bis jedoch das Geschic. Seine Truppen wurden auf20, Hen böhm. ungepr. sauer 45-46, füß 53-54, gerieben und er mußte sich dem Mahdis ergeben. gepreßt sauer 46-47, gepreßt jüß 52-55, andere Für Slatin begann nun eine furchtbare LeiStrohsorien 33-35, ungepreẞt 32-34, Weizengries Prag, 4. Oktober. Auf der Anklagebank sitzt eine weder das Mädel noch den Wirt. Die Hejdu 281-286, Weizenmehl Ohh 261-266, 0 241-246, denszeit von elf Jahren. Bei den Kriegszügen wurde er, in Eisen geschlossen, von schwabbelige Fettmasse in schwarzen Seidenkleid, kennt zwar die Dregr aus der Gesellschaft", aber Nr. 1 108-203, Nr. 4 155-160, Nr. 8 92-93, Rogden Mahdis mitgeschleppt und schwebte ständig in neben ihr eine ältere Frauensperson und ein Mann sonst niemanden.( Früher sagten beide anders aus.) Nr. 1 108-203, Nr. 4 155-160, Nr. 8 92-93, Rog Gefahr, ermordet zu werden. Endlich gelang ihm in den mittleren Jahren. Und die Anklage sagt: Der betreffende Gastwirt erklärte, durch finan- 92-96, Nr. 4 80-82, Graupen Nr. 10-6 160-200, im Feber 1894 die Flucht nach Assuan. Er Die Hebamme Anna Dregr hat im Jahre zielle Katastrophen( die erst drei Jahre Bruchgraupen 160-165, Grüße Nr. 0 185-190, trat nun als Oberst und mit dem Bascha 1928 an einem 19jährigen Dienstmädchen, das von später eintraten) um das Gedächtnis gebracht Reis Burma 2 155-165, Moulmain 200220, titel in die anglo- ägyptische Armee ihrem Dienstgeber, einem Gastwirt, geschwängert worden zu sein und sich an nichts mehr zu erinnern. Bruchreis 140-150, Roggenureyi 65% 181-185, ein und war 1898 während des Kriegszuges worden war, einen verbotenen Eingriff Freilich steht attenmäßig fest, daß er sich in der tri- Weizenkleie 60-62, Roggentleie 60-62, Eier per Lord Kitscheners in Aegypten Chef des ausgeführt, und zwar durch Einführung des berüchischen Zeit von einer damaligen Braut( zur Ehe Schock, frische böhmische und mährische 40-41, slomilitärischen Nachrichtendienste 3. tigten Gummisch Iauches. Ihre Klienten tam es nicht) 10.000 kronen ausgeborgt 1900 wurde er englischer Generalfamen in diesem Fall von weither, bis aus hat. Was die telegraphische Ueberweimajor und Generalinspektor des Sudan. Erst Südmähren, angelockt durch das Zeitungs- fung der 8000 Stronenn anlangt, so erklärte er, sich 1914 bei Ausbruch des Weltkrieges schied er aus inser at der betriebſamen Frau Dregr( vorbestraft an solche Einzelfälle" nicht erinnern zu fönnen, Der Elch ein aussterbendes Tier. dem anglo- ägyptischen Verwaltungsdienst aus, mit a cht und fünf Monaten schweren Kerkers Geld habe er öfters überwiesen. Wie sollte auch ein kehrte, mit dem Freiherrn- Titel ausgezeichnet, in wegen des gleichen Deliftes und viele Male deshalb solch bedeutungsloser„ Einzelfall" im Gedächtnis Die gar nicht so einfache und sehr verantworseine Heimat zurück und ließ sich in Südtirol verfolgt, ohne daß ihr die Behörden etwas nachwei- haften bleiben! nieder, wo er dann die Leitung der Kriegs- en konnten). Sie verlangte a chttausend KroRoten Kreuzes übernahm. In seinem Buch so viel Geld bei sich und versprach es zu schicken. Bis " Feuer und Schwert im Sudan" hat er sein dahin wurde die Schwangere auf Empfehlung der 8000 Kronen leicht zu erbringen sei. Das tann Frei- fen soll und über ihren Gesundheitszustand wachen Dregr bei deren Freundin Hejduk einquartiert, wo ich nur ein Laie glauben. Denn diese Belege sind abenteuerreiches Leben geschildert. sie pro Tag für Wohnung und Verpfle nicht mehr vorhanden, wie die Auskunft der gung 50 ron en zu zahlen hatte. Die beiden löblichen Postverwaltung lautete. So erfährt denn Die Hindenburgfeiern, die letzten Sonntag scheinen solchevart in enger Geschäftsverbindung ge- wenigstens die Deffentlichkeit auf dem Umweg über aus Anlag des 85. Geburtstages des Reichs- standen zu sein, jedenfalls sind mehrere solcher Em p- diesen Prozeß, daß solche wichtige Belege bepräsidenten Deutschlands, abgehalten wurden, fehlungen nachgewiesen. Die achttausend Kro- reits nach drei Jahren nicht mehr vorgaben dem Reichenberger Vorwärts" Gelegen nen wurden dann von dem Gastwirt telegrafiegen, wogegen man ansonsten jede lächerlichste heit, die Feiern zu glossieren, und weil er schon phisch angewiesen und der Eingriff vorge Kleinigkeit, mit der die staatlichen Stellen befaßt nicht anders kann, bei diesem Anlaß die Sozial- nemmen. Die Sache kam irgendwie heraus und das find, liebvoll durch volle zehn Jahre aufzubewahren demokraten anzustänkern. Er schreibt in einer Opfer dieses Eingriffes legte den Gendarmen Notiz in der Ausgabe vom 4. ds. unter dem Titel: eine Generalbeichte ab. Auch einige der Mitbeteipflegt. Die Dregr scheint liber das Fehlen diefer aus„ Gott erhalte", im Schlußfaz:„ Auch die bürgerligten gaben damals schwerwiegende Tatsachen zu. fein, was daraus hervorgeht, daß sie das Gericht in schlaggebenden Belege wohl informiert gewesen zu liche Presse der Cechoslovakei einschließlich des Das alles stand seinerzeit protokollarisch fest. aller Gemütsruhe aufforderte, sich doch bei der Sozialdemokrat" konnte es sich nicht versagen, Dann aber begab sich ein gar wunderbares Greig oft zu informieren. den größten Schlächter aller Zeiten, den Massen- nis: der Prozeßaft ging verloren. Mit mörder usw. vorschriftsmäßig zu feiern." Wir ihm verschwanden auch die ärztlichen Gutachten und So mußte der Gerichtshof einen Freispruit ch enthalten uns jeder Bemerkung zu dieser perfiden andere Beweisdokumente. Man mußte den Aft re- fällen. Der Vorsitzende betonte, daß der Senat von Verleumdung und richten an den„ Vorwärts" nur fonstruieren, neuerlich alle Beteiligten einbernehmen der Richtigkeit der ursprünglichen das Ersuchen, er möge zur besseren Orientierung usw. Und siehe da das betreffende Dienstmädchen Aussagen überzeugt sei. Leider sind aber durch Eine Elch- Kuh mit Jungen aus dem Berliner 300. seiner Leser den Huldigungsartikel für Sinden änderte seine Aussagen, verkehrte sie ge- den Verlust des Aftes üden entstanden, die burg, den einer der kommunistischen Redakteure radezu ins Gegenteil, leugnete alles, was sie früher formell eine Verurteilung nicht möglich machen. demokrat" vorfand, wortgetreu in einer der man heute auf Grund des neu angelegten Vorsitzende zu den Angeklagten, haben Sie den geboren werden. So sind denn die Miniatur gelesen haben muß, so wie er ihn im„ Sozial- ausgesagt hatte. So hatte der Senat des OGR To- Lediglich diesem Umst and e", sagte der muß, wird am meisten dadurch belohnt, wenn in der Attes über diesen Fall zu entscheiden. Freispruch zu verdanken." tungsvolle Tätigkeit eines 300- Direttors, der den gefangenenfürsorge des österreichischen nen für die„ Operation". Der Gastwirt hatte. nicht beweis durch die post amtliche Bestäti- Tieren möglichst günstige Lebensbedingungen schaf Nun sollte der Laie glauben, daß der Schut I d- verschiedenartigsten, aus allen Ländern und Erdteilen stammenden, meist sehr wertvollen oder seltenen gung der telegraphisch überwiesenen 11 " nächsten Nummern des Vorwärts" wiedergeben. Wer nimmt sich der in fremder Pflege befindlichen und der unehelichen Kinder an? Wenn sich auch der Verein für Jugendfürsorge dieser Kinder, wenn sie hilfsbedürftig waren, als frei willige Helfer annahmen, so wurde die Aufsicht über die genannten Kinder erst durch die RegieWas inzwischen hinter den Kulissen vorgegangen sein mag, wissen wir nicht und unsere Meinung mädchen, das später seine Aussagen so auffallend Zu Ende ist die Sache nicht. Denn das Dienst darüber wollen wir aus guten Gründen für uns be- geändert hat( warum?), wird nun wegen fälich halten. Jedenfalls saßen heute lauter Unschuld slicher Bezichtigung verfolgt werden, wobei lämmer aus der Anklagebank. Die Dregr fennt noch mancherlei zutage kommen dürfte. wwwwwww Tagfreie Mittelschulen in Frankreich. Gestern rb. www Elefanten, Löwen,-Bären und Affen nicht nur das dern auch die ganz besondere Freude des Direktors Entzücken der kleinen und großen Zoobesucher, sonund aller übrigen 300- Angestellten. Der große Stolz des Berliner Zoos ist ein Elch- Zwillingspär chen, ein Stolz, der um so größer ist, als Zwillingsgeburten von Elchen in der Gefangenschaft etwas äußerst jeltenes sind. rungsverordnung vom 14. März 1930 feftgelegt. begann an den französischen Bürger- und Mittel- Volkswirtschaft und Sozialpolitik Der Zweck dieser Aufsicht ist die Gewährleistung schulen das neue französische Schuljahr. Da die Der Elch, auch Elen genannt, aus der Familie einer solchen Pflege, daß sich die Kinder förper- bisherigen hohen Tagen für das Studium an den der Hirsche, ist ein großes, starfes Tier, mit furzem, lich, geistig und sittlich ordentlich entwickeln Mittelschulen aufgehoben und die Mittelschulen 4 Oktober. Die Lage der heutigen Produktenbörse Bock trägt ein Geweih, eine große, einfache, schaufelPrager Produktenbörse. Offizieller Bericht vom triebener Schnauze und matten kleinen Augen. Der dickem Leib, langgestreďtem Kopf mit dicker, aufge tönnen. Die Aufsicht besorgt bei Vorhandensein daher allen Schichten der Bevölkerung zugänglich war durch das verhältnismäßig umfangreiche förmige Strone, die am Rande mit zahlreichen Zakgewisser Vorbedingungen und bei Berücksichtigung gemacht wurden, setzte ein derartiger 3 ustrom der Volkszugehörigkeit die Bezirksjugend von Schülern ein, daß in vielen Orten außerhalb ngebot gekennzeichnet, das einen fühlbaren ten besetzt ist. Der Elch ist ein sehr schnelles Tier fürsorge des Gerichtsbezirkes. Die unmittel- des Schulgebäudes in gemieteten Räumen unter vermochten nur die harten Weizenjorten ihren schen als Edelwild und nimmt, wenn er verwundet von Schülern ein, daß in vielen Orten außerhalb Druck auf die Preise ausübte. Von Mahlgetreide und von großer Ausdauer. Er ist weit weniger bare Aufsicht wird von den aufsichtführenden richtet werden muß. Vertrauenspersonen bewirkt, ein Ehrenamt, welPreisstand zu behaupten, während die übrigen ist, den Jäger, ohne weiteres an. Auch der Wölfe ches nur vollgeeigneten Personen übertragen Erbschaftsfrieg mit Preußen. Die 300 Nachkom Weizengattungen um etwa 1 K billiger lagen. Bei meiß er sich zu erwehren. werden darf. Die Deutsche Landeskommiffion men der ehemals mit großen Gütern gesegneten Roggen wurde mit um 2-3 K niedrigeren Preisen für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Reichen wohnen heute als schlichte Arbeitsleute in einigen diefen Geschäftsverlauf am Mahlgetreidemarfie teine tam, ist er gleich dem Auerochſen( dem Ur) und dem ( direkte nahmen auf In Deutschland, wo er früher sehr zahlreich vorberg als Zentrale aller Deutschen Bezirksjugend- ten an der Sieg) haben sich zu einer Erbenge- Rücksicht und wurden unverändert in Geltung Bijent, zu einer fast sagenhaften Tiergestalt gewor fürsorgen fann mit Befriedigung feststellen, daß meinschaft zusammengeschlossen, um die finanzielle belaffen, vielleicht ist dies auf den nicht großen Geden. Im Mittelalter wird er noch oft erwähnt, auch in der Zeit seit Inkrafttreten des Gesetzes im Grundlage für einen Prozeß gegen den preußischen schäftsumfang zurückzuführen. Auch in den übrigen Eich 1764 eriegt, in Schlejien und wohl auch in Jahre 1930 36.000 Kinder unter Aufiskus zu schaffen. Der preußische Staat hat vor 100 Getreidearten war eine ähnliche Situation zu ver- Bommern hielt er sich noch dreißig Jahre länger. im Nibelungenlied. In Sachsen wurde der letzte ficht genommen wurden und mit größter und mehr Jahren( bis 1805 geht die Sache zurück) zeichnen. Die Nachgiebigkeit auf dem Wahlgetreide Damals war er in den weiten moraftigen Wäldern Genugtuung darauf verweisen, daß sich über wertvolle Güter der Familie von Scheidt- Weschpfen- markte übertrug sich auch auf den Mehlmarkt, wo Ostpreußens noch weit verbreitet. Aber bereits nach 5000 Voltsangehörige beiderlei Geschlechtes felbft nig an sich gezogen- wie die Nachkommen der Be- Weizen- als auch Roggenmehl in gleichem Verhält dem Siebenjährigen Striege erging ein Gebot zur los in den Dienst der Sache aestellt baben. Wer siger der Lehnsgüter behaupten: widerrechtlich. Im nis wie Mahlgetreide rückgängig waren. Auf den ein fremdes Kind in feine Pflege nehmen will Jahre 1883 erfolgte die erste Klage auf Serausgabe übrigen Marktgebieten konnte sich auch tein beben- Schonung des Elchwildbestandes in Ostpreußen. muß die Bewilligung der Deutschen Bezirks- dieser Güter. Viele Prozesse wurden seitdem geführt, tenderes Geschäft entwidein und die amtlichen Kurs- Seute begen einige Oberförstereien des Regierungsjugendfürsorge einholen, sonst könnte er wegen jedoch ohre Erfolg. Nunmehr hat sich die juristische veränderungen sind ebenfalls nur vereinzelt. Schließ- Tilsit unter strengster Schonung noch einen kleinen Uebertretung mit einer Strafe bis zu 1000 Kafultät einer Universität mit dieser Angelegenheit Ich wäre noch der Kursaufstieg um 4 K in böhmi- Bestand von wenig über hundert Elchen. bezirks Königsberg und im Ibenhorster Forst bei oder Arrest bis zu einem Monat belegt werden. befaßt und in einem Gutachten die Ansprüche der schen und slowakischen Eiern zu erwähnen. Ansonsten Wird durch besondere Verhältnisse die sofortige Erbengemeinschaft als begründet anerkannt. Aufnahme eines Kindes bedingt, so ist um die Erbengemeinschaft arbeitet auf einen Vergleich hin. lichen Stursblatte unverändert in Geltung: Es großen Wälder des Nordens bis an den Fluß Amur. Die blieben die Freitagsnotierungen im heutigen amt- In Asien bewohnt der Elch noch zahlreich die Bewilligung längstens in 15 Tagen nachträglich Sollten jedoch die Verhandlungen zu feinem Erfolg notierten in Kö: anzusuchen. Es wird allen Eltern unehelicher führen, dann ist die Erbengemeinschaft feit entschlofAuch in Kanada und Alaska wird er eifrig gejagt, Kinder und den Pflegeeltern fremder Kinder im en, auf Grund des wissenschaftlichen Gutachtens geaus erschlägt. Doch ist dieses nordamerikanische indem man ihn ins Wasser treibt und vom Boot eigenen Interesse nahegelegt. mit der Deutschen gen den Staat Preußen Klage zu erheben. Bezirksjugendfürsorge ihres Bezirkes Tier von dem in Europa lebenden Elch recht verchieden; es ist dunkler und stärker, hat tiefeingebindung zu treten, wenn dies noch nicht gefchehen ichnittene Geweihschaufeln, und die Geweihe sind weit schwerer als die unserer Elche. In Europa findet sich der Elch, abgesehen von fein follte. in Verg. 154-160, Weizen gelber böhm, 76-77 Stg. 144 Rotweizen böhm. 81-83 g. 164-167, 78-80 bis 177, 72-75 g. 136-141, Roggen böhm. 69-71 Arbeitslosigkeit und Verbrechen. Aus Chem- g. 105-109, Auswahlgerste 89-91, Gerste prima nis wird gemeldet: Die Räuber, die Freitag, wie 85-88, mittlere 82-84, Safer böhm. 80-82, Erb gemeldet, unter Benutzung eines gestohlenen Auto- fen Vittoria 160-190, gelbe 140-150, grün, groß Neue Alvenstraße. Sonntag wurde in Anwe- mobils den Geldtranspor: einer Bank in Schwar- törnig 170-185, grün, fleinförnig 160-170, Zinsen fenheit des Bundespräsidenten Millas die Süd- zenberg beraubt und 39.000 Mark erbeutet hatten, großförnig mähr. 345--395, mittlere 280-300, flein dem kleinen Bestand Ostpreußens, nur noch in den find festgenommen worden. Es handelt sich um vier förnig 220-260, Mohn blau 420-445, jilbergrau baltischen Niederungen, in Litauen, Kur- und LivErwerbsloje, die in Chemniz ansässig sind. Das 425-450, jilbergrar( Dobaer) 450-475, Kümmel land, Schweden, Norwegen und in einigen Gegenden Geld wurde in einem Waldstüd aufgefunden. böhm. 360-380, holländischer 420-430, Naturrot Rußlands. rampe der Großglockner Hochalpen traße eingeweiht und dem Verkehr übergeben. Seite 6. Mittwoch, 5. Oftober 1932. PRAGER ZEITUNG. Kein Freund glücklicherer Eine Abrüstungskonferenz in Prag fenntnis dargelegt. werden Sie wohl faum erleben, da es den Herren Zukunft des deutschen Theaters sollte auf diese Diplomaten in der Schweiz doch noch besser gefällt als hier. Sie möchten aber gewiß gerne wissen, wie es auf einer solchen Abrüstungskonferenz zugeht. Wir zeigen Ihnen so teilen unsere Brager Jugendgenossen mit die Son ferenztaktik in Reintultur Samstag abends in unserem politischen Kabaretta chen linfe!"( Großer Uraniafa a l.) Auch die Bekanntschaft der Herren Morgan, Thyssen und Schneider können Sie in ,, Lachen links" machen! Sichern Sie sich schon jetzt Karten ( Kě 4.-)! Vorverkauf bei Optiker Deutsch, Palais ,, Koruna", und im Verein deutscher Arbeiter. Kunst und Wissen Lektüre verzichten! I. g. 3schachwitz forb. 3: 2( 3: 1), Coswig gegen Helios 3: 4, Radig 09 gegen Wilschdorf 4: 1. Handball- Auswahlspiel Sachsen gegen Thürin-„ Lachen links" Nr. 235. Für unsere samstägige Kabarett- Vorführung ( großer Uraniascal) hat der gen 14: 9. In Gera errang die Sachsen- Mannschaft gegen die spielstarken Thüringer einen eindrucksvollen Sieg. Thüringen legte vorerst ein mächtiges Fanfarenchor der Dresdner SAJ. feine Mitwirkung zugesagt! Kartenvorverkauf: Optiker Deutsch, Palais ,, Koruna", zu K 4.-, Verein deutscher Arbei ter, Smečky 27. Tempo vor und führte bald 3: 1. Trotzdem konnte die Sachsenmannschaft die erste Halbzeit noch für Leopold Kramer, der liebenswürdige und sich entscheiden. Nach der Pause fiel Thüringeliebte, immer wieder durch seine Natürlichkeit gen sehr ab, während Sachsen immer besser wurde. und Wärme gefangennehmende Künstler, hatte am Schwimmeisterschaften der österreichischen ArbeiMontog in einer fast ausverkauften volkstümlichen terturner. Der Wiener Arbeiter- Turnverein führte Spielgruppe der Sozialistischen Jugend, Prag. Bestellung von Molnars„ Spiel im Schlo" am Sonntag im Wiener Amalienbad sein sechstes einen von seiner überlegenen Darstellungskunst wie Schwimmfest durch, in dessen Rahmen die österrei von der herzlichen Dankbarkeit und freund.:chen chischen Schwimmeisterschaften der Arbeiterturner tamen all die Vertriebenen, die land- und heimatlos Erinnerung des Publikums getragenen starten ausgetragen wurden. Ueberraschenderweise erobergewordenen Indianer? Was sagen die Meister der Erfolg Mit ihm durch Einzelcharakterist n ten in den meisten Disziplinen die Sportler aus der Kultur zu dieser in den gewiß wahren Details entLarmenisches Zusammenspiel Frau Melle und Provinz die ersten Plätze. Im Wasserball wurde jeglichen Schilderung des Aufbaus der„ Neuen die Herren Götz, Liebl, Jantsch und Liesing wieder Kreismeister, das Ottakring mit 6: 4 Welt"? Mord und Totschlag, Raub und Diebstahl Badlesat. Die Direktion könnte zu Verdienst( in( 1: 2) besiegte. Die wichtigsten Ergebnisse der Mei haben diese Welt, deren jetzige Repräsentanten von beiden Bedeutungen des Worts) kommen, wenn sie sterschaften: Männer: 100 Meter Freistil: Enzen Sinclair und Traven für ewige Zeiten gebranddieses Kramer- Gastspiel nicht vereinzelt ließe. g. hofer( Linz) 1: 10.8 Min.; 100 Meter Brust: Kerbec markt wurden, diese Anhäufung von Ungeist und Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters.( Wien- Favoriten) 1: 29.4 Min.; 200 Meter Brust: Kulturlosigkeit technisch begabter und rasender MenHeute Mittwoch, halb 8 Uhr abends:„ Rauh- Müller( Ling) 1: 27.2 Min.; 100 Meter beliebig( für amerikanische Demokratie so eigenartige Blüten zeiRepolust( Graz) 3: 21.2 Min.; 100 Meter Rücken: chen aufgebaut: man versteht es jetzt, warum die nacht"( B2).- Donnerstag, 7.30 Uhr:" De Vereine ohne Hallenbad): Schwarz( Graz) 1: 23.8 tigt. Ist der äußere und thematische Rahmen des Sigeunerbaron"( C2). Freitag, 7.30 Uhr: min; Kunstspringen: Stich( Döbling) 44 Punkte. Films wahrhaft großartig, so enttäuscht die sogeSamson und Dalila"( D2). Samstag, Frauen: 100 Meter Rücken: Flößler( Wien- Fünf nannte Handlung um so mehr: Richard Dir, der Auf Einladung der„ Urania" kommt Gerhart 7.30 Uhr: a Boheme"( B 1). Sonntag, haus) 1:46 Min.; 100 Meter Freistil: Mach( Leo- Held und schießende Tausendsassa, der Engel aller Hauptmann am 13. Oktober nach Prag. Anläßlich 7.30 Uhr:„ Der Zigeunerbaron"( A. 2). poldstadt) 1:34 min.; 100 Meter Brust: Mach 1:43 unterdrückten und amerikanische Rinaldini, der feiner Anwesenheit findet an diesem Tage, abends Spielplan der Kleinen Bühne. Heute Mitt7.30 Uhr, im Neuen Deutschen Theater bei aufge- woch, 8 Uhr abends:„ Coeur Bube". Don Abenteurerjournalist opfert die Familie, um immer Die Staffel- und Mehrkampfmeisterschaften der wieder neues Land erschließen zu können. Und wähhobenm Abonnement eine Gerhart Hauptmann nerstag, 8 Uhr: Coeur- Bube". Freitag, Wiener Arbeiterturner bzw. Vafö- Leichtathleten, die rend seine Frau hübsch brav in Bürgerlichkeit tut Feier statt, die gleichzeitig als Vorfeier für den 70. 8 Uhr:„ Saltutta, 4. Mai". Geburtstag des Dichters gedacht ist. Der Dichter 8 Uhr: aftutta, 4. Ma i".( Für Freitag und wurden, zeichneten sich durch starke Beteiligung aus; wird natürlich auch Kriegsheld und stirbt hochbetagt Samstag, Samstag und Sonntag im Stadion durchgeführt und viel von Liebe träumt, erlebt er immer mehr, wird von hervorragenden Mitgliedern der deutschen Samstag Gutscheine und Ermäßigungen auch un- es nahmen über 400 Leichtathleten daran teil. Die und ebenso wenig geehrt als Landstreicher. Worauf Oeffentlichkeit begrüßt werden und selbst sprechen. gültig.). Sonntag, 8 Uhr: Coeur- Bube". Staffelmeisterschaften hatten folgende Er man schluchzen sollte. Die Feier wird durch die Meistersinger- Ouvertüre man schluchzen sollte. Aber wunderbar bleibt sein gebnisse: Männer: Olympische Staffel: Schwimm- Spiel und die Arbeit des Regisseurs in den Massenund die Festwiese umrahmt. verein 3: 39.7 Min.; 4X400 Meter: Schwimmverein izenen, die vorteilhaft stumm geblieben sind. In 2. Mannschaft 3: 49.7 Min.; 10X100 Meter: Meid der photographischen Einstellung zeigt sich diesmal Ting 1: 55.3 Min.; 4X100 Meter:( Jugend): Meid russischer Einfluß zur Sachlichkeit. ling) 47.7 Set. Frauen: Olympische Staffel: Zentralverein 55.6 Set.; 4 × 100 Meter: 3entraling) 47.7 Set. Gerhart Hauptmann- Feier im Neuen Denischen Theater. ** " 喜 Sport- Spiel-„ Der Körperpflege Die Abonnenten der Serie C 1, die an diesem Tage eigentlich ihre Abonnementvorstellung hätten, werden beim Vorverkauf besonders berücksichtigt und Tschechoslowakei gegen Deutschland. Min. haben ein Vorkaufsrecht am Donnerstag. Die AbonEuropmeisterschaftsspiel; am 9. Oktober in Auffig. verein 54 Set., WAT. als Erste in 52.4 Set. wurde nenten der anderen Serien haben ein Vorkaufsrecht Schwedenstaffel: disqualifiziert; Schwimmberein am Freitag und Samstag. Der allgemeine VorderDer Bundesspielausschuß hat für dieses Länderfauf beginnt am Sonntag, den 9. Oktober. Die piel nach den am Sonntag durchgeführten Probe 1: 11.1 min. Bei den Mehrkampfmeisteram 18. Oktober, dem Tag der Hauptmann- Feier spiel folgende Mannschaft aufgestellt: Tor: Rittig haften der Männer ging im Zehnkampf Ludwig fällige Abonnementvorstellung C 1 wird auf Sonn-( Setteng); Verteidgung: Haberzettel( Türmit) und( Zentralverein) mit 715.27 Punkten und im Fünftag, den 23. Oktober, verschoben. Urania- Mitglieder Klupja( Krochwitz); Halves: Güntner( Kleinaugezd), fampf Bilmayer( Red Star) mit 347.68 Punkten als erhalten ihre Karten an der Urania- Rasse. Vatranet und Nestle( beide Weistirchlig); Stürmer: Sieger hervor. Bei den Frauen siegten im DreiHoffmann, Otta( beide Kleische), Fiedler, Adames fampf Winkelmann( Zentralverein) mit 242.15 Punf. ( beide Strochwitz), Hirsch( Weiskirchlig). Die Mannten und im Fünftampf Jahoda( Landstraße) mit 438.82 Punkten. schaft ist gut ausgewählt und wird einen starken Gegner abgeben. Ungeschminkt. 11 Der Film W. Lg. Aus der Partei Jugendbewegung. ArbeiterAusschußsigung des Bezirksvereines fürsorge" am Donnerstag, den 6. Oftober, 8 Uhr abends, im Sekretariat, Prag II., Nekazanka 18, zu schen Organisationen eingeladen werden. welcher die Vorsitzenden aller befreundeten profetariJungfalken. Wir beteiligen uns heute an dem Spielnachmittag der Nestfalken. Treffpunkt: 3 Uhr nachmittag. Erscheint alle, da wir nachher eine wi tige Besprechung haben. Literatur Unter diesem Titel ist jetzt im Verlag Jahoda und Siegel, Wien- Leipzig, jener Vortrag über Theater, den Heinrich Fischer im VorSachsen gegen Norddeutschland 0: 0. In Chemjahr unter anderent auch in Prag hielt, als wohl- nig standen sich am Sonntag die Auswahlmann feile Broschüre erschienen, die auf ihren fünfundschaften von Mittel- und Norddeutschland gegenüber. Amerikanische Filmhistorie. Ja, ja dieses Filmzwanzig Druckseiten nicht vieles sagen kann, dennoch In beiden Mannschaften waren die Läufer und Ver- omerika; es ist doch das interessanteste Problem des aber viel enthält, das zur Aufklärung der Situa- teidiger sehr gut. Der beste Mann auf dem Felde Stinos, ein Phänomen, das höchste Kamerameistertion am deutschen Theater von heute beiträgt. Hein- war der Sachsentorwart. Die Norddeutschen erfüllschaft mit unglaublicher Naivität des Gegenständ rich Fischer, zur Zeit Dramaturg an den Falken ten vollauf die in sie gesetzten Erwartungen. lichen paart. Im Film Cimarron, nach dem Bücher der„ Marristischen Büchergemeinde".) Freie Das rote Gewerkschaftsbuch.( 5. Buch der Rot: berg- Bühnen in München, gibt hier nicht nur eine Wiener Arbeiterfußball. Sonntag wurde die Roman von Ferber, der in seiner ganzen Auf verlagsgesellschaft m. 6. S., Berlin 0 27. Tes interessante Analyse des sogenannten Zeittheaters", zweite Runde der Cupkonkurrenz ausgetragen. Eine machung an den hier gespielten„ weiten Weg" Buch ist eine Arbeit von Autoren, welche der S. A. 13 als welches er treffend jene dramatische Produktion Reihe von Ligaklubs konnten sich gegen Unterklas- erinnert, zeigt die Hollywooder Kunstfabrikation den bezeichnet, die„ mit konsequenter geistiger Gesin- sige nicht behaupten, u. a. der Meister Gaswert. Aufstieg( nicht auch den Fall) der Stadt Oklahoma, in Deutschland angehören. Es wohl ihr Verdient nung die Revolutionierung der Gehirne vom fünft. Die wichtigsten Ergebnisse: Antonshof gegen Gas- heute eines der größten Delzentren der Staaten. manche Gewerkschaftsprobleme zur Diskussion gestelt lerischen Experiment her versucht", sondern er legt, werk St. Veit 3: 1( 0: 0, 1: 1), Phönix Schwechat wie der Film mit unglaublichem Aufwand die Entzu haben, die von entscheidender Bedeutung für die was noch weit dankenswerter ist, die neuartigen geg. Bostunion 5: 1( 0: 1), Red Star gegen Austria wicklung der Stadt von ihren wildesten Anfängen Zukunft der Gewerkschaften und damit der ganze unkünstlerischen Einflüsse bloß, die das deutsche 21 2: 1( 0: 1), Germania gegen Nord- Wien 2: 0 mit den Holzbaracken und wüsten Nachtlokalen im Arbeiterbewegung sind. Aber sie tun das in unb Theater von heute zum Geschäftstheater machen,( 1: 0), Humanitas gegen Rudolfshügel 2: 1( 1: 0), 3abre 1889 bis zur Wolkenkraberstadt des Jahres friedigender Weiſe. Statt die Taktik der Gewer und beschäftigt sich besonders mit der Kritit, mit Zentralverein gegen Frohsinn 14: 1( 7: 1), Selfort 1929 anschaulich zeigt, ist erstaunlich und für uns schaften aus der jüngeren ökonomischen Entwicklung ihrer gefährlichen und gefürchteten„ Autorität", mit gegen Columbia 5: 2( 4: 1), Meidling gegen Eisen- Europäer einzigartig interessant. Der Realismus zu erklären, kritisieren sie die Gewerkschaften Deutsch, ihrer zum Großteil von theaterfremden Mächten bahner Schwechat 1: 0( 1: 0), Fav. AC. gegen Neu- dieser Art von Filmen in den ungeheuren Holly- lands, ohne Verständnis für die Zwangslage da! geborgten übermäßigen und dann schädlichen Wir Kettenhof 3: 2( 2: 2), Auto gegen Simmering 3: 2 wooder Ateliers mit ihren Tausenden von großartig Gewerkschaften in der Zeit schwerster Krise zu haben. kung, mit dem Einfluß des Inseratengeschäfts auf( 1: 1), Juventus gegen Landstraßer Sportfreunde ausgewählten Komparsen, den unendlichen Steppen Wenn man die Büros der Gewerkschaften von frühe Wenn man die Büros der Gewerkschaften von frühe die Kritik, der Identität von Autor und Kritiker, 2: 1( 1: 1). und jetzt vergleicht, wenn man Waschzetteln voss der Filmgelände, den tadellos gebauten Häusern, der verheerenden Wirkung von Großverlagen à la Dresdener Arbeiterfußball. Meißen gegen Bir Dörfern, perspektivisch meisterhaft gestellten Massen- Büchern für den Kampf gegen die jetzige Gewerk. unstein und Mosse, deren Haus- Autoren von den figt 4: 0, Samen; gegen Löbtau 1: 0, Neustadt geg. Szenen, den hinreißenden Runs der Kolonisten auf schaftsführung ausbeutet, wenn man behauptet, daß Haus- Kritikern rezensiert werden. Dieses und man Radebeul 6: 1( Radebeul muß absteigen), Bieschen das von der Regierung den Indianern geraubte den Reformisten" Streits unerwünscht sind, wenn ches mehr über die" heimlichen unheimlichen Fal- gegen Sörnewitz 6: 3, DBV. 15 gegen Cotta 2: 1, Territorium, hinterläßt packende Eindrücke und for- man gar ganz in kommunistischem Sinne die Sozial. toren", die das künstlerische Theater bedrücken, ist kleinnaundorf gegen Lockwitz 4: 2; Freundschafts- dert, Sei aller bourgeoisen Vorsicht der Produktion, demokratie als Schrittmacher des Fascismus bezeich in diesem Büchlein mit Mut, Charakter und Sach- spiele: Eintracht Helios tomb. gegen Heidenau- gesellschaftskritische Betrachtungen heraus. Wohin net( wogegen sich sogar ein Trotzki wendet!), kann man nicht den Anspruch erheben, ein objektivet Kritiker zu sein! Es ist schade, daß sich die Vergründlich reinigen, indem sie allerlei Beeren ver-| pertemperatur. Das Blut des Murmeltiers soll fasser des Buches zu diesen Auswüchsen ihrer Kritik zehren, die eine abführende Wirkung haben. Sie gehen während des Winters nur eine Wärme von etwas hinreißen ließen, weil die Anregungen, die dieses also mit leeren Magen in die winterliche Ruhe ein. über neun Grad Celsius erreichen. Bei den meisten Buch zweifellos enthält, dadurch an Wert verlieren. Wird es im Winter einmal ein paar Tage warm, so Winterschläfern ist die Winterruhe ein vollständig Eine sachliche Darstellung und Kritik der Gewerkwachen Dachs, Hamster und Eichhörnchen auf, der lethargischer Zustand. Die Tiere fühlen nichts mehr, schaftspolitik tönnte, wie jede Selbstkritik( die auch Dachs macht sich auch auf, um sich wieder einmal die und wenn sie zufällig von einer Kältewelle überfallen Marx und Engels an sich geübt haben) nur nützlich Umgebung anzusehen. Schon an sonnigen, warmen würden, müßten sie erfrieren, ohne daß sie etwas fein. Jännertagen unternimmt Meister Grimbart, der fühlen. Das Atmen geht bei allen Winterschläfern E. St. Dachs, oft einen Spaziergang. Wie sich die Tiere, während der winterlichen Zeit nur ganz langsam dung", herausgegeben vom Reichsausschuß für soziaIm September- Heft der Sozialistischen Bildie leinen Winterschlaf halten, vor Eintritt der vor sich. So ist schon festgestellt worden, daß das liftische Bildungsarbeit, Berlin SW 68, schildert falten Jahreszeit immer dichteren Pelz wachsen laj- Murmeltier während seines Winterschlafs in drei S. 2otse in dem Artikel ,, Die Diktatur im Rundsen, so haben sich die Winterschläfer eine dicke Fett Monaten nicht mehr Atemzüge macht als im Sommer funt" die grundstürzenden Aenderungen, die in den schicht angefressen. Dieses Fettpolster kann haupt an einem einzigen Tag. Beim Murmeltier ist allerichten Monaten im deutschen Rundfunk eingetreten sächlich als die Vorratsquelle für den Winter ange- dings der Winterschlaf nicht allein am längsten, bei sind. In einem redaktionellen Artikel wird Stellung ihm ist er auch am tiefsten Die Winterschläfer, die genommen zur Maßregelung Prof. Gumbels, die im Winter beim Ansteigen der Temperaturen auf als ein Attentat gegen die akademische Lehrfreiheit wachen, versinken wieder in den Schlaf, wenn die bezeichnet wird. In der Beilage Bücherwarte" Temperaturen wieder gefallen sind. werden die wichtigsten wissenschaftlichen und belletriDas Erwachen im Frühjahr geht unter fieber- tischen Neuerscheinungen besprochen. Die monatlich artigen Erscheinungen vor sich, die Tiere zittern am erscheinende Sozialistische Bildung" mit ratursteigerungen, so daß dann bald die alte Lebens 1.50 mt. pro Bierteljahr durch die Bost oder den ganzen Körper, zeigen aber sehr bald große Tempe- ihren Beilagen Bücherwarte" und SoziaLebens- listische Erziehung" ist zum Preise von fraft wieder hergestellt ist. Nach dem Aufwachen zeigt Verlag 35w. Dietz Nachf., Berlin SW 68, Lindensich auch bald eine große Freßlust. Diese scheint fraße 3, zu beziehen. Einzelnummern kosten 75 Pfg. wiederum bei den Murmeltieren am größten zu sein. Der Verlag stellt Probenummern gern zur VerIm Volksglauben will die Meinung immer noch nicht verschwinden, daß es auch Vögel gebe, die einen Winterschlaf abhalten. So wird behauptet, daß sich Schwalben und Stare, die den Abzug nach dem Susehen werden. Zum Winterschlaf bereit. Jetzt beziehen die Tiere ihre Winterwohnungen. Unterbrechungen des Schlafs. Das Erwachen im Frühjahr. Wie uns jedesmal vor Eintritt der Kälte die Zugvögel verlassen, um in wärmere Gegenden zu ziehen, so machen sich verschiedene Tierarten, wie Fledermaus, Igel, Murmeltier, Samster, Dachs, Haselmaus, Eichhörnchen und Ziesel zum Winterschlaf bereit, oder haben ihn schon angetreten. Andere Tierarten wie Schlangen, Frösche und Eidechsen gehen in die Winterstarre über, halten also auch eine Art Winterschlaf ab. Am längsten dauert er bei den Murmeltieren in den Alpen. Sie ziehen sich meistens Die Murmeltiere halten ihren Winterschlaf in acht, oft sogar neun Monate in ihre dicht mit Seu Kesseln ab, die etwa einen Meter unter der Erde lieund weichen Alpengräfern ausgepolsterten Winterwohnungen zurüd, wobei der Eingang zu ihren Win- gen und deren Eingangsröhren, wie schon erwähnt, terwohnungen sehr sorgfältig mit Heu, Erde und Durchmesser von ein bis zwei Meter; in ihnen liesorgfältig verstopft werden. Diese Kessel haben einen Steinen verstopft wird. Ungefähr die Hälfte des Jahres zieht sich auch die Fledermaus in ihr Winter- gen verschiedene Tiere, eng zusammengerollt, beisamWinter- gen versted zurück. Wenn der Herbst herankommt, findet mer allein. Sein Winterquartier ist ein Rejsel, der men. Der Dachs dagegen wohnt auch im Winter im sie ja auch nicht mehr genügend Nahrung. Igel une meistens eineinhalb bis zwei Meter unter der Erde Biesel, bringen drei bis vier Monate in der Winter: liegt, manchmal ist auch der Wohnkessel noch weit tie ruhe zu, Eichhörnchen, Hamster, Dachs, Haselmans fer angelegt Das richtet sich wohl auch nach der Ari schlafen zwei bis dreieinhalb Monate. Bei den zu des Bodens. Auch der Hamster bleibt in seiner Winletzt aufgeführten Tieren richtet sich die Dauer des terwohnung, die 1 bis 2 Meter unter der Erde liegt, Winterschlafs hauptsächlich nach den Witterungsver allein. Die Schlangen schlingen sich vor der Winter hältnissen. Kommt ein zeitiges Frühjahr, so dauert starre in ihrem unterirdischen Raum zu einem dichten Knäuel zusammen, die Wasserfrösche halten ihre Beim Eichhörnchen, beim Dachs und Hamster Winterruhe im Schlamm ab. wird übrigens der Winterschlaf öfter unterbrochen. Alle Säugetiere, die in einen Winterschlaf verMerkwürdig ist, daß viele der Winterschläfer einige fallen, haben während dieser Zeit eine sehr geringe Tage vor Beginn des Winterschlafs den Magen| Blutzirkulation und eine außerordentlich tiefe KörHerausgeber. Siegfried Iau b. Chefredakteur. Wilhelm Nießner Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß, Brag.- Drud: Rota A.-G. für Zeitung und Buchdruck, Brag. Brag. Die Zeitungsmartenfrantatur wurde von der Post- u. Telegraphendirektion mit Erlag 13.800/ VII/ 1930 bewillig Für den Drud verantwortlich: Otto Holi, Bezugsbedingungen. Bei Zustellung ins Gaus oder bei Bezug durch die Bost monatlich Ke 16.. vierteljährlich Ke 48balbjahrig Kč 96.-, ganzjährig Kč 192,-,. Inferate werden laut Tarif billigt berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Breisnachiaj. Hüdstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarten, der Winterschlaf eine kürzere Zeit den versäumt haben, während des Winters in Mäuselöchern und ähnliche Höhlungen verkröchen. Das ist jedoch falsch. Alle derartigen Behauptungen beruhen auf unrichtigen Beobachtungen. Adolf Köbel. fügung " ( n das Heim des flaffenbewußten Urbeiters gehört d. Zentralorgan. der Deutschen sozialdemokr. Arbeiterpartei " Sozialdemokrat"